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	<title>NachDenkSeiten - Die kritische Website</title>
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		<title>Freihandelsstudie – Scharlatanerie im pseudowissenschaftlichen Gewand</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 11:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manipulation des Monats]]></category>

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		<description><![CDATA[„Deutschland winken 180.000 neue Jobs“ – so frohlockte am gestrigen Tag eine &#220;berschrift bei SPIEGEL Online, als das reichweitenst&#228;rkste deutsche Onlinemedium – wie gewohnt vollkommen unkritisch – Zahlen und Satzfragmente aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU nachplapperte. Schaut man sich besagte „Studie“ jedoch einmal genauer an, wei&#223; [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Deutschland winken 180.000 neue Jobs“ – <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/studie-freihandel-zwischen-eu-und-usa-nutzt-teilnehmern-a-906127.html">so frohlockte</a> am gestrigen Tag eine &#220;berschrift bei SPIEGEL Online, als das reichweitenst&#228;rkste deutsche Onlinemedium – wie gewohnt vollkommen unkritisch – Zahlen und Satzfragmente aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zum geplanten Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU nachplapperte. Schaut man sich besagte „<a href="http://www.ged-shorts.de/#!/ausgabe-1-juni-2013/20-2">Studie</a>“ jedoch einmal genauer an, wei&#223; man nicht, ob man &#252;ber dieses merkw&#252;rdige Elaborat nun lachen oder weinen soll. Was im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung da von Hans-Werner Sinns ifo-Institut zusammengeschrieben wurde, hat mit der „sehr guten bis exzellenten Leistungen in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung“, die dem ifo-Institut von der Leibniz-Gesellschaft attestiert werden, nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um einen fortgeschrittenen Fall von Scharlatanerie, dessen Aussagekraft gegen Null geht. Von <strong>Jens Berger</strong>.<br />
<span id="more-17671"></span><br />
Freihandel schafft Wachstum und Wohlstand – so lautet seit Jahrhunderten das Mantra der markliberalen Wirtschaftswissenschaften. Um den Freihandel zu f&#246;rdern, sollen daher nicht nur die Zollschranken, sondern auch s&#228;mtliche so genannte „Handelshemmnisse“ abgebaut werden. In grauen Vorzeiten, als alleine Deutschland noch von 1.800 Zollgrenzen zerteilt wurde und jeder Flecken seine eigenen Ma&#223;- und Gewichtseinheiten hatte, hatten diese Forderungen durchaus ihren Sinn. Im 21. Jahrhundert gibt es jedoch vor allem im transatlantischen Handel, um den es hier geht, kaum Handelshemmnisse. Die Z&#246;lle betragen im Schnitt weniger als 3% und die meisten Branchen haben auch einheitliche Reglementarien. Ausnahmen best&#228;tigen hier freilich die Regel. W&#252;rden beispielsweise die USA demn&#228;chst die vergleichsweise laschen EU-Zulassungskriterien f&#252;r Medikamente adaptieren, w&#228;re dies f&#252;r die europ&#228;ische Pharmaindustrie so, als ob Geburtstag und Weihnachten auf einen Tag fallen. Umgekehrt w&#252;rden die amerikanischen Agrarkonzerne jubeln,  wenn die EU ihre Richtlinien f&#252;r „Genmais“, „Hormonrindfleisch“ und „Chlorh&#252;hner“ abschaffen w&#252;rde. Ein solcher Freihandel w&#252;rde zweifelsohne einzelnen Konzernen zu noch mehr Wachstum und Wohlstand verhelfen, die Verbraucher dies- und jenseits des Atlantiks w&#252;rden dies jedoch ein wenig anders sehen. Dabei versteht es sich von selbst, dass ein Freihandel, bei dem die Konzerne sich h&#252;ben wie dr&#252;ben an den jeweils strengeren Richtlinien zu orientieren h&#228;tten, noch nicht einmal diskutiert wird. Ein solcher Freihandel w&#252;rde schlie&#223;lich Wachstum und Wohlstand vernichten und das wollen wir ja alle nicht. Oder?</p>
<p>Die Zielvorgabe der ifo-Studie war somit klar – gebraucht wird ein Ergebnis, mit dem man ordentlich f&#252;r ein Freihandelsabkommen trommeln kann. Und das ifo-Institut lieferte dieses Ergebnis. Man entwarf daf&#252;r zwei Szenarien: Einmal „Freihandelsabkommen light“, bei dem nur die Z&#246;lle wegfallen und einmal „Freihandelsabkommen ultra“, bei dem s&#228;mtliche nicht n&#228;her genannten politisch abschaffbaren „nicht-tarif&#228;ren Handelsbarrieren“ wegfallen. Es versteht sich von selbst, dass dabei das „Light-Szenario“ nur leichte Vorteile f&#252;r alle Beteiligten ergibt, w&#228;hrend das „Ultra-Szenario“ dies- und jenseits des Atlantiks ein wahres Wirtschaftswunder ausl&#246;sen soll. Um dieses „Ultra-Szenario“ soll es hier gehen.</p>
<p>Neben den 180.000 Arbeitspl&#228;tzen, die in Deutschland laut ifo entstehen sollen, sollen auch noch der Reallohn (in Deutschland plus 2,19 Prozent) und das Bruttoinlandsprodukt (plus 4,7 Prozent) steigen. Weltweit sollen gar zwei Millionen Arbeitspl&#228;tze durch das Freihandelsabkommen geschaffen werden. Hallelujah! Warum dies so sein soll, verraten uns die ifo-Forscher freilich nicht. Stattdessen lassen die Autoren lieber ihre Fu&#223;noten mit Verweis auf ihre fr&#252;heren Studien nebul&#246;ses unken und raunen. Das ist verst&#228;ndlich, denn wenn man sich einmal die „Modellierung“ n&#228;her anschaut, mit der diese Ergebnisse „errechnet“ wurden, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.</p>
<p>Da die Autoren sich weigern, konkrete „Handelshemmnisse“ im transatlantischen Handel zu benennen, unterstellen sie ganz einfach, dass der Handel zwischen der USA und der EU pauschal um 80% zulegen w&#252;rde, wenn es denn nur das gew&#252;nschte Freihandelsabkommen g&#228;be. Warum dies so sein soll, erf&#228;hrt der interessierte Leser nicht. Daf&#252;r erf&#228;hrt er jedoch, warum die ifo-Forscher sich ausgerechnet die Zahl 80 herausgepickt haben. Um diese Prozentzahl soll n&#228;mlich angeblich der Handel in „vergleichbaren“ Freihandelszonen zugenommen haben, nachdem man sich zu einer Freihandelszone zusammengeschlossen hat. Auf die spezifischen Handelsstrukturen von EU und NAFTA, die namentlich als Vorbilder genannt werden, gehen die ifo-Forscher dabei freilich ebenso wenig ein, wie auf den zeitlichen Rahmen ihrer „Vergleichswerte“. Warum sollte man auch die gute alte Logik bem&#252;hen, wenn es willk&#252;rlich eingesetzte Excel-Variablen auch tun? </p>
<p>W&#228;hrend bei der Betrachtung der Handelszunahme zwischen der USA und der EU nat&#252;rlich – wenig &#252;berraschend – eine glatte „plus 80%“ steht, verteilt sich der unterstellte Handelszuwachs innerhalb der EU-Staaten unterschiedlich. Nach dem Willen der Excel-Tabellen des ifo-Instituts profitieren vor allem die EU-Staaten, in denen es momentan die gr&#246;&#223;ten „nicht-tarif&#228;ren“ Handelsbarrieren gibt. Hier staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: Sind diese Barrieren innerhalb der EU nicht gleich? Nein! Die Briten profitieren – so will es das ifo – nicht so sehr vom Abkommen wie die Esten, da die Briten – man h&#246;re und staune – schon jetzt viel mit den USA handeln und eine gemeinsame Sprache haben. Auch wenn der Handel zwischen Gro&#223;britannien und den USA nur vergleichsweise gering steigt, so errechnen die Excel-Tabellen des ifo dennoch, dass ausgerechnet Gro&#223;britannien bei der Betrachtung des Wirtschaftswachstums am st&#228;rksten von dem Abkommen profitiert – und zwar mit stolzen 9,7%. Ei der Daus! Warum dies so sein soll, erschlie&#223;t sich in den kryptischen mit Fremdw&#246;rtern gespickten Erkl&#228;rungen des ifo-Instituts freilich nicht.</p>
<p>Aber bleiben wir bei Deutschland. Auch f&#252;r Deutschland „errechnen“ die ifo-Forscher ja ein ordentliches Wirtschaftswachstum. Und auch hier ist nicht klar, warum es &#252;berhaupt zu einem Wachstum kommen soll. Freihandelsfreunde alter Schule verweisen an dieser Stelle stets darauf, dass h&#246;here Handelsvolumina automatisch zu Wirtschaftswachstum f&#252;hren. Dass dies ein Fehlschluss ist, erkennt man bereits, wenn man sich einmal vor Augen h&#228;lt, wie sich das Bruttoinlandsprodukt zusammensetzt. Bereits im ersten Semester lernt jeder &#214;konomie-Student, dass sich das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen nach der Formel BIP = C (Konsum) + I (Investitionen) + G (Staatsausgaben) + Ex (Exporte) – Im (Importe) berechnet. Der Freihandel l&#228;sst zwar die Summe der Exporte steigen, gleichzeitig steigt jedoch auch die Summe der Importe. Und da die ifo-Forscher bei der Betrachtung des deutsch-amerikanischen Handels zum Ergebnis kommen, dass die Exporte und die Importe im gleichen Ma&#223; steigen, bleibt zumindest bei dieser Betrachtung kein Raum f&#252;rs Wirtschaftswachstum. Wie die Excel-Artisten des ifo &#252;berhaupt auf die BIP-Daten kommen, erschlie&#223;t sich ohnehin nicht. Offenbar hat man auch hier so lange irgendwelche willk&#252;rlich herausgepickten Vergleichsdaten (das ifo nennt so etwas „empirische Strategie“) in eine Excel-Tabelle gepackt, bis das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entsprach.</p>
<p>Dabei scheinen die ifo-Forscher sogar zu wissen, dass durch Freihandelsabkommen eigentlich global kein Wachstum geschaffen wird, sondern lediglich Handelsstr&#246;me umgelenkt werden. Daher hat man ja auch nicht nur das Handelsvolumen mit den USA, sondern auch das Handelsvolumen zwischen s&#228;mtlichen anderen Staaten in einem Rechenmodell simuliert. Es versteht sich von selbst, dass man dabei die Realit&#228;t so gut es geht ignoriert und noch nicht einmal untersucht hat, welche G&#252;ter denn hier aus welchem Grund gehandelt werden. Dort wo eine qualitative Analyse n&#246;tig w&#228;re, beschr&#228;nkte man sich auf rein quantitative Rechentricks. Was dabei herauskommt, ist eine sinnlose – und wissenschaftlich wertlose – Excel-Spielerei. So soll beispielswiese Saudi-Arabien zu den gro&#223;en Verlierern eines transatlantischen Freihandelsabkommens z&#228;hlen. Warum dies so sein soll, erschlie&#223;t sich jedoch nicht. Bekannterma&#223;en exportiert Saudi-Arabien nahezu ausschlie&#223;lich &#214;l- und &#214;lprodukte. Werden diese nun in den USA und in der EU weniger nachgefragt, weil die Esten besser Englisch lernen, die Deutschen die Galone als Ma&#223;einheit einf&#252;hren und die Amerikaner ihre Medikamente nicht mehr so gr&#252;ndlich testen?</p>
<p>Wenn man sich dabei einmal die wenigen ver&#246;ffentlichten Zahlen zusammenrechnet, kann man sich vielfach ein Schmunzeln nicht verkneifen. So soll Deutschland ja nach Modellvorgabe seinen US-Handel um 94% steigern. Daf&#252;r reduzieren sich jedoch die Handelsstr&#246;me mit anderen L&#228;ndern. &#220;berraschenderweise w&#252;rde sich der deutsche Au&#223;enhandel auf Basis der ifo-Zahlen jedoch in toto nicht erh&#246;hen, sondern sogar verringern – um ganze 84 Mrd. Euro[<a href="#foot_1" name="note_1">*</a>]. Damit stellt das ifo sogar die alte Freihandelslogik auf den Kopf – „weniger Handel schafft mehr Arbeitspl&#228;tze und mehr Wachstum“. Ob die ifo-Forscher &#252;berhaupt ahnen, was ihre Excel-Akrobatik so alles aussagt?</p>
<p>Aufgrund der – sagen wir es einmal vorsichtig &#8211;  methodischen Schw&#228;chen der ifo-Studie l&#228;sst sich freilich weder die eine noch die andere Aussage aus dem Rechenwerk herleiten. Um Aussagen &#252;ber die Auswirkungen eines Freihandelsabkommens zwischen den USA und der EU zu treffen, m&#252;sste man zun&#228;chst einmal kausal die Faktoren heraussuchen, die ein solches Abkommen ver&#228;ndern w&#252;rde. Selbstverst&#228;ndlich m&#252;sste man dann auch noch s&#228;mtliche Wechselwirkungen dieser Faktoren untersuchen. Ein Beispiel dazu: Sollten – aus welchen Gr&#252;nden auch immer – deutsche Maschinenbauer durch das Freihandelsabkommen mehr G&#252;ter in die USA exportieren, w&#252;rden selbstverst&#228;ndlich in der Summe nicht mehr Maschinen gekauft. Eine andere Volkswirtschaft w&#252;rde in diesem Szenario weniger Maschinen verkaufen und produzieren. Dies h&#228;tte jedoch auch Auswirkungen auf diese Volkswirtschaft. Beispielsweise m&#252;ssten Werke schlie&#223;en und Mitarbeiter entlassen werden, was wiederum zu sogenannten „Zweit- und Drittrundeneffekten“ f&#252;hren w&#252;rde – die entlassenen Mitarbeiter geben weniger Geld aus, was sowohl Folgen f&#252;r den Binnenmarkt als auch f&#252;r den internationalen Handel hat. Es ist str&#228;flich naiv anzunehmen, dass eine derartige Verschiebung des Welthandels keine Zweit- und Drittrundeneffekte hat. </p>
<p>Freilich kann man diese Effekte nur dann im Ansatz berechnen, wenn man die Handelsstr&#246;me nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ analysiert. Das war den Forschern zu kompliziert, daher unterstellt man lieber, das alle Faktoren, die in den Excel-Tabellen keine Rolle spielen, unver&#228;ndert bleiben. In der Volkswirtschaftslehre nennt man so etwas eine „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ceteris_paribus">Ceteris-Paribus-Analyse</a>“ . Eine derart grobe Vereinfachung des Rechenmodells ist jedoch bei derart vielschichtigen Berechnungen, die unz&#228;hlige Nebeneffekte ausl&#246;sen, nicht zul&#228;ssig – zumindest nicht dann, wenn man ein Ergebnis haben will, aus dem man auch nur halbwegs plausible Schl&#252;sse ziehen kann. All dies ist bei der ifo-Studie jedoch nicht der Fall. Daher sind die Ergebnisse dieser Studie auch das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.</p>
<p>Studie wie diese sind das Ergebnis einer Fehlentwicklung der Wirtschaftswissenschaften. Was dort stellenweise unter dem Label der „&#214;konometrie“ verbrochen wird, hat mit Wissenschaft ungef&#228;hr so viel zu tun, wie eine Wettervorhersage aus den Innereien eines geschlachteten Chlorhuhns. Die Flucht in immer komplexer werdende mathematische Modelle ersetzt dabei die simple Logik und t&#228;uscht wissenschaftliche Erkenntnisse vor, die weder vorhanden noch wissenschaftlich sind. Mit dem „richtigen“ Institut an der Hand kann man sich auf Basis solcher Modelle stets das gew&#252;nschte Ergebnis errechnen lassen. Und so lange man sicher ist, dass SPIEGEL Online und Co. jede dieser Scharlatanerien als wissenschaftliche Erkenntnisse unters Volk bringen, hat sich der Einsatz schlussendlich gelohnt.</p>
<div class="hr_wrap">
<hr /></div>
<div class="footnote">
<p>[<a href="#note_1" name="foot_1">«*</a>] Und das nur auf Basis der genannten Daten, die neben den PIIGS- und den BRICS-Staaten noch die USA, Gro&#223;britannien, Frankreich, Japan und China umfassen.</p>
</div>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17671&amp;md5=e69ef39b8af53bb9224bfc4822cfc5d0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wirbel um den Aachener Friedenspreis an die Hulda-Pankok-Gesamtschule – Schulleiterin ignoriert Beschluss der Schulkonferenz</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17666</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 10:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 1. September, dem Antikriegstag, sollte der Aachener Friedenspreis an drei deutsche Schulen verliehen werde, die beschlossen haben, keine Werbeauftritte der Bundeswehr in ihrer Schule zuzulassen. Eine der Preistr&#228;gerinnen ist die Hulda-Pankok-Gesamtschule in D&#252;sseldorf, benannt nach der Frau des bekannten Malers Otto Pankok, selbst engagierte Friedensk&#228;mpferin. Die Schulkonferenz hatte im Oktober 2010 einstimmig einen entsprechenden [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. September, dem Antikriegstag, sollte der Aachener Friedenspreis an drei deutsche Schulen verliehen werde, die beschlossen haben, keine Werbeauftritte der Bundeswehr in ihrer Schule zuzulassen. Eine der Preistr&#228;gerinnen ist die Hulda-Pankok-Gesamtschule in D&#252;sseldorf, benannt nach der Frau des bekannten Malers Otto Pankok, selbst engagierte Friedensk&#228;mpferin. Die Schulkonferenz hatte im Oktober 2010 einstimmig einen entsprechenden Beschluss gefasst. Die Schulleiterin Alexandra Hau&#223;mann teilte nun dem Friedenspreiskomitee mit, sie lehne den Preis ab. Einen entsprechenden Schulkonferenzbeschluss habe es n&#228;mlich nie gegeben. Die Vertreterin des Friedenspreises dagegen hat den Beschluss gesehen, der damalige Schulsprecher versichert, er wurde einstimmig gefasst. Den Lehrerinnen und Lehrern wurde die Ablehnung des Preises und die obrigkeitlich angeordnete Nichtexistenz des Konferenzbeschlusses auf einer Dienstbesprechung offiziell mitgeteilt. Von <strong>Karl-Heinz Heinemann</strong>.<br />
<span id="more-17666"></span><br />
Vor vier Wochen noch hatte sich die Schulleiterin Alexandra Haussmann im WDR erfreut gezeigt, dass unter anderen  ihre Schule mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet werden soll. Diese hatten n&#228;mlich den Beschluss gefasst: Keine Bundeswehr-Veranstaltungen  in ihrer Schule. Nun soll das alles nicht wahr sein: Erstens gebe es den Beschluss gar nicht und zweitens sei die Bundeswehr in der Hulda-Pankok-Schule herzlich willkommen.</p>
<p>Diese Einlassung der Schulleiterin fordert doppeltes Kopfsch&#252;tteln heraus: Wieso kann sie einen einstimmig gefassten Schulkonferenzbeschluss f&#252;r nicht existent erkl&#228;ren? &#220;berdies ist ja nur konsequent, dass eine Schule, die  nach einer Gegnerin der deutschen Wiederbewaffnung benannt ist,  der Bundeswehr keinen Raum f&#252;r Werbeveranstaltungen geben will?</p>
<p>Die Autonomie jeder einzelnen Schule gilt als demokratischer Fortschritt im Kampf gegen b&#252;rokratische G&#228;ngelung. Und die Schulkonferenz, parit&#228;tisch besetzt mit Lehrern, Eltern und Sch&#252;lern soll das oberste Beschlussorgan jeder Schule sein, ihre Beschl&#252;sse gelten mehr als das Wort des Schulleiters oder der Schulleiterin.  Es w&#228;re doch absurd, wenn, wie die Schulleiterin nun behauptet, dass Sch&#252;ler zwar stimmberechtigte Mitglieder der Schulkonferenz sind, aber dort keine Antr&#228;ge einbringen d&#252;rften.</p>
<p>Wie ist es nun mit der Bundeswehr in der Schule? F&#252;r die politische Bildung in der Schule gilt das &#220;berw&#228;ltigungsverbot und das Prinzip der Kontroversit&#228;t. Das hei&#223;t:  Sch&#252;ler d&#252;rfen nicht in eine bestimmte Richtung gedr&#228;ngt werden, weder durch einseitige Information noch durch Werbeveranstaltungen. Bei den Themen,  bei denen es in der Gesellschaft unterschiedliche Auffassungen gibt, m&#252;ssen diese Unterschiede auch  zur Sprache kommen.</p>
<p>Als die Schulkonferenz im Jahr 2010 beschloss, die Vertreter der Streitkr&#228;fte nicht in die Schule einzuladen, galt noch eine andere Kooperationsvereinbarung mit dem Wehrbereichskommando als heute.  In der neuen Vereinbarung von 2012, mit dem inzwischen gr&#252;n besetzten Schulministerium beschlossen, ist ausdr&#252;cklich davon die Rede, dass auch Vertreter der Friedensbewegung in die Schulen kommen d&#252;rfen, und dass man die Jugendoffiziere nur in Begleitung der zust&#228;ndigen Lehrerinnen und Lehrer in die Klassen lassen wolle. Von Chancengleichheit f&#252;r Friedensbewegte und Bundeswehr kann dabei allerdings keine Rede sein. Die Bundeswehr trat im letzten Jahr &#252;ber 5000 mal in Schulen auf und hat 100 Jugendoffiziere im Einsatz. Sie gab 29 Millionen Euro f&#252;r diese Werbung aus. Da kann die Friedensbewegung nicht mithalten. Das ist, als wenn man  der Lebensmittelbranche die Schultore zu Werbezwecken &#246;ffnen w&#252;rde mit dem Argument, da d&#252;rften ja McDonalds und der Biob&#228;cker gleicherma&#223;en auftreten.</p>
<p>Die Bundeswehr wird zur Berufsarmee, und ihre Besch&#228;ftigten m&#252;ssen sich in Auslandseins&#228;tzen dem finalen Zweck des Waffengebrauchs stellen. Umso wichtiger ist es, dass sich auch Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler mit diesem Thema auseinandersetzen. Doch die Bundeswehr wird auf ihrer Personal-Werbetour kein Interesse daran haben, die blutige Seite ihrer Existenz hervorzuheben oder gar zu problematisieren.  Wie gut, dass es Schulen gibt, die einen Raum frei von Werbung und anderen &#228;u&#223;eren Zw&#228;ngen f&#252;r diese notwendigen Auseinandersetzungen zur Verf&#252;gung stellen. Gl&#252;ckwunsch also an die Schulkonferenzmitglieder, die das 2010 einstimmig beschlossen haben.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17666&amp;md5=b0ca7fc263ad46d6ab390e52cc9cbb16" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Paul Krugman: Fight the Future  &#8211;  Die Zukunft bek&#228;mpfen</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17660</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 06:52:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Internationale W&#228;hrungsfonds, dessen Aufgabe es normalerweise ist, verschwenderische Regierungen gut im Zaum zu halten, hat den Vereinigten Staaten einen ziemlich ungew&#246;hnlichen Ratschlag erteilt. „Entspant euch“, mahnte der Fonds, „genie&#223;t das Leben, und nutzt den Tag!“ Von Paul Krugman &#252;bertragen von Sabine Tober Also gut, das hat man nicht ganz so, aber doch so &#228;hnlich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Internationale W&#228;hrungsfonds, dessen Aufgabe es normalerweise ist, verschwenderische Regierungen gut im Zaum zu halten, hat den Vereinigten Staaten einen ziemlich ungew&#246;hnlichen Ratschlag erteilt. „Entspant euch“, mahnte der Fonds, „genie&#223;t das Leben, und nutzt den Tag!“  <strong>Von <a href="http://www.nytimes.com/2013/06/17/opinion/krugman-fight-the-future.html?_r=0">Paul Krugman</a> &#252;bertragen von Sabine Tober</strong><br />
<span id="more-17660"></span><br />
Also gut, das hat man nicht ganz so, aber doch so &#228;hnlich gesagt, und zwar in einem Artikel im Magazin IMF Survey mit der &#220;berschrift „ Einschr&#228;nkung der Ausgabenk&#252;rzungen im Interesse einer Ankurbelung der Wirtschaft“. In seinen etwas f&#246;rmlicheren Ausf&#252;hrungen vertrat der Fonds den Standpunkt, dass der Sequester zusammen mit anderen Formen fiskalischer Kontraktion die US Wachstumsrate in diesem Jahr um fast die H&#228;lfte senken und somit einen andernfalls ziemlich lebhaften wirtschaftlichen Aufschwung unterminieren werde. Diese Ausgabenk&#252;rzungen sind allerdings ebenso unklug wie unn&#246;tig.</p>
<p>Leider konnte der Fonds sich offenbar nicht dazu bringen, v&#246;llig mit der Austerit&#228;tsrhetorik zu brechen, die dieser Tage in der Politik als Beweis f&#252;r Seriosit&#228;t gilt. W&#228;hrend die Pr&#228;sidentin des Fonds, Christine Lagarde, uns dazu riet, vor&#252;bergehend h&#246;here Defizite in Kauf zu nehmen, ermahnte sie uns auch, „schnell einen mittelfristigen Plan zur Wiederherstellung der langfristigen fiskalischen Nachhaltigkeit aufzustellen“.</p>
<p>Hier also meine Frage: Warum m&#252;ssen wir uns eigentlich so beeilen? Ist es denn wichtig, ob wir jetzt zu einer Einigung dar&#252;ber kommen, wie wir in den zwanziger und drei&#223;iger Jahren des zweiten Jahrtausends und dar&#252;ber hinaus mit finanzpolitischen Fragen umgehen wollen? </p>
<p>Nein, das ist es nicht. Und in der Praxis ist die Konzentration auf eine „langfristige Tragf&#228;higkeit der &#246;ffentlichen Finanzen“  &#8211;   was normalerweise haupts&#228;chlich auf  die Besch&#228;ftigung mit einer „Reform von Bezugsanspr&#252;chen“ bzw. K&#252;rzungen bei Social Security und &#228;hnlichen Programmen hinausl&#228;uft &#8211;  durchaus kein verantwortliches Vorgehen. Ganz im Gegenteil ist sie ein Vorwand, sich nicht mit den aktuellen dr&#228;ngenden Wirtschaftsproblemen besch&#228;ftigen zu m&#252;ssen. </p>
<p>Warum die Besch&#228;ftigung mit der langfristigen Entwicklung problematisch ist? Die Antwort liegt zum Teil – zum kleinsten Teil, muss man allerdings sagen – darin, dass die entfernte Zukunft sehr unsicher ist (was f&#252;r eine &#220;berraschung!), und darin, dass die langfristigen Haushaltsprojektionen haupts&#228;chlich als eine besonders langweilige Form von Science Fiction angesehen werden sollten. Die Voraussagen enormer k&#252;nftiger Defizite basieren weitgehend auf der Annahme, dass die Kosten f&#252;r die Gesundheitvorsorge weiterhin viel st&#228;rker ansteigen werden als das Volkseinkommen  &#8211;  aber die mit der Gesundheitvorsorge verbundenen Kosten sind in den vergangenen Jahren dramatisch gesunken, und langfristig ist das Bild jetzt schon viel weniger d&#252;ster als noch vor gar nicht langer Zeit. </p>
<p>Nun ist Unsicherheit allein ja nicht unbedingt ein Grund f&#252;r Unt&#228;tigkeit. Im Fall des Klimawandels beispielsweise schafft die Unsicherheit bez&#252;glich der Auswirkungen der Treibhausgase auf die globalen Temperaturen sogar einen noch dringlicheren Handlungsbedarf,um eine m&#246;gliche Katastrophe abzuwenden.</p>
<p>Aber Fiskalpolitik ist nicht dasselbe wie Klimapolitik, auch wenn es Leute gibt, die eine solche Parallele herstellen wollen (wobei die Rechtspopulisten, die angeblich so sehr besorgt um unsere Langzeitverschuldung sind, eine erstaunliche Gleichg&#252;ltigkeit bez&#252;glich der langfristigen Umweltprobleme an den Tag legen).  Jetzt nichts wegen des Klimas zu unternehmen, bedeutet, dass Milliarden Tonnen Treibhausgase in die Atmosph&#228;re entweichen, w&#228;hrend bei uns Diskussionen &#252;ber das Thema gef&#252;hrt werden. Jetzt nichts wegen einer Reform der Bezugsanspr&#252;che zu unternehmen, hat keinerlei vergleichbare Folgen.</p>
<p>Tats&#228;chlich ist das ganze Argument f&#252;r einen fr&#252;hzeitigen Handlungsbedarf bei langfristigen finanzpolitischen Problemen erstaunlich schwach und schwammig. Wie ich immer gerne sage, scheint es die g&#228;ngige Meinung zu sein, dass wir jetzt Schritte zur k&#252;nftigen K&#252;rzung von Bezugsanspr&#252;chen unternehmen m&#252;ssen, wenn wir die Gefahr k&#252;nftiger Bezugsanspruchsk&#252;rzungen bannen wollen. Und nein, leider ist das nicht blo&#223; eine Karikatur.</p>
<p>Aber auch wenn ein „Grand Bargain“ &#252;ber den Zusammenhang zwischen einer verminderten Austerit&#228;tspolitik jetzt und langfristigen fiskalen Ver&#228;nderungen in der Zukunft nicht n&#246;tig sein mag, schadet es denn, wenn man sich um eine solche &#220;bereinkunft bem&#252;ht? Ja, das tut es. Denn Tatsache ist, zu einer solchen &#220;bereinkunft wird es nicht kommen  &#8211;  unser Land ist einfach noch nicht bereit daf&#252;r, politisch gesehen.  Folglich ist alle daf&#252;r aufgebrachte Zeit und Energie verschwendete Zeit und Energie, und man sollte die lieber dazu nutzen, den Arbeitslosen zu helfen. </p>
<p>Man kann das so sehen: Die Republikaner im Kongress haben 37 mal gegen die Gesundheitsreform, Obamas gro&#223;es politisches Paradepferd, gestimmt. Kann man wirklich erwarten, dass die selben Republikaner mit dem Pr&#228;sidenten zu einer &#220;bereinkunft &#252;ber k&#252;nftige Staatshaushalte kommen werden? Selbst wenn ein solches Abkommen irgendwie zustande k&#228;me, kann man dann wirklich erwarten, dass sich die Republikaner daran halten, falls und wenn sie das Wei&#223;e Haus wiedergewinnen?</p>
<p>Wann wir zu einem langfristigen Fiskalpakt bereit sein werden? Ich denke, das wird dann sein, wenn die W&#228;hler sich deutlich f&#252;r eine der  beiden miteinander konkurrierenden Visionen aussprechen, von denen unsere derzeitige politische Polarisation bestimmt ist. Vielleicht kann Pr&#228;sidentin Hillary Clinton gleich nach ihrem knappen Sieg bei den Zwischenwahlen von 2018 einen langfristigen Haushaltskompromiss mit den dann ern&#252;chterten Republikanern herbeif&#252;hren; Vielleicht aber werden demoralisierte Demokraten sich auch dem Plan von Pr&#228;sident Paul Ryan anschlie&#223;en und Medicare privatisieren. Auf jeden Fall ist jetzt die Zeit f&#252;r gro&#223;e Entscheidungen &#252;ber Langfristiges noch nicht gekommen.</p>
<p>Und weil diese Zeit noch nicht gekommen ist, m&#252;ssen Leute mit politischem Einfluss damit aufh&#246;ren, die Zukunft als Rechtfertigung von ihre Unt&#228;tigkeit in Anspruch zu nehmen. Die gro&#223;e und jetzige Gefahr ist die Massenarbeitslosigkeit, und damit sollten wir uns besch&#228;ftigen, und zwar sofort.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17660&amp;md5=563c40df3104e95c4bf2af47b37d3666" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jun 2013 06:37:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK/WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Marusha, Merkel und das deutsche Problem Frank Schirrmacher &#8211; Der verwettete [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK/WL/JB)<br />
<span id="more-17656"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h01">Marusha, Merkel und das deutsche Problem</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h02">Frank Schirrmacher &#8211; Der verwettete Mensch</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h03">Syrien</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h04">Thomas Fricke: Vom Segen niedriger Zinsen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h05">Lucas Zeise: Gro&#223;es Theater zum falschen Thema</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h06">Berlin, Rom und die Leiden des jungen Euro</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h07">Paul Krugman: Sympathy for the Luddites  &#8211;  Verst&#228;ndnis f&#252;r die Maschinenst&#252;rmer</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h08">Devisenmarkt: Manipulierte Milliarden</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h09">Die verlorene Generation Italiens</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h10">Die gro&#223;en M&#228;rchen der gro&#223;en Banken</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h11">Nationalismus, Ausgrenzung und die Krise in Europa: Ein kurzer L&#228;nder&#252;berblick</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h12">Der wahre Skandal: Soziale Ungleichheit untergr&#228;bt die Demokratie</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h13">Es geht um Ruhe</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h14">Spaltung der t&#252;rkischen Gesellschaft</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h15">Selbstgerechte Richter</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656#h16">Ambivalente Gef&#252;hle</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17656&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Marusha, Merkel und das deutsche Problem</strong><br />
Wenn Marusha doch blo&#223; dumm w&#228;re. Man hofft so sehr, dass sie einfach dumm ist, denn dann w&#228;re: alles klar. Leider ist Marusha eventuell nicht dumm, jedenfalls nicht vorrangig.<br />
In der “Welt” vom 15. Juni 2013 ist ein Interview erschienen mit Marusha. Marusha ist eine DJane, die in den 1990er Jahren bekannt geworden ist durch ihre Coverversion von “Somewhere over the rainbow” (unverst&#228;ndlich) sowie gef&#228;rbte Augenbrauen (absolut verst&#228;ndlich (f&#252;r mich jedenfalls)). Sie empfiehlt in diesem Interview eindringlich, Angela Merkel zu w&#228;hlen, was selbstredend v&#246;llig legitim ist. Das Problem aber ist, wie Marusha Merkel empfiehlt, mit welchen Begr&#252;ndungen sie das tut und welche Haltung sich dahinter verbirgt. Und das Problem wird gro&#223; und gr&#246;&#223;er, wenn man davon ausgehen muss, dass Marusha nicht allein ist. Im Gegenteil, zieht man Marushas Wirrnis ab (was nicht leicht ist), dann handelt es sich nach meiner Einsch&#228;tzung zum Gutteil um mehrheitsf&#228;hige Meinungen, wenn auch im Interview umpuschelt von einer milden Form des Irrsinns. [...]<br />
– Marusha ist so unfassbar selbstgerecht, dass sie nicht blo&#223; au&#223;er Stande ist, die Perspektive anderer Leute einzunehmen. Sie kann oder m&#246;chte sich nicht einmal vorstellen, dass es andere Positionen oder Lebenslagen gibt. Marusha sieht ihre Perspektive als einzig existente und damit nat&#252;rlich auch einzig relevante an. Das deutsche Problem, quer durch alle politischen Lager, heisst Selbstgerechtigkeit, und die schlimmste Steigerungsform ist, Selbstgerechtigkeit mit Gerechtigkeit zu verwechseln und deshalb allen &#252;berzust&#252;lpen. Marusha verk&#246;rpert diese deutschtumbe Selbstgerechtigkeit auf Speed, gegen die Kaiser Wilhelm Zwo wie ein staatenloser Nationalzweifler wirkt<br />
Quelle: <a href="http://saschalobo.com/2013/06/17/marusha-merkel-und-das-deutsche-problem/">Sascha Lobo</a></p>
<p><strong>dazu: &#8220;Angela Merkel l&#228;sst mich ruhig schlafen&#8221;</strong><br />
Als Merkel 1994 Bundesumweltministerin wurde, feierte Marusha ihren gr&#246;&#223;ten Erfolg mit &#8220;Over The Rainbow&#8221;. Deutschlands dienst&#228;ltester weiblicher Discjockey empfiehlt: W&#228;hlt Schwarz-Gr&#252;n!<br />
Die Welt: Sie haben schon vor vier Jahren kein Geheimnis daraus gemacht: Werden Sie in hundert Tagen wieder CDU w&#228;hlen?<br />
Marusha: Ich w&#228;hle Angela Merkel. Ob ich in London auflege oder in New York: Seit die Bundeskanzlerin das Land repr&#228;sentiert, interessiert sich die Welt f&#252;r Deutschland. Ich freue mich jeden Tag, dass wir auch Krisenl&#228;ndern helfen k&#246;nnen. Wir sind die Sanierer. Die Bausparermentalit&#228;t, wie sie Angela Merkel an den Tag legt, ist die Kultur unserer Wertegesellschaft.<br />
Die Welt: Das ist auch Ihre Kultur?<br />
Marusha: Sparen ist ratsamer als Schulden machen. Schauen wir nach S&#252;deuropa, wo es die L&#228;nder vers&#228;umt haben, innerhalb ihrer Kultur ein langfristig funktionierendes System zu entwickeln. Und jetzt m&#252;ssen wir, als finanzst&#228;rkstes Land, daf&#252;r bezahlen. Das uns Deutschen beigebracht zu haben, war Angela Merkels st&#228;rkster Move.<br />
Quelle: <a href="http://www.welt.de/kultur/pop/article117140968/Angela-Merkel-laesst-mich-ruhig-schlafen.html">Die Welt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Das Marhusha-Interview der WELT erinnert in seiner ganzen L&#228;cherlichkeit eher an ein nordkoreanisches Schmierenst&#252;ck. W&#228;re der Begriff „F&#252;hrer“ hierzulande nicht negativ besetzt, w&#252;rde es mich auch nicht mehr wundern, wenn die WELT aus Angela Merkel „unsere geliebte F&#252;hrerin“ machen w&#252;rde.</em></p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Insofern interessant, indem Marusha alias Marion Glei&#223; hier als des Volkes Stimme spricht und all die Dumpfheiten und Plattit&#252;den der merkelschen Politik in wenigen S&#228;tzen auf den Punkt bringt. Das Frau Glei&#223; griechische Wurzeln hat sei nur als Bonmot am Rande erw&#228;hnt.</em></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Frank Schirrmacher &#8211; Der verwettete Mensch</strong><br />
Die NSA-Abh&#246;raff&#228;re markiert nicht die Verletzung der Grenzen zwischen ziviler und milit&#228;rischer Welt; sie ist das Datum ihrer endg&#252;ltigen Verschmelzung. Hier sind nicht zwei sonst sorgf&#228;ltig voneinander geschiedene Institutionen gewisserma&#223;en beim Seitensprung ertappt worden. Hier wurde eine Ehe f&#252;rs Leben geschlossen.<br />
Das ist nicht Orwell. Orwell ist vergleichsweise leicht: Ein totalit&#228;res System und die Bed&#252;rfnisse des freiheitsliebenden Menschen sind leicht auseinanderzuhalten.<br />
Was wir erleben und wof&#252;r die NSA-Enth&#252;llung nur den letzten Mosaikstein bildet, ist eine Symbiose kommerzieller und milit&#228;rischer Rationalit&#228;t. In ihr verschmelzen Kriterien des pers&#246;nlichen Nutzens mit denen der milit&#228;rischen Feindaufkl&#228;rung: auf der einen Seite der Effizienzgewinn durch Google-Earth, die jedem Einzelnen einen Feldherrnh&#252;gel bei der Navigation in der modernen Welt verschafft; auf der anderen Seite ein Unternehmen, das Autos losschickt, um jedes einzelne Haus des Planeten zu fotografieren und, wie man sich erinnert, nebenher Wireless-Lan-Daten abzusch&#246;pfen; und das gerne auch mal einen Direktor der NSA f&#252;r das eigene Unternehmen abwirbt.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/nsa-skandal-der-verwettete-mensch-12223220.html">FAZ</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Syrien</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Syrien teilen und beherrschen</strong><br />
Im Gespr&#228;ch mit weltnetz.tv spricht die Nahost-Korrespondentin und langj&#228;hrige Syrien-Kennerin Karin Leukefeld &#252;ber die Gr&#252;nde f&#252;r eine ver&#228;nderte Syrienberichterstattung in der deutschen Presse, die Interessen der libanesischen Hisbollah an der Unterst&#252;tzung Assads, die Planspiele der Westm&#228;chte, eine Gegenregierung im umk&#228;mpften Norden des Landes einzurichten und was eine gar nicht so friedfertige deutsche Bundesregierung und ihre humanit&#228;ren Hilfsprojekte damit zu tun haben:<br />
„Die syrische Opposition und auch einige Medien und Politiker hier sprechen ja von sogenannten „befreiten Gebieten“. Das ist nat&#252;rlich aus Sicht der Menschen, die dort leben, und vieler Syrer, die von dort vertrieben worden sind, eine nicht zul&#228;ssige Beschreibung. Die fragen sich nat&#252;rlich: was hei&#223;t „befreite Gebiete“, wenn man uns aus unseren D&#246;rfern eigentlich vertrieben hat. Aber es geht genau darum, dass zum Beispiel in der Provinz Idlib, in der Provinz Aleppo, in Ra‘s al-‚Ayn, in Qamischli, also im Grenzgebiet zur T&#252;rkei, deutsche Nicht-Regierungs-Organisationen, ausgestattet mit Geld des Ausw&#228;rtigen Amtes, Hilfsprojekte durchf&#252;hren sollen &#8211; ganz explizit an der syrischen Regierung vorbei. Das hat der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus L&#246;ning, in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vor einiger Zeit auch so gesagt &#8211;  dass es eben auch vorbei an der syrischen Regierung so gemacht werden soll. Das betrifft nat&#252;rlich ein ausgew&#228;hltes Gebiet, in dem die Exilregierung der Opposition agieren soll. Die sollen dort installiert werden, die sollen dort eine Art Gegenregierung aufbauen. Und dieser Proze&#223; wird im Grunde mit der Arbeit von Hilfsorganisationen abgefedert, gest&#228;rkt und unterst&#252;tzt. Das ist nat&#252;rlich ein ganz massiver Eingriff in die staatliche Souver&#228;nit&#228;t und territoriale Integrit&#228;t eines Landes.“<br />
Quelle: <a href="http://weltnetz.tv/video/483">Weltnetz.tv</a></li>
<li><strong>Obamas Strafe f&#252;r Assads Widerstand</strong><br />
Angebliche US-Geheimdiensterkenntnisse &#252;ber den angeblichen Chemiewaffeneinsatz durch die syrische Armee sind Grund f&#252;r die Verl&#228;ngerung des Krieges gegen und in Syrien.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/hans-springstein/obamas-strafe-fuer-assads-widerstand">Der Freitag</a></li>
<li><strong>Obama&#8217;s Monica moment</strong><br />
The United States may have administered one of the biggest-ever snubs to the Kremlin in the post-Cold War era with the White House announcement on Thursday that it will provide military support to the Syrian rebels. [...]<br />
But, most important, the White House decision could be a brainwave that occurred to Obama as he travelled back home in Air Force One from the summit meeting in California with Chinese President Xi Jinping, from which he emerged second best amid the shattering disclosures by the secrets whistleblower Edward Snowden, formerly of the CIA.<br />
All in all, Obama&#8217;s momentous decision on military intervention in Syria, which could well launch a new Cold War, is a desperate diversionary move when his administration is caught up deep in the cesspool over the Snowden controversy.<br />
The entire moral edifice on which Obama built up his presidency and the values he espoused at the core of his &#8220;audacity of hope&#8221; when he began his long march to the White House five years ago &#8211; transparency, accountability, legitimacy, multilateralism, consensus &#8211; lie exposed today as a pack of lies.<br />
The heart of the matter is that Obama is on the horns of the same dilemma as Bill Clinton found himself when, in a desperate ploy to deflect world attention from his strong libido, he fired cruise missiles at Kandahar in August 1998.<br />
Quelle: <a href="http://www.atimes.com/atimes/Middle_East/MID-01-140613.html">Asia Times</a></li>
<li><strong>UN: At least 93,000 people killed in Syria</strong><br />
World body confirms death toll and says figure could be much higher with more than 5,000 reported killed each month.<br />
Almost 93,000 people were killed in Syria&#8217;s conflict by the end of April this year, but the true number could be &#8220;potentially much higher&#8221;, the United Nations human rights office says.<br />
The exact figure released on Thursday &#8211; 92,901 people &#8211; is much higher than the UN&#8217;s last death toll back in January of 59,000 people.<br />
&#8220;The constant flow of killings continues at shockingly high levels,&#8221; said Navi Pillay, the UN high commissioner for human rights. &#8220;This is most likely a minimum casualty figure. The true number of those killed is potentially much higher.&#8221;<br />
An average of more than 5,000 people have been killed every month since last July, while rural Damascus and Aleppo have recorded the highest tolls since November, the report said in its latest study compiling documented deaths.<br />
Among the victims were at least 6,561 children, including 1,729 children younger than 10.<br />
The UN has acknowleged it has &#8220;underreported the number of deaths&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2013/06/201361351947232184.html">Al Jazeera</a></li>
<li><strong>Leserbrief zum <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h03">Hinweis 3.a. von gestern</a> zum Thema Syrien</strong><br />
unser Leser T.G. schreibt und:<br />
Zu den zitierten Aussagen von Frau Reymann in der jungen Welt habe ich folgende Anmerkungen:<br />
Frau Reymann spricht von &#8220;religi&#246;sen Selbstdefinitionen&#8221;, die sich &#8220;in Windeseile&#8221; herausbilden w&#252;rden. Mich erstaunt diese naive Sicht auf einen nicht zu missachtenden Faktor im syrischen Konflikt. Die religi&#246;sen Selbstdefinitionen gibt es schon immer, der eine glaubt an das, der anderes an jenes, usw. Die Fragen, die dabei zu stellen w&#228;ren, sind folgende: Wer macht sich diese f&#252;r welches Ziel zu nutze? Wer hilft extremistischen religi&#246;sen Minderheiten, die es auch immer gibt, ihre Ziele mit Gewalt, auch Waffengewalt zu erk&#228;mpfen und dabei auch eine Mehrheit mit Terror zwangsweise hinter sich zu bringen? Wer hat ein Interesse, soziale und gesellschaftliche Probleme und Konflikte zu ethnisieren oder ins Religi&#246;se zu wenden?<br />
Das galt schon f&#252;r Jugoslawien. Einen Beitrag f&#252;r eine m&#246;gliche Antwort zu Syrien gab Seymour Hersh schon 2007 im &#8220;<a href="http://www.newyorker.com/reporting/2007/03/05/070305fa_fact_hersh">New Yorker</a>&#8221; (Deutsche &#220;bersetzung: „<a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/70/die_neuausrichtung_seymour_hersh">Die Neuausrichtung</a>“)<br />
Darin ist u.a. zu lesen: &#8220;Die USA haben sich auch an geheimen Operationen beteiligt, die gegen den Iran und dessen Verb&#252;ndeten Syrien gerichtet sind. Ein Nebeneffekt dieser Aktivit&#228;ten war die F&#246;rderung sunnitischer extremistischen Gruppierungen, die f&#252;r eine militante Richtung des Islams eintreten und mit Al-Qaida sympathisieren, den USA aber feindlich gegen&#252;berstehen.&#8221;<br />
Die <a href="http://www.presstv.ir/detail/241358.html">damaligen Pl&#228;ne scheinen</a> &#252;berarbeitet worden zu sein. Das deutet u.a. darauf hin, dass die &#8220;religi&#246;sen Selbstdefinitionen&#8221; gewisserma&#223;en nicht mit dem Wind vom Himmel herab getragen wurden. Das war schon in Afghanistan nicht so, als die USA die Taliban und ihre Vorg&#228;nger unter der Mudschaheddin unterst&#252;tzten. <a href="http://www.hintergrund.de/201010071179/globales/terrorismus/die-usa-steuern-den-terror-aus-pakistan-und-dem-mittleren-osten.html">Ein Beleg</a> daf&#252;r:<br />
&#8220;Die NSDD 166 beschr&#228;nkte die &#252;ber Pakistan laufende US-Unterst&#252;tzung f&#252;r die islamistischen Brigaden nicht nur auf rein milit&#228;rische Hilfe. Washington unterst&#252;tzte und finanzierte durch die U.S. Agency for International Development / USAID auch den Prozess der religi&#246;sen Indoktrination, vor allem durch die Zerst&#246;rung des Einflusses weltlich gepr&#228;gter Bildungseinrichtungen. Die Vereinigten Staaten gaben Millionen Dollar aus, um afghanische Schulkinder mit Lehrb&#252;chern zu versorgen, die mit gewaltverherrlichenden Bildern und militanten islamistischen Spr&#252;chen gespickt waren. Die Fibeln, die den Dschihad priesen und mit Zeichnungen von Gewehren, Geschossen, Soldaten und Sprengk&#246;rpern illustriert waren, haben seitdem den Lehrplan des afghanischen Schulsystems bestimmt. Sogar die Taliban verwendeten die in den USA gedruckten B&#252;cher. &#8230;&#8221;</p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Der Grundgedanke unseres Lesers T.G. ist goldrichtig und die Analyse Seymour Herschs hoch interessant und lehrreich. Die amerikanische Strategie, die Sowjetunion in die „<a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/92/djihad_falle">Dschihad-Falle</a>“ (Operaton Cyclone) laufen zu lassen, hat der ehemalige US-Regierungsberater Zbigniew Brzezinski 1998 mit dem markigen Satz verteidigt:</em><br />
<em>„Regret what? That secret operation was an excellent idea. It had the effect of drawing the Russians into the Afghan trap and you want me to regret it?“</em><br />
<em>Dennoch sollte man einige der von T.G. genannten Quellen mit Vorsicht lesen. Sowohl PressTV als auch Michel Chossudovsky sind ganz sicher keine neutralen und zuverl&#228;ssigen Quellen.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h04"></a><strong>Thomas Fricke: Vom Segen niedriger Zinsen</strong><br />
Das Wehklagen ist gro&#223;. Wer spart, bekommt kaum Zinsen auf sein Geld. Dagegen poltern seit Monaten der Sparkassenpr&#228;sident ebenso wie alle, die den Euro noch nie gut fanden und alle paar Monate Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht einreichen. Die Schuldigen scheinen ausgemacht. Zumindest mangelt es nicht an b&#246;sen Vermutungen. Es sind die Euro-Notenbanker, Mario Draghi und seine Kollegen, die mit Billiggeld fahrl&#228;ssig die M&#228;rkte fluten und den Finanzministern noch das Schuldenmachen erleichtern. Ist die Sache wirklich so einfach? Will die Welt uns nur B&#246;ses? Es ist ja nicht so, dass es nur in der Euro-Zone derzeit niedrige Zinsen gibt. Das ist fast weltweit so. Und es ist auch typisch f&#252;r die Zeit nach dem Platzen einer Finanzblase. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird Sparern die Illusion vermittelt, sie k&#246;nnten mit mutigem Geldanlegen 6, 8, ach was, Renditen in zweistelliger Prozenth&#246;he erzielen. Das kann auf Dauer nicht aufgehen, wenn die tats&#228;chliche Wirtschaftsleistung nur um 3 oder 4 Prozent w&#228;chst. Genau diese Illusion ist nun geplatzt. Seitdem versuchen Privatleute, Banken und Regierungen verzweifelt, jene Schulden abzubauen, die sie zur Verm&#246;gensmehrung oft aufnahmen. Keine gute Zeit f&#252;r Anleger, die ja jemanden brauchen, dem sie das Geld leihen, der sich also verschuldet. Ergebnis: Tiefzinsen. So betrachtet sind die Niedrigrenditen eine Art Quittung f&#252;r illusorisch hohe Gewinne zuvor. Die Verm&#246;genswerte m&#252;ssen sich allm&#228;hlich wieder normalen Verh&#228;ltnissen n&#228;hern. Es w&#228;re auch fahrl&#228;ssig, wenn die Notenbanken dagegenhielten. Nat&#252;rlich birgt billiges Geld die Gefahr, neue Spekulationen zu n&#228;hren. Also m&#252;ssen wir achtsam sein. Alle Erfahrung mit fr&#252;heren Finanzblasen lehrt aber, dass bei h&#246;heren Zinsen viel Schlimmeres droht. Dann fiele das n&#246;tige Entschulden noch schwerer, und dann w&#252;rden die Unternehmen noch weniger in Maschinen, B&#252;ros und Personal investieren: Weil es teurer w&#228;re, so etwas zu finanzieren. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat genau das zur gro&#223;en Katastrophe gef&#252;hrt, wie man heute wei&#223;.<br />
Das Gute ist, dass die Niedrigzinsen gleichsam einen Zeitenwandel beschleunigen und der Wirtschaft nach der Finanzillusion in eine solidere &#196;ra verhelfen k&#246;nnen. &#220;ber drei Jahrzehnte irrer Bankensause hinweg waren die Renditen auf Finanzanlagen so attraktiv, dass Investoren ihr Geld logischerweise lieber in das x-te Derivat steckten, als es einem Mittelst&#228;ndler oder Start-up zu geben, bei denen die Gewinnaussichten in der Regel schw&#228;cher und wackliger sind. Wenn das stimmt, bietet die neue Zeit eine Chance. Dann werden sich Konzerne wieder entscheiden, erwirtschaftete Gewinne in eine neue Fabrik zu stecken &#8211; statt in Wertpapiere, die weniger abwerfen. Da wird manche Investition im Vergleich wieder attraktiv erscheinen, deren Rendite vor Kurzem noch zu mickrig wirkte. Dann k&#246;nnte sich bald der fatale Trend umkehren &#8211; und Banken sich wieder auf das konzentrieren, wof&#252;r sie da sind: denen Geld zu geben, die in die Zukunft investieren und Wohlstand sichern &#8211; statt Hochfrequenzhandel ohne erkennbaren Nutzen zu betreiben.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&#038;dig=2013%2F06%2F14%2Fa0141&#038;cHash=1431389c2f1638f263febf2d0a343b30">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Sicherlich wei&#223; es Thomas Fricke besser und die nachfolgende falsche Aussage wurde in einem Moment der Unachtsamkeit formuliert: &#8220;Seitdem versuchen Privatleute, Banken und Regierungen verzweifelt, jene Schulden abzubauen, die sie zur Verm&#246;gensmehrung oft aufnahmen&#8221;. Denn die Regierungen haben sich vor allem durch ihre Rettungsma&#223;nahmen in Reaktion auf die Krise verschuldet. Die Kombination aus sinkenden Einnahmen und den Ausgabenerh&#246;hungen f&#252;r die Abst&#252;tzung der Konjunktur und die Einrichtung von Bankenrettungspaketen sind die wichtigsten Faktoren f&#252;r die f&#228;lschlich sogenannte Staatsschuldenkrise. Zur erh&#246;hten Schuldenaufnahme kommt der gr&#246;&#223;ere Zinsaufwand hinzu. Bezeichnenderweise betrug die Staatsschuldenquote im Krisenjahr 2008 in Irland 44 Prozent (2012: 118), in Spanien 40 Prozent  (84), in Portugal 72 Prozent (124) und selbst in Italien &#8220;nur&#8221; 106 Prozent (127). Interessant ist, dass nach Sch&#228;tzungen des IWF in den G-20 L&#228;ndern der Einnahmenausfall von 2008-2015 ca. 47 Prozent der zus&#228;tzlichen Krisenkosten und damit einen gro&#223;en Teil der gestiegenen Staatsdefizite ausmacht.  Die Rettung des Bankensektors f&#228;llt vor allem in den ersten Krisenjahren an, so dass der IWF f&#252;r den gesamten Zeitraum auf ca. 9 Prozent kommt. Allerdings ist zu bezweifeln, dass diese Rechnung abgeschlossen ist. &#8211; Fricke schreibt weiter: &#8220;Nat&#252;rlich birgt billiges Geld die Gefahr, neue Spekulationen zu n&#228;hren. Also m&#252;ssen wir achtsam sein.&#8221; Eine gro&#223;e und schwere Aufgabe, gelassen ausgesprochen. Wie lenkt man z.B. Kapital bevorzugt in den realwirtschaftlichen Sektor? Denn die Versuchungen sind gro&#223;, sich wieder in risikoreiche, aber rentierliche Finanzprodukte zu st&#252;rzen. Bereits im Januar am Rande des World Economic Forum (WEF) hatte nun der Generaldirektor der BIZ, Jaime Caruana, gewarnt, dass sich die Finanzm&#228;rkte erneut mitten in einer Blasenbildung befinden. Durch die niedrigen Zinsen und das unabl&#228;ssige Gelddrucken bestehe nach Einsch&#228;tzung der BIZ Crash-Gefahr. Caruana sagte der AP, dass Banken und Regulatoren „wachsam sein m&#252;ssen, was die Preise einiger ihrer Assets betrifft“. Caruana: „Wir m&#252;ssen die Preisentwicklung genau beobachten, denn die Preise sind rapide nach oben gegangen, besonders bei risikotr&#228;chtigen Assets.“ Besonders sch&#246;n die Formulierung, an einem gewissen Punkt werde es eine „R&#252;ckkehr zur Normalit&#228;t geben“. Die SZ hat in einem, leider kostenpflichtigen Artikel,  gemeldet der Markt f&#252;r CDOs k&#228;me erneut in Schwung (&#8220;<a href="http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/SZ/20130610/rueckkehr-der-boesen-geister/A54757343.html">R&#252;ckkehr der b&#246;sen Geister</a>&#8220;)</em></p>
<p><em>Sie erinnern sich, die Collateralised Debt Obligations hatten einen wesentlichen Anteil an der Entstehung der globalen Finanzkrise. In diesen Papieren werden finanzielle Forderungen wie Staatsanleihen, Autokredite, Hypothekenpapiere, Unternehmens-Bonds geb&#252;ndelt. Nat&#252;rlich gibt es sichere Verbriefungen mit wenig Rendite, aber auch riskantere, aber ertr&#228;glichere. Die SZ bringt ein Beispiel: &#8220;Ein CDO mit sechs deutschen Staatsanleihen im Korb ist sicher, doch es bringt kaum Rendite. Ein CDO gespickt mit griechischen Staats-Bonds und spanischen Hauskrediten ist sehr riskant und verspricht daf&#252;r mehr Ertrag.&#8221; Und dann gibt es nat&#252;rlich auch CDOs, in denen andere CDOs stecken.  Investmentbanken stecken allerdings kaum eigenes Geld in den CDO-Markt. Denn nach den neuen Regeln m&#252;ssen sie f&#252;r diese riskanten Papiere 100 Prozent Eigenkapital vorhalten.  &#8220;Die amerikanische JP Morgan Chase und Morgan Stanley sollen Berichten zufolge aber bereit sein, diese Produkte etwa f&#252;r Hedgefonds ma&#223;zuschneidern. Auch die Deutsche Bank hat Anfang des Jahres zwei CDOs in Milliardenh&#246;he strukturiert&#8221; meldet die SZ.</em></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Lucas Zeise: Gro&#223;es Theater zum falschen Thema</strong><br />
Soll man sich &#252;ber die Verfassungsrichter, Zentralbanker, Regierungsvertreter &#228;rgern, wenn sie ein Ablenkungsst&#252;ck auff&#252;hren? Nein, das ist es nicht wert. Ebensowenig, wie wenn Papst, K&#246;nige oder Gaucks samt Gefolge sinnentleerte, alte Riten zelebrieren. Das St&#252;ck, das am vergangenen Dienstag und Mittwoch von und vor dem Bundesverfassungsgericht aufgef&#252;hrt worden ist, hat mich dennoch w&#252;tend gemacht. Denn die Inszenierung war erfolgreich. Das Publikum glaubte, so weit es die Sache &#252;berhaupt verfolgt hat, was ihm da vorgef&#252;hrt wurde. Das Bundesverfassungsgericht f&#252;hrte eine zweit&#228;gige Anh&#246;rung in einem Verfahren durch, bei dem es um die Einrichtung des ESM ging. Die Kl&#228;ger, unter anderem die Bundestagsfraktion der Linken und der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler, hielten und halten den sogenannten Rettungsschirm ESM, einen von den noch liquiden Euro-L&#228;ndern eingerichteten riesigen Fonds, f&#252;r grundgesetzwidrig. Weil er mit Entscheidungsrechten ausgestattet wurde, die k&#252;nftige Regierungen und Parlamente binden, ihnen also Sparauflagen machen und/oder sie direkt oder indirekt zur Bereitstellung von finanziellen Mittel verpflichten k&#246;nnen. Dazu diente eigentlich die jetzige Anh&#246;rung.<br />
Jedoch lie&#223; die Deutsche Bundesbank der Presse im Dezember vorigen Jahres ein von ihrem Pr&#228;sidenten Jens Weidmann formuliertes Gutachten f&#252;r das Verfassungsgericht zukommen, das gegen den Kauf von Staatsanleihen durch die Europ&#228;ische Zentralbank (EZB) Stellung nimmt. Danach interessierte Verfassungsgericht und Presse nur noch dieser eine Aspekt. Ist es erlaubt, wenn die EZB Staatsanleihen erwirbt, wie es ihr Pr&#228;sident Mario Draghi angek&#252;ndigt hatte? Das ist keine uninteressante Frage. Aber sie geht das Bundesverfassungsgericht nichts an. Das Gericht rief Experten zusammen, die in der Mehrzahl Weidmanns Ansicht teilen. Die Position der EZB wurde vom geschmeidigen J&#246;rg Asmussen (derzeit selber EZB) und dem allzeit un&#246;konomisch und sprunghaft argumentierenden Finanzminister Wolfgang Sch&#228;uble verteidigt. Da&#223; dem greulichen ESM-Fonds und der Merkelschen Euro-Politik h&#228;tte Einhalt geboten werden sollen, hat niemand mehr mitbekommen. Das Urteil kennen die Zeitungen bereits und haben es uns mitgeteilt. Es wird »Ja, aber« lauten. Die Praxis der Knebelung der Euro-L&#228;nder wird weitergehen und die St&#252;tzung der gro&#223;en Finanzverm&#246;gen ebenso.<br />
Quelle: <a href="http://www.jungewelt.de/2013/06-15/025.php">junge Welt</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Berlin, Rom und die Leiden des jungen Euro</strong><br />
Die Probleme der Eurozone stammen aus einer schwerwiegenden Anomalie: Sie gr&#252;ndet auf einem Exportland, das Geld entzieht anstatt es zu sch&#246;pfen. Die R&#252;ckkehr von &#8216;Mitteleuropa&#8217;. Der Bluff des &#8216;Triple A&#8217;. Wenn die Einheitsw&#228;hrung zusammenbricht, l&#228;uft ein steuerloses Italien Gefahr abzutreiben.<br />
1. Der Eurozone kommt ein beneidenswertes historisches Primat zu: Sie ist der einzige auf einem Exportland gest&#252;tzte W&#228;hrungsraum. Es handelt sich um einen ganz und gar anomalen Zustand: Niemals zuvor gab es eine von mehreren Staaten geteilte W&#228;hrung, die auf einem strukturell exportorientierten Land aufgebaut war, da die Funktion des Kerns eines W&#228;hrungssystems darin besteht,<br />
Liquidit&#228;t zu erzeugen, nicht sie zu entziehen. Solche Funktion wird unter normalen Umst&#228;nden mittels des Handels erf&#252;llt: Indem er G&#252;ter und Dienstleistungen von anderen importiert und das Geld sch&#246;pft, um diese Importe zu bezahlen, unterh&#228;lt der &#246;konomische Hegemon die monet&#228;re Masse seiner Einflusszone, und er stellt auf diese Weise den Brennstoff f&#252;r Handel und Investitionen bereit. Dies setzt aber vonseiten des betroffenen Landes ein nahezu st&#228;ndiges Defizit und eine gewisse Toleranz f&#252;r die Inflation und die Schwankungen des Wechselkurs voraus.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/127182/berlin-rom-und…es-jungen-euro">Der Spiegelfechter</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Paul Krugman: Sympathy for the Luddites  &#8211;  Verst&#228;ndnis f&#252;r die Maschinenst&#252;rmer</strong><br />
1786 protestierten die Textilarbeiter in Leeds, einem Zentrum der Wollindustrie im Norden Englands, gegen den wachsenden Gebrauch von Kardiermaschinen, die eine bis dahin von Facharbeitern ausgef&#252;hrte Arbeit &#252;bernahmen. „Wie sollen die M&#228;nner, die dadurch ihre Arbeit verloren haben, jetzt f&#252;r ihre Familien sorgen?“, so klagten sie, „und was f&#252;r ein Handwerk sollen sie denn ihre Kinder lernen lassen?“<br />
Das waren keine unberechtigten Fragen. Die Mechanisierung f&#252;hrte schlie&#223;lich – genauer gesagt ein paar Generationen sp&#228;ter – zu einem Anstieg des britischen Lebensstandards auf breiter Front. Aber es ist nun gar nicht sicher, dass der normale Arbeiter zu Beginn der industriellen Revolution irgendeinen Vorteil davon hatte; Vielen Arbeitern hat sie eindeutig geschadet. Und oft waren diejenigen am meisten betroffen, die sich mit gro&#223;er Anstrengung n&#252;tzliche Fertigkeiten angeeignet hatten – blo&#223; um dann festzustellen, dass diese Fertigkeiten auf einmal nichts mehr wert waren.<br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130618_krugman_june13_2013.pdf">New York Times aus dem Englischen von Sabine Tober [PDF - 44.7 KB]</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Devisenmarkt: Manipulierte Milliarden</strong><br />
Wieder gibt es Manipulationsvorw&#252;rfe auf einem Finanzmarkt: H&#228;ndler sollen sich bei Devisengesch&#228;ften Vorteile verschafft haben.<br />
Es ist der gr&#246;&#223;te Markt der Welt: Zwischen 4000 und 5000 Milliarden Dollar werden am globalen Devisenmarkt umgesetzt – jeden Tag. Das ist fast das Doppelte der j&#228;hrlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands.<br />
Gleichzeitig ist der Devisenmarkt kaum reguliert, da der Handel zumeist nicht &#252;ber B&#246;rsen, sondern zwischen Banken abgewickelt wird. Nun sind die Wertpapierbeh&#246;rden Gro&#223;britanniens und der USA alarmiert: Banker und Devisenh&#228;ndler, so der Verdacht, sollen &#252;ber zehn Jahre Wechselkurse zu ihren Gunsten manipuliert haben.<br />
Im Zentrum der Untersuchung stehen die Wechselkurse, die von WM/Reuters ermittelt werden, hinter denen die Firmen State Street und Thompson Reuters stehen. Die WM/Reuters-Wechselkurse gelten weltweit als Ma&#223;stab f&#252;r Unternehmen und Banken, Fondsmanager nutzen sie, um den Wert ihrer Investments zu berechnen. Sie liegen vielen spekulativen Termingesch&#228;ften zu Grunde.<br />
Quelle: <a href="http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/devisenmarkt-manipulierte-milliarden,10808230,23323804.html">Berliner Zeitung</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Die verlorene Generation Italiens</strong><br />
Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Italien ein vorrangiges Thema. &#220;ber die Generation im Alter zwischen 30 und 40 Jahren spricht hingegen kaum jemand. Dabei ist sie diejenige, die heute am meisten unter den Folgen der Wirtschaftskrise leidet. Der ehemalige Regierungschef Mario Monti hat sie als «verlorene Generation» bezeichnet. Denn selbst nach mehreren Jahren Erfahrung im Berufsleben m&#252;ssen sich viele noch immer mit befristeten Vertr&#228;gen sowie mit schlecht- oder sogar unbezahlten Jobs abfinden. Und auf Arbeitssuche k&#246;nnen sie in der Regel nicht von den f&#252;r die Jungen gedachten Unterst&#252;tzungsmassnahmen profitieren, weil sie daf&#252;r zu alt sind. Es wird angenommen, dass die &#252;ber 30-J&#228;hrigen im Berufsleben bereits Fuss gefasst haben. In Wirklichkeit ist jedoch unter ihnen die Zahl, die wegen fehlender finanzieller Mittel nach wie vor im Elternhaus wohnt, ausserordentlich hoch. Laut der j&#252;ngsten Studie des Bauernverbands Coldiretti erh&#228;lt in Italien jeder vierte 40-J&#228;hrige immer noch Taschengeld von den Eltern. Zudem ist fast jeder Dritte im Alter zwischen 35 und 40 Jahren auf finanzielle Unterst&#252;tzung der Familie angewiesen. In Italien werden die M&#228;ngel der Sozialversicherung nicht selten von den Familien ausgeglichen.<br />
Quelle: <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/international/die-verlorene-generation-italiens-1.18099210?extcid=Newsletter_17062013%20MESZ_Top-News_am_Morgen">NZZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> So sehr das Thema Jugendarbeitslosigkeit in Europa besondere Beachtung verdient, statistisch ist die Jugendarbeitslosigkeit als Jugendarbeitslosenquote verzerrt. Eigentlich m&#252;sste man aus der Grundgesamtheit der Jugendlichen zwischen 19 bis 24 diejenigen herausrechnen, die noch zur Schule gehen oder studieren also dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verf&#252;gung stehen. Auf dieser Grundlage kommt z.B.  Daniel Gros zum Ergebnis: &#8220;In den L&#228;ndern, in denen das Problem f&#252;r die gr&#246;&#223;ten Schlagzeilen sorgt (im S&#252;den der Eurozone, wobei Griechenland und Spanien vermeintlich am schlimmsten betroffen sind), macht Jugendarbeitslosigkeit weniger als ein Viertel der Arbeitslosigkeit insgesamt aus. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der Jugendarbeitslosigkeit (etwa 40 %) an der Arbeitslosigkeit insgesamt in L&#228;ndern wie <a href="http://www.project-syndicate.org/commentary/the-mirage-of-high-youth-unemployment-in-europe-by-daniel-gros/german#DOJeYSgAJc8720kk.99">Schweden und Gro&#223;britannien relativ betrachtet deutlich h&#246;her</a>.</em></p>
<p><em>Insofern verdienen die oben genannte Gruppe der 30 bis 40-J&#228;hrigen auch statistisch besondere Beachtung. Was Arbeitslosigkeit f&#252;r die Jugendlichen in Europa bedeutet, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie weder erwerbst&#228;tig waren, noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvierten, beschreibt eine Studie von Eurofound. Sie setzten sich 2011 aus 7,5 Mio. junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren und 6,5 Mio. zwischen 25 und 29 Jahren zusammen. (die sogenannten „Neets“: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15325#h10">Not in education, employment or training</a>)</em></p>
<p><em><a href="http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/letta-schnuert-konjunkturpaket-fuer-italien-1.18100097">Im Artikel der NZZ</a> wird darauf hingewiesen, dass die Landwirtschaft bei den Jungen an Beliebtheit gew&#228;nne: &#8220;Die Zahl der selbstst&#228;ndigen Bauern unter 30 Jahren nimmt zu, 62 000 sind sie heute an der Zahl, und jeder Dritte hat einen Hochschulabschluss in der Tasche.&#8221; &#8220;Beliebt&#8221; ist sicherlich das falsche Wort. Genauso wie Griechenland ist dieses Zur&#252;ck zur Scholle nichts anderes als aus der Not geborene Subsistenzwirtschaft. &#8211;  Erfreulicherweise ist der italienische Ministerpr&#228;sidenten Enrico Letta endlich dazu gekommen, ein erstes Konjunkturpaket zu verabschieden. Es umfasst 80 Punkte und sieht Investitionen in die Infrastruktur, Kredithilfen f&#252;r Unternehmen und eine weniger aggressive Eintreibung von geschuldeten Steuern und Abgaben durch den italienischen Fiskus vor. Allein mit Ausgaben in H&#246;he von 3 Mrd. ¤ f&#252;r eine Modernisierung der Verkehrswege will Premier Letta 30 000 Arbeitspl&#228;tze schaffen.</em></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Die gro&#223;en M&#228;rchen der gro&#223;en Banken</strong><br />
Entweder wir f&#252;hren sinnvolle Beschr&#228;nkungen der Gr&#246;&#223;e unserer Finanzunternehmen ein, oder wir sollten uns auf die n&#228;chste schuldengetriebene Wirtschaftskatastrophe vorbereiten.<br />
Zur Erkl&#228;rung der j&#252;ngsten Finanzreformbem&#252;hungen und der weltweiten Gefahren durch sehr gro&#223;e Banken existieren zwei konkurrierende Geschichten. Eine davon ist falsch, und die andere ist be&#228;ngstigend.<br />
Im Zentrum der ersten Geschichte, die von Finanzmanagern bevorzugt wird, steht die Ansicht, dass alle n&#246;tigen Reformen bereits durchgef&#252;hrt werden (oder dass dies bald passieren wird). Die Banken haben im Vergleich zu ihrem Eigenkapital weniger Schulden als 2007. In den Vereinigten Staaten gibt es neue Regeln zur Begrenzung des Umfangs von Bankaktivit&#228;ten, und Gro&#223;britannien wird bald folgen &#8211; und vielleicht auch Kontinentaleuropa. Vertreter dieser Ansicht behaupten auch, die Megabanken h&#228;tten heute ihre Risiken besser unter Kontrolle als vor der globalen Finanzkrise 2008.<br />
In der zweiten Geschichte sind die weltweit gr&#246;&#223;ten Banken auch heute zu gro&#223;, um kontrolliert werden zu k&#246;nnen, und unterliegen weiterhin Anreizen, genau die Art exzessiver Risiken einzugehen, die ganze Volkswirtschaften zum Einsturz bringen k&#246;nnen. Die Handelsverluste des &#8220;Londoner Wals&#8221; bei JPMorgan Chase im letzten Jahr sind daf&#252;r beispielhaft. Und laut den Vertretern dieser Geschichte zeigen fast alle gro&#223;en Banken Symptome chronischer Misswirtschaft.<br />
Quelle: <a href="http://wirtschaftsblatt.at/home/meinung/gastkommentare/ivy_league/1396240/Die-grossen-Maerchen-der-grossen-Banken?_vl_backlink=/home/meinung/gastkommentare/ivy_league/1404421/index.do">Wirtschaftsblatt</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Nationalismus, Ausgrenzung und die Krise in Europa: Ein kurzer L&#228;nder&#252;berblick</strong><br />
Die globale Finanzkrise und die Eurokrise sind nicht nur soziale und &#246;konomische Krisen &#8211; sie sind sehr viel umfassender Krisen von Gesellschaft, Demokratie und Solidarit&#228;t. Einmal mehr machen sie deutlich, dass Nationalismus und Ausgrenzung von Neoliberalismus und Kapitalismus nicht zu trennen sind: W&#228;hrend politisch Handelnde die Krise eher versch&#228;rfen als bek&#228;mpfen, reihenweise ganze Volkswirtschaften zusammenbrechen und kleinere und gr&#246;&#223;ere Teile der Gesellschaften verelenden, greifen Nationalismus, Sozialdarwinismus, Rassismus und Ausgrenzung in Europa immer weiter um sich &#8211; bisweilen mit Billigung oder aktiver Beteiligung der europ&#228;ischen Regierungen.<br />
Quelle: <a href="http://www.annotazioni.de/post/1157">annotazoni</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Der wahre Skandal: Soziale Ungleichheit untergr&#228;bt die Demokratie</strong><br />
Manche Enth&#252;llungen zeigen nur, was wir schon wussten. Haben wir gerade erst erfahren, dass politisch Verantwortliche Geld m&#246;gen und die N&#228;he derer suchen, die es haben? Dass sie sich zusammen manchmal wie eine Kaste verhalten, die &#252;ber dem Gesetz steht? Dass der Fiskus sehr verm&#246;gende Steuerzahler mit Samthandschuhen anfasst? Dass der freie Kapitalverkehr ihnen erm&#246;glicht, ihren Reichtum in Steueroasen zu verstecken? Die Aufdeckung individueller Verfehlungen sollte uns ermutigen, das System infrage zu stellen, das sie hervorbringt. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich die Ver&#228;nderung der Welt schneller vollzogen, als wir sie analysieren k&#246;nnen. Immer neue Experten meldeten sich dazu zu Wort und k&#252;ndigten das Ende der Geschichte oder die Geburt einer neuen Weltordnung an. &#8211; Jenseits verfr&#252;hter Nachrufe und ungewisser Niederk&#252;nfte zeichnen sich drei gro&#223;e Tendenzen ab, deren Bilanz zun&#228;chst einmal zu ziehen ist: Die massive Zunahme der sozialen Ungleichheit, die Aush&#246;hlung der politischen Demokratie und das Schwinden der nationalen Souver&#228;nit&#228;t. Jeder &#8220;Skandal&#8221; ist ein Symptom dieses dreifachen Krankheitsbilds und zeigt, wo dessen einzelne Elemente auftreten und wie sie ineinanderpassen. Der Hintergrund, vor dem sich das alles abspielt, ist, knapp zusammengefasst, folgender: Die Regierungen machen sich in erster Linie von der Einsch&#228;tzung einer privilegierten Minderheit abh&#228;ngig (die investiert, spekuliert, einstellt, entl&#228;sst, Geld leiht) und lassen dadurch zu, dass sich in der Politik immer mehr oligarchische Strukturen ausbreiten. Und wenn sie sich str&#228;uben, das ihnen vom Volk &#252;bertragene Mandat zu missachten, macht sie der weltweite Druck des organisierten Geldes gef&#252;gig.<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/05/10.mondeText.artikel,a0011.idx,0">Le Monde diplomatique</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Es geht um Ruhe</strong><br />
Statt zu jedem Thema einen Studiogast einzuladen, verkleiden wir unseren Moderator Christoph S&#252;&#223; und lassen ihn sich selbst interviewen. Redaktionsintern hei&#223;t das quer-Schl&#228;ger. Diese Woche live von der Frankfurter B&#246;rse.<br />
Quelle: <a href="http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/quer/130613-quer-schlaeger-100.html">quer-Schl&#228;ger</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Spaltung der t&#252;rkischen Gesellschaft</strong><br />
Ist Recep Tayyip Erdogan jetzt da angekommen, wo er hingeh&#246;rt, oder wo er hin will? Was unterscheidet ihn noch von einem Husni Mubarak, einem Muammar al-Gaddafi oder einem Bashar al-Assad? Dass er seine Sicherheitskr&#228;fte nicht scharf schie&#223;en l&#228;sst, dass er nicht massenhaft foltern und Leute verschwinden l&#228;sst. Es gibt &#8211; gl&#252;cklicherweise &#8211; noch viele andere Unterschiede. Aber es gibt ungl&#252;cklicherweise von Tag zu Tag mehr &#196;hnlichkeiten.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kommentar/2146683/">DLF</a></p>
<p><strong>dazu: Machtkampf in der T&#252;rkei spitzt sich zu</strong><br />
Auch in der Nacht ist die t&#252;rkische Polizei wieder gewaltsam gegen die regierungskritischen Demonstranten vorgegangen. Am Abend hatte Ministerpr&#228;sident Erdogan mehr als hunderttausend jubelnde Anh&#228;nger f&#252;r eine Rede mobilisiert. Die Protestbewegung gibt sich nicht geschlagen, zwei Gewerkschaftsverb&#228;nde haben zum Generalstreik aufgerufen.<br />
In der T&#252;rkei ist die Polizei Berichten zufolge auch in der Nacht zum Montag wieder gewaltsam gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen. In Ankara setzten die Sicherheitskr&#228;fte Wasserwerfer und Tr&#228;nengas gegen Gegner der islamisch-konservative Regierung von Ministerpr&#228;sident Recep Tayyip Erdogan ein, wie Aktivisten mitteilten. In Istanbul habe die Polizei Demonstranten gewaltsam daran gehindert, zum zentralen Taksim-Platz zu ziehen, hie&#223; es. Auch sollen erstmals Erdogan-Anh&#228;nger Demonstranten attackiert habe. Zwei Gewerkschaftsverb&#228;nde riefen aus Protest f&#252;r Montag zu landesweiten Streiks auf.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/proteste-am-taksim-platz-machtkampf-in-der-tuerkei-spitzt-sich-zu-1.1698035">SZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Es ist schon interessant, &#252;ber die aktuellen Auseinandersetzungen und Demonstrationen in der T&#252;rkei und die dazugeh&#246;rigen Polizeieins&#228;tze berichten die deutschen Mainstreammedien in einer Breite und Ausf&#252;hrlichkeit, die man sich hier f&#252;r andere Themen ebenfalls w&#252;nschen w&#252;rde. Sie werden dabei nicht m&#252;de das autorit&#228;re Regime Erdogans zu gei&#223;eln. Man sollte dabei aber nicht vergessen, ohne notwendigerweise auch nur irgendwelche Sympathien f&#252;r Erdogan zu hegen, dass der t&#252;rkische Ministerpr&#228;sident immerhin durch demokratische Wahlen an die Macht gekommen ist und durchaus &#252;ber eine solide Mehrheit in der t&#252;rkischen Bev&#246;lkerung verf&#252;gt &#8211; nicht anders wie Merkel bei den deutschen W&#228;hlern.</em><br />
<em>Dass die herrschenden Eliten in Deutschland ebenfalls nicht den geringsten Skrupel haben die Polizei auf B&#252;rger zu hetzen, die es wagen gegen den Meinungsmainstream aufzubegehren, haben die Polizeiexzesse w&#228;hrend der Stuttgart 21 Proteste und j&#252;ngst w&#228;hrend der Blockupy Aktionen in Frankfurt gezeigt.</em><br />
<em>Wenn nun die deutsche Mainstreampresse aber schon mit solchen Argusaugen &#252;ber die demokratische Legitimit&#228;t der t&#252;rkischen Regierung wacht, dann k&#246;nnte sie ihr Augenmerk doch auch auf Verh&#228;ltnisse in Deutschland richten, die jedem autorit&#228;ren Regime zur Ehre gereichen w&#252;rden. Die Rede ist von einem der repressivsten Systeme, die vermutlich jemals unter einer demokratischen Regierung in Deutschland errichtet wurden, von Hartz IV.  </em><br />
<em>Dass die Verfassungsm&#228;&#223;igkeit der Hartz IV Gesetzgebung zumindest zweifelhaft ist, wurde bereits mehrfach dargelegt (<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17638">siehe auch den Beitrag von Wolfgang Lieb und Jens Berger</a>). Aber anstatt Hartz IV als System der Dem&#252;tigung, der Erniedrigung und Willk&#252;r und als Projekt des autorit&#228;ren Neoliberalismus kritisch zu reflektieren, tr&#228;gt die Mainstreampresse durch Hetzkampagnen zur weiteren Stigmatisierung der Betroffenen und zur Verfestigung dieses Systems bei.</em></p>
<p><em>Dazu: &#8220;Das Herabsinken einer gro&#223;en Masse unter das Ma&#223; einer gewissen Existenzweise &#8230; und damit zum Verlust des Gef&#252;hls des Rechts, der Rechtlichkeit und der Ehre, durch eigene T&#228;tigkeit und Arbeit zu bestehen, bringt die Erzeugung des P&#246;bels hervor. &#8230; Die Armut an sich macht keinen zum P&#246;bel: dieser wird erst bestimmt durch die mit der Armut sich verkn&#252;pfende Gesinnung, durch die innere Emp&#246;rung gegen die Reichen, gegen die Gesellschaft, die Regierung usw. &#8230; Somit entsteht im P&#246;bel das B&#246;se, dass er die Ehre nicht hat, seine Subsistenz durch seine Arbeit zu finden, und doch seine Subsistenz zu finden als sein Recht anspricht. Gegen die Natur kann kein Mensch ein Recht behaupten, aber im Zustande der Gesellschaft gewinnt der Mangel sogleich die Form des Unrechts, was dieser oder jener Klasse angetan wird.&#8221; (Hegel, Philosophie des Rechts)</em></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Selbstgerechte Richter</strong><br />
Im Fall von Gustl Mollath, der seit sieben Jahren in der Psychiatrie festgehalten wird, schichtet die bayerische Justiz unger&#252;hrt Fehler auf Fehler.<br />
Als Kurt Tucholsky wieder einmal Zeuge des Versagens der Justiz geworden war, nachdem er geh&#246;rt und gesehen hatte, wie das Recht von Richtern in der Weimarer Republik mit F&#252;&#223;en getreten wurde, schrieb er w&#252;tend resigniert: „Das muss man gesehen haben. Da muss man hineingetreten sein&#8230;.Rei&#223;t dieser Justiz die falsche Binde herunter! Wir haben keine Justiz mehr.“<br />
Es w&#228;re falsch und ungerecht, der deutschen Justiz im Jahr 2013 dieses Urteil als noch immer aktuell entgegenzuschleudern. Wer aber das Schicksal Gustl Mollaths kennt, der von der bayerischen Justiz vor sieben Jahren als gemeingef&#228;hrlich in die Psychiatrie gesteckt worden ist, wer sich klar macht, dass der Mann noch immer dort sitzt, obwohl sich belastende Zeugenaussagen, Gutachten, die sein Wegsperren bef&#252;rworteten, und Entscheidungen von Gerichten, die Mollath als Paranoiker im Ma&#223;regelvollzug hielten, im Lauf der Zeit als falsch oder fehlerhaft erwiesen, der wird Tucholskys Verdikt nicht komplett als obsolet verwerfen.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/meinung/leitartikel-zu-mollath-selbstgerechte-richter,1472602,23367952.html">FR</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Ambivalente Gef&#252;hle</strong><br />
Emotionen in der SPD deuten auf antizipierte Wahlniederlage hin.<br />
Selbstverst&#228;ndlich ist es auch in der Politik nicht nur legitim, sondern ein Gebot der Ehrlichkeit, Emotionen zu zeigen. Ebenso berechtigt ist es aber auch, Politiker mit der Frage zu konfrontieren, wie weit und wohin sie sich von ihren Gef&#252;hlen leiten lassen.<br />
Quelle: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kommentar/2146711/">DLF</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Es w&#228;re einfach unmenschlich, wenn die Reaktion von Peer Steinbr&#252;ck auf die Frage, warum er sich angesichts der Kritik und der teilweise pers&#246;nlichen Angriffe diese Kandidatur antue, nicht die Herzen und die Gem&#252;ter bewegte. Eine Kanzlerkandidatur ist ein m&#246;rderischer Job. Auch wir auf den NachDenkSeiten haben Peer Steinbr&#252;ck kritisiert, aber in der Sache und unter Bezugnahme auf sein politisches Handeln und seine Erkl&#228;rungen. Wir haben ihm keine „Bonbons“ ans Hemd geklebt. Uns ging es nie um den Menschen Steinbr&#252;ck, gegen den wir pers&#246;nlich nichts haben. Was ich allerdings h&#246;chst bedenklich finde, das ist, dass Steinbr&#252;ck z.B. mit seiner &#246;ffentlichen Kritik an dem Parteivorsitzenden Gabriel, ob bewusst oder unbewusst, die altbekannte neue Legende aufzubauen versucht, als sei der Kandidat nicht an seinen politischen Positionen, sondern an der mangelnden Unterst&#252;tzung durch die SPD gescheitert. Das ist typisch f&#252;r das Verhalten der Vertreter des rechten Fl&#252;gels der SPD seit Helmut Schmidts Zeiten. Das ist geradezu die &#220;berlebensstrategie der rechten SPD-F&#252;hrungsriege, die damit ihre Posten (m&#246;glicherweise sogar in einer Regierung mit einer Gro&#223;en Koalition) sichert und sich aus der Verantwortung f&#252;r eine wahrscheinliche Wahlniederlage aufgrund ihrer von der SPD-Rechten selbst durchgesetzten politischen Positionen stiehlt. Motto: Es ist immer die Partei und dabei vor allem die Linke in der Partei schuld, wenn die SPD nicht erfolgreich ist. Und man kann gewiss sein, dass die Medien in diesem Chor mitsingen, denn die Leitmedien singen diese Melodie des rechten Fl&#252;gels in der SPD schon eh und je.</em> </p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Du liebe G&#252;te, Peer Steinbr&#252;ck kommen die Tr&#228;nen und die Medien haben ihn pl&#246;tzlich wieder lieb. Was ist eigentlich mit den Millionen Tr&#228;nen, die wegen der von Steinbr&#252;ck ma&#223;geblich mitgetragenen Agenda-Politik schon vergossen wurden?</em></p>
<p><strong>dazu: SPD: Remake der Schr&#246;ders</strong><br />
Die Einfalt politischer Inszenierungen kennt keine Grenzen. Woran das liegt? Die Regisseure nehmen wohl an, dass bei Journalisten und W&#228;hlern die Einfalt w&#228;chst. J&#252;ngstes Beispiel: Am Wochenende enth&#252;llten Journalisten, Steinbr&#252;ck sei ein Mensch. Er zeigt Gef&#252;hle. Er wirkt ger&#252;hrt, wenn seine Frau r&#252;hrend &#252;ber ihn spricht. Sie berichtet, die Kandidatur belaste ihn. Derweil k&#228;mpft er mit den Tr&#228;nen. Was sagt uns das? Der SPD steht das Wasser &#252;ber der Nasenspitze. Deshalb muss Gertrud ran.<br />
Quelle: <a href="http://post-von-horn.de/2013/06/17/spd-remake-der-schroders/?utm_source=Neolox+Mailings&#038;utm_medium=email&#038;utm_campaign=%28Kopie%29+Nebenbei&#038;utm_content=Mailing_6157192">Blog von Horn</a> </p>
<p><strong>passend dazu: Helmut Schmidt zweifelt an Steinbr&#252;cks Wahlkampfqualit&#228;ten</strong><br />
Altkanzler Helmut Schmidt h&#228;lt Peer Steinbr&#252;ck zwar weiter f&#252;r den richtigen Kanzlerkandidaten der SPD, zweifelt aber an dessen Wahlkampfqualit&#228;ten. Zur These, Steinbr&#252;ck k&#246;nne vielleicht Bundeskanzler, aber er k&#246;nne nur schlecht Wahlkampf, sagte Schmidt dem Handelsblatt: &#8220;K&#246;nnte sein.&#8221; (&#8230;)<br />
Im Gegensatz zu Steinbr&#252;ck attestierte Schmidt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fehlendes Finanzwissen zur L&#246;sung der europ&#228;ischen Schulden- und Wirtschaftskrise. &#8220;Das ist eine, die &#252;ber Finanzen nicht Bescheid wei&#223;, aber &#252;ber sie verf&#252;gt&#8221;, sagte Schmidt dem Handelsblatt. Er verwies auf den enormen Zahlungsbilanz&#252;berschuss, den Deutschland in jedem Jahr aufgrund seiner hohen Exportt&#228;tigkeit ausweist.<br />
&#8220;Ich bin der Meinung, wir m&#252;ssen den Zahlungsbilanz&#252;berschuss abbauen&#8221;, sagte Schmidt. Dies solle durch die Anhebung der L&#246;hne und Geh&#228;lter geschehen. Denn die L&#246;hne und Geh&#228;lter seien in den vergangenen Jahren in Deutschland nicht in dem Ma&#223; gewachsen, in dem es angemessen gewesen w&#228;re.<br />
Quelle: <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-06/spd-wahlkampf-steinbrueck-schmidt">ZEIT</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung C.R.:</strong> Das sollte den Kanzlerkandidaten, aber auch die SPD-Spitze, endlich wachr&#252;tteln: So eine Klatsche vom Altkanzler. Warum kann Heltmut Schmidt die Bundeskanzlerin attackieren? Eigentlich sollte der Kanzlerkandidat mindestens ebensolche Worte -auch auf anderen Themengebieten- gegen die amtierende Merkel finden -zurecht fordert dieser h&#246;here L&#246;hne und Geh&#228;lter. Hat der Altkanzler mehr N&#228;he zu den &#8220;kleinen Leuten&#8221; als das aktuelle Politik-Personal der SPD?</em></li>
</ol>
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		<title>Wir retten nicht die Griechen, sondern die Banken</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jun 2013 12:11:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass ein Gro&#223;teil der „Rettungsgelder“ f&#252;r Griechenland nicht bei den Griechen, sondern bei den Banken landet, ist f&#252;r informierte Leser nicht unbedingt neu. Genaue Zahlen waren dazu bislang jedoch nicht bekannt, was angesichts der Haftungsrisiken f&#252;r die Steuerzahler der Eurozone und der 188 Mitgliedsstaaten des IWF eigentlich ein handfester Skandal ist. Attac &#214;sterreich hat nun [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dass ein Gro&#223;teil der „Rettungsgelder“ f&#252;r Griechenland nicht bei den Griechen, sondern bei den Banken landet, ist f&#252;r informierte Leser nicht unbedingt neu. Genaue Zahlen waren dazu bislang jedoch nicht bekannt, was angesichts der Haftungsrisiken f&#252;r die Steuerzahler der Eurozone und der 188 Mitgliedsstaaten des IWF eigentlich ein handfester Skandal ist. Attac &#214;sterreich hat nun in m&#252;hevoller Detailarbeit <a href="http://www.attac.at/news/detailansicht/datum/2013/06/17/griechenland-rettung.html">nachgerechnet</a>, an wen die nunmehr 207 Milliarden Euro eigentlich geflossen sind, die von den Eurostaaten, ihren Rettungsschirmen und dem IWF dem griechischen Staat als „Rettungskredite“ &#252;berwiesen wurden. Das Ergebnis ist ersch&#252;tternd – nach den Berechnungen von Attac landeten fast 170 Milliarden Euro, das sind 77% der Kredite, direkt oder indirekt beim Finanzsektor. Von <strong>Jens Berger</strong>.<br />
<span id="more-17651"></span><br />
Die Ergebnisse der Attac-Studie im Detail:</p>
<ul>
<li>58,2 Milliarden (28,1 Prozent) wurden f&#252;r die Rekapitalisierung griechischer Banken verwendet – anstatt den zu gro&#223;en und maroden Sektor nachhaltig umzustrukturieren und die Eigent&#252;mer der Banken f&#252;r deren Verluste haften zu lassen.</li>
<li>101,3 Milliarden (49 Prozent) kamen Gl&#228;ubigern des griechischen Staats zugute. Davon wurden 55,44 Milliarden verwendet, um auslaufende Staatsanleihen zu bedienen – anstatt die Gl&#228;ubiger das Risiko tragen zu lassen, f&#252;r das sie zuvor hohe Zinsen kassiert hatten. Weitere 34,6 Milliarden dienten dazu, die Gl&#228;ubiger f&#252;r den Schuldenschnitt im M&#228;rz 2012 zu gewinnen. 11,29 Milliarden wurden im Dezember 2012 f&#252;r einen Schuldenr&#252;ckkauf eingesetzt, bei dem der griechische Staat Gl&#228;ubiger beinahe wertlose Anleihen abkaufte.</li>
<li>46,6 Milliarden (22,5 Prozent) flossen in den griechischen Staatshaushalt oder konnten nicht eindeutig zugeordnet werden.</li>
<li>0,9 Milliarden (0,4 Prozent) gingen als griechischer Beitrag an den neuen Rettungsschirm ESM.</li>
</ul>
<p>Quelle: <a href="http://www.attac.at/news/detailansicht/datum/2013/06/17/griechenland-rettung.html">Attac &#214;sterreich</a></p>
<p><strong>Woher stammen die Gelder?</strong></p>
<p>Das Prinzip der vermeintlichen Rettung Griechenlands verl&#228;uft nach einem ganz einfachen Schema. Der griechische Staat ist bekannterma&#223;en hoch verschuldet. Ein Gro&#223;teil dieser Schulden besteht aus festverzinslichen Anleihen. Griechenland hat den Nennwert dieser Anleihen zum Tag X von den Gl&#228;ubigern ausgezahlt bekommen und muss nun – je nach Laufzeit der Anleihen – jedes Jahr einen bestimmten Prozentsatz des Nennwertes (die Zinsen) an die Gl&#228;ubiger auszahlen. Am Ende der Laufzeit der Anleihen muss Griechenland dann freilich auch noch den Nennwert zur&#252;ckzahlen. Auch die Rettungsgelder, die nach Griechenland flossen, funktionieren nach diesem Prinzip. </p>
<p>Der einzige Unterschied zwischen normalen Staatsanleihen und den Rettungskrediten ist, dass der Zinssatz nicht „vom Markt“ sondern politisch bestimmt wurde und die Gl&#228;ubiger keine privaten Investoren (Banken, Versicherungen) sondern die Rettungsschirme der Eurozone und der IWF sind. Bei den Rettungsschirmen der Eurozone gibt es jedoch ein weiteres pikantes Detail. Das Geld dieser Rettungsschirme stammt n&#228;mlich <a href="http://www.esm.europa.eu/pdf/ESM%20Factsheet%2030042013.pdf">nur zu einem kleinen Teil [PDF - 592 KB]</a>  von den Eurostaaten selbst – das Gros der Gelder stammt aus dem Finanzsektor. Banken und Versicherungen k&#246;nnen sich EFSF- bzw. ESM-Anleihen kaufen – dabei leihen sie den Rettungsschirmen das Geld, das als EFSF- bzw. ESM-Kredit an den griechischen Staat ausgezahlt wird. Die Aufgabe der Eurostaaten ist nicht die Kreditvergabe, sondern die &#220;bernahme des Haftungsrisikos. Wenn ein Schuldnerstaat wie Griechenland seine Schulden bei EFSF oder ESM nicht zur&#252;ckzahlen kann, m&#252;ssen die anderen Eurostaaten einspringen. Solange dies nicht passiert, stellen die ESM-Gelder der Eurostaaten das „Eigenkapital“ des ESM dar und es flie&#223;en keine deutschen Steuergelder nach Griechenland. </p>
<p>Die Kredite des IWF werden &#252;ber das Kunstw&#228;hrungssystem der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderziehungsrecht">Sonderziehungsrechte</a> abgewickelt. Vereinfacht ausgedr&#252;ckt verleiht der IWF dabei Griechenland Geld, f&#252;r das die 188 Mitgliederstaaten des IWF haften. Da IWF-Kredite jedoch traditionell vorrangig bedient werden, spielt die Haftungsfrage dabei eine eher untergeordnete Rolle.</p>
<p><strong>Wohin flie&#223;en die Gelder?</strong></p>
<p>Wie die Zahlen von Attac deutlich zeigen, flie&#223;t ein Gro&#223;teil dieser Kredite direkt in die Tilgung der bereits bestehenden Kredite. 55,4 Mrd. Euro wurden verwendet, um ausstehende Anleihen zu bedienen, 34,6 Mrd. Euro flossen &#252;ber den Staatshaushalt direkt in den Zinsdienst, also in die Bedienung der j&#228;hrlich anfallenden Zinsen f&#252;r bereits bestehende Schulden. Demnach ist fast die H&#228;lfte der „Rettungsgelder“ den Gl&#228;ubigern des griechischen Staates zugutegekommen. Der griechische Staat ist daf&#252;r nur eine Durchgangsstation. Das Schema ist denkbar einfach und 100% marktkonform: Eine Bank leiht dem EFSF/ESM gegen einen bestimmten Zinssatz eine Million Euro. Dieses Geld wird als verzinster Kredit an den griechischen Staat weitergegeben, so dass dieser sowohl die Zinsen als auch die Tilgung alter und neuer Kredite bew&#228;ltigen und den Banken und den Rettungsschirmen das geforderte Geld &#252;berweisen kann . Durch den Zinseffekt steigt die Gesamtverschuldung des griechischen Staates ebenso wie die Forderungen der privaten Gl&#228;ubiger. </p>
<p>Dabei wei&#223; jeder, dass Griechenland diese Schulden nicht in voller H&#246;he bedienen wird. Hier kommen die Eurostaaten ins Spiel. Sollte Griechenland als Schuldner ausfallen, werden diese via EFSF und ESM die Tilgung von Schulden und Zinsen &#252;bernehmen. F&#252;r die Banken ist dies ein Gesch&#228;ft, bei dem sie nur gewinnen k&#246;nnen, w&#228;hrend sowohl Griechenland als auch die anderen Eurostaaten bei diesem Gesch&#228;ft nur verlieren k&#246;nnen.</p>
<p>Die Zahlen von Attac zeigen auch, dass ein gro&#223;er Teil der Gelder (28,1%) direkt in die Rekapitalisierung des griechischen Bankensektors geflossen ist. Der griechische Bankensektor ist – auch das ist ein offenes Geheimnis – de facto pleite. Zun&#228;chst wurde er von der Troika im Rahmen des ersten Schuldenschnitts mutwillig zerst&#246;rt und obendrein muss(te) er in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft riesige Abschreibungen auf die von ihm vergebenen Kredite vornehmen. Es ist vollkommen klar, dass mitten in einer schweren Wirtschaftskrise ein gro&#223;er Teil der vergebenen Kredite an Unternehmen und Privathaushalte nicht voll zur&#252;ckgezahlt werden kann. </p>
<p>Es ist ja auch wenig dagegen einzuwenden, dass man das Bankensystem eines Landes in der Krise st&#252;tzt. Das Problem ist vielmehr das „wie“ und das „womit“. So wurde beispielsweise die Chance vertan, die Altaktion&#228;re, deren Anteile ohnehin nichts mehr wert waren, zu enteignen. Freilich wurden, auch das ist marktkonform, auch die privaten Gl&#228;ubiger der Pleitebanken nicht an den Rettungskosten beteiligt. Statt ein zukunftsweisendes &#246;ffentlich-rechtliches Bankensystem aufzubauen, pumpt man stattdessen Abermilliarden in die maroden alten Privatbanken. Dass diese Zombiebanken &#252;berleben werden, ist unwahrscheinlich. F&#252;r die kommende Pleite wird dann aber nicht der Privatsektor, sondern der griechische Staat – und indirekt die anderen Eurostaaten &#252;ber EFSF/ESM – haften. Die Mittel zur Rekapitalisierung flie&#223;en so eins zu eins von den &#246;ffentlichen Haushalten in die Taschen der Bankeneigner und Bankengl&#228;ubiger. Milliarden f&#252;r Million&#228;re und Milliard&#228;re, das ist in der Tat marktkonform.</p>
<p>Weitere 45,9 Mrd. Euro flossen direkt in die Taschen der Altgl&#228;ubiger des griechischen Staates. 34,6 Mrd. Euro davon wurden als sogenannte „Sweetener“ (also: Vers&#252;&#223;er) an Altgl&#228;ubiger ausgesch&#252;ttet, um ihnen im Rahmen der Umschuldung alte Anleihen weit &#252;ber dem Marktwert abzukaufen. Die Finanzbranche kriegt das Zuckerbrot, die Bev&#246;lkerung die Peitsche, auch dies ist durchaus marktkonform. Besonders pervers ist, dass weitere 11,3 Mrd. Euro daf&#252;r ausgegeben wurden, Altgl&#228;ubigern die Anleihen abzukaufen, die nicht am Schuldenschnitt teilnehmen mussten. Hierbei handelte es sich ausnahmslos um einige exotische Staatsanleihen Griechenlands, die nach Londoner Recht ausgegeben und in der Krise den urspr&#252;nglichen Gl&#228;ubigern von findigen Hedgefonds f&#252;r einen Appel und ein Ei abgekauft wurden. Da die Troika es auf keinen Prozess auf englischem Boden ankommen lassen wollte, wurden diese Anleihen nicht in den ersten Schuldenschnitt aufgenommen, sondern zum vollen Nennwert vom griechischen Staat bedient. Ein Hedgefonds, der diese Papiere wenigen Wochen zuvor f&#252;r 20% des Nennwerts gekauft hat, hat damit in wenigen Tagen 500% Gewinn gemacht – geht davon aus, dass dieser Hedgefonds zum Gro&#223;teil mit geliehenem Geld operiert, geht der Gewinn sogar in die hohen vierstelligen bis f&#252;nfstelligen Prozentbereich. Und wer musste diese f&#252;rstliche Rechnung zahlen? Der griechische Staat.</p>
<p><strong>Der Privatsektor wurde mit Steuergeldern freigekauft</strong></p>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130617_gr_slide_16.jpg"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130617_gr_slide_16_small.jpg" alt="" title="" /></a></p>
<p>War Griechenland zu Beginn des Umschuldungsmarathon im Jahre 2010 noch zu 100% bei privaten Gl&#228;ubigern verschuldet, betr&#228;gt der Anteil der privaten Gl&#228;ubiger heute nur noch 25% mit stark sinkender Tendenz. Stellt man sich Griechenland einmal als „Black Box“ vor und l&#228;sst die Details der „Rettung“ heraus, kann man also klar feststellen, dass die gesamte „Rettung“ nur den Zweck hatte, private Forderungen in Forderungen des &#246;ffentlichen Sektors umzuwandeln. Da es sich bei den griechischen Staatsschulden jedoch um Forderungen handelt, von denen aller Voraussicht nach ein gr&#246;&#223;erer Teil ausfallen wird, wurden durch die „Rettung“ ausschlie&#223;lich k&#252;nftige Verluste der Banken „gerettet“. Bei jedem kommenden Schuldenschnitt wird der &#246;ffentliche Sektor die vollen Verluste tragen m&#252;ssen. Und da der IWF durch die Vorrangigkeit seiner Forderungen keine Verluste hinnehmen muss, werden vor allem die Eurol&#228;nder als Versicherer der EFSF- und ESM-Kredite die Verluste &#252;bernehmen m&#252;ssen. Derweil lachen sich die Banken und deren Aktion&#228;re ins F&#228;ustchen, w&#228;hrend die Griechen den Blutzoll f&#252;r diese, ohne gro&#223;e &#220;bertreibung als „historisch“ zu bezeichnende, Umverteilung von unten nach oben.<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/cc3e48d5b48b42e2bb99f88150fee3de" width="1" height="1" alt=""></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17651&amp;md5=c1debe26df40db3b9b43ff3b8b540b80" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Aus Fehlern kann man lernen &#8211; Das vollst&#228;ndige Scheitern neoklassischer Wirtschaftspolitik in der EU bietet die Basis f&#252;r emanzipatorische Alternativen.</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jun 2013 08:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neoklassische Wirtschaftstheorie steht am Beginn fehlender Regulierung der Finanzm&#228;rkte, hat die Politik bez&#252;glich der Folgen der Sparpolitik v&#246;llig falsch beraten und kann keine sinnvollen L&#246;sungsvorschl&#228;ge f&#252;r die Verringerung der Ungleichgewichte in der W&#228;hrungsunion bieten. Ihr Scheitern f&#252;hrte zu enormen Wohlfahrtsverlusten in der EU. Es bietet aber auch die Chance f&#252;r Alternativen. Die Ansatzpunkte f&#252;r [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die neoklassische Wirtschaftstheorie steht am Beginn fehlender Regulierung der Finanzm&#228;rkte, hat die Politik bez&#252;glich der Folgen der Sparpolitik v&#246;llig falsch beraten und kann keine sinnvollen L&#246;sungsvorschl&#228;ge f&#252;r die Verringerung der Ungleichgewichte in der W&#228;hrungsunion bieten. Ihr Scheitern f&#252;hrte zu enormen Wohlfahrtsverlusten in der EU. Es bietet aber auch die Chance f&#252;r Alternativen. Die Ansatzpunkte f&#252;r emanzipatorische Wirtschaftspolitik liegen auf der Hand. Von <strong>Markus Marterbauer</strong>[<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17645#foot_1" name="note_1">*</a>].<br />
<span id="more-17645"></span><br />
Die Grunds&#228;tze der Wirtschaftspolitik der Europ&#228;ischen Union sind klar ausformuliert und in sich konsistent. Sie basieren auf drei Rahmenbedingungen: Erstens, auf der vollst&#228;ndigen Verwirklichung des Binnenmarktes f&#252;r G&#252;ter, Dienstleistungen, Arbeitskr&#228;ften und Kapital; diese Angebotspolitik setzt auf die Funktionsf&#228;higkeit freier M&#228;rkte. Zweitens, auf einem hohen Stellenwert f&#252;r das Ziel der Preisstabilit&#228;t; daf&#252;r wurde mit der Europ&#228;ischen Zentralbank eine eigene m&#228;chtige Institution eingerichtet. Drittens, auf einem ausgeglichenen Staatshaushalt und einer Verringerung der Staatsschulden; das soll durch das strenge Korsett des Stabilit&#228;tspaktes erreicht werden.</p>
<p>In der Eurokrise der letzten Jahre wurde das Regelwerk der wirtschaftspolitischen Koordination  sukzessive enger gezurrt, vor allem durch striktere Vorgaben f&#252;r die Mitgliedsstaaten. Zun&#228;chst indem im Rahmen des „Europ&#228;ischen Semesters“ ein genauer zeitlicher Ablaufplan f&#252;r die Empfehlungen der Kommission und Reformvorhaben der Nationalstaaten festgelegt, die Vorgaben f&#252;r die makro&#246;konomische Politik im Rahmen des „Stabilit&#228;tspaktes“ und der „Verfahren zur Vermeidung von Ungleichgewichten“ versch&#228;rft und im „Euro Plus Pakt“ auf die Verbesserung der Wettbewerbsf&#228;higkeit der Nationalstaaten fokussiert wurde (Rossmann 2011). Dann durch die Vorlage des „Fiskalpaktes“ durch die Staats- und Regierungschefs. Und schlie&#223;lich indem der Pr&#228;sident des Europ&#228;ischen Rates Hermann van Rompuy 2013 in seinem Bericht „Auf dem Weg zu einer echten Wirtschafts- und W&#228;hrungsunion“ eine Verst&#228;rkung der Integration nach seinen Vorstellungen skizzierte und damit der Debatte um die Zukunft der EU-Wirtschaftspolitik eine klare Richtung gab (Feigl 2013).</p>
<p><strong>Die Wirtschaftspolitik vom neoklassischen Rei&#223;brett ist gescheitert.</strong> Angesichts der Pr&#228;zision von Konzept, Vorgaben und Verpflichtungen sollte eigentlich in Wirtschaftspolitik und -entwicklung in Europa nichts schief gehen k&#246;nnen. Doch die bittere Realit&#228;t der wichtigsten wirtschaftlichen Indikatoren legt nahe: Fast alles ist schief gegangen, die makro&#246;konomische Politik der Europ&#228;ischen Union ist gescheitert. Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 ist die Zahl der Arbeitslosen um 10,5 Millionen gestiegen, die Arbeitslosenquote um 4 Prozentpunkte auf 11% der Erwerbspersonen; die Staatschulden haben sich um mehr als 3000 Milliarden Euro erh&#246;ht, die Staatsschuldenquote um 28 Prozentpunkte auf 90% des BIP; das Bruttoinlandsprodukt liegt 2013 real um 1% unter dem Niveau von 2007, w&#228;hrend es bei „normalem“ Konjunkturverlauf um 12% dar&#252;ber liegen h&#228;tte k&#246;nnen.</p>
<p>Die von Banken und Finanzm&#228;rkten ausgel&#246;ste Wirtschaftskrise bildet den wichtigsten Grund f&#252;r diese verheerende Entwicklung. Als erstes stellt sich die Frage, wie es zu dieser Krise &#252;berhaupt kommen konnte, wo doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so klar geregelt waren. Das wichtigste unvorhergesehene Moment f&#252;r die EU-Wirtschaftspolitik war das Versagen der Finanzm&#228;rkte. Eine schwere Wirtschaftskrise, die von nicht ausreichend regulierten Finanzm&#228;rkten ausging, war auf dem neoklassischen Rei&#223;brett nicht vorgesehen. Denn dieses baut auf der Hypothese effizienter Finanzm&#228;rkte auf, gem&#228;&#223; der sich die Finanzmarktakteure rational verhalten und die Preise den fundamentalen Wirtschaftsdaten folgen. Deshalb sind in diesem Konzept Finanzm&#228;rkte stabil und steigern den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand.</p>
<p><strong>Gro&#223;e Unterschiede in der Wirtschaftsentwicklung zwischen den USA und der EU.</strong> Nun ist unbestritten, dass die unmittelbare Finanzmarktkrise in den Jahren 2008 und 2009 stark negative Effekte auf das BIP, die Arbeitslosigkeit und die Staatsschulden hatte. In den USA, wo ihr Epizentrum lag, folgte darauf eine sehr z&#246;gerliche Erholung der Wirtschaft: Das BIP liegt 2013 real um 5% &#252;ber dem Niveau von 2007, die Arbeitslosenquote geht seit 2010 nur langsam zur&#252;ck, liegt aber weiterhin um gut 2 Prozentpunkte &#252;ber dem Vorkrisenniveau. H&#228;tte die Arbeitslosenquote in der EU jedoch den gleichen Verlauf genommen wie jene der USA, so w&#228;re die Zahl der Arbeitslosen heute um 5 Millionen niedriger. Weder das Sozial-, Bildungs- oder Gesundheitssystem, noch der milit&#228;risch-industrielle Komplex oder die Dominanz der Hochfinanz in Politik und &#214;konomie der USA sind Vorbild. Doch diese markanten Unterschiede in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zwischen der EU und den USA sind Ausdruck einer anders ausgerichteten Budget- und Geldpolitik, besonders seit dem Herbst 2010. In den USA h&#228;lt die Geldpolitik mithilfe eines umfassenden Programmes zum Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren den langfristigen Zinssatz niedrig und st&#252;tzt so die Konjunktur. Die Budgetpolitik verzichtet auf restriktive Ma&#223;nahmen; den &#220;bergang zu einer von der Regierung gew&#252;nschten expansiven Orientierung durch Erh&#246;hung von Steuern und Staatsausgaben verhindert allerdings der Kongress. Die Verringerung der hohen Arbeitslosigkeit bildet ein wichtiges Ziel von Geld- und Budgetpolitik.</p>
<p><strong>Die neoklassische Behauptung expansiver Austerit&#228;tspolitik.</strong> Im Unterschied zu den USA hat sich die EU f&#252;r einen straffen Austerit&#228;tskurs in der Budgetpolitik entschieden. Dies unter der vielfach dokumentierten Erwartung, Budgetkonsolidierung w&#252;rde keine negativen Auswirkungen auf das BIP und den Arbeitsmarkt haben. Die Legitimation hierf&#252;r lieferte die neoklassische Wirtschaftstheorie: Ein vielzitierter Artikel von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff legte nahe, eine Staatsverschuldung von &#252;ber 90% des BIP w&#252;rde das Wirtschaftswachstum drastisch vermindern und sei deshalb unbedingt zu vermeiden (Reinhart und Rogoff 2010). Alberto Alesina hatte in vielen Publikationen umfangreichen und rasch umgesetzten Konsolidierungspaketen, die sich auf die K&#252;rzungen der Staatsausgaben konzentrieren, sogar das Potential f&#252;r expansive, also Wachstum und Besch&#228;ftigung f&#246;rdernde, Effekte zugemessen (Alesina, Ardagna 2009). Die neoklassische Theorie geht von negativen Einfl&#252;ssen der Staatst&#228;tigkeit auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Ein Abbau der Staatst&#228;tigkeit durch Ausgabenk&#252;rzungen w&#252;rde deshalb die Erwartungen von Konsumenten und Investoren aufhellen, die privaten wirtschaftlichen Kr&#228;fte entfesseln und so die mit ihr verbundenen kurzfristig negativen Effekte der Nachfrageausf&#228;lle mehr als kompensieren.</p>
<p>Der Einfluss dieser Expertisen auf die Wirtschaftspolitik war sehr hoch. Alberto Alesina war im April 2010 in den Rat der Finanzminister in Br&#252;ssel geladen, um seine Thesen zu referieren. Die Europ&#228;ische Kommission, der Europ&#228;ische Rat und die Europ&#228;ische Zentralbank nahmen diese wissenschaftliche Erkenntnisse dankbar auf: Die Senkung von Staatsausgaben w&#252;rden ohne Wohlfahrtsverluste m&#246;glich sein.</p>
<p><strong>Das n&#228;chste Jahr, das niemals kam: Die Prognosefehler der Europ&#228;ischen Kommission.</strong> Auch diese wissenschaftlichen Grundlagen haben sich als falsch herausgestellt. Das zeigt sich besonders deutlich in den regelm&#228;&#223;igen Prognosefehlern der Europ&#228;ischen Kommission. In jeder Vorhersage, die die Kommission seit Beginn der Sparpolitik 2010 pr&#228;sentiert hat, war der Tenor: Die Lage ist schlecht, aber bei Umsetzung der Kommissionsvorschl&#228;ge wird n&#228;chstes Jahr alles besser. Auf Basis der neoklassischen Annahme einer automatischen R&#252;ckkehr zu einem (nat&#252;rlichen) Gleichgewichtszustand nach einem negativen Schock erwarteten die neoklassischen Prognosen einen V-f&#246;rmigen Konjunkturverlauf mit raschem Aufschwung.</p>
<p>Seither warten wir vergeblich auf dieses „n&#228;chste Jahr“. Im Herbst 2010, als die erste Sparwelle beschlossen war, prognostizierte die Europ&#228;ische Kommission f&#252;rs Jahr 2012 ein Wirtschaftswachstum in der Eurozone von real knapp 2%. Im Lauf des Jahres 2011 mussten die Prognosen f&#252;r 2012 nach unten revidiert werden, f&#252;r 2013 wurde aber eine wirtschaftliche Erholung erwartet. Selbst diese Annahmen erwiesen sich im Lauf des Jahres 2012 als zu optimistisch. In der Fr&#252;hjahrsprognose 2013 musste die Kommission einen R&#252;ckgang des BIP sowohl 2012 als auch 2013 eingestehen, also die bef&#252;rchtete „double dip recession“. 2014 soll dann alles besser werden (Zuckerst&#228;tter 2013)!</p>
<p><strong>&#220;bersicht 1: Wirtschaftswachstum real, Eurozone</strong></p>
<p><em>Prognosen der Europ&#228;ischen Kommission</em></p>
<table>
<tr>
<td></td>
<td>
<strong>2009</strong>
</td>
<td>
<strong>2010</strong>
</td>
<td>
<strong>2011</strong>
</td>
<td>
<strong>2012</strong>
</td>
<td>
<strong>2013</strong>
</td>
<td>
<strong>2014</strong>
</td>
<tr>
<tr/>
<td>
Herbst 2010
</td>
<td>
-4,2
</td>
<td>
1,7
</td>
<td>
1,5
</td>
<td>
1,8
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Fr&#252;hjahr 2011
</td>
<td>
-4,2
</td>
<td>
1,8
</td>
<td>
1,6
</td>
<td>
1,8
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Herbst 2011
</td>
<td>
-4,2
</td>
<td>
1,9
</td>
<td>
1,5
</td>
<td>
0,5
</td>
<td>
1,3
</td>
<td>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Fr&#252;hjahr 2012
</td>
<td>
-4,3
</td>
<td>
1,9
</td>
<td>
1,5
</td>
<td>
-0,3
</td>
<td>
1,0
</td>
<td>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Herbst 2012
</td>
<td>
-4,4
</td>
<td>
2,0
</td>
<td>
1,4
</td>
<td>
-0,4
</td>
<td>
0,1
</td>
<td>
1,4
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Fr&#252;hjahr 2013
</td>
<td>
-4,4
</td>
<td>
2,0
</td>
<td>
1,4
</td>
<td>
-0,6
</td>
<td>
-0,4
</td>
<td>
1,2
</td>
</tr>
</table>
<p>&#196;hnlich bei der Arbeitslosenquote. Im Herbst 2010 erwartete die Kommission f&#252;r das Jahr 2011 eine Arbeitslosenquote von 10% der Erwerbspersonen in der Eurozone, im Jahr 2012 sollte sie dann wieder sinken. Im Fr&#252;hjahr und im Herbst 2011 mussten die Prognosen nach oben korrigiert werden, aber 2013 w&#252;rde es dann wieder besser werden. Im Rahmen der Prognosen vom Fr&#252;hjahr und Herbst 2012 erfolgten weitere Korrekturen nach oben. Im Mai 2013 wurden die Prognosen weiter nach oben korrigiert (2013: 12,2%) und … erraten: 2014 wird alles besser (Marterbauer 2013)!</p>
<p><strong>&#220;bersicht 2: Arbeitslosenquote in % der Erwerbspersonen, Eurozone</strong></p>
<p><em>Prognosen der Europ&#228;ischen Kommission</em></p>
<table>
<tr>
<td></td>
<td>
<strong>2010</strong>
</td>
<td>
<strong>2011</strong>
</td>
<td>
<strong>2012</strong>
</td>
<td>
<strong>2013</strong>
</td>
<td>
<strong>2014</strong>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Herbst 2010
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
10,0
</td>
<td>
9,6
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Fr&#252;hjahr 2011
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
10,0
</td>
<td>
9,7
</td>
<td>
</td>
<td>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Herbst 2011
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
10,0
</td>
<td>
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Fr&#252;hjahr 2012
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
10,2
</td>
<td>
11,0
</td>
<td>
11,0
</td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>
Herbst 2012
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
11,3
</td>
<td>
11,8
</td>
<td>
11,7
</td>
</tr>
<tr>
<td>
Fr&#252;hjahr 2013
</td>
<td>
10,1
</td>
<td>
10,2
</td>
<td>
11,4
</td>
<td>
12,2
</td>
<td>
12,1
</td>
</tr>
</table>
<p>Diese haarstr&#228;ubenden Fehler in den Vorhersagen waren f&#252;r jene Mitgliedsl&#228;nder besonders stark ausgepr&#228;gt, in denen die von der Europ&#228;ischen Kommission vorangetriebenen Austerit&#228;tsprogramme ein &#252;berdurchschnittlich gro&#223;es Ausma&#223; annahmen (Blanchard, Leigh 2013). Das ist die Folge einer v&#246;lligen Untersch&#228;tzung der negativen gesamtwirtschaftlichen Effekte der Sparpolitik.</p>
<p><strong>Leistungsbilanzdefizite durch Kostensenkung bek&#228;mpfen.</strong> Die hohen Defizite in der Leistungsbilanz der Krisenl&#228;nder wurden von der Europ&#228;ischen Kommission als Ergebnis fehlender Wettbewerbsf&#228;higkeit im Export gesehen. Im Zuge der Reformprogramme wurden deshalb neben massiven K&#252;rzungen im Sozialstaat auch umfangreiche Lohnsenkungen im &#246;ffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft sowie markante Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen durchgesetzt.</p>
<p>Hier meint die Kommission erste Erfolge ihrer Politik erkennen zu k&#246;nnen: Das Defizit der Leistungsbilanz ist in allen Krisenl&#228;ndern zur&#252;ckgegangen. Doch das ist kaum das Ergebnis gestiegener Wettbewerbsf&#228;higkeit, sondern vor allem die Folge des Einbruchs der Inlandsnachfrage. So hat sich etwa in Spanien der Export vor der Krise und ebenso in der Krise gut entwickelt, ausschlaggebend f&#252;r die Ver&#228;nderung der Leistungsbilanz war aber der Boom und dann der Zusammenbruch von Inlandsnachfrage und Importen. Auch hier haben sich die neoklassischen Grundlagen der Politik als falsch herausgestellt: Der Fokus auf Kostensenkungen und die Missachtung der damit verbundenen Nachfrageffekte kosten in gro&#223;em Umfang Wohlstand. Die Verringerung der Leistungsbilanzdefizite ist damit kein Zeichen des Erfolgs, sondern im Gegenteil, Ausdruck einer Politik, die die Krise versch&#228;rft.</p>
<p><strong>Politik auf Basis falscher theoretischer Grundlagen.</strong> Die EU-Politik hat in den letzten Jahren wesentlich zu massiven Wohlfahrtsverlusten beigetragen. Diese kommen im Zur&#252;ckbleiben des BIP, in Massenarbeitslosigkeit, zunehmender Ungleichheit in der Verteilung der Einkommen und steigenden Staatsschulden zum Ausdruck. Ursache f&#252;r dieses Politikversagen ist auch eine falsche theoretische Basis in Form der neoklassischen Wirtschaftswissenschaft. Die Theorie, die von effizienten Finanzm&#228;rkten und neutraler Fiskalpolitik ausgeht, sowie L&#246;hne und Sozialstaat prim&#228;r als Kosten ansieht, wurde in der Krise empirisch widerlegt.</p>
<p><strong>Alternative Ans&#228;tze in der Theorie beschreiben die Realit&#228;t besser.</strong> Die neoklassische Theorie betrachtet eine Situation gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts mit Vollauslastung von Maschinen und Arbeitskr&#228;ften als Normalzustand einer Marktwirtschaft. Rezessionen und unfreiwillige Arbeitslosigkeit stellen allenfalls vor&#252;bergehende Ph&#228;nomene dar, um die sich die Politik nicht weiter k&#252;mmern m&#252;sse. Diese Diagnose geht an den Problemlagen der gro&#223;en Rezession v&#246;llig vorbei. Die von John Maynard Keynes entwickelte Theorie &#252;ber die Determinanten der Entwicklung von Markwirtschaften st&#252;tzt sich auf die empirischen Erfahrungen der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre. Sie und ihre Weiterentwicklungen begreifen deshalb Ungleichgewichte als Normalzustand von Marktwirtschaften. Deshalb sind sie f&#252;r die Analyse wirtschaftlicher Situationen der Unterauslastung mit hoher Arbeitslosigkeit, wie wir sie heute in der EU erleben, besonders gut geeignet. Sie k&#246;nnen aber auch erkl&#228;ren, wie es zu dieser Unterauslastung gekommen ist. Tiefe Krisen gehen von instabilen Erwartungen der Investoren in Realwirtschaft und Finanzwirtschaft aus. Die Preisbildung auf den Finanzm&#228;rkten folgt nicht wirtschaftlichen Fundamentalfaktoren, sondern ist vom Herdentrieb gekennzeichnet, also sich selbstverst&#228;rkenden Erwartungen, von Euphorie bis Panik. Darauf haben John Maynard  Keynes und Hyman Minsky besonders hingewiesen. Finanzm&#228;rkte m&#252;ssen deshalb streng reguliert und eng begrenzt sein, wenn die Realwirtschaft prosperieren soll.</p>
<p><strong>Budgetpolitik beeinflusst effektive Nachfrage und Besch&#228;ftigung.</strong> Bei Unterauslastung der Ressourcen verringert restriktive Budgetpolitik des Staates die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Dieser Effekt ist besonders stark, wenn die Staatsausgaben gek&#252;rzt werden. Mit der Verringerung von Investitionen sind besonders hohe negative Multiplikatoreffekte auf das BIP und die Besch&#228;ftigung verbunden. Die K&#252;rzung von Sozialtransfers hat st&#228;rker negative Effekte als Steuererh&#246;hungen, weil diese zu einem gr&#246;&#223;eren Teil aus Ersparnissen finanziert werden und deshalb weniger nachfraged&#228;mpfend wirken. Sparpolitik in der Krise verst&#228;rkt den R&#252;ckgang des BIP und den Anstieg der Arbeitslosigkeit und erschwert damit die Erreichung der Budgetziele. Denn Budgetpolitik kann zwar die Staatsausgaben weitgehend kontrollieren, nicht aber die Staatseinnahmen und die Budgetdefizite, die von der Wirtschaftsentwicklung bestimmt sind.</p>
<p>Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzsalden zwischen L&#228;ndern sind meist das Ergebnis unterschiedliche Nachfragentwicklung ist: Defizitl&#228;nder haben eine (zu) hohe Inlandsnachfrage, &#220;berschussl&#228;nder eine (zu) niedrige. Erfolgt der Versuch eines Ausgleichs dadurch, dass nur die Defizitl&#228;nder ihre Inlandsnachfrage senken, so verringert sich das BIP f&#252;r beide L&#228;ndergruppen. Wohlstandsstabilisierend kann eine Korrektur nur dann erfolgen, wenn parallel zur D&#228;mpfung der Inlandsnachfrage in den Defizitl&#228;ndern die &#220;berschussl&#228;nder ihre Inlandsnachfrage ausweiten.</p>
<p><strong>Verunsicherung der neoklassischen Akteure in der EU.</strong> Die massiven Prognosefehler, das offensichtliche Scheitern der neoklassischen Wirtschaftspolitik in der EU und die starke Kritik von nicht-neoklassischen &#214;konomInnen, vor allem aus den USA haben zu einer wachsenden Verunsicherung der wichtigen Politikakteure in der EU gef&#252;hrt. Dazu tr&#228;gt auch der erkennbare Vertrauensverlust in der Bev&#246;lkerung gegen&#252;ber der EU und den nationale Regierungen bei, die die europ&#228;ischen Vorgaben umsetzen. Ein Abr&#252;cken von der bisherigen Politik ist allenfalls in sehr kleinen Ans&#228;tzen zu erkennen: Wachstums- und Besch&#228;ftigungsinitiativen werden da und dort entwickelt, meist aber ohne in nennenswertem Umfang zus&#228;tzliche Finanzmittel bereitzustellen. Die Fristen f&#252;r die Erreichung der Defizitziele werden zeitlich gestreckt, ohne allerdings &#196;nderungen an der Grundausrichtung vorzunehmen.</p>
<p>Gleichzeitig versuchen die Hardliner unter den Akteuren, engstirnig die neoklassischen Vorgaben weiter zu versch&#228;rfen. Dazu tr&#228;gt auch die akademische Wirtschaftswissenschaft bei: Alberto Alesina wiederholte noch Ende 2012 unbeeinflusst von der Realit&#228;t seine Thesen von den wohlstandssteigernden Wirkungen der Sparpolitik (Alesina et al 2012). Viele politische Akteure sehen in hoher Arbeitslosigkeit und hoher Staatsschuld ohnehin prim&#228;r die Chance, die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse nachhaltig zu Lasten von ArbeitnehmerInnen und Sozialstaat zu verschieben. Das betrifft insbesondere die deutschen Vorschl&#228;ge f&#252;r Wettbewerbspakte, die im Wesentlichen die restriktive Budgetpolitik und die Flexibilisierung der Arbeitsm&#228;rkte versch&#228;rfen w&#252;rden, indem Kommissionsvorschl&#228;ge f&#252;r nationale Reformprogramme verbindlich gemacht und mit Sanktionen versehen werden (Oberndorfer 2013a, 2013b).</p>
<p><strong>Ansatzpunkte alternativer Wirtschaftspolitik.</strong> Das Gerede vom Fehlen jeglicher Alternativen zur neoklassischen Politik ist Unsinn und bringt prim&#228;r die Defensive zum Ausdruck, in die sich die EU man&#246;vriert hat. In &#214;konomie und Gesellschaft existieren immer Alternativen und tiefe Krisen bilden manchmal Phasen, in denen ein Kurswechsel gelingen kann. Die Voraussetzungen daf&#252;r w&#228;ren neben dem Scheitern der „alten Ideologie“, die allm&#228;hliche Herausbildung eines Konsenses &#252;ber die grundlegenden Zusammenh&#228;nge einer Kreislaufwirtschaft und das Vorhandensein von politischen Akteuren, die den Kurswechsel &#252;berzeugend vermitteln k&#246;nnen. Punkt 1 ist gegeben, Punkt 2 und vor allem Punkt 3 fehlen allerdings.</p>
<p>Die Umsetzung alternativer Politikkonzepte ist in jedem Fall aufgrund der ung&#252;nstigen Ausgangslage in Form hoher Arbeitslosigkeit und hoher Verschuldung nicht einfach. Auch die Alternativen sind weder risikolos noch kostenlos. Dennoch gilt es, die wirtschaftspolitischen Weichen auf Basis der Analyse der Erfahrungen der Finanzkrise neu zu stellen.</p>
<p><strong>Das Finanz- und Bankensystem verkleinern.</strong> Die Finanzkrise hat gezeigt, in welch hohem Ausma&#223; das Finanz- und Bankensystem der Politik und der Realwirtschaft &#252;ber den Kopf gewachsen ist. Eine Grundvoraussetzung f&#252;r eine stabile gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist es, das hypertrophe Finanzsystem zu verkleinern und zu regulieren. In Bezug auf Transparenz und Aufsicht sind in den letzten Jahren kleine Fortschritte gelungen. Mehr muss kommen. Vor allem ein griffiges Bankeninsolvenzrecht, dass Eigent&#252;mer und Gl&#228;ubiger an den Sanierungskosten beteiligt und SteuerzahlerInnen entlastet; zudem eine Versch&#228;rfung der Eigenkapitalanforderungen, um die Banken krisenfester zu machen; dazu eine verst&#228;rkte Besteuerung des Sektors durch Finanzaktivit&#228;ts- und Finanztransaktionssteuern.</p>
<p><strong>Niedrige Zinss&#228;tze stabilisieren Konjunktur und Einkommensverteilung.</strong> Die Wirtschaftspolitik hat gro&#223;en Einfluss auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Sie muss deshalb m&#246;glichst ausgewogen an den Zielen des magischen Vielecks ausgerichtet sein. Das bedeutet f&#252;r die Geldpolitik h&#246;heres Augenmerk auf die Stabilit&#228;t des Finanzsystems und die reale Wirtschaft. Die kurzfristigen und die langfristigen Zinss&#228;tze m&#252;ssen niedrig gehalten werden, so lange die Wirtschaft so deutlich unter ihrem Potential produziert wie heute. F&#252;r dieses Ziel m&#252;ssen wahrscheinlich auch institutionelle &#196;nderungen vorgenommen werden, wie etwa die Einf&#252;hrung von gemeinsamen europ&#228;ischen Schuldtiteln („Eurobonds“). Niedrige Zinsen beg&#252;nstigen nicht nur realwirtschaftliche Investitionen, sondern verbessern auch die Verteilung der Einkommen. Sie tragen zu der von Keynes bef&#252;rworteten „Euthanasie der Rentiers“ bei.</p>
<p><strong>Steuererh&#246;hungen finanzieren Besch&#228;ftigungsprogramme.</strong> Die Budgetpolitik muss auf die Reduktion der Arbeitslosigkeit ausgerichtet sein. Angesichts der krisenbedingten H&#246;he der Staatsschulden bleibt wenig Spielraum f&#252;r traditionelles „deficit spending“. Von einer Politik, die sich am „balanced budget multiplier“ ausrichtet, gehen dennoch konjunktur- und besch&#228;ftigungsf&#246;rdernde Wirkungen aus: Die Erh&#246;hung von Steuern auf sparfreudige Verm&#246;gende, SpitzeneinkommensbezieherInnen und den Finanzsektor sowie die gleichzeitige Erh&#246;hung von Staatsausgaben zur Schaffung von Arbeitspl&#228;tzen und Bildungsm&#246;glichkeiten erh&#246;hen das BIP und die Besch&#228;ftigung und verringern die Staatsschuld (Editorial 2012). Unter dieser Pr&#228;misse sollten die Budgets von EU und Nationalstaaten ausgeweitet werden, um die wirtschaftliche und soziale Krise zu bek&#228;mpfen. Gleichzeitig gilt es, die automatischen Stabilisatoren der &#246;ffentlichen Haushalte zu st&#228;rken. In j&#252;ngster Zeit sind mehrere Vorschl&#228;ge f&#252;r automatische, antizyklische Ausgleichsmechanismen f&#252;r den EU-Haushalt entwickelt worden, deren Umsetzung zielstrebig verfolgt werden sollte (Feigl 2013a und die dort zitierte Literatur). Auf nationalstaatlicher Ebene gilt es, vor allem den Sozialstaat zu st&#228;rken, von dem umfangreiche stabilisierende Wirkungen ausgehen.</p>
<p>L&#246;hne bilden sowohl Kosten f&#252;r die Unternehmen, als auch Einkommen f&#252;r die Besch&#228;ftigten. Die Anwendung dieser Erkenntnis impliziert die Leitlinie einer produktivit&#228;tsorientierten Lohnpolitik und damit die ausgewogene Ber&#252;cksichtigung von Angebots- und Nachfrageeffekten. Sie w&#252;rde auch zur Verringerung der Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzsalden innerhalb der W&#228;hrungsunion beitragen. Hierf&#252;r sind jedenfalls nachfragesteuernde Ma&#223;nahmen in beiden L&#228;ndergruppen notwendig (Editorial 2013).</p>
<p>Schlie&#223;lich bildet die Umverteilung von Einkommen und Verm&#246;gen von oben nach unten den Kern aller nachfrageseitigen Strukturver&#228;nderungen, die die europ&#228;ische Wirtschaft in mittlerer Frist aus der tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise f&#252;hren k&#246;nnten.</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<ul>
<li>Alesina A., Ardagna S. (2009), Large changes in fiscal poliy: taxes versus spending, NBER Working Paper No 15438.</li>
<li>Alesina A., Favero C., Giavazzi F. (2012), The output effect of fiscal conditions, NBER Working Paper No 18336.</li>
<li>Blanchard O., Leigh D. (2013), Growth Forecast Errors and Fiscal Multipliers, IMF Working Paper No.13/1.</li>
<li>Editorial (2012), <a href="http://wug.akwien.at/WUG_Archiv/2012_38_1/2012_38_1_0003.pdf">Innovative Expansion statt r&#252;ckw&#228;rtsgewandter Austerit&#228;tspolitik [PDF - 78.5 KB]</a>, Wirtschaft und Gesellschaft, 38. Jahrgang, Heft 1.</li>
<li>Editorial (2013), <a href="http://wug.akwien.at/WUG_Archiv/2013_39_1/2013_39_1_0003.pdf">Au&#223;enwirtschaftliche Ungleichgewichte in der Eurozone wohlstandssteigernd korrigieren [PDF - 62.2 KB]</a>, Wirtschaft und Gesellschaft, 39. Jahrgang, Heft 1.</li>
<li>Feigl G. (2013a), <a href="http://wien.arbeiterkammer.at/bilder/d189/EU_infobrief_1_2013.pdf">Ein neuer Stabilisierungsmechanismus f&#252;r die Eurozone, infobrief eu&#038;internationales [PDF - 2.5 MB]</a>, M&#228;rz 2013</li>
<li>Feigl G. (2013b), Auf dem Weg zu einer „echten“ Wirtschafts- und W&#228;hrungsunion, Kurswechsel Heft 1.</li>
<li>Marterbauer M. (2013), <a href="http://blog.arbeit-wirtschaft.at/alternativen-zur-massenarbeitslosigkeit-in-der-eu/#more-782">Alternativen zur Massenarbeitslosigkeit in der EU</a>, 13.3.2013.</li>
<li>Oberndorfer L. (2013a), Vom neuen, &#252;ber den autorit&#228;ren, zum progressiven Konstitutionalismus? Pakt(e) f&#252;r Wettbewerbsf&#228;higkeit und europ&#228;ische Demokratie, Juridikum, nr 1. </li>
<li>Oberndorfer L. (2013b), <a href="http://blog.arbeit-wirtschaft.at/europa-geht-anders-am-anfang-war-ein-nein/#more-1533">Europa geht anders – am Anfang war ein „nein“</a>, 15.5.2013.</li>
<li>Reinhart C., Rogoff K. (2010), Growth in a Time of Debt, American Economic Review 100 (2).</li>
<li>Rossmann B. (2011), die neue europ&#228;ische Steuerungsarchitektur – „More of the same“ statt Paradigmenwechsel, Wirtschaft und Gesellschaft, 37. Jahrgang, Heft 2.</li>
<li>Zuckerst&#228;tter S. (2013), <a href="http://www.beigewum.at/2013/03/zeit-zur-umkehr/">Zeit zur Umkehr</a>, 18.3.2013.</li>
</ul>
<div class="hr_wrap">
<hr /></div>
<div class="footnote">
<p>[<a href="#note_1" name="foot_1">«*</a>] <strong>Markus Marterbauer</strong> ist Chef der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien http://wien.arbeiterkammer.at/online/kontakt-19203.html. Der WIFO-Konjunkturexperte ist Autor zahlreicher Fachpublikationen zu wirtschaftspolitischen Themen, soeben erschienen ist sein Buch „<a href="http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-552-06173-6">Zahlen bitte! Die Kosten der Krise tragen wir alle</a>“.<br />
Markus Marterbauer blogt <a href="http://blog.arbeit-wirtschaft.at/">hier</a>.<br />
Dieser Artikel erscheint Anfang Juli auch im <a href="http://wien.arbeiterkammer.at/online/eu-infobrief-20156.html">EU-Infobrief der Arbeiterkammer Wien</a>.<br />
Der EU-Infobrief liefert 5x j&#228;hrlich eine kritische Analyse der Entwicklungen auf europ&#228;ischer und internationaler Ebene. Die Zeitschrift der Arbeiterkammer Wien fokussiert dabei auf Themen an der Schnittstelle von Politik, Recht und &#214;konomie. Kurze Artikel informieren in pr&#228;gnanter Form &#252;ber aktuelle Themen. Langbeitr&#228;ge geben den Raum f&#252;r grundlegende Analysen, Buchbesprechungen bieten eine kritische &#220;bersicht einschl&#228;giger Publikationen.</p>
</div>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17645&amp;md5=3727b0cb36104ef0e03b37e8aa94053b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jun 2013 07:13:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR/WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Stachel im welken Fleisch T&#252;rkei Syrien Methode Merkel ICIJ publiziert Teile [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR/WL/JB)<br />
<span id="more-17641"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h01">Stachel im welken Fleisch</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h02">T&#252;rkei</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h03">Syrien</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h04">Methode Merkel</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h05">ICIJ publiziert Teile der Offshore-Leaks-Datenbank</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h06">Deutschlands Exportsucht zerst&#246;rt die Euro-Zone</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h07">The Shocking Amount of Wealth and Power Held by 0.001% of the World Population</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h08">Hartz IV gef&#228;hrdet die Gesundheit</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h09">Willkommen in der EU!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h10">Innenminister Friedrich verteidigt US-Datenschn&#252;ffler</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h11">Schlechte Nachrichten f&#252;r Mieter und Internetnutzer</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h12">„Die Wahrheit liegt auf dem Platz“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h13">German Sociologists Boycott Academic Ranking</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h14">Zu guter Letzt: Nordirland errichtet Potemkin&#8217;sche D&#246;rfer</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641#h15">Das Letzte: Das war f&#252;r Berlin direkt (ZDF) als Berichterstattung &#252;ber den Parteitag der LINKEN wichtig</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17641&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Stachel im welken Fleisch</strong><br />
Es gibt noch linke Sozialdemokraten. Albrecht M&#252;ller geh&#246;rt dazu. Der 75-J&#228;hrige hat Karl Schiller, Willy Brandt und Helmut Schmidt gedient und danach den Glauben an die SPD verloren. Aber er ist immer noch in der Partei, als Stachel in ihrem welken Fleisch. Auch deshalb kommt er als Hauptredner zu den S-21-Gegnern.<br />
Man muss nicht unbedingt der Sohn eines Z&#252;ndholzgro&#223;h&#228;ndlers sein, aber es hilft. Beim Blick auf die Wirtschaft. Und schon sind wir bei Albrecht M&#252;ller. Als 16-J&#228;hriger, das ging damals, hat er seinen behinderten Vater im Opel Kapit&#228;n zu den Konferenzen gefahren und aufmerksam zugeh&#246;rt, wor&#252;ber die Herren geredet haben. &#220;ber den Markt, der bei den Z&#252;ndh&#246;lzern noch weniger ein freier war, als bei den anderen Waren, die in den 50er-Jahren gehandelt wurden. Damals, sagt der in Meckesheim bei Heidelberg Geborene, habe er mehr gelernt, als sp&#228;ter im Studium der Volkswirtschaft. &#220;ber Herren und Knechte und die Tritte unterm Tisch.<br />
M&#252;ller ist Sozialdemokrat seit 50 Jahren. F&#252;r Wirtschaftsminister Karl Schiller hat er die Reden geschrieben, f&#252;r Willy Brandt und Helmut Schmidt die Planungsabteilungen gef&#252;hrt, von 1987 bis 1994 im Bundestag gesessen, und danach hat er gelitten. An seiner Partei, die eigentlich nicht mehr seine war, die mit half, den Reichtum von unten nach oben zu verteilen, die mit in den Krieg zog und den Menschen erz&#228;hlte, dass dies alles notwendig sei, um Frieden und Wohlstand in Deutschland und Europa zu erhalten. &#8220;Die neue Strategie der SPD war&#8221;, bilanziert der heute 75-J&#228;hrige, &#8220;sich zu opfern&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.kontextwochenzeitung.de/pulsschlag/115/stachel-im-welken-fleisch-1245.html">Konext: Wochenzeitung</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>T&#252;rkei</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Man muss die brutale Staatsgewalt in der T&#252;rkei, Syrien, den USA, in Deutschland und anderswo in der Welt zusammendenken</strong><br />
Jedem an einer friedlichen Auseinandersetzung interessierten Menschen muss das brutale Vorgehen Erdogans und seiner Staatsgewalt gegen friedliche Demonstranten erschrecken und betroffen machen. Es macht auch keinen Sinn, Gewalt zu relativieren. Dient dies doch bewusst oder unbewusst nur dazu, Gewalt zu rechtfertigen. Und darin liegt vielleicht die Wurzel allen &#220;bels: Die Anwendung von Gewalt wird nicht grunds&#228;tzlich in Frage gestellt. Im Gegenteil, jeder Staatenlenker, sei es, dass er ein Land regiert oder auch nur eine Stadt, rechtfertigt den Einsatz von Gewalt, wenn er deren Anwendung auch zeitgleich mit erhobenem Zeigefinger in Richtung anderer staatlicher und nicht-staatlicher Gewaltt&#228;ter verurteilt.<br />
Noch vor kurzem verurteilte derselbe Erdogan, der jetzt gegen seine eigene Bev&#246;lkerung Krieg f&#252;hrt, das Vorgehen Assads in Syrien. Was sollen deutsche Politiker wiederum schon gro&#223; einwenden gegen die Gewalt in der T&#252;rkei, angesichts der Polizei-Gewalt vor einigen Jahren beim G-8-Gipfel in Heiligendamm oder gegen Gegner von Stuttgart 21 oder erst k&#252;rzlich gegen Demonstranten bei Blockupy in Frankfurt, angesichts der zeitgleichen Akzeptanz und Bef&#246;rderung von Kriegsdrohnen, Guantanamo, der gewaltsamen Verteidigung “deutscher Interessen” am Hindukusch und massiver Waffenexporte in alle Herren L&#228;nder?<br />
Es ist die breite und selbstverst&#228;ndliche Akzeptanz von Gewalt, die unsere Zivilisation, die genau deswegen immer noch keine ist, im Grunde genommen keinen Schritt voran gebracht hat bzw. uns immer wieder hinter bereits erreichte diplomatische Errungenschaften zur&#252;ckfallen l&#228;sst. Doch die Gewalt beginnt schon viel fr&#252;her.<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/06/man-muss-die-brutale-staatsgewalt-in-der-turkei-syrien-den-usa-in-deutschland-und-anderswo-in-der-welt-zusammendenken/#sthash.rnTNk16k.dpuf">Wirtschaft und Gesellschaft</a></li>
<li><strong>Gesichter von Gezi</strong><br />
Mit Tr&#228;nengas, Wasserwerfern und blanker Gewalt hat die t&#252;rkische Polizei am Wochenende den Gezi-Park ger&#228;umt. Wir waren kurz vorher noch dort und haben mit vier jungen Menschen gesprochen, die f&#252;r die Regierung &#8220;Terroristen&#8221; sind.<br />
Quelle: <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/573068/Gesichter-von-Gezi">SZ</a></li>
<li><strong>Aufnahme in die EU</strong><br />
<img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/kari_20130616_Sultan_kol.gif" alt="" title="" /><br />
Quelle: <a href="http://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur_4900.html">Klaus Stuttmann</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h03"></a><strong>Syrien</strong>
<ol type="a">
<li><strong>»Syrien droht der Staatszerfall«</strong><br />
Christiane Reymann ist Journalistin und aktiv in der Partei Die Linke sowie der Europ&#228;ischen Linkspartei. Zusammen mit Wolfgang Gehrcke hat sie das Buch »Syrien. Wie man einen s&#228;kularen Staat zerst&#246;rt und eine Gesellschaft islamisiert« (PapyRossa-Verlag) herausgegeben<br />
Noch im Sommer sollen in Genf auf Initiative Ru&#223;lands, der USA und der UNO Friedensgespr&#228;che zu Syrien stattfinden. Sie waren vom 2. bis 8. Juni mit einer Delegation der internationalen Initiative »Peace in Syria« in Damaskus, haben dort mit Vertretern von Oppositionsgruppen sowie auf Ministerebene mit der Regierung und mit Pr&#228;sident Baschar Al-Assad gesprochen. Wie gro&#223; ist die Bereitschaft zum Dialog?<br />
Sehr gro&#223;, die Erwartungen sind fast zu hoch. Die Regierung ist gut vorbereitet. Die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen setzen gro&#223;e Hoffnungen auf Genf. Es herrscht eine Stimmung wie »Das ist unsere letzte Chance«, was es nicht ist. Ich glaube nicht, da&#223; sich der Krieg durch Gespr&#228;che in Genf beenden l&#228;&#223;t, aber es wird eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Frieden, wenn Frieden das Thema ist und nicht ein sogenannter Regime Change. (&#8230;)<br />
Pr&#228;sident Assad hat sich in einem Interview mit dem libanesischen TV-Sender Al-Manar (siehe jW vom 4. und 5. Juni) siegessicher gezeigt. Wie haben Sie die Stimmung in Damaskus erlebt?<br />
Als wir in der Hauptstadt ankamen und unsere ersten Gespr&#228;che f&#252;hrten, tobte noch der Kampf um Kusair. Am zweiten Tag kam dann die Meldung vom Sieg. Man hat unseren Gespr&#228;chspartnern physisch die Erleichterung angemerkt – Regierungsvertretern wie auch vielen anderen. Kusair war zwar kein Stalingrad, aber eine f&#252;r sie sehr wichtige Schlacht.<br />
Meiner Wahrnehmung nach vertraut die Regierung darauf, da&#223; sie im Zweifelsfall, falls Genf scheitert, milit&#228;risch weitermachen und siegen kann. Das besorgt mich, weil es eine Art Hintert&#252;r l&#228;&#223;t. Dieser Krieg ist milit&#228;risch nicht zu gewinnen. Es kann sein, da&#223; die Armee eine Zeitlang milit&#228;risch die Oberhand behalten kann. Aber das Land ist jetzt schon in einem so desastr&#246;sen Zustand, da&#223; ein Zerfall nicht unwahrscheinlich ist.<br />
Die religi&#246;sen Selbstdefinitionen bilden sich in Syrien in Windeseile heraus, und das in einer Sch&#228;rfe, die niemand erwartet hat. Mich erinnert das an das ehemalige Jugoslawien in den 90er Jahren, wo es auf einmal Katholiken, Orthodoxe und Muslime, Kroaten und Serben gegeben hat. Eine solche Dynamik ist nur ganz schwer zu bremsen und r&#252;ckg&#228;ngig zu machen.<br />
Quelle: <a href="http://www.jungewelt.de/2013/06-14/061.php">Junge Welt</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung C.R.:</strong> Die j&#252;ngsten Verlautbarungen aus Washington verhei&#223;en nichts Gutes: Der angebliche Chemiewaffeneinsatz, den die US-Regierung offenbar ebenso beweisen kann wie seinerzeit im Irak, sollte wom&#246;glich Ru&#223;land zum Einlenken bewegen. Das Gegenteil scheint jedoch der Fall zu sein und die USA sollten ernsthaft ihre Einstellung zum milit&#228;rischen Engagement &#252;berdenken und endlich Beitr&#228;ge f&#252;r friedliche politische L&#246;sungen leisten. Mit Obama steht nicht lediglich das Ansehen eines US-Pr&#228;sidenten, sondern das eines Friedensnobelpreistr&#228;gers auf dem Spiel.</em></li>
<li><strong>USA, Syrien und die Chemiewaffen</strong><br />
Gespr&#228;ch mit G&#252;nter Meyer: Die USA wollen die Rebellen im Kampf gegen die Regierung von Pr&#228;sident Assad mit Waffen unterst&#252;tzen. Das syrische Regime habe eine &#8220;rote Linie&#8221; &#252;berschritten, so Obama. Syrien habe Chemiewaffen gegen die Opposition eingesetzt. Was hei&#223;t das, fragen wir G&#252;nter Meyer, Leiter des Zentrums f&#252;r Forschung zur Arabischen Welt an der Johannes-Gutenberg-Universit&#228;t in Mainz<br />
Quelle: <a href="http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&#038;mode=play&#038;obj=36892">3sat</a></p>
<p><strong>dazu auch: <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/9959/eine-giftgas-verschworung-der-assad-gegner">G&#252;nther Meyer &#8211; Eine Giftgas-Verschw&#246;rung der Assad-Gegner?</a></strong> </li>
<li><strong>Syria’s Strategic Balance at a Tipping Point</strong><br />
The Syrian conflict has entered a critical phase with the fall of the town of Qusair to regime troops backed by Hezbollah fighters in the early hours of June 5. Both sides have made gains and suffered losses over the past six months, so this should be no different. But the discrepancy between the regime’s underlying strengths and the armed opposition’s enduring weaknesses is starting to tell.<br />
If the strategic equilibrium that has emerged since November 2012 tips further, it will be a decisive shift in the regime’s favor. The political and military wings of the opposition must address their most serious shortcomings. If they do not, they will be in retreat, if not full flight, by the end of 2013.<br />
Quelle: <a href="http://carnegie-mec.org/2013/06/07/syria-s-strategic-balance-at-tipping-point/g95a">Carnegie Middle East Center</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Niels Kardritzke:</strong> Die ist ein extrem interessanter (und realistischer) Bericht &#252;ber die Lage in Syrien. Obwohl auf englisch, m&#252;sste es gen&#252;gend Leser geben, die sich f&#252;r eine solche &#8220;harte&#8221; Analyse interessieren.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h04"></a><strong>Methode Merkel</strong><br />
Stuttgart 21 wird scheitern. Da ist sich Volker L&#246;sch ganz sicher. Aus vielen Gr&#252;nden. Der Regisseur und profilierte S 21-Gegner sieht ganz neue Schubkraft f&#252;r den Protest, wenn das „Prinzip Stuttgart 21“ als „Methode Merkel“ erkannt und auf die Bundesebene gehievt wird. Auf die Gr&#252;nen setzt er dabei allerdings nicht mehr. Ein Interview aus Anlass der Gro&#223;kundgebung am 15. Juni. (&#8230;)<br />
Der S 21-Protest steht also vor dem Aufbruch in eine neue Dimension?<br />
Abwarten. Wir stehen vielleicht am Anfang von etwas Neuem. Wir haben schon so viel erreicht, warum soll da nicht noch mehr drin sein? Der Menschenschlag hier ist dickk&#246;pfig und konsequent, lernf&#228;hig und streitlustig. Hier haben sich schon ganz andere die Z&#228;hne ausgebissen.<br />
Zusammenfassend drei kurze Fragen:<br />
S 21 kommt: Wer hat was davon?<br />
Die Bauwirtschaft, die Immobilienspekulanten und eine Politiker-Kaste, die ihre Klientelpolitik weiter betreiben m&#246;chte.<br />
Warum kommt S 21 nicht?<br />
Weil der Widerstand in der Bev&#246;lkerung zu gro&#223; und zu nachhaltig ist. Weil er sich nicht kleinkriegen l&#228;sst. Weil er nicht aufh&#246;ren wird. Weil irgendein Argument, irgendein Fakt oder irgendein Umstand dieses Projekt scheitern lassen wird.<br />
Und wenn S 21 doch kommt?<br />
Dann wird es nicht funktionieren. Allein schon aus technischen Gr&#252;nden. Es ist nicht nur das d&#252;mmste und am schlechtesten geplante Gro&#223;projekt, es ist auch das Projekt mit den meisten technischen M&#228;ngeln. Es w&#252;rde eine gigantische Bauruine, ein Ort der Apokalypse werden.<br />
In Ihrer Rede zur Verleihung des Lessing-Preises fantasieren Sie sich im Weimarer Altersheim f&#252;r K&#252;nstler ins &#8220;Weimar 2033&#8243;, in ein von Neo-Nazis freies Weimar. Was sieht Ihre Fantasie f&#252;r &#8220;Stuttgart 2033&#8243;?<br />
2033 wird in Stuttgart ein hochmoderner, funktionierender Kopfbahnhof in Betrieb sein. Die Stadt ist komplett autofrei, radikal begr&#252;nt und mit vielf&#228;ltigen alternativen Wohn- und Lebensmodellen Vorbild f&#252;r die lebenswerte Stadt der Zukunft. B&#252;rgerschaft und Zivilgesellschaft sind durch den Sieg im Kampf gegen S 21 entscheidend gest&#228;rkt. Die Politik verhandelt alle wichtigen Entscheidungen, die die Allgemeinheit betreffen, direkt-demokratisch. Es gibt keine Armen mehr in Stuttgart, aber auch keine Milliard&#228;re. Alles in allem geht es gerechter zu. Es regiert irgendeine rot-gr&#252;ne Koalition, Kanzlerin ist immer noch Angela Merkel. Aber das ist alles nicht mehr so wichtig, denn Parteien haben nur noch wenig Macht. Grube und Merkel haben sich wegen des Katastrophen-Projekts S 21 entschuldigt; nat&#252;rlich halbherzig, gezwungen vom Druck der &#246;ffentlichen Meinung, aber sie haben ihre Schuld daran geschickt auf andere geschoben. Stuttgart wird dauerhaft Kulturhaupstadt Europas, der VfB holt das Triple, und in den Stuttgarter Altersheimen lachen K 21-Veteranen immer wieder herzhaft &#252;ber Merkels M&#228;rchen von der &#8220;Alternativlosigkeit&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.kontextwochenzeitung.de/pulsschlag/115/methode-merkel-1243.html">Kontext</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>ICIJ publiziert Teile der Offshore-Leaks-Datenbank</strong><br />
Firmenbesitzer, Manager, Anw&#228;lte: Die Investigativ-Journalisten von ICIJ machen die Namen aus den Offshore-Leaks-Daten zu Unternehmenskonstrukten in Steueroasen teilweise als Datenbank verf&#252;gbar und durchsuchbar.<br />
Fragen und Antworten<br />
Seit Samstagmorgen sind Hunderttausende Offshore-Leaks-Daten &#246;ffentlich einsehbar und recherchierbar. Das Internationale Konsortium f&#252;r Investigativen Journalismus (ICIJ) in Washington, das den immensen Datensatz vor etlichen Monaten von einer anonymen Quelle zugespielt bekam, macht damit wesentliche Informationen &#252;ber ein Suchtool im Internet verf&#252;gbar. Angezeigt werden Angaben zu Firmen, zu ihren Besitzer und Managern, sowie zu dazwischen geschalteten Verwaltern wie Anw&#228;lten und Banken.<br />
Warum macht das ICIJ die Daten &#246;ffentlich?<br />
Um allen Journalisten und B&#252;rgern weltweit die Recherche in diesen Daten zu erm&#246;glichen &#8211; und um auf diese Art Transparenz zu schaffen in einer Umgebung, die von der Geheimhaltung lebe und so &#8220;Betrug, Steuerhinterziehung, Geldw&#228;sche und andere Formen der Korruption&#8221; erm&#246;gliche, sagt ICIJ-Direktor Gerard Ryle. Das ICIJ folgt damit einem Verst&#228;ndnis von Transparenz, das in vielen L&#228;ndern erheblich st&#228;rker ausgepr&#228;gt ist als in Deutschland. In Schweden sind Steuerdaten von jedermann einsehbar, in den USA sind viele &#246;ffentliche Datenbanken online verf&#252;gbar, so dass jeder B&#252;rger jederzeit selbst staatliche Daten pr&#252;fen kann &#8211; von einfachen Grundbucheintr&#228;gen bis hin zu Gerichtsurteilen, mit vollen Namen oder Fotos und Identit&#228;ten von Festgenommenen. In der Tradition dieser Transparenzkultur ist die jetzige Ver&#246;ffentlichung zu sehen &#8211; wobei die Datenbank sehr viele sensible Daten nicht enth&#228;lt, die in den Originaldaten noch enthalten waren: Kopien von Personalausweisen, Mailadressen, Kontodaten und anderes, was die Privatsph&#228;re der Betroffenen ber&#252;hrt.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/steueroasen-icij-publiziert-teile-der-offshore-leaks-datenbank-1.1697150">s&#252;ddeutsche</a></p>
<p><strong>passend dazu: Sven Giegold: Steuerflucht wird schwieriger</strong><br />
Seit einigen Monaten sind die Regierungsverb&#252;nde OECD, G 8, G 20 und EU so aktiv wie nie im Kampf gegen Steuerflucht und aggressive Steuervermeidung von Gro&#223;unternehmen. Beim genaueren Hinsehen wird jedoch deutlich, dass es bei der Schlie&#223;ung von Steueroasen f&#252;r Privatpersonen deutlich besser vorangeht als bei den dreisten Steuerschiebereien transnationaler Unternehmen. Hier gen&#252;gt es nicht, Informationen auszutauschen. Staaten m&#252;ssen sich vielmehr auf Regeln einigen, wer bei verflochtenen Unternehmen das Besteuerungsrecht auf welches Einkommen hat. Das greift tief in die Souver&#228;nit&#228;t von Staaten ein. Wie arm sich Konzerne rechnen k&#246;nnen, haben Amazon, Google, Starbucks &#038; Co hinl&#228;nglich bewiesen. Doch ganz einfache Antworten gibt es darauf nicht. Gerade in der EU m&#252;ssen Mitgliedsl&#228;nder bereit sein, die Regeln zur Berechnung ihrer Steuerbasis anzugleichen. Das wird aber nicht gen&#252;gen. Auch Mindeststeuers&#228;tze auf Unternehmensgewinne sind notwendig, um dem Steuertreiben Einhalt zu gebieten. Dabei k&#246;nnen diese Mindeststeuers&#228;tze in &#228;rmeren Staaten niedriger sein als in reichen, da sie ja auch weniger Bildung, Infrastruktur und Sicherheit f&#252;r die Investoren bieten. Doch davon sind wir noch weit entfernt, denn die Ideologie von der segensreichen Wirkung des Steuerwettbewerbs ist noch tief verankert, auch in unserer Bundesregierung. Dabei ist doch offensichtlich, dass offene Grenzen auch gemeinsame Regeln f&#252;r alle Wettbewerber brauchen. &#8211; Tragisch waren die letzten Wochen f&#252;r die Finanztransaktionssteuer. Nachdem elf Staaten sich in der EU zusammengetan haben, um die Steuer in einer &#8220;verst&#228;rkten Zusammenarbeit&#8221; in der EU einzuf&#252;hren, steckt nun der Teufel im Detail. Kaum ein Tag vergeht, an dem die Finanzindustrie und von ihnen bezahlte Spindoktoren und Studienschreiber nicht neues St&#246;rfeuerwerk entz&#252;nden. Viele Gegner der Steuer haben nun die Strategie gewechselt und verlangen dreiste Ausnahmen &#8211; wohl wissend, dass wesentliche Ausnahmen wie auf Derivate, Investmentfonds &#038; Co der Tod der Steuer sind, weil sie dann mithilfe von Finanzalchemie leicht umgehbar wird. Gut m&#246;glich, dass die Finanzindustrie Erfolg haben wird und die Spekulationssteuer zu einer Ministeuer auf wenige Finanzprodukte geschrumpft wird.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=hi&#038;dig=2013%2F06%2F15%2Fa0180&#038;cHash=d07afe9c50c95a5419da21ec64d49f04">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Kann man wirklich davon sprechen, dass in Europa der automatische Informationsaustausch zu Privatpersonen vorangekommen ist? Beim letzten Treffen der EU-Regierungen, dezidiert dem Thema Steuern gewidmet, haben das kleine  Luxemburg und &#214;sterreich die EU wieder einmal ausgebremst. Die automatische &#220;bermittlung von Kontendaten soll erst dann beschlossen werden, wenn dies f&#252;r Schweiz und Liechtenstein gelten werde. Und  zu den Steuervermeidungsstrategien der Gro&#223;konzerne, die durch die gro&#223;en Unterschiede der Unternehmensbesteuerung in den Mitgliedstaaten erm&#246;glicht werden, wurde bereits im Vorwege beschlossen, &#252;ber diese erst gar nicht zu sprechen. Manche, vor allem die Finanzindustrie werden von dem merkelschen &#8220;Wir m&#252;ssen sehen, was m&#246;glich ist&#8221; tief beeindruckt sein. So erfreulich es ist, dass das Journalistennetzwerk ICIJ kurz vor Beginn des G8-Gipfels mit Ver&#246;ffentlichung von Offshore-Leaks-Daten den Druck an  die Bek&#228;mpfung von Steuerflucht und Steueroasen erinnern wollte, der Gipfel wird wohl im Schatten des Waffenangebots der USA an syrische Rebellen ablaufen. &#8211;  Das Netzwerk stellte am Samstag die Namen und Daten von 120.000 Treuhandgesellschaften und Firmen und 130.000 involvierten Personen, die in Steueroasen ihren Sitz haben, <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/steueroasen-icij-publiziert-teile-der-offshore-leaks-datenbank-1.1697150">ins Internet</a>.</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Deutschlands Exportsucht zerst&#246;rt die Euro-Zone</strong><br />
Deutschland ist besessen vom Export – meint der US-&#214;konom Adam S. Posen. Damit schade es nicht nur den Krisenl&#228;ndern, sondern beraube deutsche Arbeitnehmer auch ihres gerechten Lohns.<br />
Billige Arbeit ist keine Basis, auf der reiche L&#228;nder miteinander konkurrieren sollten. Doch genau diese billige Arbeit ist der Hauptgrund des deutschen Exporterfolgs der letzten zw&#246;lf Jahre. Der Export wiederum war f&#252;r Deutschland die einzige Quelle wirtschaftlichen Wachstums. Die Vorstellung, dass Handels&#252;bersch&#252;sse den wirtschaftlichen Rang eines Landes bestimmten, ist in der Bundesrepublik nun schon allzu lange verbreitet. Das und die Probleme der Euro-S&#252;dl&#228;nder wiegen die Deutschen in einem falschen Gef&#252;hl der Sicherheit. Die Deutschen denken, dass alles in bester Ordnung sei mit der Wirtschaftspolitik der schwarz-gelben Koalition und der deutschen Wirtschaft &#252;berhaupt. Das ist nicht der Fall.<br />
Niemand kann das Mini-Wunder leugnen, das der deutsche Arbeitsmarkt in der vergangenen Dekade erlebt hat. Der R&#252;ckgang der Arbeitslosenrate von elf auf unter sechs Prozent, und das in Zeiten der Schulden- und Euro-Krise, ist als historisch zu bezeichnen. Wie schon oft erw&#228;hnt, ging dies einher mit der Vermehrung der Minijobs und der Leiharbeit.<br />
Die Inhaber dieser Jobs genie&#223;en nicht den Schutz und die Vorz&#252;ge, die f&#252;r fr&#252;here Generationen selbstverst&#228;ndlich waren. Lediglich im vergangenen Jahr &#252;bertrafen die Lohnsteigerungen die Summe von Inflation und Produktivit&#228;tswachstum, konnten die deutschen Arbeitnehmer also die Fr&#252;chte ihrer Arbeit genie&#223;en. Deutschland hat eine interne Abwertung betrieben, um wieder wettbewerbsf&#228;hig zu werden.<br />
Quelle: <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article117134282/Deutschlands-Exportsucht-zerstoert-die-Euro-Zone.html">welt</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>The Shocking Amount of Wealth and Power Held by 0.001% of the World Population</strong><br />
Many now know the rhetoric of the 1% very well: the imagery of a small elite owning most of the wealth while the 99% take the table scraps.<br />
In 2006, a UN report revealed that the world’s richest 1% own 40% of the world’s wealth, with those in the financial and internet sectors comprising the “super rich.” More than a third of the world’s super-rich live in the U.S., with roughly 27% in Japan, 6% in the U.K., and 5% in France. The world’s richest 10% accounted for roughly 85% of the planet&#8217;s total assets, while the bottom half of the population – more than 3 billion people – owned less than 1% of the world’s wealth.<br />
Looking specifically at the United States, the top 1% own more than 36% of the national wealth and more than the combined wealth of the bottom 95%. Almost all of the wealth gains over the previous decade went to the top 1%. In the mid-1970s, the top 1% earned 8% of all national income; this number rose to 21% by 2010. At the highest sliver at the top, the 400 wealthiest individuals in America have more wealth than the bottom 150 million. (&#8230;)<br />
In early 2013, Oxfam reported that the fortunes made by the world’s 100 richest people over the course of 2012 – roughly $240 billion – would be enough to lift the world’s poorest people out of poverty four times over. In the Oxfam report, &#8220;The Cost of Inequality: How Wealth and Income Extremes Hurt Us All,&#8221; the international charity noted that in the past 20 years, the richest 1% had increased their incomes by 60%. Barbara Stocking, an Oxfam executive, noted that this type of extreme wealth is “economically inefficient, politically corrosive, socially divisive and environmentally destructive&#8230;We can no longer pretend that the creation of wealth for a few will inevitably benefit the many – too often the reverse is true.”<br />
The report added: “In the UK, inequality is rapidly returning to levels not seen since the time of Charles Dickens. In China the top 10% now take home nearly 60% of the income. Chinese inequality levels are now similar to those in South Africa, which is now the most unequal country on Earth and significantly more unequal than at the end of apartheid.” In the United States, the share of national income going to the top 1% has doubled from 10 to 20% since 1980, and for the top 0.01% in the United States, “the share of national income is above levels last seen in the 1920s.”<br />
Quelle: <a href="http://www.alternet.org/economy/global-power-elite-exposed">AlterNet</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Hartz IV gef&#228;hrdet die Gesundheit</strong><br />
Das Jobcenter Ennepe-Ruhr zahlt Diabetes-Krankem 6 Monate kein Geld – nicht mal f&#252;r dringend n&#246;tige Medikamente. (Brigitte Vallenthin)<br />
Selbst nach einem Gerichtsbeschluss im Eilverfahren sah sich das Jobcenter Ennepe-Ruhr-Kreis (EN)nicht an Recht und Gesetz gebunden und verweigerte – wie zuvor bereits 6 Monate – weiterhin einem an Diabetes Erkrankten die ihm von der 33. Kammer des Sozialgerichts Dortmund zugesprochene Leistung. In einem Brief forderte der Betroffene jetzt Amtsleiter Heiner D&#252;rwald auf, die Anordnung des Sozialgerichts Dortmund vom 27. Mai durch Zahlung zu befolgen. Andernfalls wird das Jobcenter bald Besuch vom Gerichtsvollzieher bekommen. (&#8230;)<br />
Vier Tage nach dem Gerichtstermin ging per Fax der Beschluss ein: Keine Miete und noch nicht einmal 10% der zustehenden Leistungen f&#252;r die zur&#252;ckliegenden Monate. Lediglich als Almosen der Regelsatz von 382,- € f&#252;r die zwei Monate – „l&#228;ngstens jedoch bis zum 30.06.2013“. Bis zu diesem Datum sind nur noch gut zwei Wochen. Und der 52-J&#228;hrige Diabetes-Kranke hat vom Jobcenter immer noch nicht einmal die Almosen-Zuteilung des Sozialgerichts f&#252;r Mai und Juni erhalten – von der Frage, wovon er ab Juli leben soll gar nicht zu reden.<br />
Wird Jobcenter-Chef Heiner D&#252;rwald dem Steuerzahler noch Gerichtsvollzieherkosten aus der Tasche ziehen?<br />
Seit dem 29. Mai hat der „Kunde“ mit zahlreichen Telefonaten und pers&#246;nlichen Vorsprachen im Jobcenter versucht, an sein Geld zu kommen. Gleich im Eingangsbereich der Beh&#246;rde wurde er abgewimmelt. Schlie&#223;lich am 11. Juni kam er dann doch noch bis zum Vorgesetzten seiner Sachbearbeiterin. Das Ergebnis wie zuvor: „wir zahlen nicht“.<br />
Inzwischen hat er an den Amtschef seines Jobcenters, Heiner D&#252;rwald, geschrieben und ihm Gelegenheit zur Zahlung gegeben, damit dem Steuerzahler die Kosten f&#252;r den Besuch des Gerichtsvollziehers erspart bleiben. Jetzt wartet die Hartz4-Plattform gespannt, ob der Verwaltungschef die Bindung an Recht und Gesetz so ernst nimmt, dass er den titulierten Rechtsanspruch gegen seine Beh&#246;rde doch noch freiwillig erf&#252;llt. Andernfalls hat der Betroffene keine andere Wahl, als unter Wahrung der Gerichtsfrist noch vor Ende des Monats Vollstreckungsantrag gegen das Jobcenter Ennepe-Ruhr-Kreis beim Gericht zu stellen.<br />
Quelle: <a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2013/06/14/hartz-iv-gefahrdet-die-gesundheit/#more-12610">Hinter den Schlagzeilen</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Willkommen in der EU!</strong><br />
Die deutsche &#214;ffentlichkeit glaubt nun, dass die t&#252;rkische Europauntauglichkeit nachdr&#252;cklich unterstrichen sei. Das ist mutig f&#252;r die &#214;ffentlichkeit eines Landes, in dem in der j&#252;ngsten Vergangenheit Kapitalismuskritiker und Bahnhofsgegner mehrfach krankenhausreif gepr&#252;gelt wurden.<br />
Na ja, mutig &#8211; oder einfach nur betriebsblind. Vielleicht handelt es sich ja auch im besten psychoanalytischen Sinne um die unbewusste Verlagerung eigenen Versagens auf ein anderes Objekt. Mit freundlicher Unterst&#252;tzung der Polis nat&#252;rlich. Es ist in jedem Falle ein Gutteil Chuzpe dabei, die Ereignisse in der T&#252;rkei als Feigenblatt zu verwenden.<br />
Mir war n&#228;mlich so, als habe amnesty international vor einigen Jahren erst erkl&#228;rt, dass ausgerechnet im europatauglichen Deutschland die Polizeigewalt floriere. Von Schl&#228;gern in Uniform schrieben manche Zeitungen damals. Schl&#228;ge und Schikane w&#228;ren demnach &#252;blich &#8211; und t&#246;dliche Ausg&#228;nge h&#228;tte es schon mehrfach gegeben. Die Berichte der letzten Jahre, aus Heiligendamm, Stuttgart und Frankfurt, haben doch zudem belegt, dass dieses Land ein Expansionsfeld f&#252;r aggressive junge Leute ist, die sich im &#214;ffentlichen Dienst zum Wohle der Allgemeinheit austoben wollen. Gut, ist ja wahrscheinlich nicht weiter schlimm, denn amnesty international hat dieses Ph&#228;nomen der gesamten EU attestiert. Ist halt ein Trend &#8211; was will man da machen?<br />
Was ist jetzt eigentlich der gro&#223;e Unterschied zwischen t&#252;rkischen und deutschen Kn&#252;ppeln? Mancher wird nun sagen, dass die Gewalt in der T&#252;rkei unvergleichlich sei. Das sag&#8217; mal einer dem erblindeten Typen aus Stuttgart, der wei&#223; was &#252;ber Unvergleichlichkeiten zu berichten. Platzwunden sind immer unvergleichlich, keine sieht aus wie die andere. &#220;berhaupt so ein d&#228;mliches Wort &#8211; wie auch dieses &#8220;unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig&#8221;, das einige moderaten Kritiker des Frankfurter Stra&#223;enterrors in den Mund nahmen. Was soll denn das sein, unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig? Welches Verh&#228;ltnis und in welcher Relation dazu ist gemeint?<br />
Quelle: <a href="http://ad-sinistram.blogspot.de/2013/06/willkommen-in-der-eu.html">ad sinistram</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Innenminister Friedrich verteidigt US-Datenschn&#252;ffler</strong><br />
Etliche deutsche Politiker haben die Netz&#252;berwachung durch den US-Geheimdienst NSA scharf kritisiert. Andere T&#246;ne kommen jetzt von CSU-Mann Hans-Peter Friedrich. Der Innenminister meint: So darf man mit Freunden nicht umgehen.<br />
Im Skandal um die &#220;berwachung des Internets in den Vereinigten Staaten hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die USA vor deutscher Kritik verteidigt. „So geht man nicht mit Freunden um, die im Kampf gegen den Terrorismus unsere wichtigsten Partner sind“, sagte der Minister der „Welt am Sonntag“. Friedrich betonte, Deutschland sei von Datenzulieferungen aus den USA abh&#228;ngig. Es sei bekannt, „dass es die US-Geheimdienste sind, die uns immer wieder wichtige und richtige Hinweise gegeben haben“.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/prism-skandal-innenminister-friedrich-verteidigt-us-datenschnueffler/8355624.html">tagesspiegel</a></p>
<p><strong>passend dazu: Negativpreis f&#252;r Innenminister Friedrich</strong><br />
Die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den Negativpreis &#8220;Verschlossene Auster&#8221; verliehen. Damit werde die restriktive Haltung von Friedrich in der Auseinandersetzung um Auskunftsrechte von Journalisten bei Bundesbeh&#246;rden und die Blockadehaltung des Ministeriums beim Informationsfreiheitsgesetz (IFG) gew&#252;rdigt, hie&#223; es in einer Mitteilung des Netzwerks Recherche. Zudem habe Friedrich, der auch Sportminister ist, die Ver&#246;ffentlichung der Medaillenvorgaben der Sportf&#246;rderung bei den Olympischen Spielen 2012 gerichtlich zu verhindern versucht. (&#8230;) Die Vergabe des Kritikpreises &#8220;Verschlossene Auster&#8221; ist allj&#228;hrlich ein H&#246;hepunkt bei der Tagung der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche. Diese wenig schmeichelhafte Auszeichnung erhalten Menschen oder Organisationen, die sich Journalisten gegen&#252;ber abschotten und Informationen verweigern. Im Jahr der Finanzkrise 2009 hatte sie der Bundesverband deutscher Banken erhalten, 2012 war der Weltfu&#223;ballverband FIFA als &#8220;Informationsblockierer des Jahres&#8221; dran. Auch der fr&#252;here Bahnchef Hartmut Mehdorn und die Katholische Kirche sowie der Discounter Aldi waren schon Preistr&#228;ger.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/medien/netzwerk-recherche-negativpreis-fuer-innenminister-friedrich,1473342,23347034.html">fr</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Es ist bezeichnend f&#252;r den CSU-Innenminister Friedrich, da&#223; er im Zusammenhang mit der weltweiten Datenschn&#252;ffelei des US-Geheimdienstes NSA wieder einmal versucht, mit nebul&#246;sen und unbewiesenen Behauptungen die Einschr&#228;nkung von Freiheitsrechten zu rechtfertigen. Im Tagesspiegel hei&#223;t es unter der &#220;berschrift &#8220;<a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/prism-skandal-innenminister-friedrich-verteidigt-us-datenschnueffler/8355624.html">Innenminister Friedrich verteidigt US-Datenschn&#252;ffler</a>&#8220;:</em><br />
<em>&#8220;„So geht man nicht mit Freunden um, die im Kampf gegen den Terrorismus unsere wichtigsten Partner sind“, sagte der Minister der „Welt am Sonntag“. Friedrich betonte, Deutschland sei von Datenzulieferungen aus den USA abh&#228;ngig. Es sei bekannt, „dass es die US-Geheimdienste sind, die uns immer wieder wichtige und richtige Hinweise gegeben haben“. Friedrich sagte, die US-Geheimdienste h&#228;tten geholfen, mehrere Anschl&#228;ge bereits in der Vorbereitungsphase zu verhindern und Menschenleben zu retten. Deutschland sei daher „sehr dankbar f&#252;r die gute Zusammenarbeit“.&#8221;</em><br />
<em>Wird von Politikern versucht, grundlegende b&#252;rgerliche Freiheitsrechte einzuschr&#228;nken, dann wird zumeist die Standard-Rechtfertigung &#8220;Kampf gegen den Terrorismus&#8221; vorgeschoben. Es wird behauptet, die Aufrechterhaltung eines bestimmten Grundrechtes f&#246;rdere terroristische Anschl&#228;ge und gef&#228;hrde damit Menschenleben. Stichhaltige Beweise werden zumeist nicht geliefert, vielmehr spekulieren politische Hardliner vom Schlage des CSU-Innenministers Friedrich darauf, das Sch&#252;ren von Bedrohungs&#228;ngsten w&#252;rde die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger davon abhalten, gegen das Schleifen b&#252;rgerlicher Freiheitsrechten aufzubegehren. Doch selbst f&#252;r den Fall, da&#223; das vorgebrachte Argument &#8220;Terrorismusbek&#228;mpfung&#8221; zumindest ein K&#246;rnchen Wahrheit enthalten sollte, w&#228;re im Rahmen einer G&#252;terabw&#228;gung zu pr&#252;fen, ob der vorgegebene Zweck &#8211; die Terrorismusbek&#228;mpfung &#8211; das anvisierte Mittel &#8211; die massive Grundrechtseinschr&#228;nkung &#8211; rechtfertigt. Zudem sollten sich politische Hardliner wie Bundesinnenminister Friedrich zun&#228;chst einmal an an die eigene Nase fassen und sich f&#252;r eine Beendigung jener v&#246;lkerrechtswidrigen und inhumanen milit&#228;rischen, au&#223;enpolitischen und &#246;konomischen Praktiken stark machen, die der Ausbreitung des weltweiten Terrorismus immer wieder aufs Neue Vorschub leisten: Das F&#252;hren von v&#246;lkerrechtswidrigen Kriegen, der weltweite Einsatz von Kampfdrohnen (denen zudem zahlreiche unschuldige Zivilisten zum Opfer fallen und deren Einsatz terroristischem Handeln immer &#228;hnlicher wird, wie Stephan Hebel k&#252;rzlich in einem Beitrag f&#252;r die Frankfurter Rundschau treffend feststellte), R&#252;stungsexporte an diktatorische Regime oder auch die Kumpanei mit polit-&#246;konomischen Eliten in Diktaturen zu Lasten der dortigen Bev&#246;lkerungsmehrheiten. Aber diesbez&#252;glich herrscht gerade auch bei Bundesinnenminister Friedrich v&#246;llige Funkstille. Hans-Peter Friedrich sowie zahlreichen weiteren auf seiner politischen Linie liegenden Politikern sei folgender, Benjamin Franclin (einer der Gr&#252;nderv&#228;ter der Vereinigten Staaten) zugeschriebene Ausspruch ins Stammbuch geschrieben: &#8220;Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um vor&#252;bergehend ein wenig Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.&#8221;</em></p>
<p><strong>Dazu: BND weitet Internet-&#220;berwachung aus</strong><br />
Der BND liest mit: Nicht nur die amerikanische NSA, auch der deutsche Auslandsgeheimdienst kundschaftet internationalen Mailverkehr aus. Nun soll die Netz&#252;berwachung sogar ausgebaut werden.<br />
Der Bundesnachrichtendienst (BND) will die &#220;berwachung des Internets trotz des Skandals um die amerikanische Datenspionage massiv ausweiten. Wie der „Spiegel“ berichtet, hat der deutsche Auslandsgeheimdienst dazu ein 100-Millionen-Euro-Programm aufgelegt, das sich &#252;ber die kommenden f&#252;nf Jahre streckt. Mit dem Geld wolle der BND die Abteilung „Technische Aufkl&#228;rung“ um bis zu 100 neue Mitarbeiter aufstocken und in gro&#223;em Umfang neue Rechen- und Serverkapazit&#228;ten aufbauen. In einer ersten Tranche habe die Bundesregierung bereits f&#252;nf Millionen Euro freigegeben.<br />
Mit den neuen Kapazit&#228;ten will der BND dem Bericht zufolge &#228;hnlich wie die amerikanische NSA sicherstellen, dass der grenz&#252;berschreitende Datenverkehr m&#246;glichst umfassend &#252;berwacht werden kann. Im G-10-Gesetz ist festgelegt, dass der Geheimdienst bis zu 20 Prozent der Kommunikation zwischen der Bundesrepublik und dem Ausland auf verd&#228;chtige Inhalte pr&#252;fen darf. Aufgrund technischer Probleme w&#252;rden die Beamten bislang aber nur knapp f&#252;nf Prozent der E-Mails, Telefonate, Facebook-Konversationen oder Skype-Unterhaltungen auswerten.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/politik/datenverkehr-bnd-weitet-internet-ueberwachung-aus,1472596,23360912.html">FR</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Das sehr kostenintensive Schn&#252;ffeln erfolgt mit der wohlkingenden Begr&#252;ndung, so lie&#223;en sich verd&#228;chtige E-Mails und SMS aufsp&#252;ren, die auf Terrorismus sowie auf Waffen- und Menschenhandel hindeuten. Welcher Waffenhandel ist hier gemeint? Auch beispielsweise jene deutschen R&#252;stungsexporte an das salafistische Regime in Saudi-Arabien, die von diesem im Bedarfsfalle nicht nur zur Unterdr&#252;ckung der eigenen Bev&#246;lkerung benutzt werden, sondern von den saudische Truppen bereits eingesetzt wurden, um die Demokratiebewegung im Nachbarstaat Bahrain blutig niederzuschlagen? Vor heimischem Wahlpublikum schwingt CSU-Bundesinnenminister Friedrich gerne populistisch die Salafisten-Keule. Den &#8220;christlichen&#8221; Bundesinnenminister scheinen bei der Belieferung des saudischen Salafistenregimes mit deutschen R&#252;stungsg&#252;tern jedoch keinerlei Gewissensbisse zu plagen.</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Schlechte Nachrichten f&#252;r Mieter und Internetnutzer</strong><br />
Peer Steinbr&#252;ck hat sein &#8220;Kompetenzteam&#8221; komplettiert und seinen Sprecher ausgewechselt<br />
Diese Woche gab der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbr&#252;ck bekannt, dass er seinen bisherigen Pressesprecher Michael Donnermeyer durch einen Mann namens Rolf Kleine ersetzt hat. Der hat einen etwas merkw&#252;rdigen Humor und war bis zum Sonntag Lobbyist bei der FirmaDeutsche Annington. (&#8230;)<br />
Der Glaubw&#252;rdigkeit von Steinbr&#252;cks Versprechen, sich f&#252;r Mieter einzusetzen, war dieser Wechsel deshalb nicht unbedingt dienlich. Kleine ist allerdings nicht die einzige Personalie sein, die der SPD im Wahlkampf eher schaden als n&#252;tzen d&#252;rfte: In Steinbr&#252;cks am 10. Juni komplettiertem &#8220;Kompetenzteam&#8221; ist n&#228;mlich mit der ehemaligen Justizministerin Brigitte Zypries ausgerechnet die Frau f&#252;r Verbraucherschutz zust&#228;ndig, deren Auskunftsanspruchs gegen Access-Provider dem IT-Fachanwalt Thomas Stadler zufolge die Filesharing-Massenabmahnungen &#8220;&#252;berhaupt erst m&#246;glich&#8221; machte.<br />
Dass sie nicht wusste, was ein Browser ist, hinderte die unbelehrte Mutter der Vorratsdatenspeicherung nicht daran, die Rechtslage f&#252;r Internetnutzer in Deutschland auch bei mehreren anderen Gelegenheiten entscheidend zulasten der Verbraucher zu verschlechtern &#8211; zum Beispiel durch ein neu eingef&#252;hrtes Verbot von &#8220;Umgehungstechnologie&#8221; im Urheberrechtsgesetz. Die 59-J&#228;hrige passt allerdings insofern gut zu Steinbr&#252;ck, als der Kanzlerkandidat selbst potenzielle Verschlechterungen f&#252;r Internetnutzer in Aussicht stellt &#8211; etwa eine &#8220;Verbesserung&#8221; des ab 1. August g&#252;ltigen Leistungsschutzrechts f&#252;r Presseverlage, die er unl&#228;ngst auf einem Kongress des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen ank&#252;ndigte.<br />
Von der in Steinbr&#252;cks Team f&#252;r &#8220;Netzpolitik und Digitales&#8221; zust&#228;ndigen Gesche Joost darf man &#228;hnlich wenig erwarten wie von Zypries und ihm selbst: Die 38j&#228;hrige arbeitete im Design Research Lab der Deutschen Telekom und sitzt derzeit auf einer Stiftungsprofessur des Konzerns, was gewisse Zweifel daran aufwirft, wie unabh&#228;ngig sie sich in anstehenden politischen Entscheidungen zur Netzneutralit&#228;t wohl verhalten wird und kann.<br />
Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/39/39325/1.html">Telepolis</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>„Die Wahrheit liegt auf dem Platz“</strong><br />
Bei seinem Gru&#223;wort auf dem GEW-Gewerkschaftstag empfing den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel gleich ein nicht gerade SPD-freundliches Transparent: „1863 f&#252;r Arbeitervereine – 2013 gegen Tarifvertrag f&#252;r Lehrkr&#228;fte“. Gabriel, der zun&#228;chst den Ex-Vorsitzenden Ulrich Th&#246;ne als „stramme, kritische und laute Stimme im DGB“ gew&#252;rdigt hatte, der, wenn es n&#246;tig war, auch gegen die Sozialdemokraten gewettert habe, wich, ganz Politprofi, spontan von seinem Redemanuskript ab.<br />
Gabriel sagte, ohne sich aus der Fassung bringen zu lassen:„ Na klar, brauchen wir heute gut ausgebildete Fachkr&#228;fte und Menschen, die in der Lage sind, ein selbstbestimmtes Leben zu f&#252;hren&#8221; (Beifall). Genau darum sei es schon 1863 gegangen. Das verbinde doch SPD und GEW.<br />
1863 sei die Sozialdemokratie aus den Arbeiterbildungsvereinen hervorgegangen. Von Anfang an in der Geschichte der Sozialdemokratie sei Bildung wichtig gewesen, betonte Gabriel: Denn die Idee eines „freien, selbstbestimmten Menschen, der in der Lage ist, ein gelingendes Leben zu f&#252;hren, unabh&#228;ngig von Herkunft, Geschlecht und Rasse, ist Aufgabe der SPD-Politik damals wie heute. Ohne Bildung geht das aber nicht.“<br />
F&#252;r seinen Schlenker zu den gescheiterten Tarifverhandlungen f&#252;r angestellte Lehrkr&#228;fte und der Nullrunde bei der Beamtenbesoldung in NRW musste Gabriel weit ausholen, Globalisierung und EU-Krise bem&#252;hen, um die Haltung der rot-gr&#252;nen Landesregierung zu verteidigen. Den L&#228;ndern fehle das Geld, denn die Verursacher der Finanzkrise seien immer noch nicht zur Verantwortung gezogen.<br />
„Deshalb m&#252;ssen wir endlich“, so Gabriel, „eine andere Steuerpolitik durchsetzen, die umverteilt, damit wir Ressourcen haben, damit mehr Mittel in bessere Finanzierung und Bezahlung von Bildung flie&#223;en k&#246;nnen. Daf&#252;r brauchen wir eure politische Unterst&#252;tzung&#8221;, appellierte der SPD-Chef mit Blick auf die Bundestagswahl: (Zwischenruf aus den hinteren Reihen: „ich glaub` dir kein Wort“).“ Man m&#252;sse schlie&#223;lich auch sagen, woher das Geld f&#252;r Bildung denn kommen soll (m&#228;&#223;iger Beifall).<br />
Quelle: <a href="http://www.gew.de/Die_Wahrheit_liegt_auf_dem_Platz.html">GEW</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung C.R.:</strong> Fr&#252;her konnte sich die SPD der Unterst&#252;tzung durch den DGB und seine Gewerkschaften sicher sein. Diese Zeiten sind insbesondere seit der rot-gr&#252;nen Schr&#246;der-Regierung vorbei. Zu gro&#223; ist der Schaden, den seit diesen Regierungsjahren viele aus der Arbeitnehmerschaft ertragen m&#252;ssen.</em><br />
<em>Dass die SPD aus der Opposition heraus in Wahlkampfzeiten die N&#228;he zu den Gewerkschaften sucht, ist verst&#228;ndlich. Offensichtlich ist jedoch auch, dass die SPD in Regierungsverantwortung sich nicht ausreichend f&#252;r die Mitglieder von Gewerkschaften einsetzt.</em></li>
<li><a name="h13"></a><strong>German Sociologists Boycott Academic Ranking</strong><br />
by Klaus D&#246;rre, Stephan Lessenich, and Ingo Singe, Friedrich-Schiller-University, Jena, Germany<br />
Universities and institutions of higher education across the globe are being impacted by structural change, guided by principles of the entrepreneurial university. The imposition of New Public Management principles means that universities are increasingly being managed like private enterprises. Resources are being allocated according to performance records and target agreements. Academic capitalism has entered Germany, and its main instruments are university department rankings and league tables. The downside is an academic routine biased towards quantitative performance indicators (research funding, number of doctorates and graduates) and a neglect of qualitative criteria. Work in academia has changed fundamentally in both design and content. Teaching and research are increasingly being obstructed by the growth of administrative responsibilities. There is a logic of escalation inherent in performance measurement exercises (“more and more and never enough”), resulting in work intensification, stress, and overload amongst all groups of the academic workforce. Negative effects on the quality of research and teaching are increasingly being felt.<br />
Quelle: <a href="http://www.isa-sociology.org/global-dialogue/2013/04/german-sociologists-boycott-academic-ranking/">Global Dialogue</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Zu guter Letzt: Nordirland errichtet Potemkin&#8217;sche D&#246;rfer</strong><br />
Mit Fotoplakaten schummelt sich die nordirische Region f&#252;rs G8-Gipfeltreffen sch&#246;n: Leerstehende L&#228;den werden zu scheinbar florierenden Gesch&#228;ften. Die Konferenz der acht wichtigsten Wirtschaftsnationen findet dieses Jahr in einer Gegend statt, die besonders unter der Finanzkrise zu leiden hatte.<br />
Quelle: <a href="http://www.heute.de/Nordirland-errichtet-Potemkinsche-D%C3%B6rfer-28333682.html">heute.de</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung RS:</strong> Besser kann man die Wahrheit &#252;ber &#8220;Wachstum durch Austerit&#228;t&#8221; nicht abbilden!</em></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Das Letzte: Das war f&#252;r Berlin direkt (ZDF) als Berichterstattung &#252;ber den Parteitag der LINKEN wichtig</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/1624710#/kanaluebersicht/1624710">ZDF Mediathek ab 18.02</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17641&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Dichtung und Wahrheit der Bundesagentur f&#252;r Arbeit – Ein „wutschnaubender“ Ausfall</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17638</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Jun 2013 06:51:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Audio-Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Das kritische Tagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Wochen ist die zur Arbeitsvermittlerin umgeschulte Journalistin und Bloggerin Inge Hannemann an die &#214;ffentlichkeit gegangen und hat auf Grund ihrer jahrelangen Erfahrungen in einem Hamburger Jobcenter das Hartz-System und die Abl&#228;ufe in den Jobcentern hart kritisiert. (Siehe z.B. hier oder hier oder hier). Sie wurde daraufhin von Ihrem Arbeitgeber, dem Jobcenter Hamburg, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor ein paar Wochen ist die zur Arbeitsvermittlerin umgeschulte <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/">Journalistin und Bloggerin</a> <a href="http://www.ingehannemann.de/">Inge Hannemann</a> an die &#214;ffentlichkeit gegangen und hat auf Grund ihrer jahrelangen Erfahrungen in einem Hamburger Jobcenter das Hartz-System und die Abl&#228;ufe in den Jobcentern hart kritisiert. (Siehe z.B. <a href="http://www.annotazioni.de/post/1196">hier</a> oder <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/39/39072/1.html?zanpid=1766580260063110144">hier</a> oder <a href="http://www.stern.de/tv/sterntv/jobcenter-mitarbeiterin-inge-hannemann-eine-frau-kaempft-fuer-das-ende-von-hartz-iv-2022979.html">hier</a>). Sie wurde daraufhin von Ihrem Arbeitgeber, dem Jobcenter Hamburg, <a href="https://www.openpetition.de/petition/online/sofortige-ruecknahme-aller-sanktionen-gegen-die-arbeitsvermittlerin-inge-hannemann">von ihrer Arbeit suspendiert</a>. Aufgrund der &#246;ffentlichen Debatte die Hannemanns Kritik ausgel&#246;st hat, sah sich nun die N&#252;rnberger Bundesagentur f&#252;r Arbeit gezwungen, eine Pressemitteilung herauszugeben, in der sie die „Freistellung“ Inge Hannemanns zu rechtfertigen versucht und diese beschuldigt, sie gef&#228;hrde tausende Mitarbeiter der Jobcenter.<br />
Die Pressemitteilung der Bundesagentur ist ein „wutschnaubender“, obrigkeitsstaatlicher Ausfall des angeblich „am Markt  operierenden Konzerns“.<br />
Inge Hannemanns Erfahrungen sind jedoch beileibe kein Einzelfall.<br />
Von <strong>Wolfgang Lieb</strong> und <strong>Jens Berger</strong>.</p>
<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.</em><br />
<span id="more-17638"></span><br />
</p>
<p><strong>Hier zun&#228;chst die Presseerkl&#228;rung der Bundesagentur f&#252;r Arbeit:</strong></p>
<p><strong>„Inge Hannemann gef&#228;hrdet tausende Mitarbeiter der Jobcenter</strong><br />
N&#252;rnberg (ots) &#8211; Angesichts der anhaltenden &#246;ffentlichen Attacken der (inzwischen freigestellten) Mitarbeiterin des Hamburger Jobcenters Inge Hannemann sieht sich die Bundesagentur f&#252;r Arbeit gezwungen, Stellung zu nehmen &#8211; allein schon zum Schutz der vielen tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die durch die &#196;u&#223;erungen von Frau Hannemann beleidigt, herabgew&#252;rdigt und in Gefahr gebracht werden.</p>
<p>Die Behauptungen von Frau Hannemann sind falsch und f&#252;hren die &#214;ffentlichkeit in die Irre. Weder widerspricht die Grundsicherung (&#8220;Hartz IV&#8221;) dem Grundgesetz, noch verletzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter durch ihre t&#228;gliche engagierte Arbeit die W&#252;rde der Kunden. Weder gibt es eine Anweisung oder eine Zielvorgabe, &#252;ber Sanktionen Geld einzusparen, noch gibt es &#8220;tausende von Selbstmorden&#8221; unter Kunden der Grundsicherung. Und in den Jobcentern arbeiten auch keine seelenlosen Maschinen, die nur Zielvorgaben, nicht aber die Menschen im Blick haben. Die Kolleginnen und Kollegen in den Jobcentern arbeiten Tag f&#252;r Tag daran, Menschen in Ausbildung und Besch&#228;ftigung zu bringen.</p>
<p>Frau Hannemann missbraucht ihre angeblichen Insider-Ansichten, um sich in der &#214;ffentlichkeit als einsame K&#228;mpferin f&#252;r Entrechtete darzustellen und behauptet dabei auch noch, f&#252;r die Mehrheit der Jobcenter-Mitarbeiter zu sprechen. Dar&#252;ber hinaus gef&#228;llt sie sich in der Rolle der M&#228;rtyrerin, die von ihrem Arbeitgeber (der Freien und Hansestadt Hamburg) &#8220;kaltgestellt&#8221; werden soll.<br />
Dazu drei einfache Feststellungen:</p>
<ul>
<li>Frau Hannemann spricht bei ihrer Kampagne gegen die Grundsicherung, die Millionen von Menschen die Existenz sichert, nicht f&#252;r die Belegschaft der Jobcenter. Im Gegenteil: Sie bringt ihre Kolleginnen und Kollegen in Gefahr, die sich zunehmend Aggressionen von Seiten der Kunden ausgesetzt sehen.</li>
<li>Frau Hannemann ist keine &#8220;Whistleblowerin&#8221;, die Missst&#228;nde aufdeckt, denn die behaupteten Missst&#228;nde gibt es nicht &#8211; sie kann daher auch keine &#8220;Hartz IV-Rebellin&#8221; sein.</li>
<li>Wer in einem Jobcenter arbeitet, hat sich an Recht und Gesetz zu halten. Es kann nicht sein, dass eine Mitarbeiterin nach Gutd&#252;nken handelt und pers&#246;nliche, politische Vorlieben auslebt.</li>
</ul>
<p>Frau Hannemann hat sich den falschen Beruf ausgesucht. Sie sollte nicht ihre Kolleginnen und Kollegen darunter leiden lassen.“</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.arbeitsagentur.de/nn_27044/zentraler-Content/Pressemeldungen/2013/Presse-13-035.html">Bundesagentur f&#252;r Arbeit</a>  </p>
<p><strong>Und hier die Gegendarstellung von Inge Hannemann:</strong></p>
<p><strong>„Als Betroffene muss ich nat&#252;rlich reagieren und habe reagiert:</strong></p>
<p>Gegendarstellung – Pressemitteilung der Bundesagentur f&#252;r Arbeit vom 14. Juni 2013<br />
BA-Presseinfo Nr. 35: Inge Hannemann gef&#228;hrdet tausende Mitarbeiter der Jobcenter</p>
<p>Hiermit nehme ich Stellung zur BA-Presseinfo Nr. 35 vom 14. Juni 2013</p>
<p>Behauptung: Mitarbeiter werden durch die &#196;u&#223;erungen Inge Hannemann beleidigt, herabgew&#252;rdigt und in Gefahr gebracht.</p>
<p>Bei allen Interviews, sei es Print, Radio oder TV oder auch auf dem Blog „altonabloggt“ hat Frau Hannemann sich klar und deutlich dazu ge&#228;u&#223;ert, dass ihr sehr viele empathische, menschliche Kollegen pers&#246;nlich bekannt seien und sie deren Arbeit unterst&#252;tze und sch&#228;tze. Dabei habe sie alle Funktionen innerhalb der Jobcenter ber&#252;cksichtigt. Zum Teil habe sie auch erw&#228;hnt, dass es ganze Jobcenter in Deutschland g&#228;be, die menschlich agieren und insbesondere diese herausgestellt.</p>
<p>Somit kann nicht einerseits von einer Herabw&#252;rdigung, Beleidung oder gar Gefahr gesprochen werden.</p>
<p>Behauptung: Weder gibt es eine Anweisung oder eine Zielvorgabe, &#252;ber Sanktionen Geld einzusparen.</p>
<p>Frau Hannemann liegen entsprechende schriftliche Unterlagen von Jobcenter-Mitarbeiter vor, die diese Behauptungen verst&#228;rken und best&#228;tigen. Neben diesen Unterlagen best&#228;tigen diese Aussagen auch ehemalige Jobcenter Mitarbeiter, welches insbesondere in der Sendung von Stern TV vom 12. Juni 2013 zum Ausdruck kommt. Die Identit&#228;t dieser Mitarbeiter konnte durch entsprechende Nachweise, wie dem Arbeitsvertrag gesichtet und best&#228;tigt werden.</p>
<p>Behauptung: „Tausende von Selbstmorden“</p>
<p>In keinem Medium hat Frau Hannemann jemals von „Tausenden Selbstmorden“ gesprochen. Im Vorspann „Stern TV“ vom 12. Juni 2013 hat Frau Hannemann wortw&#246;rtlich gesagt: „<a href="http://www.stern.de/tv/sterntv/jobcenter-mitarbeiterin-inge-hannemann-eine-frau-kaempft-fuer-das-ende-von-hartz-iv-2022979-video.html">Ich wei&#223; um die vielen Suizide durch Hartz IV</a> (&#8230;).</p>
<p>Im Interview vom 14. Juni 2013 bei RTL Punkt 6; Punkt 9 hat Frau Hannemann folgendes wiedergegeben:</p>
<p>Frage Moderator Punkt 6: „Sie sprechen sogar ganz konkret von Toten, Gesch&#228;digten und Gesch&#228;ndeten Hartz IV-Beziehern. Gibt es diese F&#228;lle wirklich?“</p>
<p>„Ja, die F&#228;lle gibt es mehr als genug.“ „Es gibt Menschen, die halten den Druck nicht mehr aus, die haben so viele Schikanen erlebt, auch so viel Willk&#252;r, dass sie wirklich gesagt haben, ich scheide lieber aus dem Leben aus.“</p>
<p>Frage Moderatorin Punkt 9: „Sie haben ein Schreiben an die Agentur f&#252;r Arbeit geschrieben. Tote, Gesch&#228;digte und gesch&#228;ndete Hartz IV (&#8230;) Ist das jetzt wirklich ein echter Fall von dem sie sprechen?“</p>
<p>Frau Hannemann erwiderte wortw&#246;rtlich: „Ja, es gibt tausende F&#228;lle solcher. Betreue gerade eine junge Dame, die seit drei Jahren versucht ihren Hauptschulabschluss zu machen. Der wird ihr verwehrt. Mit der Begr&#252;ndung sie habe ein Kind und sei zu dumm. (&#8230;)</p>
<p>Diese Aussage von Frau Hannemann bezieht sich somit auf die Gesamtfragestellung der Moderatorin Punkt 9.</p>
<p>Behauptung: Frau Hannemann missbraucht ihre angeblichen Insider-Ansichten, um sich in der &#214;ffentlichkeit als einsame K&#228;mpferin f&#252;r Entrechtete darzustellen und behauptete dabei auch noch, f&#252;r die Mehrheit der Jobcenter-Mitarbeiter zu sprechen.</p>
<p>Die Insider-Ansichten von Frau Hannemann sind nicht als angeblich zu bezeichnen, da Frau Hannemann seit vielen Jahren in einem Jobcenter als Arbeitsvermittlerin t&#228;tig ist. Auch hat Frau Hannemann sich selbst nie als einsame K&#228;mpferin offiziell bezeichnet. Frau Hannemann spricht seit Beginn von einem gro&#223;en Unterst&#252;tzerkreis, der aus Parteien, Gewerkschaften, unterschiedlichste Initiativen aus dem arbeitsmarktpolitischen Bereich, Wissenschaftlern und Einzelpersonen besteht. Dieses zeigen u.a. die unterschiedlichsten offenen Solidarit&#228;tsbekundungen durch Parteien, Gewerkschaften und Verb&#228;nden. Entsprechende Solidarit&#228;tsbekundungen und Unterst&#252;tzerschreiben von bundesweiten Jobcenter-Mitarbeiter, hochrangigen Unterst&#252;tzer aus Politik und Wissenschaft liegen ebenso vor.</p>
<p>Frau Hannemann hat in keiner Aussage behauptet f&#252;r die Mehrheit der Jobcenter-Mitarbeiter zu sprechen, sondern die Solidarit&#228;tsbekundungen ihrer Kollegen erw&#228;hnt.</p>
<p>Behauptung: (&#8230;) die von ihrem Arbeitgeber (der Freien und Hansestadt Hamburg) „kaltgestellt“ werden soll.</p>
<p>Frau Hannemann hat ihren Arbeitgeber, die Freie Hansestadt Hamburg nicht in Verbindung mit der Aussage „kaltgestellt“ erw&#228;hnt. Im Interview bei RTL Punkt 6 &#228;u&#223;erte sie sich dahingehend, dass sie bewusst mundtot gemacht werden soll und ihr Anwalt von „kaltgestellt“ im Interview spricht. Eine Institution hat Frau Hannemann nicht erw&#228;hnt.</p>
<p>Es ist auch f&#252;r die Bundesagentur f&#252;r Arbeit zu konstatieren, dass Frau Hannemann vom Recht zur freien Meinungs&#228;u&#223;erungen Gebrauch im Sinne des Grundrecht der Meinungsfreiheit aus Art. 5 Abs. 1 GG Gebrauch macht. Dabei besteht der Grundrechtsschutz unabh&#228;ngig davon, ob eine &#196;u&#223;erung rational oder emotional, begr&#252;ndet oder grundlos ist, und ob sie von anderen f&#252;r n&#252;tzlich oder sch&#228;dlich, wertvoll oder wertlose gehalten wird (BVerfG, 16. Oktober 1998 – 1 BvR 1685/92 – AP BGB § 611 Abmahnung Nr. 24 = EzA BGB (…).</p>
<p>Der Begriff „Hartz IV-Rebellin“ stammt nicht von Frau Hannemann selbst. Dieser wurde durch die Medien wiedergegeben und erfunden.</p>
<p>Frau Hannemann hat sich w&#228;hrend ihrer Besch&#228;ftigung im Jobcenter an Recht und Gesetz gehalten. Die laufende Freistellung bezieht sich im ganzen Umfang auf ihre &#196;u&#223;erungen im Blog: altonabloggt. Die Jobcenter haben ihre &#252;berdurchschnittlichen Leistungen in den Beurteilungen anerkannt und best&#228;tigt. Ihr pers&#246;nliches Engagement f&#252;r eine Ver&#228;nderung der Gesetzgebung ist davon unabh&#228;ngig und ein anzuerkennendes Recht als Staatsb&#252;rgerin.</p>
<p>Hamburg, 14. Juni 2013</p>
<p>Inge Hannemann“</p>
<p>Quelle: <a href="http://altonabloggt.wordpress.com/2013/06/14/bundesagentur-fur-arbeit-diffamiert-inge-hannemann/">altonabloggt</a> </p>
<p>&#220;ber die Form der Presserkl&#228;rung und den „wutschnaubenden  Ausfall“ der Bundesagentur hat Stefan Sell, Professor f&#252;r Volkswirtschaftslehre und Sozialpolitik, schon treffend geurteilt:</p>
<p><em>„Was man aber nun wirklich nicht mehr verstehen kann, ist die unglaublich unprofessionelle und sprachlos machende Peinlichkeit in Form des „Presse Info 035 vom 14.06.2013“ mit der &#220;berschrift: „Inge Hannemann gef&#228;hrdet tausende Mitarbeiter der Jobcenter“. Ach h&#228;tte man doch einen direkten Draht zu denen da in N&#252;rnberg in ihrem Hochhaus, der Trutzburg der deutschen Arbeitsverwaltung, man h&#228;tte zum Telefonh&#246;rer greifen und ihnen zurufen k&#246;nnen: Habt ihr noch alle Tassen im N&#252;rnberger Schrank? Wie tief muss eine – immerhin noch – Beh&#246;rde eigentlich gesunken sein, um so einen Unsinn abzusondern, so dass s&#228;mtliche Reflexe des Fremdsch&#228;mens beim Leser ausgel&#246;st werden?</em><br />
<em>&#8230; Man hat bei dieser Pressemitteilung den Eindruck, eine schnell dahingeschriebene Kommentierung unter einem Facebook- oder Blogbeitrag irgendwo in den Niederungen des Internets lesen zu m&#252;ssen, <a href="http://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2013/06/15.html">nicht aber das offizielle Statement einer deutschen Beh&#246;rde</a>.“</em></p>
<p>Da werde etwa behauptet Frau Hannemann bringe ihre Kollegen und Kolleginnen in Gefahr. Das k&#246;nne doch wohl nicht wahr sein, wenn man sich die komplexen Hintergr&#252;nde anschaue, die in der Vergangenheit zu &#220;bergriffen seitens der „Kunden“ h&#228;tten. </p>
<p>Das unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ige und im r&#252;den Ton verfasste Schreiben der Bundesarbeitsagentur verhei&#223;t nichts Gutes. Offenbar will man an Inge Hannemann ein Exempel zu statuieren, um weitere Jobcenter-Mitarbeiter von Solidarisierungen und eigener Kritik an Hartz IV und der Bundesagentur abzuhalten. </p>
<p>Bemerkenswert ist, dass hierbei auch nicht mehr vor unhaltbaren Behauptungen zur&#252;ckgeschreckt wird. Halbwahrheiten sowie durch die tagt&#228;gliche Realit&#228;t l&#228;ngst widerlegte Annahmen werden als angebliche Tatsachen pr&#228;sentiert. Vor allem ist es erschreckend, in welcher Art und Weise eine Mitarbeiterin einer &#246;ffentlichen Institution offen pers&#246;nlich angegriffen wird.</p>
<p>Die von Frau Hannemann vor allem kritisierte <a href="http://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/o-ton-statistik/mehr-sanktionen-gegen-hartz-iv-bezieher-wegen-arbeitsverweigerung-2">Sanktionspraxis gegen Hartz-IV-Bezieher</a> ist sowohl in der Sache als auch verfassungsrechtlich keineswegs unumstritten. </p>
<p>(Siehe dazu einige lesenswerte Artikel auf den NachDenkSeiten:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=10250">Helga Spindler &#8211; Zumutbare Arbeit und Sanktionspraxis – Zu den Neuregelungen im SGB II</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=15274">Lutz Hausstein &#8211; In Gesetz gegossene Verfassungswidrigkeit</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14908">Jens Berger – Die W&#252;rde des Menschen ist antastbar</a>)</li>
</ul>
<p>In der Pressemitteilung behauptet die Bundesarbeitsagentur, es g&#228;be „keine Anweisung oder eine Zielvorgabe, &#252;ber Sanktionen Geld einzusparen“. Dies steht im Widerspruch zu fr&#252;heren Aussagen von Mitarbeitern der Bundesagentur f&#252;r Arbeit, die unter anderem  <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/090731_sanktionen_gegen_arbeitslose.pdf">in der Sendung WDR Politikum [PDF - 93.7 KB]</a>  und <a href="https://publik.verdi.de/2010/ausgabe_04/gesell/briefe/seite-14/A2">in ver.di Publik</a> ver&#246;ffentlicht wurden. Aktenkundig ist auch eine <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130617_bundesagentur_hempfling_praesentation.pdf">Pr&#228;sentation der Bundesagentur f&#252;r Arbeit [PDF - 240.6 KB]</a> in der eine geplante Erh&#246;hung der Sanktionsquote f&#252;r das Jobcenter Friesland explizit als Beispiel daf&#252;r genannt wird, wie man das „Ziel“ erreichen kann, die SGB-II-Leistungen gegen&#252;ber dem Vorjahr um 4,0% zu verringern. </p>
<p>(Bitte an unsere Leserinnen und Leser: Die Zielvorgaben zur Sanktionsquote sind offenbar nur an die Leiter der Jobcenter adressiert worden. Sollten Sie zu diesem Personenkreis geh&#246;ren oder anderweitig Zugang zu entsprechenden Dokumenten haben, senden Sie uns diese per Mail <a href="mailto:&#114;&#x65;&#x64;&#x61;&#x6B;&#116;&#105;&#111;&#x6E;&#64;&#x6E;&#97;&#99;&#x68;&#x64;&#x65;&#110;&#107;&#x73;&#x65;&#x69;&#116;&#101;&#110;&#x2E;&#x64;&#x65;">redaktion(at)nachdenkseiten.de</a>  zu – wir garantieren Ihnen selbstverst&#228;ndlich absolute Vertraulichkeit.)</p>
<p>Die Bundesagentur tut die Kritik Hannemanns in obrigkeitlicher Manier mit dem lapidaren Satz ab, „wer in einem Jobcenter arbeitet, hat sich an Recht und Gesetz zu halten“. Kurz: er oder sie habe das Maul zu halten und d&#252;rfe &#252;ber die Auswirkungen von Recht und Gesetz nicht mehr nachdenken. </p>
<p>Stefan Sell schreibt dazu: </p>
<p><em>„So einfach kann man es sich eben mit dem „Recht und Gesetz“ nicht machen. Vor allem nicht im Bereich der Sanktionierung von Menschen, die im Grundsicherungssystem sind. Denn auch viele wissenschaftliche Analysen haben zeigen k&#246;nnen, dass die bestehende Sanktionspraxis eben nicht auf einer gut strukturierten und eindeutigen, mithin also fehlerfreien Rechtsanwendungspraxis basiert, sondern angesichts der enormen Varianz der faktischen Anwendung bzw. eben auch Nicht-Anwendung von Sanktionen muss ein gewisses Ma&#223; an Willk&#252;r diagnostiziert werden, das zumindest diskussionsbed&#252;rftig ist, wenn nicht sogar ein Hinweis, dass ein bestimmter Anteil der Entscheidungen gerade nicht auf einer rechtm&#228;&#223;igen, sondern eher auf einer pers&#246;nlichen Grundlage beruhen. Also w&#228;re dann nicht nur das sanktionsablehnende Verhalten der Frau Hannemann als Abweichung von „Recht und Gesetz“ zu beklagen, sondern auch zahlreiche tats&#228;chliche Sanktionsentscheidungen. Die aber – obgleich seit Jahren auch im seri&#246;sen Fachdiskurs als ein Problem des Jobcenter-Systems thematisiert – sieht die BA „nat&#252;rlich“ nicht als Problem einer Verletzung von „Recht und Gesetz“ an, sondern ihr geht es doch im Grunde um etwas ganz anderes: Um ein „Automaten-Modell“ hinsichtlich der eigenen, internen Weisungen bei den Mitarbeitern, die mit Zielsteuerungsvereinbarungen und zahlreichen anderen Werkzeugen der subkutanen Verhaltenssteuerung die Vorgaben von oben (beispielsweise die Reduzierung der Leistungsempf&#228;ngerquote wie auch immer und das hei&#223;t, wenn nicht durch Integration in Arbeit, dann eben durch andere Ma&#223;nahmen).“</em></p>
<p>Welcher (Un-)Geist in diesem „am Markt  operierenden Konzern“  (so der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur Frank-J&#252;rgen Weise) herrscht spricht aus dem Satz in der Presseerkl&#228;rung: „die behaupteten Missst&#228;nde gibt es nicht“. </p>
<p>Was nicht sein darf, das nicht sein kann. So einfach meint die Bundesagentur die zunehmende &#246;ffentliche und interne Kritik abblocken zu k&#246;nnen. </p>
<p>Dazu Norbert Hermann, Lehrbeauftragter f&#252;r Sozialrecht und langj&#228;hriger Hartz4-Berater in Bochum gegen&#252;ber Telepolis: &#8220;Inge Hannemann hat ausgesprochen, was Fachleute bis hin zu Professoren und Professorinnen seit Jahren versuchen, der &#214;ffentlichkeit zu vermitteln: <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/154446">Hartz IV und seine Umsetzung hat ein gro&#223;es menschenzerst&#246;rendes Potential</a>.”</p>
<p>(Zur internen Kritik siehe etwa das Papier des Vorsitzenden des <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/121213_bundesagentur_analyse.pdf">Hauptpersonalrats der Bundesagentur Eberhard Einsiedler [PDF - 9.5 MB]</a>, zur &#246;ffentlichen Kritik aktuell z.B. <a href="http://www.zdf.de/Frontal-21/Frust-im-Jobcenter-28217418.html">„Frust im Jobcenter“ in fronatal21</a>) </p>
<p><strong>Dass Inge Hannemann keineswegs eine „einsame K&#228;mpferin“ ist belegt auch folgende Mail an die NachDenkSeiten:</strong></p>
<p>„Ich bin Mitarbeiter der Agentur f&#252;r Arbeit und speziell im Bereich SGBII als Arbeitsvermittler angestellt. Es ist sicherlich f&#252;r Sie keine Neuheit zu erfahren, dass Mitarbeiter des Jobcenters nicht selten dazu angehalten sind, enormen Druck auf Erwerbslose aufzubauen, sie unter Zuhilfenahme der Sanktionsm&#246;glichkeiten in T&#228;tigkeiten zu vermitteln, deren Arbeitsbedingungen nahe an der Sittenwidrigkeit liegen. Es ist sicher auch keine Neuigkeit f&#252;r Sie, dass Jobcenter die verl&#228;ngerten Rekrutierungsabteilungen f&#252;r Personalleasinggesellschaften geworden sind.</p>
<p>In aufwendig organisierten Auswahlevents (&#8220;Speeddating&#8221; oder &#8220;Arbeitgeberb&#246;rse&#8221; genannt) in den R&#228;umlichkeiten der Jobcenter werden &#8220;Kunden&#8221; unter Androhung von Sanktionen geladen, um wie auf einem Viehbasar von &#8220;Recruitern&#8221; der Leasinggesellschaften Jobs angeboten zu bekommen, f&#252;r die auf dem Markt au&#223;erhalb des H4-Kundenkreises niemand bereit ist zu arbeiten. Es handelt sich hier vornehmlich um Gro&#223;auftr&#228;ge f&#252;r nicht selten namhafte Unternehmen, die Hilfskr&#228;fte f&#252;r schwerste k&#246;rperliche T&#228;tigkeiten suchen. Dabei liegt die Entlohnung selbstverst&#228;ndlich selten &#252;ber dem Mindesttarif der ZA-Branche. Oft erfolgen die Einstellungen nicht, bevor auch noch ein sogenannter &#8220;Bildungstr&#228;ger&#8221; seine Leistungen an das Jobcenter verkauft hat, eine kurze, ma&#223;geschneiderte &#8220;Qualifikation&#8221;, die aus einem Hilfsarbeiter einen &#8220;qualifizierten Hilfsarbeiter&#8221; macht. Das geschieht auch deshalb, damit die f&#252;r Ma&#223;nahmen vorgesehenen Mittel im laufenden Haushaltsjahr auch wirklich ausgegeben werden. Die Anspr&#252;che an die Kunden sind stets dieselben:</p>
<ul>
<li>Hohe Motivation</li>
<li>24h telefonisch ereichbar</li>
<li>Gesund, zeitlich flexibel (keine Kinder, keine &#8220;Muttischichten&#8221;)</li>
<li>Berufserfahrung</li>
</ul>
<p>Kurzum, es werden Mitarbeiter gesucht, die von ihren Qualifikationen her durchaus auch in anderen Bereichen au&#223;erhalb der Zeitarbeit ein berufliches Zuhause finden und auch h&#246;here L&#246;hne beanspruchen k&#246;nnten.</p>
<p>Sehr beliebt sind mittlerweile auch sogenannte &#8220;Arbeitserprobungen&#8221;, das hei&#223;t, man gibt Arbeitgebern die M&#246;glichkeit, &#8220;Kunden&#8221; f&#252;r 1 &#8211; 4 Wochen unentgeltlich zu besch&#228;ftigen, damit eine Eignung direkt &#8220;on-the-job&#8221; abgekl&#228;rt werden kann &#8211; bei vollem H4-Bezug. Die Anspr&#252;che an derartige &#8220;Ma&#223;nahmen beim Arbeitgeber&#8221; sind in der Realit&#228;t absolute Makulatur. Maler, die w&#228;hrend der Wintermonate arbeitslos geworden sind, werden nach 2-3 monatiger Arbeitslosigkeit &#8220;erprobt&#8221; (h&#228;ufig zwischen 1 und 2 Wochen!!!), um ihre Eignung festzustellen. Gerade auf Baustellen stellt sich h&#228;ufig heraus, dass Firmen Auftragsspitzen mit Praktikanten in sogenannten &#8220;Arbeitserprobungen&#8221; auffangen &#8211; das Ganze auf Kosten der Allgemeinheit. Wenn dann nach der Arbeitserprobung klar ist, dass der Kunde &#8220;ins Unternehmen passt&#8221; (das hei&#223;t also dankbar ist f&#252;r die Chance, in K&#252;rze einer sozialversicherungspflichtigen T&#228;tigkeit nachgehen zu d&#252;rfen, &#252;berstundenbereit und stressresistent ist), geht h&#228;ufig auch noch ein Antrag auf Gew&#228;hrung eines Eingliederungszuschusses ein, das hei&#223;t der Arbeitgeber beantragt f&#252;r eine fiktive &#8220;Minderleistung&#8221; des k&#252;nftigen Arbeitnehmers eine &#8220;Aufwandsentsch&#228;digung&#8221;, die liegt meist zwischen 30 und 50 Prozent des Monatsbruttolohns f&#252;r 3 &#8211; 12 Monate. Von der sogenannten &#8220;Nachbesch&#228;ftigungspflicht&#8221; kann sich jeder Arbeitgeber problemlos befreien lassen, indem er dringende betriebliche Erfordernisse oder Gr&#252;nde, die in der Person des Arbeitnehmers liegen, als K&#252;ndigungsgr&#252;nde angibt.</p>
<p>Ein ganz besonders dreister Fall ist mir vor Kurzem untergekommen: Ich erhielt eine E-Mail eines Arbeitgebers, der auf die Bewerbung einer gut ausgebildeten Fachkraft aus dem gewerblich-technischen Bereich bekanntgab, er w&#252;rde den Kunden ja sehr gern einstellen, aber die von ihm genannte  Lohnvorstellung von 17,00€/Stunde sei v&#246;llig realit&#228;tsfern, er w&#228;re bereit ihn einzustellen, aber f&#252;r maximal 11,00€ &#8211; 12,00€/Stunde. Ich wurde also &#8220;motiviert&#8221;, f&#252;r den Segen einer Integration auf den Kunden Druck auszu&#252;ben, um ihn von seinen Lohnvorstellungen abzubringen. Wohlgemerkt, das Ganze noch BEVOR der Kunde eine Einladung zu einem Vorstellungsgespr&#228;ch und somit die M&#246;glichkeit erhalten hat, mit dem Arbeitgeber direkt die Konditionen zu verhandeln. Dabei erscheint es mir unerheblich, ob die Lohnvorstellung tats&#228;chlich &#8220;realit&#228;tsfern&#8221; war (sie lag im oberen Bereich der markt&#252;blichen Konditionen f&#252;r dieses Berufsbild) oder auf &#252;blichem Niveau gelegen hat, vielmehr zeigt es, dass ALGII-Bezieher in der Betrachtung der Wirtschaft bereits auf den Status von Heloten herabgew&#252;rdigt sind.</p>
<p>Vielleicht sind ja diese Hinweise n&#252;tzlich f&#252;r Ihre zuk&#252;nftigen Artikel zum Thema Agenda 2010. Ich w&#252;rde mich freuen, wenn ich Ihnen mit meinen Einblicken neue Ansatzpunkte f&#252;r Ihre Arbeit geben konnte.“</p>
<p>Siehe zum Widerspruch zwischen „unternehmerischen &#214;ffentlichkeitsarbeit“ und „unternehmerischer“ Leistung der Bundesagentur aktuell Helga Spindler <strong>„<a href="http://www.also-zentrum.de/seiten/zeitung-quer/downloadbereich.php?leptoken=b9a6acab72e282953f1c9z1371220793">Desinformation und gef&#228;hrliche Reformvorschl&#228;ge aus dem Haus der Bundesagentur</a>“</strong>,  in quer 6/2013, Seiten 10 &#8211; 13</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17638&amp;md5=1e478044abb2e9c8a467b3a0130be5da" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<itunes:summary>Vor ein paar Wochen ist die zur Arbeitsvermittlerin umgeschulte Journalistin und Bloggerin Inge Hannemann an die &#214;ffentlichkeit gegangen und hat auf Grund ihrer jahrelangen Erfahrungen in einem Hamburger Jobcenter das Hartz-System und die Abl&#228;ufe in den Jobcentern hart kritisiert. (Siehe z.B. hier oder hier oder hier). Sie wurde daraufhin von Ihrem Arbeitgeber, dem Jobcenter Hamburg, von ihrer Arbeit suspendiert. Aufgrund der &#246;ffentlichen Debatte die Hannemanns Kritik ausgel&#246;st hat, sah sich nun die N&#252;rnberger Bundesagentur f&#252;r Arbeit gezwungen, eine Pressemitteilung herauszugeben, in der sie die „Freistellung“ Inge Hannemanns zu rechtfertigen versucht und diese beschuldigt, sie gef&#228;hrde tausende Mitarbeiter der Jobcenter.
Die Pressemitteilung der Bundesagentur ist ein „wutschnaubender“, obrigkeitsstaatlicher Ausfall des angeblich „am Markt  operierenden Konzerns“.
Inge Hannemanns Erfahrungen sind jedoch beileibe kein Einzelfall.
Von Wolfgang Lieb und Jens Berger.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.


Hier zun&#228;chst die Presseerkl&#228;rung der Bundesagentur f&#252;r Arbeit:
„Inge Hannemann gef&#228;hrdet tausende Mitarbeiter der Jobcenter
N&#252;rnberg (ots) &#8211; Angesichts der anhaltenden &#246;ffentlichen Attacken der (inzwischen freigestellten) Mitarbeiterin des Hamburger Jobcenters Inge Hannemann sieht sich die Bundesagentur f&#252;r Arbeit gezwungen, Stellung zu nehmen &#8211; allein schon zum Schutz der vielen tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die durch die &#196;u&#223;erungen von Frau Hannemann beleidigt, herabgew&#252;rdigt und in Gefahr gebracht werden.
Die Behauptungen von Frau Hannemann sind falsch und f&#252;hren die &#214;ffentlichkeit in die Irre. Weder widerspricht die Grundsicherung (&#8220;Hartz IV&#8221;) dem Grundgesetz, noch verletzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter durch ihre t&#228;gliche engagierte Arbeit die W&#252;rde der Kunden. Weder gibt es eine Anweisung oder eine Zielvorgabe, &#252;ber Sanktionen Geld einzusparen, noch gibt es &#8220;tausende von Selbstmorden&#8221; unter Kunden der Grundsicherung. Und in den Jobcentern arbeiten auch keine seelenlosen Maschinen, die nur Zielvorgaben, nicht aber die Menschen im Blick haben. Die Kolleginnen und Kollegen in den Jobcentern arbeiten Tag f&#252;r Tag daran, Menschen in Ausbildung und Besch&#228;ftigung zu bringen.
Frau Hannemann missbraucht ihre angeblichen Insider-Ansichten, um sich in der &#214;ffentlichkeit als einsame K&#228;mpferin f&#252;r Entrechtete darzustellen und behauptet dabei auch noch, f&#252;r die Mehrheit der Jobcenter-Mitarbeiter zu sprechen. Dar&#252;ber hinaus gef&#228;llt sie sich in der Rolle der M&#228;rtyrerin, die von ihrem Arbeitgeber (der Freien und Hansestadt Hamburg) &#8220;kaltgestellt&#8221; werden soll.
Dazu drei einfache Feststellungen:

Frau Hannemann spricht bei ihrer Kampagne gegen die Grundsicherung, die Millionen von Menschen die Existenz sichert, nicht f&#252;r die Belegschaft der Jobcenter. Im Gegenteil: Sie bringt ihre Kolleginnen und Kollegen in Gefahr, die sich zunehmend Aggressionen von Seiten der Kunden ausgesetzt sehen.
Frau Hannemann ist keine &#8220;Whistleblowerin&#8221;, die Missst&#228;nde aufdeckt, denn die behaupteten Missst&#228;nde gibt es nicht &#8211; sie kann daher auch keine &#8220;Hartz IV-Rebellin&#8221; sein.
Wer in einem Jobcenter arbeitet, hat sich an Recht und Gesetz zu halten. Es kann nicht sein, dass eine Mitarbeiterin nach Gutd&#252;nken handelt und pers&#246;nliche, politische Vorlieben auslebt.

Frau Hannemann hat sich den falschen Beruf ausgesucht. Sie sollte nicht ihre Kolleginnen und Kollegen darunter leiden lassen.“
Quelle: Bundesagentur f&#252;r Arbeit  
Und hier die Gegendarstellung von Inge Hannemann:
„Als Betroffene muss ich nat&#252;rlich reagieren und habe reagiert:
Gegendarstellung – Pressemitteilung der Bundesagentur f&#252;r Arbeit vom 14. Juni 2013
BA-Presseinfo Nr. 35: Inge[...]</itunes:summary>
		<itunes:keywords>Audio-Podcast</itunes:keywords>
		<itunes:author>Redaktion NachDenkSeiten</itunes:author>
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	</item>
		<item>
		<title>Albrecht M&#252;llers Rede auf der Gro&#223;demo gegen Stuttgart 21</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17633</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17633#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 Jun 2013 07:49:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albrecht Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stuttgart 21]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/AeOfVn6O6Ac" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17633&amp;md5=2ff059de8a99976f258ec1e38d23dc26" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Podiumsdiskussion: &#220;ber &#214;sterreich, Deutschland und Europa. Vor der Wahl ist nach der Wahl. &#8220;Volkswirtschaftliches Lehrbeispiel, was schief l&#228;uft&#8221;</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17631</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Jun 2013 07:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Video-Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter der Leitung von Arbeit&#038;Wirtschaft-Chefredakteurin Katharina Klee diskutierten am 10. Juni 2013 in der Fachbuchhandlung des &#214;GB-Verlags Wolfgang Lieb, Mitherausgeber der NachDenkSeiten, Joachim Becker, BEIGEWUM, und Markus Marterbauer, AK Wien, &#252;ber &#214;sterreich, Deutschland und Europa. Die Diskussion war ein volkswirtschaftliches Lehrbeispiel daf&#252;r, was derzeit schief l&#228;uft in Europa. Bei der mit Livestream &#252;bertragenen Diskussion waren [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Unter der Leitung von Arbeit&#038;Wirtschaft-Chefredakteurin Katharina Klee diskutierten am 10. Juni 2013 in der Fachbuchhandlung des &#214;GB-Verlags <strong>Wolfgang Lieb</strong>, Mitherausgeber der NachDenkSeiten, <strong>Joachim Becker</strong>, BEIGEWUM, und <strong>Markus Marterbauer</strong>, AK Wien, &#252;ber &#214;sterreich, Deutschland und Europa.<br />
Die Diskussion war ein volkswirtschaftliches Lehrbeispiel daf&#252;r, was derzeit schief l&#228;uft in Europa.<br />
Bei der mit Livestream &#252;bertragenen Diskussion waren auch viele ZuseherInnen aus Deutschland dabei &#8211; einen <strong>Mitschnitt</strong> davon gibt es <a href="http://www.arbeit-wirtschaft.at/servlet/ContentServer?pagename=X03/Page/Index&#038;n=X03_5.a&#038;cid=1370420193716">hier zu sehen</a>.<br />
Siehe auch Katharina Klee: <a href="http://blog.arbeit-wirtschaft.at/es-gibt-nicht-den-einen-kapitalismus/">„Es gibt nicht den einen Kapitalismus“</a> </p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17631&amp;md5=57b6a55eaec831be3ad6322ec5999861" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Hinweise des Tages II</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 14:52:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB/WL) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Glaubw&#252;rdigkeitskrise um Verteidigungsminister de Maizière: Ahnungslos &#8211; arglos &#8211; Amt los? [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB/WL)<br />
<span id="more-17613"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h01">Glaubw&#252;rdigkeitskrise um Verteidigungsminister de Maizière: Ahnungslos &#8211; arglos &#8211; Amt los?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h02">Merkel schwebt &#252;ber den Parteien &#8211; Steinbr&#252;ck f&#228;llt im Rating zur&#252;ck</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h03">Weltbank prophezeit schw&#228;chelnde Weltwirtschaft</a></li>
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<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h05">Draghis Offenbarungseid</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h06">ESM-Chef Regling schimpft &#252;ber Internationalen W&#228;hrungsfonds</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h07">Fabian Lindner: Banken treiben Eurokrise</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h08">K&#246;nnte das Bundesverfassungsgericht eine bisherige Blockierung f&#252;r die Entwicklung der Eurozone durch angemessene europ&#228;ische Institutionen aufbrechen?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h09">The ingredients of German economic success are more complex than they seem</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h10">Marktwirtschaft – nein danke? Eine Standortbestimmung</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h11">Schutz war gestern</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h12">IMK Verteilungsmonitor: Einkommensverteilung in Deutschland, 1991 – 2010</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h13">EU-Datenschutzreform: Klausel gegen NSA-Spionage gestrichen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h14">Obama erlaubt US-Waffenlieferungen an syrische Rebellen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h15">T&#252;rkei</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h16">Der ganz normale Bewerbungswahnsinn</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h17">Die Schlecker-Parabel</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h18">Hartz-IV-Chaos bei Hochwasserhilfen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h19">Heribert Prantl: Fall Mollath: Freiheitsberaubung durch Unterlassen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h20">Was ist ein „Volk“?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h21">Kleine Sklaven</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h22">Patent-Verbot auf menschliche Gene</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613#h23">Heul doch, Mullah!: Die Interessenkonflikte im iranischen Regime</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17613&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Glaubw&#252;rdigkeitskrise um Verteidigungsminister de Maizière: Ahnungslos &#8211; arglos &#8211; Amt los?</strong><br />
Der Verteidigungsminister, so das einhellige Urteil, hat sich ohne erkennbare Not in eine &#228;u&#223;erst unangenehme Lage man&#246;vriert. Aus einem dieser Beschaffungsdesaster, wie sie in der Geschichte der deutschen R&#252;stungsprojekte so selten ja nicht sind, ist eine Glaubw&#252;rdigkeitskrise des Ministers geworden. Die „S&#252;ddeutsche Zeitung“ hat als Erste ein Dokument aufgesp&#252;rt, das zeigt, dass de Maizière schon Ende 2012 &#252;ber die gravierenden Probleme mit der Aufkl&#228;rungsdrohne im Bilde war. Es handelt sich um eine Mappe mit Unterlagen, die der Minister am 10. Dezember 2012 mit zu einem Gespr&#228;ch bei Cassidian nahm. Die R&#252;stungstochter des europ&#228;ischen EADS- Konzerns baut das Aufkl&#228;rungssystem Isis, das der „Euro Hawk“ nutzen sollte. In diesen Unterlagen, die de Maizière auch gelesen hat, listete die R&#252;stungsabteilung des Hauses im Detail den kritischen Stand des Projekts auf, inklusive der Idee, Isis in ein anderes Flugger&#228;t zu montieren. Die Aufz&#228;hlung m&#252;ndete in die „Sprechempfehlung“, es sei „derzeit keine Grundlage gegeben, um eine Entscheidung f&#252;r eine Serienbeauftragung zu bef&#252;rworten oder gar zu treffen“. Das klingt nach einem Aus, und zwar ein halbes Jahr bevor es dann vollzogen wurde. De Maizières Sprecher h&#228;lt dagegen: In der Unterlage finde sich aber zugleich der Hinweis darauf, dass im Ministerium „alternative Zulassungswege“ erwogen w&#252;rden. Es sei also auch in diesem Dokument nicht von endg&#252;ltig „unl&#246;sbaren“ Problemen die Rede gewesen, sondern von „l&#246;sbaren“. Das stimmt. Es stimmt aber auch, dass dieses „unl&#246;sbar“ die dritte und letzte Deichlinie ist, die de Maizière gegen die Flut der Vorw&#252;rfe errichtet hat. Erst erschien er als der Minister Ahnungslos. Das hat keiner glauben k&#246;nnen, und es stimmte ja auch nicht. Dann zeichnete er sich selbst als Minister Arglos, der zwar allgemein von Problemen wusste, aber nicht richtig nachgefragt hat. Das hat wieder keiner glauben k&#246;nnen, und es stimmt ja auch nicht. Das Dezember-Papier zeigt, dass Nachfragen nicht n&#246;tig gewesen w&#228;re – er kannte den Stand der Dinge zumindest seit diesem Zeitpunkt. So bleibt als letztes Bild nur noch der Minister Sorglos, der halt darauf vertraut habe, dass seine Leute die Probleme schon irgendwie l&#246;sen. Besonders plausibel finden das nicht mal Leute aus den eigenen Reihen, die de Maizière als peniblen und informierten Arbeiter kennen.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/glaubwuerdigkeitskrise-um-verteidigungsminister-de-maiziere-ahnungslos-arglos-amt-los/8340774.html">Tagesspiegel</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Allm&#228;hlich verdichtet sich die Drohnenaff&#228;re auf die Frage: Wie intelligent ist jenseits seiner moralischen Integrit&#228;t unser politisches Spitzenpersonal bzw. warum regieren uns solche Leute?  Verteidigungsminister de Maizière wird als penibler und informierter Arbeiter geschildert, aber offensichtlich war er von der einfachen Situation &#252;berfordert, sich zu einer eventuell falschen Lageeinsch&#228;tzung des Drohnenprojektes zu bekennen und hat sich immer weiter in ziemlich t&#246;richte Ausreden verheddert. Es ziert einem Verteidigungsminister nicht gerade, wenn in eigener Sache so die &#220;bersicht verliert. So lie&#223;e sich zum Kabinett Merkel noch manches anmerken, aber gerade bei Umbesetzungen entscheidet letztlich die Kanzlerin &#252;ber die Zusammensetzung ihres &#8220;Personals&#8221;. Und wir haben eine Kanzlerin, die sich im wichtigen Fragen unseres Landes und Europas vor allem durch Unschl&#252;ssigkeit auszeichnet. Was Frau Merkel h&#228;ufig als strategisches Abwarten einer gro&#223;en Machiavellistin ausgelegt wird, ist nichts anderes als die Furcht davor, ohne letzte Gewissheit zu handeln. Den Staatsmann, hier die Frau, sollte die F&#228;higkeit auszeichnen, ohne letzte Gewissheit zu einem Entschluss zu kommen, im Wissen, sich gut informiert zu haben, und im Vertrauen auf das eigene Absch&#228;tzungsverm&#246;gen. Was bei Frau Merkel am Ende Ihrer Unschl&#252;ssigkeit herauskommt, ist nur noch Reaktion auf sich zuspitzende Situationen, die als alternativlose Gewissheit verkauft wird. Das Fatale f&#252;r Deutschland und auch f&#252;r Europa, leider spielt Deutschland in dieser Krise eine ma&#223;gebliche Rolle, ist die Unf&#228;higkeit allerdings vieler Protagonisten zur Voraussicht, geerdet in einer Klugheit die nicht Gewissheit erwartet, d.h. Handeln im Bewusstsein riskiert, das objektiv Richtige auch verfehlen zu k&#246;nnen. Zu solchem Handeln kommt es nat&#252;rlich nicht, wenn man jede Stunde die W&#228;hlerstimmung befragt.</em><br />
<em>Dazu nochmals: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/affaere-um-aufklaerungsdrohne-euro-hawk-de-maizire-wusste-doch-eher-bescheid-1.1693380">De Maizière wusste doch eher Bescheid</a>.</em></p>
<p><strong>Dazu: Stephan Hebel: Angela einsam</strong><br />
Bisher hat die Kanzlerin die Skandale ihrer Minister unbeschadet &#252;berstanden. Das k&#246;nnte sich mit Thomas de Maizière &#228;ndern. Scheitert Merkel an ihrer Allmacht? (&#8230;) Angela Merkel ist in dieser Legislaturperiode nicht nur zwei Bundespr&#228;sidenten losgeworden, sondern auch etwa ein Drittel ihrer 16 Fachministerinnen und -minister. Sie hat das erstaunlich unbeschadet &#252;berstanden – bisher. (&#8230;) In allen F&#228;llen – au&#223;er bei R&#246;ttgen, den sie eiskalt feuerte – hatte die Kanzlerin an ihren Kabinettsmitgliedern festgehalten, solange es ging. Es geh&#246;rt zu den Geheimnissen ihrer vermeintlichen Immunit&#228;t gegen politische Sch&#228;den aller Art, dass ihr diese beinah unbeholfenen Fehleinsch&#228;tzungen, vorgetragen meist von Regierungssprecher Steffen Seibert („…genie&#223;t das Vertrauen der Kanzlerin…“), in der &#214;ffentlichkeit niemals nachgetragen wurden. (&#8230;) Im Kronprinzen-Katalog fand sich bis vor ein paar Wochen immerhin noch ein aussichtsreicher Kandidat: Thomas de Maizière. Loyal bis zur Unkenntlichkeit (also f&#252;r sie ungef&#228;hrlich), aber bereit f&#252;r H&#246;heres, sobald man ihn riefe; in der Bev&#246;lkerung beliebt, in der Partei gesch&#228;tzt. Nun aber das Drohnen-Debakel: Erst versteckte sich der angeblich so aufrechte und korrekte Superbeamte hinter seinen Untergebenen. Dann erweckte er den Eindruck, er habe von allem nichts gewusst, jedenfalls nicht vor dem 13. Mai. Und als massive Zweifel an dieser Behauptung auftauchten, stammelte er in b&#252;rokratisch verquaster Selbstverteidigung, er habe sehr wohl nichts gewusst, weil ja ein Minister bekanntlich nicht wisse, was er auf dem Flur erfahre, sondern nur, was ihn als Vermerk erreicht. Das sieht stark nach letztem Aufb&#228;umen aus. Doch selbst bei einem Verbleib im Amt w&#228;re die Kronprinzen-Rolle passé. (&#8230;) Sollte es zutreffen, dass die Luft f&#252;r Merkel d&#252;nner wird, dann wird es h&#246;chste Zeit, dass die Opposition die letzte Gelegenheit zur Wende nutzt. Wenn Rot-Gr&#252;n so zaghaft agiert wie bisher, dann k&#246;nnte die Opposition wider Willen zu dem werden, was Thomas de Maizière nicht mehr ist: zum Rettungsanker f&#252;r Angela Merkel.<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/angela-einsam">der Freitag</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Immerhin hat &#8220;Angela Einsam&#8221; noch die in ihrer &#252;bergro&#223;en Mehrheit ihr treu ergebenen Medien, die alles daran setzen werden, den schwarz-gelben Bundestags-Wahlsieg f&#252;r Merkel sicher in die Scheune zu fahren.</em></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Merkel schwebt &#252;ber den Parteien &#8211; Steinbr&#252;ck f&#228;llt im Rating zur&#252;ck</strong><br />
Im bisherigen Verlauf des Wahljahres deutet alles auf eine Fortsetzung der Kanzlerschaft von Angela Merkel hin. Die Medien unternahmen bisher auch keinen Versuch, einen Zusammenhang zwischen der Kanzlerin und der schlechten Bewertung der Wirtschaftslage herzustellen. Vielmehr bewerten sie die Kanzlerin und die Union anhaltend besser als Steinbr&#252;ck und die SPD. Auch die anderen Parteien stehen im Medien-Schatten der Union, die ihren guten Stand in den Medien und bei Umfragen der Kanzlerin nahezu alleine verdankt…<br />
Der Bewertungs-Saldo der Meinungsf&#252;hrer-Medien f&#228;llt im Juni bei der FDP erstmals nahezu ausgeglichen aus. Der Pr&#228;senz-Vorsprung der Union w&#228;chst weiter. &#220;ber die Linke berichten die Medien deutlich weniger, &#252;ber Piraten und AfD so gut wie gar nicht.<br />
Quelle: <a href="http://www.mediatenor.de/newsletters.php">MEDIA TENOR</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Weltbank prophezeit schw&#228;chelnde Weltwirtschaft</strong><br />
Die Weltbank warnt vor den Folgen der Euro-Krise. Die hohe Arbeitslosigkeit in den Industrienationen, weniger Wachstum in Schwellenl&#228;ndern und der schw&#228;chelnde Welthandel belaste das Wachstum weltweit. Die Weltbank hat deshalb ihre Prognose f&#252;r das laufende Jahr gesenkt. Die Organisation geht nun davon aus, dass die Weltwirtschaft nur noch um 2,2 Prozent w&#228;chst und damit hinter dem Plus von 2,3 Prozent des vergangenen Jahres zur&#252;ckbleibt. Im Januar hatte sie noch einen Zuwachs von 2,4 Prozent prognostiziert.<br />
Hintergrund f&#252;r die pessimistischere Erwartung sei zum einen die Rezession in Europa, teilte die Weltbank in ihrem Weltwirtschaftsbericht mit. Darunter litten auch der Nahe Osten und Nordafrika, wichtige Handelspartner der Euro-Zone. Zum anderen w&#252;rden die gro&#223;en Schwellenl&#228;nder wie China, Brasilien, Indien und Russland, die mit ihrem Wirtschaftsboom jahrelang die globale Konjunktur angetrieben hatten, nicht mehr so stark wachsen wie vor der Finanzkrise. Die Wachstumserwartung f&#252;r diese Gruppe korrigierte die Weltbank von 5,5 auf 5,1 Prozent.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/weltbank-prophezeit-schwaechelnde-weltwirtschaft-a-905431.html">Spiegel Online</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Spaniens Schulden erreichen Rekordh&#246;he</strong><br />
Spanien spart &#8211; doch die Schulden des Staates erreichen immer neue H&#246;chstst&#228;nde. Von Januar bis M&#228;rz stiegen sie auf 923 Milliarden Euro. Das Defizitziel der Regierung in Madrid f&#252;r das gesamte Jahr 2013 ist damit kaum noch zu erreichen.<br />
Vor f&#252;nf Jahren hatte Spanien noch Schulden in H&#246;he von 40 Prozent seiner Wirtschaftsleistung &#8211; bis Ende M&#228;rz 2013 hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt, Tendenz weiter steigend: Die Verbindlichkeiten des Landes t&#252;rmten sich Ende des ersten Quartals zu einem Rekordstand von 923 Milliarden Euro auf, wie die spanische Zentralbank mitteilte. Das sind 88,2 Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/spanien-schuldenstand-erreicht-im-ersten-quartal-neue-rekordhoehe-a-905765.html">Spiegel Online</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung J.K.:</strong> Am&#252;sant: &#8220;Grund f&#252;r die rapide Entwicklung ist au&#223;er dem harten Sparkurs der Regierung auch die schwache Konjunktur. Spanien erlebt derzeit sein zweites Rezessionsjahr in Folge.&#8221; Das hier ein Zusammenhang bestehen k&#246;nnte darauf kommt die neoliberale Journaille nicht.</em></p>
<p><strong>Dazu: Rechenfehler bei der Sparpolitik</strong><br />
Sparprogramme haben in einigen Eurostaaten zu Rezession und Massenarbeitslosigkeit gef&#252;hrt. Der IWF hat inzwischen zugegeben, dass er sich verrechnet hat, weil der so genannte Multiplikator-Effekt erheblich gr&#246;&#223;er ist, als bisher angenommen.<br />
Quelle: <a href="http://www.ardmediathek.de/das-erste/plusminus/rechenfehler-bei-der-sparpolitik?documentId=15163008">ARD Mediathek, plusminus</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Draghis Offenbarungseid</strong><br />
So ist das also mit den Lenkern der Europ&#228;ischen W&#228;hrungsunion:<br />
Erstens, warten auf den Export! Das ist die immerw&#228;hrende Hoffnung aller Neoklassiker. Wenn im Inland gar nichts mehr geht, dann muss doch irgendwo auf der Welt ein keynesianisches Programm gefahren werden, an das man sich dranh&#228;ngen kann. Wenn Mario Draghi jedoch unter den L&#228;ndern, auf deren steigenden Export man als EWU setzen kann, auch noch Deutschland erw&#228;hnt, wird es bizarr…Denn es ist geradezu l&#228;cherlich, wenn eine so gro&#223;e und so weitgehend geschlossene Volkswirtschaft wie die europ&#228;ische auf den Export setzt.<br />
Zweitens, die Wirkung der EZB-Politik, die „allm&#228;hlich ihren Weg durch die Volkswirtschaften finden wird“. Der Weg ist allerdings schon ziemlich lang, ohne dass etwas an positiver Wirkung in Sachen private Sachinvestitionen festzustellen w&#228;re…<br />
Drittens – hier wird es &#228;rgerlich oder gar gef&#228;hrlich, je nachdem wie ernst man Mario Draghis Aussagen nimmt – verweist er auf die fallenden Inflationsraten und wiederholt den auch in Deutschland &#252;blichen Stammtischspruch, dass fallende Inflation h&#246;here Einkommen der B&#252;rger bedeutet&#8230;In erster Linie sind aber die fallenden oder weniger steigenden Preise die Folge der fallenden oder weniger steigenden Einkommen in Europa…<br />
Will Mario Draghi nicht verstehen oder kann er nicht verstehen, dass die von Kanzlerin Merkel ausgerufene Politik deflation&#228;r ist?&#8230;<br />
Dass er dann noch die positiven „Verm&#246;genseffekte“ erw&#228;hnt, die von total &#252;berdrehten Aktienm&#228;rkten ausgehen, setzt dem Ganzen gewisserma&#223;en die Krone auf.<br />
Wenn er sagt, die Arbeitslosigkeit sei die Ursache der Einkommensschw&#228;che, muss man konstatieren, dass seine Welt genau auf dem Kopf steht. </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130614_2_01.jpg" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.flassbeck-economics.de/draghis-offenbarungseid/#sthash.UjTC5slU.dpuf">Flassbeck Economics</a></li>
<li><a name="h06"></a><strong>ESM-Chef Regling schimpft &#252;ber Internationalen W&#228;hrungsfonds</strong><br />
Der Chef des Euro-Krisenfonds kritisiert den Internationalen W&#228;hrungsfonds so scharf wie nie zuvor. Der IWF mache den Stabilit&#228;tspakt l&#228;cherlich, sagt Klaus Regling. Er w&#252;nscht sich daher langfristig ein rein europ&#228;isches Krisenmanagement. Der Internationale W&#228;hrungsfonds (IWF) steht seit Beginn der Euro-Krise an der Seite Europas, doch das Verh&#228;ltnis der Partner wird zunehmend schlechter, wie die neuesten Aussagen von ESM-Chef Klaus Regling zeigen. Der IWF mache mit seiner Kritik der Griechenland-Rettung den Stabilit&#228;tspakt l&#228;cherlich und erkl&#228;re sich selbst f&#252;r die Schaffung von Wachstum zust&#228;ndig, sagte Regling der &#8220;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&#8221;. &#8220;Damit baut er nicht nur einen falschen Gegensatz auf. Vor allem l&#228;sst er erkennen, dass er die Regeln unserer W&#228;hrungsunion nicht versteht&#8221;, f&#252;gte Regling hinzu. Der Euro-Raum mit einer einheitlichen Geldpolitik und 17 nationalen Wirtschafts- und Fiskalpolitiken k&#246;nne nur funktionieren, wenn die Regeln eingehalten werden. &#8220;Wenn der IWF das nicht versteht, ist das ein gro&#223;es Problem&#8221;, sagte Regling weiter.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/esm-chef-regling-schimpft-ueber-den-iwf-a-905686.html">Spiegel Online</a><br />
 <br />
<em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Zu ESM-Chef Klaus Regling schrieb Albrecht M&#252;ller in seinem bereits im Februar 2011 in den NachDenkSeiten ver&#246;ffentlichten Beitrag &#8220;Auch bei Personen funktioniert die demokratische Kontrolle nicht, wenn ihre PR stimmt. Oder, Verzeihung: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=8308">„Flaschen“ st&#252;tzen „Flaschen“&#8221;</a>:</em><br />
<em>&#8220;Zum Beispiel Klaus Regling: Wahrscheinlich ist Ihnen dieser Name kein Begriff. (&#8230;) Klaus Regling war und ist als Generaldirektor in Br&#252;ssel verantwortlich f&#252;r die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Europ&#228;ischen Union. Er ist einer der Hauptverantwortlichen f&#252;r das Auseinanderfallen der Lohnentwicklung und damit der Entwicklung der Wettbewerbsf&#228;higkeit in der Eurozone, er ist also hauptverantwortlich f&#252;r die Krise, in der sich der Euroraum befindet. Er war auch einer der Miterfinder der gescheiterten Maastricht-Kriterien. (&#8230;) Er geh&#246;rt zur Gruppe der deutschen Chicago Boys. (Siehe dazu eine Skizze in meinem Buch &#8220;Machtwahn&#8221;).&#8221;</em><br />
<em>Es ist schon erstaunlich, dass nun ausgerechnet Klaus Regling das Einhalten von Regeln anmahnt. Denn Regling als einer der Protagonisten des deutschen Lohndumping und damit einer der Hauptverantwortlichen f&#252;r das Auseinanderfallen der Lohnentwicklung und damit der Entwicklung der preislichen Wettbewerbsf&#228;higkeit innerhalb der Eurozone hat durch sein Verhalten gegen die zentrale, f&#252;r das Funktionieren einer W&#228;hrungsunion unerl&#228;ssliche Regel versto&#223;en: Daf&#252;r Sorge zu tragen, dass die von den Staaten der Eurozone gemeinsam vereinbarte Zielinflationsrate von den beteiligten Staaten weder &#252;ber- noch unterschritten wird.</em></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Fabian Lindner: Banken treiben Eurokrise</strong><br />
In der Eurokrise stehen die Schulden – vor allem die Auslandsschulden – der heutigen Krisenl&#228;nder Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien in der Kritik. Das Verhalten und die Identit&#228;t der Gl&#228;ubiger werden dabei allerdings sehr viel weniger beachtet, obwohl es ohne die Einstellung der Kreditvergabe durch die Gl&#228;ubiger ab 2009 nicht zur Krise gekommen w&#228;re.<br />
In diesem Report wird gezeigt, dass deutsche und franz&#246;sische Investoren – besonders Banken – die gr&#246;&#223;ten Gl&#228;ubiger der heutigen Krisenl&#228;nder waren.<br />
Dies sind die gleichen Banken, die in der Krise des US-Hypothekenmarktes &#252;berproportional hohe Verluste erlitten und deshalb nach der Krise ihre Bilanz verk&#252;rzen mussten, auch durch die K&#252;ndigung von Krediten an die heutigen Krisenl&#228;nder. Bereits vor dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im August 2008 und damit noch deutlich vor Beginn der Spannungen an den Staatsanleihem&#228;rkten Ende 2009 haben die Banken begonnen, ihre Forderungen gegen&#252;ber den heutigen Krisenl&#228;ndern abzubauen. Die Subprime-Krise hat somit &#252;ber die Reaktion der Banken ganz wesentlich zur Eurokrise beigetragen.<br />
Ein solcher Forderungsabbau wird auch als „Sudden Stop“ (Calvo 1998) bezeichnet und f&#252;hrt in L&#228;ndern mit Leistungsbilanzdefiziten und hoher Nettoauslandsverschuldung oft zu tiefen Rezessionen, weil sie pl&#246;tzlich von der Au&#223;enfinanzierung abgeschnitten sind und damit wichtige Ausgaben – etwa f&#252;r den Import von Rohstoffen, Medikamenten oder Nahrungsmitteln – stark senken m&#252;ssen…<br />
Die Bankenregulierung Basel II hat den Forderungsabbau beschleunigt, da die Banken ihr Eigenkapital prozyklisch abbauen k&#246;nnen, wenn die Risiken gering sind und aufbauen m&#252;ssen, wenn sie hoch sind.<br />
Versch&#228;rft wird dies durch die Regeln des Euroraums, nach denen im Gegensatz zu anderen Industriel&#228;ndern Staaten Pleite gehen k&#246;nnen. Dies hat zu einer sich selbstverst&#228;rkenden Liquidit&#228;tskrise gef&#252;hrt.<br />
Zur L&#246;sung der Krise sind eine Stabilisierung der M&#228;rkte f&#252;r Staatsanleihen und die Aufgabe der Austerit&#228;tspolitik notwendige Bedingungen…<br />
Quelle: <a href="http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_82_2013.pdf">IMK Report 82 [PDF - 1.8 MB]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung IMK:</strong> Der Report betrachtet das Verhalten der Gl&#228;ubiger &#8211; vor allem der Banken &#8211; in der Eurokrise. Die gr&#246;&#223;ten Gl&#228;ubiger der heutigen Krisenl&#228;nder Griechenland, Spanien, Irland, Portugal und Italien sind deutsche und franz&#246;sische Banken. Diese haben 2008 gro&#223;e Verluste in der US-Subprimekrise erlitten und mussten ihre Bilanz verk&#252;rzen, was zu einem Abbau ihrer Auslandsforderungen gef&#252;hrt hat. Der Forderungsabbau hat zu einem pl&#246;tzlichen Anhalten der Kreditvergabe gef&#252;hrt, der die Krise im Euroraum mit ausgel&#246;st hat. Dass die Banken sich so verhalten haben, liegt an der Bankenregulierung und den Regeln des Euroraums. Nach der Bankenregulierung Basel II m&#252;ssen Banken prozyklisch ihr Kapital erh&#246;hen, wenn ihre Forderungen risikoreicher werden. In einer Finanzkrise erfolgt diese Kapitalanpassung meist &#252;ber den Abbau von Forderungen. Die Regeln des Euroraums erlauben eine staatliche Insolvenz, so dass Gl&#228;ubiger Verluste tragen m&#252;ssen. Steigt die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz, m&#252;ssen Gl&#228;ubiger ihre Forderungen so schnell wie m&#246;glich verringern, um selbst ihr Kapital und damit ihre eigene Solvenz zu erhalten. Notwendige Bedingung der Stabilisierung des Euroraums w&#228;re damit eine Garantie, Staaten nicht insolvent gehen zu lassen. Dar&#252;ber hinaus sollte die Bankenregulierung weniger prozyklisch ausgestaltet werden.</em></li>
<li><a name="h08"></a><strong>K&#246;nnte das Bundesverfassungsgericht eine bisherige Blockierung f&#252;r die Entwicklung der Eurozone durch angemessene europ&#228;ische Institutionen aufbrechen?</strong><br />
Kommentierte Presseschau von Volker Bahl<br />
Quelle: <a href="http://www.labournet.de/politik/eu-politik/eu-krise/eu-demokratie/konnte-das-bundesverfassungsgericht-eine-bisherige-blockierung-fur-die-entwicklung-der-eurozone-durch-angemessene-europaische-institutionen-aufbrechen/">LabourNet Germany</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>The ingredients of German economic success are more complex than they seem</strong><br />
In German eyes, strong exports and a big trade surplus are symbols of economic virility. But foreigners are more impressed with Germany’s recent employment record. A decade ago Germany had one of the worst jobless rates in the rich world. Today its unemployment rate of 5.4% (using OECD figures) is one of the lowest in Europe. Youth unemployment, below 8%, is half that in America and a third of the European average. It is also the lowest Germany has seen for 20 years.<br />
This is not the result of booming growth. Over the past decade Germany’s economy has on average grown more slowly than America’s and Britain’s and barely faster than that of the euro zone as a whole…<br />
If German success has more fathers than many Germans like to admit, it has also come at a price that few acknowledge. Most Germans’ living standards have stagnated, wealth is highly skewed and national saving, embodied in the country’s vast current-account surpluses, has been spectacularly badly invested. From American subprime securities to Spanish property loans, German banks recycled the country’s savings surpluses into all manner of junk. A new study by Marcel Fratzscher of the DIW economic research institute in Berlin suggests that Germany has lost the equivalent of 20% of GDP on the valuation of its foreign portfolio investments since 2006.<br />
Quelle: <a href="http://www.economist.com/news/special-report/21579145-ingredients-german-economic-success-are-more-complex-they-seem-dissecting">The Economist</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Es ist immerhin bemerkenswert, dass dieses wirtschaftsliberale Blatt eine weitaus differenziertere Sicht der wirtschaftlichen Lage Deutschlands liefert als die Wirtschaftsteile der meisten deutschen Zeitungen.</em> </li>
<li><a name="h10"></a><strong>Marktwirtschaft – nein danke? Eine Standortbestimmung</strong><br />
Schwere Wirtschaftskrise in S&#252;deuropa mit Millionen Arbeitslosen, die deutsche Konjunktur nur noch im Vergleich dazu “rosig”, in Wirklichkeit an der Schwelle zur Rezession, und jetzt auch noch das Hochwasser – manch einer fragt sich, ob das nicht alles irgendwie zusammenh&#228;ngt unter der gro&#223;en &#220;berschrift “Die Marktwirtschaft f&#228;hrt gegen die Wand”. Denn ist die Zerst&#246;rung oder zumindest &#220;bernutzung der nat&#252;rlichen Ressourcen unseres Planeten nicht eine direkte Folge der Marktwirtschaft bzw. des Kapitalismus, wie Kritiker unser Wirtschaftssystem bezeichnen? (…) Und zeigt nicht gerade die wachsende Arbeitslosigkeit, dass die Produktivit&#228;tsgewinne, auf die der Kapitalismus so stolz ist, letzten Endes zur Verelendung von immer mehr Menschen f&#252;hren, denen (obendrein CO2 aussto&#223;ende) Maschinen die Arbeitsm&#246;glichkeiten genommen haben? Und h&#246;ren wir nicht ab und zu (z.B. auch auf dieser Web-Seite), dass es um eine Absatz– bzw. Nachfragekrise geht? Hei&#223;t das nicht, dass wir all das, was wir herstellen, gar nicht verbrauchen k&#246;nnen? Und geh&#246;rt diese “&#220;berproduktion” und “Unterkonsumption” nicht zum Wesen des Kapitalismus, der die einen ausbeutet, w&#228;hrend die anderen nicht wissen, wohin mit ihrem Reichtum? Hier scheint ein Irrsinn in den anderen zu greifen: Zu viel produziert von zu wenigen, zu wenig konsumiert von zu vielen, zu viel Ressourcenverbrauch und zu wenig Umweltschutz. Auf solche und &#228;hnliche Gedanken sto&#223;e ich immer wieder beim Lesen von Beitr&#228;gen unterschiedlichster Autoren der verschiedensten Fachrichtungen und beim Zuh&#246;ren in Diskussionsrunden mit dem gemischtesten Publikum.<br />
Quelle: <a href="http://www.flassbeck-economics.de/marktwirtschaft-nein-danke-eine-standortbestimmung/">Flassbeck-Economics</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Schutz war gestern</strong><br />
Die USA spionieren illegal das Internet in Europa aus – doch die EU wehrt sich nicht. Im Gegenteil: Sie will ein Freihandelsabkommen auf den Weg bringen, das den Datenschutz ausklammert und US-Konzernen wie Google auch noch Klagen gegen EU-Staaten erm&#246;glicht. Jetzt schl&#228;gt wieder die Stunde der Frankreich-Basher. Weil Paris es wagt, das Verhandlungsmandat der EU-Kommission f&#252;r die Handelsgespr&#228;che mit den USA zu kritisieren, schlagen alle auf die Franzosen ein. Dabei haben auch Belgien und Griechenland Bedenken. Selbst das Europaparlament tritt f&#252;r die “exception culturelle” ein – also den Schutz der europ&#228;ischen Film- und Fernsehproduktion vor der &#252;berm&#228;chtigen US-Industrie. Egal: Kommerz hat Vorrang, Schutz war gestern. Der Handel muss grenzenlos sein, deshalb darf es keine Ausnahmen geben. Dies ist die Logik, mit der auch die Merkel-Regierung in die Gespr&#228;che geht. Merkantilismus schl&#228;gt Protektionismus – selbst da, wo eine Absicherung dringend angesagt w&#228;re. Zum Beispiel im Datenschutz. Gerade erst wurde das US-Sp&#228;hprogramm Prism enth&#252;llt, auch das Internet in Europa wird systematisch ausgesp&#228;ht. (&#8230;) Dabei warten US-Konzerne wie Google oder Microsoft doch nur auf ihre Chance, ihre Auffassungen von Gewerbefreiheit auch in Europa umsetzen zu k&#246;nnen – zur Not auch auf dem Rechtsweg. (&#8230;) Eigentlich merkw&#252;rdig: Wenn es um den Schutz privater Investitionen geht, dann moniert sich nicht einmal die schwarzgelbe Bundesregierung (gegen die Vattenfall wegen des Atomausstiegs klagt). Wenn es hingegen um den Schutz unserer Kultur und unserer Daten geht, dann hei&#223;t es, man solle sich keine unn&#246;tigen Sorgen machen, Protektionismus helfe uns nicht weiter. Da stimmt doch etwas nicht…<br />
Quelle: <a href="http://lostineu.eu/schutz-war-gestern/">Lost in EUrope</a><br />
 <br />
<em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Der im obigen Beitrag v.a. angesprochene Kultursektor ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem angedachten Wirkungskreis des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA. Ein ma&#223;gebliches Ziel der europ&#228;ischen Bef&#252;rworter dieses Abkommens d&#252;rfte es sein, den &#8220;Wettbewerbsdruck&#8221; (insbesondere den preislichen, kaum jedoch den auf Innovationen basierenden) in Europa weiter zu erh&#246;hen. Im Februar 2013 schrieb Jens Berger unter der &#220;berschrift &#8220;<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=16289">TAFTA – eine weitere Hintert&#252;r f&#252;r neoliberale Reformen</a>&#8220;:</em><br />
<em>&#8220;Das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU ist in aller Munde. US-Pr&#228;sident Obama thematisierte die Transatlantic Free Trade Area (TAFTA) in seiner j&#252;ngsten Regierungserkl&#228;rung und auch Angela Merkel und David Cameron konnten sich auf dem letzten EU-Gipfel kaum etwas Sch&#246;neres vorstellen, als mit den USA eine Freihandelszone zu gr&#252;nden. Woher kommt dieser pl&#246;tzliche Enthusiasmus? Die Idee einer transatlantischen Freihandelszone ist ein alter Hut und es ist mehr als unwahrscheinlich, dass die anstehenden Verhandlungen, die Mitte dieses Jahres beginnen sollen, je zu einem nennenswerten Ergebnis kommen. Die Verhandlungen zu TAFTA eignen sich jedoch hervorragend, um auf vielen politischen Ebenen sogenannte „Handelshemmnisse“ abzubauen. (&#8230;) Man muss jedoch kein Prophet sein, um zu erahnen, welche „Reformen“ die europ&#228;ische Seite im Schlepptau von TAFTA anstrebt. Schreibt der Fiskalpakt den europ&#228;ischen L&#228;ndern eine neoliberale Finanzpolitik vor, k&#246;nnte TAFTA die von Merkel und Co. gew&#252;nschte Erg&#228;nzung darstellen, um auch den neoliberalen Deregulierungstraum europaweit umzusetzen.&#8221;</em></p>
<p><strong>Dazu: Auf einer Linie mit Paris</strong><br />
Die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender Europas (EBU) eilen Paris zu Hilfe. Sie unterst&#252;tzen die franz&#246;sische Forderung, den Bereich Audiovisuelles von vornherein aus den Verhandlungen f&#252;r ein Freihandelsabkommen mit den USA auszuschlie&#223;en. Gerade im Internet entwickelten sich die Dinge &#8220;schnell und unvorhersehbar&#8221;, sagte Ulrich Wilhelm, Mitglied des Vorstandes der EBU und Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) am Donnerstag der S&#252;ddeutschen Zeitung. &#8220;Wir brauchen deshalb die Freiheit, stets neu entscheiden zu k&#246;nnen.&#8221;<br />
Die Europ&#228;ische Union und ihre Mitgliedstaaten m&#252;ssten sich die M&#246;glichkeit erhalten, Regelungen in den Medien flexibel an Entwicklungen anpassen zu k&#246;nnen. &#8220;Mit einer Unterwerfung des kulturellen Sektors unter die Bedingungen des Freihandelsabkommens w&#228;re diese Handlungsfreiheit nicht mehr gegeben&#8221;, sagte Wilhelm.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/freihandelsabkommen-zwischen-eu-und-usa-auf-einer-linie-mit-paris-1.1696055">SZ</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>IMK Verteilungsmonitor: Einkommensverteilung in Deutschland, 1991 – 2010</strong><br />
Die Entwicklung der bedarfsgewichteten Haushaltsnettoeinkommen im vergangenen<br />
Jahrzehnt verst&#228;rkte die Einkommensungleichheit in Deutschland.</p>
<ul>
<li>Das untere Drittel der Bev&#246;lkerung (Einkommensklassen 1 &#8211; 3) erlitt reale Einkommensr&#252;ckg&#228;nge.</li>
<li>Die obere H&#228;lfte der Bev&#246;lkerung (Einkommensklassen 5 &#8211; 10) gewann dagegen real an Einkommen hinzu.</li>
<li>Die Einkommensentwicklung der oberen 10 Prozent (Einkommensklasse 10) sticht mit einer realen Steigerung um gut 12 Prozent besonders deutlich hervor.</li>
</ul>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130614_2_02.jpg" alt="" title="" /></p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130614_2_03.jpg" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.boeckler.de/pdf/imk_pj_verteilungsmonitor.pdf ">IMK Verteilungsmonitor [PDF - 117 KB]</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>EU-Datenschutzreform: Klausel gegen NSA-Spionage gestrichen</strong><br />
Die USA haben verhindert, dass der Entwurf der EU-Datenschutzreform die Herausgabe von europ&#228;ischen Nutzerdaten an die NSA untersagt. Das berichtet die Financial Times in ihrer heutigen Ausgabe. Demnach h&#228;tte die &#8220;Anti-FISA-Klausel&#8221; die Weitergabe der Daten auf Basis des Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) verhindert. Dieses Gesetz erlaubt es dem US-Geheimdienst NSA, die &#220;berwachung einer Person anzuordnen und etwa von einem Internet-Dienst wie Facebook die Herausgabe ihrer Daten zu verlangen. Dieses Verfahren erregt derzeit besonders viel Aufmerksamkeit, bildet es doch offenbar die rechtliche Grundlage f&#252;r das Spionageprogramm PRISM…<br />
Durch intensive Lobbyarbeit hat die US-Regierung dem Bericht zufolge Anfang 2012 eine Streichung des Weitergabeverbots erreicht, um eine Anfrage der NSA nicht rechtlich zu blockieren. Eine Mehrheit unter den EU-Kommissaren habe sich daf&#252;r ausgesprochen, um die Handelsgespr&#228;che zwischen EU und USA nicht zu erschweren…<br />
Aber nicht nur der US-Regierung sei diese Klausel ein Dorn im Auge gewesen, so die Financial Times weiter. Auch US-Unternehmen h&#228;tten sich vehement gegen sie gewandt. Sie w&#228;ren durch eine solche Klausel gezwungen gewesen, sich zwischen dem Anspruch der USA auf die Daten und dem EU-Verbot ihrer Herausgabe zu entscheiden.<br />
Quelle: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Datenschutzreform-Klausel-gegen-NSA-Spionage-gestrichen-1887741.html">heise online</a> </p>
<p><strong>Dazu: Juli Zeh zum Thema Daten&#252;berwachung</strong><br />
Die Juristin und Schriftstellerin Juli Zeh, bekannt f&#252;r ihre kritische Haltung zum &#220;berwachungsstaat, &#228;u&#223;ert sich anl&#228;sslich der aktuellen Aff&#228;re um den &#8220;Whistleblower&#8221; Edward Snowden gegen&#252;ber Kulturzeit. Das Interview f&#252;hrte Frank Eggers.<br />
Quelle: <a href="http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&#038;mode=play&#038;obj=36866">3sat Kulturzeit</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Obama erlaubt US-Waffenlieferungen an syrische Rebellen</strong><br />
Wei&#223;es Haus geht von Chemiewaffeneinsatz aus &#8211; Russischer Abgeordneter bezichtigt USA der L&#252;ge &#8211; Spekulationen &#252;ber Flugverbotszone…<br />
Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste habe Syriens Staatsf&#252;hrung im Laufe des vergangenen Jahres &#8220;in geringem Umfang&#8221; mehrfach Chemiewaffen eingesetzt, sagte der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes am sp&#228;ten Donnerstagnachmittag. Bei den Angriffen seien 100 bis 150 Menschen get&#246;tet worden…<br />
Die USA erw&#228;gen westlichen Diplomaten zufolge die Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien, um den Aufst&#228;ndischen zu helfen…<br />
Russland, ein Verb&#252;ndeter des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad, hat den USA L&#252;gen bez&#252;glich des Einsatzes von Chemiewaffen vorgeworfen. Die Berichte seien &#8220;an derselben Stelle fabriziert&#8221; worden wie die &#8220;L&#252;ge&#8221; &#252;ber Massenvernichtungswaffen des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein, schrieb Alexej Puschkow, Vorsitzender des Ausw&#228;rtigen Ausschusses des russischen Parlaments…<br />
NATO-Generalsekret&#228;r Anders Fogh Rasmussen forderte eine Untersuchung der US-Berichte durch die Vereinten Nationen…<br />
Quelle: <a href="http://derstandard.at/1369363698351/Weisses-Haus-Syrien-setzte-Chemiewaffen-ein">der Standard</a></p>
<p><strong>Dazu: U.S. Is Said to Plan to Send Weapons to Syrian Rebels</strong><br />
The Obama administration, concluding that the troops of President Bashar al-Assad of Syria have used chemical weapons against rebel forces in his country’s civil war, has decided to begin supplying the rebels for the first time with small arms and ammunition, according to American officials…<br />
Supplying weapons to the rebels has been a long-sought goal of advocates of a more aggressive American response to the Syrian civil war. A proposal made last year by David H. Petraeus, then the director of the C.I.A., and backed by the State Department and the Pentagon to supply weapons was rejected by the White House because of President Obama’s deep reluctance to be drawn into another war in the Middle East…<br />
Quelle: <a href="http://www.nytimes.com/2013/06/14/world/middleeast/syria-chemical-weapons.html?pagewanted=all&#038;_r=0">New York Times</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>T&#252;rkei</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Sie trauen Erdo&#287;an inzwischen alles zu</strong><br />
Der Premier will nicht auf die Demonstranten zugehen. Was nach den heftigen &#220;bergriffen der Polizei bleibt, ist die Herrschaft des Misstrauens…<br />
Erst mit Tr&#228;nengas auf Demonstranten schie&#223;en, dann mit ihnen sprechen? So l&#228;sst sich kein Konsens finden. Der t&#252;rkische Premier hat sich als unberechenbar und listenreich erwiesen…<br />
Doch Misstrauen herrscht auch bei der AK Parti von Erdogan vor. Im engsten Kreis um den Premierminister glaubt man nicht an das Motiv der Demonstranten, B&#228;ume sch&#252;tzen zu wollen. Man h&#228;lt sie f&#252;r bezahlt und gedungen. Von der internationalen Zinslobby, die von hohen Zinsen und einer schwachen Lira profitieren wolle. Vom finsteren Ausland, das der T&#252;rkei ihren Erfolg nicht g&#246;nne.<br />
Quelle: <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-06/tuerkei-erdogan-unnachgiebig">Zeit.de</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.R.:</strong> In manchen Medienberichten anl&#228;sslich der j&#252;ngsten B&#252;rgerproteste in der T&#252;rkei war die Rede davon, die wirtschaftliche Lage in der T&#252;rkei sei eigentlich gut, die Proteste richteten sich vielmehr gegen die Person Erdogan bzw. gegen bestimmte Beschr&#228;nkungen pers&#246;nlicher Freiheiten. So hie&#223; es z.B. im oben zitierten Beitraf auf Zeit Online: „Die Ruhe, die der T&#252;rkei in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Wirtschaftsaufschwung, politische Stabilit&#228;t und die Aussicht auf Frieden mit den Kurden bescherte, wird so schnell nicht zur&#252;ckkehren“, ein beispielloser Wirtschaftsaufschwung also. Au&#223;erdem berichteten die Nachdenkseiten am 13.6. <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17578#h04">&#252;ber eine Entschlie&#223;ung des Europ&#228;ischen Parlaments zur Lage in der T&#252;rkei</a>. Dort wird zitiert, „dass die t&#252;rkische Regierung im Zusammenhang mit dem Prozess des EU-Beitritts neoliberale Wirtschaftsreformen und die Deregulierung“ rasch vorangetrieben habe.</em><br />
<em>Ich habe mir daher einige Wirtschaftsdaten aus der <a href="http://ec.europa.eu/economy_finance/db_indicators/ameco/zipped_en.htm">AMECO-Datenbank der EU-Kommission herausgesucht</a>, Stand 3.5.2013. </em></p>
<p><em>In den nachstehenden Diagrammen sind die folgenden beiden Kenngr&#246;&#223;en 2000-2012 dargestellt, jeweils f&#252;r die T&#252;rkei und zum Vergleich f&#252;r Deutschland:</em></p>
<p><em><strong>Reales Arbeitnehmerentgelt</strong> je Arbeitnehmer als Index 2005 = 100 (Variable RWCDV; Real compensation per employee, deflator GDP: total economy &#8211; National currency: 2005 = 100).</em></p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130614_2_04.jpg" alt="" title="" /></p>
<p><em><strong>Arbeitseinkommensquote</strong> = Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer als Prozentsatz des BIP (in jeweiligen Preisen) je Erwerbst&#228;tigem (Variable ALCD0; Adjusted wage share: total economy: as percentage of GDP at current market prices &#8211; Compensation per employee as percentage of GDP at market prices per person employed).</em></p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130614_2_05.jpg" alt="" title="" /></p>
<p><em>Ich wei&#223; nicht, wie verl&#228;sslich diese Daten und was tats&#228;chlich die &#252;berwiegenden Motive der aktuellen Proteste sind, die Betrachtung dieser Datens&#228;tze &#8211; mit fehlendem Anstieg des Reallohnniveaus und R&#252;ckgang der Arbeitseinkommensquote, jeweils noch ung&#252;nstiger als in Deutschland &#8211; n&#228;hrt aber Zweifel an einer f&#252;r die Breite der Bev&#246;lkerung g&#252;nstigen wirtschaftlichen Entwicklung in der T&#252;rkei seit der Jahrtausendwende.</em></li>
<li><strong>T&#252;rkische Hotels weniger gefragt</strong><br />
Die anhaltenden Proteste gegen die Regierung in der T&#252;rkei beginnen sich auf den Tourismus auszuwirken. Die Anzahl der Hotelsuchen im Internet f&#252;r St&#228;dte und Badedestinationen ist in den letzten zwei Wochen eingebrochen. Zwischen dem 28. Mai und dem 11. Juni habe die Hotel-Vergleichsplattform Trivago f&#252;r Istanbul, wo die Proteste ihren Anfang nahmen, 99% weniger Anfragen verzeichnet als vor einem Jahr. F&#252;r Ankara brachen die Suchanfragen im Vergleich mit der gleichen Vorjahresperiode um 86% ein. Und obwohl die Proteste vor allem in den St&#228;dten stattfinden, sind die Reisenden auch mit Blick auf Ferien am Meer zunehmend verunsichert. Gem&#228;ss Trivago ging die Suche nach Hotels in den K&#252;stenregionen Antalya, Bodrum, Izmir, Cesme, Marmaris, Kusadasi und Fethiye ebenfalls um 81% zur&#252;ck.<br />
Quelle: <a href="http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/hotelsuche-anfragen-tuerkei-internet-1.18097238">NZZ</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Die Situation auf dem Taksim-Platz in Istanbul ist noch weit vom Tahrirplatz in Kairo entfernt und man wird sehen, ob bei Anhalten der Proteste die Tourismusbranche tats&#228;chlich einbricht. Dies w&#228;re allerdings ein herber Verlust f&#252;r die T&#252;rkei, denn die defizit&#228;re Leistungsbilanz der T&#252;rkei w&#252;rde ohne die Tourismuseinnahmen noch schlechter aussehen. Allerdings zeigt der R&#252;ckgang der Suchanfragen, dass das Ausland beobachtet und reagiert. Das gilt auch f&#252;r das ausl&#228;ndische Kapital. Dass Erdogan das Land schleichend islamisiert und sein F&#252;hrungsstil immer autorit&#228;rer wird, tangiert das Finanzkapital wenig. Seine Losung, dass die T&#252;rkei Opfer konzentrierter Angriffe aus dem In-und  Ausland sei, pr&#228;ziser die Demonstranten seien &#8220;Marionetten von Finanzspekulanten&#8221;, wird allerdings immer mehr als Realit&#228;tsverweigerung wahrgenommen.  Diese Rhetorik mag teilweise innenpolitisch an seine Anh&#228;ngerschaft gerichtet sein, aber offensichtlich ignoriert Erdogan die Zerrissenheit des Landes, vor allem in der st&#228;dtischen Bev&#246;lkerung. Und das Kapital ist bekanntlich ein scheues Reh. Sein Verhalten ist f&#252;r die T&#252;rkei elementar. Was in all den Hymnen auf das t&#252;rkische Wirtschaftswunder auch hierzulande gerne &#252;bersehen wird: Der t&#252;rkische &#8220;Boom&#8221; ist schuldenfinanziert. Zwar liegt das Haushaltsdefizit liegt unter zwei Prozent des BIP und die Staatsverschuldung bei 40 Prozent des BIP, aber die privaten Schulden sind massiv angestiegen. Die Auslandsverbindlichkeiten belaufen sich auf ca. 51 Prozent des BIP. 2013 muss der gesamte private Sektor Schulden im Umfang von umgerechnet 221 Milliarden US-Dollar refinanzieren – was etwa 25 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Man sollte dabei im Auge behalten, dass Spanien 2007 nur eine Staatsverschuldungsquote von 36 Prozent hatte. Zurzeit bricht die t&#252;rkische B&#246;rse ein, die Renditen zehnj&#228;hriger t&#252;rkischer Anleihen steigen und die t&#252;rkische Lira liegt im Abw&#228;rtstrend. In einem <a href="http://www.jungewelt.de/2013/06-11/012.php">informativen Artikel verweist Tomasz Konicz</a> auf eine Einsch&#228;tzung der New York Times: Solche Defizitkonjunkturen k&#246;nnten nicht unbegrenzt fortgesetzt werden. &#8220;Es seien nur wenige Wirtschaftswissenschaftler gewesen, die in den vergangenen zwei Jahren warnten, dass die T&#252;rkei – wie zuvor Japan, die USA, Spanien oder Irland – einen Boom erfahre, der auf einem Berg von Schulden errichtet sei – und der ein schmerzhaftes Ende nehmen werde. <a href="http://www.nytimes.com/2013/06/06/world/europe/financial-fears-as-street-unrest-shakes-turkey.html?pagewanted=all&#038;_r=0">Bis vor kurzem wurden ihre Warnungen ignoriert</a>.&#8221;</em><br />
<em>Hinzu kommt, dass das t&#252;rkische Wirtschaftswachstum 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent auf 2,2 Prozent zur&#252;ckgegangen ist. 2011 lag das t&#252;rkische Wirtschaftswachstum in H&#246;he von 8,8 Prozent weltweit noch – nach China mit 9,4 Prozent – auf Platz 2.  Berichten des T&#252;rkischen Statistikamts zufolge habe dies an der schwachen Binnen-Nachfrage und die Schulden-Krise in Europa gelegen. So kommen, neben der hohen privaten Verschuldung der T&#252;rken auch die Nachfrage-Ausf&#228;lle der Europ&#228;er nach t&#252;rkischen Exporten zum Tragen. Sollte das t&#252;rkische Wirtschaftswachstum auf diesem Niveau verbleiben, d&#252;rften die ausl&#228;ndischen Erwartungen auf ertr&#228;gliche Investments in der T&#252;rkei sinken und die dringend ben&#246;tigte Kapitalzufuhr stocken.</em></li>
<li><strong>Alle sind Pl&#252;nderer: Proteste gegen die AKP in Deutschland</strong><br />
Die Proteste gegen die AKP beschr&#228;nken sich nicht auf t&#252;rkische St&#228;dte. Auch in Deutschland gehen Tausende Menschen auf die Stra&#223;e, um gegen die Politik des t&#252;rkischen Ministerpr&#228;sidenten Recep Tayyip Erdo&#287;an zu demonstrieren. Viele Demonstrierende bezeichneten sich als çapulcu, Pl&#252;nderer, in Anspielung auf Erdo&#287;an, der alle Demonstrierenden so bezeichnet hat. Ein Demonstrant hat das Wort auf seine eigene Weise ins Deutsche &#252;bersetzt und durchkonjugiert, vielleicht schafft er es in die n&#228;chste Ausgabe des Duden. »Ich tschapuliere, du tschapulierst, sie tschapuliert, wir tschapulieren, ihr tschapuliert, sie tschapulieren«, steht auf seinem Schild. Ece Y&#305;ld&#305;r&#305;m, 26 Jahre alt, ist eine der Organisatorinnen der Demonstration. Die Aussichten f&#252;r den Protest in der T&#252;rkei bewertet Y&#305;ld&#305;r&#305;m positiv: »Millionen Menschen sind auf der Stra&#223;e, und das im ganzen Land. Gegen den Willen des Volkes kann die AKP nicht einfach so weitermachen. Solange sie in der T&#252;rkei weiterk&#228;mpfen, k&#228;mpfen wir auch.«  Alle Einschr&#228;nkungen des Versammlungsrechts und der freien Meinungs&#228;u&#223;erung sollen sofort aufgehoben werden. Zudem sollen die im Zuge der Demonstrationen Inhaftierten freigelassen und alle Verantwortlichen, die den Gewalteinsatz gegen die Protestierenden angeordnet haben, von ihrem Posten entlassen werden. Letzteres kommt einer R&#252;cktrittsforderung an die Regierung gleich. Es ist besonders auff&#228;llig, welche politischen Milieus sich derzeit auf diese R&#252;cktrittsforderung einigen k&#246;nnen. -  Bei den Demonstrationen in Istanbul, Ankara und auch Berlin waren Kemalisten, Nationalisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Linksradikale, Kurden und Aleviten auf der Stra&#223;e. Die Ablehnung von Erdo&#287;ans Politik vereint, was lange Zeit unvereinbar schien. Gegen die Brutalit&#228;t der Polizei und die Islamisierungspolitik der AKP opponieren Menschen, deren politische Auffassungen sich ansonsten diametral widersprechen. Dennoch erl&#228;ge man einer falschen Vorstellung in der Annahme, dass alle T&#252;rkinnen und T&#252;rken derzeit gegen Erdo&#287;an protestierten. Das gilt weder in der T&#252;rkei noch in Deutschland.<br />
Quelle: <a href="http://jungle-world.com/artikel/2013/24/47876.html">Jungle World</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h16"></a><strong>Der ganz normale Bewerbungswahnsinn</strong><br />
Der Uni-Absolvent&#8230;</p>
<ul>
<li>schrieb rund 60 Bewerbungen,</li>
<li>f&#252;hrte sieben Telefoninterviews mit potentiellen Arbeitgebern,</li>
<li>war dreimal im Assessment-Center,</li>
<li>wurde elfmal zum Vorstellungsgespr&#228;ch geladen.</li>
</ul>
<p>Er tingelte durch das halbe Land. Viermal erreichte Sebastian D. die entscheidende Auswahlrunde, was bedeutete, dass er eine Einladung zu einem weiteren Vorstellungsgespr&#228;ch erhielt.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/jobsuche-der-ganz-normale-bewerbungswahnsinn-a-905293.html">Spiegel Online</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Angeblich gibt es doch einen Fachkr&#228;ftemangel.</em></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Die Schlecker-Parabel</strong><br />
Die Arbeitgeber im Einzelhandel wollen die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Die Besch&#228;ftigten der Drogeriekette waren noch privilegiert. Ihre angebliche &#8220;Anspruchshaltung&#8221; gilt als von vorgestern, &#8220;Konzessionsbereitschaft&#8221; (beides O-T&#246;ne von Jobcenter-Mitarbeitern) ist bei der Stellensuche gefragt. Damit wird die Geschichte der Schleckerfrauen zur Parabel f&#252;r die jetzige Tarifrunde. Mit welcher Realit&#228;t sich die Schleckerbesch&#228;ftigten konfrontiert sahen, wissen wir dank einer aktuellen Studie des IAB, des Forschungsinstituts der Bundesagentur f&#252;r Arbeit, der auch die beiden obigen O-T&#246;ne entnommen sind. Das IAB wollte von Fach- und F&#252;hrungskr&#228;ften ausgesuchter Jobcenter im August 2012, als noch 15.600 Schleckerfrauen eine Stelle suchten, wissen, wie die Vermittler die Frauen betreuten. Vielen Vermittlern m&#252;ssen die &#8220;Damen&#8221; (O-Ton) wie Besch&#228;ftigte aus einer antiquierten Zeit vorgekommen sein. Veraltet waren die Kassen- und EDV-Systeme bei Schlecker, deutlich &#228;lter als sonst im Einzelhandel auch die Besch&#228;ftigten &#8211; etliche von ihnen &#252;ber 50. Vergleichsweise viele Frauen hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung. Trotzdem bekamen sie, nachdem Schlecker endlich nach Tarif bezahlte, zwischen 12 und 15 Euro in der Stunde. Das ist kein Verm&#246;gen, aber mehr, als manch andere Kraft im Einzelhandel verdient. Ungelernte Schleckerfrauen stiegen dabei nach einigen Jahren in die Lohngruppe der formal Qualifizierten auf. Mit dieser Aufstiegsperspektive soll jetzt Schluss sein, fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) in einigen Bundesl&#228;ndern. Einmal ungelernt, immer ungelernt, einmal Niedrigl&#246;hne, immer Niedrigl&#246;hne um die 10/11 Euro, so die neue Struktur, die festgezurrt werden soll. Auch die Sp&#228;t- oder Nachtzuschl&#228;ge stellt der HDE infrage &#8211; obwohl diese Zuschl&#228;ge der Preis waren, die der Verband zahlen musste, um Arbeitszeiten wie in kaum einer anderen Branche flexibilisieren zu k&#246;nnen. &#214;ffnungszeiten bis 22 Uhr oder sp&#228;ter, auch an Samstagen, sind heute normal. Ein Heer von gut in den Dienstpl&#228;nen verschiebbaren Teilzeitkr&#228;ften und 400-Euro-JobberInnen steht bereit, die Kunden zu bedienen. Doch der HDE ruft nicht nur nach mehr Flexibilit&#228;t. Auch Kassiererinnen und Besch&#228;ftigte, die Waren verr&#228;umen, sind in seinen Augen mit 11 oder 12 Euro &#252;berbezahlt und sollten &#8220;abgruppiert&#8221; werden. &#8211; Wie niedrig der aktuelle Marktlohn ist, wurde auch den Schleckerfrauen unmissverst&#228;ndlich klargemacht. Sie sollen &#8220;verstehen, dass man sich selbst um 8-Euro-Stellen mit anderen pr&#252;geln muss&#8221;, so ein Jobcentermitarbeiter. In &#8220;Schockstarre&#8221; und realit&#228;tsfern seien die Frauen nach ihrer Entlassung &#8211; vielfach noch nicht f&#228;hig, &#8220;voll offensiv auf den Markt zu gehen&#8221;. Mancher Mitarbeiter versuchte durchaus, die Arbeitslosen emotional zu stabilisieren. Doch letztlich bleibt den Jobcenterbesch&#228;ftigten nichts anderes, als Gesetzesvorgaben zu exekutieren. Und die hei&#223;en: die Frauen in den Arbeitsmarkt bringen, koste es Lohneinbu&#223;en, was es wolle. Wer also k&#252;nftig &#252;ber die gro&#223;e Lohnl&#252;cke klagt, die in Deutschland zwischen den Geschlechtern klafft, sollte sich klarmachen, dass der HDE gerade kr&#228;ftig daran arbeitet, diese L&#252;cke noch weiter aufzurei&#223;en. Unsere Emp&#246;rung ist den Besch&#228;ftigten nur sicher, wenn uns der n&#228;chste Lidl-, Aldi- oder Rewe-Skandal durch die Medien in mundgerechten H&#228;ppchen aufbereitet wird. Dabei reichen die Folgen zusammengestutzter Manteltarifvertr&#228;ge deutlich weiter.<br />
Quelle 1: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&#038;dig=2013%2F06%2F14%2Fa0146&#038;cHash=139ad083349b4606b72cbddd190ea572">taz</a><br />
Quelle 2: <a href="http://doku.iab.de/kurzber/2013/kb0713.pdf">IAB [PDF - 561 KB]</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Bis M&#228;rz 2013 hatte etwa die H&#228;lfte der Schlecker-Arbeitslosen in Form einer sozialversicherungspflichtige Besch&#228;ftigung oder eine selbstst&#228;ndige T&#228;tigkeit eine &#8220;Anschlussverwendung&#8221; (R&#246;sler) gefunden. 85 Prozent der Entlassenen hatten sich arbeitsuchend bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Im IAB-Bericht liest man weiter: &#8220;Die am Arbeitsmarkt verf&#252;gbaren Stellen sind – nach Aussagen der Arbeitsvermittler – im Vergleich zu den Jobs bei Schlecker teils deutlich schlechter entlohnt. Deshalb waren sie den Arbeitslosen zun&#228;chst oft nicht zumutbar. Neben der Qualifizierung ist man in den Agenturen daher bestrebt, die Konzessionsbereitschaft bei den Schlecker-Arbeitslosen zu steigern. In der Praxis setzen die Vermittler hierzu unterschiedliche Strategien ein, die von Orientierungsangeboten &#252;ber Aufkl&#228;rungs- und &#220;berzeugungsarbeit bis hin zu einer st&#228;rker fordernden Aktivierung reichen.&#8221; Kann man da noch k&#252;hl bleiben?</em></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Hartz-IV-Chaos bei Hochwasserhilfen</strong><br />
Unter den Hochwasseropfern sind viele Hartz-IV-Bezieher. Sie riskieren bei der Annahme von Spenden und staatlicher Nothilfe, dass diese mit dem Regelsatz verrechnet werden. Die Gesetzeslage ist widerspr&#252;chlich. Bislang warteten die Betroffenen vergeblich auf eine verbindliche Anweisung der Bundesagentur f&#252;r Arbeit…<br />
Im Ministerium gab man sich auf nd-Anfrage bedeckt. Doch dann am sp&#228;ten Nachmittag die &#220;berraschung: Eine entsprechende Anweisung des Ministeriums sei bereits ergangen, so eine Sprecherin des Ministeriums. Ein R&#252;ckruf bei der BA bringt dann die Best&#228;tigung. Das Schreiben ist offenbar wirklich rausgegangen, allerdings direkt an die Jobcenter.<br />
Dort steht, dass es Hilfen zur Erstausstattung nur gibt, wenn »diese Kosten weder durch eine Versicherung noch durch ein anderweitiges Nothilfeprogramm erstattet werden«. Das bedeutet: Sonderhilfen werden doch angerechnet.<br />
Quelle: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/824418.hartz-iv-chaos-bei-hochwasserhilfen.html">ND</a></li>
<li><a name="h19"></a><strong>Heribert Prantl: Fall Mollath: Freiheitsberaubung durch Unterlassen</strong><br />
Im Fall Gustl Mollath liegen offenkundig mehrere Rechtsfehler vor. Nach sieben Jahren in der Psychiatrie bringen die zwei Wiederaufnahmeantr&#228;ge ein wenig Hoffnung. Doch das zust&#228;ndige Gericht reagiert seit Monaten nicht darauf und zeigt damit: Es ist nicht unabh&#228;ngig, sondern taub.<br />
Quell: <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-mollath-freiheitsberaubung-durch-unterlassen-1.1696091">SZ</a></p>
<p><strong>Dazu: Bayerns Justizministerin verteidigt sich vor Untersuchungsausschuss</strong><br />
Im Fall des zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachten Gustl Mollath hat Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags ausgesagt &#8211; und sich gegen anhaltende Kritik verteidigt. Von Unt&#228;tigkeit oder Vers&#228;umnissen ihrerseits oder ihres Ministeriums k&#246;nne keine Rede sein, so Merk. Vielmehr habe sie sofort und sehr schnell gehandelt, als dies f&#252;r sie rechtlich m&#246;glich gewesen sei…<br />
Merk sagte, als es im November 2012 &#8220;massive Zweifel an tragenden Feststellungen&#8221; im Gerichtsurteil gegen Mollath gegeben habe, habe sie innerhalb einer halben Stunde einen Wiederaufnahmeantrag angeordnet. Vorher sei dies rechtlich nicht zul&#228;ssig gewesen.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/fall-mollath-bayerns-justizministerin-beate-merk-verteidigt-sich-a-905772.html">Spiegel Online</a></li>
<li><a name="h20"></a><strong>Was ist ein „Volk“?</strong><br />
In einer Gesellschaft Freier und Gleicher ist das Ausl&#228;nderwahlrecht ein Menschenrecht.<br />
B&#252;rgerschaft entsteht durch und ist Rechtsgenossenschaft.<br />
Und soll dieses Land nicht autokratisch, sondern demokratisch regiert sein, folgt hieraus – in der altmodischen Diktion von Aristoteles – die gemeinsame Beteiligung der B&#252;rger/innen an der Verfassung, also in modernen Massendemokratien: das Wahlrecht. Wahlrecht bzw. Demokratie sind daher nicht wie h&#228;ufig missverstanden Ausdruck einer national – und schon gar nicht ethno-kulturell – gedachten Gleichheit des „Volkes“. Das Wahlrecht ist in der Demokratie vielmehr Ausdruck der politischen Freiheit: „gleich“ sind die B&#252;rger/innen n&#228;mlich nur in ihrer Freiheit, in ihrem gleichen Recht, unter der von ihnen ausgehandelten „guten Ordnung“ (= Verfassung), also unter selbstbestimmten Gesetzen „frei“ zu leben. Insofern muss hier auch nichts mehr „integriert“ noch irgendeine „Loyalit&#228;tsbekundung“ erbracht werden – denn so betrachtet ist das Wahlrecht ein Menschenrecht. Es erw&#228;chst aus dem nat&#252;rlichen Recht des Menschen, nicht unter Fremdgesetzgebung als blo&#223;es Objekt von Herrschaft zu leben, sondern als Subjekt diese mitzubestimmen – zumindest bei dauerhaftem Aufenthalt in einem Land. Das Wahlrecht ist daher genuiner Ausdruck des Autonomiegedankens, um den &#252;berhaupt die gesamte Konzeption der Menschenrechte rotiert.<br />
Quelle: <a href="http://www.gegenblende.de/++co++8e3e5738-d35a-11e2-bda6-52540066f352">Gegenblende</a></li>
<li><a name="h21"></a><strong>Kleine Sklaven</strong><br />
Weltweit 10,5 Millionen Heranwachsende schuften einer Hochrechnung der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zufolge in Privathaushalten au&#223;erhalb der eigenen Familien unter erb&#228;rmlichen Bedingungen. Sie sich in fremden Haushalten, vielleicht um die Schulden ihrer Familie abzuarbeiten oder weil die Eltern gestorben sind. Sie besuchen keine Schulen und bleiben Tagel&#246;hner lebenslang, ohne Chance zum Aufstieg, ohne eine Perspektive jenseits der n&#228;chsten Mahlzeit.<br />
Nicht mitgez&#228;hlt, und das ist zu beachten, bleiben dabei f&#252;nf Millionen Jugendliche, die in den reicheren L&#228;ndern der Welt unter regul&#228;ren Bedingungen „haushaltsnahe Dienstleistungen“ erbringen.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/wirtschaft/kinderarbeit-kleine-sklaven,1472780,23292804.html">FR</a></li>
<li><a name="h22"></a><strong>Patent-Verbot auf menschliche Gene</strong><br />
K&#246;nnen Firmen sich weiterhin menschliche Gene patentieren lassen? Nein, sagt nun der Oberste Gerichtshof der USA. In Europa ist das noch anders. Vielleicht &#228;ndert sich das nun.<br />
In Deutschland ruft das Urteil &#220;berraschung hervor. &#8220;Ich kenne das genaue Urteil noch nicht. Aber wenn menschliche Gene generell nicht mehr patentiert werden d&#252;rften, w&#228;re das ein gro&#223;er Erfolg f&#252;r die Kritiker dieser Verfahren&#8221;, sagte der deutsche Gentechnik-Experte Christoph Then. In Europa und auch in Deutschland seien menschliche Gene im Moment patentierbar. &#8220;Einige Tausend Patente sind hier auch schon erteilt worden&#8221;, erg&#228;nzte der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer des Vereins Testbiotech, der Genpatente kritisch beleuchtet. Auch das Unternehmen Myriad habe hier Patente erfolgreich angemeldet. &#8220;Klagen von &#196;rzten und Patienten dagegen sind hier abgewiesen worden&#8221;, berichtete Then.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/politik/usa-supreme-court-patent-verbot-auf-menschliche-gene,1472596,23301694.html">FR</a></li>
<li><a name="h23"></a><strong>Heul doch, Mullah!: Die Interessenkonflikte im iranischen Regime</strong><br />
Die parlamentarischen Institutionen im Iran erf&#252;llen ihre Funktion, Interessenkonflikte innerhalb des Regimes zu kanalisieren, immer weniger. Doch verzichten k&#246;nnen die Machthaber auf die Wahlen nicht. Obwohl die Sitten auch im Umgang der Herrschenden miteinander rauer geworden sind, ist der interne Machtkampf etwa im Vergleich zum Irak unter Saddam Hussein, der schon mal pers&#246;nlich einen in Ungnade gefallenen Minister oder General erschoss, noch relativ friedlich. Da immer mehr Fraktionen von der Teilhabe an der legalen Politik ausgeschlossen werden, ist absehbar, dass das islamistische System der checks and balances an seine Grenzen st&#246;&#223;t und die ausgleichende Funktion nicht mehr lange wird erf&#252;llen k&#246;nnen. Doch eine Alternative gibt es nicht, die das Regime tragenden Schichten sind aufeinander angewiesen. Als kapitalistischer Staat kann der Iran nicht umhin, der zivilen Bourgeoisie Einfluss einzur&#228;umen, &#252;berdies geh&#246;ren die Bazaris, die Gro&#223;h&#228;ndler, zu den Veteranen der »islamischen Revolution«. Als Diktatur bedarf der Iran eines gewaltigen Repressionsapparats, zumal die Bev&#246;lkerung bewiesen hat, dass sie auch unter h&#228;rtesten Bedingungen zum Widerstand bereit ist. Folglich muss die Loyalit&#228;t des Offizierskorps der diversen milit&#228;rischen und paramilit&#228;rischen Verb&#228;nde gesichert werden. Und als »Islamische Republik«, die einem nicht nur spezifisch schiitischen, sondern auch unter Geistlichen dieser Konfession umstrittenen Modell folgt, muss der Iran die ideologieproduzierende Kaste der regimetreuen Kleriker privilegieren. W&#228;hrend es eine Bourgeoisie und ein Offizierskorps in jeder kapitalistischen Diktatur gibt, ist die Macht der Geistlichkeit eine iranische Besonderheit, auch im Vergleich zu sunnitisch-islamistischen Diktaturen wie dem Milit&#228;rregime des Sudan und sogar Saudi-Arabien, dessen Klerus einflussreich ist, aber nicht der herrschenden Kaste angeh&#246;rt.  Das Regime steht und f&#228;llt mit seiner Ideologie, diese wird daher nicht nur von den Fanatisierten verteidigt, sondern auch von jenen, die um ihre Privilegien f&#252;rchten. Weil Nachgiebigkeit zu weiteren Forderungen ermutigen w&#252;rde, kann es auch keine ernstzunehmenden Zugest&#228;ndnisse in Kernfragen geben, weder der innenpolitische Tugendterror noch die aggressive Au&#223;enpolitik stehen zur Disposition. &#8211; Die kapitalistische Modernisierung bedarf nicht unbedingt der Demokratie, doch wird die strikte ideologische Ausrichtung der Politik im Iran zur Fessel der Produktivkr&#228;fte. Die n&#228;chste gro&#223;e Krise ist sp&#228;testens beim Tod Khameneis zu erwarten. Ihren charismatischen F&#252;hrer haben die Machthaber bereits mit Khomeini verloren, und es d&#252;rfte ihnen kaum noch einmal gelingen, sich auf einen Kompromisskandidaten f&#252;r das Amt des religi&#246;sen F&#252;hrers zu einigen. Tr&#228;nen d&#252;rften die Iranerinnen und Iraner dann kaum vergie&#223;en, aber da kann man ja mit Reizgas nachhelfen.<br />
Quelle: <a href="http://jungle-world.com/artikel/2013/24/47868.html">Jungle World</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Die Zeitschrift &#8220;Jungle World&#8221; bietet zurzeit <a href="http://jungle-world.com/inhalt/">einen informativen Schwerpunkz zu den Wahlen im Iran</a>.</em></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17613&amp;md5=f94d200a5fd5718ea45045ea068ffa95" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Mann des Jahres: Edward Snowden. Der Mann beim Abstieg: Barack Obama.</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 13:19:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albrecht Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das kritische Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Edward Snowden, ein extern f&#252;r den US-Geheimdienst NSA arbeitender Techniker hatte vergangene Woche Details des &#220;berwachungsprogramms PRISM &#246;ffentlich gemacht. Der 29-j&#228;hrige hat mit der Ver&#246;ffentlichung eine mutige und lebensgef&#228;hrliche Entscheidung getroffen. Wenn es einen Nobelpreis f&#252;r Verdienste um Transparenz und lebendige Demokratie g&#228;be, h&#228;tte Snowden diesen Preis verdient. Stattdessen wird er verfolgt werden. Kidnapping und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Edward Snowden, ein extern f&#252;r den US-Geheimdienst NSA arbeitender Techniker hatte vergangene Woche Details des &#220;berwachungsprogramms PRISM &#246;ffentlich gemacht. Der 29-j&#228;hrige hat mit der Ver&#246;ffentlichung eine mutige und lebensgef&#228;hrliche Entscheidung getroffen. Wenn es einen Nobelpreis f&#252;r Verdienste um Transparenz und lebendige Demokratie g&#228;be, h&#228;tte Snowden diesen Preis verdient. Stattdessen wird er verfolgt werden. Kidnapping und Mord nicht ausgeschlossen. Der oberste Repr&#228;sentant des Staates, der uns weltweit ausforschen und ausspionieren l&#228;sst, Barack Obama wird diese Verfolgung leider nicht stoppen. Auf einem anderen Feld verspielt er gerade jegliche Glaubw&#252;rdigkeit: mit der Entscheidung, sich in die Auseinandersetzungen in Syrien noch weiter einzumischen. Dazu benutzt er den langsam aufgebauten Vorwand, die syrische Regierung habe Giftgas eingesetzt.. Die USA haben offensichtlich aus den F&#228;lschungen zum Einstieg im Irakkrieg nichts gelernt. Wo bleibt die mahnende Stimme unseres Au&#223;enministers Westerwelle? <strong>Albrecht M&#252;ller</strong>.<br />
<span id="more-17610"></span><br />
Westerwelle, das habe ich in den letzten Monaten aufmerksam beobachtet, meldet sich regelm&#228;&#223;ig mit Ermahnungen gegen&#252;ber anderen Staaten wegen der Verletzung von Menschenrechten und Gef&#228;hrdungen der Freiheit zu Wort. Mitunter muss man bei diesen st&#228;ndig wiederkehrenden Verlautbarungen den Eindruck gewinnen, dass Westerwelles Public-Relations-Berater ihm gesagt haben, er m&#252;sse immer laut und deutlich andere anklagen. Dann bleibe beim Publikum h&#228;ngen, dass er, unser Land und unsere Verb&#252;ndeten eine saubere Weste behalten. Damit das funktioniert, darf Westerwelle nat&#252;rlich nicht die USA und andere enge Verb&#252;ndete und ideologisch auf der gleichen Linie liegenden L&#228;nder und ihre Regierungen kritisieren. Russland wird ermahnt, die USA nicht. Auch die T&#252;rkei wird ermahnt, obwohl die Sicherheitskr&#228;fte in Deutschland mit Demonstranten auch hart und militant umgehen.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17610&amp;md5=08fb5bd6368f04364b8096a5715dbfca" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Griechenland exekutiert den staatlichen Rundfunk &#8211; Teil 1</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17602</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 09:10:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Andere interessante Beiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Aufl&#246;sung der staatlichen Rundfunk- und Fernsehsehanstalt Griechenlands (ERT oder Elleniki Radiofonia kai Tileorasi) hat Regierungschef Antonis Samaras nicht nur eine Solidarit&#228;tswelle f&#252;r die ERT-Belegschaft ausgel&#246;st, sondern auch eine Regierungskrise, die am Ende sogar zu vorzeitigen Neuwahlen f&#252;hren k&#246;nnte. Wobei in den griechischen Medien bereits dar&#252;ber spekuliert wird, ob nicht genau dies der eigentliche [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Aufl&#246;sung der staatlichen Rundfunk- und Fernsehsehanstalt Griechenlands (ERT oder Elleniki Radiofonia kai Tileorasi) hat Regierungschef Antonis Samaras nicht nur eine Solidarit&#228;tswelle f&#252;r die ERT-Belegschaft ausgel&#246;st, sondern auch eine Regierungskrise, die am Ende sogar zu vorzeitigen Neuwahlen f&#252;hren k&#246;nnte. Wobei in den griechischen Medien bereits dar&#252;ber spekuliert wird, ob nicht genau dies der eigentliche Sinn der aberwitzig erscheinenden Konfrontations-Strategie von Samaras ist. Ob die Existenz der seit Sommer 2012 bestehenden Koalitionsregierung auf dem Spiel steht, wird sich n&#228;chsten Montag zeigen, wenn Ministerpr&#228;sident Samaras sich mit den Vorsitzenden seinen kleineren Koalitionspartner, dem Pasok-Chef Evangelos Venizelos und dem Dimar-Chef Fotis Kouvelis zu einer Krisensitzung treffen. Von <strong>Niels Kadritzke</strong>.<br />
<span id="more-17602"></span><br />
Gest&#252;tzt auf eine Art Notverordnung hatte Samaras am Dienstag verf&#252;gt, die ERT quasi &#252;ber Nacht zu liquidieren. Damit wurden insgesamt f&#252;nf TV-Sender und zehn Rundfunksender abgeschaltet, 19  regionale Studios aufgel&#246;st und eines der wenigen Sinfonieorchester des Landes mit einem Federstrich abgeschafft. In einer Nacht-und Nebel-Aktion, die viele Griechen an die Zeit der Milit&#228;rjunta (1967-1974) erinnert. Der Federstrich wurde durch eine provisorische Rechtsverordnung vollzogen, die nur G&#252;ltigkeit beh&#228;lt, wenn sie innerhalb von 40 Tagen vom Parlament abgesegnet und danach innerhalb maximal drei Monaten in Gesetzesform gegossen wird. </p>
<p>Das Verfahren st&#252;tzt sich auf Artikel 44, Absatz 1 der griechischen Verfassung, wo es allerdings hei&#223;t, dass eine solche Notverordnung nur „unter au&#223;ergew&#246;hnlichen Umst&#228;nden einer dringlichen und unvorhersehbaren Notwendigkeit“ erlassen werden kann. Der Staatspr&#228;sident, der den Rechtsakt vollziehen muss, hat laut Verfassung kein materielles Pr&#252;fungsrecht, ob die in Art. 44, 1 genannte Voraussetzung vorliegt. Die Regierung hat ihrerseits nicht dargelegt, was die „dringliche und unvorhersehbare Notwendigkeit“ ausmachen soll.  </p>
<p>Ausgeheckt wurde die Notverordnung vom engsten Beraterkreis des Ministerpr&#228;sidenten Samaras. Diese wurde also nicht einmal vom Kabinett beschlossen, sondern nur von den Repr&#228;sentanten der Nea Dimokratia (plus Finanzminister Stournaras), weil die Minister der beiden kleineren Koalitionsparteien Pasok und Dimar nicht zugestimmt h&#228;tten. Bemerkenswert ist dabei die f&#252;r Athener Verh&#228;ltnisse ungew&#246;hnlich erfolgreiche Geheimhaltung des Beschlusses, der bereits am Samstag getroffen wurde und bis zu seiner Verk&#252;ndung am Dienstag um 18 Uhr durch Regierungssprecher Kedikoglou nicht an die Presse durchgedrungen ist. Im Gegenteil: Am Dienstag berichteten griechische Zeitungen zwar von Ger&#252;chten um die Liquidierung eines der drei TV-Sender, aber die Regierung lie&#223; dazu verlauten, dass keine Beschl&#252;sse vor der n&#228;chsten Zusammenkunft der drei Koalitionspartner zu erwarten seien (Ta Nea vom 11. Juni). Schon deshalb stellt sich die Frage, wie die Regierung die „dringliche Notwendigkeit“ begr&#252;nden will.</p>
<p>Unabh&#228;ngig von der rechtlichen Beurteilung des Verfahrens, ist der Beschluss der Regierung ein Schlag gegen den nicht-privaten Mediensektor, wie er in der Geschichte nicht-diktatorischer Staaten bislang einmalig ist. Wie gravierend dieser Eingriff zu bewerten ist, zeigt die Reaktion von Organisationen wie der Europ&#228;ischen Rundfunkunion EBU (<a href="http://www3.ebu.ch/cms/en/sites/ebu/contents/news/2013/06/ebu-president-brands-ert-closure.html">link zur Erkl&#228;rung</a>) der International Press Association (IPA) in Br&#252;ssel, sowie der NGO Reporter ohne Grenzen, deren Generalsekret&#228;r nach Athen geflogen ist, um vor Ort gegen die Gef&#228;hrdung von „Freiheit und Pluralismus der Medien“ zu protestieren (<a href="http://en.rsf.org/greece-rwb-secretary-general-flies-to-12-06-2013,44769.html">link</a>) (Die Meldung der <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/">deutschen RoG-Sektion</a>)</p>
<p>Um die aktuelle Krise zu erkl&#228;ren, muss man zun&#228;chst darstellen, welche Rolle und Bedeutung die &#246;ffentliche Rundfunk- und Fernsehanstalt in Griechenland hat und inwieweit der jetzt von Samaras und Kedikoglou formulierte Vorwurf der Vergeudung &#246;ffentlicher Gelder durch die ERT berechtigt ist bzw. von der Bev&#246;lkerung geteilt wird. Sodann ist die Frage zu beantworten, ob der Schlag gegen die &#246;ffentlichen Sender von au&#223;en, also von der „Troika“ erzwungen wurde, wie Athener Regierungskreise durchblicken lassen. Zu untersuchen ist nat&#252;rlich auch, welche Folgen der ERT-Putsch f&#252;r die griechische Medienlandschaft, das hei&#223;t f&#252;r die Macht- und Marktverh&#228;ltnisse zwischen &#246;ffentlichen und privaten Medien haben wird. Als v&#246;llig offen erscheint derzeit die Frage, ob die Differenzen innerhalb der Regierungskoalition &#252;berbr&#252;ckbar sind, oder ob die Regierung Samaras auf Neuwahlen zusteuert.</p>
<p><strong>Was ist eigentlich ERT?</strong></p>
<p>Zun&#228;chst muss eines klargestellt werden: die Organisation ERT (Elliniki Radiofonia Tileorasi) ist keine „&#246;ffentliche“, sondern eine staatliche Rundfunk- und Fernsehanstalt. Noch genauer gesagt: Die ERT ist ein Regierungssender. Sie kennt kein Statut wie die ARD-Anstalten oder das ZDF, das eine (leider nur) relative Unabh&#228;ngigkeit der Sender von direkter politischer Einflussnahme und Steuerung gew&#228;hrleistet. Man kann die Funktionsweise unserer &#246;ffentlichen Anstalten und die Wirksamkeit der Rundfunkr&#228;te kritisieren, und man muss den (nicht einmal heimlichen) Einfluss der politischen Partien bei ZDF und ARD gewiss verurteilen. Aber f&#252;r Griechenland gilt: die politische Kultur des Landes w&#228;re erheblich demokratischer, wenn es statt der staatlichen ERT eine &#246;ffentlich-rechtliche Konstruktion wie in Deutschland geben w&#252;rde. Es ist also v&#246;llig gerechtfertigt, dass kritische Journalisten selbst heute, nach dem Staatsstreich gegen die ERT, auf die demokratischen – und damit auch professionellen – Defizite der ERT-Sender hinweisen.</p>
<p>Die direkte Abh&#228;ngigkeit von der jeweiligen Regierung ist auch der Hauptgrund, warum sich die ERT w&#228;hrend der jahrzehntelangen „Zweiparteien-Herrschaft“ im Wechsel zwischen ND und Pasok, zu einer unf&#246;rmigen, professionell uninspirierten und personell &#252;berbesetzten Beh&#246;rde entwickelt hat. Da jede neue Regierung „ihre Leute“ auf die wichtigen Stellen setzte, wurden die unk&#252;ndbaren Vorg&#228;nger auf irgendwelche Verwaltungsposten verschoben. Und auch im technischen Bereich wurde bei einem Regierungswechsel neben dem „blauen“ (ND) Kameramann ein gr&#252;ner (Pasok) eingestellt (oder neben dem gr&#252;nen ein blauer). In Deutschland kennen wir diese Erscheinung nat&#252;rlich auch, aber in Griechenland ist sie eingefleischte Methode und der Hauptgrund f&#252;r die quantiative Aufbl&#228;hung wie f&#252;r viele qualitative Fehlbesetzungen nicht nur in der ERT, sondern in vielen Bereichen &#246;ffentlicher Besch&#228;ftigung.</p>
<p>Bei der ERT war die Wirkung des politischen Klientelismus allerdings besonders drastisch und strapazierte h&#228;ufig die Nerven der ansonsten eher geduldigen Normalb&#252;rger. Ein ehemaliger ERT-Intendant, der heute als Zeitungsjournalist arbeitet, hat r&#252;ckblickend berichtet, wie sich in den 1990er-Jahren unter der &#196;gide der Pasok der Personalbestand der staatlichen Anstalt binnen eines Jahres fast verdoppelt hat (ohne dass mehr Programme gesendet wurden). Die politische Lenkung der staatlichen Medien lief also seit Jahrzehnten &#252;ber die Personalpolitik. Damit wurden aber auch die journalistischen Leistungen st&#228;ndig kostspieliger. Dabei unterscheiden sich diese Leistungen nicht wesentlich von den Angeboten der privaten TV-Sender. Das gilt auch f&#252;r die t&#228;glichen Nachrichtensendungen. Lange Zeit galten die abendlichen Hauptnachrichten von NET als das seri&#246;seste Angebot. Aber mit der Zeit haben sich die staatlichen Sender immer st&#228;rker an der privaten Konkurrenz orientiert, die in den abendlichen Hauptnachrichten fast 60 Minuten lang &#8211; vorwiegend innenpolitische &#8211; Themen skandalisiert und zu Tode reitet. </p>
<p>Da die privaten Kan&#228;le diese Art von Nachrichtengewerbe noch besser beherrschen, liegen die staatlichen Sender auch bei den Einschaltquoten deutlich zur&#252;ck. Anders als in Deutschland, wo Tagesschau und Heute bei den Abendnachrichten klar dominieren, sind die NET-Nachrichten schon seit Jahren weit hinter die Privatkan&#228;len MEGA und Antenna zur&#252;ckgefallen. Zuletzt erreichten sie nur noch einstellige Einschaltquoten (w&#228;hrend MEGA auf &#252;ber 25 Prozent kommt). Und was die politischen Magazine und Talkshows betrifft, so bieten die staatlichen Sender kein einziges Format, das qualitativ bessere und seri&#246;sere Informationen bieten w&#252;rde als vergleichbare Sendungen der kommerziellen Kan&#228;le. Als regierungsbestimmte „politische Anstalt“ reflektierten die ERT-Sender den Pluralismus der Parteien und Positionen der Zivilgesellschaft eher noch weniger als die privaten Sender.</p>
<p>Ganz wichtig waren die staatlichen Kan&#228;le (insb. ERT 1 und ERT 3 als regionaler Sender f&#252;r Nordgriechenland) allerdings f&#252;r ein Publikum, das sich an die Zumutungen der neuen, von den kommerziellen Sendern dominierten TV-Kultur nicht gew&#246;hnen will. Das sind vor allem &#228;ltere Leute, die mit Dokumentarfilmen, historischen Stoffen und griechischen Kom&#246;dien aus der Schwarz-Wei&#223;-Film-&#196;ra mehr anfangen k&#246;nnen als mit zeitgen&#246;ssischen Schrott-talks und Seifenopern. Diese Sendungen f&#252;r die &#228;lteren (und gebildeteren) Kunden sind freilich Formate, die den Personaletat der staatlichen Sender am wenigsten belasten.</p>
<p><strong>Ein grundlegender Umbau der ERT ist &#252;berf&#228;llig</strong></p>
<p>Um jedes Missverst&#228;ndnis auszuschlie&#223;en: Die Kritik an den staatlichen Programmen ist kein Argument f&#252;r das ERT-Schlachtfest der Regierung. Aber man muss diese Kritik kennen, um zu verstehen, warum Samaras zu der Meinung kommen konnte, dass seine Exekution von der &#214;ffentlichkeit letzten Endes hingenommen wird. Einer Mehrheit der Griechen galt ERT seit langem als Paradebeispiel f&#252;r eine vom politischen Klientelismus aufgebl&#228;hte, ineffektive und nicht transparente staatliche Institution. Und eine gro&#223;e Mehrheit ist der &#220;berzeugung, dass eine Anstalt mit weniger Personal und mehr politischer Unabh&#228;ngigkeit bessere Programme produzieren k&#246;nnte. Jeder kennt die alten Geschichten &#252;ber „Mitarbeiter“, die ein fettes Gehalt bezogen, aber nur sporadisch am Arbeitsplatz auftauchten. Und der personelle Aufwand, den ERT-Teams vor der Krise bei Reportagen im In- und Ausland betrieben haben, war auch unter den Kollegen nicht-griechischer Sender ein Grund zum Wundern.</p>
<p>H&#228;tte man also letzte Woche die griechische Bev&#246;lkerung befragt, ob die staatliche Anstalt personell getrimmt und im Sinne eines &#246;ffentlich-rechtlichen Senders (ohne direkte Kontrolle durch die Regierung) reformiert werden soll, h&#228;tten mindestens 90 Prozent zugestimmt. Und das, obwohl das ERT-Personal in den letzten drei Jahren bereits von 4700 auf knapp 2700 Stellen reduziert und die Geh&#228;lter um 30 bis 40 Prozent gek&#252;rzt wurden (laut Kathimerini vom 12. Juni). </p>
<p>Ganz sicher w&#252;rde es f&#252;r den Ruf nach einem griechischen „Medienfr&#252;hling“, den RoG-Generalsekret&#228;r Christophe gestern in Athen formuliert hat, eine klare Mehrheit im Lande geben. Deloire sagte unter anderem: „Das gesamte Mediensystem muss transformiert werden. Es muss Schluss sein mit dem Einfluss konkurrierender Unternehmensinteressen, mit mangelnder Transparenz und mit politischen Seilschaften. Die Verwandlung von einem Staatssender zu einem &#246;ffentlichen Sender, der wirklich der griechischen Bev&#246;lkerung dient, sollte f&#252;r die Regierung h&#246;chste Priorit&#228;t haben.“ Die Demokratie im Lande brauche unabh&#228;ngige Journalisten bei den &#246;ffentlichen wie den privaten Medien, „ die dem Druck der Regierung, bestimmter privater Interessen ebenso widerstehen wie der Selbstzensur“. Also Journalisten „ohne Bindung an eine politische Partei, die imstande sind… dem griechischen Volk die Wahrheit zu &#252;bermitteln“. </p>
<p>Solche Forderungen klingen – nicht nur f&#252;r griechische Verh&#228;ltnisse – &#252;beraus idealistisch. Aber zweifellos ist Griechenland eines der europ&#228;ischen L&#228;nder, die den geforderten Wandel bitter n&#246;tig haben. Und das gilt nicht nur f&#252;r den „staatlichen“, sondern auch f&#252;r den privaten Mediensektor. Auf die Eigenheiten des letzteren einzugehen, ist an dieser Stelle nicht m&#246;glich. Einen pr&#228;zisen &#220;berblick bietet diesbez&#252;glich der Report von Stephen Grey und Dina Kyriakidou &#252;ber das Geflecht von „media, business and politics“, der im Dezember 2012 von <a href="http://www.reuters.com/article/2012/12/17/us-greece-media-idUSBRE8BG0CF20121217">Reuters publiziert wurde</a>. Ich selbst kann aus eigener Erfahrung eine Beobachtung beisteuern. Als ich vor etlichen Jahren – zur Zeit der ND-Regierung Karamanlis &#8211; einen Freund im Presse- und Informationsministerium besuchte, fielen mir im Fahrstuhl ein ungew&#246;hnliches Gedr&#228;nge auf. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass gerade „Zahltag“ war. Dutzende Journalisten, darunter sehr prominente Gesichter, holten sich ihre monatliche „Zuwendung“ vom zust&#228;ndigen Ministerium ab. Wie mir mein Freund erkl&#228;rte, hatten diese Kollegen schon deshalb kein Unrechtsbewusstsein, weil sie das Geld schon seit Jahren, also unter ganz unterschiedlichen Regierungen abgeholt hatten.</p>
<p><strong>Neues von der Anstalt</strong></p>
<p>Den allermeisten Griechen ist die Abh&#228;ngigkeit der privaten Medien von  unternehmerischen Interessen ebenso bekannt wie die Abh&#228;ngigkeit der staatlichen Medien von der jeweiligen Regierung. Warum sehen dennoch so  viele Griechen in der Liquidierung von ERT durch die ND-F&#252;hrung keinen Befreiungsschlag, sondern eine Provokation? Und warum sind sie mit den – oft genug geschm&#228;hten &#8211; Mitarbeitern der staatlichen Anstalt solidarisch? Das hat im Wesentlichen drei Gr&#252;nde.</p>
<p>Den ersten Grund hat ein Kommentator in Ta Nea trefflich formuliert: „Wenn ein Haus von M&#228;usen befallen ist, besteht die L&#246;sung nicht darin, es in Brand zu stecken. Gew&#246;hnlich reicht eine Katze.“ Man h&#228;tte also dem Wunsch der meisten Griechen, das ERT-Gebilde von Grund auf zu renovieren, mit einem Programm angehen m&#252;ssen, das den erstrebten Umbau in einem definierten Zeitraum vollzieht. Nat&#252;rlich h&#228;tten sich die ERT-Angestellten und ihre Gewerkschaften auch gegen diese „Zumutung“ gewehrt, aber angesichts der Kritik ihres Publikums h&#228;tten sie am Ende nachgeben m&#252;ssen. Statt ein solches Programm anzuk&#252;ndigen und im Dialog oder auch im Konflikt mit den Betroffenen zu konkretisieren, hat die Regierung die Putsch-Methode vorgezogen.</p>
<p>Der zweite Grund hat unmittelbar mit dem Regierungschef und seinem Sprecher zu tun, der das Ende der ERT-Programme binnen sechs Stunden verk&#252;ndet hat. Denn es waren genau die ND-Kreise um Samaras und Kedikoglou, die noch in  j&#252;ngster Vergangenheit den ERT-Personalbestand weiter aufgebl&#228;ht haben. Der Kommentator Pantelis Boukalas meinte sarkastisch (Kathimerini vom 12. Juni), das sei so, als ob „Augias selbst als der gro&#223;e Saubermann auftritt, der die Schei&#223;e aus seinen St&#228;llen schaffen will“ (zur Erinnerung: in der griechischen Sage kann bekanntlich nur Herakles diese heroische Tat vollbringen). Auf deutsch w&#252;rde man sagen, dass sich die B&#246;cke Samaras und Kedikoglou selbst zu den G&#228;rtnern ernannt haben. </p>
<p>Wie Boukalas beschreibt, hat der Regierungssprecher – selbst ein ehemaliger ERT-Journalist – auf unverfrorene Weise seine eigenen Leute (darunter Anverwandte) als „Berater“ mit gut dotierten Vertr&#228;gen in die staatliche Anstalt entsandt. Deshalb empfindet die NET-Journalistin Marielena Katsimi die Klage von Kedikoglou &#252;ber „einen skandal&#246;sen Mangel an Transparenz“ bei ERT als ungeheure Provokation: „Der hat doch tats&#228;chlich gesagt: ‚The party is over‘ – aber es war ja ihre Party! Seit diese Regierung an der Macht ist, haben sie teure Programme eingekauft, ihre eigenen Leute reingedr&#252;ckt, drei&#223;ig bis vierzig Berater angeheuert, die 4000 Euro pro Monat verdienten, w&#228;hrend… wir mit 1000 Euro entlohnt werden. Wie kann er uns vorzuwerfen wagen, dass wir hier eine Party hatten?“ (zitiert von <a href="http://www.thenation.com/blog/174758/killing-messenger-greek-government-shuts-down-state-broadcaster">Maria Margaronis am 11. Juni in The Nation</a>). </p>
<p>Der dritte Grund h&#228;ngt eng mit dem zweiten zusammen. Einer Regierung und eine Partei, die f&#252;r die journalistische und die finanzielle Misere der staatlichen Medienanstalt ma&#223;geblich verantwortlich sind, nimmt man das „reformerische“ Bekenntnis nicht so recht ab. Die ND hat noch vor zwei Jahren einen realistischen und demokratischen Plan zur Umstrukturierung der ERT entschieden abgelehnt und damit verhindert. Regierungssprecher Kedikoglou hat noch vor kurzem gefordert, dass beim Sender ERT 3 (in Thessaloniki) 24 seiner Leute eingestellt werden &#8211; mit Geh&#228;ltern, die f&#252;r die L&#246;hne von 180 Normalverdiener ausgereicht h&#228;tten. Und von Regierungschef Samaras wei&#223; das ganze Land, wie scham- und hemmungslos er noch als Kulturminister in der Regierung Karamanlis seine ND-Klientel mit Staatsposten versorgt hat (siehe dazu meinen <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14544">Bericht in den Nachdenkseiten vom 26. September 2012</a>). Solche Figuren als Vork&#228;mpfer eines „neutralen“ &#246;ffentlichen Senders, einer griechischen BBC? Die Idee erscheint so absurd wie die Vorstellung von Augias als S&#228;uberer seiner eigenen Stallungen. </p>
<p>Eine wirklich unabh&#228;ngige &#246;ffentliche Anstalt mit neuem journalistischen Geist und einem nach streng fachlichen Kritierien bestellten Personal sei f&#252;r Griechenland in der Krise das Gebot der Stunde, argumentiert Pantelis Boukalas. Aber er h&#228;lt es f&#252;r v&#246;llig absurd, eine solche Reform ausgerechnet denen zuzutrauen, „die bis zuletzt als politische Vorgesetzte der Beh&#246;rde ERT rein nichts unternommen haben, um die Dinge zu &#228;ndern, die sie jetzt &#246;ffentlich fordern“. </p>
<p>Was Boukalas bef&#252;rchtet, wird zur Gewissheit, wenn man erkennt, wie sich die Regierung Samaras ihre neue Anstalt namens NERIT-AE (Neue Griechische Radio-Internet- und Fernseh-AG) vorstellt. In der Kathimerini vom 13. Juni werden einige Satzungsartikel der NERIT zitiert. Der wichtigste ist der, in dem definiert ist, wie der siebenk&#246;pfige Aufsichtsrat der neuen AG zustande kommt, der angeblich „die Unabh&#228;ngigkeit der NERIT garantieren“ soll: „Seine Mitglieder werden per Beschluss des zust&#228;ndigen Ministers ernannt.“  </p>
<p><em>Im zweiten Teil des Textes, der voraussichtlich am Dienstag erscheinen wird, setzt sich unser Autor Niels Kadritzke mit dem Zusammenhang der ERT-Exekution und dem Druck der Troika, mit den Folgen f&#252;r die griechische Medienlandschaft und den Folgen f&#252;r die griechische Regierung auseinander.</em></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17602&amp;md5=a4015a960ce14a3f295064ab73c41f29" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>NDS Videopodcast 13/14 Griechenlands Perspektiven</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 07:12:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Video-Podcast]]></category>

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<p>In diesem Videopocast beantworten die NachDenkSeiten Fragen ihrer Leser. Heute geht es um die Wirtschaftsstruktur Griechenlands und die Frage, ob Griechenland durch eine Senkung der L&#246;hne ein Exportland werden kann.</p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17597&amp;md5=524c421b585a45bb15e97512f83582b6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jun 2013 06:58:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Georg Schramm: „Ich bin m&#252;de“ Steffen Lehndorff: Die Furcht der Eliten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL/JB)<br />
<span id="more-17592"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h01">Georg Schramm: „Ich bin m&#252;de“</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h02">Steffen Lehndorff: Die Furcht der Eliten</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h03">Fall Mollath &#8211; Freiheitsberaubung durch Unterlassen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h04">Michael Schlecht &#8211; Merkel gef&#228;hrdet Europa</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h05">Griechischer Staatsfunk &#8211; Einfach abschalten</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h06">An das Bundesverfassungsgericht: Es gibt kein richtiges Recht innerhalb einer falschen &#246;konomischen Diagnose</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h07">Spanien: Der ganz normale Wahnsinn</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h08">Rechenfehler bei der Sparpolitik</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h09">Arbeiten ohne Ende</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h10">OECD: International Migration Outlook 2013</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h11">Unsere Toten in Bangladesch</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h12">Wir schn&#252;ffeln zur&#252;ck</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h13">„Das stimmt so nicht“ &#8211; Falscher Presse-Hype um Monsanto-R&#252;ckzug aus Europa</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h14">Schluss mit PISA?</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h15">Noch 4 Tage: Lobbyismus an Schulen zur&#252;ckdr&#228;ngen!</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h16">Von der Plagiatsdiskussion zu den Arbeitsverh&#228;ltnissen in der Promotion</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592#h17">Twitter &#8211; Mit Tweets gegen Autokraten</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17592&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Georg Schramm: „Ich bin m&#252;de“</strong><br />
Ein aktuelles TV-Interview mit Georg Schramm – in Liechtenstein.<br />
Ich bin eigentlich ein kleiner &#228;ngstlicher Sozialdemokrat&#8230;<br />
Quelle: <a href="http://www.freitag.de/autoren/mcmac/ich-bin-muede">Der Freitag</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Steffen Lehndorff: Die Furcht der Eliten</strong><br />
Da bei n&#252;chterner Betrachtung deshalb vieles auf ein Auseinanderbrechen des Euro hindeutet, sind Kritiker der herrschenden Politik nat&#252;rlich gut beraten, verschiedene Szenarien gedanklich durchzuspielen. Auch einige Bef&#252;rworter der Ausstiegsoption weisen richtigerweise auf die enormen Risiken einer Euroaufl&#246;sung f&#252;r alle Beteiligten hin &#8211; also nicht allein f&#252;r die deutsche Wirtschaft, die bei einem Scheitern des Euro am meisten zu verlieren h&#228;tte, sondern auch und vor allem f&#252;r die heutigen Krisenl&#228;nder. Wenn deren W&#228;hrungen abgewertet w&#252;rden, sind keineswegs alle Probleme gel&#246;st. Gerade deswegen pl&#228;dieren Heiner Flassbeck und Costas Lapavitsas in ihrer Ausstiegsstudie f&#252;r die Rosa-Luxemburg-Stiftung oder Jens Berger (taz vom 24. 5.) f&#252;r eine &#8220;geordnete&#8221; Aufl&#246;sung der W&#228;hrungsunion. Allerdings bleibt v&#246;llig im Dunkeln, wer oder was denn die europ&#228;ischen Hauptakteure zu einem solchen schier unvorstellbaren Ausma&#223; an wirtschaftspolitischer Vernunft bewegen k&#246;nnte.<br />
Hier wird ein grunds&#228;tzliches Problem dieser Argumentation deutlich: Die linke Exit-Debatte ist eine Diskussion ohne Adressaten…<br />
Neoliberale Politik wurde schon vor dem Euro betrieben, und sie kann auch nach einem Ausstieg aus dem Euro fortgesetzt werden. Der Euro ist nicht der Ursprung dieser zerst&#246;rerischen Politik, sondern in seiner jetzigen Konstruktion ein ihr dienender Mechanismus…<br />
Die deutsche Linke sollte in einer solchen Situation die Forderungen der betreffenden Krisenl&#228;nder solidarisch unterst&#252;tzen. Wenn dann der Euro scheitert, tragen daf&#252;r die heutigen Machthaber in der EU die Verantwortung. Linke und soziale Bewegungen aber d&#252;rfen sich diesen Schuh nicht anziehen. Ihre Vorschl&#228;ge zur Schadensbegrenzung bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone sollten sie dann, und zwar erst dann, einbringen.<br />
Bis dahin muss alle Aufmerksamkeit auf Schadensvermeidung konzentriert werden…<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&#038;dig=2013%2F06%2F13%2Fa0083&#038;cHash=5c2544e0db317ef559a9cbb0f13f36dd">taz</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Fall Mollath &#8211; Freiheitsberaubung durch Unterlassen</strong><br />
Im Fall Gustl Mollath liegen offenkundig mehrere Rechtsfehler vor. Nach sieben Jahren in der Psychiatrie bringen die zwei Wiederaufnahmeantr&#228;ge ein wenig Hoffnung. Doch das zust&#228;ndige Gericht reagiert seit Monaten nicht darauf und zeigt damit: Es ist nicht unabh&#228;ngig, sondern taub. [...]<br />
F&#252;r die Wiederaufnahme gen&#252;gt ein einziger triftiger Wiederaufnahmegrund; es liegen etliche solcher Gr&#252;nde auf dem Tisch. Die Justiz muss daf&#252;r einstehen, dass ein Justizopfer nicht noch weiter leiden muss, wenn ein Versagen justizieller Kontrollen, ein Systemversagen also, in der Geschichte des Falles bereits offenkundig ist. Die Justiz muss daf&#252;r sorgen, dass sich ihre Fehler nicht noch potenzieren; sie darf nicht auch noch Folgefehler machen, die sich auf die alten Fehler st&#252;tzen. Es geht nicht darum, Gnade zu gew&#228;hren, sondern dem Grundwert der Freiheit seinen Rang zu geben.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/fall-mollath-freiheitsberaubung-durch-unterlassen-1.1696091">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Michael Schlecht &#8211; Merkel gef&#228;hrdet Europa</strong><br />
Die deutsche Regierung mit Merkel an der Spitze treibt in Europa eine brutale Austerit&#228;tspolitik voran. Massive Sozial- und Lohnk&#252;rzungen f&#252;hren nicht nur zu sozialen Verschlechterungen, wie zum Beispiel dem Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland und Spanien auf um die 60 Prozent. Diese Politik zerr&#252;ttet auch die wirtschaftliche Entwicklung. Die Sozialkosten steigen trotz K&#252;rzungen und die Steuereinnahmen brechen weg. Die Staatsverschuldung steigt weiter.<br />
Tiefer liegendes Problem sind die dramatischen Au&#223;enhandels&#252;bersch&#252;sse Deutschlands, die sich seit 2000 auf mittlerweile 1,5 Billionen Euro summieren. Sie f&#252;hren zu einer entsprechenden Verschuldungsposition in anderen L&#228;ndern. Ursache ist das Lohndumping – in Deutschland liegen auch heute noch die durchschnittlichen Reall&#246;hne unter dem Niveau des Jahres 2000.<br />
Die richtigen Schritte um eine Kehrtwende einzuleiten sind: Stopp der Austerit&#228;tspolitik, Aufbauprogramme f&#252;r die Krisenl&#228;nder, eine st&#228;rkere binnenwirtschaftliche Ausrichtung der deutschen &#214;konomie mit deutlich h&#246;heren L&#246;hnen und dem Zukunftsprogramm.<br />
Eine wirkliche Kehrtwende ist in Deutschland von Innen heraus kurzfristig kaum absehbar. Wenn die Krisenl&#228;nder jedoch gemeinsam auftreten und sich gegen die vor allem von Deutschland ausgehende Austerit&#228;tspolitik wehren w&#252;rden, best&#252;nden Chancen f&#252;r eine &#196;nderung der deutschen Politik. Es gibt ein Drohpotenzial: Die Krisenl&#228;nder k&#246;nnten Deutschland mit Ausschluss aus dem Euro drohen oder mit dem gemeinsamen Austritt und der Neugr&#252;ndung einer gemeinsamen W&#228;hrung.<br />
Beides liefe auf das Gleiche hinaus: Die Krisenl&#228;nder drohten aus dem W&#228;hrungsgef&#228;ngnis auszubrechen. Dies h&#228;tte schwerwiegende Folgen denn eine faktische neue deutsche W&#228;hrung w&#252;rde massiv aufwerten und die Exportf&#228;higkeit kollabieren.<br />
Quelle: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130614_merkel-gefaehrdet-europa.pdf">Michael Schlecht [PDF - 820.6 KB]</a></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Griechischer Staatsfunk &#8211; Einfach abschalten</strong><br />
Meinungsfreiheit h&#228;ngt gerade nicht am Staatsfunk. Das sei allen gesagt, die sich schockiert zeigen, dass die griechische Regierung die &#246;ffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten vor&#252;bergehend stillgelegt hat. Die Erkl&#228;rung von Ministerpr&#228;sident Antonis Samaras f&#252;r diesen drastischen Schritt klingt nicht abwegig. Ziel sei es, den Staatsfunk stark zu verkleinern, als Teil der Sparma&#223;nahmen, zu denen das Land wegen der Finanzmisere gezwungen ist.<br />
Das mag nicht die ganze Wahrheit sein. Vermutlich entledigt man sich auf diese Weise auch unliebsamer politischer Seilschaften in den Sendern. Vielleicht brauchte es auch noch ein Opfer, um die in Athen weilende „Troika“ zu beeindrucken. Sie &#252;berwacht, ob die Griechen die Reformauflagen f&#252;r die Euro-Krisenhilfe einhalten. Was immer Samaras bewogen hat &#8211; sich mit dem Staatsfunk anzulegen, erfordert Mut.<br />
Ein wenig von diesem Mut w&#252;nschte man sich auch in Deutschland. Hier haben die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender finanzielle Dimensionen erreicht, die jeder Beschreibung spotten. Einfach abschalten und kleiner neu starten? Man darf ja mal tr&#228;umen. Wie gesagt, die Informationsvielfalt und Meinungsfreiheit h&#228;ngen nicht am Staatsfunk.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/griechischer-staatsfunk-einfach-abschalten-12219110.html">FAZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Ein &#252;bles St&#252;ck. Wo sieht Heike G&#246;bel bei den Privatsendern differenzierte und kritische Berichterstattung, die bei den &#246;ffentlich-rechtlichen Sendern durchaus noch vorhanden ist, siehe z.b. kritische Reportagen auf arte, 3sat oder die Features des Deutschland Radios. Wie man sieht, existieren bei den Neoliberalen hierzulande durchaus autorit&#228;re Phantasien. Aber mit dem Finger auf Erdogan zeigen.</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>An das Bundesverfassungsgericht: Es gibt kein richtiges Recht innerhalb einer falschen &#246;konomischen Diagnose</strong><br />
Wenn ein Rettungssanit&#228;ter einen Rettungswagen steuert und dabei Geschwindigkeitsvorschriften missachtet, wird man ihn deswegen weder anzeigen noch gar verurteilen, ohne nach dem Grund seines &#252;berh&#246;hten Fahrtempos zu fragen. Handelt der Fahrer so, weil er zu einem Unfallort mit Bewusstlosen gerufen worden ist, und verh&#228;lt er sich auf der Fahrt so verantwortungsbewusst wie m&#246;glich, d.h. gef&#228;hrdet er keine Dritten, wird die Verletzung der Verkehrsvorschriften nicht nur hingenommen, sondern sogar als notwendig angesehen. Denn es geht um das in diesem Fall gegen&#252;ber allgemeinen Verkehrsvorschriften schwerer wiegende wohlverstandene Interesse der Bewusstlosen, m&#246;glichst rasch Hilfe zu bekommen. Werden Dritte gef&#228;hrdet, wird immer noch eine Abw&#228;gung der Umst&#228;nde vorgenommen werden, bevor der Sanit&#228;ter angeklagt oder gar als schuldig bezeichnet w&#252;rde. Au&#223;erdem w&#228;re die Frage zu kl&#228;ren, ob die gef&#228;hrdeten Dritten den Rettungswagen nicht etwa behindert haben, z.B. trotz Martinshorn nicht rechtzeitig an den Rand der Fahrbahn ausgewichen sind und insofern eine Mitschuld tragen. Kurzum, immer muss man sich ein umfassendes Bild der konkreten Situation machen, bevor man sie beurteilen kann. Nur den Versto&#223; gegen ein Gesetz festzustellen, reicht zur Urteilsfindung nicht aus.<br />
Quelle: <a href="http://www.flassbeck-economics.de/an-das-bundesverfassungsgericht-es-gibt-kein-richtiges-recht-innerhalb-einer-falschen-okonomischen-diagnose/#sthash.eOt2z2q0.dpuf">Flassbeck Economics</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Spanien: Der ganz normale Wahnsinn</strong><br />
Viele junge Spanier sind auf Jobsuche, drei davon haben ihr Gl&#252;ck im Ausland versucht. Juan, 25 und Psychologe, jobbte als Verk&#228;ufer in einem Sportgesch&#228;ft. Dann versuchte er sein Gl&#252;ck in Deutschland und arbeitete als Kellner, um nebenbei Deutsch zu lernen. Doch das war nicht von Dauer. Borja, 28, Ingenieur f&#252;r erneuerbare Energien, ist seit einem Jahr arbeitslos und wohnt wieder bei seinen Eltern. Er arbeitete schon in Polen, war auf Jobsuche in London und wartet jetzt auf Antwort. Die drei jungen Spanier vermuten, dass die hohe Arbeitslosigkeit nicht allein durch die Euro-Krise, sondern auch durch Missmanagement, Vetternwirtschaft und Korruption verursacht wird. Sie wollen sich f&#252;r die Erneuerung Spaniens engagieren.<br />
Quelle: <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/07/dradiowissen_jugendarbeitslosigkeit_20130607_ef5bede6.mp3">Deutschlandradio [Audio - mp3]</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Rechenfehler bei der Sparpolitik</strong><br />
Sparprogramme haben in einigen Eurostaaten zu Rezession und Massenarbeitslosigkeit gef&#252;hrt. Der IWF hat inzwischen zugegeben, dass er sich verrechnet hat, weil der so genannte Multiplikator-Effekt erheblich gr&#246;&#223;er ist als bisher angenommen.<br />
Quelle: <a href="http://www.ardmediathek.de/das-erste/plusminus/rechenfehler-bei-der-sparpolitik?documentId=15163008">ARD Plusminus</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Arbeiten ohne Ende</strong><br />
Mittlerweile haben all diese Gesellschaften mehr oder weniger weitreichende &#8220;Reformen&#8221; ihrer Alterssicherungssysteme in Angriff genommen. Sie laufen allesamt darauf hinaus, das Rentenzugangsalter zu erh&#246;hen, das Leistungsniveau der &#246;ffentlichen Zuwendungen zu senken und die j&#252;ngeren Menschen verst&#228;rkt zu privater Altersvorsorge anzuhalten.<br />
Zudem vollzieht sich grenz&#252;bergreifend &#8211; und ma&#223;geblich angetrieben durch die auf europapolitischer Ebene propagierte Losung des &#8220;active ageing&#8221; &#8211; eine allm&#228;hliche Umdeutung des Alters: Eine Lebensphase sp&#228;ter Freiheit wird zu einem Lebensabschnitt fortgesetzter Produktivit&#228;t. W&#228;hrend dieses neue Bild eines &#8220;jungen&#8221;, aktiven und produktiven Alters in der Realit&#228;t zur Rechtfertigung des R&#252;ckbaus materieller Alterssicherungen dient, reklamieren seine Propagandisten in Politik, Medien und Wissenschaft zugleich ein hehres normatives Ziel f&#252;r sich, das in der g&#228;ngigen EU-Sprache das fr&#246;hliche Etikett &#8220;adding life to years&#8221; erhalten hat. Das soll suggerieren, die F&#246;rderung von verl&#228;ngerter Erwerbsbeteiligung und b&#252;rgerschaftlichem Engagement der &#196;lteren sei gleichbedeutend mit deren Aufwertung zu leistungsbereiten, n&#252;tzlichen und gemeinwohlorientierten Mitgliedern der Gesellschaft.<br />
Sollte sich diese Tendenz zur materiellen Entsicherung der Lebensverh&#228;ltnisse und zur neuerlichen &#8220;Eingemeindung&#8221; der Rentner in die normativen Strukturen der Erwerbsgesellschaft fortsetzen, so w&#228;re die Geschichte des Ruhestands eine ausgesprochen kurzlebige Epoche gewesen…<br />
Die potenziell leistungsf&#228;higen Phasen des menschlichen Lebens werden zunehmend nach &#8220;vorne&#8221;, bis in das fr&#252;hkindliche Alter, wie nach &#8220;hinten&#8221;, bis ans Lebensende, verl&#228;ngert. Dies aber ist nicht Ausdruck eines Strukturwandels des Alters und der Lebensgestaltung, den die sp&#228;tindustrielle &#196;ra irgendwie mit sich bringt, sondern Teil einer sp&#228;tkapitalistischen Dynamik der &#214;konomisierung und Inwertsetzung immer weiterer gesellschaftlicher Lebensbereiche.<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/06/14.mondeText1.artikel,a0006.idx,1">Le Monde diplomatique</a> </p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Heute erscheint die Juniausgabe der Le Monde diplomatique als Beilage zur taz, danach im Kiosk. Hier das <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/.aktaus">Inhaltsverzeichnis</a></em></p>
<p><strong>dazu: Auch h&#246;her Qualifizierte zweifeln, ob sie ihre Arbeit bis zur Rente durchhalten k&#246;nnen</strong><br />
Gut Ausgebildete gehen in ihrem Job auf und f&#252;rchten sich eher vor dem Ruhestand als ihn herbeizusehnen. Wie viel ist dran an diesem Klischee?&#8230;<br />
Fast 60 Prozent der Befragten planen, vor dem gesetzlichen Rentenalter in den Ruhestand zu gehen. Und sie freuen sich darauf, endlich die Dinge nachholen zu k&#246;nnen, f&#252;r die im stressigen Berufsalltag keine Zeit war. Drei Viertel der 60-J&#228;hrigen unter den Befragten glauben, dass es ihnen besser gehen wird, wenn sie erst in Rente sind. Verst&#228;rkte R&#252;cksichtnahme auf &#196;ltere attestierten ihrem Arbeitgeber nur 16 Prozent aller Befragten. Vielmehr werde in vielen Betrieben und Einrichtungen bisher ein gesteigerter Verschlei&#223; der Arbeitskr&#228;fte in Kauf genommen.<br />
Das Fazit der Wissenschaftler: Die Rente mit 67 wird zumindest von denen, die es sich leisten k&#246;nnen, &#8220;unterlaufen&#8221;, solange die betrieblichen Voraussetzungen f&#252;r &#8220;alternsgerechtes Arbeiten&#8221; fehlen.<br />
Quelle: <a href="http://www.boeckler.de/14_43273.htm">WSI Mitteilungen</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>OECD: International Migration Outlook 2013</strong><br />
Bev&#246;lkerungsanteil: </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130614_02.jpg" alt="" title="" /></p>
<p>Fiskalische Auswirkungen: </p>
<p><img src="http://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/130614_03.jpg" alt="" title="" /></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.oecd.org/els/mig/imo2013.htm">OECD</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung WL:</strong> Dass die Migranten in Deutschland einen negativen Einfluss von 1,13% des BIP haben f&#252;hren laut Handelsblatt die OECD-Autoren darauf zur&#252;ck, dass hier anteilig mehr Migranten im Rentenalter leben als in den meisten anderen OECD-L&#228;ndern.</em><br />
<em>Ob die OECD wohl den positiven Einfluss der an Ausl&#228;nder ausbezahlten Renten auf die Nachfrage eingerechnet haben?</em></p>
<p><strong>dazu: OECD-Bilanz: Viele Zuwanderer verlassen Deutschland schnell wieder</strong><br />
Deutschland, ein Traumland f&#252;r Zuwanderer? Von wegen. Laut OECD bleibt mehr als die H&#228;lfte der Griechen und Spanier nicht mal ein Jahr. Trotz Fachkr&#228;ftemangel tun Firmen und Kommunen offenbar zu wenig, um die Gastarbeiter zu halten. (&#8230;) Die Idee: S&#252;deuropa k&#228;mpft mit dramatisch hoher Jugendarbeitslosigkeit, die Mittelst&#228;ndler in S&#252;ddeutschland hingegen suchen h&#228;nderingend Personal. Warum also nicht junge und erfahrene Fachkr&#228;fte aus S&#252;deuropa nach Deutschland einfliegen lassen &#8211; und so eine Win-win-Situation schaffen? Doch so einfach, wie es sich viele Politiker vorstellen, ist es nicht. Zahlen der Organisation f&#252;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigen nun: Viele Zuwanderer verlassen Deutschland schnell wieder. Laut dem Migrationssausblick der OECD hat sich in den vergangenen Jahren nur jeder zweite Grieche und sogar nur jeder dritte Spanier l&#228;nger als ein Jahr in Deutschland aufgehalten. Das ist ein Warnsignal f&#252;r die schrumpfende und alternde Bundesrepublik. Deutschland schafft es offenbar nicht, Zuwanderer auch im Land zu halten. Von einer Million Zuwanderer blieb 2012 unterm Strich nur ein knappes Plus von nicht einmal 400.000 Menschen, wenn man die Zahl der Fortz&#252;ge im selben Zeitraum ber&#252;cksichtigt. In die T&#252;rkei wanderten etwa 4000 Menschen mehr ab, als umgekehrt nach Deutschland einreisten. (&#8230;) Und doch: Eine schnelle Integration in den deutschen Arbeitsmarkt will vielerorts nicht gelingen. Das mag auch daran liegen, dass sich die neuen Zuwanderer dieses Mal selbst eher als Gastarbeiter sehen. Sie sind es pl&#246;tzlich, die einen kurzfristigen Engpass auf dem Arbeitsmarkt &#252;berbr&#252;cken wollen. &#8220;Wenn es den Heimatl&#228;ndern wirtschaftlich wieder besser geht, wollen gerade die jungen Leute wieder zur&#252;ck&#8221;, sagt Johann Fuchs, Analyst beim Institut f&#252;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/oecd-deutschlands-einwanderer-wandern-oft-wieder-aus-a-905446.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Dieser &#8220;Spiegel&#8221;-Beitrag greift wieder einmal tief in die Mottenkiste der neoliberalen Denkschemata: &#8220;Fachkr&#228;ftemangel&#8221;, &#8220;schrumpfende&#8221; und &#8220;alternde&#8221; Bev&#246;lkerung, Zuwanderung aus europ&#228;ischen Krisenstaaten = &#8220;Win-win-Situation&#8221;. Auch das der Bundesagentur f&#252;r Arbeit angeschlossene Institut f&#252;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bewegt sich in diesem neoliberalen Deutungsmuster. Was verleitet den &#8220;Spiegel&#8221; und das IAB angesichts weiter steigender Arbeitslosigkeit und Jugendarbeitslosigkeit in den s&#252;deurop&#228;ischen Krisenstaaten eigentlich zu der fixen Annahme, der nur kurzzeitige Aufenthalt von Arbeitnehmern aus diesen Staaten lie&#223;e sich mit dem Argument &#8220;Verbesserung der Arbeitsmarktlage in den Heimatl&#228;ndern&#8221; (in den Worten des &#8220;Spiegel&#8221;: die ausl&#228;ndischen Arbeitnehmer w&#252;rden durch die kurzzeitige Zuwanderung einen &#8220;kurzfristigen Engpass auf dem Arbeitsmarkt&#8221; in ihren Heimatl&#228;ndern &#252;berbr&#252;cken) erkl&#228;ren?</em></p>
<p><em>Ist es dem &#8220;Spiegel&#8221; und dem IAB jemals in den Sinn gekommen zu fragen, ob die seit den 90er Jahren miserable Lohnentwicklung in Deutschland nicht gerade auch gut ausgebildete Fachkr&#228;fte davon abschreckt, l&#228;nger als n&#246;tig in Deutschland zu arbeiten? Da&#223; diese also m&#246;glicherweise versuchen, in europ&#228;ischen Nachbarl&#228;ndern besser bezahlte sowie sozial besser abgesicherte Arbeitspl&#228;tze zu finden? Hierzulande ist man ja nicht einmal in angeblichen &#8220;Boomzeiten&#8221; dazu bereit, den Besch&#228;ftigten den lohnpolitischen Verteilungsspielraum (EZB-Zielinflationsrate zuz&#252;glich Produktivit&#228;tswachstum) zuzugestehen. Ist es dem &#8220;Spiegel&#8221; und dem IAB jemals in den Sinn gekommen zu fragen, ob die auf die Meinungsbildung der bundesdeutschen Bev&#246;lkerung einwirkende sch&#228;bige Stimmungsmache in zahlreichen deutschen Leitmedien (bei weitem nicht nur jenen des Springer-Konzerns) gegen die s&#252;deurop&#228;ischen Staaten und deren Bev&#246;lkerungen von den Zuwanderern aus diesen Staaten m&#246;glicherweise als absto&#223;end und herabw&#252;rdigend erlebt und empfunden wird?</em></p>
<p><em>Wenn der &#8220;Spiegel&#8221; den Zuzug von gut ausgebildeten Facharbeitern und Akademikern aus den europ&#228;ischen Krisenstaaten als &#8220;Win-win-Situation&#8221; bezeichnet, dann verschweigt er, da&#223; sich die deutsche Exportwirtschaft zun&#228;chst mittels parasit&#228;rem Lohndumping (und dem damit einhergehenden an-die-Wand-konkurrieren der europ&#228;ischen Krisenstaaten) auf Kosten zahlreicher europ&#228;ischer Staaten und deren Bev&#246;lkerungen bereichert hat und die so ma&#223;geblich mitverursachte Krise innerhalb dieser Staaten dann durch die v.a. von der Bundesregierung diktierte &#8220;Spar&#8221;- und &#8220;Reformpolitik&#8221; weiter versch&#228;rft wurde. Nun schickt sich die deutsche Wirtschaft im Verein mit der hiesigen Politik an, in den europ&#228;ischen Krisenstaaten ausgerechnet jene mit hohem Kosten- und Zeitaufwand ausgebildeten Facharbeiter und Akademiker anzuwerben, die von ihren Heimatl&#228;ndern in den kommenden Jahren dringend f&#252;r die R&#252;ckgewinnung ihrer Wettbewerbsf&#228;higkeit ben&#246;tigt werden (mit dem &#8220;Neben&#8221;-Effekt, da&#223; die L&#246;hne und Geh&#228;lter hierzulande auch in den k&#252;nftigen Jahren unter Druck bleiben). &#8220;Win-win&#8221; sieht anders aus!</em></p>
<p><strong>passend dazu: Mangelhafte Integration kostet Deutschland Milliarden</strong><br />
Deutschland k&#246;nnte den Fachkr&#228;ftemangel lindern, wenn Zuwanderer auf dem Arbeitsmarkt zum Zuge k&#228;men. Stattdessen verlassen viele Zuwanderer das Land rasch wieder &#8211; und dem Staat entgehen Einnahmen in Milliardenh&#246;he…<br />
Deutschlands Staatseinnahmen k&#246;nnten um 0,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wachsen, wenn Menschen mit ausl&#228;ndischen Wurzeln auf dem Arbeitsmarkt genauso vertreten w&#228;ren wie deutsche Arbeitnehmer. Allein bei hochqualifizierten Migranten entgehen der Bundesregierung m&#246;gliche Mehreinnahmen von mehr als 3,5 Milliarden Euro. Das geht aus dem am Donnerstag ver&#246;ffentlichten Internationalen Migrationsausblick der Organisation f&#252;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor…<br />
Laut OECD erh&#246;hte sich zwischen 2007 und 2011 die Zahl der Einwanderer aus Griechenland um 73 und aus Spanien um knapp 50 Prozent. Kr&#228;ftige Zuw&#228;chse gab es im selben Zeitraum zudem bei Portugiesen und Italienern (35 Prozent).<br />
Quelle: <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/oecd-studie-mangelhafte-integration-kostet-deutschland-milliarden/8343722.html">Handelsblatt</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Unsere Toten in Bangladesch</strong><br />
Der Fabrikeinsturz in Dhaka ist nur eine von vielen Katastrophen in der Fertigungsindustrie. Die europ&#228;ischen Textilkonzerne geben vor, sich um bessere Arbeitsbedingungen zu bem&#252;hen. Aber hinter den Kulissen dr&#252;cken ihre Eink&#228;ufer auf die Preise&#8230;<br />
Wenn in Bangladesch eine Fabrik abbrennt oder einst&#252;rzt, zahlt die BGMEA den Opfern eine Entsch&#228;digung: Verletzte erhalten 100 000 Taka (1 000 Euro) f&#252;r die medizinische Versorgung, die Familie eines Todesopfers bekommt 600 000 Taka (6 000 Euro). Der Fabrikbesitzer und auch die Justiz halten sich v&#246;llig heraus. Aber diese Brosamen kommen nur bei wenigen Gl&#252;cklichen an. Denn die Listen der Opfer stellt die BGMEA selbst zusammen. Und die meisten Besch&#228;ftigten haben keinen Arbeitsvertrag, weil ihre Einstellung nur m&#252;ndlich vereinbart wurde. Zahlreiche Opfer k&#246;nnen also ihre Betriebszugeh&#246;rigkeit gar nicht belegen. Und sich ein Bein brechen oder ins Herdfeuer fallen kann ja jeder.<br />
Bei dem Brand in der Tazreen-Fabrik ist die Beweislage noch komplizierter, weil viele Leichen nicht mehr identifiziert werden konnten, erz&#228;hlt Saydia Gulrukh, die Opferfamilien betreut&#8230;<br />
Die Tazreen-Ruine rauchte noch, als die Premierministerin bereits im Namen der Regierung erkl&#228;rte, die Brandursache sei ein &#8220;Sabotage-Akt&#8221;, was in Bangladesch so viel bedeutet wie: Die Islamisten sind schuld&#8230;<br />
Die europ&#228;ischen Markenhersteller kalkulieren mit einem Gewinnfaktor von sieben, das hei&#223;t, sie verkaufen die Produkte aus Bangladesch zum Siebenfachen, manchmal auch zum Zehnfachen des Einkaufspreises.<br />
&#8220;F&#252;r die Profitgier gibt es keine Grenzen&#8221;, kommentiert Paquet. Er hat erlebt, wie alte Kunden von einem Tag auf den anderen zu einem Konkurrenten wechseln, der einen bestimmten Artikel f&#252;r 10 Cent weniger anbietet: &#8220;Hier herrscht eine unglaubliche Doppelmoral. Stellen Sie sich vor, im selben Augenblick, als die Firmenchefs von H &#038; M bei der Premierministerin sa&#223;en, um bessere Arbeitsbedingungen in den Fabriken von Bangladesch zu fordern, handelten ihre Einkaufsmanager einen 15-prozentigen Rabatt auf die Preise ihrer Lieferanten aus. Damit m&#252;sst ihr klarkommen, der Rest interessiert uns nicht&#8217;, das ist ihre Philosophie.&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/06/14.mondeText1.artikel,a0004.idx,0">Le Monde diplomatique</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Wir schn&#252;ffeln zur&#252;ck</strong><br />
Internet-Provider erlauben Geheimdiensten den Zugang zu ihren Daten, Geheimgerichte nicken das gro&#223;e Datensaugen ab. Ed Snowden wurde das zu viel und er verriet die Geschichte dem Guardian. DRadio Wissen geht jetzt in die Offensive. Wir finden heraus, wie die Schn&#252;ffelei funktioniert, wir versuchen uns zu sch&#252;tzen und schn&#252;ffeln zur&#252;ck.<br />
Quelle: <a href="http://wissen.dradio.de/nsa-prism-wir-schnueffeln-zurueck.33.de.html?dram:article_id=249525">Deutschlandradio</a></li>
<li><a name="h13"></a><strong>„Das stimmt so nicht“ &#8211; Falscher Presse-Hype um Monsanto-R&#252;ckzug aus Europa</strong><br />
Monsanto gibt Europa auf, schrieb die tageszeitung  (taz) am 31. Mai. Und alle jubeln. Die Presse. Die Gentechnik-Kritiker ebenfalls. In Deutschland, in Europa, selbst in &#220;bersee. Doch Monsanto reagiert noch am gleichen Tag mit einer eigenen Meldung auf der Unternehmenswebseite mit den Worten: „Das stimmt so nicht.“ Auch Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer vom Bund f&#252;r Umwelt und Naturschutz Deutschland kann keinen R&#252;ckzug aus Europa erkennen.<br />
Quelle: <a href="http://mariannefalck.de/?p=207">Marianne Falck</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Schluss mit PISA?</strong><br />
Gewerkschaft streitet &#252;ber PISA-Kritik. Wolfram Meyerh&#246;fer, Professor f&#252;r Mathematikdidaktik, erkl&#228;rt, warum es bei den Pisa-Tests nicht um Wissen, Bildung oder Verstehen geht<br />
Auf ihrem Gewerkschaftstag vom 12. bis 16. Juni wird die Bildungsgewerkschaft GEW auch dar&#252;ber diskutieren, was von den PISA- und &#228;hnlichen Studien zu halten und ob diesen zuk&#252;nftig vielleicht sogar mit genereller Ablehnung zu begegnen ist. Telepolis sprach hierzu mit Wolfram Meyerh&#246;fer, Professor f&#252;r Mathematikdidaktik an der Universit&#228;t Paderborn, der derlei &#8220;Vergleichsstudien&#8221; seit langem kritisiert und die gewerkschaftliche Auflehnung hiergegen wissenschaftlich fundiert und unterst&#252;tzt hat.<br />
Quelle: <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/39/39307/1.html">Telepolis</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Noch 4 Tage: Lobbyismus an Schulen zur&#252;ckdr&#228;ngen!</strong><br />
Lobbyismus macht auch vor dem Klassenzimmer nicht halt. Lobbyisten erstellen Unterrichtsmaterialien, veranstalten Schulwettbewerbe oder bilden Lehrer fort. Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler werden so zum Ziel von Meinungsmache und Manipulation.<br />
Wir haben untersucht, mit welchen Methoden Lobbyisten Einfluss auf den Unterricht nehmen und welche Motive dahinter stecken. Das Ergebnis haben wir in unserem Diskussionspapier „Lobbyismus an Schulen“ ver&#246;ffentlicht. Es zeigt: Die Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche wird professionell organisiert und ist Teil langfristiger und umfassender Lobbystrategien. Die Politik muss dieses Problem endlich erkennen und dagegen aktiv werden.<br />
Unterzeichnen Sie unseren Protestbrief an die Bildungsminister der L&#228;nder! Wir &#252;bergeben die Unterschriften am 17. Juni an Stephan Dorgerloh, Pr&#228;sident der Kultusministerkonferenz.<br />
Quelle: <a href="https://www.lobbycontrol.de/2013/04/aktion-lobbyismus-an-schulen-zuruckdrangen/">LobbyControl</a></li>
<li><a name="h16"></a><strong>Von der Plagiatsdiskussion zu den Arbeitsverh&#228;ltnissen in der Promotion</strong><br />
Die Wissenschaft, und vor allem die Promovierenden, k&#246;nnen nicht wirklich zufrieden sein. Die Diskussion ist &#252;ber die Skandalisierung bisher nicht hinausgekommen. Die Plagiatsskandale in Deutschland wurden in einer Weise diskutiert, die den Zehntausenden Promovierenden hierzulande, ihrem Alltag, Aufgaben und Herausforderungen in keiner Form gerecht wurde…<br />
Nun m&#252;ssen die Diskussionen &#252;ber Plagiate, Betrug und Prestigepromotionen &#252;berf&#252;hrt werden in eine Debatte nicht nur zur Qualit&#228;t der Promotionen, sondern auch und vor allem zur Qualit&#228;t der Promotionsbedingungen. Wird diese Ebene aus der Debatte ausgeklammert, dann kann es zu keiner wirklichen Verbesserung der Promotion kommen und es wird keine breite Unterst&#252;tzung – seitens der Promovierenden – f&#252;r eine Reform der Promotionsphase geben.<br />
Quelle: <a href="http://www.gegenblende.de/++co++8a9d0032-cf60-11e2-918c-52540066f352">Gegenblende</a></li>
<li><a name="h17"></a><strong>Twitter &#8211; Mit Tweets gegen Autokraten</strong><br />
Ob beim Hochwasser in Ostdeutschland, auf dem Taksim-Platz in Istanbul oder dem Kampf gegen die totale &#220;berwachung im Netz: Twitter ist &#252;berall dabei. Dabei ist Twitter mehr als nur ein Kurznachrichtendienst. Tweets dienen dem Protest &#8211; und das kann unangenehme Folgen haben. Ein Beispiel daf&#252;r ist die Bloggerin Hudi al-Adschmi aus Kuwait. Sie wurde gerade zu elf Jahren Gef&#228;ngnis und schwerer k&#246;rperlicher Arbeit verurteilt. In Kuwait ist das die h&#246;chste Strafe, die jemals gegen einen Twitter-Nutzer verh&#228;ngt wurde. Seit einiger Zeit gehen kuwaitische Beh&#246;rden st&#228;rker gegen Internetaktivisten vor. Sie f&#252;rchten ein Erstarken der Opposition. In Kuwaits Nachbarstaaten sind die Strafen f&#252;r Internetaktivisten noch h&#246;her. Menschenrechtsorganisationen machen darauf aufmerksam, dass die Golfstaaten die Meinungsfreiheit im Netz stark beschr&#228;nkt haben. Manchen Politikern macht Twitter scheinbar Angst. Ein Beispiel daf&#252;r ist der t&#252;rkische Ministerpr&#228;sident Erdogan: &#8220;Es gibt jetzt eine neue Plage namens Twitter. Dort werden bodenlose L&#252;gen verbreitet. F&#252;r mich sind die Sozialen Medien die schlimmste Bedrohung der Gesellschaften.&#8221; Dabei hat Erdogan selbst 2,5 Millionen Follower bei Twitter. Unabh&#228;ngig davon hat sich Twitter in der T&#252;rkei zur zentralen Plattform entwickelt, von der aus der Protest organisiert wird. &#8211; Manchmal wird Twitter aber auch &#252;berbewertet. So zum Beispiel im Zusammenhang mit den Protesten in &#196;gypten. Dort wurden laut einer Studie von US-Forschern nur 30 Prozent der Tweets in &#196;gypten selbst abgegeben. In der T&#252;rkei allerdings, liegt die Quote bei mehr als 80 Prozent. Andere &#8211; wie Arno Frank von taz.de &#8211; wiederum warnen vor den Schattenseiten von Twitter: &#8220;Von den Opfern des anonymen Cybermobbings soll gar nicht erst gesprochen werden, auch nicht von dem ozeanischen D&#252;nnpfiff, den die meisten parasozialen und hyperbanalen Alltagstweets darstellen.&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/11/dradiowissen_mit_tweets_gegen_20130611_957b5696.mp3">DRadio Wissen [Audio - mp3]</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Mein Sohn war w&#228;hrend eines Dreitagetrips auch auf dem Taksim-Platz und unterhielt sich dort mit einigen Demonstranten. Diese berichteten, die t&#252;rkische Polizei habe in mehreren St&#228;dten Twitter-Nutzer wegen angeblicher Anstiftung zur Gewalt festgenommen h&#228;tten. Tausende Internetseiten, darunter auch YouTube, seien gesperrt. Twitter spiele eine entscheidende Rolle. Witzig aber bezeichnend: Als Erdogan von seiner Nordafrikareise zur&#252;ckkam, wartete die Maschine drei Stunden auf den Flughafen, bis gen&#252;gend bezahlte (so das Ger&#252;cht) &#8220;Jubelperser&#8221; herangekarrt worden waren. Der Taksim-Platz wusste sofort Bescheid. Einem Mitglied der Delegation wurde die Warterei wohl zu bunt und er machte seinem Unmut per Twitter Luft.</em></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17592&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Steinbr&#252;ck erweist sich immer mehr als Katastrophe f&#252;r die SPD. Mit der Wahl des BILD-Mannes Kleine auch inhaltlich und nicht nur wahltaktisch.</title>
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		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17585#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 15:52:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albrecht Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wahlen, Koalitionen & Parteien]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer unserer gro&#223;artigen Hinweisgeber, J.K., mahnt heute einen Beitrag zu Steinbr&#252;cks neuem Schritt in Richtung Untergang bei der Wahl am 22.9. an. Er schreibt: &#220;ber Steinbr&#252;ck ist eigentlich alles gesagt, aber die Borniertheit Steinbr&#252;cks grenzt schon an Autismus und l&#228;sst an den intellektuellen F&#228;higkeiten Steinbr&#252;cks zweifeln. Deswegen komme ich noch einmal auf Steinbr&#252;cks neuen Sprecher [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Einer unserer gro&#223;artigen Hinweisgeber, J.K., mahnt heute einen Beitrag zu Steinbr&#252;cks neuem Schritt in Richtung Untergang bei der Wahl am 22.9. an. Er schreibt: &#220;ber Steinbr&#252;ck ist eigentlich alles gesagt, aber die Borniertheit Steinbr&#252;cks grenzt schon an Autismus und l&#228;sst an den intellektuellen F&#228;higkeiten Steinbr&#252;cks zweifeln. Deswegen komme ich noch einmal auf Steinbr&#252;cks neuen Sprecher zur&#252;ck. Wie nun bekannt wurde, zeichnete Rolf Kleine sich w&#228;hrend seiner Zeit als Bild-Journalist auch durch Hetzartikel gegen Hartz IV Bezieher, gegen Griechenland und wohlwollende Statements &#252;ber Sarrazin aus. Von der Lobbyistent&#228;tigkeit f&#252;r den gr&#246;&#223;ten deutschen Immobilienkonzern einmal abgesehen. Kann so jemand wirklich sozialdemokratische Positionen in der &#214;ffentlichkeit glaubw&#252;rdig vertreten? Ich bin doch verwundert, dass die NDS dar&#252;ber so nonchalant hinweg gehen?“ Das wollen wir nicht und &#252;bernehmen die Hinweise von J.K.: Von <strong>Albrecht M&#252;ller</strong><br />
<span id="more-17585"></span><br />
Die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/steinbrueck-und-sein-neuer-sprecher-kleines-welt-1.1694485">S&#252;ddeutsche Zeitung schreibt</a>: </p>
<blockquote><p>„Rolf Kleine soll SPD-Kanzleranw&#228;rter Peer Steinbr&#252;ck endlich medial da positionieren, wo der nach eigener Auffassung hingeh&#246;rt: im politischen Olymp. Doch wenn sich Steinbr&#252;ck nur im Ansatz daran h&#228;lt, was der fr&#252;here &#8220;Bild&#8221;-Mann einst in seinen Kommentaren schrieb, dann gute Nacht, SPD. </p>
<p>Es gibt noch so einiges mehr, was an dieser Personalentscheidung zweifeln l&#228;sst. Wenn n&#228;mlich Steinbr&#252;ck auch nur im Ansatz auf das h&#246;rt, was Kleine in seinen fr&#252;heren Kommentaren als Politik-Journalist der Bild-Zeitung von sich gegeben hat, dann gute Nacht, SPD.</p>
<p>Ginge es n&#228;mlich nicht nach Steinbr&#252;ck sondern nach seinem neuen Sprecher Kleine, dann w&#252;rden die Griechen keinen Cent von uns Deutschen bekommen. F&#252;r die Griechenland-Rettung sollte &#8220;uns JEDER EURO zu schade sein&#8221;, <a href="http://www.bild.de/news/standards/euro/kommentar-von-rolf-kleine-12179632.bild.html">schrieb er in einem Kommentar</a>. &#8220;JEDER EURO&#8221; in Bild-typischen Versalien. <a href="http://www.bild.de/politik/2010/pleite/der-bundestagspraesident-bei-den-griechen-11750512.bild.html">&#196;hnlich hier.</a></p>
<p>Bundestagspr&#228;sident Norbert Lammert hatte sich im M&#228;rz 2010 in einem Brief an den griechischen Parlamentspr&#228;sidenten Philippos Petsalnikos f&#252;r manch &#8220;h&#228;mischen&#8221; Kommentar in den Medien entschuldigt. Das brachte Kleine auf den Plan. Unter der &#220;berschrift: &#8220;Warum m&#252;ssen wir uns bei den Pleite-Griechen entschuldigen?&#8221; schreibt er: &#8220;Ganz Europa sorgt sich &#252;ber die desastr&#246;se Finanzlage Griechenlands und die Stabilit&#228;t des Euro &#8211; und was macht unser Bundestagspr&#228;sident Norbert Lammert (CDU)? Er entschuldigt sich in einem Brief&#8221;. In pseudo-kindlichem Unschuldston fragt er: &#8220;ABER WEN MEINT ER DA BLOSS?&#8221;</p>
<p>Nun ja, offenbar auch die Bild-Zeitung, bei der Kleine arbeitete und die mit &#220;berschriften Kasse machte wie &#8220;Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen!&#8221; Oder: &#8220;Ihr griecht nix von uns!&#8221; Oder: &#8220;Bild macht Bettel-Test in Athen.&#8221; <a href="http://www.bildblog.de/16969/haeme-kleine-wills-wissen/">Der Bildblog hat das hier mal sch&#246;n zusammengefasst.</a></p>
<p>Als Thilo Sarrazin gerade die SPD mit seinen ausl&#228;nderfeindlichen Thesen nervte, da war es Rolf Kleine, der Sarrazin in der Bild-Zeitung verteidigte. Sarrazin habe &#8220;in den vergangenen Jahren immer wieder auf Missst&#228;nde in Deutschland hingewiesen, u. a. den mangelnden Willen vieler Ausl&#228;nder kritisiert, sich bei uns zu integrieren&#8221;, stellte Kleine fest. <a href="http://www.bild.de/politik/inland/sigmar-gabriel/was-hat-sarrazin-mit-moerder-von-oslo-zu-tun-herr-gabriel-19090622.bild.html">Abwatschen lassen musste sich dagegen SPD-Chef Sigmar Gabriel, der Sarrazin lieber gleich als sp&#228;ter aus der SPD geschmissen h&#228;tte.</a>“</p></blockquote>
<p><strong>Weiter Text von AM:</strong></p>
<p><strong>Wenn ein Redakteur der SZ schon so fundamental kritisch schreibt, dann Gute Nacht.</strong><br />
 <br />
F&#252;r Menschen, die den Kanzlerkandidaten Steinbr&#252;ck von fr&#252;her kennen oder ihn nur gut beobachtet haben, ist die Entscheidung zum Engagement des Rolf Kleine keine &#220;berraschung und Steinbr&#252;cks fortgesetztes Versagen auch nicht. Wir haben in den NDS im vergangenen Herbst die SPD-F&#252;hrung rechtzeitig vor der Entscheidung f&#252;r den Kandidaten Steinbr&#252;ck gewarnt und dies auch gut begr&#252;ndet. So z.B. <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14582">hier am 1. Oktober 2012 um 16:52 Uhr</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Als Multiplikator und Journalist finden Sie auf den NachDenkSeiten und in unseren B&#252;chern viele Infos und Anregungen zum Fall Steinbr&#252;ck</strong></p>
<p>Verantwortlich: Albrecht M&#252;ller </p>
<p>In den Hinweisen vom 28. September haben wir schon darauf aufmerksam gemacht, dass Sie in den NachDenkSeiten schon viel Material &#252;ber Peer Steinbr&#252;ck finden. Zugegebenerma&#223;en kritisches Material. Wir halten ihn f&#252;r einen ausgesprochen schlechten &#214;konomen, aus unserer Sicht steht er in Abh&#228;ngigkeit zur Finanzwirtschaft, wir glauben, dass es mit ihm keine Alternative zu Schwarz-Gelb geben wird, die Wahlniederlage der SPD wird damit besiegelt sein. Dar&#252;ber freuen wir uns nicht, weil wir glauben, unser Volk habe eine Alternative zu Angela Merkel und Schwarz-Gelb verdient.</p></blockquote>
<p><strong>Gibt es in der SPD-Spitze eine Planung f&#252;r den wahrscheinlichen Ernstfall?</strong></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17585&amp;md5=8447fc5ae5b0cc6bf12c4e89c007a766" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>„Die schw&#228;bische Hausfrau“,  die Wettbewerbsf&#228;higkeit, die Inflationsangst – die drei S&#228;ulenheiligen der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17581</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17581#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 14:25:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Eingangsstatement von Wolfgang Lieb auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „&#220;ber &#214;sterreich, Deutschland und Europa. Vor der Wahl ist nach der Wahl“ im Rahmen einer Veranstaltung der &#246;sterreichische Zeitschrift „Arbeit &#038; Wirtschaft“ am 10. Juni in Wien. PDF-Link: &#220;ber &#214;sterreich, Deutschland und Europa &#8211; Vor der Wahl ist nach der Wahl [2 MB]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eingangsstatement von <strong>Wolfgang Lieb</strong> auf einer Podiumsdiskussion zum Thema „&#220;ber &#214;sterreich, Deutschland und Europa. Vor der Wahl ist nach der Wahl“ im Rahmen einer Veranstaltung der &#246;sterreichische Zeitschrift „Arbeit &#038; Wirtschaft“ am 10. Juni in Wien.</p>
<p><strong>PDF-Link:</strong> <a href="http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/130613_ueber_oesterreich_deutschland_und_europa.pdf">&#220;ber &#214;sterreich, Deutschland und Europa &#8211; Vor der Wahl ist nach der Wahl [2 MB]</a></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17581&amp;md5=aba24f663b7e630006885ca48f081787" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Hinweise des Tages</title>
		<link>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17578</link>
		<comments>http://www.nachdenkseiten.de/?p=17578#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2013 06:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Lieb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf &#8220;weiterlesen&#8221; klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS/WL) Hier die &#220;bersicht. Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert. Mollath bleibt in der Psychiatrie &#8211; Skandal&#246;se Entscheidung Bayern &#8211; Bitte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf &#8220;weiterlesen&#8221; klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS/WL)<br />
<span id="more-17578"></span><br />
Hier die &#220;bersicht. Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.</p>
<ol>
<li><a href="#h01">Mollath bleibt in der Psychiatrie &#8211; Skandal&#246;se Entscheidung</a></li>
<li><a href="#h02">Bayern &#8211; Bitte weitergehen, hier gibts nichts zu sehen</a></li>
<li><a href="#h03">Griechenland schlie&#223;t Rundfunkanstalt</a></li>
<li><a href="#h04">Entschlie&#223;ung des Europ&#228;ischen Parlaments zur Lage in der T&#252;rkei</a></li>
<li><a href="#h05">Es geht nicht nur um Deutschland: Das falsche Gericht entscheidet</a></li>
<li><a href="#h06">Simon Johnson: Die Kinder des Sparens</a></li>
<li><a href="#h07">Deutschland hat siebtgr&#246;&#223;ten Niedriglohnsektor in der EU</a></li>
<li><a href="#h08">CDU stoppt Bundeskanzlerin Merkel</a></li>
<li><a href="#h09">Soziale Vielfalt: Der Staat ist kein Vorbild</a></li>
<li><a href="#h10">Webseite bietet Sklaverei-Check-up</a></li>
<li><a href="#h11">&#220;ber die Opfer Flutkatastrophe: Anspruch statt Barmherzigkeit</a></li>
<li><a href="#h12">Stadtschloss-Grundsteinlegung: Unser Palast der Republik</a></li>
<li><a href="#h13">R&#228;tsel um m&#246;glichen NSU-Anschlag</a></li>
<li><a href="#h14">&#8220;Blut und Ehre.Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland&#8221;</a></li>
<li><a href="#h15">Trauerspiel mu&#223; beendet werden: Letzte Chance f&#252;r Abstimmung &#252;ber Abgeordetenbestechung</a></li>
<li><a href="#h16">Walter Jens: Eine Instanz politischer Querulanz</a></li>
<li><a href="#h17">JFK’s Presidential Courage—June 10, 1963</a></li>
<li><a href="#h18">Das Letzte: Kleines Welt</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Mollath bleibt in der Psychiatrie &#8211; Skandal&#246;se Entscheidung</strong><br />
Der Zeitpunkt ist verst&#246;rend. Keine 24 Stunden nach dem Auftritt von Gustl Mollath vor dem Landtag erkl&#228;rt nun die Strafvollstreckungskammer Bayreuth: Mollath bleibt weggesperrt. Noch verst&#246;render ist die Begr&#252;ndung. Der Psychiater, der f&#252;r das letzte Gutachten verantwortlich zeichnet, aufgrund dessen Mollath in der Psychiatrie bleiben muss, dieser Gutachter f&#252;hle sich &#8220;extrem beeintr&#228;chtigt&#8221; von den negativen Reaktionen auf seine Arbeit. Das Gericht hatte ihn im Lichte der neuen Erkenntnisse mit einer erg&#228;nzenden Stellungnahme beauftragt, diese verweigert der Gutachter nun offenbar. Es ist verwerflich, sollte dieser Psychiater tats&#228;chlich, wie er es behauptet, &#8220;wellenartig in &#252;belster Weise als Verbrecher beschimpft&#8221; worden sein. Vor dem Hintergrund eines Menschen aber, der seit mehr als sieben Jahren wom&#246;glich zu Unrecht gegen seinen Willen in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie leben muss &#8211; vor diesem Hintergrund wirkt diese Begr&#252;ndung nicht nur larmoyant. Sie ist schlicht skandal&#246;s. Nicht nur das. Ein neues Gutachten gibt es also nicht, weil es dem Gutachter nicht gut geht, argumentiert das Bayreuther Gericht. Und ein neues Urteil &#252;ber Mollath gibt es auch nicht, weshalb man an die &#8220;rechtskr&#228;ftigen Tatsachenfeststellungen&#8221; des N&#252;rnberger Landgerichts von 2006 gebunden sei. Warum aber gibt es nichts Neues im Strafverfahren gegen Mollath? Weil sich das Regensb&#252;rger Landgericht seit Monaten nicht in der Lage sieht, einem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Wiederaufnahme des Verfahrens stattzugeben. Diese Zirkelschl&#252;sse sind unfassbar, sie machen sprachlos. Wurden reihenweise rechtsstaatliche Prinzipien &#252;bergangen, als es darum ging, Mollath in die Psychiatrie zu bringen &#8211; so ziehen die Gerichte nun alle Register juristischer Spitzfindigkeit, um zu verhindern, dass er aus der Psychiatrie wieder rauskommt.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/mollath-bleibt-in-der-psychiatrie-skandaloese-entscheidung-1.1694933">SZ</a></li>
<li><a name="h02"></a><strong>Bayern &#8211; Bitte weitergehen, hier gibts nichts zu sehen</strong><br />
Ja, es ist Wahlkampf. Aber in Bayern w&#228;hlen die Leute doch eh die CSU. Daf&#252;r sorgen Kirche, Schule und der Bayrische Rundfunk sowie ein Haufen anderer Medien. Es gibt auch aktuell, wo so vieles im Argen liegt, keinerlei Gefahr. Selbst der Verlust von 3 Prozent bei der neuesten Umfrage erlaubt immer noch eine komfortable Alleinregierung der CSU mit 6 Prozent Vorsprung. (&#8230;) Nein, es geht nicht um den Wahlkampf. Es geht um eine grunds&#228;tzliche Lebenseinstellung der Politik in Bayern. Sie und Ihre Auftraggeber aus dem Gro&#223;kapital stehen weit &#252;ber den Gesetzen und dem Recht. (&#8230;) Nein, Herr Seehofer. Wir werden nicht weitergehen und wegsehen. Die Menschen haben Sie und Ihre Leistungselite, die in Wirklichkeit eine Abzockelite ist, fest im Blick. Das mag im Moment f&#252;r Sie in Bayern noch nicht gef&#228;hrlich sein. Aber das dachte Erdogan auch. NIcht weitergehen &#8211; genau hinschauen!<br />
Quelle: <a href="http://duckhome.de/tb/archives/10982-Bayern-Bitte-weitergehen,-hier-gibts-nichts-zu-sehen.html">Duckhome</a></li>
<li><a name="h03"></a><strong>Griechenland schlie&#223;t Rundfunkanstalt</strong><br />
&#8220;Was hier passiert, haben bisher nur Diktatoren gemacht&#8221;<br />
Griechenlands Regierung schlie&#223;t pl&#246;tzlich die staatliche Rundfunkanstalt ERT, die Besch&#228;ftigten sind entsetzt. Die Entscheidung habe &#8220;doch nichts mehr mit Sparma&#223;nahmen zu tun&#8221;, klagen die Mitarbeiter. Die Ersch&#252;tterung sitzt tiefer als bei einer gew&#246;hnlichen Demonstration.<br />
Um 23:11 drang ein kollektiver Schrei durch die Redaktionsr&#228;ume. Die Bildschirme in den B&#252;ros waren pl&#246;tzlich schwarz. Die Regierung hatte tats&#228;chlich wahr gemacht,  was sie nur wenige Stunden zuvor angek&#252;ndigt hatte: Die sofortige Abschaffung des staatlichen TV- und Radiosenders ERT (Ellenikí Radiophonía Tileórasi). Mehr als 2600 Mitarbeiter werden damit von einem Tag auf den anderen arbeitslos. Und es gibt vorerst nur noch Privatfernsehen.<br />
Um sieben Uhr hatte der Regierungssprecher Simos Kedikoglou verk&#252;ndet, in Zeiten des Sparens d&#252;rfe es keine Tabus geben, das Staatsfernsehen sei ein klassisches Beispiel &#8220;unglaublicher Verschwendung&#8221; mit Kosten von 300 Millionen Euro im Jahr. Daraufhin erkl&#228;rte die Belegschaft ihr Geb&#228;ude f&#252;r besetzt und rief die Zuschauer auf, zum Sendezentrum des ERT im Athener Vorort Agia Paraskevi zu kommen.<br />
Drinnen weinten die Leute, drau&#223;en verbrannten die Demonstranten EU-Fahnen und skandierten Slogans. Man k&#246;nnte meinen: Demonstrationsfolklore as usual. Aber es war doch anders, die Ersch&#252;tterung sa&#223; tiefer als bei gew&#246;hnlichen Demonstrationen. &#8220;Nat&#252;rlich&#8221;, sagt Yannis Darras. &#8220;Das hier hat doch nichts mehr mit Sparma&#223;nahmen zu tun.&#8221; Darras hat bestimmt nichts von einem Hitzkopf, graue Haare, 20 Jahre Berufserfahrung, ruhige Stimme. Aber er sagt: &#8220;Was hier passiert, haben bisher nur Diktatoren gemacht. Haben Sie schon mal von einer Demokratie geh&#246;rt, in der handstreichartig alle &#246;ffentlich-rechtlichen Sender geschlossen werden?&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/griechenland-schliesst-rundfunkanstalt-was-hier-passiert-haben-bisher-nur-diktatoren-gemacht-1.1694663">SZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Man kommt langsam nicht mehr umhin Griechenland, wie 1973 Chile, als Experimentierfeld der neoliberalen Politik anzusehen, in welchem ausprobiert wird wie weit man gehen kann. Offenbar sehr weit wie die Schlie&#223;ung des &#246;ffentlichen Rundfunks in Griechenland zeigt. In diesem Zusammenhang fragt man sich dann, wie kann der Hofjournalist Stefan Kornelius, wie gestern in der SZ, den t&#252;rkischen Ministerpr&#228;sidenten Erdogan als autorit&#228;ren Machthaber brandmarken, ansonsten aber triefende Elogen auf Merkel verfassen, wo doch die brutale neoliberale Austerit&#228;tspolitik, die Griechenland faktisch zu einem Protektorat der sogenannten Troika gemacht hat, wesentlich durch die Bundesregierung mitbestimmt wird? Und es erscheint durchaus angebracht Merkel in einem Atemzug mit Erdogan zu nennen, da die griechische Regierung unter dem deutschen Austerit&#228;tsdiktat durch die Zerst&#246;rung der Einrichtungen der &#246;ffentlichen Daseinsvorsorge wie des Gesundheitssystems und jetzt des &#246;ffentlichen Rundfunks, den Pfad demokratischer Legitimit&#228;t l&#228;ngst verlassen hat.</em></p>
<p><em>Dazu passt:</em></p>
<p><strong>T&#252;rkische Rundfunkbeh&#246;rde geht gegen kritische TV-Sender vor</strong><br />
Im Gegensatz zu den gro&#223;en Medienkonzernen berichten alternative TV-Sender in der T&#252;rkei laufend &#252;ber die Proteste auf dem Taksim-Platz in Istanbul. Doch jetzt hat die Rundfunkbeh&#246;rde gegen mehrere kleine TV-Anbieter Geldstrafen verh&#228;ngt.<br />
Quelle: <a href="http://www.hurriyetdailynews.com/tv-watchdog-fines-live-streaming-of-gezi-protests-for-harming-development-of-children-youth-.aspx?pageID=238&#038;nID=48655&#038;NewsCatID=341">H&#252;rriyet Daily News</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Das ist eigentlich grotesk. &#8220;Im Gegensatz zu den gro&#223;en Medienkonzernen &#8230;.&#8221; Sieht es in Deutschland anders aus? In der Mainstreampresse wurde ebenfalls faktisch nicht &#252;ber die Polizeigewalt gegen Blockupy in Frankfurt berichtet. Oder man bedenke das totschweigen der Linken in den Mainstreammedien.</em></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Entschlie&#223;ung des Europ&#228;ischen Parlaments zur Lage in der T&#252;rkei</strong><br />
Quelle: <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+MOTION+B7-2013-0309+0+DOC+XML+V0//DE">Europ&#228;isches Parlament</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.G.:</strong> Habe mir eben mal den Entwurf zur EU-Resolution anl&#228;sslich der Situation in der T&#252;rkei durchgelesen und bin &#252;ber folgenden Abschnitt gestolpert, den ich etwas seltsam finde:</em></p>
<blockquote><p>&#8220;B. in der Erw&#228;gung, dass die t&#252;rkische Regierung im Zusammenhang mit dem Prozess des EU-Beitritts neoliberale Wirtschaftsreformen und die Deregulierung zwar rasch vorangetrieben hat, politische und demokratische Reformen wie die Verbesserung der Achtung der Menschenrechte hingegen nur sehr schleppend vorangehen;&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Wusste gar nicht, dass &#8220;neoliberal&#8221; jetzt schon wieder eine offiziell positiv besetzte Vokabel ist.</em></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Es geht nicht nur um Deutschland: Das falsche Gericht entscheidet</strong><br />
Vom Ausgang ihres Streits h&#228;ngt tats&#228;chlich das Schicksal der gesamten Eurozone ab. Denn setzt sich Dupont &#8211; pardon: Weidmann &#8211; durch, dann k&#246;nnte das umstrittene Anleihenkaufprogramm der EZB zum Erliegen kommen. Dann d&#252;rfte die Spekulationswelle gegen den Euro, die EZB-Chef Draghi nur mit der Drohung geb&#228;ndigt hatte, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, wieder von vorne beginnen.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/!117871/">TAZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung RS:</strong> An diesem ansonsten lesenswerten Kommtar st&#246;ren folgende zwei S&#228;tze:</em></p>
<blockquote><p>„Und nat&#252;rlich geht es um das Geld deutscher Steuerzahler. Aber eben auch um das der Franzosen, Italiener, Spanier, sogar der Griechen.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Wie Jens Berger in den NachDenkSeiten bereits <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14817">erkl&#228;rt</a> hat, geht es bei den Anleihenk&#228;ufen eben nicht um das Geld deutscher Steuerzahler. Das w&#228;re ja auch abwegig, wenn die Steuerzahler der Eurol&#228;nder f&#252;r EZB-Verl&#252;ste haften m&#252;ssten. Das w&#228;re so, als wenn man sagen w&#252;rde, die Quelle m&#252;sse ihr Wasser vom Eimer holen.</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Simon Johnson: Die Kinder des Sparens</strong><br />
Wenn &#214;konomen &#252;ber “Haushaltsanpassungen” sprechen, halten sie diese typischerweise f&#252;r ein abstraktes und komplexes Ziel. Aber das Thema ist eigentlich sehr einfach: Wer tr&#228;gt den Hauptteil der Lasten, die das Reduzieren des Haushaltsdefizits mit sich bringt? Entweder m&#252;ssen Menschen mehr Steuern zahlen, oder die Ausgaben m&#252;ssen zur&#252;ckgehen – oder beides. Das Wort “Haushaltsanpassungen” ist Jargon – worum es bei Sparma&#223;nahmen immer geht, ist die Verteilung des Einkommens. Gro&#223;e Teile Europas sind sich dessen nat&#252;rlich schon bewusst. Nun ist Amerika an der Reihe. Und es gibt Anzeichen daf&#252;r, dass diejenigen, die am meisten von schrumpfenden &#246;ffentlichen Haushalten betroffen sind, die sind, die sich am wenigsten wehren k&#246;nnen – relativ arme Kinder. Am schockierendsten sind vielleicht die dramatischen Einschnitte beim Gesundheitsversicherungsprogramm Medicaid, die die republikanische Mehrheit im Repr&#228;sentantenhaus in ihrem aktuellen Haushaltsvorschlag planen. Paul Ryan, der Vorsitzende der dortigen Budgetkommission, schl&#228;gt vor, den Haushalt in den n&#228;chsten zehn Jahren haupts&#228;chlich durch das Streichen dieses Programms zu sanieren. Etwa die H&#228;lfte derjenigen, die unter dem Schutz von Medicaid stehen, sind Kinder. Ist es fair, Kindern mit geringem Einkommen die Last der Haushaltsanpassungen aufzub&#252;rden? Dazu gibt es Daten auf der unsch&#228;tzbar wertvollen Webseite des &#214;konomen Emmanuel Saez: Von 1993 bis 2011 stieg das durchschnittliche Realeinkommen der unteren 99% der Bev&#246;lkerung um 5,8%, w&#228;hrend das eine Prozent der Topverdiener einen realen Einkommenszuwachs von 57,5% erzielte. Das obere 1% beanspruchte in diesem Zeitraum 62% des gesamten Einkommenszuwachses f&#252;r sich. Kinder, die von ihren Familien keinen guten Start ins Leben bekommen k&#246;nnen, verdienen Hilfe. Aber von Amerika erhalten sie keine – was auch von Jeb Bush betont wurde, einem f&#252;hrenden Bewerber f&#252;r die republikanische Pr&#228;sidentschaftsnominierung 2016. “Wenn du heute,” sagte Bush in einer Rede vor anderen Konservativen, “in unserem Land arm geboren wirst, wenn deine Eltern nicht aufs College gegangen sind, wenn du deinen Vater nicht kennst oder wenn bei dir zu Hause kein Englisch gesprochen wird, sind deine Chancen nicht besonders gut.”<br />
Nat&#252;rlich k&#246;nnte Amerika es sich leicht leisten, es besser zu machen. Die riesigen Haushaltsdefizite sind Folge der Steuererleichterungen f&#252;r die Reichen und die obere Mittelklasse, einer finanziell nicht gedeckten Erweiterung der Medicare-Hilfe auf verschriebene Medikamente, zweier Kriege im Ausland und, am wichtigsten, eines Bankensystems, das au&#223;er Kontrolle geriet und die Realwirtschaft massiv in Mitleidenschaft zog (und damit auch die Steuereinnahmen).<br />
Die heutigen Kinder sind f&#252;r diese politischen Fehler nicht verantwortlich. Sparma&#223;nahmen auf Kosten armer Kinder sind nicht nur unfair, sondern auch schlechte Wirtschaftspolitik. Wie ich in einer k&#252;rzlichen Aussage vor dem Kongress aufzeigte, f&#252;hrt schlechte Ausbildung zu schlechten Berufsaussichten, armen Familien und wiederum zu schlechter Ausbildung – oder gar zu einem Umweg &#252;ber eine Inhaftierung, was es noch schwerer macht, den Teufelskreis zu durchbrechen. Leider befolgen die M&#228;chtigen solche Ratschl&#228;ge kaum. Sie sollten aber. Wenn man zum ersten Mal in ein fremdes Land reist und vernachl&#228;ssigte, mangelern&#228;hrte und schlecht ausgebildete Kinder sieht, denkt man dann, dass dieses Land in den n&#228;chsten f&#252;nfzig Jahren eine der weltweit gr&#246;&#223;ten Wirtschaftsm&#228;chte sein wird? Oder macht man sich nicht eher Sorgen um seine Zukunft?<br />
Quelle: <a href="http://www.project-syndicate.org/commentary/the-unfair-burden-of-fiscal-adjustment-by-simon-johnson/german">Projekt Syndicate</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Oft verweisen wir im Vergleich zu den USA auf die sozialen Errungenschaften Deutschlands, dabei ist auch der Bildungserfolg unserer Kinder schichtenspezifisch gekoppelt. Arme Kinder, Zuwandererkinder haben kaum eine Chance. Ebenso bedenklich ist die im Verh&#228;ltnis zum OECD-Durchschnitt geringere Aufw&#228;rtsmobilit&#228;t in Deutschland. Im letzten OECD-Report &#8220;Bildung auf einen Blick 2012&#8243; erreichten nur 20 % der jungen Erwachsenen ein h&#246;heres Bildungsniveau als ihre Eltern, wesentlich weniger als im OECD-Durchschnitt (37 %). 22 % der jungen Erwachsenen beendeten ihre Ausbildung mit einem niedrigeren Bildungsabschluss als ihre Eltern, mehr als im OECD-Durchschnitt (13 %). Simon Johnson darf nat&#252;rlich die Sparpolitik seines Landes kritisieren, nur waren wir schon immer sparsam. Der OECD-Bericht nennt f&#252;r Deutschland einen Anteil der Bildungsausgaben an den &#246;ffentlichen Ausgaben von 10 %. Dieser liegt damit unter dem OECD-Durchschnitt von 13,0 % und unter dem der USA (15 %).</em></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Deutschland hat siebtgr&#246;&#223;ten Niedriglohnsektor in der EU</strong><br />
Der deutsche Niedriglohnsektor ist einer der gr&#246;&#223;ten in der Europ&#228;ischen Union, zeigt eine Analyse aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-B&#246;ckler-Stiftung. Ein substanzieller Mindestlohn und die Stabilisierung des Tarifsystems k&#246;nnten das &#228;ndern.<br />
Quelle: <a href="http://www.boeckler.de/14_43254.htm">Hans-B&#246;ckler-Stiftung</a></p>
<p><em>Dazu:</em></p>
<p><strong>Mehr Niedrigl&#246;hne als die Nachbarn</strong><br />
Der deutsche Niedriglohnsektor ist einer der gr&#246;&#223;ten in der EU. Ein substanzieller Mindestlohn und die Stabilisierung des Tarifsystems k&#246;nnten das &#228;ndern.<br />
Quelle: <a href="http://www.boeckler.de/43185_43193.htm">Hans-B&#246;ckler-Stiftung</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>CDU stoppt Bundeskanzlerin Merkel</strong><br />
„Der Vorschlag der Bundeskanzlerin, Wiedervermietungsmieten bundesweit zu begrenzen, ist von der eigenen Partei nach nur einer Woche wieder einkassiert worden. Was bleibt, ist eine ‚weichgesp&#252;lte Preisbremse light‘. Das ist entt&#228;uschend“, kommentierte der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, den gestrigen Beschluss der CDU nach einer Sitzung von Bundesvorstand und Pr&#228;sidium. „Wir brauchen eine klare, verbindliche, bundesweit geltende Regelung, die den Anstieg der Wiedervermietungsmieten von derzeit 20, 30 und 40 Prozent bremst. Wir brauchen dagegen keine ‚Insell&#246;sung‘, die eine Mietpreisbremse abh&#228;ngig macht von Parteib&#252;chern, Einsch&#228;tzungen der Landesregierungen und Kommunalpolitiker.“ (&#8230;) „Mit diesem faulen Kompromiss hat die CDU ihre Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel klassisch ausgebremst. Die Begrenzung der Wiedervermietungsmieten ist &#252;berall notwendig, wo es zu einem drastischen Auseinanderklaffen von Bestandsmieten und Wiedervermietungsmieten kommt“, sagte Siebenkotten. „Wir fordern, dass die Wiedervermietungsmiete h&#246;chstens 10 Prozent &#252;ber der orts&#252;blichen Vergleichsmiete liegen darf – egal, ob sich die Wohnung in Hamburg, Berlin, M&#252;nchen, Stuttgart, Frankfurt, K&#246;ln, Rostock oder Jena befindet.“<br />
Quelle: <a href="http://www.saarkurier-online.de/?p=91615">Saarkurier-Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Der verbliebene Rest der urspr&#252;nglichen Merkel-&#8221;Forderung&#8221; lie&#223;e sich in Koalitionsverhandlungen mit der FDP auch noch politisch entsorgen. Wenn es hingegen um die eiskalte Durchsetzung ihrer neoliberalen Dokrin in Europa geht, dann bleibt Merkel auch bei heftigem Gegenwind aus den europ&#228;ischen Staaten unerbittlich. Es darf vermutet werden, da&#223; die Begrenzung von Mietpreissteigerungen nicht zu den Herzensangelegenheiten Merkels z&#228;hlt. Ihr d&#252;rfte im Vorfeld der Bundestagswahlen vielmehr daran gelegen sein, vor dem heimischen Publikum wahlwirksam wieder einmal das falsche Image von der &#8220;sozialdemokratisierten Kanzlerin&#8221; hervorzukehren.</em></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Soziale Vielfalt: Der Staat ist kein Vorbild</strong><br />
Nicht nur Frauen sind im Arbeitsleben oft benachteiligt. Auch Migranten sind in vielen Unternehmen oft nicht in dem Ma&#223;e vertreten, der ihrem Anteil in der Bev&#246;lkerung entspricht. Immer mehr Firmen setzen inzwischen von sich aus auf &#8220;Diversity&#8221;-Konzepte &#8211; weniger aus sozialer Verantwortung, sondern aus Eigennutz. Denn die Management-Theorie besagt, dass die Vielfalt des Personals einer Firma deren wirtschaftlichem Erfolg dient. Nur Unternehmen, die die gesamte Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln, schaffen es, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen, ob Ikea oder Siemens. Der Bundesregierung gef&#228;llt das Diversity-Konzept ziemlich gut. Sie muss daf&#252;r ja auch keine Gesetze beschlie&#223;en, sondern kann es bei Appellen belassen. Fragt sich nur, was die Regierung selbst tut, um f&#252;r mehr Vielfalt in Ministerien und Beh&#246;rden zu sorgen. Was den Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund im &#246;ffentlichen Dienst betrifft, landete Deutschland im vergangenen Jahr in einer OECD-Studie, mit Estland und Luxemburg, ganz hinten. Speziell in Polizei und Justiz ist es in Sachen Vielfalt nicht weit her. Der Staat ist da kein Vorbild.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&#038;dig=2013%2F06%2F12%2Fa0097&#038;cHash=f2b98715bf208c546492b16ff45f1f87">taz</a></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Webseite bietet Sklaverei-Check-up</strong><br />
Mehr als 27 Millionen Menschen weltweit leben in Sklaverei, sch&#228;tzt das US-Au&#223;enministerium in seinem Jahresbericht zum internationalen Menschenhandel. Mehr als doppelt so viele, wie w&#228;hrend des transatlantischen Sklavenhandels aus Afrika entf&#252;hrt wurden. Die Nichtregierungsorganisation &#8220;Made In A Free World&#8221; will diese Zahl konkreter machen. Auf ihrer Webseite &#8220;Slavery Footprint&#8221; kann jeder selbst herausfinden, wie viele Sklaven f&#252;r seine pers&#246;nlichen Lebensgewohnheiten ausgebeutet werden. Bei der Berechnung der &#8220;Sklaverei-Wahrscheinlichkeit&#8221; werden die Produktionsketten gescannt, die hinter dem jeweiligen t&#228;glichen Konsum stehen. Die Informationen bezieht die NGO aus Berichten der US-Ministerien, der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, dem Korruptionsindex von Transparency International und dem Freedom House Index. Deutlich wird: In praktisch jedem Bereich des t&#228;glichen Leben spielen von Sklaven bearbeitete Rohstoffe oder Produkte eine Rolle &#8211; egal, ob es um Kleidung geht, um Lebensmittel, Kosmetikprodukte, Einrichtungsgegenst&#228;nde, Schmuck oder um Smartphones, Tablets, Laptops. Dazu erf&#228;hrt man Zahlen wie: &#8220;1,4 Millionen Kinder wurden dazu gezwungen, auf usbekischen Baumwollfeldern zu arbeiten. Das sind mehr Kinder, als in ganz New York auf &#246;ffentliche Schulen gehen.&#8221; &#8211; Statt Konsumverzicht oder Boykott empfehlen die Initiatoren den Besuchern der Seite, die Hersteller ihrer Lieblingsprodukte dazu aufzufordern, sauber und unter Ber&#252;cksichtigung von internationalen Arbeitsstandards zu produzieren. Oder mit einer Spende die Befreiung von Kinder-Sklaven in Ghana zu erm&#246;glichen.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wu&#038;dig=2013%2F06%2F12%2Fa0075&#038;cHash=e5e2c0f21fd6bd2eedf81e68acdaa3ff">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Der in diesem Artikel vorgenommene Bezug auf die klassische Sklaverei bis hinein das 19. Jahrhundert ist nicht ganz korrekt. So ist z.B. die Leibeigenschaft in Deutschland erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgehoben worden und diese Menschen galt durchaus die Definition von Sklaverei &#8220;Slavery Footprint&#8221;: Ein Sklave ist jeder, der gezwungen ist, ohne Entlohnung und unter Zwang zu arbeiten, der ausgebeutet wird und nicht in der Lage ist, sich aus dieser Situation zu befreien.</em></li>
<li><a name="h11"></a><strong>&#220;ber die Opfer Flutkatastrophe: Anspruch statt Barmherzigkeit</strong><br />
Wer kein Herz aus Stein hat, m&#246;chte beim Anblick von menschlichem Leid helfen &#8211; vor allem dann, wenn man sich in die Lage der Betroffenen halbwegs hineinversetzen kann. Irgendetwas muss man doch tun k&#246;nnen, um den Leuten zu helfen! Spenden. Ja, nat&#252;rlich. Spenden. Was sonst? Wir haben uns inzwischen daran gew&#246;hnt, dass Elend in vielen F&#228;llen nur noch durch Hilfsbereitschaft gelindert werden kann. Mit einem Sozialstaat, der Lebensrisiken verl&#228;sslich absichert, hat unser Gemeinwesen offenbar nicht mehr viel zu tun.  Aber genau das ist eine Schande. Niemand sollte hierzulande auf Barmherzigkeit angewiesen sein, der oder die unverschuldet in Not ger&#228;t. Zumal nicht in einer Zeit, in der Banken mit Steuergeldern gerettet werden, weil sie &#8211; so die offizielle Begr&#252;ndung &#8211; &#8220;systemrelevant&#8221; seien. &#8211; Die neuerliche Flutkatastrophe k&#246;nnte eine gute Gelegenheit sein, dar&#252;ber nachzudenken, ob fundamentale, unvermeidbare Existenzbedrohungen tats&#228;chlich von kapitalistisch organisierten &#8211; also zwangsl&#228;ufig gewinnorientierten &#8211; Unternehmen abgesichert werden sollten. Aber selbst wenn man so grunds&#228;tzlich nicht werden m&#246;chte, l&#228;sst sich eine ganz konkrete, praktische Frage stellen: Warum bietet der Staat nicht eine freiwillige, bezahlbare Versicherung f&#252;r Elementarsch&#228;den in jenen Gebieten an, die kommerzielle Konzerne f&#252;r allzu riskant halten? Schlie&#223;lich gibt es ja auch andere Ma&#223;nahmen der Strukturf&#246;rderung. Und andere staatliche Risikob&#252;rgschaften. Seit vielen Jahren haben wechselnde Regierungskoalitionen daran gearbeitet, die Schutzfunktion des Staates abzubauen. Private Vorsorge und Eigeninitiative hie&#223;en die Zauberw&#246;rter dieser Ideologie. Es ist Zeit, umzudenken. Und die F&#252;rsorgepflicht des Staates zur Abwechslung mal zu erweitern.<br />
Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&#038;dig=2013%2F06%2F10%2Fa0083&#038;cHash=b9429c3a7f68589a5ab8599670ed417d">taz</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Gut gebellt, Bettina Gaus, m&#246;chte man fast sagen. Aber das w&#228;re doch sehr zynisch, denn das Anliegen verdient es, ernst genommen zu werden. Nur, was soll man von einer Politklasse erwarten, die doch alles daran setzt, die immaterielle und materielle Infrastruktur Deutschlands in weiten Teilen zu privatisieren, und es auch noch den europ&#228;ischen Nachbarn als optimale Probleml&#246;sung anempfiehlt. Den Staat zur&#252;ckfahren und damit dem B&#252;rger mehr Mittel in die Hand geben, die er in freier Entscheidung verwenden kann, so das hohle Versprechen des neoliberalen Credo. Da kann man nur bitter auflachen. Die Staatsquote ist zwar im letzten Jahrzehnt tendenziell gesunken, aber die Reall&#246;hne auch. So nimmt es denn nicht Wunder, wenn die Spendenbereitschaft f&#252;r die diesj&#228;hrigen Flutopfer gegen&#252;ber 2002 <a href="http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/die-spendenbereitschaft-koennte-groesser-sein-1.3460210">geringer ausf&#228;llt</a>. Nur m&#252;sste es nicht Bereitschaft hei&#223;en, sondern M&#246;glichkeit. Die Menschen in diesem Lande, eine merkelsche Lieblingsformel, sind gen&#252;gend damit ausgelastet, die Profite einiger Weniger zu bedienen. &#8211; Immerhin kann sich der Staat noch nicht ganz aus der Verantwortung stehlen und legt der Staat wie 2002 Sofortprogramme und auch langfristigere Programme f&#252;r die Flutgesch&#228;digten auf. Dagegen sieht z.B die Situation in Italien bez&#252;glich des Erbebens im letzten Jahr ziemlich triste aus.<br />
In der Tendenz ist das Land leider bis in die Gewerkschaften hinein mit dem der Plutokratie dienenden neoliberalen Ungeist &#252;berflutet &#8211; und leider ist zu vermuten, dass die Umst&#228;nde einer Umkehr pl&#246;tzlich, radikal und schmerzhaft f&#252;r alle sein werden. Dann werden auch keine &#8216;gated communities&#8217; Schutz bieten. Die Plutokraten merken nicht, dass sie selbst das Fundament ihrer Existenz untersp&#252;len. Die M&#228;chtigen und Reichen sind durchaus schlau, aber begrenzt durch ihre Selbstsucht, wie eben Schlauheit ist. Thomas von Aquin w&#252;rde von der falschen Klugheit sprechen, von der Verschlagenheit (astutia), dem hinterh&#228;ltigen ausschlie&#223;lich auf das Taktische bedachte Sinnen und Trachten, dessen Unsachlichkeit den Namen Klugheit (prudentia) nicht verdient. Denn sie ist gefangen ,verloren ist in der sinnlichen Welt kleinm&#252;tiger Interessen, &#8220;dem ma&#223;losen Streben nach all der Habe, durch die sich der Mensch seine eigenen Gr&#246;&#223;e und Geltung versichern zu k&#246;nnen vermeint&#8221; (Josef Pieper in seinem immer noch lesenswerten Traktat &#252;ber den Begriff der Klugheit bei Thomas von Aquin).<br />
Das &#196;rgerliche am Neoliberalismus, &#8211; ein Begriff, der inzwischen f&#252;r soviel herhalten muss, dass er gleichsam entleert ist &#8211; besteht darin, dass die neoliberalen Str&#246;mungen des vorigen Jahrhunderts vom deutschen Ordoliberalismus bis zur Chicagoer Schule nicht nur vulgarisiert wurden, sondern von eben diesen schlauen Leuten instrumentalisiert und jenseits ihrer Konsistenz Weise zerst&#252;ckelt unter die Leute gebracht wurde. Und fertig war die neue Religion. Und so k&#246;nnen wir das Wort &#8216;neoliberal&#8217; nur noch als Schimpfwort verwenden. Nehmen wir den Satz von Euken: „Soziale Gerechtigkeit sollte man &#8230; durch Schaffung einer funktionsf&#228;higen Gesamtordnung und insbesondere dadurch herzustellen suchen, da&#223; man die Einkommensbildung den strengen Regeln des Wettbewerbs, des Risikos und der Haftung unterwirft.“ Ein Satz, der geradewegs dazu einl&#228;dt, den Sozialstaat abzubauen. Nur, dieser Satz ist Theorie und wie alle Theorien an Bedingungen gekn&#252;pft. Bei Euken hei&#223;t sie: vollst&#228;ndiger Konkurrenz. Ein altes theoretisches Konstrukt, das in den vermachteten M&#228;rkten der Realit&#228;t nicht anzutreffen ist. Theoretisch m&#246;gen wirtschaftliche Macht und individuelle Freiheit sowie soziale Gerechtigkeit durch permanenten Wettbewerb in Einklang gebracht werden, praktisch werden solche S&#228;tze von den &#8220;Schlauen&#8221;, die diesen Ausgleich der Interessen gar nicht wollen, als bare M&#252;nze angeboten.</em></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Stadtschloss-Grundsteinlegung: Unser Palast der Republik</strong><br />
Die Bilder k&#246;nnten kaum unterschiedlicher sein: Kurz nachdem in Istanbul Zehntausende demonstrierten und der Taksim-Platz schlie&#223;lich von der Polizei ger&#228;umt wurde, hatte in der Mitte Berlins Bundespr&#228;sident Joachim Gauck seinen Auftritt. Wie in der T&#252;rkei geht es auch hier um ein Bauprojekt &#8211; Gauck legte den Grundstein f&#252;r das Berliner Stadtschloss.<br />
Doch w&#228;hrend das Bauvorhaben im Istanbuler Gezi-Park Proteste gegen Ministerpr&#228;sident Recep Tayyip Erdogan ausl&#246;ste, fand die Grundsteinlegung in Berlin ohne gr&#246;&#223;eren &#246;ffentlichen Widerspruch statt. Sie steht f&#252;r das Gegenteil der Entwicklung in der T&#252;rkei: daf&#252;r, dass sich in der Bundesrepublik unter der Regentschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel mittlerweile gesellschaftliche Apathie breitgemacht hat.<br />
W&#228;hrend ihrer Amtszeit hat sich nach den zum Teil hysterischen Debatten der &#196;ra Gerhard Schr&#246;der eine schl&#228;frige, biedermeierliche Ruhe &#252;ber das Land gelegt. Die erweckt den Anschein, dass der Bev&#246;lkerung nichts lieber ist, als das Merkel zugeschriebene Unwort von der &#8220;Alternativlosigkeit&#8221; zu schlucken. Sowenig es der gr&#246;&#223;ten Oppositionspartei, der SPD, gelingt, sich in den Monaten vor der Bundestagswahl deutlich gegen die Kanzlerin zu positionieren, so wenig scheint auch der Rest der breiteren bundesdeutschen &#214;ffentlichkeit pointierte Einw&#228;nde gegen Merkel zu haben.<br />
In der &#8220;marktkonformen Demokratie&#8221; (ein weiteres, Merkel zugeschriebenes Unwort von historischen Ausma&#223;en) kann man es sich anscheinend erlauben, der Liste der in Deutschland im Bau befindlichen Gro&#223;projekte von BER, Elbphilharmonie und Stuttgart 21 einen weiteren Renommierbau hinzuf&#252;gen. Schon jetzt werden die Kosten f&#252;r das Stadtschloss auf 900 Millionen Euro gesch&#228;tzt &#8211; doch die vielbeschworenen Wutb&#252;rger gehen nicht auf die Stra&#223;e.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kommentar-zur-grundsteinlegung-am-berliner-stadtschloss-a-905268.html">Spiegel-Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JK:</strong> Hammelehle spricht hier einen interessanten Aspekt an. Die Rekonstruktion eines Protzbaues aus vordemokratischer Zeit steht in der Tat nicht f&#252;r ein weltoffenes und demokratisches Deutschland. Nun ist es aber nicht so, dass gar nichts an &#246;ffentlichen Protest passiert, aber auch hier wird in guter deutscher Tradition gehandelt und der Protest schnell eingekesselt und plattgemacht.</em></li>
<li><a name="h13"></a><strong>R&#228;tsel um m&#246;glichen NSU-Anschlag</strong><br />
Vor eineinhalb Jahren flog die rechtsextreme Terrorzelle NSU auf &#8211; erst jetzt kommt heraus: Wom&#246;glich geht ein auch Sprengstoffattentat in einer t&#252;rkischen Kneipe auf das Konto der NSU-Terroristen. Wieder eine Ermittlungspanne?<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/neonazi-terror/nsu-prozess-raetsel-um-moeglichen-nsu-anschlag,1477338,23277236.html">FR</a></li>
<li><a name="h14"></a><strong>&#8220;Blut und Ehre.Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland&#8221;</strong><br />
Braune Netze: Rechter Terror in Deutschland<br />
Die rassistisch motivierten heimt&#252;ckischen Verbrechen des NSU zeigen ein Ausma&#223; rechter Gewalt in der Bundesrepublik, wie es lange Zeit nicht f&#252;r m&#246;glich gehalten wurde. Das Buch &#8220;Blut und Ehre&#8221; von Andrea R&#246;pke und Andreas Speit beleuchtet in einer Reihe von Aufs&#228;tzen die Geschichte des  rechten Terrors in der Bundesrepublik seit 1945 und verdeutlicht den Zusammenhang mit den j&#252;ngsten Verbrechen.<br />
Quelle: <a href="http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/170272/index.html">3sat</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>Trauerspiel mu&#223; beendet werden: Letzte Chance f&#252;r Abstimmung &#252;ber Abgeordetenbestechung</strong><br />
Regierungsfraktionen d&#252;rfen Abstimmung im Rechtsausschuss am Mittwoch nicht zum achten Mal blockieren – Staatengruppe gegen Korruption im Europarat mahnt L&#246;sung an.<br />
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland fordert die Regierungsfraktionen im Rechtsausschuss auf, die letzte Chance in dieser Legislaturperiode zu nutzen und morgen &#252;ber das Thema Abgeordnetenbestechung zu beraten und abzustimmen. Die entsprechenden Antr&#228;ge der Opposition stehen zum achten Mal auf der Tagesordnung des Rechtausschusses – die Ausschussmehrheit hat die Behandlung bisher immer wieder vertagt. Mit der Abstimmung im Rechtsausschuss k&#246;nnten die Antr&#228;ge endlich auch zur Abstimmung im Plenum &#252;berwiesen werden. Edda M&#252;ller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: „Demokratische Instrumente werden ad absurdum gef&#252;hrt, wenn der Abschluss wichtiger Debatten verhindert wird. Die Beratung und Abstimmung &#252;ber strengere Regeln zur Abgeordnetenbestechung d&#252;rfen nicht weiter blockiert werden. Wir brauchen eine freie und namentliche Abstimmung im Plenum.“ Auch die Staatengruppe gegen Korruption im Europarat mahnt eine L&#246;sung an.<br />
Quelle: <a href="http://www.saarkurier-online.de/?p=91569">Saarkurier-Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Schon in einem Beitrag von Lobby Controll vom 28. November 2012 zum Bericht der Staatengruppe gegen Korruption (GRECO) des Europarates wurde die Blockadehaltung der schwarz-gelben Bundesregierung <a href="https://www.lobbycontrol.de/2012/11/europarat-deutschland-versagt-bei-der-korruptionsbekampfung/">scharf kritisiert</a>:</em></p>
<blockquote><p>&#8220;Wir begr&#252;&#223;en den Bericht, der zentrale Forderungen von uns unterstreicht.Der Bericht ist eine erneute Ohrfeige f&#252;r Frau Merkel. International redet sie gerne &#252;ber gute Regierungsf&#252;hrung. Zuhause blockiert ihre Regierungskoalition wichtige Reformen f&#252;r mehr Transparenz und zur Korruptionsbek&#228;mpfung. (&#8230;) Es ist mehr als peinlich, dass Deutschland als GRECO-Gr&#252;ndungsmitglied die Empfehlungen nicht umsetzt. Union und FDP stellen dabei ihre eigenen Interessen &#252;ber die internationalen Empfehlungen. Dass die Staatengruppe gegen Korruption Deutschland nun bereits mehrfach verwarnt hat, macht den Reformbedarf bei Parteienfinanzierung und Abgeordnetenbestechung mehr als deutlich.&#8221;</p></blockquote>
</li>
<li><a name="h16"></a><strong>Walter Jens: Eine Instanz politischer Querulanz</strong><br />
Walter Jens ist tot – ein radikaldemokratischer Intellektueller, der wie wenige andere die Bundesrepublik pr&#228;gte.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/kultur/walter-jens-eine-instanz-politischer-querulanz,1472786,23238786.html">FR</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:</strong> Zwei Dinge stechen hier in der FR bei seiner W&#252;rdigung noch hervor:</em></p>
<ol>
<li><em>Die Frage der Bedeutung seiner Mitgliedschaft in der NSDAP, die G&#246;tz Aly in einer Stellungnahme w&#252;rdigte &#8211; und meinte, es k&#246;nne durchaus sein, dass Walter Jens als Student Opfer einer Zwangsrekrutierung geworden sei. Aber viel bedeutender f&#252;r die Einsch&#228;tzung von Walter Jens Rolle im Nationalsozialismus, die zun&#228;chst durchaus &#8220;NS-lastig&#8221; war, bleibt der Satz von G&#246;tz Aly in Erinnerung:</em><br />
<blockquote><p>&#8220;Entscheidend bleibt, dass sich Walter Jens die M&#246;glichkeit zur Umkehr &#8211; noch w&#228;hrend der NS-Herrschaft &#8211; bewahrte.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Nur als Alys Text im Ap&#252;ril 2004 erschien, war nichts mehr umkehrbar. Walter Jens war an schwerer Altersdemenz erkrankt &#8230;</em></li>
<li><em>Aber auch entlang des Fussballs lie&#223;e sich einiges &#252;ber Waler Jens erz&#228;hlen: Seine fr&#252;h &#246;ffentlich gemachte Begeisterung f&#252;r den Sport hat ihm auch eine Einladung zum Festvortrag vom Deutschen Fussball Bund (DFB) eingebracht. Die Vorbereitung zu diesem Festvortrag f&#252;hrte er wohl gewissenhafter durch als es seinen Auftraggebern vielleicht lieb war. Beim Bl&#228;ttern in den Chroniken des Fussball-Bundes war er auf die v&#246;llig unaufgearbeitete und g&#228;nzlich unreflektierte Nazi-Vergangenheit des Verbandes gesto&#223;en. Seine Festvortargs-Rede m&#252;ndete dann in dem Appell, dass man sich endlich an die Durch- und Aufarbeitung der institutionellen Verstrickung begeben m&#252;sse. Diese Rede wurde somit zu einem Meilenstein deutscher Sportgeschichte &#8211; und zeigt ein weiteres Mal die Bedeutung von Walter Jens in der Rolle des &#246;ffentlichen Sprechers.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h17"></a><strong>JFK’s Presidential Courage—June 10, 1963</strong><br />
Norman Birnbaum<br />
The Cold War did not end with the opening of the Berlin Wall, the reunification of Germany and the subsequent collapse of the Soviet Union. By the time of these events, it had already lost much of its earlier intensity. A skein of international agreements, some formal and explicit, others tacit and even denied, averted the dangers of unintended confrontations. More importantly, the populations on both sides of the Iron Curtain were disinclined to think that the risk of nuclear obliteration was worth incurring.<br />
Quelle: <a href="http://www.thenation.com/article/174773/jfks-presidential-courage-june-10-1963">The Nation</a></li>
<li><a name="h18"></a><strong>Das Letzte: Kleines Welt</strong><br />
Rolf Kleine soll SPD-Kanzleranw&#228;rter Peer Steinbr&#252;ck endlich medial da positionieren, wo der nach eigener Auffassung hingeh&#246;rt: im politischen Olymp. Doch wenn sich Steinbr&#252;ck nur im Ansatz daran h&#228;lt, was der fr&#252;here &#8220;Bild&#8221;-Mann einst in seinen Kommentaren schrieb, dann gute Nacht, SPD.<br />
Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/steinbrueck-und-sein-neuer-sprecher-kleines-welt-1.1694485">SZ</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17578&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die EZB vor dem Verfassungsgericht – Zeit f&#252;r grunds&#228;tzliche Fragen</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 10:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Audio-Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die zweit&#228;gige m&#252;ndliche Verhandlung zur Rolle der EZB bei der Bek&#228;mpfung der Eurokrise hinterl&#228;sst einen h&#246;chst zwiesp&#228;ltigen Eindruck. Im Kern geht es um die Frage, ob die EZB mit ihren Anleihenkaufprogrammen Kompetenzen in Anspruch nimmt, die nicht durch das Grundgesetz &#252;bertragen wurden. Sollte Karlsruhe feststellen, dass die EZB ihr Mandat &#252;berdehnt, &#252;berdehnt das Bundesverfassungsgericht damit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die zweit&#228;gige m&#252;ndliche Verhandlung zur Rolle der EZB bei der Bek&#228;mpfung der Eurokrise hinterl&#228;sst einen h&#246;chst zwiesp&#228;ltigen Eindruck. Im Kern geht es um die Frage, ob die EZB mit ihren <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=14365">Anleihenkaufprogrammen</a> Kompetenzen in Anspruch nimmt, die nicht durch das Grundgesetz &#252;bertragen wurden. Sollte Karlsruhe feststellen, dass die EZB ihr Mandat &#252;berdehnt, &#252;berdehnt das Bundesverfassungsgericht damit jedoch selbst sein Mandat, da die EZB nicht dem deutschen, sondern dem europ&#228;ischen Recht untersteht. Um den gordischen Knoten zu zerschlagen, m&#252;ssten nicht nur das Grundgesetz, sondern auch die europ&#228;ischen Vertr&#228;ge „eurotauglich“ gemacht werden. Wieder einmal zeigt sich, dass der Euro auf einem „Betriebssystem“ l&#228;uft, das &#252;berhaupt nicht f&#252;r eine Gemeinschaftsw&#228;hrung ausgelegt ist. Von <strong>Jens Berger</strong></p>
<p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.</em><br />
<span id="more-17574"></span><br />
</p>
<p>Man braucht schon sehr viel Phantasie, um die Anleihenkaufprogramme SMP und OMT mit dem EZB-Statut in Einklang zu bringen. Das EZB-Statut ist ein sehr enges Korsett, das der Zentralbank nur wenig Handlungsspielraum zugesteht und neben der „Geldwertstabilit&#228;t“ (also der Verhinderung von Inflationsraten oberhalb von zwei Prozent) nur technische Vorgaben als Triebfeder f&#252;r geldpolitische Entscheidungen gelten l&#228;sst. Es war der ausdr&#252;ckliche Wunsch der geldpolitischen Falken aus Deutschland, dass die EZB politisch unabh&#228;ngig (also auch demokratisch nicht legitimiert) bleibt und keine Kompetenzen &#252;bertragen bekommt, die dem monetaristischen Weltbild der Deutschen zuwider laufen. Da ist es schon eine bittere Ironie der Geschichte, dass nun ausgerechnet Wolfgang Sch&#228;uble und J&#246;rg Asmussen in Karlsruhe als Zeugen der Verteidigung vorsprechen m&#252;ssen – sowohl Sch&#228;uble als auch Asmussen sind ausgemachte Monetaristen und haben in der Vergangenheit die Anleihenkaufprogramme der EZB scharf kritisiert. </p>
<p>Wenn das Bundesverfassungsgericht nun &#252;ber die Verfassungskonformit&#228;t der EZB debattiert, spielen volkswirtschaftliche Belange wohlweislich keine Rolle. Dies erkl&#228;rte der oberste Verfassungsrichter Vo&#223;kuhle bereits in seinem Eingangsstatement. Es geht also nicht darum, ob die Programme der EZB richtig oder falsch sind, oder ob sie ganze Volkswirtschaften vor dem Kollaps retten oder nicht. Die Anleihenkaufprogramme der EZB sind – unter den gegebenen Umst&#228;nden – wohl der letzte Garant daf&#252;r, dass europ&#228;ische Staaten vorl&#228;ufig nicht von Spekulanten attackiert werden. Ein Aussetzen dieser Programme w&#228;re ein Freibrief f&#252;r Spekulanten und w&#252;rde Staaten wie Italien oder Spanien zweifelsohne hart treffen.</p>
<p>Doch darum geht es dem Bundesverfassungsgericht nicht. Karlsruhe geht es lediglich um formaljuristische Fragen. Dieser Punkt ist pikant. W&#228;hrend es in Deutschland „nur“ um juristische Vorbehalte geht, geht es anderen Eurostaaten um die nackte Existenz. Da stellt sich die Frage, wie es in Deutschland denn ank&#228;me, wenn – sagen wir einmal – italienische Richter &#252;ber formaljuristische Fragen entscheiden w&#252;rden, von denen es abh&#228;ngt, ob Millionen Deutsche arbeitslos werden. </p>
<p>Freilich w&#228;re es nicht nur vermessen, sondern auch von Grund auf falsch, dem Bundesverfassungsgericht an dieser Stelle Vorw&#252;rfe zu machen. Karlsruhe wacht schlie&#223;lich dar&#252;ber, dass die Politik sich an die Vorgaben des Grundgesetzes h&#228;lt. Das ist gut so und in einem Rechtsstaat unabdingbar. Zur Geldpolitik der EZB kann und wird das Bundesverfassungsgericht dabei ohnehin keine rechtlichen Fragen behandeln – da die EZB ein europ&#228;isches Organ ist, unterliegt sie auch dem europ&#228;ischen Recht, &#252;ber das nicht das Bundesverfassungsgericht, sondern der Europ&#228;ische Gerichtshof zu urteilen hat. Die Frage, ob die Anleihenkaufprogramme der EZB eine – wie auch immer geartete – Form der monet&#228;ren Staatsfinanzierung darstellen, liegt jedoch auch im Kompetenzbereich des Bundesverfassungsgerichts, da es rechtlich umstritten ist, ob eine &#220;bertragung derartiger finanzpolitischer Kompetenzen an eine demokratisch nicht legitimierte europ&#228;ische Institution mit dem Grundgesetz vereinbar ist. </p>
<p>Welches Urteil die Verfassungsrichter in ein paar Monaten f&#228;llen werden, ist ungewiss. Dass Karlsruhe der EZB eine „carte blanche“ gibt, darf jedoch ausgeschlossen werden. Es kann sein, dass die Richter den Fall an den Europ&#228;ischen Gerichtshof weiterleiten und der Bundesbank, die im juristischen Entscheidungshorizont Karlsruhes liegt, untersagen, an den Anleihenkaufprogrammen der EZB teilzunehmen, solange das Grundgesetz nicht in einer Form ge&#228;ndert wird, die derlei w&#228;hrungspolitische Aktionen gestattet. Es kann auch sein, dass die Bundesbank die Auflage bekommt, im EZB-Rat gegen Programme zu stimmen, die nicht mit dem Grundgesetz zu vereinbaren sind – das w&#228;re allerdings auch nur eine Best&#228;tigung des status quo, da die Vertreter der Bundesbank ohnehin stets gegen derlei Programme stimmen. Es kann aber auch sein, dass die Verfassungsrichter einen derart fundamentalen Konflikt zwischen der Geldpolitik der EZB und dem Grundgesetz sehen, dass sie eine Neuverhandlung des EZB-Statuts und der europ&#228;ischen Vertr&#228;ge verlangen. Egal wie die Verfassungsrichter entscheiden – das „Unternehmen Eurorettung“ wird nach dem Urteil nicht einfacher, sondern – wom&#246;glich erheblich – schwieriger.</p>
<p>Wieder einmal zeigt sich, dass die Gemeinschaftsw&#228;hrung Euro nur schwerlich mit einem System nationaler Gesetzgebungen und Kompetenzen kompatibel ist. Was die V&#228;ter und M&#252;tter des Euro entworfen haben, ist eine „Gutwetterw&#228;hrung“, die solange funktioniert, wie keine Wolken aufziehen. Doch aus den Wolken ist in den letzten Jahren eine gef&#228;hrliche Gewitterfront geworden und es zeigt sich, dass die Institutionen der Eurozone nicht wetterfest sind. Eine EZB, die per Statut s&#228;mtlicher Rettungsinstrumente beraubt ist, &#228;hnelt einer Feuerwehr, die im Brandfall nicht l&#246;schen darf. Hier sind deutliche Parallelen zwischen der Geldpolitik und den „real terms“ festzustellen. Der Euro wurde als „gro&#223;e D-Mark“ konzipiert und die monetaristischen bzw. neoliberalen Scheuklappen der deutschen Euroarchitekten haben ein Gebilde geschaffen, das auf ihre Dogmen ma&#223;geschneidert wurde. </p>
<p>Um den gordischen Knoten zu zerschlagen, m&#252;sste die Gemeinschaftsw&#228;hrung im Grunde neu erfunden werden. Neben makro&#246;konomischen Richtlinien f&#252;r die „real terms“ w&#228;re dabei auch ein erweiterter Kompetenzrahmen f&#252;r die EZB vonn&#246;ten. Eine Zentralbank, die sich ausschlie&#223;lich um die Preisstabilit&#228;t einer Gemeinschaftsw&#228;hrung k&#252;mmern soll, ist ein Fehlkonstrukt. Warum versucht es die Eurozone nicht mit einer echten politischen Zentralbank, die nebenbei auch noch demokratisch legitimiert ist? Was spr&#228;che denn dagegen, dass der EZB-Chef und der EZB-Rat nicht von den nationalen Notenbanken, sondern vom Europaparlament gew&#228;hlt werden? Was spr&#228;che gegen einen geldpolitischen Ausschuss des Europaparlaments, der die EZB kontrolliert und dem die EZB Rede und Antwort stehen muss? Nebenbei k&#246;nnte man dann auch die nationalen Zentralbanken, wie die Bundesbank, abschaffen und durch regionale Notenbanken nach dem Vorbild der amerikanischen FED ersetzen, die jedoch ebenfalls demokratisch legitimiert sein sollten.</p>
<p>Das bisherige Konzept, den Euro mit „wenig Europa“ zu koordinieren, ist gescheitert. Wollen wir den Euro erhalten, so kann dies nur mit „mehr Europa“ gehen. Vollkommen klar ist, dass sowohl die deutsche Regierung als auch die Ideologenriege der Bundesbank dadurch massiv an Macht verlieren w&#252;rden. Dieser Machtverlust w&#228;re jedoch ein Segen f&#252;r Europa. </p>
<p>Freilich w&#228;re eine solche EZB nur dann „verfassungskonform“ wenn das Grundgesetz daf&#252;r ge&#228;ndert und das EZB-Statut neu verabschiedet wird. Eigentlich w&#228;re eine solche Neuordnung im besten Sinne „alternativlos“, da &#8211; und dies wird das Bundesverfassungsgericht feststellen – die jetzige Geld- und Finanzpolitik die rote Linie der Verfassungskonformit&#228;t &#252;berschreitet. Mittel- bis langfristig wird die Politik sich daher die Frage stellen m&#252;ssen, ob sie dem Euro ein neues – und diesmal stabiles – Fundament verpasst oder ob sie den Euro an ideologischen und kleinstaatlerischen Barrieren scheitern lassen will. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird den Weg sowohl in die eine als auch in die andere Richtung ebnen. Welchen Weg wir gehen, entscheiden nicht die Richter, sondern die Politik. Und dies ist leider keine gute Nachricht.<br />
<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/bf9075a6ed984ee99934ceb0afe2df76" width="1" height="1" alt="" /></p>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17574&amp;md5=2d84405981543e3c997ecd69537f44b3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<itunes:summary>Die zweit&#228;gige m&#252;ndliche Verhandlung zur Rolle der EZB bei der Bek&#228;mpfung der Eurokrise hinterl&#228;sst einen h&#246;chst zwiesp&#228;ltigen Eindruck. Im Kern geht es um die Frage, ob die EZB mit ihren Anleihenkaufprogrammen Kompetenzen in Anspruch nimmt, die nicht durch das Grundgesetz &#252;bertragen wurden. Sollte Karlsruhe feststellen, dass die EZB ihr Mandat &#252;berdehnt, &#252;berdehnt das Bundesverfassungsgericht damit jedoch selbst sein Mandat, da die EZB nicht dem deutschen, sondern dem europ&#228;ischen Recht untersteht. Um den gordischen Knoten zu zerschlagen, m&#252;ssten nicht nur das Grundgesetz, sondern auch die europ&#228;ischen Vertr&#228;ge „eurotauglich“ gemacht werden. Wieder einmal zeigt sich, dass der Euro auf einem „Betriebssystem“ l&#228;uft, das &#252;berhaupt nicht f&#252;r eine Gemeinschaftsw&#228;hrung ausgelegt ist. Von Jens Berger
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&#252;gbar.


Man braucht schon sehr viel Phantasie, um die Anleihenkaufprogramme SMP und OMT mit dem EZB-Statut in Einklang zu bringen. Das EZB-Statut ist ein sehr enges Korsett, das der Zentralbank nur wenig Handlungsspielraum zugesteht und neben der „Geldwertstabilit&#228;t“ (also der Verhinderung von Inflationsraten oberhalb von zwei Prozent) nur technische Vorgaben als Triebfeder f&#252;r geldpolitische Entscheidungen gelten l&#228;sst. Es war der ausdr&#252;ckliche Wunsch der geldpolitischen Falken aus Deutschland, dass die EZB politisch unabh&#228;ngig (also auch demokratisch nicht legitimiert) bleibt und keine Kompetenzen &#252;bertragen bekommt, die dem monetaristischen Weltbild der Deutschen zuwider laufen. Da ist es schon eine bittere Ironie der Geschichte, dass nun ausgerechnet Wolfgang Sch&#228;uble und J&#246;rg Asmussen in Karlsruhe als Zeugen der Verteidigung vorsprechen m&#252;ssen – sowohl Sch&#228;uble als auch Asmussen sind ausgemachte Monetaristen und haben in der Vergangenheit die Anleihenkaufprogramme der EZB scharf kritisiert. 
Wenn das Bundesverfassungsgericht nun &#252;ber die Verfassungskonformit&#228;t der EZB debattiert, spielen volkswirtschaftliche Belange wohlweislich keine Rolle. Dies erkl&#228;rte der oberste Verfassungsrichter Vo&#223;kuhle bereits in seinem Eingangsstatement. Es geht also nicht darum, ob die Programme der EZB richtig oder falsch sind, oder ob sie ganze Volkswirtschaften vor dem Kollaps retten oder nicht. Die Anleihenkaufprogramme der EZB sind – unter den gegebenen Umst&#228;nden – wohl der letzte Garant daf&#252;r, dass europ&#228;ische Staaten vorl&#228;ufig nicht von Spekulanten attackiert werden. Ein Aussetzen dieser Programme w&#228;re ein Freibrief f&#252;r Spekulanten und w&#252;rde Staaten wie Italien oder Spanien zweifelsohne hart treffen.
Doch darum geht es dem Bundesverfassungsgericht nicht. Karlsruhe geht es lediglich um formaljuristische Fragen. Dieser Punkt ist pikant. W&#228;hrend es in Deutschland „nur“ um juristische Vorbehalte geht, geht es anderen Eurostaaten um die nackte Existenz. Da stellt sich die Frage, wie es in Deutschland denn ank&#228;me, wenn – sagen wir einmal – italienische Richter &#252;ber formaljuristische Fragen entscheiden w&#252;rden, von denen es abh&#228;ngt, ob Millionen Deutsche arbeitslos werden. 
Freilich w&#228;re es nicht nur vermessen, sondern auch von Grund auf falsch, dem Bundesverfassungsgericht an dieser Stelle Vorw&#252;rfe zu machen. Karlsruhe wacht schlie&#223;lich dar&#252;ber, dass die Politik sich an die Vorgaben des Grundgesetzes h&#228;lt. Das ist gut so und in einem Rechtsstaat unabdingbar. Zur Geldpolitik der EZB kann und wird das Bundesverfassungsgericht dabei ohnehin keine rechtlichen Fragen behandeln – da die EZB ein europ&#228;isches Organ ist, unterliegt sie auch dem europ&#228;ischen Recht, &#252;ber das nicht das Bundesverfassungsgericht, sondern der Europ&#228;ische Gerichtshof zu urteilen hat. Die Frage, ob die Anleihenkaufprogramme der EZB eine – wie auch immer geartete – Form der mon[...]</itunes:summary>
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		<itunes:author>Redaktion NachDenkSeiten</itunes:author>
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		<title>Hinweise des Tages</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 06:36:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jens Berger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinweise des Tages]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB) Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: Gustl Mollath Prism Heiner Flassbeck: “Man kann diese verheerende Politik in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hier finden Sie einen &#220;berblick &#252;ber interessante Beitr&#228;ge aus anderen Medien und Ver&#246;ffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, &#246;ffnet sich das Angebot und Sie k&#246;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br />
<span id="more-17570"></span><br />
Hier die &#220;bersicht; Sie k&#246;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:</p>
<ol>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h01">Gustl Mollath</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h02">Prism</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h03">Heiner Flassbeck: “Man kann diese verheerende Politik in Europa nicht beliebig lange verkaufen”</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h04">Griechenland stellt staatlichen Rundfunk ein</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h05">Anleihen: Deutschland spart mehr als 100 Milliarden Euro durch Minizinsen</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h06">Why Austerity Kills: From Greece to U.S., Crippling Economic Policies Causing Global Health Crisis</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h07">Kapitalflucht &#8211; Unterwegs mit dem Zoll an der deutsch-luxemburgischen Grenze</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h08">Ursula Engelen-Kefer zu den heute ver&#246;ffentlichten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung: “Die wirklich Bed&#252;rftigen bleiben alle au&#223;en vor”</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h09">Altersarmut: Hunderttausende Rentner m&#252;ssen jobben</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h10">Blick auf den Stand der deutschen Einheit</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h11">Die Wohnung als Spekulationsobjekt: Wenn die Miete unerschwinglich wird</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h12">Erschreckende Kombination aus Geheimhaltung und Macht</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h13">Afghanistan: Unkoordinierter R&#252;ckzug mit Schuss</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h14">Steinbr&#252;ck-Sprecher l&#246;scht Facebook-Profil</a></li>
<li><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570#h15">zu guter Letzt &#8211; stoersender.tv exklusiv: Benefizgala</a></li>
</ol>
<p><em><strong>Vorbemerkung:</strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&#252;r n&#246;tig halten. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &#220;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &#220;bersicht f&#252;r hilfreich halten, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17570&#038;email=1">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&#246;glichkeit der schnellen Information hin</a>.</em></p>
<ol>
<li><a name="h01"></a><strong>Gustl Mollath</strong>
<ol type="a">
<li><strong>Sein bester Anwalt</strong><br />
Der ber&#252;hmteste Psychiatriepatient der Republik tritt vor dem Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags als Zeuge in eigener Sache auf: Sprachlich pr&#228;zise und &#228;u&#223;erst rational ist Gustl Mollath der beste Anwalt seiner selbst. [...]<br />
Mollath nickte zu diesen Ausf&#252;hrungen zustimmend, als nehme er an einem staatsrechtlichen Kolloquium teil. Als ihm das Wort erteilt wurde, sprach er mit einer Pr&#228;zision, als w&#228;re er die ganzen Jahre nicht Beschuldigter und Angeklagter gewesen, sondern Staatsanwalt oder Richter. Pr&#228;gnant fasste er seinen Fall aus seiner Sicht zusammen. [...]<br />
Es war ein Urteil, das diesen Namen nicht verdient, weil Grundregeln der Juristerei missachtet wurden – nicht einmal Ans&#228;tze einer Beweisw&#252;rdigung finden sich darin. Mittlerweile ist auch die Staatsanwaltschaft &#252;berzeugt, dass es ein Fehlurteil ist; sie hat wie die Anw&#228;lte Mollaths eine Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt hat. Der neue Prozess wird das entscheidende Forum f&#252;r Mollath sein – nicht der Untersuchungsausschuss.<br />
Mollath war dies am Dienstag bewusst, als er einmal die k&#252;hle Rationalit&#228;t, in die er seine Aussage kleidete, abstreifte. Wenn er doch nicht auf freien Fu&#223; k&#228;me, sollten die Abgeordneten mit einer Gesetzes&#228;nderung wenigstens daf&#252;r sorgen, dass Menschen wie er in Sicherungsverwahrung genommen w&#252;rden, bat er; dort sei es ertr&#228;glicher als in der Psychiatrie. Es war in diesem Augenblick vollkommen still in dem Konferenzraum des Landtags, in dem der Untersuchungsausschuss verhandelte – ganz ohne Ermahnungen des Vorsitzenden.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gustl-mollath-sein-bester-anwalt-12218079.html">FAZ</a></li>
<li><strong>Nach Mollath-Tweet: Besuch von der Polizei</strong><br />
Wenn Gustl Mollath heute vor den Bayerischen Landtag tritt, liegen die Nerven der Regierung offenbar blank. Einen Tag vor dem gro&#223;en Auftritt bekam Ursula Gresser unerwartet Besuch von der Polizei. Der Anlass: ein unliebsamer Tweet &#252;ber Justizministerin Merk. [...]<br />
Die Polizisten in Zivil stellen sich als Beamte der Polizeiinspektion Ottobrunn vor. Es ginge um die Veranstaltung von Frau Merk am Abend im Landgasthof Hofolding. Das Sicherheitspersonal der Justizministerin habe Bedenken in Bezug auf Frau Gresser angemeldet, wegen eines Tweets, den die 55j&#228;hrige abgesetzt habe.<br />
Der Tweet im Wortlaut: “Wann Mollath freikommt? Diese Frage k&#246;nnte man Frau Merk am Mo. 10.06.13 um 19 Uhr im Landgasthof Hofolding stellen.”<br />
Quelle: <a href="http://gutjahr.biz/2013/06/mollath-polizei/">gutjahrs blog</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Solche Vorg&#228;nge im Amigo-Eldorado Bayern erinnern an antidemokratische Entwicklungen in Staaten wie Russland oder T&#252;rkei.</em></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h02"></a><strong>Prism</strong>
<ol type="a">
<li><strong>&#220;berwachung durch NSA: Deutschland im Fokus des US-Geheimdienstes</strong><br />
Der US-Geheimdienst &#252;berwacht Deutschland einem Medienbericht zufolge weitaus intensiver als alle anderen europ&#228;ischen L&#228;nder. Das geht aus einer Karte der National Security Agency (NSA) hervor, die der britische „Guardian“ am Wochenende im Rahmen einer Serie von Enth&#252;llungen &#252;ber das &#220;berwachungsprogramm der USA ver&#246;ffentlichte. Im M&#228;rz 2013 sammelte der US-Geheimdienst demnach in Computernetzwerken weltweit 97 Milliarden Datens&#228;tze. Erhoben wurden dabei sogenannte Metadaten – bei E-Mails also nicht der Inhalt, sondern wer wann mit wem kommuniziert hat. Ein &#228;hnliches Niveau der &#220;berwachung gab es im selben Zeitraum in Saudi-Arabien, dem Irak, in China und den USA selbst. Die genaue Zahl der innerhalb eines Monats in Deutschland erhobenen Daten ist aus der Karte nicht ersichtlich, in den USA waren es mehr als 2,8 Milliarden. Unklar blieb zun&#228;chst, warum der US-Geheimdienst so viel Aufmerksamkeit auf Deutschland lenkt.<br />
Quelle: <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/ueberwachung-durch-nsa-deutschland-im-fokus-des-us-geheimdienstes/8322720.html">Tagesspiegel</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Was soll&#8217;s, wie Jens Berger bereits anmerkte, geben wir bei verschiedensten Anl&#228;ssen in einem gro&#223;en Ausma&#223; private Daten preis. Dass jetzt offiziell wird, dass neben Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, PalTalk, AOL, Skype, YouTube und Apple selbst auch Geheimdienste diese Daten nutzen, sollte niemanden &#252;berraschen. Geradezu l&#228;cherlich ist die Aussage dieser Firmen, sie h&#228;tten keinerlei Daten &#252;ber das Ma&#223; hinaus zur Verf&#252;gung gestellt, zu dem sie gesetzlich verpflichtet seien. Die Ausweitung der Abh&#246;rgesetze nach  11. September 2001 macht alles m&#246;glich. Vor allem aber die Firmen selbst erstellen bereits Nutzerprofile, <a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/kreditkarteninformationen-firmen-sagen-ehescheidungen-voraus/1854194.html">die weit &#252;ber einfaches K&#228;uferverhalten hinausgehen</a>. In der Absicht z.B. das zuk&#252;nftige K&#228;uferverhalten zu prognostizieren, k&#246;nnen mit hoher Wahrscheinlichkeit Vorhersagen  getroffen werden, welche Entscheidungen eine Person in Zukunft trifft, welche Umst&#228;nde z.B. auf einen Wohnungswechsel oder eine Scheidung schlie&#223;en lassen.</em></li>
<li><strong>Digital Blackwater rules</strong><br />
The judgment of Daniel &#8220;Pentagon Papers&#8221; Ellsberg is definitive; &#8220;There has not been in American history a more important leak than Edward Snowden&#8217;s release of NSA material&#8221;. And that includes the release of the Pentagon Papers themselves. Here is the 12-minute video by The Guardian where Snowden details his motives.<br />
By now, everything swirling around the US National Security Agency (NSA) points to a black box in a black hole. The black box is the NSA headquarters itself in Fort Meade, Maryland. The black hole is an area that would include the suburbs of Virginia&#8217;s Fairfax County near the CIA but mostly the intersection of the Baltimore Parkway and Maryland Route 32.<br />
There one finds a business park a mile away from the NSA which Michael Hayden, a former NSA director (1999-2005) told Salon&#8217;s Tim Shorrock is &#8220;the largest concentration of cyber power on the planet&#8221;. Hayden coined it &#8220;Digital Blackwater&#8221;.<br />
Here is a decent round up of key questions still not answered about the black hole. But when it comes to how a 29-year old IT wizard with little formal education has been able to access a batch of ultra-sensitive secrets of the US intelligence-national security complex, that&#8217;s a no-brainer; it&#8217;s all about the gung-ho privatization of spying &#8211; referred to by a mountain of euphemisms of the &#8220;contractor reliance&#8221; kind. In fact the bulk of the hardware and software used by the dizzying network of 16 US intelligence agencies is privatized.<br />
Quelle: <a href="http://atimes.com/atimes/World/WOR-03-110613.html">Asia Times</a></li>
<li><strong>How Big Is the NSA Police State, Really?</strong><br />
As you probably know, &#8220;the cloud&#8221; in Internet parlance isn&#8217;t an actual cloud. The Internet&#8217;s cloud refers to remote storage of information and the network that connects to it. What tech companies pitch as a nebulous intangibility is really just stacks and stacks of servers with direct connections to the rest of the world. Things that take up physical space, in other words.<br />
For the National Security Agency to do its spying, they need servers. They need buildings, perhaps ones clad in black, patrolled by guards, in remote places across the country. Indeed, the NSA is building a massive facility in Utah. But they need big buildings to hold the data infrastructure. But just how big, physically, is the NSA&#8217;s privacy invasion? We decided to try and figure that out.<br />
But to answer that question, we needed to answer three other questions. What information is being collected in the surveillance operations? How much of that information is the NSA housing? And, how much space would saving that much information actually take up? What we learned from talking to a variety of experts is that the calculus is not simple, and any answers are largely estimates. But we got answers.<br />
Quelle: <a href="http://www.theatlanticwire.com/national/2013/06/nsa-datacenters-size-analysis/66100/">The Atlantic Wire</a></li>
<li><strong>Chinese Dissident on NSA Surveillance: The US Is Behaving Like China</strong><br />
Both governments think they are doing what is best for the state and people. But, as I know, such abuse of power can ruin lives<br />
Quelle: <a href="http://www.alternet.org/edward-snowden">Alternet</a></li>
</ol>
</li>
<li><a name="h03"></a><strong>Heiner Flassbeck: “Man kann diese verheerende Politik in Europa nicht beliebig lange verkaufen”</strong><br />
Ein Interview mit Heiner Flassbeck &#252;ber die Krise und die Demokratie in Europa. Prof. Dr. Heiner Flassbeck wurde 1998 Staatssekret&#228;r im Bundesministerium der Finanzen. Von 2000 bis 2013 war er bei der UNO-Organisation f&#252;r Welthandel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf t&#228;tig, 2003 wurde er deren Chefvolkswirt.<br />
Quelle: <a href="http://www.annotazioni.de/post/1199">annotazioni</a></li>
<li><a name="h04"></a><strong>Griechenland stellt staatlichen Rundfunk ein</strong><br />
Griechenland macht ernst mit seinem Sparkurs: Die Regierung in Athen beschlie&#223;t am Dienstag &#252;berraschend, den staatlichen H&#246;rfunk sowie das Fernsehen zu schlie&#223;en. [...]<br />
Die Ausstrahlung der staatlichen Sender sollte bereits in der Nacht zum Mittwoch eingestellt werden. Das griechische Finanzministerium erkl&#228;rte am Abend, das Unternehmen ERT existiere nicht mehr. Damit geht eine 75-j&#228;hrige &#196;ra in der Medienlandschaft Griechenlands zu Ende. Das erste staatliche Rundfunkprogramm war im Jahr 1938 ausgestrahlt worden.<br />
Insgesamt sollen rund 2900 Techniker, Angestellte und Journalisten ihre Arbeit verlieren, berichteten griechische Medien.<br />
Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/schuldenkrise/finanzkrise-griechenland-stellt-staatlichen-rundfunk-ein,1471908,23250316.html">Frankfurter Rundschau</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.K:</strong> Dies ist eine wie mir scheint einzigartige Massnahme in einem demokratischen Staat und passend in eine Politik der Zur&#252;ckdr&#228;ngung des Staates und der F&#246;rderung von Privatisierungen; das klassische neoliberale Konzept, eine Politik der Schande.</em></li>
<li><a name="h05"></a><strong>Anleihen: Deutschland spart mehr als 100 Milliarden Euro durch Minizinsen</strong><br />
Allein seit 2009 hat der Bund infolge niedriger Zinsen f&#252;r Bundesanleihen rund 80 Milliarden Euro gespart. Das hat das Institut f&#252;r Weltwirtschaft Kiel (IfW) errechnet, berichtet die &#8220;Welt&#8221;. Im laufenden Jahr k&#246;nnte die Ersparnis auf mehr als 100 Milliarden Euro steigen, prognostiziert das IfW. (&#8230;) &#8220;Es w&#228;re nicht legitim, die Entlastung einfach zu verdoppeln, aber die Zinsersparnisse von L&#228;ndern und Kommunen sind doch erheblich&#8221;, sagte Jens Boysen-Hogrefe, der Autor der Studie, der Zeitung &#8220;Die Entlastung des Gesamtstaats d&#252;rfte deshalb bis Mitte 2014 irgendwo zwischen 100 und 200 Milliarden Euro liegen.&#8221; (&#8230;) Seit Ende 2008 sinken die Renditen f&#252;r deutsche Bundesanleihen. Teilweise haben Anleger sogar draufgezahlt, damit sie der Bundesregierung Geld leihen d&#252;rfen. Der Staat profitiert dabei von zwei Effekten der Euro-Krise: Zum einen hat die Europ&#228;ische Zentralbank ihre Leitzinsen auf ein Rekordtief gesenkt. Zum anderen gelten deutsche Anleihen mehr denn je als sichere Anlage.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bund-spart-durch-niedrigzinsen-mehr-als-100-milliarden-euro-a-905045.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Sollte die vom IfW genannte Gr&#246;&#223;enordnung der in Deutschland seit 2008 wegen der Eurokrise (und, so mu&#223; hinzugef&#252;gt werden: der Finanzkrise) eingesparten Zinsen in H&#246;he von bis zu knapp unter 200 Mrd. Euro auch nur halbwegs zutreffen, dann w&#228;re dies in der Tat ein gewaltiger finanzieller Brocken. Ber&#252;cksichtigt man dar&#252;ber hinaus, da&#223; die seit Ende der 90er Jahre von Deutschland betriebene Dumpingpolitik sowie die seit mehreren Jahren den europ&#228;ischen Krisenstaaten insbesondere von der hiesigen Bundesregierung diktierte Austerit&#228;tspolitik ma&#223;geblich f&#252;r die nun schon ca. 5 Jahren andauernde Eurokrise mitverantwortlich sind, dann kann man &#8220;Deutschland&#8221; (hier vor allem die Eliten) durchaus sowohl als Krisenmitverantwortlichen als auch als Krisenprofiteur bezeichnen. Dies gilt insbesondere auch f&#252;r die &#246;konomischen Folgen der hiesigen Exporte in die Eurozone und in noch gr&#246;&#223;erem Ma&#223;e in die Staaten au&#223;erhalb der Eurozone (hier profitiert die deutsche Exportindustrie sogar doppelt: vom Lohndumping und vom krisenbedingt niedrigen &#8211; f&#252;r die deutsche Exportwirtschaft sehr vorteilhaften &#8211; Euro-Umtauschkurs gegen&#252;ber den &#252;brigen Welt-W&#228;hrungen). Ob &#8220;Deutschland&#8221; auch in Zukunft Krisenprofiteur sein wird, ist hingegen eine durchaus offene Frage. Die durch die bisherige &#8220;Eurorettungs&#8221;-Politik aufgerissenen &#246;konomischen Gr&#228;ben sowie die daraus resultierenden enormen gesellschaftlichen und sozialen Verwerfungen innerhalb der Eurozone (hohe Arbeitslosigkeit, Reallohnverluste, Abbau der sozialen Sicherungssysteme, gesellschaftliche und wirtschaftliche Polarisierung etc.) k&#246;nnen sehr schnell eine die gesamte Eurozone umfassende Zuspitzung der &#246;konomisch-sozialen Krise heraufbeschw&#246;ren und w&#228;ren dann zus&#228;tzlich noch eine ernsthafte Bedrohung f&#252;r die demokratischen Strukturen innerhalb Europas. Eine solche Entwicklung w&#252;rde auch hohe finanzielle Belastungen f&#252;r Deutschland verursachen (so z.B. durch den finanziellen Ausfall eines Teils der aus den hohen deutschen Au&#223;enhandels&#252;bersch&#252;ssen resultierenden Auslandsguthaben). Unter den gegebenen politisch-&#246;konomischen Machtverh&#228;ltnissen innerhalb Europas darf man jedoch gewiss sein, da&#223; die deutschen sowie die &#252;brigen europ&#228;ischen Eliten danach trachten werden, die finanziellen Lasten einer solchen Entwicklung von sich selbst fernzuhalten und diese stattdessen in &#8220;bew&#228;hrter&#8221; Art den europ&#228;ischen Mittel- und Unterschichten aufzub&#252;rden.</em></li>
<li><a name="h06"></a><strong>Why Austerity Kills: From Greece to U.S., Crippling Economic Policies Causing Global Health Crisis</strong><br />
In their new book, &#8220;The Body Economic: Why Austerity Kills,&#8221; economist David Stuckler and physician Sanjay Basu examine the health impacts of austerity across the globe. The authors estimate there have been more than 10,000 additional suicides and up to a million extra cases of depression across Europe and the United States since governments started introducing austerity programs in the aftermath of the economic crisis. For example, in Greece, where spending on public health has been slashed by 40 percent, HIV rates have jumped 200 percent, and the country has seen its first malaria outbreak since the 1970s. An economist and public health specialist, Stuckler is a senior research leader at Oxford University. Dr. Basu is a physician and epidemiologist who teaches at Stanford University. &#8220;Had austerity been organized like a clinical trial, it would’ve been discontinued given evidence of its deadly side effects,&#8221; Stuckler says. &#8220;There is an alternative choice that we found in the historical data and through the present recessions: When we place people and their health at the center of economic recovery, it can help get our economy back on track faster and yield lasting dividends to our society.&#8221;<br />
Quelle: <a href="http://www.democracynow.org/2013/5/21/why_austerity_kills_from_greece_to">Democracy Now!</a></li>
<li><a name="h07"></a><strong>Kapitalflucht &#8211; Unterwegs mit dem Zoll an der deutsch-luxemburgischen Grenze</strong><br />
Nachdem Luxemburg ank&#252;ndigte, sein Bankgeheimnis aufzuweichen, sind die Anleger in Aufruhr. Die Anzahl der Reisenden, die die deutsche Grenze &#252;berqueren und gro&#223;e Mengen Bargeld dabei haben, ist seitdem sprunghaft angestiegen. Und sie sind &#252;ber die wachsamen Z&#246;llner nicht erfreut<br />
Quelle 1: <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/reportage/2138048/">Deutschlandradio Kultur</a><br />
Quelle 2: <a href="http://www.dradio.de/aod/?station=3&amp;broadcast=348685&amp;datum=20130611&amp;playtime=1370931686&amp;fileid=0dc873ee&amp;sendung=348685&amp;beitrag=2138048&amp;">Der Beitrag als Audio</a></li>
<li><a name="h08"></a><strong>Ursula Engelen-Kefer zu den heute ver&#246;ffentlichten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung: “Die wirklich Bed&#252;rftigen bleiben alle au&#223;en vor”</strong><br />
Ich muss sagen, ich bin ziemlich schockiert, &#252;ber diese doch dramatische Entwicklung nach unten. Ich habe das allerdings immer bef&#252;rchtet. Das Hauptproblem liegt in dem unverantwortlichen, so genannten Paradigmen-Wechsel im Zuge der Rentenreform. Damals, das war im Jahr 2001, ist durch einen willk&#252;rlichen Eingriff in die Rentenformel, das Rentenniveau so stark gesenkt worden, dass wir bereits heute diese verheerenden Auswirkungen haben. Hinzu kommt, dass wir durch die Hartz-Reformen, zumindest durch einen Teil der Hartz-Reformen, einen Anstieg der prek&#228;ren Besch&#228;ftigung und des Niedriglohnsektors zu verzeichnen haben, wodurch die Spirale weiter nach unten gedreht wurde. Denn es ist notwendige Konsequenz, dass mit der Folge von Minijobs, Leiharbeit, befristeter Besch&#228;ftigung und auch dem Missbrauch bei Werkvertr&#228;gen die Basis f&#252;r die gesetzliche Rentenversicherung immer st&#228;rker durchl&#246;chert und damit diese enorme Altersarmut mit geschaffen wurde.…die Wahlprogramme (sind) so etwas sind wie Armutsvermeidungskosmetik und Public Relation. An die wirklichen Probleme trauen sich die Parteien nicht ran. Es ist v&#246;llig egal, ob dies die Lebensleistungsrente von Frau von der Leyen ist, die sie ja bisher noch nicht einmal in den eigenen Reihen durchsetzen konnte, oder ob das die Solidarrente der SPD ist. Hier werden Armutsvermeidungsprogramme propagiert, die aber die wirklich Betroffenen &#252;berhaupt nicht einbeziehen, weil sie viel zu hohe H&#252;rden setzen und nur f&#252;r wenige gelten, meistens M&#228;nner in besseren Positionen, die &#252;berhaupt die langen Erwerbsbiographien, die daf&#252;r erforderlich sind, dass man eine vern&#252;nftige Rente beziehen kann, erreichen. Die wirklich Bed&#252;rftigen bleiben alle au&#223;en vor…<br />
Quelle: <a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2013/06/renterentenversicherung-die-wirklich-bedurftigen-bleiben-alle-ausen-vor-im-gesprach-mit-ursula-engelen-kefer/">Wirtschaft und Gesellschaft</a></li>
<li><a name="h09"></a><strong>Altersarmut: Hunderttausende Rentner m&#252;ssen jobben</strong><br />
F&#252;r Hunderttausende Rentner in Deutschland ist der Ruhestand noch weit. Im Herbst 2012 z&#228;hlte die Bundesagentur f&#252;r Arbeit mehr als 812.000 Minijobber, die &#228;lter als 65 Jahre waren, meldet die Chemnitzer &#8220;Freie Presse&#8221;. Mehr als 128.000 von ihnen waren sogar &#228;lter als 74. Ende 2003 hatten laut Statistik lediglich 595.433 Senioren einen Minijob, davon 77.081 &#228;lter als 74. Dies bedeutet eine Zunahme um 36,4 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Besch&#228;ftigten ab 65 stieg bundesweit im gleichen Zeitraum laut BA-Statistik um rund 61.000 auf knapp 171.000. Mit der &#8220;Rente ab 67&#8243; l&#228;sst sich der Zuwachs nicht erkl&#228;ren, da sich 2012 das gesetzliche Renteneintrittsalter f&#252;r den Jahrgang 1947 nur geringf&#252;gig auf 65 Jahre und einen Monat erh&#246;hte. Die Linke-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann, die die Statistik angefordert hatte, sieht in den Zahlen einen Beleg f&#252;r wachsende Altersarmut: &#8220;Der weitaus &#252;berwiegende Teil der &#228;lteren Menschen d&#252;rfte nicht zum Spa&#223; und Zeitvertreib nach Erreichen des Rentenalters weiter arbeiten, sondern aus purer finanzieller Not&#8221;, sagte sie der Zeitung.<br />
Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/altersarmut-hunderttausende-rentner-muessen-jobben-a-904941.html">SPIEGEL Online</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:</strong> Der Begriff &#8220;sozialversicherungspflichtige Besch&#228;ftigung&#8221; stand in fr&#252;heren Jahrzehnten in aller Regel f&#252;r gut bezahlte, sozial abgesicherte Vollzeit-Arbeitspl&#228;tze. Seit den &#8220;Agenda-Reformen&#8221; hat sich jedoch auch hier ein merklicher Wandel vollzogen, denn diese beinhaltet auch die in den vergangenen Jahren kr&#228;ftig angestiegene Zahl der Leiharbeitsjobs sowie die ebenfalls stark angewachsene Zahl der h&#228;ufig schlecht entlohnten Teilzeitjobs (nicht jedoch Minijobs, da diese nicht sozialversicherungspflichtig sind). Es darf daher vermutet werden, da&#223; sich die Qualit&#228;t der sozialversicherungspflichtigen Besch&#228;ftigung auch bei den &#252;ber 65-J&#228;hrigen seit dem Vergleichsjahr 2003 verschlechtert hat.</em></li>
<li><a name="h10"></a><strong>Blick auf den Stand der deutschen Einheit</strong><br />
„Es geht vor allem um Chancengleichheit hinsichtlich der individuellen und sozialen Entwicklung sowie um die Herstellung gleichwertiger Lebensverh&#228;ltnisse.“ So beschrieb am 4. Juni in Berlin der Pr&#228;sident der Volkssolidarit&#228;t, Prof. Dr. Gunnar Winkler, was die Ostdeutschen im 24. Jahr der deutschen Einheit erwarten. Das schlie&#223;e die Angleichung insbesondere in den materiellen Lebensbedingungen ebenso ein wie regionale Vielfalt. Der Verbandspr&#228;sident er&#246;ffnete mit einer Analyse der ostdeutschen Stimmungslage die gemeinsame Tagung von Volkssolidarit&#228;t und Sozialverband Deutschland (SoVD) „Angleichung der Lebensverh&#228;ltnisse Ost-West – Stand und Perspektiven“.<br />
Quelle: <a href="http://www.volkssolidaritaet.de/cms/fachtagung_einheit_sozial.html">Volkssolidarit&#228;t</a></li>
<li><a name="h11"></a><strong>Die Wohnung als Spekulationsobjekt: Wenn die Miete unerschwinglich wird</strong><br />
Jahrzehntelang befanden sich hunderttausende Immobilien in Deutschland im Eigentum der &#246;ffentlichen Hand. Doch seitdem viele dieser H&#228;user an private Investoren verkauft wurden, beschweren sich immer &#246;fter Mieter &#252;ber stark steigende Mieten f&#252;r Wohnungen, die einfach ihr Geld nicht Wert sind.<br />
Quelle: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=SMVEi_QFDXQ">Report M&#252;nchen via YouTube</a></li>
<li><a name="h12"></a><strong>Erschreckende Kombination aus Geheimhaltung und Macht</strong><br />
&#8220;Falls es sich bei der Bilderberg-Gruppe um keine Verschw&#246;rung handelt, imitiert sie eine solche durch ihr Verhalten doch bemerkenswert gut&#8221;, schrieb ein britischer Kolumnist einst. Licht ins Dunkel des nun wieder tagenden Elitenzirkels bringen wollte der Journalist Charlie Skelton – und erlebte &#8211; wie er im heute.de-Interview betont &#8211; &#8220;die schlimmste Woche meines Lebens&#8221;.<br />
Quelle: <a href="http://www.heute.de/Erschreckende-Kombination-aus-Geheimhaltung-und-Macht-28245674.html">ZDF Heute</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung JB:</strong> Auf die Frage, ob man sich die Bilderberger-Konferenz als „Sektfr&#252;hst&#252;ck und Golf“ vorstellen k&#246;nne, <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/2885/das-bilderberg-phanomen">antwortete</a> einst der ehemalige Politiker Andreas von B&#252;low folgendes: </em><br />
<em>„Nein, man kommt in der Regel abends zum Empfang in einem stinkfeinen Hotel &#8211; bekommt seine Drinks und h&#228;lt sich in der Regel mit seinesgleichen auf. Man muss nat&#252;rlich wissen, dass sich dort Prominenz wie Henry Kissinger oder ein Zbigniew Brezinski tummelt. Die Leute, die an deren Tische gebeten werden, f&#252;hlen sich nat&#252;rlich innerlich geadelt. Wenn dann bei so einer Gelegenheit Spr&#252;che fallen wie:  „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“,  lacht ein Kissinger innerlich, bejubelt es aber nach au&#223;en, da der Transmissions-Riemen f&#252;r Deutschland gefunden wurde. Am n&#228;chsten Morgen f&#228;ngt die Tagung an, man teilt sich in unterschiedliche Gruppen auf. Entschl&#252;sse werden &#252;berhaupt nicht gefasst, man h&#246;rt ein paar aufgesetzte Reden von Hiwis. Dann kommt Kissinger und macht ein paar launische Bemerkungen. Die Redakteure sind gl&#252;cklich, dass sie eingeladen werden, d&#252;rfen aber nicht berichten, damit frei Gedanken ausgetauscht werden k&#246;nnen. Es ist also ist &#228;hnlich wie die sicherheitspolitische Konferenz in M&#252;nchen. Ist langweilig bis auf wenige H&#246;hepunkte. Gut, man kann Kontakte kn&#252;pfen, aber das geht auch auf dem Golfplatz oder in Clubs. Die Vorstellung, dass dort eine Gruppe verschw&#246;rerisch sitzt und die Weltabl&#228;ufe bestimmt, ist nicht tragbar.“</em></li>
<li><a name="h13"></a><strong>Afghanistan: Unkoordinierter R&#252;ckzug mit Schuss</strong><br />
Die Verantwortung f&#252;r die Sicherheit &#252;bernehmen die Afghanen, aber Verlass ist noch nicht einmal auf die Sondereinheiten. Erst k&#252;rzlich erlebten das deutsche Elitesoldaten, als sie Aufst&#228;ndischen in die Falle liefen und alleine k&#228;mpfen mussten. Demnach hatten afghanische Polizisten am Morgen jenes Tages in einem Waldgebiet nahe Zaman Khel eine Gruppe bewaffneter Aufst&#228;ndischer gesichtet. Wie nun zu erfahren ist, alarmierten die Polizisten die „Provincial Response Company“ (PRC), eine gerade aufgestellte Spezialeinheit des afghanischen Innenministeriums, die auf dem St&#252;tzpunkt Kilagai von deutschen Elitesoldaten ausgebildet und beraten wird. Nach ihrer Alarmierung machten sich 25 afghanische Polizisten und 15 KSK-Soldaten auf den Weg zu dem Waldgebiet. Als die deutschen Elitetruppen und die Polizisten in den Wald vorr&#252;ckten, wurden sie von den Aufst&#228;ndischen beschossen. Die afghanischen Polizisten sollen daraufhin in einer „unkoordinierten R&#252;ckzugsbewegung mit Schussabgabe“ teilweise bis zu 700 Meter weit gefl&#252;chtet sein, w&#228;hrend die KSK-Soldaten das Feuer erwiderten und Luftunterst&#252;tzung anforderten. Einige Stunden sp&#228;ter drangen die Soldaten und Polizisten abermals in den Wald ein, um die Bombenabwurfstelle zu untersuchen. Sie liefen in eine t&#246;dliche Falle. Die Aufst&#228;ndischen hatten sich unter Planen versteckt, so dass sie auf dem Monitor des Fliegerleitoffiziers, auf den die Kamerabilder der Thunderbolt &#252;berspielt wurden, nicht zu identifizieren waren. Ein 32 Jahre alter Hauptfeldwebel wurde aus weniger als zehn Meter Entfernung von mehreren Kugeln t&#246;dlich getroffen, ein zweiter verwundet. Abermals l&#246;ste sich die afghanische Polizeieinheit fluchtartig auf, die noch kampff&#228;higen KSK-Soldaten nahmen, mit Gewehren und Maschinengewehren bewaffnet, das Gefecht auf. Es soll knapp zwei Stunden gedauert haben, in denen sich die afghanischen „Kameraden“ in sicherem Abstand vom Geschehen aufhielten und der gefallene und der verwundete deutsche Soldat nicht abtransportiert werden konnten.<br />
Quelle: <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/afghanistan-unkoordinierter-rueckzug-mit-schuss-12197208.html">FAZ</a></p>
<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:</strong> Es erf&#252;llt einen angesichts des hohen Preises an Menschenleben und Verletzungen nicht mit Genugtuung, dass sich selbst die konservative FAZ endlich der Tatsache stellen muss, dass der Afghanistankrieg nicht nur verwerflich, sondern vergeblich war und ist. Bis zuletzt hat die Regierung den Abzug mit der Beruhigung der Lage und der &#220;bernahme der Verantwortung durch einheimischer Sicherheitskr&#228;fte begr&#252;ndet.  Ende Mai musste die Bundeswehr einr&#228;umen, dass die Sicherheitslage im nordafghanischen Zust&#228;ndigkeitsgebiet weitaus schlechter ist als bisher bekannt. Nach einer korrigierten Statistik gab es dort im vergangenen Jahr 1228 Anschl&#228;ge und Angriffe Aufst&#228;ndischer und damit 241 mehr als im Vorjahr. Selbst wenn die im Spiegel erhobene Behauptung eines Taliban-K&#228;mpfers nicht stimmt, dass Mitglieder der afghanischen Polizei Hinweise an die Taliban gaben und die Deutschen gezielt in eine Falle gelockt wurden, viele afghanische Soldaten und Polizisten werden zu Hause in ihren St&#228;mmen abwarten, ob die Taliban nach den Abzug die Macht &#252;bernehmen k&#246;nnen. &#8211; Nein, Genugtuung &#252;ber die richtige Prognosen der NachDenkSeiten kann nicht aufkommen, vielmehr stellt sich die Frage, wie die Politik von Rot/Gr&#252;n und Schwarz/Gelb zu benennen ist. Wenn unser Soldaten sehenden Auges in den Tod geschickt wurden, ist nur das Wort verbrecherisch m&#246;glich. Sollten die deutschen Regierung in ihrem Eifer, den USA nicht wieder die Gefolgschaft zu verweigern, Ihren Verstand abgeschaltet haben, so bleibt dies verantwortungslos und verwerflich. &#8211; Mich packt einfach die Wut, wenn ich an die Versicherung des Exkanzlers Helmut Schmidt gegen&#252;ber den  2008 zum Gel&#246;bnis angetretenen Soldaten denke: „Ihr k&#246;nnt Euch darauf verlassen: Dieser Staat wird Euch nicht missbrauchen.&#8221;</em></li>
<li><a name="h14"></a><strong>Steinbr&#252;ck-Sprecher l&#246;scht Facebook-Profil</strong><br />
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbr&#252;ck und sein Wahlkampfteam scheinen die Fettn&#228;pfchen f&#252;r sich gepachtet zu haben: Erst feuerte Steinbr&#252;ck seinen bisherigen Pressesprecher und Vertrauten Michael Donnermeyer und ersetzte ihn durch den Ex-Bild-Berlin-Chef und Ex-Immobilien-Lobbyisten Rolf Kleine, schon steckt der in der Facebook-Falle. Ein flapsiges Posting mit einem vietnamesischen Guerilla-K&#228;mpfer und dem Verweis auf die FDP sorgte f&#252;r R&#252;cktrittsforderungen. Nun ist das Profil Kleines aus dem sozialen Netzwerk verschwunden.<br />
Quelle: <a href="http://meedia.de/internet/steinbrueck-sprecher-loescht-facebook-profil/2013/06/11.html">Meedia</a></li>
<li><a name="h15"></a><strong>zu guter Letzt &#8211; stoersender.tv exklusiv: Benefizgala</strong><br />
Dieter Hildebrandt und 4 seiner besten Kollegen an einem Abend anl&#228;sslich einer Benefizgala dieser beiden gemeinn&#252;tzigen Initiativen: [...]<br />
stoersender.tv hat die Bilder exklusiv und bringt Teile der 4st&#252;ndigen Benefizgala in zwei Sendungen mit einer Gesamtl&#228;nge von mehr als eineinhalb Stunden. Im hier vorliegenden ersten Teil treten auf:<br />
Dieter Hildebrandt, Konstantin Wecker, Roger Willemsen, Georg Schramm<br />
Quelle: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=rVYUN3YAXKM&#038;feature=youtu.be">stoersender.tv via YouTube</a></li>
</ol>
 <p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?flattrss_redirect&amp;id=17570&amp;md5=efccdb36e6e3de1cb0e3111dcc0fbb99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.nachdenkseiten.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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