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	<title>NachDenkSeiten - Die kritische Website</title>
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		<title>NachDenkSeiten - Die kritische Website</title>
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	<itunes:summary>Im Audiopodcast der NachDenkSeiten werden regelmäßig die wichtigsten Artikel des Blogs NachDenkSeiten.de zum Nachhören angeboten.</itunes:summary>
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	<itunes:author>Redaktion NachDenkSeiten</itunes:author>
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		<title>Hinweise des Tages II</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 15:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Schmutzige Kriege: Wie die USA die Welt zum Schlachtfeld erkl&#228;rt Rafael [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br />
<span id="more-17297"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h01">Schmutzige Kriege: Wie die USA die Welt zum Schlachtfeld erkl&#228;rt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h02">Rafael Correa &#8211; Wege aus der Krise</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h03">INSM: &#8220;Gro&#223;e Mehrheit gegen h&#246;here Spitzensteuers&#228;tze&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h04">Das Rezept eines Drogendealers</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h05">Thomas Fricke: Finanzkrise – Der Reformeifer geht am Kern des M&#228;rkteproblems vorbei</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h06">Wettbewerb &#252;ber alles</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h07">Apple soll Kongress seine Steuertricks erkl&#228;ren</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h08">The Resistible Fall of Europe: An Interview with George Soros</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h09">Systemic Malfunctioning of the Labor and Financial Markets</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h10">Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h11">Dumpingpreise und Intransparenz</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h12">Atomfracht an Bord – Beinahekatastrophe am 1. Mai?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h13">Wie hast du`s mit der AfD?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h14">Sie ist ja eigentlich ganz nett</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h15">Wenn wir Kanzler w&#228;ren &#8230;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h16">Erg&#228;nzende Anmerkung zu: &#8220;Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ m&#252;sste in den Medien jegliche Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben&#8221; </a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h17">Zu guter Letzt: Walulis sieht fern: Das typische Politmagazin</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Schmutzige Kriege: Wie die USA die Welt zum Schlachtfeld erkl&#228;rt</strong><br />
G&#228;ste:<br />
Jeremy Scahill: Korrespondent f&#252;r Nationale Sicherheit beim Magazin &#8220;The Nation&#8221;, Autor des New York Times Bestsellers &#8220;Blackwater: The Rise of the World’s Most Powerful Mercenary Army&#8221;. Ausgezeichnet mit dem Georg Polk Award<br />
Richard Rowley: Kriegsreporter, Regisseur von &#8220;Dirty Wars&#8221;<br />
Noam Chomsky: Linguist am Massachusetts Institute of Technology, US-Kritiker und Dissident, Autor von zahlreichen B&#252;chern, darunter &#8220;Hegemony or Survival&#8221; und &#8220;Manufacturing Consent&#8221;<br />
Amy Goodman: Gr&#252;nderin und Moderatorin der unabh&#228;ngigen Nachrichtensendung &#8220;Democracy Now&#8221;, erste Journalistin, die den Alternativen Nobelpreis (&#8220;Right Livelihood Award&#8221;) erhalten hat<br />
Quelle: <a href="http://www.kontext-tv.de/node/341">Kontext TV</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Rafael Correa &#8211; Wege aus der Krise</strong><br />
Ecuadors Pr&#228;sident Rafael Correa zur Wirtschaftpolitik: Aufschwung und sozialer Ausgleich statt Rezession und Sparprogramme [...]<br />
Als wir 2007 die Regierung &#252;bernommen haben, nahmen wir uns eine Strategie vor, um den Druck der Verschuldung auf den Staatshaushalt und die &#246;ffentlichen Finanzen zu lindern und die dringendsten Bed&#252;rfnisse der Bev&#246;lkerung mit frischen Geldmitteln zu befriedigen. Wir gingen mit Entschiedenheit und St&#228;rke die Schaffung einer Kommission zur &#220;berpr&#252;fung der &#246;ffentlichen Schulden an. Die Ergebnisse dieser wertvollen Arbeit sind in einem Bericht zusammengefasst, der um die Welt ging: der 2008 vorgelegte Abschlussbericht der &#8220;Kommission f&#252;r die &#220;berpr&#252;fung der &#246;ffentlichen Schulden&#8221; (Comisión para la Auditoria Integral del Crédito Público).<br />
Auf der Grundlage dieses Berichtes und durch eine sehr intelligente und technisch strenge Handhabung konnte Ecuador acht Milliarden US-Dollar beim Schuldendienst einsparen.[...]<br />
Zus&#228;tzlich zu unserer Auslandsschuld haben wir auch die Erd&#246;lvertr&#228;ge neu ausgehandelt und wir haben die Steuereinnahmen mehr als verdoppelt, da wir dabei keine Steuerflucht mehr tolerieren. Das hat es uns erlaubt, die &#246;ffentliche Investition zum Hauptinstrument der Entwicklung des Landes zu machen. Ecuador hat heute das h&#246;chste Niveau an &#246;ffentlichen Investitionen in Lateinamerika erreicht. [...]<br />
Die Neuverhandlung der Auslandsschulden, die Erd&#246;lvertr&#228;ge und das Anwachsen der Steuereinnahmen haben uns ebenfalls erm&#246;glicht, wichtige Ressourcen f&#252;r die Bezahlung der wichtigsten Schuld, der sozialen Schuld, freizugeben. W&#228;hrend 2004 f&#252;r den sozialen Bereich 4,3 Prozent des BIP eingesetzt wurden, waren es 2012 fast elf Prozent. Das bedeutet in absoluten Zahlen, dass heute 5,1-mal mehr in Bildung investiert wird als 2004, im Gesundheitswesen ist es 4,5-mal mehr. [...]<br />
Warum wird nicht das Selbstverst&#228;ndliche getan? Das Kapital will nicht verlieren. Alles soll dem Finanzkapital gem&#228;&#223; geschehen. Die Machtverh&#228;ltnisse stehen zugunsten des Kapitals &#8211; ideologisches Get&#246;se ist festzustellen. Die Menschen glauben, dass &#8220;es so sein muss.&#8221; So muss es aber NICHT sein. Bei aller Bescheidenheit: Das haben wir in Ecuador gezeigt. Es ist ein Problem der Politischen &#214;konomie: Wer in der Gesellschaft entscheidet, die Menschen oder das Kapital.<br />
Die Herausforderung: Menschen sind wichtiger als das Kapital, Gesellschaften sind wichtiger als M&#228;rkte. Auf der Ebene der Wirtschaftswissenschaften: R&#252;ckkehr zur Politischen &#214;konomie, Befreiung der realen &#214;konomie von der Unterjochung durch die Finanzwirtschaft; Gesellschaften mit M&#228;rkten, nicht f&#252;r M&#228;rkte. Dies ist die gr&#246;&#223;te Herausforderung f&#252;r all die jungen Menschen: Gesetze festzulegen, damit das Gerechte, wie es bereits Thrasymachos vor mehr als dreitausend Jahren sagte, nicht nur dem St&#228;rksten zutr&#228;glich sei.<br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/Praesident_Correa_in_TU_Berlin_16042013.pdf">Rafael Correa [PDF - 140 KB]</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>INSM: &#8220;Gro&#223;e Mehrheit gegen h&#246;here Spitzensteuers&#228;tze&#8221;</strong><br />
[...] Gefragt zum Steuerkonzept der Gr&#252;nen sind &#8220;63 Prozent der B&#252;rgerinnen und B&#252;rge gegen eine solche Steuererh&#246;hung f&#252;r die Mittelschicht. Nur halb so viele (32 Prozent) sind eher daf&#252;r.&#8221; Korrekt m&#252;sste es auch im ersten Satz hei&#223;en, dass sie &#8220;eher&#8221; gegen die Steuerpl&#228;ne sind. Geschickt wurde hier wie schon in der ersten Frage, die Anhebung des Spitzensteuersatzes und der Reichensteuer verkn&#252;pft. Vermutlich w&#252;rde, wenn gesondert nach der Erh&#246;hung des Spitzensteuersatzes ab 80.000 Jahreseinkommen gefragt worden w&#228;re, die Zahl der Gegner eher weniger werden. Der Wortlaut der Frage:<br />
Bisher gilt f&#252;r Singles ein Steuersatz von 45 Prozent ab 250.000 Euro Jahreseinkommen. Die Gr&#252;nen wollen einen Steuersatz von 45 Prozent bereits ab 60.000 Euro Jahreseinkommen erheben. Jahreseinkommen ab 80.000 Euro sollen 49 Prozent zahlen. Was ist Ihre Meinung dazu? [...]<br />
Von der INSM wurde auch eine Kampagne zum Thema der Gerechtigkeit gestartet, wobei es letztlich wiederum darum geht, die Steuern nicht zu erh&#246;hen. Man findet es ungerecht, wenn der Staat so viel Steuern einzieht, will nicht noch mehr geben (&#8220;Der Staat hat mehr Geld denn je &#8211; er gibt es nur an falscher Stelle aus&#8221;) oder es wird mehr fr&#252;hkindliche Erziehung gefordert, damit dann &#8220;alle Kinder gleicherma&#223;en gute Startbedingungen haben &#8211; und damit Defizite, die durch die unterschiedliche soziale Herkunft entstehen ausgleichen&#8221;. So etwas nennt man Ideologie, wenn man so tut, als w&#228;ren mit Bildung alle &#252;brigen Privilegien kompensiert.<br />
Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/39/39151/1.html">Telepolis</a></p>
<p>dazu: <strong>Gute Reichensteuer, schlechte Reichensteuer</strong><br />
Zwei Umfragen, zwei Ergebnisse – und wunderbarerweise entsprechen sie jeweils ganz der Position ihrer Auftraggeber. Der Parit&#228;tische Wohlfahrtsverband pr&#228;sentierte am Donnerstag eine Infratest-Erhebung, wonach die Deutschen mit deutlicher Mehrheit und &#252;ber alle Parteigrenzen hinweg, eine st&#228;rkere Besteuerung hoher Einkommen und Verm&#246;gen fordern. Die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft behauptete das glatte Gegenteil – und hat ebenfalls ein seri&#246;ses Meinungsforschungsinstitut im R&#252;cken. [...]<br />
Bekommt vor der Wahl jeder das Umfrageergebnis, das er haben m&#246;chte? Vieles d&#252;rfte mit der Fragestellung zusammenh&#228;ngen. Bei Infratest ist es denkbar, dass die Begeisterung f&#252;r Steuererh&#246;hungen niedriger ausgefallen w&#228;re, wenn man nicht nur pauschal nach „sehr hohen Einkommen und sehr gro&#223;em Verm&#246;gen“ gefragt h&#228;tte. Wer sich selber nicht zu den Reichen z&#228;hlt, kann f&#252;r sie leicht h&#246;here Belastungen fordern. Aber auch die Emnid-Zahlen d&#252;rften mit Vorsicht zu genie&#223;en sein. Dass nur 14 Prozent die aktuellen Steuers&#228;tze f&#252;r zu niedrig halten, aber 32 Prozent die Erh&#246;hungspl&#228;ne der Gr&#252;nen begr&#252;&#223;en, ist jedenfalls logisch nicht ganz nachvollziehbar.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/zwei-umfragen-zwei-ergebnisse-gute-reichensteuer-schlechte-reichensteuer/8218774.html">Tagesspiegel</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Das Rezept eines Drogendealers</strong><br />
Alles gut und sch&#246;n. Die deutschen Firmen sind also seit 1996 von Jahr zu Jahr wettbewerbsf&#228;higer geworden. Sie haben ihre Arbeitskosten gesenkt und dadurch mehr und mehr auf der ganzen Welt verkauft. Deutsche Exporteure setzen mittlerweile ihre Waren und Dienstleistungen auf der Welt (und in Europa) im Schnitt um ein Drittel g&#252;nstiger ab als noch Mitte der 1990er Jahre. Und die reale Abwertung will gar nicht mehr aufh&#246;ren.<br />
Vergleichen wir das Jahr 2012 mit 2001, als Deutschland praktisch eine ausgeglichene Leistungsbilanz auswies. Man k&#246;nnte auch sagen, das Land befand sich im au&#223;enwirtschaftlichen Gleichgewicht. Aufwertung und Leistungsbilanzdefizite nach der deutschen Einheit waren l&#228;ngst vergessen. Nach Berechnungen der EU-Kommission war Deutschland vergangenes Jahr gegen&#252;ber 36 wichtigen Volkswirtschaften (inklusive EU und China) rund 5 Prozent unterbewertet – siehe gr&#252;ne Linie in der folgenden Grafik. In Europa waren es sogar noch 10 Prozent (blaue Linie).</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130514-DE-LOHNVERZICHT3.gif" alt="Deutschland auf dem Kriegspfad" title="Deutschland auf dem Kriegspfad" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.weitwinkelsubjektiv.com/2013/05/16/das-rezept-eines-drogendealers/">Weitwinkelsubjektiv</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Thomas Fricke: Finanzkrise – Der Reformeifer geht am Kern des M&#228;rkteproblems vorbei</strong><br />
Die Liberalisierung der globalen Finanzm&#228;rkte hat ihr Ziel verfehlt, f&#252;r mehr Stabilit&#228;t und Wirtschaftswachstum zu sorgen. Stattdessen folgt seit 30 Jahren eine Krise auf die andere. Jetzt werden etliche Bankenreformen diskutiert, um die Finanzm&#228;rkte krisensicherer zu machen. Dabei verfehlen sowohl Trennbankensysteme als auch die Begrenzung von Banker-Boni nach dem Urteil von Thomas Fricke ihre Wirkung. Er sieht den Kern des Problems in der prozyklischen Dynamik der M&#228;rkte. Dagegen w&#252;rden neben einer Finanztransaktionssteuer vor allem deutlich h&#246;here und antizyklisch sich anpassende Eigenkapitalquoten f&#252;r Banken helfen.<br />
Quelle: <a href="http://ftdwirtschaftswunder.files.wordpress.com/2013/05/wdmai2013bankenausstiegfricke.pdf">Wirtschaftsdienst [PDF - 100 KB]</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Wettbewerb &#252;ber alles</strong><br />
Vor wenigen Wochen erst wurde in London mit gro&#223;em Pomp Maggie Thatcher unter die Erde gebracht. Doch ihr Programm neoliberalen Staatsumbaus feiert in modernisierter Form in Europa derzeit fr&#246;hliche Urst&#228;nd.<br />
Orientiert am Fetisch Wettbewerbsf&#228;higkeit verfolgen ein Teil der EU-Kommission und Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Vorsto&#223;, der sich gewaschen hat. Um Europa im globalen Konkurrenzkampf besser zu positionieren, sollen hart erk&#228;mpfte Arbeitnehmerrechte und Sozialstandards geschleift werden &#8211; und zwar in allen L&#228;ndern. Arbeitslosengeld k&#252;rzen, K&#252;ndigungsschutz abbauen, Renten runter, M&#246;glichkeiten f&#252;r befristete Vertr&#228;ge ausweiten, Tarifvertragssysteme und Gewerkschaften schw&#228;chen, das sind nur einige der Ideen, die auf dem Tisch liegen. Die EU-L&#228;nder sollen sich dazu verpflichten, ihre Arbeits- und Sozialsysteme marktkonform umzubauen.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=a1&#038;dig=2013%2F05%2F16%2Fa0033&#038;cHash=c818bab1bd21154ada7a5124119314a6">taz</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Apple soll Kongress seine Steuertricks erkl&#228;ren</strong><br />
In der Debatte &#252;ber globale Steuertricks von Gro&#223;konzernen wollen US-Politiker nun auch Apple-Chef Tim Cook vor einen Ausschuss zitieren. Das Unternehmen best&#228;tigte am Donnerstag, dass Cook am Dienstag im Kongress zum Thema befragt werden solle.<br />
In einem Interview der &#8220;Washington Post&#8221; k&#252;ndigte der Apple-Chef an, er wolle dem Senatsausschuss ein paar Kompromissvorschl&#228;ge unterbreiten. So bezeichnete er den gegenw&#228;rtigen Steuersatz von 35 Prozent f&#252;r Ertr&#228;ge, die Unternehmen aus dem Ausland zur&#252;ck in die USA &#252;berweisen, als sehr hoch. &#8220;Wir schlagen nicht vor, dass es null Prozent sein m&#252;ssen&#8221;, sagte Cook. Aber ein niedrigerer Steuersatz w&#228;re in diesem Fall vern&#252;nftiger.<br />
Quelle: <a href="http://derstandard.at/1363711346259/Cook-soll-Kongress-Apples-Steuertricks-erklaeren">derStandard.at</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Apple, Amazon, Google und Co. sind offenbar der Meinung, dass sie &#252;ber dem Gesetz stehen. Wenn ein Konzern meint, seinen Steuersatz frei mit dem Staat aushandeln zu k&#246;nnen, ist dies ein untr&#252;gliches Zeichen f&#252;r ein seltsam verschobenes Selbstbild.</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>The Resistible Fall of Europe: An Interview with George Soros</strong><br />
On May 12, George Soros was awarded the Tiziano Terzani Prize for his 2012 book Financial Turmoil published in Italy by Hoepli. The following interview is adapted from a press conference held in Udine, Italy, on that occasion.<br />
Quelle: <a href="http://www.project-syndicate.org/commentary/the-resistible-fall-of-europe--an-interview-with-george-soros">Project Syndicate</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Systemic Malfunctioning of the Labor and Financial Markets</strong><br />
Dr. Heiner Flassbeck: Government has to step in and correct the imbalances of low wages and unregulated financial markets or a deeper recession and crisis is inevitable<br />
Quelle: <a href="http://therealnews.com/t2/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=31&#038;Itemid=74&#038;jumival=10173">The Real News</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung</strong><br />
Der demografische Wandel wird seit langem intensiv diskutiert. Scheinbar nimmt er einen fast unheimlichen Einfluss auf alles, was heute passiert und in der Zukunft geschehen wird. So ein wichtiges Thema musste dann auch f&#252;r den „Demografiegipfel“ der Bundesregierung herhalten, die daraus ein hohles Theater machte. Die Rede Angela Merkels zu Beginn des Gipfels macht das deutlich.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/10001/der-demografie-traktor-immer-in-bewegung?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+DerSpiegelfechter+%28Der+Spiegelfechter%29">Der Spiegelfechter</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Dumpingpreise und Intransparenz</strong><br />
Der Energieversorger Care Energy bietet &#214;kostrom zum Tiefstpreis an und ger&#228;t damit zusehends in die Kritik. Angeblich k&#246;nnen die Preise die Kosten f&#252;r die Produktion gar nicht decken. Verbraucherzentralen warnen au&#223;erdem vor undurchsichtigen und komplexen Vertr&#228;gen des Unternehmens.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/2109746/">Deutschlandfunk</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> W&#228;hrend jede „Ich AG“ ein schl&#252;ssiges Gesch&#228;ftsmodell vorlegen muss, darf ein Stromanbieter, der nach Eigendefinition gar kein Stromanbieter ist, offenbar eine viertel Million Kunden &#252;ber intransparente Strukturvertriebsmodelle k&#246;dern, ohne den Aufsichtsbeh&#246;rden ein schl&#252;ssiges Kostenmodell nennen zu k&#246;nnen. Der Markt wird es schon regeln und die arglosen Kunden sind wieder einmal die Dummen.</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Atomfracht an Bord – Beinahekatastrophe am 1. Mai?</strong><br />
Wie knapp ist Hamburg am 1. Mai an einer Katastrophe vorbeigeschrammt? Kurz nach dem Er&#246;ffnungsgottesdienst zum Kirchentag brannte im Hafen der Frachter „Atlantic Cartier“. Eine Gr&#252;nen-Anfrage deckt jetzt auf: An Bord waren neben Munition mehr als 20 Tonnen radioaktive Stoffe, davon 9 Tonnen hochgef&#228;hrliches Uranhexafluorid. Geeignetes L&#246;schmittel war in Norddeutschland nicht auf Lager.<br />
Quelle: <a href="http://www.gruene-fraktion-hamburg.de/wirtschaft-hafen/16-05-2013/atomfracht-bord-beinahekatastrophe-am-1-mai">Gr&#252;ne B&#252;rgerschaftsfraktion Hamburg</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Wie hast du`s mit der AfD?</strong><br />
Die Gr&#252;ndung der AfD hat nicht nur das parlamentarische System einmal mehr aufgemischt, sondern auch die Euro-Debatte in Deutschland weiter angeheizt. Gewonnen haben damit aber nur die Marktradikalen.<br />
Quelle: <a href="http://le-bohemien.net/2013/05/16/die-afd-die-linke-und-der-euro/">le Bohémien</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Sie ist ja eigentlich ganz nett</strong><br />
Die Bildzeitung bringt Jugendbilder der Kanzlerin. Bei RTL sitzt sie vor eine Gruppe von Frauen, beantwortet Fragen zu M&#228;nnern und Haushalt. Doch bei der Berichterstattung aus Merkels „unbekannten DDR-Leben“ geht es um mehr als unpolitische Menschelei der Klatschpresse.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821773.sie-ist-ja-eigentlich-ganz-nett.html">Neues Deutschland</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Wenn wir Kanzler w&#228;ren &#8230;</strong><br />
Frust statt Lust, Lobby statt Logik &#8211; das Ansehen der Politik im Lande hat schwer gelitten, von Elan und Schwung ist wenige Monate vor der Wahl weit und breit wenig zu sehen. Der Philosoph, Journalist und Satiriker Peter Zudeick setzt jetzt einen Kontrapunkt: In seinem neuen Buch &#8211; es tr&#228;gt den pr&#228;gnant schlichten Titel &#8220;Das alles und noch viel mehr w&#252;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&#228;r&#8217;n&#8221; &#8211; versammelt er Fachmenschen, die die dringlichsten und wichtigsten Fragen f&#252;r das Land stellen. Antworten geben. L&#246;sungen anbieten. Und von der Politik ganz einfach fordern: Macht es! Tut das, was richtig und notwendig ist, ohne Vorbehalte und Ausfl&#252;chte. Packt es an. Ob es um Finanzen, Milit&#228;r, Klima oder Altwerden geht. Entstanden ist eine Sammlung von Sachverstand mit Positionen zum Streiten, Zustimmen, Aufregen, Kopfsch&#252;tteln, Teilen oder Ablehnen. Auf jeden Fall zur Therapie von Politverdruss geeignet, meint West ART.<br />
Quelle: <a href="http://www.wdr.de/tv/westart/dienstag/sendungsbeitraege/2013/0514/index.jsp">WDR West Art</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Erg&#228;nzende Anmerkung zu: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17009#h08">&#8220;Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ m&#252;sste in den Medien jegliche Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben&#8221;</a></strong><br />
Unsers Leser G.K. schreibt uns hierzu: </p>
<blockquote><p>Zu der IW-Behauptung &#8220;Die Armutsquoten liegen im oberen Mittelfeld&#8221;:</p>
<p>Nach den j&#252;ngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes gelten 15,8 % der Bev&#246;lkerung, womit jeder Sechste in Deutschland als armutsgef&#228;hrdet gilt. EU-weit waren es nur geringf&#252;gig mehr Menschen, die armutsgef&#228;hrdet sind, n&#228;mlich 16,9%. Diese Daten beziehen sich auf das Basisjahr 2010. Der EU-Durchschnitt enth&#228;lt selbstverst&#228;ndlich auch die Armutsquoten der europ&#228;ischen Krisenstaaten, mithin jener Staaten, die seit Ende der 90er Jahre in besonderem Ma&#223;e vom deutschen Lohn-, Sozial- und Unternehmensteuerdumping in ihrer preislichen Wettbewerbsf&#228;higkeit gegen die Wand konkurriert wurden. Sollen &#8220;wir Deutsche&#8221; uns nun dar&#252;ber freuen, da&#223; wir als &#8220;reiches Land&#8221; hinsichtlich der Armutsgef&#228;hrdung nur knapp unterhalb des EU-Durchschnitts liegen, obwohl dieser EU-Durchschnitt auch als Folge der deutschen Dumpingpolitik nach oben gedr&#252;ckt wird? Sollen &#8220;wir Deutsche&#8221; uns in drei Jahren (wenn die Armutsquoten f&#252;r das Jahr 2013 vorliegen werden) dar&#252;ber freuen, wenn sich der Abstand der hiesigen Armutsquote zum EU-Durchschnitt wegen der Folgen der ma&#223;geblich von den deutschen &#8220;Eliten&#8221; diktierten Kaputtsparpolitik nochmals vergr&#246;&#223;ert haben wird?</p>
<p>Auf die von den deutschen Leitmedien verbreitete M&#228;r vom deutschen &#8220;Jobwunder&#8221; fallen nicht nur wegen der statistischen Tricks zur Sch&#246;nung der offiziellen Arbeitslosenquote sowie der massiven Verschlechterung der Arbeitsplatzqualit&#228;t lange Schatten. Eine k&#252;rzlich vom WSI (auf Basis von Daten der europ&#228;ischen Statistibeh&#246;rde Eurostat) ver&#246;ffentlichte Untersuchung zur Armutsgef&#228;hrdung Arbeitsloser innerhalb der EU kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, da&#223; in keinem Land der EU die Armutsgef&#228;hrdung Arbeitsloser so hoch ist wie in Deutschland. Im EU-Durchschnitt betr&#228;gt dieser Wert rund 46 Prozent, in Deutschland hingegen 67,7%. Zu den Ursachen dieser gewaltigen L&#252;cke hei&#223;t es in der WSI-Mitteilung: &#8220;Dies habe mit der vierten Hartz-Reform zu tun, erkl&#228;rt WSI-Forscher Seils. Langzeitarbeitslose seien seit der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe schlecht gegen Armut abgesichert. Nach einem Jahr – einer im Vergleich zu etlichen Nachbarl&#228;ndern relativ kurzen Frist – erhalten Arbeitslose kein einkommensabh&#228;ngiges Arbeitslosengeld I (ALG I) mehr, sondern nur noch das niedrigere ALG II als Grundsicherung. Und das reiche oft nicht mehr, um das Haushaltseinkommen &#252;ber der Armutsgrenze zu halten. Da die Langzeitarbeitslosen vom Besch&#228;ftigungsaufbau der vergangenen Jahre am wenigsten profitiert haben, fielen sie statistisch zunehmend ins Gewicht, so Seils: “Der Anstieg des Armutsrisikos unter Arbeitslosen stellt gewisserma&#223;en die Schattenseite der in den vergangenen Jahren gesunkenen Arbeitslosigkeit dar.&#8221;</p></blockquote>
</li>
<li><a name="h17"></a><strong>Zu guter Letzt: Walulis sieht fern: Das typische Politmagazin</strong><br />
Dramatische Musik, schlimme Schicksale und verfremdete Stimmen: Philipp Walulis hat sich auf die Spur investigativer Politmagazine begeben. Hier das Ergebnis seiner brisanten Recherche.<br />
Quelle: <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/extra5367.html">NDR extra3</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17297&amp;md5=f94d200a5fd5718ea45045ea068ffa95" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ m&#252;sste in den Medien jegliche Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 07:54:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manipulation des Monats]]></category>
		<category><![CDATA[Strategien der Meinungsmache]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neoliberalen Propagandaagenturen haben erkannt, dass das Thema „soziale Gerechtigkeit“ zu einem f&#252;r sie gef&#228;hrlichen Feld im Wahlkampf werden k&#246;nnte. Kein Wunder also, dass sich diese neoliberalen Speerspitzen der Manipulation der &#246;ffentlichen Meinung in Stellung bringen, um die Stimmungslage beim Stimmvolk zu wenden und die ver&#246;ffentlichte Meinung auf ihre Seite zu ziehen oder wenigstens zu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die neoliberalen Propagandaagenturen haben erkannt, dass das Thema „soziale Gerechtigkeit“ zu einem f&#252;r sie gef&#228;hrlichen Feld im Wahlkampf werden k&#246;nnte. Kein Wunder also, dass sich diese neoliberalen Speerspitzen der Manipulation der &#246;ffentlichen Meinung in Stellung bringen, um die Stimmungslage beim Stimmvolk zu wenden und die ver&#246;ffentlichte Meinung auf ihre Seite zu ziehen oder wenigstens zu verunsichern.<br />
An der Spitze dieses „Klassenkampfs von oben“ stehen nat&#252;rlich die Propagandaorganisation der Arbeitgeber, die „Initiative Neue Marktwirtschaft“ (INSM) und deren „wissenschaftlicher Schreibtisch“, das „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW).<br />
Wenn es noch eines Beweises bedurft h&#228;tte, dass es dem angeblich wissenschaftlichen IW um nichts anderes geht, als um Propaganda f&#252;r die politischen Interessen der Arbeitgeberverb&#228;nde, dann ist er mit dieser aktuellen Pressekampagne geliefert.<br />
Wer in den Medien bereit ist, auch nur einen kritischen Blick auf diese Ver&#246;ffentlichungen des IW zu werfen, der d&#252;rfte als verantwortlicher Redakteur den Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael H&#252;ther, nie wieder zitieren oder vor die Kamera holen.<br />
Sp&#228;testens mit dieser Pressekampagne m&#252;sste das IW und zumal  ihr omnipr&#228;senter Direktor f&#252;r jeden einigerma&#223;en unvoreingenommenen Beobachter jede Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben. Von <strong>Wolfgang Lieb</strong><br />
<span id="more-17287"></span><br />
Die neoliberalen Propagandaagenturen haben erkannt, dass das Thema „soziale Gerechtigkeit“ zu einem f&#252;r sie gef&#228;hrlichen Feld im Wahlkampf werden k&#246;nnte.<br />
Nach einer j&#252;ngsten Umfrage des konservativ ausgerichteten Allensbach Instituts empfinden n&#228;mlich  70 Prozent der Deutschen eine Gerechtigkeitsl&#252;cke bei uns im Lande und fast genauso viele Menschen meinen, dass Einkommen und Verm&#246;gen nicht gerecht verteilt sind und dass die Ungerechtigkeit im Lande in den letzten Jahren zugenommen hat. 60% der befragten Bev&#246;lkerung sagen, dass sie von dem st&#228;ndig behaupteten gro&#223;artigen Wirtschaftswachstum <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16201">nicht profitierten</a>.</p>
<p>Wahlanalysen der Landtagswahl in Niedersachsen haben gezeigt, dass Thema „soziale Gerechtigkeit“ offenbar eine viel gr&#246;&#223;ere Wichtigkeit f&#252;r die Menschen hat, als das &#252;blicherweise &#246;ffentlich thematisiert wird. Das Gef&#252;hl, dass es in unserm Land ungerecht zugeht, konnte offenbar auch einem popul&#228;ren Amtsinhaber den <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15908">Wahlsieg kosten</a>. Das soll und darf nach dem Willen der Arbeitgeber, der Kanzlerin nicht passieren.</p>
<p>Kein Wunder also, dass sie ihre Speerspitzen der Manipulation der &#246;ffentlichen Meinung in Stellung bringen, um die Stimmungslage beim Stimmvolk zu wenden und die ver&#246;ffentlichte Meinung auf ihre Seite zu ziehen oder zumindest zu verunsichern. An der Spitze dieses „Klassenkampfs von oben“ stehen nat&#252;rlich die wichtigste Propagandaorganisation der Arbeitgeber, die „Initiative Neue Marktwirtschaft“ (INSM) und deren „wissenschaftlicher Schreibtisch“, das „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW).</p>
<p><strong>INSM startet eine Wahlkampagne des „Gro&#223;en Geldes“</strong></p>
<p>Die INSM preschte mit einer Anzeigenkampagne <a href="http://www.insm.de/insm/kampagne/gerechtigkeit/gerechtigkeitsfragen-der-insm.html">„Gerechtigkeit 2013“</a> vor. Bei acht Gerechtigkeitsthemen soll mit Anzeigen und Plakaten Meinungsmache im Sinne der Arbeitgeber betrieben werden. </p>
<p>Da wird dann die verbreitete Kritik an der bestehenden Einkommens- und Verteilungsungerechtigkeit umgeleitet in das vage Zukunftsversprechen von mehr „Chancengerechtigkeit“. Da soll der Zorn &#252;ber die dramatisch gesunkenen Steuern f&#252;r Unternehmen und Verm&#246;gensbesitzer umgelenkt werden auf die Lohnempf&#228;nger betreffende „kalte Progression“ der Lohnsteuerzahler. Da wird mit <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/38/38801/1.html">manipulierten Umfragen</a> gegen die Wiedereinf&#252;hrung der Verm&#246;gensteuer oder gegen eine Reform der Erbschaftssteuer angegangen. Und nat&#252;rlich wird &#252;ber den Mindestlohn als Arbeitsplatzvernichter hergezogen. Es wird die Facharbeiterschaft gegen die Studiengeb&#252;hrenfreiheit aufgewiegelt und der kalte Kaffee nochmals aufgew&#228;rmt, wonach angeblich die Verk&#228;uferin das Studium ihres zuk&#252;nftigen Chefs bezahle (Siehe zu diesem Ablenkungsman&#246;ver vor einer gr&#246;&#223;eren Steuergerechtigkeit z.B. <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15911#h13">hier</a>). Nat&#252;rlich wird wieder einmal der demografische Wandel als Hebel zur Verl&#228;ngerung der Lebensarbeitszeit eingesetzt. (Siehe dazu auch zum <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h01">sog. Demografie-Gipfel</a>)  Nicht fehlen darf nat&#252;rlich die Behauptung, dass die Agenda 2010 &#252;ber 2 Millionen Arbeitspl&#228;tze entstehen lie&#223;. (Siehe zur Widerlegung dieser Behauptung <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16451#h03">hier</a>)<br />
Kurz: Es handelt sich mal wieder um eine Wahlkampagne des „Gro&#223;en Geldes“ mit der Stimmen f&#252;r den Machterhalt der derzeitigen Regierung „gekauft“ werden sollen. </p>
<p><strong>Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ zieht mit einer Pressekampagne nach</strong></p>
<p>Mit einer Pressekampagne zog nun vor wenigen Tagen das arbeitgeberfinanzierte „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW), belegt mit mehreren „Studien“ nach. &#220;ber die Pressematerialien wurden nat&#252;rlich brav von alle wichtigen Medien reportiert – nat&#252;rlich ohne dass man sie vorher gr&#252;ndlich &#252;berpr&#252;fen konnte. Wenn man das Medienecho wahrnimmt, ist die PR-Ma&#223;nahme erfolgreich. </p>
<p>Die bislang von allen Untersuchungen gest&#252;tzte Feststellung, dass Einkommen und Verm&#246;gen zunehmend ungleich verteilt seien, sei „nicht haltbar“. Diese Botschaft <a href="http://www.iwkoeln.de/de/presse/veranstaltungen/beitrag/pressegespraech-gerechtigkeit-verteilung-und-soziale-mobilitaet-in-deutschland-112223?relatedarticles.p=2#related-articles">verbreiteten</a> die Mietm&#228;uler der Arbeitgeberverb&#228;nde, angeblich belegt durch zahlreiche Einzelstudien und Statements, am 13. Mai der erstaunten &#214;ffentlichkeit.</p>
<p>Alle anderen und widersprechenden Befunde werden also f&#252;r falsch erkl&#228;rt. </p>
<p>Die selbst im <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16407">gesch&#246;nten regierungsoffiziellen Armuts-Reichtumsbericht</a> nicht bestreitbare Feststellung,  dass die Haushalte in der unteren H&#228;lfte der Verteilung nur &#252;ber gut ein Prozent des gesamten Nettoverm&#246;gens verf&#252;gen, w&#228;hrend die verm&#246;gensst&#228;rksten zehn Prozent der Haushalte &#252;ber die H&#228;lfte des gesamten Nettoverm&#246;gens auf sich vereinen, und dass der Anteil des obersten Dezils im Zeitverlauf <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16435">immer weiter angestiegen ist</a>, soll also „nicht haltbar“ sein? </p>
<p>Die Grafik des Statistischen Bundesamtes also eine Irref&#252;hrung der &#214;ffentlichkeit?</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_01.gif" alt="Verteilung des Privatverm&#246;gens in Deutschland" title="Verteilung des Privatverm&#246;gens in Deutschland" /></p>
<p>Der Bericht <a href="http://www.oecd.org/berlin/publikationen/dividedwestand-whyinequalitykeepsrising.htm">„Divided we Stand &#8211; Why Ineqality Keeps Rising“</a> der gewiss wirtschaftsfreundlichen OECD aus dem Jahre 2011, dass <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm">„in Deutschland (&#8230;) die Einkommensungleichheit seit 1990 erheblich st&#228;rker gewachsen als in den meisten anderen OECD-L&#228;ndern“</a>, soll wohl nur ein Propagandast&#252;ck sozialistischer Umverteilungsideologen sein?</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_02.gif" alt="Entwicklung der Einkommensungleichheit" title="Entwicklung der Einkommensungleichheit" /></p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_03.gif" alt="Entwicklung der Einkommensarmut" title="Entwicklung der Einkommensarmut" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.oecd.org/social/soc/41525386.pdf">OECD [PDF - 250 KB]</a></p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_04.gif" alt="Soziale Ungleichheit in der OECD nimmt zu" title="Soziale Ungleichheit in der OECD nimmt zu" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm">OECD 2011</a></p>
<p>Oder hat etwa das DIW  – um nur eines der Forschungsinstitute zu nennen, das eine signifikante Zunahme der Ungleichheit auf einem historischen H&#246;chststand beobachtet hat –  dasselbe statistische Material nur falsch ausgewertet?</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_05.gif" alt="Entwicklung des Gini-Koeffizienten und der Armutsrisikoquote in Deutschland" title="Entwicklung des Gini-Koeffizienten und der Armutsrisikoquote in Deutschland" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120330_vjh_2E80_2E4_2E5.pdf">DIW [PDF - 90 KB]</a></p>
<p>Wie erkl&#228;rt sich nun, dass das IW bei einigen ausgew&#228;hlten Indikatoren der sozialen Gerechtigkeit, der Verteilung und der sozialen Mobilit&#228;t zu so vollkommen anderen Ergebnissen kommt, als nahezu alle anderen Studien, die sich mit diesen Themen auseinandersetzten?</p>
<p>Wie bei jeder sozialwissenschaftlichen Studie h&#228;ngen deren Ergebnisse, von der Fragestellung, von den herangezogenen statistischen Grundlagen, von der Methodik der Auswertung der Daten und nat&#252;rlich von der Bewertung der Befunde ab. </p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Die Umverteilung in Deutschland funktioniert“</strong></p>
<p>Da f&#228;llt bei den im Internet zug&#228;nglichen Materialien und Studien zun&#228;chst einmal auf, dass nirgendwo und schon gar nicht in den Pressestatements die derzeit schon vorhandene Verm&#246;gensverteilung eine Rolle spielt. Es geht haupts&#228;chlich nur um die Verteilung der laufenden Einkommen &#252;ber einen Zeitabschnitt. </p>
<p>Wie ungleich jedoch die Verteilung des Nettogesamtverm&#246;gens ist, wird in der folgenden Grafik abgebildet:</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_06.gif" alt="Verm&#246;gensverteilung in Deutschland" title="Verm&#246;gensverteilung in Deutschland" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=12782">Jens Berger</a></p>
<p>Jens Berger kommt in seinem Artikel „Was hat es mit der Spreizung der Verm&#246;gensschere und der Steigerung der Kapitaleinkommen auf sich?“ zu folgendem Fazit:</p>
<blockquote><p>„Die Auswertung, wie sich dieses Verm&#246;gen verteilt, ist erschreckend. Die oberen 0,1% der Verm&#246;gensskala besitzen 22,5% des Nettoverm&#246;gens, die oberen 0,5% besitzen 31,2%, das obere Prozent 35,7%, die oberen 2,5% 44,7% und die oberen 7,5% bereits 61,0% des Nettoverm&#246;gens. Auf der anderen Seite der Skala besitzen die unteren 50% gerade einmal 1,4% des gesamten Nettoverm&#246;gens.“</p></blockquote>
<p>Das IW l&#228;sst diese ungleiche Verm&#246;gensverteilung nahezu komplett au&#223;en vor. Einzig mit der Verteilung des Immobilienverm&#246;gens besch&#228;ftigt sich eine Studie von Tim Calmor und Ralph Hegener.</p>
<p>Die Autoren kommen zu folgendem Fazit:</p>
<blockquote><p>„Das private Immobilienverm&#246;gen in Deutschland verdoppelte sich in den vergangenen 20 Jahren auf 6 Billionen Euro. Mit gut der H&#228;lfte am Privatverm&#246;gen stellt es weiterhin die wichtigste Anlageklasse dar. Das Immobilienverm&#246;gen ist analog zu anderen Verm&#246;genspositionen ungleich zwischen Gering- und Gutverdienenden, Alten und Jungen, Erwerbs- und Nichterwerbst&#228;tigen sowie zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland verteilt. Rund die H&#228;lfte der Bev&#246;lkerung verf&#252;gt &#252;ber Haus- und Grundbesitz. Das reichste F&#252;nftel besitzt 75 Prozent des Immobilienverm&#246;gens. In den letzten Jahren war keine merkliche Ver&#228;nderung der Verteilung zu erkennen.“</p></blockquote>
<p>(Vgl. <a href="http://www.iwkoeln.de/de/presse/veranstaltungen/beitrag/pressegespraech-gerechtigkeit-verteilung-und-soziale-mobilitaet-in-deutschland-112223?relatedarticles.p=2#related-articles">IW-Trends zum Download hier</a>)</p>
<p>Selbst dieser nun selbst ermittelte Befund, dass das reichste F&#252;nftel 75 % des Immobilienverm&#246;gens besitzt, bleibt aber nat&#252;rlich im Pressestatement des IW-Direktors H&#252;ther  unerw&#228;hnt. </p>
<p>Dass die Autoren beim Immobilienverm&#246;gen in den letzten Jahren keine merkliche Ver&#228;nderung eingetreten ist, spricht jedenfalls nicht dagegen, „Einkommen und Verm&#246;gen“ ungleich verteilt blieben und nach wie vor sind.</p>
<p>H&#252;ther behauptet vielmehr die Umverteilung in Deutschland funktioniere. Im unteren Einkommensbereich bestehe das Nettoeinkommen zu &#252;ber 60 Prozent aus Transferleistungen. </p>
<p>Auf einen solchen Prozentsatz kann man nur kommen, wenn man die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, die staatlichen Pensionen, das Kindergeld, das Elterngeld, das Arbeitslosengeld I und II bzw. das Sozialgeld und andere Leistungen addiert. Und nat&#252;rlich rechnet das IW die Rentenzahlungen oder das Arbeitslosengeld I zu den „staatlichen Transferleistungen“, obwohl sie umlage- oder beitragsfinanziert sind. Bei einem umlagefinanzierten System entspricht das in etwa der absurden Rechenmethode, dass man bei Sparkonten ausschlie&#223;lich errechnen w&#252;rde, welche Summe von den Konten abgehoben werden, ohne gleichzeitig gegenzurechnen, wie viel von anderen Sparern (also bei der Rente oder beim Arbeitslosengeld I von den Lohnempf&#228;ngern) gleichzeitig wieder auf die Sparkonten einbezahlt wird. Die gesetzliche Rentenversicherung finanziert sich z.B. zu 74% aus Beitr&#228;gen und zu 26% aus staatlichen Zusch&#252;ssen (wobei die Zusch&#252;sse &#252;berwiegend f&#252;r versicherungsfremde Leistungen bezahlt werden). </p>
<p>Der Hinweis, dass Deutschland auf Platz 6 jener L&#228;nder liege, in denen die unteren Einkommensbereiche am meisten von den staatlichen Transferleistungen profitieren, sagt &#252;ber die steigende Ungleichheit in Deutschland nichts oder nur wenig aus. Die umverteilende Wirkung solcher Transfersysteme ist zwar in Deutschland relativ gro&#223;: Im Jahr 2008 verminderten Steuern und Transfers die Ungleichheit hierzulande um knapp 29 Prozent, verglichen mit 25 Prozent im OECD-Mittel. </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_07.gif" alt="Ausgleich durch Steuern und Transfers" title="Ausgleich durch Steuern und Transfers" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm">OECD</a></p>
<p>Aber im OECD-Bericht hei&#223;t es dazu zur&#252;ckhaltend: </p>
<blockquote><p>„Komplett verhindern konnte das deutsche Steuer- und Transfersystem das Auseinanderdriften von Arm und Reich allerdings nicht. Erstens verringerte sich der Umverteilungseffekt von Steuern und Sozialleistungen seit dem Jahr 2000 um vier Prozentpunkte, und zweitens gingen Unterst&#252;tzungsleistungen, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, merklich zur&#252;ck (wenngleich das Niveau im internationalen Vergleich weiterhin relativ hoch ist).“</p></blockquote>
<p>Und dieses Auseinanderdriften <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm">erkl&#228;rt die OECD wie folgt</a>:</p>
<blockquote><p>„Die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich geht vor allem auf die Entwicklung der L&#246;hne und Geh&#228;lter zur&#252;ck. Diese machen etwa 75 Prozent des Haushaltseinkommens aus. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Lohnschere zwischen den obersten und untersten zehn Prozent der Vollzeitarbeitenden um ein F&#252;nftel erweitert. Aber auch zunehmende Teilzeitbesch&#228;ftigung ist ein Faktor, der zur Einkommensungleichheit beitr&#228;gt: Seit 1984 ist der Anteil der Teilzeitarbeiter in Deutschland von 11 auf 22 Prozent gestiegen, das hei&#223;t von knapp drei auf mehr als acht Millionen Menschen. H&#228;ufig handelt es sich hierbei um Frauen, die noch immer weniger Lohn erhalten als ihre m&#228;nnlichen Kollegen. Hinzu kommt eine Ver&#228;nderung von Arbeitszeiten: Kamen deutsche Geringverdiener vor 20 Jahren im Durchschnitt noch auf 1000 Arbeitsstunden pro Jahr, so hat sich ihre Arbeitszeit jetzt auf 900 Stunden reduziert. Menschen aus den oberen Einkommensklassen hingegen arbeiten weiterhin rund 2250 Stunden pro Jahr.“</p></blockquote>
<p>Auch &#252;ber diese Kluft bei den L&#246;hnen und beim Einkommen schweigt sich das IW aus.<br />
(Siehe dazu auch oder das <a href="http://www.boeckler.de/38555_40935.htm">Institut f&#252;r Makro&#246;konomie und Konjunkturforschung (IMK)</a>) </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_07-2.gif" alt="Einkommen: Die untere H&#228;lfte abgeh&#228;ngt" title="Einkommen: Die untere H&#228;lfte abgeh&#228;ngt" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.boeckler.de/hbs_showpicture.htm?id=40853&#038;chunk=1">IMK</a></p>
<p>Dass die Lohnquote von 72,1 % im Jahre 2000 (nachdem sie 2007 gar nur auf 63,2 % gesunken war) bis 2012 auf 68,1% gesunken ist, die Gewinnquote jedoch von 27,9 % auf &#252;ber 31 % <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130408_hinweise_antwort_bilanz_der_agenda_2010-politik_17-12750.pdf">gestiegen ist [PDF - 105 KB]</a>, bleibt vom IW unerw&#228;hnt. </p>
<p>Ein wenig (bitteren) Honig saugen k&#246;nnte das IW ausschlie&#223;lich daraus, dass die Markteinkommen aus Arbeit und Kapital in den letzten Jahren leicht anstiegen, dass die relative Armut ein klein wenig zur&#252;ckgegangen und der sog. Gini Koeffizient einen winzigen Bruchteil gesunken ist. Das Verh&#228;ltnis der Durchschnittseinkommen der oberen 10 % zum Durchschnittseinkommen der unteren 10 % klafft jedoch nach wie vor weit auseinander.<br />
Dass die Verm&#246;genden in der Finanzkrise leichte Einbu&#223;en hinnehmen mussten, &#228;ndert nichts daran, dass in Deutschland die Einkommensungleichheit f&#252;r Markt- und verf&#252;gbare Einkommen <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommen-verteilung-ungleichheit.htm">auf Vorkrisenniveau verharrte</a>, das Verm&#246;gen jedoch weiter angestiegen ist und zwar ungleich.</p>
<p>Daraus jedoch den Schluss zu ziehen die Ungleichverteilung sei ein „Mythos“ ist eine glatte T&#228;uschung.</p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Die Staatseinnahmen folgen weitgehend der Leistungsf&#228;higkeit“</strong></p>
<p>Als Zweites weist H&#252;ther darauf hin, dass die Staatseinnahmen „weitgehend der Leistungsf&#228;higkeit“ folge. Wieder wird hier nur auf die Einkommensteuer und die Mehrwertsteuer abgestellt. Die veranlagte Einkommensteuer, die K&#246;rperschaftssteuer, die Steuern auf Kapitaleink&#252;nfte oder die Gewerbesteuer, die nun gerade in den letzten Jahren deutlich gesenkt worden sind (siehe unten stehende Grafik), bleiben au&#223;en vor.</p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_08.png"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_08_th.gif" alt="Aufkommen verschiedener Steuern als Anteil am Gesamt-Steueraufkommen, 1961 und 2011, Deutschland. Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnung und Darstellung." title="Aufkommen verschiedener Steuern als Anteil am Gesamt-Steueraufkommen, 1961 und 2011, Deutschland. Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnung und Darstellung." /></a></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.annotazioni.de/post/1113">annotazioni</a></p>
<p>Dazu muss man wissen, dass die Lohnsteuer im Jahr 2012 mit 149.064.613 Tausend Euro der gesamten Steuereinnahmen in H&#246;he von 551.784.950 TSd. Euro nur 27 %, also nur ein gutes Viertel ausmacht. Selbst wenn man die veranlagte Einkommensteuer mit 37.262.402 Tsd. Euro zur Lohnsteuer addiert, macht die gesamte Einkommensteuer gerade ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen aus.</p>
<p>Den gr&#246;&#223;ten Batzen der Steuereinnahmen macht &#252;brigens die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) aus, n&#228;mlich 194.634.876 Tsd. Euro. Diese indirekte Steuer belastet alle Einkommensbezieher vom Hartz IV-Empf&#228;nger bis zum Spitzenverdiener und Verm&#246;gensmilliard&#228;r gleich. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass niedrigere Einkommensbezieher einen viel h&#246;heren Anteil ihres verf&#252;gbaren Einkommens (mehrwertsteuerpflichtig) konsumieren als die „Bestverdiener“. D.h. gemessen am Gesamtsteueraufkommen wird der Umverteilungseffekt bei der Einkommensteuer weitgehend &#252;ber die indirekten Steuer weitgehend wieder aufgefangen.</p>
<p>Die K&#246;rperschaftssteuer tr&#228;gt mit 16.934.457 Tsd. Euro gerade mal  3 % zu den gesamten Steuereinnahmen bei, die nichtveranlagten Steuern vom Ertrag mit 20.059.468 Tsd. Euro rd. 3,6 % und die Abgeltungssteuer von den Zinsertr&#228;gen mit 8.234.069 Tsd. Euro nur noch 1,5%.</p>
<p>Man sollte sich nur das einmal vor Augen halten: Die K&#246;rperschaftssteuer (16.934.457 Tsd. Euro), also die Steuer auf das Einkommen von juristischen Personen, in der Regel also von Unternehmen liegt etwas &#252;ber den Steuereinnahmen &#252;ber die Tabaksteuer (14.143.447 Tsd. Euro).</p>
<p>Eine Verm&#246;gensteuer wird seit dem Jahr 2000 &#252;berhaupt nicht mehr erhoben und f&#252;r Kapitaleink&#252;nfte gilt ein pauschaler Steuersatz von 25% w&#228;hrend auf Arbeitseink&#252;nfte bis zu 45% Steuern erhoben werden. Auch die Erbschaftssteuer ist nur ein winziger Restposten.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerschaetzungen_und_Steuereinnahmen/2013-01-18-Steuereinnahmen-Kalenderjahr-2012.pdf?__blob=publicationFile&#038;v=9">Bundesfinanzministerium [PDF - 40 KB]</a> </p>
<p>Das alleinige Abstellen des IW auf die umverteilende Wirkung der Einkommensteuer und der f&#252;r alle gleiche Mehrwertsteuer ist also ein sehr selektiver Blick. Die Aussage, dass die Staatseinnahmen der Leistungsf&#228;higkeit folgten, ist jedenfalls im Hinblick auf die Verteilungsgerechtigkeit somit eine grobe Irref&#252;hrung. </p>
<p><strong>Das IW sagt: Die Armutsquoten liegen im oberen Mittelfeld</strong></p>
<p>Weiter wird vom IW verharmlosend darauf hingewiesen, dass die Armutsquoten im europ&#228;ischen Vergleich „im oberen Mittelfeld“ l&#228;gen. Das &#228;ndert jedoch nichts an der Tatsache, dass in Deutschland knapp 9 % der Menschen <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommen-verteilung-ungleichheit.htm">in relativer Armut leben</a>.</p>
<p>Ist es eine Erfolgsmeldung, dass das „reiche“ Deutschland nur knapp unter dem OECD-Durchschnitt von 11,3 % liegt? </p>
<p>Es ist im &#220;brigen eine sehr selektive Betrachtung nur auf die Armutsquote abzustellen. Nach den j&#252;ngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes gelten 15,8 % der Bev&#246;lkerung, also jeder Sechste in Deutschland als armutsgef&#228;hrdet gilt. EU-weit waren es nur geringf&#252;gig mehr Menschen, die armutsgef&#228;hrdet sind, <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/03/PD13_121_634.html">n&#228;mlich 16,9%</a>. </p>
<p>Im aufw&#228;ndig gestalteten Begleitmaterial im <a href="http://www.arm-und-reich.de/stimmen/">Internetauftritt „arm und reich“</a> des IW darf dann auch noch der Kuratoriumsvorsitzende der INSM und ehemalige „Superminister“ Wolfgang Clement per Video ran und in seiner typisch agitatorischen Manier, Armut als ein „statistisches Problem“ abtun. Dass Clement nur noch ein geifernder Agitator ist und nicht einmal verstanden hat, was ihm vorgesagt wird, beweist er einmal mehr damit, dass er in seinem Video-Statement – f&#228;lschlicherweise &#8211; die Armutsgrenze an 60 Prozent des Durchschnittseinkommens, statt wie statistisch korrekt am Medianeinkommen misst. (Siehe zu dieser Unterscheidung etwa <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14856">hier</a>)<br />
Was Clement als absurd bezeichnet, zeigt nur wie absurd seine Einlassung selbst ist.   </p>
<p><strong>Das IW behauptet: Arbeitspl&#228;tze helfen, Armut zu vermeiden</strong></p>
<p>Es ist klar, dass das Arbeitgeberinstitut auf das Loblied der Bundesregierung mit Blick auf den (wohlgemerkt) statistischen R&#252;ckgang der Arbeitslosigkeit und auf das angebliche Rekordhoch bei der Anzahl der Erwerbst&#228;tigen singt. </p>
<p>Was das Arbeitgeberinstitut nat&#252;rlich nicht erw&#228;hnt, das ist die Tatsache, dass sich das Arbeitsvolumen der besch&#228;ftigten Arbeitnehmer seit dem Jahr 2000 mit 48.650 Mio. Stunden bis 2012 mit 48.814 Mio. Stunden im Jahr 2012 <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130408_hinweise_antwort_bilanz_der_agenda_2010-politik_17-12750.pdf">kaum ver&#228;ndert hat [PDF - 105 KB]</a>.</p>
<p>Das hei&#223;t konkret, dass sich die Arbeit unter der steigenden Zahl der Erwerbst&#228;tigen nur anders verteilt hat. Nur noch die H&#228;lfte der Arbeitnehmer ist <a href="http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.400060.de/12-21-1.pdf">in Vollzeit t&#228;tig [PDF - 440 KB]</a>. Das Institut f&#252;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung meldete im M&#228;rz, dass von 2005 bis 2012 die Vollzeitbesch&#228;ftigung um 4,2 %, die Teilzeitbesch&#228;ftigung jedoch um das Dreifache, n&#228;mlich um 12,7 % <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15631">zugenommen hat</a>. </p>
<p>Dann wird vom IW noch behauptet, dass der Anteil von Niedriglohnbesch&#228;ftigten seit 2007 stagniere. Das Statistische Bundesamt teilt in seiner j&#252;ngsten Statistik vom September 2012 dagegen mit: Der „Anteil der Besch&#228;ftigten mit Niedriglohn ist gestiegen“; ein langfristiger Trend <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/09/PD12_308_62.html;jsessionid=58223F34505E484A029E8FA6CF81A8D0.cae2">setze sich fort</a>. </p>
<p>Es ist und bleibt ein gesellschaftspolitischer Skandal, dass bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern fast ein Drittel der Besch&#228;ftigten einen Niedriglohn (31,0 %) erhielt. Besonders hoch war 2010 der Anteil von Besch&#228;ftigten mit Niedriglohn bei Taxifahrer/-innen (87,0 %), Friseurinnen und Friseuren (85,6 %) und im Reinigungsgewerbe (81,5 %). Aber auch in Restaurants, Cafés und Gastst&#228;tten (77,3 %), in W&#228;schereien und chemischen Reinigungen (73,6 %) sowie in Kinos (73,5 %) gab es besonders viele Besch&#228;ftigte mit Niedriglohn.</p>
<p>Zudem wird vom IW weiter behauptet, dass Niedriglohnbesch&#228;ftigung nicht gleichbedeutend mit Armut sei, immerhin h&#228;tten Besch&#228;ftigte im Niedriglohnbereich mit rund 17 % eine geringere Armutsgef&#228;hrdungsquote als Nicht-Erwerbst&#228;tige. </p>
<p>Den Vergleich der Armutsgef&#228;hrdung von Niedrigl&#246;hnern etwa mit Arbeitslosen kann man eigentlich nur als zynisch bezeichnen. </p>
<p>Schlie&#223;lich behauptet das IW noch, dass es nicht stimme, dass immer mehr Vollzeitbesch&#228;ftigte von ihrer Arbeit nicht leben konnten. Die Anzahl der Aufstocker sei in den vergangenen Jahren um 50.000 auf 290.000 (2011) zur&#252;ckgegangen. </p>
<p>Es ist schon nur die halbe Wahrheit, wenn man die Aufstocker nur auf die Vollzeitbesch&#228;ftigten bezieht. Ja, die Zahl der vollzeitbesch&#228;ftigten Aufstocker ist etwas zur&#252;ckgegangen. Dass das damit zu tun haben k&#246;nnte, dass in einigen Branchen inzwischen Mindestl&#246;hne eingef&#252;hrt worden sind, wird nat&#252;rlich geleugnet, da das IW sowieso gegen Mindestl&#246;hne eintritt. </p>
<p>Was aber diese halbe Wahrheit zu einer ganzen L&#252;ge macht, ist die Tatsache, die Zahl der Hilfeempf&#228;nger in sozialversicherter Teilzeit gegenl&#228;ufig anstieg. Will das IW sagen, dass diese Aufstocker alle freiwillig nur Teilzeit arbeiten? </p>
<p>Mitte 2011 gab es 570.000 Besch&#228;ftigte, die einen sozialversicherten Job aus&#252;bten und Sozialbeitr&#228;ge zahlten, von ihrer Arbeit nicht leben konnten und auf Hartz IV angewiesen waren. Nimmt man noch die geringf&#252;gig Besch&#228;ftigten oder &#8220;Selbstst&#228;ndigen“ hinzu, so erh&#246;ht sich die Zahl der erwerbst&#228;tigen Hartz-IV-Bezieher <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120125_hinweise_hartz_IV_beduerft_von_erwerbstaet.pdf">auf 1,36 Millionen [PDF - 470 KB]</a>.</p>
<p>Siehe dazu folgende Grafik:</p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_09.png"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_09_th.gif" alt="Erwerbst&#228;tige ALG II-Empf&#228;nger 2007 - 2012" title="Erwerbst&#228;tige ALG II-Empf&#228;nger 2007 - 2012" /></a></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Sozialstaat/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIV81b.pdf">Sozialpolitik aktuell [PDF - 130 KB]</a></p>
<p>&#220;ber die Ausweitung der Leiharbeit die bis zu 40 Prozent unter dem Tariflohn verdienen schweigt sich das IW g&#228;nzlich aus. </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_10.gif" alt="Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland seit 1996" title="Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland seit 1996" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++3418e2be-1e97-11e2-8d4b-00188b4dc422">DGB</a></p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Ein gesetzlicher Mindestlohn ist kein Instrument der Armutsbek&#228;mpfung“</strong></p>
<p>Richtig ist die Argumentation des IW, dass die Einf&#252;hrung einer Lohnuntergrenze in H&#246;he von 8,50 Euro kein effizientes Instrument der Armutsbek&#228;mpfung darstellt. Dazu ist dieser Betrag auch schlicht zu niedrig. Aber dass der Mindestlohn ein effektives Instrument zur Armutsbek&#228;mpfung sei, behauptet auch kaum jemand. Es ist bestenfalls ein Instrument, um der Lohndr&#252;ckerei nach unten eine Grenze zu setzen. </p>
<p>Dass die Arbeitgeberseite gegen den gesetzlichen Mindestlohn ist, das ist bekannt, dass auch alle praktischen Gegenbeispiele, dass ein Mindestlohn eben keine negative Besch&#228;ftigungseffekte  haben muss, geleugnet werden auch. Dazu haben wir uns auf den NachDenkSeiten schon in vielen Beitr&#228;gen besch&#228;ftigt.<br />
(Siehe dazu <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16360#h07">aktuelle Forschungsergebnisse zum Mindestlohn</a>) </p>
<p><strong>Das IW sagt: „Die Lohnmobilit&#228;t ist stabil, die Einkommensmobilit&#228;t aber leicht r&#252;ckl&#228;ufig“</strong></p>
<p>Einmal abgesehen, dass die Autoren dieser Studie einen zweifelhaften Index verwenden, kommen sie keineswegs zu einem f&#252;r das IW erfreulichen Befund.</p>
<p>Die Lohnmobilit&#228;t, also dass Arbeitnehmer im Laufe ihres Erwerbslebens ihre Position in der Einkommensverteilung der Bev&#246;lkerung verbessern k&#246;nnen, sei „nicht gesunken“ schreiben die Autoren Sch&#228;fer/Schmidt/Schr&#246;der. Das hei&#223;t die Lohneinkommenspositionen sind quasi zementiert. Es ist „nicht der Fall“, dass die Aufstiegschancen „im Zuge der Erfolge auf dem Arbeitsmarkt“ gr&#246;&#223;er geworden seien, schreiben sie. Aber was sagen schon Lohneinkommenspositionen, wenn Arbeitnehmer in Teilzeit oder in Leiharbeit abgedr&#228;ngt werden. </p>
<p>Unerkl&#228;rlich ist f&#252;r diese „Forscher“, warum die Einkommensmobilit&#228;t r&#252;ckl&#228;ufig ist, also die Chancen in eine bessere Einkommensschicht aufzusteigen abgenommen haben. Dabei w&#228;re die Antwort so einfach. Die Reichen sind reicher geworden, die Armen &#228;rmer und im besten Falle stagnierten die mittleren Einkommen oder sie sanken herab.</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_11.gif" alt="Einkommensmobilit&#228;t der Mittelschicht" title="Einkommensmobilit&#228;t der Mittelschicht" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=11396">Wirtschaftliche Freiheit</a></p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Bildungsabschl&#252;sse: Mehr Aufsteiger als Absteiger“</strong></p>
<p>Wie im konservativen Lager &#252;blich, will man von der bestehenden Ungleichheit der Einkommensverteilung und der auseinandergehenden Lohnschere ablenken. Man ergreift die Flucht in eine bessere Zukunft durch das Versprechen des (k&#252;nftigen) Aufstiegs durch Bildung. Der Fluchtpunkt ist deshalb <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16201">„Chancengerechtigkeit“ in der Bildung</a>.</p>
<p>Interessant ist dabei die Altersgruppe der Bildungsaufsteiger, die das IW f&#252;r seine Behauptung heranzieht – n&#228;mlich die 35- bis 44-J&#228;hrigen. Also diejenigen, die vor 10 oder gar 20 Jahren ihren (formalen) Bildungsgrad abgeschlossen haben. Diese Altersgruppe profitierte noch von den Ausl&#228;ufern der damaligen Bildungsexpansion. </p>
<p>Blickte man jedoch auf die 25- bis 34-J&#228;hrigen, so sieht das Bild ganz anders aus. Nach der j&#252;ngsten OECD-Publikation „Bildung auf einen Blick“ erreichen nur 20 % dieser Altersgruppe ein h&#246;heres Bildungsniveau als ihre Eltern und 22 % verschlechtern sich sogar. Im OECD-Durchschnitt steigen dagegen viel mehr, n&#228;mlich 37 % bildungsm&#228;&#223;ig auf und nur 13 % <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/hohererbildungsstandgarantiertbesserejobchanceninderkrise.htm">steigen gegen&#252;ber ihren Eltern ab</a>. </p>
<p>Deutschland landet bei den Chancen auf sozialen Aufstieg durch Ausbildung auf einem blamablen <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=7884">Rang 22 unter 31 untersuchten L&#228;ndern</a>. Nach wie vor spielt das Verm&#246;gen der Eltern eine <a href="http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.411448.de">zentrale Rolle f&#252;r den Erfolg der Kinder</a> und die Herkunft spielt f&#252;r sozialen Aufstieg eine <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1727258/drucken/">st&#228;rkere Rolle als vor 30 bis 40 Jahren</a>.</p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Das Bildungssystem ist durchl&#228;ssiger geworden“</strong></p>
<p>Es gebe immer weniger Kinder aus „bildungsfernen und Migrantenhaushalten“, die nicht einmal einen Hauptschulabschluss erreichten, hei&#223;t es beim IW. </p>
<p>Auf dem von der Kanzlerin gro&#223; gefeierten „Bildungsgipfel“ im Herbst 2008 wurde versprochen, die Quote der Schulabbrecher zu halbieren. Die Quote konnte seit nunmehr f&#252;nf Jahren gerade einmal um 1,2 Prozentpunkte von 7,4 auf 6,2 Prozent abgesenkt werden. Auch die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss konnte nur unwesentlich von einem Anteil von 17,2 auf 15,9 Prozent verringert werden. </p>
<p>Hauptschulen besuchen &#252;berdurchschnittlich viele Kinder aus armen und benachteiligten Elternh&#228;usern und vor allem auch aus Familien mit Migrationshintergrund. An Gymnasien sind solche Kinder hingegen stark unterrepr&#228;sentiert. Sage und schreibe 40,7 Prozent der Hauptsch&#252;lerinnen und Hauptsch&#252;ler aber gerade einmal 9,2 Prozent der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten haben Eltern mit Volks- bzw. Hauptschulabschluss. Gemessen an ihrem Anteil an der gesamten Bev&#246;lkerung besuchen Kinder, deren Eltern einen Volks- bzw. Hauptschulabschluss haben, doppelt so h&#228;ufig eine Hauptschule und <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=5422">nur halb so h&#228;ufig ein Gymnasium</a>. Selbst bei gleicher Leistung hat das Kind eines Akademikers gegen&#252;ber einem Arbeiterkind eine <a href="http://schule.dgb.de/++co++ab29691e-f32f-11e0-6d11-00188b4dc422">drei Mal so gro&#223;e Chance</a> ein Gymnasium zu besuchen.</p>
<p>Die Parole „Leistung muss sich lohnen“ hat gerade auch hinsichtlich der Bildungschancen kaum einen Bezug zur Realit&#228;t. Die Chance, die allgemeine Hochschulreife („klassisches“ Abitur) zu erreichen, ist f&#252;r Sch&#252;ler aus gebildeten Elternh&#228;usern noch immer etwa siebenmal h&#246;her als f&#252;r Sch&#252;ler aus bildungsfernen Familien.</p>
<p>Angefangen von der UNO, &#252;ber die OECD bis hin zu den Pisa-Studien, alle bescheinigen Deutschland eines der „sozial selektivsten Bildungssysteme“. Diese Tatsache mit der Behauptung, das Bildungssystem sei durchl&#228;ssiger geworden, sch&#246;n reden zu wollen, kann man nur noch als Manipulation bezeichnen.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Ich behaupte nicht, dass alle hier den IW-Behauptungen entgegengestellten Untersuchungen und Statistiken richtig sind. Im Gegenteil, teilweise sind sie sogar noch im Sinne der herrschenden Regierung sch&#246;ngef&#228;rbt. </p>
<p>Aber die unter dem Tarnmantel der Wissenschaftlichkeit daherkommende Pressekampagne des IW &#252;ber Gerechtigkeit in unserem Land ist in der Auswahl ihrer Themen derart interessensbezogen und in ihren Behauptungen und deren Belegen so einseitig und parteilich, wie man das sonst nur selten findet.</p>
<p>Wenn es noch eines Beweises bedurft h&#228;tte, dass es dem „Institut der deutschen Wirtschaft“ um nichts anderes geht, als um Propaganda f&#252;r die politischen Interessen der Arbeitgeberverb&#228;nde, dann ist er mit dieser Pressekampagne geliefert.</p>
<p>Wer in den Medien bereit ist, auch nur einen kurzen kritischen Blick auf diese Ver&#246;ffentlichungen zu werfen, der d&#252;rfte als verantwortlicher Redakteur den Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael H&#252;ther, nie wieder zitieren oder vor die Kamera holen. </p>
<p>Sp&#228;testens mit dieser Kampagne m&#252;sste das IW und ihr Direktor f&#252;r jeden einigerma&#223;en unvoreingenommenen Beobachter jede Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17287&amp;md5=ee08897341adcaebbf76f107680cdb5a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 07:05:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h03">Deutsche fordern R&#252;ckkehr zum starken Staat</a></li>
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<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h07">Paul Krugman &#8211; The Smith/Klein/Kalecki Theory of Austerity</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h08">1996 – das Jahr, als Europa das erste Mal starb</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h09">Euro-Austritt: Was sagen linke Parteien in Europa?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h10">Neueste Au&#223;enhandelsdaten belegen Fehlentwicklung</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h11">Apres Moi, Le Deluge &#8211; Make Money Now To Hell With Tomorrow</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h12">Unversteuert: Die Steueroase Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h13">Unter Mindestlohn</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h14">Steinmeier und die Demographie-L&#252;ge</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h15">Debakel um „Euro Hawk“: Kuscheln mit dem Millionenverschwender</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h16">Gespaltene Hochschulrektoren &#8211; Breitenf&#246;rderung statt Schein-Eliten?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h17">Gysi und der Goldschatz</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h18">Zu guter Letzt: Europa in Panik</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Flassbeck: Letzte Chance zur Euro-Rettung nutzen</strong><br />
Fr&#252;herer Finanzstaatsekret&#228;r pl&#228;diert daf&#252;r, Ausstieg aus dem Euro als Option zu tolerieren / Studie der Luxemburg-Stiftung vorgelegt.<br />
Der Volkswirt und fr&#252;here Finanzstaatssekret&#228;r Heiner Flassbeck sieht trotz einer schweren Existenzkrise, in der sich der Euro befinde, noch Chancen f&#252;r einen Kurswechsel. „Es ist sp&#228;t, doch noch ist es nicht zu sp&#228;t f&#252;r eine Umkehr“, so Flassbeck mit Blick auf eine von der Linken-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung in Auftrag gegebene Studie. „W&#252;rde Deutschland als wichtigstes Gl&#228;ubigerland Einsicht zeigen, seine Position radikal ver&#228;ndern und zusammen mit allen anderen auf eine neue Strategie setzen, k&#246;nnte die Euro-Zone die schwere Rezession &#252;berwinden und die Krise bew&#228;ltigen.“<br />
Flassbeck zeigte sich zugleich skeptisch, was die aktuellen politischen M&#246;glichkeiten f&#252;r einen Kurswechsel angeht. „Da die Wahrscheinlichkeit f&#252;r das Zustandekommen einer solchen fundamentalen Wende nicht sehr hoch anzusetzen ist, m&#252;ssen auch andere Optionen ins Auge gefasst werden.“ Die von ihm und dem in London lehrenden &#214;konom Costas Lapavitsas vorgelegte 45-seitige Expertise habe gezeigt, dass die M&#246;glichkeiten einer W&#228;hrungsunion in Europa und die damit zusammenh&#228;ngenden Chancen nicht genutzt worden seien. Im Lichte der Lage in den europ&#228;ischen Krisenstaaten sto&#223;e „Politik an Grenzen, die man nicht vernachl&#228;ssigen darf“.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821662.flassbeck-letzte-chance-zur-euro-rettung-nutzen.html">Neues Deutschland</a></p>
<p><strong>Heiner Flassbeck &#8211; Der Euro vor der Entscheidung</strong><br />
Die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gef&#246;rderte Studie «The Systemic Crisis of the Euro – True Causes and Effective Therapies» von Heiner Flassbeck und Costas Lapavitsas hat unmissverst&#228;ndlich gezeigt, dass die gemeinsame europ&#228;ische W&#228;hrung existenziell bedroht ist. Nicht nur wurden von Anfang an die Grundbedingungen f&#252;r eine funktionierende W&#228;hrungsunion missachtet. Das Management der W&#228;hrungsunion, ausgerichtet vor allem auf fiskalische Aspekte, war der Komplexit&#228;t der Sache nicht angemessen, und es war geblendet von der ideologischen Ausrichtung der wichtigsten Akteure. Zudem wurden seit Beginn der europ&#228;ischen Krise, die mit der Krise des Weltfinanzsystems zusammenfiel, entscheidende Fehler bei dem Versuch gemacht, der Spaltung der Europ&#228;ischen W&#228;hrungsunion Herr zu werden. Wieder hat die Fokussierung auf fiskalische Fragen («Staatsschuldenkrise») eine umfassende und zielgerichtete Therapie verhindert. Dar&#252;ber hinaus haben die einseitige und eindeutig falsche Schuldzuweisung an die Schuldnerl&#228;nder und die von ihnen verlangte Austerit&#228;tspolitik eine Wirtschaftskrise in Gang gesetzt, deren negative Folgen f&#252;r die Lebensverh&#228;ltnisse der Menschen die nationalen demokratischen Systeme infrage stellen und das friedliche Zusammenleben der B&#252;rgerInnen in Europa f&#252;r Jahrzehnte belasten werden.<br />
Es ist sp&#228;t, doch noch ist es nicht zu sp&#228;t f&#252;r eine Umkehr. W&#252;rde Deutschland als wichtigstes Gl&#228;ubigerland Einsicht zeigen, seine Position radikal ver&#228;ndern und zusammen mit allen anderen auf eine neue Strategie setzen, k&#246;nnte die Euro-Zone die schwere Rezession &#252;berwinden und die Krise bew&#228;ltigen. Doch mit jedem Tag, an dem an der alten gescheiterten Strategie festgehalten wird, schwinden die Chancen f&#252;r eine erfolgreiche Wende. Die entscheidenden Elemente einer neuen Strategie w&#228;ren der Abbau der L&#252;cke in der Wettbewerbsf&#228;higkeit – vor allem &#252;ber Lohnerh&#246;hungen in Deutschland –, die sofortige Beendigung des fiskalischen Austerit&#228;tskurses und die &#220;berbr&#252;ckung der schwierigen &#220;bergangsphase f&#252;r die Schuldnerl&#228;nder durch Kredite der EZB, Eurobonds oder weitgehend unkonditionierte Hilfen durch den ESM (European Stability Mechanism). Auch in diesem Fall br&#228;uchte man einen langen Atem. Der R&#252;ckweg zu einer Lage, bei der die Schuldnerl&#228;nder wirtschaftlich auf eigenen F&#252;&#223;en stehen, Wachstum erzeugen und Arbeitspl&#228;tze schaffen k&#246;nnen, wird mindestens zehn Jahren<br />
dauern.<br />
Quelle: <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/fazit_flassbeck_lapavitsas_studie.pdf">Rosa Luxemburg Stiftung [PDF - 110 KB]</a></p>
<p>dazu: <strong>The Systemic Crisis of the Euro &#8211; True Causes and effective therapies</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Studien/Studien_The_systemic_crisis_web.pdf">Rosa Luxemburg Stiftung [PDF - 1 MB]</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Linke Strategien in der Eurokrise</strong><br />
Es best&#228;tigt sich, dass die (wahrscheinlich) «letzte Konjunktur» des Neoliberalismus (Candeias 2004 u. 2009) seine autorit&#228;re Wendung ist. Er begegnet der Krise<br />
(wie in vorangegangenen gro&#223;en Krisen) mit einer Intensivierung der alten Regulationsmechanismen (Candeias 2008; IfG 2011). Die Krise wird genutzt, um neoliberale Prinzipien &#252;ber K&#252;rzungspolitiken und sogenannte Schuldenbremsen zu versch&#228;rfen und europaweit institutionell mit Verfassungsrang festzuschreiben. Das zielt auf die Wiederherstellung des «Vertrauens» der Finanzm&#228;rkte und auf die Disziplinierung der Politik. Wenn n&#246;tig, werden gew&#228;hlte Regierungen zum R&#252;cktritt gezwungen und durch vermeintlich neutrale Technokraten ersetzt, wie 2011 in Griechenland oder Italien.<br />
Hier wird Macht umverteilt: Die Konstruktion supranationaler Sachzw&#228;nge wird als Begr&#252;ndung f&#252;r eine Politik des Abbaus von Sozial- und Arbeitsrechten, der Privatisierung sowie der Enteignung von Schuldnern genutzt. Sie dienen der Delegitimierung der Anspr&#252;che jener, die nicht in erster Linie «stabilit&#228;tsorientierte» Interessen verfolgen: Besch&#228;ftigte, Gewerkschaften, Arbeitslose und sozial Benachteiligte. «Die Neuausrichtung der EU wird damit noch st&#228;rker als zuvor zu einem entscheidenden Kampfplatz f&#252;r gesellschaftliche Entwicklungen, auch in der Bundesrepublik»(IfG 2011: 6).<br />
Quelle: <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Analysen/Analyse_Linke_Strategien_Web.pdf">Rosa Luxemburg Stiftung [PDF - 1 MB]</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Deutsche fordern R&#252;ckkehr zum starken Staat</strong><br />
Mehr Geld f&#252;r Bildung und Soziales: Eine Mehrheit der Deutschen fordert laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Parit&#228;tischen Wohlfahrtsverbands die R&#252;ckkehr des starken Staates, und das &#252;ber Einkommens- und Parteigrenzen hinweg. Die Reichen sollen daf&#252;r st&#228;rker zur Kasse gebeten werden.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/umfrage-deutsche-wollen-hoehere-steuern-fuer-reiche-und-mehr-staat-a-900215.html">Spiegel</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.der-paritaetische.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&#038;u=0&#038;file=fileadmin/dokumente/downloads/130516_steuergerchtigkeit_2013.pdf&#038;t=1369410245&#038;hash=b97189ca71a3a46089bbf612539dedbbd8311e8d">Parit&#228;tischer Wohlfahrtsverband [PDF - 1.7 MB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.W.:</strong> In Zeiten in denen Franz M&#252;ntefering zum Chef eines Sozialvervands (ASB) gew&#228;hlt wird, ist Ulrich Schneider, Hauptgesch&#228;ftsf&#252;hrer des Parit&#228;tischen Gesamtverbands, einer der letzten aufrichtigen K&#228;mpfer der Sozialverb&#228;nde in Deutschland gegen den sozialen Kahlschlag und f&#252;r die wirklich Bed&#252;rftigen. Diese Umfrage zeigt wieder einmal anschaulich, dass die Parteien mit einer R&#252;ckkehr des Wohlfahrsstaates, der sch&#252;tzend f&#252;r seine B&#252;rger da ist, gro&#223;e Zustimmungsraten in der Bev&#246;lkerung weit &#252;ber Einkommens- und Bildungsgrenzen hinweg gewinnen k&#246;nnten. Schade nur, dass viele in den Parteien nur auf Lobbyisten und das Gro&#223;kapital statt auf die Bev&#246;lkerung h&#246;ren &#8211; inkonsequent ist es nat&#252;rlich auch, dass die Menschen mit der Zustimmung zu Angela Merkel genau das Gegenteil unterst&#252;tzen, n&#228;mlich den schwachen Staat und den Abbau von Solidarit&#228;t und Wohlfahrtsstaat. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen in Deutschland aufwachen und Frau Merkel und Ihre Politik abw&#228;hlen, auch wenn es gewiss an einer w&#228;hlbaren Alternative als Kanzler fehlt. Vielleicht ist das aber die Chance, dass da mehrere kleine Parteien auf Augenh&#246;he eine klein-kleine Koalition bilden. Viele Gr&#252;&#223;e und danke f&#252;r die wertvolle Arbeit!</em></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Merkels Agenda muss warten</strong><br />
Der neue Wettbewerbspakt f&#252;r die Eurozone ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Derzeit gebe es daf&#252;r keine Mehrheit, hei&#223;t es in Br&#252;ssel. Beim Juni-Gipfel soll stattdessen der schon fast vergessene Wachstumspakt wiederbelebt werden – Merkels neoliberaler Masterplan muss warten.<br />
Quelle: <a href="http://lostineu.eu/merkel-muss-warten/">Lost in europe</a></p>
<p>dazu: <strong>Europas Linke mit Visionen</strong><br />
Linke Sozialdemokraten, Gr&#252;ne, Intellektuelle und andere Linke suchen eine europaweite Allianz. Ein gemeinsamer Aufruf soll die Kehrtwende einleiten.<br />
Hilde Mattheis strahlt. „Uns ist eine einmalige Aktion gelungen“, sagt die Chefin der SPD-Linken am Mittwochmorgen in einem Berliner Café. Sie stellt den Aufruf „Europa geht anders“ vor, zeitgleich mit Sozialdemokraten, Linken, Gr&#252;nen, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern in &#214;sterreich, Italien und Frankreich.<br />
Erstmals regt sich mit dem Aufruf der europ&#228;ischen Linken ein l&#228;nder- und partei&#252;bergreifender Protest gegen die Europapolitik insbesondere von Kanzlerin Angela Merkel. Die Initiatoren stellen sich gegen den Plan f&#252;r den geplanten „Pakt f&#252;r Wettbewerbsf&#228;hrigkeit“. [...]<br />
Dem Aufruf auf www.europa-geht-anders.eu haben sich innerhalb weniger Stunden bis zum Mittwochnachmittag knapp 500 Unterst&#252;tzer aus mehreren europ&#228;ischen L&#228;ndern angeschlossen. In Deutschland z&#228;hlen vor allem SPD-Linke zu den Erstunterzeichnern. Eine Umfrage von Ende April best&#228;tigt sie in ihrem Kurs: 70 Prozent der Befragten sehen den mangelnden W&#228;hlerzuspruch der SPD darin begr&#252;ndet, dass die Partei nicht deutlich mache, wie sie die Eurokrise l&#246;sen will.<br />
„Die SPD ist noch auf der Suche nach dem richtigen Europakurs“, sagt Hilde Mattheis. Sie will mit der Initiative die gesamte Partei und die SPD-Bundestagsfraktion dazu aufrufen, sich zu positionieren. Wie sich die Parteispitze zum Aufruf verh&#228;lt, lie&#223; sich am Mittwoch nicht in Erfahrung bringen. Vage hie&#223; es aus der SPD, der Vorschlag sei ein „interessanter und wichtiger Debattenbeitrag“<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/Laenderuebergreifender-Krisen-Protest/!116331/">taz</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Konjunkturpakete: Japans Radikalpolitik entfacht Wirtschaftsboom</strong><br />
In Japan keimt die Hoffnung auf ein Ende der seit zwei Jahrzehnten andauernden Stagnation. Die drittgr&#246;&#223;te Volkswirtschaft der Welt ist zum Jahresbeginn 2013 &#252;berraschend stark gewachsen. Den Aufschwung verdankt das Land vor allem der riskanten Politik des neuen Ministerpr&#228;sidenten Shinzo Abe.<br />
Die aggressive japanische Konjunktur- und Geldpolitik zeigt offenbar Wirkung. Wie die Regierung am Donnerstag bekanntgab, ist das Bruttoinlandsprodukt des Landes im ersten Quartal deutlich st&#228;rker gewachsen als erwartet. Zwischen Januar und M&#228;rz lag die Wirtschaftsleistung demnach 0,9 Prozent h&#246;her als Ende 2012. Es war das zweite Quartalsplus in Folge. Aufs Jahr hochgerechnet wuchs die Wirtschaft sogar um 3,5 Prozent.<br />
Nach Ansicht von &#214;konomen sowie der Regierung sind die starken Zahlen eine erste Reaktion auf die Wirtschaftspolitik des neuen Ministerpr&#228;sidenten Shinzo Abe. Der seit Dezember amtierende Premier will sein Land mit massiven Konjunkturprogrammen und einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik aus der seit zwei Jahrzehnten andauernden wirtschaftlichen Stagnation befreien. [...]<br />
Auch die japanische Notenbank hat Ministerpr&#228;sident Abe f&#252;r seinen Wachstumskurs eingespannt. Sie soll binnen zwei Jahren umgerechnet 1,4 Billionen Dollar in die Wirtschaft pumpen, vor allem &#252;ber den Ankauf von Staatsanleihen, b&#246;rsengehandelten Indexfonds und Immobilienfonds. Das soll die Konjunktur stimulieren und die Inflation anheizen, die in Japan seit Anfang der neunziger Jahre kaum &#252;ber null Prozent lag.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/japan-wirtschaft-waechst-im-ersten-quartal-staerker-als-erwartet-a-900141.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Abe und seine „Abenomics“ bilden das exakte Gegenkonzept zu Merkels (Tot)Sparpolitik. Europa versinkt in der Krise, Japan kehrt auf den Wachstumspfad zur&#252;ck. Wie viele empirische Belege braucht es denn noch, um zu erkennen, dass Merkel und Co. grandios falsch liegen?</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Zentralbanker Weidmann liegt falsch</strong><br />
In Krisenzeiten hat eine Zentralbank besondere Verantwortung. Da braucht es W&#228;hrungsh&#252;ter, die das Richtige tun, um eine Rezession abzufedern. Staatspleiten m&#252;ssen verhindert, die Eurozone muss gerettet werden. Der Chef der Europ&#228;ischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, geht in der Krise tats&#228;chlich einen im Grundsatz richtigen Weg: Er k&#252;ndigt an, zur Not unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen – prompt gehen die &#252;berzogenen Zinsen f&#252;r Staatsanleihen zur&#252;ck. Auch zu einer abermaligen Leitzinssenkung war die EZB Anfang Mai bereit – wissend, dass keine Inflationsgefahr besteht. Doch ein Mitglied der EZB-Chefetage, Bundesbankchef Weidmann, tanzt st&#228;ndig aus der Reihe. Er torpediert &#246;ffentlich sinnvolle Ma&#223;nahmen und gef&#228;hrdet damit ihre stabilisierende Wirkung. Ein Novum im Kreis der sonst stillen Zentralbanker.<br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/19_2013_klartext_Zentralbanker_Weidmann_liegt_falsch.pdf">DGB klartext [PDF - 125 KB]</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Paul Krugman &#8211; The Smith/Klein/Kalecki Theory of Austerity</strong><br />
Noah Smith recently offered an interesting take on the real reasons austerity garners so much support from elites, no matter hw badly it fails in practice. Elites, he argues, see economic distress as an opportunity to push through “reforms” — which basically means changes they want, which may or may not actually serve the interest of promoting economic growth — and oppose any policies that might mitigate crisis without the need for these changes:<br />
Quelle: <a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/05/16/the-smithkleinkalecki-theory-of-austerity/">New York Times</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung RS:</strong> Paul Krugman erkennt, dass Naomi Klein Recht hatte, und h&#228;lt ihre These f&#252;r eine zutreffende Erkl&#228;rung f&#252;r das, was jetzt in Europa stattfindet.</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>1996 – das Jahr, als Europa das erste Mal starb</strong><br />
Viele wundern sich, woher nur das viele Geld kommt, mit dem wir Deutschen die ganze Welt &#252;berschwemmen. Nat&#252;rlich nicht als Geschenk, sondern als Kredit oder als Investition in mehr oder weniger obskure Finanzprodukte. Gewaltige Verlustrisiken nat&#252;rlich immer mit inbegriffen – gestern Europa und die USA und heute sind wieder einmal die Asiaten dran. Es soll auch noch einige geben, die sich ernsthaft wundern, woher nur diese Blasen an den Finanzm&#228;rkten kommen, von denen immer alle reden – ob sie nun New Economy, Subprime in Amerika oder Immobilienboom in Spanien hei&#223;en. Da gibt es zum Beispiel Leute mit komischen Vorstellungen &#252;ber die Rolle der Notenbanken in dieser Krise. Und dann gibt es Leute wie EZB-Chef Mario Draghi, der es irgendwie lustig fand, auf dem Euro-Gipfel im M&#228;rz die Staats- und Regierungschefs ein bisschen zu verarschenwirren.<br />
Quelle: <a href="http://www.weitwinkelsubjektiv.com/2013/05/14/das-jahr-1996/">Weitwinkelsubjektiv</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Euro-Austritt: Was sagen linke Parteien in Europa?</strong><br />
[...] Doch wie sieht es bei den Partnerparteien der deutschen LINKEN in Europa aus? Hier einen Blick &#252;ber den deutschen (Suppen)Tellerrand zu werfen, erscheint notwendig und sinnvoll in dieser Debatte, soll sie nicht als rein deutsche oder deutsch-zentrierte daherkommen. Was zum Beispiel denken die GenossInnen in den durch die Krise am meisten getroffenen Eurozonenstaaten, wie Zypern, Portugal, Spanien und Griechenland? Wohin steuert hierin die Debatte innerhalb der Europ&#228;ischen Linkspartei (EL), in der auch die deutsche LINKE ma&#223;geblich aktiv ist? [...]<br />
Die Debatte in der Europ&#228;ischen Linkspartei zielt mehrheitlich darauf ab, wie der W&#228;hrungsunion weg von einem Instrument des Marktradikalismus in eine echte Wirtschafts- und Sozialunion verwandelt werden kann. Au&#223;er der AKEL spricht sich keine bedeutende EL-Partei innerhalb der Eurozone f&#252;r eine Aufgabe des Euro aus.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821666.euro-austritt-was-sagen-linke-parteien-in-europa.html">Neues Deutschland</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Neueste Au&#223;enhandelsdaten belegen Fehlentwicklung</strong><br />
Neben der Preisentwicklung hat das europ&#228;ische Amt f&#252;r Statistik heute auch die Zahlen f&#252;r den internationalen Handel ver&#246;ffentlicht. Sie best&#228;tigen die zwei gravierenden Fehlentwicklungen, auf die wir seit langem aufmerksam machen.<br />
Zum einen hat Deutschland ein weiteres Mal den h&#246;chsten &#220;berschuss im Au&#223;enhandel erzielt (Januar bis Februar 2013: +30,4 Mrd. Euro), w&#228;hrend Frankreich (-15,3 Mrd. Euro), Spanien (-3,8 Mrd. Euro) und Griechenland (-3,7 Mrd. Euro) neben England (-17,9 Mrd. Euro) die h&#246;chsten Defizite verbuchten. Die Kluft zwischen Deutschland und den Krisenl&#228;ndern besteht also fort bzw. vertieft sich weiter.<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/05/16/eurokrise-neueste-ausenhandelsdaten-belegen-fehlentwicklung/">Wirtschaft und Gesellschaft</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Apres Moi, Le Deluge &#8211; Make Money Now To Hell With Tomorrow</strong><br />
Dr. Heiner Flassbeck: We&#8217;re in worse shape now than in 2008 because at least then there was hope governments would face up to the situation<br />
Quelle: <a href="http://www.therealnews.com/t2/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=767&#038;Itemid=74&#038;jumival=10172">The Real News</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Unversteuert: Die Steueroase Deutschland</strong><br />
Steueroasen sind l&#228;ngst nicht nur in &#220;bersee zu finden. Ausl&#228;nder, die nicht aus der EU kommen, haben ihr Geld auch in Deutschland sicher vor der Steuer untergebracht. Plusminus zeigt, wie Deutschland gerne Kapital anlockt.<br />
Quelle: <a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/432744_plusminus/14735090_unversteuert-die-steueroase-deutschland">Plusminus</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Unter Mindestlohn</strong><br />
Ver.di-nahe Stiftung h&#228;lt an Zeitarbeitsfirmen fest. &#220;ber 900 Leiharbeiter besch&#228;ftigt. IG Metall warnt vor Vertragsunterzeichnung.<br />
Quelle: <a href="http://www.jungewelt.de/2013/05-16/013.php">Junge Welt</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Steinmeier und die Demographie-L&#252;ge</strong><br />
SPD Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier wird von Ralph T. Niemeyer mit der Demographie-L&#252;ge konfrontiert. 16. Mai 2013 im Deutschen Bundestag.<br />
Quelle: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YyjpzLbb1do&#038;feature=youtu.be">Ralph T. Niemeyer</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Debakel um „Euro Hawk“: Kuscheln mit dem Millionenverschwender</strong><br />
Thomas de Maizière hat das Scheitern des „Euro Hawk“-Projekts zu verantworten. Wer dachte, die Opposition w&#252;rde deshalb einen Generalangriff auf den Verteidigungsminister starten, sah sich get&#228;uscht.<br />
Quelle: <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/debakel-um-euro-hawk-kuscheln-mit-dem-millionenverschwender-2012281.html">Stern</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Gespaltene Hochschulrektoren &#8211; Breitenf&#246;rderung statt Schein-Eliten?</strong><br />
Dicke Luft bei den Hochschulrektoren. Auf ihrer Mitgliederversammlung in N&#252;rnberg hing am Dienstag der Haussegen m&#228;chtig schief. Im Verteilungskampf um die knappen &#246;ffentlichen Mittel sehen sich immer mehr auf der Verliererstra&#223;e, w&#228;hrend die Gewinner ihren Vorsprung durch „Gr&#252;ppchenbildung“ weiter ausbauen wollen. Obwohl offiziell nicht auf der Tagesordnung, war der Konflikt das beherrschende Thema der Konferenz. Sogar eine prominente Kandidatur ging deshalb nach hinten los. Eine dringend n&#246;tige Grundsatzdebatte k&#246;nnte damit er&#246;ffnet worden sein.<br />
Quelle: <a href="http://www.studis-online.de/HoPo/art-1540-hrk-streit.php">Studis online</a></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Gysi und der Goldschatz</strong><br />
Die SAT1-Talkshow »Eins gegen eins« war am Dienstag schon fast vorbei, da konfrontierte der Gr&#252;nder des umstrittenen Finanzdienstleisters AWD Carsten Maschmeyer seinen Diskussionspartner Gregor Gysi mit einem merkw&#252;rdigen Vorwurf: »Sie haben mir vor einigen Monaten einen Brief geschrieben, ob ich Ihnen helfen kann, f&#252;r einen Ihrer Mandanten, der f&#252;r 43 Millionen Euro Gold in der Schweiz hat.« Gysi als Anwalt eines Multimillion&#228;rs? [...]<br />
Obwohl die Talkshow erst am sp&#228;ten Dienstagabend ausgestrahlt wurde, konnte »Bild« bereits in ihrer Ausgabe vom Mittwoch melden, jenen Mandanten »mit dem Goldschatz« entdeckt zu haben.  [...]<br />
Linksfraktionssprecher Hendrik Thalheim verwies gestern auf zahlreiche Ungereimtheiten im »Bild«-Artikel. So habe Gysis Mandant die DDR bereits 1956 verlassen und sein Unternehmen 30 Jahre gef&#252;hrt, bevor er es 1986 verkaufte. Der nun mittellose Mann habe sich an Gysi gewandt, »weil kein Anwalt in der Schweiz etwas unternehmen wollte« &#8211; schon gar nicht f&#252;r jemanden, der kein Geld habe, so Thalheim. Maschmeyer sei &#252;berdies nicht der einzige gewesen, an den sich Gysi »mit der Bitte um Vermittlung gewandt« habe. »Solche Personen anzuschreiben, wenn es um SED-Verm&#246;gen ginge &#8211; absurder und d&#252;mmer kann eine Idee nicht sein«, so Thalheim.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821634.gysi-und-der-goldschatz.html">Neues Deutschland</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Zu guter Letzt: Europa in Panik</strong>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/kari_20130516_Panik_kol.gif" alt="Europa in Panik" title="Europa in Panik" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/">Stuttmann Karikaturen</a></li>
</ol>
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	</item>
		<item>
		<title>„Quo vadis NATO? – Herausforderungen f&#252;r Demokratie und Recht“</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17283</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17283#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 May 2013 07:43:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Eingangsstatement Forum II – Targeted Killing durch NATO-B&#252;ndnispartner und das Recht. Von Wolfgang Neskovic, MdB Philosophen der Frankfurter Schule glauben, dass die Sprache, die wir w&#228;hlen, das Bewusstsein pr&#228;gt, das wir haben. Dieses Bewusstsein ist alles was wir haben &#8211; wenn wir unterscheiden wollen zwischen richtig und falsch, zwischen ehrlich und verlogen und zwischen gerecht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eingangsstatement Forum II – Targeted Killing durch NATO-B&#252;ndnispartner und das Recht. Von <strong>Wolfgang Neskovic, MdB</strong><br />
<span id="more-17283"></span><br />
Philosophen der Frankfurter Schule glauben, dass die Sprache, die wir w&#228;hlen, das Bewusstsein pr&#228;gt, das wir haben.</p>
<p>Dieses Bewusstsein ist alles was wir haben &#8211; wenn wir unterscheiden wollen zwischen richtig und falsch, zwischen ehrlich und verlogen und zwischen gerecht und ungerecht.</p>
<p>Sie werden vermutlich alle sagen, dass Sie sich genau darum auch redlich bem&#252;hen.</p>
<p>Ich sage Ihnen, dass uns genau das schwer f&#228;llt, wenn wir uns eine innere Haltung zu milit&#228;rischen Fragen bilden wollen.</p>
<p>Denn in diesem Bereich hat sich eine Sprache gebildet, die alles unternimmt, unser Bewusstsein zu vernebeln.</p>
<p>Wenn ein junger Mensch im Krieg stirbt, dann hei&#223;t es, er oder sie sei &#8220;im Felde gefallen&#8221;.</p>
<p>Das klingt nach Sommerheu und einem folgenlosen Straucheln. Ein Mensch f&#228;llt und steht dann wieder auf.</p>
<p>Doch der Gefallene wurde in Wahrheit von Granaten zerfetzt oder von Kugeln durchsiebt und dies oft bis zur Unkenntlichkeit.</p>
<p>Vielleicht hat diesen Menschen im Felde auch &#8220;freundliches Feuer&#8221; get&#246;tet.</p>
<p>Der Begriff suggeriert, dass sich der Kugelhagel in gute und schlechte Geschosse teilen lie&#223;e.</p>
<p>Der Begriff reduziert die Tragik eines menschlichen Todes auf die Dimension eines ungl&#252;cklichen Eigentors beim Fu&#223;ball.</p>
<p>Und auch der Begriff, den wir hier heute vor uns haben, ist ein vernebelnder Begriff.</p>
<p><strong>&#8220;Gezielte T&#246;tung&#8221;</strong></p>
<p>Er besteht aus zwei verschiedenen sprachlichen Verblendungen, die kombiniert worden sind, um unser ethisches und juristisches Urteilsverm&#246;gen zu tr&#252;ben.</p>
<p>Die &#8220;Gezieltheit&#8221; soll Pr&#228;zision und Verl&#228;sslichkeit suggerieren. Ein einziger Feind wird zur T&#246;tung unter allen anderen ausgew&#228;hlt, die unbeteiligt bleiben.</p>
<p>Die Wahrheit ist, dass gezielte T&#246;tungen ganz regelm&#228;&#223;ig auch unbeteiligte Zivilisten treffen.</p>
<p>Die milit&#228;rische Sprache nennt das dann einen &#8220;Kollateralschaden&#8221;.</p>
<p>Der zweite Teil des Begriffes lautet &#8220;T&#246;tung&#8221;.</p>
<p>Er hat die Funktion, dem juristisch wertenden Verstand eine falsche juristische Qualifikation unterzuschieben.</p>
<p>Im deutschsprachigen Raum ist die vors&#228;tzliche T&#246;tung eines Menschen ein Totschlag und keine &#8220;T&#246;tung&#8221;.</p>
<p>Die T&#246;tung ist f&#252;r sich genommen reine Tathandlung, die noch nichts &#252;ber die Strafw&#252;rdigkeit der Vorg&#228;nge aussagt.</p>
<p>Im angels&#228;chsischen Raum ist die vors&#228;tzliche T&#246;tung eines Menschen in der Regel &#8220;Murder&#8221; nicht &#8220;Killing&#8221;.</p>
<p>Auch hier haben wir eine Art extra-juristische Klangfarbe.</p>
<p>&#8220;T&#246;ten, also &#8220;kill&#8221; &#8211; das tut ein Staat, der die Todesstrafe vollstreckt. Das tut ganz regelm&#228;&#223;ig der Soldat. Das trifft auch auf den Polizisten zu, der Leben sch&#252;tzen muss.</p>
<p>Nur der Verbrecher ist ein &#8220;murderer&#8221;.</p>
<p>Der Begriff der gezielten T&#246;tung setzt sich mithin aus zwei Verschleierungen zusammen.</p>
<p>F&#252;gt man sie wieder zusammen, kann man diesen Begriff &#252;bersetzen.</p>
<p>Gezielte T&#246;tung sei danach, die legale T&#246;tung eines Menschen, von der andere Menschen unbetroffen bleiben w&#252;rden.</p>
<p>Die Wahrheit ist: Gezielte T&#246;tungen sind meist gew&#246;hnlicher strafbarer Totschlag und die von Drohnen eingesetzten Raketen verbrennen unbeteiligte Zivilisten und unter ihnen auch immer wieder Kinder.</p>
<p>In der Regel d&#252;rften damit &#8211; <em>wegen der Merkmale der <strong>besonderen Grausamkeit</strong>, der <strong>Heimt&#252;cke</strong> und der <strong>Verwendung gemeingef&#228;hrlicher Mittel</strong></em> &#8211; auch Mordmerkmale erf&#252;llt sein, mithin die Straftat des Mordes vorliegen.</p>
<p>Doch auch im Krieg gilt das Recht.</p>
<p>Doch auch im Krieg gibt es immer den Versuch, das Recht in sein Gegenteil verkehren.</p>
<p>Ich m&#246;chte deswegen den Begriff der &#8220;gezielten T&#246;tungen&#8221; nun juristisch vom Kopf auf die F&#252;&#223;e stellen.</p>
<p>Das wichtigste Regelwerk des Krieges sind die Genfer Konventionen und ihre Zusatzprotokolle. </p>
<p>Sie haben sich in einem steten Lernprozess der sich stets ver&#228;nderten Kriegsf&#252;hrung angepasst. </p>
<p>Es waren stets die Erfahrungen aus Kriegen, die zur Aufstellung von Regeln f&#252;r die Begrenzung ihrer Greuel f&#252;hrten. </p>
<p>Bei asymmetrischen milit&#228;rischen Konflikten entbehrt das humanit&#228;re V&#246;lkerrecht auf den ersten Blick jedoch eindeutiger Aussagen. </p>
<p>Den scheinbaren Mangel an Regeln deuteten nordamerikanische Juristen, aber auch deutsche Rechtswissenschaftler und Politiker in einen Freibrief f&#252;r die Kriegsf&#252;hrung Amerikas um. </p>
<p>Ausgangspunkt der &#8220;gezielten T&#246;tung&#8221; ist der Begriff des „ungesetzlichen“ oder rechtswidrigen“ Kombattanten. </p>
<p>Doch auch dieser Begriff ist ein juristisches Kunstprodukt. </p>
<p>Das humanit&#228;re V&#246;lkerrecht unterscheidet vielmehr abschlie&#223;end zwischen „Kombattanten“ und „Zivilisten“. </p>
<p>Als Kombattanten werden die Angeh&#246;rigen der Streitkr&#228;fte einer am Konflikt beteiligten Partei angesehen. </p>
<p>F&#252;r die Rechtfertigung einer (gezielten) T&#246;tung von Zivilisten oder Kombattanten ist zu unterscheiden. </p>
<p>Es kommt darauf an, ob die Zielperson zuverl&#228;ssig als Feind erkennbar ist. </p>
<p>Bei Zivilisten ist f&#252;r diese Erkennbarkeit eine unmittelbare Teilnahme an feindlichen (Kampf-)Handlungen erforderlich. </p>
<p>Ein Zivilist darf daher nur in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Gefechtssituation get&#246;tet werden. </p>
<p>F&#252;r die T&#246;tung von Kombattanten hingegen gen&#252;gt allein dessen organisatorische Zugeh&#246;rigkeit zu den Streitkr&#228;ften. </p>
<p>Die Amerikaner akzeptieren diese Logik des V&#246;lkerrechts nicht. </p>
<p>Sie verzichten deswegen bei der Bek&#228;mpfung von vermeintlichen und echten Terroristen auf die Erkennbarkeit im Gefecht. </p>
<p>Andere Staaten der ISAF, wie Deutschland, widersprechen nicht. </p>
<p>Sie argumentieren, dass es sie milit&#228;risch benachteilige, wenn sie Personen, die sie f&#252;r Terroristen halten, nicht wie Kombattanten bei jeder Gelegenheit t&#246;ten k&#246;nnten. </p>
<p>Folgerichtig m&#252;ssten die Amerikaner und ihre Verb&#252;ndeten jedoch den schlafenden Terroristen insgesamt den Status eines Kombattanten zubilligen. </p>
<p>Doch diese Beurteilung versagen die USA bewusst den K&#228;mpfern der Al Kaida und der Taliban. </p>
<p>Denn Kombattanten genie&#223;en auch den Schutz der Genfer Kriegsregeln. </p>
<p>Sie d&#252;rfen strafrechtlich nicht verfolgt werden. Sie sind als Kriegsgefangene zu behandeln. </p>
<p>Das l&#228;sst insbesondere Folter oder entw&#252;rdigende Behandlung ausscheiden. </p>
<p>Nach dem elften September suchten sich die U.S.A. einem v&#246;lkerrechtlichen Dilemma zu entziehen. </p>
<p>Wenn die Terroristen wie Kombattanten zu behandeln w&#228;ren, dann lie&#223;e sich zwar ein Krieg mit regul&#228;ren Streitkr&#228;ften gegen sie f&#252;hren, der gezielte T&#246;tung einschlie&#223;en w&#252;rde. </p>
<p>Eine strafrechtliche Behandlung schiede aber aus. </p>
<p>Falls es sich dagegen um Zivilisten handelte, w&#228;re man auch gezwungen, sie wie solche als Terroristen anzuklagen und zu verurteilen. </p>
<p>Gezielte T&#246;tungen mit Drohnen abseits der Kampfhandlungen w&#228;ren dann illegal. </p>
<p>So ersannen amerikanische V&#246;lkerrechtler der Bush-Regierung jenseits der Genfer Konventionen die Figur des kriminellen bzw. rechtswidrigen K&#228;mpfers, der weder den Schutz der zivilen, noch der milit&#228;rischen Einstufung genie&#223;t. </p>
<p>Die Obama Administration hat diese Rechtsaufassung &#252;bernommen. </p>
<p>Bundesrepublikanische Juristen und Politiker pflichteten ihr bei. </p>
<p>Man ben&#246;tige die dritte Kategorie des Feindes. </p>
<p>Gegen&#252;ber einem r&#252;cksichtslosen Angreifer sei R&#252;cksichtnahme hinderlich. </p>
<p>Doch diese Argumentation ist juristisch haltlos. Denn die Genfer Regeln sind nicht von ihrer gegenseitigen Einhaltung abh&#228;ngig. </p>
<p>Sie verpflichten jede Konfliktpartei unabh&#228;ngig von der anderen. </p>
<p>Nur so l&#228;sst sich der in Kriegen &#252;blichen gegenseitigen Verrohung wirkungsvoll entgegenwirken – ein Hauptziel der Konventionen.</p>
<p>Es ist eine Umgehung der Genfer Konventionen, wenn zwei typisch unterschiedliche Schutzgruppen, Zivilisten und Kombattanten, in untypischer Weise verschmolzen werden, so dass in der Synthese weniger Schutz als f&#252;r die getrennten Gruppen verbleibt. </p>
<p>Diese Art der „Rechtsfortbildung“ bedeutete eine Erleichterung des Kriegshandwerkes zum Schaden der Humanit&#228;t. </p>
<p>Das ist das ganze Gegenteil der Idee der Genfer Abkommen.  </p>
<p>Tats&#228;chlich ist der Katalog der Genfer Gewaltbegrenzungen sehr viel aktueller, als behauptet wird. Unklarheiten bei der Unterscheidung von Kombattanten und Zivilisten werden von Artikel 50 Absatz 1 des ersten Zusatzprotokoll behandelt: </p>
<p><strong>Im Zweifel ist der Mensch ein Zivilist.</strong></p>
<p>Wer Zivilisten, die nicht unmittelbar an Kampfhandlungen beteiligt sind, gezielt t&#246;tet, ist nach deutschen Recht ein gew&#246;hnlicher Totschl&#228;ger oder M&#246;rder.</p>
<p>Wer anderen dabei Hilfe leistet, der macht sich der Beihilfe zum Totschlag oder zum Mord schuldig. </p>
<p>Dass diese T&#246;tungen in staatlichem Auftrag erfolgen ist g&#228;nzlich irrelevant. </p>
<p>Dass T&#246;tungen oder Beihilfehandlungen im staatlichen Auftrag geschehen, ist dabei g&#228;nzlich unerheblich. </p>
<p>Denn es ist eine zentrale Idee des Rechtsstaates, das das Recht eben auch und gerade den Staat selbst bindet. </p>
<p>Bei Organisationen wie Al Qaida handelt es sich um ein Netzwerk krimineller Zivilisten. </p>
<p>Au&#223;erhalb einer Gefechtssituation sind die Taliban wie Verbrecher zu behandeln. Sie sind festzunehmen, anzuklagen und im Falle nachgewiesener Schuld zu bestrafen. </p>
<p>Solche Vorgehensweise w&#252;rde nicht nur die Rechte der Terroristen achten. </p>
<p>Sie sch&#252;tzte vor allem auch die Rechte der Nicht-Terroristen. </p>
<p>Denn erst in einem Gerichtsprozess erweist sich, ob ein Mensch tats&#228;chlich Terrorist ist oder nur daf&#252;r gehalten wurde. </p>
<p>Eine Leistung, die von milit&#228;rischen oder geheimdienstlichen Beurteilungen nie zu vollbringen w&#228;re. </p>
<p><strong>Nach ihrer Logik ist ein Mensch im Zweifel ein Terrorist.</strong></p>
<p>Ihre Drohnen t&#246;ten jeden, der sich im Wirkungskreis ihrer Waffen befindet. </p>
<p>Das f&#252;hrt zum wichtigsten Unterschied zwischen dem Abschussbefehl einer Rakete und der Verk&#252;ndung eines Strafurteils. </p>
<p>Im Gerichtssaal gibt es keinen t&#246;dlichen Kollateralschaden.</p>
<p>Nun k&#246;nnen Sie es sich leicht oder schwer machen.</p>
<p>Sie machen es sich selbstverst&#228;ndlich schwer, wenn sie die sprachliche und juristische Verschleierung der &#8220;gezielten T&#246;tung&#8221; durchdringen und sie als das benennen, was sie ist: Totschlag oder Mord im staatlichen Auftrag.</p>
<p>Ich m&#246;chte Ihnen daher eine Ermutigung an die Hand geben.</p>
<p>Es ist &#8211; in unserem Zeitalter &#8211; nicht die Aufgabe der Rechtswissenschaft und der politischen Wissenschaft den M&#228;chtigen nach dem Munde zu reden und ihre Handlungen zu rechtfertigen.</p>
<p>Ganz im Gegenteil.</p>
<p>Die Macht hat ohnehin die Macht zu tun, was sie w&#252;nscht.</p>
<p>Die schwierige Aufgabe liegt vielmehr darin, die Macht zu begrenzen und an die Grunds&#228;tze des Rechts und der Humanit&#228;t zu binden.</p>
<p>Das Recht ist eine zivilisatorische Errungenschaft, die verteidigt werden muss. Gerade im Umfeld bewaffneter Auseinandersetzungen, in denen die Regeln der Kriegf&#252;hrung den Krieg erschweren. </p>
<p>Denn wenn alle Staaten, die sich vom Terror bedroht sehen, sich herausnehmen, weltweit auf Verd&#228;chtige zu schie&#223;en, l&#246;sen sich nicht nur die Grenzen des Rechts, sondern auch die Grenzen der Staaten auf. </p>
<p>Kein Gericht kann mehr &#252;berpr&#252;fen, was &#252;ber Tod und Leben der B&#252;rger entscheidet. Dar&#252;ber befindet hinter verschlossenen T&#252;ren allein die &#8220;Internationale der Geheimdienste&#8221;. </p>
<p>Ihre Willk&#252;r ersetzt dann die Regeln der Kriegf&#252;hrung. Ohne Achtung vor rechtlichen Normen wird der Globus zur Kampfzone.</p>
<p>Wenn man das zu Ende denkt, kommt man zu aberwitzigen Szenarien: Amerikanische Drohnen &#252;ber dem Brandenburger Tor, nordkoreanische Drohnen &#252;ber Washington.</p>
<p>Ich danke Ihnen</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17283&amp;md5=5e6fd6114ead28a605577409f188958b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 May 2013 07:05:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275</guid>
		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Knapp der Rezession entgangen Inflation &#8211; Eine deutsche Obsession Tarifergebnis f&#252;r [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL)<br />
<span id="more-17275"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h01">Knapp der Rezession entgangen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h02">Inflation &#8211; Eine deutsche Obsession</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h03">Tarifergebnis f&#252;r die Metall- und Elektroindustrie: Ein Plus f&#252;r uns &#8211; das passt!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h04">Jobkahlschlag: ThyssenKrupp streicht 3000 Stellen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h05">Experten wollen private Kassen abschaffen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h06">Von wegen russische Oligarchen bei zypriotischen Banken&#8230;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h07">Ausl&#228;nderhass in Griechenland: Gepr&#252;gelt wie ein Hund</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h08">Europa geht anders</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h09">Norman Birnbaum: Soziale Utopien &#8211; Das Scheitern meiner Generation</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h10">Der permanente Alarmzustand und seine Folgen f&#252;r die Seele</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h11">Einwanderungsziel: Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h12">Klimaabgabe f&#252;r Fluggesellschaften</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h13">AfD-Chef will NPD-W&#228;hler gewinnen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h14">Kretschmanns Himmelfahrt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h15">CSU-Abgeordnete Dagmar W&#246;hrl: &#196;u&#223;erst verdienstvoll</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h16">Viele Lehrstellen unbesetzt und trotzdem: Jeder dritte Bewerberin findet keinen Ausbildungsplatz!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h17">Hochschulpolitik</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h18">Syrien/T&#252;rkei: Rasend schnell</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h19">Bahrein: Gro&#223;es Zauberwort Iran</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h20">Tracker: Spione kommen hier nicht rein</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h21">&#8220;Massenarbeitslosigkeit in Europa &#8211; Auswege aus der Krise&#8221;</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Knapp der Rezession entgangen</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Deutsche Gesamtwirtschaft w&#228;chst im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent</strong><br />
Trotz positiver Konjunkturindikatoren ist die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal nur wenig gewachsen. Unter anderem wird der kalte Winter daf&#252;r verantwortlich gemacht. In Frankreich sieht es noch schlechter aus.<br />
Das magere Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal hat viele Volkswirte entt&#228;uscht, sie hatten mit mehr gerechnet als nur einem Plus von 0,1 Prozent gegen&#252;ber dem letzten Quartal…<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wirtschaftundgesellschaft/2109070/">DLF</a></li>
<li><strong>Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2013 leicht gestiegen</strong><br />
Die deutsche Wirtschaft nimmt nur langsam wieder Fahrt auf: Um 0,1 % war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2013 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – h&#246;her als im Vorquartal. Bei diesem schwachen Wachstum zum Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem winterliche Witterung eine Rolle. Im Schlussquartal 2012 hatte die deutsche Wirtschaft nach neuesten Berechnungen mit – 0,7 % einen kr&#228;ftigen D&#228;mpfer erhalten. F&#252;r das gesamte Jahr 2012 ergibt sich beim BIP keine &#196;nderung im Vergleich zu den bisher ver&#246;ffentlichten Werten (+ 0,7 %, kalenderbereinigt + 0,9 %), teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.<br />
Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich nach vorl&#228;ufigen Berechnungen fast ausschlie&#223;lich von den privaten Haushalten, die ihre Konsumausgaben zum Jahresbeginn erh&#246;hten. Allerdings waren die Ausgaben im Schlussquartal 2012 nach neuesten Berechnungen zur&#252;ckgegangen. Bei den Investitionen setzte sich der negative Trend des Jahres 2012 fort: Es wurde wiederum weniger investiert als im vorangegangenen Quartal. Der Au&#223;enbeitrag hatte im ersten Quartal 2013 kaum Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum: Zwar wurden deutlich weniger Waren importiert als im Schlussquartal 2012, die Exporte waren aber ebenfalls r&#252;ckl&#228;ufig.<br />
Im Vorjahresvergleich sank das preisbereinigte BIP im ersten Quartal 2013 um 1,4 %.<br />
Quelle: <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/05/PD13_163_811.html;jsessionid=681B3CB2DBC3106C9C3EFA2DB2697F28.cae3">Statistisches Bundesamt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Typisch mal wieder die besch&#246;nigende &#220;berschrift des Statistischen Bundesamtes.</em></p>
<p>Siehe dazu auch: <strong>Thorsten Hild, Nichts ist in Ordnung</strong><br />
So sehen also – vorhersehbar und nicht &#252;berraschend – die Ergebnisse einer Politik aus, die, wie es die deutsche Bundesregierung unternimmt – allen L&#228;ndern der Eurozone eine Radikalkur nach dem deutschen Modell der Agenda 2010 vorschreibt und dieser Ideologie auch im eigenen Land weiter verpflichtet ist.<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/05/15/konjunkturdeutschland-nichts-ist-in-ordnung/">www.wirtschaftundgesellschaft.de</a></li>
<li><strong>Wirtschaft in der Krise</strong><br />
Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise. So m&#252;ssten die Schlagzeilen heute eigentlich lauten. Doch nach Ver&#246;ffentlichung der Quartalszahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts lauten sie anders. Deutschland entgeht nur knapp der Rezession, Neuer deutscher Optimismus verhindert Rezession usw. Dabei ist die deutsche Wirtschaft nach einem heftigen Einbruch im Schlussquartal 2012 (-0,7 Prozent) in den ersten drei Monaten des neuen Jahres gerade mal um mickrige 0,1 Prozent gewachsen. Schaut man sich die Gesamtentwicklung an, kann man gut und gerne von einer Stagnation sprechen. Seit dem zweiten Quartal 2012 gibt es kaum noch positive Impulse.</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/bip_preisbereinigt.gif" alt="BIP Preisbereinigt" title="BIP Preisbereinigt" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://tautenhahn.blog.de/2013/05/15/wirtschaft-krise-15986152/">Tautenhahn Blog</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Komisch allerdings das gewerkschaftsnahe IMK sieht die Rezensionsgefahr als <a href="http://www.boeckler.de/imk">sehr gering an</a>.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h02"></a><strong>Inflation &#8211; Eine deutsche Obsession</strong><br />
Die gr&#246;&#223;te Gefahr f&#252;r unseren Wohlstand ist nicht die Inflation selbst, sondern die Angst vor ihr, schreibt Mark Schieritz in einem lesenswerten Buch. (&#8230;) Aber ein Problem haben wir in Europa nicht: das Inflationsproblem. Nur die deutsche Politik und deutsche Medien glauben, die Inflationsgefahr w&#228;re unser Hauptproblem. Die „Geldschwemme“, f&#252;r die die Europ&#228;ische Zentralbank sorge, w&#252;rde unser Geld „aufweichen“, ist da zu lesen. Bald, wird hier der Teufel an die Wand gemalt, w&#252;rde es Hyperinflation geben. Dann ist das Geld nichts mehr wert, die Sparer sind „kalt enteignet“. Die Inflation ist so ein bisschen eine deutsche Obsession. Mark Schieritz, Zeit-Redakteur und einer der gescheitesten Wirtschaftsjournalisten des Landes, hat jetzt ein instruktives kleines Buch geschrieben, in dem er klar macht: All das ist nicht blo&#223; Obskurantismus – sondern gef&#228;hrlicher Obskurantismus. „Die gr&#246;&#223;te Gefahr f&#252;r unseren Wohlstand ist im Moment nicht die Geldentwertung selbst – sondern die Angst vor ihr. Sie verleitet zu Fehlentscheidungen und tr&#252;bt den Blick f&#252;r die wahren Herausforderungen unserer Zeit.“ Denn wer auf eine eingebildete Inflationsgefahr starrt, wie das Kaninchen auf die Schlange, neigt zu falschen Entscheidungen. Der senkt Staatsausgaben, damit nicht „zu viel Geld“ in die Wirtschaft gepumpt wird, und w&#252;rgt das Wachstum ab. Wenn aber das schwache Wachstum das eigentliche Problem ist, Inflation aber nicht, dann hat einen solchen Politiker seine Inflationsparanoia zu einer fatalen Fehlentscheidung. getrieben. Genau so etwas ist schon mal geschehen, im Deutschland zu Beginn der Drei&#223;iger Jahre.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/eine-deutsche-obsession">der Freitag</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Tarifergebnis f&#252;r die Metall- und Elektroindustrie: Ein Plus f&#252;r uns &#8211; das passt!</strong><br />
Das Ergebnis im Detail: Die aktuellen Entgelttabellen gelten f&#252;r 2 Monate weiter (Mai/Juni 2013). Zum 1. Juli 2013 werden die Entgelte um 3,4 Prozent f&#252;r 10 Monate (bis 30. April 2014) erh&#246;ht. Zum 1. Mai 2014 werden die Entgelte um weitere 2,2 Prozent f&#252;r 8 Monate (bis 31. Dezember 2014) erh&#246;ht. Damit hat die IG Metall eine Erh&#246;hung der Entgelttabellen um insgesamt 5,6 Prozent durchgesetzt. Eine Differenzierung des Tarifergebnisses haben wir verhindert. Eine entsprechende Erh&#246;hung der Ausbildungsverg&#252;tungen und in Bayern die Anbindung an die Eckentgeltgruppe 5 B. Die Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages betr&#228;gt 20 Monate. Laufzeitende ist der 31. Dezember 2014. Der Tarifvertrag zum Flexiblen &#220;bergang in die Rente wurde wieder in Kraft gesetzt. Die Gegenfinanzierung und die R&#252;ckstellungsbedarfe wurden gekl&#228;rt. Die Schieds- und Schlichtungsvereinbarung bleibt unver&#228;ndert g&#252;tig. Die Friedenspflicht endet am 28. Januar 2015.<br />
Quelle: <a href="http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-F79367DA-1B9FFD48/internet/style.xsl/tarifergebnis-fuer-die-metall-und-elektroindustrie-11801.htm">IG Metall</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser B.S.:</strong> Der Tarifabschluss, sein Zustandekommen und die Art, wie er von der IG Metall verkauft wird, zeigt, wie sehr das Selbstbewusstsein der Gewerkschaften in den in den letzten Jahren gelitten hat. Da wird ein Abschluss als &#8220;fairer Kompromiss&#8221; bezeichnet, der kaum mehr als den Inflationsausgleich bringen wird und meilenweit von dem entfernt liegt, was die IG Metall anfangs gefordert hatte. Einen nennenswerten Anstieg der Binnennachfrage und eine nachhaltig sp&#252;rbare Verbesserung f&#252;r die Besch&#228;ftigten werden derartige Tarifabschl&#252;sse leider nicht bewirken.<br />
Unter dem Gesichtspunkt der Meinungsmache ist aber ein anderer Aspekt interessant. Bereitwillig wird in den Medien der Ausspruch von Gesamtmetall-Pr&#228;sident Rainer Dulger zitiert, dass man &#8220;ohne verstaubte Rituale&#8221; ausgekommen sei. Klar, die Arbeitgeberseite ist froh, dass sie einen moderaten Tarifabschluss erreichen konnte und noch nicht einmal in den Arbeitskampf gehen musste. Dass das Mittel des Streiks &#8211; ein von der Rechtsordnung vorgesehenes, wichtiges und zeitloses Mittel der Tarifauseinandersetzung &#8211; von der Arbeitgeberseite diskreditiert werden soll, ist nicht &#252;berraschend. Traurig ist, dass der Ausspruch von den deutschen Medien (Bild, Spiegel Online, Welt, Deutschlandradio&#8230;) kritiklos &#252;bernommen und brav nachgeplappert wird. Streik ist so was von 20. Jahrhundert, so lautet die Botschaft. Na dann Willkommen im 21. Jahrhundert, wo man &#8220;so was nicht mehr macht&#8221;, sondern sich die L&#246;hne am besten vom Arbeitgeber diktieren l&#228;sst.</em></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Jobkahlschlag: ThyssenKrupp streicht 3000 Stellen</strong><br />
ThyssenKrupp versch&#228;rft sein Sparprogramm. Der angeschlagene Industriekonzern streicht in den kommenden Jahren 3000 Stellen in der Verwaltung, die H&#228;lfte davon in Deutschland. Die Finanzlage des Unternehmens wird nach erneuten Abschreibungen immer bedrohlicher &#8230;“<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/thyssenkrupp-streicht-3000-arbeitsplaetze-in-der-verwaltung-a-899892.html">Spiegel-Online</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Experten wollen private Kassen abschaffen</strong><br />
Hat die private Krankenversicherung ausgedient? Verbrauchersch&#252;tzer und Bertelsmann Stiftung sehen das so. Sie fordern eine Einheitsversicherung und haben sogar schon einen konkreten Plan entwickelt.<br />
Die neue Krankenversicherung soll k&#252;nftig von allen Kunden frei w&#228;hlbar sein und sich an der heutigen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) orientieren.<br />
Quelle: <a href="http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/reform-der-krankenversicherung-experten-wollen-private-kassen-abschaffen-2010365.html">stern.de</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Angesichts der schwieriger werdenden Situation der privaten Krankenversicherungen geht es wohl eher um eine Gleichschaltung der gesetzlichen mit den privaten Krankenversicherungen, zwischen denen dann frei gew&#228;hlt werden kann.</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Von wegen russische Oligarchen bei zypriotischen Banken&#8230;</strong><br />
Vor allem in einigen nordeurop&#228;ischen L&#228;ndern ist es herrschende Meinung, dass Zypern seinen Finanzsektor zu dem Zweck aufgebaut habe, russischen Oligarchen und Gro&#223;unternehmern illegale Operationen zu erm&#246;glichen. Diese Wahrnehmung ist schlicht falsch. Denn die Entscheidung der politischen und &#246;konomischen Elite der Republik Zypern, das Land in ein regionales Finanz- und Wirtschaftszentrum zu verwandeln, wurde bereits in den 1980er Jahren getroffen. Diese wirtschaftspolitische Neuorientierung zielte schon deswegen nicht auf das russische Kapital, weil es so etwas gar nicht gab. Schlie&#223;lich existierte damals noch die Sowjetunion.<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0007.idx,1">Le Monde Diplomatique</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Ausl&#228;nderhass in Griechenland: Gepr&#252;gelt wie ein Hund</strong><br />
Griechenland hat nicht nur mit seinen Staatsschulden zu k&#228;mpfen. In dem Land w&#228;chst die Fremdenfeindlichkeit, doch gewaltsame &#220;bergriffe werden kaum registriert oder bestraft. Das darf Europa nicht ignorieren &#8211; auch Deutschland nicht&#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/auslaenderhass-in-griechenland-gepruegelt-wie-ein-hund-1.1670977">SZ</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Europa geht anders</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Am Anfang war ein „Nein“</strong><br />
Ende Juni soll am Europ&#228;ischen Rat die Grundsatzentscheidung &#252;ber die Pakte f&#252;r Wettbewerbsf&#228;higkeit fallen. Worum es dabei geht?<br />
„Troika und Strukturreformen f&#252;r alle!“ lautet die zugespitzte Antwort: Die Einschnitte in das Sozialsystem, die im s&#252;deurop&#228;ischen Laboratorium erprobt wurden, sollen verallgemeinert werden. Erst ein klares „Nein“ – wie es etwa die Initiative „Europa geht anders“ fordert – wird den Raum f&#252;r Alternativen &#246;ffnen &#8230;<br />
In Pakten f&#252;r Wettbewerbsf&#228;higkeit, so die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, sollen sich die Mitgliedstaaten vertraglich gegen&#252;ber der Europ&#228;ischen Kommission zur Deregulierung ihres Arbeitsrechts, zur „Reform“ ihrer Pensionssysteme und zur Senkung ihrer L&#246;hne verpflichten. Um politischen Widerstand zu &#252;berwinden, so die Kommission, wird Zuckerbrot und Peitsche in Position gebracht: Wenn die Ma&#223;nahmen zeitgerecht umgesetzt werden, gibt es daf&#252;r ganz nach dem in den Krisenl&#228;ndern zur Anwendung kommenden Modell eine finanzielle Unterst&#252;tzung. Andernfalls drohen Verwarnungen und Sanktionen in Form von Geldbu&#223;en. Geht es nach dem Europ&#228;ischen Rat, dem politischen Steuerungsgremium der EU, in welchem die Staatschefs der Mitgliedstaaten vertreten sind, sollen durch die Pakte „alle dem Euro-W&#228;hrungsgebiet angeh&#246;rende Mitgliedstaaten“ gebunden werden.<br />
Quelle: <a href="http://blog.arbeit-wirtschaft.at/europa-geht-anders-am-anfang-war-ein-nein/">Arbeit &#038; Wirtschaft</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Siehe dazu den Aufruf <a href="http://www.europa-geht-anders.eu/">„Europa geht anders“</a>.</em></li>
<li><strong>Alternativen f&#252;r eine gerechte und solidarische europ&#228;ische Wirtschafts- und Finanzpolitik</strong><br />
Es gibt einen gerechten, solidarischen Ausweg aus der europ&#228;ischen Finanz- und  Schuldenkrise. Ein Positionspapier des Instituts Solidarische Moderne zeigt, dass es politische Alternativen zur bisherigen Krisenpolitik gibt. Das Papier benennt konkrete politische Ma&#223;nahmen, die sofort umgesetzt werden k&#246;nnen. Das Papier zeigt au&#223;erdem, dass auch f&#252;r die L&#246;sung der europ&#228;ischen Finanz- und Wirtschaftskrise progressive Konzepte vorliegen, die partei&#252;bergreifend in der politischen Linken mehrheitsf&#228;hig sind.<br />
Das Papier des Instituts Solidarische Moderne benennt die strukturellen Ursachen der Krise – die falsch konstruierte W&#228;hrungsunion, die deregulierte Finanzwirtschaft und die bisher getroffenen unsozialen Ma&#223;nahmen und stellt dem eine progressive Antwort in Form eines Ma&#223;nahmenkatalogs gegen&#252;ber: 10 konkrete Ma&#223;nahmen nennt das Papier, die sofort und innerhalb der bestehenden EU-Vertr&#228;ge umgesetzt werden k&#246;nnten, wenn dies politisch gewollt ist. Es b&#252;ndelt konstruktive L&#246;sungsans&#228;tze aus Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen.<br />
Quelle: <a href="http://www.solidarische-moderne.de/de/article/364.alternativen-fuer-eine-gerechte-und-solidarische-europaeische-wirtschafts-und-finanzpolitik.html">Institut Solidarische Moderne</a></li>
<li><strong>Soziale Ungleichheit und die Krise</strong><br />
Die gro&#223;e Krise der 1930er Jahre und die gro&#223;e Krise ab 2007 haben eines gemeinsam: Ihnen ging eine drastische Polarisierung der Einkommen voraus. Eine Lehre aus den 1930er Jahren war die Abkehr von radikal-liberalen Denkmodellen. Wer heute die Krise ernsthaft bek&#228;mpfen m&#246;chte, wird an der gleichen Konsequenz nicht vorbeikommen: Es gilt, mit der v&#246;llig ausgeuferten sozialen Ungleichheit die grundlegendste Ursache der Krise zur Kenntnis zu nehmen. Es gilt, diese Ungleichheit umzukehren. Es gilt, mit Neoliberalismus und Marktfundamentalismus zu brechen.<br />
Und dazu gilt es wiederum, radikal von oben nach unten umzuverteilen: Durch eine andere Lohnpolitik, die auf h&#246;here L&#246;hne f&#252;r untere und mittlere Einkommensgruppen setzt, sowie durch eine andere Steuerpolitik, die h&#246;here Steuern auf hohe Einkommen, gro&#223;e Verm&#246;gen und Unternehmensgewinne vorsieht.<br />
Quelle: <a href="http://www.annotazioni.de/post/1011">annotazioni</a></li>
<li><strong>Leben in einer auf den Kopf gestellten Welt</strong><br />
Die Lage ist nicht allt&#228;glich, und sie ist widerspr&#252;chlich: Die Aktienkurse steigen, als ob die Wirtschaft sich in einer Aufschwungphase bef&#228;nde, und gleichzeitig sind die Kapitalmarktzinsen auf niedrige Niveaus gefallen, die eigentlich eine Rezession signalisieren. Zwischen den auf einer Flutwelle von Liquidit&#228;t reitenden Finanzm&#228;rkten und der realen Wirtschaft ist ein ausgepr&#228;gter Kontrast entstanden. F&#252;r Europa und Japan bedeute dies eine Fortsetzung schwachen Wachstums und hoher Arbeitslosigkeit, w&#228;hrend L&#228;nder wie die USA zwar genesen w&#252;rden, aber zu wenig schnell, um «Fluchtgeschwindigkeit» zu erreichen. Aufstrebende L&#228;nder mit gesunder Wirtschaft w&#252;rden dagegen weiter wachsen. Diese Situation k&#246;nne geraume Zeit, aber nicht permanent anhalten. In der Euro-Zone gebe es Erm&#252;dungstendenzen: Die Gl&#228;ubigerstaaten wollten nicht ewig neue Checks ausstellen, und die Schuldnerl&#228;nder seien des Austerit&#228;tskurses &#252;berdr&#252;ssig. Die Region werde harte Entscheide nicht umgehen k&#246;nnen und w&#228;hlen m&#252;ssen zwischen reduzierter Mitgliederzahl, um wieder wachsen zu k&#246;nnen, oder anhaltender Fragmentierung. &#8211;  Ohne harte Entscheide sieht auch der Chef&#246;konom der Citibank, Willem Buiter, keine Zukunft f&#252;r die Euro-Zone, die unter einer von Zombie-Banken verursachten «Bilanzrezession» leide. Nur eine rasche, umfassende Restrukturierung der Schulden k&#246;nne ein «Implodieren» der Region verhindern. Die Entschuldung sei nicht durch Wachstum zu erreichen, da die Region erst nach erfolgreichem «deleveraging» zu Wachstum zur&#252;ckkehren k&#246;nne. Die Hauptinstrumente best&#252;nden deshalb in der Vergemeinschaftung von Staatsschulden und Bankverlusten sowie zus&#228;tzlichem «Bail-in» der Anteilseigner von Banken und aller Gl&#228;ubiger einschlie&#223;lich der nichtgesicherten Deposit&#228;re. Eine fr&#252;he Abwicklung sei einer wirtschaftlich kostspieligen und politisch nicht aufrechtzuerhaltenden Austerit&#228;t oder einer fortgesetzten zwecklosen Finanzierung zu weichen Bedingungen vorzuziehen. Die Verluste w&#252;rden so geringer ausfallen als bei weiterer Verz&#246;gerung. &#8211; Auch f&#252;r den Co-Chef der Saxo Bank, Lars Seier Christensen, steht die Euro-Zone vor tiefgreifenden Entscheiden und Entwicklungen. Als politisches Konstrukt, dessen Gefahren der Delors-Kommission in den neunziger Jahren bekannt gewesen seien, habe sie die Hoffnungen auf eine St&#228;rkung Europas und Disziplinierung der Mitglieder nicht erf&#252;llt. Innere Widerspr&#252;che durch allzu gro&#223;e Unterschiede bez&#252;glich Kultur, Wirtschaft und Bev&#246;lkerung verhinderten eine effiziente Integration. &#220;ber kurz oder lang werde sich die Region spalten, weil entweder die schw&#228;cheren oder die st&#228;rkeren L&#228;nder austreten w&#252;rden. Ohne eine derartige Restrukturierung werde die Rezession nicht &#252;berwindbar sein.<br />
Quelle: <a href="http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/leben-in-einer-auf-den-kopf-gestellten-welt-1.18080276">NZZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Nat&#252;rlich trifft Andreas Uhlig nur eine Auswahl an Analystenmeinungen, allerdings trifft er die Stimmung an den M&#228;rkten immer recht gut. Und die Prognose f&#252;r ein &#220;berleben der Eurozone fallen denkbar schlecht aus. Denn auch die Vorschl&#228;ge des Chef&#246;konomen der Citibank, Willem Buiter, Vergemeinschaftung von Staatsschulden und Bankverlusten sowie zus&#228;tzlichem «Bail-in» der Anteilseigner von Banken und aller Gl&#228;ubiger einschlie&#223;lich der nichtgesicherten Deposit&#228;re, leiden an der wenig wahrscheinlichen Umsetzung. So trifft sich der Markt, vielleicht nicht in der Ausgangsanalyse, aber in der Folgerung des Nicht-mehr- Aufrechterhaltens der W&#228;hrungsunion, mit &#214;konomen wie Flassbeck oder Politikern wie Lafontaine.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h09"></a><strong>Norman Birnbaum: Soziale Utopien &#8211; Das Scheitern meiner Generation</strong><br />
Was ist aus unseren Idealen geworden? Wir stellten uns eine sich selbst regierende B&#252;rgerschaft vor, sogar oder gerade in der Wirtschaft und im Rahmen einer auf Partizipation ausgerichteten Demokratie. Wir glaubten, eine immer besser gebildete Arbeitnehmerschaft werde sich in unseren Texten wiedererkennen. Wir versuchten, den Gang der Geschichte zu beschleunigen, indem wir unsere F&#228;higkeiten in den Dienst sozialdemokratischer und christlicher Parteien stellten. Am Ende sahen wir uns selbst im Bildungswesen, im Staat, in den freien Berufen und in der Wissenschaft als Ersatz f&#252;r deren W&#228;hler, als eine nicht gew&#228;hlte, aber erkennbare Avantgarde. Wir glaubten, wir w&#228;ren auf dem Weg, einen Anteil an der Lenkung und Gestaltung der Gesellschaft zu erlangen. Wir wurden von Bankern und Industriellen, Politikern, Verlegern und selbst von ansonsten skeptischen Gewerkschaftern geh&#246;rt. In den Vereinigten Staaten schickte das Milit&#228;r uns Offiziere, damit sie bei uns studierten. Konservative klagten, Harvard und Princeton h&#228;tten eine ganze Generation von Gener&#228;len verweichlicht. Wir verwechselten Aufmerksamkeit mit Zustimmung, Anerkennung als Darsteller mit Billigung des Dargestellten. Gewiss, die Menschen w&#252;nschten sich Fairness, ein gewisses Minimum an Respekt und einen ordentlichen Anteil am Volkseinkommen. Ihre Begeisterung f&#252;r Sport und Urlaub war deutlich st&#228;rker ausgepr&#228;gt als ihr Streben nach wirtschaftlicher Mitbestimmung. Sie wollten keine neue Gesellschaft, sondern mehr Lohn in der bestehenden. Unsere weitergehende Kritik des zeitgen&#246;ssischen Daseins ber&#252;hrte sie nicht. Die Eliten, die uns so wohlwollend behandelten, bewiesen ideologisches noblesse oblige, aber sie machten uns nicht den Vorschlag, die Macht mit uns zu teilen.<br />
Unsere Nachfolger und Studenten s&#228;kularisierten den Keynesianismus und die Sozialdemokratie und ersetzten Visionen durch Verwaltungstechniken. Der Dritte Weg vereinte Demokraten unter Clinton und eine Reihe von Europ&#228;ern (Blair, d’Alema, Jospin, Piersson, Schr&#246;der) in einem neuen Klassenkompromiss, dessen Hauptmerkmal ein eklatantes Versagen im Blick auf die Konsultierung der F&#252;hrer einer im Niedergang befindlichen organisierten Arbeiterschaft bildete. Dem schrumpfende Anteil der arbeitenden Bev&#246;lkerung am Volkseinkommen und den Einschr&#228;nkungen des Sozialstaats folgte die Krise, die der neue Kapitalismus angeblich unm&#246;glich gemacht hatte. Amerikanische Demokraten und europ&#228;ische Sozialdemokraten hielten den Profit f&#252;r das wichtigste Instrument wirtschaftlichen Wachstums und landeten prompt in der Rezession.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bilder-und-zeiten/soziale-utopien-das-scheitern-meiner-generation-12170856.html">FAZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Ein ziemlich resignativer Text,  wie schon der Titel verspricht. Scheitern!? Aber wann haben schon Intellektuelle Kraft ihrer Gedanken eine &#8220;neue Gesellschaft&#8221; erschaffen. Ist das nicht schon eine Vorstellung nahe der Hybris? Die Intellektuellen haben, jeder in seiner Generation in seiner Kultur, ihr Tagwerk verrichtet: Fragen an das Etablierte gestellt, sich um Erkenntnisse bem&#252;ht und gestritten und je nach Verm&#246;gen versucht, diese ihren Mitb&#252;rgern zu vermitteln. Und sie haben nicht zuletzt anderen, die sich am etablierten System rieben, das Gef&#252;hl gegeben, nicht allein zu sein. Und nat&#252;rlich laufen alle Gefahr, sich allzu sehr anzupassen, ja sich korrumpieren zu lassen. Norman Birnbaum sollte sich dennoch fragen, was denn gewesen w&#228;re, wenn er und seine Mitstreiter nicht existiert h&#228;tten. Wie s&#228;he dann die heutige Welt aus? Die 68er sind ohne deren Vorarbeit nicht zu denken. -  In jeder Generation rollt Sisyphos den Felsbrocken den Berg hoch. “Doch wenn er ihn &#252;ber die Kuppe werfen wollte, so drehte ihn das &#220;bergewicht zur&#252;ck: von neuem rollte dann der Block, der schamlose, ins Feld hinunter” (Homer, Odyssee).  Lass gut sein Norman, andere werden den Kampf gegen den alten Adam in uns aufnehmen. Jeder auf seine Weise, in seiner Zeit und sich erinnern, nie allein zu sein.</em></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Der permanente Alarmzustand und seine Folgen f&#252;r die Seele</strong><br />
Eltern bereiten ihre Kinder auf das Leben vor, indem sie sie mit Urvertrauen ausstatten. Also dem Glauben daran, dass sie, was auch geschehen mag, dem Strudel, der sie ins Ungl&#252;ck zieht, entkommen. Das Gef&#252;hl absoluter Sicherheit ist freilich immer eine Illusion. Aber es ist eine der wichtigsten Illusionen &#252;berhaupt, weil Illusionen als Schutzmechanismen fungieren. Erst das System illusorischer &#220;berzeugungen erlaubt es uns ja, in der Welt zu funktionieren, sie als stabil, sicher und vorhersehbar zu erleben. (&#8230;) Was passiert, wenn vermeintliche Gewissheiten von allen Seiten akut bedroht werden, liegt auf der Hand: Unser inneres Sicherheitsger&#252;st bekommt Risse. Anfangs sind sie ganz fein, mit der Zeit jedoch werden sie gr&#246;&#223;er und gr&#246;&#223;er. Im schlimmsten Fall bricht das Ger&#252;st irgendwann zusammen. Permanente Alarmiertheit ist Gift f&#252;r die Psyche. Das ist nicht nur ein individuelles Problem, es ist auch ein soziales und politisches. (&#8230;) Auf der Website der Internationalen Arbeitsorganisation hei&#223;t es: „Feste Vollzeitanstellungen, wie sie f&#252;r vorangegangene Generationen zumindest in den Industriel&#228;ndern als normal galten, sind f&#252;r viele Jugendliche unerreichbar geworden. Der Zuwachs von befristeter und Teilzeitarbeit seit dem Ausbruch der globalen Krise zeigt, dass dies oft die einzige M&#246;glichkeit f&#252;r Jugendliche darstellt, &#252;berhaupt Arbeit zu finden.“ Der Soziologe Hartmut Rosa hat den flexiblen Menschen einmal als Wellenreiter bezeichnet. Aber heutige Mediennutzer denken da gleich an einen alles &#252;berrollenden Tsunami, in dem ein Surfbrettchen wenig hermacht. „Wir sind Getriebene“, schreibt Katharina Nocun. In solchen Gef&#252;hlswelten hei&#223;t die einzige Konstante Vorl&#228;ufigkeit. Anders formuliert: Man sitzt innerlich auf gepackten Koffern, fortw&#228;hrend auf dem Sprung zum n&#228;chsten Lebensentwurf. Wer sollte da auf die Idee kommen, sich festzulegen? Wer sollte den Mut aufbringen, eine Familie zu gr&#252;nden? Wer sollte Kinder kriegen? So treffen die gro&#223;en globalen Alarmnachrichten auf ein fragiles individuelles Sorgenumfeld der jungen Erwachsenen, denen der Mut zum Wagnis, auch zum kreativen Wagnis verlorengeht. Und damit versch&#228;rft sich die Krise so richtig.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/im-zeitalter-der-unsicherheit-der-permanente-alarmzustand-und-seine-folgen-fuer-die-seele-12181699.html">FAZ</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Einwanderungsziel: Deutschland</strong><br />
Im vergangenen Jahr sind so viele Einwanderer nach Deutschland gekommen, wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Besonders aus den s&#252;deurop&#228;ischen Krisenstaaten w&#228;chst dabei die Zahl der neu Zugezogenen kr&#228;ftig an. Das zeigen vorl&#228;ufige Berechnungen, die das Statistische Bundesamt am Dienstag ver&#246;ffentlicht hat. Danach zogen 2012 rund 1.081.000 Personen hierher, w&#228;hrend gleichzeitig 712.000 Menschen Deutschland den R&#252;cken kehrten. Daraus ergibt sich ein Zuwanderungsplus von fast 370.000 Personen. Das Einwanderungsplus von 370.000 Personen liegt noch ein bisschen h&#246;her, als die Statistiker in ihrer letzten Sch&#228;tzung vorausgesagt hatten. Hinter diesen Zahlen verbergen sich ganz unterschiedliche Lebenswege: Sowohl anerkannte Fl&#252;chtlinge als auch Personen, die f&#252;r einen begrenzten Arbeitsaufenthalt hierherkommen, sind darunter, aber auch Menschen, die langfristig nach Deutschland migrieren. Die Statistiker k&#246;nnen dabei nur erfassen, wer sich bei einer Meldebeh&#246;rde an- oder abgemeldet hat. Die neueren Entwicklungen machen hingegen deutlich: Die Attraktivit&#228;t Deutschlands als Einwanderungsland w&#228;chst parallel zur Ausweitung der Wirtschaftskrise in Europa. Mehr Einwanderer kamen 2012 im Vergleich zu 2011 vor allem aus Spanien (+ 9.000 Personen bzw. 45 Prozent), Griechenland (+ 10.000 Personen bzw. 43 Prozent), Portugal (+ 4.000 Personen bzw. 43 Prozent) und Italien (+ 12.000 Personen bzw. 40 Prozent). So attraktiv Deutschland f&#252;r die einen, so unattraktiv ist es f&#252;r die anderen. Rund 712.000 Menschen kehrten 2012 diesem Land den R&#252;cken, darunter 133.000 Deutsche. Letztere zog es vor allem in die Schweiz, in die USA oder nach &#214;sterreich. Von den ausl&#228;ndischen Personen, die genug von Deutschland hatten, packten die meisten ihre Koffer mit dem Reiseziel Polen, gefolgt von Rum&#228;nien und Bulgarien.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.taz.de/!115911/">taz</a><br />
Quelle 2: <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/05/PD13_156_12711.html">destatis.de</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Leider konzentriert sich die &#8220;taz&#8221; wie auch viele andere Zeitungen allzu sehr auf die Einwanderung aus S&#252;deuropa. Die Zuwanderung aus Osteuropa liegt viel h&#246;her: Rum&#228;nien (21 000 Personen) Polen und Ungarn (jeweils 13 000 Personen) oder aus Nicht- EU-  aber europ&#228;ischen L&#228;ndern (16 000 Personen). Auch werden die Zahlen kaum analysiert. So w&#228;ren schon einige Gedanken dar&#252;ber angebracht, was der &#8216;brain drain&#8217; f&#252;r den Erholungsprozess S&#252;deuropas aber auch den Entwicklungsprozess Osteuropas bedeutet. Es stellt sich die Frage, ob das Binnenmarktrojekt nicht eher f&#252;r gleichranginge Volkswirtschaften Vorteile bringt. Die erfolgreichen &#8216;Aufholer&#8217; wie Japan, S&#252;dkorea, Taiwan und zuletzt China haben zun&#228;chst nicht auf den freien Markt gesetzt. &#8211; Bemerkenswert ist die hohe Zuwanderung aus Italien. Obwohl Italien in der Krisendebatte noch nicht im Mittelpunkt der Krise steht, empfinden die Italiener das anders. &#8211; Schade, dass das Statistische Bundesamt nicht &#252;ber die Altersstruktur oder auch den Ausbildungsgrad der Zugewanderten berichtet.</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Klimaabgabe f&#252;r Fluggesellschaften: Wie Airbus Chinas Regierung geholfen hat</strong><br />
Monatelang hatte China keine Auftr&#228;ge mehr an den europ&#228;ischen Flugzeughersteller Airbus vergeben. Der Grund: Die EU wollte Fluggesellschaften dazu verpflichten, CO2-Emissionszertifikate f&#252;r Fl&#252;ge von und nach Europa zu erwerben. Der Kaufstopp war die Strafe f&#252;r die europ&#228;ische Politik. Hinter den Kulissen hat sich Airbus offenbar massiv daf&#252;r eingesetzt, das umstrittene CO2-Vorhaben zu beerdigen &#8211; jedenfalls zeigt das ein jetzt bekanntgewordenes Schreiben an die chinesische Regierung.  Schon im Herbst 2012 unterstrich der Flugzeughersteller in dem Brief seinen Anteil daran, dass die Klimaschutzabgabe auf Eis gelegt wurde. Ziel war es, die blockierten Milliardenauftr&#228;ge der Volksrepublik freizugeben. &#8220;Ich hoffe, wir bei Airbus konnten unsere starke Unterst&#252;tzung f&#252;r die chinesische Luftfahrt deutlich unter Beweis stellen&#8221;, hei&#223;t es in dem Brief von Firmenchef Fabrice Brégier, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Das Schreiben richtete sich an Li Jiaxiang, Chinas obersten Regierungsbeauftragten f&#252;r die zivile Luftfahrt. Brégiers Unterschrift ist auf den 16. November 2012 datiert. Nur vier Tage zuvor hatte die EU-Kommission die zu Beginn 2012 eingef&#252;hrte Pflicht zum Erwerb von CO2-Verschmutzungsrechten f&#252;r Fl&#252;ge von und nach Europa f&#252;r ein Jahr ausgesetzt. In dem Zeitraum soll in internationalen Verhandlungen eine globale L&#246;sung erreicht werden. Dem Einlenken der EU folgte eine wohlwollende Reaktion der chinesischen F&#252;hrung. Von den insgesamt 45 auf Eis gelegten Airbus-Bestellungen billigte die Volksrepublik im Rahmen eines Besuchs des franz&#246;sischen Pr&#228;sidenten François Hollande im vergangenen Monat 18 Orders im Wert von zusammen etwa vier Milliarden Dollar. Ob auch die &#252;brigen Auftr&#228;ge freigegeben werden, h&#228;ngt allerdings davon ab, was die internationalen Verhandlungen &#252;ber eine Klimaschutzabgabe der Luftfahrt ergeben.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/airbus-half-china-im-kampf-gegen-klimaabgabe-fuer-fluggesellschaften-a-899522.html">Spiegel Online</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>AfD-Chef will NPD-W&#228;hler gewinnen</strong><br />
Die „Alternative f&#252;r Deutschland“ hofft auf den Einzug in den Bundestag. Parteichef Bernd Lucke k&#252;ndigt im Interview mit dem Handelsblatt an, auch auf Stimmen vom rechten Rand zu setzen.<br />
„Grunds&#228;tzlich ist es gut, wenn jemand uns w&#228;hlt und nicht die NPD“, sagte Lucke, der der „Sprecher“ der Partei ist. Lucke sieht im Einbinden rechter Protestw&#228;hler eine Funktion der AfD, denn diese seien nicht von vornherein extremistisch. „Ohne uns“, so der AfD-Chef, „g&#228;be es die Gefahr, dass entt&#228;uschte W&#228;hler, die eigentlich gar nicht rechts sind, aus Protest extremistische Parteien w&#228;hlen“.<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlkampf-afd-chef-will-npd-waehler-gewinnen/8209858.html">Handelsblatt</a></p>
<p><em>Dazu:</em></p>
<p><strong>CDU-Konservative warnen Merkel: „AfD kann uns entscheidende Stimmen kosten“</strong><br />
Die CDU-interne Kritik am Umgang der Parteispitze mit der neuen Partei Alternative f&#252;r Deutschland (AfD) rei&#223;t nicht ab. „Wir m&#252;ssen die AfD ernst nehmen. Die Vogel-Strau&#223;-Taktik, Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass alles an uns spurlos vor&#252;berzieht, w&#228;re brandgef&#228;hrlich“, sagte der der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Barei&#223; Handelsblatt Online.<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cdu-konservative-warnen-merkel-afd-kann-uns-entscheidende-stimmen-kosten/8204340.html">Handelsblatt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Die beiden Meldungen zeigen: Deutschland rutscht politisch nach rechts.</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Kretschmanns Himmelfahrt</strong><br />
Die Leute fragen, was sich unter Gr&#252;nrot ver&#228;ndert hat im Land? Sie werden es nicht glauben: vieles. Sie haben es nur nicht bemerkt, weil ihnen der Glaube an das Gute fehlt. Sie m&#252;ssten einfach, wie Winfried Kretschmann, an Wunder glauben. Oder Hannah Arendt f&#252;r Praxis halten.<br />
Quelle: <a href="http://www.kontextwochenzeitung.de/pulsschlag/111/kretschmanns-himmelfahrt-438.html">Kontext: Wochenzeitung</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>CSU-Abgeordnete Dagmar W&#246;hrl: &#196;u&#223;erst verdienstvoll</strong><br />
Als Bundestagsabgeordnete erh&#228;lt Dagmar W&#246;hrl 24.756 Euro im Quartal, als Verwaltungsr&#228;tin einer Schweizer Bank deutlich mehr &#8211; und das ist nicht ihr einziger Posten. Da fragt sich blo&#223;, was hier eigentlich der Haupt- und was der Nebenjob ist.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/csu-abgeordnete-dagmar-woehrl-aeusserst-verdienstvoll-1.1672539">SZ</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Viele Lehrstellen unbesetzt und trotzdem: Jeder dritte Bewerberin findet keinen Ausbildungsplatz!</strong><br />
„Davon, dass keine Lehrlinge mehr zu finden sind, kann keine Rede sein. Jeder dritte Bewerber, der nach den Kriterien der Bundesagentur f&#252;r Arbeit (BA) ausbildungsreif ist, hat keinen Ausbildungsplatz bekommen. Diese Jugendlichen werden in Warteschleifen – wie Praktika, Einstiegsqualifizierungen, schulischen oder berufsvorbereitenden Ma&#223;nahmen der Bundesagentur f&#252;r Arbeit – ‚geparkt’. Immerhin 76.000 dieser jungen Menschen suchen trotz ‚Warteschleife’ weiter aktiv einen Ausbildungsplatz. Rein rechnerisch h&#228;tte somit jede offene Lehrstelle doppelt besetzt werden k&#246;nnen. Wer Jugendlichen suggeriert, sie bewegten sich auf einem entspannten Ausbildungsmarkt, macht ihnen falsche Hoffnungen.<br />
Vor allem junge Hauptsch&#252;ler haben es schwer. Die H&#228;lfte der Ausbildungsberufe ist f&#252;r Menschen mit Hauptschulabschluss faktisch abgeschottet. Die Unternehmen m&#252;ssen deshalb ihr Einstellungsverhalten &#228;ndern und jungen Menschen mit schlechteren Startbedingungen echte Chancen einr&#228;umen.<br />
Es ist richtig: einzelne Branchen haben gro&#223;e Schwierigkeiten, ihre Ausbildungspl&#228;tze zu besetzen. Dies gilt insbesondere f&#252;r das Hotel- und Gastst&#228;ttengewerbe. Gerade in dieser Branche aber findet man auch die schlechtesten Ausbildungsbedingungen. Fast jeder zweite Ausbildungsvertrag wird hier gel&#246;st, Azubis verdienen besonders wenig Geld und fallen &#252;berdurchschnittlich oft durch die Pr&#252;fungen. Branchen, die f&#252;r Jugendliche aber wieder attraktiv werden wollen, m&#252;ssen ihnen gute Ausbildungsbedingungen, eine bessere Bezahlung und gute Perspektiven bieten.“<br />
Zur Information:<br />
Die unten stehende Statistik zeigt, dass von den 824.626 jungen Menschen, die im Laufe des Berichtsjahres 2012 ein ernsthaftes Interesse an einer Ausbildung hatten – und als „ausbildungsreif“ deklariert wurden – lediglich 551.271 einen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben. Damit haben nur 66,9 Prozent dieser jungen Menschen einen Ausbildungsplatz gefunden.</p>
<table style="margin-bottom: 10px">
<tr>
<th colspan="2"><strong>Berichtsjahr 2012</strong></th>
</tr>
<tr>
<td>
          Junge Menschen mit Ausbildungsvertrag
        </td>
<td>
          551.271
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          Bewerber in Warteschleifen mit Vermittlungsauftrag
        </td>
<td>
          &nbsp; 60.379
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          Bewerber in Warteschleifen ohne Vermittlungsauftrag
        </td>
<td>
          107.393
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          Bewerber, deren Verbleib nicht bekannt ist
        </td>
<td>
          &nbsp; 89.933
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          Offiziell unversorgte Bewerber
        </td>
<td>
          &nbsp; 15.650
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          <strong>INSGESAMT AUSBILUNGSINTERESSIERTE</strong>
        </td>
<td>
          <strong>824.626</strong>
        </td>
</tr>
</table>
<p>Quelle: <a href="http://www.dgb.de/presse/++co++3b91c20e-bd57-11e2-b97c-00188b4dc422">DGB</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Siehe dort auch zum Download:</em></p>
<ul>
<li><em>DGB-Expertise: Hohe Abbrecherquoten, geringe Verg&#252;tung, schlechte Pr&#252;fungsergebnisse – Viele Betriebe sind nicht ausbildungsreif</em></li>
<li><em>Votum der Gruppe der Beauftragten der Arbeitnehmer zum Entwurf des Berufsbildungsbericht 2013</em></li>
</ul>
</li>
<li><a name="h17"></a><strong>Hochschulpolitik</strong>
<ol type="a">
<li><strong>HRK-Generalsekret&#228;r: Bund muss sich st&#228;rker engagieren</strong><br />
&#8230; dieser Wettbewerb hat selbstverst&#228;ndlich Auswirkungen &#8211; Auswirkungen in vielerlei Hinsicht. Nicht nur, dass Hochschulen also im Kampf um Reputation und Mittel sich versuchen gegenseitig zu &#252;berbieten, sondern auch im Hinblick darauf, dass sich Interessensverb&#252;nde bilden &#8230;<br />
Strukturell unterfinanziert bedeutet, dass sie ihren Aufgaben in Lehre, Forschung, Weiterbildung, Gleichstellung, Internationalisierung und so weiter gar nicht mehr in vollem Umfang nachkommen k&#246;nnen, denn dazu fehlen ihnen die Ressourcen. Deswegen gibt es in der Hochschulrektorenkonferenz ja schon seit Langem die Forderung, dass der Bund angesichts von Schuldenbremse, von dem Auslaufen der Pakte und so weiter st&#228;rker im Hochschulbereich sich engagieren sollte. Deshalb fordern wir eine &#196;nderung des 91b, Grundgesetz.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/2108903/">DLF</a></li>
<li><strong>3000 Professoren w&#228;ren „nur ein Tropfen auf den hei&#223;en Stein“</strong><br />
Zur Finanzierung der deutschen Hochschulen soll der Bund in die Pflicht genommen werden. Thomas Kath&#246;fer, Generalsekret&#228;r der Hochschulrektorenkonferenz, ist &#252;berzeugt, dass 3000 Bundesprofessoren auch ohne &#196;nderung des Grundgesetzes m&#246;glich seien.<br />
Die Forderung der Hochschulrektorenkonferenz nach Bundesprofessoren unterst&#252;tzt Michael Hartmer vom DHV &#8220;voll und ganz&#8221;, aber 3000 Professoren allein w&#252;rden nicht ausreichen. Denn das Betreuungsverh&#228;ltnis von Lehrkr&#228;ften zu Studenten sei im internationalen Vergleich &#8220;absolut unterdurchschnittlich&#8221;.<br />
…wenn wir sehen, dass wir auf hohem Plateau von 2,6, 2,7 Millionen Studierenden mit 25.000 Universit&#228;tsprofessoren arbeiten m&#252;ssen, das ist ein Betreuungsverh&#228;ltnis von 1 zu 60, wenn wir nur die Universit&#228;ten anschauen, was international absolut unterdurchschnittlich ist, um es ganz vorsichtig zu sagen &#8211; also eigentlich international gerade f&#252;r Spitzenuniversit&#228;ten unvergleichbar schlecht ist…wir haben immer davon gesprochen, dass wir 6500 bis 7000 Professuren eigentlich br&#228;uchten, um zu halbwegs vern&#252;nftigen Betreuungsrelationen allein bei den Universit&#228;ten zu kommen.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/2108906/">DLF</a></li>
<li><strong>SPD legt Antrag zur Bologna-Reform vor</strong><br />
Nach zehn Jahren zeigt sich nach Ansicht der SPD, dass der Bologna-Prozess noch nicht als europ&#228;ische Erfolgsgeschichte bezeichnet werden kann. Insbesondere sei eine &#220;berarbeitung der „Studierbarkeit“ unverzichtbar &#8230;<br />
Die SPD fordert die Bundesregierung in ihrem Acht-Punkte-Plan unter anderem dazu auf, daf&#252;r zu sorgen, dass die soziale Situation der Studenten verbessert und damit die Bildungschancen ausgeweitet werden. Die soziale &#214;ffnung der Hochschulen soll forciert werden.<br />
Ferner soll sich die Bundesregierung daf&#252;r einsetzen, dass die Kapazit&#228;ten der Hochschulen weiter ausgeweitet und damit die Zulassungsbeschr&#228;nkungen wie NCs zur&#252;ckgedr&#228;ngt werden. Dazu solle die Bundesregierung mit den L&#228;ndern sofort in Gespr&#228;che &#252;ber die Vereinbarung eines „Hochschulpakt-Plus“ eintreten. Ferner sollen die Fachhochschulen den wesentlichen Teil der Hochschullandschaft und diesen besonders „erfolgreichen Motor“ des Bologna-Prozesses st&#228;rken.<br />
Die Lehre an den Hochschulen und ihre Grundfinanzierung m&#252;sse verbessert werden, fordert die SPD. Ferner geht es nach Auffassung der Sozialdemokraten darum, die Struktur und Studierbarkeit der Studieng&#228;nge gemeinsam mit den L&#228;ndern und Hochschulen zu optimieren. Zu diesem Zweck soll eine „Nationale Bologna-Konferenz“ auf zun&#228;chst f&#252;nf Jahre eingerichtet und institutionalisiert werden. Auch schl&#228;gt die SPD vor, einen Gesetzentwurf zur &#196;nderung des Grundgesetzes vorzulegen, der die zu schaffenden verfassungsrechtlichen M&#246;glichkeiten zur Bildungszusammenarbeit von Bund, L&#228;ndern und Kommunen „in Anbetracht dieser bildungspolitischen Herausforderungen ausreichend ber&#252;cksichtigt“, hei&#223;t es im Antrag.<br />
Quelle: <a href="http://bildungsklick.de/pm/87802/spd-legt-antrag-zur-bologna-reform-vor/">Deutscher Bundestag</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h18"></a><strong>Syrien/T&#252;rkei: Rasend schnell</strong><br />
Aufkl&#228;rung und erste Gest&#228;ndnisse nach den Anschl&#228;gen im t&#252;rkischen Grenzort Reyhanli sind eine Sache weniger Stunden. Danach passt alles perfekt. Zu perfekt.<br />
Schon drei Stunden nach den Anschl&#228;gen im Grenzort Reyhanli pr&#228;sentieren die t&#252;rkischen Beh&#246;rden Aufkl&#228;rung und Hinweise auf die T&#228;ter. Es dauert noch einmal etwa genauso lange, bis die Nachricht kursiert, es g&#228;be die ersten Verhaftungen und Gest&#228;ndnisse gleich dazu. Wohl dem, der in einem Staat lebt, dessen Sicherheitskr&#228;fte mit solch beeindruckender Effektivit&#228;t arbeiten. Und das in einer Region, die un&#252;bersichtlicher kaum sein kann.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/rasend-schnell">der Freitag</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Bahrein: Gro&#223;es Zauberwort Iran</strong><br />
Sicherheitsberater aus den USA, Polizisten aus Pakistan &#8211; das K&#246;nigshaus traut dem eigenen Volk nicht. Das protestiert weiter. &#8220;Opposition hatte f&#252;r mich nichts Konfessionelles&#8221;, sagt Rula Saffar. Ihr sei es um Meinungsfreiheit gegangen. Sie erlebte, wie das Regime vornehmlich Schiiten verfolgt und dabei den Iran vorschiebt. Erst im Gef&#228;ngnis stellte ich fest: Alle, die hier sitzen, sind Schiiten.&#8221; Pfleger, &#196;rzte, Krankenwagenfahrer, die, wie die Medizinerin Rula Saffar, w&#228;hrend der Unruhen verletzte Demonstranten versorgt hatten. Sie alle wurden gleicherma&#223;en beschuldigt, Umst&#252;rzler zu sein, Agenten des Iran, darum bem&#252;ht, im K&#246;nigreich Bahrain die Herrschaft der schiitischen Religionsgelehrten zu errichten. Die Prinzessin und Polizeioffizierin Nura al-Khalifa, ein Spr&#246;ssling der Herrscherfamilie, k&#252;mmerte sich pers&#246;nlich um die F&#228;lle, schlug die Gefangenen, folterte sie mit Elektroschocks, lie&#223; Frauen mit Vergewaltigung bedrohen und am Ende mit verbundenen Augen ein Gest&#228;ndnis unterzeichnen, in dem sie sich als Helfershelfer des Iran bezichtigten.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&#038;dig=2013%2F05%2F13%2Fa0076&#038;cHash=33c7b591504c080f4d66e346c02123eb">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Es geh&#246;rt zu den unergr&#252;ndlichen Schizophrenien der USA, wie eine so alte Demokratie in dieser Region Staaten unterst&#252;tzt, die Demokratie und Menschenrechte mit F&#252;ssen treten. Ist ein Luft- und Flottenst&#252;tzpunkt soviel wert? Dazu geh&#246;rt auch das Verh&#228;ltnis zum Hauptverb&#252;ndeten Bahrains Saudi Arabien, das mit seiner extremen, fundamentalistischen Auslegung des sunnitischen  Islam, dem Wahhabismus, den weltweiten Dschihadismus nicht nur geistig, sondern auch materiell erm&#246;glichte. Unbegreiflich wie ein Land, das einen &#8220;Krieg gegen den Terror&#8221; f&#252;hrt, diese Hauptst&#252;tze der Ideologie dieser Terroristen nie in Frage stellt.</em></li>
<li><a name="h20"></a><strong>Spione kommen hier nicht rein</strong><br />
Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf die Website einer gro&#223;en deutschen Tageszeitung, und 70 Unbekannte lesen mit. Sp&#228;her, die wissen wollen, f&#252;r welche Themen Sie sich interessieren, wann und wie oft Sie auf der Seite sind. Und die Ihre Vorlieben mit Ihrem Kaufverhalten bei Amazon oder Ihren Wissensl&#252;cken auf Gutefrage.net abgleichen. Je umfangreicher das Surferprofil, desto kostbarer die Daten f&#252;r die Werbeindustrie. Deshalb platzieren sogenannte Trackerfirmen ihre Spione auf so vielen Internetseiten wie m&#246;glich. Der dreisteste Schn&#252;ffler ist der Onlinemarketingdienst DoubleClick, der seit 2008 Google geh&#246;rt. DoubleClick sammelt auf 260 der deutschen Top 500 Internetseiten Daten. Das verr&#228;t ein Eingeweihter, der nicht genannt werden m&#246;chte.<br />
Anstatt einzelne Zugriffsmethoden wie Cookies oder Flashcookies zu blockieren, hat das Fraunhofer-Institut die Tracker selbst ins Visier genommen. Dazu entwickelten die Forscher des SIT einen Webcrawler: ein Programm, das die wichtigsten deutschen Internetseiten nach Trackingmethoden durchforstet. Damit konnten die Tracker selbst ermittelt &#8211; und deren Domains erfasst werden. Die sogenannte Tracking Protection List (TPL), die seit November frei zur Verf&#252;gung steht, kann man auf der Institutsseite herunterladen. Einmal installiert, unterbindet die Liste jeglichen Datentransfer zu mehreren hundert Trackern. Und jede Woche kommen mehr hinzu. Der Vorteil der Liste gegen&#252;ber den oben erw&#228;hnten Programmen ist, dass der Nutzer sich um nichts mehr k&#252;mmern muss. Der Browser l&#228;dt alle drei Tage die aktuelle Liste nach. Der einzige Haken an der Sache: Nur der Browser Internet Explorer setzt den Mechanismus um. Mozilla Firefox oder Google Chrome wollen die Technologie nicht umsetzen, weil sie selbst mit der Schaltung personalisierter Werbung Geld verdienen. Unter den Top-50-Trackern geh&#246;ren 17 zum Google-Imperium.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=hi&#038;dig=2013%2F05%2F11%2Fa0204&#038;cHash=25b6ffac3b54d0003131d86f5092192e">taz</a></li>
<li><a name="h21"></a><strong>&#8220;Massenarbeitslosigkeit in Europa &#8211; Auswege aus der Krise&#8221;</strong><br />
Am 16. Mai 2013 um 18:00 Uhr h&#228;lt Dr. Heiner Flassbeck im Gewerkschaftshaus in Braunschweig den Vortrag<br />
Quelle: <a href="http://www.braunschweig-spiegel.de/index.php/politik/-allgemein/3729-vorankuendigung-heiner-falssbeck-kommt-nach-braunschweig">www.braunschweig-spiegel.de</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17275&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17262</link>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 06:39:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Audio-Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Euro war eine gro&#223;e Chance f&#252;r Europa. Deutschland hat diese Chance jedoch nie begriffen. Ideologische Scheuklappen haben die Gemeinschaftsw&#228;hrung in eine tiefe Krise man&#246;vriert. Ohne eine 180°-Wende wird das Unternehmen „Eurorettung“ scheitern. Leider muss man sich jedoch auch eingestehen, dass es momentan keine Anzeichen f&#252;r eine solche Wende gibt. Nun k&#246;nnte nur noch eine [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Euro war eine gro&#223;e Chance f&#252;r Europa. Deutschland hat diese Chance jedoch nie begriffen. Ideologische Scheuklappen haben die Gemeinschaftsw&#228;hrung in eine tiefe Krise man&#246;vriert. Ohne eine 180°-Wende wird das Unternehmen „Eurorettung“ scheitern. Leider muss man sich jedoch auch eingestehen, dass es momentan keine Anzeichen f&#252;r eine solche Wende gibt. Nun k&#246;nnte nur noch eine europ&#228;ische Palastrevolution den Euro retten. Vielleicht ist es jedoch daf&#252;r jedoch zu sp&#228;t. Realistisch betrachtet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro die n&#228;chsten Jahre &#252;berlebt, nicht sonderlich gro&#223;. Da der politische und volkswirtschaftliche Schaden eines Euro-Zusammenbruchs epochal sein wird, brauchen wir nun eine konstruktive Debatte, wie ein Exit-Szenario aussehen k&#246;nnte. Wer sich dieser Debatte verweigert, treibt die Menschen – gewollt oder ungewollt – in die Arme von neoliberalen Populisten, wie der Alternative f&#252;r Deutschland. Von <strong>Jens Berger</strong></p>
<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.</em><br />
<span id="more-17262"></span><br />
</p>
<p>Die deutsche Politik hat sich leider als vernunftresistent erwiesen. Sie hat nie verstanden, dass die einseitige Exportfixierung Deutschlands in Kombination mit der vorangetriebenen Schw&#228;chung der Binnennachfrage durch Lohnk&#252;rzungen in einem gemeinsamen W&#228;hrungsraum zu desastr&#246;sen Ungleichgewichten f&#252;hren muss. Sie hat auch nie verstanden, wie wichtig es ist, diese Ungleichgewichte abzubauen. Selbst als der Eurozone in der Krise die Pistole an den Kopf gesetzt wurde, weigerte sich Deutschland eine „innere Aufwertung“ umzusetzen, bei der Deutschland durch eine St&#228;rkung der Binnennachfrage seinen Au&#223;enhandels&#252;berschuss abbauen kann. Im Gegenteil: Im letzten Jahr erzielte die deutsche Volkswirtschaft den zweith&#246;chsten Au&#223;enhandels&#252;berschuss der Geschichte – nur im Vorkrisenjahr 2007 lag der Wert noch h&#246;her. Dass Deutschland damit im n&#228;chsten Jahr zum dritten Mal in Folge gegen die Kriterien des europ&#228;ischen Stabilit&#228;ts- und Wachstumspakts <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=11748">verst&#246;&#223;t</a>, wird hierzulande noch nicht einmal wahrgenommen.</p>
<p>Parallel dazu befinden sich die Volkswirtschaften der „Krisenl&#228;nder“ im freien Fall, w&#228;hrend die realwirtschaftliche Krise l&#228;ngst den Kern der Eurozone erreicht hat. Nach den Sch&#228;tzungen der <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-396_de.htm?locale=en">Fr&#252;hjahrsprognose der EU-Kommission</a> wird Deutschland neben dem kleinen Bankenstadtstaat Luxemburg in diesem Jahr das einzige Gr&#252;ndungsmitglied der EU sein, das &#252;berhaupt noch ein – wenn auch mageres – Wirtschaftswachstum erzielen kann. Die Eurokrise ist l&#228;ngst nicht mehr eine Krise der Europeripherie, auch wenn sie dort am verheerendsten w&#252;tet. </p>
<p><strong>Mit Volldampf auf die Klippe zu</strong></p>
<p><strong>Doch anstatt der Krise entgegenzuwirken, gie&#223;t die Bundesregierung durch ihr Spardiktat weiteres &#214;l ins Feuer.</strong> Getreu dem Motto der Hunnenrede „Pardon wird nicht gegeben!“ ignoriert man dabei sogar, dass mit der <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15789">Korrektur des Fiskalmultiplikators</a> und der <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16916">Widerlegung von Reinhart/Rogoff</a> auch die letzten (pseudo)wissenschaftlichen Fundamente der deutschen „Sparpolitik“ weggefallen sind.<br />
Anstatt das eigene Versagen einzugestehen, geht man lieber in die Vorw&#228;rtsverteidigung und macht den Mangel an Argumenten auf internationalen Konferenzen durch steigende Lautst&#228;rke (<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16972">„Br&#252;llorgie“</a>) wett. Es w&#252;rde wohl auch niemanden gro&#223;artig &#252;berraschen, wenn Wolfgang Sch&#228;uble im Bundestag den Satz „Den Monetarismus in seinem Lauf, h&#228;lt weder Ochs´ noch Esel auf“ vor sich hinnuscheln w&#252;rde. Die Regierungsparteien nehmen die Realit&#228;ten nur sehr selektiv wahr und es ist auszuschlie&#223;en, dass sie ohne Druck von au&#223;en von ihrem sturen Kurs abweichen.</p>
<p><strong>Nicht irgendwelche populistischen Splitterparteien, sondern CDU/CSU und FDP sind die eigentlichen „Eurogegner“</strong>, da sie alles in ihrer Macht stehende tun, um den Euro scheitern zu lassen. Und da auch die Oppositionsparteien SPD und Gr&#252;ne sich beim Thema „Eurorettung“ nicht gro&#223;artig von den Regierungsparteien unterscheiden, ist absehbar, dass es in n&#228;herer Zukunft keine innere Aufwertung in Deutschland geben wird. Bestenfalls wird Berlin sich z&#228;hneknirschend dazu durchringen k&#246;nnen, kleinere Kurskorrekturen vorzunehmen. <strong>Der Tanker l&#228;uft jedoch mit voller Fahrt in Richtung Klippen</strong>, kleinere Kurskorrekturen reichen da nicht mehr aus.</p>
<p><strong>Letzte Hoffnung: Palastrevolution</strong></p>
<p>Die letzte Hoffnung f&#252;r den Euro liegt somit nicht mehr in Berlin, sondern in den Hauptst&#228;dten der anderen Eurol&#228;nder. Auch wenn die &#246;ffentliche Wahrnehmung etwas anderes suggeriert, ist Europa (noch) kein Protektorat Deutschlands. Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Spanien sind souver&#228;ne Staaten und k&#246;nnen gemeinsam die deutsche Vormacht beim Unternehmen „Eurorettung“ kippen. Es ist ja auch nicht so, dass Deutschland auch nur im Ansatz f&#252;r die Mehrheit der Eurol&#228;nder spricht. Streng genommen verf&#252;gt Deutschland mit Finnland und (mit deutlichen Abstrichen) &#214;sterreich nur noch &#252;ber zwei echte Verb&#252;ndete. Es gibt somit kein europ&#228;isches Gremium, in dem der deutsche Kurs eine ausreichende Mehrheit haben m&#252;sste. Gegner des deutschen Kurses h&#228;tten zudem die volle Unterst&#252;tzung der G7 – auch in dieser Gruppe ist Deutschland mittlerweile isoliert und vor allem aus den USA und Japan gibt es immer massivere Kritik am deutschen Kurs.</p>
<p>Sp&#228;testens 2014 werden sich die Machtverh&#228;ltnisse in Europa ohnehin massiv verschieben. Nach den Europawahlen wird sich ein neues Europaparlament konstituieren. Schon heute hat die „Sparpolitik“ Berlins in Br&#252;ssel und Stra&#223;burg keine Mehrheit. 2014 wird auch eine neue EU-Kommission „gew&#228;hlt“ und nach dem Abtritt von EU-Kommissionspr&#228;sident Barroso und W&#228;hrungskommissar Rehn werden die Karten neu gemischt. Ob es dann noch siebzehn Eurostaaten geben wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Es ist jedoch auch keinesfalls ausgemacht, dass eine europ&#228;ische „Palastrevolution“ Deutschland wirklich von seinem zerst&#246;rerischen Kurs abbringen kann. Um den Euro wirklich zu retten, m&#252;ssten beispielsweise das EZB-Statut &#252;berarbeitet werden und verschiedene bereits verabschiedete Gesetze, wie z.B. der Fiskalpakt, r&#252;ckg&#228;ngig gemacht werden. Da es sich hierbei um multilaterale Vertr&#228;ge handelt, ist jedoch eine deutsche Zustimmung zwingend notwendig. Und momentan fehlt selbst Optimisten die Phantasie, eine deutsche Zustimmung auch nur als halbwegs realistisch zu betrachten.</p>
<p><strong>Das Scheitern des Euro darf kein Denkverbot sein</strong></p>
<p>Albrecht M&#252;ller schrieb dazu <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17164">vor zwei Wochen</a>: <strong>„Wenn Deutschland sich nicht bewegt, dann soll es um Gott’s Namen seine aufgewertete DM wiederhaben“</strong>. Recht hat er. <strong>Wenn die Vernunft derart epochal aussetzt, wird die Unvernunft siegen.</strong> Auch wenn niemand dies wirklich wollen kann: <strong>Die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro &#252;berlebt, ist nicht sonderlich gro&#223;.</strong> Doch wenn der Euro scheitert, muss es auch durchdachte Szenarien geben, wie der Zusammenbruch der Gemeinschaftsw&#228;hrung zu managen ist. Die Diskussion dar&#252;ber ist nicht damit zu verwechseln, dass man sich einen Zusammenbruch w&#252;nschen w&#252;rde. Im Gegenteil. Man muss auch &#252;ber D&#228;mme diskutieren k&#246;nnen, ohne damit in den Verdacht zu kommen, man w&#252;nsche sich Hochwasser.</p>
<p>In Deutschland ist diese Diskussion dank Oskar Lafontaine endlich innerhalb der politischen Linken angekommen. Man muss Lafontaines <a href="http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/f/1/t/wir-brauchen-wieder-ein-europaeisches-waehrungssystem/">Thesen</a> dabei keinesfalls kritiklos zustimmen – einige seiner Aussage laden f&#246;rmlich zur Kritik ein. Dennoch ist es ihm zu verdanken, diese wichtige Diskussion erneut angesto&#223;en zu haben. Bereits im September letzten Jahres er&#246;ffnete Heiner Flassbeck auf den NachDenkSeiten die <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14227">Diskussion</a> zum Thema. Amerikanische &#214;konomen wie Paul Krugman, Joseph Stiglitz oder Nouriel Roubini haben den Euro schon l&#228;ngst aufgegeben und fragen sich, wie man ein Exit-Szenario und eine Post-Euro-Epoche sinnvoll gestalten k&#246;nnte. Nur in Deutschland ist dieses Thema immer noch ein Tabu. Merkels Satz „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ bestimmt hierzulande die Diskussion. Dem m&#246;chte man entgegenhalten: <strong>Europa ist wichtiger als der Euro.</strong> Und wenn Deutschland den Euro partout vor die Wand fahren will, muss man sich nun einmal Gedanken dar&#252;ber machen, wie man dieses Szenario ohne epochale Sch&#228;den &#252;berleben kann.</p>
<p>Heiner Flassbeck schrieb im September: „Auf Deutschland rollt bei diesem Szenario ein wirtschaftlicher Tsunami der h&#246;chsten Kategorie zu“ und auch ich entwarf damals ein d&#252;steres <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14247">Szenario</a> f&#252;r den Fall eines Zusammenbruchs der Eurozone. Daran hat sich freilich bis heute nichts ge&#228;ndert. Doch es macht nat&#252;rlich einen gro&#223;en Unterschied, ob der Euro eine harte Bruchlandung hinlegt und die ehemaligen Eurostaaten unkoordiniert zu ihren nationalen W&#228;hrungen zur&#252;ckkehren, oder ob man das Ende des Euros in einem sorgsam abgestimmten Exit-Prozess in einem System politisch bestimmter Wechselkurse vollzieht, wie es beispielsweise Oskar Lafontaine vorschl&#228;gt. </p>
<p>Ob wir es wollen oder nicht: Diese Diskussion muss gef&#252;hrt werden und sie wird auch auf den NachDenkSeiten gef&#252;hrt werden. Davor die Augen zu verschlie&#223;en, hie&#223;e auch, sich aus einer notwendigen konstruktiven Debatte zur&#252;ckzuziehen und neoliberalen Populisten wie der Alternative f&#252;r Deutschland das Spielfeld kampflos zu &#252;berlassen. Das kann aber keiner ernsthaft wollen. Gerne w&#252;rden auch wir daran glauben, dass es in Europa eine Palastrevolution geben wird und die Vernunft letztlich doch obsiegen und in die K&#246;pfe von Angela Merkel und Wolfgang Sch&#228;uble einziehen wird. <strong>Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber sie stirbt – Tag f&#252;r Tag ein St&#252;ckchen mehr.</strong><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/cd2e4782baea4f12b01e292df9b0f0a6" width="1" height="1" alt="" /></p>
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		<itunes:summary>Der Euro war eine gro&#223;e Chance f&#252;r Europa. Deutschland hat diese Chance jedoch nie begriffen. Ideologische Scheuklappen haben die Gemeinschaftsw&#228;hrung in eine tiefe Krise man&#246;vriert. Ohne eine 180°-Wende wird das Unternehmen „Eurorettung“ scheitern. Leider muss man sich jedoch auch eingestehen, dass es momentan keine Anzeichen f&#252;r eine solche Wende gibt. Nun k&#246;nnte nur noch eine europ&#228;ische Palastrevolution den Euro retten. Vielleicht ist es jedoch daf&#252;r jedoch zu sp&#228;t. Realistisch betrachtet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro die n&#228;chsten Jahre &#252;berlebt, nicht sonderlich gro&#223;. Da der politische und volkswirtschaftliche Schaden eines Euro-Zusammenbruchs epochal sein wird, brauchen wir nun eine konstruktive Debatte, wie ein Exit-Szenario aussehen k&#246;nnte. Wer sich dieser Debatte verweigert, treibt die Menschen – gewollt oder ungewollt – in die Arme von neoliberalen Populisten, wie der Alternative f&#252;r Deutschland. Von Jens Berger
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.


Die deutsche Politik hat sich leider als vernunftresistent erwiesen. Sie hat nie verstanden, dass die einseitige Exportfixierung Deutschlands in Kombination mit der vorangetriebenen Schw&#228;chung der Binnennachfrage durch Lohnk&#252;rzungen in einem gemeinsamen W&#228;hrungsraum zu desastr&#246;sen Ungleichgewichten f&#252;hren muss. Sie hat auch nie verstanden, wie wichtig es ist, diese Ungleichgewichte abzubauen. Selbst als der Eurozone in der Krise die Pistole an den Kopf gesetzt wurde, weigerte sich Deutschland eine „innere Aufwertung“ umzusetzen, bei der Deutschland durch eine St&#228;rkung der Binnennachfrage seinen Au&#223;enhandels&#252;berschuss abbauen kann. Im Gegenteil: Im letzten Jahr erzielte die deutsche Volkswirtschaft den zweith&#246;chsten Au&#223;enhandels&#252;berschuss der Geschichte – nur im Vorkrisenjahr 2007 lag der Wert noch h&#246;her. Dass Deutschland damit im n&#228;chsten Jahr zum dritten Mal in Folge gegen die Kriterien des europ&#228;ischen Stabilit&#228;ts- und Wachstumspakts verst&#246;&#223;t, wird hierzulande noch nicht einmal wahrgenommen.
Parallel dazu befinden sich die Volkswirtschaften der „Krisenl&#228;nder“ im freien Fall, w&#228;hrend die realwirtschaftliche Krise l&#228;ngst den Kern der Eurozone erreicht hat. Nach den Sch&#228;tzungen der Fr&#252;hjahrsprognose der EU-Kommission wird Deutschland neben dem kleinen Bankenstadtstaat Luxemburg in diesem Jahr das einzige Gr&#252;ndungsmitglied der EU sein, das &#252;berhaupt noch ein – wenn auch mageres – Wirtschaftswachstum erzielen kann. Die Eurokrise ist l&#228;ngst nicht mehr eine Krise der Europeripherie, auch wenn sie dort am verheerendsten w&#252;tet. 
Mit Volldampf auf die Klippe zu
Doch anstatt der Krise entgegenzuwirken, gie&#223;t die Bundesregierung durch ihr Spardiktat weiteres &#214;l ins Feuer. Getreu dem Motto der Hunnenrede „Pardon wird nicht gegeben!“ ignoriert man dabei sogar, dass mit der Korrektur des Fiskalmultiplikators und der Widerlegung von Reinhart/Rogoff auch die letzten (pseudo)wissenschaftlichen Fundamente der deutschen „Sparpolitik“ weggefallen sind.
Anstatt das eigene Versagen einzugestehen, geht man lieber in die Vorw&#228;rtsverteidigung und macht den Mangel an Argumenten auf internationalen Konferenzen durch steigende Lautst&#228;rke („Br&#252;llorgie“) wett. Es w&#252;rde wohl auch niemanden gro&#223;artig &#252;berraschen, wenn Wolfgang Sch&#228;uble im Bundestag den Satz „Den Monetarismus in seinem Lauf, h&#228;lt weder Ochs´ noch Esel auf“ vor sich hinnuscheln w&#252;rde. Die Regierungsparteien nehmen die Realit&#228;ten nur sehr selektiv wahr und es ist auszuschlie&#223;en, dass sie ohne Druck von au&#223;en von ihrem sturen Kurs abweichen.
Nicht irgendwelche populistischen Splitterparteien, sondern CDU/CSU und FDP sind die eigentlichen „Eurogegner“, da sie alles in ihrer Macht stehende tun, um den Euro scheitern zu lassen. Und da auc[...]</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Audio-Podcast, Finanzkrise</itunes:keywords>
		<itunes:author>Redaktion NachDenkSeiten</itunes:author>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269</link>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 06:38:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Zum Demografiegipfel in Berlin Christoph Butterwegge: Von der Teilprivatisierung zur Altersarmut [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB)<br />
<span id="more-17269"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h01">Zum Demografiegipfel in Berlin</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h02">Christoph Butterwegge: Von der Teilprivatisierung zur Altersarmut</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h03">Neues Buch &#252;ber die Kanzlerin: Aktenzeichen Angela M. ungel&#246;st</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h04">Halbgare Beschl&#252;sse der EU-Finanzminister gegen Steuerflucht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h05">Das deutsche Diktat – Deutschland ist nicht der Weltpolizist, aber der Geldpolizist Europas</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h06">Land “gerettet”, Volk verraten</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h07">Inflationsrate hat sich weiter abgeschw&#228;cht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h08">Nietzsche’s Marginal Children: On Friedrich Hayek</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h09">Hungerlohn am Flie&#223;band &#8211; Wie Tarife ausgehebelt werden</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h10">US-Gericht gibt Agrarkonzern recht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h11">EU-Verhandlungsmandat f&#252;r die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h12">Das Wunder von Mondragón?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h13">Kompetenzsteamsmitglied Gesche Joost</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h14">Finnland: Gute Schule</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h15">Vor allem das Einkommen der Eltern entscheidet &#252;ber Auslandsaufenthalte von Sch&#252;lern</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h16">CHE-Hochschulranking 2013</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h17">Steffen Roski: Wie Bertelsmann funktioniert</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h18">Bespitzelung AP – Gezielte Einsch&#252;chterungsma&#223;nahme</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h19">Leserbriefe zu unserem Artikel „Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&#252;r ihre Klientel“</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Zum Demografiegipfel in Berlin</strong>
<ol type="a">
<li><strong>&#8220;Da wird massiv Angst gesch&#252;rt&#8221;</strong><br />
Beim heutigen Demografie-Gipfel ist die &#8220;&#220;beralterung&#8221; ein Thema. Aber ist sie wirklich ein Problem? Nein, sagt Statistiker Bosbach im tagesschau.de-Interview. Viele Gruppen h&#228;tten Interesse, hier gezielt Angst zu sch&#252;ren &#8211; und Langfrist-Prognosen seien ohnehin abstrus.<br />
tagesschau.de: Wer hat Interesse daran, dass wir vor dem demografischen Wandel vor allem Angst haben?<br />
Bosbach: Da gibt es diverse Gruppen, und das macht die Sache auch so gef&#228;hrlich. Die Arbeitgeber haben zum Beispiel ein gro&#223;es Interesse daran, die Lohnnebenkosten zu senken. Die Beitr&#228;ge f&#252;r die Rente sind der gr&#246;&#223;te Posten der Lohnnebenkosten. Ohne die Angst vor dem demografischen Wandel w&#228;ren die Arbeitgeber nie aus der parit&#228;tischen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung herausgekommen. Deswegen ist diese Angst schon bereits Ende der 1990er-Jahre massiv gesch&#252;rt worden. Die arbeitgebernahe &#8220;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&#8221; geh&#246;rte zu den ersten treibenden Kr&#228;ften, die die Demografie hof- und panikf&#228;hig gemacht haben.<br />
Das Versicherungsgewerbe profitiert nat&#252;rlich auch. Die gesetzliche Rentenversicherung mit ihren Staatszusch&#252;ssen macht ein Gesch&#228;ft von &#252;ber 250 Milliarden Euro aus, das lange am privaten Versicherungsmarkt vorbei lief. Seit 1999 wurde also massiv Einfluss genommen: auf den Finanzminister, den Wirtschaftsminister und die Bundestagsaussch&#252;sse. Nachdem die Riester-Rente beschlossene Sache war, gingen die Parteispenden der Versicherungen wieder zur&#252;ck.  Und f&#252;r die Politiker ist der demografische Wandel die willkommene Universalentschuldigung f&#252;r alles, was schief l&#228;uft.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/inland/demografiegipfel102.html">tagesschau.de</a></li>
<li><strong>&#8220;Die Kinder, die wir haben, m&#252;ssen wir vern&#252;nftig ausbilden&#8221;</strong><br />
Leere Rentenkassen, verarmte Greise, verlassene Spielpl&#228;tze: &#8220;Demografischer Wandel&#8221; ist ein Begriff, der sich in den letzten Jahren zumindest in Deutschland zu einem Synonym f&#252;r &#8220;d&#252;stere Zukunft&#8221; entwickelt hat. Die Wandlung unserer Gesellschaftsstruktur und wie man dieser Entwicklung begegnen kann &#8211; das ist das gro&#223;e Thema auf dem zweiten Demografiegipfel in Berlin. Professor Gerd Bosbach ist Mathematiker und Sozialwissenschaftler an der FH Koblenz und hat sich darauf spezialisiert, missverst&#228;ndliche Statistiken zu entlarven. Dass unsere Gesellschaft altert, stellt er nicht in Abrede – doch im Interview mit MDR INFO erkl&#228;rt er, warum man das Thema in seinen Augen falsch anpackt…<br />
Da gehen die Leute gern hin und sagen: Die Demografie ist an allem Schuld. Dass die Demografie kein Grund zur Panik ist, das hat das letzte Jahrhundert gezeigt. In dem sind wir massiv &#228;lter geworden, um &#252;ber 30 Lebensjahre. Der Anteil der Jugend hat sich halbiert, der Anteil der Rentner vervierfacht.  Und all das hat nicht dazu gef&#252;hrt, dass die Welt zu Grunde geht – sondern dass wir den Sozialstaat ausbauen konnten, den Wohlstand steigern und dabei sogar noch die Arbeitszeit verk&#252;rzen…<br />
Ich habe da auch zwei ganz direkte L&#246;sungsvorschl&#228;ge. Der erste ist, nicht st&#228;ndig &#252;ber zu wenige Kinder zu jammern, sondern die, die wir haben, wirklich vern&#252;nftig auszubilden. Das geschieht fast nirgendwo. Und der zweite Vorschlag w&#228;re direkt an die Arbeitgeber: Jungen Leuten nur Zeitvertr&#228;ge anzubieten, das hei&#223;t auf gut deutsch sie aufzufordern, keine feste Beziehung einzugehen und keine Kinder zu zeugen…<br />
Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach weniger Menschen in Deutschland haben. Und wenn der Reichtum gr&#246;&#223;er wird und die Anzahl der Esser weniger – dann kann eigentlich jeder ein St&#252;ck mehr bekommen. Da ist eine der Ursachen. Und eine ganz wichtige Ursache zur Verteilung dieses Reichtums, bez&#252;glich der Rente, ist, dass die Sozialsysteme aktualisiert werden m&#252;ssen.<br />
Quelle: <a href="http://www.mdr.de/mdr-info/demografiegipfel104.html">mdr info</a></li>
<li><strong>Demografiegipfel als Wahlkampfveranstaltung</strong><br />
Es ist schon schlau, einer Wahlkampfveranstaltung ein gewichtiges Label zu geben &#8211; so verkauft sie sich besser und ist auch nicht sofort als solche erkennbar. Und die Bundesregierung hat sich auch dieses Mal, beim Thema Demografie f&#252;r &#8220;Gipfel&#8221; entschieden. Das kennt der B&#252;rger schon von der Euro-Rettung &#8211; und es klingt irgendwie nach hehren Zielen, nach L&#246;sung. Dass es auch schon der zweite ist &#8211; bereits im Oktober vergangenen Jahres traf man sich zum ersten Demografie-Gipfel &#8211; l&#228;sst das Ganze auch noch nach Fortschritt klingen.<br />
Aber leider ist es bei genauerer Betrachtung eben nur: eine Wahlkampfveranstaltung, ein Forum, bei dem die Minister und Ministerinnen noch mal pr&#228;sentieren k&#246;nnen, was sie in den vergangenen vier Jahren aus ihrer Sicht Tolles auf den Weg gebracht haben. Und dabei ist das Thema daf&#252;r wirklich zu wichtig und zu dr&#228;ngend.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kommentar/2107931/">DLF</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h02"></a><strong>Christoph Butterwegge: Von der Teilprivatisierung zur Altersarmut</strong><br />
Um die Jahrtausendwende setzte sich mit dem Neoliberalismus auch hierzulande eine Wirtschaftstheorie, Sozialphilosophie und politische Zivilreligion durch, die in allen Lebensbereichen marktradikale L&#246;sungen pr&#228;ferierte, den Wohlfahrtsstaat als b&#252;rokratischen Moloch d&#228;monisierte sowie mit Begriffen wie »Privatinitiative«, »Eigenverantwortung« und »Selbstvorsorge« das Modell einer kapitalgedeckten Altersvorsorge propagierte. Der fr&#252;here IG-Metall-Funktion&#228;r Walter Riester, Arbeits- und Sozialminister im ersten Kabinett von Gerhard Schr&#246;der, begr&#252;ndete die Notwendigkeit einer radikalen Strukturreform damit, da&#223; man den drohenden Anstieg des Rentenversicherungsbeitrags als Schl&#252;sselelement der »Lohnnebenkosten« in Deutschland verhindern m&#252;sse, sowie mit im Gefolge des demografischen Wandels absehbaren Kostensteigerungen. (&#8230;) Durch den 11. September 2001 und seine Folgen f&#252;r die Aktienm&#228;rkte, noch mehr jedoch durch die Finanz-, Wirtschafts- und W&#228;hrungskrise, deren Verwerfungen fast alle L&#228;nder der Welt erfa&#223;ten, wandelten sich die Rahmenbedingungen f&#252;r solche Reformen tiefgreifend. Ausgerechnet zu ihrem zehnj&#228;hrigen Jubil&#228;um geriet die Riester-Rente wegen entt&#228;uschender Renditen in Verruf. (&#8230;) Seither befindet sich das Kapitaldeckungsprinzip in einer Akzeptanz- beziehungsweise Legitimationskrise, die alle weiteren Debatten &#252;ber Reformen der Alterssicherung ma&#223;geblich beeinflussen d&#252;rfte. Kapitalmarktrisiken &#252;berlagern und verst&#228;rken demografische Probleme, l&#246;sen oder lindern diese aber nicht. &#196;hnliches gilt auch f&#252;r eine staatlich gef&#246;rderte private Pflegezusatzversicherung (auch »Pflege-Bahr« genannt), mit der die CDU/CSU/FDP-Regierung k&#252;nftige Beitragssatzsteigerungen in der Sozialen Pflegeversicherung auffangen will. Wenn sich die Turbulenzen im Euro-Raum zuspitzen, k&#246;nnte das Umlageverfahren der Gesetzlichen Rentenversicherung einen weiteren Vorteil gegen&#252;ber der Kapitaldeckung offenbaren, ist diese doch im Unterschied dazu nicht inflationsgesch&#252;tzt.<br />
Quelle: <a href="http://www.ossietzky.net/10-2013&#038;textfile=2266">Ossietzky</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Neues Buch &#252;ber die Kanzlerin: Aktenzeichen Angela M. ungel&#246;st</strong><br />
Warum spricht sie so gut Russisch? Und was hat sie als FDJ-Funktion&#228;rin getrieben? Ein neues Buch &#252;ber Angela Merkel sucht nach Antworten. Doch bei der Spurensuche im DDR-Leben der Kanzlerin sind die Fakten eher d&#252;nn. [...]<br />
In Sachen Merkel f&#246;rderten die beiden Autoren kaum Neues ans Tageslicht, weshalb das Wenige mit Deutungen versehen wird, die aus M&#252;cken Elefanten machen. Merkels fr&#252;he Liebe zur russischen Sprache wird derart aufgep&#228;ppelt. Die Logik geht ungef&#228;hr so: Merkel hat nicht nur gut Russisch gesprochen. &#8220;Sie lernte mit Begeisterung Russisch.&#8221; Sie sei durch die Sowjetunion gereist und habe in Georgien auch nach Gori gewollt. Gori? Die Autoren kl&#228;ren auf: &#8220;in die Geburtsstadt Stalins&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/neues-buch-ueber-die-ddr-vergangenheit-von-angela-merkel-a-899492.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Bemerkenswert! SPIEGEL Online hat entdeckt, dass es beim Thema DDR-Vergangenheit auch Fairness geben kann. Das ist l&#246;blich. Hoffen wir, dass SPON diese Lektionen auch beherzigt, wenn es um die DDR-Vergangenheit von Politikern aus dem linken Lager geht.</em></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Halbgare Beschl&#252;sse der EU-Finanzminister gegen Steuerflucht</strong><br />
Heute haben es die EU Finanzminister wegen des Widerstands aus &#214;sterreich und Luxemburg wieder nicht geschafft, eine Einigung &#252;ber den seit 2008 vorliegenden Revisionsvorschlag zur Zinsrichtlinie erzielen. Der Richtlinienvorschlag soll Schlupfl&#246;cher schlie&#223;en, die es Steuerhinterziehern erm&#246;glicht haben, sich mittels Kapitalgesellschaften und Stiftungen vor ihrer Steuerpflicht zu dr&#252;cken. Die Entscheidung ist jetzt bis mindestens zum Treffen der Regierungschefs kommende Woche vertagt worden.<br />
Der Europ&#228;ischen Kommission haben die Finanzminister jedoch ein Mandat gegeben, die mit der Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Andorra und San Marino 2004 geschlossenen Abkommen zur Besteuerung von Zinseink&#252;nften neu zu verhandeln. Die bilateralen Abkommen sollen aktualisiert werden, um die genannten Schlupfl&#246;cher zu schlie&#223;en. &#214;sterreich und Luxemburg haben die Aktualisierung der Abkommen zur Voraussetzung gemacht, bevor sie von ihrem eigenen Bankgeheimnis abr&#252;cken. Bisher hatten sie auch die Neuverhandlung der Abkommen abgelehnt.<br />
Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Gr&#252;nen im Europaparlament kommentiert die Entwicklung:<br />
“Die EU Finanzminister sind wieder gescheitert einen entscheidenden Schritt gegen die Steuerflucht nach vorne zu machen. Nachdem jetzt zu lange schon auf die Steueroasen Luxemburg und &#214;sterreich gewartet wurde, muss die Bundesregierung jetzt voran gehen. Wir k&#246;nnen uns diese Aufschieberei nicht l&#228;nger leisten, Bundeskanzlerin Merkel muss den Kampf gegen Steueroasen zur Chefsache machen. Die Bundesregierung muss nun zeigen, dass sie den Kampf gegen Steuerflucht mindestens genauso ernst nimmt, wie ihre Sparpolitik. Beim Treffen der Regierungschefs kommende Woche muss sie sich durchsetzen und den automatischen Informationsaustausch zum neuen globalen Standard machen.<br />
Quelle: <a href="http://www.sven-giegold.de/2013/halbgare-beschlusse-der-eu-finanzminister-gegen-steuerfluchtmerkel-muss-kampf-gegen-steueroasen-zur-chefsache-machen/">Sven Giegold</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Sven Giegolds unersch&#252;tterlichen Optimismus in Ehren, aber wie sollte gerade die Bundesregierung, die sich (siehe Steuerabkommen mit der Schweiz) immer als Bremser im Kampf gegen die Steuerflucht erwiesen hat, nun pl&#246;tzlich vorangehen?</em></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Das deutsche Diktat – Deutschland ist nicht der Weltpolizist, aber der Geldpolizist Europas</strong><br />
Gek&#252;rzte Renten, schrumpfende Einkommen und steigende Arbeitslosenzahlen: Die Portugiesen leiden unter der europ&#228;ischen Sparpolitik. Immer h&#228;ufiger ist vom deutschen Diktat, fehlender Solidarit&#228;t und historischen Vorhaltungen zu h&#246;ren.<br />
Quelle: <a href="http://europa.deutschlandfunk.de/2013/05/14/fremdeln-in-der-krise/">DLF</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Land “gerettet”, Volk verraten</strong><br />
Die Eurogruppe hat neue Hilfskredite f&#252;r Portugal durchgewunken. 2,1 Mrd. Euro soll das Land aus dem Rettungsfonds ESM erhalten. Im Gegenzug wurden brutale Sparma&#223;nahmen beschlossen, gegen die Griechenland wie ein Paradies aussieht.<br />
Doch die konservative Regierung h&#246;rte weder auf Volk noch auf die Richter – und tat, wie ihr von der Troika befohlen: sie ersetzte die kassierten einfach durch neue Ma&#223;nahmen. Bis 2015 sollen sie 4,8 Mrd. Euro einsparen.<br />
Hier der neue Katalog der Grausamkeiten:</p>
<ul>
<li>30.000 Stellen im Staatsdienst fallen weg (also mehr als im viel gr&#246;&#223;eren Griechenland)</li>
<li>Die Wochenarbeitszeit wird auf 40 Stunden verl&#228;ngert (was nat&#252;rlich die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt verringert und die Arbeitslosigkeit erh&#246;ht)</li>
<li>Das Renteneintrittsalter wird auf 66 Jahre angehoben (ein toller “Beitrag” zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit)</li>
<li>Die Rentner werden &#252;ber eine Sonderabgabe belastet (auf Zypern hatte die Eurogruppe einen Griff in die Pensionskassen noch abgelehnt)</li>
</ul>
<p>Quelle: <a href="http://lostineu.eu/land-gerettet-volk-verloren/">Lost in EUrope</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Inflationsrate hat sich weiter abgeschw&#228;cht</strong><br />
Die Verbraucherpreise in Deutschland erh&#246;hten sich im April 2013 gegen&#252;ber April 2012 um 1,2 %. Die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – hat sich damit weiter abgeschw&#228;cht (M&#228;rz 2013: + 1,4 %). Eine niedrigere Teuerungsrate wurde zuletzt im August 2010 mit + 1,0 % ermittelt. Im Vergleich zum Vormonat M&#228;rz 2013 sank der Verbraucherpreisindex im April 2013 um 0,5 %.<br />
Ohne Ber&#252;cksichtigung der Preisentwicklung bei Kraftstoffen und leichtem Heiz&#246;l h&#228;tte die Inflationsrate im April 2013 bei + 1,7 % gelegen. Energie verteuerte sich insgesamt im April 2013 gegen&#252;ber April 2012 um 0,4 %. W&#228;hrend die Preise f&#252;r Mineral&#246;lprodukte sanken, stiegen hingegen die Preise f&#252;r andere Haushaltsenergieprodukte teilweise erheblich (zum Beispiel Strom: + 12,4 %)…<br />
Die Preise f&#252;r Nahrungsmittel erh&#246;hten sich im April 2013 gegen&#252;ber April 2012 f&#252;r die Verbraucher sp&#252;rbar, und zwar um 4,1 %. Teurer binnen Jahresfrist wurden vor allem Obst (+ 7,6 %) und Gem&#252;se (+ 7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+ 5,4 %). Auch bei allen anderen Nahrungsmittelklassen lagen die Preissteigerungen &#252;ber der Gesamtteuerung (zum Beispiel Brot und Getreideerzeugnisse: + 2,4 %).<br />
Quelle: <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/05/PD13_161_611.html">Statistisches Bundesamt</a></p>
<p>Siehe auch: <strong>Das Preis-Kaleidoskop</strong><br />
Die Ver&#228;nderung der Preise f&#252;r G&#252;tergruppen<br />
Quelle: <a href="https://www.destatis.de/Voronoi/PreisKaleidoskop.svg">Statistisches Bundesamt</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Nietzsche’s Marginal Children: On Friedrich Hayek</strong><br />
It would be a mistake to draw too sharp a line between the marginal children of Nietzsche —with political man on one branch of the family tree, economic man on the other. Hayek, at times, could sound the most Schmittian notes. At the height of Augusto Pinochet’s power in Chile, Hayek told a Chilean interviewer that when any “government is in a situation of rupture, and there are no recognized rules, rules have to be created.” The sort of situation he had in mind was not anarchy or civil war but Allende-style social democracy, where the government pursues “the mirage of social justice” through administrative and increasingly discretionary means. Even in The Constitution of Liberty, an extended paean to the notion of a “spontaneous order” that slowly evolves over time, we get a brief glimpse of “the lawgiver” whose “task” it is “to create conditions in which an orderly arrangement can establish and ever renew itself.” (“Of the modern German writings” on the rule of law, Hayek also says, Schmitt’s “are still among the most learned and perceptive.”) Current events seemed to supply Hayek with an endless parade of candidates. Two years after its publication in 1960, he sent The Constitution of Liberty to Portuguese strongman António Salazar, with a cover note professing his hope that it might assist the dictator “in his endeavour to design a constitution which is proof against the abuses of democracy.” Pinochet’s Constitution of 1980 is named after the 1960 text.<br />
Still, it’s difficult to escape the conclusion that though Nietzschean politics may have fought the battles, Nietzschean economics won the war. Is there any better reminder of that victory than the Detlev-Rohwedder-Haus in Berlin? Built to house the Luftwaffe during World War II, it is now the headquarters of the German Ministry of Finance.<br />
Quelle: <a href="http://www.thenation.com/article/174219/nietzsches-marginal-children-friedrich-hayek?page=0,7#">thenation</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.L.:</strong> Das Verdienst dieses &#8211; zugegebenerma&#223;en etwas akademischen &#8211; Artikels liegt darin, dass er die anti-demokratische Infrastruktur grundlegender neo-liberaler Denkfiguren freilegt.</em></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Hungerlohn am Flie&#223;band &#8211; Wie Tarife ausgehebelt werden</strong><br />
Gleiche Arbeit &#8211; weniger Geld. Die gute Besch&#228;ftigungslage in Deutschland hat eine Schattenseite, denn der sogenannte Niedriglohnsektor breitet sich zunehmend aus, d. h. immer mehr Menschen k&#246;nnen von ihrem Lohn nicht leben, auch wenn sie Vollzeit arbeiten.<br />
Quelle: <a href="http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/hungerlohn-am-fliessband-wie-tarife-ausgehebelt-werden?documentId=14580414">ARD Mediathek</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>US-Gericht gibt Agrarkonzern recht</strong><br />
Der Oberste Gerichtshof der USA hat einem Farmer untersagt, gentechnisch ver&#228;ndertes Saatgut des Konzerns Monsanto nachzuz&#252;chten, statt es f&#252;r jede Aussaat neu zu kaufen. Das Gericht st&#228;rkt damit den Patentschutz auf Saatgut &#8211; und die Marktmacht des Agrarriesen, der bereits Hunderte Prozesse gegen Farmer gewonnen hat…<br />
Farmer Vernon Bowman habe jahrelang gegen das Patentrecht des Konzerns versto&#223;en, weshalb die von niedrigeren Gerichten verh&#228;ngte Strafe in H&#246;he von 85.000 Dollar an Monsanto rechtens sei.<br />
Der Farmer hatte zwar f&#252;r seine erste Aussaat das gentechnisch ver&#228;nderte Soja-Saatgut von Monsanto gekauft. Aber f&#252;r die riskantere zweite Aussaat im Sommer hatte sich der Farmer g&#252;nstigere Sojabohnen aus einem Gemeinschafts-Futtersilo besorgt &#8211; wohlwissend, dass diese Sojabohnen auch gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent sind.<br />
Denn mittlerweile stammen 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA aus gentechnisch ver&#228;nderter Monsanto-Saat. &#8220;W&#228;re Bowman eine Ausnahme bewilligt worden, dann h&#228;tten Patente auf Saatgut nur noch wenig Wert&#8221;, urteilten Amerikas oberste Richter. Ohne strengen Patentschutz k&#246;nne Monsanto kaum Geld einnehmen, weil dann andere Firmen das Produkt nachahmen.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/monsanto100.html">tagesschau.de</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>EU-Verhandlungsmandat f&#252;r die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130515_EU-Verhandlungsmandat.pdf">Generalsekret&#228;r der Europ&#228;ischen Union [PDF - 230 KB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Das Verhandlungsmandat bezieht sich ausschlie&#223;lich auf die Welthandelsorganisations- (WTO)-Regeln und ber&#252;cksichtigt das UNESCO-Abkommen &#252;ber den Schutz „kultureller Vielfalt“ nicht. Die Vorbereitungen auf die Verhandlungen vollziehen sich weitgehend hinter den Kulissen. Es ist keineswegs sichergestellt, dass auch in Zukunft &#246;ffentliche Kulturf&#246;rderung oder der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk k&#252;nftig nicht eine unzul&#228;ssige Diskriminierung darstellen. Kulturg&#252;ter, kulturelle Dienstleistungen, Rundfunk oder Telemedien w&#252;rden so zur reinen Handelsware.</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Das Wunder von Mondragón?</strong><br />
Beteiligung, Teilhabe, soziale Verantwortung und Innovation, das sind die Werte, die sich der Genossenschaftsverband Corporación Cooperativa Mondragón &#8211; kurz MCC &#8211; in der gleichnamigen baskischen Kleinstadt auf die Fahnen geschrieben hat.<br />
Nicht f&#252;r einen Unternehmer oder Aktion&#228;re wird hier gearbeitet, sondern seit der Gr&#252;ndung 1956 bestimmen die Genossen selbst &#252;ber die Firmenpolitik und dar&#252;ber, wohin die Gewinne flie&#223;en sollen: in den Kapitalstock der MCC, in Bildung und f&#252;r soziale Zwecke der Kommune.<br />
Der Rest wird an die Besch&#228;ftigten ausgesch&#252;ttet. W&#228;hrend anderswo im Zuge der Globalisierung entlassen wurde, sind hier &#8211; trotz neuer Produktionsst&#228;tten in Fernost, S&#252;damerika und Europa &#8211; neue Arbeitspl&#228;tze entstanden.<br />
In den letzten 20 Jahren hat sich die Anzahl der Arbeitskr&#228;fte vervierfacht. 84.000 Menschen arbeiten f&#252;r den Genossenschaftsverbund. Davon 64.000 allein in Spanien.<br />
Dass demokratische Wirtschaftsstrukturen und erfolgreiches Agieren auf einem globalisierten Markt kein Widerspruch sein m&#252;ssen, daf&#252;r ist Mondragón ein Beispiel.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/2070704/">DLF</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Kompetenzsteamsmitglied Gesche Joost</strong><br />
Gesucht – gefunden: Warum passen Sie zur Telekom?<br />
Gesche Joost: Weil mich neue Formen des miteinander Arbeitens, Denkens und Diskutierens interessieren. In meiner Arbeit f&#252;r die Telekom geht es darum, Partizipation und Vielfalt umzusetzen. Genau das erproben wir im Rahmen der Public Private Partnerships zwischen den Telekom Innovation Labs (T-Labs) und der Berliner Universit&#228;t der K&#252;nste.<br />
Quelle: <a href="https://www.telekom.com/karriere/warum-telekom/unsere-kultur/99630">Telekom</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Gesche Joost soll ja im Kompetenzteam Steinbr&#252;cks f&#252;r Innovation und f&#252;r das digitalisierte Leben stehen, da f&#228;llt ihr nichts Besseres ein als die abgestandene  Private Public Partnership zu loben. Privatisierung soll also der Weg in die vernetzte Gesellschaft sein.<br />
Typischerweise sitzt sie auf einer <a href="http://www.laboratories.telekom.com/public/Deutsch/Newsroom/news/Pages/Prof-Dr-Gesche-Joost-neue-Professorin-Designforschung-UdK.aspx">Stiftungsprofessur der Telekom</a>: „In Kooperation mit den Deutsche Telekom Laboratories hat die UdK Berlin den neuen Fachbereich f&#252;r Designforschung eingerichtet, der von Prof. Dr. Gesche Joost geleitet wird und an das Institut f&#252;r Produkt- und Prozessgestaltung der Fakult&#228;t Gestaltung der UdK Berlin angegliedert ist.“<br />
So sehen also die Netzwerke in der „vernetzten Gesellschaft“ aus: <a href="http://www.pressebox.de/inaktiv/universitaet-der-kuenste-berlin/Neue-Stiftungsprofessur-Designforschung-an-der-Universitaet-der-Kuenste-Berlin/boxid/401212">Hochschulen als verl&#228;ngerte Werkb&#228;nke der Wirtschaft</a>.</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Finnland: Gute Schule</strong><br />
Finnlands Erfolge beruhen auf einem Bildungssystem, das allen die gleichen Chancen gibt. Der finnische Erfolg beruht zuallererst auf dem nordischen Wohlfahrtsstaatsmodell. Als Pasi Sahlberg, Autor, Lehrercoach und Direktor des in Helsinki ans&#228;ssigen Centre for international mobility and cooperation (CIMO), bei einem Podiumsgespr&#228;ch des US-Senders PBS aufgefordert wurde, Finnlands p&#228;dagogisches Rezept zu verraten, antwortete er mit strahlendem L&#228;cheln: &#8220;Zuerst einmal ist bei uns die Schule f&#252;r alle kostenlos, von der Vorschule bis zur Universit&#228;t!&#8221; Damit er&#252;brigte sich jeglicher Vergleich mit dem US-amerikanischen Modell. In Finnland ist nicht nur der Unterricht gratis. Bis zum Alter von 16 Jahren wird auch das Schulmaterial aus den &#246;ffentlichen Kassen bezahlt, ebenso wie Nachhilfeunterricht, Schulbusse, Schulessen und Gesundheitsausgaben. Die Finanzierung tragen mehrheitlich die 336 Kommunen, der Staatshaushalt sorgt dabei f&#252;r die Harmonisierung der Unkosten. Die reichste Gemeinde &#8211; Espoo nahe Helsinki &#8211; wird nur mit einem Prozent bezuschusst, w&#228;hrend es sonst im Durchschnitt 33 Prozent der Kosten(5) sind &#8211; bei manchen Kommunen sogar bis zu 60 Prozent. Die Zentralregierung verhindert auch die Gr&#252;ndung von Privatschulen, die seit den 1970er Jahren fast komplett verschwunden sind.(6) Eine Ausnahme bilden Einrichtungen mit alternativen p&#228;dagogischen Konzepten wie Waldorf- oder Montessori-Schulen, die von Vereinen getragen werden. Diese umfassende staatliche Finanzierung scheint nicht einmal besonders kostspielig zu sein, im Gegenteil. Gemessen an der Kaufkraft gibt Finnland weniger Geld pro Grund- und Mittelsch&#252;ler aus als der Durchschnitt der OECD-Staaten und viel weniger als die USA oder Gro&#223;britannien.(7) Der Schwerpunkt lag und liegt auf dem guten Personalschl&#252;ssel und der Eignung und Ausbildung der angehenden Lehrer, die sich zum Beispiel mindestens ein Jahr lang, unabh&#228;ngig von ihrem Fach, nur mit Methodentraining besch&#228;ftigen. Der Lehrerberuf ist in Finnland hoch angesehen und auch begehrt, obwohl die Ausbildung relativ lange dauert (allein das Studium beansprucht mindestens f&#252;nf Jahre) und die Geh&#228;lter im Gro&#223;en und Ganzen dem OECD-Durchschnitt entsprechen. Nur einer von zehn Lehramtsanw&#228;rtern erreicht sein Ziel.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0057.idx,21">Le Monde diplomatique</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0056.idx,23">Le Monde diplomatique</a><br />
Quelle 3: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0058.idx,22">Le Monde diplomatique</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> In Finnland schlie&#223;t die Mehrheit (etwa doppelt so viel wie in Deutschland) der Jugendlichen die Schule mit der Hochschulreife ab, w&#228;hrend in Deutschland Stimmen laut werden, welche eine Gymnasialquote von 20 Prozent und eine  Studierquote 20 Prozent eines Altersjahrgangs fordern. Besonders &#228;rgerlich wird es, wenn dann Fachleute wie Elsbeth Stern auf das Beispiel Finnland hinweisen, dass die Kinder dort bis zum Alter von 15 Jahren gemeinsam eine Schule besuchen und <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/elsbeth-stern-nur-ein-fuenftel-der-schueler-soll-aufs-gymnasium-a-898282.html">dann ausgesiebt werden</a>. Sie wei&#223; offensichtlich nicht, dass die Sch&#252;ler nach der neunj&#228;hrigen Gemeinschaftsschule entweder an das Gymnasium oder an die Berufsschule wechseln, an der sie allerdings auch das Abitur machen k&#246;nnen. Ferner wird die Zulassung zum Studium an allen finnischen Universit&#228;ten durch eigene Aufnahmetests und Vorstellungsgespr&#228;che geregelt, was die Bedeutung des Abiturzeugnisses zus&#228;tzlich mindert. Ein Blick auf die Hochschulabschl&#252;sse zeigt, innerhalb der Gruppe der 30 bis 34-J&#228;hrigen machen in Finnland 45, 8 Prozent der Bev&#246;lkerung und in Deutschland 31, 9 Prozent der Bev&#246;lkerung den Abschluss (eurostat f&#252;r 2012). Und der Grund d&#252;rfte sehr wohl darin liegen, dass das finnische Schulsystem daf&#252;r sorgt, &#8220;dass es kaum kompetenzarme Sch&#252;ler gibt und der Bildungserfolg der Kinder relativ stark von der Schicht der Eltern entkoppelt ist. Zu einem gro&#223;en Teil liegt dies an der stark individualisierten schulischen F&#246;rderung.&#8221; so <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2010-05/interview-christians-ebner/seite-3">Christian Ebner in der Zeit</a>.<br />
Nat&#252;rlich hat Finnland z.B. den Vorteil einer viel geringeren Zuwanderung &#8211; in Helsinki ist allerdings bereits jeder 10 Sch&#252;ler zugewandert. Aber auch hier schneiden finnische Migrantenkinder bei den PISA-Tests besser ab als in der gesamten OECD, weil auch hier Finnland einen anderen Weg geht: &#8220;Alle ausl&#228;ndischen Sch&#252;ler erhalten w&#246;chentlich zwei Stunden Unterricht in ihrer Muttersprache. Untersuchungen in Finnland haben ergeben, dass die Zielsprache leichter gelernt werden kann, wenn die Kinder ihre Muttersprache beherrschen und pflegen und ihre Herkunftskultur gew&#252;rdigt sehen. Sie verf&#252;gen &#252;ber Vorteile bei der Begriffsbildung, die ihnen beim Erlernen der Zielsprache zugutekommen. In der Zielsprache (Finnisch als Fremdsprache) erhalten sie verst&#228;rkten Unterricht im Vergleich zu ihren Mitsch&#252;lern. Ebenso findet an der eigenen Schule Religionsunterricht in der jeweiligen Konfession statt. F&#252;r den muttersprachlichen Unterricht und f&#252;r den Religionsunterricht werden entsprechende Lehrer – meist selbst Migranten mit p&#228;dagogischer Ausbildung in ihrem Heimatland – stundenweise besch&#228;ftigt. Diese sind dann meistens an verschiedenen Schulen t&#228;tig. Auffallend war f&#252;r uns, Kleinste Gruppen (also Unterricht f&#252;r 2 oder 4 Sch&#252;ler) werden in Finnland selbstverst&#228;ndlich in Kauf genommen&#8221; so Renate Hendricks auf ihrer <a href="http://www.renate-hendricks.de/index.php?seite=3071&#038;s=1&#038;menu=1">Website</a>.<br />
Nat&#252;rlich ist Finnland auch nicht v&#246;llig gegen neoliberalen Zeitgeist gefeit. So wurde &#252;ber Rankings der Wettbewerb zwischen den Schulen gef&#246;rdert. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Eltern inzwischen gegensteuern. So spricht sich  der Vorsitzende des Landeselternverbands, Tuomas Kurttila, gegen die freie Schulwahl aus. Sie f&#246;rdere die Ungleichheit und die gesellschaftliche Spaltung Finnlands.</em></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Vor allem das Einkommen der Eltern entscheidet &#252;ber Auslandsaufenthalte von Sch&#252;lern</strong><br />
Sechs Prozent dieser Jugendlichen verbrachten einen Teil ihrer Schulzeit im Ausland. Die Ergebnisse wurden in der j&#252;ngsten Ausgabe der renommierten „Zeitschrift f&#252;r Soziologie“ ver&#246;ffentlicht.<br />
Die Studie zeigt: Kinder aus h&#246;heren Schichten haben deutlich bessere Chancen, eine Zeit im Ausland zu verbringen als Jugendliche aus niedrigen Schichten. Vor allem die materiellen Ressourcen des Elternhauses spielen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung, den Nachwuchs ins Ausland zu schicken und damit dessen Chancen auf dem Arbeitsmakt zu erh&#246;hen. „Die Kosten eines solchen Aufenthalts belaufen sich auf durchschnittlich etwa 9.000 Euro pro Jahr. Das k&#246;nnen sich nur wohlhabendere Familien leisten, zumal es kaum Stipendien gibt “, erkl&#228;rt J&#252;rgen Gerhards.<br />
In Deutschland hat sich die Zahl der von etwa 60 Anbietern organisierten Auslandsaufenthalte f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler von 2001 bis 2011 von 14.000 auf 19.000 erh&#246;ht.<br />
Quelle: <a href="http://idw-online.de/de/news532781">idw</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>CHE-Hochschulranking 2013</strong><br />
In diesem Jahr sah sich das CHE einer gro&#223;en Zahl von Rankingverweigerern gegen&#252;ber – so verweigerten 53% der deutschen Geschichts-Fachbereiche eine Mitarbeit. Das war allerdings kein Grund, auf die Ver&#246;ffentlichung online und im ZEIT Studienf&#252;hrer zu verzichten: Indem &#8220;einfach&#8221; vermehrt auf &#246;ffentlich verf&#252;gbare Daten zur&#252;ckgegriffen wurde, werden nun sogar die Verweigerer gerankt. F&#252;r die Studienwahl d&#252;rfte das zwanghafte Ranken des CHE immer weniger Sinn machen.<br />
… viele Kriterien f&#252;r sich k&#246;nnen zwar gerankt werden, die Aussagekraft ist aber begrenzt. Denn bspw. kann ein Fachbereich zwar eine l&#228;ngere Durchschnittsstudiendauer haben, aber eben auch eine andere Struktur von Studierenden (bspw. mehr Studierende mit Kindern, bei denen wohl kaum jemand ein etwas l&#228;ngeres Studium erstaunlich findet), so dass am Ende keineswegs daraus gefolgert werden kann, dass f&#252;r den einzelnen Studieninteressierten wirklich die Hochschule mit k&#252;rzerer Studiendauer &#8220;besser&#8221; ist…<br />
Dieses Jahr gab es so viele Boykotteure wie noch nie. Beim bisherigen Vorgehen w&#228;ren einige Ranking-Listen sehr kurz ausgefallen (wenn man alle Boykotteure wegl&#228;sst) bzw. h&#228;tten sehr viele Leerstellen gehabt (Boykotteure ohne Daten auflisten). Also wurde stattdessen st&#228;rker auf allgemein zug&#228;ngliche Daten zur&#252;ckgegriffen und diese gerankt – und somit finden sich auch fast alle Verweigerer der 2013 neu bewerteten F&#228;cher im neuen Ranking. Dazu hat das CHE im ZEIT Studienf&#252;hrer die ausgewiesenen Kriterien ver&#228;ndert. Insbesondere bei den F&#228;chern mit vielen Boykotteuren darf man vermuten, dass die nun gew&#228;hlten Kriterien keineswegs sinnvoller sind, sondern nur so gen&#252;gend Ergebnisse zustande kommen konnten. Hauptsache Ranking, was offenbar das Motto ist.<br />
Quelle: <a href="http://www.studis-online.de/Studieren/art-1539-zeit-che-uniranking-2013.php">Studis Online</a></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Steffen Roski: Wie Bertelsmann funktioniert</strong><br />
Bertelsmann ist ein m&#228;chtiger, milliardenschwerer Konzern, der anderen Playern der Kapitalseite seine Medienplattformen offeriert und diesen zugleich zu L&#246;sungen bei der Abwicklung informationstechnologisch basierter Dienstleistungen und Kundenkontakte verhilft. Haupteigent&#252;merin der AG ist die &#246;ffentlich subventionierte Bertelsmann Stiftung. Die Bertelsmann Stiftung ist f&#252;r die AG das, was einem Chemiekonzern beispielsweise eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist. Dem G&#252;tersloher Medien- und Dienstleistungskonzern dient sie vor allem dazu, Gegenwartstrends zu ersp&#252;ren und auf der Grundlage wissenschaftlicher Expertisen mittel- und langfristig selbst gesellschaftlich-politische Entwicklungen mitzubestimmen…<br />
Wenn die Stiftung in ihren Expertisen etwa die Privatisierung &#246;ffentlichen Eigentums (im Bildungswesen etwa) fordert, arbeitet sie dem Konzern unmittelbar zu, denn dieser ist &#252;ber seine Medien- und Informationsdienstleistungssparten daran interessiert, seine Wertsch&#246;pfungsketten &#252;berall dorthin auszudehnen, wo sich Profite erzielen lassen. Viele B&#252;rger beschleicht das Gef&#252;hl, demokratisch entm&#252;ndigt zu sein. Viele B&#252;rger sind deshalb beunruhigt und w&#252;tend. Konzerne wie Bertelsmann spinnen, von den Mainstream-Medien weitgehend unbeachtet, in Netzwerken der Macht und des Einflusses an einer „Post-Demokratie“, in der die B&#252;rger nichts, die Konsumenten dagegen alles sind.<br />
Quelle: <a href="http://wissenschafftgesellschaft.blogspot.de/2013/05/steffen-roski-wie-bertelsmann.html">Wissen schafft Gesellschaft</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Bespitzelung AP – Gezielte Einsch&#252;chterungsma&#223;nahme</strong><br />
Bevor die Kommunikationsdaten eingesehen werden d&#252;rfen, m&#252;ssen alle anderen ermittlungstechnischen Mittel ausgesch&#246;pft sein. Dann muss der Justizminister pers&#246;nlich die Ermittlungen abzeichnen. Und dann muss die betroffene Nachrichtenorganisation von der Ma&#223;nahme im Voraus in Kenntnis gesetzt werden. Das darf nur umgangen werden, wenn sonst die gesamte Ermittlung gef&#228;hrdet w&#228;re.<br />
Hohe H&#252;rden also, die ihren Ursprung im Watergate-Skandal haben, als das Wei&#223;e Haus mit allen Mitteln versuchte, ein Leck in der Administration zu enttarnen.<br />
Alle diese H&#252;rden hat die Obama-Administration im Falle der AP-&#220;berwachung umgangen, jeden juristischen Spielraum bis an die Grenze des eben noch M&#246;glichen ausgereizt. Ob sie sie &#252;berschritten hat, wird wahrscheinlich ein Gericht entscheiden.<br />
Was Justizminister Holder und die Obama-Administration bereits jetzt &#252;berschritten haben, das ist die Grenze der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kommentar/2107857/">DLF</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Leserbriefe zu unserem Artikel „Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&#252;r ihre Klientel“</strong><br />
Zu unserem Artikel „Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&#252;r ihre Klientel“ http://www.nachdenkseiten.de/?p=17238 erreichten uns zwei kritische Leserbriefe, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130515_LB1.pdf">Brief unseres Lesers M.L [PDF - 30 KB]</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130515_LB2.pdf">Brief unseres Lesers M.La. [PDF - 65 KB]</a></li>
</ul>
</li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17269&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Steuerpflicht beim Einkommen – oder Steuerhinterziehung-Deluxe</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 10:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albrecht Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Steuern / Steuerreform]]></category>

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		<description><![CDATA[Praktische Hilfe bei der Hinterziehung von Einkommen &#8211; vor allem aus Kapitalverm&#246;gen – geh&#246;rt(e) offenbar seit Jahrzehnten zum mehr oder weniger geduldeten Gesch&#228;ftsmodell gewisser Privatbanken, Versicherungen, Landesbanken oder Tochtergesellschaften. So k&#246;nnen – v&#246;llig legal – Konzerne ihre Gewinne beispielsweise &#252;ber die Niederlande in Steueroasen wie die Cayman-Inseln nahezu steuerfrei transferieren. Mittelst&#228;ndler und Arbeitnehmer k&#246;nnen ihre [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Praktische Hilfe bei der Hinterziehung von Einkommen &#8211; vor allem aus Kapitalverm&#246;gen – geh&#246;rt(e) offenbar seit Jahrzehnten zum mehr oder weniger geduldeten Gesch&#228;ftsmodell gewisser Privatbanken, Versicherungen, Landesbanken oder Tochtergesellschaften. So k&#246;nnen – v&#246;llig legal – Konzerne ihre Gewinne beispielsweise &#252;ber die Niederlande in Steueroasen wie die Cayman-Inseln nahezu steuerfrei transferieren. Mittelst&#228;ndler und Arbeitnehmer k&#246;nnen ihre Steuerlast auf diesem Wege kaum legal vermindern. &#8230; Wenn dies zutrifft, w&#228;re es angebracht, da&#223; sich die Entscheidungstr&#228;ger diesem asozialen Problem annehmen. Dazu ein Beitrag von Johannes Fiala und Peter A. Schramm. Von <strong>Albrecht M&#252;ller</strong><br />
<span id="more-17255"></span><br />
<strong>PM Dr. Johannes Fiala / Dipl.-Math. Peter A. Schramm<br />
M&#252;nchen im Mai 2013</strong></p>
<p><strong>Steuerpflicht beim Einkommen – oder Steuerhinterziehung-Deluxe</strong> [<a href="#foot_1" name="note_1">*</a>]</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Wer Steuern hinterzieht verh&#228;lt sich verantwortungslos oder gar asozial&#8221; (Joachim Gauck)</strong></p></blockquote>
<p>Praktische Hilfe bei der Hinterziehung von Einkommen &#8211; vor allem aus Kapitalverm&#246;gen – geh&#246;rt(e) offenbar seit Jahrzehnten zum mehr oder weniger geduldeten Gesch&#228;ftsmodell gewisser Privatbanken, Versicherungen, Landesbanken oder Tochtergesellschaften. Im Ausland nennen sich solche „Institutionen“ auch Sparkassen, Anstalten, Trusts, Kantonalbanken, Treuh&#228;nder oder Stiftungen. Erkennbar ist bisher ein Durchgreifen der USA gegen&#252;ber selektierten Finanzpl&#228;tzen.</p>
<p>Der Laie fragt sich, wie dies praktisch funktioniert?</p>
<p><strong>Kontenwahrheit</strong></p>
<p>Der § 154 Abgabenordnung (AO) schreibt vor, da&#223; Bankkonten nicht auf falsche oder erdichtete Namen errichtet werden d&#252;rfen. Handelt es sich beim Kontoinhaber um eine nat&#252;rliche Person, so werden die Kapitalertr&#228;ge seit der Abschaffung des Bankgeheimnisses im Inland 2004 automatisch zentral gesammelt und weitergemeldet. Wer das Bankgeheimnis als B&#252;rgerrecht versteht, kann sich im Ausland eine Bank suchen, welche die &#252;blichen 35% EU-Quellensteuer abzieht – sofern keine Kirchensteuerpflicht im Inland besteht, ist damit eine Steuerhinterziehung ausgeschlossen. Die inl&#228;ndische Abgeltungssteuer nebst Solidarit&#228;tszuschlag ist knapp 10 Prozentpunkte geringer. Die Forderung gewisser Finanzminister, da&#223; es einen automatischen Informationsaustausch mit dem Ausland geben m&#252;sse, erweist sich als Scheindiskussion, denn die &#252;blichen L&#246;sungen ab mittelgro&#223;en Verm&#246;gen laufen seit Jahrzehnten oft darauf hinaus, da&#223; als Kontoinhaber eine andere Person aufscheint. Diese Tradition ist &#228;lter als die Bundesrepublik Deutschland.</p>
<p><strong>Bereits 100.000 Euro Verm&#246;gen gen&#252;gen f&#252;r massenhafte vielleicht legale Tarnkonstruktionen</strong></p>
<p>Ab etwa 100 TEUR Verm&#246;gen kann man sein Geld unter einem anderen Namen anlegen, und sei es lediglich &#252;ber eine Versicherungsgesellschaft aus Belize. Dies w&#228;re sogar legal gestaltbar, wenn nicht bedauerlicherweise die Anbieter es fahrl&#228;ssig vermieden h&#228;tten, die Konstruktion fachlich sauber pr&#252;fen zu lassen. Die Folge dieser Sparsamkeit f&#252;hrt vielfach unmittelbar zum v&#246;llig unn&#246;tigen Vorwurf der Hinterziehung von Steuern gegen&#252;ber den Kunden. Denn der Staat hat auch die Vermittler in die Pflicht genommen, vermittelte Lebensversicherungen im Ausland anzuzeigen. Der Anbieter, aber auch die Banken als Vermittler werden sich damit herausreden, da&#223; die Steuerfragen „nach dem Kleingedruckten“ allein vom Kunden zu kl&#228;ren waren.</p>
<p><strong>Treuh&#228;nder, Stiftung, Trust &#038; Co.</strong></p>
<p>Sobald das bei einer Bank im Inland verwaltete Verm&#246;gen siebenstellig geworden ist, bieten hilfsbereite Bank(st)er dem Kunden an, sein Verm&#246;gen einfach mal auf die Schnelle verschwinden zu lassen. Eine Firma, beispielsweise auf den Seychellen ist f&#252;r ein paar Hundert Dollar zu haben – in Singapur ist der Betrag bereits vierstellig. In &#228;hnlicher H&#246;he liegen dann die j&#228;hrlichen Kosten f&#252;r die „Verwaltung“, welche zumeist darin besteht, da&#223; der Verm&#246;gensinhaber eine Generalvollmacht erh&#228;lt, und man im &#252;brigen schlicht keine Dienste leistet – abgesehen von der Kick-Back-Abrechnung gegen&#252;ber der inl&#228;ndischen Bank. Zum „System“ geh&#246;rt es, da&#223; die Generalvollmacht zeitlich limitiert ist, und wenn es um die Verl&#228;ngerung geht, der Bank(st)er das letzte Wort hat – nicht der Kunde, dem sein Totalverlust- oder Erpressungsrisiko vielfach zu sp&#228;t bewu&#223;t wird. Der Charme dieser L&#246;sung von der Stange liegt gerade darin, da&#223; man keinen Geldkoffer ben&#246;tigt, um diesen &#252;ber eine gr&#252;ne Grenze zu schaffen, aber daf&#252;r das x-fache der &#252;blichen Bankgeb&#252;hren bezahlt.</p>
<p><strong>Bis zu mehr als 90% des Schwarzgeldes bei inl&#228;ndischen Banken?</strong></p>
<p>Gewi&#223; gibt es gute Gr&#252;nde sein Verm&#246;gen bei ausl&#228;ndischen Banken zu deponieren, vielleicht sogar au&#223;erhalb der Euro-Zone oder au&#223;erhalb der EU, wie &#228;ngstliche Beobachter der „Enteignung von Kontoinhabern“ auf Zypern beobachten konnten. F&#252;r die Masse verm&#246;gender Kontoinhaber ist dieser Weg zu m&#252;hsam – sie spekulieren darauf, da&#223; Betriebspr&#252;fern mit allzu gro&#223;er Neugierde bei Bankpr&#252;fungen im Zweifel einfach mal vorzeitig eine Dienstunf&#228;higkeit bescheinigt wird. Dabei w&#228;re es ganz ohne irgendwelche internationalen Abkommen bereits f&#252;r jeden Lehrling bei Banken und Versicherungen im Inland m&#246;glich, entsprechende Verdachtsf&#228;lle aufzusp&#252;ren und zu hinterfragen. Die Kundenberater als Kronzeugen nebst zugeh&#246;rigem Informationsaustausch mit den Kunden w&#228;ren ja auch vor Ort – im Inland. Wenn dies zutrifft, h&#228;tten wir eine Finanzmafia im Staate – und kaum Anla&#223; irgendwelche prominente Einzelf&#228;lle als asozial medial zu brandmarken.</p>
<p><strong>Der Auslandswohnsitz und/oder ein Zweitpa&#223; als billige L&#246;sungen</strong></p>
<p>Weltweit tausende, in- und ausl&#228;ndische, Treuh&#228;nder und Berater sind mit Privatbanken und &#228;hnlichen Finanzh&#228;usern bestens vernetzt. Auf deren Speisekarte findet man bisweilen auch die Option f&#252;r einen ausl&#228;ndischen Zweitpa&#223;, genauer gesagt eine zweite Staatsb&#252;rgerschaft. Damit lassen sich im In- und Ausland bequem Konten er&#246;ffnen. Wer seinen (angeblich einzigen) Wohnsitz im entfernteren Ausland hat, braucht nicht mal einen Zweitpa&#223;. Der Bank(st)er wird dies als Trick empfehlen, damit er in den Kontounterlagen schlicht vermerkt „Devisenausl&#228;nder“, und schon darf das Finanzhaus darauf verzichten Kapitalertragsteuer bzw. Abgeltungssteuer abzuziehen. Vielfach gilt die Regel, da&#223; ein Tarnwohnsitz im Ausland um so preiswerter zu haben ist, je weiter entfernt er sich befindet – und noch dazu steigen damit die nur scheinbar legal verf&#252;gbaren Steuervorteile.</p>
<p><strong>Ausweichstrategien wegen Datenlecks und Steuerfahndung</strong></p>
<p>Nachdem gewisse Gro&#223;banken ins Visier der Steuerfahndung kamen, wechselten zahlreichen Kundenberater ihren Arbeitgeber – die Kunden zogen vielfach mit. Es war nur eine Frage der Zeit bis die US-Steuerbeh&#246;rden dies entdeckten. Wie wichtig die Datensicherheit ist, wei&#223; die &#214;ffentlichkeit seitdem Kundendaten vom Staat aufgekauft werden. Lukrativer kann es sein, sich &#252;ber 10 Mio.  EUR Belohnung als „Whistleblower“ zu sichern, und gleichzeitig den beruflichen R&#252;ckzug als Bank(st)er anzutreten.</p>
<p>Sp&#228;testens sobald sich &#252;ber die letzten bis zu 10 Jahre nichtbezahlte Abgaben im Umfang von &#252;ber 50 TEUR angesammelt haben, wird die Steuerhinterziehung gleichzeitig zur Vortat f&#252;r eine Geldw&#228;sche. Die &#252;blichen Modelle (Verzicht des Kunden auf Ertr&#228;ge &#252;ber Konten, Umschichtung in Kapitalanlagen mit Abzug der Abgeltungssteuer, Anschaffung von Gold oder Immobilien, Einbringung in Lebensversicherungsm&#228;ntel) spekulieren darauf, da&#223; jedes Jahr ein Teil der Steuerhinterziehung verj&#228;hrt. Dies &#228;ndert aber absolut gar nichts daran, da&#223; dieses Verm&#246;gen durch Geldw&#228;sche bemakelt ist und bleibt – auch bez&#252;glich s&#228;mtlicher „Surrogate“. Bei Geldw&#228;sche beginnt die Verj&#228;hrung aber erst, wenn das Verm&#246;gen komplett verbraucht w&#252;rde – nicht jedoch bei Anschaffung von Wertgegenst&#228;nden oder Luxusg&#252;tern. Leider kann solches Verm&#246;gen dann auch wegen Geldw&#228;sche selbst bei schon verj&#228;hrter Steuerhinterziehung eingezogen werden. Der einzige Weg zur&#252;ck ist die Selbstanzeige.</p>
<p><strong>Das Zweitkonto zum Tarnen, Tricksen und T&#228;uschen</strong></p>
<p>Findige Bank(st)er im Ausland geben den Steuerhinterziehern  in den Reihen ihrer Kunden den Rat, ein Bankkonto mit Depot zu er&#246;ffnen – mit ganz geringen Verm&#246;genswerten. Fliegt die Gesch&#228;ftsbeziehung auf, etwa durch „Offshore-Leaks“, kann man dies vorweisen und gr&#246;&#223;erer Bestrafung entgehen, w&#228;hrend dessen es „dahinter“ noch ein weiteres Konto mit Depot gibt – wo sich die eigentlichen vergrabenen Sch&#228;tze befinden.</p>
<p>Im Inland gibt es dazu ein erprobtes Gesch&#228;ftsmodell gewisser „Berater“, welche erfahren berichten da&#223; die Finanz derart wenig Zeit f&#252;r Pr&#252;fungen hat oder unterbesetzt ist, da&#223; man sich &#252;ber jede „kreative Buchhaltung“ als Selbstanzeige freut, und in derartigen F&#228;llen selten wirklich genau nachpr&#252;ft. Damit soll es in der Praxis nach wie vor m&#246;glich sein, massenhaft l&#252;ckenhafte Selbstanzeigen abzugeben, welche als solche nicht erkannt werden, obgleich sie nach der Rechtsprechung komplett unwirksam sind, und von daher nicht zur Straffreiheit f&#252;hren k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Die Europ&#228;ische Idee beinhaltet den Steuerwettbewerb</strong></p>
<p>Zum Dogma des vereinten Europa geh&#246;rt es, da&#223; jedes nationale Parlament das K&#246;nigsrecht der Besteuerung f&#252;r sich beansprucht. So k&#246;nnen – v&#246;llig legal – Konzerne ihre Gewinne beispielsweise &#252;ber die Niederlande in Steueroasen wie die Cayman-Inseln nahezu steuerfrei transferieren. Mittelst&#228;ndler und Arbeitnehmer k&#246;nnen ihre Steuerlast auf diesem Wege kaum legal vermindern.</p>
<p><strong>Verfassungswidrigkeit der Besteuerung von Einkommen?</strong></p>
<p>Wenn dies zutrifft, w&#228;re es angebracht da&#223; sich die Entscheidungstr&#228;ger diesem asozialen Problem annehmen, anstatt irgendwelche „Peanuts-F&#228;lle“ mit Prominenten an den Pranger zu stellen.<br />
Diese faktische Ungleichbehandlung w&#228;re als Einladung zu verstehen, (abermals) beim Bundesverfassungsgericht das gesamte System der Einkommenbesteuerung „wegen eines strukturellen Vollzugsdefizits oder verfassungswidriger Fehlbesteuerung“ auf den Pr&#252;fstand stellen zu lassen. Frei nach dem Motto: Warum soll eigentlich der Steuerehrliche der Dumme sein?</p>
<div class="hr_wrap">
<hr /></div>
<div class="footnote">
<p>[<a href="#note_1" name="foot_1">«*</a>] von Dr. Johannes Fiala, LB (M&#252;nchen), MBA Finanzdienstleistungen (Univ.), MM (Univ.), Gepr&#252;fter Finanz- und Anlageberater (A.F.A.), Lehrbeauftragter f&#252;r B&#252;rgerliches- und Versicherungsrecht (Univ.), Bankkaufmann (<a href="http://www.fiala.de">www.fiala.de</a>) und Dipl.-Math. Peter A. Schramm, Sachverst&#228;ndiger f&#252;r Versicherungsmathematik (Diethardt),  Aktuar DAV, &#246;ffentlich bestellt und vereidigt von der IHK Frankfurt am Main f&#252;r Versicherungsmathematik in der privaten Krankenversicherung (<a href="http://www.pkv-gutachter.de">www.pkv-gutachter.de</a>).</p>
</div>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17255&amp;md5=745b84ef02c084f94066d88363a8cac2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein erster Schritt – die Finanztransaktionssteuer</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17252</link>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 10:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Steuern / Steuerreform]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten 40 Jahren haben Finanztransaktionen dramatisch zugenommen. Dies betrifft den Handel mit Aktien, Anleihen und Devisen, vor allem aber den Handel mit abgeleiteten Finanzprodukten (Derivaten), mit denen auf die &#196;nderung von Zinsen, Kursen und Preisen spekuliert werden kann. Die Entstehung eines global vernetzten Finanzmarktes, die Beschleunigung des Handels und die Entwicklung zunehmend gef&#228;hrlicher [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten 40 Jahren haben Finanztransaktionen dramatisch zugenommen. Dies betrifft den Handel mit Aktien, Anleihen und Devisen, vor allem aber den Handel mit abgeleiteten Finanzprodukten (Derivaten), mit denen auf die &#196;nderung von Zinsen, Kursen und Preisen spekuliert werden kann. Die Entstehung eines global vernetzten Finanzmarktes, die Beschleunigung des Handels und die Entwicklung zunehmend gef&#228;hrlicher Finanzprodukte haben die Weltwirtschaft immer instabiler und krisenanf&#228;lliger gemacht. Rohstoffpreise, Aktien- oder Wechselkurse werden immer weniger durch reale Verh&#228;ltnisse und immer st&#228;rker durch spekulative Erwartungen bestimmt. Ergebnis sind heftige Preisschwankungen, Spekulationsblasen und anschlie&#223;ende Crashs, oft mit fatalen Folgen f&#252;r die reale Wirtschaft und die Lebensverh&#228;ltnisse von Millionen Menschen. Von <strong>Sahra Wagenknecht</strong><br />
<span id="more-17252"></span><br />
<em>Dieser Text ist ein exklusiver Auszug aus dem Buch <a href="http://westendverlag.de/westend/buch.php?p=86">„Das alles und noch viel mehr w&#252;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&#228;r&#8217;n“</a>, herausgegeben von Peter Zudeick. Zu den zahlreichen Autoren des Buches geh&#246;ren auch die NachDenkSeiten-Autoren Wolfgang Lieb und Jens Berger.</em></p>
<p>Inzwischen ist das Volumen der globalen Finanztransaktionen 73,5-mal h&#246;her als das weltweite Bruttoinlandsprodukt, das Volumen der Devisentransaktionen fast 70-mal so hoch wie der globale Welthandel, der Aktienhandel &#252;bersteigt die Unternehmensinvestitionen um das Hundertfache, und der Handel mit Zinsinstrumenten ist mehrere hundert Mal gr&#246;&#223;er als s&#228;mtliche Realinvestitionen. [<a href="#foot_1" name="note_1">1</a>] Nach Angaben der Bank f&#252;r Internationalen Zahlungsausgleich explodierte das nominale Wettvolumen au&#223;erb&#246;rslich gehandelter Derivate von 94 Billionen US-Dollar im Jahr 2000 auf 639 Billionen US-Dollar im Jahr 2012. Vor allem Kreditderivate haben zur j&#252;ngsten Finanzkrise und zum Bankrott gro&#223;er Versicherungen und Banken beigetragen. Wie der ber&#252;hmte Investor und Multimilliard&#228;r Warren Buffet zu Recht feststellte, sind Derivate nichts anderes als »finanzielle Massenvernichtungswaffen«, die weltweit Sch&#228;den in Billionenh&#246;he angerichtet haben.</p>
<p><strong>Ursachen der Expansion der Finanzm&#228;rkte</strong></p>
<p>Das enorme Wachstum der Finanzm&#228;rkte hat mehrere Ursachen: Der entscheidende Faktor ist die Deregulierung des Bankensektors selbst, dessen Kreditsch&#246;pfungskapazit&#228;t infolge sinkender Eigenkapitalanforderungen, ausgeh&#246;hlter Mindestreservebestimmungen und – extra zum Zweck der Kreditsch&#246;pfung – konstruierter Derivate faktisch grenzenlos geworden ist. Der deregulierte Bankensektor funktionierte und funktioniert wie eine gigantische Geldmaschine, wobei der &#252;bergro&#223;e Teil des neu geschaffenen Kreditgeldes auf die Finanzm&#228;rkte flie&#223;t und dort wachsende Verm&#246;genspreisblasen finanziert. </p>
<p>Parallel dazu hat die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten in den zur&#252;ckliegenden Jahrzehnten stark zugenommen. In den USA etwa haben viele Familien versucht, sinkende L&#246;hne durch Aufnahme von Krediten zu kompensieren, was die Konsumnachfrage stabilisiert, aber gleichzeitig zu einer rapide anwachsenden privaten Schuldenlast gef&#252;hrt hat.</p>
<p>Auf der Gegenseite hat die jahrzehntelange Umverteilung von unten nach oben die Anh&#228;ufung immer gr&#246;&#223;erer Geldverm&#246;gen zur Folge, die auf den Finanzm&#228;rkten nach rentablen Anlagem&#246;glichkeiten suchen. Die Privatisierung der Rente hat den Finanzm&#228;rkten zus&#228;tzlich enorme Geldmittel zugef&#252;hrt. Hinzu kommen wachsende Ungleichgewichte im Au&#223;enhandel, die entsprechende Kapitalstr&#246;me zum Ausgleich der Zahlungsbilanzen nach sich ziehen. Eine wichtige Rolle spielte auch die Revolution der Informationstechnologien, die den Handel mit Finanzprodukten beschleunigt und vereinfacht beziehungsweise weitgehend automatisiert hat. Schlie&#223;lich w&#228;re ein selbstverst&#228;rkender Effekt zu nennen: So haben starke Schwankungen von Verm&#246;genspreisen, Zinsen und Wechselkursen das Bed&#252;rfnis nach Absicherung ebenso erh&#246;ht wie die Chance auf Spekulationsgewinne. Beides hat zur verst&#228;rkten Nutzung von Derivaten beigetragen. </p>
<p><strong>Sand ins Getriebe der Spekulation streuen</strong></p>
<p>Die Idee, Transaktionen an den Finanzm&#228;rkten zu besteuern und damit Sand ins Getriebe der Spekulation zu streuen, hat eine lange Geschichte. Bereits 1936 machte der britische &#214;konom John Maynard Keynes den Vorschlag, den Aktienhandel mit einer Steuer zu belegen, um den Einfluss der Spekulation auf die reale Wirtschaft zur&#252;ckzudr&#228;ngen. [<a href="#foot_2" name="note_2">2</a>] Ein weiterer Vorsto&#223; wurde 1972 vor dem Hintergrund der Zerst&#246;rung des Systems fester Wechselkurse von Bretton Woods unternommen. Damals forderte der US-amerikanische &#214;konom James Tobin, alle Devisengesch&#228;fte einer Transaktionssteuer in H&#246;he von 0,1 Prozent zu unterziehen, um den sch&#228;dlichen Einfluss der Devisenspekulation auf die Wechselkurse zu begrenzen. In den fr&#252;hen 1990er Jahren wurde die Idee einer Finanztransaktionssteuer von den Vereinten Nationen wieder aufgegriffen, die darin vor allem eine M&#246;glichkeit sahen, neue Ressourcen f&#252;r die Entwicklungsfinanzierung zu erschlie&#223;en. R&#252;ckenwind erhielt die Forderung nach einer »Tobin-Steuer« dann im Zuge der sogenannten Asienkrise 1997/98, wo massive Devisenspekulation zur drastischen Abwertung verschiedener W&#228;hrungen f&#252;hrte – mit katastrophalen Folgen f&#252;r die Wirtschaft und Gesellschaft der betroffenen L&#228;nder.</p>
<p>Nicht zuf&#228;llig im Jahr 1998 wurde mit Attac [<a href="#foot_3" name="note_3">3</a>] eine Organisation gegr&#252;ndet, die sich die Besteuerung von Finanztransaktionen auf die Fahnen geschrieben hat. Allerdings bedurfte es einer weiteren schweren Krise, bis es gelang, die Einf&#252;hrung einer Finanztransaktionssteuer auf  die politische Tagesordnung zu setzen. Im Oktober 2009 forderte die Kampagne »Steuer gegen Armut« die Bundesregierung auf, sich f&#252;r eine Steuer auf Finanztransaktionen stark zu machen, eine Forderung, die bis dahin allein die Linkspartei im Bundestag vertreten hatte. Die Kampagne, der sich knapp hundert Organisationen angeschlossen hatten, blieb nicht ohne Wirkung. Nach der Linken, den Gr&#252;nen und der SPD schloss sich im Sommer 2011 auch die CDU/CSU formal der Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer an. </p>
<p>Am 28. September 2011 legte die Europ&#228;ische Kommission einen Richtlinienentwurf zur Einf&#252;hrung einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer vor. Zwar scheiterte dieser Vorsto&#223; am Widerstand von Gro&#223;britannien, Irland, Luxemburg, Schweden und anderen L&#228;ndern. Doch eine Reihe von Eurostaaten entschloss sich unter dem Druck der &#214;ffentlichkeit, die Steuer im Rahmen der erweiterten Zusammenarbeit einzuf&#252;hren. Dieses Vorhaben wurde von den Finanzministern der Eurozone im Januar 2013 gebilligt. Wenn alles nach Plan l&#228;uft, wird es in elf Eurostaaten, die zusammen etwa 60 Prozent der europ&#228;ischen Wirtschaftsleistung erbringen, im Jahr 2014 eine Finanztransaktionssteuer geben. Dieses Ergebnis w&#228;re ohne das hartn&#228;ckige Engagement zahlreicher Organisationen, Initiativen und kritischen Wissenschaftler undenkbar gewesen. Es w&#228;re aber auch nicht m&#246;glich gewesen ohne die besonderen Umst&#228;nde einer Finanz- und Wirtschaftskrise, die nicht nur den Glauben an das effiziente Wirken von Finanzm&#228;rkten schwer ersch&#252;ttert, sondern auch das Interesse der Regierungen an neuen Finanzierungsquellen zur Deckung der Krisenkosten geweckt hat.</p>
<p><strong>Gute Gr&#252;nde und schlechte Einw&#228;nde</strong></p>
<p>Mit einer Steuer auf Finanztransaktionen sollen kurzfristige Spekulationen an den Finanzm&#228;rkten unattraktiv gemacht werden. Dadurch sollen die Finanzm&#228;rkte stabilisiert, Krisen vorgebeugt und reale Investitionen und Besch&#228;ftigung gef&#246;rdert werden. Selbst bei Einrechnung sinkender Handelsvolumina k&#246;nnte eine Steuer auf Finanztransaktionen enorme Ressourcen mobilisieren: Schon eine geringf&#252;gige Steuer in H&#246;he von 0,05 Prozent w&#252;rde weltweit einen hohen dreistelligen Milliardenbetrag (653 Milliarden US-Dollar) generieren, wobei allein auf Europa mehr als 310 Milliarden US-Dollar entfallen w&#252;rden. [<a href="#foot_4" name="note_4">4</a>] Derartige Ressourcen k&#246;nnten einen wichtigen Beitrag zur Armutsbek&#228;mpfung, zum Umweltschutz oder zur Entwicklungsfinanzierung leisten. Und da die Steuer fast ausschlie&#223;lich von gro&#223;en Investmentbanken, Hedgefonds beziehungsweise superreichen Familien bezahlt werden m&#252;sste, w&#252;rde sie gleichzeitig f&#252;r ein wenig Umverteilung und soziale Gerechtigkeit sorgen. </p>
<p>Das Hauptargument der Gegner einer Besteuerung von Finanztransaktionen betraf lange Zeit ihre Machbarkeit: So seien Finanzprodukte und -gesch&#228;fte h&#246;chst komplex und kaum erfassbar, au&#223;erdem lie&#223;e sich der Handel per Knopfdruck in andere L&#228;nder verlagern. Diese Argumente hat die EU-Kommission in ihrem Richtlinienentwurf ber&#252;cksichtigt: Demnach muss die Steuer in dem Land entrichtet werden, in dem der Handelspartner ans&#228;ssig ist, unabh&#228;ngig davon, ob die Gesch&#228;fte nun in Deutschland, Hongkong oder auf den Bermudas abgewickelt werden. Au&#223;erdem ist die Steuerbasis relativ breit gefasst. Zwar ist der Devisenhandel ausgenommen, Devisenderivate und alle anderen Derivate werden aber zum Nennwert des zugrunde liegenden Gesch&#228;fts herangezogen. Da in der EU k&#252;nftig auch der au&#223;erb&#246;rsliche Derivatehandel &#252;ber zentrale Clearingstellen abgewickelt werden soll, wird hier mehr Transparenz geschaffen und jedes Derivat steuerlich erfassbar gemacht.</p>
<p>Fest steht allerdings auch, dass der Entwurf der EU gravierende Schwachstellen hat, die seine Umgehung leichtmachen: So sollen die Gesch&#228;fte ausl&#228;ndischer Tochtergesellschaften nicht erfasst beziehungsweise besteuert werden. Das bedeutet, dass die Finanzkonzerne die Steuer schlicht durch Auslagerung der entsprechenden Gesch&#228;fte an ihre ausl&#228;ndischen Unternehmenst&#246;chter vermeiden k&#246;nnen. Eine solche Praxis bietet sich umso mehr an, als es nicht gelungen ist, Gro&#223;britannien und damit einen der weltweit gr&#246;&#223;ten Finanzm&#228;rkte, die City of London, einzubeziehen. Das zeigt, dass die Lobbymacht der gro&#223;en Banken und Hedgefonds nicht nur in den USA, sondern auch in Europa nach wie vor stark genug ist, jeden Vorsto&#223; der Politik, der ihren Interessen zuwiderl&#228;uft, entscheidend zu verw&#228;ssern.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich stellt eine Steuer auf Finanztransaktionen kein Allheilmittel dar. Wer k&#252;nftige Krisen und eine endg&#252;ltige Zerst&#246;rung der Demokratie verhindern will, muss weiter gehen. Statt einer negativen Verm&#246;genssteuer in Form der heutigen Bankenrettung, die den Normalb&#252;rger zwingt, f&#252;r die Verm&#246;gensverluste der Oberschicht zu zahlen, brauchen wir eine positive Verm&#246;genssteuer, die an die Substanz geht, und eine radikale Umverteilung der Einkommen von oben nach unten. Die gro&#223;en Finanzkonzerne m&#252;ssen nicht mit Steuergeld alimentiert, sondern zerschlagen und entmachtet werden. Die Geldmaschine geh&#246;rt nicht in die H&#228;nde privater Renditej&#228;ger, sondern unter &#246;ffentliche Kontrolle. Auch die Entscheidung &#252;ber die Finanzierungsbedingungen ganzer Staaten darf nicht l&#228;nger Investmentbankern und Ratingagenturen &#252;berlassen werden. Gef&#228;hrliche Finanzprodukte geh&#246;ren nicht besteuert, sondern verboten.</p>
<p>Die Einf&#252;hrung einer Finanztransaktionssteuer in einem gro&#223;en Teil Europas ist trotz aller Einschr&#228;nkungen ein Schritt in die richtige Richtung. Perspektivisch allerdings geht es um weit mehr. Wer Demokratie und Sozialstaat wiederherstellen will, muss die Diktatur der Finanzm&#228;rkte beenden.</p>
<div class="hr_wrap">
<hr /></div>
<div class="footnote">
<p>[<a href="#note_1" name="foot_1">«1</a>] Vgl. Stephan Schulmeister (2009): Tobin or not Tobin? Die Finanztransaktionssteuer– Konzept, Begr&#252;ndung, Effekte, Informationsbrief Weltwirtschaft &#038; Entwicklung, Dezember 2009.</p>
<p>[<a href="#note_2" name="foot_2">«2</a>] »The introduction of a substantial government transfer tax on all transactions might prove the most serviceable reform available, with a view to mitigating the predominance of speculation over enterprise in the United States.« Vgl. John Maynard Keynes, (1936): General Theory of Employment, Interest and Money. Atlantic Publishers &#038; Distributors, 2006, S.143.</p>
<p>[<a href="#note_3" name="foot_3">«3</a>] »Association pour une taxation des transactions fi nancières pour l’aide aux citoyens«.</p>
<p>[<a href="#note_4" name="foot_4">«4</a>] Unter der Annahme, dass das Volumen der Finanztransaktionen bei Einf&#252;hrung einer derartigen Steuer um 68,6 Prozent zur&#252;ckgehen w&#252;rde. Vgl. Stephan Schulmeister (2011): Implementation of a General Financial Transactions Tax. &#214;sterreichisches Institut f&#252;r Wirtschaftsforschung, Juni 2011, S. 33.</p>
</div>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17252&amp;md5=3d6da67e627302d3218a7167c94e0c87" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Veranstaltungshinweis Wuppertal: Jens Berger &#8211; Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 07:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[In Kooperation mit &#8220;die b&#246;rse&#8221;, Kommunikationszentrum Wuppertal und eingeladen von attac Wuppertal Mittwoch, 22. Mai, um 19:30 Uhr Eintritt Frei! Herzliche Einladung! Ort: In der B&#246;rse, Roter Saal (erster Stock), Wolkenburg 100 Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau In den aktuellen Diskussionen zur Haushalts- und Wirtschaftspolitik wird von Seiten der Regierungen und der Wirtschaft gerne [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Kooperation mit &#8220;die b&#246;rse&#8221;, Kommunikationszentrum Wuppertal und eingeladen von attac Wuppertal<br />
Mittwoch, 22. Mai, um 19:30 Uhr<br />
Eintritt Frei! Herzliche Einladung!<br />
Ort: In der B&#246;rse, Roter Saal (erster Stock), Wolkenburg 100<br />
<span id="more-17248"></span><br />
<strong>Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau</strong></p>
<p>In den aktuellen Diskussionen zur Haushalts- und Wirtschaftspolitik wird von Seiten der Regierungen und der Wirtschaft gerne das Bild der schw&#228;bischen Hausfrau im Sinne „guten Wirtschaftens“ gebraucht. Mit den Phrasen, dass der Staat nur so viel ausgeben k&#246;nne, wie er einnimmt, und „wir“ sowieso &#252;ber „unsere“ Verh&#228;ltnisse lebten, wird der &#214;ffentlichkeit suggeriert, ein Gemeinwesen sei so leicht zu handhaben wie ein Privathaushalt. Dazu wird gerne der Begriff des Sparens verwendet. Was im privaten Wirtschaften sicherlich sinnvoll sein kann, f&#252;hrt bei &#220;bertragung auf ganze – untereinander abh&#228;ngige – Volkswirtschaften zu einem verk&#252;rzten bzw. falschen Handeln.</p>
<p>Insbesondere im Angesicht der Finanz- und Eurokrise, die in Wirklichkeit nichts anderes darstellt als eine Bankenrettungskrise, gew&#252;rzt mit einer jahrzehntelangen einseitigen Steuerpolitik zugunsten von Reichen und Unternehmen und zu Lasten der Mittelschicht und erst recht sozialer Randgruppen. Wenn jede und jeder im Sinne eines neoliberalen Wettbewerbstaates spart, entfaltet das Sparen eine zerst&#246;rende Wirkung auf jede Volkswirtschaft. Dies zeigt ein Blick auf die mediterranen EU-Staaten – insbesondere nach Griechenland –, in denen immer neue Sparpakete zur Befriedigung der internationalen Gl&#228;ubiger verheerende, l&#228;ngst &#252;berwunden geglaubte soziale Verwerfungen verursachen. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch die deutsche als st&#228;rkste Volkswirtschaft der EU letztlich nicht von solchen Ausw&#252;chsen verschont bleiben wird.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17248&amp;md5=a371f7ef009e8b83a45e14f508454ea5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243</link>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 07:20:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/B) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Sch&#228;uble zum Thema „Euro- und EU-Finanzministertreffen: Wie weiter sparen?“ Exzessive Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;sse [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/B)<br />
<span id="more-17243"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h01">Sch&#228;uble zum Thema „Euro- und EU-Finanzministertreffen: Wie weiter sparen?“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h02">Exzessive Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;sse Deutschlands: Kommission muss jetzt handeln</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h03">Peter Bofinger: „Die Schuldenbremse ist pervers“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h04">Entmachtet die Bundesbank!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h05">Alternativen zur Sparpolitik &#8211; Klotzen wie Keynes</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h06">„Uns droht Troika f&#252;r alle“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h07">Stress am Arbeitsplatz als ernstes Problem</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h08">DGB-Expertise: Ausbildungsbetriebe besser kontrollieren</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h09">Regierung: Deutschland f&#252;r Arbeitskr&#228;fte aus Rum&#228;nien und Bulgarien attraktives Zielland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h10">Unions-Mittelstand will bei &#228;lteren Arbeitslosen k&#252;rzen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h11">Die Endlagerl&#252;ge</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h12">Deutsche Bank wegen Landraub in der Kritik</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h13">Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit&#228;t“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h14">Freihandelsabkommen bedroht Kultur-Vielfalt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h15">Merkel bei Kino-Vorf&#252;hrung: Am&#252;siert in Reihe f&#252;nf</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h16">Antwort der Bundesregierung zu Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen in Forschung und Wissenschaft</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h17">Sparpl&#228;ne: Springer will bei &#8220;Bild&#8221;-Gruppe bis zu 200 Stellen streichen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h18">Heftige Kritik an Anti-AdBlocker-Kampagne</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h19">Veranstaltungshinweis: Massenarbeitslosigkeit in Europa – Auswege aus der Krise</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Sch&#228;uble zum Thema „Euro- und EU-Finanzministertreffen: Wie weiter sparen?“</strong><br />
Sch&#228;uble &#228;u&#223;erte sich zuversichtlich, dass die Euro-Finanzminister heute Hilfen f&#252;r Griechenland und Zypern freigeben. Nat&#252;rlich h&#228;tten beide L&#228;nder „erhebliche Schwierigkeiten. Sonst w&#228;ren sie ja nicht in die Lage gekommen, in der sie sind.“<br />
Sch&#228;uble:.. Ja gut, in Slowenien hat ja die neu gew&#228;hlte Regierung gesagt, sie wolle kein Programm beantragen. Sie schaffe das aus eigener Kraft. Das kann Slowenien auch schaffen. Dazu muss es allerdings auch einige schmerzhafte Sanierungseingriffe machen. Das ist in jedem Fall notwendig, mit oder ohne Programm [...] Wir haben es auch gerade wieder beim Treffen der G7-Finanzminister in London in der vergangenen Woche ja gesehen. Es stimmen eigentlich alle &#252;berein &#8230;<br />
Lueb: Aber es gibt unterschiedliche Ans&#228;tze. Der Chef&#246;konom der UNO-Konferenz f&#252;r Handel und Entwicklung, Flassbeck, fordert etwa, dass Deutschland auf ein St&#252;ck  Wettbewerbsf&#228;higkeit verzichtet. Konkret meint er, die L&#246;hne in Deutschland sollten &#252;ber Jahre hinweg stark ansteigen. Das sei besser, als die L&#246;hne in Frankreich und Italien zu senken. Kann Deutschland die derzeit Schw&#228;cheren in der EU so mitnehmen oder ist das in Ihren Augen sozialistisches Geschw&#228;tz?<br />
Sch&#228;uble: Schauen Sie, es gibt unterschiedliche Meinungen. Aber Herr Flassbeck war nun wirklich der Chef&#246;konom von Oskar Lafontaine. Und was der angerichtet hat Anfang der rot-gr&#252;nen Regierungszeit haben wir ja noch ungef&#228;hr in Erinnerung. Selbst Sozialdemokraten wissen das. Deswegen ist der nun nicht die beste Quelle, um sich darauf zu berufen auf seine &#246;konomischen Ansichten [...] Wir halten dies f&#252;r falsch, ja. Wir m&#252;ssen nat&#252;rlich darauf achten, dass Deutschland wettbewerbsf&#228;hig bleibt. Europa wird ja nicht geholfen, wenn Deutschland schw&#228;cher wird, sondern Europa ist nur zu helfen, wenn wirklich viele L&#228;nder stark sind. Und nat&#252;rlich brauchen wir Solidarit&#228;t. Das muss man miteinander verbinden. Aber nun zu glauben, man muss nur mehr Geld ausgeben und dann hat man keine Probleme auf der Welt. Die Katastrophe haben wir ja erlebt vor einigen Jahren.<br />
Quelle: <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/tagesgespraech/-/id=11233664/property=download/nid=660264/8sa845/swr2-tagesgespraech-20130513.pdf">SWR 2 [PDF - 110 KB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Sch&#228;uble ist derart gefangen in seinem ideologischen Geh&#228;use, dass man geradezu von einem Gefangenensyndrom sprechen muss. Alles was seiner der Wirklichkeit enthobenen Denkwelt nicht entspricht, wird verharmlost oder nicht mehr wahrgenommen. Da werden die nur noch als katastrophal zu bezeichnenden Verh&#228;ltnisse in Griechenland, als „erhebliche Schwierigkeiten“ abgetan oder er spricht in Slowenien von „einigen schmerzhaften Sanierungseingriffen“, gerade so als ging es um die Operation einer Geschwulst.<br />
Da wird der <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h02">Aufstand gegen Deutschlands Spardiktat bei G 7-Finanzministertreffen</a> geleugnet: “Es stimmen eigentlich alle &#252;berein.“<br />
Jeder alternative Gedanke wird polemisch abgewehrt: „Flassbeck war nun wirklich der Chef&#246;konom von Oskar Lafontaine.“ Eine St&#228;rkung der Binnennachfrage durch h&#246;here L&#246;hne und damit eine wirtschaftspolitische Umkehr von der Exportabh&#228;ngigkeit und dem Niederkonkurrieren der europ&#228;ischen Nachbarl&#228;nder h&#228;lt Sch&#228;uble schlicht „f&#252;r falsch“.<br />
Der Fetisch der „Wettbewerbsf&#228;higkeit“ h&#228;lt ihn und die Bundesregierung in ihrem Bann.</em></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Exzessive Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;sse Deutschlands: Kommission muss jetzt handeln</strong><br />
Eine aktuelle Ver&#246;ffentlichung der Bundesbank zu Deutschlands Leistungsbilanzstatistiken korrigierte den deutschen Leistungsbilanz&#252;berschuss deutlich nach oben. Deutschland hat weit mehr exportiert als noch im letzten Jahr angenommen. Im Zuge der Reform des Stabilit&#228;ts- und Wachstumspaktes (sog. “Sixpack”) wurde ein Verfahren gegen makro&#246;konomische Ungleichgewichte eingef&#252;hrt, das aus einem Fr&#252;hwarnsystem aus zehn Indikatoren besteht. Stellt die Kommission bei &#220;berschreiten der Schwellenwerte ein starkes Ungleichgewicht in einem Mitgliedsstaat fest, kann die Beh&#246;rde ein Verfahren zum Abbau exzessiver Ungleichgewichte (Excessive Imbalance Procedure) vorschlagen. Dann muss der betroffene Mitgliedsstaat einen genauen Aktionsplan vorlegen, um zu zeigen, wie er das Problem in den Griff bekommen will. Setzt der Mitgliedsstaat die Kommissionsempfehlungen nicht ausreichend um, drohen ihm finanzielle Sanktionen.<br />
Bislang konnte Deutschland im Dreijahresdurchschnitt immer knapp unter oder ganz knapp &#252;ber dem Schwellenwert des Fr&#252;hwarnsystems von 6% bleiben und so eine versch&#228;rfte Untersuchung und &#220;berwachung mit m&#246;glichen Sanktionen durch die Kommission vermeiden. Laut j&#252;ngsten Zahlen der Bundesbank ergibt sich f&#252;r Deutschland ein Dreijahresdurchschnitt des Leistungsbilanz&#252;berschusses von 6,5% des BIP.</p>
<table>
<tr>
<th>Jahr</th>
<th>Leistungsbilanz&#252;berschuss</th>
<th>BIP (in Milliarden Euro)</th>
</tr>
<tr>
<td>2010</td>
<td>155,99</td>
<td>2496,2</td>
</tr>
<tr>
<td>2011</td>
<td>161,2</td>
<td>2592,6</td>
</tr>
<tr>
<td>2012</td>
<td>185,43</td>
<td>2643,9</td>
</tr>
</table>
<p>3-Jahresdurchnitt: 6,499864%</p>
<p>Quelle 1: <a href="https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VGR/Inlandsprodukt/Tabellen/Gesamtwirtschaft.html">Bruttoinlandsprodukt: Statistisches Bundesamt</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Aussenwirtschaft/Zahlungsbilanz/sdds_zb_revisionen_2012.pdf?__blob=publicationFile">Leistungsbilanz&#252;berschuss: Deutsche Bundesbank [PDF - 25 KB]</a></p>
<p>Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Gr&#252;nen im Europaparlament, kommentiert die Ver&#246;ffentlichung der Leistungsbilanzstatistiken:</p>
<blockquote><p>[...]</p>
<p>&#220;ber Jahre hinweg hat sich Deutschland mit starker Lohnzur&#252;ckhaltung einen Exportvorteil gegen&#252;ber anderen EWU Mitgliedsstaaten gesichert. Diese Politik ist nicht nur unsolidarisch und gegen&#252;ber den Arbeitnehmern unfair, sondern fu&#223;t darauf, dass man sich nicht an getroffene Vereinbarungen gehalten hat: W&#228;hrend heutige Krisenstaaten &#252;ber die vereinbarte 2% Kerninflationsrate hinaus geschossen sind, stiegen die Preise in Deutschland nur um ca. 1%. Die Krisenstaaten haben damit prim&#228;r sich selbst geschadet. Deutschlands Politik war Gift f&#252;r alle anderen Mitgliedsstaaten, deren Wirtschaft durch verbilligte Erzeugnisse aus Deutschland unter Druck gesetzt wurde.</p>
<p>Bis heute verschlie&#223;t die deutsche Regierung die Augen davor, dass krisengebeutelte Staaten nur eine Chance haben, den geforderten Aufschwung zu schaffen, wenn man ihnen Raum f&#252;r Exporte l&#228;sst. Die Kommission muss dieses europ&#228;ische Interesse vertreten und damit aufh&#246;ren den gro&#223;en Fisch Deutschland im europ&#228;ischen Teich unbehelligt zu lassen. Bei kleinen Krisenstaaten ziert man sich nicht, Warnungen auszusprechen und Reformen zu verlangen. Es ist allerdings nicht zu erkl&#228;ren, dass man kleinen Staaten, wie etwa Slowenien, die unter stark angestiegener privater und &#246;ffentlicher Verschuldung leiden, ein Ungleichgewichtsverfahren aufbrummt und vor den deutschen &#220;bersch&#252;ssen die Augen verschlie&#223;t.</p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="http://www.sven-giegold.de/2013/exzessive-leistungsbilanzuberschusse-deutschlands-kommission-muss-jetzt-handeln/">Sven Giegold</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Peter Bofinger: „Die Schuldenbremse ist pervers“</strong><br />
Wenn die Probleml&#228;nder weiter mitten in der Rezession die Staatsausgaben k&#252;rzen, wird das ihren Niedergang und die Arbeitslosigkeit so versch&#228;rfen, dass die Regierungen weitere Sparprogramme nicht mehr durchsetzen k&#246;nnen – und dann wird es zum Schwur kommen &#8230;<br />
Entweder sie scheiden freiwillig aus dem Euro aus, weil sie lieber eine neue, eigene W&#228;hrung 20 Prozent abwerten, als noch einmal 20 Prozent Lohnsenkung durchzusetzen &#8230;<br />
Oder man muss sie – wenn es beim bisherigen Kurs bleibt – rauswerfen, indem man sie insolvent gehen l&#228;sst &#8230;<br />
Bei uns hei&#223;t es immer, man k&#246;nne Schulden nicht mit Schulden bek&#228;mpfen. Das ist falsch. Das Problem ist die exzessive private Geldersparnis, die der Wirtschaft Nachfrage entzieht und alles bremst. Die Amerikaner bek&#228;mpfen das richtigerweise mit einer h&#246;heren Staatsverschuldung. Wenn der private Sektor seine Ausgaben normalisiert, kann der Staat das Defizit zur&#252;ckfahren.<br />
… wir m&#252;ssten endlich den Mut haben, den Konstruktionsfehler des Euro zu beseitigen, n&#228;mlich dass alle 17 L&#228;nder eine rein nationale Fiskalpolitik machen. Man h&#228;tte l&#228;ngst sagen m&#252;ssen: Wenn ihr den Euro wollt, dann m&#252;ssen wir die Integration so organisieren, dass das System stabil wird &#8230;<br />
Wir brauchen die gemeinschaftliche Haftung. Gemeinsam sind die Euro-Staaten genauso stark wie die USA. Darum haben wir als Sachverst&#228;ndigenrat Ende 2011 einen Schuldentilgungspakt vorgeschlagen, mit dem alle Schulden &#252;ber 60 Prozent der jeweiligen nationalen Wirtschaftsleistung in einen Fonds &#252;bertragen w&#252;rden, f&#252;r den gemeinschaftlich gehaftet wird. Damit w&#252;rden wir das Insolvenzrisiko f&#252;r einzelne Staaten aus der Welt schaffen, das bisher alles durcheinanderbringt &#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/zukunft-des-euro-die-schuldenbremse-ist-pervers/8189020.html">Tagesspiegel</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Entmachtet die Bundesbank!</strong><br />
Wie w&#252;rden wir heute &#252;ber die Schuldenkrise, die Euro-Krise sprechen, wenn die Gr&#252;ndungsv&#228;ter des Euro konsequent gewesen w&#228;ren – und die nationalen Notenbanken abgeschafft h&#228;tten? An ihre Stelle w&#228;ren Notenbankdistrikte getreten, wie in den USA, die wenig bis nichts gemein haben mit den Bundesstaaten beziehungsweise in unserem Fall, den Nationalstaaten. [...]<br />
Welche Vorteile h&#228;tte die Abschaffung der nationalen Notenbanken? Ich sehe sieben:<br />
Die EZB w&#252;rde viel unabh&#228;ngiger agieren k&#246;nnen und das Notwendige zum Funktionieren der W&#228;hrungsunion tun, denn die m&#228;chtigen nationalen Hauptst&#228;dte w&#252;rden bei einer Aufteilung in f&#252;nf Distrikte wenig Drohpotenzial aufbauen k&#246;nnen.<br />
Deutschland m&#252;sste sich nicht vor k&#252;nftiger Inflation f&#252;rchten, wie die S&#252;dl&#228;nder nie eine Allianz gegen die Nordl&#228;nder bilden k&#246;nnten.<br />
Zahlungs- und Leistungsbilanzsalden verl&#246;ren ihren Schrecken, wie es sich f&#252;r eine echte W&#228;hrungsunion geh&#246;rt.<br />
Die enge Verzahnung zwischen nationalem Bankensystem und der nationalen Staatsschuld w&#228;re geringer.<br />
Die ganze Target-Debatte g&#228;be es gar nicht, weil die Salden nie nationalisiert w&#252;rden.<br />
Die Idee, wieder nationale W&#228;hrungen einzuf&#252;hren, w&#228;re noch abwegiger.<br />
Die AfD w&#228;re nie gegr&#252;ndet worden.<br />
Welche Nachteile? Ich sehe keine. Sie etwa?<br />
Also lasst uns die Bundesbank abschaffen!<br />
Quelle: <a href="http://blog.zeit.de/herdentrieb/2013/05/13/entmachtet-die-bundesbank-2_6036">ZEIT Herdentrieb</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Alternativen zur Sparpolitik &#8211; Klotzen wie Keynes</strong><br />
Sparen, sparen, sparen. Das verschlimmert die Probleme der hochverschuldeten Krisenstaaten, sagen viele Experten. Sie alle berufen sich auf den britischen &#214;konomen John Maynard Keynes, der in der Gro&#223;en Depression der 1930er Jahre empfahl, in Zeiten der Krise gerade nicht zu sparen. Aber wie w&#252;rde eine Politik à la Keynes in der heutigen Situation konkret funktionieren?<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/alternativen-zur-sparpolitik-klotzen-wie-keynes-1.1365413">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>„Uns droht Troika f&#252;r alle“</strong><br />
Nicht nur die S&#252;deurop&#228;er sollen L&#246;hne k&#252;rzen. Auch f&#252;r die anderen L&#228;nder habe die EU-Kommission solche Pl&#228;ne, warnt Tarifexperte Thorsten Schulten.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/Tarifexperte-ueber-Folgen-der-Krise/!116104/">taz</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Stress am Arbeitsplatz als ernstes Problem</strong><br />
Belastungen am Arbeitsplatz f&#252;hren immer &#246;fter zu psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern und sind somit zu einem Problem geworden, auf das auch der Gesetzgeber Antworten finden sollte. Diese Meinung vertrat eine Mehrheit von Sachverst&#228;ndigen in einer Anh&#246;rung des Ausschusses f&#252;r Arbeit und Soziales am Montagnachmittag.<br />
Gegenstand der Anh&#246;rung waren vier Antr&#228;ge zu psychischen Belastungen in der Arbeitswelt. Die drei Antr&#228;ge der Oppositionsfraktionen konzentrieren sich vor allem darauf, eine „Anti-Stress-Verordnung“ zu fordern, mit der Regelungsl&#252;cken im Arbeits- und Gesundheitsschutz geschlossen werden k&#246;nnen. Sie begr&#252;nden ihre Initiativen mit der steigenden Zahl psychischer Erkrankungen bei den Besch&#228;ftigten. Die Verordnung m&#252;sse, so hei&#223;t es im SPD-Antrag (17/12818), einen verbindlichen Bezugsrahmen f&#252;r Betriebe und Aufsichtsbeh&#246;rden schaffen. Faktoren wie Arbeitsorganisation, Gestaltung der Arbeitsaufgabe und Arbeitszeit sollten darin ber&#252;cksichtigt werden, schreiben die Sozialdemokraten. Sie werfen der Bundesregierung vor, den Handlungsbedarf angesichts der Zunahme arbeitsbedingter psychischer Belastungen zu ignorieren. B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen stellen in ihrem Antrag (17/10867) fest, dass in Deutschland zwar Arbeitsschutzgesetze existierten, es aber ein „Umsetzungsdefizit“ auf betrieblicher und gesetzgeberischer Ebene gebe. So fehlten vielen Betrieben Gef&#228;hrdungsbeurteilungen, die aufzeigen, welche gesundheitlichen Belastungen auftreten und wie sie vermieden werden k&#246;nnen. Die Fraktion Die Linke betont, dass es entscheidend sei, dass Besch&#228;ftigte ihre Arbeitsbedingungen st&#228;rker mitgestalten k&#246;nnen. Stress entstehe haupts&#228;chlich dann,<br />
wenn ein hoher Verantwortungsumfang mit nur einem geringen Handlungsspielraum bei der Gestaltung des Arbeitsprozesses einhergeht, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag (17/11042). Die Abgeordneten von CDU/CSU und FDP verlangen in ihrem Antrag (17/13088) von der Bundesregierung, durch mehr &#214;ffentlichkeitsarbeit bei Unternehmen, Verwaltungen und Belegschaften f&#252;r mehr betriebliche Gesundheitsf&#246;rderung zu werben. Au&#223;erdem m&#252;ssten der Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und psychischen Erkrankungen besser erforscht werden, hei&#223;t es in dem Antrag. Grunds&#228;tzlich betonen beide Fraktionen jedoch das Prinzip der freiwilligen L&#246;sungen f&#252;r die Betriebe.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_259/02.html">Deutscher Bundestag</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Und die <a href="http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/burn-outnicht-schon-wieder-eine-verordnung-30343786.bild.html">Bild-Zeitung ver&#246;ffentlicht zur Anti-Stress-Verordnung</a> mal wieder einen „Heile-Heile-G&#228;nschen“-Kommentar und f&#252;hrt ihre Hauptlesergruppe mit Arbeitgeberparolen an der Nase herum. Ein BMW-Manager meinte in der Anh&#246;rung: „Die Kommunikation mit den Mitarbeitern spiele dabei eine entscheidende Rolle und sollte idealerweise 30 Prozent der F&#252;hrungsaufgaben ausmachen.“ Bild dient als Sprachrohr der Arbeitgeber: „Vor allem sollten alle miteinander reden – dann brauchen wir im Land mit der geringsten europ&#228;ischen Arbeitslosenquote keine Anti-Stress-Verordnung vom Staat.“<br />
Was die Arbeitslosenquote allerdings mit Stress am Arbeitsplatz zu tun hat, kann man allerdings nur noch d&#252;mmlicher Regierungspropaganda erkl&#228;ren.<br />
Siehe zum Stress am Arbeitsplatz aus der <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/anti-stress-verordnung-dem-kopf-soll-es-besser-gehen-1.1664142">S&#252;ddeutschen Zeitung</a>: „52 Millionen Fehltage wegen psychischer Leiden gab es 2011. Die Kosten daf&#252;r gehen in den zweistelligen Milliardenbereich. Jetzt wollen die L&#228;nder gegensteuern &#8211; und die Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichten, ihre Angestellten vor Stress zu sch&#252;tzen… Nach Angaben der L&#228;nder werden die Kosten psychischer Erkrankungen auf insgesamt &#252;ber 43 Milliarden Euro gesch&#228;tzt. 2011 seien durch psychische Leiden insgesamt 52 Millionen Arbeitsunf&#228;higkeitstage angefallen &#8211; die Zahl ist in den vergangenen f&#252;nf Jahren um etwa 80 Prozent angestiegen. Psychische Erkrankungen seien zudem inzwischen die Hauptursache f&#252;r Fr&#252;hverrentungen. Die Betroffenen seien dabei mit durchschnittlich 48 Jahren relativ jung.“</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>DGB-Expertise: Ausbildungsbetriebe besser kontrollieren</strong><br />
Eine schlechte Ausbildungsqualit&#228;t bescheinigt der DGB den Branchen, die Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungspl&#228;tze zu besetzen. „Gerade die Branchen, die lautstark &#252;ber einen Bewerbermangel klagen, haben die schlechtesten Ausbildungsbedingungen. Viele Betriebe sind schlicht nicht ausbildungsreif: Sie halten viele &#220;berstunden, unregelm&#228;&#223;ige Arbeitszeiten und eine niedrige Verg&#252;tung f&#252;r normal“, beklagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock &#8230;<br />
Der DGB hat die Schwierigkeiten der Betriebe bei der Besetzung von Ausbildungspl&#228;tzen untersucht und auf der Grundlage des Berufsbildungsberichts 2013 die Studie „Hohe Abbrecherquoten, geringe Verg&#252;tung, schlechte Pr&#252;fungsergebnisse – Viele Betriebe sind nicht ausbildungsreif“ ver&#246;ffentlicht. Danach haben wesentlich mehr BewerberInnen (insgesamt 76.000) einen Ausbildungsplatz gesucht als Pl&#228;tze (33.600) unbesetzt blieben. Rechnerisch h&#228;tte somit jede offene Stelle mehr als zweimal besetzt werden k&#246;nnen. Gleichzeitig ist aber die Zahl der Betriebe, die ihre Ausbildungspl&#228;tze nicht besetzen k&#246;nnen, signifikant gestiegen.<br />
W&#228;hrend 76.000 Jugendliche noch dringend einen Ausbildungsplatz suchen, haben viele Betriebe zunehmend Probleme, BewerberInnen f&#252;r ihre Pl&#228;tze zu finden. Der Berufsbildungsbericht 2013 zeigt dabei deutliche Ungleichgewichte auf dem Ausbildungsmarkt: W&#228;hrend  einige Berufe sehr gefragt waren, gab es bei den Berufen Restaurantfachmann/-frau, Fachmann/-frau f&#252;r Systemgastronomie, Klempner/- in, Fachverk&#228;ufer/-in im Lebensmittelhandwerk, B&#228;cker/-in und Fachkraft im Gastgewerbe wie auch in den Vorjahren viele unbesetzte Stellen.<br />
W&#228;hrend die Spitzenverb&#228;nde der Wirtschaft oft eine „mangelnde Ausbildungsreife“ der Jugendlichen beklagen, fehlt in der &#246;ffentlichen Debatte ein systematischer Blick auf die „Ausbildungsreife der Betriebe&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++d5a3e2f0-bbbd-11e2-a7b3-00188b4dc422">DGB</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Regierung: Deutschland f&#252;r Arbeitskr&#228;fte aus Rum&#228;nien und Bulgarien attraktives Zielland</strong><br />
Ende vergangenen Jahres haben sich in Deutschland gut 205.000 rum&#228;nische und knapp 119.000 bulgarische Staatsb&#252;rger aufgehalten. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (17/13322) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/12895) hervor. Danach hielten sich Ende 2011 mehr als 159.000 Rum&#228;nen und fast 94.000 Bulgaren in der Bundesrepublik auf.<br />
Wie die Regierung schreibt, waren nach vorl&#228;ufigen Angaben der Statistik der Bundesagentur f&#252;r Arbeit (BA) im Dezember vergangenen Jahres 109.549 rum&#228;nische und bulgarische Staatsangeh&#246;rige in Deutschland sozialversicherungspflichtig oder ausschlie&#223;lich geringf&#252;gig besch&#228;ftigt. F&#252;r beide L&#228;nder zusammen bedeute dies im Vorjahresvergleich eine Steigerung um 24.900 Besch&#228;ftigte (plus 29,4 Prozent). Die Besch&#228;ftigten aus den zwei L&#228;ndern machten mit rund 0,3 Prozent aller Besch&#228;ftigten nur einen kleinen Teil der Arbeitskr&#228;fte in Deutschland aus.<br />
Die gestiegene Zahl sozialversicherungspflichtig Besch&#228;ftigter aus beiden L&#228;ndern zeigt laut Bundesregierung, „dass Deutschland vor allem auch f&#252;r Arbeitskr&#228;fte aus Rum&#228;nien und Bulgarien ein attraktives Zielland darstellt“. Die aktuellen Zahlen zu den Zu- und Fortz&#252;gen lie&#223;en zudem erkennen, „dass diese Arbeitskr&#228;fte nach Beendigung ihrer Besch&#228;ftigungsphasen (beispielsweise als Saisonarbeitskr&#228;fte) das Land oftmals auch wieder verlassen“.<br />
Im Februar 2013 gab es laut Vorlage insgesamt 7.478 Arbeitslose mit rum&#228;nischer und 5.846 Arbeitslose mit bulgarischer Staatsangeh&#246;rigkeit. „Damit waren insgesamt rund 0,4 Prozent aller Arbeitslosen (3.156.242 im Februar 2013) aus Rum&#228;nien oder Bulgarien“, hei&#223;t es in der Antwort weiter. Nach Berechnungen des Instituts f&#252;r Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) auf Grundlage von Angaben der Statistik der BA habe sich die Arbeitslosenquote – berechnet auf Basis der abh&#228;ngig zivilen Erwerbst&#228;tigen – der Bulgaren und Rum&#228;nen im Dezember 2012 auf 9,6 Prozent belaufen. Sie sei damit „signifikant niedriger als bei den Ausl&#228;ndern insgesamt (16,4 Prozent)“ gewesen.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_256/01.html">Deutscher Bundestag</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Unions-Mittelstand will bei &#228;lteren Arbeitslosen k&#252;rzen</strong><br />
In der Union gibt es Bestrebungen, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I generell auf zw&#246;lf Monate zu beschr&#228;nken. Eine solche Reform w&#252;rde vor allem &#228;ltere Arbeitslose treffen. &#8220;Der Fachkr&#228;ftemangel kann nicht nur international beseitigt werden, vielmehr gilt es, auch national das Potential, das in Teilzeitbesch&#228;ftigten, &#228;lteren Mitb&#252;rgern und Arbeitslosen existiert, f&#252;r den Arbeitsmarkt zu gewinnen&#8221;, hei&#223;t es in den Empfehlungen des Parlamentskreises Mittelstand in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion f&#252;r das Wahlprogramm der Unionsparteien. Die Forderung ist politisch brisant. Zwar ist die Bezugsdauer f&#252;r die meisten ALG-I-Empf&#228;nger derzeit ohnehin auf ein Jahr beschr&#228;nkt. Ausnahmen gibt es jedoch vor allem f&#252;r &#228;ltere Arbeitslose, die besonders lange besch&#228;ftigt waren. Diese Regelung hatte 2006 der damalige Ministerpr&#228;sident Nordrhein-Westfalens, J&#252;rgen R&#252;ttgers, nach hitzigem Streit in der CDU durchgesetzt. Seitdem kann das Arbeitslosengeld beispielsweise f&#252;r Menschen, die &#228;lter als 58 Jahre sind, bis zu zwei Jahre lang ausgezahlt werden.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/unions-mittelstand-will-bei-aelteren-arbeitslosen-kuerzen-a-899282.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Innerhalb der SPD war es seinerzeit Kurt Beck, der die Verl&#228;ngerung des Arbeitslosengeldbezuges f&#252;r &#228;ltere Arbeitslose gegen den Widerstand des &#8220;Sozialdemokraten&#8221; M&#252;ntefering durchgesetzt hatte. Diese geringf&#252;gige Zur&#252;cknahme bei der &#8220;Agenda 2010&#8243; erfolgte seinerzeit v.a. wegen der Furcht vor einem weiteren Anwachsen der Linkspartei. Nun mu&#223; bei der Union als Argument zur Beseitigung des angeblichen &#8220;Facharbeitermangels&#8221; neben dem freudig begr&#252;&#223;ten Anstieg bei der Zuwanderung auch die K&#252;rzung des ALG I f&#252;r &#228;ltere Arbeitslose daf&#252;r herhalten, den Druck auf die hiesigen L&#246;hne und Geh&#228;lter auch in den kommenden Jahren aufrechtzuerhalten.</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Die Endlagerl&#252;ge</strong><br />
&#8230; Eine solche L&#252;ge ist hierzulande seit Jahrzehnten konstituierender Bestandteil der politischen Auseinandersetzungen um die Langfristlagerung von Atomm&#252;ll, und sie besteht in der stereotypen Verwendung des Terminus‘ Endlager durch die politischen Entscheidungstr&#228;ger und ihre wissenschaftliche, mediale und atomindustrielle Entourage. Der Kern der L&#252;ge ist dabei bereits im Begriff manifest – denn…There is no such thing as final disposal of nuclear waste – so etwas wie Endlagerung von Atomm&#252;ll gibt es nicht. Der Grund daf&#252;r ist ebenso simpel wie unumst&#246;&#223;lich: Radioaktivit&#228;t, radioaktive Stoffe k&#246;nnen nicht „entsorgt“ werden. (Die fr&#252;here Idee, Atomm&#252;ll ins Weltall zu verklappen, wurde aus naheliegenden Gr&#252;nden gar nicht erst erprobt.) Radioaktivit&#228;t kann sich nur selbst beseitigen – auf dem Wege des nat&#252;rlichen Zerfalls ihrer Tr&#228;gerelemente (Uran, Plutonium, C&#228;sium, Jod und andere). Das Ma&#223; der Dinge ist dabei die sogenannte Halbwertzeit. Das ist jene Spanne, die vergeht, bis die gegebene Masse einer radioaktiven Substanz sich durch Zerfalls- beziehungsweise Umwandlungsprozesse unter Freisetzung von Strahlung halbiert hat.<br />
Quelle: <a href="http://das-blaettchen.de/2013/05/die-endlagerluege-24874.html">Das Bl&#228;ttchen</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Deutsche Bank wegen Landraub in der Kritik</strong><br />
Erneut ger&#228;t der Branchenprimus wegen ethisch fragw&#252;rdiger Gesch&#228;fte in die Schlagzeilen: &#220;ber eine Tochterfirma soll das Kreditinstitut in Landgrabbing in Laos und Kambodscha verstrickt sein. Dem Bericht zufolge wurde das Land oft ohne Kenntnis der Dorfbewohner verkauft. Viele Einheimische wurden vertrieben, sie leiden nun unter Nahrungs- und Wasserknappheit. &#8220;Wir haben 60 Prozent unserer Reisfelder verloren &#8211; das Unternehmen hat alles umgepfl&#252;gt. Sie haben uns keine Entsch&#228;digung gegeben&#8221;, klagt ein Dorfbewohner im Guardian. Die Ausma&#223;e des Engagements sind freilich gering: Global Witness behauptet, dass die IFC derzeit 14,95 Millionen Dollar in einen vietnamesischen Fonds investiert, der mit fast 5 Prozent an Hagl beteiligt ist. Die Deutsche Bank bes&#228;&#223;e Hagl-Aktien f&#252;r 4,5 Millionen US-Dollar sowie Aktien der Konzerngesellschaft Dong Phu der VRG im Wert von 3,3 Millionen US-Dollar. W&#228;hrend die IFC best&#228;tigt, diese Anteile zu besitzen, wies die Deutsche Bank die Vorw&#252;rfe zur&#252;ck. Man sei nur als Verwalter f&#252;r Hagl t&#228;tig.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&#038;dig=2013%2F05%2F14%2Fa0067&#038;cHash=cc001a6e9eae6eb05af8e93d7a17a9ae">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Nun ja, wir wissen, woran wir mit den global agierenden Banken dieser Welt sind. Sie verwalten viel, wohl auch &#8230; manch R&#228;uberbande. Wirklich erschreckend ist, dass Kambodscha, fast drei Viertel seiner anbauf&#228;higen Landesfl&#228;che f&#252;r industrielle Landwirtschaft verpachtet und davon wiederum 80 Prozent in Kautschukplantagen umgewandelt wurden. Kambodscha liefert sich damit einer fragw&#252;rdigen Monokultur aus, das u. a. Selbstversorgung mit Reis gef&#228;hrdet. Kautschuk ist neben der Textilproduktion ein wichtiges Exportprodukt. Allerdings werfen diese Investitionen nur minimale Steuerertr&#228;ge ab, und der Verkaufserl&#246;s geht in diesem hochkorrupten Land weitgehend in die Taschen der staatlichen F&#252;hrungsebene in Politik und Armee.</em></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit&#228;t“</strong><br />
Die Politik soll sich nicht mehr allein an der Steigerung der Wirtschaftsleistung, sondern verst&#228;rkt auch an &#246;kologischen Erfordernissen und der sozialen Balance ausrichten. St&#252;tzen soll sich ein solches Umdenken auf das von der Enquetekommission &#8220;Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit&#228;t&#8221; entworfene &#8220;W3 Indikatoren&#8221;-Modell, das Lebensqualit&#228;t nicht nur &#252;ber das am Wachstum orientierte Bruttoinlandsprodukts (BIP) definiert und misst, sondern auch anhand der Kriterien &#8220;&#214;kologie&#8221; sowie &#8220;Soziales und Teilhabe&#8221;. Das Gremium pocht darauf, dass sich Parlament und Regierung k&#252;nftig regelm&#228;&#223;ig mit der Entwicklung der auf diese Weise ermittelten Lebensqualit&#228;t befassen. So lautet eine zentrale Botschaft des Abschlussberichts der 17 Abgeordneten und 17 Wissenschaftler, den jetzt der Deutsche Bundestag als Drucksache 17/13300 ver&#246;ffentlicht hat &#8230;<br />
Wichtigstes Ergebnis der &#252;ber zweij&#228;hrigen Arbeit ist das &#8220;W3&#8243;-Konzept, dessen Gr&#246;&#223;en &#8220;Materieller Wohlstand&#8221;, &#8220;Soziales und Teilhabe&#8221; sowie &#8220;&#214;kologie&#8221; Auskunft geben sollen, wie es um die Wohlfahrt im Land steht. Aufgeschl&#252;sselt werden diese drei Kriterien durch zehn &#8220;Leitindikatoren&#8221; wie etwa BIP, Einkommensverteilung, Besch&#228;ftigungsquote, Artenvielfalt oder Emissionen von Treibhausgasen sowie durch neun &#8220;Warnlampen&#8221; und eine &#8220;Hinweislampe&#8221; &#8211; wobei es sich bei Letzteren unter anderem um Arbeitsqualit&#228;t oder Weiterbildung dreht. Die Politik soll eingreifen, sobald &#8220;W3&#8243; Alarm schl&#228;gt &#8211; wenn beispielsweise das Besch&#228;ftigungsniveau sinkt, der materielle Wohlstand abnimmt oder sich der Zustand der Umwelt wegen der Treibhausgase verschlechtert.<br />
Der Bericht offenbart, dass auch f&#252;rderhin umstritten bleiben wird, welchen Stellenwert Wachstum konkret haben soll. Die Fraktionen von CDU/CSU und FDP bestehen auf einem positiven Verst&#228;ndnis von Wachstum: Dieses schaffe finanzielle und technisch-innovative Mittel, um Nachhaltigkeit zu f&#246;rdern, Umwelt- und Finanzkrisen zu meistern oder Schuldenabbau, Sozialleistungen und Besch&#228;ftigung zu erm&#246;glichen. F&#252;r die Opposition ist indes die Wachstumspolitik mitverantwortlich f&#252;r &#246;kologische und wirtschaftliche Krisen, weswegen eine &#8220;Neujustierung der sozialen Marktwirtschaft&#8221; mit einer aktiven Rolle des Staats n&#246;tig sei. Mit der Idee einer &#8220;sozial&#246;kologischen Transformation&#8221; scheiterten Abgeordnete von SPD, Linken und Gr&#252;nen freilich an der Koalition.<br />
Von diesem Gegensatz ist auch das Kapitel &#252;ber &#8220;Nachhaltig gestaltende Ordnungspolitik&#8221; gepr&#228;gt. Union und FDP bef&#252;rworten eine pragmatische Anpassung der sozialen Marktwirtschaft, die ihre &#8220;Anpassungsf&#228;higkeit&#8221; schon h&#228;ufig bewiesen habe, an die Erfordernisse der Nachhaltigkeit. Die Opposition hingegen h&#228;lt weitreichende &#196;nderungen f&#252;r n&#246;tig. Der Staat solle nicht alles dekretieren, aber entsprechende Regulierungsrahmen setzen. Bei den dramatischen Krisen handele es sich &#8220;nicht nur um einen Betriebsunfall&#8221;, weshalb &#8220;kleinere pragmatische Anpassungen&#8221; nicht gen&#252;gten.<br />
Trotz solcher Unterschiede verst&#228;ndigte man sich auf Vorschl&#228;ge zur Stabilisierung des Bankensystems. Dazu z&#228;hlt eine St&#228;rkung des Haftungsprinzips &#252;ber eine gr&#246;&#223;ere Eigenkapitalausstattung der Kreditinstitute und &#252;ber &#8220;Verg&#252;tungssysteme, die das Risikobewusstsein sch&#228;rfen&#8221;. Schattenbanken m&#252;ssten effizienter kontrolliert werden, auch eine wirkungsvolle europ&#228;ische Finanzaufsicht sei geboten.<br />
Konsens herrscht, dass die Politik die &#246;kologischen Grenzen des Planeten akzeptieren m&#252;sse. In manchen Bereichen wie dem Aussto&#223; von Klimagasen, dem R&#252;ckgang der Artenvielfalt oder der &#220;berlastung des Stickstoffkreislaufs seien diese Grenzen schon heute &#252;berschritten. Deshalb m&#252;sse der Umwelt- und Ressourcenverbrauch gesenkt werden. &#220;ber konkrete Forderungen zur Reduzierung des Rohstoffkonsums konnte man sich jedoch nicht einigen. Die Koalition sieht dies als Aufgabe der k&#252;nftigen Regierung an. Ein Sondervotum der Opposition macht zahlreiche Vorschl&#228;ge, etwa ein Wertstoffgesetz, eine effizientere Kreislaufwirtschaft mit h&#246;heren Recyclingquoten oder eine Abgabe auf Stickstoff.<br />
Auch zu einer zukunftsf&#228;higen Arbeitswelt war &#8220;ein fraktions&#252;bergreifender Konsens nicht herzustellen&#8221;. Der Bericht pr&#228;sentiert lediglich als Basis k&#252;nftiger Debatten drei unterschiedliche Modelle. Ein Konzept, das Union und FDP zuzuordnen ist, macht sich f&#252;r eine Ausdehnung der Erwerbsarbeit und f&#252;r mehr Flexibilisierung stark. Ein von der SPD favorisierter Entwurf zielt auf &#8220;qualitativ wertvolle Arbeit&#8221;, lehnt eine Ausdehnung des gesamten Arbeitsvolumens ab und will die Arbeitszeit zwischen Frauen und M&#228;nnern ausgeglichener verteilen. Linke und Gr&#252;ne verlangen, soziale Sorgearbeit und b&#252;rgerschaftliches Engagement st&#228;rker mit Erwerbsarbeit zu verkn&#252;pfen.<br />
Einhellig pl&#228;diert die Kommission f&#252;r eine Ausweitung der Erwerbst&#228;tigkeit von Frauen und deshalb f&#252;r eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zum umstrittenen Mindestlohn nimmt der Bericht nicht Stellung. Lediglich ein Sondervotum dreier Sachverst&#228;ndiger aus dem Oppositionslager setzt sich f&#252;r den Mindestlohn ein.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_259/04.html">Deutscher Bundestag</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Freihandelsabkommen bedroht Kultur-Vielfalt</strong><br />
Am 30.5.2013 wird das EU-Parlament &#252;ber die Ausgestaltung der zwischen EU und USA geplanten Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership TTIP) abstimmen, das bislang unter Federf&#252;hrung des BMWI hinter verschlossenen T&#252;ren ausgehandelt wird. Es ist geplant, der EU-Kommission ein Verhandlungsmandat zu erteilen, das wichtige kulturwirtschaftliche Weichenstellungen vornehmen soll, und den bisher durch V&#246;lkerrecht gesicherten Schutz der kulturellen Vielfalt durch Handelsrecht aush&#246;hlt &#8230;<br />
Das Verhandlungs-Mandat bezieht sich allein auf die WTO-Regeln – ohne R&#252;cksicht auf die mit der Unterzeichnung des UNESCO-Abkommens zur kulturellen Vielfalt eingegangenen Verpflichtungen &#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.pankower-allgemeine-zeitung.de/2013/05/11/freihandelsabkommen-bedroht-kultur-vielfalt/">Pankower Allgemeine Zeitung</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Merkel bei Kino-Vorf&#252;hrung: Am&#252;siert in Reihe f&#252;nf</strong><br />
Wenn die Kanzlerin &#252;ber alte DDR-Zeiten plaudert, wird&#8217;s lustig: Bei einer Kino-Vorf&#252;hrung in Berlin schwelgte Angela Merkel in Erinnerungen an Kohle&#246;fen, Ost-Pop und ihre Nebent&#228;tigkeit als Bardame. Einen geschickten politischen Nebeneffekt hatte der Auftritt zudem.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/kanzlerin-merkel-gastauftritt-bei-kino-vorfuehrung-a-899407.html">Spiegel Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Die Human-Touch-PR f&#252;r Merkel l&#228;uft auf Hochtouren, wenn auch beim Spiegel mit s&#252;ffisantem Unterton. Mit dem Besuch des Films &#8220;Die Legende von Paul und Paula&#8221; l&#228;sst sich &#252;ber Merkels Vergangenheit als fr&#252;here „Sekret&#228;rin f&#252;r Agitation und Propaganda“ locker hinweg l&#228;cheln. Man hat im Wahlkampagnen-Team von Merkel wohl erkannt, dass Merkel zu kalt und emotionslos wahrgenommen wird, deshalb „Muttitag“ bei der Truppe in Afghanistan, deshalb Merkel beim <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/merkel-im-brigitte-talk-schweigen-um-klug-reden-zu-koennen-2006324.html">„Brigitte-Talk“</a>.</em></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Antwort der Bundesregierung zu Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen in Forschung und Wissenschaft</strong><br />
Bei der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. (HGF) seien zum Jahresende 2010 62,7 Prozent der Wissenschaftler befristet besch&#228;ftigt gewesen, bei der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) habe der Anteil zum 31. Dezember 2010 bei 71 Prozent gelegen. Beim Max-Planck-Institut seien 71,7 Prozent der wissenschaftlichen Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisse befristet gewesen und bei der Leibniz-Gemeinschaft seien es 69,9 Prozent gewesen.<br />
Die Linke hatte kritisiert, dass die Zahl der beamteten Professoren trotz steigender Studentenzahlen in den vergangenen Jahren kaum gestiegen sei. Gleichzeitig habe aber die Zahl der Angestellten und frei- und nebenberuflich Besch&#228;ftigten an Hochschulen stark zugenommen. Angestelltes Personal in Hochschulen sei zu fast 90 Prozent befristet besch&#228;ftigt, hatte die Linke in ihrer Kleinen Anfrage geschrieben.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_257/03.html">Deutscher Bundestag</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Es ist zwar nicht zu bestreiten, dass viele der befristeten Stellen, solche Stellen sind, auf denen sich der wissenschaftliche Nachwuchs zeitlich befristet qualifizieren soll. Und es zeigt sich auch in dem hohen Anteil der Befristungen, die Problematik der zunehmenden Drittmittelforschung. Was – im Gegensatz zu vielen wissenschaftlich durchaus erfolgreichen L&#228;ndern – fehlt, ist eine Personalentwicklungsplanung und die Schaffung von unbefristeten Stellen f&#252;r junge Wissenschaftler. Es ist nicht erstaunlich, dass viele hochqualifizierte junge Wissenschaftler ihr Heil in der Flucht an ausl&#228;ndische Hochschulen suchen.</em></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Sparpl&#228;ne: Springer will bei &#8220;Bild&#8221;-Gruppe bis zu 200 Stellen streichen</strong><br />
Die &#8220;Bild&#8221;-Zeitung macht Gewinn, trotzdem plant der Axel-Springer-Verlag massive Einschnitte bei dem Boulevardblatt. 20 Millionen Euro will der Konzern sparen, bis zu 200 Stellen sind nach SPIEGEL-Informationen bei der &#8220;Bild&#8221;-Gruppe von der Streichung bedroht &#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/axel-springer-verlag-will-bei-bild-gruppe-bis-200-stellen-streichen-a-899307.html">Spiegel-Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Dass die „Bild“-Zeitung schrumpft, ist medienpolitisch eine erfreuliche Nachricht. Die Mitarbeiter k&#246;nnen einem nat&#252;rlich leidtun.</em></p>
<p>Dazu passt: <strong>Digitalsparte: Die Axel Springer AG</strong><br />
Jedes Quartal macht Mathias D&#246;pfner deutlich, wohin die Reise des Journalismus f&#252;hrt. Einer muss es ja tun. Danke! Es ist niedlich, wie Axel-Springer-Vorstandschef Mathias D&#246;pfner versucht, die Ver&#228;nderungen zu verkaufen: Nat&#252;rlich bleibe Springer ein &#8220;Haus des Journalismus&#8221;, nach wie vor sei man zuerst ein &#8220;Inhalteanbieter&#8221;, und auch das Unwort des Zeitungskrisenjahrzehnts, &#8220;Qualit&#228;tsjournalismus&#8221;, nimmt er in den Mund. Dabei wei&#223; er genau, dass die gerade vorgelegten Quartalszahlen etwas v&#246;llig anderes sagen: Axel Springer macht bereits die H&#228;lfte seines Gewinns im Digitalen, zwei Drittel der Werbeerl&#246;se werden dort generiert. Der Umsatz der Digitalsparte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 318,2 Millionen Euro. Der Umsatz der Sparte Zeitungen national sank zeitgleich um 10 Prozent auf 249 Millionen. Das Digitale hat das Papier-Gesch&#228;ft l&#228;ngst in allen Parametern &#252;berfl&#252;gelt. Und es ist nicht die hinter einer Paywall versteckte Webseite der Welt, die das Geld reinbringt. Es sind Immobilien- und Jobportale. Inhalte? Klar: 56 qm, vollsaniert, Wannenbad, Balkon, sofort bezugsfertig.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&#038;dig=2013%2F05%2F11%2Fa0216&#038;cHash=71ee818a15e6b5b0d566ba370b5846be">taz</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Heftige Kritik an Anti-AdBlocker-Kampagne</strong><br />
Berechtigte Bitte oder ein &#8220;PR-Desaster&#8221;? In einer gemeinsamen Kampagne rufen Spiegel, Zeit und SZ ihre Web-Leser dazu auf, auf AdBlocker zu verzichten. Durch diese gingen wichtige Werbeeinnahmen verloren. Statt breiter Zustimmung, st&#246;&#223;t die Verlags-Bitte vor allem auf Ablehnung und Kritik. Viele Nutzer schreiben, sie h&#228;tten den Werbeblocker schnell wieder eingeschaltet, da die Anzeigen zu aufdringlich seien. Andere betonen, dass sie lieber f&#252;r ein werbefreies Angebot zahlen w&#252;rden.<br />
In der neuen Kampagne bitten SpOn, Zeit und SZ, FAZ.net, Golem.de und RP Online ihre Leser: &#8220;Schalten Sie bitte den AdbBlocker auf unseren Seiten ab!&#8221;. Immerhin sollen bei den Nachrichten-Portalen mittlerweile bei rund 25 Prozent aller Seitenabrufe ein Werbeblocker eingeschaltet sein. &#8220;Ziel der Kampagne ist es, das Bewusstsein der Leser zu sch&#228;rfen und damit eine Basis daf&#252;r zu schaffen, auch zuk&#252;nftig m&#246;glichst umfassende Nachrichtenangebote im Internet anbieten zu k&#246;nnen&#8221;, hei&#223;t es in einer gemeinsamen Erkl&#228;rung der Nachrichten-Portale. [...]<br />
Auch Adblock Plus, ein bekannter Adblocker, meldete sich zum Thema zu Wort. [...] &#8220;Wir rufen daher alle Websites, Verlage, Advertiser und Ad-Networks auf, sich dem Dialog zu stellen und Werbung nicht gegen, sondern f&#252;r den Nutzer zu machen. Nur so k&#246;nnen Menschen im Internet erreicht werden&#8221;, ist in der Stellungnahme abschlie&#223;end zu lesen, gefolgt von dem Hinweis, dass die entsprechenden Anzeigen gegen Adblocker nun vom Adblocker ausgeblendet w&#252;rden. [...]<br />
Medien-Berater Thomas Koch sieht in der Kampagne der beteiligten Nachrichtenseiten einen &#8220;Bumerang&#8221;. Er twittert: &#8220;Der Witz bei &#8216;No Ad-Blocker, please&#8217; ist, dass jetzt endlich alle wissen, wie man die bescheuerte Werbung abstellt&#8230;&#8221; Weiter schreibt er: &#8220;Hab ja immer behauptet, Verlage verstehen Print nicht mehr. Jetzt verstehen sie nicht mal mehr das Internetz&#8230;&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://meedia.de/internet/heftige-kritik-an-anti-adblocker-kampagne/2013/05/13.html?utm_campaign=NEWSLETTER_ABEND&#038;utm_source=newsletter&#038;utm_medium=email">Meedia</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Dieses heikle Thema muss man unter zwei verschiedenen Perspektiven betrachten:</em></p>
<ol type="a">
<li><em><strong>Nutzerfreundlichkeit/&#196;sthetik/Performance</strong><br />
W&#252;rden die gro&#223;en Online-Plattformen die Werbung &#228;sthetisch in ihr Angebot einbetten, h&#228;tten wohl die meisten Nutzer auch kein Problem mit der Werbung. Gerade bei SPON und Co. ist jedoch das genaue Gegenteil der Fall. Riesige blinkende Flash-Animationen, die vom Inhalt ablenken und &#228;ltere Rechner in die Knie zwingen sind hier die Regel. Das die Leser diese Form von Werbung ablehnen, ist absolut verst&#228;ndlich.</em></li>
<li><em><strong>Unterst&#252;tzung/Finanzierung</strong><br />
Es ist richtig, dass Adblocker den Content-Anbietern herbe finanzielle Einschnitte bringen. Daher sollte auch jeder Adblock-Nutzer seine eigenen Filter erstellen und Seiten, die er unterst&#252;tzen will, von der Adblock-Filterung ausnehmen. Nun geh&#246;ren SPON und Co. aber nicht unbedingt zu den Angeboten, die unterst&#252;tzenswert ist. Ich hatte mir heute morgen mal den Spa&#223; gemacht und den Adblocker f&#252;r SPON deaktiviert. Das Ergebnis sehen Sie hier:</em></li>
</ol>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/spon_screen130514.jpg"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/spon_screen130514_th.jpg" alt="Werbung der INSM auf SPIEGEL Online" title="Werbung der INSM auf SPIEGEL Online" /></a></p>
<p><em>Als aufgekl&#228;rter Leser will ich aber &#8211; wenn es sich vermeiden l&#228;sst &#8211; keine Werbung der INSM sehen und Angebote wie SPON nicht unterst&#252;tzten. Daher ist es auch vollkommen legitim, f&#252;r solche Seiten einen Adblocker einzusetzen. Anbieter wie SPON sollten sich lieber auch ihr inhaltliches Angebot konzentrieren. Wenn das Angebot &#252;berzeugt, schalten die Nutzer auch den Adblocker aus und SPON kann mehr Geld verdienen. Geld f&#252;r Propaganda und schlechten Journalismus gibt es aber nicht.</em></p>
<p><em>p.s.: Zum Schmunzeln regt freilich der Kommentar des zitierten „Medien-Beraters“ Thomas Koch an. Selbstverst&#228;ndlich sehen nur Adblock-Nutzer die „No-Ad-Blocker-Please“ Fenster, vollkommen bl&#246;d sind die Online-Plattformen ja auch nicht. Das zeigt aber wieder einmal, wer sich heute so alles „Medien-Berater“ nennen darf.</em></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Veranstaltungshinweis: Massenarbeitslosigkeit in Europa – Auswege aus der Krise</strong><br />
14. Mai 2013, 17.30 Uhr,  Uni Hannover, Conti-Campus, Niedersachsensaal K&#246;nigsworther Platz 1<br />
Prof. Dr. Heiner Flassbeck<br />
Massenarbeitslosigkeit in Europa – Auswege aus der Krise<br />
Die L&#228;nder der Europ&#228;ischen Union befinden sich in der tiefsten Wirtschaftskrise seit 1945: Die Arbeitslosigkeit hat in der EU einen H&#246;chststand erreicht. Durch die Rettung von Banken wurden  die &#246;ffentlichen Haushalte massiv belastet. Die gerade auch von der deutschen Bundesregierung vorangetriebene Sparpolitik hat die Situation weiter versch&#228;rft. L&#246;hne, Renten und Rechte von Gewerkschaften werden massiv beschnitten. Die Armut nimmt rasant zu – auch in Deutschland: Unsichere und schlecht bezahlte Arbeitsverh&#228;ltnisse greifen um sich. Ein Kurswechsel in der Wirtschafts- und Besch&#228;ftigungspolitik ist daher dringend n&#246;tig.</li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17243&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&#252;r ihre Klientel</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17238</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17238#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 May 2013 06:39:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[W&#228;hrend H&#228;user heutzutage &#252;berwiegend aus Beton gebaut und kaum mehr mit Holz geheizt werden und R&#246;hrenbildschirme durch Flachbildschirme abgel&#246;st werden, wird in Deutschland eine Rauchmelderpflicht eingef&#252;hrt. Zwar sind elektrische Ger&#228;te immer noch eine h&#228;ufige Brandursache, beispielsweise durch Kurzschluss, Kontaktfehler oder &#252;berm&#228;&#223;ige Beanspruchung, doch statt auf Pr&#228;vention, die auf Sicherheitsregeln im Umgang mit elektrischen Ger&#228;ten abzielte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>W&#228;hrend H&#228;user heutzutage &#252;berwiegend aus Beton gebaut und kaum mehr mit Holz geheizt werden und R&#246;hrenbildschirme durch Flachbildschirme abgel&#246;st werden, wird in Deutschland eine Rauchmelderpflicht eingef&#252;hrt. Zwar sind elektrische Ger&#228;te immer noch eine h&#228;ufige Brandursache, beispielsweise durch Kurzschluss, Kontaktfehler oder &#252;berm&#228;&#223;ige Beanspruchung, doch statt auf Pr&#228;vention, die auf Sicherheitsregeln im Umgang mit elektrischen Ger&#228;ten abzielte und die B&#252;rger &#252;ber den richtigen Umgang mit elektrischen Ger&#228;ten aufkl&#228;rte, setzt das „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ auf eine fl&#228;chendeckende Rauchmelderpflicht. Das ist auch nicht verwunderlich, denn hinter dem „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ verbirgt sich eine Lobbyvereinigung, die mit der Kampagne „Rauchmelder retten Leben“ 12 Jahre lang auf eine fl&#228;chendeckende gesetzliche Rauchmelderpflicht in Deutschland hingewirkt hat. Von <strong>Christine Wicht</strong><br />
<span id="more-17238"></span><br />
Gesundheitsschutz-, Umweltschutz-, Pr&#228;ventionsma&#223;nahmen oder Terrorismusbek&#228;mpfung werden inflation&#228;r f&#252;r gesetzliche Ma&#223;nahmen verwertet, um die Notwendigkeit unpopul&#228;rer Gesetze zu unterstreichen und ein kritisches Hinterfragen der B&#252;rger zu unterminieren. Oft werden &#196;ngste in der Bev&#246;lkerung gesch&#252;rt, um eine Akzeptanz f&#252;r Gesetze zu erwirken. Als flankierende Ma&#223;nahme leisten Agenturen im Vorfeld werbetechnisch ausgekl&#252;gelte &#220;berzeugungsarbeit. Geschickte, subtile Marketingkampagnen von Lobbyvereinen, stimmen die B&#252;rger in den Medien unbemerkt &#252;ber Jahre hinweg auf die Notwendigkeit solcher Gesetze ein. Die Profiteure dieser Gesetze werden allerdings selten thematisiert, dabei sollte vor allem beleuchtet werden, wer von welchem Gesetz profitiert.</p>
<p><strong>Wer profitiert vom Rauchmeldergesetz?</strong></p>
<p>Das Rauchmeldergesetz war keine einfache Zielsetzung, denn Brandschutz ist L&#228;ndersache. Gesetze zur Rauchmelderpflicht m&#252;ssen in den einzelnen Landtagen verfasst und abgestimmt werden, bevor sie in die Landesbauordnung eines Bundeslandes aufgenommen werden. Inzwischen existiert in nahezu allen Bundesl&#228;ndern eine Rauchmelderpflicht. Auch der bayerische Landtag wird als eines der letzten Bundesl&#228;nder noch vor der Sommerpause einen <a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;rct=j&#038;q=bayerisches%20gesetz-%20und%20verordnungsblatt%20nr.%2023%2F2012%20vom%2017.12.2012%20&#038;source=web&#038;cd=1&#038;ved=0CDAQFjAA&#038;url=https%3A%2F%2Fwww.verkuendung-bayern.de%2Ffiles%2Fgvbl%2F2012%2F23%2Fgvbl-2012-23.pdf&#038;ei=MYgBUaOQMcWk4gT8soC4CQ&#038;usg=AFQjCNHRowmDjw2WfeOC08kMvP-rxeEvLw&#038;bvm=bv.41524429,d.Yms&#038;cad=rja">Gesetzentwurf dazu verabschieden [PDF - 2 MB]</a>.</p>
<p>Die Gesetzes&#228;nderung zu Rauchwarnmeldern wurde bereits im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 23/2012 /S. 636 bekanntgegeben:</p>
<blockquote><p>„In Wohnungen m&#252;ssen Schlafr&#228;ume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsr&#228;umen f&#252;hren, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder m&#252;ssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch fr&#252;hzeitig erkannt und gemeldet wird. Die Eigent&#252;mer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2017 entsprechend auszustatten. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzern, sei denn, der Eigent&#252;mer &#252;bernimmt diese Verpflichtung selbst.“</p></blockquote>
<p>Mit dem Slogan, „Rauchmelder retten Leben“, hat die Werbeagentur <a href="http://www.eobiont.de/">eobiont GmbH</a> f&#252;r den Verein Brandrauchpr&#228;vention in einer 12-j&#228;hrigen Kampagnen- und &#220;berzeugungsarbeit die Notwendigkeit von Rauchmeldern ins Bewusstsein der B&#252;rger und der Politik gebracht. Dazu hat die Agentur &#8211; eigenen Angaben zufolge &#8211; mit tausenden lokalen Feuerwehren zusammengearbeitet, ein Marketingvideo ver&#246;ffentlicht sowie Flyer, Plakate und Promotion-Materialien entworfen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die Ausstattung der Haushalte mit Rauchmeldern ist um das Siebenfache gestiegen, vor allem aber der Erlass neuer gesetzlicher Regelungen zur obligatorischen Installation von Rauchmeldern <a href="http://eobiont.de/de/2010/06/01/10-jahre-spater/">in nahezu allen Bundesl&#228;ndern</a>. Die Agentur bietet unter anderem einen 13-min&#252;tigen Beitrag &#252;ber Rauchmelder im Wissensbeitrag der „Sendung mit der Maus“ an. Das „Forum Brauchrauchpr&#228;vention in der vfdb“ erhielt die Rechte f&#252;r 1000 DVD&#8217;s zur Abgabe an Feuerwehren, die dieses Material zu Schulungszwecken <a href="http://www.sicherheitserziehung-nrw.de/uploads/media/BeBa_01.pdf">benutzen sollen [PDF - 3 MB]</a>. Dar&#252;ber hinaus haben auch die Schauspieler Marie-Luise Marjan (Lindenstra&#223;e) und Erol Sander als Werbetr&#228;ger zur Popularisierung des Themas im Film “Das fliegende Klassenzimmer” <a href="http://eobiont.de/de/2010/06/01/10-jahre-spater/">beigetragen</a>. Anhand dieser Beispiele wird deutlich wie unterschwellig das Bewusstsein der Fernsehzuschauer in den Medien manipuliert wird, um f&#252;r ein Produkt zu werben. Werbepsychologie wird hier mit Wirtschaftspsychologie gepaart, um eine klassische Konditionierung zu erreichen, in der &#196;ngste aufgebaut werden.</p>
<p><strong>Was ist eigentlich Brandrauchpr&#228;vention?</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich kann man sagen, Rauchmelder seien eine gute Sache, sie k&#246;nnten ja, wie das „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ behauptet,  j&#228;hrlich 500 Menschen in Deutschland, die an Br&#228;nden bzw. an Rauchvergiftung sterben, das Leben retten. Aber: Zum einem nutzt, &#252;berspitzt gesagt, einem Blitzschlagopfer oder einem Autounfallopfer ein Brandmelder wenig &#8211; die auch in die Brandopferstatistik einflie&#223;en &#8211; und zum anderen schlagen Rauchmelder erst Alarm, wenn ein Brand bereits ausgebrochen ist.</p>
<p>Wirkliche Pr&#228;vention setzt aber bei den Ursachen und nicht bei den Auswirkungen an. Das Institut f&#252;r Schadensverh&#252;tung und Schadensforschung (eine Institution der &#246;ffentlichen Versicherer) moniert, dass es leider keine Statistik gebe, die sowohl auf fundierter Schadenanalyse beruht als auch repr&#228;sentativ f&#252;r das gesamte Schadengeschehen ist. Das Institut gibt in einer Statistik f&#252;r 30% der Br&#228;nde <a href="http://www.ifs-ev.org/">Elektrizit&#228;t als Ursache</a> an und 16% der Br&#228;nde seien auf menschliches Fehlverhalten <a href="http://www.ifs-kiel.de/08_titel/2012/IFS%20Brandursachenstatistik%202011.pdf">zur&#252;ckzuf&#252;hren [PDF - 27 KB]</a>. </p>
<p><strong>Warum liegt aber der Schwerpunkt gerade auf einer Rauchmelderpflicht?</strong> </p>
<p>Vielleicht weil Brandaufkl&#228;rung kein lukrativer Markt w&#228;re, zumindest nicht f&#252;r Ablesefirmen und Rauchmelderhersteller, Rauchmelderzertifizierer usw. Da ist es weitaus lukrativer ein Rauchmeldergesetz mit einem ganzen Rattenschwanz an umsatztr&#228;chtigen &#220;berpr&#252;fungspflichten und Folgekosten zu forcieren. Durch die gesetzliche Verpflichtung muss nicht nur jeder Haushalt, je nach Gr&#246;&#223;e, mit mindestens einem Rauchmelder ausgestattet sein, diese m&#252;ssen obendrein j&#228;hrlich inspiziert und gewartet werden, zum Beispiel von Brandschutzfirmen, Kaminkehrern, Hausmeisterdiensten und Ablesebetrieben, m&#246;glicherweise gemeinsam mit der j&#228;hrlichen W&#228;rme- und Wasserablesung. Diese &#220;berwachungspflichten kritisiert z.B. auch der Verband der Berlin-Brandenburgische Wohnungsunternehmen, e.V. (BBU). Nach Meinung des Verbandes verhindern Rauchmelder keine Br&#228;nde, viel wichtiger sei die Pr&#228;vention. Br&#228;nde sollen gar nicht erst entstehen. Wichtig w&#228;re au&#223;erdem, dass die Menschen wissen, wie sie sich im Brandfall richtig verhalten, <a href="http://www.bbu.de/publicity/bbu/internet.nsf/index/de_pressespiegel.htm?OpenDocument&#038;333DA983FAD3FC05C1257A39002BFCA4">sagte BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern</a>. Obendrein kritisiert der BBU die enormen Kosten der Rauchmelderpflicht, die Installation der Ger&#228;te koste allein die BBU-Unternehmen sch&#228;tzungsweise rund 84 Millionen Euro, die Wartung pro Jahr au&#223;erdem <a href="http://www.berliner-zeitung.de/berlin/brandschutz-in-berlin-debatte-ueber-rauchmelderpflicht,10809148,16608564.html">rund acht Millionen Euro</a>.</p>
<p><strong>R&#252;ckgang der Brandopfer, auch ohne Rauchmelder</strong></p>
<p>Laut Statistischem Bundesamt ist die Anzahl von Brandtoten in Deutschland zwischen 1980 und 2008 (auch ohne Rauchmelder) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Brandtote_in_Deutschland_von_1980_bis_2008.svg">deutlich gesunken</a>. Auch die Wirtschaftswoche hat in ihrer Onlineausgabe im November 2012 darauf hingewiesen, dass die Zahl der Brandopfer r&#252;ckl&#228;ufig ist und zwar v&#246;llig <a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/brandschutz-die-starke-lobby-der-rauchmelderhersteller/7334810.html">unabh&#228;ngig von Rauchmeldergesetzen</a>. Die Mehrzahl der Landtagsabgeordneten  befasst sich wohl nicht mit Statistiken sondern glaubt anscheinend blind der Botschaft einer Lobbyvereinigung. Der Abgeordnete Klaus Voussem (CDU), hat den Artikel in der Wirtschaftswoche offenbar gelesen und sich am 13.12.2012 im Landtag NRW zu den r&#252;ckl&#228;ufigen Zahlen der Brandopfer ge&#228;u&#223;ert, Plenarprotokoll 16/18, S.1350-1354:</p>
<blockquote><p>„Nennen m&#246;chte ich an dieser Stelle die Ausgabe 46 der „Wirtschaftswoche“ vom 12. November 2012. Darin sind alle Bundesl&#228;nder mit und ohne Installationspflicht sowie die Entwicklung der Anzahl der Todesf&#228;lle aufgelistet. Ergebnis: Fast &#252;berall sind die Zahlen r&#252;ckl&#228;ufig. Das ist erfreulich. Weiteres Ergebnis: Die Zahlen sind unabh&#228;ngig davon r&#252;ckl&#228;ufig, ob Rauchmelderpflicht besteht oder nicht. Es gibt also die eindeutige Tendenz der Verbesserung sowohl in L&#228;ndern mit einer gesetzlichen Vorschrift als auch in L&#228;ndern ohne Vorschrift. Welche Gr&#252;nde daf&#252;r verantwortlich sind und ob daraus Konsequenzen f&#252;r eine &#196;nderung oder vielleicht sogar Ablehnung des Gesetzentwurfs erwachsen, muss im Rahmen dieses Gesetzgebungsverfahrens gekl&#228;rt werden. Als weiterer noch zu kl&#228;render und zu verbessernder Punkt ist die Kontrolle zu nennen. Denn ein Gesetz kann seine Wirkung nur entfalten, wenn entsprechend kontrolliert wird. Also stellt sich die Frage: Wer kontrolliert die Einhaltung des Gesetzes? Beim Neubau ist das in der Tat kein Problem. Das kann man durch die Bauabnahme regeln. Das Problem liegt unserer Auffassung nach eher im Bestand. Wer stellt sicher, dass die Rauchmelder tats&#228;chlich installiert werden? Wer stellt sicher, dass installierte Ger&#228;te funktionsf&#228;hig gehalten werden? Hierbei muss nach Auffassung der CDU im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens &#252;ber Verbesserungen beraten werden. Vor diesem Hintergrund k&#252;ndige ich schon heute an, dass wir eine Anh&#246;rung beantragen werden, die diese Fragen hoffentlich kl&#228;ren wird.“</p></blockquote>
<p>MdL Klaus Voussem stellt die Frage, wie die Einhaltung des Gesetzes kontrolliert werden kann? W&#252;rde jede Wohnung nicht nur was die Heizungsanlage oder die Z&#228;hler von Wasser, Strom und Gas anbetrifft, sondern was die einzelnen Zimmer betrifft einer staatlichen Kontrolle unterliegen, w&#228;re dieses Gesetz ein tiefer Eingriff in die Privatsph&#228;re. Also muss die Einhaltung des Gesetzes auf anderem Wege gesichert werden. Eine M&#246;glichkeit w&#228;re die Eingrenzung des Versicherungsschutzes, auch eine Ordnungsstrafe w&#228;re denkbar oder, dass bei der Heizungsablesung der Rauchmelder angemahnt und damit Druck erzeugt wird.</p>
<p><strong>Das Forum Brandrauchpr&#228;vention war erfolgreich</strong></p>
<p>Das Forum Brandrauchpr&#228;vention kommt als eingetragener Verein und unverd&#228;chtig daher, es ist aber tats&#228;chlich eine Lobbyvereinigung, in der sich diverse Dachverb&#228;nde zusammengetan haben, unter anderem der Zentralinnungsverband der Schonsteinfeger (ZIV), der Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystem (BHE), der Zentralverband der Elektotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI), der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), der deutsche Feuerwehrverband (DFV) und andere mehr.</p>
<p>Das Forum war seit 2000 unter dem Dach des ZVEI untergebracht und sp&#228;ter als Adhoc-Gruppe in der vfdb (Vereinigung zur F&#246;rderung des Deutschen Brandschutzes e.V.) aktiv. <a href="http://www.vfdb.de/Korporative-Mitglieder-stellen-sich-vor.120.0.html">Zur vfdb geh&#246;ren</a> beispielsweise Unternehmen wie DEKRA, Siemens, BC-Brandschutzsysteme. Am 12.06.2012 gr&#252;ndete das „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ <a href="http://www.rauchmelder-lebensretter.de/brandrauchpraevention.html">einen eigenen gemeinn&#252;tzigen Verein</a>. Vorstand des Forums ist Christian Rudolph von der <a href="http://www.hekatron.de/unternehmen/">Hekatron GmbH</a>, einem f&#252;hrenden Spezialisten in  der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Systemen des anlagentechnischen Brandschutzes. Christian Rudolph wollte mit der Kampagne die gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Verbreitung von Rauchwarnmeldern in Deutschland durch eine fl&#228;chendeckende, gesetzliche Verpflichtung erreichen, sowie die maximale Funktionsbereitschaft der Melder durch den Einsatz von qualitativ hochwertigen Rauchwarnmeldern <a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;rct=j&#038;q=mike%20bohl%20detectomat%20rauchmelderpflicht&#038;source=web&#038;cd=9&#038;ved=0CF8QFjAI&#038;url=http%3A%2F%2Fwww.hekatron.de%2Fmedia%2Fpresse1_1%2Fdatei%2F99_rrl_pr.doc&#038;ei=YcYGUfDWHe774QTY74HgDw&#038;usg=AFQjCNGO4NqkRKuBOEfFTDDgZesWGhrd0g&#038;cad=rja">sicherstellen [Download WORD-Dokument]</a>. </p>
<p>In einer <a href="http://www.hekatron.de/media/presse1_1/datei/166_rauchmelder_retten_leben.doc">Pressemeldung von Hekatron [Download WORD-Dokument]</a> im Jahr 2010 &#228;u&#223;erte sich Christian Rudolph dazu deutlich:</p>
<blockquote><p>„Zehn Jahre haben Feuerwehren, Schornsteinfeger, Versicherungen und Fachhandel zusammen mit der Industrie kontinuierliche Aufkl&#228;rungs- und &#220;berzeugungsarbeit geleistet. 2000 hatten wir, wie oben erw&#228;hnt, einen Ausstattungsgrad von nur 5%. Das wir heute bei 40% liegen, haben wir nur der Tatsache zu verdanken, dass mittlerweile 9 von 16 Bundesl&#228;nder eine gesetzliche Einbaupflicht haben. Ich bin &#252;berzeugt davon, dass wir mittelfristig eine Einbaupflicht bekommen werden. F&#252;r mich gibt es kein &#252;berzeugendes Argument, auf eine Einbaupflicht zu verzichten. Nach den Erbhebungen der FORSA-Umfrage besitzen aktuellen 2/3 Drittel aller Einwohner in Baden-W&#252;rttemberg keine Rauchwarnmelder. Auch die von Politikern immer wieder aufgeworfene Frage der &#220;berpr&#252;fung der Rauchwarnmelder ist l&#228;ngst gekl&#228;rt. So zeigen Erfahrungen aus anderen Bundesl&#228;ndern, dass die &#220;berpr&#252;fung durch Messdienstleister und Schornsteinfeger eine g&#228;ngige Praxis sein k&#246;nnen.“ So definiert Christian Rudolph das Ziel einer fl&#228;chendeckenden Rauchwarnmelderpflicht in Deutschland!“</p></blockquote>
<p>Stellvertreter von Christian Rudolph im „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ ist Mike Bohl. Er ist Verkaufsleiter von detectomat, einem Unternehmen das unter anderem <a href="http://www.detectomat.de/startseite/detectomat/unternehmen.html?PHPSESSID=e102259036b6b8440d1c9270e601c445">Brandmeldesysteme herstellt</a>. Mike Bohl <a href="http://www.git-sicherheit.de/topstories/brandschutz/brandschutz-eduard-j-jo-und-mike-bohl-sprechen-ueber-detectomat-firmengeschic">erkl&#228;rt</a> den Sinn des Forums Brandpr&#228;vention:</p>
<blockquote><p>„Durch die Gesetzgebungen in den einzelnen Bundesl&#228;ndern ist die Akzeptanz der Rauchwarnmelder in Deutschland und damit der Bedarf gestiegen. Wir sind seit Gr&#252;ndung des Arbeitskreises innerhalb des ZVEI in diesem Gremium vertreten und k&#246;nnen auf gro&#223;e Erfolge zur&#252;ckblicken. Mit der Marktentwicklung in den letzten zwei Jahren stieg die Mitgliederzahl von 9 auf 23. Dies ist ein deutliches Signal f&#252;r die Wichtigkeit dieser Arbeitsgruppe.“</p></blockquote>
<p><strong>Haftungsfragen</strong></p>
<p>Die <a href="https://www.allianz.de/ratgeber/2012_08/2012-08-17-brand-mythen.html">Allianz-Versicherung weist</a> zwar darauf hin, dass die Rauchmelderpflicht keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz bei der Hausrat- oder Wohngeb&#228;udeversicherung hat und Versicherte keine Nachteile bef&#252;rchten m&#252;ssen. </p>
<p>Aber mit dem Rauchmeldergesetz kommen auf Eigent&#252;mer und Vermieter erhebliche Pflichten zu: Der Eigent&#252;mer hat die Pflicht zur Installation und er muss daf&#252;r sorgen, dass die Rauchwarnmelder zu jeder Zeit betriebsbereit sind. Die Kontrolle kann er selbst durchf&#252;hren oder einer Fachfirma &#252;bertragen. Die Rauchmelder m&#252;ssen j&#228;hrlich &#252;berpr&#252;ft und die &#220;berpr&#252;fung protokolliert werden. Der Vermieter kann in einer Zusatzklausel zum bestehenden Mietvertrag die Verantwortung auf den Mieter &#252;bertragen, dann m&#252;ssen Batteriewechsel und Funktionspr&#252;fung vom Mieter &#252;bernommen werden. Der Vermieter ist aber dann immer noch nicht aus dem Schneider, er muss beweisen, dass der Mieter zur fachgerechten Ausf&#252;hrung der Installation/Wartung in der Lage war und diese ordentlich erledigte. Andernfalls haftet der Vermieter wegen Verletzung seiner Sorgfaltspflichten. Wenn der Vermieter die Haftung mit einiger Sicherheit abw&#228;lzen will, so die Allianz-Versicherung, sollte er eine Fachfirma zu beauftragen und die DIN 14676 zur Installation von Rauchwarnmeldern beachten. Wenn keine Rauchwarnmelder installiert wurden und dadurch der Sachschaden gr&#246;&#223;er wurde, kann der Versicherungsnehmer eine K&#252;rzung der Entsch&#228;digung nicht ausschlie&#223;en. Die Bayerische Versicherungskammer weist darauf hin, dass bei Personensch&#228;den straf- und haftungsrechtliche Ermittlungen m&#246;glich sind und deshalb ein Nachweis &#252;ber Installation und Wartung <a href="http://www.vkb.de/web/html/pk/service/schadenmeldung/sicherheit/rauchmelder/rauchmelderpflicht/">bedeutsam sein kann</a>.</p>
<p><strong>Kapitalisierbare Sicherheit</strong></p>
<p>Die gesamte Gesellschaft wird zum Zweck des fl&#228;chendeckenden Verkaufs, zur Installation und Kontrolle von Rauchmeldern per Gesetz mobilisiert. Zum einen macht sich der Staat zum Handlanger wirtschaftlicher Interessen und zum anderen kann der Staat den B&#252;rgern vermitteln, dass er sich um ihre Sicherheit sorgt und sie sch&#252;tzt. Die Balance zwischen Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung wird zugunsten einer kapitalisierbaren Sicherheit verschoben. </p>
<p>Das zeigt sich u.a. auch deutlich an den &#252;berdimensionierten &#220;berwachungsma&#223;nahmen, die letztendlich ein Megagesch&#228;ft f&#252;r die IT-Branche sind. Der franz&#246;sische Philosoph Michel Foucoult hat schon vor fast 30 Jahren festgestellt, dass der Markt selbst zum organisierenden und regulierenden Prinzip des Staates wird. Anders gesagt, Umweltschutz oder Gesundheitspolitik sind nur dann interessant, wenn daraus ein Gesch&#228;ft wird. </p>
<p>Die folgenden Beispiele zeigen, wie erfolgreich die Industrie neue M&#228;rkte geschaffen hat:</p>
<ul>
<li>Zwar hat sich der Feinstaub nicht wesentlich reduziert, daf&#252;r haben die Umweltzonen der Automobilbranche einen neuen Markt verschafft, die Abwrackpr&#228;mie kam flankierend hinzu. Der enorme Wasser-, Energie und Ressourcenverbrauch f&#252;r die Herstellung eines Fahrzeugs wurde nie thematisiert.</li>
<li>Die Abschaffung der Gl&#252;hbirne, die durch eine buchst&#228;bliche Giftbirne ersetzt wurde, wurde mit dem Klimaschutz begr&#252;ndet. Das Sonderm&#252;llproblem und die die hohen elektrischen und magnetischen Feldbelastungen der Energiesparlampen kamen erst Jahre sp&#228;ter <a href="http://www.maes.de/5%20ENERGIESPARLAMPEN/maes.de%20ENERGIESPARLAMPE%20DIE%20DUNKLEN%20SEITEN.PDF">ans Licht [PDF - 315 KB]</a>.</li>
<li>Otto Schily beispielsweise war w&#228;hrend seiner Amtszeit als deutscher Innenminister an der Einf&#252;hrung des biometrisch gesicherten Reisepasses (ePass) beteiligt. Nach diesem Amt war er Aufsichtsratsmitglied der Biometric Systems AG und der SAFE IT Solutions AG (Insolvenz 2011), beides Anbieter f&#252;r Identit&#228;tsmanagement und Ausweissysteme.</li>
<li>Ein anderes Feld ist der Einfluss der Versicherungsbranche auf die Zerst&#246;rung der gesetzlichen Rente, um die Riester-Rente mit massiven Werbeaufwand zu forcieren.</li>
</ul>
<p><strong>Alles nur eine Frage der gut gemachten Kampagne</strong></p>
<p>Es ist auch nichts Neues, dass positiv besetzte Begriffe kreativ ausgelegt werden. George Orwell hat in seinem Buch „1984“ eindrucksvoll gezeigt, wie das Denken durch die Sprache manipuliert werden kann. Es werden Gesetze verabschiedet, um dem B&#252;rger zu suggerieren „uns ist eure Gesundheit, Eure Sicherheit oder Euer Leben wichtig“. Was den B&#252;rgern aber nicht gesagt wird, das ist, dass dahinter h&#228;ufig eine starke Lobby steckt, die an der Einf&#252;hrung der Gesetze verdient. Lobbyisten versuchen kontinuierlich, auf politisch h&#246;chster Ebene, nachdr&#252;cklich ihre wirtschaftlichen Interessen mit allem Mitteln der Einflussnahme durchzusetzen. Sie wirken auf Entscheidungstr&#228;ger und Entscheidungsprozesse durch gezielte Informationen ein, arbeiten in Ministerien Gesetzestexte aus, beeinflussen Politiker durch pers&#246;nliche Kontakte sowie Verg&#252;nstigungen und pr&#228;gen die &#246;ffentliche Meinung &#252;ber gezielt platzierte Artikel, Kampagnen und Fernseh- und Rundfunkbeitr&#228;ge.</p>
<p>Seit Jahren findet eine kontinuierliche Verschiebung hin zu staatlicher &#220;berwachung, Bevormundung und Kontrolle statt. Dabei birgt der Sicherheitsmarkt  noch erhebliches Potential. Die Rauchmelderpflicht ist nur ein Mosaikstein  im ausbauf&#228;higen Sicherheitsmarkt. Sehr lukrativ w&#228;re beispielsweise die obligatorische fl&#228;chendeckende Installation von Feuerl&#246;schern, die nach zwei Jahren kontrolliert, gewogen und aufgef&#252;llt werden m&#252;ssen. Mit der n&#246;tigen Verunsicherung und dem Aufbau eines Angstszenarios kann so ein Bewusstsein f&#252;r die Notwendigkeit von Feuerl&#246;schern in der Bev&#246;lkerung geschaffen werden. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. So k&#246;nnte etwa im Rahmen der „&#220;beralterungs“-debatte k&#246;nnte eine GPS-Wohnungsnotrufsystem-Pflicht f&#252;r &#228;ltere B&#252;rger ein eintr&#228;gliches Gesch&#228;ft werden.</p>
<p>Es ist nur eine Frage, ob sich die jeweils interessierten Branchen zu einer gut gemachten Kampagne zusammenfinden.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17238&amp;md5=6c471f9ef571785be7513ed640a43a12" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jetzt jammern sie &#252;ber die Folgen der von ihresgleichen systematisch betriebenen Verarmung des Staates</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 10:23:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albrecht Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategien der Meinungsmache]]></category>

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		<description><![CDATA[In Springers „Welt“ erschien heute ein Artikel, in dem beklagt wird, die marode Infrastruktur schw&#228;che den „Standort Deutschland“. Die Infrastruktur sei eine St&#228;rke Deutschlands gewesen und jetzt werde sie verspielt. &#8211; Das ist wieder einmal eine jener zu sp&#228;ten Erkenntnisse aus den Medien-H&#228;usern jener Ideologen, die uns seit Jahren predigen, der Staat solle sich zur&#252;ckziehen, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Springers „Welt“ erschien heute <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article116116301/Marode-Infrastruktur-schwaecht-Standort-Deutschland.html?config=print#">ein Artikel</a>, in dem beklagt wird, die marode Infrastruktur schw&#228;che den „Standort Deutschland“. Die Infrastruktur sei eine St&#228;rke Deutschlands gewesen und jetzt werde sie verspielt. &#8211; Das ist wieder einmal eine jener zu sp&#228;ten Erkenntnisse aus den Medien-H&#228;usern jener Ideologen, die uns seit Jahren predigen, der Staat solle sich zur&#252;ckziehen, der schlanke Staat sei angesagt. Das war zwar immer Bl&#246;dsinn, aber es diente dazu, den ideologisch gleich gef&#228;rbten und zugleich auf finanziellen Vorteil bedachten Spezies neue Gesch&#228;ftsfelder zu er&#246;ffnen. Je &#228;rmer der Staat, desto leichter lassen sich Privatisierungen oder Teilprivatisierungen &#252;ber &#214;PP-Modelle durchsetzen. Oder auch die Privatfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur. Seit langem weisen wir auf diese Fehlentwicklung hin: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?page_id=4138">Hier</a> zum Beispiel finden Sie als Ziffer 8 die Wiedergabe des Kapitels 13 aus „<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?page_id=4078">Meinungsmache</a>“ („Die Verarmung des Staates als strategischer Hebel“). <strong>Albrecht M&#252;ller</strong>.<br />
<span id="more-17233"></span><br />
Und <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=12218">hier</a> haben wir auf einen Artikel von Barbara Supp im Spiegel hingewiesen. Den Essay gibt es inzwischen <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83865235.html">online</a>. </p>
<p><strong>Die systematisch betriebene Verarmung hat Folgen auf verschiedenen Feldern, nicht nur bei der Stra&#223;eninfrastruktur. Zum Beispiel:</strong></p>
<p>Der ehemalige Bahnchef Mehdorn lie&#223; mit Zustimmung der Bundesregierung zur Vorbereitung des B&#246;rsengangs der Deutschen Bahn AG das Schienennetz &#252;ber weite Strecken verkommen.</p>
<p><strong>Bei den Lehrern wird gespart. Ohne R&#252;cksicht auf die folgenden Schwierigkeiten f&#252;r die Unterrichtsplanung und die Qualit&#228;t des Unterrichts – ohne R&#252;cksicht auf die betroffenen Menschen sowieso.</strong></p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/befristete-vertraege-lehrer-beziehen-im-sommer-arbeitslosengeld-a-899416.html">SpiegelOnline berichtet gerade</a>:</p>
<blockquote><p><em>„Befristete Vertr&#228;ge: L&#228;nder entlassen vor Sommerferien Tausende Lehrer. Die Arbeitslosenzahlen schnellen jeden Sommer offenbar auch deshalb in die H&#246;he, weil Tausende befristete Lehrer vor den gro&#223;en Ferien entlassen werden. Wie die &#8220;S&#252;ddeutsche Zeitung&#8221; berichtet, sparen die Vertr&#228;ge der nicht beamteten Lehrkr&#228;fte die Sommerferien aus“.</em></p></blockquote>
<p><strong>In weiten Teilen Europas kann man aktuell beobachten, was eine falsche und obendrein erfolglose Sparabsicht anrichtet.</strong></p>
<p>Aber all diese vorhersehbaren Erfahrungen zeitigen keine Konsequenzen. Das hat etwas damit zu tun, dass die erw&#228;hnten kritischen Artikel eigentlich nur der Erh&#246;hung der Glaubw&#252;rdigkeit von Medien dienen, die ansonsten dem Hauptstrom der Politik und Publizistik verpflichtet sind. Sie haben Alibicharakter.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17233&amp;md5=cf0f71a03fa8c973c616e4879213b367" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Nachtrag zum 22. Pleisweiler Gespr&#228;ch mit Norman Birnbaum: Die Halle ist voraussichtlich schon komplett belegt.</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17226</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17226#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 May 2013 07:36:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albrecht Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir hatten zu Vortrag und Diskussion hier eingeladen. Der Zuspruch ist sehr gro&#223; und die Halle l&#228;sst sich nicht erweitern. Das tut uns ausgesprochen leid. Der kleine Trost: Das Gespr&#228;ch wird aufgezeichnet und ins Netz gestellt. Albrecht M&#252;ller]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir hatten zu Vortrag und Diskussion <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16859">hier</a> eingeladen. Der Zuspruch ist sehr gro&#223; und die Halle l&#228;sst sich nicht erweitern. Das tut uns ausgesprochen leid.</p>
<p>Der kleine Trost: <strong>Das Gespr&#228;ch wird aufgezeichnet und ins Netz gestellt</strong>.</p>
<p><strong>Albrecht M&#252;ller</strong></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17226&amp;md5=ff799416c4b0d0ba483a1edddf42ceba" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Veranstaltungshinweis Berlin: Das alles und noch viel mehr, w&#252;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&#228;r&#8217;n</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17223</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17223#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 May 2013 07:14:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie w&#228;re es, wenn wir B&#252;rger auch ein Wahlprogramm zur Bundestagswahl im September vorlegen w&#252;rden? Diese Frage stellten sich schon l&#228;nger vielen Menschen, die nicht mit ansehen wollten, dass sich in breiten Kreisen der Bev&#246;lkerung immer mehr Frustration &#252;ber die aktuelle Politik und das Gef&#252;hl der Ohnmacht breit machen. Und nun haben &#252;ber zwei Dutzend [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie w&#228;re es, wenn wir B&#252;rger auch ein Wahlprogramm zur Bundestagswahl im September vorlegen w&#252;rden? Diese Frage stellten sich schon l&#228;nger vielen Menschen, die nicht mit ansehen wollten, dass sich in breiten Kreisen der Bev&#246;lkerung immer mehr Frustration &#252;ber die aktuelle Politik und das Gef&#252;hl der Ohnmacht breit machen. Und nun haben &#252;ber zwei Dutzend Pers&#246;nlichkeiten des &#246;ffentlichen Lebens in einem ersten Schritt die Idee in die Tat umgesetzt &#8211; diskutieren Sie mit, welche Forderungen in unterschiedlichen Politikbereichen von einer gro&#223;en Mehrheit der Bev&#246;lkerung unterst&#252;tzt werden k&#246;nnten!<br />
<span id="more-17223"></span><br />
Ines Pohl, Chefredakteurin der taz, Berlin<br />
Dr. Sahra Wagenknecht, MdB und Erste stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion Die Linke, Berlin<br />
Dr. Peter Zudeick, freier Journalist, Buchautor und Herausgeber des gleichnamigen Buches, Frankfurt/M.<br />
Eintritt<br />
Normalpreis: 6,00 €, erm&#228;&#223;igt: 5,00 €, Urania-Mitglieder: 3,50 €<br />
Termin: Mittwoch, 15. Mai, 19:30<br />
Veranstaltungsort: <a href="http://www.urania.de/die-urania/">Urania, Berlin</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung:</strong> Auch die NachDenkSeiten-Autoren Wolfgang Lieb und Jens Berger geh&#246;ren zu den Autoren des vorgestellten Buches &#8220;<a href="http://westendverlag.de/westend/buch.php?p=86">Das alles und noch viel mehr w&#252;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&#228;r&#8217;n</a>&#8220;</em></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17223&amp;md5=ef44c89a0a3d9d60798a3127c87ba4e9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Videoaufzeichnung eines Vortrags von Wolfgang Lieb zum Thema „Die unternehmerische Universit&#228;t – Kritik und Ausblick“</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17220</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17220#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 May 2013 07:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Video-Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 7. Mai war ich zu einer Anh&#246;rung &#252;ber die Novellierung des NRW-Hochschulgesetzes in den D&#252;sseldorfer Landtag geladen. Im Anschluss daran hat mich die Fraktion der Piraten zu einem Vortrag &#252;ber die „unternehmerische Hochschule“ geladen. Das Referat wurde per Livestream &#252;bertragen. Die Piraten-Fraktion hat die Aufzeichnung nun ins Netz gestellt. Ich wurde mehrfach gebeten unsere [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. Mai war ich zu einer Anh&#246;rung &#252;ber die <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17091">Novellierung des NRW-Hochschulgesetzes in den D&#252;sseldorfer Landtag geladen</a>. Im Anschluss daran hat mich die Fraktion der Piraten zu einem Vortrag &#252;ber die „unternehmerische Hochschule“ geladen. Das Referat wurde per Livestream &#252;bertragen. Die Piraten-Fraktion hat die Aufzeichnung nun ins Netz gestellt. Ich wurde mehrfach gebeten unsere hochschulpolitisch interessierten Leserinnen und Leser doch darauf aufmerksam zu machen. Dieser Bitte m&#246;chte ich hiermit nachkommen: „<a href="http://www.piratenfraktion-nrw.de/2013/05/die-unternehmerische-hochschule-kritik-und-ausblick-ein-vortrag-von-dr-wolfgang-lieb/">Die unternehmerische Universit&#228;t – Kritik und Ausblick</a>“.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17220&amp;md5=bd0b872f64f244177278fc029934fab2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 May 2013 06:37:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215</guid>
		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR/WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Rudolf Hickel Die Karlsruher Richter haben das Wort Der Aufstand gegen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR/WL/JB)<br />
<span id="more-17215"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h01">Rudolf Hickel Die Karlsruher Richter haben das Wort</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h02">Der Aufstand gegen Deutschlands Spardiktat</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h03">Die „h&#246;chsten Steuereinnahmen aller Zeiten“ unter die Lupe genommen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h04">Slowenien: Fertigmachen zur n&#228;chsten Banken-Rettung</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h05">Am Beispiel Navarra: Soziale Krise und Nationalit&#228;tenkonflikt in Spanien</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h06">Die Spaltung hat sich versch&#228;rft</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h07">FDP: Mindestlohn mit L&#246;chern</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h08">Zuwanderung geistiger Armut</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h09">Von der Leyen will Vollbesch&#228;ftigung bei unter 25-J&#228;hrigen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h10">Hartz IV-Ma&#223;nahmen unter der Lupe</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h11">Helga Spindler: Die Ghostwriter der Hartz Kommission</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h12">Das Kartoffel-Kartell</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h13">Niebel-Ministerium stellte deutlich mehr FDP-Leute ein als bislang bekannt &#8211; Beamtenverband spricht von &#8220;beispiellosem Vorgang&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h14">Syrien</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h15">Team ohne Botschaft</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h16">ARD-DeutschlandTrend Mai 2013</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h17">Piraten-Chef Schl&#246;mer bl&#228;st zum Angriff</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h18">Eine Protestwahl ist eine Protestwahl – mehr nicht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h19">Das &#8220;Dresdner Fr&#252;hjahrsgespr&#228;ch 2013&#8243; mit Prof. Dr. Rudolf Hickel</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Rudolf Hickel Die Karlsruher Richter haben das Wort</strong><br />
Der Termin ist schicksalhaft: F&#252;r den 11. und 12. Juni hat das Bundesverfassungsgericht die Hauptverhandlung in Sachen Zustimmung Deutschlands zum Rettungsfonds angesetzt. Auch die Europ&#228;ische Zentralbank (EZB) sitzt wegen ihrer milliardenschweren Aufk&#228;ufe bestimmter Staatsanleihen aus den Euro-Krisenl&#228;ndern auf der Anklagebank. Und die deutschen Kl&#228;ger gegen die EZB-Politik erhalten prominente Unterst&#252;tzung: Die Deutsche Bundesbank tritt als Kronzeugin auf.<br />
Deren Pr&#228;sident Jens Weidmann wirft der EZB vor, sie habe ihr eigentliches Ziel, n&#228;mlich die Vermeidung von Inflation, opportunistisch den &#8220;fiskalischen Interessen&#8221; der Staaten untergeordnet. Damit habe sie die Geldpolitik instrumentalisiert, um die europ&#228;ische Integration zu st&#228;rken &#8211; und ihre eigene Unabh&#228;ngigkeit aufs Spiel gesetzt. Sollte das Bundesverfassungsgericht diese Fundamentalkritik anerkennen, dann bleibt der Euro eine Dauerbaustelle mit der Gefahr des Abbruchs.<br />
Umso &#228;rgerlicher ist, wie Weidmann argumentiert: Rechthaberisch beschw&#246;rt er die zur geldpolitischen Gl&#252;ckseligkeit vernebelte Bundesbank aus alten Zeiten. Dass sie auf funktionierenden Geldm&#228;rkten basierte, ist ihm egal. Weidmann &#252;bertr&#228;gt das Modell der in der nationalstaatlichen Souver&#228;nit&#228;t verankerten Bundesbank eins zu eins auf die Euro-Bank. (&#8230;)<br />
Das Bundesverfassungsgericht muss beim Urteilsspruch die Konsequenzen f&#252;r die W&#228;hrungsunion zu Ende denken. Letztlich gibt es nur die Alternative, dass es entweder f&#252;r eine Euro-Geldpolitik ohne weitere Abgabe nationalstaatlicher Souver&#228;nit&#228;t optiert &#8211; dann w&#228;re das Ende der Euro-W&#228;hrung gewiss &#8211; oder den Weg zu einer W&#228;hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion weist.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&#038;dig=2013%2F05%2F10%2Fa0136&#038;cHash=97b6566818dffaaa986d8bdf71101276">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Eine kleine Korrektur: Die Fed ist keineswegs mit der fr&#252;heren Bundesbank vergleichbar, sondern in ihrer Satzung ist die Fed neben dem Ziel Preisstabilit&#228;t gleichrangig auf einen hohen Besch&#228;ftigungsstand verpflichtet. Ein Ziel, das Frankreich vergeblich als vorrangiges Ziel (neben der Preisstabilit&#228;t) der EZB etablieren wollte.</em></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Der Aufstand gegen Deutschlands Spardiktat</strong><br />
Die Krisenl&#228;nder Frankreich und Italien wollen wieder Geld ausgeben. Das viele Sparen macht doch alles nur noch schlimmer, finden sie. Und die Kanzlerin scheut im Wahljahr pl&#246;tzlich den Konflikt…<br />
Wenn Merkel und ihre Minister Pech haben, werden in den n&#228;chsten Wochen die Sparprogramme aufgeweicht, ohne dass daf&#252;r Arbeits- und Dienstleistungsm&#228;rkte liberalisiert werden. Und nach der Bundestagswahl kommt dann vielleicht auch noch der Milliarden Euro teure Schuldenverzicht der Euro-Geberl&#228;nder f&#252;r Griechenland.<br />
Quelle: <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article116084126/Der-Aufstand-gegen-Deutschlands-Spardiktat.html">Welt.de</a> </p>
<p><strong>Siehe dazu: G7-Finanzministertreffen: Deutsche Medien halten G7-Konflikt unter der Decke</strong><br />
W&#228;hrend die englische Finanicial Times &#252;ber G7 berichtet: “Deep divisions over economic growth strategy remain” (Gro&#223;e Meinungsunterschiede &#252;ber wirtschaftliche Wachstumsstrategie bleiben), schweigen die deutschen Medien diesen zentralen Konflikt tot.<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/05/12/g7-finanzministertreffen-deutsche-medien-halten-g7-konflikt-unter-der-decke/">Wirtschaft und Gesellschaft</a> </p>
<p><strong>Dagegen allerdings: Merkel-Regierung fordert mehr Reformeifer in Krisenl&#228;ndern</strong><br />
Die EU-Kommission will Staaten wie Frankreich und Spanien mehr Spielraum beim Schuldenabbau geben &#8211; das Kanzleramt aber dr&#228;ngt auf mehr Sparbem&#252;hungen. Ein Dossier, das dem SPIEGEL vorliegt, kritisiert bisherige Reformen als unzureichend und listet Vers&#228;umnisse der S&#252;dl&#228;nder auf…<br />
Doch dem Wachstumspakt ist bislang wenig gelungen. Das geht aus einem Dossier aus dem Kanzleramt hervor, &#252;ber das der SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe berichtet und in dem die Beamten eine ern&#252;chternde Bilanz des EU-Vorhabens ziehen. Zwar hei&#223;t es, der Wachstumspakt habe in allen Mitgliedstaaten eine &#8220;generelle politische Mobilisierung in Richtung auf Strukturreformen und Wettbewerbsf&#228;higkeit bewirkt&#8221;. Kritik ist dennoch herauszulesen:</p>
<ul>
<li>Italien wird &#8220;weiterer Spielraum f&#252;r Liberalisierungen auf dem Arbeitsmarkt&#8221; attestiert.</li>
<li>Auch in Griechenland und Spanien seien weitere &#8220;Reformen zur &#220;berwindung der Rigidit&#228;ten des Arbeitsmarkts unverzichtbar&#8221;.</li>
<li>Frankreich, so das Urteil, habe zur Konsolidierung bislang vor allem seine Einnahmen erh&#246;ht. Da die Staatsquote aber bereits auf Rekordniveau sei, m&#252;sse der Finanzminister auch Ausgaben k&#252;rzen, lautet die Forderung aus deutscher Sicht.</li>
</ul>
<p>Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesregierung-mahnt-eurolaender-zu-reformen-an-a-899349.html">Spiegel Online</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung J.K.:</strong> Eigentlich f&#228;llt einem dazu nichts mehr ein. Merkel lebt offenbar in einer v&#246;llig anderen Welt. Wann ist f&#252;r Merkel die Grenze eigentlich erreicht? Vermutlich scheint wirklich die einzige L&#246;sung sich dem deutschen Diktat zu entziehen, der Austritt der betroffenen L&#228;nder aus dem Euro.</em><br />
<em>Griechenland: Jugendarbeitslosigkeit 64,2 Prozent</em><br />
<em>Portugal: Jugendarbeitslosigkeit 42 Prozent</em><br />
<em>Spanien: Jugendarbeitslosigkeit 55,5 Prozent</em></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Die „h&#246;chsten Steuereinnahmen aller Zeiten“ unter die Lupe genommen</strong><br />
Die Gr&#252;nen mussten j&#252;ngst m&#228;chtig Kritik daf&#252;r einstecken, dass sie auf ihrem Parteitag Beschl&#252;sse zur st&#228;rkeren steuerlichen Belastung hoher Einkommen und Verm&#246;gen gefasst hatten. W&#228;hrend SPD und Linke gleichfalls solche Steuererh&#246;hungen fordern, sind insbesondere konservative Medien gemeinsam mit CDU/CSU und FDP &#252;ber die Gr&#252;nen hergefallen. Ein dabei immer wiederkehrendes Argument ist, dass an Steuererh&#246;hungen kein Bedarf bestehe, da Deutschland heute schon &#252;ber die h&#246;chsten Steuereinnahmen aller Zeiten verf&#252;ge. Anlass genug, diese Behauptung zu pr&#252;fen. – Ein Beitrag &#252;ber Zahlentricks und Manipulationen.<br />
Wie jedes Jahr, hat der „Arbeitskreis Steuersch&#228;tzung“, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundes- und der L&#228;nderfinanzministerien, Anfang Mai seine aktualisierte Steuersch&#228;tzung vorgelegt. In Anlehnung an einen fr&#252;heren Artikel &#252;berpr&#252;fe ich im Folgenden erneut die These, dass Deutschland die h&#246;chsten Steuereinnahmen aller Zeiten h&#228;tte. Ich tue dies anhand der aktualisierten Daten der eben genannten Steuersch&#228;tzung.<br />
Quelle: <a href="http://www.annotazioni.de/post/1180">annotazioni</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Slowenien: Fertigmachen zur n&#228;chsten Banken-Rettung</strong><br />
Noch vor zwei Monaten erkl&#228;rte die neue sozialdemokratische Ministerpr&#228;sidentin Alenka Bratusek: &#8220;Slowenien ist stabil und vermutlich stabiler als viele andere europ&#228;ische Staaten.&#8221;…<br />
Bratusek tritt nun scheinbar die Flucht nach vorne an. Sie k&#252;ndigte ein Ma&#223;nahmenprogramm an, um den Gang unter den ESM zu vermeiden. Doch will sie schon vor der Antragstellung viele der Ma&#223;nahmen einf&#252;hren, die einem Land &#252;blicherweise mit der Nothilfe erst aufgezwungen werden…Die von Bratusek angek&#252;ndigten Ma&#223;nahmen sind aus Griechenland, Portugal und Spanien nur allzu bekannt…<br />
Die slowenische Ministerpr&#228;sidentin Bratusek versucht mit ihrem Vorgehen, vor allem Zeit zu schinden. Vielleicht versucht sie nur, Verm&#246;gende vor der Zwangsabgabe zu retten, die in Zypern zur Bankenrettung erstmals zur Anwendung kam. Dass Zypern die Blaupause f&#252;r zuk&#252;nftige Rettungsma&#223;nahmen darstellt, daraus wird in Br&#252;ssel kein Hehl mehr gemacht. Mit ihrem Vorgehen, nicht sofort zur Abwicklung von maroden Banken zu schreiten, wie es in Irland und in Zypern unumg&#228;nglich war, wird nun aber die M&#246;glichkeit f&#252;r Verm&#246;gende geschaffen, ihr Geld aus maroden Banken und aus dem Land abzuziehen, um es vor einer Abgabe zur Bankenrettung zu sch&#252;tzen.<br />
Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/39/39106/1.html">Telepolis</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Am Beispiel Navarra: Soziale Krise und Nationalit&#228;tenkonflikt in Spanien</strong><br />
Seit im Mai 2011 in Madrid die Protestbewegung 15M entstand, ist Spanien nicht mehr zur Ruhe gekommen. Zwar ist die 15M weitgehend zerfallen, doch die Sozialproteste halten unvermindert an: Fast w&#246;chentlich kommt es zu Demonstrationen gegen die K&#252;rzungspolitik der Regierung, die Umfragewerte der Volksparteien PP und PSOE befinden sich im freien Fall,1 und &#252;berall im Land sind neue Basisinitiativen entstanden &#8211; wie etwa die Bewegung gegen Zwangsr&#228;umungen &#8220;Stop Desahucios&#8221;. Die Krise Spaniens hat jedoch nicht nur mit dem Finanzcrash zu tun. Das gesamte in der &#8220;Transición&#8221;, der Demokratisierung nach Francos Tod 1975 ausgehandelte politische Modell steht heute zur Disposition. Soziale, republikanische und Demokratisierungsanliegen verbinden sich dabei &#8211; zum Teil auf widerspr&#252;chliche Weise &#8211; mit den Nationalit&#228;tenkonflikten im spanischen Staat.<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0043.idx,10">Le Monde diplomatique</a></p>
<p><strong>passend dazu: Meine schwangere Schwester und ihre arbeitslosen Freunde &#8211; Ein Familienbesuch in Barcelona</strong><br />
Barcelona ist eine tolle Stadt. Sonne, s&#252;dliches Flair, gro&#223;artige Sehensw&#252;rdigkeiten. Unser Weltweit-Reporter Jens Eberl besucht seine Schwester, die in dieser Stadt lebt. Aber er trifft hier nicht nur auf sch&#246;ne Sehensw&#252;rdigkeiten, sondern auch auf Sorgen und Zukunfts&#228;ngste. Im Freundeskreis seiner Schwester finden Viele keine Arbeit, und die, die einen Job haben, f&#252;rchten sich, ihn zu verlieren. &#220;berall wo Jens Eberl hinkommt, geht es um die Arbeitslosigkeit der jungen Menschen in Spanien.<br />
Quelle: <a href="http://www.wdr.de/tv/weltweit/sendungsbeitraege/2013/0507/index.jsp">WDR</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Ein Hinweis auf eine Reportage aus Spanien, die zeigt wie die brutale Sparpolitik die gesamte spanische Gesellschaft durchsetzt und zersetzt. Es gibt praktisch keinen gesellschaftlichen Bereich in Spanien in dem die Auswirkungen der von Deutschland oktroyierten Austerit&#228;tspolitik nicht zu sp&#252;ren sind. Davon kann man sich in Deutschland keinerlei Vorstellungen machen &#8211; gerade von der v&#246;lligen Perspektivlosigkeit der spanischen Jugend, mit der Folge, dass Spanien zunehmend die Menschen verliert, die es eigentlich ben&#246;tigt wenn es aus der Misere jeweils herauskommen will. Bemerkenswert am Rande, dass die spanische Polizei offensichtlich bei Protestaktionen auch Agent Provocateurs einsetzt um die Proteste gegen die Austerit&#228;tspolitik zu diskreditieren. Nat&#252;rlich vermeidet es die deutsche Mainstreampresse peinlichst &#252;ber all dies zu berichten.</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Die Spaltung hat sich versch&#228;rft</strong><br />
Vier Monate vor der Bundestagswahl gewinnt die Debatte um die Gerechtigkeit in Deutschland kr&#228;ftig an Fahrt. „Sowohl die Spaltung am Arbeitsmarkt als auch die Spaltung der Gesellschaft haben sich seit der Jahrtausendwende deutlich versch&#228;rft“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske dieser Zeitung. Er fordert eine radikale Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik, eine Abkehr von der Agenda 2010 und eine fairere Verteilung von Verm&#246;gen durch mehr Steuergerechtigkeit. (&#8230;)<br />
Die B&#252;rger nehmen die Realit&#228;t jedoch anders war. Sie halten die wirtschaftlichen Verh&#228;ltnisse in Deutschland &#252;berwiegend f&#252;r ungerecht. Das sagten zwei Drittel in einer ebenfalls von der INSM in Auftrag gegebenen Umfrage. Genauso viele finden, die soziale Gerechtigkeit habe in den vergangenen drei, vier Jahren abgenommen. Damit sind sie deutlich n&#228;her an den Gewerkschaften dran als an den Arbeitgebern.<br />
„In Folge der Gesetzes&#228;nderungen der Agenda 2010 hat die prek&#228;re Besch&#228;ftigung – Niedrigl&#246;hne, Leiharbeit, Befristungen, erzwungene Teilzeit, Minijobs – enorm zugenommen“, sagt Verdi-Chef Bsirske. „Wir brauchen eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt, eine Reregulierung.“ (&#8230;)<br />
Zus&#228;tzlich zu Arbeitsmarktreformen brauche es eine fairere Verm&#246;gensverteilung. „Mit den Steuersenkungen aller Bundesregierungen seit 1998 wurden vor allem reiche Erben, Besitzer gro&#223;er Verm&#246;gen und gro&#223;e Unternehmen enorm entlastet“, sagte Bsirske, „w&#228;hrend die Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Sozialabgaben, private Altersvorsorge und h&#246;here Mehrwertsteuer gestiegen ist.“<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/arbeit---soziales/verdi-chef-frank-bsirske--die-spaltung-hat-sich-verschaerft-,1473632,22746788.html">FR</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>FDP: Mindestlohn mit L&#246;chern</strong><br />
Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Beim Thema Mindestlohn geht es derzeit zu wie bei den Marktschreiern. Im Gesch&#228;ft bleibt nur, wer etwas dazu herausposaunt, ganz egal was – Hauptsache, das Volk kauft es ab. Seit sich jetzt auch noch die FDP mit ihrem j&#252;ngsten Parteitagsbeschluss angeblich dem Kampf gegen Ausbeutung verschrieben hat, ist die Verwirrung vollends perfekt. Was wollen die Liberalen denn, was die Union nicht will, und was will die anderes als SPD und Gr&#252;ne? Und warum wollen &#252;berhaupt pl&#246;tzlich alle gegen Dumpingl&#246;hne vorgehen? Zumindest die letzte Frage ist schnell beantwortet. Im September wird ein neuer Bundestag gew&#228;hlt, und es hat sich sogar bis zu den marktradikalen Freidemokraten herumgesprochen, da&#223; die Menschen im Lande mehrheitlich mit einer Lohnuntergrenze sympathisieren. Bis dahin darf nun FDP-Chef Philipp R&#246;sler den sozial Gerechten markieren, wie er dies schon auf dem Parteitag vormachte. Man wolle »nicht den freien, ungeregelten Wettbewerb« und kein Gesch&#228;ftsmodell, das darauf gr&#252;nde, dauerhaft drei Euro Stundenlohn zu zahlen, behauptete er in seiner Rede.<br />
Dabei ist das beschlossene Konzept so wenig bahnbrechend wie neu. Die Partei spricht sich lediglich f&#252;r regionale und branchenspezifische Lohnuntergrenzen aus, wozu bei Bedarf das sogenannte Arbeitnehmerentsendegesetz f&#252;r weitere Wirtschaftszweige ge&#246;ffnet werden soll. Auf Bereiche mit g&#252;ltigen Tarifvertr&#228;gen zielt der FDP-Vorschlag nicht ab. Hungerl&#246;hne wie etwa im Friseurhandwerk in Ostdeutschland, wo Besch&#228;ftigte nach Tarif zum Teil mit kaum mehr als drei Euro abgespeist werden, blieben demnach weiterhin au&#223;en vor. Au&#223;erdem bedarf es f&#252;r einen Mindestlohn nach dem Entsendegesetz der Zustimmung der beteiligten Unternehmerverb&#228;nde. Wo sich diese verweigern, w&#228;re nach dem FDP-Modell f&#252;r die Besch&#228;ftigten nichts zu gewinnen.<br />
Quelle: <a href="http://www.jungewelt.de/2013/05-11/042.php">junge Welt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Der gesetzliche Mindestlohn ist eine Forderung, welche die linken Parteien noch lange nicht deutlich genug gegen&#252;ber CDU, CSU und FDP abgegrenzt haben. Es geht dabei nicht nur um gerechten Lohn an der unteren Lohngrenze, sondern um die Auswirkungen auf das gesamte Lohngef&#252;ge, auf die Gesamtwirtschaft, auch um echte Wettbewerbsf&#228;higkeit.</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Zuwanderung geistiger Armut</strong><br />
Mit der Warnung vor »Armutszuwanderern« sch&#252;rt die Bundesregierung Vorurteile gegen&#252;ber rum&#228;nischen und bulgarischen Migranten. Dass es daf&#252;r keine Belege gibt, musste sie nun selbst zugeben.<br />
Eine »Beleidigung f&#252;r den gesunden Menschenverstand« sei es, Migranten dieselben Sozialleistungen zu gew&#228;hren wie »einheimischen Staatsb&#252;rgern.« Ausreisen sollen »Personen, die Sozialleistungen betr&#252;gerisch in Anspruch nehmen«. Die Aussagen stammen von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). Wahlkampf auf dem R&#252;cken von Migranten und das Sch&#252;ren von Fremdenfeindlichkeit warfen ihm Migrantenverb&#228;nde deshalb vor. Nun muss die Bundesregierung einr&#228;umen, dass hinter dem Ph&#228;nomen »Armutsmigration« vieles steckt, nur keine Fakten.<br />
Man teile »die Auffassung, dass es sich bei der Zuwanderung aus Rum&#228;nien und Bulgarien nicht in erster Linie um sogenannte ›Armutsmigration‹ handelt.« So lautet der &#252;berraschendste Satz in der Antwort der Bundesregierung auf eine »Kleine Anfrage« der LINKEN-Abgeordneten Ulla Jelpke. Statistische Belege f&#252;r einen »erheblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit von rum&#228;nischen und bulgarischen Staatsangeh&#246;rigen« gebe es nicht. (&#8230;)<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821054.zuwanderung-geistiger-armut.html">ND</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Von der Leyen will Vollbesch&#228;ftigung bei unter 25-J&#228;hrigen</strong><br />
Deutschland kann nach Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums in den n&#228;chsten beiden Jahren das Ziel der Vollbesch&#228;ftigung bei jungen Arbeitnehmern erf&#252;llen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) k&#252;ndigte in &#8220;Bild am Sonntag&#8221; an: &#8220;Wir k&#246;nnen bei den unter 25-J&#228;hrigen in den n&#228;chsten ein bis zwei Jahren Vollbesch&#228;ftigung erreichen. Wir sind schon heute Europameister bei der Besch&#228;ftigung junger Menschen.&#8221;<br />
Auch die Besch&#228;ftigungsrate bei &#228;lteren Menschen soll in den kommenden Jahren stark ausgebaut werden. Bei der Berufst&#228;tigkeit von Arbeitnehmern ab 55 Jahren ist Deutschland nach Angaben des Ministeriums Vize-Europameister nach Schweden. &#8220;Und die wollen wir in den n&#228;chsten f&#252;nf Jahren &#252;berholen, indem wir die Besch&#228;ftigung der &#196;lteren von derzeit 61 Prozent auf &#252;ber 73 Prozent steigern&#8221;, so von der Leyen.<br />
Quelle: <a href="http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-05/26801725-von-der-leyen-will-vollbeschaeftigung-bei-unter-25-jaehrigen-003.htm">finanznachrichten</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers K.G.:</strong> Je n&#228;her die Krise und die BTW, desto gr&#246;&#223;er die Propaganda.</em></p>
<p><em><strong>Erg&#228;nzende Anmerkung WL:</strong> Zur Vollbesch&#228;ftigung bei den unter 25-J&#228;hrigen: Allein im letzten Jahr landeten 60.000 Jugendliche in sog. „&#220;bergangssystemen“, knapp 300.000 junge Leute werden inzwischen in einem undurchschaubaren Dickicht von „Ma&#223;nahmen“ geparkt. Auf 2,2 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren, die keinen Berufsabschluss haben, ist die Bugwelle angestiegen. <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14967">Immer mehr junge Leute werden ins Abseits geschoben</a>.</em><br />
<em>Und was soll die Aussage zur Berufst&#228;tigkeit von Arbeitnehmern ab 55 (!)Jahren? Bei der Rente mit 67 ist doch entscheidender wie viele Arbeitnehmer mit &#252;ber 60 Jahren noch einer normalen Besch&#228;ftigung nachgehen. Nicht einmal 30 % der 60 bis 65-J&#228;hrigen haben einen <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/robuster-arbeitsmarkt-aeltere-arbeitskraefte-sind-so-gefragt-wie-nie-12135324.html">sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz</a> und gerade einmal 10 % der &#252;ber 64-J&#228;hrigen haben eine sozialversicherungspflichtige Stelle.</em></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Hartz IV-Ma&#223;nahmen unter der Lupe</strong><br />
In den vergangenen 10 Jahren haben Bund und Kommunen f&#252;r Umschulungen und Weiterbildungen knapp 39 Milliarden Euro ausgegeben. Private Fortbildungsinstitute, die Qualifizierungsma&#223;nahmen f&#252;r Hartz IV-Empf&#228;nger anbieten, profitieren scheinbar am meisten davon und verschlingen Unsummen an Steuergeldern. Doch sind die so genannten Hartz IV-Ma&#223;nahmen tats&#228;chlich sinnlos und &#252;berteuert? Oder f&#252;hren die von der Agentur f&#252;r Arbeit und Jobcentern finanzierten Kurse Langzeitarbeitslose zur&#252;ck in den Job?<br />
stern TV hat einige Bildungstr&#228;ger besucht. Darunter ein Theaterkurs…<br />
Ma&#223;nahmen wie dieser Theaterkurs sollen Arbeitslosen helfen, einen Job zu finden. Die ARGE organisiert die Kurse aber nicht selbst, sondern beauftragt Bildungstr&#228;ger. Diese privaten Firmen bieten unterschiedlichste Ma&#223;nahmen an: Bewerbungstrainings, Arbeitsgelegenheiten oder Qualifizierungen. Die Journalistin Rita Knobel-Ulrich sieht das kritisch. &#8220;So wird der Staat abgezockt&#8221;, schreibt sie in ihrem Buch &#8220;Reich durch Hartz IV – Wie Abzocker und Profiteure den Staat pl&#252;ndern&#8221;. [...]<br />
Reine Besch&#228;ftigungstherapie ohne Vermittlungsdruck – dar&#252;ber mag sich der steuerzahlende B&#252;rger wundern. Und auch Rita Knobel-Ulrich sagt: &#8220;Allein die Tatsache, dass das Jobcenter Null Quote erwartet, finde ich skandal&#246;s.&#8221; Denn sollte das nicht das eigentliche Ziel der Ma&#223;nahmen sein: am Ende einen Job zu haben?<br />
Quelle: <a href="http://www.stern.de/tv/sterntv/das-geschaeft-mit-den-arbeitslosen-hartz-iv-massnahmen-unter-der-lupe-2007323.html">Stern</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung C.R.:</strong> Die Frage nach dem Sinn von Qualifizierungsma&#223;nahmen f&#252;r Arbeitslose ist eigentlich sinnvoll. Merkw&#252;rdig ist, dass „stern“ dieser Frage und den damit verbundenen Kosten nicht ernsthaft nachgeht, sondern Fehler auff&#228;llig bei den „kleinen Leuten“ suchen – und zwar auch bei der Mitarbeiterschaft der Jobcenter.</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Helga Spindler: Die Ghostwriter der Hartz Kommission</strong><br />
Speziell Hartz IV und die verbliebene Rest-Arbeitslosenversicherung und Rest- Sozialhilfe haben wir nicht in erster Linie der Hartz-Kommission oder gar dem Namensgeber Peter Hartz pers&#246;nlich zu verdanken, sondern , einer geheimen Staatsaktion, einer recht undemokratischen, handstreichartigen Hintergrundarbeit aus dem Bundesarbeitsministerium (BMA) und dem Bundeskanzleramt, einverst&#228;ndlichkoordiniert und gelenkt durch die Bertelsmann Stiftung.<br />
Quelle: <a href="http://www.uni-due.de/edit/spindler/ghostwriter_spindler_2012.pdf">Uni Duisburg [PDF - 35.4 KB]</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Das Kartoffel-Kartell</strong><br />
Das mutma&#223;liche Kartoffel-Kartell, gegen das Ermittlungen laufen, soll nach SZ-Informationen Bauern und Verbraucher um mehr als 100 Millionen Euro gesch&#228;digt haben…<br />
Die Ermittlungen des Bundeskartellamtes d&#252;rften zwar noch eine ganze Weile dauern, und die Details stehen noch lange nicht fest, aber ungef&#228;hr soll das Kartell so funktioniert haben: Vor etwa zehn Jahren sollen sich ein paar der Gro&#223;en der Abpack-Branche darauf verst&#228;ndigt haben, dass weniger Wettbewerb mehr sei. Man m&#252;sse sich nur &#252;ber den richtigen Preis verst&#228;ndigen. Schon nach kurzer Zeit sollen die meisten der anderen Betriebe sich dieser Einsicht angeschlossen haben.<br />
Wenn Branchenger&#252;chte stimmen, sollen sich am Ende zwischen achtzig und bis zu neunzig Prozent der gro&#223;en und gr&#246;&#223;eren Abpacker bei den Preisen verst&#228;ndigt haben. Und die restlichen, die nicht zum Kartell geh&#246;rten, sollen davon profitiert haben. Zeitweise soll die Gewinnmarge rasant in die H&#246;he gestiegen sein und sich mitunter verzehnfacht haben.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/verfahren-gegen-mehrere-unternehmen-das-kartoffel-kartell-1.1670092">SZ</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Niebel-Ministerium stellte deutlich mehr FDP-Leute ein als bislang bekannt &#8211; Beamtenverband spricht von &#8220;beispiellosem Vorgang&#8221;</strong><br />
Seit dem Amtsantritt von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel hat das Bundesministerium f&#252;r wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) mehr als 40 FDP-Mitglieder und Mitarbeiter der Partei eingestellt. Das berichtet MONITOR in seiner heutigen Ausgabe (Das Erste, 21.45 Uhr).<br />
Anders als bislang bekannt wurden dabei nicht nur Schl&#252;sselpositionen im Niebel-Ministerium mit Parteifreunden besetzt. Nach MONITOR-Recherchen wurden seit 2009 allein 25 FDP-Leute als Referenten eingestellt, also im Mittelbau des Ministeriums. Hinzu kommen mehrere Referatsleiter sowie parteinahe Besetzungen in Unternehmen, die dem Ministerium angegliedert sind. Es handelt sich dabei h&#228;ufig um ehemalige FDP-Mitarbeiter im Bundestag, aber auch Parteifunktion&#228;re aus Ortsvereinen und Landesverb&#228;nden. Zuvor hatte Niebel die bis dahin praktizierte Beteiligung des Personalrats bei der Bewerberauswahl abgeschafft. Der Vorsitzende des Verbandes der Bediensteten der obersten Bundesbeh&#246;rden (VBOB), Hartwig Schmitt-K&#246;nigsberg, spricht von einem „beispiellosen Vorgang“. Dieser gehe &#252;ber das &#252;bliche Ma&#223; an parteinahen Besetzungen in den Schl&#252;sselstellen eines Ministeriums weit hinaus…<br />
Das Ministerium erkl&#228;rte auf Nachfrage, alle Einstellungen erfolgten streng nach Eignung, Bef&#228;higung und Leistung. Man frage die Mitarbeiter nicht nach der Parteimitgliedschaft. Die Frage, bei wie vielen Neueinstellungen dem Ministerium die Parteimitgliedschaft vorher bekannt war, beantwortete das Ministerium nicht.<br />
Quelle: <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/presse/2013/pressemeldung_130502.php5">wdr</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung C.R.:</strong> Erst wollte Niebel das BMZ abschaffen, dann &#252;bernimmt er es und 1,2,3 sind viele Mitglieder mit dabei.</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Syrien</strong><br />
Interview mit Wolfgang Gehrcke<br />
Im April fand eine Veranstaltung mit Wolfgang Gehrcke und Werner Ruf in der Kasseler Cafe Buchoase zum Thema Syrien statt. Wolfgang Gehrcke ist der au&#223;enpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion “Die Linke” und gab j&#252;ngst zusammen mit Christiane Reymann im PapyRossa Verlag das Buch “Syrien. Wie man einen s&#228;kularen Staat zerst&#246;rt und eine Gesellschaft islamisiert” heraus. Wir nutzten die Gelegenheit, um mit eben jenem Wolfgang Gehrcke ein paar Takte &#252;ber Syrien zu reden. Im Anschluss dieses Interviews folgt eine kurze Besprechung des von Gehrcke mit herausgegebenen Buches.<br />
Quelle: <a href="http://trotzfunk.de/wordpress/?p=1271">trotzfunk</a></p>
<p><strong>Dazu:</strong></p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130513_01.jpg" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur_4860.html">Stuttmann Karikaturen</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Team ohne Botschaft</strong><br />
Eine glanzvolle Veranstaltung wird das nicht: Am Montag stellt Peer Steinbr&#252;ck die ersten drei Mitglieder seines Kompetenzteams vor. Die wenig elektrisierenden Namen sind schon bekannt. Durchgestochen, w&#228;hrend Steinbr&#252;ck in Polen war, um vom bizarren Tempo-120-Streit zwischen Sigmar Gabriel und Steinbr&#252;ck abzulenken. Sie werden der d&#252;mpelnden Kampagne des SPD-Kanzlerkandidaten keinen Schub verleihen.<br />
Der eine, Klaus Wieseh&#252;gel, ist ein alter Gewerkschafter, Gegner der Agenda 2010 und der Rente mit 67. Es wird einiger lustiger Verrenkungen der beiden Herren bed&#252;rfen, um so zu tun, als sei man auf einem Nenner. Hinzu kommt, dass Wieseh&#252;gel gar nicht in ein Kabinett Steinbr&#252;ck eintreten will oder kann, weil er kurz vor der Bundestagswahl als Chef der IG Bau wiedergew&#228;hlt werden will.<br />
Der zweite, Thomas Oppermann, zweifellos ein gestandener Politiker, l&#228;uft sich hinter den Kulissen schon warm, um bei einer gro&#223;en Koalition Frank-Walter Steinmeier als Fraktionschef abzul&#246;sen.<br />
Das dritte Mitglied des Kompetenzteams, die Designprofessorin Geesche Joost, hat wenigenstens den Hauch des Unkonventionellen. Die Seiteneinsteigerin aber droht der Weg von Gerhard Schr&#246;ders Seiteneinsteiger Jost Stollmann: nach der Wahl ist der Ausflug in die Politik vorbei. (&#8230;)<br />
Namen sind Botschaften und mit starken Namen lassen sich starke politische Botschaften verbinden. Beides ist von Steinbr&#252;cks Kompetenzteam nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Wieseh&#252;gel und Steinbr&#252;ck sind gegens&#228;tzliche  Botschaften.<br />
Quelle: <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=4013">sprengsatz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Die „Seiteneinsteigerin“ Geesche Joost soll das Thema Netzpolitik abdecken und <a href="http://www.laboratories.telekom.com/public/Deutsch/Newsroom/news/Pages/Prof-Dr-Gesche-Joost-neue-Professorin-Designforschung-UdK.aspx">steht gleichzeitig auf der Payroll</a> der Deutschen Telekom, die durch ihre j&#252;ngsten &#196;u&#223;erungen zur gr&#246;&#223;ten Gefahr f&#252;r die Netzneutralit&#228;t geworden ist. Da h&#228;tte Steinbr&#252;ck f&#252;r sein „Kompetenzteam“ auchmit einem Monsanto-Mitarbeiter als „Seiteneinsteiger“ das Thema Landwirtschaft und einen Areva-Mitarbeiter das Thema Energiepolitik abdecken lassen k&#246;nnen. Zumindest die Piraten d&#252;rften sich &#252;ber derartige Steilvorlage freuen.</em></li>
<li><a name="h16"></a><strong>ARD-DeutschlandTrend Mai 2013</strong><br />
In der Sonntagsfrage des aktuellen ARD-DeutschlandTrends bleibt die Union gegen&#252;ber der Vorwoche unver&#228;ndert bei 40 Prozent, die FDP kommt unver&#228;ndert auf vier Prozent.<br />
Die SPD verliert einen Punkt und sackt auf 26 Prozent ab. Die Gr&#252;nen gewinnen einen Punkt hinzu und kommen auf 15 Prozent. Die Linke bleibt unver&#228;ndert bei sieben Prozent. Die neu gegr&#252;ndete Partei der Euro-Gegner &#8220;Alternative f&#252;r Deutschland&#8221; h&#228;tte auch in dieser Woche keine Chance, in den Bundestag einzuziehen: Sie kommt unver&#228;ndert auf drei Prozent.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1726.html">tagesschau.de</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Interessant ist folgender Widerspruch, man k&#246;nnte auch sagen Bewusstseinsspaltung: 56 % sind mit der Bundesregierung weniger oder gar nicht zufrieden, aber 54 % sind mit der Regierungsarbeit von Angela Merkel sehr zufrieden oder zufrieden.</em><br />
<em>61 % meinen, dass die geplanten Steuererh&#246;hungen der SPD eher schaden, aber 72 % halten Steuererh&#246;hungen f&#252;r richtig.</em><br />
<em>55 % meinen es gehe  in Deutschland eher ungerecht zu. 62 % sehen die Ursachen f&#252;r die Schw&#228;che der SPD, dass sie die Rente mit 67 eingef&#252;hrt hat, in der Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen sehen nur 45 % ein Problem und 51 % kein oder ein weniger gro&#223;es Problem.</em><br />
<em>37 % halten einen Einzug der AfD in den Bundestag f&#252;r gut, und 29 % hielten es f&#252;r besser, schnell die D-Mark wiedereinzuf&#252;hren, aber 76 % halten den Euro f&#252;r eine gute Idee, die nur schlecht umgesetzt wurde und immerhin noch 58 % meinen, dass die Bundesregierung alles tun sollte, um den Euro zu retten.</em></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Piraten-Chef Schl&#246;mer bl&#228;st zum Angriff</strong><br />
Das Programm der Piraten-Partei steht: Bedingungsloses Grundeinkommen, Volksentscheide und einige noch radikalere Vorst&#246;&#223;e. Und der Parteichef macht mit einer furiosen Rede wieder Mut.<br />
Er kam, sah und keilte aus wie keiner vor ihm. Eine Motivationsrede wollte Bernd Schl&#246;mer, der Chef der Piraten, am Sonntag gegen Ende des Bundesparteitages im bayerischen Neumarkt halten. Eine Motivationsrede deshalb, weil er seiner Partei doch k&#252;rzlich Lustlosigkeit vorgeworfen und sogar bezweifelt hatte, dass man &#252;berhaupt wahlkampff&#228;hig sei. Was ihm eine Menge &#196;rger einbrachte.<br />
Also musste es schon etwas Besonderes vom Chef sein, auch ein bisschen Wiedergutmachung. Wurde es dann auch: Eine Tirade, 13 Minuten lang, rotzig, frech, derb. Munter teilte der 42-j&#228;hrige Berliner im braunen Piratenpulli des Fu&#223;ballclubs St. Pauli aus. „Ganz dicke Hose“, meinte einer der 1 200 Piraten im Saal anerkennend &#252;ber die furiose Beschimpfung, die Schl&#246;mer vom Stapel lie&#223;.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/politik/parteitag-in-neumarkt--piraten-chef-schloemer-blaest-zum-angriff-,1472596,22749440.html">Frankfurter Rundschau</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> L&#228;sst man den Punkt „Bedingungsloses Grundeinkommen“ einmal raus, sind die Punkte aus den Bereichen Sozial-, Wirtschafts- und Europapolitik, die am Wochenende von den Piraten ins Wahlprogramm aufgenommen wurden, durchaus respektabel. Insbesondere die deutliche Distanzierung gegen&#252;ber FDP und AfD weist klar in die richtige Richtung.</em></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Eine Protestwahl ist eine Protestwahl – mehr nicht</strong><br />
In Europa sind die Protestparteien auf dem Vormarsch. In Gro&#223;britannien ist es die Unabh&#228;ngigkeitspartei, eine Randerscheinung, die Premierminister David Cameron schon als „Fruchtt&#246;rtchen, Spinner und Klosett-Rassisten&#8221; verspottet hat. Bei den Kommunalwahlen in der vergangenen Woche holte sie 26 Prozent der Stimmen und lag damit schon auf Platz zwei hinter den Konservativen.<br />
In Italien hat die F&#252;nf-Sterne-Bewegung angef&#252;hrt vom Komiker Beppe Grillo 26 Prozent aller Stimmen bei den Parlamentswahlen im Februar auf sich vereinigt. Wenn aktuell in Griechenland Wahlen w&#228;ren, so w&#252;rden 25 Prozent der Wahlberechtigten nach eigenem Bekunden die radikal linke Syriza-Partei w&#228;hlen und 10 Prozent der rechtsextremen Bewegung Goldene Morgenr&#246;te zuneigen.<br />
In Frankreich kam der rechtspopulistische Front National bei der Pr&#228;sidentschaftswahl im vergangenen Jahr auf 18 aller Stimmen, und in Finnland brachten es die Nationalisten der Wahren Finnen im Jahr 2011 auf 19 Prozent W&#228;hlervotum. Die Partei ist damit drittst&#228;rkste im Parlament. (&#8230;)<br />
Eines ist sicher: Kein Protest-Votum der W&#228;hler, egal wie deutlich es ausf&#228;llt, kann die fundamentalen politischen Optionen eines jeden Landes au&#223;er Kraft setzen. Die Wirklichkeit l&#228;sst sich nicht abw&#228;hlen.<br />
Quelle: <a href="http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424127887323372504578466492513883794.html">wsj</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Und die „fundamentalen politischen Optionen eines jeden Landes“ kennt nat&#252;rlich nur das Wall Street Journal. Die f&#252;rchterlichen politischen Folgen der Weltwirtschaftskrise der fr&#252;hen drei&#223;iger Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland und ganz Europa sind wohl schon vergessen.</em></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Das &#8220;Dresdner Fr&#252;hjahrsgespr&#228;ch 2013&#8243; mit Prof. Dr. Rudolf Hickel</strong><br />
Nach dem „Dresdner Fr&#252;hjahrsgespr&#228;ch 2011“ mit Dr. Wolfgang Lieb, zum Thema „<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=9336">Demokratie in Not – Emp&#246;rung ist nicht genug!</a>“</p>
<blockquote><p><em>Wie aus einem „systemischen Risiko“ der Banken ein Risiko f&#252;r das System wurde – &#214;ffentliche Armut bei privatem Reichtum sprengen das Gemeinwohl</em></p></blockquote>
<p>und nach dem „Dresdner Fr&#252;hjahrsgespr&#228;ch 2012“ mit Albrecht M&#252;ller zur Thematik „<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=13253">F&#252;r einen Pakt aller Demokraten gegen Finanz-Zyniker und Spekulanten</a>“</p>
<blockquote><p><em>Ein Pakt aller Werte schaffenden und an Werten orientierten B&#252;rgerinnen und B&#252;rger ist vonn&#246;ten. Er reicht von Wertkonservativen bis zur demokratischen Linken. Deren Auffassungsunterschiede sind angesichts der Bedrohung gering</em></p></blockquote>
<p>&#8230;fand das „Dresdner Fr&#252;hjahrsgespr&#228;ch 2013“ am 04. Mai 2013 im Festsaal der Dreik&#246;nigskirche – Haus der Kirchen als Gemeinschaftsveranstaltung des Dresdner „NachDenkSeiten“-Gespr&#228;chskreises und der „Friedrich-Ebert-Stiftung“ mit Unterst&#252;tzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Bezirk Sachsen und Region Dresden statt.</p>
<p>Hauptredner war Prof. Dr. Rudolf Hickel, vom Institut Arbeit und Wirtschaft (IAW) in Bremen. Er referierte zum Thema:<br />
„<a href="http://ndsgkdd.files.wordpress.com/2013/03/prc3a4sentation-dfg-2013-von-prof_hickel.pdf">Zerschlagt die Banken – reguliert die Finanzm&#228;rkte [PDF - 450 KB]</a>“ auf der Grundlage seiner 2012 verfasste Streitschrift „Zerschlagt die Banken: Zivilisiert die Finanzm&#228;rkte“.<br />
Auch das „Dresdner Fr&#252;hjahrsgespr&#228;ch 2013“ wurde wieder von Axel Schmidt-G&#246;delitz (<a href="http://www.ost-west-forum.de/">ost-west-forum Gut G&#246;delitz eV</a>) moderiert.<br />
Eine R&#252;ckschau auf das „Dresdner Fr&#252;hjahrsgespr&#228;ch 2013“ ist nachfolgend hier einsehbar:<br />
Das &#8220;Dresdner Fr&#252;hjahrsgespr&#228;ch 2013&#8243; mit Prof. Dr. Rudolf Hickel &#8211; <a href="http://dresdnerfruehjahrsgespraech2013.blogspot.de/2013/05/das-dresdner-fruhjahrsgesprach-2013-mit.html">im R&#252;ckblick</a>.</li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17215&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Hinweise des Tages II</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 May 2013 14:40:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211</guid>
		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Dossier: Die Linke, die AfD und der Euro Alternativlos, Folge 29 [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB)<br />
<span id="more-17211"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h01">Dossier: Die Linke, die AfD und der Euro</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h02">Alternativlos, Folge 29</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h03">Steuerhinterziehung</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h04">&#214;konomische Debatte</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h05">Widerstand gegen Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h06">Asmussen and the Cyprus crisis – not aware of basic facts</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h07">Pro-Inflation Policies Show Signs of Helping the Japanese Economy</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h08">Schulz lobt Eiserne Lady</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h09">Die FDP stellt Frankreich ein „verheerendes wirtschaftspolitisches Zeugnis aus“ und outet sich als Gegner des klassischen Freihandels</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h10">Altersvorsorge: Lebensversicherer r&#252;tteln an den Garantien</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h11">Bulgarien: 18 Euro f&#252;r ein Kind</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h12">Arbeitslosigkeit als Urlaubsparadies</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h13">Wo genau liegt Kurdistan?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h14">Eine Giftgas-Verschw&#246;rung der Assad-Gegner?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h15">Afghanistan/Merkel: Bundeskanzlerin stellt fr&#252;here Rechtfertigung der Bundesregierung und der Vorg&#228;ngerregierungen f&#252;r Afghanistan-Einsatz auf den Kopf</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211#h16">Steile Thesen &#252;ber Keynes&#8217; Vorlieben</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17211&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Dossier: Die Linke, die AfD und der Euro</strong><br />
In der Linken wird &#252;ber den Kurs der Partei in der Eurokrise und &#252;ber die Bewertung der Rechtspartei &#8220;Alternative f&#252;r Deutschland&#8221; diskutiert.<br />
Mit Beitr&#228;gen von Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht, Axel Troost, Michael Schlecht, Fabio de Masi, Andrej Hunko, Katja Kipping u.v.a.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/dossiers/257.html">Neues Deutschland</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Das Dossier bietet eine ganze Reihe von hoch interessanten Debattenbeitr&#228;gen zum Thema „Zukunft des Euro“. Von dieser Form des konstruktiven Dialogs zu einem der wichtigsten Themen der Zeit k&#246;nnten sich andere Parteien einiges abschneiden. Unverst&#228;ndlich, dass diese offene Debattenkultur in einigen auflagen- und reichweitenstarken Medien als „Zank“, „Zoff“ und „Streit“ interpretiert wird. War es nicht auch die Basta-Politik und die Politik der vermeintlichen Alternativlosigkeit, die uns in die Krise getrieben haben? Man muss nicht jedem Beitrag in ND-Dossier zustimmen, aber das ist auch gar nicht n&#246;tig. Demokratie lebt von Debatte. Und dass die Linke weder populistisch argumentiert, noch irgendwelche Schnittmengen mit der AfD sucht, d&#252;rfte nach der Lekt&#252;re der Beitr&#228;ge eigentlich offensichtlich sein.</em></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Alternativlos, Folge 29</strong><br />
Gast:<br />
Zu Gast war Frank Schirrmacher.</p>
<p>Thema:<br />
In Alternativlos Folge 29 reden wir &#252;ber die Manipulation unserer Weltbilder am Beispiel der Idee, dass unsere Gesellschaft immer egoistischer werde.</p>
<p>Quelle: <a href="http://alternativlos.org/29/">Alternativlos</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Sehr h&#246;renswert!</em></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Steuerhinterziehung</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Deutsche Fahnder k&#246;nnen auf Offshore-Daten zugreifen</strong><br />
Gro&#223;er Schlag gegen Steuerhinterzieher: Beh&#246;rden in den USA, Gro&#223;britannien und Australien werten geheime Unterlagen aus Steueroasen aus. Den Ermittlern wurden 400 Gigabyte an Material zugespielt &#8211; bald werden auch die deutsche Fahnder die Daten auswerten k&#246;nnen.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/weltweite-ermittlungen-gegen-steuerhinterziehung-deutsche-fahnder-koennen-auf-offshore-daten-zugreifen-1.1669147">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></li>
<li><strong>Datendieb Falciani kann weiter Steuerbetrug und Geldw&#228;sche aufdecken</strong><br />
Der Versuch der Schweiz, die Auslieferung von Hervé Falciani von Spanien zu erzwingen, ist gescheitert. Der Nationale Gerichtshof in Madrid hat am Mittwoch entschieden, dass der einstige Informatiker der britischen HSBC Bank in Genf nicht ausgeliefert wird. Die Alpenrepublik hatte den Italo-Franzosen beschuldigt, 130.000 Datens&#228;tze von 24.000 Kunden gestohlen und sich damit unter anderem der Verletzung des Bankgeheimnisses schuldig gemacht zu haben.<br />
Der Gerichtshof schloss sich aber der Ansicht von Staatsanw&#228;ltin Dolores Delgado an. Sie argumentierte, die wesentliche Bedingung f&#252;r eine Auslieferung sei nicht erf&#252;llt, denn daf&#252;r m&#252;ssten die Vorw&#252;rfe auch in Spanien strafbar sein. Das sei nicht der Fall, stellte das Gericht fest. Gesetze gegen Geldw&#228;sche und Steuerhinterziehung schreiben hier sogar vor, dass sie angezeigt werden m&#252;ssen, wenn man Kenntnis davon erlangt. Das Gericht folgte auch Falcianis Angaben, der von &#8220;skandal&#246;sen Vorg&#228;ngen&#8221; sprach, weil Schweizer Banken Steuerbetrug f&#246;rderten.<br />
Falciani arbeitete nach der Beschlagnahmung seines Computers in Frankreich 2009 eng mit den Ermittlern zusammen, allein dort wurden 8.200 Steuers&#252;nder ermittelt.<br />
Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/154249">Telepolis</a></li>
<li><strong>Infografik: Steuerpr&#252;fung und Steuerhinterziehung in Deutschland</strong>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/infografik_1061_Steuerpruefung_und_Steuerhinterziehung_in_Deutschland_b.jpg"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/infografik_1061_Steuerpruefung_und_Steuerhinterziehung_in_Deutschland_b_small.jpg" alt="" title="" /></a></p>
<p>Quelle: <a href="http://de.statista.com/themen/383/steuereinnahmen/infografik/1061/steuerpruefung-und-steuerhinterziehung-in-deutschland/">Statista</a></li>
<li><strong>Jeffrey Sachs &#8211; Time to End the Tax Havens</strong><br />
The politicians of rich nations who protect the exorbitant privileges of bankers and hedge-fund managers, who wink at mega-tax evasion by billionaires, and who tolerate unpardonable games played by major companies, are playing with fire. We are now all sharing austerity. The havens represent unacceptable privilege and abuse, not fair sharing.<br />
Developing countries too are saying that enough is enough. For decades they&#8217;ve been on the receiving end of hypocritical lectures about good governance. For them, the tax havens have served the purpose of paying bribes to potentates, and providing easy ways for elites to keep their money safe from tax collectors. Yet it is the rich countries that have fostered that system.<br />
The world&#8217;s most powerful countries have a unique responsibility. They created this destructive system. It&#8217;s now their job to end it. Taxes worldwide need to be paid. Offshore accounts need to be reported back to the national authorities of the account holders. Banks, hedge funds and non-financial companies need to be domiciled where they can be properly overseen and regulated &#8212; not on small islands that can&#8217;t possibly oversee these businesses. The politicians need to understand that the public is now on to the game. There is no more time to delay.<br />
Quelle: <a href="http://www.huffingtonpost.com/jeffrey-sachs/time-to-end-the-tax-haven_b_3241900.html">Huffington Post</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h04"></a><strong>&#214;konomische Debatte</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Paul De Grauwe &#8211; Debt Without Drowning</strong><br />
Since the 1970’s, economists have warned that a monetary union could not be sustained without a fiscal union. But the eurozone’s leaders have not heeded their advice – and the consequences are becoming increasingly apparent. Europe now faces a difficult choice: either fix this fundamental design flaw and move toward fiscal union, or abandon the common currency. [...]<br />
A successful strategy would have to address one of the eurozone’s main design flaws: member governments issue debt in euros, a currency that they cannot control. As a result, they cannot provide a guarantee to bondholders that the cash will be available to pay them at maturity.<br />
CommentsView/Create comment on this paragraphThe mistrust and fear that this elicits in the bond markets can lead to liquidity crises that, creating a self-fulfilling prophecy, drive countries closer to default. They are then forced to implement austerity programs that lead to deep recessions and, ultimately, to banking crises. [...]<br />
The eurozone is gripped by an existential crisis that is slowly, but inexorably, destroying the monetary union’s very foundations. The only way to stem the erosion is to take determined action that convinces financial markets that the eurozone is here to stay. A debt-pooling scheme that satisfies the requirements outlined here would signal that the eurozone member countries are serious about sticking together. Without this gesture, further market turmoil is inevitable – and the eurozone’s collapse will become only a matter of time.<br />
Quelle: <a href="http://www.project-syndicate.org/commentary/the-debt-pooling-scheme-that-the-eurozone-needs-by-paul-de-grauwe">Project Syndicate</a></li>
<li><strong>Joseph Stiglitz &#8211; The lessons of the North Atlantic crisis for economic theory and policy</strong><br />
The world has seen a hundred financial crises in the past three decades. In this column, Nobelist Joe Stiglitz argues that we could have done much more to prevent this crisis and to mitigate its effects. Looking ahead, we can do much more to prevent the next one. This is a chance to revolutionise flawed economic models, and perhaps exit from an interminable cycle of crises.<br />
Quelle: <a href="http://www.voxeu.org/article/lessons-north-atlantic-crisis-economic-theory-and-policy">VOX</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h05"></a><strong>Widerstand gegen Deutschland</strong>
<ol type="a">
<li><strong>G7 gegen Germany</strong><br />
Langsam wird es Routine: Beim Treffen der G-7 in London steht Deutschland erneut unter Druck, den Sparkurs zu lockern und die Nachfrage in Euroland anzukurbeln.<br />
“Ungew&#246;hnlich offen” will die US-Regierung Druck auf Finanzminister Sch&#228;uble machen, schreibt die “S&#252;ddeutsche”. Deutschland soll die L&#246;hne erh&#246;hen und die Deutschen zum Konsum anregen, etwa durch verkaufsoffene Sonntage und Erleichterungen beim Wohnungskauf.<br />
Quelle: <a href="http://lostineu.eu/g7-gegen-germany/?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope+NEU%29">Lost in EUrope</a></li>
<li><strong>Italiens Finanzminister will nicht sparen</strong><br />
Der Widerstand gegen Deutschlands Kurs in der Schuldenkrise w&#228;chst. Italiens Finanz- und Wirtschaftsminister Saccomanni lehnt weitere Einsparungen ab.<br />
Quelle: <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-05/Italien-Sparen">ZEIT</a></li>
<li><strong>Moscovici. Frankreich modernisiert sich</strong><br />
Wenn wir mehr gemacht h&#228;tten, h&#228;tte unser Wachstum darunter gelitten, und das h&#228;tte uns eine Rezession beschert, nur um 2013 oder 2014 die Drei-Prozent-Marke zu erreichen. Damit h&#228;tten wir gegen die Interessen unserer Wirtschaft gehandelt. Wir sagen: Wir sind ernsthaft bem&#252;ht, es gibt keine Nachl&#228;ssigkeit. Die Anstrengungen und die strukturellen Reformen werden fortgef&#252;hrt. Frankreich modernisiert sich, das Land wird wettbewerbsf&#228;higer, produktiver, fexibler und anpassungsf&#228;higer. Aber wir weisen einen Austerit&#228;tskurs zur&#252;ck, dieses Dogma, welches das Wachstum bremst. Verringerung des Defizits und Wachstum widersprechen einander nicht. Wir m&#252;ssen das Defizit verringern, aber in einem Rhythmus und so ausgestaltet, dass dies mit dem nationalen Wachstum vereinbar ist. Ich glaube, dass sich dieser Gedanke in Europa und in der Welt gerade durchsetzt&#8230;<br />
&#214;ffentliche Ausgaben sind kein Strohfeuer. Es gibt produktive und unproduktive&#8230;<br />
Eine &#252;bertriebene Austerit&#228;tspolitik kann kein Wachstum f&#246;rdern. Diese Politik gestattete es auch nicht, das Defizit abzubauen. Warum? Weil die Einnahmen zu gering w&#228;ren.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/2102878/">DLF</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h06"></a><strong>Asmussen and the Cyprus crisis – not aware of basic facts</strong><br />
The idea that, to quote a recent Cyprus speech of J&#246;rg Asmussen, member of the board of the ECB, periphery countries were characterized by “significant external and internal imbalances had… – notably persistent current account deficits, significant losses in competitiveness, rising fiscal deficits and public debt” while it’s the task of the ECB to lecture them about this clearly still goes around (here by the way some information about Asmussen’s role in deregulating the German financial sector).<br />
Wow.</p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130510_02.png"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130510_02_small.jpg" alt="" title="" /></a></p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130510_03.png"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130510_03_small.jpg" alt="" title="" /></a></p>
<p>Quelle: <a href="http://rwer.wordpress.com/2013/05/08/asmussen-and-the-cyprus-crisis-not-aware-of-basic-facts-2-graphs/">Real World Economics Review</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Pro-Inflation Policies Show Signs of Helping the Japanese Economy</strong><br />
[...] Normally a weakening exchange rate might be taken as a sign of decline. The yen has fallen nearly 14 percent against the dollar this year, and no currency has fallen more except the Venezuelan bolívar. But in Japan’s case, it is a sign that the policies put in place by Mr. Abe and Haruhiko Kuroda, chairman of the Bank of Japan, are starting to work. A weaker yen makes Japanese exports more competitive around the world.<br />
The most immediate impact of the weaker yen has been the boost in profits of the major exporters. This week, the Toyota Motor Corporation reported net income in the last 12 months jumped threefold, and Sony produced an annual profit for the first time in five years. Both companies forecast further profit increases largely because of the weaker yen.<br />
Perhaps more important, particularly for the citizens of Japan who have suffered from a long period of falling wages and prices, the yen’s move is expected to kindle inflation in the once moribund economy.<br />
Quelle: <a href="http://www.nytimes.com/2013/05/10/business/dollar-breaches-100-yen.html?partner=rss&#038;emc=rss&#038;_r=0">New York Times</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Schulz lobt Eiserne Lady</strong><br />
Was ist nur mit EU-Parlamentschef Schulz los? In seiner Laudatio auf Karlspreistr&#228;gerin Grybauskaite war der SPD-Politiker kaum wieder zu erkennen. Er war voll des Lobes f&#252;r die Eiserne Lady des Baltikums. [...]<br />
Dabei geht es den Litauern schlecht. Der soziale Kahlschlag Grybauskaite hat Armut und Ausgrenzung versch&#228;rft, viele Menschen kehren ihrem Land den R&#252;cken.<br />
Offenbar m&#246;chte sich Schulz, sonst ebenfalls ein Freund “offener Worte”, sich die Statur eines Staatsmann erarbeiten. Kurz zuvor hatte er Kanzlerin Merkel gegen Angriffe aus Frankreich verteidigt. Ob es damit zusammenh&#228;ngt, dass er EU-Kommissisonchef werden will?<br />
Quelle: <a href="http://lostineu.eu/schulz-wird-staatstragend/?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope+NEU%29">Lost in EUrope</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Die FDP stellt Frankreich ein „verheerendes wirtschaftspolitisches Zeugnis aus“ und outet sich als Gegner des klassischen Freihandels</strong><br />
Es ist nicht zu fassen. Das deutsche Wirtschaftsministerium, bekanntlich geführt von einem Mediziner, der immer wieder durch vollkommenes wirtschaftliches Unwissen auf f&#228;llt, stellt, so das Handelsblatt letzte Woche, Frankreich ein verheerendes wirtschaftspolitisches Zeugnis aus. Das ist in der Tat verheerend, aber anders als beim Ministerium gedacht.<br />
Wir haben hier schon vor einigen Tagen Frankreich und Deutschland verglichen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Frankreichs Wirtschaft keineswegs dem Zerrbild entspricht, das man in Deutschland von ihr zeichnet: „Der Lohn pro Stunde (ausbezahlter Lohn, also nominal) ist in Deutschland laut neuesten Angaben von Eurostat von 24 Euro im Jahre 1999 auf 30,4 Euro im Jahr 2012 gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich die nominale Produktivit&#228;t, also so etwas wie der Umsatz pro Stunde, von knapp 35 Euro pro Stunde auf etwas mehr als 45 Euro erh&#246;ht.<br />
Quelle: <a href="http://www.flassbeck-economics.de/abo-preview-die-fdp-stellt-frankreich-ein-verheerendes-wirtschaftspolitisches-zeugnis-aus-und-outet-sich-als-gegner-des-klassischen-freihandels/">Flassbeck Economics</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Altersvorsorge: Lebensversicherer r&#252;tteln an den Garantien</strong><br />
Die Versicherer leiden unter den niedrigen Zinsen. Deshalb wollen sie jetzt zeitlich begrenzte Garantien auf den Markt bringen.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/altersvorsorge-lebensversicherer-ruetteln-an-den-garantien/8161074.html">Tagesspiegel</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Bulgarien: 18 Euro f&#252;r ein Kind</strong><br />
Dass sich Menschen in Bulgarien vor Verzweiflung anz&#252;nden, kann Emilian verstehen. Er hat es selbst schon einmal getan. Heute lebt er im Kloster in Novi Han. Dort finden Menschen Zuflucht, die sonst nirgends Hilfe zu erwarten haben. &#8211; Im &#228;rmsten Land der EU gab es Anfang des Jahres heftige Proteste. Die Regierung trat zur&#252;ck. Jetzt stehen Neuwahlen an.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&#038;dig=2013%2F05%2F10%2Fa0147&#038;cHash=cbfbd0a463adf0aa8f2e06cd396a4333">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Man bekommt ein schlechtes Gewissen ob der im Mittelpunkt stehenden Berichterstattung &#252;ber die Situation in S&#252;deuropa, da das Elend in manchen Regionen Osteuropa kaum thematisiert wird oder nur zu Ereignissen wie jetzt den Wahlen in Bulgarien.</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Arbeitslosigkeit als Urlaubsparadies</strong><br />
“Man kann den Kampf um das Bewusstsein der Menschen nicht gewinnen, wenn man permanent den Kampf um deren Unterbewusstsein verliert.” St&#228;ndig werden wir aber von “eingebetteten” Medien mit sinnverdrehenden Formulierungen bombadiert: “Sozial ist, was Arbeit schafft”, “F&#246;rdern und Fordern”, “Friedenserzwingende Ma&#223;nahmen”. Holdger Platta nimmt diesmal den Slogan „soziale H&#228;ngematte“ ins Visier.<br />
Quelle: <a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2013/04/30/arbeitslosigkeit-als-urlaubsparadies/">Hinter den Schlagzeilen</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Wo genau liegt Kurdistan?</strong><br />
Die Geschichte hat es mit den Kurden nie gut gemeint. Als die europ&#228;ischen M&#228;chte nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches die Grenzen in der Region neu zogen, fiel f&#252;r die Kurden kein eigener Staat ab. Stattdessen fanden sie sich auf vier L&#228;nder verteilt, als Minderheit in den Randgebieten der neuen Staaten. Der kurdische Nationalismus war in den 1920er Jahren noch schwach ausgebildet, entwickelte sich dann aber in dem Ma&#223;e, in dem die Kurden marginalisiert, diskriminiert und unterdr&#252;ckt wurden&#8230;<br />
Aber Kadir r&#228;umt ein, dass die Kurden mit ihrer ewigen Zerstrittenheit auch selbst f&#252;r Probleme in der Vergangenheit verantwortlich waren: &#8220;Die Bruchlinien verliefen zwischen den verschiedenen Clans und St&#228;mmen, die sich als politische Parteien organisierten.&#8221; Immer wieder gingen kurdische Guerillagruppen in der T&#252;rkei, im Iran und im Irak im Kampf gegen ein repressives Regime B&#252;ndnisse mit dem jeweiligen Nachbarstaat ein, der seinerseits seine kurdische Minderheit unterdr&#252;ckte&#8230;<br />
Die territoriale Frage ist jedoch nicht der einzige Konfliktstoff. KRG und Zentralregierung streiten auch &#252;ber die Interpretation der Verfassungsartikel, die sich auf die Rolle der Peschmerga beziehen. Die Kurden sehen ihre Streitkr&#228;fte als Teil der nationalen Milit&#228;rmacht und beanspruchen Gelder und R&#252;stungsg&#252;ter aus dem irakischen Verteidigungsbudget. Andererseits aber wollen sie am autonomen Status der Peschmerga festhalten. Bagdad fordert dagegen, sie dem zentralen Milit&#228;rkommando zu unterstellen.<br />
Ein dritter Streitpunkt ist der Anspruch auf die &#214;l- und Erdgasvorkommen&#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/05/10.mondeText1.artikel,a0043.idx,11">Le Monde diplomatique</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Eine Giftgas-Verschw&#246;rung der Assad-Gegner?</strong><br />
Versuchen Rebellen und Erdogan mit einer Giftgas-L&#252;ge das Eingreifen der NATO in Syrien durchzusetzen? [...]<br />
Nach dem schweren R&#252;ckschlag f&#252;r die bisherigen Behauptungen eines Chemiewaffeneinsatzes durch das Assad-Regime, wartet Ministerpr&#228;sident Erdogan jetzt mit neuen angeblichen Beweisen f&#252;r das &#220;berschreiten der „roten Linie“ auf, um den Druck auf Washington zu erh&#246;hen. Der Zeitpunkt f&#252;r diese Enth&#252;llungen vor seinem anstehenden Besuch der USA ist optimal gew&#228;hlt. So behauptet er in einem Interview mit NBC, der t&#252;rkische Geheimdienst verf&#252;ge &#252;ber die Reste von mindestens 200 Geschossen mit Giftgasspuren, die vom Regime in Syrien eingesetzt worden seien. Als weiteren Beweis f&#252;hrt er die Verletzungen von Syrern an, die in t&#252;rkischen Krankenh&#228;usern behandelt wurde. Diese angeblichen Beweise sind noch weniger &#252;berzeugend als die fr&#252;heren propagandistischen Falschmeldungen der Rebellen. Wenn das Regime tats&#228;chlich in einem solchen Ausma&#223; Massenvernichtungswaffen gegen die eigene Bev&#246;lkerung eingesetzt h&#228;tte, w&#228;re die Zahl der Opfer ungleich h&#246;her als die bisher angegebenen etwa 15 Toten und weniger als 100 Verletzten. Die Verbreitung solcher angeblichen Beweise dient allein den Interessen der t&#252;rkischen Regierung, um dadurch ein milit&#228;risches Eingreifen der NATO in Syrien durchzusetzen.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/9959/eine-giftgas-verschworung-der-assad-gegner">Der Spiegelfechter</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Afghanistan/Merkel: Bundeskanzlerin stellt fr&#252;here Rechtfertigung der Bundesregierung und der Vorg&#228;ngerregierungen f&#252;r Afghanistan-Einsatz auf den Kopf</strong><br />
Diese soeben gesendete Meldung des Deutschlandfunks l&#228;sst aufhorchen:<br />
“Merkel bekr&#228;ftigte, Deutschland werde sich auch nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 weiter milit&#228;risch engagieren. Damit dies Erfolg habe, seien weitere politische Reformen in Afghanistan unabdingbar”<br />
Jetzt sind also politische Reformen “unabdingbar” f&#252;r ein weiteres und erfolgreiches milit&#228;risches Engagement der deutschen Bundeswehr in Afghanistan. Lautete die Begr&#252;ndung bisher nicht umgekehrt: Ohne ein milit&#228;risches Engagement in Afghanistan g&#228;be es keinen politischen Fortschritt in Afghanistan? So ist es.<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/05/10/afghanistanmerkel-bundeskanzlerin-stellt-fruhere-rechtfertigung-der-bundesregierung-und-der-vorgangerregierungen-auf-den-kopf/">Wirtschaft und Gesellschaft</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Steile Thesen &#252;ber Keynes&#8217; Vorlieben</strong><br />
Harvard-Professor verbl&#252;fft mit Aussagen &#252;ber die angebliche Homosexualit&#228;t des britischen &#214;konomen: Der habe lieber mit seiner Frau &#252;ber Poesie gesprochen, als sich fortzupflanzen. Die Zukunft, so  Niall Ferguson, habe Keynes n&#228;mlich nicht gek&#252;mmert. Kernthese: Des Briten wirtschaftliche &#220;berzeugungen seien schlie&#223;lich durch dessen Homosexualit&#228;t geleitet, der &#214;konom ohnehin &#8220;verweichlicht&#8221; gewesen. Ein &#8220;offensives&#8221; Statement, bemerkt der Wirtschaftsblog &#8220;Businessinsider&#8221;. Ferguson ging es weniger um private Vorlieben eines der wichtigsten &#246;konomischen Vordenkers des 20. Jahrhunderts. Vielmehr wollte der konservative Harvard-Mann Keynes&#8217; vorgebliche Neigungen als Vehikel benutzen, um auf Keynes&#8217; Theorien einzudreschen: Dabei geht es um die Frage, welche Rolle Regierungen in Wirtschaftsflauten &#252;bernehmen sollen: investieren, um Jobs zu schaffen &#8211; oder sparen, um die Staatshaushalte zu sanieren. Auch in der Eurokrise ist das der Kern vieler Debatten: Ist das Spardiktat f&#252;r Griechenland oder Spanien f&#252;r Elend und hohe Arbeitslosigkeit in den Krisenl&#228;ndern verantwortlich? Oder: Kann der Staat nachhaltiger agieren, wenn seine Finanzen gesund sind? &#8220;Ich bin Keynesianer&#8221;, sagt der emeritierte Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel. Er sieht in Fergusons &#196;u&#223;erungen sogar einen Teil einer Kampagne: &#8220;Es wird vor nichts zur&#252;ckgeschreckt, um die Theorien Keynes&#8217; zu denunzieren.&#8221;- &#8220;Dumm und taktlos&#8221; seien die &#196;u&#223;erungen gewesen, schreibt Ferguson inzwischen selbst in seinem Blog. Er habe sich nur &#8220;spontan&#8221; auf Keynes&#8217; bekanntestes Zitat bezogen &#8220;In the long run we are all dead&#8221; &#8211; &#8220;Auf lange Sicht sind wir alle tot&#8221;. &#8220;Zweitens&#8221;, so Ferguson, &#8220;hatte ich vergessen, dass Keynes&#8217; Frau Lydia eine Fehlgeburt hatte&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&#038;dig=2013%2F05%2F07%2Fa0072&#038;cHash=e6c6b7381bb393d9deef9cefa7eb4ccb">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Es ist besch&#228;mend, dass ein so renommierter, m.E. &#252;bersch&#228;tzter Wirtschaftshistoriker, dessen B&#252;cher auch auf Deutsch erscheinen, die latente Homophobie des Publikums instrumentalisiert, um den Wissenschaftler Keynes zu demontieren. Traurig, dass anscheinend auch auf Investorenkonferenz in Kalifornien niemand protestiert hat. Und was soll die Entschuldigung, die darin gipfelt, dass Keynes&#8217; Frau eine Fehlgeburt hatte. Ja, Keynes hatte Sex mit seiner Ehefrau und jetzt ist der Wissenschaftler Keynes rehabilitiert?  Sicherlich will sich &#8220;taz&#8221; von Ferguson distanzieren, aber ihre Titelung ist auch nicht gerade gl&#252;cklich. Die sexuelle Ausrichtung ist keine &#8220;Vorliebe&#8221; Mein Gott, Keynes war bisexuell. Er hatte eine leidenschaftliches Verh&#228;ltnis mit dem Maler Duncan Grant und eine sicherlich nicht leidenschaftslose (wie der Briefwechsel zeigt) Ehe mit der  Ballettt&#228;nzerin Lydia Lopokova von Djagilews Ballets Russes, was &#252;brigens damals in Cambridge und selbst im Freundeskreis, z.B. bei Virginia Woolf,  auch nicht gerade ankam. Nat&#252;rlich ist diese Art, gegen Keynes vorzugehen, nicht neu. So verweist James Delingpole im &#8220;Spectator&#8221; auf den angesehenen New Yorker Investmentbanker und Philanthropen, Sim Johnston, der im Harvard Business 1986 schrieb, dass Keynes seine &#8220;General Theory&#8221; damit h&#228;tte beginnen m&#252;ssen, sich als Schwuler zu outen und zu erkl&#228;ren, dass er und seine Freunde (der Bloomsbury-Kreis) keine Verpflichtung gegen&#252;ber der Nachwelt empf&#228;nden. <a href="http://www.spectator.co.uk/columnists/james-delingpole/8905081/niall-ferguson-shouldnt-have-apologised-for-his-comments-about-keynes/">Als Ergebnis h&#228;tten wir vielleicht niedrigere Staatsdefizite</a>.</em><br />
<em>Und selbst Schumpeter war nicht dagegen gefeit, die Kinderlosigkeit Keynes&#8217; zu instrumentalisieren: &#8220;Er war kinderlos und seine Lebensphilosophie war im Wesentlichen eine kurzfristige Philosophie &#8220;, schrieb er in seinem Nachruf.</em><br />
<em>Dabei wird beim Lesen des ganzen Abschnitts sofort klar, dass Keynes etwas ganz anderes im Sinn hatte. Das ber&#252;hmte Zitat aus “Tract on Monetary Reform” von 1923 bezieht sich auf den Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflationsrate in der Quantit&#228;tstheorie und lautet: „Nun ist das auf lange Sicht wahrscheinlich richtig … Aber die lange Sicht ist ein schlechter F&#252;hrer in bezug auf die laufenden Dinge. Auf lange Sicht sind wir alle tot. Die Volkswirtschaft macht es sich zu leicht und macht ihre Aufgabe zu wertlos, wenn sie in st&#252;rmischen Zeiten uns nur sagen kann, da&#223;, nachdem der Sturm lang vor&#252;ber ist, der Ozean wieder ruhig sein wird.“ Im Kern sagt Keynes etwas, wor&#252;ber wir uns oft genug &#228;rgern m&#252;ssen, wenn z.B. neoliberale (neoklassische) &#214;konomen auf ihre verheerenden Rezepte, Stichwort &#8220;Strukturreform&#8221;,  hingewiesen werden und dann auf deren langfristigen Wirkungen ausweichen. &#8211; Siehe die Hartzreformen und das deutsche &#8216;standing&#8217; heute oder die Kritik an der EZB ob ihrer relativ expansiven Geldpolitik bzw. des Aufkaufs von Staatsanleihen.</em></li>
</ol>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203</link>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 07:02:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB/WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Mangelnde Sparanstrengungen: Bundesbank-Pr&#228;sident Weidmann kritisiert Frankreich Sparprogramm gegen Schuldenkrise: Slowenien will [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB/WL/JB)<br />
<span id="more-17203"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h01">Mangelnde Sparanstrengungen: Bundesbank-Pr&#228;sident Weidmann kritisiert Frankreich</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h02">Sparprogramm gegen Schuldenkrise: Slowenien will nicht das n&#228;chste Zypern werden</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h03">Steuerzahler aus der Parallelgesellschaft?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h04">Was haben Sklavenarbeit in Bangladesch, Pferdefleischskandal und &#214;kostrom gemeinsam?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h05">Bankenpaket – Statt einem guten Gesch&#228;ft f&#252;r den Staat droht ein budget&#228;res Desaster</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h06">Karlspreis-Tr&#228;gerin Grybauskaite: Macht eure Hausaufgaben!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h07">Eine soziale Dimension f&#252;r die WWU: Kein Feigenblatt f&#252;r den neoliberalen Umbau der EU</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h08">Der wahre Skandal &#8211; Soziale Ungleichheit untergr&#228;bt die Demokratie</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h09">Warum die Riester-Rente so wenig bringt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h10">Amazon erhielt Millionen Euro F&#246;rdergelder vom Staat</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h11">Jean Ziegler: „Solange wir schweigen, sind wir die Komplizen der M&#246;rder“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h12">Evangelische Kirche f&#252;r Zustimmung des Bundestags bei R&#252;stungsdeals</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h13">Panzer f&#252;r S&#252;dostasien</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h14">Interview mit NSU-Ausschussvorsitzendem Edathy: „Verantwortungsloses Bescheuertsein“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h15">Historiker: Darum plante mein Vater das Wiesn-Attentat</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h16">Rasseln ohne S&#228;bel &#8211; Im Konflikt mit Japan &#252;bersch&#228;tzt China seine Kr&#228;fte</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h17">Zum Plausch bei der Bundeskanzlerin</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h18">Wahlschlacht auf Facebook</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h19">Satire Gipfel &#8211; Gibt es rechtes Kabarett?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203#h20">Das Allerletzte: „Welt“-Autorin steht f&#252;r die Marktwirtschaft ein</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17203&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Mangelnde Sparanstrengungen: Bundesbank-Pr&#228;sident Weidmann kritisiert Frankreich</strong><br />
Jens Weidmann versteht was anderes unter Sparen als Frankreich &#8211; und tadelt den Nachbarn f&#252;r seinen ungen&#252;genden Kampf gegen das Haushaltsdefizit. Damit stellt sich der Bundesbank-Pr&#228;sident gegen die EU-Kommission, die Paris erst vor kurzem mehr Zeit f&#252;r seine Sparbem&#252;hungen einger&#228;umt hat. [...]<br />
Der Bundesbank-Chef warnte zudem vor einem nachlassenden Reformeifer in L&#228;ndern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit. Dagegen schafften kurzlebige Konjunktur- und Ausgabenprogramme und immer h&#246;here Schulden f&#252;r nachfolgende Generationen keine nachhaltigen Arbeitspl&#228;tze, sagte Weidmann.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mangelnde-sparanstrengungen-bundesbank-praesident-weidmann-kritisiert-frankreich-1.1668487">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Einmal mehr erweist sich, dass Weidmann ein dogmatischer Hardliner, ein finanzpolitischer Taliban, ist.</em></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Sparprogramm gegen Schuldenkrise: Slowenien will nicht das n&#228;chste Zypern werden</strong><br />
Der Druck aus Br&#252;ssel ist gro&#223;, die slowenische Regierung musste liefern. Nachdem das Land bereits als n&#228;chster Rettungskandidat der Euro-Zone gehandelt wurde, beschloss das Kabinett der linksliberalen Ministerpr&#228;sidentin Alenka Bratusek am Donnerstag ein erstes Reformprogramm.<br />
Mit einer Mischung aus Steuererh&#246;hungen, Ausgabenk&#252;rzungen und Verkauf von Staatsfirmen soll der Schuldenanstieg gebremst werden:</p>
<ul>
<li>Der Mehrwertsteuersatz wird am 1. Juli von 20 auf 22 Prozentpunkte erh&#246;ht. Zusammen mit einer Immobilienabgabe sollen so 540 Millionen Euro zus&#228;tzlich in die Staatskasse flie&#223;en.</li>
<li>15 Staatsfirmen werden privatisiert, darunter der Flughafen der Hauptstadt Ljubljana, die Fluglinie Adria Airways, die zweitgr&#246;&#223;te Bank und die gr&#246;&#223;te Telekom-Firma des Landes.</li>
<li>Die Staatsausgaben sollen um 500 Millionen Euro sinken. Wie genau, ist noch unklar. &#220;ber eine Gehaltsk&#252;rzung im &#246;ffentlichen Dienst wird mit den Gewerkschaften verhandelt. Andernfalls w&#228;re laut Bratusek auch eine Krisensteuer im kommenden Jahr denkbar.</li>
</ul>
<p>Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/slowenien-will-mit-sparprogramm-die-eu-kommission-zufriedenstellen-a-898985.html ">Spiegel Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung J.K.:</strong> Der n&#228;chste Absturzkandidat! Merkel wird wohl erst Ruhe geben wenn ganz Europa in Tr&#252;mmern liegt.</em></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Steuerzahler aus der Parallelgesellschaft?</strong><br />
Als Migrant bleibt man in diesem Land immer ein Gast. Dabei zahlen hier lebende Ausl&#228;nder mehrheitlich Steuern. Einige Vertreter hier geb&#252;rtiger Eliten tun das nicht, werden aber keiner Parallelgesellschaft zugeordnet. Der beliebteste Klassismus bleibt in Deutschland der Rassismus.<br />
Mein Vater zahlte bis zu seinem Tod in diesem Land Steuern &#8211; 37 Jahre lang. Er sprach Deutsch und war ganz generell das, was die Leitkultur-Romantiker einen integrierten Ausl&#228;nder nennen. Kritisierte er jedoch manches politische Vorhaben in der &#196;ra Kohl, so musste er sich als warmen Ratschlag anh&#246;ren, er k&#246;nne ja seine Heimkehr nach Spanien planen. In meinem Buch Unzugeh&#246;rig beschreibe ich unter anderem, das man Heimat nicht nur r&#228;umlich, sondern auch zeitlich verliert. Nach vielen Jahren in Deutschland gab es das Spanien nicht mehr, das mein Vater verlassen hatte. Da alles stets im Wandel begriffen ist, h&#228;tte er sich nach einer R&#252;ckkehr auch dort erst integrieren m&#252;ssen. Man kommt nicht einfach nach Jahrzehnten zur&#252;ck und macht dort weiter, wo man damals aufgeh&#246;rt hatte.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/820998.steuerzahler-aus-der-parallelgesellschaft.html">Neues Deutschland</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Was haben Sklavenarbeit in Bangladesch, Pferdefleischskandal und &#214;kostrom gemeinsam?</strong><br />
Nein, diese &#220;berschrift ist keine Scherzfrage. Es gibt darauf eine ernst zu nehmende und ernsthaft zu hinterfragende Antwort. Auf allen drei angesprochenen Feldern wird n&#228;mlich an die Moral der Verbraucher appelliert. Die Verbraucher im Westen, so j&#252;ngst die Chefin des Menschenrechtsausschusses im Europaparlament, die Gr&#252;nen-Politikerin Barbara Lochbihler, in einem Interview, seien indirekte T&#228;ter, wenn sie unter Sklavenarbeit produzierte Kleidung aus Bangladesch kauften. Verbraucher, so h&#228;ufig der Tenor von Kommentaren zu Lebensmittelskandalen, d&#252;rften sich &#252;ber die minderwertigen Zutaten etwa in einer Fertig-Lasagne aus dem Tiefk&#252;hlregal nicht wundern, wenn dieses Gericht nur ein paar Euro koste. Und last but not least werben &#214;kostromanbieter damit, dass der Verbraucher mit dem im Vergleich zur Konkurrenz h&#246;heren Preis f&#252;r ihren Strom auch ein St&#252;ck gutes Umweltgewissen einkaufe.<br />
Quelle: <a href="http://www.flassbeck-economics.de/was-haben-sklavenarbeit-in-bangladesch-pferdefleischskandal-und-okostrom-gemeinsam/">Flassbeck Economics</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung MB:</strong> Vor Jahren war ich bei einer Veranstaltung, bei der auch eine Menschenrechtsaktivistin aus der Textilgewerkschafsszene von Bangladesh einen Vortrag hielt. Ihrer Meinung nach sei es zu teuer, Fabrikgeb&#228;ude brandschutzsicher umzubauen; im Brandfall seien f&#252;r die Fabrikbetreiber „nur“ die Sch&#228;den an Geb&#228;uden und Maschinen ein Problem. Arbeitskr&#228;fte seien Arbeitsmaterial wie Stoff und N&#228;hgarn und k&#246;nnten problemlos ausgetauscht werden.</em><br />
<em>Zu den Opfern der aktuellen <a href="http://www.news.ch/Verheerender+Brand+in+Bangladesh/585997/detail.htm">Brandkatastrophe geh&#246;rt auch einer der Fabrikbetreiber</a>. Unter diesem Aspekt k&#246;nnte sich an den katastrophalen Arbeitsbedingungen vielleicht etwas &#228;ndern.</em></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Bankenpaket – Statt einem guten Gesch&#228;ft f&#252;r den Staat droht ein budget&#228;res Desaster</strong><br />
Die Bankenpakete haben in vielen Staaten der EU-27 tiefe Spuren in den &#246;ffentlichen Haushalten hinterlassen&#8230;<br />
Mitte April hat Eurostat die neuesten Daten zu den bisherigen Kosten der Bankenrettungspakete publiziert. Demnach haben sich f&#252;r die EU-27 durch Kapitalma&#223;nahmen der &#246;ffentlichen Haushalte von 2008 bis 2012 die Staatsschulden um rund 673 Mrd Euro (5,2% des EU-BIP) erh&#246;ht. Davon sind rund 140 Mrd Euro endg&#252;ltig verloren, um diesen Betrag stiegen die Budgetdefizite. Besonders betroffen waren die irischen, griechischen, portugiesischen, deutschen, belgischen und britischen Banken. Zus&#228;tzlich wurden Haftungen in H&#246;he von etwa 600 Mrd Euro &#252;bernommen. Teile davon k&#246;nnten noch schlagend werden.<br />
Das Bankenpaket ist kein tolles Einnahmenprogramm f&#252;r den Staat. Die SteuerzahlerInnen wurden und werden aus dem Bankenpaket nicht zuletzt mangels eines Bankeninsolvenzrechts schwer belastet. Damit wird die Frage nach der Tragung der Lasten brisant. Die Verursacher der Krise trugen &#252;ber die Bankenabgabe nur wenig zur Finanzierung der Kosten bei. In Sinne einer gerechteren Verteilung der Lasten f&#252;hrt kein Weg an einer st&#228;rkeren Besteuerung der Verm&#246;gen – insbesondere einer reformierten Erbschafts- und Schenkungssteuer – vorbei.<br />
Quelle: <a href="http://blog.arbeit-wirtschaft.at/bankenpaket-statt-einem-guten-geschaft-fur-den-staat-droht-ein-budgetares-desaster/">Arbeit &#038; Wirtschaft</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Karlspreis-Tr&#228;gerin Grybauskaite: Macht eure Hausaufgaben!</strong><br />
Grybauskaite rief bei der Preisverleihung die Europ&#228;er auf, Zukunfts&#228;ngste zu &#252;berwinden und Verantwortung zu &#252;bernehmen. Europa brauche mehr denn je den politischen Willen zu verantwortungsbewussten Entscheidungen, auch wenn sie hart und schmerzlich seien…<br />
Die Preistr&#228;gerin nannte die F&#252;hrungsrolle Deutschlands zur Sicherung der europ&#228;ischen Stabilit&#228;t &#8220;ein wirkliches Beispiel f&#252;r verantwortungsbewusste Politik&#8221;. Deutschland habe bei der Suche nach Entscheidungen die F&#252;hrung &#252;bernommen. &#8220;Das ist eine historische Rolle&#8221;, sagte Grybauskaite. Deutschland ernte wegen seines strikten Kurses zwar Kritik, verdiene aber &#8220;gr&#246;&#223;ten&#8221; Respekt.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/aachen-litauische-praesidentin-dalia-grybauskaite-bekommt-karlspreis-a-898941.html">Spiegel Online</a> </p>
<p><strong>Dazu: Armes Litauen</strong><br />
Hier ein paar Fakten aus dem Land, das Kanzlerin Merkel und Kommissionschef Barroso gern als Kronzeugen f&#252;r eine „gelungene“ Austerit&#228;tspolitik nennen:</p>
<ul>
<li>Die Einkommen sind sehr niedrig; das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei 580 Euro – und das bei ann&#228;hernd so hohen Preisen wie in Deutschland (Lebensmittel)</li>
<li>Die Armut nimmt nach den Sozialk&#252;rzungen massiv zu, 33 Prozent der Litauer m&#252;ssen mit Armuts- und Exklusionsrisiko leben (mehr sind es nur in Bulgarien und Rum&#228;nien);</li>
<li>Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 34 Prozent fast so hoch wie in den Krisenl&#228;ndern S&#252;deuropas, Tendenz steigend</li>
<li>Die Lebenserwrtung ist extrem niedrig; 40 Prozent aller litauischen M&#228;nner sterben vor Erreichen des 65. Lebensjahrs – dies liegt u.a. an schlechter medizinischer Versorgung, Armut und hohen Selbstmordraten</li>
<li>Die Emigrationsrate ist mit 23,7 Prozent noch h&#246;her als im Auswandererland Irland; bei der „Abstimmung mit den F&#252;ssen“ verliert Litauen t&#228;glich.</li>
</ul>
<p>Quelle: <a href="http://lostineu.eu/armes-litauen/">Lost in EUrope</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Eine soziale Dimension f&#252;r die WWU: Kein Feigenblatt f&#252;r den neoliberalen Umbau der EU</strong><br />
In den n&#228;chsten Wochen ist mit Vorschl&#228;gen f&#252;r eine „soziale Dimension“ der Wirtschafts- und W&#228;hrungsunion (WWU) zu rechnen…Eine soziale Dimension sei „entscheidend“ f&#252;r die WWU, deshalb werde die Kommission rasch konkrete Vorschl&#228;ge vorlegen, will aber auf „aufw&#228;ndige Verfahren“ verzichten, so Kommissionspr&#228;sident Barroso nach einem Treffen mit den europ&#228;ischen Sozialpartnern letzte Woche…<br />
Werden die zu erwartenden Vorschl&#228;ge der Kommission den gewerkschaftlichen Kernforderungen gerecht werden k&#246;nnen? Wer Barroso in der letzten Woche genau zugeh&#246;rt hat, muss daran zweifeln. Im Mittelpunkt soll offenbar eine „starke Koordinierung und &#220;berwachung“ der (nationalen) Sozial- und Besch&#228;ftigungspolitik stehen. Dieses Prinzip ist uns aus der neuen Economic Governance des Europ&#228;ischen Semesters bestens bekannt. Sollen nun auch Soziales und Besch&#228;ftigung in diesen Prozess integriert werden? Soll die EU-Kommission auch in der Sozialpolitik den Mitgliedstaaten ihre Empfehlungen verordnen oder gar vertraglich bindend „vereinbaren“ k&#246;nnen?<br />
Quelle: <a href="http://blog.arbeit-wirtschaft.at/eine-soziale-dimension-fur-die-wwu-kein-feigenblatt-fur-den-neoliberalen-umbau-der-eu/">Arbeit &#038; Wirtschaft</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Der wahre Skandal &#8211; Soziale Ungleichheit untergr&#228;bt die Demokratie</strong><br />
Jenseits verfr&#252;hter Nachrufe und ungewisser Niederk&#252;nfte zeichnen sich drei gro&#223;e Tendenzen ab, deren Bilanz zun&#228;chst einmal zu ziehen ist: Die massive Zunahme der sozialen Ungleichheit, die Aush&#246;hlung der politischen Demokratie und das Schwinden der nationalen Souver&#228;nit&#228;t. Jeder &#8220;Skandal&#8221; ist ein Symptom dieses dreifachen Krankheitsbilds und zeigt, wo dessen einzelne Elemente auftreten und wie sie ineinanderpassen. Der Hintergrund, vor dem sich das alles abspielt, ist, knapp zusammengefasst, folgender: Die Regierungen machen sich in erster Linie von der Einsch&#228;tzung einer privilegierten Minderheit abh&#228;ngig (die investiert, spekuliert, einstellt, entl&#228;sst, Geld leiht) und lassen dadurch zu, dass sich in der Politik immer mehr oligarchische Strukturen ausbreiten. Und wenn sie sich str&#228;uben, das ihnen vom Volk &#252;bertragene Mandat zu missachten, macht sie der weltweite Druck des organisierten Geldes gef&#252;gig…<br />
Inzwischen macht sich sogar der IWF Sorgen. Lange Zeit verbreitete er, die &#8220;Spreizung der Einkommen&#8221; bedeute Ansporn, Effizienz, Dynamik. Inzwischen konstatiert er, dass 93 Prozent der Wachstumsgewinne, die in den USA im ersten Jahr der wirtschaftlichen Erholung realisiert wurden, nur dem reichsten 1 Prozent der Amerikaner zugutekamen. Selbst dem IWF scheint das zu viel. Denn von moralischen Erw&#228;gungen einmal abgesehen &#8211; wie kann ein Land sich weiterentwickeln, wenn vom Wachstum nur noch eine kleine, abgeschottete Gruppe profitiert, die nicht viel kauft, weil sie schon alles hat? Und folglich ihr Geld hortet oder damit spekuliert und auf diese Weise eine bereits parasit&#228;re Finanzindustrie weiter n&#228;hrt. Vor zwei Jahren r&#228;umte der IWF in einer Studie ein, dass das Wachstum zu f&#246;rdern und die Ungleichheiten zu vermindern &#8220;zwei Seiten einer Medaille&#8221; seien.(10) Die &#214;konomen beobachten im &#220;brigen, dass die Wirtschaftssektoren, die vom Konsum der Mittelschichten abh&#228;ngen, immer weniger Absatzm&#246;glichkeiten finden in einer Welt, in der die Nachfrage, so sie nicht durch Austerit&#228;tspolitik erstickt wird, entweder auf Luxusg&#252;ter oder auf billigen Ramsch gerichtet ist.<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/05/10.mondeText1.artikel,a0011.idx,0">Le Monde diplomatique</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Warum die Riester-Rente so wenig bringt</strong><br />
Vor zw&#246;lf Jahren startete die staatliche Rentenf&#246;rderung. Zeit f&#252;r eine Abrechnung: Was haben die Riester-Produkte bisher gebracht, wie wirken die niedrigen Zinsen und welche Vertr&#228;ge sollten Anleger lieber meiden?<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/ratgeber-hintergrund/altersvorsorge-warum-die-riester-rente-so-wenig-bringt/8153526.html">Handelsblatt</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Amazon erhielt Millionen Euro F&#246;rdergelder vom Staat</strong><br />
Das wegen schlechter Arbeitsbedingungen in die Kritik geratene Online-Kaufhaus Amazon bekam Millionen deutscher F&#246;rdergelder. Der Versandh&#228;ndler und seine Tochterunternehmen erhielten allein aus Bundesmitteln knapp 7,1 Millionen Euro im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, wie der Pressedienst des Bundestage aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion zitierte. Der Gro&#223;teil des Geldes floss demnach 2006, ein kleiner Teil 2009.<br />
Quelle: <a href="http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_63317982/amazon-erhielt-millionen-euro-foerdergelder-vom-staat-.html">t-online-Nachrichten</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung MB:</strong> Als vor ein paar Jahren Nokia sein Mobiltelefon-Werk von Bochum (zun&#228;chst) nach Rum&#228;nien verlegte, stellte Volker Pispers sich und uns die Frage, wie sie &#252;berhaupt auf die Idee gekommen waren, eine Fabrik in Bochum zu bauen &#8211; <a href="http://www.youtube.com/watch?v=DIFGTB8zA2k">bestimmt, weil Bochum die sch&#246;nste Stadt auf der Welt ist &#8230;</a></em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Jean Ziegler: „Solange wir schweigen, sind wir die Komplizen der M&#246;rder“</strong><br />
Wasser und Nahrung m&#252;ssen vor Konzernen und Spekulanten gesch&#252;tzt werden, fordert Jean Ziegler. Im Gespr&#228;ch mit Max Tholl erkl&#228;rt er, wieso er trotz steigender Hungersnot die Hoffnung nicht aufgibt, wie Konzerne uns den Atem rauben werden und was wir von Wolfgang Sch&#228;uble fordern sollten.<br />
Quelle: <a href="http://www.theeuropean.de/jean-ziegler/6779-wasser-und-nahrungsprivatisierung-durch-konzerne?utm_source=owly&#038;utm_campaign=TE-Postings">The European</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Evangelische Kirche f&#252;r Zustimmung des Bundestags bei R&#252;stungsdeals</strong><br />
Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, fordert eine Mitbestimmung des Bundestages bei deutschen Waffenexporten. Mit Blick auf die umstrittenen deutschen Panzer-Lieferungen nach Indonesien sagte Brahms dem Sender NDR Info, in Deutschland herrsche bei der Ausfuhr von R&#252;stungsg&#252;tern zu wenig Transparenz.<br />
Die Entscheidung dar&#252;ber w&#252;rden vom Bundessicherheitsrat gef&#228;llt, der im Geheimen tage. In der Bundesrepublik, die der drittgr&#246;&#223;te Waffenexporteur weltweit ist, sei aber eine breiter &#246;ffentlicher Diskurs und eine parlamentarische Entscheidung zu Exportgenehmigungen n&#246;tig, unterstrich der leitende Bremer Theologe.<br />
Quelle: <a href="http://aktuell.evangelisch.de/artikel/83047/evangelische-kirche-fuer-zustimmung-des-bundestags-bei-ruestungsdeals">evangelisch.de</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Panzer f&#252;r S&#252;dostasien</strong><br />
Die Streitkr&#228;fte Indonesiens erhalten mehr als 150 Panzer aus Deutschland. Wie die Bundesregierung best&#228;tigt, hat sie bereits letztes Jahr die Genehmigung f&#252;r den Kriegswaffen-Export erteilt, obwohl dem indonesischen Milit&#228;r brutale Operationen gegen Aufst&#228;ndische im Osten des Landes vorgeworfen werden. Die Niederlande hatten deswegen zuvor die Ausfuhr von Panzern an Indonesien abgelehnt. Die deutschen Lieferungen stehen einerseits im Zusammenhang mit Bem&#252;hungen, den eigenen Einfluss in Indonesien auszuweiten, das sich selbst als F&#252;hrungsmacht des s&#252;dostasiatischen Staatenbundes ASEAN begreift. ASEAN gewinnt f&#252;r die Weltpolitik immer gr&#246;&#223;ere Bedeutung: Zum einen boomt die dortige Wirtschaft, zum anderen tr&#228;gt das sich verst&#228;rkende Bem&#252;hen der USA, den Konkurrenten China einzukreisen, zur strategischen Aufwertung S&#252;dostasiens bei. Der Pazifik und seine Anrainer gelten als k&#252;nftiger Hauptschauplatz der globalen Machtk&#228;mpfe. Mit ihren aktuellen Panzerlieferungen r&#252;stet die Bundesrepublik einen Verb&#252;ndeten in diesen Machtk&#228;mpfen gegen China auf.<br />
Quelle: <a href="http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58597">German Foreign Policy</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Der &#8220;Machtkampf gegen China&#8221; und bzw. die R&#252;stungsexporte in Diktaturen sowie in Spannungsgebiete werden h&#228;ufig mit dem Argument &#8220;Demokratisierung&#8221; getarnt, sind jedoch zumeist &#252;berwiegend &#246;konomisch motiviert. Denn &#8220;Mutti&#8221; Merkels und R&#246;slers Gier nach einer Ausweitung der deutschen Exporte macht selbst vor R&#252;stungslieferungen an nah&#246;stliche oder fern&#246;stliche Diktaturen keinen Halt. Sogar der fr&#252;here Bundesau&#223;enminister Genscher (FDP) kritisierte April dieses Jahres Merkels und R&#246;slers R&#252;stungsexportpolitik. Mit Blick auf R&#252;stungsexporte nach Saudi-Arabien hei&#223;t es in einem Beitrag von Wirtschaft.com: &#8220;Das Land liege in einem Spannungsgebiet, zudem k&#246;nnten die Panzer “gegen die Opposition eingesetzt werden”, sagte er dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”. Der FDP-Ehrenvorsitzende kritisiert damit neben Kanzlerin Angela Merkel auch FDP-Chef Philipp R&#246;sler, der 2011 als Wirtschaftsminister im Bundessicherheitsrat f&#252;r den Export gestimmt hatte Waffenlieferungen an die Rebellen in Syrien sieht Genscher ebenfalls kritisch: “Ich rate zur Zur&#252;ckhaltung, weil man nicht wei&#223;, bei wem diese Waffen am Ende landen und wie sie verwendet werden.” Genscher pl&#228;diert f&#252;r eine grunds&#228;tzlich neue Sicht auf Waffenexporte. Diese m&#252;ssten “wir einhegen und schrittweise reduzieren”, denn die “<a href="http://www.wirtschaft.com/20130407-genscher-kritisiert-merkels-und-roeslers-ruestungsexportpolitik-100458">&#220;berflutung aller Erdteile mit Waffen</a>” gef&#228;hrde die globale Sicherheit.&#8221;</em><br />
<em>Der fr&#252;here Bundeskanzler Helmut Schmidt kritisierte bereits im April vorigen Jahres Merkel wegen der Genehmigung von Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und Israel: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/altkanzler-helmut-schmidt-kritisiert-merkel-wegen-ruestungsexporten-a-828951.html">&#8220;Ich h&#228;tte das nicht getan&#8221;, sagte Schmidt dem Spiegel</a>. Er h&#228;lt die Abkehr der Kanzlerin von der restriktiven Waffenexportpolitik ihrer Vorg&#228;nger f&#252;r falsch.</em><br />
<em>Es ist zynisch, einerseits den weltweiten Terrorismus zu beklagen, andererseits jedoch durch den Export von Tod, Unterdr&#252;ckung und Zerst&#246;rung &#8211; auf nichts anderes laufen R&#252;stungsexporte an diktatorische Regime sowie in Spannungsgebiete hinaus &#8211; dem Terrorismus die oftmals verzweifelten Opfer dieser R&#252;stungsexportpolitik geradezu in die Arme zu treiben.</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Interview mit NSU-Ausschussvorsitzendem Edathy: „Verantwortungsloses Bescheuertsein“</strong><br />
In M&#252;nchen stehen derzeit Beate Zsch&#228;pe und andere mutma&#223;liche Helfer des NSU vor Gericht. In Berlin endet n&#228;chste Woche die politische Aufarbeitung des Versagens der deutschen Sicherheitsbeh&#246;rden. Von einer „unglaublichen Zusammenballung beh&#246;rdlicher Fehlleistungen“ spricht der Vorsitzende des NSU-Ausschusses Edathy im Interview mit dem NDR &#8211; und zieht eine Bilanz der Auschussarbeit.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/inland/edathy-interview100.html">Tagesschau</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Historiker: Darum plante mein Vater das Wiesn-Attentat</strong><br />
Der Terrorakt war eine gezielte und lange vorbereitete Aktion des Bundesnachrichtendienstes, f&#252;r den mein Vater gearbeitet hat und in dessen Auftrag er auch gehandelt hat &#8230; Seine Besch&#228;ftigung bei der Bundeswehr war eine perfekte Tarnung. Ab Mitte der 60er Jahre war er aber in erster Linie Agent des BND&#8230;<br />
Das Schl&#252;sselwort daf&#252;r lautet „Gladio“. Durch Untersuchungen in anderen L&#228;ndern, vor allem in Italien, wei&#223; man inzwischen, dass unter Federf&#252;hrung der CIA und unter Einbindung europ&#228;ischer Geheimdienste nach dem Krieg ein geheimes paramilit&#228;risches Netzwerk in verschiedenen L&#228;ndern Europas errichtet wurde&#8230;<br />
Mit Terrorakten sollte die Bev&#246;lkerung verunsichert werden und den Ruf nach einem starken Staat f&#246;rdern. Dahinter steckte in Zeiten des Kalten Krieges die Angst vor zunehmendem Einfluss des Kommunismus in Europa. Das sollte unter allen Umst&#228;nden verhindert werden. Auch mit Gewalt&#8230;<br />
Die Gladio-Truppen bestanden zu einem erheblichen Teil aus Neonazis und Rechtsextremisten. Gundolf K&#246;hler, der Bombenleger von M&#252;nchen und in der rechtsradikalen Szene eng vernetzt, war von meinem Vater angeworben worden.<br />
Quelle: <a href="http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.terrorismus-historiker-darum-plante-mein-vater-das-wiesn-attentat.ecdd3bfd-97f0-4f0d-92f8-578c01748cad.html">Abendzeitung M&#252;nchen</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Rasseln ohne S&#228;bel &#8211; Im Konflikt mit Japan &#252;bersch&#228;tzt China seine Kr&#228;fte</strong><br />
In diesem Konflikt zwischen der zweitgr&#246;&#223;ten und der drittgr&#246;&#223;ten Volkswirtschaft der Welt sch&#228;tzt China die Situation nicht richtig ein. F&#252;hrende Politiker machen Stimmung gegen Japan in dem Glauben, Japan k&#246;nne ohne China niemals aus seiner jahrzehntelangen Rezession herausfinden. Deshalb k&#246;nne man das Land straffrei abstrafen. Das &#228;ndert sich nun…<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/05/10.mondeText1.artikel,a0049.idx,16">Le Monde diplomatique</a></p>
<p><em><strong>Hinweis:</strong> Heute erscheint die Mai-Ausgabe von Le Monde diplomatique. Hier das <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/.aktaus">Inhaltsverzeichnis</a>.</em><br />
<em>Ab heute als Beilage der taz, danach am Kiosk.</em></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Zum Plausch bei der Bundeskanzlerin</strong><br />
Was wusste Angela Merkel von den Konten des Bayern-Pr&#228;sidenten? Uli Hoene&#223; traf die Kanzlerin h&#228;ufiger als mancher Politik-Kollege &#8211; letztmals drei Tage nach seiner Selbstanzeige. Es wird auch um Fu&#223;ball gegangen sein.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/steueraffaere-um-uli-hoeness-zum-plausch-bei-der-bundeskanzlerin-1.1667852">S&#252;ddeutsche</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Wahlschlacht auf Facebook</strong><br />
Eine Studie zeigt: Das Internet wird f&#252;r den politischen Wahlkampf so wichtig wie nie. Jeder Dritte beteiligt sich daran online. Das freut vor allem die Kanzlerin &#8211; denn Angela Merkel ist online sehr gut aufgestellt.<br />
Der am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung zufolge beteiligt sich jeder dritte Wahlberechtigte online am Wahlkampf, indem er zum Beispiel E-Mails mit politischem Inhalt an Bekannte weiterleitet, in sozialen Netzwerken politische Inhalte weiterverbreitet, als Parteimitglied an einer Online-Wahlplattform mitwirkt oder in Blogs &#252;ber politische Themen schreibt. Unter den Wahlberechtigten zwischen 18 bis 29 Jahren beteiligen sich der Studie zufolge sogar zwei Drittel im Internet am Wahlkampf…</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130510_01.jpg" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/politik/wahlkampf-im-internet-wahlschlacht-auf-facebook,1472596,22705444.html">Frankfurter Rundschau</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Satire Gipfel &#8211; Gibt es rechtes Kabarett?</strong><br />
Inzwischen also wurde das Flaggschiff vollst&#228;ndig abgewrackt. Anders kann man es nicht nennen, wenn man den (in der nunmehr wieder 45-min&#252;tigen Sendung) gro&#223;en Raum einnehmenden Moderationen Dieter Nuhrs zwischen den auftretenden G&#228;sten aus Kabarett und sogenannter Comedy lauscht. Dieter Nuhr ist gewisserma&#223;en der Mario Barth f&#252;r Besserverdienende. Politische Sch&#228;rfe und Aufkl&#228;rung im Kant&#8217;schen Sinne waren nie sein Ding; eher so etwas wie &#8220;gehobener Stammtisch&#8221; &#8211; eine Mischung aus „fast Euch mal an die eigene Nase, bevor Ihr mit dem System unzufrieden seid“ und „so schlimm ist es doch gar nicht“. Vornehmlich tr&#228;gt er all dies in zur&#252;ckhaltend-s&#228;uselndem Ton und mit der Attit&#252;de eines Westentaschenmephisto vor. Richtig politisch wird es nur, wenn es gegen „Linke“ oder „&#214;kos“ geht. Oder gegen den Islam. (Sein derzeit bevorzugtes Hassobjekt scheinen Vegetarier zu sein, wie der bekennende Fleisch-Esser nicht m&#252;de wird zu betonen.) Um in conclusio mit fl&#252;sterigem Charme an etwas zu appellieren, was der latente &#8216;Mittelschichts-Nazi&#8217; f&#252;r gesunden Menschenverstand h&#228;lt. Das scheint durchaus anzukommen. Aber ist es auch Kabarett?&#8230;<br />
Dieser Vorgang reiht sich ein in das eben statt findende &#8216;Gro&#223;e Internationale Neoliberale Sack-Zu-Machen&#8217; auf allen Gebieten des &#246;ffentlichen Lebens. Ein islamophober, intellektuellenfeindlicher Linken-Fresser und Schein-Kabarettist wie Dieter Nuhr ist da gerade der rechte Moderator.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/mcmac/der-einfluesterer">der Freitag</a></p>
<p><strong>Siehe dazu auch: Georg Schramm im Interview: “Gegen Jauch w&#252;rde ich zur Wahl antreten”</strong><br />
&#8230;Das Andere ist, dass die Medienlandschaft in Deutschland vom Bertelsmann Konzern und vom Springer Konzern sehr stark gepr&#228;gt ist. Die Chefinnen von Bertelsmann und Springer, Liz Mohn und Friede Springer, sind beide enge Freundinnen von Angela Merkel. Dieses Hoch von Angela Merkel wird auch getragen von einer Medienmacht in Deutschland, die ganz eng an ihrer Seite steht, wobei das nat&#252;rlich keine Entschuldigung daf&#252;r sein darf, dass Peer Steinbr&#252;ck und sein Wahlkampfteam solche Fehler macht&#8230;<br />
Der Matthias Beltz hat auf die Frage, was er mit seinem politischen Kabarett erreichen m&#246;chte mal geantwortet, und da gibt es dann auch nichts hinzuzuf&#252;gen:</p>
<blockquote><p>
<em>„Ich m&#246;chte die Menschen auf ihrem Weg von der Hoffnungslosigkeit &#252;ber die Trostlosigkeit in die Aussichtslosigkeit begleiten.“</em>
</p></blockquote>
<p>Man k&#246;nnte noch eine dritte Antwort anf&#252;hren. Ich glaube, wenn ich mich nicht mehr &#252;ber das Ganze aufregen w&#252;rde, ich glaube dann w&#252;rde ich platzen.<br />
Quelle: <a href="http://www.neopresse.com/gesellschaft/georg-schramm-im-interview-gegen-jauch-wurde-ich-zur-bundesprasidentenwahl-antreten/">neopresse</a></li>
<li><a name="h20"></a><strong>Das Allerletzte: „Welt“-Autorin steht f&#252;r die Marktwirtschaft ein</strong><br />
Dorothea Siems wird mit dem renommierten Publizistik-Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung ausgezeichnet. Die „Welt“-Chefkorrespondentin k&#228;mpft in ihren Texten f&#252;r die freie Marktwirtschaft.<br />
Quelle: <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article116031822/Welt-Autorin-steht-fuer-die-Marktwirtschaft-ein.html">Welt</a></p>
<p><strong>Siehe dazu: Not everything is as it “Siems”</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2012/12/07/staatsfinanzen-not-everything-is-as-it-siems/">Wirtschaft und Gesellschaft</a> </p>
<p>Und dazu der Kommentar von Thorsten Hild: Nun wird die selbst f&#252;r Springer-Verh&#228;ltnisse au&#223;ergew&#246;hnlich wirtschaftsh&#246;rige Chefkorrespondentin f&#252;r Wirtschaftspolitik der Welt, Dorothea Siems, “f&#252;r ihr unerm&#252;dliches publizistisches Eintreten in ihren Kommentaren und Berichterstattungen f&#252;r die ordnungspolitischen Prinzipien, welche f&#252;r eine freiheitliche und marktwirtschaftliche Ordnung wesentlich sind”, <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/05/09/this-time-everything-is-as-it-siems-dorothea-siems-wird-mit-publizistik-preis-der-friedrich-august-von-hayek-stiftung-ausgezeichnet/">den Publizistik-Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung erhalten</a>. Wir gratulieren! Da w&#228;chst zusammen, was zusammen geh&#246;rt. Vor ihr sind mit diesem Preis bereits die gro&#223;en “Reformer” Bundesruckpr&#228;sident Roman Herzog und Bierdeckel-Jurist Paul Kirchhof geehrt worden.</li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17203&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages II</title>
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		<pubDate>Wed, 08 May 2013 17:12:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB/WL) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: „Wider den undeutschen Geist“ &#8211; 10. Mai 1933 – vor achtzig [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB/WL)<br />
<span id="more-17200"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h01">„Wider den undeutschen Geist“ &#8211; 10. Mai 1933 – vor achtzig Jahren wurden in Deutschland B&#252;cher verbrannt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h02">Rainer Burchardt: „Es herrscht Krieg in Europa“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h03">Hans-Werner Sinn &#8211; „Die Argumente von George Soros stechen nicht“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h04">Ein Hauch von Bad Bank</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h05">Vertreibung aus dem Steuerparadies</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h06">Raus aus dem Steuersumpf</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h07">Oxfam-Berechnung: Finanzkonzerne machen 116 Millionen Euro mit Agrarspekulationen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h08">SPD-Fraktion: Regierung versagt beim Kampf gegen Armut</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h09">Entschlie&#223;ung des Bundesrates &#8220;Gute Arbeit – Zukunftsf&#228;hige und faire Arbeitspolitik gestalten&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h10">Weniger Aufstocker in Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h11">Die L&#252;gen der Ministerin</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h12">H&#246;chste Zuwanderung in Deutschland seit 1995</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h13">Bankkonto f&#252;r alle: Kommission macht einen l&#228;ngst &#252;berf&#228;lligen Schritt hin zu einem sozialen Grundrecht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h14">Regierung genehmigt Verkauf von Panzern nach Indonesien</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h15">Keine blutigen Mobiltelefone mehr?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h16">Wenn Arbeit t&#246;dlich endet!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h17">Krise treibt Amerikaner in den Selbstmord</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h18">Eiserne Lady aus dem Baltikum erh&#228;lt den Internationalen Karlspreis</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h19">Auffanggesellschaft f&#252;r entlassene Verwandte von CSU-Politikern gegr&#252;ndet</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200#h20">Zu guter Letzt: Martin Haase: Neu- und Nebelsprech in der Politik</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17200&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>„Wider den undeutschen Geist“ &#8211; 10. Mai 1933 – vor achtzig Jahren wurden in Deutschland B&#252;cher verbrannt</strong><br />
In den sp&#228;ten Abendstunden des 10. Mai 1933 erhellten brennende Scheiterhaufen deutschlandweit die zentralen Pl&#228;tze der Universit&#228;tsst&#228;dte. Gro&#223;e Menschenmengen waren aufmarschiert, um B&#252;cher zu verbrennen. Studenten in SA-Uniform schleuderten Werke Hunderter Schriftsteller, Wissenschaftler und Publizisten in die Flammen. Die B&#252;cherverbrennungen waren H&#246;hepunkt der zentral gesteuerten Aktion &#8220;Wider den undeutschen Geist&#8221;.<br />
Bis heute steht das &#246;ffentliche Gedenken an die B&#252;cherverbrennung im Widerspruch zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der &#252;ber 70 nachweisbaren B&#252;cherverbrennungen in Deutschland 1933. Zwar ist bekannt, dass die so genannten Autodafés unter dem Motto &#8220;Wider den undeutschen Geist&#8221; stattfanden. Dass es sich bei der &#8220;Aktion wider den undeutschen Geist&#8221; jedoch um eine mehrw&#246;chige Kampagne handelte, in deren Verlauf die geistes- und innovationsfeindlichen Repressionen der entstehenden NS-Diktatur anfingen, ihre eigentliche Wirksamkeit zu entfalten, ist weitgehend unbeachtet geblieben…<br />
Kaum jemand wei&#223;, dass die &#8220;Aktion wider den undeutschen Geist&#8221; aus dem &#8220;Judenboykott&#8221; vom 1. April 1933 hervorging und dass bei der Kampagne neben der &#8220;Deutschen Studentenschaft&#8221; weitere Akteure mitwirkten, deren jeweilige Rolle noch ungekl&#228;rt ist. Historisch kaum beachtet worden ist auch der Zusammenhang zwischen dem Berufsbeamtengesetz vom 7. April 1933 und dem studentischen Terror an den Universit&#228;ten. Die massive Vertreibung der deutsch-j&#252;dischen und kritischen wissenschaftlichen Exzellenz setzte n&#228;mlich w&#228;hrend der &#8220;Aktion wider den undeutschen Geist&#8221; ein. Zum Gro&#223;teil unausgewertet sind nicht zuletzt die Akten der Indizierungsaussch&#252;sse, die im Fr&#252;hjahr 1933 meist unabh&#228;ngig voneinander daran gingen, &#8220;Schwarze Listen&#8221; mit der auszusondernden Literatur zusammen zu stellen.<br />
(Geleitwort von Werner Tre&#223; zur Dokumentation „Aktion wider den deutschen Ungeist“)</p>
<p><em>Dazu:</em></p>
<p><strong>&#8220;Verbrennt mich!&#8221;</strong><br />
Das Programm war straff geplant. &#8220;19.45 Uhr: Akademische Feier der NS-Revolution der Universit&#228;t. Ansprache der Rektoren: Professor Dr. Leo Ritter von Zumbusch und Professor Dr. Schachner (TH).&#8221; Es folgte die Festrede von Kultusminister Hans Schemm &#8220;&#252;ber die Entwicklung und Umwandlung des vergangenen Maschinen- und Verstandeszeitalters in ein Seelen-, Gem&#252;ts- und Rassenzeitalter&#8221;. Nach dem Gesang &#8220;nationaler Lieder&#8221; gingen die Studenten und Professoren mit Fackeln durch das n&#228;chtliche M&#252;nchen, vorbei an der geschm&#252;ckten Feldherrenhalle, zum K&#246;nigsplatz. Zum Scheiterhaufen.<br />
&#8220;Gegen Klassenkampf und Materialismus, f&#252;r Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung!&#8221;, lautete der erste der neun Feuerspr&#252;che, die deutsche Studenten in die Nacht des 10. Mai 1933 ausriefen, w&#228;hrend sie die Schriften von Heinrich Mann, Emil Ludwig, Erich Maria Remarque und weiterer Autoren verbrannten. &#8220;Der Jude kann nur j&#252;disch denken. Schreibt er deutsch, dann l&#252;gt er&#8221;, hie&#223; es in den &#8220;12 Thesen wider den undeutschen Geist&#8221;, mit denen die angehenden Akademiker ihren barbarischen Kulturbruch begr&#252;ndeten.<br />
Einer dieser Vergessenen wehrte sich.<br />
In Wien sa&#223; der linke bayerische Schriftsteller Oskar Maria Graf am 10. Mai 1933 in einer kleinen Wohnung in der Siebensterngasse 42 im Siebten Bezirk.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&#038;dig=2013%2F05%2F08%2Fa0089&#038;cHash=f44be1df21c481f4be52326a474dc6a6">taz</a></p>
<p><em>Dazu auch:</em></p>
<p><strong>Bertolt Brecht – Die B&#252;cherverbrennung</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&#038;dig=2013%2F05%2F08%2Fa0091&#038;cHash=e6f521c3cb87d8ac757e7368352776f0">taz</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Rainer Burchardt: „Es herrscht Krieg in Europa“</strong><br />
Quelle: <a href="http://media.ndr.de/download/podcasts/gzz162/AU-20130503-1543-2342.mp3">Audiopodcast NDR [MP3]</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Hans-Werner Sinn &#8211; „Die Argumente von George Soros stechen nicht“</strong><br />
Deutschland kann Eurobonds nicht akzeptieren. Der Gro&#223;investor Soros fordert also faktisch das Ende des Euro. Doch selbst wenn Deutschland austr&#228;te, h&#228;tten die s&#252;dlichen L&#228;nder ein erhebliches Wettbewerbsproblem. [...]<br />
Selbst wenn Deutschland austr&#228;te, h&#228;tten die s&#252;dlichen L&#228;nder immer noch ein erhebliches Wettbewerbsproblem im Vergleich zu den anderen verbleibenden n&#246;rdlichen L&#228;ndern, und der Prozess der realen Abwertung durch Austerit&#228;tsprogramme bliebe ihnen nicht erspart. Die meisten L&#228;nder des Euroraums sind nach wie vor wettbewerbsf&#228;hig. Nur in einigen L&#228;ndern liegen die L&#246;hne und Preise so weit &#252;ber dem Gleichgewicht, dass eine L&#246;sung durch ein Zur&#252;ckbleiben bei der Inflation und nur moderate Preis- und Lohnsenkungen nicht mehr m&#246;glich ist. [...]<br />
Soros’ Anschuldigung, Deutschland betreibe eine Austerit&#228;tspolitik, ist falsch und unfair. Die Austerit&#228;t, also der Zwang zum Ma&#223;halten, kommt von den M&#228;rkten, nicht von jenen L&#228;ndern, die die Mittel zur Minderung der Austerit&#228;t zur Verf&#252;gung stellen. [...]<br />
Dabei sind die unbegrenzten Garantien der EZB f&#252;r die Staatspapiere S&#252;deuropas im Rahmen des OMT-Programms, die zu Lasten der Steuerzahler der bislang noch gesunden L&#228;nder Europas abgegeben wurden, noch nicht gerechnet. Sollte der Euro zerbrechen und die GIPSIC-L&#228;nder in Konkurs gehen, verl&#246;re Deutschland 545 Milliarden Euro, also fast die H&#228;lfte der genannten Summe, denn die Bundesbank hat die meisten der Nettozahlungen zugunsten der GIPSIC-L&#228;nder geleistet, die durch die Target-Forderungen gemessen werden. [...]<br />
Die Argumente von Soros stechen also nicht. Wenn jemand aus dem Euroverbund austreten sollte, dann sind es die L&#228;nder, die mit dem Euro nicht mehr zurechtkommen. Es ist nicht sinnvoll, die deutsch-franz&#246;sische Achse zu spalten und den Euro insgesamt aufzugeben, um diese L&#228;nder wieder wettbewerbsf&#228;hig zu machen.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/gastbeitrag-von-hans-werner-sinn-die-argumente-von-george-soros-stechen-nicht-12175742.html">FAZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Dieser Aufsatz ist mal wieder ein typischer „Sinn“. Mit keinem Wort erw&#228;hnt Sinn, dass es Deutschland ist, das durch seine zu niedrigen Lohnerh&#246;hungen ganz ma&#223;geblich zu den Ungleichgewichten innerhalb der Eurozone beigetragen hat. F&#252;r Sinn ist die Austerit&#228;tspolitik alternativlos. Wie die s&#252;deurop&#228;ischen L&#228;nder mit einer ins bodenlose fallenden Konjunktur ihre Schulden bedienen sollen (nicht nur die Staatsschulden) verr&#228;t uns Sinn nicht. Stattdessen wiederk&#228;ut er zum tausendsten Male seine fachlich haneb&#252;chenden Target-2-Thesen, &#252;ber die die internationale Fachwelt schon lange lacht. Drollig ist seine Aussage, nicht Deutschland, sondern die M&#228;rkte verordneten Europa die Austerit&#228;tspolitik. Sitzen die M&#228;rkte etwas an den Verhandlungstischen? Haben die M&#228;rkte die Memoranden der Troika aufgesetzt? Waren es die M&#228;rkte, die den Fiskalpakt vorangetrieben und verabschiedet haben? Da kann man nur sagen: Die Argumente von Hans-Werner Sinn stechen nicht.</em></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Ein Hauch von Bad Bank</strong><br />
EZB-Chef Draghi will Unternehmen besser mit Krediten versorgen &#8211; etwa indem sie die Rahmenbedingungen f&#252;r verbriefte Kredite verbessert. Nun kommen Spekulationen auf, die EZB k&#246;nnte wom&#246;glich selbst solche Papiere kaufen. Zur Erinnerung: Verbriefte Hypothekenkredite hatten die Finanzkrise in den Vereinigten Staaten ausgel&#246;st.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/europaeische-zentralbank-ein-hauch-von-bad-bank-1.1668098">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Man muss die EZB-Strategie nicht unbedingt guthei&#223;en, aber die Begr&#252;ndung der SZ ist schon eigenwillig. Unterschwellig schwingt hier wieder einmal mit, dass der Steuerzahler f&#252;r m&#246;gliche EZB-Verluste haftet. Zur Erinnerung f&#252;r die SZ: Als England Deutschland 1914 den Krieg erkl&#228;rte, waren mit sofortiger Wirkungen s&#228;mtliche Forderungen britischer Banken gegen&#252;ber deutschen Vertragspartnern de facto hinf&#228;llig. Was hat die Bank of England gemacht? Sie hat den britischen Gl&#228;ubigern diese &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; Schrottpapiere zum Nennwert abgekauft. Dadurch konnte sie einen Finanzkrise verhindern. Hat der britische Steuerzahler die Verluste bezahlt? Nat&#252;rlich nicht. Die Papiere verschwanden stattdessen in der Bilanz der Bank of England, wo sie &#8211; versteckt in einem Sonderbuchungsposten &#8211; wahrscheinlich heute noch bilanziert sind.</em></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Vertreibung aus dem Steuerparadies</strong><br />
&#214;ffentliche Banken sind in Steueroasen unterwegs. Die FDP m&#246;chte das verbieten. Dass sie ausgerechnet in D&#252;sseldorf ein Exempel statuieren will, hat seinen Grund: Hier war einst Steinbr&#252;ck f&#252;r die Landesbank zust&#228;ndig &#8230;<br />
In D&#252;sseldorf, dem Sitz der fr&#252;heren WestLB, st&#246;&#223;t die FDP mit ihrem Vorhaben auf harsche Kritik. „Wenn Herr Kubicki verd&#228;chtige Gesch&#228;fte in Steueroasen nur bei Landesbanken verbieten will und nicht bei der privaten Konkurrenz, muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, auf dem einen Auge blind zu sein“, sagte NRW-Finanzminister Walter-Borjans Handelsblatt Online. „Der FDP-Spruch &#8220;Privat vor Staat&#8221; darf nicht zum Freifahrtschein f&#252;r unseri&#246;se Gesch&#228;fte von den nicht-&#246;ffentlichen Banken werden.“ &#8230;<br />
NRW-Finanzminister Walter-Borjans unterstrich zudem: „F&#252;r Landesbanken gelten die gleichen Spielregeln wie f&#252;r private Banken: Sie m&#252;ssen sich an Gesetze halten. Jede Beihilfe zur Steuerhinterziehung ist verboten, bei der Beratung von Kunden in Deutschland wie in den Steueroasen.“ &#8230;<br />
Finanzpolitiker der Berliner Koalition sehen den Vorgang jedoch noch lange nicht als erledigt an. Im Wahlkampf wittern sie Morgenluft und fragen nach der Verantwortung des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbr&#252;ck, der als einstiger Landesfinanzminister auch f&#252;r die WestLB zust&#228;ndig war.<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/fdp-geht-landesbanken-an-vertreibung-aus-dem-steuerparadies/8174616.html">Handelsblatt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Selbst der Herausgeber das Handelsblatts, Gabor Steingart meint, dass sich hier der Bock (FDP) f&#252;r die Stelle des G&#228;rtners bewerbe.</em></p>
<p><em>Dazu:</em></p>
<p><strong>Das hat Kraft nun davon</strong><br />
NRW-Institute in der Karibik? Was braucht es mehr, um die D&#252;sseldorfer Opposition auf Touren zu bringen? Noch h&#228;rter zur Sache geht die Steuergewerkschaft. Ihr Chef Eigenthaler fordert von der Steuerfahndung und der Bundesanstalt f&#252;r Finanzdienstleistung eine Sonderpr&#252;fung. Es gebe hinreichenden Verdacht, „dass die WestLB Angebote f&#252;r Steuergestaltungs-Akrobatik unterhalten hat“. Der Tatbestand der Beihilfe zur Steuerhinterziehung k&#246;nnte erf&#252;llt sein. Die Erfahrung lehre: „Wer sich solcher Konstruktionen bedient, hat etwas zu verbergen.“ Warum schie&#223;t er so massiv gegen Kraft? Sie hat die j&#252;ngste Tariferh&#246;hung im &#246;ffentlichen Dienst an viele Beamte nicht weitergereicht und die Oberfinanzdirektion M&#252;nster abgeschafft. Das hat Kraft nun davon.<br />
Quelle: <a href="http://post-von-horn.de/2013/05/06/das-hat-kraft-nun-davon/">Post von Horn</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Raus aus dem Steuersumpf</strong><br />
Barbara H&#246;ll, Sprecherin f&#252;r Steuerpolitik, &#252;ber die aktuelle Steuersch&#228;tzung f&#252;r Deutschland, fehlende Transparenz im Kampf gegen internationale Steuerhinterziehung, den Fall Uli Hone&#223; und die Versprechen der SPD, die sich nicht mit ihrem Abstimmungsverhalten im Bundestag decken.<br />
Angesichts eines seit langem nicht ausgeglichenen Bundeshaushalts, laut neuester Sch&#228;tzung sinkenden Steuereinnahmen sowie der immer noch starken Ungleichverteilung von Einkommen und Verm&#246;gen hat der Finanzminister meines Erachtens keinen Grund zur Freude. Im Jahr 2014 werden nach Sch&#228;tzungen des Finanzministeriums rund drei Milliarden Euro weniger an Steuereinnahmen eingenommen, gegen&#252;ber der Prognose vom 31. Oktober 2012. Auch die enormen Risiken f&#252;r den Haushalt sind da noch nicht ber&#252;cksichtigt. Einen Grund zur Freude h&#228;tte der Finanzminister, wenn er f&#252;r eine l&#228;ngst &#252;berf&#228;llige steuerliche Entlastung unterer und mittlerer Einkommen sorgen w&#252;rde. Das Ganze gegenfinanziert durch eine moderat st&#228;rkere Belastung hoher und sehr hoher Einkommen sowie einer Abschaffung der Abgeltungsteuer &#8230;<br />
Der Anteil am Steueraufkommen sagt aber noch lange nichts &#252;ber die Steuerbelastung aus. Seit Mitte der neunziger Jahre konnten die rund 5.000 Haushalte mit den h&#246;chsten Einkommen ihren Anteil am Gesamteinkommen um rund 50 Prozent steigern, die Einkommenszuw&#228;chse korrespondierten aber nicht mit einem zunehmenden Anteil am Steueraufkommen dieser Spitzenverdiener. Dieser blieb weitestgehend konstant. Die massiven Einkommenszuw&#228;chse, verbunden mit einem stagnierenden Anteil am Steueraufkommen bedeuten im Umkehrschluss, dass die reale Steuerbelastung der Reichen in Deutschland gesunken ist. Dementsprechend ist der hohe Anteil der hohen Einkommen am Aufkommen der Einkommensteuer Ausdruck der starken und wachsenden Ungleichheit in der Verteilung von Einkommen und Verm&#246;gen.<br />
Quelle: <a href="http://www.linksfraktion.de/interview-der-woche/raus-steuersumpf/">Fraktion die Linke</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Oxfam-Berechnung: Finanzkonzerne machen 116 Millionen Euro mit Agrarspekulationen</strong><br />
Die Spekulation mit Nahrungsmitteln ist umstritten, aber rentabel: Laut der Hilfsorganisation Oxfam haben allein deutsche Banken und Versicherungen mehr als 100 Millionen Euro durch Wetten auf Preise von Agrarrohstoffen verdient. Auch f&#252;r Anleger lohnt sich das Gesch&#228;ft.<br />
Wie die Allianz h&#228;lt aber auch die Deutsche Bank an den Rohstofffonds fest. Oxfam wirft dem gr&#246;&#223;ten deutschen Geldhaus zudem Wortbruch vor. So habe die Deutsche Bank ihre Zusage nicht eingehalten, so lange keine neuen Fonds aufzulegen, bis eine Untersuchung des Hungerrisikos abgeschlossen sei. Oxfam zufolge gr&#252;ndete die Deutsche Bank 2012 f&#252;nf neue Fonds und nahm mehr als 40 Millionen Euro mit der Verwaltung der Nahrungsmittelfonds ein.<br />
Insgesamt h&#228;tten die Kunden deutscher Geldh&#228;user mehr als 11,6 Milliarden Euro in Wetten auf Preise von Agrarrohstoffen wie Mais und Weizen investiert. Oxfam fordert die Banken und Versicherungen auf, die Gesch&#228;fte zu beenden.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-allianz-spekulation-mit-nahrungsmitteln-a-898454.html">Spiegel Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Zur Zur&#252;ckweisung der Vorw&#252;rfe durch die Allianz und die Deutsche Bank siehe Jens Berger <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14325">&#8216;Lebensmittelspekulation: „Wenn Wirtschaftsethiker der Unmoral das Wort reden“&#8217;</a> und Heiner Flassbeck <a href="http://www.flassbeck.de/wordpress/spekulation-mit-rohstoffen-aus-unhaltbaren-argumenten-wird-niemals-ein-haltbarer-standpunkt/#sthash.Ecp85tH0.dpuf">„Spekulation mit Rohstoffen: Aus unhaltbaren Argumenten wird niemals ein haltbarer Standpunkt“</a>.</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>SPD-Fraktion: Regierung versagt beim Kampf gegen Armut</strong><br />
Die SPD-Fraktion &#252;bt massive Kritik an der Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung. In ihrem Antrag (17/13102) wirft sie der Regierung vor, im aktuellen 4. Armuts- und Reichtumsbericht eine „gesch&#246;nte Pr&#228;sentation der sozialen Verh&#228;ltnisse“ der „n&#252;chternen Analyse“ vorgezogen zu haben. Dadurch schaffe es der Bericht nicht, konkrete Handlungsoptionen „f&#252;r ein Umsteuern in der Verteilungsfrage hin zu einem gerechteren sozialen Ausgleich“ zu formulieren, lautet der Vorwurf der Abgeordneten. Die Qualit&#228;tsm&#228;ngel zeigten sich besonders im Berichtsteil zum Reichtum, in dem sich die Daten- und Erkenntnislage mit Blick auf besonders hohe private Einkommen kaum verbessert habe. Ein „Skandal“ sei es, dass die Genderfrage „nicht hinreichend“ thematisiert wird. Ferner gehe der Bericht nicht auf verdeckte Armut ein und gebe keine Perspektiven zur Armutsbek&#228;mpfung in Bezug auf steigende Energiepreise, die &#220;berschuldung privater Haushalte oder die unsoziale Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt, hei&#223;t es in dem Antrag weiter &#8230;<br />
Als Antwort auf den 4. Armuts- und Reichtumsbericht bed&#252;rfe es au&#223;erdem endlich „geeigneter politischer Instrumente zur Vermeidung und Beseitigung von Armut, zur St&#228;rkung der Eigenverantwortung und zur Verminderung von Polarisierungen zwischen Arm und Reich“, so die SPD-Fraktion. Dazu geh&#246;re ein fl&#228;chendeckender gesetzlicher Mindestlohn, der Kampf gegen prek&#228;re Besch&#228;ftigung und ein besseres Angebot von Qualifizierungsma&#223;nahmen f&#252;r Arbeitslose. Eine umverteilende Steuerpolitik m&#252;sse unter anderem die st&#228;rkere Besteuerung gro&#223;er Verm&#246;gen und einen h&#246;heren Spitzensteuersatz enthalten. In der Sozialpolitik sollten zum Beispiel private Haushalte bei den Energiekosten entlastet und der soziale Wohnungsbau ausgebaut werden. Im Bildungsbereich verlangen die Abgeordneten mehr Angebote zur Ganztagsbetreuung, die Geb&#252;hrenfreiheit von der Kita bis zum Studium und einen Rechtsanspruch auf berufliche Qualifikation und Weiterbildung.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_251/02.html">Deutscher Bundestag</a></p>
<p><em>Siehe jedoch dazu:</em></p>
<p><strong>Hartz IV/Aufstocker/SPD: Was die SPD als “Unterst&#252;tzung” wertet, ist in Wahrheit ihre Schuld</strong><br />
Wir d&#252;rfen uns in unseren bisherigen Analysen zur SPD best&#228;tigt f&#252;hlen. Im Handelsblatt ist heute dieser Satz zu lesen: “Die SPD wertet die Zahlen als Unterst&#252;tzung f&#252;r ihre Forderung nach einem fl&#228;chendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro.” Die Rede ist von den heute ver&#246;ffentlichen Zahlen &#252;ber die Menschen, die trotz Arbeit ihr Gehalt mit Hartz IV “aufstocken” m&#252;ssen. 1,3 Millionen Menschen. Dass die SPD dies als “Unterst&#252;tzung” f&#252;r ihre Forderung nach einem nicht armutsfesten Mindestlohn von 8,50 betrachtet, unterstreicht noch einmal, dass ihre Spitze unf&#228;hig ist, eine Ursachenanalyse vorzunehmen. Das zeigt nicht zuletzt auch ihr Bundestagswahlprogramm, in dem die SPD ausdr&#252;cklich nur den “Missbrauch” der von ihr zu verantwortenden Gesetzgebung “korrigieren”, nicht aber die Gesetzgebung selbst zur&#252;cknehmen will und immer noch meint, “die Voraussetzungen f&#252;r den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes sind von der SPD-Bundesregierung mit Gerhard Schr&#246;der gelegt worden”.<br />
Dass rot-gr&#252;n mit der Agenda 2010, insbesondere Hartz IV, das Kr&#228;fteverh&#228;ltnis zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften nachhaltig zu Ungunsten der Arbeitnehmer verschoben hat, ist f&#252;r die SPD bis heute kein Thema. Hartz IV ist f&#252;r sie auch kein Wahlkampfthema – weil die SPD nach wie vor hinter dieser Arbeitsmarkt-”Reform” steht, ja, ihr Kanzlerkandidat sogar “stolz” auf sie ist.<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/05/08/hartz-ivaufstocker-spd-was-die-spd-als-unterstutzung-wertet-ist-in-wahrheit-ihre-schuld/">Wirtschaft und Gesellschaft</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Entschlie&#223;ung des Bundesrates &#8220;Gute Arbeit – Zukunftsf&#228;hige und faire Arbeitspolitik gestalten&#8221;</strong><br />
Der Bundesrat fordert die Bundesregierung und den Bundestag auf, umfassende gesetzliche Ver&#228;nderungen mit den folgenden Elementen zu initiieren und umzusetzen:</p>
<ol>
<li>Sicherung ausk&#246;mmlicher L&#246;hne, insbesondere durch Einf&#252;hrung eines fl&#228;chendeckenden allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns in H&#246;he von mindestens 8,50 Euro brutto in Deutschland durch Umsetzung des Bundesratsbeschlusses vom 1. M&#228;rz 2013 (BR Drucksache 136/13 (Beschluss));</li>
<li>Sicherstellung des equal-pay-Grundsatzes in der Leiharbeit (&#8220;Gleiche Arbeit &#8211; Gleiches Geld&#8221;) sp&#228;testens nach einer kurzen Einarbeitungszeit sowie R&#252;ckf&#252;hrung der Leiharbeit auf ihre eigentliche Kernfunktion der Abdeckung von Auftragsspitzen und Vertretungsf&#228;llen;</li>
<li>Verhinderung der Umgehung von Arbeitnehmerschutzrechten durch (Schein-) Werkvertr&#228;ge;</li>
<li>Beseitigung von Fehlanreizen und bessere Durchsetzung der Arbeitnehmerrechte im Bereich der Minijobs;</li>
<li>Unterbindung des Missbrauchs von Praktikantenvertr&#228;gen;</li>
<li>Senkung des Anteils der befristeten Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisse an allen Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen insbesondere durch Abschaffung der sachgrundlosen Befristung gem&#228;&#223; § 14 Absatz 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz;</li>
<li>M&#246;glichkeit der Befristung von familienbedingter Teilzeitbesch&#228;ftigung und erleichterter R&#252;ckkehranspruch auf Vollzeit beziehungsweise die urspr&#252;ngliche Arbeitszeit;</li>
<li>Herstellung von Entgeltgleichheit zwischen M&#228;nnern und Frauen;</li>
<li>Wiedereinf&#252;hrung der Regelungen zum erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld;</li>
<li>Schaffung einer Rechtsverordnung zum Schutz der Besch&#228;ftigten vor Gef&#228;hrdungen durch psychische Belastung bei der Arbeit.</li>
</ol>
<p>Quelle: <a href="http://www.bundesrat.de/cln_350/nn_2372724/SharedDocs/Drucksachen/2013/0301-400/343-13_28B_29,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/343-13%28B%29.pdf">Deutscher Bundesrat [PDF - 55 KB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Angesichts dieser Beschlusslage der L&#228;nderkammer ist es nicht verst&#228;ndlich, warum die Gewerkschaften nicht daran ankn&#252;pfend gerade im Wahljahr nicht eine massive Kampagne f&#252;r eine gesetzlich geregelte Gleichbezahlung von Leiharbeitnehmer starten, sondern „in aller Stille“ Verhandlungen mit die Leiharbeitsarbeitgeberverb&#228;nden <a href="http://www.jungewelt.de/2013/03-15/020.php">f&#252;hrt</a>.</em></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Weniger Aufstocker in Deutschland</strong><br />
Gleichzeitig arbeiten und Hartz IV bekommen: Das trifft weniger Leute als vor einem Jahr. Die Situation entspannt sich.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/arbeiten-und-hartz-iv-weniger-aufstocker-in-deutschland-12176605.html">FAZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> W&#228;hrend SZ, SPIEGEL und die &#246;ffentlich-rechtlichen Medien melden, die Zahl der Aufstocker sei gestiegen, meldet die FAZ das Gegenteil. Wer hat denn nun Recht? Alle, es kommt nur darauf an, wie man „Aufstocker“ definiert. Wenn man sich die Zahl aller Menschen anschaut, die aufstocken mussten, also auch Teilzeitbesch&#228;ftigte und Gelegenheitsjobber, dann ist die Zahl der Aufstocker in der Tat gesunken. Betrachtet man jedoch nur die Vollzeitbesch&#228;ftigten, die mehr als 800 Euro verdienen, dann ist die Zahl dieser Aufstocker gestiegen. Da es bei der Diskussion um Niedrigl&#246;hne aber vor allem um Vollzeitbesch&#228;ftigte geht, muss man der FAZ schon den Vorwurf machen, die Zahlen ein wenig eigenwillig zu interpretieren.</em></p>
<p><em>Dazu:</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Die L&#252;gen der Ministerin</strong><br />
Ursula von der Leyen pr&#228;sentiert sich gerne als soziales Gewissen der schwarz-gelben Regierung. Neulich, auf dem Evangelischen Kirchentag, erkl&#228;rte die Arbeits- und Sozialministerin, das Einkommen einer Vollzeitstelle m&#252;sse reichen, „dass man davon leben kann.“<br />
Stundenl&#246;hne „von drei, f&#252;nf oder sechs Euro“ d&#252;rfe es nicht geben, t&#246;nte von der Leyen. Die CDU sorgt sich auch um die Existenzn&#246;te kleiner Leute, lautete die Botschaft, und sie achtet darauf, dass, wer flei&#223;ig ist, Armut nicht zu f&#252;rchten braucht. So weit die Inszenierung. [...]<br />
Entscheidend aber ist die andere, die perfide Seite des Ph&#228;nomens. Manche Betriebe zahlen ihren Angestellten absichtlich Niedrigstl&#246;hne, um die eigenen Gewinne zu maximieren. Und sie legen die Kosten auf die Allgemeinheit um, wohlwissend, dass der Staat das Schlimmste verhindert. Die Stundenl&#246;hne, die von der Leyen lautstark f&#252;r unmoralisch erkl&#228;rt, existieren in vielen Branchen. Eine ausgebildete Friseurin in Mecklenburg-Vorpommern bekommt 4,51 Euro die Stunde. Nach Tarif und brutto, versteht sich. Ein Geb&#228;udereiniger in Hessen bekommt 5,80 Euro in der Stunde. Die Liste lie&#223;e sich fortf&#252;hren.<br />
Und die CDU? Fl&#252;chtet sich in Schaufensterpolitik, anstatt endlich die deutsche Realit&#228;t zu akzeptieren, dass die Schicht der „Working Poor“ seit Jahren w&#228;chst. Von der Leyen und Co. blockieren weiter einen gesetzlichen Mindestlohn, der Lohndr&#252;cker stoppen w&#252;rde. Stattdessen bieten sie einen unwirksamen Schein-Mindestlohn an, der Ausrei&#223;er nach unten akzeptiert.<br />
Quelle: <a href="http://taz.de/Kommentar-Hartz-Aufstocker/!115951/">taz</a></p>
<p><em>Dazu auch noch:</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>H&#246;chste Zuwanderung in Deutschland seit 1995</strong><br />
Deutschland entwickelt sich immer mehr zum Einwanderungsland: 2012 kamen mehr als eine Million Zuwanderer – so viel wie seit 1995 nicht mehr. Ministerin von der Leyen spricht von einem &#8220;Gl&#252;cksfall&#8221; &#8230;<br />
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte der &#8220;Welt&#8221; zu den gestiegenen Zahlen: &#8220;Das hilft unserem Land, macht es j&#252;nger, kreativer und internationaler.&#8221; Es gehe nicht nur um die Zahl, betonte die Ministerin. &#8220;Vor allem die neue Qualit&#228;t der Zuwanderung ist ein Gl&#252;cksfall.&#8221; Die Zuwanderer br&#228;chten frische Impulse und mehr Wettbewerbsf&#228;higkeit. Im Idealfall werde der europ&#228;ische Arbeitsmarkt zur Drehscheibe f&#252;r Berufswissen und Wohlstand.<br />
Quelle: <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article115955880/Hoechste-Zuwanderung-in-Deutschland-seit-1995.html">Die Welt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Zuwanderung aus den s&#252;deurop&#228;ischen L&#228;ndern ein „Gl&#252;cksfall“?<br />
Hier zeigt sich wieder einmal der brutale Zynismus von „R&#246;schen“ von der Leyen. Da treibt die deutsche Regierung mit ihrem dogmatischen Austerit&#228;tskurs die Jugendlichen ins Elend und sieht darin einen „Gl&#252;cksfall“, dass sie nach Deutschland auswandern und hier die Reservearmee an Arbeitskr&#228;ften vergr&#246;&#223;ert und damit der Druck auf die L&#246;hne verst&#228;rkt und die Arbeitslosigkeit nicht abgebaut wird. Da werden den europ&#228;ischen L&#228;ndern gerade solche gut ausgebildeten Arbeitskr&#228;fte abgezogen, die sie dringend brauchten um aus der wirtschaftlichen Misere wieder herauszukommen.</em></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Bankkonto f&#252;r alle: Kommission macht einen l&#228;ngst &#252;berf&#228;lligen Schritt hin zu einem sozialen Grundrecht</strong><br />
Die Europ&#228;ische Kommission hat heute ihren Vorschlag zum “Bankkonto f&#252;r alle” vorgelegt. Eine Richtlinie soll allen B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern das Recht auf ein einfaches Bankkonto einr&#228;umen, damit alle vom Binnenmarkt profitieren k&#246;nnen. Au&#223;erdem will die Kommission den Wechsel von einer Bank zur anderen erleichtern. Banken sollen dazu verpflichtet werden, transparente und leicht vergleichbare Angaben zu Geb&#252;hren und Vertragsbedingungen zu machen &#8230;<br />
Die schwarz-gelbe Merkel-Regierung tritt in diesem Punkt auf die Bremse: Anstatt eines Anrechts gibt es in Deutschland bisher nur einen Verhaltenskodex der Finanzinstitute, wonach sie solche Konten anbieten sollen. Eine Gesetzesinitiative der rot-gr&#252;nen Landesregierung aus Nordrhein-Westfalen zur Verbriefung des Rechts auf ein Basis-Girokonto hat die Bundesregierung zur&#252;ckgewiesen und damit eine sinnvolle nationale L&#246;sung im Keim erstickt.<br />
Quelle: <a href="http://www.sven-giegold.de/2013/bankkonto-fur-alle-kommission-macht-einen-langst-uberfalligen-schritt-hin-zu-einem-sozialen-grundrecht/">Sven Giegold</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Regierung genehmigt Verkauf von Panzern nach Indonesien</strong><br />
Die Bundesregierung hat dem Verkauf von 164 deutschen Panzern nach Indonesien zugestimmt. Darunter sind 104 schwere &#8220;Leopard&#8221;-Kampfpanzer, 50 kleinere Sch&#252;tzenpanzer &#8220;Marder&#8221; sowie insgesamt zehn Berge-, Br&#252;ckenlege- und Pionierpanzer.<br />
Regierungssprecher Steffen Seibert begr&#252;ndete die Genehmigung mit dem tiefgreifenden Wandel hin zu einem demokratischen System, den das s&#252;dostasiatische Land in den vergangenen 15 Jahren vollzogen habe. Die Linke kritisierte das Gesch&#228;ft wegen der Menschenrechtslage in Indonesien. Die Gr&#252;nen forderten eine Erkl&#228;rung der Kanzlerin vor dem Bundestag.<br />
Quelle: <a href="http://web.de/magazine/nachrichten/deutschland/17410814-regierung-genehmigt-verkauf-panzern-indonesien.html#.A1000145">web.de</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Keine blutigen Mobiltelefone mehr?</strong><br />
Spezialmetalle aus Ostkongo sind f&#252;r digitale Produkte weltweit wichtig &#8211; die Gesch&#228;fte in dieser von Warlords gepr&#228;gten Region (was keineswegs bedeutet, die Gegend sei international „vergessen“ oder so etwas &#228;hnliches) sind oft genug blutig. Andrerseits: F&#252;r viele Menschen ist der „autonome Bergbau“ eine wichtige Art, sich und ihren Familien den Lebensunterhalt zu sichern, und ein Boykott etwa w&#252;rde sie hart treffen. „Nyabibwe, 90 Kilometer n&#246;rdlich von Bukavu &#252;ber dem Kivusee gelegen, ist ein Bergbaust&#228;dtchen wie andere in der ostkongolesischen Provinz S&#252;dkivu. Es lebt von der nahen Zinnmine am Fl&#252;sschen Kalimbi, die von handwerklich arbeitenden Mineuren ausgebeutet wird. Die Gegend ist h&#228;ufig in Nebel geh&#252;llt; im April trieft das Regenwasser von den Tropenb&#228;umen, die bis zum Bergkamm wachsen. Laut Wabunga Singa Zébédé, dem zust&#228;ndigen Distriktchef, bilden die 800 Bergm&#228;nner den wirtschaftlichen R&#252;ckhalt des St&#228;dtchens, dazu kommen Négociants (Zwischenh&#228;ndler) f&#252;r das Zinnerz, Transporteure, Dienstleister und &#252;berdurchschnittlich viele Prostituierte” &#8211; so beginnt die Reportage “Ordnung machen in einer kongolesischen Zinnmine” von Markus M. Haefliger am 03. Mai 2013 in der NZZ, die sich mit den Aussichten der Initiative f&#252;r eine Zertifizierung “konfliktfrei” befasst<br />
Quelle: <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/international/ordnung-machen-in-einer-kongolesischen-zinnmine-1.18075169">NZZ</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Wenn Arbeit t&#246;dlich endet!</strong><br />
Wo viele leiden, machen wenige satte Gewinne: In Bangladesch einige wenige Fabrikbesitzer. In den Industriestaaten viele Mode- und Handelsketten mit riesigen Gewinnmargen. Auch die Verbraucher freuen sich &#252;ber niedrige Preise. Doch diese Spirale aus Niedrigl&#246;hnen, Dumpingpreisen und t&#246;dlichen Arbeitsbedingungen muss beendet werden!<br />
Als erstes m&#252;ssen die westlichen Mode- und Handelsketten unverz&#252;glich Soforthilfe und Entsch&#228;digungszahlungen f&#252;r Hinterbliebene, schwer verletzte Besch&#228;ftigte und deren Familien leisten. Es m&#252;ssen aber auch alle westlichen Modeketten das unter Einbeziehung der Gewerkschaften in Bangladesh erarbeitete Abkommen f&#252;r Brandschutz und Geb&#228;udesicherheit endlich unterzeichnen und sich f&#252;r bessere und sichere Arbeitsbedingungen einsetzen, die durch unabh&#228;ngige und notfalls westliche Inspektionen gepr&#252;ft werden. Firmenbetreiber, die dies ignorieren, m&#252;ssen ge&#228;chtet werden. Die westlichen Unternehmen sind in der Pflicht, ihre gesamte Wertsch&#246;pfungskette zu kontrollieren. Das verlangen die UN-Leitprinzipien f&#252;r Wirtschaft und Menschenrechte und die OECD-Leits&#228;tze. Und schlie&#223;lich brauchen wir bei uns h&#246;here L&#246;hne, Renten und Transferzahlungen und eine nachhaltige Konsumkultur. Denn Geiz ist nicht clever, sondern gef&#228;hrdet Menschenleben.</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130508_arbeitskosten_textilbranche.gif" alt="Wenn Arbeit t&#246;dlich endet" title="Wenn Arbeit t&#246;dlich endet" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130508_klartext_Wenn-Arbeit-toedlich-endet.pdf">DGB Klartext [PDF - 130 KB]</a></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Krise treibt Amerikaner in den Selbstmord</strong><br />
Die offiziellen Zahlen sind besorgniserregend – und die Dunkelziffer ist wahrscheinlich viel h&#246;her: In den USA nehmen sich immer mehr Menschen das Leben. Eine Altersgruppe ist besonders betroffen &#8230;<br />
Die Zahl der Selbstm&#246;rder ist steil nach oben geschnellt. Vor allem M&#228;nner in ihren F&#252;nfzigern scheiden freiwillig aus dem Leben – die Zahl der Selbstm&#246;rder hat sich hier von 1999 bis 2010 verdoppelt (30 von 100.000 Amerikanern mittleren Alters begehen heute Selbstmord).<br />
Bei den Frauen wiederum sind besonders jene betroffen, die zwischen 60 und 64 Jahre alt sind; hier stieg die Quote um 60 Prozent (auf sieben Suizide pro 100.000). Die bevorzugte Selbstmordwaffe ist immer noch das Gewehr oder die Pistole &#8230;<br />
Sandra Cohen, die in New York als Psychiaterin arbeitet, findet die Zahlen eigentlich nicht erstaunlich. &#8220;&#214;konomische Krisenzeiten werden immer von steigenden Selbstmordraten begleitet&#8221;, erkl&#228;rt sie, und die Krise der amerikanischen Wirtschaft dauert jetzt schon seit 2008 an &#8230;<br />
Diese M&#228;nner, so Cohen, litten gleich doppelt und dreifach: Sie f&#252;hlten sich gedem&#252;tigt und verraten, sie h&#228;tten keine Hoffnung, jemals wieder einen ordentlichen Job zu kriegen, und sie seien einsam, weil sie keinen Grund mehr s&#228;hen, morgens aufzustehen, sich zu rasieren und ins B&#252;ro zu gehen.<br />
Quelle: <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article116002611/Krise-treibt-Amerikaner-in-den-Selbstmord.html">Die Welt</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Eiserne Lady aus dem Baltikum erh&#228;lt den Internationalen Karlspreis</strong><br />
&#8220;2009 mussten wir sehr scharfe Sparma&#223;nahmen durchsetzen&#8221;, erz&#228;hlt sie im Interview. &#8220;Sonst h&#228;tten uns die M&#228;rkte kein Geld mehr geliehen.&#8221; In Litauen wurden zw&#246;lf Prozent der Wirtschaftsleistung in nur zwei Jahren eingespart, die &#246;ffentlichen Geh&#228;lter um 20 Prozent, die Renten um zehn Prozent gek&#252;rzt &#8230;<br />
Ihre heutige Botschaft an die s&#252;deurop&#228;ischen Krisenl&#228;nder: &#8220;Wer sich nicht selbst hilft, dem ist nicht zu helfen. F&#252;r uns war es damals undenkbar, um internationale Finanzhilfen zu bitten.&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/Eiserne-Lady-aus-dem-Baltikum-erhaelt-den-Internationalen-Karlspreis-article1046439.html">General Anzeiger</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen sollen angeblich Pers&#246;nlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich um Europa und die europ&#228;ische Einigung verdient gemacht haben. Nun soll „Europas schw&#228;bischste Hausfrau“ (Stuttgarter Nachrichten) ausgezeichnet werden. Sie k&#252;rzten die Beamtengeh&#228;lter um ein F&#252;nftel und strich die Renten um 10 Prozent zusammen, die Arbeitslosigkeit stieg auf &#252;ber 18 Prozent. Jeder zw&#246;lfte Litauer verlie&#223; das Land auf der Suche nach Lohn und Brot. Die Freitodrate ist mit die h&#246;chste der Welt.<br />
Die diesj&#228;hrige Preisverleihung reiht sich ein in die Reihe von <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=13275">Sch&#228;uble (2012)</a> oder Angela Merkel (2008) und viele andere neoliberale Politiker, wie Javier Solana, Jean-Claude Juncker, Tony Blair.<br />
Dass man nun ein der zynischsten neoliberalen Politikerinnen und Spalterinnen der Eurozone mit einem Preis f&#252;r ihre Verdienste um die europ&#228;ische Einigung ehrt, zeigt, dass es bei diesem Preis nicht mehr um die Einigung Europas, sondern um eine Propagandaveranstaltung f&#252;r die neoliberale Ideologie und f&#252;r den Austerit&#228;tskurs geht.</em></p>
<p><em>Wie spottete doch Heinrich Heine so herrlich:</em></p>
<blockquote><p>Zu Aachen, im alten Dome, liegt<br />
Carolus Magnus begraben.<br />
(Man muss ihn nicht verwechseln mit Karl<br />
Mayer, der lebt in Schwaben.)<br />
Ich m&#246;chte nicht tot und begraben sein<br />
Als Kaiser zu Aachen im Dome; &#8230;</p></blockquote>
</li>
<li><a name="h19"></a><strong>Die Glosse: Auffanggesellschaft f&#252;r entlassene Verwandte von CSU-Politikern gegr&#252;ndet</strong><br />
Der bayerische Landtag hat heute in einer eilends anberaumten Dringlichkeitssitzung die Gr&#252;ndung einer Auffanggesellschaft f&#252;r arbeitslose Verwandte von CSU-Politikern beschlossen. Dies wurde n&#246;tig, weil nach Bekanntwerden der Amigo-Aff&#228;re im Freistaat zehntausende Ehegatten, Kinder und Geschwister entlassen werden mussten, die in der freien Wirtschaft wohl kaum eine Chance haben.<br />
In verschiedene Qualifizierungsma&#223;nahmen sollen die Politiker-Verwandten in den n&#228;chsten Jahren fit gemacht werden, damit sie wieder in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden k&#246;nnen. Dazu lernen sie &#8211; bei voller Lohnfortzahlung nat&#252;rlich -, wie man als Normalsterblicher ohne &#8220;Vitamin B&#8221; Stellenanzeigen durchsucht, Initiativ-Bewerbungen schreibt und Praktika absolviert.<br />
Quelle: <a href="http://www.der-postillon.com/2013/05/auffanggesellschaft-fur-entlassene.html">Der Postillon</a></li>
<li><a name="h20"></a><strong>Zu guter Letzt: Martin Haase: Neu- und Nebelsprech in der Politik</strong><br />
Der Professor f&#252;r Romanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft setzt sich mit der Sprache in der Politik auseinander: „Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft daf&#252;r ein&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=baU3o4LQ3Uw">CCCdeVideos</a></p>
<p><em>Siehe auch:</em> <a href="http://www.youtube.com/watch?v=EEG1_iBcfRI">Die Wahrheit, was wirklich passierte und was in der Zeitung stand</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17200&amp;md5=f94d200a5fd5718ea45045ea068ffa95" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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