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Die ARD kann auch im Kleinen das Manipulieren nicht lassen

Veröffentlicht in: Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Aus verschiedenen Gründen wurde die ARD in den letzten Wochen auf der NachDenkSeiten des Öfteren kritisiert. Es gab Mails von Leserinnen und Lesern, die die Kritik für unangebracht hielten. Ich würde das gerne auch so sehen. Aber dann begegnet einem ein Vorgang wie heute früh. Und dann muss man es für sinnvoll und notwendig halten, auf die täglichen Manipulationsversuche hinzuweisen. Auch wenn es um vergleichsweise kleine Vorgänge handelt. Auch Kleinvieh macht Mist. Prüfen Sie selbst. Albrecht Müller

Heute früh ein Blick ins iPad und die Nachrichten der ARD/Tagesschau. Dort lesen wir

Lage in Idomeni
„Sie setzen auf Angela Merkel“
Stand: 07.03.2016 08:18 Uhr
Die Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze setzen große Hoffnungen auf den EU-Gipfel. „Ich wage aber keine Prognose, was hier passiert, wenn sich eine Meldung herumspricht, dass die Balkanroute dicht gemacht wird“, sagt ARD-Korrespondent Christian Limpert im ARD-Morgenmagazin.

Die Hauptüberschrift lese ich so, dass die Flüchtlinge in der griechischen Grenz-Ortschaft, die unter schrecklichen Verhältnissen leben müssen, auf Angela Merkel setzen und dass sie das auch so äußern. Allenfalls kann man es noch so verstehen, dass der ARD-Korrespondent Christian Limpert diese Einschätzung von sich aus äußert. Aber weit gefehlt: Wenn Sie diesen Bericht anschauen, dann werden sie bei Minute 2 und 22 Sekunden sehen und hören, dass die Moderatorin des Morgenmagazins das Stichwort gegeben hat. Sie fragt dort nämlich, ob die Menschen ihre Hoffnungen mehr auf die EU oder auf Angela Merkel setzen. Das wird dann von dem Korrespondenten bestätigt. Was soll er sonst auch machen, wenn aus der Zentrale die Fragen schon so formuliert werden.

P.S.: Diese kritische Anmerkung zur Stichwortgeberei und der damit verbundenen sanften, aber wenn immer wieder eingeträufelt, wirksamen Manipulation, soll nicht überlagern, dass der Korrespondent in Griechenland einfühlsam von der schrecklichen Situation der betroffenen Menschen berichtet.

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