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2. Dezember 2016
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Eine Anregung: Leiten Sie den Beitrag „Merkels Popularität gründet auf Vergessen, Ausblenden und dem Wunsch, dazu zu gehören.“ als pdf weiter an ihre Freunde und Bekannten

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, einzelne Politiker, Strategien der Meinungsmache
Albrecht Müller

Mehrere NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser haben den gestrigen Artikel zu den Hintergründen von Angela Merkels Popularität schon von sich aus an Freunde und Bekannten weitergeleitet . Diese Anregung möchte ich weitergeben, weil es unter unseren Bekannten und Freunden viele gibt, die sich die Popularität von Angela Merkel auch nicht erklären können. Nutzen Sie das PDF Format. Das sind knapp vier Seiten. Ausgedruckt zum Weiterverteilen oder über Ihren E-Mail Verteiler. Wenn Sie bei dieser Gelegenheit auch noch darauf hinweisen, dass die NachDenkSeiten täglich helfen, hinter die Kulissen zu schauen, dann dient das ihrer weiteren Verbreitung. Und Ihre und unsere Chance, auf Menschen zu treffen, die ähnlich kritisch denken, steigt. – Es kamen viele Mails zum Artikel. Diese sind unten angefügt. Albrecht Müller.

LeserInnen-Mails zu „Merkels Popularität gründet auf Vergessen, Ausblenden und dem Wunsch, dazu zu gehören.“

Der gestrige Beitrag hat eine rege Reaktion ausgelöst. In den Mails sind eine Reihe von weiterführenden Gedanken enthalten. Wir geben sie deshalb an Sie weiter. Letzter Stand: 4.3.2016 12:00 Uhr.


Sehr geehrter Herr Müller,

Ihren Appell vom 3.3.2016, über Merkels Politik nachzudenken, finde ich sehr gelungen, notwendig und wünsche ihm große Verbreitung!

Das ist eine Zusammenfassung der Merkelschen Politik, die so leider keine der Oppositionsparteien auf den Punkt bringt. 

Chapeau für dieses „Wahlprogramm“ einer noch nicht existierenden Oppositionspartei!

Ich habe den Appell gleich auf meinem Verteiler weitergeschickt.

Großen Dank und herzliche Grüße aus Berlin

Ihr Jürgen H.


Sehr geehrter Herr Müller,

gerade habe ich Ihren Artikel „Merkels Popularität gründet auf Vergessen, Ausblenden und dem Wunsch, dazu zu gehören“ gelesen. Ich möchte nur einige wenige Gedanken zu dieser späten Stunde zu dem Text niederschreiben, auch wenn man einiges sagen könnte. Es soll mir hier allein um den wirtschaftspolitischen Aspekt gehen, der mir aber als besonders relevant erscheint. Die (vermeintliche) Schwäche der Kritiker der aktuellen Politik in dieser Frage ist m.E. aber auch besonders relevant.

Besonders fatal ist dabei nach meinem Dafürhalten, dass in der Öffentlichkeit fast immer der Einruck entsteht, dass es denjenigen, die eine eher „linke“ Politik machten, „nur“ um Gerechtigkeit gehe.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Gerechtigkeit ist wichtig. Aber wenn die Leute glauben, dass sie die Wahl haben zwischen einem System, das funktioniert, auch wenn es mit recht viel Ungleichheit einhergeht und es dort vielen nicht so gut geht, und einem System, das zwar für weit mehr Gleichheit steht, aber ökonomisch sehr schlecht funktioniert (und beispielsweise mit gigantischer Arbeitslosigkeit verbunden wäre): Was werden die Menschen dann vorziehen?

Es müsste viel stärker vermittelt werden, dass das ganze marktwirtschaftliche System auf Dauer nur dann funktionieren kann, wenn die Masseneinkommen mit der wirtschaftlichen Entwicklung mithalten. Dass Partizipation nicht „allein“ aus politischen und sozialen, sondern mindestens genauso auch aus genuin ökonomischen Gründen unabdingbar ist. Dass es nicht „nur“ um eine gerechtere, sondern vor allem um eine überhaupt funktionstüchtige Marktwirtschaft geht.

Und es müsste dargelegt werden, wieso(!) es eigentlich Deutschland noch relativ gut geht (verglichen mit Südeuropa), was das mit Leistungsbilanzungleichgewichten und dem schlechten Management des Euro zu tun hat, und was langfristig die Folgen sein werden. Auf den Nachdenkseiten wird das ja immer wieder thematisiert, aber vielleicht könnte man da auch noch etwas mehr machen. Vielleicht könnte man noch häufiger darlegen, wieso einzelwirtschaftliches Denken oftmals nicht auf die Makroökonomie übertragbar ist.

Wenn ich beispielsweise Frau Wagenknecht als eine führende Politikerin einer linksgerichteten Partei höre, dann geht es (vielleicht ist das mein gefühlter Eindruck) vor allem um die Steuern für Reiche. Man mag ja beispielsweise durchaus für eine höhere Einkommenssteuer sein – aber das kann nicht das zentrale Thema sein. Die Beträge, die durch eine höhere Einkommenssteuer zustande kämen, würden in Relation zum Gesamtvolumen des Staatshaushaltes m.W. nur relativ geringfügig ins Gewicht fallen. Also müsste man schon eher bei den Unternehmenssteuern ansetzen. Vor allem anderen aber wäre doch die Primärverteilung zu ändern. Die Löhne müssten unbedingt steigen. (Dies auch, damit die Inflationsrate in Deutschland die in anderen Ländern der Eurozone übersteigt und es zu einer Konvergenz der Wettbewerbsfähigkeit kommt.) Diese Gesichtspunkte müssten die Priorität haben; sie müssten mehr thematisiert werden als andere Anliegen.(Wenn ich ‚Sahra Wagenknecht‘ und ‚Steuern‘ bei Google eingebe, finde ich gleich mehrere Ergebnisse, die auf ihre Homepage verweisen. Gebe ich ihren Namen und ‚Löhne‘ ein, so wird erst einmal kein einziger Beitrag von ihrer Seite angezeigt, obwohl sie natürlich auch immer wieder etwas zu diesem Thema sagt.) 

Oder die Banken, die zocken und gierig sind: Stephan Schulmeister hat einen schönen Text namens „Realkapitalismus und Finanzkapitalismus“ verfasst. Darin legt er (m.E. überzeugend) dar, dass das jetzige System auch aus der Sicht der Unternehmen, die vor allem in der Realwirtschaft ihr Geld verdienen, schädlich ist. Wer versucht schon, solche Gedanken im großen Stile und systematisch „unters Volk“ zu bringen?

Oder man denke an das „Bündnis für Arbeit“, die „Agenda 2010“ und „Hartz IV“: Dass diese Reformen sehr hart sind, genügt in der öffentlichen Wahrnehmung nicht, um großflächige und entschiedene Ablehnung hervorzurufen. Solange die Sichtweise vorherrscht, dass diese Reformen notwendig sind, damit es „Deutschland (halbwegs) gut geht“ und die Arbeitslosigkeit nicht in astronomische Höhen ansteigt, akzeptiert man sie als „harte Notwendigkeiten“ oder arrangiert sich doch zumindest mit ihnen. 

Wenn jene Parteien oder Gewerkschaften, die noch Abstand zur Neoklassik halten, nicht vor allen anderen Dingen jeden einzelnen Tag, den es gibt, erklären, wie die Wirtschaft funktioniert, wie sie funktionieren muss und wieso die derzeitige Politik für die (Real)wirtschaft (und das heißt: für Arbeitnehmer und langfristig auch realwirtschaftliche Unternehmer) schädlich ist (so wie Herr Flassbeck das beispielsweise immer wieder darlegt), dann macht sie einen großen strategischen Fehler. Denn dann glauben die Leute, dass die aktuelle Politik zwar hart, aber zugleich eben auch „alternativlos“ sei. Alternativen werden dann als gut gemeinte und sozial motivierte Vorschläge, die in unserer realen Welt aber leider nicht funktionieren können, betrachtet werden.

Vielleicht kommt Ihnen meine Argumentation etwas utilitaristisch vor. Es geht mir aber nicht darum, Gesichtspunkte jenseits denen des „funktionierenden Wirtschaftssystems“ zur Seite zu schieben, und noch weniger darum, sie ad acta zu legen. Es geht mir mehr darum, welche Themen (nach meinem Dafürhalten) besonders in den Vordergrund zu rücken wären. Man muss letztlich auch die Leute dort abholen, wo sie sind.

Mit freundlichen Grüße
Elmar J.


Sehr geehrter Herr Müller,

Ihren Artikel über die umfangreiche Liste der Merkel`schen Fehlleistungen nehme ich äußerst dankbar zur Verteilung in meinem Bekanntenkreis an.
Geben Sie nicht auf bei Ihrer wackeren und informativen Arbeit. Sie sind m. E. die letzte Bastion des politischen Journalismus‘ in einer bewusst zur Erosion geführten Demokratie in diesem Land.

Beste Grüße
Rudolph L.


Lieber Herr Müller,

sie schreiben: „Schon das blenden die linksliberalen Verehrer der Bundeskanzlerin aus. Das kann man doch nicht machen.“

Ein Interview, Marke Hofberichterstattung, das eine mittelmäßig begabte, lispelnde ältere Frau zeigt, die Europa und Deutschland in eine schlimme Krise GEFÜHRT hat, aber lieb und nett rüberkommt, und schon liegen ihr die Linken zu Füßen!

Und jetzt sagen Sie mir mal bitte, wen soll ich hier in Sachsen – Anhalt kommende Woche wählen?

Katastrophe!

LG;
Matthias B.


Hallo Herr Müller,

mal wieder einen besonderen Glückwunsch zum Beitrag „Merkels Popularität gründet auf Vergessen, Ausblenden und dem Wunsch, dazu zu gehören.“

Gerade in den letzten Wochen, in denen Merkel mehr Zuspruch von der SPD als von ihren eigenen Parteifreunden erhält, scheint alles andere wirklich vergessen worden zu sein, was mir selbst auch schon seit einigen Wochen aufgestoßen ist und gerade in den Wahlkämpfen von Baden-Württemberg (hier war ich bei einigen Veranstaltungen) und Rheinland-Pfalz (dies verfolge ich in der Presse, weil ich ursprünglich von dort komme) zu hören ist.

Merkels Verbundenheit zur Presse wirkt sich, wie im Beitrag dargestellt besonders günstig dazu aus, die Tatsachen auszublenden und bei den Bürgern auf Vergessen zu reflektieren. Daher sollten, wie im Beitrag geschehen, die Fehlleistungen immer wieder in Erinnerung gerufen werden. Auch nach der letzten Bundestagswahl hatte ich versucht, in Leserbriefen und Briefen an die SPD-Führung an die Fehlleistungen Merkels während der CDU/FDP-Regierung zu erinnern und von einer großen Koalition Abstand zu nehmen. Nunmehr muss man sich in Diskussionen immer wieder anhören, dass diverse Punkte in der Koalition (aktuell die Bekämpfung von Leiharbeit und Werkverträgen) nicht durchsetzbar seien, aber eine PKW-Maut hat man abgenickt etc. etc.

Daher mein Dankeschön für das Erinnern und Aufgreifen von Fakten, vielleicht hilft es, jedenfalls schließe ich mich dem Appell an.

Alles Gute und viele Grüße aus Göppingen
Peter B.


Sehr geehrter Herr Müller,

bei der Merkel ist es zum Jammern und gleichzeitig zum Neidischwerden.

Bei den Flüchtlingen fährt sie ja nicht nur zweigleisig, sondern zugleich auf mehreren Gleisen. Sie macht sich den Flüchtlingsstrom zunutze, stiftet in Deutschland eine Krise und wird sich bald als große Bewältigerin dieser Krise präsentieren. Sie hat genau gewartet, bis die medial vermittelte Stimmung der Willkommenskultur gekippt ist. Nebenbei hat sie weite Teile des linken und linksliberalen Lagers eingesammelt, die Grünen CDU-kompatibel gemacht, die SPD beerdigt, überhaupt die Konzeptlosigkeit und die Widersprüche der linken Parteien offen gelegt, die Interessen der NATO, der USA und der Wirtschaft bedient, viele Gutmenschen und Moralisten sich wichtig fühlen lassen (Bald wird es Verdienstkreuze regnen!) und ein neues großes Droh- und Erpressungspotential geschaffen, um bei weiteren sozialen Einschnitten / Kosten wieder mit dem TINA-Prinzip arbeiten zu können.

Den einen Kollateralschaden, die AfD, wird sie mit ihren alten und neuen Freunden erfolgreich beheben, den anderen, das Verhältnis zu den östlichen EU-Ländern, mit EU-Geldern heilen. Wahrlich, leider eine gerissene, große Staatsfrau.

Mit freundlichen Grüßen
Frank P.


Sehr geehrte Damen und Herren. 

Heute kam mir die These, warum die Kanzlerin die Politik macht, die sie eben macht. Folgendes: 

Ihre größte Konkurrenz in der Vergangenheit kam von Seiten der SPD. Diese war die einzige Partei, die ihr die Kanzlerschaft hätte streitig machen können. Also bewegte sie sich nach links, und öffnete das entstandene Vakuum für die AfD. So hat sie nun zwei Splitterparteien, die sie kontrollieren kann, als Kanzlerin. 

Mit freundlichen Grüßen, 
Georg C. 

Anmerkung Albrecht Müller: dass Angela Merkel nach links gerückt sei, gilt innenpolitisch und gesellschaftspolitisch nicht. Es wird immer wieder behauptet. Aber das sagt ja noch nichts über die Realität. Das Willkommen für die Flüchtlinge könnte man so interpretieren. Aber das ist nur ein Teil der Politik von Frau Merkel.


Guten Abend Herr Müller,

ich bewundere aufrichtig Ihren Langmut und Ihr Durchhaltevermögen bei Ihrem Bemühen, gegen die Meinungsmacher anzuschreiben.
Sie sind der Rufer in der Wüste, und ich wünsche mir, daß Sie viele Menschen erreichen.

Angela Merkel ist schlichtweg die Albtraumkanzlerin der fleischgewordene Albtraum jedes denkenden, empathischen und friedliebenden Menschen.

Viele Grüsse und machen Sie weiter so,
Thomas B.


Lieber Albrecht Müller,

Danke, Danke, Danke für den Artikel:
Merkels Popularität gründet auf Vergessen, Ausblenden und dem Wunsch, dazu zu gehören. (!)

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph H.


Lieber Herr Müller,

es ist nicht nur Verzweifeln, sondern nahezu gruselig, wie unsere Gesellschaft immer weiter nach rechts driftet.

Frau Merkel hat sozusagen einen humanistischen Coup gelandet, indem sie das eigentlich Selbstverständliche, nämlich Menschen in Not zu helfen vollzog, wahrscheinlich auf Druck der glücklicherweise massiv auftretenden „Willkommenskultur“ und dem Wunsch der Wirtschaft, billige Arbeitskräfte unterhalb der Mindestlohngrenze aus der Menge der Flüchtlinge rekrutieren zu können. Ginge es tatsächlich um echte Mitmenschlichkeit, würde sie nun dafür sorgen, daß notleidende Menschen zum Beispiel aus Griechenland direkt nach Deutschland eingeflogen werden würden und sich nicht auf gefährliche Wege begeben müssten.

Notleidende Menschen gab es hier in Deutschland schon lange vor dem, was sich „Flüchtlingskrise“ nennt. Beleg dafür ist der jeweils aktuelle Armutsbericht, der stets heruntergeredet bis diffamiert wird.

Bezüglich dieser Armut ließ sich von keiner etablierten Seite, außer der „Linken“ Solidarität mit den betroffenen Hartz-4- Empfängern wahrnehmen, weder von CDU, CSU, FDP, SPD, noch den Grünen. Im Gegenteil gab es ein konzertiertes Armenbashing, wenn zum Beispiel ein damaliges SPD-Mitglied wie Clement sich derart als Neoliberaler erwies, indem er Hartz-4-Empfänger als „Schmarotzer“ und „Parasiten“ bezeichnete, wie es vor den „2010-Reformen“ niemand für möglich gehalten hätte.

In diesem neoliberal-verseuchten Klima, das sämtliche Köpfe zu vernebeln sucht, gedeiht vor allem ganz offensichtlich spießbürgerliches Biedermeiertum, das immer konservativ war, ebenso wie rechtsradikales Ge“danken“tum.

An diesem Klima haben sämtliche Parteien, außer den „Linken“, eifrig mitgewirkt, so daß es nun keineswegs erstaunlich ist, daß nun einige Pseudo-Linke auf Merkelkurs gehen, haben sie durch Merkels einmalige „große Geste“ doch nun eine Art Legitimation erhalten, endlich so rückständig und im Grunde politisch uninteressiert sein zu „dürfen“, wie sie es schon lange, wenn nicht immer waren.

Fůr diese ignorante Schicht scheint ja wohl auch alles in Ordnung zu sein, können sie sich doch jetzt auch noch auf die billige Haushaltshilfe und den billigen Gärtner aus Syrien freuen, böse gescherzt von mir.

Und: Mit dieser SPD ist schon lange kein Staat mehr zu machen. Warum sollten die Leute dann nicht das neoliberale Original mit SPD-Geschmack Merkel wählen, wenn es ihrer ureigenen Mentalität so sehr entspricht? (Wieder etwas zynisch gesprochen.)

Für die nächsten Wahlen sehe also auch ich leider cdu-schwarz…

Mit großem Dank für Ihre aufklärerischen Bemühungen, Ihr
J.H.


Ihre Einschätzungen sind vollkommen richtig, Herr Müller – aber wo wäre denn noch ein geeigneter Kandidat/In zu finden? Gerhard Schröder hat am Kosovokrieg teilgenommen, den Irakkrieg vielfach indirekt unterstützt. Herr Gauck hat mehr internationale Verantwortung gefordert, Unterstützung erhielt er dabei auch von Anton Hofreiter (siehe focus vom 16.06.2014). Laut world socialist web vom 06.07.2015 (Die Linke nimmt Kurs auf Regierung und Krieg) hat auch Bodo Ramelow der Rheinischen Post ein Interview unter dem Titel: “Pazifismus ist nichts für Deutschland” gegeben. Zwar will Ramelow wieder zu einer Verteidigungsarmee zurückkehren, Interventionen schloss er dabei aber ebenso wenig aus Gysi.

(In den 240 Jahren ihrer Existenz hat die USA an 223 Jahren Krieg geführt. Vermutlich müssen alle Verbündeten da reihum mal mitmachen – ansonsten droht Ungemach)

VG
Michael W.


Sehr geehrter Herr Müller,
 
sehr interressiert habe ich wie fast jeden Morgen meinen Blick auf Ihre Seite geworfen. Der o. g. Artikel verheimlicht im mittleren Teil allerdings, das unsere mit Sicherheit nicht in Schutz zu nehmende Kanzlerin, nur die Politik vom Kanzler der Bosse, einem so genannten Sozialdemokraten (Herrn Schröder) fortgesetzt hat. Hartz IV wurde von rot/grün eingeführt, die damit einhergehende Destabilisierung der Arbeitsmärkte auch. An die längst fällige widereinführung der Vermögenssteuer denkt auf Seiten der SPD auch niemand, die im übrigen mit Ihren Stimmen die Kriegsbeteiligungen der Bundeswehr überall in der Welt mit zu verantworten hat. Von den gestiegenen Waffenexporten mal nicht gesprochen. Und den Schulterschluss mit der von Ihnen auch immernoch als „Zeitung“ betitelten BILD hat auch Gerhard Schröder bereits getätigt.

Ansonsten ist es ein wie immer guter Artikel.

Mit freundlichen Grüßen
Jan W.

Rückfrage A.M.: Wird die SPD von den NachDenkSeiten geschont?


Sehr geehrter Herr Müller,

die Überschrift zu Ihrem Artikel bringt es genau auf den Punkt: Vergessen, Ausblenden, und der Wunsch dazuzugehören, also mit anderen Worten: Konformismus. Eben dieser Konformismus der Mittelschicht macht mich schon lange wahnsinnig!

Es ist auch wohl das Phänomen, von dem Chantal Mouffe in ihrem Buch „Agonistik. Die Welt politisch denken“ spricht: Eine politische Hegemonie der Konservativen/Neoliberalen. 

Trotz allem bin ich nicht ganz so pessimistisch wie Sie, denn: 

So furchtbar die AFD ist (das sind ja Nazis und Neoliberale in einem), so hat der Erfolg dieser rechtsradikalen Partei vielleicht doch einen von ihr unbeabsichtigten Effekt: Erstens, dass endlich die gesellschaftlichen Konflikte nicht mehr unter den Teppich gekehrt (werden können), sondern thematisiert und ausgetragen werden. 

Und zweitens zwingt es die SPD dazu, endlich über eine andere Politik nachzudenken – und wenn sie es nur tun, weil das persönliche Geschäfts- und Karrieremodell der Mandatsträger (Anpassung an die Herrschenden und deren neoliberale Ideologie; Verrat einer eigenständigen, wirklich sozialdemokratischen Politik) nicht mehr funktioniert. Ich freue mich jedenfalls schon auf das Gesicht von Gabriel, wenn er 13% in BW kommentieren muss. 

Ansonsten: noch mal ganz herzlichen Dank, dass Sie mir Gelegenheit gegeben haben, Chantal Mouffes Buch auf den NDS zu rezensieren!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Mit den besten Grüßen aus Oldenburg

Udo Brandes

PS: Ihren Artikel habe ich mit folgendem Begleittext an meinen Freundes- und Bekanntenkreis weitergeleitet:

Liebe Freunde,

hier ein interessanter Text vom Hrsg. der Nachdenkseiten, Albrecht Müller, der die krassen Widersprüche zwischen Angela Merkels Image und ihrer realen Politik darstellt. Ähnlich wie seinerzeit Reagan kann Angela Merkel offenbar politisch die übelsten Dinge tun – ihr Heiligenschein bleibt bestehen. Sie ist offenbar eine Teflon-Kanzlerin, an der alles abperlt. 

Udo Brandes


Betr.: Merkels Popularität gründet auf Vergessen, Ausblenden und dem Wunsch, dazu zu gehören. | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Lieber Albrecht Müller?

Was haben die Kanzler nach der Wende vor Angela M. geleistet?

Kohl hat

  • blühende Landschaften versprochen
  • mit der Einführung der DM 1:1 faktisch die Mark in der DDR um 400% aufgewertet
  • Ostdeutschland durch Treuhandpolitik deindustrialisiert
  • Durch Rückfahren der Braunkohleförderung von 300 Mio. t auf 60 Mio t im Jahr den Grundstein für die dt. CO2-Einsparung gelegt.
  • Neuen Absatzmarkt im Osten erschlossen, um nach der Krise 1987 die Auftragsbücher wieder zu füllen

Schröder hat

  • Eine Unternehmenssteuerreform
  • Agende 2010
  • Sich nur an den Kosten des Irak-Krieges beteiligt

Die erste große Koalition hat

  • 19% Ust

Merkel führt also „nur“ die Reihe fort.

Man kann eben mit Recht über die verfehlte Politik des realen Sozialismus insbesondere der DDR schimpfen. Aber die soziale Marktwirtschaft in der BRD war eine erfolgreiche Antwort darauf! Heute werden viele dieser Errungenschaften wieder abgewickelt.

Ich habe meine 3 Kinder erfolgreich zum Studium und in Arbeit gebracht. Meine Rente ist nicht üppig. Ich darf mich im Ehrenamt bewähre. ;-)

Es hätte können schlechter kommen…

Ich versuche die scheinheiligen Sprüche der Politik zu hinterfragen, um Möglichkeiten auszuloten ;-)

Optimistisch wie immer … (nach Karl-Heinz Gerstner)

Ihr Horst W.

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