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9. Dezember 2016
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Getrennt marschieren, vereint schlagen – eine übliche Wahlkampfstrategie. Nur die SPD Führung kapiert es nicht.

Veröffentlicht in: Strategien der Meinungsmache, Wahlen
Albrecht Müller

Wenn eine Partei einen großen Anteil von WählerInnen erreichen will, dann wird sie zwangsläufig darauf achten müssen, dass ihre potentiellen Wähler in manchen Fragen verschiedener Meinung sind. In solchen Fällen haben die Strategen von Volksparteien schon immer versucht, mit verschiedenen Personen die divergierenden Gruppen einzubinden. Willy Brandt sprach spöttisch von einem „kräftigen Sowohl-als-auch“. Bei CDU/CSU und SPD war diese Methode in der Vergangenheit üblich, wenn auch nicht so extrem wie heute. Angela Merkel artikuliert sich heute zum Beispiel zu Flüchtlingsobergrenzen anders als die Landtagswahlkämpfer der CDU in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Und sie tritt dennoch – wie gestern zum Beispiel – gemeinsam mit Frau Klöckner, der CDU-Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz, auf. Der grüne Oberbürgermeister von Tübingen, Palmer, plädiert für eine schärfere Flüchtlingspolitik und für die Abweisung von Flüchtlingen und äußert sich so deutlich anders als der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann. Den scharf geführten Streit zwischen CSU und CDU kennen wir sowieso. Albrecht Müller.

Ein solcher Streit kann den Streitenden schaden. Aber dagegen steht, dass sich verschiedene Gruppen mit verschiedenen Meinungen mit den gleichen Parteien identifizieren können.

Es ist naiv anzunehmen, solche divergierenden Äußerungen seien nicht abgesprochen. Sie sind es in der Regel, auf jeden Fall augenzwinkernd geduldet. Die Einzigen, die dieses Spiel offensichtlich nicht verstehen, findet man in der SPD-Führung. Da kritisiert der SPD-Vorsitzende Gabriel die CDU Wahlkämpfer, sie würden Angela Merkel in den Rücken fallen. «Es ist weder klug noch anständig, der deutschen Kanzlerin mitten in den europäischen Verhandlungen in den Rücken zu fallen», sagte Gabriel «Spiegel Online». – Das ist einfach süß. Der SPD-Vorsitzende rundum im Einsatz als Wahlkämpfer der CDU. Oder meint er, das Lob für Angela Merkel würde überhört?

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