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	<title>NachDenkSeiten - Die kritische Website</title>
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		<title>Warum die Nation Angela Merkel und ihre Politik nicht braucht</title>
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		<pubDate>Fri, 24 May 2013 13:32:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Stephan Hebel ist seit vielen Jahren Autor der Frankfurter Rundschau und hat jetzt ein Buch &#252;ber Angela Merkel geschrieben. In „Mutter Blamage“ zeichnet er das Bild eines gro&#223;en Betrugsman&#246;vers der &#214;ffentlichkeit durch die CDU-Politikerin. Bei der Entstehung der &#246;ffentlichen Meinung &#252;ber „die starke Frau in Europa“ spielen auch die Journalisten eine unr&#252;hmliche Rolle. Ein Interview [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Stephan Hebel ist seit vielen Jahren Autor der Frankfurter Rundschau und hat jetzt ein Buch &#252;ber Angela Merkel geschrieben. In „Mutter Blamage“ zeichnet er das Bild eines gro&#223;en Betrugsman&#246;vers der &#214;ffentlichkeit durch die CDU-Politikerin. Bei der Entstehung der &#246;ffentlichen Meinung &#252;ber „die starke Frau in Europa“ spielen auch die Journalisten eine unr&#252;hmliche Rolle. Ein Interview von <strong>Michael Voregger</strong>.<br />
<span id="more-17353"></span><br />
Warum schreibt man ein Buch &#252;ber Angela Merkel?</p>
<p><strong>Stephan Hebel:</strong> <em>Es gibt die Fan-B&#252;cher – also von Leuten, die gut finden was Frau Merkel macht. Es gibt Kritik von rechts von Leuten, die entt&#228;uscht sind, dass Angela Merkel nicht das konservative, neoliberale Programm umsetzt, mit dem sie mal angetreten war. Meine Kritik kommt eher von links und sagt: Hinter der Fassade von Frau Merkel – die sehr sozial und seri&#246;s wirkt – steckt eine klare neoliberale Linie.</em></p>
<p>Die Politik der Kanzlerin erscheint ja nach au&#223;en ohne Inhalt zu sein, die eher pragmatisch auf Stimmungen reagiert. Welche Linie steckt dahinter? </p>
<p><strong>Stephan Hebel:</strong> <em>Die Linie sieht so aus, dass zum Beispiel Steuererh&#246;hungen f&#252;r Spitzenverdiener und Verm&#246;gende strikt abgelehnt werden, obwohl wir sie zur gerechten Verteilung der Krisenlasten br&#228;uchten. Es werden echte gesetzliche Mindestl&#246;hne abgelehnt, weil Frau Merkel bei allem verbalen Entgegenkommen die Wirtschaft so unbelastet lassen m&#246;chte wie m&#246;glich. Vor allem in Gerechtigkeits- und Wirtschaftsfragen sehe ich ganz deutlich, dass Frau Merkel alles andere will als den Staat – auch den Sozialstaat – zu st&#228;rken. Sie schw&#228;cht ihn, wie 20 Jahre Neoliberalismus das schon getan haben, immer weiter.</em></p>
<p>Wie erkl&#228;ren Sie sich die Diskrepanz zwischen der &#246;ffentlichen Wahrnehmung und dem Kern der neoliberalen Politik?</p>
<p><strong>Stephan Hebel:</strong> <em>Frau Merkel ist eine ganz spezielle Art einer genialen Selbstverk&#228;uferin. Sie macht das nicht laut, sie macht das nicht lustig und schon gar nicht unseri&#246;s. Sie wirkt &#228;u&#223;erst bescheiden und entgegenkommend f&#252;r alle. Sie hat es geschafft, eine Rhetorik zu entwickeln, die sagt: Bist du ein bisschen sozial – habe ich was f&#252;r dich, bist du Wirtschaft – habe ich auch was, bist du konservativ – habe ich auch was. Das ist ihre Rhetorik, seit sie gemerkt hat, dass sie mit dem offen neoliberalen Kurs keine gro&#223;en Spr&#252;nge machen kann. Man muss sich aber die Ergebnisse der Politik anschauen. Viele Menschen haben dazu nicht  so viel Zeit wie zum Beispiel die Journalisten. Da w&#252;rde man sehen, dass die L&#252;cke zwischen den hohen und niedrigen Einkommen in Deutschland  gewachsen ist. Frau Merkel schafft es ein rhetorische So&#223;e dar&#252;ber zu gie&#223;en, die anders schmeckt als das wirkt, was sie eigentlich tut.</em></p>
<p>Eine solche Strategie funktioniert ja nur dann, wenn sie nicht hinterfragt wird. Welche Rolle spielen hier die Journalisten und die Medien?</p>
<p><strong>Stephan Hebel:</strong> <em>Es gibt in der Politikberichterstattung vor allem aus Berlin eine N&#228;he zwischen Medien und Politik, die mich irritiert und die ich auch nicht verstehe. Es entstehen in diesem Kontakthof ganz bestimmte Inszenierungen, denen man sich vielleicht auch verst&#228;ndlicherweise nicht widersetzt, weil man ununterbrochen den Politikern sehr nahe ist. Weil man in diesen Hintergrundkreisen sitzt, wo die mal sagen was sie wirklich denken, aber es darf nicht geschrieben werden. Es haben sich Moden in diesem Kontakthof entwickelt, die ich f&#252;r h&#246;chst bedenklich halte. Eine dieser Moden ist es lange Zeit gewesen ein Bild zu transportieren, dass Frau Merkel eine Modernisiererin sei und vor allem das.</em></p>
<p>Helfen diese Gespr&#228;che nicht dabei an Informationen zu kommen, die einem sonst verborgen bleiben?</p>
<p><strong>Stephan Hebel:</strong> <em>Es gibt Journalisten, die haben mir die Kritik an diesem Berliner Medienbetrieb und Politikkomplex, die ich auch in meinem Buch formuliere, sehr &#252;bel genommen. Die sagen: Ich brauche diese N&#228;he, um wirklich recherchieren zu k&#246;nnen. Ich sehe das &#228;hnlich wie bei der Hom&#246;opathie. Ich habe nichts gegen gelegentliche Hintergrundgespr&#228;che, die wird man brauchen – aber was in kleiner Dosis positiv wirken kann, wird in allzu gro&#223;er Dosis zum Gift. Diese absolute Regelm&#228;&#223;igkeit, dass man sich jede Sitzungswoche von den Fraktionsgesch&#228;ftsf&#252;hrern die Welt erkl&#228;ren l&#228;sst, statt  mal einen Gesetzentwurf zu lesen. Das hat eine Dimension angenommen, die giftig ist f&#252;r die Rolle der Medien. Deren Aufgabe w&#228;re es, aus der Distanz Politik zu betrachten und auch zu kritisieren. Es entsteht eine N&#228;he, die ich f&#252;r problematisch halte, weil die im besten Sinne fundamental-kritische Position nicht mehr eingenommen wird.</em></p>
<p>Warum spielen in der Berichterstattung &#252;ber die Euro- und die Wirtschaftskrise Erkl&#228;rungen jenseits des Mainstreams kaum eine Rolle?</p>
<p><strong>Stephan Hebel:</strong> <em>Ein Journalist, der die Alternativlosigkeit von etwas akzeptiert, der hat als Journalist f&#252;r meine Begriffe schon abgedankt. Tats&#228;chlich haben Journalisten unter dem Bombardement einer bestimmten Fraktion der Wirtschaftswissenschaft und der Politik es aufgegeben dar&#252;ber nachzudenken, ob es zu einem bestimmen Begriff von Wettbewerbsf&#228;higkeit nicht eine Alternative geben kann.  Wettbewerbsf&#228;higkeit wird von Frau Merkel  klassisch neoliberal buchstabiert: m&#246;glichst geringe Lohnkosten, m&#246;glichst geringe Produktionskosten, m&#246;glichst geringe Steuern, m&#246;glichst wenig Staat – was daraus geworden ist, haben wir in der Krise gesehen. Das wird noch bis heute, wider bessere Erkenntnis, als alternativlos dargestellt. Genauso ist es mit dem Reformbegriff, der ja mal so etwas bezeichnet hat wie: Allen soll es besser gehen. Heute ist der Reformbegriff vollkommen kontaminiert von den sogenannten Reformen, die die armen Leute &#228;rmer und die reichen Leute reicher machen. Das wird als alternativlos akzeptiert – unbegreiflich f&#252;r mich.</em></p>
<p>Die Wahrnehmung von Angela Merkel ist im Ausland ja eine ganz andere?</p>
<p><strong>Stephan Hebel:</strong> <em>Man kommt dem Versagen der Frau Merkel nicht auf die Schliche, wenn man die historisch absolut untragbaren Nazi-Vergleiche zieht. Aber die Wut auf die deutsche Politik, die von Frau Merkel repr&#228;sentiert wird, kann ich  sehr gut verstehen. Deutschland hat als Exportnation von dieser Starkw&#228;hrung Euro profitiert wie kein anderes Land in Europa. Deutschland ist jetzt dabei, dieses Profitieren auf Kosten der Bev&#246;lkerungen anderer L&#228;nder in der Krise fortzusetzen nach der  Methode: Wir exportieren und die anderen m&#252;ssen sich verschulden, um unsere Autos zu kaufen. Daran k&#246;nnen alle Rettungsprogramme nichts &#228;ndern und genau das ist das Ziel dieser Politik.  Dass die Leute, denen man dauernd die L&#246;hne und Renten k&#252;rzt, dar&#252;ber w&#252;tend sind, kann ich sehr gut verstehen. </em></p>
<p><strong>Passend dazu: <a href=" http://www.nachdenkseiten.de/?p=16450">Angela Merkel – „Mutter Blamage“ – Eine Rezension</a></strong></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17353&amp;md5=2dad9e3d114e63e68f6bd02160d504da" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Vorfeldtruppen der schwarz-gelben Koalition machen f&#252;r den Wahlkampf mobil</title>
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		<pubDate>Fri, 24 May 2013 07:56:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Strategien der Meinungsmache]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum eine Woche vergeht, in der auf dem Feld der Meinungsmache von den Vorfeldtruppen der derzeitigen Regierungskonstellation nicht irgendein Scharm&#252;tzel angezettelt wird. Es gibt kaum eine andere neoliberale Kommandozentrale als die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, die so h&#228;ufig ihre „wissenschaftlichen S&#246;ldner“ in die Propagandaschlacht f&#252;hren kann. Letzte Woche versuchte der „wissenschaftliche“ Schreibtisch der INSM, das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum eine Woche vergeht, in der auf dem Feld der Meinungsmache von den Vorfeldtruppen der derzeitigen Regierungskonstellation nicht irgendein Scharm&#252;tzel angezettelt wird. Es gibt kaum eine andere neoliberale Kommandozentrale als die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, die so h&#228;ufig ihre „wissenschaftlichen S&#246;ldner“ in die Propagandaschlacht f&#252;hren kann. Letzte Woche versuchte der „wissenschaftliche“ Schreibtisch der INSM, das „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW), einen Durchbruch beim Thema „soziale Gerechtigkeit“ und behauptete, dass die vielfach best&#228;tigten Befunde, dass Einkommen und Verm&#246;gen zunehmend ungleich verteilt sind, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17287">„nicht haltbar“ seien</a>. Diese Woche legte die <a href="http://www.insm.de/">INSM</a> nach und stellte unter dem Titel „Mehr Gerechtigkeit: Was steht zur Wahl?“ eine Auftragsarbeit des  „Rheinisch Westf&#228;lischen Instituts f&#252;r Wirtschaftsforschung“ (RWI) vor.<br />
Sp&#228;testens mit diesem Zusammenspiel mit der INSM sollte jegliche staatliche F&#246;rderung des RWI aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Seriosit&#228;t eingestellt werden. Sein Pr&#228;sident, Christoph M. Schmidt, hat sich mit dieser Analyse als „Mietmaul“ der Arbeitgeberverb&#228;nde offenbart und damit seine Reputation als „Wirtschaftsweiser“ endg&#252;ltig verloren. Von <strong>Wolfgang Lieb</strong>.<br />
<span id="more-17349"></span><br />
Der „Focus“ (!) dieser „Studie“ liege auf der „Chancengerechtigkeit“,  sie sei Garant f&#252;r soziale Teilhabe und gesellschaftlichen Aufstieg, <a href="http://www.insm.de/insm/Presse/Pressemeldungen/RWI-Analyse-der-Parteiaussagen.html">verlautbart die INSM bei der Vorstellung der RWI-Analyse</a>.</p>
<p>„Chancengerechtigkeit“ das ist eines der Lieblingst&#228;uschungsw&#246;rter der Neoliberalen geworden. Dieser Begriff hat eine sympathische Anmutung f&#252;r jedermann, aber schaut man genauer hin, dann verbirgt er mehr, als dass er aufkl&#228;rt. Mit diesem T&#228;uschungswort kann man n&#228;mlich vordergr&#252;ndig Fortschrittlichkeit vort&#228;uschen und dabei gleichzeitig &#252;ber die bestehenden Verh&#228;ltnisse hinwegt&#228;uschen, indem man auf eine gerechtere Zukunft verweist. Die Konservativen haben erkannt, dass Bildung einen Fluchtweg aus allen gegenw&#228;rtigen Problemen bietet. Bildung wird als „K&#246;nigsweg“ aus der Spaltung der Gesellschaft in oben und unten, aus der Arbeitslosigkeit, aus prek&#228;rer Besch&#228;ftigung, aus Armut und schon gar aus der bestehenden Gerechtigkeitsl&#252;cke angepriesen.</p>
<p>„Chancengerechtigkeit“ durch Bildung hat den Vorteil, dass man Hoffnungen der Menschen f&#252;r eine fernere Zukunft wecken kann, f&#252;r deren Einl&#246;sung man nicht verantwortlich ist. Denn Bildung ist ein langandauernder Prozess von der Kindertagesst&#228;tte, &#252;ber die Schule, bis zur Berufsausbildung oder bis zu einem Hochschulabschluss, ja bis hin zur beruflichen Weiterbildung. Und weil die Fr&#252;chte von Bildung vom Einzelnen, wie von der Gesellschaft erst nach vielen Jahren geerntet werden k&#246;nnen, sind bildungspolitische Appelle zumal aus dem konservativen Lager vor allem politische Ablenkungsman&#246;ver vom wirtschafts- und sozialpolitischem Versagen gegen&#252;ber den Problemen der Gegenwart und von einer gescheiterten „Reform“-Politik.</p>
<p>Der <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16201">„Fluchtpunkt“ „Chancengerechtigkeit“</a> ist zum anderen deshalb ein T&#228;uschungsversuch, weil er etwas v&#246;llig anderes bedeutet als „Chancengleichheit“. Wenn Konservative Begriffe wie „Chancengerechtigkeit“ oder „gleiche Zugangschancen“ im Munde f&#252;hren, dann handelt es sich um nichts anderes als die bildungspolitische unterf&#252;tterte Variante der neoliberalen Parole „Jeder ist seines Gl&#252;ckes Schmied“. Denn wenn jeder (formal) gleiche Chancen auf Bildung und Qualifikation hat, dann ist eben ein ausbleibender beruflicher oder sozialer Aufstieg oder auch Arbeitslosigkeit und Armut den „eigenen F&#228;higkeiten und Leistungen“ zuzurechnen. Dann reichen eben seine „Talente und F&#228;higkeiten nicht dazu aus…, um am Arbeitsmarkt ein ausreichend hohes Einkommen zu erzielen“ (So Hubertus Pellengahr, der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der INSM). „Chancengerechtigkeit“ hei&#223;t also nicht mehr und nicht weniger als die Verteidigung bestehender gesellschaftlicher Rollen und Verteilungsverh&#228;ltnisse.</p>
<p>Aber gerade umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn nichts dagegen unternommen wird, dass der Fahrstuhl f&#252;r eine immer gr&#246;&#223;ere Zahl von Menschen nach unten geht, f&#252;hrt das nur dazu, dass auch die Gleichheit der Bildungschancen weiter abnimmt, weil je gr&#246;&#223;er die soziale Ungleichheit ist, desto gr&#246;&#223;er wird der Aufwand f&#252;r die Herstellung gleicher Bildungschancen (Friedhelm Hengsbach) und damit von „Chancengerechtigkeit“.</p>
<p><strong>Wahlkriterium: „fr&#252;hkindliche Bildung“</strong></p>
<p>Es ist also nicht weiter erstaunlich, dass die Auftragsarbeit des RWI die fr&#252;hkindliche Bildung und das BAf&#246;G an erster Stelle bei der „Analyse der Parteiaussagen“ nennt. Bei der Forderung nach einem Ausbau der Kinderbetreuungsm&#246;glichkeiten und nach mehr Qualit&#228;t der Betreuung, folgen die Lohnschreiber des RWI getreu ihrem ideologischen Weltbild des „homo oeconomicus“ dem Leitbild der Akkumulation von „Humankapital“. Fr&#252;hkindliche Bildung beeinflusse Lohn, Besch&#228;ftigungschancen, Gesundheit oder Lebenserwartung und – man beachte &#8211; sie verbessere die Erwerbsm&#246;glichkeiten der Eltern. Das RWI spricht sich deshalb gegen das von der Regierung eingef&#252;hrte Betreuungsgeld aus, weil dadurch nach der „Arbeitsmarkttheorie“ die „Erwerbsquote der M&#252;tter, besonders in bildungsfernen Haushalten“ sinke. Da gerade solche M&#252;tter „tendenziell niedrigere Stundenl&#246;hne erzielen“, sei der Anreiz hoch,  zu Hause zu bleiben  und das Kind selbst zu betreuen.<br />
Es geht also vor allem darum M&#252;tter (eben mit tendenziell niedrigen L&#246;hnen) dem Arbeitsmarkt zuzuf&#252;hren und den Kindern bessere Chancen im Wettbewerb um Arbeitspl&#228;tze zu er&#246;ffnen.  </p>
<p>Dazu machten SPD und Gr&#252;ne die zielf&#252;hrendsten Aussagen in ihren Wahlprogrammen, urteilt das RWI.</p>
<p><strong>Wahlkriterium: „BAf&#246;G“:</strong></p>
<p>Gleichfalls „effizienztheoretisch“ wird die Ausbildungsf&#246;rderung f&#252;r Studierende, „die ihr Studium nicht &#252;ber den Kreditmarkt oder Dritte finanzieren k&#246;nnen“ vom RWI eher hingenommen als begr&#252;ndet: „Die F&#246;rderung durch Steuermittel lohnt sich, da sie Unterinvestitionen in Bildung ausgleicht und besser Ausgebildete ein Steuerplus und weniger staatliche Transfers bedeuten. Schlie&#223;lich treiben Akademiker Innovationen und Wachstum an.“ </p>
<p>„Nach Untersuchungen“ – so behauptet das RWI &#8211;  f&#246;rdere die finanzielle Unterst&#252;tzung<br />
f&#252;r Studenten die Studienaufnahme allerdings nur leicht. </p>
<p>Einmal davon abgesehen, dass mir solche „Untersuchungen“ bisher nicht bekannt sind, so zeigen s&#228;mtliche Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks, dass f&#252;r rund 40% aller Studierenden die Finanzierung ihres Studiums ein gro&#223;er Unsicherheitsfaktor ist. Die Kosten f&#252;r ein Studium sind nach wie vor f&#252;r viele Studierwillige die gr&#246;&#223;te Barriere f&#252;r die Aufnahme eines Studiums. F&#252;r viele Studierenden aus benachteiligten Schichten, w&#228;re ein Studium ohne BAf&#246;G schlicht nicht m&#246;glich. Aber: Ohne dass man sich auf „Untersuchungen“ st&#252;tzen m&#252;sste, zeigt eine ganz konkrete und eindeutige historische Erfahrung wie entscheidend das BAf&#246;G gerade f&#252;r Studierende aus nicht so wohlhabenden Schichten ist. Als in der Regierungszeit von Helmut Kohl das BAf&#246;G auf Darlehen umgestellt worden ist, f&#252;hrte das von 1982 bis 2000 zu einem R&#252;ckgang des Anteils der Studierenden aus sog. „bildungsfernen Schichten“ von 23 auf 13%, der Anteil der einkommensstarken Herkunftsgruppen stieg entsprechend von 17% auf 33%. Erst seit der Verbesserung des BAf&#246;G im Jahre 1999 stieg der Anteil der Studierenden pro Jahrgang wieder an. </p>
<p>Dieser Beleg aus der Wirklichkeit zeigt, dass das Fazit des RWI, die Erh&#246;hung habe nur einen geringen Einfluss auf die Quote der der Studienanf&#228;nger, eine v&#246;llig unbelegte Behauptung ist. Selbst wenn das BAf&#246;G die Quote der Studienanf&#228;nger insgesamt nur gering beeinflussen w&#252;rde, so m&#252;sste man immer noch fragen, wie mit der Studienf&#246;rderung die Quoten der Studienanf&#228;nger aus den unterschiedlichen sozialen Schichten beeinflusst werden.</p>
<p>Wollte man eben nicht nur „Chancengerechtigkeit“ sondern „Chancengleichheit“ m&#252;sste bei der Studienf&#246;rderung noch viel getan werden. Denn nach wie vor ist der Anteil der Studierenden mit „niedriger sozialer Herkunft“ gemessen am Anteil der jungen Menschen aus dieser Schicht an der jeweiligen Alterskohorte skandal&#246;s gering. </p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130523_rwi_01.png"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130523_rwi_01_small.jpg" alt="" title="" /></a></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.bmbf.de/pub/wsldsl_2009.pdf">19. Sozialerhebung des DSW [PDF - 2.5 MB]</a></p>
<p>Warum bei einer bedarfsabh&#228;ngigen (also am Einkommen der Eltern ausgerichteten) Studienf&#246;rderung die Besserverdienenden profitieren w&#252;rden, bleibt das Geheimnis des RWI.</p>
<p><strong>Wahlkriterium „Flexible Instrumente des Arbeitsmarkts“</strong></p>
<p>Nachdem der vermeintlich fortschrittliche und soziale Tarnmantel der „Chancengerechtigkeit“ abgelegt wurde, kommt das RWI auf die &#252;blichen Themen der neoliberalen Propaganda zu sprechen: auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, den Kampf gegen Mindestl&#246;hne, auf die Verteidigung der Rente mit 67 und nat&#252;rlich auf die Abwehr von Steuererh&#246;hungen. </p>
<ol>
<li><strong>Zeitarbeit</strong>
<ol type="a">
<li>Das RWI behauptet, f&#252;r Zeitarbeitnehmer gelte das „Equal-Pay-Prinzip“ und schlie&#223;lich seien ja f&#252;r Zeitarbeitnehmer Tarifvertr&#228;ge eingef&#252;hrt worden und es gebe seit 2012 eine allgemein verbindliche Lohnuntergrenze von mindestens 7,50 Euro Stundenlohn im Osten  und von 8,19 Euro im Westen Deutschlands.
<p>Komisch nur, das ein und dasselbe RWI in einer ausf&#252;hrlicheren Studie f&#252;r die Bertelsmann Stiftung zu ganz anderen Ergebnissen kam. Dort hei&#223;t es, dass die Zeitarbeitnehmer „die Last der Flexibilit&#228;t“ tr&#252;gen und bis zu 50 Prozent weniger Einkommen f&#252;r vergleichbare T&#228;tigkeiten erzielten. Gro&#223;e Verdienstunterschiede best&#252;nden selbst dann, wenn man Besch&#228;ftigte auf gleichen Qualifikationsniveaus miteinander vergleiche. So verdiene in Westdeutschland ein Zeitarbeitnehmer mit Berufsausbildung knapp die H&#228;lfte (minus 47 Prozent) und in Ostdeutschland ein Drittel weniger (minus 36 Prozent) als ein Arbeitnehmer mit gleichem <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-827F7A0E-879D30BF/bst/hs.xsl/nachrichten_111955.htm">Bildungsniveau in der Gesamtwirtschaft</a>. </p>
<p>Es kommt also offenbar auf den Auftraggeber an zu welchem Ergebnis das „Forschungsinstitut“ RWI kommt.</li>
<li>Dann wird behauptet, Zeitarbeit verbessere die Besch&#228;ftigungschancen. Zwar muss das RWI zugeben, dass nach Betriebsumfragen nur zwischen 7 und 14 Prozent der Zeitarbeiter von ihrem Einsatzbetrieb in Festanstellung &#252;bernommen werden. Der sog. „Klebeeffekt“ ist also &#228;u&#223;erst gering.
<p>Das RWI behauptet dann weiter, dass „Studien zufolge…nur ein geringer Anteil der Unternehmen, die Zeitarbeit nutzte, diese Form der Besch&#228;ftigung“ aufzubauen und gleichzeitig die Stammbelegschaft reduziere. </p>
<p>In der <a href="http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_35839__2.pdf">Studie f&#252;r Bertelsmann [PDF - 2.8 MB]</a> hie&#223; es noch viel vorsichtiger:</p>
<blockquote><p><em>“Eine Analyse der Entwicklung von Zeitarbeits- und Stammbesch&#228;ftigung innerhalb eines Betriebs zeigt, dass nur ein geringer Anteil der Kundenbetriebe Zeitarbeit aufbaut und gleichzeitig Stammbesch&#228;ftigung abbaut. Das Gegenteil ist h&#228;ufiger zu beobachten. Dies spricht gegen die These, dass Zeitarbeit vor allem genutzt wird, um die Stammbesch&#228;ftigten zu ersetzen. Allerdings l&#228;sst sich diese M&#246;glichkeit aufgrund der rein deskriptiven Untersuchungen auch nicht v&#246;llig ausschlie&#223;en.”</em></p></blockquote>
<p> (S. 49)</p>
<p>Die letztgenannte deutliche Einschr&#228;nkung der Aussagekraft wird nat&#252;rlich in der neuen Analyse unterschlagen. Zurecht titelte die Financial Times Deutschland damals: <a href="http://www.ftd.de/karriere/karriere/:arbeitsmarkt-zeitarbeit-enttaeuscht-hoffnung-auf-feste-jobs/70113856.html">„Leiharbeit ist nicht zwangsl&#228;ufig eine Br&#252;cke in den Arbeitsmarkt“</a>.</p>
<p>Aber auch die damalige Studie hatte schon deshalb einen geringen Aussagewert, weil sich die Datenbasis auf die Jahre 2008/2009 also auf diejenigen Jahre bezieht, in denen die Finanzkrise am st&#228;rksten auf die Realwirtschaft durchschlug, und deshalb die Zahl der Leiharbeiter – entsprechend ihrer Pufferfunktion – erheblich zur&#252;ckging, w&#228;hrend die Stammbelegschaften geschont wurden. Die Leiharbeitnehmer waren eben die ersten Krisenopfer. Im &#220;brigen kommen Betriebsr&#228;te hinsichtlich des Verdr&#228;ngungseffekts der Stammbelegschaften durch Zeitarbeit <a href="http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/internet/style.xsl/rwi-studie-zur-leiharbeit-9738.htm">zu ganz anderen Ergebnissen</a>. </p>
<p>Um die Tatsache, dass sich die Zahl der Zeitarbeiter von 330.000 im Jahre 2003 bis 2012 mit 908.000 fast verdreifacht hat, w&#228;hrend sich w&#228;hrend sich die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Besch&#228;ftigten im gleichen Zeitraum von 26,2 auf 28,9 Millionen, also nur um gut 10 Prozent erh&#246;ht hat, dr&#252;ckt sich das RWI herum. Die Leiharbeit nahm relativ deutlich st&#228;rker zu als die Besch&#228;ftigten insgesamt. Doch selbst die Zahlen &#252;ber die Steigerung der sozialversicherungspflichtig Besch&#228;ftigten sagen nur die halbe Wahrheit, denn der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt basiert vor allem auf einem Zuwachs an Teilzeit- und Minijobs.  </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130523_rwi_02.png" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.387390.de/11-42-1.pdf">DIW [PDF - 343 KB]</a></p>
<p>In Zahlen dr&#252;ckt sich das so aus:<br />
1991 arbeiteten 29,2 Millionen Arbeitnehmer in Vollzeitbesch&#228;ftigung, 2012 waren es nur noch 24,3 Millionen, das ist ein R&#252;ckgang um 16,6 Prozent. Umgekehrt verlief die Entwicklung bei der Teilzeitbesch&#228;ftigung (inklusive Minijobs). 1991 waren 4,7 Millionen Arbeitnehmer teilzeitbesch&#228;ftigt und 2012 waren es 12,7 Millionen, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15631">eine Zunahme um 167,7 Prozent</a>. </p>
<p>Das Unwesen, Leiharbeiter durch Werksvertr&#228;gler zu ersetzen oder die Zunahme der befristeten Arbeitsvertr&#228;ge, die Zeitarbeit gar nicht mehr n&#246;tig machen, wird gar nicht erst angesprochen. </p>
<p>Die Behauptung, eine Einf&#252;hrung einer Flexibilit&#228;tszulage oder einer &#220;berlassungsh&#246;chstdauer, wie sie SPD, Gr&#252;ne und die Linke vorschlagen, erschwerten den Zugang zum Arbeitsmarkt, kann man auch umkehren. In ihrer damaligen Studie f&#252;r Bertelsmann haben die RWI-Autoren sogar angeregt die Zeitarbeitsl&#246;hne anzuheben, weil dies zu einer schnelleren &#220;bernahme f&#252;hren k&#246;nnte.</li>
</ol>
</li>
<li><strong>Minijobs</strong>
<p>Das RWI behauptet, der Anstieg von geringf&#252;gig Besch&#228;ftigen zwischen 2003 und 2012 von 5,5 auf 7,4 Millionen habe vor allem Frauen mit Kindern und Arbeitslosen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert. Dass Minijobs seltener in den regul&#228;ren Arbeitsmarkt &#252;berleiten, wird selbst von den Autoren dieser Auftragsarbeit zugestanden. Das l&#228;ge daran, dass gar kein &#220;bergang erw&#252;nscht sei. </p>
<p>Eine Erhebung des NRW-Arbeitsministeriums kommt zu einem gegenteiligen Ergebnis. Danach erkl&#228;rten nur 14 Prozent der geringf&#252;gig Besch&#228;ftigten, dass sie den Minijob machten, weil sie sonst nichts anderes f&#228;nden und nur die H&#228;lfte der Befragten w&#252;nscht sich keine Ver&#228;nderung hinsichtlich ihres Erwerbsstatus <a href="http://www.mags.nrw.de/08_PDF/001/Studie-Minijobs.pdf">(S. 107) [PDF - 3.0 MB]</a>.</p>
<p>Das RWI will an den jetzigen Regelungen festhalten, weil sie die Teilhabe am Arbeitsmarkt erm&#246;glichten und so die „Chancengerechtigkeit“ erh&#246;hten. Wie es mit dieser Erh&#246;hung der „Chancengerechtigkeit“ tats&#228;chlich aussieht hat eine Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums aufgezeigt:<br />
Minijobs, die ja &#252;berwiegend von Frauen (4,7 Millionen) ausge&#252;bt werden, sind f&#252;r die Minijobberinnen in aller Regel eine Sackgasse und sie sind ein Hauptrisiko f&#252;r Altersarmut, weil sie eine existenzsichernde Alterssicherung nahezu unm&#246;glich machten (<a href="http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Frauen-im-Minijob,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf">Siehe dort unter Zentrale Ergebnisse II. Ziffer 3 [PDF - 2.3 MB]</a>).</p>
<p>So sieht also die Erh&#246;hung der „Chancengerechtigkeit“ in der Zukunft aus.</p>
<p><strong>Wahlkriterium Mindestl&#246;hne</strong></p>
<p>Dass das RWI und mit ihm nat&#252;rlich die INSM gegen allgemeinverbindliche gesetzliche Mindestl&#246;hne sind, ist bekannt. So hat der Pr&#228;sident des RWI &#8211; der j&#252;ngst auch noch zum Vorsitzenden des Sachverst&#228;ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen worden ist &#8211; dieser Tage noch vor einem gesetzlichen Mindestlohn gewarnt. F&#252;r ihn ist der Arbeitsmarkt zu behandeln wie ein Kartoffelmarkt, will sagen: steigt der Preis (= Lohn), sinkt die Nachfrage (= weniger Arbeitsangebote); also, Lohn runter, Arbeitsmarkt ger&#228;umt, so lautet die Fata Morgana. Dass in einem sinnvollen Ma&#223;e h&#246;here L&#246;hne durch die R&#252;ckwirkung auf die Nachfrage mehr Jobs entstehen lassen k&#246;nnen, die Angebots- und die Nachfragekurve also nicht unabh&#228;ngig voneinander sind, liegt au&#223;erhalb des (&#246;konomischen) Horizonts des „Wirtschaftsweisen“. L&#246;hne sind eben nicht allein der Preis f&#252;r die Arbeit, sondern in der Summe das Einkommen der abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten, die immerhin die H&#228;lfte der Nachfrage des gesamten Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Wenn die Angebotstheorie empirisch richtig w&#228;re, h&#228;tten wir schon l&#228;ngst Vollbesch&#228;ftigung haben m&#252;ssen, denn bis vor einigen Jahren gab es kaum irgendwo einen Mindestlohn und dazuhin sind bis vor kurzem die (Real-)L&#246;hne seit den 90er Jahren kaum gestiegen. </p>
<p>Der Pr&#228;sident des RWI meint, jeder Arbeitsplatz m&#252;sse sich „wirtschaftlich tragen“. Das h&#246;rt sich plausibel an. Leider hat weder sein Institut noch irgendein anderer &#214;konom in der Welt aber bisher ausrechnen k&#246;nnen, wie viel mehr der millionenschwere Manager gegen&#252;ber dem Portier eines Unternehmens im Wettbewerb „erwirtschaftet“. Wenn das Grenzprodukt (also die letzte im Produktionsprozess eingesetzte „Arbeitseinheit“) errechnet werden k&#246;nnte, dann k&#246;nnte man sich k&#252;nftig Lohnverhandlungen ersparen. Die vom RWI behaupteten negativen Auswirkungen von Mindestl&#246;hnen sind also ein theoretisches Konstrukt, das vor allem das unternehmenspolitische Ziel unterst&#252;tzen soll, die L&#246;hne zu senken oder m&#246;glichst niedrig zu halten. Wer sich gegen Mindestl&#246;hne ausspricht und damit f&#252;r ein weiteres Sinken der L&#246;hne in den untersten Lohngruppen sorgt, um damit Besch&#228;ftigung im Niedriglohnsektor zu schaffen, der „fordert implizit auch eine Senkung des durchschnittlichen Lohnniveaus, wenn er nicht gleichzeitig eine entsprechende Anhebung der L&#246;hne in h&#246;heren Verdienstgruppen ausdr&#252;cklich anmahnt“ (Flassbeck/Spiecker).</p>
<p>Dass die Menschen arbeiten m&#252;ssen, um zu &#252;berleben, steht bei der Betrachtung des RWI au&#223;en vor. Eigentlich m&#252;sste das RWI nur einen Taschenrechner bem&#252;hen, um auszurechnen, dass ein Mindestlohn von 8,50 € bei einem normalen Arbeitsverh&#228;ltnis einen Monatslohn von gerade mal  1350 € ergibt.</p>
<p>Im &#220;brigen ist nirgendwo, wo es Mindestl&#246;hne gibt – und das sind immerhin 20 L&#228;nder in der EU -, empirische nachgewiesen worden, dass sie Arbeitspl&#228;tze vernichteten. (<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16360#h07">Siehe dazu nochmals aktuelle Forschungsergebnisse zum Mindestlohn</a>) </p>
<p>Dort wo das RWI die Besch&#228;ftigungswirkung des Mindestlohns, n&#228;mlich im Bauhauptgewerbe einmal empirisch untersucht hat, kam es zu einem ganz anderen Ergebnis, als mit der jetzt unterstellten dogmatischen Substitutionsthese, <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/04/02/das-rwi-und-der-mindestlohn-am-bau-funf-jahre-spater-sieht-die-welt-ganz-anders-aus/">n&#228;mlich der Mindestlohn habe dort keine Arbeitspl&#228;tze gekostet</a>.</p>
<p>Aber wenn es um die Wahlkampf geht, schert sich das RWI selbst um seine eigenen Befunde einen feuchten Kehricht.  </p>
<p><strong>Wahlkriterium „Die Rente“</strong></p>
<p>Das RWI behauptet, „durch Heraufsetzung des Renteneintrittsalters kann die Erwerbsbeteiligung &#228;lterer Arbeitnehmer erh&#246;ht werden“. Eine arbeitsmarktpolitische Erkl&#228;rung daf&#252;r, wie allein dadurch, dass Arbeitnehmer l&#228;nger arbeiten, sich deren Erwerbsbeteiligung erh&#246;hen soll, wird allerdings nicht geliefert. Werden dadurch etwa Stellen geschaffen?</p>
<p>Durch die Rente mit 67, wird bestenfalls ein &#246;konomischer Druck auf die Arbeitnehmer ausge&#252;bt, l&#228;nger arbeiten zu m&#252;ssen, weil die Abschl&#228;ge bei der Rente bei einem fr&#252;heren Ausscheiden pro Jahr um 3,6 Prozent steigen. Und das, angesichts der Tatsache, dass derzeit M&#228;nner in Westdeutschland nur auf eine durchschnittliche Rente von 857 Euro kommen, <a href="http://www.sueddeutsche.de/geld/diskussion-ueber-rentenbeitraege-dgb-will-menschen-mehr-fuer-rente-zahlen-lassen-1.1387496">bei Frauen sind es sogar nur 479 Euro</a>. </p>
<p>Zwar kommt auch das RWI nicht um die Tatsache herum, dass „die Erwerbst&#228;tigkeit &#228;lterer Arbeitnehmer immer noch niedrig“ ist und bereits ab etwa 59 Jahren stark abfalle, aber wie die tats&#228;chliche Besch&#228;ftigungssituation &#228;lterer Arbeitnehmer aussieht, interessiert offenbar nicht:<br />
Fast die H&#228;lfte der Rentenversicherten h&#246;rt derzeit vor 65 Jahren auf und muss Abschl&#228;ge bei der Rente hinnehmen. Nach Angaben der Bundesagentur f&#252;r Arbeit hatten von den 64-J&#228;hrigen im Juni 2012 nur 14,2 Prozent einen Job. Wo sollen denn die Stellen herkommen, damit „Chancengerechtigkeit durch ein h&#246;heres Renteneintrittsalter m&#246;glich ist“? </p>
<p>Auf diese entscheidende Gerechtigkeits-Frage kann das RWI nat&#252;rlich keine Antwort geben, stattdessen weicht man auf ein anderes Feld angeblicher Gerechtigkeit aus, n&#228;mlich auf die „Generationengerechtigkeit“. Damit landet man bei der g&#228;ngigen politischen Begr&#252;ndung f&#252;r die Verl&#228;ngerung der Lebensarbeitszeit, n&#228;mlich bei der k&#252;nftigen Finanzierung des Rentensystems. Und die Rentenfinanzierung ist aus Sicht der neoliberalen &#214;konomen des Pudels Kern. Eine steigende Lebenserwartung k&#246;nnte n&#228;mlich zu einem Ansteigen der Versicherungsbeitr&#228;ge f&#252;hren und damit auch f&#252;r die Arbeitgeberseite zu h&#246;heren sog. „Lohnnebenkosten“. Und im Sinne der Standort- und Wettbewerbsideologie muss eine solche Belastung der Unternehmen, egal wie die Produktivit&#228;t und die Profite auch steigen m&#246;gen, unter allen Umst&#228;nden vermieden werden. Da sollen in Zukunft lieber schon mal die Rentner bluten. </p>
<p>Mit der Einf&#252;hrung einer neuen Gerechtigkeitsvariante, n&#228;mlich der „Generationengerechtigkeit“ hat man eine weitere Ausflucht aus der bestehenden Verteilungs-Ungerechtigkeit gefunden. Denn die Verteilung des „Kuchens“ ist heute wie in aller Zukunft kein Problem zwischen Alt und Jung, sondern eine Frage der Verteilung zwischen Arm und Reich. Aber diese Verteilungsfrage, ist nat&#252;rlich f&#252;r das RWI ein Tabu. </p>
<p><strong>Wahlkriterium „Einkommensteuer“</strong></p>
<p>Immerhin r&#228;umt das RWI ein, dass die Steuerpl&#228;ne der Regierungsparteien unter der &#220;berschrift „Abbau der kalten Progression“  „in absoluten Zahlen die Steuerpflichtigen mit h&#246;herem Einkommen st&#228;rker entlastet“ und dass die schrittweise Abschaffung des Solidarit&#228;tszuschlags, wie ihn die FDP fordert, vor allem den Steuerpflichtigen mit h&#246;herem Einkommen zugutek&#228;me. </p>
<p>Aber – wie nicht anders zu erwarten – werden die Steuererh&#246;hungspl&#228;ne s&#228;mtlicher Oppositionsparteien in Bausch und Bogen abgelehnt. </p>
<p>Deutschland verbuche derzeit einen Rekord an Steuereinnahmen und „um Teilhabem&#246;glichkeiten zu verbessern, muss der Staat vielmehr die richtigen Priorit&#228;ten setzen als Steuern zu erh&#246;hen“, so lautet die Behauptung.</p>
<p>Diese Aussage hat nun mit Wissenschaftlichkeit rein gar nichts zu tun, damit werden schlicht die Parolen der Regierung nachgebetet. Auch die Behauptung, dass eine h&#246;here steuerliche Belastung von h&#246;heren Einkommen die Bereitschaft zur &#220;bernahme von Risiken und Anstrengungen verringern und die wirtschaftliche Dynamik sich sp&#252;rbar abschw&#228;chen und das Arbeitsangebot und die Nachfrage nach Arbeit „negativ beeintr&#228;chtigt“ w&#252;rde, ist reine Ideologie. </p>
<p>Um mich nicht zu wiederholen, verweise ich auf meinen nur kurz zur&#252;ckliegenden Beitrag „<a href="http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=17128">Der Manipulationsapparat gegen Steuererh&#246;hungen l&#228;uft mal wieder auf Hochtouren</a>“. </li>
</ol>
<p><strong>Fazit: </strong><br />
Scheinheilig erkl&#228;rt der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der INSM, Hubertus Pellengahr, „die Ergebnisse stellen keine Wahlempfehlung f&#252;r eine bestimmte Partei dar“. Tats&#228;chlich ist die unter dem Deckmantel der „Wissenschaftlichkeit“ f&#252;r die INSM erstellte „Analyse“ der Programmaussagen der Parteien des „Rheinisch Westf&#228;lischen Instituts f&#252;r Wirtschaftsforschung“ (RWI)  nichts als reine Propaganda f&#252;r Schwarz-Gelb und f&#252;r die Fortsetzung eines neoliberalen Kurses. Die bestehende soziale Ungerechtigkeit wird nicht angetastet bzw. sie wird mit Ausfl&#252;chten in eine Vort&#228;uschung von einem Mehr an „Chancengerechtigkeit“ mit geradezu manipulativen Mitteln unter den Teppich gekehrt.</p>
<p>Der Pr&#228;sident des RWI, das diese „Analyse“ erstellt hat und diese somit auch zu verantworten hat, ist Vorsitzender des Sachverst&#228;ndigenrates. Dieser sog. „Wirtschaftsweise“ ist sich nicht einmal zu schade, sich von der Arbeitgeberlobby INSM auch noch zitieren zu lassen. Sp&#228;testens mit diesem sch&#228;ndlichen Zusammenspiel mit der INSM sollte jegliche staatliche F&#246;rderung des RWI aufgrund nachweislich mangelnder wissenschaftlicher Seriosit&#228;t eingestellt werden. Der Pr&#228;sident des RWI, Christoph M. Schmidt, hat sich mit dieser Analyse als „Mietmaul“ der Arbeitgeberverb&#228;nde offenbart und seine Reputation als Vorsitzender des wichtigsten wirtschaftspolitischen Beratungsgremiums der Regierung endg&#252;ltig verloren. </p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17349&amp;md5=9dff3641275e32278b8f65195141a897" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
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		<pubDate>Fri, 24 May 2013 07:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB/WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: AfD und neoklassischer Mainstream im Wettstreit: Land unter f&#252;r die Logik [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB/WL/JB)<br />
<span id="more-17341"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h01">AfD und neoklassischer Mainstream im Wettstreit: Land unter f&#252;r die Logik</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h02">Christoph Butterwegge: Bayern-M&#252;nchen Effekt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h03">Hartz IV &#8211; wo bleibt die gesellschaftliche Verantwortung?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h04">Tumulte auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h05">Asylbewerber ohne Unterkunft &#8211; Wie sich die Bezirke um die Aufnahme der Fl&#252;chtlinge dr&#252;cken</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h06">Kein Strom f&#252;r Arme</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h07">Vergewaltigung der Menschenw&#252;rde per se – Kinder in den Jobcentern</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h08">Geschmierte &#196;rzte</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h09">Interview Christina Deckwirth vom Berliner B&#252;ro des Vereins Lobby Control</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h10">Burschenschafter planen Neuauflage des &#8220;Ariernachweises&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h11">Rechter Terror</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h12">Stadt Frankfurt missachtet das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h13">Der Kollateralschaden allgemeiner Herzlosigkeit</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h14">Eine Umarmung und viele, viele Fragen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h15">Das Politische und das Peinliche</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341#h16">Frank Schirrmacher liest aus seinem Buch „Ego &#8211; Das Spiel des Lebens“</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17341&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>AfD und neoklassischer Mainstream im Wettstreit: Land unter f&#252;r die Logik</strong><br />
Die FAZ hat ein Streitgespr&#228;ch zwischen Bernd Lucke, dem Sprecher der Partei „Alternative f&#252;r Deutschland“, und Dennis Snower, dem Pr&#228;sidenten des Instituts f&#252;r Weltwirtschaft in Kiel, &#252;ber den weiteren Weg der Europ&#228;ischen W&#228;hrungsunion (EWU) abgedruckt. Aus Sicht der FAZ scheint das ein lohnender Diskurs zu sein. Denn beide &#214;konomen sind sich zwar in der Krisenanalyse einig – mangelnde Wettbewerbsf&#228;higkeit S&#252;deuropas dank im Verh&#228;ltnis zur Produktivit&#228;t zu hoher L&#246;hne –, aber sie vertreten gegens&#228;tzliche Standpunkte, wie die Krise zu meistern sei. Der eine m&#246;chte, dass die S&#252;deurop&#228;er die EWU verlassen, der andere will m&#246;glichst alle EWU-Mitglieder bei der Stange halten und dazu “atmende Fiskalregeln” einf&#252;hren.<br />
Quelle: <a href="http://www.flassbeck-economics.de/afd-und-neoklassischer-mainstream-im-wettstreit-land-unter-fur-die-logik/">Flassbeck Economics</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Christoph Butterwegge: Bayern-M&#252;nchen Effekt</strong><br />
Im Finanzmarktkapitalismus herrscht das Bayern-M&#252;nchen-Prinzip: Wer das meiste Geld hat, wird noch reicher – insbesondere, wenn es gelingt, Rivalen zu schw&#228;chen. Durch &#252;berh&#246;hte Transferangebote f&#252;r Stars werden andere ihrer Erfolgschancen beraubt…<br />
Nicht prominente Steuerhinterzieher wie der Bayern-Pr&#228;sident, die zu Recht am Pranger stehen, sind jedoch das Kardinalproblem, vielmehr steuerpolitische Fehlentscheidungen aller Regierungen seit der Vereinigung.<br />
Quelle: <a href="http://www.focus.de/politik/gastkolumnen/butterwegge/der-bayern-muenchen-effekt-was-die-finanzmaerkte-mit-dem-fussball-verbindet_aid_996257.html">Focus</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Hartz IV &#8211; wo bleibt die gesellschaftliche Verantwortung?</strong><br />
In einer Gesellschaft, in der die F&#228;higkeit, die eigene Leistung gegen Geld zu verkaufen, &#252;ber allem steht, bleibt jenen, denen das nicht gelingt, nur ein Leben als gesellschaftlicher Au&#223;enseiter. Menschen, die von Hartz IV leben, sind nicht nur mit dem harten existenziellen Kampf ums &#220;berleben mit zu wenig Geld konfrontiert, sondern auch mit der gesammelten gesellschaftlichen Verachtung, die sie trifft. Hartz IV ist in den Augen der Allgemeinheit n&#228;mlich kein Schicksal – sondern in den meisten F&#228;llen eigenes Verschulden. Die Folge sind Menschen, die sich ihrer Armut sch&#228;men<br />
Quelle: <a href="http://diefreiheitsliebe.de/allgemein/hartz-iv-wo-bleibt-die-gesellschaftliche-verantwortung#more-18582">Die Freiheitsliebe</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Tumulte auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt</strong><br />
Eine Gruppe “&#220;berfl&#252;ssiger”, mit roten Pullis und wei&#223;en Masken ausstaffiert, versuchte heute Vormittag die Rednertrib&#252;ne auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank zu st&#252;rmen und st&#246;rte minutenlang die Rede des Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain. “Kapitalismus hei&#223;t Krise, hei&#223;t Krieg” war auf ihrem Transparent auf deutsch und griechisch zu lesen. Bei dem Versuch, den Protest zu beenden, kam es zu Tumulten. “Wir sind die &#220;berfl&#252;ssigen, ihr macht alles zur Ware, h&#228;uft Reichtum f&#252;r Wenige an, raubt Land, zerst&#246;rt Menschenleben und den Planeten”, hie&#223; es auf einem Flugblatt, das die Aktivisten in der Festhalle der Frankfurter Messe hinterlie&#223;en. In Anlehnung an Bert Brecht fragten sie: “Was ist ein &#220;berfall auf eine Bank gegen&#252;ber der Gr&#252;ndung einer Bank!” Seit 2007 st&#246;rten “&#220;berfl&#252;ssige” wiederholt Auftritte von Unternehmen und Politikern oder tauchten &#252;berraschend in Jobcentern der Agentur f&#252;r Arbeit auf. In dem verteilten Flugblatt hei&#223;t es: Wir sind die &#220;berfl&#252;ssigen…<br />
Quelle: <a href="http://www.labournet.de/branchen/dienstleistungen/banken/tumulte-auf-der-hauptversammlung-der-deutschen-bank-in-frankfurt/">Labournet</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Asylbewerber ohne Unterkunft &#8211; Wie sich die Bezirke um die Aufnahme der Fl&#252;chtlinge dr&#252;cken</strong><br />
Die Zahl von Asylbewerbern in Berlin steigt weiter an. Senat und Bezirke streiten seit Monaten um die Unterbringung von Fl&#252;chtlingen. Senator Czaja will jetzt durchgreifen, auch gegen den Widerstand der Bezirke. Die f&#252;hren gegen die Aufnahme der Asylbewerber das Baurecht ins Feld.<br />
Quelle: <a href="http://www.rbb-online.de/klartext/archiv/klartext_vom_22_05/asylbewerber_ohne.html">rbb</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Kein Strom f&#252;r Arme</strong><br />
Millionen Menschen in Deutschland wird j&#228;hrlich mit einer Stromsperre gedroht. Und die Energieanbieter greifen hart durch, wenn das Geld ausbleibt &#8211; mit teilweise dramatischen Folgen.<br />
Quelle: <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1905572/Kein-Strom-fuer-Arme#/beitrag/video/1905572/Kein-Strom-fuer-Arme">Frontal21</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Vergewaltigung der Menschenw&#252;rde per se – Kinder in den Jobcentern</strong><br />
Nein, keiner sollte mehr sagen d&#252;rfen, er h&#228;tte von nichts gewusst. Hartz, Agenda 2010, Schr&#246;der, Merkel, Frau von der Leyen, Bundesagentur f&#252;r Arbeit, Jobcenter, Sanktionen, Leih- und Zeitarbeit sowie das Sozialgesetzbuch II (SGB II) sind Begriffe, die sp&#228;testens mit der Einf&#252;hrung von Hartz IV pr&#228;gend sind. Von Beginn an begleiten sie rund sechs Millionen Arbeitslose, wenn der Medienbegriff Arbeitslose &#252;bernommen wird, und stigmatisieren.<br />
Quelle: <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2013/05/18/vergewaltigung-der-menschenwurde-per-se-kinder-in-den-jobcentern/">Altona bloggt</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Geschmierte &#196;rzte</strong><br />
Rund 300 Milliarden Euro werden in Deutschland j&#228;hrlich f&#252;r die Gesundheit ausgegeben. Das weckt Begehrlichkeiten bei Pharmafirmen, &#196;rzten und Apothekern.<br />
Quelle: <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1905570/Geschmierte-Aerzte">Frontal21</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Interview Christina Deckwirth vom Berliner B&#252;ro des Vereins Lobby Control</strong><br />
Felix Wei&#223; sprach mit Christina Deckwirth vom Berliner B&#252;ro des Vereins Lobby Control. Sie sprachen &#252;ber die Arbeit der Initiative, das Nachschlagewerk Lobbypedia, Lobbyismus an Schulen und die lobbykritischen Stadtf&#252;hrungen im Berliner Regierungsviertel, die Einblick in die Arbeit und die Abl&#228;ufe der „5. Gewalt“ &#8211; dem Lobbyismus geben.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.freie-radios.net/56121">Freie Radios (Kurzbeschreibung)</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.freie-radios.net/mp3/20130522-interviewch-56121.mp3">Freie Radios (Podcast) [mp3 - 11.8 MB]</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Burschenschafter planen Neuauflage des &#8220;Ariernachweises&#8221;</strong><br />
Wer ist deutsch genug f&#252;r die Deutsche Burschenschaft? Bei ihrem j&#228;hrlichen Treffen werden die strammrechten Akademiker nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen erneut &#252;ber eine Art &#8220;Ariernachweis&#8221; verhandeln. Ein &#228;hnlich rassistischer Antrag hatte schon einmal zum Eklat in dem Dachverband gef&#252;hrt…<br />
Interne Unterlagen, die SPIEGEL ONLINE vorliegen, zeigen, dass die Burschenschafter kaum etwas gelernt haben aus ihrem bislang gr&#246;&#223;ten Debakel. Die Papiere offenbaren au&#223;erdem, welche extremistischen und rassistischen Positionen innerhalb der verbliebenen Mitgliedsb&#252;nde existieren.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/burschentag-deutsche-burschenschaft-streitet-wieder-um-ariernachweis-a-901174.html">Spiegel Online</a></p>
<p><strong>Siehe dazu auch: Allianz der Verfassungsfeinde</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/weshalb-rechtsextremismus-in-burschenschaften-aufmerksamkeit-verdient-a-869194.html">Spiegel Online</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Bei all der vollkommen gerechtfertigten Aufregung &#252;ber den Rechtsdrall der Burschen sollten man jedoch nicht vergessen, dass in der „Deutsche Burschenschaft“ lediglich rund 1.000 Studenten organisiert sind. Bei rund 2,5 Millionen Studenten ist dies noch nicht einmal ein halbes Promille.</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Rechter Terror</strong><br />
Die Beh&#246;rden wussten viel mehr &#252;ber den NSU als bisher bekannt.<br />
Quelle: <a href="http://www.swr.de/report/-/id=233454/did=11461566/pv=video/nid=233454/bb1w5m/index.html">Report Mainz</a></p>
<p><strong>dazu: NSU-Untersuchungsausschuss zuende: Vernichtende Worte</strong><br />
Die Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses stellen den Sicherheitsbeh&#246;rden ein miserables Zeugnis aus. Sie sprechen von einem „Totalversagen“.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/NSU-Untersuchungsausschuss-zuende/!116399/">TAZ</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Stadt Frankfurt missachtet das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit</strong><br />
Schon wieder beginnt die Stadt Frankfurt, Gefahren f&#252;r die Stadt, ihre Einwohner und Besucher aufgrund der Proteste von Blockupy gegen die autorit&#228;re Krisenpolitik von Bundesregierung und Troika herbei zu imaginieren (Verf&#252;gung des Ordnungsamtes an den Anmelder der Demonstration am 1. Juni 2013). Letztes Jahr gr&#252;ndeten die Verbotsverf&#252;gungen auf den vom Konjunktiv gepr&#228;gten Vorstellungen von Ordnungsamt, Polizei und der dahinter stehenden Politik. Nicht konkrete Tatsachen belegten die Gefahrenprognosen der Stadt, noch nicht einmal auf Tatsachen gest&#252;tzte Indizien. Unter Gefahrenprognose versteht das Frankfurter Ordnungsamt eine Sammlung von Bef&#252;rchtungen. Da prinzipiell alles m&#246;glich ist, meint es damit das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit aushebeln zu k&#246;nnen. Letztes Jahr hatte die Stadt Frankfurt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit g&#228;nzlich auszuhebeln versucht, als sie pauschal alle Versammlungen in der gesamten Stadt f&#252;r den Zeitraum vom 16. bis 19. Mai 2012 verbot. Dieses Jahr gibt es Hoffnungen, da es ein Gel&#228;nde f&#252;r ein Camp gibt.<br />
Quelle: <a href="http://www.grundrechtekomitee.de/node/578">Grundrechtekomitee</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Der Kollateralschaden allgemeiner Herzlosigkeit</strong><br />
Im ARD-Film „Mobbing“ spielt Tobias Morettis ein Opfer jener menschenverachtenden Praxis. Was der verknappten Darstellung allerdings fehlt: Die Konfrontation als nervlich angeschlagener Ex-Arbeitnehmer mit den Beh&#246;rden. Die sorgen gemeinhin f&#252;r den n&#228;chsten depressiven Schub.<br />
Als Mittzwanziger geriet ich nach einer betriebsbedingten K&#252;ndigung fast &#252;bergangslos an eine neue Arbeitsstelle. Ich sollte mich als Schlosser in einer mechanischen Werkstatt verdingen – dort hielt ich es aber dann keine sechs Monate aus, der Arbeitgeber zog die Rei&#223;leine, entlie&#223; mich in der Probezeit. Davor glich der Arbeitsalltag dem, was neulich im ARD-Film „Mobbing“ zu sehen war.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/822242.der-kollateralschaden-allgemeiner-herzlosigkeit.html">Neues Deutschland</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Eine Umarmung und viele, viele Fragen</strong><br />
Es gibt Bilder, die einem auf den ersten Blick sagen: Huch, das geht jetzt aber wirklich nicht. Und dann die entscheidende Frage aufwerfen: Was in Herrgottsnamen ist da eigentlich schiefgelaufen? Ein solches Bild wird derzeit in den sozialen Netzwerken herumgereicht, als h&#228;tte die Welt nichts Aufregenderes zu bieten als die kernige Umarmung zweier M&#228;nner.<br />
Das Dumme ist jetzt, dass die beiden M&#228;nner zwei nicht v&#246;llig zu vernachl&#228;ssigende Personen der Gegenwart sind. Der eine, Philipp R&#246;sler, ist FDP-Chef, Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Bundeswirtschaftsminister und damit Vertreter einer der m&#228;chtigsten Wirtschaftsnationen der Welt. Der andere, Kai Diekmann, ist Chefredakteur der gr&#246;&#223;ten Boulevardzeitung Europas, der Bild, und steht kurz vor dem Ende seines digitalen Sabbatjahres in den USA. [...]<br />
Auch R&#246;sler darf sich von der Bild noch als hofiert betrachten, wie die Stern-Kollegin Laura Himmelreich pr&#228;gnant aufgeschrieben hat. Kaum eine Zeitung berichtete so positiv &#252;ber R&#246;sler wie die Bild, schreibt sie. [...]<br />
Und es ist ja nicht nur Diekmann. So pr&#228;sentierte sich ein anderer Springer-Mann mit R&#246;sler im hautengen Lauf-Dress vor der Golden Gate Bridge: Dietrich von Klaeden, Bruder des CDU-Politikers Eckart von Klaeden. Der ist zust&#228;ndig f&#252;r die politischen Beziehungen des Springer-Verlages. L&#228;ssig liegt sein Arm um R&#246;slers Schulter, eher so, als wenn ein Chef seinen Abteilungsleiter vorf&#252;hren will. Die Beziehungen scheinen jedenfalls bestens zu sein.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-chef-roesler-und-bild-boss-diekmann-eine-umarmung-und-viele-viele-fragen-1.1678934">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Das Politische und das Peinliche</strong><br />
Das Foto, das unseren Wirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp R&#246;sler (FDP) zeigt, wie er in den USA Bild-Chefredakteur Kai Diekmann heftig umarmt, wirkt auf mehreren Ebenen verst&#246;rend. Zahlreiche Medien haben &#252;ber die Bildungsreise R&#246;slers ins Silicon Valley berichtet und auch das dpa-Foto zusammen mit dem Bild-Chef gezeigt. Viele meinen, dass das Foto die N&#228;he von Bild zu einigen Politikern entlarvt. Tatsache ist, dass das Foto beiden Beteiligten schadet.<br />
Quelle: <a href="http://meedia.de/print/diekmannroesler-das-politische-und-peinliche/2013/05/23.html">meedia</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung MB:</strong> Wer wei&#223;, was bei welcher Gelegenheit mal wieder auf Diekmann´s Anrufbeantworter zu h&#246;ren sein wird &#8230;</em></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Frank Schirrmacher liest aus seinem Buch „Ego &#8211; Das Spiel des Lebens“</strong><br />
„Der Mensch ist nicht berechenbar. Aber er hat einen berechenbaren Doppelg&#228;nger. Es ist der homo oeconomicus, das Gedankenmodell eines egoistischen, nur auf die Erreichung seiner Ziele fixierten Menschen, der immer auf seinen Vorteil bedacht ist und die Vernichtung des anderen im Blick hat.<br />
Teil 1: Samstag, 25. Mai 2013, 11:30 Uhr<br />
Teil 2: Samstag, 1. Juni 2013, 11:30 Uhr<br />
Quelle: <a href="http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=74492&#038;key=standard_document_48528145">hr2 / Kultur</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17341&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Videopodcast: Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau</title>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2013 15:19:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Video-Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Videoaufzeichnung des gleichnamigen Vortrags bei attac Wuppertal: Die Frage- und Diskussionsrunde zum Vortrag:]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Videoaufzeichnung des <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17248">gleichnamigen Vortrags</a> bei attac Wuppertal:</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/66809444" width="500" height="281" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p>Die Frage- und Diskussionsrunde zum Vortrag:</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/66822517" width="500" height="375" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17333&amp;md5=dbb4d66d50ff046ea90b3e623914ba14" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 May 2013 07:04:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321</guid>
		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: EU-Gipfel Wirtschaftskrise st&#252;rzt Millionen Italiener in Armut Fassade Demokratie Ausgeratet: Ratingagenturen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL)<br />
<span id="more-17321"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h01">EU-Gipfel</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h02">Wirtschaftskrise st&#252;rzt Millionen Italiener in Armut</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h03">Fassade Demokratie</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h04">Ausgeratet: Ratingagenturen am Pranger</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h05">&#8220;Politik hat Boden f&#252;r Finanzkrieg bereitet&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h06">Exorbitante Managergeh&#228;lter begrenzen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h07">Verfestigte Armut &#8211; Langzeitarbeitslose im Hartz-IV-System</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h08">EU will mit billigerer Energie Jobs schaffen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h09">Altlast Atomenergie</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h10">Mieterbund warnt vor rasantem Preisanstieg in Gro&#223;st&#228;dten</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h11">Lebensversicherungen sind zum Haare raufen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h12">R&#252;stungsexporte</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h13">Halbwahrheiten &#252;ber den Reichtum in Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h14">Robert Misik: Das ideologische Mantra &#8220;Wettbewerbsf&#228;higkeit&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h15">Die Kontroverse um das kapitalistische Ego</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h16">Michael Sandel &#8211; Die Grenzen des Marktes</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h17">150 Jahre SPD – Genosse Sisyphos</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h18">Langzeitgeb&#252;hren in Niedersachsen: &#8220;rot-gr&#252;n entt&#228;uscht Studierende&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h19">Untersuchungsgegenstand: Geistiger Diebstahl</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321#h20">Jean Ziegler: Das Verm&#228;chtnis des Hugo Chavez</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17321&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>EU-Gipfel</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Kommentierte Fassung der Gipfelschlussfolgerungen (Entwurfsstadium)</strong><br />
Im Text haben wir klar belegt, wo die EU schon viel weiter sein k&#246;nnte, wenn die bornierten Nationalstaaten den n&#246;tigen politischen Willen zeigten. Bekenntnisse zu einer gemeinsamen K&#246;rperschaftsbemessungsgrundlage fehlen zum Beispiel vollkommen. Steuergerechtigkeit und gleiches Recht f&#252;r Alle bleiben auf der Strecke, obwohl das zu einer sozialen Marktwirtschaft und Demokratie dazu geh&#246;rt.<br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130523_draft_council_conclusions_-_s_giegold.pdf">Sven Giegold [PDF - 220,5 KB]</a></li>
<li><strong>Wer rettet die Billion?</strong><br />
F&#252;nf Jahre nach Beginn der Finanz- und Eurokrise nimmt sich die EU wieder mal die Steueroasen vor. Beim EU-Gipfel wird der Kampf gegen Steuerflucht sogar zur Chefsache. Doch Beschl&#252;sse sind nicht geplant – und die ganz gro&#223;en Fische werden verschont. Die Deutschen &#228;rgern sich &#252;ber Uli Hoene&#223;, die Franzosen schimpfen auf Gérard Depardieu. Doch &#252;ber Apple, BASF oder Volkswagen redet keiner. Dabei schleusen die gro&#223;en Konzerne viel mehr Geld am Fiskus vorbei als die steuerfl&#252;chtigen Promis. &#220;ber Briefkastenfirmen, Stiftungen und ganz legale Steuertricks sparen die Multis Milliarden – doch niemand regt sich auf. Wenn es nach den 27 Chefs der Europ&#228;ischen Union geht, soll dies vorerst auch so bleiben: Bei ihrem Gipfeltreffen in Br&#252;ssel stehen n&#228;mlich nur die Steuerfl&#252;chtlinge und ihre europ&#228;ischen Paradiese wie Liechtenstein oder die Schweiz am Pranger. Die so genannten „legalen Steuervermeidungsstrategien“ der Konzerne und ihrer Bosse hingegen wollen Kanzlerin Merkel und ihre Kollegen ausklammern. (&#8230;) Dabei sind die Konzerne f&#252;r den gr&#246;&#223;ten Teil der gesch&#228;tzten 1000 Milliarden Euro verantwortlich, die den EU-Staaten jedes Jahr durch Steuerflucht und Steuervermeidung durch die Lappen gehen. Doch das scheint Merkel &#038; Co. nicht wirklich zu interessieren. Aufgescheucht durch Skandale à la Hoene&#223; und Enth&#252;llungen wie die Offshore-Leaks, wollen sie den Eindruck vermitteln, sich zu k&#252;mmern. Doch in Wahrheit werden Entscheidungen auf die lange Bank geschoben.<br />
Quelle: <a href="http://lostineu.eu/wer-hebt-die-billion/">Lost in EUrope</a></li>
<li><strong>Attac emp&#246;rt &#252;ber lasche Beschl&#252;sse zu Steuerflucht: EU-Gipfel nach dem Motto &#8220;verschieben und vertagen&#8221;</strong><br />
Mit Emp&#246;rung hat das globalisierungskritische Attac auf die Ergebnisse des heutigen EU-Sondergipfels zur Bek&#228;mpfung von Steuerflucht- und Steuerhinterziehung reagiert. &#8220;Wer gedacht hatte, nach der Aufregung um Offshore Leaks und den vielen markigen Politikerworten w&#252;rde nun endlich energisch gegen Steuerflucht und -hinterziehung vorgegangen, den haben die Staas- und Regierungschefs der EU heute gr&#252;ndlich entt&#228;uscht&#8221;, sagte Detlev von Larcher von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Finanzm&#228;rkte und Steuern. &#8220;Ihr Motto lautet offenbar &#8216;verschieben und vertagen&#8217;.&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://www.l-iz.de/Melder/Melder/2013/05/Attac-empoert-ueber-lasche-Beschluesse-zu-Steuerflucht-48461.html">Leipziger Internet Zeitung</a></li>
<li><strong>Sahra Wagenknecht: Deutschland bleibt Steuerparadies</strong><br />
&#8220;Solange Wolfgang Sch&#228;uble nicht effektiv im eigenen Land gegen Geldw&#228;sche und Steuerschlupfl&#246;cher vorgeht, bleibt die Einigung auf der Br&#252;sseler Showb&#252;hne lediglich eine Placebo-Auff&#252;hrung. Ein EU-weiter Datenaustausch bleibt nutzlos, wenn nach deutschen Gesetzen Zinseink&#252;nfte von ausl&#228;ndischen Briefkastenfirmen in Deutschland weiterhin anonym und steuerfrei kassiert werden k&#246;nnen&#8221;, kommentiert Sahra Wagenknecht das angeblich angestrebte Ende des Bankgeheimnisses in der EU. Die Erste Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:<br />
&#8220;Sch&#228;uble und sein Vorg&#228;nger Steinbr&#252;ck haben staatlich organisierte Beihilfe zur legalen Steuerhinterziehung betrieben. Sie machen sich damit zum B&#252;ttel der Superreichen und verhindern so h&#246;here Ausgaben f&#252;r Bildung und menschenw&#252;rdige Pflege im Alter. Deutschland wird vom Netzwerk Steuergerechtigkeit zu den Top 10 der weltweit schlimmsten Steueroasen gez&#228;hlt, und der Chef des Bundeskriminalamts bescheinigt unserem Land, ein Geldw&#228;scheparadies zu sein. In skandal&#246;ser Weise haben die Regierungen von Schr&#246;der bis Merkel daf&#252;r gesorgt, dass Deutschland zum Steuerdumpingland mutiert ist. Die tats&#228;chliche Besteuerung von Kapital ist nach den neuesten Zahlen von Eurostat hierzulande niedriger als in Zypern.<br />
Quelle: <a href="http://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/1615.deutschland-bleibt-steuerparadies.html">Sahra Wagenknecht</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h02"></a><strong>Wirtschaftskrise st&#252;rzt Millionen Italiener in Armut</strong><br />
Die schwere Krise der italienischen Wirtschaft hat verheerende Auswirkungen: Millionen Italiener k&#246;nnen nicht mehr die grundlegenden Dinge des Lebens bezahlen. Jeder F&#252;nfte kann es sich nicht leisten, die Wohnung ausreichend zu heizen, Fleisch ist f&#252;r 17 Prozent ein Luxusgut, mehr als die H&#228;lfte kann nicht einmal eine Woche im Jahr in den Urlaub fahren. Das geht aus einer Studie der nationalen Statistikbeh&#246;rde ISTAT hervor.<br />
In den vergangenen zwei Jahren habe sich die Zahl der Italiener, die unter erheblicher materieller Entbehrung leiden, verdoppelt. Demnach lebten im vergangenen Jahr 8,6 Millionen Italiener in Haushalten mit derartigen Problemen.<br />
Die amtlichen Zahlen unterstreichen das Ausma&#223; der Krise, dem sich die neue Regierung unter Ministerpr&#228;sident Enrico Letta gegen&#252;bersieht. Die drittgr&#246;&#223;te Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt seit Monaten in einer schweren Rezession, das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte in den vergangenen sieben Quartalen. Mehr als ein Drittel der Italiener sind dem Bericht zufolge mit ihrer wirtschaftlichen Situation wenig zufrieden, 16,8 Prozent &#252;berhaupt nicht. Ihre Lebenszufriedenheit sank auf einer Skala von eins bis zehn von 7,2 auf 6,8 Punkte.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftskrise-stuerzt-millionen-italiener-in-armut-a-901215.html">Spiegel Online</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Fassade Demokratie</strong><br />
In allerlei Nachrichtenformaten hei&#223;t es immer &#246;fter, Spanier oder Griechen gingen gegen ihre Regierung auf die Stra&#223;e. Nicht gegen die Regierung, nein, gegen ihre Regierung. Dabei ist genau diese Einsch&#228;tzung falsch. Sie gehen auf die Stra&#223;e, weil es nicht ihre Regierung ist. Sie ist die Regierung der Sachzw&#228;nge, der Troika, der Europ&#228;ischen Union, Merkels und des neoliberalen Gesellschafts- und Kontinentalentwurfes. Dieses &#8220;gegen ihre Regierung&#8221; schiebt Verantwortlichkeiten ab. Nicht das Spardiktat aus der Schule neoliberaler &#214;konomie treibt folglich die Menschen in diesen L&#228;ndern auf die Stra&#223;e. Es ist die Regierung dieser Menschen, die daf&#252;r verantwortlich ist. Das ist sie aber nur als letztes Glied einer Kette. Wie die Regierungen dieser L&#228;nder zu verfahren haben, entscheiden nicht Ministerien oder Parlamente, sondern die Sparkommissare und Geldgeber, die Banken und &#252;bernationalen Organisationen. (&#8230;) Ein besitzanzeigendes F&#252;rwort angeschraubt, und schon wird aus dem neoliberalen Zugriff auf Europa eine Regierungskrise, ein nationales Problem, eine interne Angelegenheit der jeweiligen Nationen. Hinter dieser kleinen &#196;nderung im Satzbau verbirgt sich der gesamte Komplex der &#8220;Euro-Rettung&#8221;. Verbirgt sich die Wahrheit hinter der Fassade von Demokratie, die man einigen weisungsgebundenen Marionettenregierungen zur Verwaltung in die Hand gedr&#252;ckt hat, damit die per Schock-Therapie privatisieren und deregulieren.<br />
Quelle: <a href="http://ad-sinistram.blogspot.de/2013/05/de-auditu.html">ad sinistram</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Ausgeratet: Ratingagenturen am Pranger</strong><br />
Eric Kolchinsky hat einmal dazugeh&#246;rt &#8211; und ist einer der wenigen, die daf&#252;r Verantwortung &#252;bernommen haben. Er hat f&#252;r die gro&#223;en Investmentbanken an der Wallstreet an sogenannten Ratings mitgearbeitet. Ohne die G&#252;tesiegel der privaten Ratingagenturen h&#228;tten die Investmentbanken ihre toxischen Papiere kaum verkaufen k&#246;nnen.<br />
Eric Kolchinsky sagte vor dem US-Senat aus &#8211; wie die Ratingagenturen in der Krise Kasse machten und Profit &#252;ber Qualit&#228;t und Verl&#228;sslichkeit stellten. Um die 150.000 Dollar bekamen sie manchmal f&#252;r wenige Minuten Arbeit; daf&#252;r wollten die Banken Gegenleistungen, und das f&#252;hrte mit in die Katastrophe.<br />
Quelle: <a href="http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/wdr/2013/plusminus0515-126.html">Das Erste plus-minus</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>&#8220;Politik hat Boden f&#252;r Finanzkrieg bereitet&#8221;</strong><br />
Fr&#252;her war er Korruptionsj&#228;ger, nun wettert Wolfgang Hetzer gegen den Kapitalismus und warnt vor dem Verlust des sozialen Friedens.<br />
Die Welt befindet sich im Krieg, im Finanzkrieg. Davon ist Wolfgang Hetzer &#252;berzeugt. Er war bis 2011 beim europ&#228;ischen Amt f&#252;r Korruptionsbek&#228;mpfung OLAF t&#228;tig. Was er dort erlebt hat, l&#228;sst f&#252;r den Juristen nur einen Schluss zu: Der Kapitalismus ist eine Kriegserkl&#228;rung an die b&#252;rgerliche Welt. In seinem ersten Buch &#8220;Finanzmafia&#8221; schreibt Hetzer &#252;ber die &#8220;Korruption als Leitkultur&#8221;. Die derzeitige Wirtschaftskrise ist demnach ein Produkt aus politischen Fehlentscheidungen, wirtschaftlicher Inkompetenz und krimineller Energie.<br />
Quelle: <a href="http://derstandard.at/1363711269888/Es-sind-systemische-Risiken-vorhanden?ref=nl">der standard</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Exorbitante Managergeh&#228;lter begrenzen</strong><br />
Was f&#252;r die Schweiz vielleicht eine L&#246;sung sein mag, w&#228;re f&#252;r Deutschland ein deutlicher R&#252;ckschritt. In der Realit&#228;t treffen oft Banken, institutionelle Anleger und internationale Beteiligungsgeber die Entscheidungen der Hauptversammlung. F&#252;r sie stehen oft Rendite&#252;berlegungen im Vordergrund; an einer Begrenzung der Vorstands- und Managergeh&#228;lter sind sie in der Regel nicht interessiert.<br />
In der Hauptversammlung geben damit ausschlie&#223;lich Kapitalinteressen den Ton bei den Gehaltsverhandlungen an. Hierzulande ist der Aufsichtsrat jedoch in mitbestimmten Unternehmen ab einer Gr&#246;&#223;e von 500 Besch&#228;ftigten auch mit Arbeitnehmervertretern besetzt. Es ist in der Sache richtig und tr&#228;gt zur Akzeptanz der Entscheidung bei, wenn die Festsetzung der Bez&#252;ge auch von der Arbeitnehmerseite mit verhandelt und mit verantwortet wird. Dieser<br />
w&#252;nschenswerte Einfluss der Arbeitnehmerseite w&#252;rde bei einer Verlagerung der Entscheidung auf die Hauptversammlung entfallen. Das ist abzulehnen.<br />
Quelle: <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/134/1713472.pdf">Deutscher Bundestag [PDF - 185 KB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Dieser Antrag der SPD-Fraktion trifft zwar in der Sache zu, die Mitbestimmung in den Aufsichtsr&#228;ten hat jedoch die „exorbitanten Managergeh&#228;lter“ in der Vergangenheit auch nicht verhindert.</em> </li>
<li><a name="h07"></a><strong>Verfestigte Armut &#8211; Langzeitarbeitslose im Hartz-IV-System</strong><br />
Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt hat erfreulicherweise auch die Menschen im Hartz IV-System erreicht. Die Zahl der Hilfeempf&#228;nger/innen wie der Arbeitslosen im Hartz IV-System ist 2012 auf das niedrigste Niveau seit Errichtung dieses F&#252;rsorgesystems gesunken.<br />
Doch nach wie vor sind insgesamt noch gut sechs Millionen Menschen auf dieses<br />
System angewiesen. Viele Integrationen sind instabil und soziale Problemlagen verfestigen sich insbesondere in gro&#223;st&#228;dtischen Regionen. Einem Gro&#223;teil gelingt es nicht oder nur befristet, den Hilfebezug l&#228;ngerfristig zu &#252;berwinden. Teils droht eine Verfestigung prek&#228;rer Lebensverh&#228;ltnisse. Auch acht Jahre nach Aufbau des Hartz IV-Systems sind viele immer wieder bzw. f&#252;r l&#228;ngere Zeit auf staatliche F&#252;rsorge angewiesen, Langzeitbezug ist oftmals lebensbestimmende Realit&#228;t.</p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130523_01.png"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130523_01_small.png" alt="" title="" /></a></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++dcb4251a-bef0-11e2-87d0-00188b4dc422">DGB</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>EU will mit billigerer Energie Jobs schaffen</strong><br />
&#214;kostromf&#246;rderung am Pr&#252;fstand &#8211; R&#252;ckkehr der Atomkraft im Gespr&#228;ch<br />
Es gelte, den Energiebinnenmarkt zu vollenden, Preise zu senken, Verbrauchereffizienz zu erh&#246;hen, aber auch um eine &#8220;Diversifizierung&#8221; der Energiequellen, etwa wie man mit dem Abbau des umstrittenen Schiefergases umgehe, hei&#223;t es in mehreren Dokumenten, die dem Standard vorliegen. Der Grundsatz, dass die Wahl des &#8221; Energiemix&#8221; den Nationalstaaten vorbehalten bleibt, soll nicht angetastet werden.<br />
Mehrfach wird der weitere Ausbau von erneuerbarer Energie und die Wichtigkeit der Klimaschutzziele angesprochen. Die Industrie dr&#228;ngte darauf, dass Energie vor allem billiger werde. Nur so lasse sich mehr Wettbewerbsf&#228;higkeit erzielen. Die Kommission wird von den Regierungschefs beauftragt, bis Anfang 2014 ein Ma&#223;nahmenpaket f&#252;r das weitere gesamthafte Vorgehen vorzulegen.<br />
F&#252;r den gr&#246;&#223;ten Sprengstoff d&#252;rfte dabei Punkt 5, Absatz c des Gipfeldokuments sorgen. Darin wird die Kommission aufgefordert, die Regeln f&#252;r staatliche Beihilfen zu &#252;berpr&#252;fen, die es erlauben, &#8221; zielgerichtete Ma&#223;nahmen&#8221; zu setzen, um &#8220;Investitionen in Energie und Umweltschutz&#8221; zu ergreifen. Bis zuletzt wurde um diesen Passus gerungen. In fr&#252;herer Fassung war dabei noch explizit von &#8220;low carbon&#8221;, treibhausgasarmen Energieformen die Rede. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als Atomstrom, der in den Augen der gro&#223;en Produzenten in Frankreich, Gro&#223;britannien sehr umweltfreundlich ist &#8211; und billig obendrein.<br />
Quelle: <a href="http://derstandard.at/1363711684380/EU-will-mit-billigerer-Energie-neue-Jobs-schaffen">der Standard</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Altlast Atomenergie</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Gorleben: die verlogene Zwischenlager-Suche</strong><br />
Keine Castoren mehr nach Gorleben &#8211; doch wohin mit dem Atomm&#252;ll ab 2015? Au&#223;er Schleswig-Holstein und Baden-W&#252;rttemberg hat sich kein Land ge&#228;u&#223;ert, der Bundesumweltminister windet sich.<br />
Quelle: <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/panoramadrei703.html">NDR Panorama</a></li>
<li><strong>AKW-R&#252;ckbau &#8211; Zu welchem Preis?</strong><br />
&#8220;Vor 40 Jahren hatten die Erbauer der Atomkraftwerke in ihrer Planung nicht vorgesehen, dass die Meiler, wenn sie eines Tages zu alt und zu gef&#228;hrlich sein w&#252;rden, abgerissen werden m&#252;ssten. Vor diesem schwierigen Problem stehen nun viele Staaten, zum Beispiel die USA, Deutschland und vor allem Frankreich, das seinen Energiebedarf zum Gro&#223;teil durch Kernenergie deckt.<br />
Neun franz&#246;sische Anlagen sind am Ende ihrer Laufzeit angekommen. Die technisch veralteten Kraftwerke werden nun zur&#252;ckgebaut. Der Stromversorger EDF versucht, die verunsicherte Bev&#246;lkerung zu beruhigen, und verk&#252;ndet, den Prozess des kerntechnischen R&#252;ckbaus unter Kontrolle zu haben.<br />
Doch die Realit&#228;t sieht anders aus: Immer wieder kommt es zu technischen Zwischenf&#228;llen, die Menschen in den betroffenen Regionen empfinden ein st&#228;ndiges Kontaminationsrisiko. Und bis heute gibt es keine wirklich sichere Lagerung f&#252;r radioaktive Abf&#228;lle, die zum Teil &#252;ber Hunderttausende Jahre eine Gefahr darstellen werden.<br />
Quelle: <a href="http://videos.arte.tv/de/videos/akw-rueckbau-zu-welchem-preis--7504536.html">arte</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h10"></a><strong>Mieterbund warnt vor rasantem Preisanstieg in Gro&#223;st&#228;dten</strong><br />
Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat vor Preisexzessen in Deutschlands Gro&#223;st&#228;dten gewarnt. Gerade bei neuen Vertr&#228;gen seien die Mieten einer Untersuchung des DMB zufolge stark gestiegen &#8211; teilweise liegen sie um mehr als 40 Prozent &#252;ber der Durchschnittsmiete am Ort. Nun m&#252;sse die Politik handeln.<br />
&#8220;Die hohen Neuvermietungsmieten von heute sind also die Vergleichsmieten von morgen&#8221;, folgert DMB-Pr&#228;sident Franz-Georg Rips. Besonders in Universit&#228;tsst&#228;dten unterscheidet sich das aktuelle Mietniveau laut DMB von der Durchschnittsmiete. In Frankfurt am Main m&#252;ssten Bewohner fast ein Drittel (30 Prozent) mehr bezahlen als dort orts&#252;blich sei. Noch extremer sei die Situation in Konstanz: In der Stadt nahe der schweizerischen Grenze betr&#228;gt die Differenz ganze 44 Prozent. Der derzeit angebotene Quadratmeterpreis liegt damit rund drei Euro &#252;ber dem bestehenden Preis.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/mieterbund-warnt-vor-preisexplosion-in-grossstaedten-a-901164.html">Spiegel Online</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung J.K.:</strong> Eigentlich doch kein Grund sich zu echauffieren. In der freien Marktwirtschaft regeln Angebot und Nachfrage bekanntlich den Preis. Ist das Angebot an Wohnraum knapp steigt eben der Preis (Miete). Allerdings w&#228;re noch die Frage zu beantworten was geschieht mit den Menschen, die den Marktpreis nicht mehr zahlen k&#246;nnen? Nach neoliberaler Logik k&#246;nnen diese Personen dann nicht mehr als Marktakteure auftreten und die entsprechenden G&#252;ter nicht erwerben, was hei&#223;t sie sitzen dann halt auf der Stra&#223;e &#8211; alles ganz einfach.</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Lebensversicherungen sind zum Haare raufen</strong><br />
Selbst wer sich als Kunde einer Lebensversicherung bisher relativ sicher f&#252;hlte und gelassen auf die immer weiter fallenden Zinsen schaute, sollte nun seine Erwartungen erneut senken. Kein Lebensversicherer kann sich der Zinsentwicklung am Kapitalmarkt entziehen – schlie&#223;lich legen die Unternehmen rund 90 Prozent der Kundengelder in Zinspapieren an.<br />
Je l&#228;nger die Zinsen so extrem niedrig bleiben, muss jeder Kunde mit weiteren und wom&#246;glich gr&#246;&#223;eren Einbu&#223;en als gedacht rechnen – und das auch, wenn die Vertr&#228;ge in den n&#228;chsten Jahren auslaufen und der Versicherer eigentlich vergleichsweise hohe Zinsen garantiert hatte…<br />
Es wird immer enger. Wegen des Zinsr&#252;ckgangs musste die Branche allein 2012 weitere f&#252;nf Milliarden Euro in ihre Zusatzreserve stecken. Im Jahr davor waren es nur 1,5 Milliarden Euro. Auch dies zeigt: Die Last f&#252;r die Unternehmen steigt – und kein Kunde sollte erwarten, dass dies nicht bei ihm ankommt. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger.<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/keine-garantie-fuer-garantie-lebensversicherungen-sind-zum-haare-raufen-seite-all/8236432-all.html">Handelsblatt</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>R&#252;stungsexporte</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Deutsche Waffen f&#252;r die Welt</strong><br />
Die Bundesrepublik Deutschland ist die drittgr&#246;&#223;te R&#252;stungsexportnation der Welt, nach den USA und Russland. Trotz scheinbar strenger Ausfuhrregeln werden jedes Jahr Milliardengesch&#228;fte mit R&#252;stungsexporten gemacht. Immer wieder tauchen deutsche Waffen in Krisengebieten auf. Seit Monaten wird dar&#252;ber nachgedacht, Leopard-Panzer nach Saudi-Arabien zu liefern.<br />
&#8220;ZDFzoom&#8221; begibt sich auf Spurensuche in die deutsche R&#252;stungsindustrie und will wissen: Wie laufen die geheimen Waffengesch&#228;fte in dieser h&#246;chst verschwiegenen Branche? Wie werden Deals eingef&#228;delt und Millionengewinne erzielt? Wie eng ist die Bande zwischen R&#252;stungsindustrie und Politik?<br />
Quelle: <a href="http://zoom.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/befc0476-9f54-36cb-bcb9-43012ec8ac62/20160194">ZDF zoom</a></li>
<li><strong>Schwarzbuch Waffenhandel</strong><br />
Deutschland ist Europameister beim Waffenhandel. Kriegswaffen und R&#252;stungsg&#252;ter werden selbst an menschenrechts-verletzende und kriegf&#252;hrende Staaten verkauft. Im „Schwarzbuch Waffenhandel“ publiziert der Autor und Friedensaktivist J&#252;rgen Gr&#228;sslin neue brisante Fakten zu R&#252;stungsexporten. Unser Buchtipp! Deutsche R&#252;stungskonzerne – wie Daimler/EADS, Krauss-Maffei Wegmann, Rheinmetall, Diehl Defence oder ThyssenKrupp Marine Systems – verdienen bestens am grenzenlosen Export ihrer Gro&#223;waffensysteme. Heckler &#038; Koch erobert den Weltmarkt der Kleinwaffen mit profitablen Gewehrlieferungen und Lizenzvergaben. Durch die Unterst&#252;tzung von Banken werden die Konzerne zu Kriegsgewinnlern. Die Verantwortung tragen die T&#228;ter in der Politik und in der R&#252;stungsindustrie. Besonders brisante F&#228;lle werden geheim im Bundessicherheitsrat bewilligt – z.B. LEOPARD-2-Kampfpanzer f&#252;r Saudi-Arabien.<br />
Quelle: <a href="http://www.spreezeitung.de/6575/schwarzbuch-waffenhandel-wie-deutschland-am-krieg-verdient/">Spreezeitung</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> In ihrer Gier nach einer weiteren Steigerung auch der R&#252;stungsexporte scheint unsere &#8220;christliche&#8221; Bundeskanzlerin Merkel (von zahlreichen Leitmedien als &#8220;Mutti&#8221; propagandistisch aufgeh&#252;bscht) kaum noch Grenzen zu kennen. Mit zumeist fadenscheinigen und verlogenen &#8220;Argumenten&#8221; (z.B.:&#8221;Stabilit&#228;t&#8221; in den belieferten Dikaturen) bedient sie die Interessen der deutschen R&#252;stungslobby und ist hierdurch mitverantwortlich f&#252;r den Anstieg des weltweiten Terrorismus. Oder glaubt Merkel etwa, die unschuldigen Opfer der von der hiesigen R&#252;stungsindustrie belieferten Tyrannen lie&#223;en sich auf Dauer widerstandslos unterdr&#252;cken?</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h13"></a><strong>Halbwahrheiten &#252;ber den Reichtum in Deutschland</strong><br />
Es ist ein Ger&#252;cht, dass die Medien in erster Linie der Information dienen. In Wirklichkeit dienen sie genauso gut der Desinformation. Manchmal ist beides untrennbar vermischt, und dies nicht immer bewusst so gewollt – nimmt man Organe der Volksverdummung wie die Bildzeitung aus. Es gen&#252;gt, dass die Medien ihre Meldungen von PR-Agenturen, Pressediensten, Institutionen und Organisationen beziehen und sie oft ungepr&#252;ft und unkommentiert weiterverbreiten.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/big-business-crime/halbwahrheiten-ueber-den-reichtum">BIG Business Crime &#252;ber Freitag Community</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Robert Misik: Das ideologische Mantra &#8220;Wettbewerbsf&#228;higkeit&#8221;</strong><br />
Ein Pakt f&#252;r &#8220;Konvergenz- und Wettbewerbsf&#228;higkeit&#8221;, der die Handschrift der deutschen schwarz-gelben Regierung tr&#228;gt, wird aber die Betonung auf Wettbewerbsf&#228;higkeit legen und von dem sozial-&#246;konomischen Zerrbild ausgehen, dass wir in Europa alle gegeneinander konkurrieren und stabiles Wachstum nur erreicht werden kann, wenn alle immer wettbewerbsf&#228;higer werden. Wie absurd das ist, sieht man im Grunde auf den ersten Blick: Deutschland wurde &#8220;wettbewerbsf&#228;higer&#8221;, weil es die Lohnkosten in den vergangenen Jahren gedr&#252;ckt hat (das hei&#223;t: Niedriglohnsektoren eingef&#252;hrt, nur sehr geringe Lohnerh&#246;hungen f&#252;r Normalverdiener realisiert und den Arbeitsmarkt dereguliert hat etc.), was die relative Wettbewerbsposition der anderen verschlechtert hat. Wenn die nun versuchen, &#228;hnlich &#8220;wettbewerbsf&#228;hig&#8221; wie die Deutschen zu werden, oder sogar noch &#8220;wettbewerbsf&#228;higer&#8221;, dann m&#252;ssen die Deutschen wieder reagieren &#8211; man kann dieses Spiel ewig weiter spielen. Am Ende w&#252;rden wir alle in Niedriglohnsektoren arbeiten, daf&#252;r aber wunderbar wettbewerbsf&#228;hig sein, mit dem unbequemen Nachteil, dass es in Europa niemanden mehr gibt, der/die unsere sch&#246;nen G&#252;ter, die wir in unserer gro&#223;artigen Wettbewerbsf&#228;higkeit herstellen, noch kaufen kann. Und das, obwohl f&#252;r alle europ&#228;ischen Volkswirtschaften zusammen der europ&#228;ische Markt den gemeinsamen Absatzmarkt darstellt, es also &#252;berhaupt keinen Grund gibt, sich gegenseitig nieder zu konkurrieren.<br />
Quelle: <a href="http://www.gegenblende.de/21-2013/++co++b7ea79e6-bf18-11e2-96d1-52540066f352">Gegenblende</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Die Kontroverse um das kapitalistische Ego</strong><br />
&#220;ber das Buch von Frank Schirrmacher: Ego. Das Spiel des Lebens.<br />
Welche „Geschichte … dieses Buch erz&#228;hlen will“, wird ausdr&#252;cklich angegeben: „Wie der Einzelne das Gef&#252;hl haben konnte, dass sich das ganze Universum gegen ihn verschworen hat, und wie nach dem Ende des Kalten Kriegs ein neuer Kalter Krieg im Herzen unserer Gesellschaft er&#246;ffnet wird.“ (ebd.) Das ist aber nur die Oberfl&#228;che dieser Erz&#228;hlung – dahinter, verdeckt insbesondere durch die von Schirrmacher vollzogene anthropologische Umdeutung seiner Beschreibungen (205ff.), zeichnet sich eine tiefer durchsetzende Hintergrundgeschichte ab: Dass die kapitalistische Produktionsweise alle Klassenkompromisse der Kalten-Kriegs-Periode aufgesprengt und dadurch die Konsenspolitik des Nachkriegs-Fordismus beendet – und in neuen Technologien und Organisationskonzepten neue Grundlagen daf&#252;r gefunden hat, die Akkumulation des Kapitals zu entfesseln und in neue Sph&#228;ren des gesamtgesellschaftlichen Reproduktionsprozesses hinein auszudehnen, durch die das Alltagsleben noch weit tiefer gepr&#228;gt wird, als dies die „Kulturindustrie“ und der „Konsumismus“ im 20. Jahrhundert getan haben. Dabei entsteht auch eine neue Kompliziertheit zwischen Kapitalherrschaft und herrschaftlich strukturierten Geschlechterverh&#228;ltnissen – was den erneuerten Gestalten des „Besitzindividualismus“ (Macpherson), welche die Oberfl&#228;che dieser modernen Gesellschaften nach den Prinzipien von „Freiheit, Gleichheit, Eigentum und Bentham“ (Marx) organisieren, erst die starke emotionale Durchschlagskraft verleiht, die unterschwellig Schirrmachers Darstellung pr&#228;gt.<br />
Wie w&#228;re es, diesen Impuls daf&#252;r zu nutzen, um zu untersuchen und zu dechiffrieren, welche modernen gesellschaftlichen Herrschaftsverh&#228;ltnisse – etwa das Kapitalverh&#228;ltnis, das ‚Patriarchat‘ und das ‚Imperium‘ – in dieser Oberfl&#228;che komplizenhaft zusammen wirken – und wo damit begonnen werden kann, tiefer anzusetzen? Dann w&#252;rde Schirrmachers Buch wirklich n&#252;tzlich werden – und sich nicht darauf beschr&#228;nken, im Feuilleton emotionale Wellen zu schlagen und zugleich durch &#220;berbetonung des Neuen zu verdecken, wie weitgehend schon ziemlich alte Herrschaftsverh&#228;ltnisse in diesem Neuen fortgef&#252;hrt werden.<br />
Quelle: <a href="http://www.gegenblende.de/21-2013/++co++b4dde5d6-be1d-11e2-bca1-52540066f352">Gegenblende</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Michael Sandel &#8211; Die Grenzen des Marktes</strong><br />
Geld regiert die Welt &#8211; und doch ist auch den Marktoptimisten klar, dass der Markt Grenzen braucht. Wer darf wo die Grenzen ziehen?<br />
Barbara Bleisch diskutiert mit dem in Harvard lehrenden Philosophen Michael Sandel, was f&#252;r Geld nicht zu haben sein sollte und was Gerechtigkeit von Menschen verlangt.<br />
Der US-Amerikaner Michael Sandel geh&#246;rt zu den Erfolgreichsten seiner Zunft: Seine B&#252;cher sind weltweite Bestseller; seine Vorlesungsreihe &#252;ber Gerechtigkeit findet im Internet grossen Absatz, und die Sitzpl&#228;tze in seinen Vorlesungen in Harvard werden wegen Platzmangel per Los vergeben.<br />
Barbara Bleisch trifft den umtriebigen Philosophen in Berlin und diskutiert mit ihm, welche Grenzen der Markt braucht, unter welchen Umst&#228;nden der Individualismus die Gesellschaft bedroht und warum man sich den Platz in der Warteschlange nicht erkaufen darf.<br />
Quelle: <a href="http://www.srf.ch/sendungen/sternstunde-philosophie/michael-sandel-die-grenzen-des-marktes">Schweizer Radio und Fernsehen</a></li>
<li><a name="h17"></a><strong>150 Jahre SPD – Genosse Sisyphos</strong><br />
<strong>Eine Presseschau von Volker Bahl</strong><br />
Die Gedanken von Heribert Prantl zum 150. Jubil&#228;um der SPD m&#246;chte ich voranschicken (sie sind nicht im Netz).<br />
Kurzgefasst geht seine Geschichte analog zur – nach Alber Camus &#8211; gl&#252;cklichen Figur des Sisyphos f&#252;r die SPD so: M&#252;hsam hat die SPD in ihrer Geschichte den gewaltigen &#8220;Stein&#8221; Sozialstaat nach oben &#8211; und zum Erfolg &#8211; gerollt&#8230;<br />
Und dann hat die SPD &#8211; als Genosse Sisyphos &#8211; oben angekommen mit der &#8220;Entfesselung&#8221; (oder auch einfach Liberalisierung) der Finanzm&#228;rkte diesen &#8220;erfolgreichen&#8221; Stein verloren, da er ihr auf der anderen Seite des Berges einfach wieder nach unten davongerauscht ist&#8230;.<br />
Nun ist sie  &#8211; wie weiland Sisyphos &#8211; dazu verdammt, diesen Weg nach unten &#8211; immer dem Stein nach &#8211; wieder runter zu gehen, um allm&#228;hlich den Stein &#8220;Sozialstaat&#8221; ( wohl f&#252;r ganz Europa jetzt ) nach oben zu rollen. (vgl. <a href="http://www.europa-geht-anders.eu/">europa-geht-anders</a>)<br />
Stefan Reinecke erg&#228;nzt diese Geschichte von Heribert Prantl ganz aktuell und pragmatisch, dass in einem &#8220;Rot-Rot-Gr&#252;nen&#8221; Parteienb&#252;ndnis nach der Bundestagswahl auch wieder etwas zusammengef&#252;gt werden muss, was auf dem neuerlichen Weg des Steines nach unten &#8220;verloren&#8221; worden ist :</p>
<p><strong>150 Jahre SPD &#8211; Die Gespenster der Geschichte: Die Sozialdemokratie mag den Gestank der Armut nicht.</strong></p>
<p>Die SPD repr&#228;sentiert das Mittlere, Moderate. Deshalb brauchen wir sie.<br />
Eher d&#252;ster stimmt der Blick auf die &#8211; jetzigen &#8211; Machtchancen der SPD. &#8220;Rot-Gr&#252;n oder nichts&#8221; t&#246;nt es. Das ist gelogen&#8230;<br />
Derzeit bietet sich steuer- und sozialpolitisch Rot-Rot-Gr&#252;n an. Das w&#228;re kein historisches Projekt, sondern eine n&#252;chterne Zusammenarbeit, die auf Arbeitsteilung basiert: Die Linkspartei erreicht abgeh&#228;ngte Milieus, die der SPD lange den R&#252;cken gekehrt haben. Doch die SPD hofft lieber weiter auf den baldigen Zusammenbruch der PDS/Linkspartei, um in Siegerpose deren Rest aufzusaugen. Das ist keine Strategie, das ist kindisch.<br />
Und es hat etwas von einer Bestrafung: Man verachtet in der Linkspartei den eigenen, aufgegebenen Anspruch auf antikapitalistische Reformen, man hasst in ihr die Erinnerung, wie sehr die Agenda 2010 die SPD gespalten hat. In der Linkspartei scheint manchem Sozialdemokraten ein Teil der eigenen Geschichte als Gespenst zu begegnen, dem man nur den Tod w&#252;nscht.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/Debatte-150-Jahre-SPD/!116469/">taz</a></p>
<p>Und so wird die SPD mit ihren 150 Jahren ohne eigene Strategie wieder kindisch. Aber wo und wer ist der Therapeut nach dieser Diagnose, der die SPD wieder zu einer strategischen Partei macht?<br />
Der Vorsto&#223; von Jan St&#246;&#223;, dem Berliner SPD-Vorsitzenden, im &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/berliner-spd-landeschef-fuer-minderheitsregierung-im-bund-a-891493.html">Spiegel</a>&#8221; f&#252;r &#8211; zumindest &#8211; eine Minderheitsregierung im Bund, <a href="http://www.berliner-zeitung.de/berlin/gabriel-pfeift-berlins-spd-chef-zurueck,10809148,22240030.html">wurde ja vom SPD-Chef Sigmar Gabriel sofort niedergeb&#252;gelt</a>.<br />
Und diese Festlegung ist f&#252;r die politische Zukunft so fragw&#252;rdig &#8211; auch wenn es zur Zeit f&#252;r eine knappe Mehrheit von &#8220;Rot-Gr&#252;n&#8221; gerade noch reichen k&#246;nnte. Siehe <a href="http://www.forschungsgruppe.de/Startseite/">hier</a> sowie noch <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahl-umfragen-sonntagsfrage-fuer-bundestagswahl-und-landtagswahlen-a-623633.html">hier</a>.</p>
<p><strong>150 Jahre SPD: Die Last der Geschichte</strong><br />
In der weit zur&#252;ckreichenden Vergangenheit war die SPD immer eine Partei des Fortschrittes. Doch ein mitrei&#223;endes Zukunftsversprechen vermag sie derzeit nicht zu leisten&#8230;<br />
So hat die SPD bis an die Grenze der Selbstverleugnung zehn Jahre lang mit ihren eigenen Arbeitsmarkt- und Rentenreformen gehadert &#8211; statt pragmatisch jene Entwicklungen &#8211; wie die massenhafte Ausweitung der Leiharbeit &#8211; zu korrigieren,und an jenen &#8211; wie die Rente mit 67 &#8211; die sich angesichts der demografischen Entwicklung als zukunftsweisend erweisen, festzuhalten. Aber die SPD hat dar&#252;ber Glaubenskriege gef&#252;hrt.<br />
Dabei ging es weniger um die Sache als ums Prinzip. Vor allem aber stand strategisch das historische B&#252;ndnis der SPD mit den Gewerkschaften auf dem Spiel:<br />
Insofern ist es aus der Binnensicht durchaus ein Erfolg, wenn sich im Wahlkampf nun der Agenda-Apostel Peer Steinbr&#252;ck und der Agenda-Erzfeind Klaus Wieseh&#252;gel gemeinsam auf der B&#252;hne pr&#228;sentieren.<br />
Doch das B&#252;ndnis des Kanzlerkandidaten mit dem Gewerkschaftsboss entfaltet au&#223;erhalb der Kernklientel nicht nur <a href="http://www.fr-online.de/bundestagswahl-2013/spd-die-linke-solidarisiert-sich-mit-wiesehuegel,20886784,22812014.html">stilistisch einen eigenartigen Retro-Charme</a>. </p>
<p>Der sozialpolitische Fixpunkt der SPD ist nun wieder der m&#228;nnliche Facharbeiter, der nach 45 Jahren Maloche mit 63 Jahren ohne Abschl&#228;ge in Rente gehen soll, auch wenn dies vor allem Frauen bezahlen sollen.<br />
Die wachsende Zahl der jungen Freiberufler und Solo-Selbstst&#228;ndigen, die im gro&#223;st&#228;dtischen Milieu ohne eine vern&#252;nftige Alterssicherung ihre Existenz bestreiten, wird sich davon eher nicht angesprochen f&#252;hlen&#8230;.<br />
Als ein mitrei&#223;endes Zukunftsversprechen k&#246;nnte aber jetzt auch der Kampf f&#252;r ein solidarisches Europa passen. (Siehe z.B. <a href="http://www.europa-geht-anders.eu/">europa-gehts-anders</a>)<br />
Doch das schreckt die eigene Klientel der SPD.<br />
Urspr&#252;nglich wollten die Genossen die Bildung ins Zentrum ihres Wahlprogrammes r&#252;cken&#8230;. Doch Bildung ist inzwischen ein SPD-Thema unter vielen &#8211; und so werden Kern und Ernsthaftigkeit ihrer politischen Botschaft immer diffuser.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/meinung/150-jahre-spd-die-last-der-geschichte,1472602,22824606,view,asFirstTeaser.html">FR</a>  </p>
<p>Jakob Augstein merkt zu den 150 Jahren SPD dann nur noch an : &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augstein-ueber-150-jahre-spd-keine-linken-nirgends-a-900785.html">Keine Linken , nirgends</a>&#8221; </p>
<p>Und dann nat&#252;rlich im Spiegel das Loblied auf die Agenda:</p>
<p><strong>Worauf die Sozialdemokraten stolz sein k&#246;nnen</strong><br />
14 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hatte der dritte sozialdemokratische Bundeskanzler (und der erste seit der Wiedervereinigung Deutschlands), Gerhard Schr&#246;der, den Mut zu einem gesellschaftspolitischen Befreiungsschlag, der Agenda 2010. Was immer der Agenda fehlte und was es zu korrigieren gilt: Ohne diese tiefgreifende Reform des Sozialstaats st&#252;nde Deutschland heute sehr viel schlechter da. Schr&#246;der hatte, ganz im Sinne Bernsteins, begriffen, dass gesellschaftlicher Fortschritt die st&#228;ndige Bereitschaft zur Selbstrevision verlangt.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/150-jahre-spd-historiker-winkler-gratuliert-den-sozialdemokraten-a-900579.html">Spiegel Online</a> </p>
<p><em><strong>Dazu eine Anmerkung von J.K.:</strong> In dem Text von Winkler finden sich doch einige interessante historische Interpretationen. Die Kooperation der SPD mit den abgewirtschafteten Eliten des Kaiserreiches, mit der klaren Konsequenz, dass damit der gesellschaftliche Wandel der revolution&#228;ren Phase abgew&#252;rgt wurde, und die alten Eliten ihre Machpositionen behielten und dann keine 14 Jahre sp&#228;ter zusammen mit den Nazis die Weimarer Demokratie erledigten, als eine Notwendigkeit f&#252;r die Einf&#252;hrung der Demokratie zu beschreiben, ist mehr als gewagt.</em><br />
<em>Und als Kr&#246;nung nat&#252;rlich wieder einmal die Beweihr&#228;ucherung der Agenda 2010, und das mit den abgedroschensten m&#246;glichen Phrasen. Von einem Historiker h&#228;tte man da etwas mehr Reflexionsverm&#246;gen erwartet. Sieht Winkler nicht was in einem Europa geschieht, welches von Deutschland die Agendapolitik aufoktroyiert bekommt? Daf&#252;r, dass die SPD die Blaupause f&#252;r die merkelsche Totsparpolitik geliefert hat, und es bis heute auch angesichts des millionenfachen Elends, die diese Politik produziert, nicht schafft sich davon zu distanzieren, daf&#252;r sollte sie sich eigentlich sch&#228;men. Da gibt es leider nichts worauf man stolz sein k&#246;nnte.</em></p>
<p><strong>Und auch die neoliberale INSM gratuliert:</strong> </p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130523_02.jpg"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130523_02_small.png" alt="" title=""/></a><br />
Quelle: <a href="http://iley.de/?article=150_JAHRE_SPD-soziale_demokratie_jetzt">iley.de</a>
</li>
<li><a name="h18"></a><strong>Langzeitgeb&#252;hren in Niedersachsen: &#8220;rot-gr&#252;n entt&#228;uscht Studierende&#8221;</strong><br />
Entgegen der Behauptung im Wahlkampf werden die Studiengeb&#252;hren in Niedersachsen nicht vollst&#228;ndig abgeschafft. Studierende in Niedersachsen werden weiterhin Studiengeb&#252;hren, wenn sie die sogenannte Regelstudienzeit um mehr als 6 Semester &#252;berschreiten, bezahlen m&#252;ssen.<br />
Hierzu erkl&#228;rt fzs-Vorstand Erik Marquardt:<br />
&#8220;Die nieders&#228;chsische Landesregierung entt&#228;uscht die Geb&#252;hrengegner*innen. Heute ist ein trauriger Tag im Kampf gegen Studiengeb&#252;hren. Angesichts der Kosten f&#252;r die Kompensation der Allgemeinen Studiengeb&#252;hren ist es uns v&#246;llig unverst&#228;ndlich, wieso der geringe Einnahmefaktor der Langzeitgeb&#252;hren nicht ebenfalls abgeschafft wird. Wirtschaftlich und finanziell sind die Langzeitgeb&#252;hren f&#252;r den Wissenschaftsbetrieb v&#246;llig unerheblich. Die Verwaltungskosten dieser Geb&#252;hren &#252;bersteigt ein gesundes Verh&#228;ltnis und die Geb&#252;hren treffen genau die Studierenden, denen ein z&#252;giges Studium aufgrund von Krankheit, sozialer Lage oder ehrenamtlichem Engagement nicht m&#246;glich war. Langzeitgeb&#252;hren dienen vor allem der Abschreckung und f&#252;hren zu Studienabbr&#252;chen…<br />
Quelle: <a href="http://www.fzs.de/aktuelles/presse/305916.html">fzs</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Untersuchungsgegenstand: Geistiger Diebstahl</strong><br />
Guttenberg, Koch-Mehrin und Schavan – die Politker_innen haben in ihrer Doktorarbeit plagiiert und so eine Diskussion &#252;ber die Qualit&#228;t von Doktorarbeiten angesto&#223;en. Der Frage, wie sich diese Debatte auf die Arbeit der derzeit Promovierenden auswirkt, ist unsere Bloggerin Pauline P&#252;schel nachgegangen und hat Doktoranden in Berlin befragt.<br />
Quelle: <a href="http://wasbildetihrunsein.de/2013/05/22/promotion-geistiger-diebstahl/">Was bildet ihr uns ein?</a></li>
<li><a name="h20"></a><strong>Jean Ziegler: Das Verm&#228;chtnis des Hugo Chavez</strong><br />
Er redete nicht gerne dar&#252;ber. Nur einmal, in einer Nacht im Jahr 2006 im Pr&#228;sidentenpalast von Miraflores kam Hugo Chavez Fria auf den „Caracazo“ zu sprechen, jene Tage im Februar 1989, als ganze Quartiere der Hauptstadt in Flammen standen und sich das Volk der &#196;rmsten gegen das Diktat des Weltw&#228;hrungsfonds erhob. Der WWF hatte Venezuela ein neues sogenanntes Strukturanpassungsprogramm verordnet. Die Preise f&#252;r Grundnahrungsmittel waren innerhalb Wochenfrist um durchschnittlich 30 Prozent gestiegen. Die total korrupte WWF- und Wallstreet-h&#246;rige sozialdemokratische Regierung (Accion Democratica) von Carlos Andres Perez rief die Armee. In der nachfolgenden blutigen Repression starben &#252;ber 3000 Menschen.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/big-business-crime/das-vermaechtnis-des-hugo-chavez">BIG Business Crime &#252;ber Freitag Community</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17321&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau – Pr&#228;sentation zum gleichnamigen Vortrag in Wuppertal</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17317</link>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 12:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das kritische Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Sollten Sie Interesse an den Powerpoint-Folien zum Vortrag „Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau“ haben, den ich heute Abend in Wuppertal halte, k&#246;nnen Sie sich die Folien hier herunterladen [PDF - 2.9 MB].]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Sollten Sie Interesse an den Powerpoint-Folien zum Vortrag „<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17248">Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau</a>“ haben, den ich heute Abend in Wuppertal halte, k&#246;nnen Sie sich die Folien <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130522_wup3.pdf">hier herunterladen [PDF - 2.9 MB]</a>.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17317&amp;md5=9d64d3d2f6916d072051f0c57802eff6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311</link>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 06:57:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Neue soziale Gerechtigkeit? Ingo Schulze &#8211; Die Fragen kommen aus dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB)<br />
<span id="more-17311"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h01">Neue soziale Gerechtigkeit?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h02">Ingo Schulze &#8211; Die Fragen kommen aus dem Heute</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h03">Steuerflucht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h04">Euro-Exit</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h05">Umstrittene Ausbildungs-Initiative</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h06">Die Weisheit der M&#228;rkte gab es nie</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h07">ORF-Radiokolleg: John Maynard Keynes &#8211; Der Retter des Kapitalismus</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h08">Excess German Savings, not Thrift, Caused the European Crisis</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h09">Unheimliche Gesch&#228;fte &#8211; Die Skandale der Deutschen Bank</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h10">Die sogenannte Integrationsquote K2 der 410 Jobcenter – 2012 (2011)</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h11">Burger King &#8211; „Der haut alles kurz und klein“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h12">Luxuswohnungen statt Pflegeheime</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h13">Unbesetzte Lehrstellen S&#252;deurop&#228;ische Azubis f&#252;r Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h14">Es gibt ein &#220;berangebot an Gas</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h15">Totalschaden mit Ansage</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h16">Sehr wohl der Rede wert</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h17">Das Problem des positiven Nationalismus</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h18">Hier k&#246;nnen Familien Kaffee kochen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h19">J&#252;rgen Roth: Spinnennetz der Macht &#8211; Wie die politische und wirtschaftliche Elite unser Land zerst&#246;rt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311#h20">Zu guter Letzt: Da wo alle dasselbe denken, da wird nicht viel gedacht</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17311&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Neue soziale Gerechtigkeit?</strong><br />
Die &#8220;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&#8221; propagiert eine neue Art der Markt-Gerechtigkeit. Diese Gerechtigkeit ist jedoch sch&#228;dlich und zerst&#246;rt unsere Demokratie<br />
Vorsicht, Gerechtigkeit kann t&#246;dlich sein! Das sollte man in fetten schwarzen Buchstaben als Warnhinweis unter oder besser &#252;ber die Werbeplakate der neuen Anzeigenkampagne der „Initiative Neuen Sozialen Marktwirtschaft“ schreiben, die seit etwa zwei Wochen nicht nur in vielen Bahnh&#246;fen der Republik h&#228;ngen, sondern auch im Internet und in vielen gro&#223;en Tageszeitungen verbreitet werden. Der Name der Initiative ist dabei nicht mehr als ein billiger Euphemismus, hinter dem sich statt sozialer Gerechtigkeit purer Marktradikalismus in seiner H&#246;chstform verbirgt. Mit einem Jahresetat von 6,97 Millionen Euro versucht die Lobbyvereinigung, hinter der die Arbeitgeberverb&#228;nde der Metall- und Elektroindustrie stehen, durch &#214;ffentlichkeitsarbeit die Menschen zu marktliberalem Denken umzuerziehen. Dabei unternimmt sie den Versuch, die Gerechtigkeitsdebatte, die sich in Deutschland nicht zuletzt dank der Steuererh&#246;hungspl&#228;ne von SPD und Gr&#252;nen gerade entfacht hat, neu zu besetzen und zu ihren Gunsten zu beeinflussen. So ist es sicher kein Zufall, dass sich auch eine Anzeige der Initiative („Sind die Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 gerecht?“, Antwort: Ja) in der S&#252;ddeutschen Zeitung vom 17.05. befindet – auf derselben Doppelseite, auf der auch &#252;ber die SPD und deren Gerechtigkeitsvorstellungen berichtet wird. In Zeiten des Finanzkapitalismus und dem immer st&#228;rkeren Auseinanderdriften der Superreichen und der abgeh&#228;ngten Unterschicht m&#252;sse die SPD sich an August Bebel erinnern und die Sisyphusarbeit des Gerechtigkeits-Kampfes wieder aufnehmen, schreibt Heribert Prantl dort. Und nebenan wird von Aufstiegschancen durch Arbeitsmarktreformen gefaselt. Platter h&#228;tte man den Versuch der „INSM“ kaum darstellen k&#246;nnen. Sozial ist die Gerechtigkeit der sogenannten &#8220;Neuen Sozialen Marktwirtschaft&#8221; jedoch keineswegs, sondern marktradikal. Und so sollte vor ihr gewarnt werden – denn Neoliberalismus t&#246;tet Demokratie und Menschen!<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/imre-joel/neue-soziale-gerechtigkeit">Der Freitag</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Ingo Schulze &#8211; Die Fragen kommen aus dem Heute</strong><br />
[...] ND: Warum lassen wir uns so viel gefallen?<br />
Ingo Schulze:  Es wird uns bewusst erschwert, die Zusammenh&#228;nge zu durchschauen. So ist es, glaube ich, unter anderem eine Aufgabe von Intellektuellen, die Wahrnehmung zu differenzieren. Das beginnt bei einzelnen Worten: marktkonforme Demokratie, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Globalisierung. Da hat sich Ideologie schon so strukturell verfestigt, dass man sie kaum noch bemerkt. Deshalb muss man Wort f&#252;r Wort attackieren. Der j&#252;ngste Sprach-Clou ist die Wortsch&#246;pfung: Leistungsverdichtung. Es bedeutet, dass die Arbeit, die fr&#252;her zehn machten, jetzt sechs machen.<br />
Quelle: <a href="http://epaper.neues-deutschland.de/eweb/media/nd/2013/05/17/pdf/17_05_2013_b_3_1f05ec1037.pdf">Neues Deutschland [PDF - 329 KB]</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Steuerflucht</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Schwieriger Kampf gegen Steuerflucht</strong><br />
Im Kampf gegen Steuerhinterziehung kommt die EU zu keinem Ergebnis. Immer noch sperren sich einige L&#228;nder gegen verbindliche Regelungen. Die Banken zeigen sich kooperativer, da sie auf Marktzugang angewiesen sind. Doch der mangelnde politische Wille in der EU bremst eine schnelle L&#246;sung aus…<br />
Den gr&#246;&#223;ten Einfluss auf den Bewusstseinswandel von Europas Finanzministern aber hat das zunehmend harte Vorgehen der US-amerikanischen Regierung gegen Steueroasen &#8211; und der erstaunliche Erfolg dieser ruppigen Gangart.<br />
Zum Beispiel in der Schweiz. Seit die US-Beh&#246;rden vor sechs Jahren &#252;berraschend eine Steuer-Untersuchung gegen die Schweizer Gro&#223;bank UBS eingeleitet haben, hat Washington den Druck auf die eidgen&#246;ssischen Banken kontinuierlich erh&#246;ht. Am Ende zahlte die UBS 780 Millionen Dollar Strafe und musste zudem die Namen von 4450 US-B&#252;rgern herausr&#252;cken, die ihr Geld in der Schweiz angelegt hatten. Den Erfolg hatte ein Strategiewechsel gebracht: Statt wie bisher auf die Regierung einzuwirken, hatten die US-Fahnder die Banken direkt ins Visier genommen…<br />
F&#252;r das Gesch&#228;ft in Europa hofft die Regierung in Bern dagegen weiterhin auf die Uneinigkeit der EU-L&#228;nder bei ihrem Versuch, sich &#228;hnlich harter Bandagen zu bedienen wie die USA. Viele Schweizer Bankvorst&#228;nde sind da l&#228;ngst weiter. Es habe keinen Sinn, weiterhin zu mauern…<br />
In Luxemburg und &#214;sterreich aber bleiben Kontoinhaber weiterhin geheim. Die beiden L&#228;nder erheben lediglich eine Quellensteuer und f&#252;hren diese pauschal an die Heimatl&#228;nder ihrer Kundschaft ab. Wo das angelegte Geld im Einzelnen herkommt, das bleibt damit weiter im Dunkeln.<br />
Die britische Regierung setzte ihrerseits durch, dass nur Zinsen im engeren Sinne gemeldet werden m&#252;ssen. Dividenden aus Wertpapieren und Gewinne aus Finanzgesch&#228;ften werden mit R&#252;cksicht auf die Londoner City nicht erfasst. F&#252;r die Kanalinseln wie Jersey und Guernsey und f&#252;r die Isle of Man erreichte die britische Regierung einen besonders lukrativen Zwitterstatus. Die Inseln geh&#246;ren zwar der englischen Krone und d&#252;rfen deshalb am europ&#228;ischen Binnenmarkt teilnehmen. Steuertechnisch aber sind sie aus Sicht Gro&#223;britanniens selbstst&#228;ndig und, so die Darstellung der Regierung in London, k&#246;nnten deshalb nicht zur Kundenauskunft verpflichtet werden. Die Inseln bilden seither ein Steuer-Biotop, in dem lichtscheue Konten besonders gut gedeihen.<br />
F&#252;r die EU-Kommission in Br&#252;ssel ist die Versch&#228;rfung der EU-Zinssteuerrichtlinie ein wichtiger, aber nur ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Steuergerechtigkeit. Im n&#228;chsten Schritt soll endlich Transparenz bei den Eigent&#252;mern von Kapitalanlagen und Investitionen geschaffen werden. Gerade die ganz gro&#223;en Geldanlagen werden oft von Treuhandgesellschaften, Trusts und Scheinfirmen verwaltet, von denen niemand wei&#223;, wer wirklich dahinter steckt.<br />
Allein auf den Kanalinseln verstecken sich 95 Prozent der Anleger hinter solchen Trusts und Scheinfirmen. Die dortigen Beh&#246;rden behaupten bislang, sie w&#252;ssten selbst nicht, wer hinter diesen Firmenkonstrukten stehe.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2114907/">DLF</a></li>
<li><strong>Steuerflucht auf dem EU-Gipfel: Schluss mit der Aufschieberei der Mitgliedsstaaten!</strong><br />
Quelle 1: <a href="http://www.sven-giegold.de/2013/steuerflucht-auf-dem-eu-gipfelschluss-mit-der-aufschieberei-der-mitgliedsstaaten/">Sven Giegold</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130522__ep-bericht_ueber_bekaempfung_von_steuerflucht.pdf">Europ&#228;isches Parlament, Bericht &#252;ber die Bek&#228;mpfung von Steuerbetrug, Steuerflucht und Steueroasen [PDF - 587.3 KB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Sven Giegold:</strong> Der Entwurf der Schlussfolgerungen des EU-Gipfels zeigt: Es gibt viele Vorschl&#228;ge und blumige Reden gegen Steuerflucht, aber das Zur&#252;ckrudern seit den Offshore-Leaks-Ver&#246;ffentlichungen hat bereits begonnen. Es gibt keine Unterst&#252;tzung der gemeinsamen K&#246;rperschaftssteuerbemessungsgrundlage. Der Fehler der Finanzminister, die Reform der Zinsrichtlinie zu verschieben, wollen die Staatschefs nicht korrigieren. &#220;ber die Versch&#228;rfung des Verhaltenskodex zur Bek&#228;mpfung unfairen Steuerwettbewerbs soll nur &#8220;reflektiert&#8221; werden.</em><br />
<em>L&#228;nderbezogene Transparenzpflichten f&#252;r transnationale Konzerne:</em><br />
<em>Fehlanzeige. Und bei keinem Punkt, der sich auf Steueroasen bezieht, gibt es eine Festlegung eine Frist, bis wann Reformen beschlossen sein sollen.</em><br />
<em>F&#252;r Aufschieberei von Konflikten und Ma&#223;nahmen gegen Steuerflucht haben wir jedoch weder Zeit noch Geld.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h04"></a><strong>Euro-Exit</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Werner R&#252;gemer: Euro-Ausstieg?</strong><br />
ich begr&#252;&#223;e sehr die Euro-Debatte, die wir leider lange Zeit nicht gef&#252;hrt haben.<br />
Mir dr&#228;ngt sich in Kurzform folgende Analyse auf:<br />
Sowohl die Forderung &#8220;raus aus dem Euro&#8221; ebenso wie die Kanzlerin-Position &#8220;den Euro mit allen Mitteln erhalten&#8221; haben die gleiche nicht vorhandene analytische Tiefensch&#228;rfe: sie blenden beide die mit der W&#228;hrung Euro verbundenen Regularien aus. Ich bin … der Meinung, dass &#8220;&#252;ber den Euro reden&#8221; vor allem bedeutet: &#252;ber Arbeitseinkommen und -situation, Arbeitslosigkeit, Demokratie, ausbeuterisches Kreditregime, auch milit&#228;rische Produktion/Export/Intervention u.&#196;. zu reden.<br />
Einzelne &#8220;Austritte&#8221; bzw. Ausschl&#252;sse aus dem &#8220;Euro&#8221; k&#246;nnen keine nachhaltige Verbesserung bringen, wenn die Regularien d.h. die begleitenden Beherrschungs- und Enteignungspraktiken weiterbestehen.<br />
Ich m&#246;chte aus Anlass der Studie von Flassbeck/Lapavitsas auf eine historisch-systematische Dimension aufmerksam machen, weil die Autoren meinen, das Ende des Bretton-Woods-Systems habe das &#8220;Ende der US-dominanz&#8221; eingeleitet (Seite 39). Ich meine, dass dies nicht zutrifft. Das Ende des dollargef&#252;hrten W&#228;hrungssystems und die Etablierung des Euro haben die US-Dominanz nicht beendet: der IWF, der zum Bretton-Woods-System geh&#246;rte, mit seinem in den &#8220;Entwicklungs&#8221;l&#228;ndern praktizierten, zerst&#246;rerischen Kreditregime besteht nach wie vor und regiert bekanntlich mit gleichen Praktiken in der EU mit; das Wall Street-Kreditregime wurde von europ&#228;ischen Banken &#252;bernommen; das US-Ratingsystem wurde vom &#8220;Rest der Welt&#8221; und auch von der EU ohne jegliche Einschr&#228;nkung &#252;bernommen; angloamerikanische Investoren sind eine wirksame Lobby in der EU und inzwischen Miteigent&#252;mer aller wichtigen deutschen und europ&#228;ischen Banken und Konzerne; Private-Equity-Investoren sind Miteigent&#252;mer der meisten f&#252;hrenden Mittelstandsunternehmen in Deutschland und in der EU; Goldman Sachs ist bei weitem der wichtigste Berater der gegenw&#228;rtigen BRD-regierung in Sachen &#8220;Euro-Krise&#8221;, weit vor Commerzbank, Deutscher Bank, UBS oder Barclays (siehe die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Partei Die Linke im Bundestag 1/2013) usw. das ist zu ber&#252;cksichtigen, wenn es um den Realgehalt des Euro, um die notwendigen &#196;nderungen und um die Formen und Strategien des europaweiten Widerstands geht.<br />
Quelle: Werner R&#252;gemer, Mitteilung an den attac-Beirat (nicht im Netz)</li>
<li><strong>K&#228;mpfen f&#252;r den „Grexit“</strong><br />
Sie hei&#223;en &#8220;Plan B&#8221; und &#8220;Drachme f&#252;nf Sterne&#8221; und sie haben dasselbe Ziel: den Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Auch mit anderen Eurogegnern in Europa sind sie schon vernetzt &#8211; in Italien und auch Deutschland…<br />
An vorderster Front der neuen Anti-Euro-Partei steht Alekos Alavanos. Der Ex-Syriza-Chef sieht die R&#252;ckkehr zur&#252;ck zur Drachme als einzigen Weg f&#252;r Griechenland…<br />
Die R&#252;ckkehr zur Drachme fordert auch der Wirtschaftsprofessor Thodoros Katsanevas. Viele Jahre war er als Mitglied der sozialistischen Pasok Abgeordneter im griechischen Parlament. Mit seiner neuen Partei &#8220;Drachme f&#252;nf Sterne&#8221; will er nun vor allem entt&#228;uschte Mitte-links-W&#228;hler &#252;berzeugen…<br />
Noch ist die Anti-Euro-Bewegung zweigeteilt: Zu unterschiedlich sind die politischen Milieus, aus denen die neuen Parteien entsprungen sind: &#8220;Plan B&#8221; rekrutiert Kommunisten und Radikallinke, die &#8220;Drachme 5 Sterne&#8221; Sozialisten und Konservative. Trotzdem schlie&#223;en die Parteien eine Zusammenarbeit f&#252;r die Zukunft nicht aus. Und mit Anti-Euro-Parteien aus dem Ausland, wie Beppe Grillos &#8220;5-Sterne-Bewegung&#8221; und der Partei &#8220;Alternative f&#252;r Deutschland&#8221; kn&#252;pft Thodoros Katsanevas jetzt schon Kontakte. Seine Hoffnung: dass die Anti-Euro-Front bei der n&#228;chsten Europa-Parlamentswahl 2014 in Ganz-Europa Einfluss gewinnt.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/2114167/">DLF</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h05"></a><strong>Umstrittene Ausbildungs-Initiative</strong><br />
Spanien und Deutschland wollen bei der beruflichen Bildung enger zusammenarbeiten. Die Arbeitsministerinnen haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Kritiker werfen den beiden Regierungen jedoch vor, bei der Partnerschaft rein politisch motiviert zu handeln…<br />
Ziemlich illusionslos klingt dagegen die Analyse, der spanischen Tageszeitung El Mundo &#8211; es gehe vor allem darum, aus der tragischen Lage eine &#8220;Win-win-Situation&#8221; f&#252;r die Regierungen zu machen, schreibt sie, und der sarkastische Unterton ist nicht zu &#252;berlesen: Spanische Jugendliche sollten deutsche Renten zahlen und die Rajoy-Regierung sei vor allem froh &#252;ber jeden Arbeitslosen, der aus der Statistik getilgt werde…<br />
Die meisten Spanier allerdings s&#228;hen den europ&#228;ischen Gedanken besser gef&#246;rdert, wenn die Bankenunion st&#228;rker vorangetrieben w&#252;rde und Deutschland, statt weiter einseitig an der Spardoktrin festzuhalten, die Rufe nach mehr EU-Impulsen f&#252;r die Wirtschaft erh&#246;ren w&#252;rde. Denn angesichts von gut zwei Millionen Jugendlichen, die in Spanien keinen Job finden, sind 5000 Chancen in Deutschland bestenfalls ein Tropfen auf den hei&#223;en Stein.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/2114700/">DLF</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Die Weisheit der M&#228;rkte gab es nie</strong><br />
Korruptionsexperte &#252;ber die &#8220;Kriegserkl&#228;rung&#8221; des Finanzkapitalismus an die ehrliche Arbeit<br />
Wolfgang Hetzer im Gespr&#228;ch mit J&#246;rg Degenhardt<br />
Die Steueraff&#228;re von Uli Hoene&#223; sei zwar &#8220;gesellschaftssch&#228;dlich und &#228;rgerlich&#8221;, meint der Buchautor Wolfgang Hetzer. Doch das eigentliche Problem seien die Finanzm&#228;rkte und das &#8220;Geldunwesen&#8221;, die den sozialen Frieden gef&#228;hrdeten.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/2089625/">Deutschlandfunk</a><br />
Quelle 2: <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/04/29/drk_20130429_0649_a44b6c9c.mp3">Podpast [Audio - mp3]</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>ORF-Radiokolleg: John Maynard Keynes &#8211; Der Retter des Kapitalismus</strong><br />
Mit dem 1936 ver&#246;ffentlichten Werk &#8220;Allgemeine Theorie der Besch&#228;ftigung, des Zinses und des Geldes&#8221; legte der Namensgeber des Keynesianismus den Grundstein f&#252;r die soziale Marktwirtschaft. In Krisenzeiten haben Keynes Ideen wieder Hochkonjunktur. Immer wieder wird der Ruf nach einem &#8220;neuen Keynes&#8221; laut. Damit ist ein Kopf gemeint, der eine andere Sicht auf die Welt und die Wirtschaft hat. Denn der britische &#214;konom John Maynard Keynes revolutionierte die Wirtschaftswissenschaften. Er zog die bis dahin vorherrschende Laissez-faire-Politik in Zweifel. Durch die Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren war der Glaube an die Selbstheilungskr&#228;fte des freien Marktes ersch&#252;ttert. Keynes forderte die staatliche Bek&#228;mpfung der Arbeitslosigkeit und die Ausdehnung der Staatsausgaben in Krisenzeiten. Der Wirtschaftsprofessor an der Cambridge Universit&#228;t wollte allerdings nicht, wie ihm oft angekreidet wird, den Kapitalismus abschaffen. Ganz im Gegenteil verstand er sich als dessen Retter. Man m&#252;sse den Kapitalismus nur in den richtigen Rahmen einbetten, damit er sich nicht selbst zerst&#246;re. Mit seinem 1936 ver&#246;ffentlichten Hauptwerk &#8220;Allgemeine Theorie der Besch&#228;ftigung, des Zinses und des Geldes&#8221; legte der Namensgeber des Keynesianismus den Grundstein f&#252;r Jahrzehnte sozialer Marktwirtschaft &#8211; bis das Pendel in den sp&#228;ten 1970er Jahren abermals umschlug. In Krisenzeiten wie jetzt haben Keynes Ideen wieder Hochkonjunktur.<br />
Quelle: <a href="http://oe1.orf.at/artikel/259973">ORF</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Dieser vierteilige Beitrag (Dauer: ca. 55 Minuten) wurde vom ORF bereits im Jahre 2009 ausgestrahlt, ist jedoch nach wie vor hochaktuell.</em></p>
<p><strong>passend dazu: Paul Davidson &#8211; The Keynes Solution</strong><br />
Vital economic debate is alive and well in Chicago.<br />
Post-Kenyesian economist Paul Davidson recently was invited to the University of Chicago to give a lecture on Keynes’s solutions to current economics crises – solutions that are very much at odds with the traditional approaches associated with Chicago School economics.<br />
In his talk titled “The Keynes Solution: The Path to Global Economic Prosperity via a Serious Monetary Theory,” Davidson discusses the failures of orthodox economics and explores how Keynes would have addressed them.<br />
Quelle: <a href="https://rwer.wordpress.com/2013/05/18/paul-davidson-at-university-of-chicago-economics-department-seminar/">Real World Economics Review</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Excess German Savings, not Thrift, Caused the European Crisis</strong><br />
One of the reasons that it is been so hard for a lot of analysts, even trained economists, to understand the imbalances that were at the root of the current crisis is that we too easily confuse national savings with household savings. By coincidence there was recently a very interesting debate on the subject involving several economists, and it is pretty clear from the debate that even accounting identities can lead to confusion.<br />
The difference between household and national savings matters because of the impact of national savings on a country’s current account, as I discuss in a recent piece in Foreign Policy. In it I argue that we often and mistakenly think of nations as if they were simply very large households. Because we know that the more a household saves out of current income, the better prepared it is for the future and the more likely to get rich, we assume the same must be true for a country. Or as Mr. Micawber famously insisted:<br />
Quelle: <a href="http://www.economonitor.com/blog/2013/05/excess-german-savings-not-thrift-caused-the-european-crisis/">EconoMonitor</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Unheimliche Gesch&#228;fte &#8211; Die Skandale der Deutschen Bank</strong><br />
Ist der Deutschen Bank der Gewinn wichtiger als Recht und Moral? Seit Monaten wird Deutschlands gr&#246;&#223;te Bank von einer Reihe von Skandalen ersch&#252;ttert.<br />
Mehrfach wurden B&#252;ros wichtiger Mitarbeiter von der Polizei durchsucht, zahlreiche Prozesse laufen. Die Bank ist in einen Hypothekenskandal verstrickt, in eine Aff&#228;re um mehrere hundert Millionen Euro unterschlagener Mehrwertsteuer, sie muss sich mit Vorw&#252;rfen der Bilanzf&#228;lschung und der Zinsmanipulation auseinandersetzen. Was ist los mit der einst so angesehenen und stolzen Bank?<br />
&#8220;ZDFzeit&#8221;-Autor Ulrich Stein geht den Vorw&#252;rfen gegen die Deutsche Bank auf den Grund. So berichtet einer der Beteiligten im Mehrwertsteuer-Skandal &#252;ber die Hintergr&#252;nde des Gesch&#228;fts mit CO2-Emissionsrechten, in das auch die Deutsche Bank verwickelt ist. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wurde der Staat dabei um hunderte Millionen Euro Mehrwertsteuer betrogen.<br />
Mit weiteren schwerwiegenden Vorw&#252;rfen sieht sich die Deutsche Bank in den USA konfrontiert. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank wirft dem Geldhaus vor, Bilanzen gef&#228;lscht zu haben. Immer wieder habe er seine Vorgesetzten auf die falschen Zahlen hingewiesen &#8211; man lie&#223; ihn offenbar abblitzen. Jetzt packt er vor der Kamera Einzelheiten aus. Ebenso umstritten sind Gesch&#228;fte der Deutschen Bank mit europ&#228;ischen Kommunen, Unternehmen und Privatinvestoren. Kunden beklagen, von Managern der Deutschen Bank in &#252;bergro&#223;e Risiken gelockt worden zu sein &#8211; und dabei viel Geld verloren zu haben.<br />
Die neue F&#252;hrung der Deutschen Bank um Anshu Jain und J&#252;rgen Fitschen weist die Vorw&#252;rfe zur&#252;ck. Und doch ist sie &#252;ber den Schaden, der ihr durch die Skandale an Gewinn und Image entsteht, besorgt. Die neuen Vorstandsvorsitzenden versprechen einen &#8220;Kulturwandel&#8221;.<br />
Der Film von Ulrich Stein geht auch der Frage nach, ob die bisherigen Korrekturen ausreichen oder ob drastischere Ma&#223;nahmen notwendig sind.<br />
Quelle: <a href="http://zeit.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/554e767c-004d-36a6-9be7-ceec661f1b5a/20160156?generateCanonicalUrl=true">ZDF</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Die sogenannte Integrationsquote K2 der 410 Jobcenter – 2012 (2011)</strong><br />
Im Rahmen des sogenannten „Kennzahlenvergleichs“ der Jobcenter (§ 48a SGB II) wurden von der Statistik der Bundesagentur f&#252;r Arbeit f&#252;r 2012 insgesamt 1,130 Millionen „Integrationen“ in sozialversicherungspflichtige Besch&#228;ftigung (ohne „&#246;ffentlich gef&#246;rderte Besch&#228;ftigung“), in voll qualifizierende berufliche Ausbildung oder in eine selbst&#228;ndige T&#228;tigkeit gez&#228;hlt.<br />
Dies waren 11,1 Prozent weniger als die 1,271 Millionen „Integrationen“ im Vorjahr 2011. Die sog. „Integrationsquote“ (K2), die „Integrationen“ in Bezug zum durchschnittlichen Bestand der erwerbsf&#228;higen Leistungsberechtigten in den 12 Vormonaten, sank im Bundesdurchschnitt von 27,4 Prozent in 2011 auf 25,4 Prozent in 2012, die der M&#228;nner (K2_M) von 34,7 auf 30,9 Prozent, die der Frauen (K2_F) von 20,4 auf 20,2 Prozent.<br />
Auf Jobcenter-Ebene reichen die „Integrationsquoten“ (K2) in 2012 von 13,6 bis 49,9 Prozent (2011: von 16,5 bis 55,3 Prozent), die der M&#228;nner (K2_M) von 16,3 bis 68,9 Prozent (2011: von 20,1 bis 81,2 Prozent) und die der Frauen von 10,6 bis 40,0 Prozent (2011: von 12,0 bis 42,8 Prozent).<br />
Der Aussagegehalt der Kennzahl K2 („Integrationsquote“) und der dieser Kennzahl zugrunde liegenden Jahressumme der „Integrationen“ wird nicht selten falsch und irref&#252;hrend dargestellt.<br />
Siehe dazu die folgenden Anmerkungen:<br />
Nicht selten vergessen wird der statistische Hinweis: „Die Kennzahl gibt &#8230;nicht wieder, wie viele verschiedene Personen im vergangenen Jahr in ein Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnis (oder eine Ausbildung oder selbst&#228;ndige T&#228;tigkeit; der Verfasser) integriert wurden, sondern die Anzahl der Integrationen bezogen auf den durchschnittlichen Bestand an erwerbsf&#228;higen Leistungsberechtigten.“…Deshalb ist es denkbar, dass &#8211; statistisch betrachtet &#8211; ein und dieselbe Person bis zu zw&#246;lf Mal pro Jahr in ein Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnis integriert wird.“<br />
Auch die folgenden Hinweise der Statistik der Bundesagentur f&#252;r Arbeit werden h&#228;ufig vergessen:<br />
„Eine Integration in ein Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnis oder eine Ausbildung oder in eine selbstst&#228;ndige Er- werbst&#228;tigkeit muss nicht zwangsl&#228;ufig einen Abgang aus der Hilfebed&#252;rftigkeit zur Folge haben, da m&#246;glicherweise nicht unmittelbar oder kein bedarfsdeckendes Einkommen erzielt werden kann.“<br />
Und: „Weiterhin ist zu ber&#252;cksichtigen, dass die Kennzahl nicht abbildet, wie viele erwerbsf&#228;hige Leistungsberechtigte dauerhaft in ein Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnis oder selbstst&#228;ndige Erwerbst&#228;tigkeit integriert wurden.“<br />
Und nicht abgebildet wird auch, ob die Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisse der Qualifikation der erwerbsf&#228;higen Leistungsberechtigten entsprechen, die Arbeitszeit und die H&#246;he des Arbeitsentgelts&#8230;<br />
Quelle: <a href="http://biaj.de/images/stories/2013-05-21_k2-integrationen-m-w-jobcenter-2012.pdf">Bremer Institut f&#252;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF - 358 KB]</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Burger King &#8211; „Der haut alles kurz und klein“</strong><br />
Die Fast-Food-Kette Burger King wirbt derzeit mit dem Slogan: Nur ein gegrillter Burger ist ein guter Burger. Im &#252;bertragenen Sinne gegrillt werden derzeit offenbar die Rechte von 3 000 Mitarbeitern der Burger King GmbH, die Anfang des Monats von der Yi-Ko Holding GmbH &#252;bernommen wurde. Hinter dem fern&#246;stlich anmutenden Firmennamen verbergen sich der t&#252;rkischst&#228;mmige Erg&#252;n Yildiz aus Stade sowie der Russe Alexander Kobolov, der in seiner Heimat ein Netz von Burger-King-Filialen aufgebaut hat.<br />
Die neuen Herren, nunmehr auch Franchisenehmer f&#252;r 91 der bundesweit 677 Burger-King-Filialen, h&#228;tten mit dem hiesigen Betriebsverfassungsgesetz und h&#246;chstrichterlicher Rechtsprechung nichts im Sinn…<br />
Interne Anweisungen der neuen Gesch&#228;ftsleitung, die dieser Zeitung vorliegen, zeigen, dass die Vorw&#252;rfe der Gewerkschaft keineswegs aus der Luft gegriffen sind. Ab sofort, hei&#223;t es da, w&#252;rden s&#228;mtliche Betriebsvereinbarungen gek&#252;ndigt, Dienstpl&#228;ne ohne Mitsprache des Betriebsrats erstellt, die Umkleidezeiten nicht mehr als Arbeitszeit entgolten, die Anzahl der Freigetr&#228;nke begrenzt und Mitarbeiter an der Kasse f&#252;r Fehlbetr&#228;ge oberhalb von 45 Cent haftbar gemacht. Zudem h&#228;tten Betriebsr&#228;te ihre Aufgabe als Belegschaftsvertreter k&#252;nftig au&#223;erhalb der gestempelten Arbeitszeiten – und damit unbezahlt – zu erledigen…<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/wirtschaft/burger-king--der-haut-alles-kurz-und-klein-,1472780,22815622.html">FR</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Luxuswohnungen statt Pflegeheime</strong><br />
Das Paulusheim in Bonn soll geschlossen und das Grundst&#252;ck verkauft werden. Eine B&#252;rgerinitiative wehrt sich dagegen. Deren Teilnehmer f&#252;rchten, dass ihre Angeh&#246;rigen in Heime in unattraktiver Lage abgeschoben werden sollen, um Luxuswohnungen Platz zu machen.<br />
Quelle: <a href="http://www.swr.de/report/">ZDF Report</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Unbesetzte Lehrstellen S&#252;deurop&#228;ische Azubis f&#252;r Deutschland</strong><br />
In Deutschland bleiben viele Ausbildungspl&#228;tze unbesetzt, in den europ&#228;ischen Krisenl&#228;ndern ist die Jugendarbeitslosigkeit hoch. Deshalb sollen neben Fachkr&#228;ften auch Lehrlinge aus S&#252;deuropa angelockt werden. Im Herbst soll es soweit sein. [...]<br />
Viele Abbrecher in der Gastronomie<br />
33.000 Lehrstellen blieben im vergangenem Jahr hierzulande unbesetzt, vor allem im Lebensmittelhandwerk und in der Gastronomie. Zudem ist hier die Zahl der Ausbildungsabbrecher hoch, bei den K&#246;chen zum Beispiel wird etwa jeder zweite Lehrvertrag vorzeitig gel&#246;st. „Ich stelle schon immer mehr junge Leute ein“, berichtet Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Dirk D&#246;tsch vom Bonner Restaurant „Rheinaue“, der sich nun f&#252;r Kandidaten aus Barcelona interessiert.<br />
Die Anwerbung von Lehrlingen ist Teil des Mobilit&#228;tsprogramms „MobilPro-EU“, mit dem die Bundesregierung auch Fachkr&#228;fte aus anderen EU-L&#228;ndern gewinnen will. Bundesweit ist das Programm in der Startphase, vor allem in Baden-W&#252;rttemberg gibt es Vorreiter. Einen Massenansturm gab es trotz der prek&#228;ren Arbeitsmarktlage f&#252;r Jugendliche in S&#252;deuropa bislang nicht. Rund 400 Antr&#228;ge von Bewerbern auf F&#246;rderung liegen aktuell bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur f&#252;r Arbeit (ZAV) in Bonn.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/unbesetzte-lehrstellen-suedeuropaeische-azubis-fuer-deutschland-12189775.html">FAZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:</strong> Wenn ich das richtig verstehe, wird hier mti vielen Millionen Euro der v&#246;llige Irrsinn gef&#246;rdert:</em></p>
<ul>
<li><em>Viele der wirklich schlechten Arbeitspl&#228;tze in Deutschland, d. h. die richtig schlecht bezahlten mit miserablen Arbeitszeiten und schlechten Perspektiven im Lebensmittelhandwerk und der Gastronomie, k&#246;nnen nicht mehr zu den gebotenen Konditionen von Inl&#228;ndern besetzt werden. Dasselbe gilt dann f&#252;r die dazugeh&#246;rigen Lehrpl&#228;tze.</em></li>
<li><em>Anstatt nun bessere Arbeitsbedingungen bei Lohn und Arbeitszeiten bieten zu m&#252;ssen, d&#252;rfen diese Firmen mit ihren Dumpingl&#246;hnen weiterarbeiten und erhalten auf Steuerzahlerkosten (!) das Full-Service-Paket: Der Bund zahlt Sprachkurse, einen Teil der Reisekosten und Praktikums- und Ausbildungsverg&#252;tung.</em></li>
<li><em>F&#252;r die vielen hunderttausend arbeitslosen spanischen Jugendlichen ist das ein winziger Tropfen auf dem hei&#223;en Stein&#8230;</em></li>
<li><em>&#8230;und die arbeitslosen Jugendlichen in Deutschland werden als Bodensatz &#252;ber Bord gekippt.</em></li>
</ul>
<p><em>Aber von der Leyen kann sich wieder als soziale Mutter der Nation inszenieren.</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Es gibt ein &#220;berangebot an Gas</strong><br />
Die europ&#228;ischen Gas-Potenziale seien vermutlich noch geringer, als man ohnehin schon dachte, sagt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut f&#252;r Wirtschaftsforschung. Problematisch beim Fracking sei vor allem, dass die zust&#228;ndigen Unternehmen nicht offenlegen, welche Chemikalien f&#252;r den Gasgewinn in die Erde gepumpt werden…<br />
Insgesamt hat Europa viel weniger Potenziale als Amerika und insofern wird es hier keinen Gasrausch geben und auch keine Einfl&#252;sse auf die Preise…Aber ich glaube, wenn man bohrt, wird man feststellen, dass die Potenziale vermutlich noch geringer sind, als man ohnehin schon dachte…<br />
Es gibt ein &#220;berangebot an Gas auf den internationalen M&#228;rkten. Wir haben russisches Gas, was zugegebenerma&#223;en sehr teuer ist, aber auch da gibt es ausreichende Angebote. M&#252;ssen wir wirklich in Europa noch zus&#228;tzlich fracken? Und da, denke ich, wird man den Menschen erkl&#228;ren m&#252;ssen, warum wir das &#252;berhaupt brauchen, wenn man die Umweltgefahren in den Griff bekommen kann.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/2114248/">DLF</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Totalschaden mit Ansage</strong><br />
Was haben Peter Struck, Franz Josef Jung, Karl-Theodor zu Guttenberg gemeinsam? Alle drei waren Verteidigungsminister und alle drei haben das Debakel um die Aufkl&#228;rungsdrohne Euro-Hawk nicht kommen sehen, weil sie blind auf Empfehlungen der Luftwaffenexperten vertraut haben. Dass nun der amtierende Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) den Unmut &#252;ber das eingetretene Desaster zu sp&#252;ren kommt, ist Schicksal, aber auch zu einem Gro&#223;teil selbst verschuldet. Denn auch de Maiziere hat das Projekt treiben lassen, bis er es dann wegen der fehlenden Zulassung f&#252;r den deutschen Luftraum in der vergangenen Woche gestoppt hat – nach Investitionen in H&#246;he von rund 562 Millionen Euro.<br />
Das Problem an dem Projekt ist nicht, dass es &#252;berhaupt gestartet wurde. Im Gegenteil: Das rot-gr&#252;ne Lager ist sich mit dem schwarz-gelben bis heute einig, dass ein solches Aufkl&#228;rungsflugzeug gebraucht wird. Das Problem ist, dass das Zulassungsproblem nicht fr&#252;hzeitig erkannt wurde und dass selbst dann noch eineinhalb Jahre vergingen, ehe Konsequenzen gezogen wurden. In den Vertrag von 2007 wurde zudem keinerlei Absicherung gegen diese Risiken eingebaut. Ein dreistelliger Millionenbetrag ist damit ganz einfach futsch…<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ruestungsflops-der-bundeswehr-totalschaden-mit-ansage/8232292.html">Handelsblatt</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Franz Josef Jung musste Amt als Verteidigungsminister aufgeben, weil er &#252;ber einen Luftangriff in Kunduz mit 142 zivilen Toten, das Parlament versp&#228;tet und unvollst&#228;ndig unterrichtet hat. Vermutlich hatte er noch nicht einmal bessere Kenntnisse. Zu Guttenberg musste gehen, weil er bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat. Auch Bildungsministerin Schavan musste wegen eines Plagiats in ihrer Dissertation zur&#252;cktreten. Und selbst der Bundespr&#228;sident musste abtreten, weil er nicht den n&#246;tigen Abstand zu „Freunden“ aus der Wirtschaft gewahrt hatte. Aber  de Maiziere, der noch bis vor wenigen Tagen an dem Drohnen-Projekt festhielt, mit dessen politischen „Absturz“ nun eine halbe Milliarde Steuergelder versenkt wurde, darf nun erst einmal ein paar Wochen schweigen. Es zeigt sich einmal mehr, dass man politisch noch so schwerwiegende Fehler machen kann, dar&#252;ber regt sich die Politik und die ver&#246;ffentlichte Meinung weniger auf, als &#252;ber – daran gemessen – harmloses pers&#246;nliches Fehlverhalten.</em><br />
<em>Was muss man eigentlich noch politisch falsch machen, um die politische Verantwortung zu &#252;bernehmen und seinen Hut zu nehmen?</em><br />
<em>De Maiziere agiert wie ein „lautloser Panzer“: Er ist nicht nur ein gl&#252;hender Verfechter des Einsatzes von Drohnen und hat nach Spiegel-Meldungen in Afghanistan auch schon mit US-Drohnen t&#246;ten lassen. Der in seinem Verantwortungsbereich liegende Milit&#228;rische Abschirmdienst f&#252;hrte den NSU-Untersuchungsausschuss an der Nase herum. Er verteidigt R&#252;stungsexporte nach Saudi Arabien verteidigt und will R&#252;stungsexportgenehmigungen aus „hochpolitischen Erw&#228;gungen“ weiter geheim halten. Er will Bundeswehreins&#228;tze in  Pakistan, Jemen, Somalia oder Sudan <a href="http://www.mdr.de/nachrichten/bundeswehr180.html">nicht ausschlie&#223;en</a>. Er hat vollends mit der grundgesetzlichen Bindung der Bundeswehr als „Verteidigungsarmee“ gebrochen und den Einsatz der Bundeswehr im Ausland als <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/de-maiziere-im-f-a-z-gespraech-toeten-und-sterben-gehoeren-dazu-17203.html">Instrument der Au&#223;enpolitik erkl&#228;rt</a>. Er lie&#223; mit dubioser Begr&#252;ndung Patriot-Raketen an der syrisch-t&#252;rkischen Grenze stationieren. Seine Bundeswehrreform ger&#228;t immer mehr zum Desaster.</em><br />
<em>Doch der Verteidigungsminister bleibt (bisher noch) Merkels Liebling. Mal sehen, wie lange noch.</em></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Sehr wohl der Rede wert</strong><br />
Ich selber bin Pfarrerskind und habe zwei Schwestern. Keiner Pfarrerstochter wurde Anfang der Achtzigerjahre im Arbeiter- und Bauernstaat noch zugemutet, auch nicht an der Akademie der Wissenschaften, wider eigenen Willen die FDJ-Sekret&#228;rin f&#252;r SED-Agitation und Propaganda abzugeben. Frau Merkel hat das getan – und sicher war das f&#252;r Platzerhalt und Fortkommen n&#252;tzlich…<br />
Wir wissen es doch nicht erst seit der Wende: Die DDR ist nicht einen einzigen Tag ihrer 40-j&#228;hrigen Existenz ein demokratisch legitimierter Rechtsstaat gewesen. Die Mitl&#228;uferin, Hinterherl&#228;uferin, Umfallerin als Chefin meiner Republik? Ja, dies wird heute als Cleverness, Coolness, Dynamik, Flexibilit&#228;t geadelt. W&#228;re ich Frau Merkel vor 30 Jahren in Leipzig oder Adlershof begegnet, politische Alltagsachtung h&#228;tte ich ihr nicht entgegenbringen k&#246;nnen. Daran hat sich bislang nichts ge&#228;ndert &#8211; was freilich nicht an mir liegt.<br />
Unvermeidlichkeit des Mittelma&#223;es: Lassen wir Frau Merkel noch eine dritte Legislaturperiode „an der Macht“ – ihr Geschick wird mehrheitlich anerkannt und belohnt. Ob &#252;berhaupt noch einmal Aufrichtigkeit, Verl&#228;sslichkeit, Standhaftigkeit einer Politikerin, eines Politikers der Rede wert sein werden?<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/sehr-wohl-der-rede-wert/8225670.html">Tagesspiegel</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Der Leserbriefschreiber ist der Ehemann der verstorbenen brandenburgischen Sozialministerin Regine Hildebrandt. Ich habe Merkel 1990 als Sprecher der NRW-Landesregierung, die an den Einigungsvertragsverhandlungen beteiligt war, als Sprecherin der damaligen Regierung der DDR kennengelernt. Meine berufliche „Alltagsachtung“ hat sie sich damals auch nicht erworben. Merkel hat sich professionell schlicht unfair, um nicht zu sagen hinterh&#228;ltig verhalten. Als ich erst viel sp&#228;ter erfuhr, dass sie FDJ-Sekret&#228;rin f&#252;r Agitation und Propaganda war, wurde mir ihr Verhalten nachvollziehbar: Gelernt, ist eben gelernt. Das galt und gilt auch f&#252;r Merkel. „Mitl&#228;uferin, Hinterherl&#228;uferin, Umfallerin“ das sind durchaus treffende Beschreibungen von Herrn Hildebrandt. Dazu kommt bei Merkel ein untr&#252;gliches Gesp&#252;r daf&#252;r, wie man sich nach oben durchboxt, m&#246;gliche Kritiker ausschaltet und das unglaubliche Geschick sich aus der Verantwortung f&#252;r Fehler und Fehlverhalten herauszuwinden.</em> </li>
<li><a name="h17"></a><strong>Das Problem des positiven Nationalismus</strong><br />
Als Beate Zsch&#228;pe in der vergangenen Woche beim ersten Prozesstag der NSU-Prozesse den Gerichtssaal betrat, brachen Presse und Beobachter in kollektives Erstaunen aus. So sieht also eine Nazibraut aus? Die sieht ja aus wie eine von uns! (&#8230;)  Der Grund daf&#252;r ist, dass gewaltt&#228;tiger Rassismus in unserer Gesellschaft zwar verp&#246;nt ist – so ein bisschen „guter“ Nationalismus allerdings nicht. Und die Grenzen zwischen beidem sind nicht ganz so scharf, wie das viele vorgeben oder sich w&#252;nschen. (&#8230;) Wenn man sich auf so eine affirmative Art und Weise mit dem zuf&#228;lligen Ort seiner Geburt identifiziert und darauf stolz sein m&#246;chte, obwohl das alles mit der eigenen Person doch erst einmal gar nichts zu hat – immerhin ist man ja nicht die Reinkarnation von Goethe und Papst war bisher auch nur ein Deutscher und nicht wir alle, und der war es nicht, WEIL er Deutscher war, sondern weil er neben vielen anderen Dingen eben auch noch Deutscher ist – dann ist es nicht weit zu dem Schritt, die eigene Nation, auf die man stolz ist, &#252;ber andere zu erheben. Die Griechen sind faul und die Spanier machen zu lange Siesta, brachte man uns in den vergangenen beiden Jahren der Eurokrise bei. Diese Ansichten wurden keineswegs von der braunen Presse vertreten, sondern von der b&#252;rgerlichen, von den Politikern selbst. Hier schimmert er durch, der positive Nationalismus. Deutschland steht in der Krise auch nur deshalb so gut dar, weil die Deutschen so flei&#223;ig sind. Jede Aufwertung der eigenen Nation bedeutet in ihrer Konsequenz eine Abwertung aller anderen, und diese Abwertung ist keine Machenschaft der Rechtsradikalen, sie findet sich bis in die Spitzen der Politik. Diese Art und Weise der Darstellung ist in der Krise &#252;brigens ein tolles Mittel, um zu verhindern, dass der deutsche Arbeiter vielleicht auf die Idee kommt, dass ihn mit dem spanischen Arbeiter mehr verbindet als mit dem deutschen Banker.<br />
Quelle: <a href="http://diefreiheitsliebe.de/allgemein/das-problem-des-positiven-nationalismus">Die Freiheitsliebe</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Hier k&#246;nnen Familien Kaffee kochen</strong><br />
Morgen w&#228;re die Sozialdemokratie 150 Jahre alt geworden.<br />
Sie wurde als synthetische Idee zwischen Revolutionsgeist und Stillstand geboren. Den Marsch durch die Institutionen ging sie schon Jahrzehnte vor denen an, die Ende der Sechzigerjahre diese Parole aufbrachten. B&#246;se Zungen behaupten, sie seien in den Institutionen h&#228;ngengeblieben, wie sp&#228;ter die Gr&#252;nen &#8211; und wenn man so in die Geschichtsb&#252;cher blickt, an Kriegskredite, an Noske denkt, dann mag man dem beipflichten. Dennoch war die Sozialdemokratie lange Jahre eine Alternative im Kapitalismus, war es der &#220;berbegriff f&#252;r die, die es etwas besser, etwas aufgekl&#228;rter, etwas menschlicher machen wollten. 150 Jahre alt w&#228;re diese kleine Alternative morgen geworden.<br />
Quelle: <a href="http://ad-sinistram.blogspot.de/2013/05/hier-konnen-familien-kaffee-kochen.html">ad sinistram</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>J&#252;rgen Roth: Spinnennetz der Macht &#8211; Wie die politische und wirtschaftliche Elite unser Land zerst&#246;rt</strong><br />
Weil es zeitlich nicht mehr m&#246;glich war, eine Rezension zu verfassen, haben wir J&#252;rgen Roth gebeten, uns den Abdruck einer Passage seines neuen Buches „Spinnennetz der Macht. Wie die politische und wirtschaftliche Elite unser Land zerst&#246;rt“ zu gestatten, das im Econ Verlag Berlin erschienen ist. Selbstverst&#228;ndlich kann ein solcher Auszug die Rezension nicht ersetzen, aber zumindest dar&#252;ber informieren, dass Roth in seinem neuen Werk, gerade im Wahljahr 2013, ein vielen Menschen unter den N&#228;geln brennendes Thema aufgegriffen hat. Man k&#246;nnte es auf die Formel bringen: Die drohende Zerst&#246;rung unserer Demokratie durch angebliche Verteidiger der Demokratie. Dem von Roth f&#252;r BIG Business Crime ausgew&#228;hlten Ausschnitt kann man entnehmen, worum es dem Autor grunds&#228;tzlich geht und wo seine gr&#246;&#223;ten Bef&#252;rchtungen liegen. Und wie von J&#252;rgen Roth erwartet werden darf: Er wird im Buch sehr konkret, nennt Ross und Reiter und erz&#228;hlt ersch&#252;tternde Geschichten &#252;ber Opfer unseres angeblichen Rechtsstaats. Wir hoffen mit ihm, dass die Metapher, mittels derer der Schriftsteller Heiner M&#252;ller erkl&#228;rt hat, woran Demokratien zugrunde gehen k&#246;nnen, n&#228;mlich an der von den aus der Sklaverei Befreiten verinnerlichten Sklavenexistenz, viele Menschen wachr&#252;ttelt und daran erinnert, dass Freiheit t&#228;glich vor den &#220;bergriffen der M&#228;chtigen verteidigt und in harten K&#228;mpfen erweitert werden muss.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/big-business-crime/spinnennetz-der-macht">BIG Business Crime &#252;ber Freitag Community</a></li>
<li><a name="h20"></a><strong>Zu guter Letzt: Da wo alle dasselbe denken, da wird nicht viel gedacht</strong>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130522_zgL.jpg" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.freidenker-galerie.de/">Freidenker Galerie</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17311&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Hinweise des Tages</title>
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		<pubDate>Tue, 21 May 2013 06:50:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR/JK/WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Der Euro vor der Entscheidung AfD will nicht zur&#252;ck zur D-Mark [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR/JK/WL/JB)<br />
<span id="more-17303"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h01">Der Euro vor der Entscheidung</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h02">AfD will nicht zur&#252;ck zur D-Mark</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h03">Die uns&#228;gliche Debatte um die richtige Fiskalpolitik in Krisenzeiten</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h04">Keine Mehrheiten f&#252;r gespaltenes Europa</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h05">Soziale Ungleichheit: Deutsche besser dran?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h06">Schwache Konjunktur  &#8211;  Inflation im Euroraum auf tiefstem Stand seit drei Jahren</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h07">Kein Wandel in Sicht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h08">Zentralbanker Weidmann liegt falsch</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h09">Steuerparadies Europa</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h10">Die Zuwanderungsl&#252;ge</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h11">Aufruf: Europa geht anders!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h12">Commerzbank &#8211; Ein Werbespot ver&#228;rgert die Banken-Branche</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h13">Unheimliche Gesch&#228;fte &#8211; Die Skandale der Deutschen Bank</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h14">Axel Troost: Bankenaufsicht &#8211; nie besser als die Regeln, die sie zu &#252;berwachen hat</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h15">Partei&#252;bergreifende Mehrheit f&#252;r h&#246;here Steuern und mehr Bildungs- und Sozialausgaben</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h16">verdi.TV – Wie wird man reich?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h17">Keine Zwei-Klassen-Justiz schaffen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h18">Drohnenprojekt Euro Hawk Bundeswehr wusste seit 2004 von Zulassungsproblemen </a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h19">Die Arbeiterpartei hat ihre Basis verloren</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h20">Gabriel k&#252;ndigt „neue Agenda“ f&#252;r Deutschland an</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h21">Die Sprachlosigkeit der Kanzlerin macht sprachlos</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h22">stoersender.tv &#8211; Brauner Dunst</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303#h23">Zu guter Letzt: Holande, Cameron, Obama haben nie so richtig Agitation und Propaganda gelernt.</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17303&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Der Euro vor der Entscheidung</strong><br />
Heiner Flassbeck, fr&#252;herer Staatssekret&#228;r im Bundesministerium der Finanzen und bis Ende 2012 Chef-Volkswirt bei der UNO-Organisation f&#252;r Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) im Gespr&#228;ch mit weltnetz.tv &#252;ber seine gemeinsam mit dem griechischen &#214;konom Prof. Costas Lapavitsas angefertigte Studie «The Systemic Crisis of the Euro — True Causes and Effective Therapies». In der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gef&#246;rderten Studie wird die Eurokrise analysiert, Handlungsoptionen zur Rettung der Eurozone erarbeitet und dabei auch die Option eines Ausstieges aus dem Euro untersucht.<br />
Quelle: <a href="http://weltnetz.tv/video/478">weltnetz.tv</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>AfD will nicht zur&#252;ck zur D-Mark</strong><br />
Lucke: Nein, nicht Deutschland soll den Euro verlassen, sondern die s&#252;deurop&#228;ischen Staaten. Das ist viel besser als ein Euro-Austritt Deutschlands. Dann haben die S&#252;dl&#228;nder die M&#246;glichkeit der Abwertung, was ihnen die Chance gibt, wettbewerbsf&#228;hig zu werden. Europa leidet an einer Wettbewerbskrise. In den s&#252;deurop&#228;ischen L&#228;ndern sind die L&#246;hne im Verh&#228;ltnis zur Produktivit&#228;t zu hoch. Die Firmen sind nicht wettbewerbsf&#228;hig, ihre Produkte damit kaum zu exportieren.<br />
FAZ: Also nicht zur&#252;ck zur D-Mark, sondern zur Drachme und Escudo?<br />
Lucke: Ja. Seit Einf&#252;hrung des Euro haben alle s&#252;deurop&#228;ischen L&#228;nder viel, viel mehr importiert als exportiert. Ihre Leistungsbilanzen sind immer defizit&#228;r. Zehn Jahre lang haben die Regierungen die M&#246;glichkeit gehabt, dieser gef&#228;hrlichen Entwicklung entgegenzuwirken. Es ist ihnen nicht gelungen, oder sie waren nicht willens. Niedrige Produktivit&#228;t und hohe L&#246;hne vertragen sich nicht. Die L&#246;hne in S&#252;deuropa sind um 30 bis 50 Prozent zu hoch. Eine Lohnsenkung in diesem Ausma&#223; ist nicht zumutbar. So bleibt nur eine Abwertung, und daf&#252;r braucht man eine eigene W&#228;hrung.<br />
Snower: Ich teile Ihre Analyse, Herr Lucke, aber nicht Ihre L&#246;sung. Die Einf&#252;hrung einer eigenen W&#228;hrung h&#228;tte, wenn alles gutginge, nur einen kurzen Effekt. Preise glichen sich schnell wieder an. Die Wettbewerbsf&#228;higkeit eines Landes h&#228;ngt aber nicht von seinen monet&#228;ren Gr&#246;&#223;en ab, sondern von seinen komparativen Vorteilen: Was k&#246;nnen sie besser als andere? Das h&#228;ngt von seiner Produktionsstruktur und seiner Innovationskraft ab. Wenn es schlecht liefe, k&#246;nnte sich ein armes s&#252;deurop&#228;isches Land mit einer schwachen W&#228;hrung die zum Aufbau einer neuen Produktionsstruktur n&#246;tigen ausl&#228;ndischen Investitionsg&#252;ter nicht mehr leisten. Die Regierung w&#252;rde ihr Heil in der Inflation suchen, es w&#252;rde ein W&#228;hrungschaos am Rande Europas entstehen. Wie das dazu f&#252;hren soll, dass L&#228;nder wie Griechenland wettbewerbsf&#228;higer werden, verstehe ich beim besten Willen nicht…<br />
Snower: Wir kommen zum Kern. Ich halte den von Ihnen propagierten Mechanismus der Euroaufl&#246;sung f&#252;r hochgef&#228;hrlich. Sie wollen die s&#252;deurop&#228;ischen L&#228;nder de facto zwingen, den Euro aufzugeben. Das w&#228;re die Konsequenz, wenn Deutschland sich nicht mehr am europ&#228;ischen Rettungsfonds beteiligte. Die Geh&#228;ssigkeit gegen&#252;ber den Deutschen ist jetzt schon gro&#223; in S&#252;deuropa, Frau Merkel wird in Nazi-Uniformen abgebildet. Ein erzwungener Ausstieg aber w&#228;re ein Horrorszenario: Sozial, einmal wegen der wachsenden Kluft zwischen reichen und armen L&#228;ndern und zum zweiten wegen der internen Kluft in den L&#228;ndern selbst zwischen denen, die Euros h&#228;tten, und denen, die nur Drachmen h&#228;tten.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/raus-aus-dem-euro-afd-will-nicht-zurueck-zur-d-mark-12187441.html">faz</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Typisch f&#252;r die FAZ, da l&#228;sst sie zwei neoliberale &#214;konomen streiten. Beide sehen das Problem darin, dass die L&#246;hne in S&#252;deuropa zu hoch sind. Dass sie bei uns in Deutschland seit zwei Jahrzehnten zu niedrig sind, sehen sie nat&#252;rlich nicht. Zu den wirklichen Ursachen der Krise (siehe oben Flassbeck) sagen sie kein Wort. Denn f&#252;r beide ist klar, dass nur durch Lohndumping die „Wettbewerbsf&#228;higkeit“ hergestellt werden kann.</em></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Die uns&#228;gliche Debatte um die richtige Fiskalpolitik in Krisenzeiten</strong><br />
Au&#223;erhalb der einschl&#228;gigen akademischen Zirkel wird das Versagen der herrschenden Volkswirtschaftslehre angesichts der &#252;berw&#228;ltigenden Evidenz auch kaum noch bezweifelt<br />
80 Jahre nachdem John Maynard Keynes und Friedrich v. Hayek sich auf die &#8220;gro&#223;e &#246;konomische Debatte&#8221; eingelassen haben, findet sich die daf&#252;r zust&#228;ndige Wissenschaft in einer strukturellen Krise, die es unm&#246;glich macht, sich auf wirksame L&#246;sungen zu einigen &#8211; w&#228;hrend sich Keynes und Hayek gemeinsam wohl auf ein optimales Krisenmanagement einigen k&#246;nnten.<br />
Nachdem die Arbeitslosigkeit praktisch &#252;berall ansteigt und nirgendwo die Staatsschuldenquoten zur&#252;ckgehen, kann am Scheitern der europ&#228;ischen Krisenpolitik kaum gezweifelt werden (allenfalls vielleicht wegen der mittlerweile ausgeglichenen Leistungsbilanzsalden, was aber ebenfalls hinterfragt werden muss). Dumm nur, dass die herrschende Lehre der Wirtschaftswissenschaften heute offenbar dieselben Probleme hat, eine Finanzkrise dieses Ausma&#223;es zu analysieren, wie w&#228;hrend der &#8220;Gro&#223;en Depression&#8221; der 1930er Jahre. (&#8230;)<br />
Die &#220;bereinstimmung mit der aktuellen Situation ist frappant. So hatte Keynes die damalige &#8220;klassische&#8221; &#214;konomik kritisiert, weil in ihrem Theoriegeb&#228;ude ein Einbruch der Gesamtnachfrage, wie ihn die Weltwirtschaft in dieser Zeit erlebte, schlicht nicht m&#246;glich war und daher auch nicht sinnvoll diskutiert werden konnte, wobei die damaligen Argumente genauso heute noch zu h&#246;ren sind. Damals hatte Keynes seine methodologische Kritik auf einen blinden Fleck konzentriert, der aus einem irregeleiteten &#8220;Glauben&#8221; der traditionellen &#214;konomen an eine Handlungsrationalit&#228;t r&#252;hre, den Keynes als &#8220;Saysches Gesetz&#8221; bezeichnet hatte. Demnach schaffe sich jedes Angebot selbst die n&#246;tige Nachfrage, weil die daf&#252;r erforderlichen Produktionsfaktoren bezahlt werden m&#252;ssen, was zu zus&#228;tzlichen Einkommen f&#252;hrt, die &#8211; in volkswirtschaftlichen Aggregaten gedacht &#8211; die f&#252;r die Produktion zus&#228;tzlich erforderliche gesamtwirtschaftliche Nachfrage gew&#228;hrleisten. (&#8230;)<br />
…obwohl Hayek unter anderem f&#252;r eine Grundsicherung eintritt. Letztere sollte allerdings nur ein &#8220;sehr niedriges Minimum &#8221; garantieren, weil andernfalls &#8220;die Motivation, unser System am Laufen zu halten&#8221;, entfalle. Allerdings w&#252;rde er Anspr&#252;che nicht k&#252;rzen bzw. es ignorieren, sollten die Bezieher etwas dazu verdienen.<br />
W&#228;ren die beiden jetzt also auf einem W&#246;lkchen versammelt und w&#252;rden gemeinsam auf die Eurozonenkrise herabblicken, k&#246;nnten sie sich vermutlich darauf einigen, dass der R&#252;ckgang der Einkommen in der gegebenen Situation gestoppt werden muss. Vielleicht w&#252;rde Keynes sich mit dieser Einsicht schon zufrieden geben und sofort alle Schleusen &#246;ffnen, da &#8211; in Aggregaten gedacht &#8211; es ihm vielleicht wichtiger erschiene, sofort zu handeln, als die besten L&#246;sungen zu sp&#228;t zu liefern. Das entspr&#228;che Keynes &#252;berzeugender &#8220;saldenmechanischer&#8221; Betrachtungsweise, die von den &#8220;New Monetary Economics&#8221; wiederentdeckt wurde und mit der auch hier gerne argumentiert wird. Dabei wird die Wirtschaft in Sektoren geteilt, deren Bilanzen analysiert und gegen&#252;bergestellt werden, weshalb sich freilich nur allgemeine Aussagen treffen lassen, Detailfragen aber ausgeklammert bleiben.<br />
Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/39/39118/1.html">Telepolis</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Keine Mehrheiten f&#252;r gespaltenes Europa</strong><br />
Das Projekt Europa – gibt es das eigentlich noch? Keine rhetorische Frage. &#214;konomisch ist die Europ&#228;ische Union und ihr Kern, der Euro-Club, tief gespalten. Und politisch hat die EU keine Mehrheit mehr hinter sich. Nur 45% der Bev&#246;lkerung aus acht Mitgliedstaaten stehen dem Projekt heute noch positiv gegen&#252;ber. Im vergangenen Jahr waren es noch 60% – ein Absturz, wie das PewResearchCenter in einer aktuellen repr&#228;sentativen Umfrage ausweist.<br />
Mehr noch: Am st&#228;rksten fiel der Absturz in Frankreich aus – um 19 Punkte auf 41% und damit unterhalb des Werts der traditionell europaskeptischen Briten! Umso krasser der Gegensatz zu Deutschland, das eine Sonderentwicklung aufweist: 60% Zutrauen zur EU – nur noch &#252;bertroffen von Polen – mehrheitlich der Auffassung, dass die europ&#228;ische Integration der eigenen &#246;konomischen Entwicklung f&#246;rderlich ist, relative Stabilit&#228;t der politischen Elite…<br />
Das Tempo des politischen Erosionsprozess wird vorgegeben von der Gro&#223;en Krise. Ein Europa, dass seit eineinhalb Jahren nach einer nur kurzen Erholung in ein zweites Krisental (double dip) abgesackt ist, setzt zentrifugale Kr&#228;fte frei. W&#228;hrend die &#246;konomischen Bedingungen in Deutschland von 75% der Bev&#246;lkerung als »gut« eingesch&#228;tzt werden (im Vergleich 2007: 63%), liegen die Werte f&#252;r Griechenland (1%), Italien (3%), Spanien (4%) und Frankreich (9%) im einstelligen Bereich. In Frankreich sehen nur noch 22% der Bev&#246;lkerung, in Italien nur noch 11% &#246;konomische Vorteile in der Integration – in Deutschland hingegen eine Mehrheit von 54%. Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Organisationen wie der Internationale W&#228;hrungsfonds – zugleich Akteur in der Troika – und das Institut f&#252;r Makro&#246;konomie und Konjunkturforschung gehen davon aus, dass auch in der mittleren Frist bis 2018 Vorkrisenniveaus der gesellschaftlichen Reichtumsproduktion nicht erreicht sein werden. Ein verlorenes Jahrzehnt in Europa. (&#8230;)<br />
Noch ein bemerkenswerter Befund. W&#228;hrend nun auch hierzulande innerhalb der Linken Euro-Ausstiegsmodelle als politische Option gehandelt werden, ist die deutliche Mehrheit der Bev&#246;lkerung in Europa weiterhin daf&#252;r, an der Gemeinschaftsw&#228;hrung festzuhalten.<br />
Nur Minderheiten – am st&#228;rksten noch in Deutschland und Frankreich – votieren f&#252;r eine R&#252;ckkehr zu einer nationalen W&#228;hrung. In Italien und Spanien ist die Zustimmung im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar noch gestiegen, in Griechenland ist sie mit 69% weiterhin exorbitant hoch. Mit Ausstiegsszenarien wird die politische Linke nicht punkten, eher verlieren.<br />
Quelle: <a href="http://www.sozialismus.de/kommentare_analysen/detail/artikel/keine-mehrheiten-fuer-gespaltenes-europa/">Sozialismus</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Soziale Ungleichheit: Deutsche besser dran?</strong><br />
Schon vor Ausbruch der Gro&#223;en Krise 2007ff. wurden in vielen OECD-L&#228;ndern H&#246;chstmarken bei den Indizes, die den Grad an sozialer Ungleichheit messen, erreicht. Diese Tendenzen haben sich offenkundig verfestigt, wie aus soeben von der OECD ver&#246;ffentlichen Daten zur Einkommensverteilung hervorgeht…<br />
Im Durchschnitt der OECD-L&#228;nder ist es zu einem R&#252;ckgang der Markteinkommen der Haushalte um 2% j&#228;hrlich gekommen. Dazu haben vor allem die h&#246;here Arbeitslosigkeit und geringere reale Lohneinkommen beigetragen. Der Effekt der Arbeitslosigkeit war besonders gro&#223; in Island, Griechenland, Estland, Mexiko, Spanien und Irland (5% und mehr pro Jahr). Auch geringere Kapitaleinkommen haben zur Erosion der Haushaltseinkommen beigetragen, vor allem in Island und Irland, aber der R&#252;ckgang der Verm&#246;genseinkommen spielte insgesamt nur eine untergeordnete Rolle.<br />
Die Schere in der Verteilung der Markteinkommen hat sich in dieser ersten Phase der Krise in den meisten OECD L&#228;ndern noch weiter ge&#246;ffnet. Gemessen am Gini-Koeffizienten… ist die Ungleichheit in der Verteilung im Durchschnitt der OECD-L&#228;nder um 1,4% gestiegen. (&#8230;)<br />
Die Ungleichheit in der Einkommensverteilung zeigt sich auch und besonders an den Einkommenspolen. Im Vergleich der obersten und untersten 10% der Bev&#246;lkerung f&#252;r die Jahre 2007 und 2010 haben die untersten Einkommen entweder deutlich mehr Einkommen verloren oder weniger vom einsetzenden Wirtschaftsaufschwung profitiert. So war im Durchschnitt der OECD-L&#228;nder das verf&#252;gbare reale Haushaltseinkommen der obersten 10% 2010 in etwa auf dem Niveau von 2007, w&#228;hrend die Einkommen der untersten 10% gegen&#252;ber 2007 um j&#228;hrlich 2% gesunken sind…<br />
Nun ist unbestritten, dass die Berliner Republik eine im europ&#228;ischen Vergleich g&#252;nstige &#246;konomische Entwicklung durchlaufen hat. Der damit verbundene Aufbau von oft allerdings prek&#228;rer Besch&#228;ftigung hat dazu beigetragen, dass die Einkommensschere sich nur ma&#223;voll weiter ge&#246;ffnet hat. Gleichwohl besteht zur Sch&#246;nf&#228;rberei, wie wir sie beim Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael H&#252;ther, finden, vorrangig aus drei Gr&#252;nden kein Anlass…</p>
<ul>
<li>Obwohl das BIP um 3,9% wuchs, stieg auch die Armut um 4,1%. Damit hat sich die Dynamik der sozialen Spaltung in 2011 deutlich verst&#228;rkt&#8230;</li>
<li>Die guten statistischen Erfolge in der Arbeitsmarktpolitik werden mit einer »Amerikanisierung« des Arbeitsmarktes, dem Ph&#228;nomen der »working poor«, erkauft&#8230;</li>
<li>Kleinere Einkommen werden st&#228;rker belastet als hohe Einkommen&#8230;</li>
<li>das Schrumpfen der mittleren Einkommensschichten (hat) sich in den letzten Jahren fortgesetzt&#8230;</li>
</ul>
<p>Quelle: <a href="http://www.sozialismus.de/kommentare_analysen/detail/artikel/soziale-ungleichheitdeutsche-besser-dran/">Sozialismus</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Schwache Konjunktur  &#8211;  Inflation im Euroraum auf tiefstem Stand seit drei Jahren</strong><br />
Die Inflation im Euroraum ist wegen sinkender Benzinpreise auf dem R&#252;ckmarsch. Die Teuerungsrate fiel im April auf 1,2 Prozent (verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum) und damit auf den tiefsten Stand seit dem Februar des Jahres 2010, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Im M&#228;rz erh&#246;hte sich das Preisniveau noch um 1,7 Prozent.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/schwache-konjunktur-inflation-im-euroraum-auf-tiefstem-stand-seit-drei-jahren-12184918.html">FAZ</a> </p>
<p><strong>Dazu: Die Eurozone steckt in der l&#228;ngsten Rezession ihrer Geschichte</strong><br />
Noch nie steckte die Wirtschaft der Eurol&#228;nder so lange in der Rezession fest. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Januar bis M&#228;rz bereits das sechste Quartal in Folge. Die Lage in den Krisenl&#228;ndern im &#220;berblick.<br />
Das Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone schrumpfte von Januar bis M&#228;rz um 0,2 Prozent und damit doppelt so stark wie von &#214;konomen erwartet. Fortschritte gibt es nur wenige. Die Krisenl&#228;nder im &#220;berblick.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/konjunktur/krisenlaender-die-eurozone-steckt-in-der-laengsten-rezession-ihrer-geschichte-12183766.html">FAZ</a></p>
<p><strong>Dazu auch: Warum die Amerikaner nerv&#246;s werden</strong><br />
Die deutsche Wirtschaft stagniert faktisch und die Euroraum-Wirtschaft schrumpft abermals. Im Vergleich haben die Vereinigten Staaten die globale Wachstumsdelle seit der zweiten Jahresh&#228;lfte 2012 besser &#252;berstanden. Das gilt auch dann, wenn die Daten wirklich vergleichbar (und f&#252;r Amerika nicht annualisiert) sind.<br />
Quelle: <a href="http://blogs.faz.net/fazit/2013/05/15/warum-die-amerikaner-nervos-werden-1683/">FAZ</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Das sind also die beeindruckenden Erfolge der Merkelnomics!</em></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Kein Wandel in Sicht</strong><br />
Die zweitgr&#246;&#223;te Volkswirtschaft Europas muss nun endg&#252;ltig zu den Krisenstaaten gerechnet werden. Die Leistung der franz&#246;sischen Wirtschaft (BIP) ist in drei von vier Quartalen (geringf&#252;gig) zur&#252;ckgegangen…<br />
Hollande wei&#223;, dass die Spannungen in seiner Partei und seinem Kabinett gegen&#252;ber der Austerit&#228;tspolitik zunehmen…Hollande wei&#223;, dass eine Kabinettsumbildung diese Spannungen nicht l&#246;sen kann und schl&#228;gt Teile aus dem Gallois-Report zur Realisierung vor: Kopplung der bisherigen Arbeitslosenunterst&#252;tzung an die Teilnahme an Weiterbildung, Aufnahme des Dialogs mit den Gewerkschaften &#252;ber die demografische Entwicklung und das Rentensystem, Mobilisierung der (in Frankreich bedeutsamen) genossenschaftlichen Lebensversicherung als Risiko-Kapital. Im Kern wird der Niedriglohnsektor ausgebaut, die automatische Stabilisierung der Nachfrage durch die abgesenkte Altersversorgung besch&#228;digt und die private Ersparnis ohne Regulierung der Kapitalm&#228;rkte zum Einsatz in den Finanzkasinos enteignet.<br />
Dem Unternehmenssektor verspricht Hollande keine weiteren Steuererh&#246;hungen zur &#220;berwindung des Haushaltsdefizits und Entlastung der Unternehmen durch eine Steuerstundung im Volumen von 20 Mrd. Euro. Ein industrieller Wachstumspfad, der die franz&#246;sische Exportschw&#228;che beheben oder kompensieren k&#246;nnte, ist bei alldem nicht erkennbar.<br />
Solange seine Mission in Europa keinen Widerhall findet, bleibt Hollandes Politik eine unsoziale Sparpolitik, die durch Besch&#228;digung der Binnennachfrage die Auswirkungen der Krise auf die Akkumulation eher noch versch&#228;rfen wird…<br />
Zu den unruhiger werdenden Zeiten geh&#246;rt auch die Tatsache, dass Hollande die vier Millionen W&#228;hlerInnen »der Linken der Linken« – also derjenigen, die im ersten Wahlgang Mélenchon ihre Stimme gaben und im zweiten Wahlgang zu ihm stie&#223;en – »nicht als Teil der Mehrheit« betrachtet.<br />
Quelle: <a href="http://www.sozialismus.de/kommentare_analysen/detail/artikel/kein-wandel-in-sicht/">Sozialismus</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Zentralbanker Weidmann liegt falsch</strong><br />
Bundesbankchef Weidmann stimmte als einziges Ratsmitglied gegen die Leitzinssenkung der Europ&#228;ischen Zentralbank Anfang Mai. Statt sinnvolle Ma&#223;nahmen gegen die drohende Rezession mitzutragen, verlangt Weidmann rigoroses Sparen in der Eurozone. Damit gef&#228;hrdet er das Kernziel der EZB: die Preisstabilit&#228;t…<br />
Weidmanns Forderung nach rigorosem Sparen gef&#228;hrdet au&#223;erdem das von ihm selbst gepriesene Kernziel der EZB: Die Preisstabilit&#228;t. Denn in Krisenl&#228;ndern bahnt sich eine Deflation mit st&#228;ndig sinkenden Preisen an. Der Grund: Durch Ausgaben-, Lohn-, Renten- und Sozialk&#252;rzungen sinken Einkommen, Konsum und &#246;ffentliche Investitionen. Die Unternehmen verkaufen weniger und unterbieten sich mit Preisnachl&#228;ssen. Griechenland steckt bereits in einer Deflation. In der Eurozone insgesamt lag die Preissteigerung im April bei nur noch 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr…</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130521_01.png" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++40b049a6-bedb-11e2-b53e-00188b4dc422">DGB</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Steuerparadies Europa</strong><br />
Gesch&#228;ftsleute verschieben Millionen ins Ausland, berichtet der Spiegel in seiner Printausgabe (21/2013, S. 66ff.). BASF zum Beispiel habe eine gro&#223;e Steuerabteilung, deren Aufgabe darin bestehe, Gelder zwischen den Kontinenten hin und her zu schieben.<br />
Belgien sei ein solches Steuerparadies, wo der Steuersatz auf die Millionengewinne 2011 bei nur 2,6 Prozent gelegen habe.<br />
Der nordrhein-westf&#228;lische Finanzminister Norbert Walter-Borjans sch&#228;tzt, dass dem deutschen Fiskus durch Steuerhinterziehung und Steuervermeidung 160 Milliarden Euro verloren gingen. Der gr&#246;&#223;ere Teil durch Manipulationen internationaler Konzerne.<br />
In Belgien k&#246;nnten z.B. Unternehmen Zinsen auf das Eigenkapital des Unternehmens geltend machen. V&#246;llig legal k&#246;nnten deutsche Konzerne Eigenkapital nach Belgien schaffen und sp&#228;ter die Gewinne steuerfrei nach Deutschland zur&#252;ckschleusen. So konnte der Pharmakonzern Bayer seine Steuerquote auf 4,25 Prozent senken.<br />
Der Spiegel bietet dazu eine Grafik der Steuerlast deutscher Firmen in Belgien:</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130521_02.png" alt="" title="" /></p>
<p>Auch die Niederlande seien attraktiv. Die Firmenzentralen gr&#252;ndeten dort Briefkastenfirmen, an die die Zentrale sog. Lizenzgeb&#252;hren abf&#252;hre, die dort steuerfrei seien.<br />
Die europ&#228;ischen Finanzminister und die EU-Kommission redeten zwar viel &#252;ber die Schlie&#223;ung solcher Steuerschlupfl&#246;cher, aber bisher ohne Erfolg. Es werde vielleicht am Ende mehr Transparenzgeben, aber nichts deute darauf hin, dass der „aggressive Steuerwettbewerb unter den Mitgliedsstaaten aufh&#246;ren wird“.<br />
Quelle: Der Spiegel, Printausgabe, 21./2013 </p>
<p><strong>Dazu auch: Europ&#228;er schaffen Steuertricks f&#252;r globale Konzerne</strong><br />
Realit&#228;t und Rhetorik klaffen bei der Besteuerung von global t&#228;tigen Konzernen auseinander. W&#228;hrend hartes Vorgehen gegen Steuerflucht gefordert wird, sind die Regierungen dabei oft hilfreich.<br />
Anfang November machten Abgeordnete des britischen Parlaments Google, Starbucks und Amazon noch die H&#246;lle hei&#223;, weil die Internetriesen ihre Milliardengewinne in Steuerparadiese verschoben haben. Nicht mal einen Monat sp&#228;ter k&#252;ndigte Schatzkanzler George Osborne an, die Unternehmenssteuer von 28 Prozent auf 21 Prozent zu senken – unter die entsprechenden S&#228;tze in Deutschland und Frankreich.<br />
Einen Monat sp&#228;ter legte die britische Regierung nach und verringerte den Steuersatz auf Gewinne von Auslandst&#246;chtern, die anderen Konzerngesellschaften Kredite gew&#228;hren, auf weniger als sechs Prozent…<br />
Die Niederlande haben ein komplexes System von Steuerabkommen und Regelungen, die Unternehmen genutzt haben, um bis zu 13 Billionen Dollar im Jahr durch Ableger in dem Land in Steueroasen weiterzuleiten. Dazu z&#228;hlen unter anderem Google, Yahoo, Dell, Merck, Cisco und Microsoft…<br />
Im Dezember hat die EU-Kommission der Steuerflucht und Steuerhinterziehung – die pro Jahr einen Verlust von sch&#228;tzungsweise 1000 Milliarden Euro verursachen – den Krieg erkl&#228;rt.<br />
Quelle: <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article116346149/Europaeer-schaffen-Steuertricks-fuer-globale-Konzerne.html">welt.de</a> </p>
<p><strong>Dazu noch: Gro&#223;konzerne nutzen belgisches Steuerschlupfloch</strong><br />
Belgien lockt mit allerlei sch&#246;nen Dingen: die edle Schokolade, die vielen verschiedenen Biere, die Architektur. Auch f&#252;r Unternehmen hat der Staat etwas im Angebot &#8211; den fiktiven Eigenkapitalzinsabzug. Der Trick mit dem schwierigen Namen hilft Konzernen, ihre Steuern zu dr&#252;cken. Das Gesetz biete eine &#8220;der innovativsten Ma&#223;nahmen der Steuerverg&#252;nstigungen&#8221;, wirbt Belgien auf einer Website, die sich an ausl&#228;ndische Investoren richtet.<br />
Ein offizieller Werbeprospekt rechnet vor, wie ein Unternehmen seine Steueranteil von 33,99 Prozent, dem Standardwert, auf 8,5 Prozent dr&#252;cken kann. Der Trick dahinter klingt ziemlich ungew&#246;hnlich: Konzerne d&#252;rfen f&#252;r ihr Eigenkapital fiktive Zinsen in H&#246;he von 3,0 Prozent berechnen. Den entsprechenden Betrag darf das Unternehmen dann als Kosten gegen echte Gewinne gegenrechnen &#8211; voilà, weniger Geld ist zu versteuern. Die Unternehmensberater von PricewaterhouseCoopers (PwC) nennen den Trick &#8220;attraktiv und leicht umzusetzen&#8221;, er f&#252;hre zu &#8220;substantiellen Steuerersparnissen&#8221;. Diese Konstruktion sei zudem eine sch&#246;ne Alternative, um Zuk&#228;ufe in Europa steuerg&#252;nstig zu managen.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fiktive-kosten-grosskonzerne-nutzen-belgisches-steuerschlupfloch-1.1675225">SZ</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Die Zuwanderungsl&#252;ge</strong><br />
Wir Deutsche, aber auch andere reiche L&#228;nder behalten uns heute vor, nur diejenigen in unser Land zu lassen, die uns wirtschaftlich voranbringen, sprich: unseren Wohlstand zu bewahren versprechen. Green- und Blue-Card sind die Begriffe daf&#252;r. Es geht also nur in Extremf&#228;llen (Genozide, V&#246;lkermord, Kriege etc.) darum, Menschen aus der Not zu helfen. Vielmehr glaubt man mit gezielter Abwerbung auf der einen und massiver Abwehr auf der anderen Seite nur die „Guten ins T&#246;pfchen“ zu bekommen. Hochkar&#228;tige Wissenschaftler aus Indien, Kenia oder Malaysia beschreiben die eine, Lampedusa die andere Seite der Medaille.<br />
Mit der Eurokrise ist die Problematik um einen neuen Aspekt erweitert worden. Aus den L&#228;ndern mit besonders hoher Jugendarbeitslosigkeit (Spanien, Italien, Griechenland etc.) str&#246;men vor allem junge, gut ausgebildete Menschen nach Deutschland. Denen kann die Wanderung innerhalb der EU nicht verwehrt werden, und schlie&#223;lich wollen sie auch nichts anderes als anst&#228;ndig arbeiten und Geld verdienen. Niemand kann schlie&#223;lich frei sein und eine Familie gr&#252;nden oder ern&#228;hren, wenn er keinen Job hat. Letzteres gilt freilich auch f&#252;r viele Deutsche. Hinzukommt, dass Millionen andere, die sehr wohl eine Job haben, in &#228;hnlichen Fangstricken h&#228;ngen. Denken wir nur an Leiharbeiter, Menschen in Billigjobs oder Werkvertr&#228;gen. Genau genommen stehen etwa 7 Millionen frustrierte Deutsche mehr als eine Millionen Einwanderer pro Jahr gegen&#252;ber, wobei die Zahl der zuziehenden Europ&#228;er im Jahre 2012 besonders stark, <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/05/PD13_156_12711.html">n&#228;mlich um ca. 18 %, gewachsen ist</a>.<br />
Quelle: <a href="http://www.stoerfall-zukunft.de/blog/529-die-zuwanderungsluege">stoerfall-zukunft</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Zu ber&#252;cksichtigen ist allerdings auch, dass zwar &#252;ber eine Million Menschen nach Deutschland zugezogen, aber 712.000 Personen fort zogen. Darunter knapp 580.000 ausl&#228;ndische Personen und 133.000 deutsche. Tatsache bleibt allerdings, dass die sog. „Reservearmee“ der Arbeitskr&#228;fte gr&#246;&#223;er wurde und damit die Nachfragebedingungen der Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt nicht besser werden.</em></p>
<p><strong>Dazu: Vom Nutzen der Krise</strong><br />
&#8220;Merkel wirbt um Arbeitskr&#228;fte aus Euro-Krisenl&#228;ndern&#8221;, meldet die FAZ, online am 14. Mai 2013, gedruckt am 15. Mai. Die sind in Folge der Krise auch deutlich billiger geworden als deutsche Arbeitskr&#228;fte. Deutschland biete gute Bedingungen f&#252;r Zuwanderer, habe aber einen schlechten Ruf, beklagte Merkel dem Bericht zufolge auf dem &#8220;Demographiegipfel&#8221; am 14. Mai 2013.<br />
&#8220;Sollte das Euro-Abenteuer am Ende gut ausgehen, dann g&#228;be es einen eindeutigen Gewinner: den deutschen Staat.&#8221; Das stellte die WirtschaftsWoche vorsichtig am 9. Oktober 2012 fest. Griechenland, Spanien, Portugal und den anderen von der Krise am meisten betroffenen L&#228;ndern hat das &#8220;Abenteuer&#8221; wachsende soziale Probleme gebracht. Dazu tr&#228;gt die angebliche Anti-Krisen-Politik der &#8220;Troika&#8221; und der Bundesregierung bei, die den schwachen L&#228;ndern Sparprogramme verordnet, die sie noch mehr schw&#228;chen. &#8220;Deutschland saniert sich auf Kosten seiner Nachbarn&#8221;, titelte Cicero am 21. Januar 2013 und stellte fest: &#8220;Finanziell, wirtschaftlich und sogar demographisch profitierte Deutschland von der schwersten Krise seit Gr&#252;ndung der W&#228;hrungsunion.&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/vom-nutzen-der-krise">Freitag</a></p>
<p><strong>Dazu passt wieder einmal: Rekordbesch&#228;ftigung f&#252;r Akademiker</strong><br />
Wer den Abschluss einer Universit&#228;t oder einer Fachhochschule in der Tasche hat, muss sich in Deutschland nur wenig Sorgen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz machen. Die gute wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre hat die Nachfrage nach Hochqualifizierten auf ein Rekordniveau getrieben. Zwischen 2001 und 2011 stieg die Zahl der Erwerbst&#228;tigen in dieser Gruppe um 2,5 Millionen oder knapp 50 Prozent auf 7,7 Millionen. Die Arbeitslosenquote unter Akademikern betr&#228;gt trotz eines geringen Anstiegs gerade mal 2,4 Prozent. Damit herrscht nach g&#228;ngiger Definition Vollbesch&#228;ftigung.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/arbeitsmarkt-rekordbeschaeftigung-fuer-akademiker-12186809.html">FAZ</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Langsam kann man es nicht mehr h&#246;ren,  wenn wieder vom vermeintlichen Fachkr&#228;ftemangel die Rede ist. Man fragt sich, sind viele Schreiberlinge der Mainstreampresse einfach nur d&#228;mlich indem sie die Phrasen der Arbeitgeberverb&#228;nde nachplappern oder bezahlte Propagandisten, die bewusst die &#246;ffentliche Meinung durch Verbreitung von L&#252;gen manipulieren?</em><br />
<em>Als Ingenieur mit langj&#228;hriger Berufserfahrung kenne ich die aktuelle Arbeitsmarktlage aus eigener Anschauung und vermutlich besser als jeder Zeitungsredakteur. Ich kenne inzwischen leider genug ehemalige Kommilitonen und Kollegen, die infolge des Shareholder Value Wahnsinns, Opfer der permanenten betrieblichen Cost-Reduction-Ma&#223;nahmen geworden sind. Und gerade f&#252;r Arbeitnehmer &#252;ber 45 ist es in Deutschland unglaublich schwierig wieder eine ad&#228;quate Anstellung zu finden.</em><br />
<em>Die Suche nach einer neuen Festanstellung kann sich dabei bis zu einem Jahr oder l&#228;nger hinziehen. Und es handelt sich wohlgemerkt um gestandene Ingenieure mit teilweise 20 Jahren Berufserfahrung und exzellentem Fachwissen. Glaubt man etwa der neoliberalen Journaille, die wie in der FAZ von Vollbesch&#228;ftigung schwadroniert, m&#252;ssten sich Firmen um diese Arbeitskr&#228;fte reisen. Dies ist aber definitiv nicht der Fall!</em><br />
<em>Oft werden Leuten mit der oben genannten Vita nur Jobs mit einem Gehalt auf Absolventenniveau angeboten. Und hier landen wir dann zwangsl&#228;ufig bei der Agenda 2010 und Hartz IV. Die Firmen wissen nat&#252;rlich, dass den Betroffenen nach 12 Monaten, wenn der Bezug des ALG I ausl&#228;uft, das Wasser bis zum Hals steht. Und Arbeitnehmer &#252;ber 50 haben oft nur noch die Chance bei Zeitarbeitsfirmen mit entsprechenden niedrigen Geh&#228;ltern zu arbeiten. Hier wird einem wieder bewusst, dass Deutschland in der Tat massives Lohndumping betreibt. Ganz zu schweigen von einem realistischen Renteneintrittsalter von 67.</em></p>
<p><em><strong>Erg&#228;nzende Anmerkung WL:</strong> Was bei dieser Jubelmeldung &#252;ber die Arbeitsmarktlage von Akademikern unterschlagen wird, ist deren Besch&#228;ftigungssituation.</em><br />
<em>Von jungen Akademikerinnen und Akademikern mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung haben rund 34 Prozent eine befristete Besch&#228;ftigung. Bei den Akademikern mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung geht der Anteil der befristet Besch&#228;ftigten auf rund 18 Prozent zur&#252;ck. In der Gesamtgruppe der akademisch Ausgebildeten mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung hat jeder vierte einen befristeten Vertrag. Hochschulen und andere Wissenschaftseinrichtungen haben die h&#246;chste Quote: Hier sind 81 Prozent der akademisch ausgebildeten Berufsanf&#228;nger mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung befristet besch&#228;ftigt. Ebenfalls sehr hoch ist der Anteil bei “Sonstiger Erwachsenenbildung und Unterricht” mit 72 Prozent, in Krankenh&#228;usern mit 60 Prozent und im Bereich &#246;ffentliche Verwaltung/Sozialversicherung mit 54 Prozent.</em><br />
<em>Auch &#252;ber das Einkommen sagt der Beitrag nichts.</em><br />
<em>Bei den Einkommen sind die befristet Besch&#228;ftigten deutlich im Nachteil. Das monatliche Durchschnittseinkommen der akademischen Berufseinsteiger mit befristetem Vertrag betr&#228;gt rund 2.940 Euro. Es f&#228;llt damit gut 19 Prozent niedriger aus als das <a href="http://www.boeckler.de/pdf/pm_ta_2013_01_24.pdf">Einkommen von unbefristet besch&#228;ftigten Berufseinsteigern mit 3.640 Euro [PDF - 92.9 KB]</a>.</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Aufruf: Europa geht anders!</strong><br />
Demokratie und Soziale Sicherheit in Europa statt weiterer Sozialabbau durch „Wettbewerbspakt“!<br />
Europa kommt nicht aus der Krise. Die Menschen in Europa befinden sich in der Mitte eines verlorenen Jahrzehnts. Mit jedem Jahr seit Krisenbeginn verschlechtern sich die Nachrichten. Die Arbeitslosigkeit in der Europ&#228;ischen Union erreicht Rekordniveaus: 26 Millionen Menschen haben keinen Arbeitsplatz, rund 10 Millionen mehr als vor der Finanzkrise. Monat f&#252;r Monat steigt die Zahl der Erwerbslosen um fast 200.000. In Spanien und Griechenland betr&#228;gt die Arbeitslosenquote unter Jugendlichen bereits fast 60 Prozent. In den meisten L&#228;ndern sinken seit Jahren die Reall&#246;hne. In Zahlen l&#228;sst sich das damit verbundene menschliche Elend nicht fassen: In Athen sind hunderttausende Menschen auf Suppenk&#252;chen angewiesen, in Spanien kommt es trotz leerstehender Wohnungen zu massenhaften Zwangsr&#228;umungen. Heizen k&#246;nnen sich viele Menschen im Winter nicht mehr leisten. Das sind Verh&#228;ltnisse, die in Europa als l&#228;ngst &#252;berwunden galten!<br />
Quelle: <a href="http://www.europa-geht-anders.eu/aufruf">europa-geht-anders</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Commerzbank &#8211; Ein Werbespot ver&#228;rgert die Banken-Branche</strong><br />
Im aktuellen Werbespot der Commerzbank pr&#228;sentiert sich das Geldhaus als ethisch gel&#228;utert. Dass sich ausgerechnet jene Bank so inszeniert, die vom Steuerzahler mit Milliardenbetr&#228;gen aufgefangen werden musste, sorgt in der Branche f&#252;r Unmut.<br />
Zentraler Vorwurf: Da erhebt sich einer moralisch &#252;ber die Konkurrenz, profiliert sich auf deren Kosten. Motto: Auch wir waren b&#246;se, aber jetzt geloben wir, uns zu bessern: Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln! Mehr Geld f&#252;r gr&#252;ne Energien! Und was der Zeitgeist sonst noch an kapitalismuskritischen Forderungen bereith&#228;lt.<br />
„Das ist eine der erfolgreichsten Kampagnen, die die Bank je gemacht hat“, sagt der f&#252;rs Marketing zust&#228;ndige Bereichsvorstand Richard Lips: „Die Akzeptanz bei den Kunden ist extrem hoch. Und die Kampagne mobilisiert auch die eigenen Mitarbeiter.“<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/commerzbank-ein-werbespot-veraergert-die-banken-branche-12187876.html">FAZ</a> </p>
<p><strong>Dazu passt: Bund verliert mit der Commerzbank 2,5 Milliarden Euro</strong><br />
Der Staat hat Aktien der Commerzbank mit einem hohen Verlust verkauft und damit seinen Anteil an der Bank kurzfristig auf 10 Prozent gesenkt. Der staatliche Rettungsfonds Soffin verkaufte am Mittwochmorgen gut 89 Millionen Commerzbank-Aktien zum Preis von 7 Euro an institutionelle Investoren au&#223;erhalb der B&#246;rse. Anschlie&#223;end stieg der um das Bezugsrecht bereinigte Kurs in der Spitze um 18 Prozent auf 8,20 Euro.<br />
Die 89 Millionen Aktien hatte der Soffin seit November 2008 in mehreren Schritten zum Durchschnittspreis von 34,70 Euro erworben. Der Rettungsfonds realisierte also einen Verlust von rund 2,5 Milliarden Euro. Dabei ist zu beachten, dass die Commerzbank vor kurzem zehn Aktien zu einer zusammengelegt hat. Diese Kapitalherabsetzung ist in den Kursen („mal zehn“) und der Zahl der Aktien r&#252;ckwirkend ber&#252;cksichtigt.<br />
Seit seiner Auflegung im Oktober 2008 hat der Soffin in seinen Jahresbilanzen Verluste von 23 Milliarden Euro angeh&#228;uft. F&#252;r diese Verluste verantwortlich sind auch Abschreibungen auf Commerzbank-Aktien gewesen.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/finanzen/rettungsfonds-soffin-bund-verliert-mit-der-commerzbank-2-5-milliarden-euro-12184246.html">FAZ</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Dass sich andere Bankster &#252;ber die verlogene Werbung der Commerzbank echauffieren darf als Marginalie betrachtet werden. Es ist nur erstaunlich, dass sich &#252;ber die Milliardenverluste, die die Commerzbank den Steuerzahlern beschert hat niemand aufregt. Noch erstaunlicher, dass die Werbemasche offenbar zieht.</em></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Unheimliche Gesch&#228;fte &#8211; Die Skandale der Deutschen Bank</strong><br />
Ist der Deutschen Bank der Gewinn wichtiger als Recht und Moral? Seit Monaten wird Deutschlands gr&#246;&#223;te Bank von einer Reihe von Skandalen ersch&#252;ttert. Mehrfach wurden B&#252;ros wichtiger Mitarbeiter von der Polizei durchsucht, zahlreiche Prozesse laufen. Die Bank ist in einen Hypothekenskandal verstrickt, in eine Aff&#228;re um mehrere hundert Millionen Euro unterschlagener Mehrwertsteuer, sie muss sich mit Vorw&#252;rfen der Bilanzf&#228;lschung und der Zinsmanipulation auseinandersetzen. Was ist los mit der einst so angesehenen und stolzen Bank?<br />
Quelle: <a href="http://m.zdf.de/ZDF/zdfportal/xml/object/27989440">ZDF</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung:</strong> Sendetermin: Dienstag 21.05.2013, 20:15 &#8211; 21:00 Uhr</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Axel Troost: Bankenaufsicht &#8211; nie besser als die Regeln, die sie zu &#252;berwachen hat</strong><br />
Die j&#252;ngsten Schritte auf dem Weg zur Finanzmarktregulierung ‑ Ihre Meilensteine von gestern, das beschlossene Paket zu Basel III ‑ reichen bei weitem nicht aus, um einer europ&#228;ischen Bankenaufsicht den n&#246;tigen Respekt zu verschaffen. Ohne eine entsprechende Regulierung wird es aber keine Ver&#228;nderung geben&#8230;<br />
Ihr Trennbanken-Light-Gesetz ist nicht nur theoretisch recht mutlos, sondern geht auch an den praktischen Problemen vorbei&#8230;<br />
Im Prinzip gibt es drei verschiedene Modelle. Ihr Modell lautet: Wir sortieren ein bisschen um, lassen aber letztlich alles zusammen, auch alle Verbindungen, und dann l&#228;uft alles so weiter. Das Modell von SPD und Gr&#252;nen sieht vor: Wir f&#252;hren eine wirkliche Trennung herbei, der eine Turm bleibt eine Bank und der andere Turm wird als Spielbank umfirmiert; aber beide bleiben voll am Markt. Das Modell der Linken lautet: Wir sortieren um. Von den beiden T&#252;rmen schlie&#223;en wir den einen Turm vollst&#228;ndig. Die Zockerei h&#246;rt auf. Das gef&#228;hrliche Gesch&#228;ft wird vom Markt genommen.<br />
Quelle: <a href="http://www.axel-troost.de/article/7139.bankenaufsicht-nie-besser-als-die-regeln-die-sie-zu-ueberwachen-hat.html">Axel Troost</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Partei&#252;bergreifende Mehrheit f&#252;r h&#246;here Steuern und mehr Bildungs- und Sozialausgaben</strong><br />
Eine „geradezu &#252;berw&#228;ltigende Zustimmung f&#252;r einen Richtungswechsel in der Steuer- und Ausgabenpolitik“ belegt eine Studie des Parit&#228;tischen Wohlfahrtsverbandes auf Basis einer repr&#228;sentativen Erhebung von TNS Infratest Politikforschung, die der Verband heute in Berlin vorstellte. Der Verband forderte alle Parteien auf, diesem klaren Mehrheitsvotum in der Bev&#246;lkerung im anstehenden Wahlkampf und dar&#252;ber hinaus Rechnung zu tragen.<br />
Nach der vorgelegten Studie sprachen sich mehr als die H&#228;lfte der Befragten f&#252;r mehr Investitionen in den Sozialbereich und sogar &#252;ber drei Viertel f&#252;r mehr Investitionen in Bildung aus.<br />
Quelle: <a href="http://www.der-paritaetische.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&#038;u=0&#038;file=uploads/media/130516_steuergerchtigkeit_2013.pdf&#038;t=1369755981&#038;hash=dd18295397f4c7af156402a8666c06164d36d35a">Deutscher Parit&#228;tischer Wohlfahrtsverband [PDF - 1.3 MB]</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17287">Die Propagandaagenturen der herrschenden Eliten sehen das nat&#252;rlich anders</a>.</em></p>
<p><em><strong>Erg&#228;nzende Anmerkung WL:</strong> Nat&#252;rlich hat auch die Propagandaagentur der Arbeitgeber eine Umfrage in Auftrag gegeben. Sie kommt zum Ergebnis, dass eine <a href="http://www.insm.de/insm/Presse/Pressemeldungen/Emnid-Umfrage-Spitzensteuersatz.html">gro&#223;e Mehrheit gegen h&#246;here Spitzensteuers&#228;tze ist</a>.</em><br />
<em>(Wir werden  uns mit dieser Umfrage noch besch&#228;ftigen.) </em></li>
<li><a name="h16"></a><strong>verdi.TV – Wie wird man reich?</strong><br />
Immer mehr Menschen sehen nicht mehr ein, warum die Reichen immer reicher und die Armen immer &#228;rmer werden. ver.di, Attac, viele andere Nichtregierungsorganisationen und zehntausende Menschen fordern, Reichtum zu besteuern, weil Umverteilen Gerechtigkeit schafft. Warum die Reichen immer reicher werden, zeigt unser Film.<br />
Quelle: <a href="https://www.verdi.de/verditv?mivstoredata=816140d681YToyOntzOjc6ImNtZF92aWQiO2k6NDk0NjgwO3M6MTE6ImNtZF9leGVjdXRlIjtpOjE7fQ%2C%2C">verdi</a></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Keine Zwei-Klassen-Justiz schaffen</strong><br />
Die Prozess- und Verfahrenskostenhilfe soll reformiert werden. Gegen die Gesetzesentw&#252;rfe regt sich bei Gerichten und Anw&#228;lten jedoch Widerstand. Sie warnen davor, finanziell Schwache mit einer h&#246;heren Eigenbeteiligung davon abzuhalten, von ihrem Recht Gebrauch zu machen. (&#8230;)<br />
Die Ausgaben f&#252;r die Prozess- und Verfahrenskostenhilfe belaufen sich insgesamt auf etwa 500 Millionen Euro j&#228;hrlich. Die L&#228;nder starteten in den vergangenen Jahren zwei Bundesratsinitiativen, mit denen sie diese Kosten begrenzen wollten…<br />
Morgen wird das &#8220;Kostenmodernisierungsgesetz&#8221;, wie es im Beamtendeutsch hei&#223;t, im Rechtsausschuss beraten. Wenn die Beratung zum Abschluss kommt, wird das Gesetz am Donnerstag im Bundestag in zweiter und dritter Lesung verabschiedet.<br />
Ziel der neuen Regeln ist es, die Prozess- und Verfahrenskostenhilfe und die Beratungshilfe effizienter zu gestalten. Ob das gelingt, wird sich erst in der Praxis erweisen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger:<br />
&#8220;Nat&#252;rlich sind das am Ende Hilfen, die auch der Staat, sprich der Steuerzahler, bezahlt. Aber es geh&#246;rt einfach in unseren Rechtsstaat, dass der, der es sich nicht leisten kann, auch wirklich recht bekommen kann. Es kann nie der Anspruch sein, &#252;ber m&#246;glichst Eind&#228;mmung von Prozesskostenhilfe jetzt die Justiz sich selbst tragen zu lassen. Das kann nicht funktionieren, und das w&#252;rde auch unserem Rechtsstaatsgedanken nicht Rechnung tragen.&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/2107515/">dradio</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung C.R.:</strong> Der Grundsatz „Das Recht ist f&#252;r alle da“ ist wesentlich f&#252;r einen sozialen Rechtsstaat. Vielleicht sollten einige Politiker das Grundgesetz &#8211; insbesondere Art. 20 und Art 28 &#8211; genau nachlesen.</em><br />
<em>Im Widerspruch zur Aussage der Bundesjustizministerin stehen die Aussagen des „Welt“-Artikel „Fast jede zweite Hartz-IV-Klage ist erfolgreich“, in dem u.a. zu lesen ist:</em><br />
<em>„Ein von der FDP vorgelegter Gesetzentwurf sieht vor, die bisherigen Freibetr&#228;ge abzusenken, nach denen geregelt wird, ob Betroffenen Prozesskostenhilfe zusteht. Auch die H&#246;he der R&#252;ckzahlung soll neu geregelt werden.“</em></p>
<p><strong>Siehe dazu: Fast jede zweite Hartz-IV-Klage ist erfolgreich</strong><br />
Hunderttausende von Hartz-IV-Empf&#228;ngern wehren sich juristisch gegen Bescheide der Jobcenter – viele mit Erfolg. Die Linke fordert gar, im Zweifelsfall immer f&#252;r die Arbeitslosen zu entscheiden&#8230;<br />
Im April 2012 z&#228;hlt die aktuelle Statistik der Bundesagentur f&#252;r Arbeit 198.886 Widerspr&#252;che und 202.800 Klagen. Zwar wurden im April 54.000 Widerspr&#252;che und rund 10.000 Klagen abgearbeitet – es kam aber nahezu die gleiche Zahl an neuen Widerspr&#252;chen und Klagen hinzu&#8230;<br />
Vor diesem Hintergrund plant die Bundesregierung, die Prozesskostenhilfe einzuschr&#228;nken. Ein von der FDP vorgelegter Gesetzentwurf sieht vor, die bisherigen Freibetr&#228;ge abzusenken, nach denen geregelt wird, ob Betroffenen Prozesskostenhilfe zusteht. Auch die H&#246;he der R&#252;ckzahlung soll neu geregelt werden.<br />
Quelle: <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article116345738/Fast-jede-zweite-Hartz-IV-Klage-ist-erfolgreich.html">welt.de</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Drohnenprojekt Euro Hawk Bundeswehr wusste seit 2004 von Zulassungsproblemen</strong><br />
 Die Zulassungsprobleme, die zum Scheitern des Drohnenprojekts Euro Hawk f&#252;hrten, waren der Bundeswehr seit mindestens neun Jahren bekannt. Dies ergaben Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Zudem verschwieg das Verteidigungsministerium Pannen beim &#220;berf&#252;hrungsflug 2011<br />
(..) Dagegen hatte das Verteidigungsministerium den Mitgliedern im Verteidigungsausschuss des Bundestages mitgeteilt, dass es erst Ende 2011 die Erkenntnis gegeben habe, dass eine Musterzulassung der Drohne nur mit erheblichem Mehraufwand von 500 bis 600 Millionen Euro zu erreichen sei. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Beschaffung von vier weiteren Drohnen daraufhin am Mittwoch gestoppt. Die Gesamtkosten f&#252;r Entwicklung, Erprobung und weitere Investitionen betragen 660 Millionen Euro.<br />
Weitere F.A.S.-Recherchen ergaben, dass das Verteidigungsministerium gravierende Zwischenf&#228;lle bei der &#220;berf&#252;hrung des Euro Hawk im Juli 2011 aus Kalifornien nach Bayern dem Bundestag verschwiegen hat.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/drohnenprojekt-euro-hawk-bundeswehr-wusste-seit-2004-von-zulassungsproblemen-12187463.html">FAZ</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Die Arbeiterpartei hat ihre Basis verloren</strong><br />
Die SPD feiert ihren Gr&#252;ndungstag vor 150 Jahren. Damals war sie eine Arbeiterpartei. Heute wei&#223; sie nicht mehr so genau, f&#252;r wen sie da ist…<br />
Fragt sich nur, auf was sich die heutige SPD einigen soll. Seit Willy Brandt haben es gro&#223;e Ideen bei Sozialdemokraten eher schwer. Helmut Schmidt empfahl Leuten mit Visionen, einen Arzt aufzusuchen. Und das letzte gr&#246;&#223;ere Projekt der SPD einte nicht, sondern zerriss die Partei: Gerhard Schr&#246;ders Hartz-Reformen. Eine Reparaturma&#223;nahme am Sozialstaat, bei der schon der Name kalt und technisch klang: Agenda 2010. F&#252;r viele Genossen waren die Gesetze schlicht Verrat an den Idealen. Notwendig? Vielleicht. Aber nicht sozialdemokratisch…<br />
Erst seit der Finanzkrise ahnen manche, dass es nicht so einfach ist, dass Ungerechtigkeit sich nicht einfach aufl&#246;st, wenn die Wirtschaft nur brummt. Eigentlich sind es ideale Zeiten f&#252;r eine Partei, die mehr Gerechtigkeit will. Wenn sie denn ein &#252;berzeugendes Konzept h&#228;tte.<br />
Hat sie aber nicht. Und woher soll es auch kommen. Die Ortsvereine? Nur noch wenige, meist alte Mitglieder. Die Parteizentrale? Eine intellektuelle W&#252;ste. Die Funktion&#228;re? Die SPD m&#252;sse sich &#228;ndern, rief der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel den Funktion&#228;ren zu. 2009 war das, nach der Niederlage bei der Bundestagswahl. Gabriels Lieblingsidee: Auch Nicht-Genossen sollten mitbestimmen, etwa bei der Auswahl von Bundestagskandidaten. Die Partei war emp&#246;rt und lehnte ab. Es blieb bei Ref&#246;rmchen. (&#8230;)<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/politik/150-jahre-spd-die-arbeiterpartei-hat-ihre-basis-verloren,1472596,22791002.html">fr-online</a> </p>
<p><strong>dazu: 150 Jahre SPD: Keine Linken, nirgends!</strong><br />
F&#252;r die SPD ist 2013 das Jahr der gro&#223;en Feierlichkeiten: die Gr&#252;ndung der Partei, der Todestag des &#8220;Arbeiterkaisers&#8221; August Bebels, der Geburtstag des magischen Willy Brandt &#8211; alles j&#228;hrt sich heuer rund und sch&#246;n. Es gibt f&#252;r einen Sozialdemokraten viele Gr&#252;nde, stolz sein. Das Problem ist nur: Die meisten liegen in einer weit entfernten Vergangenheit. Die sozialdemokratische Gegenwart ist deprimierend.<br />
Die Partei kann weitermachen wie bisher (derzeit 29 Prozent in den Umfragen!) und sich damit begn&#252;gen, dass die Wahlen k&#252;nftig ausgew&#252;rfelt werden, so wie neulich in Niedersachsen…<br />
Oder die Partei besinnt sich darauf, was Sozialdemokratie eigentlich bedeutet: Emanzipation. Die SPD muss sich das emanzipatorische Projekt unserer Zukunft suchen. Und da gibt es nur eine Antwort: Europa! Die gerechte Wirtschaft, die zivile Gesellschaft, der friedliche Staat &#8211; das wird es f&#252;r uns nur in Europa geben…Es ist nicht nur die Chance der SPD im Wettstreit mit Merkel, dass die Kanzlerin die Bedeutung Europas nicht versteht &#8211; es ist die Verantwortung der Sozialdemokratie. Ohne die Deutschen wird Europa nicht werden. Und mit Merkel gewisslich nicht. Eine sozialistische Vision von Europa &#8211; ja, das w&#228;re das, was Brandts Freund Richard L&#246;wenthal einst absch&#228;tzig einen &#8220;romantischen R&#252;ckfall&#8221; nannte. Umso besser. August Bebel w&#228;re diesen Weg gegangen.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augstein-ueber-150-jahre-spd-keine-linken-nirgends-a-900785.html">spiegel</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Ich kann nicht verstehen, warum Jakob Augstein von einer „CDU-light“ spricht oder davon dass die Kanzlerin kein „konservatives Haar an der CDU“ lie&#223;e. Merkel betreibt doch einen geradezu knochen-konservativen wirtschaftspolitischen Kurs nicht nur in Deutschland sondern jetzt auch noch f&#252;r ganz Europa. Schade, dass selbst Jakob Augstein mit dem Mainstream schwimmt, der Merkel eine „Sozialdemokratisierung“ der Union zuschreibt.</em></li>
<li><a name="h20"></a><strong>Gabriel k&#252;ndigt „neue Agenda“ f&#252;r Deutschland an</strong><br />
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat eine „neue Agenda“ f&#252;r Deutschland angek&#252;ndigt. Diese m&#252;sse vier Dinge in den Mittelpunkt stellen: „Bildung, damit wir genug Fachkr&#228;fte haben. Faire L&#246;hne, damit sich Anstrengung und Leistung lohnen. Die B&#228;ndigung der Finanzm&#228;rkte, damit das marktwirtschaftliche Prinzip wieder gilt, nach dem Haftung und Risiko in einer Hand liegen. Und ein funktionsf&#228;higes Energiesystem, weil es das Herz-Kreislauf-System der deutschen Volkswirtschaft ist“, sagte Gabriel im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). Es m&#252;sse zudem ein Programm durchgesetzt werden, das wirtschaftliche St&#228;rke wieder an soziale Verantwortung binde: „Ein Programm f&#252;r die arbeitende Mitte.“<br />
Gabriel betonte, er sei stolz auf Teile der Agenda 2010, etwa „das verr&#252;ckte System von Arbeitslosenhilfe- und Sozialhilfe“ beendet zu haben. Der Ausbau des Niedriglohnsektors sei jedoch falsch gewesen. „Er zerst&#246;rt das Arbeitsethos unserer Gesellschaft. Grundlage f&#252;r den Wohlstand muss die &#220;berzeugung sein, dass sich Anstrengung und Arbeit lohnen“, sagte Gabriel. (&#8230;)<br />
Der eigentliche Gegner der Sozialdemokratie ist aus Sicht von Gabriel das Ohnmachtsgef&#252;hl in Teilen der SPD-W&#228;hlerschaft…<br />
Einem rot-rot-gr&#252;nem B&#252;ndnis erteilte Gabriel eine klare Absage. Auf Bundesebene seien zwei Parteien hinter dem gemeinsamen Etikett „Die Linke“ verborgen. „Mit einer in sich tief gespaltenen Partei zu regieren, hie&#223;e Deutschland in ein Abenteuer f&#252;hren. Das hat die SPD in ihrer 150-j&#228;hrigen Geschichte noch nie getan“, sagte Gabriel.<br />
Linksparteichef Bernd Riexinger reagierte mit scharfer Kritik. Ihn &#228;rgere, „dass die SPD in einer schweren Krise die Spaltung der Arbeiterbewegung lustvoll zelebriert“, sagte Riexinger Handelsblatt Online. „Das ist ein schwerer Fehler, der nur dem organisierten gro&#223;en Geld nutzt.“<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/spd-wirtschaftspolitik-gabriel-kuendigt-neue-agenda-fuer-deutschland-an-seite-all/8219540-all.html">handelsblatt</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung C.R.:</strong> Es sind solche &#196;u&#223;erungen des SPD-Bundesvorsitzenden, die vielen (auch ehemaligen) Sozialdemokraten nicht lediglich das Gef&#252;hl der Ohnmacht, sondern das des Zorns aufkeimen l&#228;sst:</em></p>
<ol>
<li><em>Scheinbar wei&#223; Gabriel nicht, dass durch das Zusammenlegen von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II die Leistungen faktisch gek&#252;rzt wurden. Immerhin gab es in der fr&#252;heren Sozialhilfe u.a. Einmalzahlungen und die Arbeitslosenhilfe orientierte sich noch am letzten Entgelt.</em></li>
<li><em>In welcher Koalition m&#246;chte Gabriel denn seine „neue Agenda“ umsetzten, wenn es f&#252;r ein rot-gr&#252;nes B&#252;ndnis alleine nicht reichen sollte?</em></li>
</ol>
<p><em>Es k&#246;nnte sich nun auch r&#228;chen, nach der verlorenen Bundestagswahl 2009 am nahezu selben Personal festgehalten zu haben: Kann eine Partei wie die SPD Glaubw&#252;rdigkeit und Vertrauen der W&#228;hlerschaft (zur&#252;ck)gewinnen, wenn sie in Regierungsverantwortung die „Hartz“-Gesetze realisiert hatte und nun in der Opposition angekommen vermeintlich links blinkend, aber mit diesem F&#252;hrungspersonal die „Agenda 2010“ immer wieder lobt und sogar feiert?</em></p>
<p><em><strong>Erg&#228;nzende Anmerkung WL:</strong> Die Zusammenf&#252;hrung von Arbeitslosenhilfe- und Sozialhilfe als Erfolg zu feiern, das ist der Strohhalm an dem die SPD-F&#252;hrung ihre Verteidigung der Hartz-Gesetze festh&#228;lt. Dabei ist das nur ein Selbstbetrug. Mit der „Arbeitslosenhilfe“ wurde eine f&#252;r Millionen Menschen existenziell wichtige Sozialleistung abgeschafft. Wer ein Jahr arbeitslos ist, obwohl er lange Jahre gearbeitet hat, wurde damit zum Sozialhilfeempf&#228;nger degradiert und musste sich den Schikanen der „Bed&#252;rftigkeit“ unterziehen. Ohne gleichzeitige Einf&#252;hrung eines gesetzlichen Mindestlohns ist damit einer Abw&#228;rtsspirale bei den L&#246;hnen in Gang gesetzt worden. Ohne diese Spirale h&#228;tte es keine Ausuferung des Niedriglohnsektors und den Verlust des „Arbeitsethos“ gegeben, dass sich „Anstrengung und Arbeit lohnen“. Gerade diese Zusammenlegung hat zu millionenfacher Ausgrenzung und Verelendung gef&#252;hrt. Menschen die ihren Arbeitsplatz verloren haben, wurden zu „Schmarotzern“ und „Parasiten“ (Clement) abgestempelt.</em><br />
<em>Gabriel hat ja sogar Recht, dass der eigentliche Gegner der Sozialdemokratie das Ohnmachtsgef&#252;hl in Teilen der SPD-W&#228;hlerschaft ist. Indem er aber die Linke einmal mehr f&#252;r nicht koalitionsf&#228;hig erkl&#228;rt, verstellt sich die SPD nicht nur die einzig klare Perspektive auf eine Kanzlermehrheit, sondern er verbaut damit auch die einzige Konstellation, mit der ein grundlegender Politikwechsel m&#246;glich w&#228;re, ins Wolkenkuckucksheim.</em><br />
<em>Damit bleibt f&#252;r die W&#228;hlerinnen und W&#228;hler das Gef&#252;hl der Ohnmacht und damit auch der Gleichg&#252;ltigkeit, denn eine fehlende Machtoption hinterl&#228;sst die entmutigende Stimmung, die man so beschreiben k&#246;nnte: Egal wie die Wahl ausgeht, die gr&#246;&#223;te Wahrscheinlichkeit ist, dass Merkel mit welcher Koalition auch immer dran bleibt.</em><br />
<em>Weil nach durchg&#228;ngiger Erfahrung die bestehende Regierung, zumal durch den „Kanzlerbonus“, wenn nicht noch etwas Gravierendes passiert – und darauf setzt Merkel erkennbar ihre Hoffnung – bei den unentschiedenen W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern immer einen leichten (Stimmen-)Vorteil genie&#223;t und die SPD eben – wegen einer fehlenden realistischen Machtoption – nicht auf einen plausiblen Mitl&#228;ufereffekt (Bandwagon- oder Go-With-the-Winner-Effekt) setzen kann, darf man sich von den Last-Minute-W&#228;hlern – und das werden immer mehr – nicht allzu viel versprechen.</em></li>
<li><a name="h21"></a><strong>Die Sprachlosigkeit der Kanzlerin macht sprachlos</strong><br />
Die Kanzlerin sitzt vermeintlich fest im Sattel. Dabei profitiert sie von einer wohlgesonnen Medienlandschaft und resignierten B&#252;rgern, die kaum noch etwas hinterfragen. Rechtfertigungen zu Entscheidungen finden kaum statt. Merkel schweigt hierzu so beharrlich, wie zu ihrer Vergangenheit. (&#8230;) Sollte man es wagen, das vermeintlich &#252;berragende Image der Kanzlerin anzukratzen oder kritische &#196;u&#223;erungen zur Vergangenheit als ehemalige DDR-Staatsb&#252;rgerin doch lieber unter den Tisch des Schweigens kehren? (&#8230;) Freiheitlich demokratische Verh&#228;ltnisse unterliegen einem schleichenden Prozess der politischen Intransparenz, vermeintlich alternativlosen Entscheidungsfindungen und einer drastisch zunehmenden und erschreckenden G&#228;ngelung der B&#252;rger. (&#8230;) Statt konstruktiv kritischer Begleitung der Staatsfrau in der ersten Reihe, vermitteln die meisten Medien sch&#246;ne Bilder und suggerieren politische Erfolge, die bei n&#228;herer Betrachtung schnell in sich zusammenfallen. (&#8230;) Das Jobwunder steht auf wackligen Stelzen wie etwa Dumpingl&#246;hne, Werkvertr&#228;ge, Leiharbeit und anderen defizit&#228;re Arbeitsverh&#228;ltnisse. Innovation, Flei&#223; und Engagement sind kein Garant mehr f&#252;r Erfolg, obwohl genau solche Kriterien mittel- und langfristig f&#252;r Wettbewerbsf&#228;higkeit sorgen. Existenzielle Sicherung der B&#252;rger verliert stetig an Priorit&#228;t. (&#8230;) Eine besorgniserregende Entwicklung bahnt sich kaum wahrnehmbar und doch existent den Weg. Dabei profitiert die Kanzlerin von einer wohlgesonnen Medienlandschaft und resignierten B&#252;rgern, die nichts mehr hinterfragen. Die Sprachlosigkeit der Kanzlerin macht sprachlos.<br />
Quelle: <a href="http://www.spreezeitung.de/6496/die-sprachlosigkeit-der-kanzlerin-macht-sprachlos/">Spreezeitung</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Man sollte unsere Kanzlerin sowie unsere Medien nicht mit unwichtigen Fragen belasten. Schlie&#223;lich gibt es f&#252;r diese wichtigere Themen, beispielsweise das &#8220;Brigitte&#8221;-Interview mit Merkel, dem sich die Nachrichtenagenturen afp und dpa angenommen haben &#8211; siehe deren via MSN ver&#246;ffentlichte Meldung &#8220;<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17131#h03">“Ich mag M&#228;nner mit sch&#246;nen Augen” – Die uckerm&#228;rkische Entertainerin – Angela Merkel im Brigitte-Interview</a>&#8220;. </em></li>
<li><a name="h22"></a><strong>stoersender.tv &#8211; Brauner Dunst</strong><br />
In Episode 4 geht es um die Frage, wie viel Verfassungsschutz (von der Sorte, die wir haben,) eine Demokratie vertr&#228;gt. Mit Luise Kinseher, Urban Priol, Dieter Hildebrandt, vier Aktivisten, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren bei AIDA, der Aussteigerhilfe Bayern, der Endstation Rechts und dem Verein M&#252;nchen ist bunt.<br />
Die Autorin von &#8220;Wer wir sind&#8221;, Sabine Friedrich, schildert im St&#246;rsender-Interview Parallelen und Unterschiede zwischen den 1920er Jahren und unserer Krisenzeit.<br />
Quelle: <a href="http://www.stoersender.tv/Sendungen.html">stoersender.tv</a><br />
Sollten Sie noch kein Abo gebucht haben auch <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Rsi_Q8vpcA0">hier</a>)</li>
<li><a name="h23"></a><strong>Zu guter Letzt: Holande, Cameron, Obama haben nie so richtig Agitation und Propaganda gelernt.</strong>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130521_03.gif" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur_4867.html">Stuttmann Karikaturen</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17303&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages II</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297</link>
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		<pubDate>Fri, 17 May 2013 15:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Schmutzige Kriege: Wie die USA die Welt zum Schlachtfeld erkl&#228;rt Rafael [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br />
<span id="more-17297"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h01">Schmutzige Kriege: Wie die USA die Welt zum Schlachtfeld erkl&#228;rt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h02">Rafael Correa &#8211; Wege aus der Krise</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h03">INSM: &#8220;Gro&#223;e Mehrheit gegen h&#246;here Spitzensteuers&#228;tze&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h04">Das Rezept eines Drogendealers</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h05">Thomas Fricke: Finanzkrise – Der Reformeifer geht am Kern des M&#228;rkteproblems vorbei</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h06">Wettbewerb &#252;ber alles</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h07">Apple soll Kongress seine Steuertricks erkl&#228;ren</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h08">The Resistible Fall of Europe: An Interview with George Soros</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h09">Systemic Malfunctioning of the Labor and Financial Markets</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h10">Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h11">Dumpingpreise und Intransparenz</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h12">Atomfracht an Bord – Beinahekatastrophe am 1. Mai?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h13">Wie hast du`s mit der AfD?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h14">Sie ist ja eigentlich ganz nett</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h15">Wenn wir Kanzler w&#228;ren &#8230;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h16">Erg&#228;nzende Anmerkung zu: &#8220;Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ m&#252;sste in den Medien jegliche Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben&#8221; </a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297#h17">Zu guter Letzt: Walulis sieht fern: Das typische Politmagazin</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17297&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Schmutzige Kriege: Wie die USA die Welt zum Schlachtfeld erkl&#228;rt</strong><br />
G&#228;ste:<br />
Jeremy Scahill: Korrespondent f&#252;r Nationale Sicherheit beim Magazin &#8220;The Nation&#8221;, Autor des New York Times Bestsellers &#8220;Blackwater: The Rise of the World’s Most Powerful Mercenary Army&#8221;. Ausgezeichnet mit dem Georg Polk Award<br />
Richard Rowley: Kriegsreporter, Regisseur von &#8220;Dirty Wars&#8221;<br />
Noam Chomsky: Linguist am Massachusetts Institute of Technology, US-Kritiker und Dissident, Autor von zahlreichen B&#252;chern, darunter &#8220;Hegemony or Survival&#8221; und &#8220;Manufacturing Consent&#8221;<br />
Amy Goodman: Gr&#252;nderin und Moderatorin der unabh&#228;ngigen Nachrichtensendung &#8220;Democracy Now&#8221;, erste Journalistin, die den Alternativen Nobelpreis (&#8220;Right Livelihood Award&#8221;) erhalten hat<br />
Quelle: <a href="http://www.kontext-tv.de/node/341">Kontext TV</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Rafael Correa &#8211; Wege aus der Krise</strong><br />
Ecuadors Pr&#228;sident Rafael Correa zur Wirtschaftpolitik: Aufschwung und sozialer Ausgleich statt Rezession und Sparprogramme [...]<br />
Als wir 2007 die Regierung &#252;bernommen haben, nahmen wir uns eine Strategie vor, um den Druck der Verschuldung auf den Staatshaushalt und die &#246;ffentlichen Finanzen zu lindern und die dringendsten Bed&#252;rfnisse der Bev&#246;lkerung mit frischen Geldmitteln zu befriedigen. Wir gingen mit Entschiedenheit und St&#228;rke die Schaffung einer Kommission zur &#220;berpr&#252;fung der &#246;ffentlichen Schulden an. Die Ergebnisse dieser wertvollen Arbeit sind in einem Bericht zusammengefasst, der um die Welt ging: der 2008 vorgelegte Abschlussbericht der &#8220;Kommission f&#252;r die &#220;berpr&#252;fung der &#246;ffentlichen Schulden&#8221; (Comisión para la Auditoria Integral del Crédito Público).<br />
Auf der Grundlage dieses Berichtes und durch eine sehr intelligente und technisch strenge Handhabung konnte Ecuador acht Milliarden US-Dollar beim Schuldendienst einsparen.[...]<br />
Zus&#228;tzlich zu unserer Auslandsschuld haben wir auch die Erd&#246;lvertr&#228;ge neu ausgehandelt und wir haben die Steuereinnahmen mehr als verdoppelt, da wir dabei keine Steuerflucht mehr tolerieren. Das hat es uns erlaubt, die &#246;ffentliche Investition zum Hauptinstrument der Entwicklung des Landes zu machen. Ecuador hat heute das h&#246;chste Niveau an &#246;ffentlichen Investitionen in Lateinamerika erreicht. [...]<br />
Die Neuverhandlung der Auslandsschulden, die Erd&#246;lvertr&#228;ge und das Anwachsen der Steuereinnahmen haben uns ebenfalls erm&#246;glicht, wichtige Ressourcen f&#252;r die Bezahlung der wichtigsten Schuld, der sozialen Schuld, freizugeben. W&#228;hrend 2004 f&#252;r den sozialen Bereich 4,3 Prozent des BIP eingesetzt wurden, waren es 2012 fast elf Prozent. Das bedeutet in absoluten Zahlen, dass heute 5,1-mal mehr in Bildung investiert wird als 2004, im Gesundheitswesen ist es 4,5-mal mehr. [...]<br />
Warum wird nicht das Selbstverst&#228;ndliche getan? Das Kapital will nicht verlieren. Alles soll dem Finanzkapital gem&#228;&#223; geschehen. Die Machtverh&#228;ltnisse stehen zugunsten des Kapitals &#8211; ideologisches Get&#246;se ist festzustellen. Die Menschen glauben, dass &#8220;es so sein muss.&#8221; So muss es aber NICHT sein. Bei aller Bescheidenheit: Das haben wir in Ecuador gezeigt. Es ist ein Problem der Politischen &#214;konomie: Wer in der Gesellschaft entscheidet, die Menschen oder das Kapital.<br />
Die Herausforderung: Menschen sind wichtiger als das Kapital, Gesellschaften sind wichtiger als M&#228;rkte. Auf der Ebene der Wirtschaftswissenschaften: R&#252;ckkehr zur Politischen &#214;konomie, Befreiung der realen &#214;konomie von der Unterjochung durch die Finanzwirtschaft; Gesellschaften mit M&#228;rkten, nicht f&#252;r M&#228;rkte. Dies ist die gr&#246;&#223;te Herausforderung f&#252;r all die jungen Menschen: Gesetze festzulegen, damit das Gerechte, wie es bereits Thrasymachos vor mehr als dreitausend Jahren sagte, nicht nur dem St&#228;rksten zutr&#228;glich sei.<br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/Praesident_Correa_in_TU_Berlin_16042013.pdf">Rafael Correa [PDF - 140 KB]</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>INSM: &#8220;Gro&#223;e Mehrheit gegen h&#246;here Spitzensteuers&#228;tze&#8221;</strong><br />
[...] Gefragt zum Steuerkonzept der Gr&#252;nen sind &#8220;63 Prozent der B&#252;rgerinnen und B&#252;rge gegen eine solche Steuererh&#246;hung f&#252;r die Mittelschicht. Nur halb so viele (32 Prozent) sind eher daf&#252;r.&#8221; Korrekt m&#252;sste es auch im ersten Satz hei&#223;en, dass sie &#8220;eher&#8221; gegen die Steuerpl&#228;ne sind. Geschickt wurde hier wie schon in der ersten Frage, die Anhebung des Spitzensteuersatzes und der Reichensteuer verkn&#252;pft. Vermutlich w&#252;rde, wenn gesondert nach der Erh&#246;hung des Spitzensteuersatzes ab 80.000 Jahreseinkommen gefragt worden w&#228;re, die Zahl der Gegner eher weniger werden. Der Wortlaut der Frage:<br />
Bisher gilt f&#252;r Singles ein Steuersatz von 45 Prozent ab 250.000 Euro Jahreseinkommen. Die Gr&#252;nen wollen einen Steuersatz von 45 Prozent bereits ab 60.000 Euro Jahreseinkommen erheben. Jahreseinkommen ab 80.000 Euro sollen 49 Prozent zahlen. Was ist Ihre Meinung dazu? [...]<br />
Von der INSM wurde auch eine Kampagne zum Thema der Gerechtigkeit gestartet, wobei es letztlich wiederum darum geht, die Steuern nicht zu erh&#246;hen. Man findet es ungerecht, wenn der Staat so viel Steuern einzieht, will nicht noch mehr geben (&#8220;Der Staat hat mehr Geld denn je &#8211; er gibt es nur an falscher Stelle aus&#8221;) oder es wird mehr fr&#252;hkindliche Erziehung gefordert, damit dann &#8220;alle Kinder gleicherma&#223;en gute Startbedingungen haben &#8211; und damit Defizite, die durch die unterschiedliche soziale Herkunft entstehen ausgleichen&#8221;. So etwas nennt man Ideologie, wenn man so tut, als w&#228;ren mit Bildung alle &#252;brigen Privilegien kompensiert.<br />
Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/39/39151/1.html">Telepolis</a></p>
<p>dazu: <strong>Gute Reichensteuer, schlechte Reichensteuer</strong><br />
Zwei Umfragen, zwei Ergebnisse – und wunderbarerweise entsprechen sie jeweils ganz der Position ihrer Auftraggeber. Der Parit&#228;tische Wohlfahrtsverband pr&#228;sentierte am Donnerstag eine Infratest-Erhebung, wonach die Deutschen mit deutlicher Mehrheit und &#252;ber alle Parteigrenzen hinweg, eine st&#228;rkere Besteuerung hoher Einkommen und Verm&#246;gen fordern. Die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft behauptete das glatte Gegenteil – und hat ebenfalls ein seri&#246;ses Meinungsforschungsinstitut im R&#252;cken. [...]<br />
Bekommt vor der Wahl jeder das Umfrageergebnis, das er haben m&#246;chte? Vieles d&#252;rfte mit der Fragestellung zusammenh&#228;ngen. Bei Infratest ist es denkbar, dass die Begeisterung f&#252;r Steuererh&#246;hungen niedriger ausgefallen w&#228;re, wenn man nicht nur pauschal nach „sehr hohen Einkommen und sehr gro&#223;em Verm&#246;gen“ gefragt h&#228;tte. Wer sich selber nicht zu den Reichen z&#228;hlt, kann f&#252;r sie leicht h&#246;here Belastungen fordern. Aber auch die Emnid-Zahlen d&#252;rften mit Vorsicht zu genie&#223;en sein. Dass nur 14 Prozent die aktuellen Steuers&#228;tze f&#252;r zu niedrig halten, aber 32 Prozent die Erh&#246;hungspl&#228;ne der Gr&#252;nen begr&#252;&#223;en, ist jedenfalls logisch nicht ganz nachvollziehbar.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/zwei-umfragen-zwei-ergebnisse-gute-reichensteuer-schlechte-reichensteuer/8218774.html">Tagesspiegel</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Das Rezept eines Drogendealers</strong><br />
Alles gut und sch&#246;n. Die deutschen Firmen sind also seit 1996 von Jahr zu Jahr wettbewerbsf&#228;higer geworden. Sie haben ihre Arbeitskosten gesenkt und dadurch mehr und mehr auf der ganzen Welt verkauft. Deutsche Exporteure setzen mittlerweile ihre Waren und Dienstleistungen auf der Welt (und in Europa) im Schnitt um ein Drittel g&#252;nstiger ab als noch Mitte der 1990er Jahre. Und die reale Abwertung will gar nicht mehr aufh&#246;ren.<br />
Vergleichen wir das Jahr 2012 mit 2001, als Deutschland praktisch eine ausgeglichene Leistungsbilanz auswies. Man k&#246;nnte auch sagen, das Land befand sich im au&#223;enwirtschaftlichen Gleichgewicht. Aufwertung und Leistungsbilanzdefizite nach der deutschen Einheit waren l&#228;ngst vergessen. Nach Berechnungen der EU-Kommission war Deutschland vergangenes Jahr gegen&#252;ber 36 wichtigen Volkswirtschaften (inklusive EU und China) rund 5 Prozent unterbewertet – siehe gr&#252;ne Linie in der folgenden Grafik. In Europa waren es sogar noch 10 Prozent (blaue Linie).</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130514-DE-LOHNVERZICHT3.gif" alt="Deutschland auf dem Kriegspfad" title="Deutschland auf dem Kriegspfad" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.weitwinkelsubjektiv.com/2013/05/16/das-rezept-eines-drogendealers/">Weitwinkelsubjektiv</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Thomas Fricke: Finanzkrise – Der Reformeifer geht am Kern des M&#228;rkteproblems vorbei</strong><br />
Die Liberalisierung der globalen Finanzm&#228;rkte hat ihr Ziel verfehlt, f&#252;r mehr Stabilit&#228;t und Wirtschaftswachstum zu sorgen. Stattdessen folgt seit 30 Jahren eine Krise auf die andere. Jetzt werden etliche Bankenreformen diskutiert, um die Finanzm&#228;rkte krisensicherer zu machen. Dabei verfehlen sowohl Trennbankensysteme als auch die Begrenzung von Banker-Boni nach dem Urteil von Thomas Fricke ihre Wirkung. Er sieht den Kern des Problems in der prozyklischen Dynamik der M&#228;rkte. Dagegen w&#252;rden neben einer Finanztransaktionssteuer vor allem deutlich h&#246;here und antizyklisch sich anpassende Eigenkapitalquoten f&#252;r Banken helfen.<br />
Quelle: <a href="http://ftdwirtschaftswunder.files.wordpress.com/2013/05/wdmai2013bankenausstiegfricke.pdf">Wirtschaftsdienst [PDF - 100 KB]</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Wettbewerb &#252;ber alles</strong><br />
Vor wenigen Wochen erst wurde in London mit gro&#223;em Pomp Maggie Thatcher unter die Erde gebracht. Doch ihr Programm neoliberalen Staatsumbaus feiert in modernisierter Form in Europa derzeit fr&#246;hliche Urst&#228;nd.<br />
Orientiert am Fetisch Wettbewerbsf&#228;higkeit verfolgen ein Teil der EU-Kommission und Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Vorsto&#223;, der sich gewaschen hat. Um Europa im globalen Konkurrenzkampf besser zu positionieren, sollen hart erk&#228;mpfte Arbeitnehmerrechte und Sozialstandards geschleift werden &#8211; und zwar in allen L&#228;ndern. Arbeitslosengeld k&#252;rzen, K&#252;ndigungsschutz abbauen, Renten runter, M&#246;glichkeiten f&#252;r befristete Vertr&#228;ge ausweiten, Tarifvertragssysteme und Gewerkschaften schw&#228;chen, das sind nur einige der Ideen, die auf dem Tisch liegen. Die EU-L&#228;nder sollen sich dazu verpflichten, ihre Arbeits- und Sozialsysteme marktkonform umzubauen.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=a1&#038;dig=2013%2F05%2F16%2Fa0033&#038;cHash=c818bab1bd21154ada7a5124119314a6">taz</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Apple soll Kongress seine Steuertricks erkl&#228;ren</strong><br />
In der Debatte &#252;ber globale Steuertricks von Gro&#223;konzernen wollen US-Politiker nun auch Apple-Chef Tim Cook vor einen Ausschuss zitieren. Das Unternehmen best&#228;tigte am Donnerstag, dass Cook am Dienstag im Kongress zum Thema befragt werden solle.<br />
In einem Interview der &#8220;Washington Post&#8221; k&#252;ndigte der Apple-Chef an, er wolle dem Senatsausschuss ein paar Kompromissvorschl&#228;ge unterbreiten. So bezeichnete er den gegenw&#228;rtigen Steuersatz von 35 Prozent f&#252;r Ertr&#228;ge, die Unternehmen aus dem Ausland zur&#252;ck in die USA &#252;berweisen, als sehr hoch. &#8220;Wir schlagen nicht vor, dass es null Prozent sein m&#252;ssen&#8221;, sagte Cook. Aber ein niedrigerer Steuersatz w&#228;re in diesem Fall vern&#252;nftiger.<br />
Quelle: <a href="http://derstandard.at/1363711346259/Cook-soll-Kongress-Apples-Steuertricks-erklaeren">derStandard.at</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Apple, Amazon, Google und Co. sind offenbar der Meinung, dass sie &#252;ber dem Gesetz stehen. Wenn ein Konzern meint, seinen Steuersatz frei mit dem Staat aushandeln zu k&#246;nnen, ist dies ein untr&#252;gliches Zeichen f&#252;r ein seltsam verschobenes Selbstbild.</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>The Resistible Fall of Europe: An Interview with George Soros</strong><br />
On May 12, George Soros was awarded the Tiziano Terzani Prize for his 2012 book Financial Turmoil published in Italy by Hoepli. The following interview is adapted from a press conference held in Udine, Italy, on that occasion.<br />
Quelle: <a href="http://www.project-syndicate.org/commentary/the-resistible-fall-of-europe--an-interview-with-george-soros">Project Syndicate</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Systemic Malfunctioning of the Labor and Financial Markets</strong><br />
Dr. Heiner Flassbeck: Government has to step in and correct the imbalances of low wages and unregulated financial markets or a deeper recession and crisis is inevitable<br />
Quelle: <a href="http://therealnews.com/t2/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=31&#038;Itemid=74&#038;jumival=10173">The Real News</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Der Demografie-Traktor: Immer in Bewegung</strong><br />
Der demografische Wandel wird seit langem intensiv diskutiert. Scheinbar nimmt er einen fast unheimlichen Einfluss auf alles, was heute passiert und in der Zukunft geschehen wird. So ein wichtiges Thema musste dann auch f&#252;r den „Demografiegipfel“ der Bundesregierung herhalten, die daraus ein hohles Theater machte. Die Rede Angela Merkels zu Beginn des Gipfels macht das deutlich.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/10001/der-demografie-traktor-immer-in-bewegung?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed%3A+DerSpiegelfechter+%28Der+Spiegelfechter%29">Der Spiegelfechter</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Dumpingpreise und Intransparenz</strong><br />
Der Energieversorger Care Energy bietet &#214;kostrom zum Tiefstpreis an und ger&#228;t damit zusehends in die Kritik. Angeblich k&#246;nnen die Preise die Kosten f&#252;r die Produktion gar nicht decken. Verbraucherzentralen warnen au&#223;erdem vor undurchsichtigen und komplexen Vertr&#228;gen des Unternehmens.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/2109746/">Deutschlandfunk</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> W&#228;hrend jede „Ich AG“ ein schl&#252;ssiges Gesch&#228;ftsmodell vorlegen muss, darf ein Stromanbieter, der nach Eigendefinition gar kein Stromanbieter ist, offenbar eine viertel Million Kunden &#252;ber intransparente Strukturvertriebsmodelle k&#246;dern, ohne den Aufsichtsbeh&#246;rden ein schl&#252;ssiges Kostenmodell nennen zu k&#246;nnen. Der Markt wird es schon regeln und die arglosen Kunden sind wieder einmal die Dummen.</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Atomfracht an Bord – Beinahekatastrophe am 1. Mai?</strong><br />
Wie knapp ist Hamburg am 1. Mai an einer Katastrophe vorbeigeschrammt? Kurz nach dem Er&#246;ffnungsgottesdienst zum Kirchentag brannte im Hafen der Frachter „Atlantic Cartier“. Eine Gr&#252;nen-Anfrage deckt jetzt auf: An Bord waren neben Munition mehr als 20 Tonnen radioaktive Stoffe, davon 9 Tonnen hochgef&#228;hrliches Uranhexafluorid. Geeignetes L&#246;schmittel war in Norddeutschland nicht auf Lager.<br />
Quelle: <a href="http://www.gruene-fraktion-hamburg.de/wirtschaft-hafen/16-05-2013/atomfracht-bord-beinahekatastrophe-am-1-mai">Gr&#252;ne B&#252;rgerschaftsfraktion Hamburg</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Wie hast du`s mit der AfD?</strong><br />
Die Gr&#252;ndung der AfD hat nicht nur das parlamentarische System einmal mehr aufgemischt, sondern auch die Euro-Debatte in Deutschland weiter angeheizt. Gewonnen haben damit aber nur die Marktradikalen.<br />
Quelle: <a href="http://le-bohemien.net/2013/05/16/die-afd-die-linke-und-der-euro/">le Bohémien</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Sie ist ja eigentlich ganz nett</strong><br />
Die Bildzeitung bringt Jugendbilder der Kanzlerin. Bei RTL sitzt sie vor eine Gruppe von Frauen, beantwortet Fragen zu M&#228;nnern und Haushalt. Doch bei der Berichterstattung aus Merkels „unbekannten DDR-Leben“ geht es um mehr als unpolitische Menschelei der Klatschpresse.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821773.sie-ist-ja-eigentlich-ganz-nett.html">Neues Deutschland</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Wenn wir Kanzler w&#228;ren &#8230;</strong><br />
Frust statt Lust, Lobby statt Logik &#8211; das Ansehen der Politik im Lande hat schwer gelitten, von Elan und Schwung ist wenige Monate vor der Wahl weit und breit wenig zu sehen. Der Philosoph, Journalist und Satiriker Peter Zudeick setzt jetzt einen Kontrapunkt: In seinem neuen Buch &#8211; es tr&#228;gt den pr&#228;gnant schlichten Titel &#8220;Das alles und noch viel mehr w&#252;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&#228;r&#8217;n&#8221; &#8211; versammelt er Fachmenschen, die die dringlichsten und wichtigsten Fragen f&#252;r das Land stellen. Antworten geben. L&#246;sungen anbieten. Und von der Politik ganz einfach fordern: Macht es! Tut das, was richtig und notwendig ist, ohne Vorbehalte und Ausfl&#252;chte. Packt es an. Ob es um Finanzen, Milit&#228;r, Klima oder Altwerden geht. Entstanden ist eine Sammlung von Sachverstand mit Positionen zum Streiten, Zustimmen, Aufregen, Kopfsch&#252;tteln, Teilen oder Ablehnen. Auf jeden Fall zur Therapie von Politverdruss geeignet, meint West ART.<br />
Quelle: <a href="http://www.wdr.de/tv/westart/dienstag/sendungsbeitraege/2013/0514/index.jsp">WDR West Art</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Erg&#228;nzende Anmerkung zu: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17009#h08">&#8220;Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ m&#252;sste in den Medien jegliche Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben&#8221;</a></strong><br />
Unsers Leser G.K. schreibt uns hierzu: </p>
<blockquote><p>Zu der IW-Behauptung &#8220;Die Armutsquoten liegen im oberen Mittelfeld&#8221;:</p>
<p>Nach den j&#252;ngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes gelten 15,8 % der Bev&#246;lkerung, womit jeder Sechste in Deutschland als armutsgef&#228;hrdet gilt. EU-weit waren es nur geringf&#252;gig mehr Menschen, die armutsgef&#228;hrdet sind, n&#228;mlich 16,9%. Diese Daten beziehen sich auf das Basisjahr 2010. Der EU-Durchschnitt enth&#228;lt selbstverst&#228;ndlich auch die Armutsquoten der europ&#228;ischen Krisenstaaten, mithin jener Staaten, die seit Ende der 90er Jahre in besonderem Ma&#223;e vom deutschen Lohn-, Sozial- und Unternehmensteuerdumping in ihrer preislichen Wettbewerbsf&#228;higkeit gegen die Wand konkurriert wurden. Sollen &#8220;wir Deutsche&#8221; uns nun dar&#252;ber freuen, da&#223; wir als &#8220;reiches Land&#8221; hinsichtlich der Armutsgef&#228;hrdung nur knapp unterhalb des EU-Durchschnitts liegen, obwohl dieser EU-Durchschnitt auch als Folge der deutschen Dumpingpolitik nach oben gedr&#252;ckt wird? Sollen &#8220;wir Deutsche&#8221; uns in drei Jahren (wenn die Armutsquoten f&#252;r das Jahr 2013 vorliegen werden) dar&#252;ber freuen, wenn sich der Abstand der hiesigen Armutsquote zum EU-Durchschnitt wegen der Folgen der ma&#223;geblich von den deutschen &#8220;Eliten&#8221; diktierten Kaputtsparpolitik nochmals vergr&#246;&#223;ert haben wird?</p>
<p>Auf die von den deutschen Leitmedien verbreitete M&#228;r vom deutschen &#8220;Jobwunder&#8221; fallen nicht nur wegen der statistischen Tricks zur Sch&#246;nung der offiziellen Arbeitslosenquote sowie der massiven Verschlechterung der Arbeitsplatzqualit&#228;t lange Schatten. Eine k&#252;rzlich vom WSI (auf Basis von Daten der europ&#228;ischen Statistibeh&#246;rde Eurostat) ver&#246;ffentlichte Untersuchung zur Armutsgef&#228;hrdung Arbeitsloser innerhalb der EU kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, da&#223; in keinem Land der EU die Armutsgef&#228;hrdung Arbeitsloser so hoch ist wie in Deutschland. Im EU-Durchschnitt betr&#228;gt dieser Wert rund 46 Prozent, in Deutschland hingegen 67,7%. Zu den Ursachen dieser gewaltigen L&#252;cke hei&#223;t es in der WSI-Mitteilung: &#8220;Dies habe mit der vierten Hartz-Reform zu tun, erkl&#228;rt WSI-Forscher Seils. Langzeitarbeitslose seien seit der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe schlecht gegen Armut abgesichert. Nach einem Jahr – einer im Vergleich zu etlichen Nachbarl&#228;ndern relativ kurzen Frist – erhalten Arbeitslose kein einkommensabh&#228;ngiges Arbeitslosengeld I (ALG I) mehr, sondern nur noch das niedrigere ALG II als Grundsicherung. Und das reiche oft nicht mehr, um das Haushaltseinkommen &#252;ber der Armutsgrenze zu halten. Da die Langzeitarbeitslosen vom Besch&#228;ftigungsaufbau der vergangenen Jahre am wenigsten profitiert haben, fielen sie statistisch zunehmend ins Gewicht, so Seils: “Der Anstieg des Armutsrisikos unter Arbeitslosen stellt gewisserma&#223;en die Schattenseite der in den vergangenen Jahren gesunkenen Arbeitslosigkeit dar.&#8221;</p></blockquote>
</li>
<li><a name="h17"></a><strong>Zu guter Letzt: Walulis sieht fern: Das typische Politmagazin</strong><br />
Dramatische Musik, schlimme Schicksale und verfremdete Stimmen: Philipp Walulis hat sich auf die Spur investigativer Politmagazine begeben. Hier das Ergebnis seiner brisanten Recherche.<br />
Quelle: <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/extra5367.html">NDR extra3</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17297&amp;md5=f94d200a5fd5718ea45045ea068ffa95" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Gerechtigkeit – Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ m&#252;sste in den Medien jegliche Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17287</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17287#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 May 2013 07:54:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manipulation des Monats]]></category>
		<category><![CDATA[Strategien der Meinungsmache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nachdenkseiten.de/?p=17287</guid>
		<description><![CDATA[Die neoliberalen Propagandaagenturen haben erkannt, dass das Thema „soziale Gerechtigkeit“ zu einem f&#252;r sie gef&#228;hrlichen Feld im Wahlkampf werden k&#246;nnte. Kein Wunder also, dass sich diese neoliberalen Speerspitzen der Manipulation der &#246;ffentlichen Meinung in Stellung bringen, um die Stimmungslage beim Stimmvolk zu wenden und die ver&#246;ffentlichte Meinung auf ihre Seite zu ziehen oder wenigstens zu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die neoliberalen Propagandaagenturen haben erkannt, dass das Thema „soziale Gerechtigkeit“ zu einem f&#252;r sie gef&#228;hrlichen Feld im Wahlkampf werden k&#246;nnte. Kein Wunder also, dass sich diese neoliberalen Speerspitzen der Manipulation der &#246;ffentlichen Meinung in Stellung bringen, um die Stimmungslage beim Stimmvolk zu wenden und die ver&#246;ffentlichte Meinung auf ihre Seite zu ziehen oder wenigstens zu verunsichern.<br />
An der Spitze dieses „Klassenkampfs von oben“ stehen nat&#252;rlich die Propagandaorganisation der Arbeitgeber, die „Initiative Neue Marktwirtschaft“ (INSM) und deren „wissenschaftlicher Schreibtisch“, das „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW).<br />
Wenn es noch eines Beweises bedurft h&#228;tte, dass es dem angeblich wissenschaftlichen IW um nichts anderes geht, als um Propaganda f&#252;r die politischen Interessen der Arbeitgeberverb&#228;nde, dann ist er mit dieser aktuellen Pressekampagne geliefert.<br />
Wer in den Medien bereit ist, auch nur einen kritischen Blick auf diese Ver&#246;ffentlichungen des IW zu werfen, der d&#252;rfte als verantwortlicher Redakteur den Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael H&#252;ther, nie wieder zitieren oder vor die Kamera holen.<br />
Sp&#228;testens mit dieser Pressekampagne m&#252;sste das IW und zumal  ihr omnipr&#228;senter Direktor f&#252;r jeden einigerma&#223;en unvoreingenommenen Beobachter jede Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben. Von <strong>Wolfgang Lieb</strong><br />
<span id="more-17287"></span><br />
Die neoliberalen Propagandaagenturen haben erkannt, dass das Thema „soziale Gerechtigkeit“ zu einem f&#252;r sie gef&#228;hrlichen Feld im Wahlkampf werden k&#246;nnte.<br />
Nach einer j&#252;ngsten Umfrage des konservativ ausgerichteten Allensbach Instituts empfinden n&#228;mlich  70 Prozent der Deutschen eine Gerechtigkeitsl&#252;cke bei uns im Lande und fast genauso viele Menschen meinen, dass Einkommen und Verm&#246;gen nicht gerecht verteilt sind und dass die Ungerechtigkeit im Lande in den letzten Jahren zugenommen hat. 60% der befragten Bev&#246;lkerung sagen, dass sie von dem st&#228;ndig behaupteten gro&#223;artigen Wirtschaftswachstum <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16201">nicht profitierten</a>.</p>
<p>Wahlanalysen der Landtagswahl in Niedersachsen haben gezeigt, dass Thema „soziale Gerechtigkeit“ offenbar eine viel gr&#246;&#223;ere Wichtigkeit f&#252;r die Menschen hat, als das &#252;blicherweise &#246;ffentlich thematisiert wird. Das Gef&#252;hl, dass es in unserm Land ungerecht zugeht, konnte offenbar auch einem popul&#228;ren Amtsinhaber den <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15908">Wahlsieg kosten</a>. Das soll und darf nach dem Willen der Arbeitgeber, der Kanzlerin nicht passieren.</p>
<p>Kein Wunder also, dass sie ihre Speerspitzen der Manipulation der &#246;ffentlichen Meinung in Stellung bringen, um die Stimmungslage beim Stimmvolk zu wenden und die ver&#246;ffentlichte Meinung auf ihre Seite zu ziehen oder zumindest zu verunsichern. An der Spitze dieses „Klassenkampfs von oben“ stehen nat&#252;rlich die wichtigste Propagandaorganisation der Arbeitgeber, die „Initiative Neue Marktwirtschaft“ (INSM) und deren „wissenschaftlicher Schreibtisch“, das „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW).</p>
<p><strong>INSM startet eine Wahlkampagne des „Gro&#223;en Geldes“</strong></p>
<p>Die INSM preschte mit einer Anzeigenkampagne <a href="http://www.insm.de/insm/kampagne/gerechtigkeit/gerechtigkeitsfragen-der-insm.html">„Gerechtigkeit 2013“</a> vor. Bei acht Gerechtigkeitsthemen soll mit Anzeigen und Plakaten Meinungsmache im Sinne der Arbeitgeber betrieben werden. </p>
<p>Da wird dann die verbreitete Kritik an der bestehenden Einkommens- und Verteilungsungerechtigkeit umgeleitet in das vage Zukunftsversprechen von mehr „Chancengerechtigkeit“. Da soll der Zorn &#252;ber die dramatisch gesunkenen Steuern f&#252;r Unternehmen und Verm&#246;gensbesitzer umgelenkt werden auf die Lohnempf&#228;nger betreffende „kalte Progression“ der Lohnsteuerzahler. Da wird mit <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/38/38801/1.html">manipulierten Umfragen</a> gegen die Wiedereinf&#252;hrung der Verm&#246;gensteuer oder gegen eine Reform der Erbschaftssteuer angegangen. Und nat&#252;rlich wird &#252;ber den Mindestlohn als Arbeitsplatzvernichter hergezogen. Es wird die Facharbeiterschaft gegen die Studiengeb&#252;hrenfreiheit aufgewiegelt und der kalte Kaffee nochmals aufgew&#228;rmt, wonach angeblich die Verk&#228;uferin das Studium ihres zuk&#252;nftigen Chefs bezahle (Siehe zu diesem Ablenkungsman&#246;ver vor einer gr&#246;&#223;eren Steuergerechtigkeit z.B. <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15911#h13">hier</a>). Nat&#252;rlich wird wieder einmal der demografische Wandel als Hebel zur Verl&#228;ngerung der Lebensarbeitszeit eingesetzt. (Siehe dazu auch zum <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h01">sog. Demografie-Gipfel</a>)  Nicht fehlen darf nat&#252;rlich die Behauptung, dass die Agenda 2010 &#252;ber 2 Millionen Arbeitspl&#228;tze entstehen lie&#223;. (Siehe zur Widerlegung dieser Behauptung <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16451#h03">hier</a>)<br />
Kurz: Es handelt sich mal wieder um eine Wahlkampagne des „Gro&#223;en Geldes“ mit der Stimmen f&#252;r den Machterhalt der derzeitigen Regierung „gekauft“ werden sollen. </p>
<p><strong>Das „Institut der deutschen Wirtschaft“ zieht mit einer Pressekampagne nach</strong></p>
<p>Mit einer Pressekampagne zog nun vor wenigen Tagen das arbeitgeberfinanzierte „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW), belegt mit mehreren „Studien“ nach. &#220;ber die Pressematerialien wurden nat&#252;rlich brav von alle wichtigen Medien reportiert – nat&#252;rlich ohne dass man sie vorher gr&#252;ndlich &#252;berpr&#252;fen konnte. Wenn man das Medienecho wahrnimmt, ist die PR-Ma&#223;nahme erfolgreich. </p>
<p>Die bislang von allen Untersuchungen gest&#252;tzte Feststellung, dass Einkommen und Verm&#246;gen zunehmend ungleich verteilt seien, sei „nicht haltbar“. Diese Botschaft <a href="http://www.iwkoeln.de/de/presse/veranstaltungen/beitrag/pressegespraech-gerechtigkeit-verteilung-und-soziale-mobilitaet-in-deutschland-112223?relatedarticles.p=2#related-articles">verbreiteten</a> die Mietm&#228;uler der Arbeitgeberverb&#228;nde, angeblich belegt durch zahlreiche Einzelstudien und Statements, am 13. Mai der erstaunten &#214;ffentlichkeit.</p>
<p>Alle anderen und widersprechenden Befunde werden also f&#252;r falsch erkl&#228;rt. </p>
<p>Die selbst im <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16407">gesch&#246;nten regierungsoffiziellen Armuts-Reichtumsbericht</a> nicht bestreitbare Feststellung,  dass die Haushalte in der unteren H&#228;lfte der Verteilung nur &#252;ber gut ein Prozent des gesamten Nettoverm&#246;gens verf&#252;gen, w&#228;hrend die verm&#246;gensst&#228;rksten zehn Prozent der Haushalte &#252;ber die H&#228;lfte des gesamten Nettoverm&#246;gens auf sich vereinen, und dass der Anteil des obersten Dezils im Zeitverlauf <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16435">immer weiter angestiegen ist</a>, soll also „nicht haltbar“ sein? </p>
<p>Die Grafik des Statistischen Bundesamtes also eine Irref&#252;hrung der &#214;ffentlichkeit?</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_01.gif" alt="Verteilung des Privatverm&#246;gens in Deutschland" title="Verteilung des Privatverm&#246;gens in Deutschland" /></p>
<p>Der Bericht <a href="http://www.oecd.org/berlin/publikationen/dividedwestand-whyinequalitykeepsrising.htm">„Divided we Stand &#8211; Why Ineqality Keeps Rising“</a> der gewiss wirtschaftsfreundlichen OECD aus dem Jahre 2011, dass <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm">„in Deutschland (&#8230;) die Einkommensungleichheit seit 1990 erheblich st&#228;rker gewachsen als in den meisten anderen OECD-L&#228;ndern“</a>, soll wohl nur ein Propagandast&#252;ck sozialistischer Umverteilungsideologen sein?</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_02.gif" alt="Entwicklung der Einkommensungleichheit" title="Entwicklung der Einkommensungleichheit" /></p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_03.gif" alt="Entwicklung der Einkommensarmut" title="Entwicklung der Einkommensarmut" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.oecd.org/social/soc/41525386.pdf">OECD [PDF - 250 KB]</a></p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_04.gif" alt="Soziale Ungleichheit in der OECD nimmt zu" title="Soziale Ungleichheit in der OECD nimmt zu" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm">OECD 2011</a></p>
<p>Oder hat etwa das DIW  – um nur eines der Forschungsinstitute zu nennen, das eine signifikante Zunahme der Ungleichheit auf einem historischen H&#246;chststand beobachtet hat –  dasselbe statistische Material nur falsch ausgewertet?</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_05.gif" alt="Entwicklung des Gini-Koeffizienten und der Armutsrisikoquote in Deutschland" title="Entwicklung des Gini-Koeffizienten und der Armutsrisikoquote in Deutschland" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120330_vjh_2E80_2E4_2E5.pdf">DIW [PDF - 90 KB]</a></p>
<p>Wie erkl&#228;rt sich nun, dass das IW bei einigen ausgew&#228;hlten Indikatoren der sozialen Gerechtigkeit, der Verteilung und der sozialen Mobilit&#228;t zu so vollkommen anderen Ergebnissen kommt, als nahezu alle anderen Studien, die sich mit diesen Themen auseinandersetzten?</p>
<p>Wie bei jeder sozialwissenschaftlichen Studie h&#228;ngen deren Ergebnisse, von der Fragestellung, von den herangezogenen statistischen Grundlagen, von der Methodik der Auswertung der Daten und nat&#252;rlich von der Bewertung der Befunde ab. </p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Die Umverteilung in Deutschland funktioniert“</strong></p>
<p>Da f&#228;llt bei den im Internet zug&#228;nglichen Materialien und Studien zun&#228;chst einmal auf, dass nirgendwo und schon gar nicht in den Pressestatements die derzeit schon vorhandene Verm&#246;gensverteilung eine Rolle spielt. Es geht haupts&#228;chlich nur um die Verteilung der laufenden Einkommen &#252;ber einen Zeitabschnitt. </p>
<p>Wie ungleich jedoch die Verteilung des Nettogesamtverm&#246;gens ist, wird in der folgenden Grafik abgebildet:</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_06.gif" alt="Verm&#246;gensverteilung in Deutschland" title="Verm&#246;gensverteilung in Deutschland" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=12782">Jens Berger</a></p>
<p>Jens Berger kommt in seinem Artikel „Was hat es mit der Spreizung der Verm&#246;gensschere und der Steigerung der Kapitaleinkommen auf sich?“ zu folgendem Fazit:</p>
<blockquote><p>„Die Auswertung, wie sich dieses Verm&#246;gen verteilt, ist erschreckend. Die oberen 0,1% der Verm&#246;gensskala besitzen 22,5% des Nettoverm&#246;gens, die oberen 0,5% besitzen 31,2%, das obere Prozent 35,7%, die oberen 2,5% 44,7% und die oberen 7,5% bereits 61,0% des Nettoverm&#246;gens. Auf der anderen Seite der Skala besitzen die unteren 50% gerade einmal 1,4% des gesamten Nettoverm&#246;gens.“</p></blockquote>
<p>Das IW l&#228;sst diese ungleiche Verm&#246;gensverteilung nahezu komplett au&#223;en vor. Einzig mit der Verteilung des Immobilienverm&#246;gens besch&#228;ftigt sich eine Studie von Tim Calmor und Ralph Hegener.</p>
<p>Die Autoren kommen zu folgendem Fazit:</p>
<blockquote><p>„Das private Immobilienverm&#246;gen in Deutschland verdoppelte sich in den vergangenen 20 Jahren auf 6 Billionen Euro. Mit gut der H&#228;lfte am Privatverm&#246;gen stellt es weiterhin die wichtigste Anlageklasse dar. Das Immobilienverm&#246;gen ist analog zu anderen Verm&#246;genspositionen ungleich zwischen Gering- und Gutverdienenden, Alten und Jungen, Erwerbs- und Nichterwerbst&#228;tigen sowie zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland verteilt. Rund die H&#228;lfte der Bev&#246;lkerung verf&#252;gt &#252;ber Haus- und Grundbesitz. Das reichste F&#252;nftel besitzt 75 Prozent des Immobilienverm&#246;gens. In den letzten Jahren war keine merkliche Ver&#228;nderung der Verteilung zu erkennen.“</p></blockquote>
<p>(Vgl. <a href="http://www.iwkoeln.de/de/presse/veranstaltungen/beitrag/pressegespraech-gerechtigkeit-verteilung-und-soziale-mobilitaet-in-deutschland-112223?relatedarticles.p=2#related-articles">IW-Trends zum Download hier</a>)</p>
<p>Selbst dieser nun selbst ermittelte Befund, dass das reichste F&#252;nftel 75 % des Immobilienverm&#246;gens besitzt, bleibt aber nat&#252;rlich im Pressestatement des IW-Direktors H&#252;ther  unerw&#228;hnt. </p>
<p>Dass die Autoren beim Immobilienverm&#246;gen in den letzten Jahren keine merkliche Ver&#228;nderung eingetreten ist, spricht jedenfalls nicht dagegen, „Einkommen und Verm&#246;gen“ ungleich verteilt blieben und nach wie vor sind.</p>
<p>H&#252;ther behauptet vielmehr die Umverteilung in Deutschland funktioniere. Im unteren Einkommensbereich bestehe das Nettoeinkommen zu &#252;ber 60 Prozent aus Transferleistungen. </p>
<p>Auf einen solchen Prozentsatz kann man nur kommen, wenn man die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung, die staatlichen Pensionen, das Kindergeld, das Elterngeld, das Arbeitslosengeld I und II bzw. das Sozialgeld und andere Leistungen addiert. Und nat&#252;rlich rechnet das IW die Rentenzahlungen oder das Arbeitslosengeld I zu den „staatlichen Transferleistungen“, obwohl sie umlage- oder beitragsfinanziert sind. Bei einem umlagefinanzierten System entspricht das in etwa der absurden Rechenmethode, dass man bei Sparkonten ausschlie&#223;lich errechnen w&#252;rde, welche Summe von den Konten abgehoben werden, ohne gleichzeitig gegenzurechnen, wie viel von anderen Sparern (also bei der Rente oder beim Arbeitslosengeld I von den Lohnempf&#228;ngern) gleichzeitig wieder auf die Sparkonten einbezahlt wird. Die gesetzliche Rentenversicherung finanziert sich z.B. zu 74% aus Beitr&#228;gen und zu 26% aus staatlichen Zusch&#252;ssen (wobei die Zusch&#252;sse &#252;berwiegend f&#252;r versicherungsfremde Leistungen bezahlt werden). </p>
<p>Der Hinweis, dass Deutschland auf Platz 6 jener L&#228;nder liege, in denen die unteren Einkommensbereiche am meisten von den staatlichen Transferleistungen profitieren, sagt &#252;ber die steigende Ungleichheit in Deutschland nichts oder nur wenig aus. Die umverteilende Wirkung solcher Transfersysteme ist zwar in Deutschland relativ gro&#223;: Im Jahr 2008 verminderten Steuern und Transfers die Ungleichheit hierzulande um knapp 29 Prozent, verglichen mit 25 Prozent im OECD-Mittel. </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_07.gif" alt="Ausgleich durch Steuern und Transfers" title="Ausgleich durch Steuern und Transfers" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm">OECD</a></p>
<p>Aber im OECD-Bericht hei&#223;t es dazu zur&#252;ckhaltend: </p>
<blockquote><p>„Komplett verhindern konnte das deutsche Steuer- und Transfersystem das Auseinanderdriften von Arm und Reich allerdings nicht. Erstens verringerte sich der Umverteilungseffekt von Steuern und Sozialleistungen seit dem Jahr 2000 um vier Prozentpunkte, und zweitens gingen Unterst&#252;tzungsleistungen, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld, merklich zur&#252;ck (wenngleich das Niveau im internationalen Vergleich weiterhin relativ hoch ist).“</p></blockquote>
<p>Und dieses Auseinanderdriften <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommensungleichheitnimmtoecd-weitzuindeutschlandbesondersschnell.htm">erkl&#228;rt die OECD wie folgt</a>:</p>
<blockquote><p>„Die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich geht vor allem auf die Entwicklung der L&#246;hne und Geh&#228;lter zur&#252;ck. Diese machen etwa 75 Prozent des Haushaltseinkommens aus. In den vergangenen 15 Jahren hat sich die Lohnschere zwischen den obersten und untersten zehn Prozent der Vollzeitarbeitenden um ein F&#252;nftel erweitert. Aber auch zunehmende Teilzeitbesch&#228;ftigung ist ein Faktor, der zur Einkommensungleichheit beitr&#228;gt: Seit 1984 ist der Anteil der Teilzeitarbeiter in Deutschland von 11 auf 22 Prozent gestiegen, das hei&#223;t von knapp drei auf mehr als acht Millionen Menschen. H&#228;ufig handelt es sich hierbei um Frauen, die noch immer weniger Lohn erhalten als ihre m&#228;nnlichen Kollegen. Hinzu kommt eine Ver&#228;nderung von Arbeitszeiten: Kamen deutsche Geringverdiener vor 20 Jahren im Durchschnitt noch auf 1000 Arbeitsstunden pro Jahr, so hat sich ihre Arbeitszeit jetzt auf 900 Stunden reduziert. Menschen aus den oberen Einkommensklassen hingegen arbeiten weiterhin rund 2250 Stunden pro Jahr.“</p></blockquote>
<p>Auch &#252;ber diese Kluft bei den L&#246;hnen und beim Einkommen schweigt sich das IW aus.<br />
(Siehe dazu auch oder das <a href="http://www.boeckler.de/38555_40935.htm">Institut f&#252;r Makro&#246;konomie und Konjunkturforschung (IMK)</a>) </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_07-2.gif" alt="Einkommen: Die untere H&#228;lfte abgeh&#228;ngt" title="Einkommen: Die untere H&#228;lfte abgeh&#228;ngt" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.boeckler.de/hbs_showpicture.htm?id=40853&#038;chunk=1">IMK</a></p>
<p>Dass die Lohnquote von 72,1 % im Jahre 2000 (nachdem sie 2007 gar nur auf 63,2 % gesunken war) bis 2012 auf 68,1% gesunken ist, die Gewinnquote jedoch von 27,9 % auf &#252;ber 31 % <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130408_hinweise_antwort_bilanz_der_agenda_2010-politik_17-12750.pdf">gestiegen ist [PDF - 105 KB]</a>, bleibt vom IW unerw&#228;hnt. </p>
<p>Ein wenig (bitteren) Honig saugen k&#246;nnte das IW ausschlie&#223;lich daraus, dass die Markteinkommen aus Arbeit und Kapital in den letzten Jahren leicht anstiegen, dass die relative Armut ein klein wenig zur&#252;ckgegangen und der sog. Gini Koeffizient einen winzigen Bruchteil gesunken ist. Das Verh&#228;ltnis der Durchschnittseinkommen der oberen 10 % zum Durchschnittseinkommen der unteren 10 % klafft jedoch nach wie vor weit auseinander.<br />
Dass die Verm&#246;genden in der Finanzkrise leichte Einbu&#223;en hinnehmen mussten, &#228;ndert nichts daran, dass in Deutschland die Einkommensungleichheit f&#252;r Markt- und verf&#252;gbare Einkommen <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommen-verteilung-ungleichheit.htm">auf Vorkrisenniveau verharrte</a>, das Verm&#246;gen jedoch weiter angestiegen ist und zwar ungleich.</p>
<p>Daraus jedoch den Schluss zu ziehen die Ungleichverteilung sei ein „Mythos“ ist eine glatte T&#228;uschung.</p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Die Staatseinnahmen folgen weitgehend der Leistungsf&#228;higkeit“</strong></p>
<p>Als Zweites weist H&#252;ther darauf hin, dass die Staatseinnahmen „weitgehend der Leistungsf&#228;higkeit“ folge. Wieder wird hier nur auf die Einkommensteuer und die Mehrwertsteuer abgestellt. Die veranlagte Einkommensteuer, die K&#246;rperschaftssteuer, die Steuern auf Kapitaleink&#252;nfte oder die Gewerbesteuer, die nun gerade in den letzten Jahren deutlich gesenkt worden sind (siehe unten stehende Grafik), bleiben au&#223;en vor.</p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_08.png"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_08_th.gif" alt="Aufkommen verschiedener Steuern als Anteil am Gesamt-Steueraufkommen, 1961 und 2011, Deutschland. Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnung und Darstellung." title="Aufkommen verschiedener Steuern als Anteil am Gesamt-Steueraufkommen, 1961 und 2011, Deutschland. Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnung und Darstellung." /></a></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.annotazioni.de/post/1113">annotazioni</a></p>
<p>Dazu muss man wissen, dass die Lohnsteuer im Jahr 2012 mit 149.064.613 Tausend Euro der gesamten Steuereinnahmen in H&#246;he von 551.784.950 TSd. Euro nur 27 %, also nur ein gutes Viertel ausmacht. Selbst wenn man die veranlagte Einkommensteuer mit 37.262.402 Tsd. Euro zur Lohnsteuer addiert, macht die gesamte Einkommensteuer gerade ein Drittel der gesamten Steuereinnahmen aus.</p>
<p>Den gr&#246;&#223;ten Batzen der Steuereinnahmen macht &#252;brigens die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) aus, n&#228;mlich 194.634.876 Tsd. Euro. Diese indirekte Steuer belastet alle Einkommensbezieher vom Hartz IV-Empf&#228;nger bis zum Spitzenverdiener und Verm&#246;gensmilliard&#228;r gleich. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass niedrigere Einkommensbezieher einen viel h&#246;heren Anteil ihres verf&#252;gbaren Einkommens (mehrwertsteuerpflichtig) konsumieren als die „Bestverdiener“. D.h. gemessen am Gesamtsteueraufkommen wird der Umverteilungseffekt bei der Einkommensteuer weitgehend &#252;ber die indirekten Steuer weitgehend wieder aufgefangen.</p>
<p>Die K&#246;rperschaftssteuer tr&#228;gt mit 16.934.457 Tsd. Euro gerade mal  3 % zu den gesamten Steuereinnahmen bei, die nichtveranlagten Steuern vom Ertrag mit 20.059.468 Tsd. Euro rd. 3,6 % und die Abgeltungssteuer von den Zinsertr&#228;gen mit 8.234.069 Tsd. Euro nur noch 1,5%.</p>
<p>Man sollte sich nur das einmal vor Augen halten: Die K&#246;rperschaftssteuer (16.934.457 Tsd. Euro), also die Steuer auf das Einkommen von juristischen Personen, in der Regel also von Unternehmen liegt etwas &#252;ber den Steuereinnahmen &#252;ber die Tabaksteuer (14.143.447 Tsd. Euro).</p>
<p>Eine Verm&#246;gensteuer wird seit dem Jahr 2000 &#252;berhaupt nicht mehr erhoben und f&#252;r Kapitaleink&#252;nfte gilt ein pauschaler Steuersatz von 25% w&#228;hrend auf Arbeitseink&#252;nfte bis zu 45% Steuern erhoben werden. Auch die Erbschaftssteuer ist nur ein winziger Restposten.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerschaetzungen_und_Steuereinnahmen/2013-01-18-Steuereinnahmen-Kalenderjahr-2012.pdf?__blob=publicationFile&#038;v=9">Bundesfinanzministerium [PDF - 40 KB]</a> </p>
<p>Das alleinige Abstellen des IW auf die umverteilende Wirkung der Einkommensteuer und der f&#252;r alle gleiche Mehrwertsteuer ist also ein sehr selektiver Blick. Die Aussage, dass die Staatseinnahmen der Leistungsf&#228;higkeit folgten, ist jedenfalls im Hinblick auf die Verteilungsgerechtigkeit somit eine grobe Irref&#252;hrung. </p>
<p><strong>Das IW sagt: Die Armutsquoten liegen im oberen Mittelfeld</strong></p>
<p>Weiter wird vom IW verharmlosend darauf hingewiesen, dass die Armutsquoten im europ&#228;ischen Vergleich „im oberen Mittelfeld“ l&#228;gen. Das &#228;ndert jedoch nichts an der Tatsache, dass in Deutschland knapp 9 % der Menschen <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/einkommen-verteilung-ungleichheit.htm">in relativer Armut leben</a>.</p>
<p>Ist es eine Erfolgsmeldung, dass das „reiche“ Deutschland nur knapp unter dem OECD-Durchschnitt von 11,3 % liegt? </p>
<p>Es ist im &#220;brigen eine sehr selektive Betrachtung nur auf die Armutsquote abzustellen. Nach den j&#252;ngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes gelten 15,8 % der Bev&#246;lkerung, also jeder Sechste in Deutschland als armutsgef&#228;hrdet gilt. EU-weit waren es nur geringf&#252;gig mehr Menschen, die armutsgef&#228;hrdet sind, <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/03/PD13_121_634.html">n&#228;mlich 16,9%</a>. </p>
<p>Im aufw&#228;ndig gestalteten Begleitmaterial im <a href="http://www.arm-und-reich.de/stimmen/">Internetauftritt „arm und reich“</a> des IW darf dann auch noch der Kuratoriumsvorsitzende der INSM und ehemalige „Superminister“ Wolfgang Clement per Video ran und in seiner typisch agitatorischen Manier, Armut als ein „statistisches Problem“ abtun. Dass Clement nur noch ein geifernder Agitator ist und nicht einmal verstanden hat, was ihm vorgesagt wird, beweist er einmal mehr damit, dass er in seinem Video-Statement – f&#228;lschlicherweise &#8211; die Armutsgrenze an 60 Prozent des Durchschnittseinkommens, statt wie statistisch korrekt am Medianeinkommen misst. (Siehe zu dieser Unterscheidung etwa <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14856">hier</a>)<br />
Was Clement als absurd bezeichnet, zeigt nur wie absurd seine Einlassung selbst ist.   </p>
<p><strong>Das IW behauptet: Arbeitspl&#228;tze helfen, Armut zu vermeiden</strong></p>
<p>Es ist klar, dass das Arbeitgeberinstitut auf das Loblied der Bundesregierung mit Blick auf den (wohlgemerkt) statistischen R&#252;ckgang der Arbeitslosigkeit und auf das angebliche Rekordhoch bei der Anzahl der Erwerbst&#228;tigen singt. </p>
<p>Was das Arbeitgeberinstitut nat&#252;rlich nicht erw&#228;hnt, das ist die Tatsache, dass sich das Arbeitsvolumen der besch&#228;ftigten Arbeitnehmer seit dem Jahr 2000 mit 48.650 Mio. Stunden bis 2012 mit 48.814 Mio. Stunden im Jahr 2012 <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130408_hinweise_antwort_bilanz_der_agenda_2010-politik_17-12750.pdf">kaum ver&#228;ndert hat [PDF - 105 KB]</a>.</p>
<p>Das hei&#223;t konkret, dass sich die Arbeit unter der steigenden Zahl der Erwerbst&#228;tigen nur anders verteilt hat. Nur noch die H&#228;lfte der Arbeitnehmer ist <a href="http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.400060.de/12-21-1.pdf">in Vollzeit t&#228;tig [PDF - 440 KB]</a>. Das Institut f&#252;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung meldete im M&#228;rz, dass von 2005 bis 2012 die Vollzeitbesch&#228;ftigung um 4,2 %, die Teilzeitbesch&#228;ftigung jedoch um das Dreifache, n&#228;mlich um 12,7 % <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15631">zugenommen hat</a>. </p>
<p>Dann wird vom IW noch behauptet, dass der Anteil von Niedriglohnbesch&#228;ftigten seit 2007 stagniere. Das Statistische Bundesamt teilt in seiner j&#252;ngsten Statistik vom September 2012 dagegen mit: Der „Anteil der Besch&#228;ftigten mit Niedriglohn ist gestiegen“; ein langfristiger Trend <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/09/PD12_308_62.html;jsessionid=58223F34505E484A029E8FA6CF81A8D0.cae2">setze sich fort</a>. </p>
<p>Es ist und bleibt ein gesellschaftspolitischer Skandal, dass bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern fast ein Drittel der Besch&#228;ftigten einen Niedriglohn (31,0 %) erhielt. Besonders hoch war 2010 der Anteil von Besch&#228;ftigten mit Niedriglohn bei Taxifahrer/-innen (87,0 %), Friseurinnen und Friseuren (85,6 %) und im Reinigungsgewerbe (81,5 %). Aber auch in Restaurants, Cafés und Gastst&#228;tten (77,3 %), in W&#228;schereien und chemischen Reinigungen (73,6 %) sowie in Kinos (73,5 %) gab es besonders viele Besch&#228;ftigte mit Niedriglohn.</p>
<p>Zudem wird vom IW weiter behauptet, dass Niedriglohnbesch&#228;ftigung nicht gleichbedeutend mit Armut sei, immerhin h&#228;tten Besch&#228;ftigte im Niedriglohnbereich mit rund 17 % eine geringere Armutsgef&#228;hrdungsquote als Nicht-Erwerbst&#228;tige. </p>
<p>Den Vergleich der Armutsgef&#228;hrdung von Niedrigl&#246;hnern etwa mit Arbeitslosen kann man eigentlich nur als zynisch bezeichnen. </p>
<p>Schlie&#223;lich behauptet das IW noch, dass es nicht stimme, dass immer mehr Vollzeitbesch&#228;ftigte von ihrer Arbeit nicht leben konnten. Die Anzahl der Aufstocker sei in den vergangenen Jahren um 50.000 auf 290.000 (2011) zur&#252;ckgegangen. </p>
<p>Es ist schon nur die halbe Wahrheit, wenn man die Aufstocker nur auf die Vollzeitbesch&#228;ftigten bezieht. Ja, die Zahl der vollzeitbesch&#228;ftigten Aufstocker ist etwas zur&#252;ckgegangen. Dass das damit zu tun haben k&#246;nnte, dass in einigen Branchen inzwischen Mindestl&#246;hne eingef&#252;hrt worden sind, wird nat&#252;rlich geleugnet, da das IW sowieso gegen Mindestl&#246;hne eintritt. </p>
<p>Was aber diese halbe Wahrheit zu einer ganzen L&#252;ge macht, ist die Tatsache, die Zahl der Hilfeempf&#228;nger in sozialversicherter Teilzeit gegenl&#228;ufig anstieg. Will das IW sagen, dass diese Aufstocker alle freiwillig nur Teilzeit arbeiten? </p>
<p>Mitte 2011 gab es 570.000 Besch&#228;ftigte, die einen sozialversicherten Job aus&#252;bten und Sozialbeitr&#228;ge zahlten, von ihrer Arbeit nicht leben konnten und auf Hartz IV angewiesen waren. Nimmt man noch die geringf&#252;gig Besch&#228;ftigten oder &#8220;Selbstst&#228;ndigen“ hinzu, so erh&#246;ht sich die Zahl der erwerbst&#228;tigen Hartz-IV-Bezieher <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/120125_hinweise_hartz_IV_beduerft_von_erwerbstaet.pdf">auf 1,36 Millionen [PDF - 470 KB]</a>.</p>
<p>Siehe dazu folgende Grafik:</p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_09.png"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_09_th.gif" alt="Erwerbst&#228;tige ALG II-Empf&#228;nger 2007 - 2012" title="Erwerbst&#228;tige ALG II-Empf&#228;nger 2007 - 2012" /></a></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Sozialstaat/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIV81b.pdf">Sozialpolitik aktuell [PDF - 130 KB]</a></p>
<p>&#220;ber die Ausweitung der Leiharbeit die bis zu 40 Prozent unter dem Tariflohn verdienen schweigt sich das IW g&#228;nzlich aus. </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_10.gif" alt="Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland seit 1996" title="Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland seit 1996" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++3418e2be-1e97-11e2-8d4b-00188b4dc422">DGB</a></p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Ein gesetzlicher Mindestlohn ist kein Instrument der Armutsbek&#228;mpfung“</strong></p>
<p>Richtig ist die Argumentation des IW, dass die Einf&#252;hrung einer Lohnuntergrenze in H&#246;he von 8,50 Euro kein effizientes Instrument der Armutsbek&#228;mpfung darstellt. Dazu ist dieser Betrag auch schlicht zu niedrig. Aber dass der Mindestlohn ein effektives Instrument zur Armutsbek&#228;mpfung sei, behauptet auch kaum jemand. Es ist bestenfalls ein Instrument, um der Lohndr&#252;ckerei nach unten eine Grenze zu setzen. </p>
<p>Dass die Arbeitgeberseite gegen den gesetzlichen Mindestlohn ist, das ist bekannt, dass auch alle praktischen Gegenbeispiele, dass ein Mindestlohn eben keine negative Besch&#228;ftigungseffekte  haben muss, geleugnet werden auch. Dazu haben wir uns auf den NachDenkSeiten schon in vielen Beitr&#228;gen besch&#228;ftigt.<br />
(Siehe dazu <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16360#h07">aktuelle Forschungsergebnisse zum Mindestlohn</a>) </p>
<p><strong>Das IW sagt: „Die Lohnmobilit&#228;t ist stabil, die Einkommensmobilit&#228;t aber leicht r&#252;ckl&#228;ufig“</strong></p>
<p>Einmal abgesehen, dass die Autoren dieser Studie einen zweifelhaften Index verwenden, kommen sie keineswegs zu einem f&#252;r das IW erfreulichen Befund.</p>
<p>Die Lohnmobilit&#228;t, also dass Arbeitnehmer im Laufe ihres Erwerbslebens ihre Position in der Einkommensverteilung der Bev&#246;lkerung verbessern k&#246;nnen, sei „nicht gesunken“ schreiben die Autoren Sch&#228;fer/Schmidt/Schr&#246;der. Das hei&#223;t die Lohneinkommenspositionen sind quasi zementiert. Es ist „nicht der Fall“, dass die Aufstiegschancen „im Zuge der Erfolge auf dem Arbeitsmarkt“ gr&#246;&#223;er geworden seien, schreiben sie. Aber was sagen schon Lohneinkommenspositionen, wenn Arbeitnehmer in Teilzeit oder in Leiharbeit abgedr&#228;ngt werden. </p>
<p>Unerkl&#228;rlich ist f&#252;r diese „Forscher“, warum die Einkommensmobilit&#228;t r&#252;ckl&#228;ufig ist, also die Chancen in eine bessere Einkommensschicht aufzusteigen abgenommen haben. Dabei w&#228;re die Antwort so einfach. Die Reichen sind reicher geworden, die Armen &#228;rmer und im besten Falle stagnierten die mittleren Einkommen oder sie sanken herab.</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130515_neoliberale_propaganda_11.gif" alt="Einkommensmobilit&#228;t der Mittelschicht" title="Einkommensmobilit&#228;t der Mittelschicht" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=11396">Wirtschaftliche Freiheit</a></p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Bildungsabschl&#252;sse: Mehr Aufsteiger als Absteiger“</strong></p>
<p>Wie im konservativen Lager &#252;blich, will man von der bestehenden Ungleichheit der Einkommensverteilung und der auseinandergehenden Lohnschere ablenken. Man ergreift die Flucht in eine bessere Zukunft durch das Versprechen des (k&#252;nftigen) Aufstiegs durch Bildung. Der Fluchtpunkt ist deshalb <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16201">„Chancengerechtigkeit“ in der Bildung</a>.</p>
<p>Interessant ist dabei die Altersgruppe der Bildungsaufsteiger, die das IW f&#252;r seine Behauptung heranzieht – n&#228;mlich die 35- bis 44-J&#228;hrigen. Also diejenigen, die vor 10 oder gar 20 Jahren ihren (formalen) Bildungsgrad abgeschlossen haben. Diese Altersgruppe profitierte noch von den Ausl&#228;ufern der damaligen Bildungsexpansion. </p>
<p>Blickte man jedoch auf die 25- bis 34-J&#228;hrigen, so sieht das Bild ganz anders aus. Nach der j&#252;ngsten OECD-Publikation „Bildung auf einen Blick“ erreichen nur 20 % dieser Altersgruppe ein h&#246;heres Bildungsniveau als ihre Eltern und 22 % verschlechtern sich sogar. Im OECD-Durchschnitt steigen dagegen viel mehr, n&#228;mlich 37 % bildungsm&#228;&#223;ig auf und nur 13 % <a href="http://www.oecd.org/berlin/presse/hohererbildungsstandgarantiertbesserejobchanceninderkrise.htm">steigen gegen&#252;ber ihren Eltern ab</a>. </p>
<p>Deutschland landet bei den Chancen auf sozialen Aufstieg durch Ausbildung auf einem blamablen <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=7884">Rang 22 unter 31 untersuchten L&#228;ndern</a>. Nach wie vor spielt das Verm&#246;gen der Eltern eine <a href="http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=diw_01.c.411448.de">zentrale Rolle f&#252;r den Erfolg der Kinder</a> und die Herkunft spielt f&#252;r sozialen Aufstieg eine <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1727258/drucken/">st&#228;rkere Rolle als vor 30 bis 40 Jahren</a>.</p>
<p><strong>Das IW behauptet: „Das Bildungssystem ist durchl&#228;ssiger geworden“</strong></p>
<p>Es gebe immer weniger Kinder aus „bildungsfernen und Migrantenhaushalten“, die nicht einmal einen Hauptschulabschluss erreichten, hei&#223;t es beim IW. </p>
<p>Auf dem von der Kanzlerin gro&#223; gefeierten „Bildungsgipfel“ im Herbst 2008 wurde versprochen, die Quote der Schulabbrecher zu halbieren. Die Quote konnte seit nunmehr f&#252;nf Jahren gerade einmal um 1,2 Prozentpunkte von 7,4 auf 6,2 Prozent abgesenkt werden. Auch die Zahl der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss konnte nur unwesentlich von einem Anteil von 17,2 auf 15,9 Prozent verringert werden. </p>
<p>Hauptschulen besuchen &#252;berdurchschnittlich viele Kinder aus armen und benachteiligten Elternh&#228;usern und vor allem auch aus Familien mit Migrationshintergrund. An Gymnasien sind solche Kinder hingegen stark unterrepr&#228;sentiert. Sage und schreibe 40,7 Prozent der Hauptsch&#252;lerinnen und Hauptsch&#252;ler aber gerade einmal 9,2 Prozent der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten haben Eltern mit Volks- bzw. Hauptschulabschluss. Gemessen an ihrem Anteil an der gesamten Bev&#246;lkerung besuchen Kinder, deren Eltern einen Volks- bzw. Hauptschulabschluss haben, doppelt so h&#228;ufig eine Hauptschule und <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=5422">nur halb so h&#228;ufig ein Gymnasium</a>. Selbst bei gleicher Leistung hat das Kind eines Akademikers gegen&#252;ber einem Arbeiterkind eine <a href="http://schule.dgb.de/++co++ab29691e-f32f-11e0-6d11-00188b4dc422">drei Mal so gro&#223;e Chance</a> ein Gymnasium zu besuchen.</p>
<p>Die Parole „Leistung muss sich lohnen“ hat gerade auch hinsichtlich der Bildungschancen kaum einen Bezug zur Realit&#228;t. Die Chance, die allgemeine Hochschulreife („klassisches“ Abitur) zu erreichen, ist f&#252;r Sch&#252;ler aus gebildeten Elternh&#228;usern noch immer etwa siebenmal h&#246;her als f&#252;r Sch&#252;ler aus bildungsfernen Familien.</p>
<p>Angefangen von der UNO, &#252;ber die OECD bis hin zu den Pisa-Studien, alle bescheinigen Deutschland eines der „sozial selektivsten Bildungssysteme“. Diese Tatsache mit der Behauptung, das Bildungssystem sei durchl&#228;ssiger geworden, sch&#246;n reden zu wollen, kann man nur noch als Manipulation bezeichnen.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Ich behaupte nicht, dass alle hier den IW-Behauptungen entgegengestellten Untersuchungen und Statistiken richtig sind. Im Gegenteil, teilweise sind sie sogar noch im Sinne der herrschenden Regierung sch&#246;ngef&#228;rbt. </p>
<p>Aber die unter dem Tarnmantel der Wissenschaftlichkeit daherkommende Pressekampagne des IW &#252;ber Gerechtigkeit in unserem Land ist in der Auswahl ihrer Themen derart interessensbezogen und in ihren Behauptungen und deren Belegen so einseitig und parteilich, wie man das sonst nur selten findet.</p>
<p>Wenn es noch eines Beweises bedurft h&#228;tte, dass es dem „Institut der deutschen Wirtschaft“ um nichts anderes geht, als um Propaganda f&#252;r die politischen Interessen der Arbeitgeberverb&#228;nde, dann ist er mit dieser Pressekampagne geliefert.</p>
<p>Wer in den Medien bereit ist, auch nur einen kurzen kritischen Blick auf diese Ver&#246;ffentlichungen zu werfen, der d&#252;rfte als verantwortlicher Redakteur den Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael H&#252;ther, nie wieder zitieren oder vor die Kamera holen. </p>
<p>Sp&#228;testens mit dieser Kampagne m&#252;sste das IW und ihr Direktor f&#252;r jeden einigerma&#223;en unvoreingenommenen Beobachter jede Glaubw&#252;rdigkeit verloren haben.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17287&amp;md5=ee08897341adcaebbf76f107680cdb5a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 May 2013 07:05:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288</guid>
		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Flassbeck: Letzte Chance zur Euro-Rettung nutzen Linke Strategien in der Eurokrise [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (MB/JB)<br />
<span id="more-17288"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h01">Flassbeck: Letzte Chance zur Euro-Rettung nutzen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h02">Linke Strategien in der Eurokrise</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h03">Deutsche fordern R&#252;ckkehr zum starken Staat</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h04">Merkels Agenda muss warten</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h05">Konjunkturpakete: Japans Radikalpolitik entfacht Wirtschaftsboom</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h06">Zentralbanker Weidmann liegt falsch</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h07">Paul Krugman &#8211; The Smith/Klein/Kalecki Theory of Austerity</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h08">1996 – das Jahr, als Europa das erste Mal starb</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h09">Euro-Austritt: Was sagen linke Parteien in Europa?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h10">Neueste Au&#223;enhandelsdaten belegen Fehlentwicklung</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h11">Apres Moi, Le Deluge &#8211; Make Money Now To Hell With Tomorrow</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h12">Unversteuert: Die Steueroase Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h13">Unter Mindestlohn</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h14">Steinmeier und die Demographie-L&#252;ge</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h15">Debakel um „Euro Hawk“: Kuscheln mit dem Millionenverschwender</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h16">Gespaltene Hochschulrektoren &#8211; Breitenf&#246;rderung statt Schein-Eliten?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h17">Gysi und der Goldschatz</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288#h18">Zu guter Letzt: Europa in Panik</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17288&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Flassbeck: Letzte Chance zur Euro-Rettung nutzen</strong><br />
Fr&#252;herer Finanzstaatsekret&#228;r pl&#228;diert daf&#252;r, Ausstieg aus dem Euro als Option zu tolerieren / Studie der Luxemburg-Stiftung vorgelegt.<br />
Der Volkswirt und fr&#252;here Finanzstaatssekret&#228;r Heiner Flassbeck sieht trotz einer schweren Existenzkrise, in der sich der Euro befinde, noch Chancen f&#252;r einen Kurswechsel. „Es ist sp&#228;t, doch noch ist es nicht zu sp&#228;t f&#252;r eine Umkehr“, so Flassbeck mit Blick auf eine von der Linken-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung in Auftrag gegebene Studie. „W&#252;rde Deutschland als wichtigstes Gl&#228;ubigerland Einsicht zeigen, seine Position radikal ver&#228;ndern und zusammen mit allen anderen auf eine neue Strategie setzen, k&#246;nnte die Euro-Zone die schwere Rezession &#252;berwinden und die Krise bew&#228;ltigen.“<br />
Flassbeck zeigte sich zugleich skeptisch, was die aktuellen politischen M&#246;glichkeiten f&#252;r einen Kurswechsel angeht. „Da die Wahrscheinlichkeit f&#252;r das Zustandekommen einer solchen fundamentalen Wende nicht sehr hoch anzusetzen ist, m&#252;ssen auch andere Optionen ins Auge gefasst werden.“ Die von ihm und dem in London lehrenden &#214;konom Costas Lapavitsas vorgelegte 45-seitige Expertise habe gezeigt, dass die M&#246;glichkeiten einer W&#228;hrungsunion in Europa und die damit zusammenh&#228;ngenden Chancen nicht genutzt worden seien. Im Lichte der Lage in den europ&#228;ischen Krisenstaaten sto&#223;e „Politik an Grenzen, die man nicht vernachl&#228;ssigen darf“.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821662.flassbeck-letzte-chance-zur-euro-rettung-nutzen.html">Neues Deutschland</a></p>
<p><strong>Heiner Flassbeck &#8211; Der Euro vor der Entscheidung</strong><br />
Die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gef&#246;rderte Studie «The Systemic Crisis of the Euro – True Causes and Effective Therapies» von Heiner Flassbeck und Costas Lapavitsas hat unmissverst&#228;ndlich gezeigt, dass die gemeinsame europ&#228;ische W&#228;hrung existenziell bedroht ist. Nicht nur wurden von Anfang an die Grundbedingungen f&#252;r eine funktionierende W&#228;hrungsunion missachtet. Das Management der W&#228;hrungsunion, ausgerichtet vor allem auf fiskalische Aspekte, war der Komplexit&#228;t der Sache nicht angemessen, und es war geblendet von der ideologischen Ausrichtung der wichtigsten Akteure. Zudem wurden seit Beginn der europ&#228;ischen Krise, die mit der Krise des Weltfinanzsystems zusammenfiel, entscheidende Fehler bei dem Versuch gemacht, der Spaltung der Europ&#228;ischen W&#228;hrungsunion Herr zu werden. Wieder hat die Fokussierung auf fiskalische Fragen («Staatsschuldenkrise») eine umfassende und zielgerichtete Therapie verhindert. Dar&#252;ber hinaus haben die einseitige und eindeutig falsche Schuldzuweisung an die Schuldnerl&#228;nder und die von ihnen verlangte Austerit&#228;tspolitik eine Wirtschaftskrise in Gang gesetzt, deren negative Folgen f&#252;r die Lebensverh&#228;ltnisse der Menschen die nationalen demokratischen Systeme infrage stellen und das friedliche Zusammenleben der B&#252;rgerInnen in Europa f&#252;r Jahrzehnte belasten werden.<br />
Es ist sp&#228;t, doch noch ist es nicht zu sp&#228;t f&#252;r eine Umkehr. W&#252;rde Deutschland als wichtigstes Gl&#228;ubigerland Einsicht zeigen, seine Position radikal ver&#228;ndern und zusammen mit allen anderen auf eine neue Strategie setzen, k&#246;nnte die Euro-Zone die schwere Rezession &#252;berwinden und die Krise bew&#228;ltigen. Doch mit jedem Tag, an dem an der alten gescheiterten Strategie festgehalten wird, schwinden die Chancen f&#252;r eine erfolgreiche Wende. Die entscheidenden Elemente einer neuen Strategie w&#228;ren der Abbau der L&#252;cke in der Wettbewerbsf&#228;higkeit – vor allem &#252;ber Lohnerh&#246;hungen in Deutschland –, die sofortige Beendigung des fiskalischen Austerit&#228;tskurses und die &#220;berbr&#252;ckung der schwierigen &#220;bergangsphase f&#252;r die Schuldnerl&#228;nder durch Kredite der EZB, Eurobonds oder weitgehend unkonditionierte Hilfen durch den ESM (European Stability Mechanism). Auch in diesem Fall br&#228;uchte man einen langen Atem. Der R&#252;ckweg zu einer Lage, bei der die Schuldnerl&#228;nder wirtschaftlich auf eigenen F&#252;&#223;en stehen, Wachstum erzeugen und Arbeitspl&#228;tze schaffen k&#246;nnen, wird mindestens zehn Jahren<br />
dauern.<br />
Quelle: <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/fazit_flassbeck_lapavitsas_studie.pdf">Rosa Luxemburg Stiftung [PDF - 110 KB]</a></p>
<p>dazu: <strong>The Systemic Crisis of the Euro &#8211; True Causes and effective therapies</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Studien/Studien_The_systemic_crisis_web.pdf">Rosa Luxemburg Stiftung [PDF - 1 MB]</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Linke Strategien in der Eurokrise</strong><br />
Es best&#228;tigt sich, dass die (wahrscheinlich) «letzte Konjunktur» des Neoliberalismus (Candeias 2004 u. 2009) seine autorit&#228;re Wendung ist. Er begegnet der Krise<br />
(wie in vorangegangenen gro&#223;en Krisen) mit einer Intensivierung der alten Regulationsmechanismen (Candeias 2008; IfG 2011). Die Krise wird genutzt, um neoliberale Prinzipien &#252;ber K&#252;rzungspolitiken und sogenannte Schuldenbremsen zu versch&#228;rfen und europaweit institutionell mit Verfassungsrang festzuschreiben. Das zielt auf die Wiederherstellung des «Vertrauens» der Finanzm&#228;rkte und auf die Disziplinierung der Politik. Wenn n&#246;tig, werden gew&#228;hlte Regierungen zum R&#252;cktritt gezwungen und durch vermeintlich neutrale Technokraten ersetzt, wie 2011 in Griechenland oder Italien.<br />
Hier wird Macht umverteilt: Die Konstruktion supranationaler Sachzw&#228;nge wird als Begr&#252;ndung f&#252;r eine Politik des Abbaus von Sozial- und Arbeitsrechten, der Privatisierung sowie der Enteignung von Schuldnern genutzt. Sie dienen der Delegitimierung der Anspr&#252;che jener, die nicht in erster Linie «stabilit&#228;tsorientierte» Interessen verfolgen: Besch&#228;ftigte, Gewerkschaften, Arbeitslose und sozial Benachteiligte. «Die Neuausrichtung der EU wird damit noch st&#228;rker als zuvor zu einem entscheidenden Kampfplatz f&#252;r gesellschaftliche Entwicklungen, auch in der Bundesrepublik»(IfG 2011: 6).<br />
Quelle: <a href="http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Analysen/Analyse_Linke_Strategien_Web.pdf">Rosa Luxemburg Stiftung [PDF - 1 MB]</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Deutsche fordern R&#252;ckkehr zum starken Staat</strong><br />
Mehr Geld f&#252;r Bildung und Soziales: Eine Mehrheit der Deutschen fordert laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Parit&#228;tischen Wohlfahrtsverbands die R&#252;ckkehr des starken Staates, und das &#252;ber Einkommens- und Parteigrenzen hinweg. Die Reichen sollen daf&#252;r st&#228;rker zur Kasse gebeten werden.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/umfrage-deutsche-wollen-hoehere-steuern-fuer-reiche-und-mehr-staat-a-900215.html">Spiegel</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.der-paritaetische.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&#038;u=0&#038;file=fileadmin/dokumente/downloads/130516_steuergerchtigkeit_2013.pdf&#038;t=1369410245&#038;hash=b97189ca71a3a46089bbf612539dedbbd8311e8d">Parit&#228;tischer Wohlfahrtsverband [PDF - 1.7 MB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.W.:</strong> In Zeiten in denen Franz M&#252;ntefering zum Chef eines Sozialvervands (ASB) gew&#228;hlt wird, ist Ulrich Schneider, Hauptgesch&#228;ftsf&#252;hrer des Parit&#228;tischen Gesamtverbands, einer der letzten aufrichtigen K&#228;mpfer der Sozialverb&#228;nde in Deutschland gegen den sozialen Kahlschlag und f&#252;r die wirklich Bed&#252;rftigen. Diese Umfrage zeigt wieder einmal anschaulich, dass die Parteien mit einer R&#252;ckkehr des Wohlfahrsstaates, der sch&#252;tzend f&#252;r seine B&#252;rger da ist, gro&#223;e Zustimmungsraten in der Bev&#246;lkerung weit &#252;ber Einkommens- und Bildungsgrenzen hinweg gewinnen k&#246;nnten. Schade nur, dass viele in den Parteien nur auf Lobbyisten und das Gro&#223;kapital statt auf die Bev&#246;lkerung h&#246;ren &#8211; inkonsequent ist es nat&#252;rlich auch, dass die Menschen mit der Zustimmung zu Angela Merkel genau das Gegenteil unterst&#252;tzen, n&#228;mlich den schwachen Staat und den Abbau von Solidarit&#228;t und Wohlfahrtsstaat. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen in Deutschland aufwachen und Frau Merkel und Ihre Politik abw&#228;hlen, auch wenn es gewiss an einer w&#228;hlbaren Alternative als Kanzler fehlt. Vielleicht ist das aber die Chance, dass da mehrere kleine Parteien auf Augenh&#246;he eine klein-kleine Koalition bilden. Viele Gr&#252;&#223;e und danke f&#252;r die wertvolle Arbeit!</em></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Merkels Agenda muss warten</strong><br />
Der neue Wettbewerbspakt f&#252;r die Eurozone ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Derzeit gebe es daf&#252;r keine Mehrheit, hei&#223;t es in Br&#252;ssel. Beim Juni-Gipfel soll stattdessen der schon fast vergessene Wachstumspakt wiederbelebt werden – Merkels neoliberaler Masterplan muss warten.<br />
Quelle: <a href="http://lostineu.eu/merkel-muss-warten/">Lost in europe</a></p>
<p>dazu: <strong>Europas Linke mit Visionen</strong><br />
Linke Sozialdemokraten, Gr&#252;ne, Intellektuelle und andere Linke suchen eine europaweite Allianz. Ein gemeinsamer Aufruf soll die Kehrtwende einleiten.<br />
Hilde Mattheis strahlt. „Uns ist eine einmalige Aktion gelungen“, sagt die Chefin der SPD-Linken am Mittwochmorgen in einem Berliner Café. Sie stellt den Aufruf „Europa geht anders“ vor, zeitgleich mit Sozialdemokraten, Linken, Gr&#252;nen, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern in &#214;sterreich, Italien und Frankreich.<br />
Erstmals regt sich mit dem Aufruf der europ&#228;ischen Linken ein l&#228;nder- und partei&#252;bergreifender Protest gegen die Europapolitik insbesondere von Kanzlerin Angela Merkel. Die Initiatoren stellen sich gegen den Plan f&#252;r den geplanten „Pakt f&#252;r Wettbewerbsf&#228;hrigkeit“. [...]<br />
Dem Aufruf auf www.europa-geht-anders.eu haben sich innerhalb weniger Stunden bis zum Mittwochnachmittag knapp 500 Unterst&#252;tzer aus mehreren europ&#228;ischen L&#228;ndern angeschlossen. In Deutschland z&#228;hlen vor allem SPD-Linke zu den Erstunterzeichnern. Eine Umfrage von Ende April best&#228;tigt sie in ihrem Kurs: 70 Prozent der Befragten sehen den mangelnden W&#228;hlerzuspruch der SPD darin begr&#252;ndet, dass die Partei nicht deutlich mache, wie sie die Eurokrise l&#246;sen will.<br />
„Die SPD ist noch auf der Suche nach dem richtigen Europakurs“, sagt Hilde Mattheis. Sie will mit der Initiative die gesamte Partei und die SPD-Bundestagsfraktion dazu aufrufen, sich zu positionieren. Wie sich die Parteispitze zum Aufruf verh&#228;lt, lie&#223; sich am Mittwoch nicht in Erfahrung bringen. Vage hie&#223; es aus der SPD, der Vorschlag sei ein „interessanter und wichtiger Debattenbeitrag“<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/Laenderuebergreifender-Krisen-Protest/!116331/">taz</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Konjunkturpakete: Japans Radikalpolitik entfacht Wirtschaftsboom</strong><br />
In Japan keimt die Hoffnung auf ein Ende der seit zwei Jahrzehnten andauernden Stagnation. Die drittgr&#246;&#223;te Volkswirtschaft der Welt ist zum Jahresbeginn 2013 &#252;berraschend stark gewachsen. Den Aufschwung verdankt das Land vor allem der riskanten Politik des neuen Ministerpr&#228;sidenten Shinzo Abe.<br />
Die aggressive japanische Konjunktur- und Geldpolitik zeigt offenbar Wirkung. Wie die Regierung am Donnerstag bekanntgab, ist das Bruttoinlandsprodukt des Landes im ersten Quartal deutlich st&#228;rker gewachsen als erwartet. Zwischen Januar und M&#228;rz lag die Wirtschaftsleistung demnach 0,9 Prozent h&#246;her als Ende 2012. Es war das zweite Quartalsplus in Folge. Aufs Jahr hochgerechnet wuchs die Wirtschaft sogar um 3,5 Prozent.<br />
Nach Ansicht von &#214;konomen sowie der Regierung sind die starken Zahlen eine erste Reaktion auf die Wirtschaftspolitik des neuen Ministerpr&#228;sidenten Shinzo Abe. Der seit Dezember amtierende Premier will sein Land mit massiven Konjunkturprogrammen und einer aggressiven Lockerung der Geldpolitik aus der seit zwei Jahrzehnten andauernden wirtschaftlichen Stagnation befreien. [...]<br />
Auch die japanische Notenbank hat Ministerpr&#228;sident Abe f&#252;r seinen Wachstumskurs eingespannt. Sie soll binnen zwei Jahren umgerechnet 1,4 Billionen Dollar in die Wirtschaft pumpen, vor allem &#252;ber den Ankauf von Staatsanleihen, b&#246;rsengehandelten Indexfonds und Immobilienfonds. Das soll die Konjunktur stimulieren und die Inflation anheizen, die in Japan seit Anfang der neunziger Jahre kaum &#252;ber null Prozent lag.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/japan-wirtschaft-waechst-im-ersten-quartal-staerker-als-erwartet-a-900141.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Abe und seine „Abenomics“ bilden das exakte Gegenkonzept zu Merkels (Tot)Sparpolitik. Europa versinkt in der Krise, Japan kehrt auf den Wachstumspfad zur&#252;ck. Wie viele empirische Belege braucht es denn noch, um zu erkennen, dass Merkel und Co. grandios falsch liegen?</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Zentralbanker Weidmann liegt falsch</strong><br />
In Krisenzeiten hat eine Zentralbank besondere Verantwortung. Da braucht es W&#228;hrungsh&#252;ter, die das Richtige tun, um eine Rezession abzufedern. Staatspleiten m&#252;ssen verhindert, die Eurozone muss gerettet werden. Der Chef der Europ&#228;ischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, geht in der Krise tats&#228;chlich einen im Grundsatz richtigen Weg: Er k&#252;ndigt an, zur Not unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen – prompt gehen die &#252;berzogenen Zinsen f&#252;r Staatsanleihen zur&#252;ck. Auch zu einer abermaligen Leitzinssenkung war die EZB Anfang Mai bereit – wissend, dass keine Inflationsgefahr besteht. Doch ein Mitglied der EZB-Chefetage, Bundesbankchef Weidmann, tanzt st&#228;ndig aus der Reihe. Er torpediert &#246;ffentlich sinnvolle Ma&#223;nahmen und gef&#228;hrdet damit ihre stabilisierende Wirkung. Ein Novum im Kreis der sonst stillen Zentralbanker.<br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/19_2013_klartext_Zentralbanker_Weidmann_liegt_falsch.pdf">DGB klartext [PDF - 125 KB]</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Paul Krugman &#8211; The Smith/Klein/Kalecki Theory of Austerity</strong><br />
Noah Smith recently offered an interesting take on the real reasons austerity garners so much support from elites, no matter hw badly it fails in practice. Elites, he argues, see economic distress as an opportunity to push through “reforms” — which basically means changes they want, which may or may not actually serve the interest of promoting economic growth — and oppose any policies that might mitigate crisis without the need for these changes:<br />
Quelle: <a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/05/16/the-smithkleinkalecki-theory-of-austerity/">New York Times</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung RS:</strong> Paul Krugman erkennt, dass Naomi Klein Recht hatte, und h&#228;lt ihre These f&#252;r eine zutreffende Erkl&#228;rung f&#252;r das, was jetzt in Europa stattfindet.</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>1996 – das Jahr, als Europa das erste Mal starb</strong><br />
Viele wundern sich, woher nur das viele Geld kommt, mit dem wir Deutschen die ganze Welt &#252;berschwemmen. Nat&#252;rlich nicht als Geschenk, sondern als Kredit oder als Investition in mehr oder weniger obskure Finanzprodukte. Gewaltige Verlustrisiken nat&#252;rlich immer mit inbegriffen – gestern Europa und die USA und heute sind wieder einmal die Asiaten dran. Es soll auch noch einige geben, die sich ernsthaft wundern, woher nur diese Blasen an den Finanzm&#228;rkten kommen, von denen immer alle reden – ob sie nun New Economy, Subprime in Amerika oder Immobilienboom in Spanien hei&#223;en. Da gibt es zum Beispiel Leute mit komischen Vorstellungen &#252;ber die Rolle der Notenbanken in dieser Krise. Und dann gibt es Leute wie EZB-Chef Mario Draghi, der es irgendwie lustig fand, auf dem Euro-Gipfel im M&#228;rz die Staats- und Regierungschefs ein bisschen zu verarschenwirren.<br />
Quelle: <a href="http://www.weitwinkelsubjektiv.com/2013/05/14/das-jahr-1996/">Weitwinkelsubjektiv</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Euro-Austritt: Was sagen linke Parteien in Europa?</strong><br />
[...] Doch wie sieht es bei den Partnerparteien der deutschen LINKEN in Europa aus? Hier einen Blick &#252;ber den deutschen (Suppen)Tellerrand zu werfen, erscheint notwendig und sinnvoll in dieser Debatte, soll sie nicht als rein deutsche oder deutsch-zentrierte daherkommen. Was zum Beispiel denken die GenossInnen in den durch die Krise am meisten getroffenen Eurozonenstaaten, wie Zypern, Portugal, Spanien und Griechenland? Wohin steuert hierin die Debatte innerhalb der Europ&#228;ischen Linkspartei (EL), in der auch die deutsche LINKE ma&#223;geblich aktiv ist? [...]<br />
Die Debatte in der Europ&#228;ischen Linkspartei zielt mehrheitlich darauf ab, wie der W&#228;hrungsunion weg von einem Instrument des Marktradikalismus in eine echte Wirtschafts- und Sozialunion verwandelt werden kann. Au&#223;er der AKEL spricht sich keine bedeutende EL-Partei innerhalb der Eurozone f&#252;r eine Aufgabe des Euro aus.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821666.euro-austritt-was-sagen-linke-parteien-in-europa.html">Neues Deutschland</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Neueste Au&#223;enhandelsdaten belegen Fehlentwicklung</strong><br />
Neben der Preisentwicklung hat das europ&#228;ische Amt f&#252;r Statistik heute auch die Zahlen f&#252;r den internationalen Handel ver&#246;ffentlicht. Sie best&#228;tigen die zwei gravierenden Fehlentwicklungen, auf die wir seit langem aufmerksam machen.<br />
Zum einen hat Deutschland ein weiteres Mal den h&#246;chsten &#220;berschuss im Au&#223;enhandel erzielt (Januar bis Februar 2013: +30,4 Mrd. Euro), w&#228;hrend Frankreich (-15,3 Mrd. Euro), Spanien (-3,8 Mrd. Euro) und Griechenland (-3,7 Mrd. Euro) neben England (-17,9 Mrd. Euro) die h&#246;chsten Defizite verbuchten. Die Kluft zwischen Deutschland und den Krisenl&#228;ndern besteht also fort bzw. vertieft sich weiter.<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/05/16/eurokrise-neueste-ausenhandelsdaten-belegen-fehlentwicklung/">Wirtschaft und Gesellschaft</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Apres Moi, Le Deluge &#8211; Make Money Now To Hell With Tomorrow</strong><br />
Dr. Heiner Flassbeck: We&#8217;re in worse shape now than in 2008 because at least then there was hope governments would face up to the situation<br />
Quelle: <a href="http://www.therealnews.com/t2/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=767&#038;Itemid=74&#038;jumival=10172">The Real News</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Unversteuert: Die Steueroase Deutschland</strong><br />
Steueroasen sind l&#228;ngst nicht nur in &#220;bersee zu finden. Ausl&#228;nder, die nicht aus der EU kommen, haben ihr Geld auch in Deutschland sicher vor der Steuer untergebracht. Plusminus zeigt, wie Deutschland gerne Kapital anlockt.<br />
Quelle: <a href="http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/432744_plusminus/14735090_unversteuert-die-steueroase-deutschland">Plusminus</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Unter Mindestlohn</strong><br />
Ver.di-nahe Stiftung h&#228;lt an Zeitarbeitsfirmen fest. &#220;ber 900 Leiharbeiter besch&#228;ftigt. IG Metall warnt vor Vertragsunterzeichnung.<br />
Quelle: <a href="http://www.jungewelt.de/2013/05-16/013.php">Junge Welt</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Steinmeier und die Demographie-L&#252;ge</strong><br />
SPD Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier wird von Ralph T. Niemeyer mit der Demographie-L&#252;ge konfrontiert. 16. Mai 2013 im Deutschen Bundestag.<br />
Quelle: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YyjpzLbb1do&#038;feature=youtu.be">Ralph T. Niemeyer</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Debakel um „Euro Hawk“: Kuscheln mit dem Millionenverschwender</strong><br />
Thomas de Maizière hat das Scheitern des „Euro Hawk“-Projekts zu verantworten. Wer dachte, die Opposition w&#252;rde deshalb einen Generalangriff auf den Verteidigungsminister starten, sah sich get&#228;uscht.<br />
Quelle: <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/debakel-um-euro-hawk-kuscheln-mit-dem-millionenverschwender-2012281.html">Stern</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Gespaltene Hochschulrektoren &#8211; Breitenf&#246;rderung statt Schein-Eliten?</strong><br />
Dicke Luft bei den Hochschulrektoren. Auf ihrer Mitgliederversammlung in N&#252;rnberg hing am Dienstag der Haussegen m&#228;chtig schief. Im Verteilungskampf um die knappen &#246;ffentlichen Mittel sehen sich immer mehr auf der Verliererstra&#223;e, w&#228;hrend die Gewinner ihren Vorsprung durch „Gr&#252;ppchenbildung“ weiter ausbauen wollen. Obwohl offiziell nicht auf der Tagesordnung, war der Konflikt das beherrschende Thema der Konferenz. Sogar eine prominente Kandidatur ging deshalb nach hinten los. Eine dringend n&#246;tige Grundsatzdebatte k&#246;nnte damit er&#246;ffnet worden sein.<br />
Quelle: <a href="http://www.studis-online.de/HoPo/art-1540-hrk-streit.php">Studis online</a></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Gysi und der Goldschatz</strong><br />
Die SAT1-Talkshow »Eins gegen eins« war am Dienstag schon fast vorbei, da konfrontierte der Gr&#252;nder des umstrittenen Finanzdienstleisters AWD Carsten Maschmeyer seinen Diskussionspartner Gregor Gysi mit einem merkw&#252;rdigen Vorwurf: »Sie haben mir vor einigen Monaten einen Brief geschrieben, ob ich Ihnen helfen kann, f&#252;r einen Ihrer Mandanten, der f&#252;r 43 Millionen Euro Gold in der Schweiz hat.« Gysi als Anwalt eines Multimillion&#228;rs? [...]<br />
Obwohl die Talkshow erst am sp&#228;ten Dienstagabend ausgestrahlt wurde, konnte »Bild« bereits in ihrer Ausgabe vom Mittwoch melden, jenen Mandanten »mit dem Goldschatz« entdeckt zu haben.  [...]<br />
Linksfraktionssprecher Hendrik Thalheim verwies gestern auf zahlreiche Ungereimtheiten im »Bild«-Artikel. So habe Gysis Mandant die DDR bereits 1956 verlassen und sein Unternehmen 30 Jahre gef&#252;hrt, bevor er es 1986 verkaufte. Der nun mittellose Mann habe sich an Gysi gewandt, »weil kein Anwalt in der Schweiz etwas unternehmen wollte« &#8211; schon gar nicht f&#252;r jemanden, der kein Geld habe, so Thalheim. Maschmeyer sei &#252;berdies nicht der einzige gewesen, an den sich Gysi »mit der Bitte um Vermittlung gewandt« habe. »Solche Personen anzuschreiben, wenn es um SED-Verm&#246;gen ginge &#8211; absurder und d&#252;mmer kann eine Idee nicht sein«, so Thalheim.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/821634.gysi-und-der-goldschatz.html">Neues Deutschland</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Zu guter Letzt: Europa in Panik</strong>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/kari_20130516_Panik_kol.gif" alt="Europa in Panik" title="Europa in Panik" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/">Stuttmann Karikaturen</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17288&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>„Quo vadis NATO? – Herausforderungen f&#252;r Demokratie und Recht“</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17283</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17283#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 May 2013 07:43:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Eingangsstatement Forum II – Targeted Killing durch NATO-B&#252;ndnispartner und das Recht. Von Wolfgang Neskovic, MdB Philosophen der Frankfurter Schule glauben, dass die Sprache, die wir w&#228;hlen, das Bewusstsein pr&#228;gt, das wir haben. Dieses Bewusstsein ist alles was wir haben &#8211; wenn wir unterscheiden wollen zwischen richtig und falsch, zwischen ehrlich und verlogen und zwischen gerecht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eingangsstatement Forum II – Targeted Killing durch NATO-B&#252;ndnispartner und das Recht. Von <strong>Wolfgang Neskovic, MdB</strong><br />
<span id="more-17283"></span><br />
Philosophen der Frankfurter Schule glauben, dass die Sprache, die wir w&#228;hlen, das Bewusstsein pr&#228;gt, das wir haben.</p>
<p>Dieses Bewusstsein ist alles was wir haben &#8211; wenn wir unterscheiden wollen zwischen richtig und falsch, zwischen ehrlich und verlogen und zwischen gerecht und ungerecht.</p>
<p>Sie werden vermutlich alle sagen, dass Sie sich genau darum auch redlich bem&#252;hen.</p>
<p>Ich sage Ihnen, dass uns genau das schwer f&#228;llt, wenn wir uns eine innere Haltung zu milit&#228;rischen Fragen bilden wollen.</p>
<p>Denn in diesem Bereich hat sich eine Sprache gebildet, die alles unternimmt, unser Bewusstsein zu vernebeln.</p>
<p>Wenn ein junger Mensch im Krieg stirbt, dann hei&#223;t es, er oder sie sei &#8220;im Felde gefallen&#8221;.</p>
<p>Das klingt nach Sommerheu und einem folgenlosen Straucheln. Ein Mensch f&#228;llt und steht dann wieder auf.</p>
<p>Doch der Gefallene wurde in Wahrheit von Granaten zerfetzt oder von Kugeln durchsiebt und dies oft bis zur Unkenntlichkeit.</p>
<p>Vielleicht hat diesen Menschen im Felde auch &#8220;freundliches Feuer&#8221; get&#246;tet.</p>
<p>Der Begriff suggeriert, dass sich der Kugelhagel in gute und schlechte Geschosse teilen lie&#223;e.</p>
<p>Der Begriff reduziert die Tragik eines menschlichen Todes auf die Dimension eines ungl&#252;cklichen Eigentors beim Fu&#223;ball.</p>
<p>Und auch der Begriff, den wir hier heute vor uns haben, ist ein vernebelnder Begriff.</p>
<p><strong>&#8220;Gezielte T&#246;tung&#8221;</strong></p>
<p>Er besteht aus zwei verschiedenen sprachlichen Verblendungen, die kombiniert worden sind, um unser ethisches und juristisches Urteilsverm&#246;gen zu tr&#252;ben.</p>
<p>Die &#8220;Gezieltheit&#8221; soll Pr&#228;zision und Verl&#228;sslichkeit suggerieren. Ein einziger Feind wird zur T&#246;tung unter allen anderen ausgew&#228;hlt, die unbeteiligt bleiben.</p>
<p>Die Wahrheit ist, dass gezielte T&#246;tungen ganz regelm&#228;&#223;ig auch unbeteiligte Zivilisten treffen.</p>
<p>Die milit&#228;rische Sprache nennt das dann einen &#8220;Kollateralschaden&#8221;.</p>
<p>Der zweite Teil des Begriffes lautet &#8220;T&#246;tung&#8221;.</p>
<p>Er hat die Funktion, dem juristisch wertenden Verstand eine falsche juristische Qualifikation unterzuschieben.</p>
<p>Im deutschsprachigen Raum ist die vors&#228;tzliche T&#246;tung eines Menschen ein Totschlag und keine &#8220;T&#246;tung&#8221;.</p>
<p>Die T&#246;tung ist f&#252;r sich genommen reine Tathandlung, die noch nichts &#252;ber die Strafw&#252;rdigkeit der Vorg&#228;nge aussagt.</p>
<p>Im angels&#228;chsischen Raum ist die vors&#228;tzliche T&#246;tung eines Menschen in der Regel &#8220;Murder&#8221; nicht &#8220;Killing&#8221;.</p>
<p>Auch hier haben wir eine Art extra-juristische Klangfarbe.</p>
<p>&#8220;T&#246;ten, also &#8220;kill&#8221; &#8211; das tut ein Staat, der die Todesstrafe vollstreckt. Das tut ganz regelm&#228;&#223;ig der Soldat. Das trifft auch auf den Polizisten zu, der Leben sch&#252;tzen muss.</p>
<p>Nur der Verbrecher ist ein &#8220;murderer&#8221;.</p>
<p>Der Begriff der gezielten T&#246;tung setzt sich mithin aus zwei Verschleierungen zusammen.</p>
<p>F&#252;gt man sie wieder zusammen, kann man diesen Begriff &#252;bersetzen.</p>
<p>Gezielte T&#246;tung sei danach, die legale T&#246;tung eines Menschen, von der andere Menschen unbetroffen bleiben w&#252;rden.</p>
<p>Die Wahrheit ist: Gezielte T&#246;tungen sind meist gew&#246;hnlicher strafbarer Totschlag und die von Drohnen eingesetzten Raketen verbrennen unbeteiligte Zivilisten und unter ihnen auch immer wieder Kinder.</p>
<p>In der Regel d&#252;rften damit &#8211; <em>wegen der Merkmale der <strong>besonderen Grausamkeit</strong>, der <strong>Heimt&#252;cke</strong> und der <strong>Verwendung gemeingef&#228;hrlicher Mittel</strong></em> &#8211; auch Mordmerkmale erf&#252;llt sein, mithin die Straftat des Mordes vorliegen.</p>
<p>Doch auch im Krieg gilt das Recht.</p>
<p>Doch auch im Krieg gibt es immer den Versuch, das Recht in sein Gegenteil verkehren.</p>
<p>Ich m&#246;chte deswegen den Begriff der &#8220;gezielten T&#246;tungen&#8221; nun juristisch vom Kopf auf die F&#252;&#223;e stellen.</p>
<p>Das wichtigste Regelwerk des Krieges sind die Genfer Konventionen und ihre Zusatzprotokolle. </p>
<p>Sie haben sich in einem steten Lernprozess der sich stets ver&#228;nderten Kriegsf&#252;hrung angepasst. </p>
<p>Es waren stets die Erfahrungen aus Kriegen, die zur Aufstellung von Regeln f&#252;r die Begrenzung ihrer Greuel f&#252;hrten. </p>
<p>Bei asymmetrischen milit&#228;rischen Konflikten entbehrt das humanit&#228;re V&#246;lkerrecht auf den ersten Blick jedoch eindeutiger Aussagen. </p>
<p>Den scheinbaren Mangel an Regeln deuteten nordamerikanische Juristen, aber auch deutsche Rechtswissenschaftler und Politiker in einen Freibrief f&#252;r die Kriegsf&#252;hrung Amerikas um. </p>
<p>Ausgangspunkt der &#8220;gezielten T&#246;tung&#8221; ist der Begriff des „ungesetzlichen“ oder rechtswidrigen“ Kombattanten. </p>
<p>Doch auch dieser Begriff ist ein juristisches Kunstprodukt. </p>
<p>Das humanit&#228;re V&#246;lkerrecht unterscheidet vielmehr abschlie&#223;end zwischen „Kombattanten“ und „Zivilisten“. </p>
<p>Als Kombattanten werden die Angeh&#246;rigen der Streitkr&#228;fte einer am Konflikt beteiligten Partei angesehen. </p>
<p>F&#252;r die Rechtfertigung einer (gezielten) T&#246;tung von Zivilisten oder Kombattanten ist zu unterscheiden. </p>
<p>Es kommt darauf an, ob die Zielperson zuverl&#228;ssig als Feind erkennbar ist. </p>
<p>Bei Zivilisten ist f&#252;r diese Erkennbarkeit eine unmittelbare Teilnahme an feindlichen (Kampf-)Handlungen erforderlich. </p>
<p>Ein Zivilist darf daher nur in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Gefechtssituation get&#246;tet werden. </p>
<p>F&#252;r die T&#246;tung von Kombattanten hingegen gen&#252;gt allein dessen organisatorische Zugeh&#246;rigkeit zu den Streitkr&#228;ften. </p>
<p>Die Amerikaner akzeptieren diese Logik des V&#246;lkerrechts nicht. </p>
<p>Sie verzichten deswegen bei der Bek&#228;mpfung von vermeintlichen und echten Terroristen auf die Erkennbarkeit im Gefecht. </p>
<p>Andere Staaten der ISAF, wie Deutschland, widersprechen nicht. </p>
<p>Sie argumentieren, dass es sie milit&#228;risch benachteilige, wenn sie Personen, die sie f&#252;r Terroristen halten, nicht wie Kombattanten bei jeder Gelegenheit t&#246;ten k&#246;nnten. </p>
<p>Folgerichtig m&#252;ssten die Amerikaner und ihre Verb&#252;ndeten jedoch den schlafenden Terroristen insgesamt den Status eines Kombattanten zubilligen. </p>
<p>Doch diese Beurteilung versagen die USA bewusst den K&#228;mpfern der Al Kaida und der Taliban. </p>
<p>Denn Kombattanten genie&#223;en auch den Schutz der Genfer Kriegsregeln. </p>
<p>Sie d&#252;rfen strafrechtlich nicht verfolgt werden. Sie sind als Kriegsgefangene zu behandeln. </p>
<p>Das l&#228;sst insbesondere Folter oder entw&#252;rdigende Behandlung ausscheiden. </p>
<p>Nach dem elften September suchten sich die U.S.A. einem v&#246;lkerrechtlichen Dilemma zu entziehen. </p>
<p>Wenn die Terroristen wie Kombattanten zu behandeln w&#228;ren, dann lie&#223;e sich zwar ein Krieg mit regul&#228;ren Streitkr&#228;ften gegen sie f&#252;hren, der gezielte T&#246;tung einschlie&#223;en w&#252;rde. </p>
<p>Eine strafrechtliche Behandlung schiede aber aus. </p>
<p>Falls es sich dagegen um Zivilisten handelte, w&#228;re man auch gezwungen, sie wie solche als Terroristen anzuklagen und zu verurteilen. </p>
<p>Gezielte T&#246;tungen mit Drohnen abseits der Kampfhandlungen w&#228;ren dann illegal. </p>
<p>So ersannen amerikanische V&#246;lkerrechtler der Bush-Regierung jenseits der Genfer Konventionen die Figur des kriminellen bzw. rechtswidrigen K&#228;mpfers, der weder den Schutz der zivilen, noch der milit&#228;rischen Einstufung genie&#223;t. </p>
<p>Die Obama Administration hat diese Rechtsaufassung &#252;bernommen. </p>
<p>Bundesrepublikanische Juristen und Politiker pflichteten ihr bei. </p>
<p>Man ben&#246;tige die dritte Kategorie des Feindes. </p>
<p>Gegen&#252;ber einem r&#252;cksichtslosen Angreifer sei R&#252;cksichtnahme hinderlich. </p>
<p>Doch diese Argumentation ist juristisch haltlos. Denn die Genfer Regeln sind nicht von ihrer gegenseitigen Einhaltung abh&#228;ngig. </p>
<p>Sie verpflichten jede Konfliktpartei unabh&#228;ngig von der anderen. </p>
<p>Nur so l&#228;sst sich der in Kriegen &#252;blichen gegenseitigen Verrohung wirkungsvoll entgegenwirken – ein Hauptziel der Konventionen.</p>
<p>Es ist eine Umgehung der Genfer Konventionen, wenn zwei typisch unterschiedliche Schutzgruppen, Zivilisten und Kombattanten, in untypischer Weise verschmolzen werden, so dass in der Synthese weniger Schutz als f&#252;r die getrennten Gruppen verbleibt. </p>
<p>Diese Art der „Rechtsfortbildung“ bedeutete eine Erleichterung des Kriegshandwerkes zum Schaden der Humanit&#228;t. </p>
<p>Das ist das ganze Gegenteil der Idee der Genfer Abkommen.  </p>
<p>Tats&#228;chlich ist der Katalog der Genfer Gewaltbegrenzungen sehr viel aktueller, als behauptet wird. Unklarheiten bei der Unterscheidung von Kombattanten und Zivilisten werden von Artikel 50 Absatz 1 des ersten Zusatzprotokoll behandelt: </p>
<p><strong>Im Zweifel ist der Mensch ein Zivilist.</strong></p>
<p>Wer Zivilisten, die nicht unmittelbar an Kampfhandlungen beteiligt sind, gezielt t&#246;tet, ist nach deutschen Recht ein gew&#246;hnlicher Totschl&#228;ger oder M&#246;rder.</p>
<p>Wer anderen dabei Hilfe leistet, der macht sich der Beihilfe zum Totschlag oder zum Mord schuldig. </p>
<p>Dass diese T&#246;tungen in staatlichem Auftrag erfolgen ist g&#228;nzlich irrelevant. </p>
<p>Dass T&#246;tungen oder Beihilfehandlungen im staatlichen Auftrag geschehen, ist dabei g&#228;nzlich unerheblich. </p>
<p>Denn es ist eine zentrale Idee des Rechtsstaates, das das Recht eben auch und gerade den Staat selbst bindet. </p>
<p>Bei Organisationen wie Al Qaida handelt es sich um ein Netzwerk krimineller Zivilisten. </p>
<p>Au&#223;erhalb einer Gefechtssituation sind die Taliban wie Verbrecher zu behandeln. Sie sind festzunehmen, anzuklagen und im Falle nachgewiesener Schuld zu bestrafen. </p>
<p>Solche Vorgehensweise w&#252;rde nicht nur die Rechte der Terroristen achten. </p>
<p>Sie sch&#252;tzte vor allem auch die Rechte der Nicht-Terroristen. </p>
<p>Denn erst in einem Gerichtsprozess erweist sich, ob ein Mensch tats&#228;chlich Terrorist ist oder nur daf&#252;r gehalten wurde. </p>
<p>Eine Leistung, die von milit&#228;rischen oder geheimdienstlichen Beurteilungen nie zu vollbringen w&#228;re. </p>
<p><strong>Nach ihrer Logik ist ein Mensch im Zweifel ein Terrorist.</strong></p>
<p>Ihre Drohnen t&#246;ten jeden, der sich im Wirkungskreis ihrer Waffen befindet. </p>
<p>Das f&#252;hrt zum wichtigsten Unterschied zwischen dem Abschussbefehl einer Rakete und der Verk&#252;ndung eines Strafurteils. </p>
<p>Im Gerichtssaal gibt es keinen t&#246;dlichen Kollateralschaden.</p>
<p>Nun k&#246;nnen Sie es sich leicht oder schwer machen.</p>
<p>Sie machen es sich selbstverst&#228;ndlich schwer, wenn sie die sprachliche und juristische Verschleierung der &#8220;gezielten T&#246;tung&#8221; durchdringen und sie als das benennen, was sie ist: Totschlag oder Mord im staatlichen Auftrag.</p>
<p>Ich m&#246;chte Ihnen daher eine Ermutigung an die Hand geben.</p>
<p>Es ist &#8211; in unserem Zeitalter &#8211; nicht die Aufgabe der Rechtswissenschaft und der politischen Wissenschaft den M&#228;chtigen nach dem Munde zu reden und ihre Handlungen zu rechtfertigen.</p>
<p>Ganz im Gegenteil.</p>
<p>Die Macht hat ohnehin die Macht zu tun, was sie w&#252;nscht.</p>
<p>Die schwierige Aufgabe liegt vielmehr darin, die Macht zu begrenzen und an die Grunds&#228;tze des Rechts und der Humanit&#228;t zu binden.</p>
<p>Das Recht ist eine zivilisatorische Errungenschaft, die verteidigt werden muss. Gerade im Umfeld bewaffneter Auseinandersetzungen, in denen die Regeln der Kriegf&#252;hrung den Krieg erschweren. </p>
<p>Denn wenn alle Staaten, die sich vom Terror bedroht sehen, sich herausnehmen, weltweit auf Verd&#228;chtige zu schie&#223;en, l&#246;sen sich nicht nur die Grenzen des Rechts, sondern auch die Grenzen der Staaten auf. </p>
<p>Kein Gericht kann mehr &#252;berpr&#252;fen, was &#252;ber Tod und Leben der B&#252;rger entscheidet. Dar&#252;ber befindet hinter verschlossenen T&#252;ren allein die &#8220;Internationale der Geheimdienste&#8221;. </p>
<p>Ihre Willk&#252;r ersetzt dann die Regeln der Kriegf&#252;hrung. Ohne Achtung vor rechtlichen Normen wird der Globus zur Kampfzone.</p>
<p>Wenn man das zu Ende denkt, kommt man zu aberwitzigen Szenarien: Amerikanische Drohnen &#252;ber dem Brandenburger Tor, nordkoreanische Drohnen &#252;ber Washington.</p>
<p>Ich danke Ihnen</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17283&amp;md5=5e6fd6114ead28a605577409f188958b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 16 May 2013 07:05:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Knapp der Rezession entgangen Inflation &#8211; Eine deutsche Obsession Tarifergebnis f&#252;r [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL)<br />
<span id="more-17275"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h01">Knapp der Rezession entgangen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h02">Inflation &#8211; Eine deutsche Obsession</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h03">Tarifergebnis f&#252;r die Metall- und Elektroindustrie: Ein Plus f&#252;r uns &#8211; das passt!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h04">Jobkahlschlag: ThyssenKrupp streicht 3000 Stellen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h05">Experten wollen private Kassen abschaffen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h06">Von wegen russische Oligarchen bei zypriotischen Banken&#8230;</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h07">Ausl&#228;nderhass in Griechenland: Gepr&#252;gelt wie ein Hund</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h08">Europa geht anders</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h09">Norman Birnbaum: Soziale Utopien &#8211; Das Scheitern meiner Generation</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h10">Der permanente Alarmzustand und seine Folgen f&#252;r die Seele</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h11">Einwanderungsziel: Deutschland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h12">Klimaabgabe f&#252;r Fluggesellschaften</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h13">AfD-Chef will NPD-W&#228;hler gewinnen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h14">Kretschmanns Himmelfahrt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h15">CSU-Abgeordnete Dagmar W&#246;hrl: &#196;u&#223;erst verdienstvoll</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h16">Viele Lehrstellen unbesetzt und trotzdem: Jeder dritte Bewerberin findet keinen Ausbildungsplatz!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h17">Hochschulpolitik</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h18">Syrien/T&#252;rkei: Rasend schnell</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h19">Bahrein: Gro&#223;es Zauberwort Iran</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h20">Tracker: Spione kommen hier nicht rein</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275#h21">&#8220;Massenarbeitslosigkeit in Europa &#8211; Auswege aus der Krise&#8221;</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17275&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Knapp der Rezession entgangen</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Deutsche Gesamtwirtschaft w&#228;chst im ersten Quartal nur um 0,1 Prozent</strong><br />
Trotz positiver Konjunkturindikatoren ist die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal nur wenig gewachsen. Unter anderem wird der kalte Winter daf&#252;r verantwortlich gemacht. In Frankreich sieht es noch schlechter aus.<br />
Das magere Wachstum der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal hat viele Volkswirte entt&#228;uscht, sie hatten mit mehr gerechnet als nur einem Plus von 0,1 Prozent gegen&#252;ber dem letzten Quartal…<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wirtschaftundgesellschaft/2109070/">DLF</a></li>
<li><strong>Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal 2013 leicht gestiegen</strong><br />
Die deutsche Wirtschaft nimmt nur langsam wieder Fahrt auf: Um 0,1 % war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2013 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – h&#246;her als im Vorquartal. Bei diesem schwachen Wachstum zum Jahresbeginn spielte allerdings auch die extrem winterliche Witterung eine Rolle. Im Schlussquartal 2012 hatte die deutsche Wirtschaft nach neuesten Berechnungen mit – 0,7 % einen kr&#228;ftigen D&#228;mpfer erhalten. F&#252;r das gesamte Jahr 2012 ergibt sich beim BIP keine &#196;nderung im Vergleich zu den bisher ver&#246;ffentlichten Werten (+ 0,7 %, kalenderbereinigt + 0,9 %), teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.<br />
Positive Impulse kamen im Vorquartalsvergleich nach vorl&#228;ufigen Berechnungen fast ausschlie&#223;lich von den privaten Haushalten, die ihre Konsumausgaben zum Jahresbeginn erh&#246;hten. Allerdings waren die Ausgaben im Schlussquartal 2012 nach neuesten Berechnungen zur&#252;ckgegangen. Bei den Investitionen setzte sich der negative Trend des Jahres 2012 fort: Es wurde wiederum weniger investiert als im vorangegangenen Quartal. Der Au&#223;enbeitrag hatte im ersten Quartal 2013 kaum Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum: Zwar wurden deutlich weniger Waren importiert als im Schlussquartal 2012, die Exporte waren aber ebenfalls r&#252;ckl&#228;ufig.<br />
Im Vorjahresvergleich sank das preisbereinigte BIP im ersten Quartal 2013 um 1,4 %.<br />
Quelle: <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/05/PD13_163_811.html;jsessionid=681B3CB2DBC3106C9C3EFA2DB2697F28.cae3">Statistisches Bundesamt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Typisch mal wieder die besch&#246;nigende &#220;berschrift des Statistischen Bundesamtes.</em></p>
<p>Siehe dazu auch: <strong>Thorsten Hild, Nichts ist in Ordnung</strong><br />
So sehen also – vorhersehbar und nicht &#252;berraschend – die Ergebnisse einer Politik aus, die, wie es die deutsche Bundesregierung unternimmt – allen L&#228;ndern der Eurozone eine Radikalkur nach dem deutschen Modell der Agenda 2010 vorschreibt und dieser Ideologie auch im eigenen Land weiter verpflichtet ist.<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/05/15/konjunkturdeutschland-nichts-ist-in-ordnung/">www.wirtschaftundgesellschaft.de</a></li>
<li><strong>Wirtschaft in der Krise</strong><br />
Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise. So m&#252;ssten die Schlagzeilen heute eigentlich lauten. Doch nach Ver&#246;ffentlichung der Quartalszahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts lauten sie anders. Deutschland entgeht nur knapp der Rezession, Neuer deutscher Optimismus verhindert Rezession usw. Dabei ist die deutsche Wirtschaft nach einem heftigen Einbruch im Schlussquartal 2012 (-0,7 Prozent) in den ersten drei Monaten des neuen Jahres gerade mal um mickrige 0,1 Prozent gewachsen. Schaut man sich die Gesamtentwicklung an, kann man gut und gerne von einer Stagnation sprechen. Seit dem zweiten Quartal 2012 gibt es kaum noch positive Impulse.</p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/bip_preisbereinigt.gif" alt="BIP Preisbereinigt" title="BIP Preisbereinigt" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://tautenhahn.blog.de/2013/05/15/wirtschaft-krise-15986152/">Tautenhahn Blog</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Komisch allerdings das gewerkschaftsnahe IMK sieht die Rezensionsgefahr als <a href="http://www.boeckler.de/imk">sehr gering an</a>.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h02"></a><strong>Inflation &#8211; Eine deutsche Obsession</strong><br />
Die gr&#246;&#223;te Gefahr f&#252;r unseren Wohlstand ist nicht die Inflation selbst, sondern die Angst vor ihr, schreibt Mark Schieritz in einem lesenswerten Buch. (&#8230;) Aber ein Problem haben wir in Europa nicht: das Inflationsproblem. Nur die deutsche Politik und deutsche Medien glauben, die Inflationsgefahr w&#228;re unser Hauptproblem. Die „Geldschwemme“, f&#252;r die die Europ&#228;ische Zentralbank sorge, w&#252;rde unser Geld „aufweichen“, ist da zu lesen. Bald, wird hier der Teufel an die Wand gemalt, w&#252;rde es Hyperinflation geben. Dann ist das Geld nichts mehr wert, die Sparer sind „kalt enteignet“. Die Inflation ist so ein bisschen eine deutsche Obsession. Mark Schieritz, Zeit-Redakteur und einer der gescheitesten Wirtschaftsjournalisten des Landes, hat jetzt ein instruktives kleines Buch geschrieben, in dem er klar macht: All das ist nicht blo&#223; Obskurantismus – sondern gef&#228;hrlicher Obskurantismus. „Die gr&#246;&#223;te Gefahr f&#252;r unseren Wohlstand ist im Moment nicht die Geldentwertung selbst – sondern die Angst vor ihr. Sie verleitet zu Fehlentscheidungen und tr&#252;bt den Blick f&#252;r die wahren Herausforderungen unserer Zeit.“ Denn wer auf eine eingebildete Inflationsgefahr starrt, wie das Kaninchen auf die Schlange, neigt zu falschen Entscheidungen. Der senkt Staatsausgaben, damit nicht „zu viel Geld“ in die Wirtschaft gepumpt wird, und w&#252;rgt das Wachstum ab. Wenn aber das schwache Wachstum das eigentliche Problem ist, Inflation aber nicht, dann hat einen solchen Politiker seine Inflationsparanoia zu einer fatalen Fehlentscheidung. getrieben. Genau so etwas ist schon mal geschehen, im Deutschland zu Beginn der Drei&#223;iger Jahre.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/eine-deutsche-obsession">der Freitag</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Tarifergebnis f&#252;r die Metall- und Elektroindustrie: Ein Plus f&#252;r uns &#8211; das passt!</strong><br />
Das Ergebnis im Detail: Die aktuellen Entgelttabellen gelten f&#252;r 2 Monate weiter (Mai/Juni 2013). Zum 1. Juli 2013 werden die Entgelte um 3,4 Prozent f&#252;r 10 Monate (bis 30. April 2014) erh&#246;ht. Zum 1. Mai 2014 werden die Entgelte um weitere 2,2 Prozent f&#252;r 8 Monate (bis 31. Dezember 2014) erh&#246;ht. Damit hat die IG Metall eine Erh&#246;hung der Entgelttabellen um insgesamt 5,6 Prozent durchgesetzt. Eine Differenzierung des Tarifergebnisses haben wir verhindert. Eine entsprechende Erh&#246;hung der Ausbildungsverg&#252;tungen und in Bayern die Anbindung an die Eckentgeltgruppe 5 B. Die Gesamtlaufzeit des Tarifvertrages betr&#228;gt 20 Monate. Laufzeitende ist der 31. Dezember 2014. Der Tarifvertrag zum Flexiblen &#220;bergang in die Rente wurde wieder in Kraft gesetzt. Die Gegenfinanzierung und die R&#252;ckstellungsbedarfe wurden gekl&#228;rt. Die Schieds- und Schlichtungsvereinbarung bleibt unver&#228;ndert g&#252;tig. Die Friedenspflicht endet am 28. Januar 2015.<br />
Quelle: <a href="http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-F79367DA-1B9FFD48/internet/style.xsl/tarifergebnis-fuer-die-metall-und-elektroindustrie-11801.htm">IG Metall</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Leser B.S.:</strong> Der Tarifabschluss, sein Zustandekommen und die Art, wie er von der IG Metall verkauft wird, zeigt, wie sehr das Selbstbewusstsein der Gewerkschaften in den in den letzten Jahren gelitten hat. Da wird ein Abschluss als &#8220;fairer Kompromiss&#8221; bezeichnet, der kaum mehr als den Inflationsausgleich bringen wird und meilenweit von dem entfernt liegt, was die IG Metall anfangs gefordert hatte. Einen nennenswerten Anstieg der Binnennachfrage und eine nachhaltig sp&#252;rbare Verbesserung f&#252;r die Besch&#228;ftigten werden derartige Tarifabschl&#252;sse leider nicht bewirken.<br />
Unter dem Gesichtspunkt der Meinungsmache ist aber ein anderer Aspekt interessant. Bereitwillig wird in den Medien der Ausspruch von Gesamtmetall-Pr&#228;sident Rainer Dulger zitiert, dass man &#8220;ohne verstaubte Rituale&#8221; ausgekommen sei. Klar, die Arbeitgeberseite ist froh, dass sie einen moderaten Tarifabschluss erreichen konnte und noch nicht einmal in den Arbeitskampf gehen musste. Dass das Mittel des Streiks &#8211; ein von der Rechtsordnung vorgesehenes, wichtiges und zeitloses Mittel der Tarifauseinandersetzung &#8211; von der Arbeitgeberseite diskreditiert werden soll, ist nicht &#252;berraschend. Traurig ist, dass der Ausspruch von den deutschen Medien (Bild, Spiegel Online, Welt, Deutschlandradio&#8230;) kritiklos &#252;bernommen und brav nachgeplappert wird. Streik ist so was von 20. Jahrhundert, so lautet die Botschaft. Na dann Willkommen im 21. Jahrhundert, wo man &#8220;so was nicht mehr macht&#8221;, sondern sich die L&#246;hne am besten vom Arbeitgeber diktieren l&#228;sst.</em></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Jobkahlschlag: ThyssenKrupp streicht 3000 Stellen</strong><br />
ThyssenKrupp versch&#228;rft sein Sparprogramm. Der angeschlagene Industriekonzern streicht in den kommenden Jahren 3000 Stellen in der Verwaltung, die H&#228;lfte davon in Deutschland. Die Finanzlage des Unternehmens wird nach erneuten Abschreibungen immer bedrohlicher &#8230;“<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/thyssenkrupp-streicht-3000-arbeitsplaetze-in-der-verwaltung-a-899892.html">Spiegel-Online</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Experten wollen private Kassen abschaffen</strong><br />
Hat die private Krankenversicherung ausgedient? Verbrauchersch&#252;tzer und Bertelsmann Stiftung sehen das so. Sie fordern eine Einheitsversicherung und haben sogar schon einen konkreten Plan entwickelt.<br />
Die neue Krankenversicherung soll k&#252;nftig von allen Kunden frei w&#228;hlbar sein und sich an der heutigen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) orientieren.<br />
Quelle: <a href="http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/reform-der-krankenversicherung-experten-wollen-private-kassen-abschaffen-2010365.html">stern.de</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Angesichts der schwieriger werdenden Situation der privaten Krankenversicherungen geht es wohl eher um eine Gleichschaltung der gesetzlichen mit den privaten Krankenversicherungen, zwischen denen dann frei gew&#228;hlt werden kann.</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Von wegen russische Oligarchen bei zypriotischen Banken&#8230;</strong><br />
Vor allem in einigen nordeurop&#228;ischen L&#228;ndern ist es herrschende Meinung, dass Zypern seinen Finanzsektor zu dem Zweck aufgebaut habe, russischen Oligarchen und Gro&#223;unternehmern illegale Operationen zu erm&#246;glichen. Diese Wahrnehmung ist schlicht falsch. Denn die Entscheidung der politischen und &#246;konomischen Elite der Republik Zypern, das Land in ein regionales Finanz- und Wirtschaftszentrum zu verwandeln, wurde bereits in den 1980er Jahren getroffen. Diese wirtschaftspolitische Neuorientierung zielte schon deswegen nicht auf das russische Kapital, weil es so etwas gar nicht gab. Schlie&#223;lich existierte damals noch die Sowjetunion.<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0007.idx,1">Le Monde Diplomatique</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Ausl&#228;nderhass in Griechenland: Gepr&#252;gelt wie ein Hund</strong><br />
Griechenland hat nicht nur mit seinen Staatsschulden zu k&#228;mpfen. In dem Land w&#228;chst die Fremdenfeindlichkeit, doch gewaltsame &#220;bergriffe werden kaum registriert oder bestraft. Das darf Europa nicht ignorieren &#8211; auch Deutschland nicht&#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/auslaenderhass-in-griechenland-gepruegelt-wie-ein-hund-1.1670977">SZ</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Europa geht anders</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Am Anfang war ein „Nein“</strong><br />
Ende Juni soll am Europ&#228;ischen Rat die Grundsatzentscheidung &#252;ber die Pakte f&#252;r Wettbewerbsf&#228;higkeit fallen. Worum es dabei geht?<br />
„Troika und Strukturreformen f&#252;r alle!“ lautet die zugespitzte Antwort: Die Einschnitte in das Sozialsystem, die im s&#252;deurop&#228;ischen Laboratorium erprobt wurden, sollen verallgemeinert werden. Erst ein klares „Nein“ – wie es etwa die Initiative „Europa geht anders“ fordert – wird den Raum f&#252;r Alternativen &#246;ffnen &#8230;<br />
In Pakten f&#252;r Wettbewerbsf&#228;higkeit, so die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, sollen sich die Mitgliedstaaten vertraglich gegen&#252;ber der Europ&#228;ischen Kommission zur Deregulierung ihres Arbeitsrechts, zur „Reform“ ihrer Pensionssysteme und zur Senkung ihrer L&#246;hne verpflichten. Um politischen Widerstand zu &#252;berwinden, so die Kommission, wird Zuckerbrot und Peitsche in Position gebracht: Wenn die Ma&#223;nahmen zeitgerecht umgesetzt werden, gibt es daf&#252;r ganz nach dem in den Krisenl&#228;ndern zur Anwendung kommenden Modell eine finanzielle Unterst&#252;tzung. Andernfalls drohen Verwarnungen und Sanktionen in Form von Geldbu&#223;en. Geht es nach dem Europ&#228;ischen Rat, dem politischen Steuerungsgremium der EU, in welchem die Staatschefs der Mitgliedstaaten vertreten sind, sollen durch die Pakte „alle dem Euro-W&#228;hrungsgebiet angeh&#246;rende Mitgliedstaaten“ gebunden werden.<br />
Quelle: <a href="http://blog.arbeit-wirtschaft.at/europa-geht-anders-am-anfang-war-ein-nein/">Arbeit &#038; Wirtschaft</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Siehe dazu den Aufruf <a href="http://www.europa-geht-anders.eu/">„Europa geht anders“</a>.</em></li>
<li><strong>Alternativen f&#252;r eine gerechte und solidarische europ&#228;ische Wirtschafts- und Finanzpolitik</strong><br />
Es gibt einen gerechten, solidarischen Ausweg aus der europ&#228;ischen Finanz- und  Schuldenkrise. Ein Positionspapier des Instituts Solidarische Moderne zeigt, dass es politische Alternativen zur bisherigen Krisenpolitik gibt. Das Papier benennt konkrete politische Ma&#223;nahmen, die sofort umgesetzt werden k&#246;nnen. Das Papier zeigt au&#223;erdem, dass auch f&#252;r die L&#246;sung der europ&#228;ischen Finanz- und Wirtschaftskrise progressive Konzepte vorliegen, die partei&#252;bergreifend in der politischen Linken mehrheitsf&#228;hig sind.<br />
Das Papier des Instituts Solidarische Moderne benennt die strukturellen Ursachen der Krise – die falsch konstruierte W&#228;hrungsunion, die deregulierte Finanzwirtschaft und die bisher getroffenen unsozialen Ma&#223;nahmen und stellt dem eine progressive Antwort in Form eines Ma&#223;nahmenkatalogs gegen&#252;ber: 10 konkrete Ma&#223;nahmen nennt das Papier, die sofort und innerhalb der bestehenden EU-Vertr&#228;ge umgesetzt werden k&#246;nnten, wenn dies politisch gewollt ist. Es b&#252;ndelt konstruktive L&#246;sungsans&#228;tze aus Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen.<br />
Quelle: <a href="http://www.solidarische-moderne.de/de/article/364.alternativen-fuer-eine-gerechte-und-solidarische-europaeische-wirtschafts-und-finanzpolitik.html">Institut Solidarische Moderne</a></li>
<li><strong>Soziale Ungleichheit und die Krise</strong><br />
Die gro&#223;e Krise der 1930er Jahre und die gro&#223;e Krise ab 2007 haben eines gemeinsam: Ihnen ging eine drastische Polarisierung der Einkommen voraus. Eine Lehre aus den 1930er Jahren war die Abkehr von radikal-liberalen Denkmodellen. Wer heute die Krise ernsthaft bek&#228;mpfen m&#246;chte, wird an der gleichen Konsequenz nicht vorbeikommen: Es gilt, mit der v&#246;llig ausgeuferten sozialen Ungleichheit die grundlegendste Ursache der Krise zur Kenntnis zu nehmen. Es gilt, diese Ungleichheit umzukehren. Es gilt, mit Neoliberalismus und Marktfundamentalismus zu brechen.<br />
Und dazu gilt es wiederum, radikal von oben nach unten umzuverteilen: Durch eine andere Lohnpolitik, die auf h&#246;here L&#246;hne f&#252;r untere und mittlere Einkommensgruppen setzt, sowie durch eine andere Steuerpolitik, die h&#246;here Steuern auf hohe Einkommen, gro&#223;e Verm&#246;gen und Unternehmensgewinne vorsieht.<br />
Quelle: <a href="http://www.annotazioni.de/post/1011">annotazioni</a></li>
<li><strong>Leben in einer auf den Kopf gestellten Welt</strong><br />
Die Lage ist nicht allt&#228;glich, und sie ist widerspr&#252;chlich: Die Aktienkurse steigen, als ob die Wirtschaft sich in einer Aufschwungphase bef&#228;nde, und gleichzeitig sind die Kapitalmarktzinsen auf niedrige Niveaus gefallen, die eigentlich eine Rezession signalisieren. Zwischen den auf einer Flutwelle von Liquidit&#228;t reitenden Finanzm&#228;rkten und der realen Wirtschaft ist ein ausgepr&#228;gter Kontrast entstanden. F&#252;r Europa und Japan bedeute dies eine Fortsetzung schwachen Wachstums und hoher Arbeitslosigkeit, w&#228;hrend L&#228;nder wie die USA zwar genesen w&#252;rden, aber zu wenig schnell, um «Fluchtgeschwindigkeit» zu erreichen. Aufstrebende L&#228;nder mit gesunder Wirtschaft w&#252;rden dagegen weiter wachsen. Diese Situation k&#246;nne geraume Zeit, aber nicht permanent anhalten. In der Euro-Zone gebe es Erm&#252;dungstendenzen: Die Gl&#228;ubigerstaaten wollten nicht ewig neue Checks ausstellen, und die Schuldnerl&#228;nder seien des Austerit&#228;tskurses &#252;berdr&#252;ssig. Die Region werde harte Entscheide nicht umgehen k&#246;nnen und w&#228;hlen m&#252;ssen zwischen reduzierter Mitgliederzahl, um wieder wachsen zu k&#246;nnen, oder anhaltender Fragmentierung. &#8211;  Ohne harte Entscheide sieht auch der Chef&#246;konom der Citibank, Willem Buiter, keine Zukunft f&#252;r die Euro-Zone, die unter einer von Zombie-Banken verursachten «Bilanzrezession» leide. Nur eine rasche, umfassende Restrukturierung der Schulden k&#246;nne ein «Implodieren» der Region verhindern. Die Entschuldung sei nicht durch Wachstum zu erreichen, da die Region erst nach erfolgreichem «deleveraging» zu Wachstum zur&#252;ckkehren k&#246;nne. Die Hauptinstrumente best&#252;nden deshalb in der Vergemeinschaftung von Staatsschulden und Bankverlusten sowie zus&#228;tzlichem «Bail-in» der Anteilseigner von Banken und aller Gl&#228;ubiger einschlie&#223;lich der nichtgesicherten Deposit&#228;re. Eine fr&#252;he Abwicklung sei einer wirtschaftlich kostspieligen und politisch nicht aufrechtzuerhaltenden Austerit&#228;t oder einer fortgesetzten zwecklosen Finanzierung zu weichen Bedingungen vorzuziehen. Die Verluste w&#252;rden so geringer ausfallen als bei weiterer Verz&#246;gerung. &#8211; Auch f&#252;r den Co-Chef der Saxo Bank, Lars Seier Christensen, steht die Euro-Zone vor tiefgreifenden Entscheiden und Entwicklungen. Als politisches Konstrukt, dessen Gefahren der Delors-Kommission in den neunziger Jahren bekannt gewesen seien, habe sie die Hoffnungen auf eine St&#228;rkung Europas und Disziplinierung der Mitglieder nicht erf&#252;llt. Innere Widerspr&#252;che durch allzu gro&#223;e Unterschiede bez&#252;glich Kultur, Wirtschaft und Bev&#246;lkerung verhinderten eine effiziente Integration. &#220;ber kurz oder lang werde sich die Region spalten, weil entweder die schw&#228;cheren oder die st&#228;rkeren L&#228;nder austreten w&#252;rden. Ohne eine derartige Restrukturierung werde die Rezession nicht &#252;berwindbar sein.<br />
Quelle: <a href="http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/leben-in-einer-auf-den-kopf-gestellten-welt-1.18080276">NZZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Nat&#252;rlich trifft Andreas Uhlig nur eine Auswahl an Analystenmeinungen, allerdings trifft er die Stimmung an den M&#228;rkten immer recht gut. Und die Prognose f&#252;r ein &#220;berleben der Eurozone fallen denkbar schlecht aus. Denn auch die Vorschl&#228;ge des Chef&#246;konomen der Citibank, Willem Buiter, Vergemeinschaftung von Staatsschulden und Bankverlusten sowie zus&#228;tzlichem «Bail-in» der Anteilseigner von Banken und aller Gl&#228;ubiger einschlie&#223;lich der nichtgesicherten Deposit&#228;re, leiden an der wenig wahrscheinlichen Umsetzung. So trifft sich der Markt, vielleicht nicht in der Ausgangsanalyse, aber in der Folgerung des Nicht-mehr- Aufrechterhaltens der W&#228;hrungsunion, mit &#214;konomen wie Flassbeck oder Politikern wie Lafontaine.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h09"></a><strong>Norman Birnbaum: Soziale Utopien &#8211; Das Scheitern meiner Generation</strong><br />
Was ist aus unseren Idealen geworden? Wir stellten uns eine sich selbst regierende B&#252;rgerschaft vor, sogar oder gerade in der Wirtschaft und im Rahmen einer auf Partizipation ausgerichteten Demokratie. Wir glaubten, eine immer besser gebildete Arbeitnehmerschaft werde sich in unseren Texten wiedererkennen. Wir versuchten, den Gang der Geschichte zu beschleunigen, indem wir unsere F&#228;higkeiten in den Dienst sozialdemokratischer und christlicher Parteien stellten. Am Ende sahen wir uns selbst im Bildungswesen, im Staat, in den freien Berufen und in der Wissenschaft als Ersatz f&#252;r deren W&#228;hler, als eine nicht gew&#228;hlte, aber erkennbare Avantgarde. Wir glaubten, wir w&#228;ren auf dem Weg, einen Anteil an der Lenkung und Gestaltung der Gesellschaft zu erlangen. Wir wurden von Bankern und Industriellen, Politikern, Verlegern und selbst von ansonsten skeptischen Gewerkschaftern geh&#246;rt. In den Vereinigten Staaten schickte das Milit&#228;r uns Offiziere, damit sie bei uns studierten. Konservative klagten, Harvard und Princeton h&#228;tten eine ganze Generation von Gener&#228;len verweichlicht. Wir verwechselten Aufmerksamkeit mit Zustimmung, Anerkennung als Darsteller mit Billigung des Dargestellten. Gewiss, die Menschen w&#252;nschten sich Fairness, ein gewisses Minimum an Respekt und einen ordentlichen Anteil am Volkseinkommen. Ihre Begeisterung f&#252;r Sport und Urlaub war deutlich st&#228;rker ausgepr&#228;gt als ihr Streben nach wirtschaftlicher Mitbestimmung. Sie wollten keine neue Gesellschaft, sondern mehr Lohn in der bestehenden. Unsere weitergehende Kritik des zeitgen&#246;ssischen Daseins ber&#252;hrte sie nicht. Die Eliten, die uns so wohlwollend behandelten, bewiesen ideologisches noblesse oblige, aber sie machten uns nicht den Vorschlag, die Macht mit uns zu teilen.<br />
Unsere Nachfolger und Studenten s&#228;kularisierten den Keynesianismus und die Sozialdemokratie und ersetzten Visionen durch Verwaltungstechniken. Der Dritte Weg vereinte Demokraten unter Clinton und eine Reihe von Europ&#228;ern (Blair, d’Alema, Jospin, Piersson, Schr&#246;der) in einem neuen Klassenkompromiss, dessen Hauptmerkmal ein eklatantes Versagen im Blick auf die Konsultierung der F&#252;hrer einer im Niedergang befindlichen organisierten Arbeiterschaft bildete. Dem schrumpfende Anteil der arbeitenden Bev&#246;lkerung am Volkseinkommen und den Einschr&#228;nkungen des Sozialstaats folgte die Krise, die der neue Kapitalismus angeblich unm&#246;glich gemacht hatte. Amerikanische Demokraten und europ&#228;ische Sozialdemokraten hielten den Profit f&#252;r das wichtigste Instrument wirtschaftlichen Wachstums und landeten prompt in der Rezession.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bilder-und-zeiten/soziale-utopien-das-scheitern-meiner-generation-12170856.html">FAZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Ein ziemlich resignativer Text,  wie schon der Titel verspricht. Scheitern!? Aber wann haben schon Intellektuelle Kraft ihrer Gedanken eine &#8220;neue Gesellschaft&#8221; erschaffen. Ist das nicht schon eine Vorstellung nahe der Hybris? Die Intellektuellen haben, jeder in seiner Generation in seiner Kultur, ihr Tagwerk verrichtet: Fragen an das Etablierte gestellt, sich um Erkenntnisse bem&#252;ht und gestritten und je nach Verm&#246;gen versucht, diese ihren Mitb&#252;rgern zu vermitteln. Und sie haben nicht zuletzt anderen, die sich am etablierten System rieben, das Gef&#252;hl gegeben, nicht allein zu sein. Und nat&#252;rlich laufen alle Gefahr, sich allzu sehr anzupassen, ja sich korrumpieren zu lassen. Norman Birnbaum sollte sich dennoch fragen, was denn gewesen w&#228;re, wenn er und seine Mitstreiter nicht existiert h&#228;tten. Wie s&#228;he dann die heutige Welt aus? Die 68er sind ohne deren Vorarbeit nicht zu denken. -  In jeder Generation rollt Sisyphos den Felsbrocken den Berg hoch. “Doch wenn er ihn &#252;ber die Kuppe werfen wollte, so drehte ihn das &#220;bergewicht zur&#252;ck: von neuem rollte dann der Block, der schamlose, ins Feld hinunter” (Homer, Odyssee).  Lass gut sein Norman, andere werden den Kampf gegen den alten Adam in uns aufnehmen. Jeder auf seine Weise, in seiner Zeit und sich erinnern, nie allein zu sein.</em></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Der permanente Alarmzustand und seine Folgen f&#252;r die Seele</strong><br />
Eltern bereiten ihre Kinder auf das Leben vor, indem sie sie mit Urvertrauen ausstatten. Also dem Glauben daran, dass sie, was auch geschehen mag, dem Strudel, der sie ins Ungl&#252;ck zieht, entkommen. Das Gef&#252;hl absoluter Sicherheit ist freilich immer eine Illusion. Aber es ist eine der wichtigsten Illusionen &#252;berhaupt, weil Illusionen als Schutzmechanismen fungieren. Erst das System illusorischer &#220;berzeugungen erlaubt es uns ja, in der Welt zu funktionieren, sie als stabil, sicher und vorhersehbar zu erleben. (&#8230;) Was passiert, wenn vermeintliche Gewissheiten von allen Seiten akut bedroht werden, liegt auf der Hand: Unser inneres Sicherheitsger&#252;st bekommt Risse. Anfangs sind sie ganz fein, mit der Zeit jedoch werden sie gr&#246;&#223;er und gr&#246;&#223;er. Im schlimmsten Fall bricht das Ger&#252;st irgendwann zusammen. Permanente Alarmiertheit ist Gift f&#252;r die Psyche. Das ist nicht nur ein individuelles Problem, es ist auch ein soziales und politisches. (&#8230;) Auf der Website der Internationalen Arbeitsorganisation hei&#223;t es: „Feste Vollzeitanstellungen, wie sie f&#252;r vorangegangene Generationen zumindest in den Industriel&#228;ndern als normal galten, sind f&#252;r viele Jugendliche unerreichbar geworden. Der Zuwachs von befristeter und Teilzeitarbeit seit dem Ausbruch der globalen Krise zeigt, dass dies oft die einzige M&#246;glichkeit f&#252;r Jugendliche darstellt, &#252;berhaupt Arbeit zu finden.“ Der Soziologe Hartmut Rosa hat den flexiblen Menschen einmal als Wellenreiter bezeichnet. Aber heutige Mediennutzer denken da gleich an einen alles &#252;berrollenden Tsunami, in dem ein Surfbrettchen wenig hermacht. „Wir sind Getriebene“, schreibt Katharina Nocun. In solchen Gef&#252;hlswelten hei&#223;t die einzige Konstante Vorl&#228;ufigkeit. Anders formuliert: Man sitzt innerlich auf gepackten Koffern, fortw&#228;hrend auf dem Sprung zum n&#228;chsten Lebensentwurf. Wer sollte da auf die Idee kommen, sich festzulegen? Wer sollte den Mut aufbringen, eine Familie zu gr&#252;nden? Wer sollte Kinder kriegen? So treffen die gro&#223;en globalen Alarmnachrichten auf ein fragiles individuelles Sorgenumfeld der jungen Erwachsenen, denen der Mut zum Wagnis, auch zum kreativen Wagnis verlorengeht. Und damit versch&#228;rft sich die Krise so richtig.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/im-zeitalter-der-unsicherheit-der-permanente-alarmzustand-und-seine-folgen-fuer-die-seele-12181699.html">FAZ</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Einwanderungsziel: Deutschland</strong><br />
Im vergangenen Jahr sind so viele Einwanderer nach Deutschland gekommen, wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Besonders aus den s&#252;deurop&#228;ischen Krisenstaaten w&#228;chst dabei die Zahl der neu Zugezogenen kr&#228;ftig an. Das zeigen vorl&#228;ufige Berechnungen, die das Statistische Bundesamt am Dienstag ver&#246;ffentlicht hat. Danach zogen 2012 rund 1.081.000 Personen hierher, w&#228;hrend gleichzeitig 712.000 Menschen Deutschland den R&#252;cken kehrten. Daraus ergibt sich ein Zuwanderungsplus von fast 370.000 Personen. Das Einwanderungsplus von 370.000 Personen liegt noch ein bisschen h&#246;her, als die Statistiker in ihrer letzten Sch&#228;tzung vorausgesagt hatten. Hinter diesen Zahlen verbergen sich ganz unterschiedliche Lebenswege: Sowohl anerkannte Fl&#252;chtlinge als auch Personen, die f&#252;r einen begrenzten Arbeitsaufenthalt hierherkommen, sind darunter, aber auch Menschen, die langfristig nach Deutschland migrieren. Die Statistiker k&#246;nnen dabei nur erfassen, wer sich bei einer Meldebeh&#246;rde an- oder abgemeldet hat. Die neueren Entwicklungen machen hingegen deutlich: Die Attraktivit&#228;t Deutschlands als Einwanderungsland w&#228;chst parallel zur Ausweitung der Wirtschaftskrise in Europa. Mehr Einwanderer kamen 2012 im Vergleich zu 2011 vor allem aus Spanien (+ 9.000 Personen bzw. 45 Prozent), Griechenland (+ 10.000 Personen bzw. 43 Prozent), Portugal (+ 4.000 Personen bzw. 43 Prozent) und Italien (+ 12.000 Personen bzw. 40 Prozent). So attraktiv Deutschland f&#252;r die einen, so unattraktiv ist es f&#252;r die anderen. Rund 712.000 Menschen kehrten 2012 diesem Land den R&#252;cken, darunter 133.000 Deutsche. Letztere zog es vor allem in die Schweiz, in die USA oder nach &#214;sterreich. Von den ausl&#228;ndischen Personen, die genug von Deutschland hatten, packten die meisten ihre Koffer mit dem Reiseziel Polen, gefolgt von Rum&#228;nien und Bulgarien.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.taz.de/!115911/">taz</a><br />
Quelle 2: <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/05/PD13_156_12711.html">destatis.de</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Leider konzentriert sich die &#8220;taz&#8221; wie auch viele andere Zeitungen allzu sehr auf die Einwanderung aus S&#252;deuropa. Die Zuwanderung aus Osteuropa liegt viel h&#246;her: Rum&#228;nien (21 000 Personen) Polen und Ungarn (jeweils 13 000 Personen) oder aus Nicht- EU-  aber europ&#228;ischen L&#228;ndern (16 000 Personen). Auch werden die Zahlen kaum analysiert. So w&#228;ren schon einige Gedanken dar&#252;ber angebracht, was der &#8216;brain drain&#8217; f&#252;r den Erholungsprozess S&#252;deuropas aber auch den Entwicklungsprozess Osteuropas bedeutet. Es stellt sich die Frage, ob das Binnenmarktrojekt nicht eher f&#252;r gleichranginge Volkswirtschaften Vorteile bringt. Die erfolgreichen &#8216;Aufholer&#8217; wie Japan, S&#252;dkorea, Taiwan und zuletzt China haben zun&#228;chst nicht auf den freien Markt gesetzt. &#8211; Bemerkenswert ist die hohe Zuwanderung aus Italien. Obwohl Italien in der Krisendebatte noch nicht im Mittelpunkt der Krise steht, empfinden die Italiener das anders. &#8211; Schade, dass das Statistische Bundesamt nicht &#252;ber die Altersstruktur oder auch den Ausbildungsgrad der Zugewanderten berichtet.</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Klimaabgabe f&#252;r Fluggesellschaften: Wie Airbus Chinas Regierung geholfen hat</strong><br />
Monatelang hatte China keine Auftr&#228;ge mehr an den europ&#228;ischen Flugzeughersteller Airbus vergeben. Der Grund: Die EU wollte Fluggesellschaften dazu verpflichten, CO2-Emissionszertifikate f&#252;r Fl&#252;ge von und nach Europa zu erwerben. Der Kaufstopp war die Strafe f&#252;r die europ&#228;ische Politik. Hinter den Kulissen hat sich Airbus offenbar massiv daf&#252;r eingesetzt, das umstrittene CO2-Vorhaben zu beerdigen &#8211; jedenfalls zeigt das ein jetzt bekanntgewordenes Schreiben an die chinesische Regierung.  Schon im Herbst 2012 unterstrich der Flugzeughersteller in dem Brief seinen Anteil daran, dass die Klimaschutzabgabe auf Eis gelegt wurde. Ziel war es, die blockierten Milliardenauftr&#228;ge der Volksrepublik freizugeben. &#8220;Ich hoffe, wir bei Airbus konnten unsere starke Unterst&#252;tzung f&#252;r die chinesische Luftfahrt deutlich unter Beweis stellen&#8221;, hei&#223;t es in dem Brief von Firmenchef Fabrice Brégier, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Das Schreiben richtete sich an Li Jiaxiang, Chinas obersten Regierungsbeauftragten f&#252;r die zivile Luftfahrt. Brégiers Unterschrift ist auf den 16. November 2012 datiert. Nur vier Tage zuvor hatte die EU-Kommission die zu Beginn 2012 eingef&#252;hrte Pflicht zum Erwerb von CO2-Verschmutzungsrechten f&#252;r Fl&#252;ge von und nach Europa f&#252;r ein Jahr ausgesetzt. In dem Zeitraum soll in internationalen Verhandlungen eine globale L&#246;sung erreicht werden. Dem Einlenken der EU folgte eine wohlwollende Reaktion der chinesischen F&#252;hrung. Von den insgesamt 45 auf Eis gelegten Airbus-Bestellungen billigte die Volksrepublik im Rahmen eines Besuchs des franz&#246;sischen Pr&#228;sidenten François Hollande im vergangenen Monat 18 Orders im Wert von zusammen etwa vier Milliarden Dollar. Ob auch die &#252;brigen Auftr&#228;ge freigegeben werden, h&#228;ngt allerdings davon ab, was die internationalen Verhandlungen &#252;ber eine Klimaschutzabgabe der Luftfahrt ergeben.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/airbus-half-china-im-kampf-gegen-klimaabgabe-fuer-fluggesellschaften-a-899522.html">Spiegel Online</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>AfD-Chef will NPD-W&#228;hler gewinnen</strong><br />
Die „Alternative f&#252;r Deutschland“ hofft auf den Einzug in den Bundestag. Parteichef Bernd Lucke k&#252;ndigt im Interview mit dem Handelsblatt an, auch auf Stimmen vom rechten Rand zu setzen.<br />
„Grunds&#228;tzlich ist es gut, wenn jemand uns w&#228;hlt und nicht die NPD“, sagte Lucke, der der „Sprecher“ der Partei ist. Lucke sieht im Einbinden rechter Protestw&#228;hler eine Funktion der AfD, denn diese seien nicht von vornherein extremistisch. „Ohne uns“, so der AfD-Chef, „g&#228;be es die Gefahr, dass entt&#228;uschte W&#228;hler, die eigentlich gar nicht rechts sind, aus Protest extremistische Parteien w&#228;hlen“.<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlkampf-afd-chef-will-npd-waehler-gewinnen/8209858.html">Handelsblatt</a></p>
<p><em>Dazu:</em></p>
<p><strong>CDU-Konservative warnen Merkel: „AfD kann uns entscheidende Stimmen kosten“</strong><br />
Die CDU-interne Kritik am Umgang der Parteispitze mit der neuen Partei Alternative f&#252;r Deutschland (AfD) rei&#223;t nicht ab. „Wir m&#252;ssen die AfD ernst nehmen. Die Vogel-Strau&#223;-Taktik, Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass alles an uns spurlos vor&#252;berzieht, w&#228;re brandgef&#228;hrlich“, sagte der der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Barei&#223; Handelsblatt Online.<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cdu-konservative-warnen-merkel-afd-kann-uns-entscheidende-stimmen-kosten/8204340.html">Handelsblatt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Die beiden Meldungen zeigen: Deutschland rutscht politisch nach rechts.</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Kretschmanns Himmelfahrt</strong><br />
Die Leute fragen, was sich unter Gr&#252;nrot ver&#228;ndert hat im Land? Sie werden es nicht glauben: vieles. Sie haben es nur nicht bemerkt, weil ihnen der Glaube an das Gute fehlt. Sie m&#252;ssten einfach, wie Winfried Kretschmann, an Wunder glauben. Oder Hannah Arendt f&#252;r Praxis halten.<br />
Quelle: <a href="http://www.kontextwochenzeitung.de/pulsschlag/111/kretschmanns-himmelfahrt-438.html">Kontext: Wochenzeitung</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>CSU-Abgeordnete Dagmar W&#246;hrl: &#196;u&#223;erst verdienstvoll</strong><br />
Als Bundestagsabgeordnete erh&#228;lt Dagmar W&#246;hrl 24.756 Euro im Quartal, als Verwaltungsr&#228;tin einer Schweizer Bank deutlich mehr &#8211; und das ist nicht ihr einziger Posten. Da fragt sich blo&#223;, was hier eigentlich der Haupt- und was der Nebenjob ist.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/csu-abgeordnete-dagmar-woehrl-aeusserst-verdienstvoll-1.1672539">SZ</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Viele Lehrstellen unbesetzt und trotzdem: Jeder dritte Bewerberin findet keinen Ausbildungsplatz!</strong><br />
„Davon, dass keine Lehrlinge mehr zu finden sind, kann keine Rede sein. Jeder dritte Bewerber, der nach den Kriterien der Bundesagentur f&#252;r Arbeit (BA) ausbildungsreif ist, hat keinen Ausbildungsplatz bekommen. Diese Jugendlichen werden in Warteschleifen – wie Praktika, Einstiegsqualifizierungen, schulischen oder berufsvorbereitenden Ma&#223;nahmen der Bundesagentur f&#252;r Arbeit – ‚geparkt’. Immerhin 76.000 dieser jungen Menschen suchen trotz ‚Warteschleife’ weiter aktiv einen Ausbildungsplatz. Rein rechnerisch h&#228;tte somit jede offene Lehrstelle doppelt besetzt werden k&#246;nnen. Wer Jugendlichen suggeriert, sie bewegten sich auf einem entspannten Ausbildungsmarkt, macht ihnen falsche Hoffnungen.<br />
Vor allem junge Hauptsch&#252;ler haben es schwer. Die H&#228;lfte der Ausbildungsberufe ist f&#252;r Menschen mit Hauptschulabschluss faktisch abgeschottet. Die Unternehmen m&#252;ssen deshalb ihr Einstellungsverhalten &#228;ndern und jungen Menschen mit schlechteren Startbedingungen echte Chancen einr&#228;umen.<br />
Es ist richtig: einzelne Branchen haben gro&#223;e Schwierigkeiten, ihre Ausbildungspl&#228;tze zu besetzen. Dies gilt insbesondere f&#252;r das Hotel- und Gastst&#228;ttengewerbe. Gerade in dieser Branche aber findet man auch die schlechtesten Ausbildungsbedingungen. Fast jeder zweite Ausbildungsvertrag wird hier gel&#246;st, Azubis verdienen besonders wenig Geld und fallen &#252;berdurchschnittlich oft durch die Pr&#252;fungen. Branchen, die f&#252;r Jugendliche aber wieder attraktiv werden wollen, m&#252;ssen ihnen gute Ausbildungsbedingungen, eine bessere Bezahlung und gute Perspektiven bieten.“<br />
Zur Information:<br />
Die unten stehende Statistik zeigt, dass von den 824.626 jungen Menschen, die im Laufe des Berichtsjahres 2012 ein ernsthaftes Interesse an einer Ausbildung hatten – und als „ausbildungsreif“ deklariert wurden – lediglich 551.271 einen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben. Damit haben nur 66,9 Prozent dieser jungen Menschen einen Ausbildungsplatz gefunden.</p>
<table style="margin-bottom: 10px">
<tr>
<th colspan="2"><strong>Berichtsjahr 2012</strong></th>
</tr>
<tr>
<td>
          Junge Menschen mit Ausbildungsvertrag
        </td>
<td>
          551.271
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          Bewerber in Warteschleifen mit Vermittlungsauftrag
        </td>
<td>
          &nbsp; 60.379
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          Bewerber in Warteschleifen ohne Vermittlungsauftrag
        </td>
<td>
          107.393
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          Bewerber, deren Verbleib nicht bekannt ist
        </td>
<td>
          &nbsp; 89.933
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          Offiziell unversorgte Bewerber
        </td>
<td>
          &nbsp; 15.650
        </td>
</tr>
<tr>
<td>
          <strong>INSGESAMT AUSBILUNGSINTERESSIERTE</strong>
        </td>
<td>
          <strong>824.626</strong>
        </td>
</tr>
</table>
<p>Quelle: <a href="http://www.dgb.de/presse/++co++3b91c20e-bd57-11e2-b97c-00188b4dc422">DGB</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Siehe dort auch zum Download:</em></p>
<ul>
<li><em>DGB-Expertise: Hohe Abbrecherquoten, geringe Verg&#252;tung, schlechte Pr&#252;fungsergebnisse – Viele Betriebe sind nicht ausbildungsreif</em></li>
<li><em>Votum der Gruppe der Beauftragten der Arbeitnehmer zum Entwurf des Berufsbildungsbericht 2013</em></li>
</ul>
</li>
<li><a name="h17"></a><strong>Hochschulpolitik</strong>
<ol type="a">
<li><strong>HRK-Generalsekret&#228;r: Bund muss sich st&#228;rker engagieren</strong><br />
&#8230; dieser Wettbewerb hat selbstverst&#228;ndlich Auswirkungen &#8211; Auswirkungen in vielerlei Hinsicht. Nicht nur, dass Hochschulen also im Kampf um Reputation und Mittel sich versuchen gegenseitig zu &#252;berbieten, sondern auch im Hinblick darauf, dass sich Interessensverb&#252;nde bilden &#8230;<br />
Strukturell unterfinanziert bedeutet, dass sie ihren Aufgaben in Lehre, Forschung, Weiterbildung, Gleichstellung, Internationalisierung und so weiter gar nicht mehr in vollem Umfang nachkommen k&#246;nnen, denn dazu fehlen ihnen die Ressourcen. Deswegen gibt es in der Hochschulrektorenkonferenz ja schon seit Langem die Forderung, dass der Bund angesichts von Schuldenbremse, von dem Auslaufen der Pakte und so weiter st&#228;rker im Hochschulbereich sich engagieren sollte. Deshalb fordern wir eine &#196;nderung des 91b, Grundgesetz.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/2108903/">DLF</a></li>
<li><strong>3000 Professoren w&#228;ren „nur ein Tropfen auf den hei&#223;en Stein“</strong><br />
Zur Finanzierung der deutschen Hochschulen soll der Bund in die Pflicht genommen werden. Thomas Kath&#246;fer, Generalsekret&#228;r der Hochschulrektorenkonferenz, ist &#252;berzeugt, dass 3000 Bundesprofessoren auch ohne &#196;nderung des Grundgesetzes m&#246;glich seien.<br />
Die Forderung der Hochschulrektorenkonferenz nach Bundesprofessoren unterst&#252;tzt Michael Hartmer vom DHV &#8220;voll und ganz&#8221;, aber 3000 Professoren allein w&#252;rden nicht ausreichen. Denn das Betreuungsverh&#228;ltnis von Lehrkr&#228;ften zu Studenten sei im internationalen Vergleich &#8220;absolut unterdurchschnittlich&#8221;.<br />
…wenn wir sehen, dass wir auf hohem Plateau von 2,6, 2,7 Millionen Studierenden mit 25.000 Universit&#228;tsprofessoren arbeiten m&#252;ssen, das ist ein Betreuungsverh&#228;ltnis von 1 zu 60, wenn wir nur die Universit&#228;ten anschauen, was international absolut unterdurchschnittlich ist, um es ganz vorsichtig zu sagen &#8211; also eigentlich international gerade f&#252;r Spitzenuniversit&#228;ten unvergleichbar schlecht ist…wir haben immer davon gesprochen, dass wir 6500 bis 7000 Professuren eigentlich br&#228;uchten, um zu halbwegs vern&#252;nftigen Betreuungsrelationen allein bei den Universit&#228;ten zu kommen.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/2108906/">DLF</a></li>
<li><strong>SPD legt Antrag zur Bologna-Reform vor</strong><br />
Nach zehn Jahren zeigt sich nach Ansicht der SPD, dass der Bologna-Prozess noch nicht als europ&#228;ische Erfolgsgeschichte bezeichnet werden kann. Insbesondere sei eine &#220;berarbeitung der „Studierbarkeit“ unverzichtbar &#8230;<br />
Die SPD fordert die Bundesregierung in ihrem Acht-Punkte-Plan unter anderem dazu auf, daf&#252;r zu sorgen, dass die soziale Situation der Studenten verbessert und damit die Bildungschancen ausgeweitet werden. Die soziale &#214;ffnung der Hochschulen soll forciert werden.<br />
Ferner soll sich die Bundesregierung daf&#252;r einsetzen, dass die Kapazit&#228;ten der Hochschulen weiter ausgeweitet und damit die Zulassungsbeschr&#228;nkungen wie NCs zur&#252;ckgedr&#228;ngt werden. Dazu solle die Bundesregierung mit den L&#228;ndern sofort in Gespr&#228;che &#252;ber die Vereinbarung eines „Hochschulpakt-Plus“ eintreten. Ferner sollen die Fachhochschulen den wesentlichen Teil der Hochschullandschaft und diesen besonders „erfolgreichen Motor“ des Bologna-Prozesses st&#228;rken.<br />
Die Lehre an den Hochschulen und ihre Grundfinanzierung m&#252;sse verbessert werden, fordert die SPD. Ferner geht es nach Auffassung der Sozialdemokraten darum, die Struktur und Studierbarkeit der Studieng&#228;nge gemeinsam mit den L&#228;ndern und Hochschulen zu optimieren. Zu diesem Zweck soll eine „Nationale Bologna-Konferenz“ auf zun&#228;chst f&#252;nf Jahre eingerichtet und institutionalisiert werden. Auch schl&#228;gt die SPD vor, einen Gesetzentwurf zur &#196;nderung des Grundgesetzes vorzulegen, der die zu schaffenden verfassungsrechtlichen M&#246;glichkeiten zur Bildungszusammenarbeit von Bund, L&#228;ndern und Kommunen „in Anbetracht dieser bildungspolitischen Herausforderungen ausreichend ber&#252;cksichtigt“, hei&#223;t es im Antrag.<br />
Quelle: <a href="http://bildungsklick.de/pm/87802/spd-legt-antrag-zur-bologna-reform-vor/">Deutscher Bundestag</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h18"></a><strong>Syrien/T&#252;rkei: Rasend schnell</strong><br />
Aufkl&#228;rung und erste Gest&#228;ndnisse nach den Anschl&#228;gen im t&#252;rkischen Grenzort Reyhanli sind eine Sache weniger Stunden. Danach passt alles perfekt. Zu perfekt.<br />
Schon drei Stunden nach den Anschl&#228;gen im Grenzort Reyhanli pr&#228;sentieren die t&#252;rkischen Beh&#246;rden Aufkl&#228;rung und Hinweise auf die T&#228;ter. Es dauert noch einmal etwa genauso lange, bis die Nachricht kursiert, es g&#228;be die ersten Verhaftungen und Gest&#228;ndnisse gleich dazu. Wohl dem, der in einem Staat lebt, dessen Sicherheitskr&#228;fte mit solch beeindruckender Effektivit&#228;t arbeiten. Und das in einer Region, die un&#252;bersichtlicher kaum sein kann.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/rasend-schnell">der Freitag</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Bahrein: Gro&#223;es Zauberwort Iran</strong><br />
Sicherheitsberater aus den USA, Polizisten aus Pakistan &#8211; das K&#246;nigshaus traut dem eigenen Volk nicht. Das protestiert weiter. &#8220;Opposition hatte f&#252;r mich nichts Konfessionelles&#8221;, sagt Rula Saffar. Ihr sei es um Meinungsfreiheit gegangen. Sie erlebte, wie das Regime vornehmlich Schiiten verfolgt und dabei den Iran vorschiebt. Erst im Gef&#228;ngnis stellte ich fest: Alle, die hier sitzen, sind Schiiten.&#8221; Pfleger, &#196;rzte, Krankenwagenfahrer, die, wie die Medizinerin Rula Saffar, w&#228;hrend der Unruhen verletzte Demonstranten versorgt hatten. Sie alle wurden gleicherma&#223;en beschuldigt, Umst&#252;rzler zu sein, Agenten des Iran, darum bem&#252;ht, im K&#246;nigreich Bahrain die Herrschaft der schiitischen Religionsgelehrten zu errichten. Die Prinzessin und Polizeioffizierin Nura al-Khalifa, ein Spr&#246;ssling der Herrscherfamilie, k&#252;mmerte sich pers&#246;nlich um die F&#228;lle, schlug die Gefangenen, folterte sie mit Elektroschocks, lie&#223; Frauen mit Vergewaltigung bedrohen und am Ende mit verbundenen Augen ein Gest&#228;ndnis unterzeichnen, in dem sie sich als Helfershelfer des Iran bezichtigten.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&#038;dig=2013%2F05%2F13%2Fa0076&#038;cHash=33c7b591504c080f4d66e346c02123eb">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Es geh&#246;rt zu den unergr&#252;ndlichen Schizophrenien der USA, wie eine so alte Demokratie in dieser Region Staaten unterst&#252;tzt, die Demokratie und Menschenrechte mit F&#252;ssen treten. Ist ein Luft- und Flottenst&#252;tzpunkt soviel wert? Dazu geh&#246;rt auch das Verh&#228;ltnis zum Hauptverb&#252;ndeten Bahrains Saudi Arabien, das mit seiner extremen, fundamentalistischen Auslegung des sunnitischen  Islam, dem Wahhabismus, den weltweiten Dschihadismus nicht nur geistig, sondern auch materiell erm&#246;glichte. Unbegreiflich wie ein Land, das einen &#8220;Krieg gegen den Terror&#8221; f&#252;hrt, diese Hauptst&#252;tze der Ideologie dieser Terroristen nie in Frage stellt.</em></li>
<li><a name="h20"></a><strong>Spione kommen hier nicht rein</strong><br />
Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf die Website einer gro&#223;en deutschen Tageszeitung, und 70 Unbekannte lesen mit. Sp&#228;her, die wissen wollen, f&#252;r welche Themen Sie sich interessieren, wann und wie oft Sie auf der Seite sind. Und die Ihre Vorlieben mit Ihrem Kaufverhalten bei Amazon oder Ihren Wissensl&#252;cken auf Gutefrage.net abgleichen. Je umfangreicher das Surferprofil, desto kostbarer die Daten f&#252;r die Werbeindustrie. Deshalb platzieren sogenannte Trackerfirmen ihre Spione auf so vielen Internetseiten wie m&#246;glich. Der dreisteste Schn&#252;ffler ist der Onlinemarketingdienst DoubleClick, der seit 2008 Google geh&#246;rt. DoubleClick sammelt auf 260 der deutschen Top 500 Internetseiten Daten. Das verr&#228;t ein Eingeweihter, der nicht genannt werden m&#246;chte.<br />
Anstatt einzelne Zugriffsmethoden wie Cookies oder Flashcookies zu blockieren, hat das Fraunhofer-Institut die Tracker selbst ins Visier genommen. Dazu entwickelten die Forscher des SIT einen Webcrawler: ein Programm, das die wichtigsten deutschen Internetseiten nach Trackingmethoden durchforstet. Damit konnten die Tracker selbst ermittelt &#8211; und deren Domains erfasst werden. Die sogenannte Tracking Protection List (TPL), die seit November frei zur Verf&#252;gung steht, kann man auf der Institutsseite herunterladen. Einmal installiert, unterbindet die Liste jeglichen Datentransfer zu mehreren hundert Trackern. Und jede Woche kommen mehr hinzu. Der Vorteil der Liste gegen&#252;ber den oben erw&#228;hnten Programmen ist, dass der Nutzer sich um nichts mehr k&#252;mmern muss. Der Browser l&#228;dt alle drei Tage die aktuelle Liste nach. Der einzige Haken an der Sache: Nur der Browser Internet Explorer setzt den Mechanismus um. Mozilla Firefox oder Google Chrome wollen die Technologie nicht umsetzen, weil sie selbst mit der Schaltung personalisierter Werbung Geld verdienen. Unter den Top-50-Trackern geh&#246;ren 17 zum Google-Imperium.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=hi&#038;dig=2013%2F05%2F11%2Fa0204&#038;cHash=25b6ffac3b54d0003131d86f5092192e">taz</a></li>
<li><a name="h21"></a><strong>&#8220;Massenarbeitslosigkeit in Europa &#8211; Auswege aus der Krise&#8221;</strong><br />
Am 16. Mai 2013 um 18:00 Uhr h&#228;lt Dr. Heiner Flassbeck im Gewerkschaftshaus in Braunschweig den Vortrag<br />
Quelle: <a href="http://www.braunschweig-spiegel.de/index.php/politik/-allgemein/3729-vorankuendigung-heiner-falssbeck-kommt-nach-braunschweig">www.braunschweig-spiegel.de</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17275&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>An die Wand gefahren – Warum wir eine konstruktive Euro-Exit-Debatte brauchen</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17262</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17262#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 May 2013 06:39:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Audio-Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nachdenkseiten.de/?p=17262</guid>
		<description><![CDATA[Der Euro war eine gro&#223;e Chance f&#252;r Europa. Deutschland hat diese Chance jedoch nie begriffen. Ideologische Scheuklappen haben die Gemeinschaftsw&#228;hrung in eine tiefe Krise man&#246;vriert. Ohne eine 180°-Wende wird das Unternehmen „Eurorettung“ scheitern. Leider muss man sich jedoch auch eingestehen, dass es momentan keine Anzeichen f&#252;r eine solche Wende gibt. Nun k&#246;nnte nur noch eine [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Euro war eine gro&#223;e Chance f&#252;r Europa. Deutschland hat diese Chance jedoch nie begriffen. Ideologische Scheuklappen haben die Gemeinschaftsw&#228;hrung in eine tiefe Krise man&#246;vriert. Ohne eine 180°-Wende wird das Unternehmen „Eurorettung“ scheitern. Leider muss man sich jedoch auch eingestehen, dass es momentan keine Anzeichen f&#252;r eine solche Wende gibt. Nun k&#246;nnte nur noch eine europ&#228;ische Palastrevolution den Euro retten. Vielleicht ist es jedoch daf&#252;r jedoch zu sp&#228;t. Realistisch betrachtet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro die n&#228;chsten Jahre &#252;berlebt, nicht sonderlich gro&#223;. Da der politische und volkswirtschaftliche Schaden eines Euro-Zusammenbruchs epochal sein wird, brauchen wir nun eine konstruktive Debatte, wie ein Exit-Szenario aussehen k&#246;nnte. Wer sich dieser Debatte verweigert, treibt die Menschen – gewollt oder ungewollt – in die Arme von neoliberalen Populisten, wie der Alternative f&#252;r Deutschland. Von <strong>Jens Berger</strong></p>
<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.</em><br />
<span id="more-17262"></span><br />
</p>
<p>Die deutsche Politik hat sich leider als vernunftresistent erwiesen. Sie hat nie verstanden, dass die einseitige Exportfixierung Deutschlands in Kombination mit der vorangetriebenen Schw&#228;chung der Binnennachfrage durch Lohnk&#252;rzungen in einem gemeinsamen W&#228;hrungsraum zu desastr&#246;sen Ungleichgewichten f&#252;hren muss. Sie hat auch nie verstanden, wie wichtig es ist, diese Ungleichgewichte abzubauen. Selbst als der Eurozone in der Krise die Pistole an den Kopf gesetzt wurde, weigerte sich Deutschland eine „innere Aufwertung“ umzusetzen, bei der Deutschland durch eine St&#228;rkung der Binnennachfrage seinen Au&#223;enhandels&#252;berschuss abbauen kann. Im Gegenteil: Im letzten Jahr erzielte die deutsche Volkswirtschaft den zweith&#246;chsten Au&#223;enhandels&#252;berschuss der Geschichte – nur im Vorkrisenjahr 2007 lag der Wert noch h&#246;her. Dass Deutschland damit im n&#228;chsten Jahr zum dritten Mal in Folge gegen die Kriterien des europ&#228;ischen Stabilit&#228;ts- und Wachstumspakts <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=11748">verst&#246;&#223;t</a>, wird hierzulande noch nicht einmal wahrgenommen.</p>
<p>Parallel dazu befinden sich die Volkswirtschaften der „Krisenl&#228;nder“ im freien Fall, w&#228;hrend die realwirtschaftliche Krise l&#228;ngst den Kern der Eurozone erreicht hat. Nach den Sch&#228;tzungen der <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-13-396_de.htm?locale=en">Fr&#252;hjahrsprognose der EU-Kommission</a> wird Deutschland neben dem kleinen Bankenstadtstaat Luxemburg in diesem Jahr das einzige Gr&#252;ndungsmitglied der EU sein, das &#252;berhaupt noch ein – wenn auch mageres – Wirtschaftswachstum erzielen kann. Die Eurokrise ist l&#228;ngst nicht mehr eine Krise der Europeripherie, auch wenn sie dort am verheerendsten w&#252;tet. </p>
<p><strong>Mit Volldampf auf die Klippe zu</strong></p>
<p><strong>Doch anstatt der Krise entgegenzuwirken, gie&#223;t die Bundesregierung durch ihr Spardiktat weiteres &#214;l ins Feuer.</strong> Getreu dem Motto der Hunnenrede „Pardon wird nicht gegeben!“ ignoriert man dabei sogar, dass mit der <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15789">Korrektur des Fiskalmultiplikators</a> und der <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16916">Widerlegung von Reinhart/Rogoff</a> auch die letzten (pseudo)wissenschaftlichen Fundamente der deutschen „Sparpolitik“ weggefallen sind.<br />
Anstatt das eigene Versagen einzugestehen, geht man lieber in die Vorw&#228;rtsverteidigung und macht den Mangel an Argumenten auf internationalen Konferenzen durch steigende Lautst&#228;rke (<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16972">„Br&#252;llorgie“</a>) wett. Es w&#252;rde wohl auch niemanden gro&#223;artig &#252;berraschen, wenn Wolfgang Sch&#228;uble im Bundestag den Satz „Den Monetarismus in seinem Lauf, h&#228;lt weder Ochs´ noch Esel auf“ vor sich hinnuscheln w&#252;rde. Die Regierungsparteien nehmen die Realit&#228;ten nur sehr selektiv wahr und es ist auszuschlie&#223;en, dass sie ohne Druck von au&#223;en von ihrem sturen Kurs abweichen.</p>
<p><strong>Nicht irgendwelche populistischen Splitterparteien, sondern CDU/CSU und FDP sind die eigentlichen „Eurogegner“</strong>, da sie alles in ihrer Macht stehende tun, um den Euro scheitern zu lassen. Und da auch die Oppositionsparteien SPD und Gr&#252;ne sich beim Thema „Eurorettung“ nicht gro&#223;artig von den Regierungsparteien unterscheiden, ist absehbar, dass es in n&#228;herer Zukunft keine innere Aufwertung in Deutschland geben wird. Bestenfalls wird Berlin sich z&#228;hneknirschend dazu durchringen k&#246;nnen, kleinere Kurskorrekturen vorzunehmen. <strong>Der Tanker l&#228;uft jedoch mit voller Fahrt in Richtung Klippen</strong>, kleinere Kurskorrekturen reichen da nicht mehr aus.</p>
<p><strong>Letzte Hoffnung: Palastrevolution</strong></p>
<p>Die letzte Hoffnung f&#252;r den Euro liegt somit nicht mehr in Berlin, sondern in den Hauptst&#228;dten der anderen Eurol&#228;nder. Auch wenn die &#246;ffentliche Wahrnehmung etwas anderes suggeriert, ist Europa (noch) kein Protektorat Deutschlands. Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Spanien sind souver&#228;ne Staaten und k&#246;nnen gemeinsam die deutsche Vormacht beim Unternehmen „Eurorettung“ kippen. Es ist ja auch nicht so, dass Deutschland auch nur im Ansatz f&#252;r die Mehrheit der Eurol&#228;nder spricht. Streng genommen verf&#252;gt Deutschland mit Finnland und (mit deutlichen Abstrichen) &#214;sterreich nur noch &#252;ber zwei echte Verb&#252;ndete. Es gibt somit kein europ&#228;isches Gremium, in dem der deutsche Kurs eine ausreichende Mehrheit haben m&#252;sste. Gegner des deutschen Kurses h&#228;tten zudem die volle Unterst&#252;tzung der G7 – auch in dieser Gruppe ist Deutschland mittlerweile isoliert und vor allem aus den USA und Japan gibt es immer massivere Kritik am deutschen Kurs.</p>
<p>Sp&#228;testens 2014 werden sich die Machtverh&#228;ltnisse in Europa ohnehin massiv verschieben. Nach den Europawahlen wird sich ein neues Europaparlament konstituieren. Schon heute hat die „Sparpolitik“ Berlins in Br&#252;ssel und Stra&#223;burg keine Mehrheit. 2014 wird auch eine neue EU-Kommission „gew&#228;hlt“ und nach dem Abtritt von EU-Kommissionspr&#228;sident Barroso und W&#228;hrungskommissar Rehn werden die Karten neu gemischt. Ob es dann noch siebzehn Eurostaaten geben wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Es ist jedoch auch keinesfalls ausgemacht, dass eine europ&#228;ische „Palastrevolution“ Deutschland wirklich von seinem zerst&#246;rerischen Kurs abbringen kann. Um den Euro wirklich zu retten, m&#252;ssten beispielsweise das EZB-Statut &#252;berarbeitet werden und verschiedene bereits verabschiedete Gesetze, wie z.B. der Fiskalpakt, r&#252;ckg&#228;ngig gemacht werden. Da es sich hierbei um multilaterale Vertr&#228;ge handelt, ist jedoch eine deutsche Zustimmung zwingend notwendig. Und momentan fehlt selbst Optimisten die Phantasie, eine deutsche Zustimmung auch nur als halbwegs realistisch zu betrachten.</p>
<p><strong>Das Scheitern des Euro darf kein Denkverbot sein</strong></p>
<p>Albrecht M&#252;ller schrieb dazu <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17164">vor zwei Wochen</a>: <strong>„Wenn Deutschland sich nicht bewegt, dann soll es um Gott’s Namen seine aufgewertete DM wiederhaben“</strong>. Recht hat er. <strong>Wenn die Vernunft derart epochal aussetzt, wird die Unvernunft siegen.</strong> Auch wenn niemand dies wirklich wollen kann: <strong>Die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro &#252;berlebt, ist nicht sonderlich gro&#223;.</strong> Doch wenn der Euro scheitert, muss es auch durchdachte Szenarien geben, wie der Zusammenbruch der Gemeinschaftsw&#228;hrung zu managen ist. Die Diskussion dar&#252;ber ist nicht damit zu verwechseln, dass man sich einen Zusammenbruch w&#252;nschen w&#252;rde. Im Gegenteil. Man muss auch &#252;ber D&#228;mme diskutieren k&#246;nnen, ohne damit in den Verdacht zu kommen, man w&#252;nsche sich Hochwasser.</p>
<p>In Deutschland ist diese Diskussion dank Oskar Lafontaine endlich innerhalb der politischen Linken angekommen. Man muss Lafontaines <a href="http://www.oskar-lafontaine.de/links-wirkt/details/f/1/t/wir-brauchen-wieder-ein-europaeisches-waehrungssystem/">Thesen</a> dabei keinesfalls kritiklos zustimmen – einige seiner Aussage laden f&#246;rmlich zur Kritik ein. Dennoch ist es ihm zu verdanken, diese wichtige Diskussion erneut angesto&#223;en zu haben. Bereits im September letzten Jahres er&#246;ffnete Heiner Flassbeck auf den NachDenkSeiten die <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14227">Diskussion</a> zum Thema. Amerikanische &#214;konomen wie Paul Krugman, Joseph Stiglitz oder Nouriel Roubini haben den Euro schon l&#228;ngst aufgegeben und fragen sich, wie man ein Exit-Szenario und eine Post-Euro-Epoche sinnvoll gestalten k&#246;nnte. Nur in Deutschland ist dieses Thema immer noch ein Tabu. Merkels Satz „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ bestimmt hierzulande die Diskussion. Dem m&#246;chte man entgegenhalten: <strong>Europa ist wichtiger als der Euro.</strong> Und wenn Deutschland den Euro partout vor die Wand fahren will, muss man sich nun einmal Gedanken dar&#252;ber machen, wie man dieses Szenario ohne epochale Sch&#228;den &#252;berleben kann.</p>
<p>Heiner Flassbeck schrieb im September: „Auf Deutschland rollt bei diesem Szenario ein wirtschaftlicher Tsunami der h&#246;chsten Kategorie zu“ und auch ich entwarf damals ein d&#252;steres <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14247">Szenario</a> f&#252;r den Fall eines Zusammenbruchs der Eurozone. Daran hat sich freilich bis heute nichts ge&#228;ndert. Doch es macht nat&#252;rlich einen gro&#223;en Unterschied, ob der Euro eine harte Bruchlandung hinlegt und die ehemaligen Eurostaaten unkoordiniert zu ihren nationalen W&#228;hrungen zur&#252;ckkehren, oder ob man das Ende des Euros in einem sorgsam abgestimmten Exit-Prozess in einem System politisch bestimmter Wechselkurse vollzieht, wie es beispielsweise Oskar Lafontaine vorschl&#228;gt. </p>
<p>Ob wir es wollen oder nicht: Diese Diskussion muss gef&#252;hrt werden und sie wird auch auf den NachDenkSeiten gef&#252;hrt werden. Davor die Augen zu verschlie&#223;en, hie&#223;e auch, sich aus einer notwendigen konstruktiven Debatte zur&#252;ckzuziehen und neoliberalen Populisten wie der Alternative f&#252;r Deutschland das Spielfeld kampflos zu &#252;berlassen. Das kann aber keiner ernsthaft wollen. Gerne w&#252;rden auch wir daran glauben, dass es in Europa eine Palastrevolution geben wird und die Vernunft letztlich doch obsiegen und in die K&#246;pfe von Angela Merkel und Wolfgang Sch&#228;uble einziehen wird. <strong>Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber sie stirbt – Tag f&#252;r Tag ein St&#252;ckchen mehr.</strong><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/cd2e4782baea4f12b01e292df9b0f0a6" width="1" height="1" alt="" /></p>
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		<itunes:summary>Der Euro war eine gro&#223;e Chance f&#252;r Europa. Deutschland hat diese Chance jedoch nie begriffen. Ideologische Scheuklappen haben die Gemeinschaftsw&#228;hrung in eine tiefe Krise man&#246;vriert. Ohne eine 180°-Wende wird das Unternehmen „Eurorettung“ scheitern. Leider muss man sich jedoch auch eingestehen, dass es momentan keine Anzeichen f&#252;r eine solche Wende gibt. Nun k&#246;nnte nur noch eine europ&#228;ische Palastrevolution den Euro retten. Vielleicht ist es jedoch daf&#252;r jedoch zu sp&#228;t. Realistisch betrachtet, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Euro die n&#228;chsten Jahre &#252;berlebt, nicht sonderlich gro&#223;. Da der politische und volkswirtschaftliche Schaden eines Euro-Zusammenbruchs epochal sein wird, brauchen wir nun eine konstruktive Debatte, wie ein Exit-Szenario aussehen k&#246;nnte. Wer sich dieser Debatte verweigert, treibt die Menschen – gewollt oder ungewollt – in die Arme von neoliberalen Populisten, wie der Alternative f&#252;r Deutschland. Von Jens Berger
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.


Die deutsche Politik hat sich leider als vernunftresistent erwiesen. Sie hat nie verstanden, dass die einseitige Exportfixierung Deutschlands in Kombination mit der vorangetriebenen Schw&#228;chung der Binnennachfrage durch Lohnk&#252;rzungen in einem gemeinsamen W&#228;hrungsraum zu desastr&#246;sen Ungleichgewichten f&#252;hren muss. Sie hat auch nie verstanden, wie wichtig es ist, diese Ungleichgewichte abzubauen. Selbst als der Eurozone in der Krise die Pistole an den Kopf gesetzt wurde, weigerte sich Deutschland eine „innere Aufwertung“ umzusetzen, bei der Deutschland durch eine St&#228;rkung der Binnennachfrage seinen Au&#223;enhandels&#252;berschuss abbauen kann. Im Gegenteil: Im letzten Jahr erzielte die deutsche Volkswirtschaft den zweith&#246;chsten Au&#223;enhandels&#252;berschuss der Geschichte – nur im Vorkrisenjahr 2007 lag der Wert noch h&#246;her. Dass Deutschland damit im n&#228;chsten Jahr zum dritten Mal in Folge gegen die Kriterien des europ&#228;ischen Stabilit&#228;ts- und Wachstumspakts verst&#246;&#223;t, wird hierzulande noch nicht einmal wahrgenommen.
Parallel dazu befinden sich die Volkswirtschaften der „Krisenl&#228;nder“ im freien Fall, w&#228;hrend die realwirtschaftliche Krise l&#228;ngst den Kern der Eurozone erreicht hat. Nach den Sch&#228;tzungen der Fr&#252;hjahrsprognose der EU-Kommission wird Deutschland neben dem kleinen Bankenstadtstaat Luxemburg in diesem Jahr das einzige Gr&#252;ndungsmitglied der EU sein, das &#252;berhaupt noch ein – wenn auch mageres – Wirtschaftswachstum erzielen kann. Die Eurokrise ist l&#228;ngst nicht mehr eine Krise der Europeripherie, auch wenn sie dort am verheerendsten w&#252;tet. 
Mit Volldampf auf die Klippe zu
Doch anstatt der Krise entgegenzuwirken, gie&#223;t die Bundesregierung durch ihr Spardiktat weiteres &#214;l ins Feuer. Getreu dem Motto der Hunnenrede „Pardon wird nicht gegeben!“ ignoriert man dabei sogar, dass mit der Korrektur des Fiskalmultiplikators und der Widerlegung von Reinhart/Rogoff auch die letzten (pseudo)wissenschaftlichen Fundamente der deutschen „Sparpolitik“ weggefallen sind.
Anstatt das eigene Versagen einzugestehen, geht man lieber in die Vorw&#228;rtsverteidigung und macht den Mangel an Argumenten auf internationalen Konferenzen durch steigende Lautst&#228;rke („Br&#252;llorgie“) wett. Es w&#252;rde wohl auch niemanden gro&#223;artig &#252;berraschen, wenn Wolfgang Sch&#228;uble im Bundestag den Satz „Den Monetarismus in seinem Lauf, h&#228;lt weder Ochs´ noch Esel auf“ vor sich hinnuscheln w&#252;rde. Die Regierungsparteien nehmen die Realit&#228;ten nur sehr selektiv wahr und es ist auszuschlie&#223;en, dass sie ohne Druck von au&#223;en von ihrem sturen Kurs abweichen.
Nicht irgendwelche populistischen Splitterparteien, sondern CDU/CSU und FDP sind die eigentlichen „Eurogegner“, da sie alles in ihrer Macht stehende tun, um den Euro scheitern zu lassen. Und da auc[...]</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Audio-Podcast, Finanzkrise</itunes:keywords>
		<itunes:author>Redaktion NachDenkSeiten</itunes:author>
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	</item>
		<item>
		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 May 2013 06:38:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Zum Demografiegipfel in Berlin Christoph Butterwegge: Von der Teilprivatisierung zur Altersarmut [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB)<br />
<span id="more-17269"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h01">Zum Demografiegipfel in Berlin</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h02">Christoph Butterwegge: Von der Teilprivatisierung zur Altersarmut</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h03">Neues Buch &#252;ber die Kanzlerin: Aktenzeichen Angela M. ungel&#246;st</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h04">Halbgare Beschl&#252;sse der EU-Finanzminister gegen Steuerflucht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h05">Das deutsche Diktat – Deutschland ist nicht der Weltpolizist, aber der Geldpolizist Europas</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h06">Land “gerettet”, Volk verraten</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h07">Inflationsrate hat sich weiter abgeschw&#228;cht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h08">Nietzsche’s Marginal Children: On Friedrich Hayek</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h09">Hungerlohn am Flie&#223;band &#8211; Wie Tarife ausgehebelt werden</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h10">US-Gericht gibt Agrarkonzern recht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h11">EU-Verhandlungsmandat f&#252;r die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h12">Das Wunder von Mondragón?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h13">Kompetenzsteamsmitglied Gesche Joost</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h14">Finnland: Gute Schule</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h15">Vor allem das Einkommen der Eltern entscheidet &#252;ber Auslandsaufenthalte von Sch&#252;lern</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h16">CHE-Hochschulranking 2013</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h17">Steffen Roski: Wie Bertelsmann funktioniert</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h18">Bespitzelung AP – Gezielte Einsch&#252;chterungsma&#223;nahme</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269#h19">Leserbriefe zu unserem Artikel „Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&#252;r ihre Klientel“</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17269&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Zum Demografiegipfel in Berlin</strong>
<ol type="a">
<li><strong>&#8220;Da wird massiv Angst gesch&#252;rt&#8221;</strong><br />
Beim heutigen Demografie-Gipfel ist die &#8220;&#220;beralterung&#8221; ein Thema. Aber ist sie wirklich ein Problem? Nein, sagt Statistiker Bosbach im tagesschau.de-Interview. Viele Gruppen h&#228;tten Interesse, hier gezielt Angst zu sch&#252;ren &#8211; und Langfrist-Prognosen seien ohnehin abstrus.<br />
tagesschau.de: Wer hat Interesse daran, dass wir vor dem demografischen Wandel vor allem Angst haben?<br />
Bosbach: Da gibt es diverse Gruppen, und das macht die Sache auch so gef&#228;hrlich. Die Arbeitgeber haben zum Beispiel ein gro&#223;es Interesse daran, die Lohnnebenkosten zu senken. Die Beitr&#228;ge f&#252;r die Rente sind der gr&#246;&#223;te Posten der Lohnnebenkosten. Ohne die Angst vor dem demografischen Wandel w&#228;ren die Arbeitgeber nie aus der parit&#228;tischen Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung herausgekommen. Deswegen ist diese Angst schon bereits Ende der 1990er-Jahre massiv gesch&#252;rt worden. Die arbeitgebernahe &#8220;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&#8221; geh&#246;rte zu den ersten treibenden Kr&#228;ften, die die Demografie hof- und panikf&#228;hig gemacht haben.<br />
Das Versicherungsgewerbe profitiert nat&#252;rlich auch. Die gesetzliche Rentenversicherung mit ihren Staatszusch&#252;ssen macht ein Gesch&#228;ft von &#252;ber 250 Milliarden Euro aus, das lange am privaten Versicherungsmarkt vorbei lief. Seit 1999 wurde also massiv Einfluss genommen: auf den Finanzminister, den Wirtschaftsminister und die Bundestagsaussch&#252;sse. Nachdem die Riester-Rente beschlossene Sache war, gingen die Parteispenden der Versicherungen wieder zur&#252;ck.  Und f&#252;r die Politiker ist der demografische Wandel die willkommene Universalentschuldigung f&#252;r alles, was schief l&#228;uft.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/inland/demografiegipfel102.html">tagesschau.de</a></li>
<li><strong>&#8220;Die Kinder, die wir haben, m&#252;ssen wir vern&#252;nftig ausbilden&#8221;</strong><br />
Leere Rentenkassen, verarmte Greise, verlassene Spielpl&#228;tze: &#8220;Demografischer Wandel&#8221; ist ein Begriff, der sich in den letzten Jahren zumindest in Deutschland zu einem Synonym f&#252;r &#8220;d&#252;stere Zukunft&#8221; entwickelt hat. Die Wandlung unserer Gesellschaftsstruktur und wie man dieser Entwicklung begegnen kann &#8211; das ist das gro&#223;e Thema auf dem zweiten Demografiegipfel in Berlin. Professor Gerd Bosbach ist Mathematiker und Sozialwissenschaftler an der FH Koblenz und hat sich darauf spezialisiert, missverst&#228;ndliche Statistiken zu entlarven. Dass unsere Gesellschaft altert, stellt er nicht in Abrede – doch im Interview mit MDR INFO erkl&#228;rt er, warum man das Thema in seinen Augen falsch anpackt…<br />
Da gehen die Leute gern hin und sagen: Die Demografie ist an allem Schuld. Dass die Demografie kein Grund zur Panik ist, das hat das letzte Jahrhundert gezeigt. In dem sind wir massiv &#228;lter geworden, um &#252;ber 30 Lebensjahre. Der Anteil der Jugend hat sich halbiert, der Anteil der Rentner vervierfacht.  Und all das hat nicht dazu gef&#252;hrt, dass die Welt zu Grunde geht – sondern dass wir den Sozialstaat ausbauen konnten, den Wohlstand steigern und dabei sogar noch die Arbeitszeit verk&#252;rzen…<br />
Ich habe da auch zwei ganz direkte L&#246;sungsvorschl&#228;ge. Der erste ist, nicht st&#228;ndig &#252;ber zu wenige Kinder zu jammern, sondern die, die wir haben, wirklich vern&#252;nftig auszubilden. Das geschieht fast nirgendwo. Und der zweite Vorschlag w&#228;re direkt an die Arbeitgeber: Jungen Leuten nur Zeitvertr&#228;ge anzubieten, das hei&#223;t auf gut deutsch sie aufzufordern, keine feste Beziehung einzugehen und keine Kinder zu zeugen…<br />
Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach weniger Menschen in Deutschland haben. Und wenn der Reichtum gr&#246;&#223;er wird und die Anzahl der Esser weniger – dann kann eigentlich jeder ein St&#252;ck mehr bekommen. Da ist eine der Ursachen. Und eine ganz wichtige Ursache zur Verteilung dieses Reichtums, bez&#252;glich der Rente, ist, dass die Sozialsysteme aktualisiert werden m&#252;ssen.<br />
Quelle: <a href="http://www.mdr.de/mdr-info/demografiegipfel104.html">mdr info</a></li>
<li><strong>Demografiegipfel als Wahlkampfveranstaltung</strong><br />
Es ist schon schlau, einer Wahlkampfveranstaltung ein gewichtiges Label zu geben &#8211; so verkauft sie sich besser und ist auch nicht sofort als solche erkennbar. Und die Bundesregierung hat sich auch dieses Mal, beim Thema Demografie f&#252;r &#8220;Gipfel&#8221; entschieden. Das kennt der B&#252;rger schon von der Euro-Rettung &#8211; und es klingt irgendwie nach hehren Zielen, nach L&#246;sung. Dass es auch schon der zweite ist &#8211; bereits im Oktober vergangenen Jahres traf man sich zum ersten Demografie-Gipfel &#8211; l&#228;sst das Ganze auch noch nach Fortschritt klingen.<br />
Aber leider ist es bei genauerer Betrachtung eben nur: eine Wahlkampfveranstaltung, ein Forum, bei dem die Minister und Ministerinnen noch mal pr&#228;sentieren k&#246;nnen, was sie in den vergangenen vier Jahren aus ihrer Sicht Tolles auf den Weg gebracht haben. Und dabei ist das Thema daf&#252;r wirklich zu wichtig und zu dr&#228;ngend.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kommentar/2107931/">DLF</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h02"></a><strong>Christoph Butterwegge: Von der Teilprivatisierung zur Altersarmut</strong><br />
Um die Jahrtausendwende setzte sich mit dem Neoliberalismus auch hierzulande eine Wirtschaftstheorie, Sozialphilosophie und politische Zivilreligion durch, die in allen Lebensbereichen marktradikale L&#246;sungen pr&#228;ferierte, den Wohlfahrtsstaat als b&#252;rokratischen Moloch d&#228;monisierte sowie mit Begriffen wie »Privatinitiative«, »Eigenverantwortung« und »Selbstvorsorge« das Modell einer kapitalgedeckten Altersvorsorge propagierte. Der fr&#252;here IG-Metall-Funktion&#228;r Walter Riester, Arbeits- und Sozialminister im ersten Kabinett von Gerhard Schr&#246;der, begr&#252;ndete die Notwendigkeit einer radikalen Strukturreform damit, da&#223; man den drohenden Anstieg des Rentenversicherungsbeitrags als Schl&#252;sselelement der »Lohnnebenkosten« in Deutschland verhindern m&#252;sse, sowie mit im Gefolge des demografischen Wandels absehbaren Kostensteigerungen. (&#8230;) Durch den 11. September 2001 und seine Folgen f&#252;r die Aktienm&#228;rkte, noch mehr jedoch durch die Finanz-, Wirtschafts- und W&#228;hrungskrise, deren Verwerfungen fast alle L&#228;nder der Welt erfa&#223;ten, wandelten sich die Rahmenbedingungen f&#252;r solche Reformen tiefgreifend. Ausgerechnet zu ihrem zehnj&#228;hrigen Jubil&#228;um geriet die Riester-Rente wegen entt&#228;uschender Renditen in Verruf. (&#8230;) Seither befindet sich das Kapitaldeckungsprinzip in einer Akzeptanz- beziehungsweise Legitimationskrise, die alle weiteren Debatten &#252;ber Reformen der Alterssicherung ma&#223;geblich beeinflussen d&#252;rfte. Kapitalmarktrisiken &#252;berlagern und verst&#228;rken demografische Probleme, l&#246;sen oder lindern diese aber nicht. &#196;hnliches gilt auch f&#252;r eine staatlich gef&#246;rderte private Pflegezusatzversicherung (auch »Pflege-Bahr« genannt), mit der die CDU/CSU/FDP-Regierung k&#252;nftige Beitragssatzsteigerungen in der Sozialen Pflegeversicherung auffangen will. Wenn sich die Turbulenzen im Euro-Raum zuspitzen, k&#246;nnte das Umlageverfahren der Gesetzlichen Rentenversicherung einen weiteren Vorteil gegen&#252;ber der Kapitaldeckung offenbaren, ist diese doch im Unterschied dazu nicht inflationsgesch&#252;tzt.<br />
Quelle: <a href="http://www.ossietzky.net/10-2013&#038;textfile=2266">Ossietzky</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Neues Buch &#252;ber die Kanzlerin: Aktenzeichen Angela M. ungel&#246;st</strong><br />
Warum spricht sie so gut Russisch? Und was hat sie als FDJ-Funktion&#228;rin getrieben? Ein neues Buch &#252;ber Angela Merkel sucht nach Antworten. Doch bei der Spurensuche im DDR-Leben der Kanzlerin sind die Fakten eher d&#252;nn. [...]<br />
In Sachen Merkel f&#246;rderten die beiden Autoren kaum Neues ans Tageslicht, weshalb das Wenige mit Deutungen versehen wird, die aus M&#252;cken Elefanten machen. Merkels fr&#252;he Liebe zur russischen Sprache wird derart aufgep&#228;ppelt. Die Logik geht ungef&#228;hr so: Merkel hat nicht nur gut Russisch gesprochen. &#8220;Sie lernte mit Begeisterung Russisch.&#8221; Sie sei durch die Sowjetunion gereist und habe in Georgien auch nach Gori gewollt. Gori? Die Autoren kl&#228;ren auf: &#8220;in die Geburtsstadt Stalins&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/neues-buch-ueber-die-ddr-vergangenheit-von-angela-merkel-a-899492.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Bemerkenswert! SPIEGEL Online hat entdeckt, dass es beim Thema DDR-Vergangenheit auch Fairness geben kann. Das ist l&#246;blich. Hoffen wir, dass SPON diese Lektionen auch beherzigt, wenn es um die DDR-Vergangenheit von Politikern aus dem linken Lager geht.</em></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Halbgare Beschl&#252;sse der EU-Finanzminister gegen Steuerflucht</strong><br />
Heute haben es die EU Finanzminister wegen des Widerstands aus &#214;sterreich und Luxemburg wieder nicht geschafft, eine Einigung &#252;ber den seit 2008 vorliegenden Revisionsvorschlag zur Zinsrichtlinie erzielen. Der Richtlinienvorschlag soll Schlupfl&#246;cher schlie&#223;en, die es Steuerhinterziehern erm&#246;glicht haben, sich mittels Kapitalgesellschaften und Stiftungen vor ihrer Steuerpflicht zu dr&#252;cken. Die Entscheidung ist jetzt bis mindestens zum Treffen der Regierungschefs kommende Woche vertagt worden.<br />
Der Europ&#228;ischen Kommission haben die Finanzminister jedoch ein Mandat gegeben, die mit der Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Andorra und San Marino 2004 geschlossenen Abkommen zur Besteuerung von Zinseink&#252;nften neu zu verhandeln. Die bilateralen Abkommen sollen aktualisiert werden, um die genannten Schlupfl&#246;cher zu schlie&#223;en. &#214;sterreich und Luxemburg haben die Aktualisierung der Abkommen zur Voraussetzung gemacht, bevor sie von ihrem eigenen Bankgeheimnis abr&#252;cken. Bisher hatten sie auch die Neuverhandlung der Abkommen abgelehnt.<br />
Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Gr&#252;nen im Europaparlament kommentiert die Entwicklung:<br />
“Die EU Finanzminister sind wieder gescheitert einen entscheidenden Schritt gegen die Steuerflucht nach vorne zu machen. Nachdem jetzt zu lange schon auf die Steueroasen Luxemburg und &#214;sterreich gewartet wurde, muss die Bundesregierung jetzt voran gehen. Wir k&#246;nnen uns diese Aufschieberei nicht l&#228;nger leisten, Bundeskanzlerin Merkel muss den Kampf gegen Steueroasen zur Chefsache machen. Die Bundesregierung muss nun zeigen, dass sie den Kampf gegen Steuerflucht mindestens genauso ernst nimmt, wie ihre Sparpolitik. Beim Treffen der Regierungschefs kommende Woche muss sie sich durchsetzen und den automatischen Informationsaustausch zum neuen globalen Standard machen.<br />
Quelle: <a href="http://www.sven-giegold.de/2013/halbgare-beschlusse-der-eu-finanzminister-gegen-steuerfluchtmerkel-muss-kampf-gegen-steueroasen-zur-chefsache-machen/">Sven Giegold</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Sven Giegolds unersch&#252;tterlichen Optimismus in Ehren, aber wie sollte gerade die Bundesregierung, die sich (siehe Steuerabkommen mit der Schweiz) immer als Bremser im Kampf gegen die Steuerflucht erwiesen hat, nun pl&#246;tzlich vorangehen?</em></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Das deutsche Diktat – Deutschland ist nicht der Weltpolizist, aber der Geldpolizist Europas</strong><br />
Gek&#252;rzte Renten, schrumpfende Einkommen und steigende Arbeitslosenzahlen: Die Portugiesen leiden unter der europ&#228;ischen Sparpolitik. Immer h&#228;ufiger ist vom deutschen Diktat, fehlender Solidarit&#228;t und historischen Vorhaltungen zu h&#246;ren.<br />
Quelle: <a href="http://europa.deutschlandfunk.de/2013/05/14/fremdeln-in-der-krise/">DLF</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Land “gerettet”, Volk verraten</strong><br />
Die Eurogruppe hat neue Hilfskredite f&#252;r Portugal durchgewunken. 2,1 Mrd. Euro soll das Land aus dem Rettungsfonds ESM erhalten. Im Gegenzug wurden brutale Sparma&#223;nahmen beschlossen, gegen die Griechenland wie ein Paradies aussieht.<br />
Doch die konservative Regierung h&#246;rte weder auf Volk noch auf die Richter – und tat, wie ihr von der Troika befohlen: sie ersetzte die kassierten einfach durch neue Ma&#223;nahmen. Bis 2015 sollen sie 4,8 Mrd. Euro einsparen.<br />
Hier der neue Katalog der Grausamkeiten:</p>
<ul>
<li>30.000 Stellen im Staatsdienst fallen weg (also mehr als im viel gr&#246;&#223;eren Griechenland)</li>
<li>Die Wochenarbeitszeit wird auf 40 Stunden verl&#228;ngert (was nat&#252;rlich die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt verringert und die Arbeitslosigkeit erh&#246;ht)</li>
<li>Das Renteneintrittsalter wird auf 66 Jahre angehoben (ein toller “Beitrag” zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit)</li>
<li>Die Rentner werden &#252;ber eine Sonderabgabe belastet (auf Zypern hatte die Eurogruppe einen Griff in die Pensionskassen noch abgelehnt)</li>
</ul>
<p>Quelle: <a href="http://lostineu.eu/land-gerettet-volk-verloren/">Lost in EUrope</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Inflationsrate hat sich weiter abgeschw&#228;cht</strong><br />
Die Verbraucherpreise in Deutschland erh&#246;hten sich im April 2013 gegen&#252;ber April 2012 um 1,2 %. Die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – hat sich damit weiter abgeschw&#228;cht (M&#228;rz 2013: + 1,4 %). Eine niedrigere Teuerungsrate wurde zuletzt im August 2010 mit + 1,0 % ermittelt. Im Vergleich zum Vormonat M&#228;rz 2013 sank der Verbraucherpreisindex im April 2013 um 0,5 %.<br />
Ohne Ber&#252;cksichtigung der Preisentwicklung bei Kraftstoffen und leichtem Heiz&#246;l h&#228;tte die Inflationsrate im April 2013 bei + 1,7 % gelegen. Energie verteuerte sich insgesamt im April 2013 gegen&#252;ber April 2012 um 0,4 %. W&#228;hrend die Preise f&#252;r Mineral&#246;lprodukte sanken, stiegen hingegen die Preise f&#252;r andere Haushaltsenergieprodukte teilweise erheblich (zum Beispiel Strom: + 12,4 %)…<br />
Die Preise f&#252;r Nahrungsmittel erh&#246;hten sich im April 2013 gegen&#252;ber April 2012 f&#252;r die Verbraucher sp&#252;rbar, und zwar um 4,1 %. Teurer binnen Jahresfrist wurden vor allem Obst (+ 7,6 %) und Gem&#252;se (+ 7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+ 5,4 %). Auch bei allen anderen Nahrungsmittelklassen lagen die Preissteigerungen &#252;ber der Gesamtteuerung (zum Beispiel Brot und Getreideerzeugnisse: + 2,4 %).<br />
Quelle: <a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/05/PD13_161_611.html">Statistisches Bundesamt</a></p>
<p>Siehe auch: <strong>Das Preis-Kaleidoskop</strong><br />
Die Ver&#228;nderung der Preise f&#252;r G&#252;tergruppen<br />
Quelle: <a href="https://www.destatis.de/Voronoi/PreisKaleidoskop.svg">Statistisches Bundesamt</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Nietzsche’s Marginal Children: On Friedrich Hayek</strong><br />
It would be a mistake to draw too sharp a line between the marginal children of Nietzsche —with political man on one branch of the family tree, economic man on the other. Hayek, at times, could sound the most Schmittian notes. At the height of Augusto Pinochet’s power in Chile, Hayek told a Chilean interviewer that when any “government is in a situation of rupture, and there are no recognized rules, rules have to be created.” The sort of situation he had in mind was not anarchy or civil war but Allende-style social democracy, where the government pursues “the mirage of social justice” through administrative and increasingly discretionary means. Even in The Constitution of Liberty, an extended paean to the notion of a “spontaneous order” that slowly evolves over time, we get a brief glimpse of “the lawgiver” whose “task” it is “to create conditions in which an orderly arrangement can establish and ever renew itself.” (“Of the modern German writings” on the rule of law, Hayek also says, Schmitt’s “are still among the most learned and perceptive.”) Current events seemed to supply Hayek with an endless parade of candidates. Two years after its publication in 1960, he sent The Constitution of Liberty to Portuguese strongman António Salazar, with a cover note professing his hope that it might assist the dictator “in his endeavour to design a constitution which is proof against the abuses of democracy.” Pinochet’s Constitution of 1980 is named after the 1960 text.<br />
Still, it’s difficult to escape the conclusion that though Nietzschean politics may have fought the battles, Nietzschean economics won the war. Is there any better reminder of that victory than the Detlev-Rohwedder-Haus in Berlin? Built to house the Luftwaffe during World War II, it is now the headquarters of the German Ministry of Finance.<br />
Quelle: <a href="http://www.thenation.com/article/174219/nietzsches-marginal-children-friedrich-hayek?page=0,7#">thenation</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.L.:</strong> Das Verdienst dieses &#8211; zugegebenerma&#223;en etwas akademischen &#8211; Artikels liegt darin, dass er die anti-demokratische Infrastruktur grundlegender neo-liberaler Denkfiguren freilegt.</em></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Hungerlohn am Flie&#223;band &#8211; Wie Tarife ausgehebelt werden</strong><br />
Gleiche Arbeit &#8211; weniger Geld. Die gute Besch&#228;ftigungslage in Deutschland hat eine Schattenseite, denn der sogenannte Niedriglohnsektor breitet sich zunehmend aus, d. h. immer mehr Menschen k&#246;nnen von ihrem Lohn nicht leben, auch wenn sie Vollzeit arbeiten.<br />
Quelle: <a href="http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/hungerlohn-am-fliessband-wie-tarife-ausgehebelt-werden?documentId=14580414">ARD Mediathek</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>US-Gericht gibt Agrarkonzern recht</strong><br />
Der Oberste Gerichtshof der USA hat einem Farmer untersagt, gentechnisch ver&#228;ndertes Saatgut des Konzerns Monsanto nachzuz&#252;chten, statt es f&#252;r jede Aussaat neu zu kaufen. Das Gericht st&#228;rkt damit den Patentschutz auf Saatgut &#8211; und die Marktmacht des Agrarriesen, der bereits Hunderte Prozesse gegen Farmer gewonnen hat…<br />
Farmer Vernon Bowman habe jahrelang gegen das Patentrecht des Konzerns versto&#223;en, weshalb die von niedrigeren Gerichten verh&#228;ngte Strafe in H&#246;he von 85.000 Dollar an Monsanto rechtens sei.<br />
Der Farmer hatte zwar f&#252;r seine erste Aussaat das gentechnisch ver&#228;nderte Soja-Saatgut von Monsanto gekauft. Aber f&#252;r die riskantere zweite Aussaat im Sommer hatte sich der Farmer g&#252;nstigere Sojabohnen aus einem Gemeinschafts-Futtersilo besorgt &#8211; wohlwissend, dass diese Sojabohnen auch gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent sind.<br />
Denn mittlerweile stammen 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA aus gentechnisch ver&#228;nderter Monsanto-Saat. &#8220;W&#228;re Bowman eine Ausnahme bewilligt worden, dann h&#228;tten Patente auf Saatgut nur noch wenig Wert&#8221;, urteilten Amerikas oberste Richter. Ohne strengen Patentschutz k&#246;nne Monsanto kaum Geld einnehmen, weil dann andere Firmen das Produkt nachahmen.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/monsanto100.html">tagesschau.de</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>EU-Verhandlungsmandat f&#252;r die „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130515_EU-Verhandlungsmandat.pdf">Generalsekret&#228;r der Europ&#228;ischen Union [PDF - 230 KB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Das Verhandlungsmandat bezieht sich ausschlie&#223;lich auf die Welthandelsorganisations- (WTO)-Regeln und ber&#252;cksichtigt das UNESCO-Abkommen &#252;ber den Schutz „kultureller Vielfalt“ nicht. Die Vorbereitungen auf die Verhandlungen vollziehen sich weitgehend hinter den Kulissen. Es ist keineswegs sichergestellt, dass auch in Zukunft &#246;ffentliche Kulturf&#246;rderung oder der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk k&#252;nftig nicht eine unzul&#228;ssige Diskriminierung darstellen. Kulturg&#252;ter, kulturelle Dienstleistungen, Rundfunk oder Telemedien w&#252;rden so zur reinen Handelsware.</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Das Wunder von Mondragón?</strong><br />
Beteiligung, Teilhabe, soziale Verantwortung und Innovation, das sind die Werte, die sich der Genossenschaftsverband Corporación Cooperativa Mondragón &#8211; kurz MCC &#8211; in der gleichnamigen baskischen Kleinstadt auf die Fahnen geschrieben hat.<br />
Nicht f&#252;r einen Unternehmer oder Aktion&#228;re wird hier gearbeitet, sondern seit der Gr&#252;ndung 1956 bestimmen die Genossen selbst &#252;ber die Firmenpolitik und dar&#252;ber, wohin die Gewinne flie&#223;en sollen: in den Kapitalstock der MCC, in Bildung und f&#252;r soziale Zwecke der Kommune.<br />
Der Rest wird an die Besch&#228;ftigten ausgesch&#252;ttet. W&#228;hrend anderswo im Zuge der Globalisierung entlassen wurde, sind hier &#8211; trotz neuer Produktionsst&#228;tten in Fernost, S&#252;damerika und Europa &#8211; neue Arbeitspl&#228;tze entstanden.<br />
In den letzten 20 Jahren hat sich die Anzahl der Arbeitskr&#228;fte vervierfacht. 84.000 Menschen arbeiten f&#252;r den Genossenschaftsverbund. Davon 64.000 allein in Spanien.<br />
Dass demokratische Wirtschaftsstrukturen und erfolgreiches Agieren auf einem globalisierten Markt kein Widerspruch sein m&#252;ssen, daf&#252;r ist Mondragón ein Beispiel.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/2070704/">DLF</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Kompetenzsteamsmitglied Gesche Joost</strong><br />
Gesucht – gefunden: Warum passen Sie zur Telekom?<br />
Gesche Joost: Weil mich neue Formen des miteinander Arbeitens, Denkens und Diskutierens interessieren. In meiner Arbeit f&#252;r die Telekom geht es darum, Partizipation und Vielfalt umzusetzen. Genau das erproben wir im Rahmen der Public Private Partnerships zwischen den Telekom Innovation Labs (T-Labs) und der Berliner Universit&#228;t der K&#252;nste.<br />
Quelle: <a href="https://www.telekom.com/karriere/warum-telekom/unsere-kultur/99630">Telekom</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Gesche Joost soll ja im Kompetenzteam Steinbr&#252;cks f&#252;r Innovation und f&#252;r das digitalisierte Leben stehen, da f&#228;llt ihr nichts Besseres ein als die abgestandene  Private Public Partnership zu loben. Privatisierung soll also der Weg in die vernetzte Gesellschaft sein.<br />
Typischerweise sitzt sie auf einer <a href="http://www.laboratories.telekom.com/public/Deutsch/Newsroom/news/Pages/Prof-Dr-Gesche-Joost-neue-Professorin-Designforschung-UdK.aspx">Stiftungsprofessur der Telekom</a>: „In Kooperation mit den Deutsche Telekom Laboratories hat die UdK Berlin den neuen Fachbereich f&#252;r Designforschung eingerichtet, der von Prof. Dr. Gesche Joost geleitet wird und an das Institut f&#252;r Produkt- und Prozessgestaltung der Fakult&#228;t Gestaltung der UdK Berlin angegliedert ist.“<br />
So sehen also die Netzwerke in der „vernetzten Gesellschaft“ aus: <a href="http://www.pressebox.de/inaktiv/universitaet-der-kuenste-berlin/Neue-Stiftungsprofessur-Designforschung-an-der-Universitaet-der-Kuenste-Berlin/boxid/401212">Hochschulen als verl&#228;ngerte Werkb&#228;nke der Wirtschaft</a>.</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Finnland: Gute Schule</strong><br />
Finnlands Erfolge beruhen auf einem Bildungssystem, das allen die gleichen Chancen gibt. Der finnische Erfolg beruht zuallererst auf dem nordischen Wohlfahrtsstaatsmodell. Als Pasi Sahlberg, Autor, Lehrercoach und Direktor des in Helsinki ans&#228;ssigen Centre for international mobility and cooperation (CIMO), bei einem Podiumsgespr&#228;ch des US-Senders PBS aufgefordert wurde, Finnlands p&#228;dagogisches Rezept zu verraten, antwortete er mit strahlendem L&#228;cheln: &#8220;Zuerst einmal ist bei uns die Schule f&#252;r alle kostenlos, von der Vorschule bis zur Universit&#228;t!&#8221; Damit er&#252;brigte sich jeglicher Vergleich mit dem US-amerikanischen Modell. In Finnland ist nicht nur der Unterricht gratis. Bis zum Alter von 16 Jahren wird auch das Schulmaterial aus den &#246;ffentlichen Kassen bezahlt, ebenso wie Nachhilfeunterricht, Schulbusse, Schulessen und Gesundheitsausgaben. Die Finanzierung tragen mehrheitlich die 336 Kommunen, der Staatshaushalt sorgt dabei f&#252;r die Harmonisierung der Unkosten. Die reichste Gemeinde &#8211; Espoo nahe Helsinki &#8211; wird nur mit einem Prozent bezuschusst, w&#228;hrend es sonst im Durchschnitt 33 Prozent der Kosten(5) sind &#8211; bei manchen Kommunen sogar bis zu 60 Prozent. Die Zentralregierung verhindert auch die Gr&#252;ndung von Privatschulen, die seit den 1970er Jahren fast komplett verschwunden sind.(6) Eine Ausnahme bilden Einrichtungen mit alternativen p&#228;dagogischen Konzepten wie Waldorf- oder Montessori-Schulen, die von Vereinen getragen werden. Diese umfassende staatliche Finanzierung scheint nicht einmal besonders kostspielig zu sein, im Gegenteil. Gemessen an der Kaufkraft gibt Finnland weniger Geld pro Grund- und Mittelsch&#252;ler aus als der Durchschnitt der OECD-Staaten und viel weniger als die USA oder Gro&#223;britannien.(7) Der Schwerpunkt lag und liegt auf dem guten Personalschl&#252;ssel und der Eignung und Ausbildung der angehenden Lehrer, die sich zum Beispiel mindestens ein Jahr lang, unabh&#228;ngig von ihrem Fach, nur mit Methodentraining besch&#228;ftigen. Der Lehrerberuf ist in Finnland hoch angesehen und auch begehrt, obwohl die Ausbildung relativ lange dauert (allein das Studium beansprucht mindestens f&#252;nf Jahre) und die Geh&#228;lter im Gro&#223;en und Ganzen dem OECD-Durchschnitt entsprechen. Nur einer von zehn Lehramtsanw&#228;rtern erreicht sein Ziel.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0057.idx,21">Le Monde diplomatique</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0056.idx,23">Le Monde diplomatique</a><br />
Quelle 3: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/04/12.mondeText.artikel,a0058.idx,22">Le Monde diplomatique</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> In Finnland schlie&#223;t die Mehrheit (etwa doppelt so viel wie in Deutschland) der Jugendlichen die Schule mit der Hochschulreife ab, w&#228;hrend in Deutschland Stimmen laut werden, welche eine Gymnasialquote von 20 Prozent und eine  Studierquote 20 Prozent eines Altersjahrgangs fordern. Besonders &#228;rgerlich wird es, wenn dann Fachleute wie Elsbeth Stern auf das Beispiel Finnland hinweisen, dass die Kinder dort bis zum Alter von 15 Jahren gemeinsam eine Schule besuchen und <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/elsbeth-stern-nur-ein-fuenftel-der-schueler-soll-aufs-gymnasium-a-898282.html">dann ausgesiebt werden</a>. Sie wei&#223; offensichtlich nicht, dass die Sch&#252;ler nach der neunj&#228;hrigen Gemeinschaftsschule entweder an das Gymnasium oder an die Berufsschule wechseln, an der sie allerdings auch das Abitur machen k&#246;nnen. Ferner wird die Zulassung zum Studium an allen finnischen Universit&#228;ten durch eigene Aufnahmetests und Vorstellungsgespr&#228;che geregelt, was die Bedeutung des Abiturzeugnisses zus&#228;tzlich mindert. Ein Blick auf die Hochschulabschl&#252;sse zeigt, innerhalb der Gruppe der 30 bis 34-J&#228;hrigen machen in Finnland 45, 8 Prozent der Bev&#246;lkerung und in Deutschland 31, 9 Prozent der Bev&#246;lkerung den Abschluss (eurostat f&#252;r 2012). Und der Grund d&#252;rfte sehr wohl darin liegen, dass das finnische Schulsystem daf&#252;r sorgt, &#8220;dass es kaum kompetenzarme Sch&#252;ler gibt und der Bildungserfolg der Kinder relativ stark von der Schicht der Eltern entkoppelt ist. Zu einem gro&#223;en Teil liegt dies an der stark individualisierten schulischen F&#246;rderung.&#8221; so <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2010-05/interview-christians-ebner/seite-3">Christian Ebner in der Zeit</a>.<br />
Nat&#252;rlich hat Finnland z.B. den Vorteil einer viel geringeren Zuwanderung &#8211; in Helsinki ist allerdings bereits jeder 10 Sch&#252;ler zugewandert. Aber auch hier schneiden finnische Migrantenkinder bei den PISA-Tests besser ab als in der gesamten OECD, weil auch hier Finnland einen anderen Weg geht: &#8220;Alle ausl&#228;ndischen Sch&#252;ler erhalten w&#246;chentlich zwei Stunden Unterricht in ihrer Muttersprache. Untersuchungen in Finnland haben ergeben, dass die Zielsprache leichter gelernt werden kann, wenn die Kinder ihre Muttersprache beherrschen und pflegen und ihre Herkunftskultur gew&#252;rdigt sehen. Sie verf&#252;gen &#252;ber Vorteile bei der Begriffsbildung, die ihnen beim Erlernen der Zielsprache zugutekommen. In der Zielsprache (Finnisch als Fremdsprache) erhalten sie verst&#228;rkten Unterricht im Vergleich zu ihren Mitsch&#252;lern. Ebenso findet an der eigenen Schule Religionsunterricht in der jeweiligen Konfession statt. F&#252;r den muttersprachlichen Unterricht und f&#252;r den Religionsunterricht werden entsprechende Lehrer – meist selbst Migranten mit p&#228;dagogischer Ausbildung in ihrem Heimatland – stundenweise besch&#228;ftigt. Diese sind dann meistens an verschiedenen Schulen t&#228;tig. Auffallend war f&#252;r uns, Kleinste Gruppen (also Unterricht f&#252;r 2 oder 4 Sch&#252;ler) werden in Finnland selbstverst&#228;ndlich in Kauf genommen&#8221; so Renate Hendricks auf ihrer <a href="http://www.renate-hendricks.de/index.php?seite=3071&#038;s=1&#038;menu=1">Website</a>.<br />
Nat&#252;rlich ist Finnland auch nicht v&#246;llig gegen neoliberalen Zeitgeist gefeit. So wurde &#252;ber Rankings der Wettbewerb zwischen den Schulen gef&#246;rdert. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Eltern inzwischen gegensteuern. So spricht sich  der Vorsitzende des Landeselternverbands, Tuomas Kurttila, gegen die freie Schulwahl aus. Sie f&#246;rdere die Ungleichheit und die gesellschaftliche Spaltung Finnlands.</em></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Vor allem das Einkommen der Eltern entscheidet &#252;ber Auslandsaufenthalte von Sch&#252;lern</strong><br />
Sechs Prozent dieser Jugendlichen verbrachten einen Teil ihrer Schulzeit im Ausland. Die Ergebnisse wurden in der j&#252;ngsten Ausgabe der renommierten „Zeitschrift f&#252;r Soziologie“ ver&#246;ffentlicht.<br />
Die Studie zeigt: Kinder aus h&#246;heren Schichten haben deutlich bessere Chancen, eine Zeit im Ausland zu verbringen als Jugendliche aus niedrigen Schichten. Vor allem die materiellen Ressourcen des Elternhauses spielen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung, den Nachwuchs ins Ausland zu schicken und damit dessen Chancen auf dem Arbeitsmakt zu erh&#246;hen. „Die Kosten eines solchen Aufenthalts belaufen sich auf durchschnittlich etwa 9.000 Euro pro Jahr. Das k&#246;nnen sich nur wohlhabendere Familien leisten, zumal es kaum Stipendien gibt “, erkl&#228;rt J&#252;rgen Gerhards.<br />
In Deutschland hat sich die Zahl der von etwa 60 Anbietern organisierten Auslandsaufenthalte f&#252;r Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler von 2001 bis 2011 von 14.000 auf 19.000 erh&#246;ht.<br />
Quelle: <a href="http://idw-online.de/de/news532781">idw</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>CHE-Hochschulranking 2013</strong><br />
In diesem Jahr sah sich das CHE einer gro&#223;en Zahl von Rankingverweigerern gegen&#252;ber – so verweigerten 53% der deutschen Geschichts-Fachbereiche eine Mitarbeit. Das war allerdings kein Grund, auf die Ver&#246;ffentlichung online und im ZEIT Studienf&#252;hrer zu verzichten: Indem &#8220;einfach&#8221; vermehrt auf &#246;ffentlich verf&#252;gbare Daten zur&#252;ckgegriffen wurde, werden nun sogar die Verweigerer gerankt. F&#252;r die Studienwahl d&#252;rfte das zwanghafte Ranken des CHE immer weniger Sinn machen.<br />
… viele Kriterien f&#252;r sich k&#246;nnen zwar gerankt werden, die Aussagekraft ist aber begrenzt. Denn bspw. kann ein Fachbereich zwar eine l&#228;ngere Durchschnittsstudiendauer haben, aber eben auch eine andere Struktur von Studierenden (bspw. mehr Studierende mit Kindern, bei denen wohl kaum jemand ein etwas l&#228;ngeres Studium erstaunlich findet), so dass am Ende keineswegs daraus gefolgert werden kann, dass f&#252;r den einzelnen Studieninteressierten wirklich die Hochschule mit k&#252;rzerer Studiendauer &#8220;besser&#8221; ist…<br />
Dieses Jahr gab es so viele Boykotteure wie noch nie. Beim bisherigen Vorgehen w&#228;ren einige Ranking-Listen sehr kurz ausgefallen (wenn man alle Boykotteure wegl&#228;sst) bzw. h&#228;tten sehr viele Leerstellen gehabt (Boykotteure ohne Daten auflisten). Also wurde stattdessen st&#228;rker auf allgemein zug&#228;ngliche Daten zur&#252;ckgegriffen und diese gerankt – und somit finden sich auch fast alle Verweigerer der 2013 neu bewerteten F&#228;cher im neuen Ranking. Dazu hat das CHE im ZEIT Studienf&#252;hrer die ausgewiesenen Kriterien ver&#228;ndert. Insbesondere bei den F&#228;chern mit vielen Boykotteuren darf man vermuten, dass die nun gew&#228;hlten Kriterien keineswegs sinnvoller sind, sondern nur so gen&#252;gend Ergebnisse zustande kommen konnten. Hauptsache Ranking, was offenbar das Motto ist.<br />
Quelle: <a href="http://www.studis-online.de/Studieren/art-1539-zeit-che-uniranking-2013.php">Studis Online</a></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Steffen Roski: Wie Bertelsmann funktioniert</strong><br />
Bertelsmann ist ein m&#228;chtiger, milliardenschwerer Konzern, der anderen Playern der Kapitalseite seine Medienplattformen offeriert und diesen zugleich zu L&#246;sungen bei der Abwicklung informationstechnologisch basierter Dienstleistungen und Kundenkontakte verhilft. Haupteigent&#252;merin der AG ist die &#246;ffentlich subventionierte Bertelsmann Stiftung. Die Bertelsmann Stiftung ist f&#252;r die AG das, was einem Chemiekonzern beispielsweise eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist. Dem G&#252;tersloher Medien- und Dienstleistungskonzern dient sie vor allem dazu, Gegenwartstrends zu ersp&#252;ren und auf der Grundlage wissenschaftlicher Expertisen mittel- und langfristig selbst gesellschaftlich-politische Entwicklungen mitzubestimmen…<br />
Wenn die Stiftung in ihren Expertisen etwa die Privatisierung &#246;ffentlichen Eigentums (im Bildungswesen etwa) fordert, arbeitet sie dem Konzern unmittelbar zu, denn dieser ist &#252;ber seine Medien- und Informationsdienstleistungssparten daran interessiert, seine Wertsch&#246;pfungsketten &#252;berall dorthin auszudehnen, wo sich Profite erzielen lassen. Viele B&#252;rger beschleicht das Gef&#252;hl, demokratisch entm&#252;ndigt zu sein. Viele B&#252;rger sind deshalb beunruhigt und w&#252;tend. Konzerne wie Bertelsmann spinnen, von den Mainstream-Medien weitgehend unbeachtet, in Netzwerken der Macht und des Einflusses an einer „Post-Demokratie“, in der die B&#252;rger nichts, die Konsumenten dagegen alles sind.<br />
Quelle: <a href="http://wissenschafftgesellschaft.blogspot.de/2013/05/steffen-roski-wie-bertelsmann.html">Wissen schafft Gesellschaft</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Bespitzelung AP – Gezielte Einsch&#252;chterungsma&#223;nahme</strong><br />
Bevor die Kommunikationsdaten eingesehen werden d&#252;rfen, m&#252;ssen alle anderen ermittlungstechnischen Mittel ausgesch&#246;pft sein. Dann muss der Justizminister pers&#246;nlich die Ermittlungen abzeichnen. Und dann muss die betroffene Nachrichtenorganisation von der Ma&#223;nahme im Voraus in Kenntnis gesetzt werden. Das darf nur umgangen werden, wenn sonst die gesamte Ermittlung gef&#228;hrdet w&#228;re.<br />
Hohe H&#252;rden also, die ihren Ursprung im Watergate-Skandal haben, als das Wei&#223;e Haus mit allen Mitteln versuchte, ein Leck in der Administration zu enttarnen.<br />
Alle diese H&#252;rden hat die Obama-Administration im Falle der AP-&#220;berwachung umgangen, jeden juristischen Spielraum bis an die Grenze des eben noch M&#246;glichen ausgereizt. Ob sie sie &#252;berschritten hat, wird wahrscheinlich ein Gericht entscheiden.<br />
Was Justizminister Holder und die Obama-Administration bereits jetzt &#252;berschritten haben, das ist die Grenze der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kommentar/2107857/">DLF</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Leserbriefe zu unserem Artikel „Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&#252;r ihre Klientel“</strong><br />
Zu unserem Artikel „Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&#252;r ihre Klientel“ http://www.nachdenkseiten.de/?p=17238 erreichten uns zwei kritische Leserbriefe, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130515_LB1.pdf">Brief unseres Lesers M.L [PDF - 30 KB]</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130515_LB2.pdf">Brief unseres Lesers M.La. [PDF - 65 KB]</a></li>
</ul>
</li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17269&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Steuerpflicht beim Einkommen – oder Steuerhinterziehung-Deluxe</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 10:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albrecht Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Steuern / Steuerreform]]></category>

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		<description><![CDATA[Praktische Hilfe bei der Hinterziehung von Einkommen &#8211; vor allem aus Kapitalverm&#246;gen – geh&#246;rt(e) offenbar seit Jahrzehnten zum mehr oder weniger geduldeten Gesch&#228;ftsmodell gewisser Privatbanken, Versicherungen, Landesbanken oder Tochtergesellschaften. So k&#246;nnen – v&#246;llig legal – Konzerne ihre Gewinne beispielsweise &#252;ber die Niederlande in Steueroasen wie die Cayman-Inseln nahezu steuerfrei transferieren. Mittelst&#228;ndler und Arbeitnehmer k&#246;nnen ihre [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Praktische Hilfe bei der Hinterziehung von Einkommen &#8211; vor allem aus Kapitalverm&#246;gen – geh&#246;rt(e) offenbar seit Jahrzehnten zum mehr oder weniger geduldeten Gesch&#228;ftsmodell gewisser Privatbanken, Versicherungen, Landesbanken oder Tochtergesellschaften. So k&#246;nnen – v&#246;llig legal – Konzerne ihre Gewinne beispielsweise &#252;ber die Niederlande in Steueroasen wie die Cayman-Inseln nahezu steuerfrei transferieren. Mittelst&#228;ndler und Arbeitnehmer k&#246;nnen ihre Steuerlast auf diesem Wege kaum legal vermindern. &#8230; Wenn dies zutrifft, w&#228;re es angebracht, da&#223; sich die Entscheidungstr&#228;ger diesem asozialen Problem annehmen. Dazu ein Beitrag von Johannes Fiala und Peter A. Schramm. Von <strong>Albrecht M&#252;ller</strong><br />
<span id="more-17255"></span><br />
<strong>PM Dr. Johannes Fiala / Dipl.-Math. Peter A. Schramm<br />
M&#252;nchen im Mai 2013</strong></p>
<p><strong>Steuerpflicht beim Einkommen – oder Steuerhinterziehung-Deluxe</strong> [<a href="#foot_1" name="note_1">*</a>]</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Wer Steuern hinterzieht verh&#228;lt sich verantwortungslos oder gar asozial&#8221; (Joachim Gauck)</strong></p></blockquote>
<p>Praktische Hilfe bei der Hinterziehung von Einkommen &#8211; vor allem aus Kapitalverm&#246;gen – geh&#246;rt(e) offenbar seit Jahrzehnten zum mehr oder weniger geduldeten Gesch&#228;ftsmodell gewisser Privatbanken, Versicherungen, Landesbanken oder Tochtergesellschaften. Im Ausland nennen sich solche „Institutionen“ auch Sparkassen, Anstalten, Trusts, Kantonalbanken, Treuh&#228;nder oder Stiftungen. Erkennbar ist bisher ein Durchgreifen der USA gegen&#252;ber selektierten Finanzpl&#228;tzen.</p>
<p>Der Laie fragt sich, wie dies praktisch funktioniert?</p>
<p><strong>Kontenwahrheit</strong></p>
<p>Der § 154 Abgabenordnung (AO) schreibt vor, da&#223; Bankkonten nicht auf falsche oder erdichtete Namen errichtet werden d&#252;rfen. Handelt es sich beim Kontoinhaber um eine nat&#252;rliche Person, so werden die Kapitalertr&#228;ge seit der Abschaffung des Bankgeheimnisses im Inland 2004 automatisch zentral gesammelt und weitergemeldet. Wer das Bankgeheimnis als B&#252;rgerrecht versteht, kann sich im Ausland eine Bank suchen, welche die &#252;blichen 35% EU-Quellensteuer abzieht – sofern keine Kirchensteuerpflicht im Inland besteht, ist damit eine Steuerhinterziehung ausgeschlossen. Die inl&#228;ndische Abgeltungssteuer nebst Solidarit&#228;tszuschlag ist knapp 10 Prozentpunkte geringer. Die Forderung gewisser Finanzminister, da&#223; es einen automatischen Informationsaustausch mit dem Ausland geben m&#252;sse, erweist sich als Scheindiskussion, denn die &#252;blichen L&#246;sungen ab mittelgro&#223;en Verm&#246;gen laufen seit Jahrzehnten oft darauf hinaus, da&#223; als Kontoinhaber eine andere Person aufscheint. Diese Tradition ist &#228;lter als die Bundesrepublik Deutschland.</p>
<p><strong>Bereits 100.000 Euro Verm&#246;gen gen&#252;gen f&#252;r massenhafte vielleicht legale Tarnkonstruktionen</strong></p>
<p>Ab etwa 100 TEUR Verm&#246;gen kann man sein Geld unter einem anderen Namen anlegen, und sei es lediglich &#252;ber eine Versicherungsgesellschaft aus Belize. Dies w&#228;re sogar legal gestaltbar, wenn nicht bedauerlicherweise die Anbieter es fahrl&#228;ssig vermieden h&#228;tten, die Konstruktion fachlich sauber pr&#252;fen zu lassen. Die Folge dieser Sparsamkeit f&#252;hrt vielfach unmittelbar zum v&#246;llig unn&#246;tigen Vorwurf der Hinterziehung von Steuern gegen&#252;ber den Kunden. Denn der Staat hat auch die Vermittler in die Pflicht genommen, vermittelte Lebensversicherungen im Ausland anzuzeigen. Der Anbieter, aber auch die Banken als Vermittler werden sich damit herausreden, da&#223; die Steuerfragen „nach dem Kleingedruckten“ allein vom Kunden zu kl&#228;ren waren.</p>
<p><strong>Treuh&#228;nder, Stiftung, Trust &#038; Co.</strong></p>
<p>Sobald das bei einer Bank im Inland verwaltete Verm&#246;gen siebenstellig geworden ist, bieten hilfsbereite Bank(st)er dem Kunden an, sein Verm&#246;gen einfach mal auf die Schnelle verschwinden zu lassen. Eine Firma, beispielsweise auf den Seychellen ist f&#252;r ein paar Hundert Dollar zu haben – in Singapur ist der Betrag bereits vierstellig. In &#228;hnlicher H&#246;he liegen dann die j&#228;hrlichen Kosten f&#252;r die „Verwaltung“, welche zumeist darin besteht, da&#223; der Verm&#246;gensinhaber eine Generalvollmacht erh&#228;lt, und man im &#252;brigen schlicht keine Dienste leistet – abgesehen von der Kick-Back-Abrechnung gegen&#252;ber der inl&#228;ndischen Bank. Zum „System“ geh&#246;rt es, da&#223; die Generalvollmacht zeitlich limitiert ist, und wenn es um die Verl&#228;ngerung geht, der Bank(st)er das letzte Wort hat – nicht der Kunde, dem sein Totalverlust- oder Erpressungsrisiko vielfach zu sp&#228;t bewu&#223;t wird. Der Charme dieser L&#246;sung von der Stange liegt gerade darin, da&#223; man keinen Geldkoffer ben&#246;tigt, um diesen &#252;ber eine gr&#252;ne Grenze zu schaffen, aber daf&#252;r das x-fache der &#252;blichen Bankgeb&#252;hren bezahlt.</p>
<p><strong>Bis zu mehr als 90% des Schwarzgeldes bei inl&#228;ndischen Banken?</strong></p>
<p>Gewi&#223; gibt es gute Gr&#252;nde sein Verm&#246;gen bei ausl&#228;ndischen Banken zu deponieren, vielleicht sogar au&#223;erhalb der Euro-Zone oder au&#223;erhalb der EU, wie &#228;ngstliche Beobachter der „Enteignung von Kontoinhabern“ auf Zypern beobachten konnten. F&#252;r die Masse verm&#246;gender Kontoinhaber ist dieser Weg zu m&#252;hsam – sie spekulieren darauf, da&#223; Betriebspr&#252;fern mit allzu gro&#223;er Neugierde bei Bankpr&#252;fungen im Zweifel einfach mal vorzeitig eine Dienstunf&#228;higkeit bescheinigt wird. Dabei w&#228;re es ganz ohne irgendwelche internationalen Abkommen bereits f&#252;r jeden Lehrling bei Banken und Versicherungen im Inland m&#246;glich, entsprechende Verdachtsf&#228;lle aufzusp&#252;ren und zu hinterfragen. Die Kundenberater als Kronzeugen nebst zugeh&#246;rigem Informationsaustausch mit den Kunden w&#228;ren ja auch vor Ort – im Inland. Wenn dies zutrifft, h&#228;tten wir eine Finanzmafia im Staate – und kaum Anla&#223; irgendwelche prominente Einzelf&#228;lle als asozial medial zu brandmarken.</p>
<p><strong>Der Auslandswohnsitz und/oder ein Zweitpa&#223; als billige L&#246;sungen</strong></p>
<p>Weltweit tausende, in- und ausl&#228;ndische, Treuh&#228;nder und Berater sind mit Privatbanken und &#228;hnlichen Finanzh&#228;usern bestens vernetzt. Auf deren Speisekarte findet man bisweilen auch die Option f&#252;r einen ausl&#228;ndischen Zweitpa&#223;, genauer gesagt eine zweite Staatsb&#252;rgerschaft. Damit lassen sich im In- und Ausland bequem Konten er&#246;ffnen. Wer seinen (angeblich einzigen) Wohnsitz im entfernteren Ausland hat, braucht nicht mal einen Zweitpa&#223;. Der Bank(st)er wird dies als Trick empfehlen, damit er in den Kontounterlagen schlicht vermerkt „Devisenausl&#228;nder“, und schon darf das Finanzhaus darauf verzichten Kapitalertragsteuer bzw. Abgeltungssteuer abzuziehen. Vielfach gilt die Regel, da&#223; ein Tarnwohnsitz im Ausland um so preiswerter zu haben ist, je weiter entfernt er sich befindet – und noch dazu steigen damit die nur scheinbar legal verf&#252;gbaren Steuervorteile.</p>
<p><strong>Ausweichstrategien wegen Datenlecks und Steuerfahndung</strong></p>
<p>Nachdem gewisse Gro&#223;banken ins Visier der Steuerfahndung kamen, wechselten zahlreichen Kundenberater ihren Arbeitgeber – die Kunden zogen vielfach mit. Es war nur eine Frage der Zeit bis die US-Steuerbeh&#246;rden dies entdeckten. Wie wichtig die Datensicherheit ist, wei&#223; die &#214;ffentlichkeit seitdem Kundendaten vom Staat aufgekauft werden. Lukrativer kann es sein, sich &#252;ber 10 Mio.  EUR Belohnung als „Whistleblower“ zu sichern, und gleichzeitig den beruflichen R&#252;ckzug als Bank(st)er anzutreten.</p>
<p>Sp&#228;testens sobald sich &#252;ber die letzten bis zu 10 Jahre nichtbezahlte Abgaben im Umfang von &#252;ber 50 TEUR angesammelt haben, wird die Steuerhinterziehung gleichzeitig zur Vortat f&#252;r eine Geldw&#228;sche. Die &#252;blichen Modelle (Verzicht des Kunden auf Ertr&#228;ge &#252;ber Konten, Umschichtung in Kapitalanlagen mit Abzug der Abgeltungssteuer, Anschaffung von Gold oder Immobilien, Einbringung in Lebensversicherungsm&#228;ntel) spekulieren darauf, da&#223; jedes Jahr ein Teil der Steuerhinterziehung verj&#228;hrt. Dies &#228;ndert aber absolut gar nichts daran, da&#223; dieses Verm&#246;gen durch Geldw&#228;sche bemakelt ist und bleibt – auch bez&#252;glich s&#228;mtlicher „Surrogate“. Bei Geldw&#228;sche beginnt die Verj&#228;hrung aber erst, wenn das Verm&#246;gen komplett verbraucht w&#252;rde – nicht jedoch bei Anschaffung von Wertgegenst&#228;nden oder Luxusg&#252;tern. Leider kann solches Verm&#246;gen dann auch wegen Geldw&#228;sche selbst bei schon verj&#228;hrter Steuerhinterziehung eingezogen werden. Der einzige Weg zur&#252;ck ist die Selbstanzeige.</p>
<p><strong>Das Zweitkonto zum Tarnen, Tricksen und T&#228;uschen</strong></p>
<p>Findige Bank(st)er im Ausland geben den Steuerhinterziehern  in den Reihen ihrer Kunden den Rat, ein Bankkonto mit Depot zu er&#246;ffnen – mit ganz geringen Verm&#246;genswerten. Fliegt die Gesch&#228;ftsbeziehung auf, etwa durch „Offshore-Leaks“, kann man dies vorweisen und gr&#246;&#223;erer Bestrafung entgehen, w&#228;hrend dessen es „dahinter“ noch ein weiteres Konto mit Depot gibt – wo sich die eigentlichen vergrabenen Sch&#228;tze befinden.</p>
<p>Im Inland gibt es dazu ein erprobtes Gesch&#228;ftsmodell gewisser „Berater“, welche erfahren berichten da&#223; die Finanz derart wenig Zeit f&#252;r Pr&#252;fungen hat oder unterbesetzt ist, da&#223; man sich &#252;ber jede „kreative Buchhaltung“ als Selbstanzeige freut, und in derartigen F&#228;llen selten wirklich genau nachpr&#252;ft. Damit soll es in der Praxis nach wie vor m&#246;glich sein, massenhaft l&#252;ckenhafte Selbstanzeigen abzugeben, welche als solche nicht erkannt werden, obgleich sie nach der Rechtsprechung komplett unwirksam sind, und von daher nicht zur Straffreiheit f&#252;hren k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Die Europ&#228;ische Idee beinhaltet den Steuerwettbewerb</strong></p>
<p>Zum Dogma des vereinten Europa geh&#246;rt es, da&#223; jedes nationale Parlament das K&#246;nigsrecht der Besteuerung f&#252;r sich beansprucht. So k&#246;nnen – v&#246;llig legal – Konzerne ihre Gewinne beispielsweise &#252;ber die Niederlande in Steueroasen wie die Cayman-Inseln nahezu steuerfrei transferieren. Mittelst&#228;ndler und Arbeitnehmer k&#246;nnen ihre Steuerlast auf diesem Wege kaum legal vermindern.</p>
<p><strong>Verfassungswidrigkeit der Besteuerung von Einkommen?</strong></p>
<p>Wenn dies zutrifft, w&#228;re es angebracht da&#223; sich die Entscheidungstr&#228;ger diesem asozialen Problem annehmen, anstatt irgendwelche „Peanuts-F&#228;lle“ mit Prominenten an den Pranger zu stellen.<br />
Diese faktische Ungleichbehandlung w&#228;re als Einladung zu verstehen, (abermals) beim Bundesverfassungsgericht das gesamte System der Einkommenbesteuerung „wegen eines strukturellen Vollzugsdefizits oder verfassungswidriger Fehlbesteuerung“ auf den Pr&#252;fstand stellen zu lassen. Frei nach dem Motto: Warum soll eigentlich der Steuerehrliche der Dumme sein?</p>
<div class="hr_wrap">
<hr /></div>
<div class="footnote">
<p>[<a href="#note_1" name="foot_1">«*</a>] von Dr. Johannes Fiala, LB (M&#252;nchen), MBA Finanzdienstleistungen (Univ.), MM (Univ.), Gepr&#252;fter Finanz- und Anlageberater (A.F.A.), Lehrbeauftragter f&#252;r B&#252;rgerliches- und Versicherungsrecht (Univ.), Bankkaufmann (<a href="http://www.fiala.de">www.fiala.de</a>) und Dipl.-Math. Peter A. Schramm, Sachverst&#228;ndiger f&#252;r Versicherungsmathematik (Diethardt),  Aktuar DAV, &#246;ffentlich bestellt und vereidigt von der IHK Frankfurt am Main f&#252;r Versicherungsmathematik in der privaten Krankenversicherung (<a href="http://www.pkv-gutachter.de">www.pkv-gutachter.de</a>).</p>
</div>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17255&amp;md5=745b84ef02c084f94066d88363a8cac2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein erster Schritt – die Finanztransaktionssteuer</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 10:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Audio-Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Steuern / Steuerreform]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten 40 Jahren haben Finanztransaktionen dramatisch zugenommen. Dies betrifft den Handel mit Aktien, Anleihen und Devisen, vor allem aber den Handel mit abgeleiteten Finanzprodukten (Derivaten), mit denen auf die &#196;nderung von Zinsen, Kursen und Preisen spekuliert werden kann. Die Entstehung eines global vernetzten Finanzmarktes, die Beschleunigung des Handels und die Entwicklung zunehmend gef&#228;hrlicher [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten 40 Jahren haben Finanztransaktionen dramatisch zugenommen. Dies betrifft den Handel mit Aktien, Anleihen und Devisen, vor allem aber den Handel mit abgeleiteten Finanzprodukten (Derivaten), mit denen auf die &#196;nderung von Zinsen, Kursen und Preisen spekuliert werden kann. Die Entstehung eines global vernetzten Finanzmarktes, die Beschleunigung des Handels und die Entwicklung zunehmend gef&#228;hrlicher Finanzprodukte haben die Weltwirtschaft immer instabiler und krisenanf&#228;lliger gemacht. Rohstoffpreise, Aktien- oder Wechselkurse werden immer weniger durch reale Verh&#228;ltnisse und immer st&#228;rker durch spekulative Erwartungen bestimmt. Ergebnis sind heftige Preisschwankungen, Spekulationsblasen und anschlie&#223;ende Crashs, oft mit fatalen Folgen f&#252;r die reale Wirtschaft und die Lebensverh&#228;ltnisse von Millionen Menschen. Von <strong>Sahra Wagenknecht</strong></p>
<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.</em><br />
<span id="more-17252"></span><br />
</p>
<p><em>Dieser Text ist ein exklusiver Auszug aus dem Buch <a href="http://westendverlag.de/westend/buch.php?p=86">„Das alles und noch viel mehr w&#252;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&#228;r&#8217;n“</a>, herausgegeben von Peter Zudeick. Zu den zahlreichen Autoren des Buches geh&#246;ren auch die NachDenkSeiten-Autoren Wolfgang Lieb und Jens Berger.</em></p>
<p>Inzwischen ist das Volumen der globalen Finanztransaktionen 73,5-mal h&#246;her als das weltweite Bruttoinlandsprodukt, das Volumen der Devisentransaktionen fast 70-mal so hoch wie der globale Welthandel, der Aktienhandel &#252;bersteigt die Unternehmensinvestitionen um das Hundertfache, und der Handel mit Zinsinstrumenten ist mehrere hundert Mal gr&#246;&#223;er als s&#228;mtliche Realinvestitionen. [<a href="#foot_1" name="note_1">1</a>] Nach Angaben der Bank f&#252;r Internationalen Zahlungsausgleich explodierte das nominale Wettvolumen au&#223;erb&#246;rslich gehandelter Derivate von 94 Billionen US-Dollar im Jahr 2000 auf 639 Billionen US-Dollar im Jahr 2012. Vor allem Kreditderivate haben zur j&#252;ngsten Finanzkrise und zum Bankrott gro&#223;er Versicherungen und Banken beigetragen. Wie der ber&#252;hmte Investor und Multimilliard&#228;r Warren Buffet zu Recht feststellte, sind Derivate nichts anderes als »finanzielle Massenvernichtungswaffen«, die weltweit Sch&#228;den in Billionenh&#246;he angerichtet haben.</p>
<p><strong>Ursachen der Expansion der Finanzm&#228;rkte</strong></p>
<p>Das enorme Wachstum der Finanzm&#228;rkte hat mehrere Ursachen: Der entscheidende Faktor ist die Deregulierung des Bankensektors selbst, dessen Kreditsch&#246;pfungskapazit&#228;t infolge sinkender Eigenkapitalanforderungen, ausgeh&#246;hlter Mindestreservebestimmungen und – extra zum Zweck der Kreditsch&#246;pfung – konstruierter Derivate faktisch grenzenlos geworden ist. Der deregulierte Bankensektor funktionierte und funktioniert wie eine gigantische Geldmaschine, wobei der &#252;bergro&#223;e Teil des neu geschaffenen Kreditgeldes auf die Finanzm&#228;rkte flie&#223;t und dort wachsende Verm&#246;genspreisblasen finanziert. </p>
<p>Parallel dazu hat die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten in den zur&#252;ckliegenden Jahrzehnten stark zugenommen. In den USA etwa haben viele Familien versucht, sinkende L&#246;hne durch Aufnahme von Krediten zu kompensieren, was die Konsumnachfrage stabilisiert, aber gleichzeitig zu einer rapide anwachsenden privaten Schuldenlast gef&#252;hrt hat.</p>
<p>Auf der Gegenseite hat die jahrzehntelange Umverteilung von unten nach oben die Anh&#228;ufung immer gr&#246;&#223;erer Geldverm&#246;gen zur Folge, die auf den Finanzm&#228;rkten nach rentablen Anlagem&#246;glichkeiten suchen. Die Privatisierung der Rente hat den Finanzm&#228;rkten zus&#228;tzlich enorme Geldmittel zugef&#252;hrt. Hinzu kommen wachsende Ungleichgewichte im Au&#223;enhandel, die entsprechende Kapitalstr&#246;me zum Ausgleich der Zahlungsbilanzen nach sich ziehen. Eine wichtige Rolle spielte auch die Revolution der Informationstechnologien, die den Handel mit Finanzprodukten beschleunigt und vereinfacht beziehungsweise weitgehend automatisiert hat. Schlie&#223;lich w&#228;re ein selbstverst&#228;rkender Effekt zu nennen: So haben starke Schwankungen von Verm&#246;genspreisen, Zinsen und Wechselkursen das Bed&#252;rfnis nach Absicherung ebenso erh&#246;ht wie die Chance auf Spekulationsgewinne. Beides hat zur verst&#228;rkten Nutzung von Derivaten beigetragen. </p>
<p><strong>Sand ins Getriebe der Spekulation streuen</strong></p>
<p>Die Idee, Transaktionen an den Finanzm&#228;rkten zu besteuern und damit Sand ins Getriebe der Spekulation zu streuen, hat eine lange Geschichte. Bereits 1936 machte der britische &#214;konom John Maynard Keynes den Vorschlag, den Aktienhandel mit einer Steuer zu belegen, um den Einfluss der Spekulation auf die reale Wirtschaft zur&#252;ckzudr&#228;ngen. [<a href="#foot_2" name="note_2">2</a>] Ein weiterer Vorsto&#223; wurde 1972 vor dem Hintergrund der Zerst&#246;rung des Systems fester Wechselkurse von Bretton Woods unternommen. Damals forderte der US-amerikanische &#214;konom James Tobin, alle Devisengesch&#228;fte einer Transaktionssteuer in H&#246;he von 0,1 Prozent zu unterziehen, um den sch&#228;dlichen Einfluss der Devisenspekulation auf die Wechselkurse zu begrenzen. In den fr&#252;hen 1990er Jahren wurde die Idee einer Finanztransaktionssteuer von den Vereinten Nationen wieder aufgegriffen, die darin vor allem eine M&#246;glichkeit sahen, neue Ressourcen f&#252;r die Entwicklungsfinanzierung zu erschlie&#223;en. R&#252;ckenwind erhielt die Forderung nach einer »Tobin-Steuer« dann im Zuge der sogenannten Asienkrise 1997/98, wo massive Devisenspekulation zur drastischen Abwertung verschiedener W&#228;hrungen f&#252;hrte – mit katastrophalen Folgen f&#252;r die Wirtschaft und Gesellschaft der betroffenen L&#228;nder.</p>
<p>Nicht zuf&#228;llig im Jahr 1998 wurde mit Attac [<a href="#foot_3" name="note_3">3</a>] eine Organisation gegr&#252;ndet, die sich die Besteuerung von Finanztransaktionen auf die Fahnen geschrieben hat. Allerdings bedurfte es einer weiteren schweren Krise, bis es gelang, die Einf&#252;hrung einer Finanztransaktionssteuer auf  die politische Tagesordnung zu setzen. Im Oktober 2009 forderte die Kampagne »Steuer gegen Armut« die Bundesregierung auf, sich f&#252;r eine Steuer auf Finanztransaktionen stark zu machen, eine Forderung, die bis dahin allein die Linkspartei im Bundestag vertreten hatte. Die Kampagne, der sich knapp hundert Organisationen angeschlossen hatten, blieb nicht ohne Wirkung. Nach der Linken, den Gr&#252;nen und der SPD schloss sich im Sommer 2011 auch die CDU/CSU formal der Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer an. </p>
<p>Am 28. September 2011 legte die Europ&#228;ische Kommission einen Richtlinienentwurf zur Einf&#252;hrung einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer vor. Zwar scheiterte dieser Vorsto&#223; am Widerstand von Gro&#223;britannien, Irland, Luxemburg, Schweden und anderen L&#228;ndern. Doch eine Reihe von Eurostaaten entschloss sich unter dem Druck der &#214;ffentlichkeit, die Steuer im Rahmen der erweiterten Zusammenarbeit einzuf&#252;hren. Dieses Vorhaben wurde von den Finanzministern der Eurozone im Januar 2013 gebilligt. Wenn alles nach Plan l&#228;uft, wird es in elf Eurostaaten, die zusammen etwa 60 Prozent der europ&#228;ischen Wirtschaftsleistung erbringen, im Jahr 2014 eine Finanztransaktionssteuer geben. Dieses Ergebnis w&#228;re ohne das hartn&#228;ckige Engagement zahlreicher Organisationen, Initiativen und kritischen Wissenschaftler undenkbar gewesen. Es w&#228;re aber auch nicht m&#246;glich gewesen ohne die besonderen Umst&#228;nde einer Finanz- und Wirtschaftskrise, die nicht nur den Glauben an das effiziente Wirken von Finanzm&#228;rkten schwer ersch&#252;ttert, sondern auch das Interesse der Regierungen an neuen Finanzierungsquellen zur Deckung der Krisenkosten geweckt hat.</p>
<p><strong>Gute Gr&#252;nde und schlechte Einw&#228;nde</strong></p>
<p>Mit einer Steuer auf Finanztransaktionen sollen kurzfristige Spekulationen an den Finanzm&#228;rkten unattraktiv gemacht werden. Dadurch sollen die Finanzm&#228;rkte stabilisiert, Krisen vorgebeugt und reale Investitionen und Besch&#228;ftigung gef&#246;rdert werden. Selbst bei Einrechnung sinkender Handelsvolumina k&#246;nnte eine Steuer auf Finanztransaktionen enorme Ressourcen mobilisieren: Schon eine geringf&#252;gige Steuer in H&#246;he von 0,05 Prozent w&#252;rde weltweit einen hohen dreistelligen Milliardenbetrag (653 Milliarden US-Dollar) generieren, wobei allein auf Europa mehr als 310 Milliarden US-Dollar entfallen w&#252;rden. [<a href="#foot_4" name="note_4">4</a>] Derartige Ressourcen k&#246;nnten einen wichtigen Beitrag zur Armutsbek&#228;mpfung, zum Umweltschutz oder zur Entwicklungsfinanzierung leisten. Und da die Steuer fast ausschlie&#223;lich von gro&#223;en Investmentbanken, Hedgefonds beziehungsweise superreichen Familien bezahlt werden m&#252;sste, w&#252;rde sie gleichzeitig f&#252;r ein wenig Umverteilung und soziale Gerechtigkeit sorgen. </p>
<p>Das Hauptargument der Gegner einer Besteuerung von Finanztransaktionen betraf lange Zeit ihre Machbarkeit: So seien Finanzprodukte und -gesch&#228;fte h&#246;chst komplex und kaum erfassbar, au&#223;erdem lie&#223;e sich der Handel per Knopfdruck in andere L&#228;nder verlagern. Diese Argumente hat die EU-Kommission in ihrem Richtlinienentwurf ber&#252;cksichtigt: Demnach muss die Steuer in dem Land entrichtet werden, in dem der Handelspartner ans&#228;ssig ist, unabh&#228;ngig davon, ob die Gesch&#228;fte nun in Deutschland, Hongkong oder auf den Bermudas abgewickelt werden. Au&#223;erdem ist die Steuerbasis relativ breit gefasst. Zwar ist der Devisenhandel ausgenommen, Devisenderivate und alle anderen Derivate werden aber zum Nennwert des zugrunde liegenden Gesch&#228;fts herangezogen. Da in der EU k&#252;nftig auch der au&#223;erb&#246;rsliche Derivatehandel &#252;ber zentrale Clearingstellen abgewickelt werden soll, wird hier mehr Transparenz geschaffen und jedes Derivat steuerlich erfassbar gemacht.</p>
<p>Fest steht allerdings auch, dass der Entwurf der EU gravierende Schwachstellen hat, die seine Umgehung leichtmachen: So sollen die Gesch&#228;fte ausl&#228;ndischer Tochtergesellschaften nicht erfasst beziehungsweise besteuert werden. Das bedeutet, dass die Finanzkonzerne die Steuer schlicht durch Auslagerung der entsprechenden Gesch&#228;fte an ihre ausl&#228;ndischen Unternehmenst&#246;chter vermeiden k&#246;nnen. Eine solche Praxis bietet sich umso mehr an, als es nicht gelungen ist, Gro&#223;britannien und damit einen der weltweit gr&#246;&#223;ten Finanzm&#228;rkte, die City of London, einzubeziehen. Das zeigt, dass die Lobbymacht der gro&#223;en Banken und Hedgefonds nicht nur in den USA, sondern auch in Europa nach wie vor stark genug ist, jeden Vorsto&#223; der Politik, der ihren Interessen zuwiderl&#228;uft, entscheidend zu verw&#228;ssern.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich stellt eine Steuer auf Finanztransaktionen kein Allheilmittel dar. Wer k&#252;nftige Krisen und eine endg&#252;ltige Zerst&#246;rung der Demokratie verhindern will, muss weiter gehen. Statt einer negativen Verm&#246;genssteuer in Form der heutigen Bankenrettung, die den Normalb&#252;rger zwingt, f&#252;r die Verm&#246;gensverluste der Oberschicht zu zahlen, brauchen wir eine positive Verm&#246;genssteuer, die an die Substanz geht, und eine radikale Umverteilung der Einkommen von oben nach unten. Die gro&#223;en Finanzkonzerne m&#252;ssen nicht mit Steuergeld alimentiert, sondern zerschlagen und entmachtet werden. Die Geldmaschine geh&#246;rt nicht in die H&#228;nde privater Renditej&#228;ger, sondern unter &#246;ffentliche Kontrolle. Auch die Entscheidung &#252;ber die Finanzierungsbedingungen ganzer Staaten darf nicht l&#228;nger Investmentbankern und Ratingagenturen &#252;berlassen werden. Gef&#228;hrliche Finanzprodukte geh&#246;ren nicht besteuert, sondern verboten.</p>
<p>Die Einf&#252;hrung einer Finanztransaktionssteuer in einem gro&#223;en Teil Europas ist trotz aller Einschr&#228;nkungen ein Schritt in die richtige Richtung. Perspektivisch allerdings geht es um weit mehr. Wer Demokratie und Sozialstaat wiederherstellen will, muss die Diktatur der Finanzm&#228;rkte beenden.</p>
<div class="hr_wrap">
<hr /></div>
<div class="footnote">
<p>[<a href="#note_1" name="foot_1">«1</a>] Vgl. Stephan Schulmeister (2009): Tobin or not Tobin? Die Finanztransaktionssteuer– Konzept, Begr&#252;ndung, Effekte, Informationsbrief Weltwirtschaft &#038; Entwicklung, Dezember 2009.</p>
<p>[<a href="#note_2" name="foot_2">«2</a>] »The introduction of a substantial government transfer tax on all transactions might prove the most serviceable reform available, with a view to mitigating the predominance of speculation over enterprise in the United States.« Vgl. John Maynard Keynes, (1936): General Theory of Employment, Interest and Money. Atlantic Publishers &#038; Distributors, 2006, S.143.</p>
<p>[<a href="#note_3" name="foot_3">«3</a>] »Association pour une taxation des transactions fi nancières pour l’aide aux citoyens«.</p>
<p>[<a href="#note_4" name="foot_4">«4</a>] Unter der Annahme, dass das Volumen der Finanztransaktionen bei Einf&#252;hrung einer derartigen Steuer um 68,6 Prozent zur&#252;ckgehen w&#252;rde. Vgl. Stephan Schulmeister (2011): Implementation of a General Financial Transactions Tax. &#214;sterreichisches Institut f&#252;r Wirtschaftsforschung, Juni 2011, S. 33.</p>
</div>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17252&amp;md5=3d6da67e627302d3218a7167c94e0c87" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<itunes:summary>In den letzten 40 Jahren haben Finanztransaktionen dramatisch zugenommen. Dies betrifft den Handel mit Aktien, Anleihen und Devisen, vor allem aber den Handel mit abgeleiteten Finanzprodukten (Derivaten), mit denen auf die &#196;nderung von Zinsen, Kursen und Preisen spekuliert werden kann. Die Entstehung eines global vernetzten Finanzmarktes, die Beschleunigung des Handels und die Entwicklung zunehmend gef&#228;hrlicher Finanzprodukte haben die Weltwirtschaft immer instabiler und krisenanf&#228;lliger gemacht. Rohstoffpreise, Aktien- oder Wechselkurse werden immer weniger durch reale Verh&#228;ltnisse und immer st&#228;rker durch spekulative Erwartungen bestimmt. Ergebnis sind heftige Preisschwankungen, Spekulationsblasen und anschlie&#223;ende Crashs, oft mit fatalen Folgen f&#252;r die reale Wirtschaft und die Lebensverh&#228;ltnisse von Millionen Menschen. Von Sahra Wagenknecht
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.


Dieser Text ist ein exklusiver Auszug aus dem Buch „Das alles und noch viel mehr w&#252;rden wir machen, wenn wir Kanzler von Deutschland w&#228;r&#8217;n“, herausgegeben von Peter Zudeick. Zu den zahlreichen Autoren des Buches geh&#246;ren auch die NachDenkSeiten-Autoren Wolfgang Lieb und Jens Berger.
Inzwischen ist das Volumen der globalen Finanztransaktionen 73,5-mal h&#246;her als das weltweite Bruttoinlandsprodukt, das Volumen der Devisentransaktionen fast 70-mal so hoch wie der globale Welthandel, der Aktienhandel &#252;bersteigt die Unternehmensinvestitionen um das Hundertfache, und der Handel mit Zinsinstrumenten ist mehrere hundert Mal gr&#246;&#223;er als s&#228;mtliche Realinvestitionen. [1] Nach Angaben der Bank f&#252;r Internationalen Zahlungsausgleich explodierte das nominale Wettvolumen au&#223;erb&#246;rslich gehandelter Derivate von 94 Billionen US-Dollar im Jahr 2000 auf 639 Billionen US-Dollar im Jahr 2012. Vor allem Kreditderivate haben zur j&#252;ngsten Finanzkrise und zum Bankrott gro&#223;er Versicherungen und Banken beigetragen. Wie der ber&#252;hmte Investor und Multimilliard&#228;r Warren Buffet zu Recht feststellte, sind Derivate nichts anderes als »finanzielle Massenvernichtungswaffen«, die weltweit Sch&#228;den in Billionenh&#246;he angerichtet haben.
Ursachen der Expansion der Finanzm&#228;rkte
Das enorme Wachstum der Finanzm&#228;rkte hat mehrere Ursachen: Der entscheidende Faktor ist die Deregulierung des Bankensektors selbst, dessen Kreditsch&#246;pfungskapazit&#228;t infolge sinkender Eigenkapitalanforderungen, ausgeh&#246;hlter Mindestreservebestimmungen und – extra zum Zweck der Kreditsch&#246;pfung – konstruierter Derivate faktisch grenzenlos geworden ist. Der deregulierte Bankensektor funktionierte und funktioniert wie eine gigantische Geldmaschine, wobei der &#252;bergro&#223;e Teil des neu geschaffenen Kreditgeldes auf die Finanzm&#228;rkte flie&#223;t und dort wachsende Verm&#246;genspreisblasen finanziert. 
Parallel dazu hat die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten in den zur&#252;ckliegenden Jahrzehnten stark zugenommen. In den USA etwa haben viele Familien versucht, sinkende L&#246;hne durch Aufnahme von Krediten zu kompensieren, was die Konsumnachfrage stabilisiert, aber gleichzeitig zu einer rapide anwachsenden privaten Schuldenlast gef&#252;hrt hat.
Auf der Gegenseite hat die jahrzehntelange Umverteilung von unten nach oben die Anh&#228;ufung immer gr&#246;&#223;erer Geldverm&#246;gen zur Folge, die auf den Finanzm&#228;rkten nach rentablen Anlagem&#246;glichkeiten suchen. Die Privatisierung der Rente hat den Finanzm&#228;rkten zus&#228;tzlich enorme Geldmittel zugef&#252;hrt. Hinzu kommen wachsende Ungleichgewichte im Au&#223;enhandel, die entsprechende Kapitalstr&#246;me zum Ausgleich der Zahlungsbilanzen nach sich ziehen. Eine wichtige Rolle spielte auch die Revolution der Informationstechnologien, die den Handel mit Finanzprodukten beschleunigt und vereinfacht beziehungsweise weitgehend automatisiert hat. Schl[...]</itunes:summary>
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		<itunes:author>Redaktion NachDenkSeiten</itunes:author>
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		<title>Veranstaltungshinweis Wuppertal: Jens Berger &#8211; Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 07:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[In Kooperation mit &#8220;die b&#246;rse&#8221;, Kommunikationszentrum Wuppertal und eingeladen von attac Wuppertal Mittwoch, 22. Mai, um 19:30 Uhr Eintritt Frei! Herzliche Einladung! Ort: In der B&#246;rse, Roter Saal (erster Stock), Wolkenburg 100 Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau In den aktuellen Diskussionen zur Haushalts- und Wirtschaftspolitik wird von Seiten der Regierungen und der Wirtschaft gerne [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Kooperation mit &#8220;die b&#246;rse&#8221;, Kommunikationszentrum Wuppertal und eingeladen von attac Wuppertal<br />
Mittwoch, 22. Mai, um 19:30 Uhr<br />
Eintritt Frei! Herzliche Einladung!<br />
Ort: In der B&#246;rse, Roter Saal (erster Stock), Wolkenburg 100<br />
<span id="more-17248"></span><br />
<strong>Der Staat ist keine schw&#228;bische Hausfrau</strong></p>
<p>In den aktuellen Diskussionen zur Haushalts- und Wirtschaftspolitik wird von Seiten der Regierungen und der Wirtschaft gerne das Bild der schw&#228;bischen Hausfrau im Sinne „guten Wirtschaftens“ gebraucht. Mit den Phrasen, dass der Staat nur so viel ausgeben k&#246;nne, wie er einnimmt, und „wir“ sowieso &#252;ber „unsere“ Verh&#228;ltnisse lebten, wird der &#214;ffentlichkeit suggeriert, ein Gemeinwesen sei so leicht zu handhaben wie ein Privathaushalt. Dazu wird gerne der Begriff des Sparens verwendet. Was im privaten Wirtschaften sicherlich sinnvoll sein kann, f&#252;hrt bei &#220;bertragung auf ganze – untereinander abh&#228;ngige – Volkswirtschaften zu einem verk&#252;rzten bzw. falschen Handeln.</p>
<p>Insbesondere im Angesicht der Finanz- und Eurokrise, die in Wirklichkeit nichts anderes darstellt als eine Bankenrettungskrise, gew&#252;rzt mit einer jahrzehntelangen einseitigen Steuerpolitik zugunsten von Reichen und Unternehmen und zu Lasten der Mittelschicht und erst recht sozialer Randgruppen. Wenn jede und jeder im Sinne eines neoliberalen Wettbewerbstaates spart, entfaltet das Sparen eine zerst&#246;rende Wirkung auf jede Volkswirtschaft. Dies zeigt ein Blick auf die mediterranen EU-Staaten – insbesondere nach Griechenland –, in denen immer neue Sparpakete zur Befriedigung der internationalen Gl&#228;ubiger verheerende, l&#228;ngst &#252;berwunden geglaubte soziale Verwerfungen verursachen. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch die deutsche als st&#228;rkste Volkswirtschaft der EU letztlich nicht von solchen Ausw&#252;chsen verschont bleiben wird.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17248&amp;md5=a371f7ef009e8b83a45e14f508454ea5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243</link>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 07:20:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/B) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Sch&#228;uble zum Thema „Euro- und EU-Finanzministertreffen: Wie weiter sparen?“ Exzessive Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;sse [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/B)<br />
<span id="more-17243"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h01">Sch&#228;uble zum Thema „Euro- und EU-Finanzministertreffen: Wie weiter sparen?“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h02">Exzessive Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;sse Deutschlands: Kommission muss jetzt handeln</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h03">Peter Bofinger: „Die Schuldenbremse ist pervers“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h04">Entmachtet die Bundesbank!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h05">Alternativen zur Sparpolitik &#8211; Klotzen wie Keynes</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h06">„Uns droht Troika f&#252;r alle“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h07">Stress am Arbeitsplatz als ernstes Problem</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h08">DGB-Expertise: Ausbildungsbetriebe besser kontrollieren</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h09">Regierung: Deutschland f&#252;r Arbeitskr&#228;fte aus Rum&#228;nien und Bulgarien attraktives Zielland</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h10">Unions-Mittelstand will bei &#228;lteren Arbeitslosen k&#252;rzen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h11">Die Endlagerl&#252;ge</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h12">Deutsche Bank wegen Landraub in der Kritik</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h13">Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit&#228;t“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h14">Freihandelsabkommen bedroht Kultur-Vielfalt</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h15">Merkel bei Kino-Vorf&#252;hrung: Am&#252;siert in Reihe f&#252;nf</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h16">Antwort der Bundesregierung zu Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen in Forschung und Wissenschaft</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h17">Sparpl&#228;ne: Springer will bei &#8220;Bild&#8221;-Gruppe bis zu 200 Stellen streichen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h18">Heftige Kritik an Anti-AdBlocker-Kampagne</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243#h19">Veranstaltungshinweis: Massenarbeitslosigkeit in Europa – Auswege aus der Krise</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17243&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Sch&#228;uble zum Thema „Euro- und EU-Finanzministertreffen: Wie weiter sparen?“</strong><br />
Sch&#228;uble &#228;u&#223;erte sich zuversichtlich, dass die Euro-Finanzminister heute Hilfen f&#252;r Griechenland und Zypern freigeben. Nat&#252;rlich h&#228;tten beide L&#228;nder „erhebliche Schwierigkeiten. Sonst w&#228;ren sie ja nicht in die Lage gekommen, in der sie sind.“<br />
Sch&#228;uble:.. Ja gut, in Slowenien hat ja die neu gew&#228;hlte Regierung gesagt, sie wolle kein Programm beantragen. Sie schaffe das aus eigener Kraft. Das kann Slowenien auch schaffen. Dazu muss es allerdings auch einige schmerzhafte Sanierungseingriffe machen. Das ist in jedem Fall notwendig, mit oder ohne Programm [...] Wir haben es auch gerade wieder beim Treffen der G7-Finanzminister in London in der vergangenen Woche ja gesehen. Es stimmen eigentlich alle &#252;berein &#8230;<br />
Lueb: Aber es gibt unterschiedliche Ans&#228;tze. Der Chef&#246;konom der UNO-Konferenz f&#252;r Handel und Entwicklung, Flassbeck, fordert etwa, dass Deutschland auf ein St&#252;ck  Wettbewerbsf&#228;higkeit verzichtet. Konkret meint er, die L&#246;hne in Deutschland sollten &#252;ber Jahre hinweg stark ansteigen. Das sei besser, als die L&#246;hne in Frankreich und Italien zu senken. Kann Deutschland die derzeit Schw&#228;cheren in der EU so mitnehmen oder ist das in Ihren Augen sozialistisches Geschw&#228;tz?<br />
Sch&#228;uble: Schauen Sie, es gibt unterschiedliche Meinungen. Aber Herr Flassbeck war nun wirklich der Chef&#246;konom von Oskar Lafontaine. Und was der angerichtet hat Anfang der rot-gr&#252;nen Regierungszeit haben wir ja noch ungef&#228;hr in Erinnerung. Selbst Sozialdemokraten wissen das. Deswegen ist der nun nicht die beste Quelle, um sich darauf zu berufen auf seine &#246;konomischen Ansichten [...] Wir halten dies f&#252;r falsch, ja. Wir m&#252;ssen nat&#252;rlich darauf achten, dass Deutschland wettbewerbsf&#228;hig bleibt. Europa wird ja nicht geholfen, wenn Deutschland schw&#228;cher wird, sondern Europa ist nur zu helfen, wenn wirklich viele L&#228;nder stark sind. Und nat&#252;rlich brauchen wir Solidarit&#228;t. Das muss man miteinander verbinden. Aber nun zu glauben, man muss nur mehr Geld ausgeben und dann hat man keine Probleme auf der Welt. Die Katastrophe haben wir ja erlebt vor einigen Jahren.<br />
Quelle: <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/tagesgespraech/-/id=11233664/property=download/nid=660264/8sa845/swr2-tagesgespraech-20130513.pdf">SWR 2 [PDF - 110 KB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Sch&#228;uble ist derart gefangen in seinem ideologischen Geh&#228;use, dass man geradezu von einem Gefangenensyndrom sprechen muss. Alles was seiner der Wirklichkeit enthobenen Denkwelt nicht entspricht, wird verharmlost oder nicht mehr wahrgenommen. Da werden die nur noch als katastrophal zu bezeichnenden Verh&#228;ltnisse in Griechenland, als „erhebliche Schwierigkeiten“ abgetan oder er spricht in Slowenien von „einigen schmerzhaften Sanierungseingriffen“, gerade so als ging es um die Operation einer Geschwulst.<br />
Da wird der <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17215#h02">Aufstand gegen Deutschlands Spardiktat bei G 7-Finanzministertreffen</a> geleugnet: “Es stimmen eigentlich alle &#252;berein.“<br />
Jeder alternative Gedanke wird polemisch abgewehrt: „Flassbeck war nun wirklich der Chef&#246;konom von Oskar Lafontaine.“ Eine St&#228;rkung der Binnennachfrage durch h&#246;here L&#246;hne und damit eine wirtschaftspolitische Umkehr von der Exportabh&#228;ngigkeit und dem Niederkonkurrieren der europ&#228;ischen Nachbarl&#228;nder h&#228;lt Sch&#228;uble schlicht „f&#252;r falsch“.<br />
Der Fetisch der „Wettbewerbsf&#228;higkeit“ h&#228;lt ihn und die Bundesregierung in ihrem Bann.</em></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Exzessive Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;sse Deutschlands: Kommission muss jetzt handeln</strong><br />
Eine aktuelle Ver&#246;ffentlichung der Bundesbank zu Deutschlands Leistungsbilanzstatistiken korrigierte den deutschen Leistungsbilanz&#252;berschuss deutlich nach oben. Deutschland hat weit mehr exportiert als noch im letzten Jahr angenommen. Im Zuge der Reform des Stabilit&#228;ts- und Wachstumspaktes (sog. “Sixpack”) wurde ein Verfahren gegen makro&#246;konomische Ungleichgewichte eingef&#252;hrt, das aus einem Fr&#252;hwarnsystem aus zehn Indikatoren besteht. Stellt die Kommission bei &#220;berschreiten der Schwellenwerte ein starkes Ungleichgewicht in einem Mitgliedsstaat fest, kann die Beh&#246;rde ein Verfahren zum Abbau exzessiver Ungleichgewichte (Excessive Imbalance Procedure) vorschlagen. Dann muss der betroffene Mitgliedsstaat einen genauen Aktionsplan vorlegen, um zu zeigen, wie er das Problem in den Griff bekommen will. Setzt der Mitgliedsstaat die Kommissionsempfehlungen nicht ausreichend um, drohen ihm finanzielle Sanktionen.<br />
Bislang konnte Deutschland im Dreijahresdurchschnitt immer knapp unter oder ganz knapp &#252;ber dem Schwellenwert des Fr&#252;hwarnsystems von 6% bleiben und so eine versch&#228;rfte Untersuchung und &#220;berwachung mit m&#246;glichen Sanktionen durch die Kommission vermeiden. Laut j&#252;ngsten Zahlen der Bundesbank ergibt sich f&#252;r Deutschland ein Dreijahresdurchschnitt des Leistungsbilanz&#252;berschusses von 6,5% des BIP.</p>
<table>
<tr>
<th>Jahr</th>
<th>Leistungsbilanz&#252;berschuss</th>
<th>BIP (in Milliarden Euro)</th>
</tr>
<tr>
<td>2010</td>
<td>155,99</td>
<td>2496,2</td>
</tr>
<tr>
<td>2011</td>
<td>161,2</td>
<td>2592,6</td>
</tr>
<tr>
<td>2012</td>
<td>185,43</td>
<td>2643,9</td>
</tr>
</table>
<p>3-Jahresdurchnitt: 6,499864%</p>
<p>Quelle 1: <a href="https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VGR/Inlandsprodukt/Tabellen/Gesamtwirtschaft.html">Bruttoinlandsprodukt: Statistisches Bundesamt</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Statistiken/Aussenwirtschaft/Zahlungsbilanz/sdds_zb_revisionen_2012.pdf?__blob=publicationFile">Leistungsbilanz&#252;berschuss: Deutsche Bundesbank [PDF - 25 KB]</a></p>
<p>Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Gr&#252;nen im Europaparlament, kommentiert die Ver&#246;ffentlichung der Leistungsbilanzstatistiken:</p>
<blockquote><p>[...]</p>
<p>&#220;ber Jahre hinweg hat sich Deutschland mit starker Lohnzur&#252;ckhaltung einen Exportvorteil gegen&#252;ber anderen EWU Mitgliedsstaaten gesichert. Diese Politik ist nicht nur unsolidarisch und gegen&#252;ber den Arbeitnehmern unfair, sondern fu&#223;t darauf, dass man sich nicht an getroffene Vereinbarungen gehalten hat: W&#228;hrend heutige Krisenstaaten &#252;ber die vereinbarte 2% Kerninflationsrate hinaus geschossen sind, stiegen die Preise in Deutschland nur um ca. 1%. Die Krisenstaaten haben damit prim&#228;r sich selbst geschadet. Deutschlands Politik war Gift f&#252;r alle anderen Mitgliedsstaaten, deren Wirtschaft durch verbilligte Erzeugnisse aus Deutschland unter Druck gesetzt wurde.</p>
<p>Bis heute verschlie&#223;t die deutsche Regierung die Augen davor, dass krisengebeutelte Staaten nur eine Chance haben, den geforderten Aufschwung zu schaffen, wenn man ihnen Raum f&#252;r Exporte l&#228;sst. Die Kommission muss dieses europ&#228;ische Interesse vertreten und damit aufh&#246;ren den gro&#223;en Fisch Deutschland im europ&#228;ischen Teich unbehelligt zu lassen. Bei kleinen Krisenstaaten ziert man sich nicht, Warnungen auszusprechen und Reformen zu verlangen. Es ist allerdings nicht zu erkl&#228;ren, dass man kleinen Staaten, wie etwa Slowenien, die unter stark angestiegener privater und &#246;ffentlicher Verschuldung leiden, ein Ungleichgewichtsverfahren aufbrummt und vor den deutschen &#220;bersch&#252;ssen die Augen verschlie&#223;t.</p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="http://www.sven-giegold.de/2013/exzessive-leistungsbilanzuberschusse-deutschlands-kommission-muss-jetzt-handeln/">Sven Giegold</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Peter Bofinger: „Die Schuldenbremse ist pervers“</strong><br />
Wenn die Probleml&#228;nder weiter mitten in der Rezession die Staatsausgaben k&#252;rzen, wird das ihren Niedergang und die Arbeitslosigkeit so versch&#228;rfen, dass die Regierungen weitere Sparprogramme nicht mehr durchsetzen k&#246;nnen – und dann wird es zum Schwur kommen &#8230;<br />
Entweder sie scheiden freiwillig aus dem Euro aus, weil sie lieber eine neue, eigene W&#228;hrung 20 Prozent abwerten, als noch einmal 20 Prozent Lohnsenkung durchzusetzen &#8230;<br />
Oder man muss sie – wenn es beim bisherigen Kurs bleibt – rauswerfen, indem man sie insolvent gehen l&#228;sst &#8230;<br />
Bei uns hei&#223;t es immer, man k&#246;nne Schulden nicht mit Schulden bek&#228;mpfen. Das ist falsch. Das Problem ist die exzessive private Geldersparnis, die der Wirtschaft Nachfrage entzieht und alles bremst. Die Amerikaner bek&#228;mpfen das richtigerweise mit einer h&#246;heren Staatsverschuldung. Wenn der private Sektor seine Ausgaben normalisiert, kann der Staat das Defizit zur&#252;ckfahren.<br />
… wir m&#252;ssten endlich den Mut haben, den Konstruktionsfehler des Euro zu beseitigen, n&#228;mlich dass alle 17 L&#228;nder eine rein nationale Fiskalpolitik machen. Man h&#228;tte l&#228;ngst sagen m&#252;ssen: Wenn ihr den Euro wollt, dann m&#252;ssen wir die Integration so organisieren, dass das System stabil wird &#8230;<br />
Wir brauchen die gemeinschaftliche Haftung. Gemeinsam sind die Euro-Staaten genauso stark wie die USA. Darum haben wir als Sachverst&#228;ndigenrat Ende 2011 einen Schuldentilgungspakt vorgeschlagen, mit dem alle Schulden &#252;ber 60 Prozent der jeweiligen nationalen Wirtschaftsleistung in einen Fonds &#252;bertragen w&#252;rden, f&#252;r den gemeinschaftlich gehaftet wird. Damit w&#252;rden wir das Insolvenzrisiko f&#252;r einzelne Staaten aus der Welt schaffen, das bisher alles durcheinanderbringt &#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/zukunft-des-euro-die-schuldenbremse-ist-pervers/8189020.html">Tagesspiegel</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Entmachtet die Bundesbank!</strong><br />
Wie w&#252;rden wir heute &#252;ber die Schuldenkrise, die Euro-Krise sprechen, wenn die Gr&#252;ndungsv&#228;ter des Euro konsequent gewesen w&#228;ren – und die nationalen Notenbanken abgeschafft h&#228;tten? An ihre Stelle w&#228;ren Notenbankdistrikte getreten, wie in den USA, die wenig bis nichts gemein haben mit den Bundesstaaten beziehungsweise in unserem Fall, den Nationalstaaten. [...]<br />
Welche Vorteile h&#228;tte die Abschaffung der nationalen Notenbanken? Ich sehe sieben:<br />
Die EZB w&#252;rde viel unabh&#228;ngiger agieren k&#246;nnen und das Notwendige zum Funktionieren der W&#228;hrungsunion tun, denn die m&#228;chtigen nationalen Hauptst&#228;dte w&#252;rden bei einer Aufteilung in f&#252;nf Distrikte wenig Drohpotenzial aufbauen k&#246;nnen.<br />
Deutschland m&#252;sste sich nicht vor k&#252;nftiger Inflation f&#252;rchten, wie die S&#252;dl&#228;nder nie eine Allianz gegen die Nordl&#228;nder bilden k&#246;nnten.<br />
Zahlungs- und Leistungsbilanzsalden verl&#246;ren ihren Schrecken, wie es sich f&#252;r eine echte W&#228;hrungsunion geh&#246;rt.<br />
Die enge Verzahnung zwischen nationalem Bankensystem und der nationalen Staatsschuld w&#228;re geringer.<br />
Die ganze Target-Debatte g&#228;be es gar nicht, weil die Salden nie nationalisiert w&#252;rden.<br />
Die Idee, wieder nationale W&#228;hrungen einzuf&#252;hren, w&#228;re noch abwegiger.<br />
Die AfD w&#228;re nie gegr&#252;ndet worden.<br />
Welche Nachteile? Ich sehe keine. Sie etwa?<br />
Also lasst uns die Bundesbank abschaffen!<br />
Quelle: <a href="http://blog.zeit.de/herdentrieb/2013/05/13/entmachtet-die-bundesbank-2_6036">ZEIT Herdentrieb</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Alternativen zur Sparpolitik &#8211; Klotzen wie Keynes</strong><br />
Sparen, sparen, sparen. Das verschlimmert die Probleme der hochverschuldeten Krisenstaaten, sagen viele Experten. Sie alle berufen sich auf den britischen &#214;konomen John Maynard Keynes, der in der Gro&#223;en Depression der 1930er Jahre empfahl, in Zeiten der Krise gerade nicht zu sparen. Aber wie w&#252;rde eine Politik à la Keynes in der heutigen Situation konkret funktionieren?<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/alternativen-zur-sparpolitik-klotzen-wie-keynes-1.1365413">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>„Uns droht Troika f&#252;r alle“</strong><br />
Nicht nur die S&#252;deurop&#228;er sollen L&#246;hne k&#252;rzen. Auch f&#252;r die anderen L&#228;nder habe die EU-Kommission solche Pl&#228;ne, warnt Tarifexperte Thorsten Schulten.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/Tarifexperte-ueber-Folgen-der-Krise/!116104/">taz</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Stress am Arbeitsplatz als ernstes Problem</strong><br />
Belastungen am Arbeitsplatz f&#252;hren immer &#246;fter zu psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern und sind somit zu einem Problem geworden, auf das auch der Gesetzgeber Antworten finden sollte. Diese Meinung vertrat eine Mehrheit von Sachverst&#228;ndigen in einer Anh&#246;rung des Ausschusses f&#252;r Arbeit und Soziales am Montagnachmittag.<br />
Gegenstand der Anh&#246;rung waren vier Antr&#228;ge zu psychischen Belastungen in der Arbeitswelt. Die drei Antr&#228;ge der Oppositionsfraktionen konzentrieren sich vor allem darauf, eine „Anti-Stress-Verordnung“ zu fordern, mit der Regelungsl&#252;cken im Arbeits- und Gesundheitsschutz geschlossen werden k&#246;nnen. Sie begr&#252;nden ihre Initiativen mit der steigenden Zahl psychischer Erkrankungen bei den Besch&#228;ftigten. Die Verordnung m&#252;sse, so hei&#223;t es im SPD-Antrag (17/12818), einen verbindlichen Bezugsrahmen f&#252;r Betriebe und Aufsichtsbeh&#246;rden schaffen. Faktoren wie Arbeitsorganisation, Gestaltung der Arbeitsaufgabe und Arbeitszeit sollten darin ber&#252;cksichtigt werden, schreiben die Sozialdemokraten. Sie werfen der Bundesregierung vor, den Handlungsbedarf angesichts der Zunahme arbeitsbedingter psychischer Belastungen zu ignorieren. B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen stellen in ihrem Antrag (17/10867) fest, dass in Deutschland zwar Arbeitsschutzgesetze existierten, es aber ein „Umsetzungsdefizit“ auf betrieblicher und gesetzgeberischer Ebene gebe. So fehlten vielen Betrieben Gef&#228;hrdungsbeurteilungen, die aufzeigen, welche gesundheitlichen Belastungen auftreten und wie sie vermieden werden k&#246;nnen. Die Fraktion Die Linke betont, dass es entscheidend sei, dass Besch&#228;ftigte ihre Arbeitsbedingungen st&#228;rker mitgestalten k&#246;nnen. Stress entstehe haupts&#228;chlich dann,<br />
wenn ein hoher Verantwortungsumfang mit nur einem geringen Handlungsspielraum bei der Gestaltung des Arbeitsprozesses einhergeht, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag (17/11042). Die Abgeordneten von CDU/CSU und FDP verlangen in ihrem Antrag (17/13088) von der Bundesregierung, durch mehr &#214;ffentlichkeitsarbeit bei Unternehmen, Verwaltungen und Belegschaften f&#252;r mehr betriebliche Gesundheitsf&#246;rderung zu werben. Au&#223;erdem m&#252;ssten der Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und psychischen Erkrankungen besser erforscht werden, hei&#223;t es in dem Antrag. Grunds&#228;tzlich betonen beide Fraktionen jedoch das Prinzip der freiwilligen L&#246;sungen f&#252;r die Betriebe.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_259/02.html">Deutscher Bundestag</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Und die <a href="http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/burn-outnicht-schon-wieder-eine-verordnung-30343786.bild.html">Bild-Zeitung ver&#246;ffentlicht zur Anti-Stress-Verordnung</a> mal wieder einen „Heile-Heile-G&#228;nschen“-Kommentar und f&#252;hrt ihre Hauptlesergruppe mit Arbeitgeberparolen an der Nase herum. Ein BMW-Manager meinte in der Anh&#246;rung: „Die Kommunikation mit den Mitarbeitern spiele dabei eine entscheidende Rolle und sollte idealerweise 30 Prozent der F&#252;hrungsaufgaben ausmachen.“ Bild dient als Sprachrohr der Arbeitgeber: „Vor allem sollten alle miteinander reden – dann brauchen wir im Land mit der geringsten europ&#228;ischen Arbeitslosenquote keine Anti-Stress-Verordnung vom Staat.“<br />
Was die Arbeitslosenquote allerdings mit Stress am Arbeitsplatz zu tun hat, kann man allerdings nur noch d&#252;mmlicher Regierungspropaganda erkl&#228;ren.<br />
Siehe zum Stress am Arbeitsplatz aus der <a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/anti-stress-verordnung-dem-kopf-soll-es-besser-gehen-1.1664142">S&#252;ddeutschen Zeitung</a>: „52 Millionen Fehltage wegen psychischer Leiden gab es 2011. Die Kosten daf&#252;r gehen in den zweistelligen Milliardenbereich. Jetzt wollen die L&#228;nder gegensteuern &#8211; und die Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichten, ihre Angestellten vor Stress zu sch&#252;tzen… Nach Angaben der L&#228;nder werden die Kosten psychischer Erkrankungen auf insgesamt &#252;ber 43 Milliarden Euro gesch&#228;tzt. 2011 seien durch psychische Leiden insgesamt 52 Millionen Arbeitsunf&#228;higkeitstage angefallen &#8211; die Zahl ist in den vergangenen f&#252;nf Jahren um etwa 80 Prozent angestiegen. Psychische Erkrankungen seien zudem inzwischen die Hauptursache f&#252;r Fr&#252;hverrentungen. Die Betroffenen seien dabei mit durchschnittlich 48 Jahren relativ jung.“</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>DGB-Expertise: Ausbildungsbetriebe besser kontrollieren</strong><br />
Eine schlechte Ausbildungsqualit&#228;t bescheinigt der DGB den Branchen, die Schwierigkeiten haben, ihre Ausbildungspl&#228;tze zu besetzen. „Gerade die Branchen, die lautstark &#252;ber einen Bewerbermangel klagen, haben die schlechtesten Ausbildungsbedingungen. Viele Betriebe sind schlicht nicht ausbildungsreif: Sie halten viele &#220;berstunden, unregelm&#228;&#223;ige Arbeitszeiten und eine niedrige Verg&#252;tung f&#252;r normal“, beklagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock &#8230;<br />
Der DGB hat die Schwierigkeiten der Betriebe bei der Besetzung von Ausbildungspl&#228;tzen untersucht und auf der Grundlage des Berufsbildungsberichts 2013 die Studie „Hohe Abbrecherquoten, geringe Verg&#252;tung, schlechte Pr&#252;fungsergebnisse – Viele Betriebe sind nicht ausbildungsreif“ ver&#246;ffentlicht. Danach haben wesentlich mehr BewerberInnen (insgesamt 76.000) einen Ausbildungsplatz gesucht als Pl&#228;tze (33.600) unbesetzt blieben. Rechnerisch h&#228;tte somit jede offene Stelle mehr als zweimal besetzt werden k&#246;nnen. Gleichzeitig ist aber die Zahl der Betriebe, die ihre Ausbildungspl&#228;tze nicht besetzen k&#246;nnen, signifikant gestiegen.<br />
W&#228;hrend 76.000 Jugendliche noch dringend einen Ausbildungsplatz suchen, haben viele Betriebe zunehmend Probleme, BewerberInnen f&#252;r ihre Pl&#228;tze zu finden. Der Berufsbildungsbericht 2013 zeigt dabei deutliche Ungleichgewichte auf dem Ausbildungsmarkt: W&#228;hrend  einige Berufe sehr gefragt waren, gab es bei den Berufen Restaurantfachmann/-frau, Fachmann/-frau f&#252;r Systemgastronomie, Klempner/- in, Fachverk&#228;ufer/-in im Lebensmittelhandwerk, B&#228;cker/-in und Fachkraft im Gastgewerbe wie auch in den Vorjahren viele unbesetzte Stellen.<br />
W&#228;hrend die Spitzenverb&#228;nde der Wirtschaft oft eine „mangelnde Ausbildungsreife“ der Jugendlichen beklagen, fehlt in der &#246;ffentlichen Debatte ein systematischer Blick auf die „Ausbildungsreife der Betriebe&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.dgb.de/themen/++co++d5a3e2f0-bbbd-11e2-a7b3-00188b4dc422">DGB</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Regierung: Deutschland f&#252;r Arbeitskr&#228;fte aus Rum&#228;nien und Bulgarien attraktives Zielland</strong><br />
Ende vergangenen Jahres haben sich in Deutschland gut 205.000 rum&#228;nische und knapp 119.000 bulgarische Staatsb&#252;rger aufgehalten. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (17/13322) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/12895) hervor. Danach hielten sich Ende 2011 mehr als 159.000 Rum&#228;nen und fast 94.000 Bulgaren in der Bundesrepublik auf.<br />
Wie die Regierung schreibt, waren nach vorl&#228;ufigen Angaben der Statistik der Bundesagentur f&#252;r Arbeit (BA) im Dezember vergangenen Jahres 109.549 rum&#228;nische und bulgarische Staatsangeh&#246;rige in Deutschland sozialversicherungspflichtig oder ausschlie&#223;lich geringf&#252;gig besch&#228;ftigt. F&#252;r beide L&#228;nder zusammen bedeute dies im Vorjahresvergleich eine Steigerung um 24.900 Besch&#228;ftigte (plus 29,4 Prozent). Die Besch&#228;ftigten aus den zwei L&#228;ndern machten mit rund 0,3 Prozent aller Besch&#228;ftigten nur einen kleinen Teil der Arbeitskr&#228;fte in Deutschland aus.<br />
Die gestiegene Zahl sozialversicherungspflichtig Besch&#228;ftigter aus beiden L&#228;ndern zeigt laut Bundesregierung, „dass Deutschland vor allem auch f&#252;r Arbeitskr&#228;fte aus Rum&#228;nien und Bulgarien ein attraktives Zielland darstellt“. Die aktuellen Zahlen zu den Zu- und Fortz&#252;gen lie&#223;en zudem erkennen, „dass diese Arbeitskr&#228;fte nach Beendigung ihrer Besch&#228;ftigungsphasen (beispielsweise als Saisonarbeitskr&#228;fte) das Land oftmals auch wieder verlassen“.<br />
Im Februar 2013 gab es laut Vorlage insgesamt 7.478 Arbeitslose mit rum&#228;nischer und 5.846 Arbeitslose mit bulgarischer Staatsangeh&#246;rigkeit. „Damit waren insgesamt rund 0,4 Prozent aller Arbeitslosen (3.156.242 im Februar 2013) aus Rum&#228;nien oder Bulgarien“, hei&#223;t es in der Antwort weiter. Nach Berechnungen des Instituts f&#252;r Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) auf Grundlage von Angaben der Statistik der BA habe sich die Arbeitslosenquote – berechnet auf Basis der abh&#228;ngig zivilen Erwerbst&#228;tigen – der Bulgaren und Rum&#228;nen im Dezember 2012 auf 9,6 Prozent belaufen. Sie sei damit „signifikant niedriger als bei den Ausl&#228;ndern insgesamt (16,4 Prozent)“ gewesen.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_256/01.html">Deutscher Bundestag</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Unions-Mittelstand will bei &#228;lteren Arbeitslosen k&#252;rzen</strong><br />
In der Union gibt es Bestrebungen, die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I generell auf zw&#246;lf Monate zu beschr&#228;nken. Eine solche Reform w&#252;rde vor allem &#228;ltere Arbeitslose treffen. &#8220;Der Fachkr&#228;ftemangel kann nicht nur international beseitigt werden, vielmehr gilt es, auch national das Potential, das in Teilzeitbesch&#228;ftigten, &#228;lteren Mitb&#252;rgern und Arbeitslosen existiert, f&#252;r den Arbeitsmarkt zu gewinnen&#8221;, hei&#223;t es in den Empfehlungen des Parlamentskreises Mittelstand in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion f&#252;r das Wahlprogramm der Unionsparteien. Die Forderung ist politisch brisant. Zwar ist die Bezugsdauer f&#252;r die meisten ALG-I-Empf&#228;nger derzeit ohnehin auf ein Jahr beschr&#228;nkt. Ausnahmen gibt es jedoch vor allem f&#252;r &#228;ltere Arbeitslose, die besonders lange besch&#228;ftigt waren. Diese Regelung hatte 2006 der damalige Ministerpr&#228;sident Nordrhein-Westfalens, J&#252;rgen R&#252;ttgers, nach hitzigem Streit in der CDU durchgesetzt. Seitdem kann das Arbeitslosengeld beispielsweise f&#252;r Menschen, die &#228;lter als 58 Jahre sind, bis zu zwei Jahre lang ausgezahlt werden.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/unions-mittelstand-will-bei-aelteren-arbeitslosen-kuerzen-a-899282.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Innerhalb der SPD war es seinerzeit Kurt Beck, der die Verl&#228;ngerung des Arbeitslosengeldbezuges f&#252;r &#228;ltere Arbeitslose gegen den Widerstand des &#8220;Sozialdemokraten&#8221; M&#252;ntefering durchgesetzt hatte. Diese geringf&#252;gige Zur&#252;cknahme bei der &#8220;Agenda 2010&#8243; erfolgte seinerzeit v.a. wegen der Furcht vor einem weiteren Anwachsen der Linkspartei. Nun mu&#223; bei der Union als Argument zur Beseitigung des angeblichen &#8220;Facharbeitermangels&#8221; neben dem freudig begr&#252;&#223;ten Anstieg bei der Zuwanderung auch die K&#252;rzung des ALG I f&#252;r &#228;ltere Arbeitslose daf&#252;r herhalten, den Druck auf die hiesigen L&#246;hne und Geh&#228;lter auch in den kommenden Jahren aufrechtzuerhalten.</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Die Endlagerl&#252;ge</strong><br />
&#8230; Eine solche L&#252;ge ist hierzulande seit Jahrzehnten konstituierender Bestandteil der politischen Auseinandersetzungen um die Langfristlagerung von Atomm&#252;ll, und sie besteht in der stereotypen Verwendung des Terminus‘ Endlager durch die politischen Entscheidungstr&#228;ger und ihre wissenschaftliche, mediale und atomindustrielle Entourage. Der Kern der L&#252;ge ist dabei bereits im Begriff manifest – denn…There is no such thing as final disposal of nuclear waste – so etwas wie Endlagerung von Atomm&#252;ll gibt es nicht. Der Grund daf&#252;r ist ebenso simpel wie unumst&#246;&#223;lich: Radioaktivit&#228;t, radioaktive Stoffe k&#246;nnen nicht „entsorgt“ werden. (Die fr&#252;here Idee, Atomm&#252;ll ins Weltall zu verklappen, wurde aus naheliegenden Gr&#252;nden gar nicht erst erprobt.) Radioaktivit&#228;t kann sich nur selbst beseitigen – auf dem Wege des nat&#252;rlichen Zerfalls ihrer Tr&#228;gerelemente (Uran, Plutonium, C&#228;sium, Jod und andere). Das Ma&#223; der Dinge ist dabei die sogenannte Halbwertzeit. Das ist jene Spanne, die vergeht, bis die gegebene Masse einer radioaktiven Substanz sich durch Zerfalls- beziehungsweise Umwandlungsprozesse unter Freisetzung von Strahlung halbiert hat.<br />
Quelle: <a href="http://das-blaettchen.de/2013/05/die-endlagerluege-24874.html">Das Bl&#228;ttchen</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Deutsche Bank wegen Landraub in der Kritik</strong><br />
Erneut ger&#228;t der Branchenprimus wegen ethisch fragw&#252;rdiger Gesch&#228;fte in die Schlagzeilen: &#220;ber eine Tochterfirma soll das Kreditinstitut in Landgrabbing in Laos und Kambodscha verstrickt sein. Dem Bericht zufolge wurde das Land oft ohne Kenntnis der Dorfbewohner verkauft. Viele Einheimische wurden vertrieben, sie leiden nun unter Nahrungs- und Wasserknappheit. &#8220;Wir haben 60 Prozent unserer Reisfelder verloren &#8211; das Unternehmen hat alles umgepfl&#252;gt. Sie haben uns keine Entsch&#228;digung gegeben&#8221;, klagt ein Dorfbewohner im Guardian. Die Ausma&#223;e des Engagements sind freilich gering: Global Witness behauptet, dass die IFC derzeit 14,95 Millionen Dollar in einen vietnamesischen Fonds investiert, der mit fast 5 Prozent an Hagl beteiligt ist. Die Deutsche Bank bes&#228;&#223;e Hagl-Aktien f&#252;r 4,5 Millionen US-Dollar sowie Aktien der Konzerngesellschaft Dong Phu der VRG im Wert von 3,3 Millionen US-Dollar. W&#228;hrend die IFC best&#228;tigt, diese Anteile zu besitzen, wies die Deutsche Bank die Vorw&#252;rfe zur&#252;ck. Man sei nur als Verwalter f&#252;r Hagl t&#228;tig.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&#038;dig=2013%2F05%2F14%2Fa0067&#038;cHash=cc001a6e9eae6eb05af8e93d7a17a9ae">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Nun ja, wir wissen, woran wir mit den global agierenden Banken dieser Welt sind. Sie verwalten viel, wohl auch &#8230; manch R&#228;uberbande. Wirklich erschreckend ist, dass Kambodscha, fast drei Viertel seiner anbauf&#228;higen Landesfl&#228;che f&#252;r industrielle Landwirtschaft verpachtet und davon wiederum 80 Prozent in Kautschukplantagen umgewandelt wurden. Kambodscha liefert sich damit einer fragw&#252;rdigen Monokultur aus, das u. a. Selbstversorgung mit Reis gef&#228;hrdet. Kautschuk ist neben der Textilproduktion ein wichtiges Exportprodukt. Allerdings werfen diese Investitionen nur minimale Steuerertr&#228;ge ab, und der Verkaufserl&#246;s geht in diesem hochkorrupten Land weitgehend in die Taschen der staatlichen F&#252;hrungsebene in Politik und Armee.</em></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit&#228;t“</strong><br />
Die Politik soll sich nicht mehr allein an der Steigerung der Wirtschaftsleistung, sondern verst&#228;rkt auch an &#246;kologischen Erfordernissen und der sozialen Balance ausrichten. St&#252;tzen soll sich ein solches Umdenken auf das von der Enquetekommission &#8220;Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit&#228;t&#8221; entworfene &#8220;W3 Indikatoren&#8221;-Modell, das Lebensqualit&#228;t nicht nur &#252;ber das am Wachstum orientierte Bruttoinlandsprodukts (BIP) definiert und misst, sondern auch anhand der Kriterien &#8220;&#214;kologie&#8221; sowie &#8220;Soziales und Teilhabe&#8221;. Das Gremium pocht darauf, dass sich Parlament und Regierung k&#252;nftig regelm&#228;&#223;ig mit der Entwicklung der auf diese Weise ermittelten Lebensqualit&#228;t befassen. So lautet eine zentrale Botschaft des Abschlussberichts der 17 Abgeordneten und 17 Wissenschaftler, den jetzt der Deutsche Bundestag als Drucksache 17/13300 ver&#246;ffentlicht hat &#8230;<br />
Wichtigstes Ergebnis der &#252;ber zweij&#228;hrigen Arbeit ist das &#8220;W3&#8243;-Konzept, dessen Gr&#246;&#223;en &#8220;Materieller Wohlstand&#8221;, &#8220;Soziales und Teilhabe&#8221; sowie &#8220;&#214;kologie&#8221; Auskunft geben sollen, wie es um die Wohlfahrt im Land steht. Aufgeschl&#252;sselt werden diese drei Kriterien durch zehn &#8220;Leitindikatoren&#8221; wie etwa BIP, Einkommensverteilung, Besch&#228;ftigungsquote, Artenvielfalt oder Emissionen von Treibhausgasen sowie durch neun &#8220;Warnlampen&#8221; und eine &#8220;Hinweislampe&#8221; &#8211; wobei es sich bei Letzteren unter anderem um Arbeitsqualit&#228;t oder Weiterbildung dreht. Die Politik soll eingreifen, sobald &#8220;W3&#8243; Alarm schl&#228;gt &#8211; wenn beispielsweise das Besch&#228;ftigungsniveau sinkt, der materielle Wohlstand abnimmt oder sich der Zustand der Umwelt wegen der Treibhausgase verschlechtert.<br />
Der Bericht offenbart, dass auch f&#252;rderhin umstritten bleiben wird, welchen Stellenwert Wachstum konkret haben soll. Die Fraktionen von CDU/CSU und FDP bestehen auf einem positiven Verst&#228;ndnis von Wachstum: Dieses schaffe finanzielle und technisch-innovative Mittel, um Nachhaltigkeit zu f&#246;rdern, Umwelt- und Finanzkrisen zu meistern oder Schuldenabbau, Sozialleistungen und Besch&#228;ftigung zu erm&#246;glichen. F&#252;r die Opposition ist indes die Wachstumspolitik mitverantwortlich f&#252;r &#246;kologische und wirtschaftliche Krisen, weswegen eine &#8220;Neujustierung der sozialen Marktwirtschaft&#8221; mit einer aktiven Rolle des Staats n&#246;tig sei. Mit der Idee einer &#8220;sozial&#246;kologischen Transformation&#8221; scheiterten Abgeordnete von SPD, Linken und Gr&#252;nen freilich an der Koalition.<br />
Von diesem Gegensatz ist auch das Kapitel &#252;ber &#8220;Nachhaltig gestaltende Ordnungspolitik&#8221; gepr&#228;gt. Union und FDP bef&#252;rworten eine pragmatische Anpassung der sozialen Marktwirtschaft, die ihre &#8220;Anpassungsf&#228;higkeit&#8221; schon h&#228;ufig bewiesen habe, an die Erfordernisse der Nachhaltigkeit. Die Opposition hingegen h&#228;lt weitreichende &#196;nderungen f&#252;r n&#246;tig. Der Staat solle nicht alles dekretieren, aber entsprechende Regulierungsrahmen setzen. Bei den dramatischen Krisen handele es sich &#8220;nicht nur um einen Betriebsunfall&#8221;, weshalb &#8220;kleinere pragmatische Anpassungen&#8221; nicht gen&#252;gten.<br />
Trotz solcher Unterschiede verst&#228;ndigte man sich auf Vorschl&#228;ge zur Stabilisierung des Bankensystems. Dazu z&#228;hlt eine St&#228;rkung des Haftungsprinzips &#252;ber eine gr&#246;&#223;ere Eigenkapitalausstattung der Kreditinstitute und &#252;ber &#8220;Verg&#252;tungssysteme, die das Risikobewusstsein sch&#228;rfen&#8221;. Schattenbanken m&#252;ssten effizienter kontrolliert werden, auch eine wirkungsvolle europ&#228;ische Finanzaufsicht sei geboten.<br />
Konsens herrscht, dass die Politik die &#246;kologischen Grenzen des Planeten akzeptieren m&#252;sse. In manchen Bereichen wie dem Aussto&#223; von Klimagasen, dem R&#252;ckgang der Artenvielfalt oder der &#220;berlastung des Stickstoffkreislaufs seien diese Grenzen schon heute &#252;berschritten. Deshalb m&#252;sse der Umwelt- und Ressourcenverbrauch gesenkt werden. &#220;ber konkrete Forderungen zur Reduzierung des Rohstoffkonsums konnte man sich jedoch nicht einigen. Die Koalition sieht dies als Aufgabe der k&#252;nftigen Regierung an. Ein Sondervotum der Opposition macht zahlreiche Vorschl&#228;ge, etwa ein Wertstoffgesetz, eine effizientere Kreislaufwirtschaft mit h&#246;heren Recyclingquoten oder eine Abgabe auf Stickstoff.<br />
Auch zu einer zukunftsf&#228;higen Arbeitswelt war &#8220;ein fraktions&#252;bergreifender Konsens nicht herzustellen&#8221;. Der Bericht pr&#228;sentiert lediglich als Basis k&#252;nftiger Debatten drei unterschiedliche Modelle. Ein Konzept, das Union und FDP zuzuordnen ist, macht sich f&#252;r eine Ausdehnung der Erwerbsarbeit und f&#252;r mehr Flexibilisierung stark. Ein von der SPD favorisierter Entwurf zielt auf &#8220;qualitativ wertvolle Arbeit&#8221;, lehnt eine Ausdehnung des gesamten Arbeitsvolumens ab und will die Arbeitszeit zwischen Frauen und M&#228;nnern ausgeglichener verteilen. Linke und Gr&#252;ne verlangen, soziale Sorgearbeit und b&#252;rgerschaftliches Engagement st&#228;rker mit Erwerbsarbeit zu verkn&#252;pfen.<br />
Einhellig pl&#228;diert die Kommission f&#252;r eine Ausweitung der Erwerbst&#228;tigkeit von Frauen und deshalb f&#252;r eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zum umstrittenen Mindestlohn nimmt der Bericht nicht Stellung. Lediglich ein Sondervotum dreier Sachverst&#228;ndiger aus dem Oppositionslager setzt sich f&#252;r den Mindestlohn ein.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_259/04.html">Deutscher Bundestag</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Freihandelsabkommen bedroht Kultur-Vielfalt</strong><br />
Am 30.5.2013 wird das EU-Parlament &#252;ber die Ausgestaltung der zwischen EU und USA geplanten Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership TTIP) abstimmen, das bislang unter Federf&#252;hrung des BMWI hinter verschlossenen T&#252;ren ausgehandelt wird. Es ist geplant, der EU-Kommission ein Verhandlungsmandat zu erteilen, das wichtige kulturwirtschaftliche Weichenstellungen vornehmen soll, und den bisher durch V&#246;lkerrecht gesicherten Schutz der kulturellen Vielfalt durch Handelsrecht aush&#246;hlt &#8230;<br />
Das Verhandlungs-Mandat bezieht sich allein auf die WTO-Regeln – ohne R&#252;cksicht auf die mit der Unterzeichnung des UNESCO-Abkommens zur kulturellen Vielfalt eingegangenen Verpflichtungen &#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.pankower-allgemeine-zeitung.de/2013/05/11/freihandelsabkommen-bedroht-kultur-vielfalt/">Pankower Allgemeine Zeitung</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Merkel bei Kino-Vorf&#252;hrung: Am&#252;siert in Reihe f&#252;nf</strong><br />
Wenn die Kanzlerin &#252;ber alte DDR-Zeiten plaudert, wird&#8217;s lustig: Bei einer Kino-Vorf&#252;hrung in Berlin schwelgte Angela Merkel in Erinnerungen an Kohle&#246;fen, Ost-Pop und ihre Nebent&#228;tigkeit als Bardame. Einen geschickten politischen Nebeneffekt hatte der Auftritt zudem.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/kanzlerin-merkel-gastauftritt-bei-kino-vorfuehrung-a-899407.html">Spiegel Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Die Human-Touch-PR f&#252;r Merkel l&#228;uft auf Hochtouren, wenn auch beim Spiegel mit s&#252;ffisantem Unterton. Mit dem Besuch des Films &#8220;Die Legende von Paul und Paula&#8221; l&#228;sst sich &#252;ber Merkels Vergangenheit als fr&#252;here „Sekret&#228;rin f&#252;r Agitation und Propaganda“ locker hinweg l&#228;cheln. Man hat im Wahlkampagnen-Team von Merkel wohl erkannt, dass Merkel zu kalt und emotionslos wahrgenommen wird, deshalb „Muttitag“ bei der Truppe in Afghanistan, deshalb Merkel beim <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/merkel-im-brigitte-talk-schweigen-um-klug-reden-zu-koennen-2006324.html">„Brigitte-Talk“</a>.</em></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Antwort der Bundesregierung zu Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen in Forschung und Wissenschaft</strong><br />
Bei der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. (HGF) seien zum Jahresende 2010 62,7 Prozent der Wissenschaftler befristet besch&#228;ftigt gewesen, bei der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) habe der Anteil zum 31. Dezember 2010 bei 71 Prozent gelegen. Beim Max-Planck-Institut seien 71,7 Prozent der wissenschaftlichen Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisse befristet gewesen und bei der Leibniz-Gemeinschaft seien es 69,9 Prozent gewesen.<br />
Die Linke hatte kritisiert, dass die Zahl der beamteten Professoren trotz steigender Studentenzahlen in den vergangenen Jahren kaum gestiegen sei. Gleichzeitig habe aber die Zahl der Angestellten und frei- und nebenberuflich Besch&#228;ftigten an Hochschulen stark zugenommen. Angestelltes Personal in Hochschulen sei zu fast 90 Prozent befristet besch&#228;ftigt, hatte die Linke in ihrer Kleinen Anfrage geschrieben.<br />
Quelle: <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_05/2013_257/03.html">Deutscher Bundestag</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Es ist zwar nicht zu bestreiten, dass viele der befristeten Stellen, solche Stellen sind, auf denen sich der wissenschaftliche Nachwuchs zeitlich befristet qualifizieren soll. Und es zeigt sich auch in dem hohen Anteil der Befristungen, die Problematik der zunehmenden Drittmittelforschung. Was – im Gegensatz zu vielen wissenschaftlich durchaus erfolgreichen L&#228;ndern – fehlt, ist eine Personalentwicklungsplanung und die Schaffung von unbefristeten Stellen f&#252;r junge Wissenschaftler. Es ist nicht erstaunlich, dass viele hochqualifizierte junge Wissenschaftler ihr Heil in der Flucht an ausl&#228;ndische Hochschulen suchen.</em></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Sparpl&#228;ne: Springer will bei &#8220;Bild&#8221;-Gruppe bis zu 200 Stellen streichen</strong><br />
Die &#8220;Bild&#8221;-Zeitung macht Gewinn, trotzdem plant der Axel-Springer-Verlag massive Einschnitte bei dem Boulevardblatt. 20 Millionen Euro will der Konzern sparen, bis zu 200 Stellen sind nach SPIEGEL-Informationen bei der &#8220;Bild&#8221;-Gruppe von der Streichung bedroht &#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/axel-springer-verlag-will-bei-bild-gruppe-bis-200-stellen-streichen-a-899307.html">Spiegel-Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Dass die „Bild“-Zeitung schrumpft, ist medienpolitisch eine erfreuliche Nachricht. Die Mitarbeiter k&#246;nnen einem nat&#252;rlich leidtun.</em></p>
<p>Dazu passt: <strong>Digitalsparte: Die Axel Springer AG</strong><br />
Jedes Quartal macht Mathias D&#246;pfner deutlich, wohin die Reise des Journalismus f&#252;hrt. Einer muss es ja tun. Danke! Es ist niedlich, wie Axel-Springer-Vorstandschef Mathias D&#246;pfner versucht, die Ver&#228;nderungen zu verkaufen: Nat&#252;rlich bleibe Springer ein &#8220;Haus des Journalismus&#8221;, nach wie vor sei man zuerst ein &#8220;Inhalteanbieter&#8221;, und auch das Unwort des Zeitungskrisenjahrzehnts, &#8220;Qualit&#228;tsjournalismus&#8221;, nimmt er in den Mund. Dabei wei&#223; er genau, dass die gerade vorgelegten Quartalszahlen etwas v&#246;llig anderes sagen: Axel Springer macht bereits die H&#228;lfte seines Gewinns im Digitalen, zwei Drittel der Werbeerl&#246;se werden dort generiert. Der Umsatz der Digitalsparte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 318,2 Millionen Euro. Der Umsatz der Sparte Zeitungen national sank zeitgleich um 10 Prozent auf 249 Millionen. Das Digitale hat das Papier-Gesch&#228;ft l&#228;ngst in allen Parametern &#252;berfl&#252;gelt. Und es ist nicht die hinter einer Paywall versteckte Webseite der Welt, die das Geld reinbringt. Es sind Immobilien- und Jobportale. Inhalte? Klar: 56 qm, vollsaniert, Wannenbad, Balkon, sofort bezugsfertig.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&#038;dig=2013%2F05%2F11%2Fa0216&#038;cHash=71ee818a15e6b5b0d566ba370b5846be">taz</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Heftige Kritik an Anti-AdBlocker-Kampagne</strong><br />
Berechtigte Bitte oder ein &#8220;PR-Desaster&#8221;? In einer gemeinsamen Kampagne rufen Spiegel, Zeit und SZ ihre Web-Leser dazu auf, auf AdBlocker zu verzichten. Durch diese gingen wichtige Werbeeinnahmen verloren. Statt breiter Zustimmung, st&#246;&#223;t die Verlags-Bitte vor allem auf Ablehnung und Kritik. Viele Nutzer schreiben, sie h&#228;tten den Werbeblocker schnell wieder eingeschaltet, da die Anzeigen zu aufdringlich seien. Andere betonen, dass sie lieber f&#252;r ein werbefreies Angebot zahlen w&#252;rden.<br />
In der neuen Kampagne bitten SpOn, Zeit und SZ, FAZ.net, Golem.de und RP Online ihre Leser: &#8220;Schalten Sie bitte den AdbBlocker auf unseren Seiten ab!&#8221;. Immerhin sollen bei den Nachrichten-Portalen mittlerweile bei rund 25 Prozent aller Seitenabrufe ein Werbeblocker eingeschaltet sein. &#8220;Ziel der Kampagne ist es, das Bewusstsein der Leser zu sch&#228;rfen und damit eine Basis daf&#252;r zu schaffen, auch zuk&#252;nftig m&#246;glichst umfassende Nachrichtenangebote im Internet anbieten zu k&#246;nnen&#8221;, hei&#223;t es in einer gemeinsamen Erkl&#228;rung der Nachrichten-Portale. [...]<br />
Auch Adblock Plus, ein bekannter Adblocker, meldete sich zum Thema zu Wort. [...] &#8220;Wir rufen daher alle Websites, Verlage, Advertiser und Ad-Networks auf, sich dem Dialog zu stellen und Werbung nicht gegen, sondern f&#252;r den Nutzer zu machen. Nur so k&#246;nnen Menschen im Internet erreicht werden&#8221;, ist in der Stellungnahme abschlie&#223;end zu lesen, gefolgt von dem Hinweis, dass die entsprechenden Anzeigen gegen Adblocker nun vom Adblocker ausgeblendet w&#252;rden. [...]<br />
Medien-Berater Thomas Koch sieht in der Kampagne der beteiligten Nachrichtenseiten einen &#8220;Bumerang&#8221;. Er twittert: &#8220;Der Witz bei &#8216;No Ad-Blocker, please&#8217; ist, dass jetzt endlich alle wissen, wie man die bescheuerte Werbung abstellt&#8230;&#8221; Weiter schreibt er: &#8220;Hab ja immer behauptet, Verlage verstehen Print nicht mehr. Jetzt verstehen sie nicht mal mehr das Internetz&#8230;&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://meedia.de/internet/heftige-kritik-an-anti-adblocker-kampagne/2013/05/13.html?utm_campaign=NEWSLETTER_ABEND&#038;utm_source=newsletter&#038;utm_medium=email">Meedia</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Dieses heikle Thema muss man unter zwei verschiedenen Perspektiven betrachten:</em></p>
<ol type="a">
<li><em><strong>Nutzerfreundlichkeit/&#196;sthetik/Performance</strong><br />
W&#252;rden die gro&#223;en Online-Plattformen die Werbung &#228;sthetisch in ihr Angebot einbetten, h&#228;tten wohl die meisten Nutzer auch kein Problem mit der Werbung. Gerade bei SPON und Co. ist jedoch das genaue Gegenteil der Fall. Riesige blinkende Flash-Animationen, die vom Inhalt ablenken und &#228;ltere Rechner in die Knie zwingen sind hier die Regel. Das die Leser diese Form von Werbung ablehnen, ist absolut verst&#228;ndlich.</em></li>
<li><em><strong>Unterst&#252;tzung/Finanzierung</strong><br />
Es ist richtig, dass Adblocker den Content-Anbietern herbe finanzielle Einschnitte bringen. Daher sollte auch jeder Adblock-Nutzer seine eigenen Filter erstellen und Seiten, die er unterst&#252;tzen will, von der Adblock-Filterung ausnehmen. Nun geh&#246;ren SPON und Co. aber nicht unbedingt zu den Angeboten, die unterst&#252;tzenswert ist. Ich hatte mir heute morgen mal den Spa&#223; gemacht und den Adblocker f&#252;r SPON deaktiviert. Das Ergebnis sehen Sie hier:</em></li>
</ol>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/spon_screen130514.jpg"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/spon_screen130514_th.jpg" alt="Werbung der INSM auf SPIEGEL Online" title="Werbung der INSM auf SPIEGEL Online" /></a></p>
<p><em>Als aufgekl&#228;rter Leser will ich aber &#8211; wenn es sich vermeiden l&#228;sst &#8211; keine Werbung der INSM sehen und Angebote wie SPON nicht unterst&#252;tzten. Daher ist es auch vollkommen legitim, f&#252;r solche Seiten einen Adblocker einzusetzen. Anbieter wie SPON sollten sich lieber auch ihr inhaltliches Angebot konzentrieren. Wenn das Angebot &#252;berzeugt, schalten die Nutzer auch den Adblocker aus und SPON kann mehr Geld verdienen. Geld f&#252;r Propaganda und schlechten Journalismus gibt es aber nicht.</em></p>
<p><em>p.s.: Zum Schmunzeln regt freilich der Kommentar des zitierten „Medien-Beraters“ Thomas Koch an. Selbstverst&#228;ndlich sehen nur Adblock-Nutzer die „No-Ad-Blocker-Please“ Fenster, vollkommen bl&#246;d sind die Online-Plattformen ja auch nicht. Das zeigt aber wieder einmal, wer sich heute so alles „Medien-Berater“ nennen darf.</em></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Veranstaltungshinweis: Massenarbeitslosigkeit in Europa – Auswege aus der Krise</strong><br />
14. Mai 2013, 17.30 Uhr,  Uni Hannover, Conti-Campus, Niedersachsensaal K&#246;nigsworther Platz 1<br />
Prof. Dr. Heiner Flassbeck<br />
Massenarbeitslosigkeit in Europa – Auswege aus der Krise<br />
Die L&#228;nder der Europ&#228;ischen Union befinden sich in der tiefsten Wirtschaftskrise seit 1945: Die Arbeitslosigkeit hat in der EU einen H&#246;chststand erreicht. Durch die Rettung von Banken wurden  die &#246;ffentlichen Haushalte massiv belastet. Die gerade auch von der deutschen Bundesregierung vorangetriebene Sparpolitik hat die Situation weiter versch&#228;rft. L&#246;hne, Renten und Rechte von Gewerkschaften werden massiv beschnitten. Die Armut nimmt rasant zu – auch in Deutschland: Unsichere und schlecht bezahlte Arbeitsverh&#228;ltnisse greifen um sich. Ein Kurswechsel in der Wirtschafts- und Besch&#228;ftigungspolitik ist daher dringend n&#246;tig.</li>
</ol>
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		<title>Rauchmelderpflicht: Lobbyisten sichern lukrative Profitquelle f&#252;r ihre Klientel</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 06:39:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[W&#228;hrend H&#228;user heutzutage &#252;berwiegend aus Beton gebaut und kaum mehr mit Holz geheizt werden und R&#246;hrenbildschirme durch Flachbildschirme abgel&#246;st werden, wird in Deutschland eine Rauchmelderpflicht eingef&#252;hrt. Zwar sind elektrische Ger&#228;te immer noch eine h&#228;ufige Brandursache, beispielsweise durch Kurzschluss, Kontaktfehler oder &#252;berm&#228;&#223;ige Beanspruchung, doch statt auf Pr&#228;vention, die auf Sicherheitsregeln im Umgang mit elektrischen Ger&#228;ten abzielte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>W&#228;hrend H&#228;user heutzutage &#252;berwiegend aus Beton gebaut und kaum mehr mit Holz geheizt werden und R&#246;hrenbildschirme durch Flachbildschirme abgel&#246;st werden, wird in Deutschland eine Rauchmelderpflicht eingef&#252;hrt. Zwar sind elektrische Ger&#228;te immer noch eine h&#228;ufige Brandursache, beispielsweise durch Kurzschluss, Kontaktfehler oder &#252;berm&#228;&#223;ige Beanspruchung, doch statt auf Pr&#228;vention, die auf Sicherheitsregeln im Umgang mit elektrischen Ger&#228;ten abzielte und die B&#252;rger &#252;ber den richtigen Umgang mit elektrischen Ger&#228;ten aufkl&#228;rte, setzt das „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ auf eine fl&#228;chendeckende Rauchmelderpflicht. Das ist auch nicht verwunderlich, denn hinter dem „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ verbirgt sich eine Lobbyvereinigung, die mit der Kampagne „Rauchmelder retten Leben“ 12 Jahre lang auf eine fl&#228;chendeckende gesetzliche Rauchmelderpflicht in Deutschland hingewirkt hat. Von <strong>Christine Wicht</strong><br />
<span id="more-17238"></span><br />
Gesundheitsschutz-, Umweltschutz-, Pr&#228;ventionsma&#223;nahmen oder Terrorismusbek&#228;mpfung werden inflation&#228;r f&#252;r gesetzliche Ma&#223;nahmen verwertet, um die Notwendigkeit unpopul&#228;rer Gesetze zu unterstreichen und ein kritisches Hinterfragen der B&#252;rger zu unterminieren. Oft werden &#196;ngste in der Bev&#246;lkerung gesch&#252;rt, um eine Akzeptanz f&#252;r Gesetze zu erwirken. Als flankierende Ma&#223;nahme leisten Agenturen im Vorfeld werbetechnisch ausgekl&#252;gelte &#220;berzeugungsarbeit. Geschickte, subtile Marketingkampagnen von Lobbyvereinen, stimmen die B&#252;rger in den Medien unbemerkt &#252;ber Jahre hinweg auf die Notwendigkeit solcher Gesetze ein. Die Profiteure dieser Gesetze werden allerdings selten thematisiert, dabei sollte vor allem beleuchtet werden, wer von welchem Gesetz profitiert.</p>
<p><strong>Wer profitiert vom Rauchmeldergesetz?</strong></p>
<p>Das Rauchmeldergesetz war keine einfache Zielsetzung, denn Brandschutz ist L&#228;ndersache. Gesetze zur Rauchmelderpflicht m&#252;ssen in den einzelnen Landtagen verfasst und abgestimmt werden, bevor sie in die Landesbauordnung eines Bundeslandes aufgenommen werden. Inzwischen existiert in nahezu allen Bundesl&#228;ndern eine Rauchmelderpflicht. Auch der bayerische Landtag wird als eines der letzten Bundesl&#228;nder noch vor der Sommerpause einen <a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;rct=j&#038;q=bayerisches%20gesetz-%20und%20verordnungsblatt%20nr.%2023%2F2012%20vom%2017.12.2012%20&#038;source=web&#038;cd=1&#038;ved=0CDAQFjAA&#038;url=https%3A%2F%2Fwww.verkuendung-bayern.de%2Ffiles%2Fgvbl%2F2012%2F23%2Fgvbl-2012-23.pdf&#038;ei=MYgBUaOQMcWk4gT8soC4CQ&#038;usg=AFQjCNHRowmDjw2WfeOC08kMvP-rxeEvLw&#038;bvm=bv.41524429,d.Yms&#038;cad=rja">Gesetzentwurf dazu verabschieden [PDF - 2 MB]</a>.</p>
<p>Die Gesetzes&#228;nderung zu Rauchwarnmeldern wurde bereits im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 23/2012 /S. 636 bekanntgegeben:</p>
<blockquote><p>„In Wohnungen m&#252;ssen Schlafr&#228;ume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsr&#228;umen f&#252;hren, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder m&#252;ssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch fr&#252;hzeitig erkannt und gemeldet wird. Die Eigent&#252;mer vorhandener Wohnungen sind verpflichtet, jede Wohnung bis zum 31. Dezember 2017 entsprechend auszustatten. Die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft obliegt den unmittelbaren Besitzern, sei denn, der Eigent&#252;mer &#252;bernimmt diese Verpflichtung selbst.“</p></blockquote>
<p>Mit dem Slogan, „Rauchmelder retten Leben“, hat die Werbeagentur <a href="http://www.eobiont.de/">eobiont GmbH</a> f&#252;r den Verein Brandrauchpr&#228;vention in einer 12-j&#228;hrigen Kampagnen- und &#220;berzeugungsarbeit die Notwendigkeit von Rauchmeldern ins Bewusstsein der B&#252;rger und der Politik gebracht. Dazu hat die Agentur &#8211; eigenen Angaben zufolge &#8211; mit tausenden lokalen Feuerwehren zusammengearbeitet, ein Marketingvideo ver&#246;ffentlicht sowie Flyer, Plakate und Promotion-Materialien entworfen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, die Ausstattung der Haushalte mit Rauchmeldern ist um das Siebenfache gestiegen, vor allem aber der Erlass neuer gesetzlicher Regelungen zur obligatorischen Installation von Rauchmeldern <a href="http://eobiont.de/de/2010/06/01/10-jahre-spater/">in nahezu allen Bundesl&#228;ndern</a>. Die Agentur bietet unter anderem einen 13-min&#252;tigen Beitrag &#252;ber Rauchmelder im Wissensbeitrag der „Sendung mit der Maus“ an. Das „Forum Brauchrauchpr&#228;vention in der vfdb“ erhielt die Rechte f&#252;r 1000 DVD&#8217;s zur Abgabe an Feuerwehren, die dieses Material zu Schulungszwecken <a href="http://www.sicherheitserziehung-nrw.de/uploads/media/BeBa_01.pdf">benutzen sollen [PDF - 3 MB]</a>. Dar&#252;ber hinaus haben auch die Schauspieler Marie-Luise Marjan (Lindenstra&#223;e) und Erol Sander als Werbetr&#228;ger zur Popularisierung des Themas im Film “Das fliegende Klassenzimmer” <a href="http://eobiont.de/de/2010/06/01/10-jahre-spater/">beigetragen</a>. Anhand dieser Beispiele wird deutlich wie unterschwellig das Bewusstsein der Fernsehzuschauer in den Medien manipuliert wird, um f&#252;r ein Produkt zu werben. Werbepsychologie wird hier mit Wirtschaftspsychologie gepaart, um eine klassische Konditionierung zu erreichen, in der &#196;ngste aufgebaut werden.</p>
<p><strong>Was ist eigentlich Brandrauchpr&#228;vention?</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich kann man sagen, Rauchmelder seien eine gute Sache, sie k&#246;nnten ja, wie das „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ behauptet,  j&#228;hrlich 500 Menschen in Deutschland, die an Br&#228;nden bzw. an Rauchvergiftung sterben, das Leben retten. Aber: Zum einem nutzt, &#252;berspitzt gesagt, einem Blitzschlagopfer oder einem Autounfallopfer ein Brandmelder wenig &#8211; die auch in die Brandopferstatistik einflie&#223;en &#8211; und zum anderen schlagen Rauchmelder erst Alarm, wenn ein Brand bereits ausgebrochen ist.</p>
<p>Wirkliche Pr&#228;vention setzt aber bei den Ursachen und nicht bei den Auswirkungen an. Das Institut f&#252;r Schadensverh&#252;tung und Schadensforschung (eine Institution der &#246;ffentlichen Versicherer) moniert, dass es leider keine Statistik gebe, die sowohl auf fundierter Schadenanalyse beruht als auch repr&#228;sentativ f&#252;r das gesamte Schadengeschehen ist. Das Institut gibt in einer Statistik f&#252;r 30% der Br&#228;nde <a href="http://www.ifs-ev.org/">Elektrizit&#228;t als Ursache</a> an und 16% der Br&#228;nde seien auf menschliches Fehlverhalten <a href="http://www.ifs-kiel.de/08_titel/2012/IFS%20Brandursachenstatistik%202011.pdf">zur&#252;ckzuf&#252;hren [PDF - 27 KB]</a>. </p>
<p><strong>Warum liegt aber der Schwerpunkt gerade auf einer Rauchmelderpflicht?</strong> </p>
<p>Vielleicht weil Brandaufkl&#228;rung kein lukrativer Markt w&#228;re, zumindest nicht f&#252;r Ablesefirmen und Rauchmelderhersteller, Rauchmelderzertifizierer usw. Da ist es weitaus lukrativer ein Rauchmeldergesetz mit einem ganzen Rattenschwanz an umsatztr&#228;chtigen &#220;berpr&#252;fungspflichten und Folgekosten zu forcieren. Durch die gesetzliche Verpflichtung muss nicht nur jeder Haushalt, je nach Gr&#246;&#223;e, mit mindestens einem Rauchmelder ausgestattet sein, diese m&#252;ssen obendrein j&#228;hrlich inspiziert und gewartet werden, zum Beispiel von Brandschutzfirmen, Kaminkehrern, Hausmeisterdiensten und Ablesebetrieben, m&#246;glicherweise gemeinsam mit der j&#228;hrlichen W&#228;rme- und Wasserablesung. Diese &#220;berwachungspflichten kritisiert z.B. auch der Verband der Berlin-Brandenburgische Wohnungsunternehmen, e.V. (BBU). Nach Meinung des Verbandes verhindern Rauchmelder keine Br&#228;nde, viel wichtiger sei die Pr&#228;vention. Br&#228;nde sollen gar nicht erst entstehen. Wichtig w&#228;re au&#223;erdem, dass die Menschen wissen, wie sie sich im Brandfall richtig verhalten, <a href="http://www.bbu.de/publicity/bbu/internet.nsf/index/de_pressespiegel.htm?OpenDocument&#038;333DA983FAD3FC05C1257A39002BFCA4">sagte BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern</a>. Obendrein kritisiert der BBU die enormen Kosten der Rauchmelderpflicht, die Installation der Ger&#228;te koste allein die BBU-Unternehmen sch&#228;tzungsweise rund 84 Millionen Euro, die Wartung pro Jahr au&#223;erdem <a href="http://www.berliner-zeitung.de/berlin/brandschutz-in-berlin-debatte-ueber-rauchmelderpflicht,10809148,16608564.html">rund acht Millionen Euro</a>.</p>
<p><strong>R&#252;ckgang der Brandopfer, auch ohne Rauchmelder</strong></p>
<p>Laut Statistischem Bundesamt ist die Anzahl von Brandtoten in Deutschland zwischen 1980 und 2008 (auch ohne Rauchmelder) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Brandtote_in_Deutschland_von_1980_bis_2008.svg">deutlich gesunken</a>. Auch die Wirtschaftswoche hat in ihrer Onlineausgabe im November 2012 darauf hingewiesen, dass die Zahl der Brandopfer r&#252;ckl&#228;ufig ist und zwar v&#246;llig <a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/brandschutz-die-starke-lobby-der-rauchmelderhersteller/7334810.html">unabh&#228;ngig von Rauchmeldergesetzen</a>. Die Mehrzahl der Landtagsabgeordneten  befasst sich wohl nicht mit Statistiken sondern glaubt anscheinend blind der Botschaft einer Lobbyvereinigung. Der Abgeordnete Klaus Voussem (CDU), hat den Artikel in der Wirtschaftswoche offenbar gelesen und sich am 13.12.2012 im Landtag NRW zu den r&#252;ckl&#228;ufigen Zahlen der Brandopfer ge&#228;u&#223;ert, Plenarprotokoll 16/18, S.1350-1354:</p>
<blockquote><p>„Nennen m&#246;chte ich an dieser Stelle die Ausgabe 46 der „Wirtschaftswoche“ vom 12. November 2012. Darin sind alle Bundesl&#228;nder mit und ohne Installationspflicht sowie die Entwicklung der Anzahl der Todesf&#228;lle aufgelistet. Ergebnis: Fast &#252;berall sind die Zahlen r&#252;ckl&#228;ufig. Das ist erfreulich. Weiteres Ergebnis: Die Zahlen sind unabh&#228;ngig davon r&#252;ckl&#228;ufig, ob Rauchmelderpflicht besteht oder nicht. Es gibt also die eindeutige Tendenz der Verbesserung sowohl in L&#228;ndern mit einer gesetzlichen Vorschrift als auch in L&#228;ndern ohne Vorschrift. Welche Gr&#252;nde daf&#252;r verantwortlich sind und ob daraus Konsequenzen f&#252;r eine &#196;nderung oder vielleicht sogar Ablehnung des Gesetzentwurfs erwachsen, muss im Rahmen dieses Gesetzgebungsverfahrens gekl&#228;rt werden. Als weiterer noch zu kl&#228;render und zu verbessernder Punkt ist die Kontrolle zu nennen. Denn ein Gesetz kann seine Wirkung nur entfalten, wenn entsprechend kontrolliert wird. Also stellt sich die Frage: Wer kontrolliert die Einhaltung des Gesetzes? Beim Neubau ist das in der Tat kein Problem. Das kann man durch die Bauabnahme regeln. Das Problem liegt unserer Auffassung nach eher im Bestand. Wer stellt sicher, dass die Rauchmelder tats&#228;chlich installiert werden? Wer stellt sicher, dass installierte Ger&#228;te funktionsf&#228;hig gehalten werden? Hierbei muss nach Auffassung der CDU im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens &#252;ber Verbesserungen beraten werden. Vor diesem Hintergrund k&#252;ndige ich schon heute an, dass wir eine Anh&#246;rung beantragen werden, die diese Fragen hoffentlich kl&#228;ren wird.“</p></blockquote>
<p>MdL Klaus Voussem stellt die Frage, wie die Einhaltung des Gesetzes kontrolliert werden kann? W&#252;rde jede Wohnung nicht nur was die Heizungsanlage oder die Z&#228;hler von Wasser, Strom und Gas anbetrifft, sondern was die einzelnen Zimmer betrifft einer staatlichen Kontrolle unterliegen, w&#228;re dieses Gesetz ein tiefer Eingriff in die Privatsph&#228;re. Also muss die Einhaltung des Gesetzes auf anderem Wege gesichert werden. Eine M&#246;glichkeit w&#228;re die Eingrenzung des Versicherungsschutzes, auch eine Ordnungsstrafe w&#228;re denkbar oder, dass bei der Heizungsablesung der Rauchmelder angemahnt und damit Druck erzeugt wird.</p>
<p><strong>Das Forum Brandrauchpr&#228;vention war erfolgreich</strong></p>
<p>Das Forum Brandrauchpr&#228;vention kommt als eingetragener Verein und unverd&#228;chtig daher, es ist aber tats&#228;chlich eine Lobbyvereinigung, in der sich diverse Dachverb&#228;nde zusammengetan haben, unter anderem der Zentralinnungsverband der Schonsteinfeger (ZIV), der Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystem (BHE), der Zentralverband der Elektotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI), der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), der deutsche Feuerwehrverband (DFV) und andere mehr.</p>
<p>Das Forum war seit 2000 unter dem Dach des ZVEI untergebracht und sp&#228;ter als Adhoc-Gruppe in der vfdb (Vereinigung zur F&#246;rderung des Deutschen Brandschutzes e.V.) aktiv. <a href="http://www.vfdb.de/Korporative-Mitglieder-stellen-sich-vor.120.0.html">Zur vfdb geh&#246;ren</a> beispielsweise Unternehmen wie DEKRA, Siemens, BC-Brandschutzsysteme. Am 12.06.2012 gr&#252;ndete das „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ <a href="http://www.rauchmelder-lebensretter.de/brandrauchpraevention.html">einen eigenen gemeinn&#252;tzigen Verein</a>. Vorstand des Forums ist Christian Rudolph von der <a href="http://www.hekatron.de/unternehmen/">Hekatron GmbH</a>, einem f&#252;hrenden Spezialisten in  der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Systemen des anlagentechnischen Brandschutzes. Christian Rudolph wollte mit der Kampagne die gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Verbreitung von Rauchwarnmeldern in Deutschland durch eine fl&#228;chendeckende, gesetzliche Verpflichtung erreichen, sowie die maximale Funktionsbereitschaft der Melder durch den Einsatz von qualitativ hochwertigen Rauchwarnmeldern <a href="http://www.google.de/url?sa=t&#038;rct=j&#038;q=mike%20bohl%20detectomat%20rauchmelderpflicht&#038;source=web&#038;cd=9&#038;ved=0CF8QFjAI&#038;url=http%3A%2F%2Fwww.hekatron.de%2Fmedia%2Fpresse1_1%2Fdatei%2F99_rrl_pr.doc&#038;ei=YcYGUfDWHe774QTY74HgDw&#038;usg=AFQjCNGO4NqkRKuBOEfFTDDgZesWGhrd0g&#038;cad=rja">sicherstellen [Download WORD-Dokument]</a>. </p>
<p>In einer <a href="http://www.hekatron.de/media/presse1_1/datei/166_rauchmelder_retten_leben.doc">Pressemeldung von Hekatron [Download WORD-Dokument]</a> im Jahr 2010 &#228;u&#223;erte sich Christian Rudolph dazu deutlich:</p>
<blockquote><p>„Zehn Jahre haben Feuerwehren, Schornsteinfeger, Versicherungen und Fachhandel zusammen mit der Industrie kontinuierliche Aufkl&#228;rungs- und &#220;berzeugungsarbeit geleistet. 2000 hatten wir, wie oben erw&#228;hnt, einen Ausstattungsgrad von nur 5%. Das wir heute bei 40% liegen, haben wir nur der Tatsache zu verdanken, dass mittlerweile 9 von 16 Bundesl&#228;nder eine gesetzliche Einbaupflicht haben. Ich bin &#252;berzeugt davon, dass wir mittelfristig eine Einbaupflicht bekommen werden. F&#252;r mich gibt es kein &#252;berzeugendes Argument, auf eine Einbaupflicht zu verzichten. Nach den Erbhebungen der FORSA-Umfrage besitzen aktuellen 2/3 Drittel aller Einwohner in Baden-W&#252;rttemberg keine Rauchwarnmelder. Auch die von Politikern immer wieder aufgeworfene Frage der &#220;berpr&#252;fung der Rauchwarnmelder ist l&#228;ngst gekl&#228;rt. So zeigen Erfahrungen aus anderen Bundesl&#228;ndern, dass die &#220;berpr&#252;fung durch Messdienstleister und Schornsteinfeger eine g&#228;ngige Praxis sein k&#246;nnen.“ So definiert Christian Rudolph das Ziel einer fl&#228;chendeckenden Rauchwarnmelderpflicht in Deutschland!“</p></blockquote>
<p>Stellvertreter von Christian Rudolph im „Forum Brandrauchpr&#228;vention“ ist Mike Bohl. Er ist Verkaufsleiter von detectomat, einem Unternehmen das unter anderem <a href="http://www.detectomat.de/startseite/detectomat/unternehmen.html?PHPSESSID=e102259036b6b8440d1c9270e601c445">Brandmeldesysteme herstellt</a>. Mike Bohl <a href="http://www.git-sicherheit.de/topstories/brandschutz/brandschutz-eduard-j-jo-und-mike-bohl-sprechen-ueber-detectomat-firmengeschic">erkl&#228;rt</a> den Sinn des Forums Brandpr&#228;vention:</p>
<blockquote><p>„Durch die Gesetzgebungen in den einzelnen Bundesl&#228;ndern ist die Akzeptanz der Rauchwarnmelder in Deutschland und damit der Bedarf gestiegen. Wir sind seit Gr&#252;ndung des Arbeitskreises innerhalb des ZVEI in diesem Gremium vertreten und k&#246;nnen auf gro&#223;e Erfolge zur&#252;ckblicken. Mit der Marktentwicklung in den letzten zwei Jahren stieg die Mitgliederzahl von 9 auf 23. Dies ist ein deutliches Signal f&#252;r die Wichtigkeit dieser Arbeitsgruppe.“</p></blockquote>
<p><strong>Haftungsfragen</strong></p>
<p>Die <a href="https://www.allianz.de/ratgeber/2012_08/2012-08-17-brand-mythen.html">Allianz-Versicherung weist</a> zwar darauf hin, dass die Rauchmelderpflicht keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz bei der Hausrat- oder Wohngeb&#228;udeversicherung hat und Versicherte keine Nachteile bef&#252;rchten m&#252;ssen. </p>
<p>Aber mit dem Rauchmeldergesetz kommen auf Eigent&#252;mer und Vermieter erhebliche Pflichten zu: Der Eigent&#252;mer hat die Pflicht zur Installation und er muss daf&#252;r sorgen, dass die Rauchwarnmelder zu jeder Zeit betriebsbereit sind. Die Kontrolle kann er selbst durchf&#252;hren oder einer Fachfirma &#252;bertragen. Die Rauchmelder m&#252;ssen j&#228;hrlich &#252;berpr&#252;ft und die &#220;berpr&#252;fung protokolliert werden. Der Vermieter kann in einer Zusatzklausel zum bestehenden Mietvertrag die Verantwortung auf den Mieter &#252;bertragen, dann m&#252;ssen Batteriewechsel und Funktionspr&#252;fung vom Mieter &#252;bernommen werden. Der Vermieter ist aber dann immer noch nicht aus dem Schneider, er muss beweisen, dass der Mieter zur fachgerechten Ausf&#252;hrung der Installation/Wartung in der Lage war und diese ordentlich erledigte. Andernfalls haftet der Vermieter wegen Verletzung seiner Sorgfaltspflichten. Wenn der Vermieter die Haftung mit einiger Sicherheit abw&#228;lzen will, so die Allianz-Versicherung, sollte er eine Fachfirma zu beauftragen und die DIN 14676 zur Installation von Rauchwarnmeldern beachten. Wenn keine Rauchwarnmelder installiert wurden und dadurch der Sachschaden gr&#246;&#223;er wurde, kann der Versicherungsnehmer eine K&#252;rzung der Entsch&#228;digung nicht ausschlie&#223;en. Die Bayerische Versicherungskammer weist darauf hin, dass bei Personensch&#228;den straf- und haftungsrechtliche Ermittlungen m&#246;glich sind und deshalb ein Nachweis &#252;ber Installation und Wartung <a href="http://www.vkb.de/web/html/pk/service/schadenmeldung/sicherheit/rauchmelder/rauchmelderpflicht/">bedeutsam sein kann</a>.</p>
<p><strong>Kapitalisierbare Sicherheit</strong></p>
<p>Die gesamte Gesellschaft wird zum Zweck des fl&#228;chendeckenden Verkaufs, zur Installation und Kontrolle von Rauchmeldern per Gesetz mobilisiert. Zum einen macht sich der Staat zum Handlanger wirtschaftlicher Interessen und zum anderen kann der Staat den B&#252;rgern vermitteln, dass er sich um ihre Sicherheit sorgt und sie sch&#252;tzt. Die Balance zwischen Sicherheit, Freiheit und Selbstbestimmung wird zugunsten einer kapitalisierbaren Sicherheit verschoben. </p>
<p>Das zeigt sich u.a. auch deutlich an den &#252;berdimensionierten &#220;berwachungsma&#223;nahmen, die letztendlich ein Megagesch&#228;ft f&#252;r die IT-Branche sind. Der franz&#246;sische Philosoph Michel Foucoult hat schon vor fast 30 Jahren festgestellt, dass der Markt selbst zum organisierenden und regulierenden Prinzip des Staates wird. Anders gesagt, Umweltschutz oder Gesundheitspolitik sind nur dann interessant, wenn daraus ein Gesch&#228;ft wird. </p>
<p>Die folgenden Beispiele zeigen, wie erfolgreich die Industrie neue M&#228;rkte geschaffen hat:</p>
<ul>
<li>Zwar hat sich der Feinstaub nicht wesentlich reduziert, daf&#252;r haben die Umweltzonen der Automobilbranche einen neuen Markt verschafft, die Abwrackpr&#228;mie kam flankierend hinzu. Der enorme Wasser-, Energie und Ressourcenverbrauch f&#252;r die Herstellung eines Fahrzeugs wurde nie thematisiert.</li>
<li>Die Abschaffung der Gl&#252;hbirne, die durch eine buchst&#228;bliche Giftbirne ersetzt wurde, wurde mit dem Klimaschutz begr&#252;ndet. Das Sonderm&#252;llproblem und die die hohen elektrischen und magnetischen Feldbelastungen der Energiesparlampen kamen erst Jahre sp&#228;ter <a href="http://www.maes.de/5%20ENERGIESPARLAMPEN/maes.de%20ENERGIESPARLAMPE%20DIE%20DUNKLEN%20SEITEN.PDF">ans Licht [PDF - 315 KB]</a>.</li>
<li>Otto Schily beispielsweise war w&#228;hrend seiner Amtszeit als deutscher Innenminister an der Einf&#252;hrung des biometrisch gesicherten Reisepasses (ePass) beteiligt. Nach diesem Amt war er Aufsichtsratsmitglied der Biometric Systems AG und der SAFE IT Solutions AG (Insolvenz 2011), beides Anbieter f&#252;r Identit&#228;tsmanagement und Ausweissysteme.</li>
<li>Ein anderes Feld ist der Einfluss der Versicherungsbranche auf die Zerst&#246;rung der gesetzlichen Rente, um die Riester-Rente mit massiven Werbeaufwand zu forcieren.</li>
</ul>
<p><strong>Alles nur eine Frage der gut gemachten Kampagne</strong></p>
<p>Es ist auch nichts Neues, dass positiv besetzte Begriffe kreativ ausgelegt werden. George Orwell hat in seinem Buch „1984“ eindrucksvoll gezeigt, wie das Denken durch die Sprache manipuliert werden kann. Es werden Gesetze verabschiedet, um dem B&#252;rger zu suggerieren „uns ist eure Gesundheit, Eure Sicherheit oder Euer Leben wichtig“. Was den B&#252;rgern aber nicht gesagt wird, das ist, dass dahinter h&#228;ufig eine starke Lobby steckt, die an der Einf&#252;hrung der Gesetze verdient. Lobbyisten versuchen kontinuierlich, auf politisch h&#246;chster Ebene, nachdr&#252;cklich ihre wirtschaftlichen Interessen mit allem Mitteln der Einflussnahme durchzusetzen. Sie wirken auf Entscheidungstr&#228;ger und Entscheidungsprozesse durch gezielte Informationen ein, arbeiten in Ministerien Gesetzestexte aus, beeinflussen Politiker durch pers&#246;nliche Kontakte sowie Verg&#252;nstigungen und pr&#228;gen die &#246;ffentliche Meinung &#252;ber gezielt platzierte Artikel, Kampagnen und Fernseh- und Rundfunkbeitr&#228;ge.</p>
<p>Seit Jahren findet eine kontinuierliche Verschiebung hin zu staatlicher &#220;berwachung, Bevormundung und Kontrolle statt. Dabei birgt der Sicherheitsmarkt  noch erhebliches Potential. Die Rauchmelderpflicht ist nur ein Mosaikstein  im ausbauf&#228;higen Sicherheitsmarkt. Sehr lukrativ w&#228;re beispielsweise die obligatorische fl&#228;chendeckende Installation von Feuerl&#246;schern, die nach zwei Jahren kontrolliert, gewogen und aufgef&#252;llt werden m&#252;ssen. Mit der n&#246;tigen Verunsicherung und dem Aufbau eines Angstszenarios kann so ein Bewusstsein f&#252;r die Notwendigkeit von Feuerl&#246;schern in der Bev&#246;lkerung geschaffen werden. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. So k&#246;nnte etwa im Rahmen der „&#220;beralterungs“-debatte k&#246;nnte eine GPS-Wohnungsnotrufsystem-Pflicht f&#252;r &#228;ltere B&#252;rger ein eintr&#228;gliches Gesch&#228;ft werden.</p>
<p>Es ist nur eine Frage, ob sich die jeweils interessierten Branchen zu einer gut gemachten Kampagne zusammenfinden.</p>
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