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18. Dezember 2017
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„Es ist besser, stehend zu sterben, als kniend zu leben! No pasarán!“

Veröffentlicht in: Gedenktage/Jahrestage, Militäreinsätze/Kriege

Eine Collage zum Spanischen Bürgerkrieg, der heute vor 80 Jahren begann. Von Götz Eisenberg[*].

„Und dann, als wir um die Ecke in die Ramblas (die Hauptverkehrsader Barcelonas) einbogen, kam eine gewaltige Überraschung: schlagartig breitete sich die Revolution vor unseren Augen aus. Es war überwältigend. Es war, als wären wir auf einem Kontinent gelandet, der sich von allem unterschied, was ich bisher gesehen hatte.“
(Franz Borkenau)

La Pasionaria

Die Sätze des Titels stammen nicht, wie wahrscheinlich viele vermuten, von den Böhsen Onkelz, sondern von der spanischen Kommunistin Dolores Ibarruri, die besser bekannt ist unter dem Namen La Pasionaria. Sie fallen am Ende einer Rundfunkansprache, die sie am Abend des 18. Juli 1936 gehalten hat. Dort schleuderte sie den Faschisten einen Fehdeschrei entgegen: „No pasarán!“, „Sie werden nicht durchkommen!“, der in ganz Spanien widerhallte und zum Schlachtruf der Linken im Spanischen Bürgerkrieg wurde, später der lateinamerikanischen Guerilla. Als „sie“, die Faschisten, doch durchgekommen waren, konnte sich La Pasionaria nach Frankreich und später in die UdSSR retten. Sie wurde Generalsekretärin und Vorsitzende der spanischen Exil-KP. Nach dem Tod des Diktators Franco kehrte Dolores Ibarruri 1977, mit über 80 Jahren, in ihre Heimat Asturien zurück. Im selben Jahr wurde sie als Abgeordnete ins Parlament gewählt, dem sie als junge Frau schon einmal angehört hatte. Sie starb 1989 im Alter von 93 Jahren. Den Untergang „ihrer Welt“ des realen Sozialismus, erlebte sie nicht mehr. Man begegnet der Pasionaria auch in Hemingways Roman über den Spanischen Bürgerkrieg Wem die Stunde schlägt.

„Ein Urvieh mit Sensibilität“

Ernest Hemingway hielt sich als Kriegsberichterstatter 1937/38 mehrfach für längere Zeit in Spanien auf. Er begleitete zum Beispiel den niederländischen Filmemacher Joris Evens zu Dreharbeiten an verschiedene Frontabschnitte und steuerte den Text zu dessen Film Spanish Earth bei. Er war stolz darauf, mit einigen Offizieren der Internationalen Brigaden wie den deutschen Kommunisten Hans Kahle, Gustav Regler und Ludwig Renn Freundschaft geschlossen zu haben. Obwohl bei Hemingway anfangs Abenteuerlust überwogen haben mag – Bürgerkrieg statt Großwildjagd -, identifizierte er sich im Laufe der Zeit mit der Sache des Freiheitskampfes und wurde vom Korrespondenten zum Mitkämpfer. Als Alfred Kantorowicz, Angehöriger des Tschapajew-Bataillons und Redakteur der Zeitung der Internationalen Brigaden, ihm an der Front zum ersten Mal begegnete, notierte er: „Ein Urvieh mit Sensibilität.“ Rückblickend auf seine Zeit an der Seite der Internationalen Brigaden schrieb Hemingway: „… und ich darf für alle, die ich kannte, wie man sich überhaupt kennen kann, sagen, dass die Kampfzeit, als wir dachten, dass die Republik den Bürgerkrieg gewinnen könnte, die glücklichste Periode unseres Lebens war ..“

Hemingway logierte in Madrid im Hotel Florida, wo er an seinem Schauspiel The Fifth Column arbeitete und Whiskey trank. Da es im Hotel Florida noch im Herbst 1937 fließendes warmes Wasser gab, wurde es zu einem Anziehungspunkt für alle Genossen, die ein paar Tage Fronturlaub und Lust hatten, endlich mal wieder ein Bad zu nehmen. Wenn Hemingway nicht gestört werden wollte, hängte er ein Pappschild an die Tür, auf dem stand: „Go straight through to the bathroom“. Man ging also direkt ins Badezimmer und genoss den unerhörten Luxus, sich im warmen Wasser abseifen zu können. Anschließend wurde man meist zu einem Glas Whisky eingeladen und Hemingway erkundigte sich nach Neuigkeiten von der Front. Als Alfred Kantorowicz zum dritten Mal bei Hemingway im Hotel Florida aufkreuzte und klopfte, hing kein Pappschild an der Tür. Stattdessen rief er: „Come in!“. Kantorowicz öffnete die Tür, Hemingway lag wieder schreibend auf dem Bett, blickte auf, grinste spöttisch, als er ihn erkannte, und sagte: „There is no bathroom anymore.“ Madrid lag unter beständigem Artilleriefeuer, und in der Nacht zuvor hatte eine Granate kleineren Kalibers das Badezimmer weggerissen. An diesem Spätnachmittag tranken sie mehrere Gläser Whisky auf den Schrecken. Als Alfred Kantorowicz auf seiner Flucht vor den Nazis in den USA gelandet war, ist Hemingway ihm großzügig beigesprungen. Nach der Befreiung vom Faschismus kehrte Kantorowicz nach Deutschland zurück und lebte in der DDR, dem vermeintlich besseren Teil des geteilten Landes. Er erhielt einen Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität. Nach dem 17. Juni 1953 und dem Ungarn-Aufstand von 1956 geriet er immer mehr in Konflikt mit der Parteilinie und er flüchtete nach Westberlin. Frühere Spanienkämpfer und KPD-Mitglieder hatten in der Bundesrepublik keine Rentenansprüche – im Unterschied zu Mitgliedern der Legion Condor und ehemaligen KZ-Schergen -, und Kantorowicz hatte um seine Rehabilitierung lange zu kämpfen. Zeitlebens weigerte sich Kanto, wie er von seinen Freunden genannt wurde, sich von der Linken und ihren Zielen loszusagen. Die einzige Hoffnung, die einer wie er hegen dürfe, sei die, dass künftige Geschlechter sich dessen erinnern würden, was er und seine Mitkämpfer getan hätten, schrieb er in seinem Spanischen Kriegstagebuch.

Der Putsch der Generäle

1931 war Spanien zur Republik geworden, der König zog sich ohne Gegenwehr ins Exil zurück. Alle noch so zaghaften Reform- und Modernisierungsbemühungen der republikanischen Regierung stießen in dem immer noch weitgehend agrarischen Land auf erbitterten Widerstand der Kräfte, die sich und ihre Privilegien bedroht sahen: Kirche, Armee, Großgrundbesitzer und Anhänger der Bourbonen. Eine rechtsgerichtete Regierung nahm die Reformen ihrer progressiven Vorgängerregierung prompt wieder zurück. Die Unzufriedenheit im Land wuchs stetig. Am 16. Februar 1936 fanden unter dieser rechtsgerichteten bürgerlichen Regierung allgemeine Wahlen statt. Das spanische Volk wählte in seiner Mehrheit demokratisch und links. Es sandte eine Zweidrittelmehrheit von liberalen, sozialistischen und kommunistischen Abgeordneten in die Cortes, das spanische Parlament. Die nun gebildete Volksfrontregierung versuchte zaghaft, einige der längst überfälligen sozialen Reformen zu verwirklichen und das spanische Volk aus anachronistisch gewordenen, noch halbfeudalen Banden zu lösen. Dagegen rührte sich von Anfang an Widerstand. Am 17. Juli 1936 war es dann so weit: Unter der Führung von General Francisco Franco, der sich schon 1934 bei der blutigen Niederwerfung des asturischen Bergarbeiterstreiks hervorgetan hatte, putschte eine Clique von Offizieren gegen die rechtmäßige Regierung der Frente popular. Der Putsch begann in Spanisch-Marokko und griff am 18. Juli aufs Mutterland über. Deutsche Flugzeuge errichteten eine Luftbrücke über die Straße von Gibraltar und flogen die marokkanischen Truppen nach Andalusien. Die Putschisten hatten angenommen, leichtes Spiel mit einer schwachen Regierung zu haben, stießen aber auf den erbitterten Widerstand des Volkes selbst. In Madrid und in Barcelona hatten die Arbeiter die Kasernen erstürmt und sich bewaffnet. Die Bauern holten ihre alten Gewehre vom Dachboden. Die Milizsoldaten exerzierten in Städten und Dörfern mangels Waffen mit Stöcken. Unter ihnen gab es anfangs zahlreiche Frauen, die genauso kampfentschlossen waren wie die Männer. Und obwohl die Putschisten beinahe vom ersten Tag an von Italien und Deutschland mit Waffen und Soldaten unterstützt wurden, geriet ihr Vormarsch ins Stocken. Entscheidend für die militärische Lage war das Schicksal Madrids und Barcelonas. Franco, der rasch den Süden erobert hatte und nach Norden vorgestoßen war, wurde auf der Straße Burgos-Madrid aufgehalten und konnte Madrid im ersten Anlauf nicht nehmen. Die Truppen der Volksfront hielten das Dreieck Madrid-Valencia-Barcelona in langen Kämpfen. Im September 1936 entschloss sich die sowjetische Regierung, der bedrohten Republik mit Waffenlieferungen beizuspringen. Zudem hatte die Komintern mit der Rekrutierung von Freiwilligen aus dem Ausland begonnen, die die sogenannten Internationalen Brigaden bildeten, deren bekannteste die nach dem deutschen KP-Chef Ernst Thälmann benannte war. Im Laufe des Krieges bestanden die Internationalen Brigaden aus circa 40.000 Freiwilligen aus 53 Ländern, darunter auch 5.000 aus Deutschland. Im Spätherbst 1936 trafen auch die ersten Deutschen des als Legion Condor bekannt gewordenen Luftwaffenkorps in Spanien ein, die im Frühjahr 1937 die baskische Kleinstadt Guernica in Schutt und Asche legten. Als deutsche Besatzungssoldaten Jahre später in Picassos Pariser Atelier eindrangen und eine Reproduktion von Guernica sahen, fragten sie ihn: „Haben Sie das gemacht?“ Picassos Antwort: „Nein, ihr.“

Das alles zusammengenommen bewirkte, dass sich aus einem Militärputsch ein Bürgerkrieg entwickelte, der sich über drei Jahre hinzog, beinahe einer Million Menschen das Leben kostete und Hunderttausende zur Flucht zwang. In manchen Teilen des Landes lösten die putschenden Generäle, die als „Kreuzritter gegen den Bolschewismus“ auftraten, die soziale Revolution, der sie zuvorkommen wollten, eigentlich erst aus. Wir werden von den Bemühungen, Krieg und Revolution zu verbinden, noch hören. Verantwortlich für die Niederlage der spanischen Republikaner ist in erster Linie die Politik der Nicht-Einmischung der westlichen liberalen Demokratien. Während Italien und Deutschland sich zu keinem Zeitpunkt an das Nichteinmischungsprogramm hielten, das alle gemeinsam beschlossen hatten, und Franco offen mit Flugzeugen, Panzern und Soldaten unterstützten, hielten Franzosen und Engländer sich strikt an die getroffene Vereinbarung. Ihr Motto: „Nur Hitler nicht reizen!“ Das lief faktisch auf eine Unterstützung der Faschisten hinaus, die ohne diese Schützenhilfe wahrscheinlich schnell besiegt worden wären. So aber wurden die spanische Republik und das spanische Volk Opfer einer Appeasement-Politik, die den Konflikt mit Hitlerdeutschland vermeiden wollte und ihn auf diese Weise umso sicherer heraufbeschwor. Liberale und Linke auf der ganzen Welt hatten den Kampf der Spanier zu ihrer eigenen Sache gemacht, in der Hoffnung, den Siegeszug des Faschismus durch dessen Niederwerfung in Spanien stoppen zu können. „Die Niederwerfung Francos hätte dem Faschismus in Europa einen tödlichen Schlag versetzen und eine völlige Wendung der ganzen Weltlage herbeiführen können. Indem man das spanische Volk dem Verderben überließ, riss man den Damm nieder, der allein den Zweiten Weltkrieg verhindern konnte“, resümiert der deutsche Anarchist Rudolf Rocker.

Barcelona, das furchtbare Bombardements zu überstehen hatte, fiel am 26. Januar 1939, Madrid am 28. März 1939. In Windeseile erkannten Franzosen, Englänger und Amerikaner das Franco-Regime als rechtmäßige Regierung an und fielen damit der republikanischen Regierung und allen auf ihrer Seite Kämpfenden in den Rücken. Anfang April 1939 ging der Spanische Bürgerkrieg zu Ende, sechs Monate später begann der Zweite Weltkrieg.

Franco überzog das Land mit einer Diktatur, die bis zu seinem sogenannten natürlichen Tode am 20. November 1975 dauerte. Die ersten Jahre seiner Regierung blieben ebenso blutig, wie er den Bürgerkrieg geführt hatte. Gegenüber seinen Gegnern kannte Franco kein Erbarmen. „1939 waren eine halbe Million Menschen in Konzentrationslagern oder Gefängnissen inhaftiert. 200.000 Menschen fielen der Repression der Nachkriegsjahre zum Opfer. Noch bis 1963 wurden Todesurteile wegen Delikten aus der Zeit des Bürgerkriegs vollstreckt“, schreibt Julia Macher. Die Opfer wurden in anonymen Massengräbern verscharrt. Genaue Zahlen existieren bis heute nicht. Viele von denen, die sich nach Südfrankreich gerettet hatten, wurden später Opfer des deutschen Einmarsches und landeten in nationalsozialistischen KZs.

„Nur über Madrid kommen wir nach Deutschland zurück“, hatte Hans Beimler einer verbreiteten Hoffnung Ausdruck verliehen. Für die, die auf einen anderen Ausgang des Bürgerkriegs gehofft hatten, brach nun eine Welt zusammen. Flucht, Exil und eine ungewisse Zukunft bestimmte das Leben vieler. Am 19. Mai 1939 hielt Franco eine große Siegesparade in Madrid ab, am 22. Mai setzte Ernst Toller in einem Hotelzimmer in New York seinem Leben ein Ende. Er hatte sich mit viel Energie darum bemüht, Hilfe für spanische Kinder zu organisieren.

Und Simone de Beauvoir fragte in Paris resigniert: „Gab es denn keine Stelle mehr auf dieser Erde, an die die Hoffnung sich klammern konnte?“

Willy Brandt in Barcelona

Augustin Souchy, ein deutscher Anarchist, hielt sich im Sommer 1936 in Barcelona auf, um an einem Treffen teilzunehmen, dass die spanischen Anarchosyndikalisten einberufen hatten, um zu beraten, wie man mit der wachsenden Kriegsgefahr umgehen solle. Dieses Meeting sollte am 18. Juli 1936 stattfinden, also just an dem Tag, an dem General Franco seinen Putsch von Spanisch Marokko aus ins Mutterland trug. Statt der Friedenskundgebung bereitete man nun den Widerstand gegen den Militärputsch vor. Als Souchy sich einer bewaffneten Kampfgruppe anschließen wollte, winkte ein Genosse ab und sagte: „Lass das nur sein, dein Wort ist auch eine Waffe, wirst bald andere Aufgaben haben.“ Souchy wurde, da er mehrere Sprachen beherrschte, so etwas wie der Öffentlichkeitsreferent der Anarchisten. Er richtete sich ein Büro ein und gab ein periodisch erscheinendes Bulletin heraus. Zu seinen Aufgaben gehörte es auch, ausländische Journalisten und Delegationen von sozialistischen Parteien und Gewerkschaften zu empfangen. Zu seinen Besuchern gehörten Ernst Toller, der im amerikanischen Exil Hilfsprojekte für die notleidende spanische Zivilbevölkerung organisierte, Nehru, der spätere indische Ministerpräsident, und George Orwell, der blieb, sich einer Miliz der linkskommunistischen POUM anschloss und an der Aragón-Front kämpfte, bis ihn ein Schuss durch den Hals außer Gefecht setzte.

Eines Tages tauchte ein junger Deutscher im Büro von Souchy auf, der Mitglied der 1931 entstandenen linkssozialdemokratischen SAP war und nun im norwegischen Exil für die dortige Arbeiterpresse aus Spanien berichten sollte. Sein Name: Willy Brandt. Er referierte am 5. Juli 1937 vor der Parteileitung der SAP über „Ein Jahr Krieg und Revolution in Spanien“. Das Referat begann mit den Sätzen: „Ein Jahr lang schon tobt der revolutionäre Krieg in Spanien. Ein Jahr lang sind wir Zeugen dieses größten Ereignisses in der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung seit der großen russischen Revolution. Schon im Oktober 1934, als sich die asturischen Bergarbeiter erhoben und ihre Losung ‚Sterben oder siegen‘ in die Tat umsetzten, wussten wir, dass wir von Spanien Großes zu erwarten hatten. Nach den demoralisierenden Wirkungen der deutschen Niederlage (vor dem Nationalsozialismus, G. E.) war das damals ein Aufrütteln. Widerstand entfaltete sich gegen die faschistische Reaktion, es zeigten sich Beweise für den Wiederanstieg der sozialistischen Kräfte.“

Als Augustin Souchy Jahrzehnte später hörte, wie der zum Bundeskanzler avancierte Willy Brandt sich über die Mitglieder der Roten Armee Fraktion äußerte und in diesem Zusammenhang von „kriminellen Anarchisten“ sprach, schrieb er ihm einen Brief, in dem es heißt:

„Lieber Willy Brandt!

Deine Rundfunkrede über die Attentate der Baader-Meinhof-Gruppe hat mich enttäuscht. Mit der Verurteilung des Terrorismus war und bin ich einverstanden, denn auch ich verabscheue sinnlose Gewalttaten, selbst wenn sie politisch motiviert werden. Enttäuscht aber bin ich, dass leider auch du wildgewordene, sich zu einem konfusen Neomarxismus und Maoismus bekennende Bürgersöhne und Bürgertöchter als kriminelle Anarchisten bezeichnet hast. … Bei einem bürgerlichen Politiker wäre eine solche rhetorische Floskel entschuldbar, bei einem Willy Brandt aber, der aus der SAP kommt und die Geschichte der Arbeiterbewegung kennt, ist sie unglaubwürdig.

Darf ich Dich an unser Gespräch im Hause des syndikalistischen Gewerkschaftsbundes CNT zu Barcelona während des Spanischen Bürgerkrieges erinnern? … Damals hast Du, wie alle Sozialisten und freiheitsliebenden Menschen der ganzen Welt, den spanischen Anarchisten Lob gespendet, die als erste den Kampf gegen den Putschgeneral Francisco Franco – und damit auch indirekt gegen die Diktatoren Hitler und Mussolini – aufgenommen haben. Du hast auch dem sozialistischen Aufbauwerk, das sich in Spanien nach anarchistischen Grundsätzen vollzog, Deine Bewunderung nicht versagt. Hast Du das alles vergessen?“

Zehn Tage später antwortet Willy Brandt freundlich, aber knapp. Er bleibt dabei, dass es neben der von Souchy vertretenen freiheitlichen immer auch eine auf Gewalt fixierte anarchistische Richtung gegeben habe (was auch richtig ist), mit der man es im Falle der RAF zu tun habe. Die beiden Männer, deren Weg sich 36 Jahre zuvor einmal gekreuzt hatte, haben sich nicht mehr viel zu sagen. Den einen, der nach 1949 in die SPD zurückgekehrt ist, haben günstige gesellschaftliche Winde Ende der 1960er Jahre in die Schaltzentrale der Macht getragen, der andere ist in seinem selbst gewählten Abseits geblieben, lebt von Rundfunkbeiträgen und Vortragsreisen und träumt von der Wiederauferstehung eines freiheitlichen Sozialismus. Souchy resümiert am Ende seines Lebens: „Viel erstrebt, wenig erreicht. Aber: Früher dachte ich in Jahrzehnten, heute in Jahrhunderten. Die Geschichte wird uns letztendlich doch recht geben“. Brandt hatte 1972 wohl Wichtigeres zu tun und scheute sich, im aufgeheizten gesellschaftlichen Klima eine Ehrenrettung des Anarchismus vorzunehmen.

Eine spanische Besonderheit: Der Anarchismus

„Friede den Menschen, Krieg den Institutionen.“
(Losung der spanischen Anarchisten)

Schon das Wort „Anarchie“ löst bei vielen Menschen Unbehagen und Abwehr aus: „Ohne Herrschaft – also ohne Ordnung, das kann doch nicht sein!“ Es sind viele Vorurteile im Schwange, die dafür sorgen, dass Anarchismus beinahe ausschließlich mit Unordnung, Chaos und Zerstörung assoziiert wird. Dabei ist das Wort so alt wie die Zivilisation. Es leitet sich vom griechischen Begriff an-archia ab und bedeutet zunächst einmal die Abwesenheit von Herrschaft und Autorität. Anarchisten können sich eine Gesellschaft ohne Staat und Obrigkeit vorstellen, in der Entscheidungsprozesse von unten nach oben verlaufen und die Menschen über die Formen ihres Zusammenlebens und -arbeitens in freier Selbstbestimmung selbst entscheiden. Freilich segelten unter der Flagge des Anarchismus (im Sinne der Argumentation von Willy Brandt) immer wieder auch Gruppierungen und einzelne Individuen, die sich der Gewalt und der Verbreitung von Angst und Schrecken verschrieben hatten.
In Spanien hat der freiheitliche Anarchismus eine lange Tradition. Für rund siebzig Jahre war er dort eine revolutionäre Kraft und erlangte einen Einfluss, wie nirgends sonst auf der Welt. Schon während der Ersten Internationale (1864 bis 1872) unterstützte die spanische Sektion in den Konflikten zwischen Marx und Bakunin stets die Position Bakunins. 1910 schlossen sich in Barcelona einzelne Gruppierungen zur Konföderation anarchosyndikalistischer Gewerkschaften (CNT) zusammen, in der schon 1918 rund eine Million Arbeiter, das waren 80 Prozent aller Arbeiter Kataloniens, organisiert waren. 1927 wurde die Iberische Anarchistische Föderation (FAI) gegründet, der politische Arm der CNT. Nie und nirgends haben die Anarchisten sich allerdings als eine politische Partei verstanden. In Parteien erblickten sie Embryonen neuer Staatsapparate. Sie wollten sich des Staates nicht bemächtigen, sie wollten ihn abschaffen. Durutti, eine der Leitfiguren des katalonischen Anarchismus, hat immer darauf bestanden, dass die Revolution nicht auf die Diktatur einer Partei hinauslaufen dürfe, dass die neue Gesellschaft von unten nach oben hin aufgebaut sein müsse und nicht von oben her dekretiert werden dürfe. Ascaso, ein Freund und Genosse Duruttis, sagte: „Kein Mensch hat das Recht, einen anderen zu regieren.“ Die CNT war die einzige revolutionäre Gewerkschaft der Welt. Sie war nie ein Zusammenschluss von Beitragszahlern, der die materielle Lage der Arbeiterklasse verbessern wollte. Sie war entschlossen zum Kampf gegen die Kapitalistenklasse – bis zum endgültigen Sieg. Noch 1936 hatte die CNT bei rund zwei Millionen Organisierten nur einen einzigen bezahlten Funktionär. Ein bürokratischer Apparat existierte nicht. Auch die Führungskader arbeiteten weiter in ihren jeweiligen Betrieben. So glaubte man, sich vor der Bürokratisierung und Verselbständigung der Kader schützen zu können, die man an den großen europäischen Arbeiterparteien und Gewerkschaften beobachten konnte. Wahlen galten als Betrugsmanöver, denen man sich verweigerte. Von dieser rigiden abstentionistischen Haltung rückte man im Vorfeld der Wahlen von 1936 ab, was den Sieg der Volksfront erst möglich machte. Die CNT wurde in die Frente Popular eingebunden, trat später sogar in die Regierung ein, was sie zu Kompromissen nötigte, mit denen man sich allerdings schwer tat.

Über die Ursachen der Verbreitung des Anarchismus in Spanien ist viel geschrieben worden. Sie resultierte zum einen aus dem Einbruch der Maschine und der Industrie in eine Bauern- oder Handwerkergesellschaft. Die Masse der spanischen Bevölkerung hatte im Unterschied zu den Arbeitern Nordeuropas den kapitalistischen Geist noch nicht verinnerlicht und lehnte sich gegen die Verhaltenszumutungen der neuen Produktionsweise auf. Während sich die Arbeiter in den fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern im Rahmen einer weitgehend friedfertigen Arbeiterbewegung bemühten, unter den gegebenen Bedingungen von Lohnarbeit und Kapital das Beste für sich herauszuschlagen, mangelte es den Spaniern an Vertrauen in die moderne industrielle Version der westlichen Zivilisation. Sie bäumten sich gegen die Arbeit in Fabriken auf, die andernorts längst als Selbstverständlichkeit hingenommen wurde.
Die zweite Wurzel des Anarchismus ist das Elend einer Landbevölkerung, die vielerorts am Rande des Verhungerns lebte und von glühendem Hass gegen Großgrundbesitzer, Staat und Kirche erfüllt war, die ihr gegenüber als eine geschlossene Phalanx von Feinden auftraten. Dementsprechend existierten zwei Zentren des spanischen Anarchismus: der vergleichsweise hochindustrialisierte Nordosten Kataloniens rund um Barcelona, wo sich die städtisch-industrielle Variante des Anarcho-Syndikalismus entwickelte, und der ländliche Süden Andalusiens, wo der Anarchismus Anschluss fand an uralte Traditionen eines dörflichen Gemeinschaftslebens und eines im Volk verankerten Brigantenwesens. Franz Borkenau hat darauf hingewiesen, dass Einiges von dieser Brigantentradition für immer an der spanischen revolutionären Bewegung haftete. Das Verbindungsglied zwischen dem alten und dem neuen Geist findet sich bei Bakunin, der den revolutionären Räuber als Rächer der Unterdrückten und wahren Hüter des Geistes der Revolte pries. Ein Teilnehmer des asturischen Bergarbeiterstreiks von 1934 erklärte die Militanz der spanischen Arbeiter einem französischen Genossen gegenüber mit den Worten: „Ihr stammt von bürgerlichen Handwerkern ab; unsere Vorfahren waren Räuber.“

Was jedem auffällt, der sich mit der Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs beschäftigt, ist die enorme Härte und Grausamkeit, mit der der Klassenkampf ausgetragen wurde – und zwar auf beiden Seiten. Die Bourgeosie heuerte sogenannte Pistoleros an, die Jagd auf Anarchisten und Gewerkschaftsführer machten, die Anarchisten schlugen grausam zurück und verübten Racheakte. Dennoch trägt die Grausamkeit der faschistischen Seite einen besonderen Charakter, einen sadistischen Überschuss. Ihr Wahlspruch und Kampfruf war Viva la muerte, es lebe der Tod – eine zum Programm erhobene Nekrophilie. Arthur Koestler beschrieb in seinem Spanischen Testament seine Erlebnisse als Kriegsberichterstatter und während der Inhaftierung durch die Faschisten. Die Unterschiede zwischen linker und rechter Gewalt fasste er so: Die Republikaner „waren Soldaten des Volkes, Soldaten des Lebens, nicht des Todes.“ Alfred Kantorowicz verschlägt es mitunter die Sprache, wenn er Situationen schildert, in denen Interbrigadisten auf von den Faschisten getötete Kameraden stoßen. Man wird Theweleits Männerphantasien zur Hand nehmen und das Kapitel über Männerkörper und weißen Terror und blutigen Brei lesen müssen, wenn man sich so etwas wie einer Erklärung nähern will.

Die Anarchisten erwarteten die Errichtung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft nicht vom Staat und dem Gesetzgeber, sondern von unten, durch die Aktion der Arbeiter und Bauern selbst. In Barcelona wurden nach der Beendigung des Barrikadenkampfes in den ersten Tagen des Militärputsches die Fabriken von den Arbeitern und Technikern übernommen. Innerhalb weniger Tage waren die Privatunternehmungen in von den Belegschaften selbst verwaltete Kollektivunternehmen verwandelt. Wasser-, Gas- und Kraftwerke, Textilfabriken, Metallwerke, Handelshäuser und Kaufhäuser, der Hafenbetrieb, der Lebensmittelgroßhandel, das Hotel- und Gaststättengewerbe und andere Branchen wurden kollektiviert. Orwell hatte nach seiner Ankunft in Barcelona den Eindruck: „Vor allen Dingen aber glaubte man an die Revolution und die Zukunft. Man hatte das Gefühl, plötzlich in einer Ära der Gleichheit und Freiheit aufgetaucht zu sein. Menschliche Wesen versuchten, sich wie menschliche Wesen zu benehmen und nicht wie ein Rädchen in der kapitalistischen Maschinerie.“

Die Landbevölkerung eignete sich ohne Zwang und Befehl von oben den Boden an. Ihr Programm: die Enteignung des Landes, die Abschaffung des Geldes, die gemeinsame Arbeit von Männern und Frauen ohne Besitz und Entgelt, die, was sie brauchten, dem Dorfladen entnahmen. Augustin Souchy hegte die Vermutung, dass, wäre der Bürgerkrieg von den freiheitlichen Sozialisten/Anarchisten gewonnen worden, der spanische Kollektivismus zu einem gangbaren Dritten Weg neben Privatkapitalismus auf der einen und Staatskapitalismus auf der anderen Seite hätte werden können. Gegen diese Möglichkeit haben sich, wie wir noch sehen werden, alle verschworen. Wenn es hart auf hart kommt, ist den meisten der Faschismus doch lieber als die Herrschaft des Volkes.

Der Bürgerkrieg im Bürgerkrieg

Die Anarchisten wollten Krieg und Revolution miteinander verbinden. Die Geschichte der Russischen Revolution hatte sie gelehrt, misstrauisch gegenüber jenen zu sein, die behaupteten, man müsse erst seine Feinde besiegen, bevor man die soziale Revolution in Angriff nehmen könne. Dieses Argument hatte dazu gedient, neue zentralisierte Machtapparate auf- und auszubauen und die Veränderung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben. Die Sowjets (deutsch: Räte) blieben auf der Strecke, Partei und Staat bestimmten über Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Buenaventura Durruti war mit Nestor Machno befreundet, einem russischen Anarchisten und Guerillero, der in Paris im Exil lebte. Er berichtete ihm von seinen Erfahrungen mit den Bolschewiki und warnte ihn vor den Kommunisten. Bald schon stellte sich heraus, dass der Krieg die Revolution ausschloss und ihr Antlitz entstellte. Die Anarchisten mussten den Erfordernissen des Krieges Tribut zollen, von ihren Prinzipien abrücken und ein gewisses Maß an Disziplin, Organisation und Zentralisierung der Entscheidungen akzeptieren.

Früh kam es zu Spannungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten (PCE/PSUC) auf der einen Seite und den dissidenten Kommunisten (POUM) und Anarchisten (CNT/FAI) auf der anderen Seite. Zu verschieden waren die jeweiligen Standpunkte, strategischen Vorgehensweisen und Mentalitäten. Die Sowjetunion verband ihre Waffenlieferungen an die republikanische Seite mit der Bedingung, dass die spanische KP ihre Verteilung und Verwendung kontrollierte. Die Waffenhilfe der SU war zwar begrenzt, aber in bestimmten Momenten von ausschlaggebender Bedeutung. Der politische Preis, der dafür verlangt wurde, war enorm hoch. Der Einfluss der anfangs zahlenmäßig schwachen KP wuchs von Tag zu Tag. Hatte die PCE Mitte der 1930er Jahre noch 5.000 Mitglieder, waren es 1937 bereits 250.000. Sowjetische Kommissare und Agenten tauchten in Madrid, Barcelona, Valencia auf, übernahmen Beraterfunktionen im Militär- und Polizeiapparat und intrigierten gegen CNT, FAI und die als trotzkistisch geltende POUM. Die Fahndungsmentalität, die in Moskau herrschte – es war die Zeit der großen stalinistischen Schauprozesse und Trotzkistenverfolgung – griff auf Spanien über und vergiftete die Atmosphäre unter den einst gemeinsam Kämpfenden. Alfred Kantorowicz schildert in seinem Spanischen Kriegstagebuch das „grassierende Misstrauen“, „jeder überwacht jeden“, man redet den „Parteischranzen nach dem Munde“. „Die beste Sache wird oft von Menschen mitverteidigt, die man lieber auf der Gegenseite wüsste. Bedenklich ist, dass gerade solche neuerdings bei uns zum Zuge kommen, … “, resümiert Kantorowicz bitter.

Auch der junge deutsche Kommunist Walter Janka, der sich den Internationalen Brigaden angeschlossen hatte, bekam mit, dass hinter den Fronten Gefängnisse für Spione, Agenten und Trotzkisten eingerichtet wurden. Dort verschwanden Verdächtige – mit und ohne Prozess. Der Mann, der das organisierte, war ein gewisser Fritz Leissner, der als Beauftragter des NKWD unterwegs war und auf Anweisungen des Generals Orlow, den Stalin nach Spanien abkommandiert hatte, handelte. Später wurde Leissner unter seinem richtigen Namen Erich Mielke Chef der Staatssicherheit der DDR. Hans Beimler, dem unter abenteuerlichen Bedingungen die Flucht aus dem KZ Dachau gelungen war, gelangte als erstes Mitglied der Führungsriege der KPD nach Spanien und half, das Thälmann-Bataillon aufzubauen und wurde dessen Kommandant. Ernst Busch hat ihm eines seiner populärsten Lieder gewidmet. Am 1. Dezember 1936 wurde er an der Madrider Front hinterrücks erschossen. Sieben Tage vor Beimler war die Leitfigur des spanischen Anarchismus, Buenaventura Durruti, der mit seiner anarchistischen Miliz von der Aragón-Front zur Verteidigung von Madrid herbeigeeilt war, durch eine anonyme Kugel getötet worden, über deren Herkunft bis heute diskutiert und gestritten wird.

Im Mai 1937 entluden sich die Spannungen innerhalb des republikanischen Lagers in Barcelona in tagelangen blutigen Kämpfen, die circa 500 Tote und beinahe 1500 Verwundete hinterließen. Orwell hat diese Tage, die als Bürgerkrieg im Bürgerkrieg in die Geschichte eingegangen sind, in seinem Buch Mein Katalonien eindrucksvoll beschrieben. Immer wieder erinnert er daran: „Wenn man mit einem Todfeind Krieg führt, ist es zweifellos besser, sich nicht untereinander zu streiten.“ Nachdem Polizei-Einheiten der Guardias de Asalto auf Geheiß der Regierung in Barcelona auftaucht waren und die Barrikadenkämpfe beendet hatten, setzte unter der Regierung von Juan Negrin, der einen moskautreuen Kurs steuerte, eine Welle der Repression gegen Anarchisten und Mitglieder der POUM ein. Für die POUM und die Anarchisten ging es darum, die kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Revolution zu verbinden, während die neue Regierung die revolutionären Experimente beenden und sich auf die Bekämpfung der Putschisten und ihrer Verbündeten konzentrieren wollte. Die POUM warf Stalin vor, er opfere die spanische Revolution den Bedürfnissen der eigenen Politik. Künftige globale Auseinandersetzungen und den unvermeidlichen Krieg mit Nazi- Deutschland vor Augen, ging es Stalin darum, es mit den liberalen Demokratien des Westens nicht zu verderben. Stalin und damit auch die PCE und ihr katalanischer Ableger PSUC hatten aber auch deswegen kein Interesse an der Weiterentwicklung der spanischen Revolution, weil sie befürchteten, dass sie angesichts der Mehrheitsverhältnisse libertäre und anarchistische Züge tragen würde. In puncto Anarcho-Phobie unterscheidet sich ein linientreuer Kommunist kaum vom braven Kleinbürger. Für beide besitzt das Wort Anarchie einen bedrohlichen Klang, der ihrem Wahrnehmungssystem Gefahr und Desintegration signalisiert. Mit dem Begriff Revolution verbindet ein Kommunist das Beharren auf Ordnung und Disziplin. Er will ja am Typus der Industrialisierung nichts ändern, nur neue Verfügungs- und Kommandostrukturen einführen. Den Weg zur Revolution kann er sich nur über bestimmte Typen stabiler, disziplinierender Organisationen mit Strukturen von Befehl und Gehorsam denken, wie sie in kommunistischen Parteien vorliegen. Immer muss erst Ordnung herrschen, bevor Revolution sein kann, und auch danach muss schnell wieder Ordnung einkehren. Anarchisten, so ein alter kommunistischer Spruch, könne man in der Hitze des revolutionären Kampfes ganz gut gebrauchen, danach müsse man sich ihrer schnell entledigen. Anarchisten führten an zwei Fronten Krieg: Gegen die herrschenden Mächte in all ihren Gestalten, dann aber auch gegen Tyrannen und Bürokraten in den Reihen der eigenen Verbündeten. Zwischen diesen beiden Fronten wurden sie zerrieben. Bei Durrutis Begräbnis – er war am 20. November 1936 im Kampf um Madrid von einer Kugel unklarer Herkunft getroffen worden – waren 200.000 Leute in Barcelona auf den Straßen. Einen Monat nach seinem Tod hieß es in der Prawda: „Was Katalonien anlangt, so hat die Säuberung von Trotzkisten und Anarchisten begonnen, und sie wird mit derselben Energie durchgeführt werden wie in der UdSSR.“

„Hatten die Stalinisten wirklich der Revolution den Garaus gemacht?“, fragt Simone de Beauvoir in ihren Memoiren bang, und man merkt, wie schwer sie sich mit dieser Erkenntnis tut.

Buenaventura Durruti

Charisma hat man oder man hat es nicht – Buenaventura Durruti jedenfalls muss ein charismatischer Mann gewesen sein. Hans Magnus Enzensberger hat ihm in seinem immer noch sehr lesenswerten Buch Der kurze Sommer der Anarchie ein Denkmal gesetzt. Die amerikanische Anarchistin Emma Goldman schrieb einen Nachruf unter dem Titel: Durruti ist tot, aber er lebt, der mit dazu beitrug, dass er zu einer beinahe mythischen Gestalt wurde. In ihm verschmolzen brigantische und anarchistische Traditionen zu einer authentischen Einheit. Schon als Junge trat sein anarchistisches Temperament zu Tage. Buenaventura und seine Freunde holten sich das Obst von den Plantagen der Großgrundbesitzer. Als einer von diesen sie beim Diebstahl erwischte und darauf hinwies, dass das „sein Gutshof“ sei, fragte der kleine Buenaventura zurück: „Und mein Gutshof, wo ist der? Warum habe ich keinen Gutshof?“ Der Klärung dieser Frage widmete er sein Leben.
Durruti überfiel gelegentlich mit Genossen Banken, um anarchistische Projekte zu finanzieren. Sie nannten das „revolutionäre Gymnastik“. Einmal saß er bei einer angeregten Diskussion mit Genossinnen und Genossen in einem Café, als er von der ausgestreckten Hand eines Bettlers unterbrochen wurde. Durruti zog eine Pistole aus seiner Jacke. Er legte sie auf die Hand des Bettlers und riet ihm: „Nimm sie! Frag in einer Bank nach Geld!“

Einige Tage nach dem Sieg über die Putschisten in Barcelona zog Durruti an der Spitze einer vieltausendköpfigen Kolonne in die Provinz Aragón, deren Hauptstadt Saragossa von den aufständischen Militärs besetzt worden war. „In jedem Dorf, in jeder Stadt, durch die Durrutis Kolonne kam, vollzog sich, wie durch die magische Kraft eines Zauberstabes, eine soziale Revolution“, berichtet Augustin Souchy. Er sprach zu den Leuten und drückte aus, was sie fühlten. Weiter heißt es in Souchys Buch „Vorsicht: Anarchist!“: „In Durrutis Kolonne gab es nur gleichberechtigte Kameraden. Er aß das für alle gleich zubereitete Essen. Er schlief auf dem Boden, um sein Bett Bedürftigeren zu überlassen. Disziplin erzwang er nicht durch Subordination, er erreichte sie durch sein beispielhaftes Verhalten. Darin lag seine Stärke als Führer unter Gleichen. Glühender Idealist, unerschrockener Kämpfer, unkorrumpierbarer Charakter: das war Buenaventura Durruti.“ George Orwell, der das alles aus unmittelbarer Nähe mitverfolgte, schrieb: „Solange die spanischen Milizen sich hielten, waren sie gewissermaßen der Mikrokosmos einer klassenlosen Gesellschaft. In dieser Gemeinschaft, in der keiner hinter dem Geld herrannte, wo alles knapp war, es aber keine Privilegien und kein Speichellecken mehr gab, fand man vielleicht in groben Umrissen eine Vorschau davon, wie die ersten Schritte des Sozialismus aussehen könnten.“

In einem Interview mit dem Toronto Daily Star sagte der Interviewer zu Durruti: „Aber wenn Sie siegen, werden Sie auf einem Trümmerhaufen sitzen.“ Und dieser erwiderte: „Soll die Bourgeoisie ihre Welt in Stücke sprengen, bevor sie von der Bühne der Geschichte abtritt. Wir tragen eine neue Welt in uns, und diese Welt wächst mit jedem Augenblick heran. Sie wächst, während ich mit Ihnen rede.“

Zur Dialektik der Disziplin

Jetzt habe ich mich von meinen Sympathien für den „Communismo libertario“, den „freiheitlichen Kommunismus“, wie ihn die spanischen Anarchisten und Syndikalisten vertraten, aus der Kurve tragen lassen. Das war nur die eine Seite. Worin besteht die andere, was habe ich bisher unterschlagen?

Vor allem, dass zwischen den in Spanien kämpfenden Kommunisten aus aller Welt und dem „System des Stalinismus“ zu unterscheiden ist. Nicht alle waren auf Linie und hörten auf, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Dann: Die in den Internationalen Brigaden kämpfenden Genossen hatten etwas, was den Anarchisten häufig fehlte: Disziplin.
Selbstbeherrschung, Selbstdisziplin sind Fähigkeiten, die uns von unseren leibseelischen Zuständen unabhängig machen, die es uns gestatten, an Plänen, Entwürfen, Hoffnungen auch dann festzuhalten, wenn wir auf Hindernisse stoßen und zu Umwegen genötigt werden. Peter Brückner hat zur Dialektik der Disziplin angemerkt: „Ein jugendlicher Dissident und Anarchist, der begeistert auf die Pfiffe seines Turnherrn reagiert, ist ein überaus peinlicher Anblick; aber wartet nur ab, er wird dabei ‚Herr über sich selbst‘ und über gewisse herrschende Verhältnisse – anders würde er später kein leidlich disziplinierter Antifaschist.“ Zum Kampf gegen den Faschismus gehört es, nicht wegzulaufen, wenn einem ein Befehl erteilt wird. Damit taten sich die spanischen Anarchisten häufig schwer. Der nach Orwells Vorlage gedrehte wunderbare Film von Ken Loach „Land and Freedom“ liefert Anschauungsmaterial für diese Problematik.

Bei aller Sympathie für die oft jugendlichen Anarchisten verzweifelte George Orwell manchmal an deren Disziplinlosigkeit und Unpünktlichkeit. Vom Exerzieren in der Kaserne berichtet er: „Disziplin existierte nicht: wenn ein Befehl einem Mann nicht gefiel, trat er aus dem Glied und argumentierte heftig mit dem Offizier.“ Die Rekruten waren sechzehn- oder siebzehnjährige Jungen aus den Armenvierteln Barcelonas. „Wenn sie wussten, aus welchem Ende des Gewehrs die Kugel kam, so war das schon ihr ganzes Wissen.“ Niemand wusste, wie man ein Gewehr lädt, geschweige denn wie man damit zielt. Alle hatten Zeit und waren unpünktlich. „Theoretisch jedoch bewunderte ich die Spanier, weil sie unsere nordeuropäische Zeitneurose nicht teilen; aber unglücklicherweise bin ich selbst davon befallen.“ Die anarchistischen Milizen kämpften in den ersten Tagen und Wochen ausgesprochen tapfer und voller Begeisterung, mangelnde militärische Kenntnisse und Disziplin konnten aber auf lange Sicht nicht durch revolutionären Enthusiasmus kompensiert werden.

Als Alfred Kantorowicz als Assistent des Kommissars der 11. Internationalen Brigade in Madrid eingesetzt war, kam eines Tages ein junger Mann in sein Büro und bat ihn um ein vertrauliches Gespräch. Er sei Mitglied einer anarchistischen Formation aus Katalonien, die zur Verteidigung Madrids herbeigeeilt sei. Er bat den Kommunisten Kantorowicz um Hilfe und die Entsendung von Instrukteuren. Es gehe darum, weitere Opfer zu vermeiden. Was er damit meine, fragte Kantorowicz. Man habe vor ein paar Tagen ein Haus gestürmt und große Verluste dabei erlitten. Dann habe sich herausgestellt, dass in diesem Haus die eigenen Leute, also Republikaner, gewesen seien. Dann habe man versucht, einen Minenwerfer in Gang zu setzen. Dabei sei dieser explodiert und man habe zwölf Tote und acht schwer Verwundete zu beklagen gehabt. Vor allem deshalb sei er hier, denn am selben Abend noch sollten die anderen Minenwerfer ausprobiert werden. Entgeistert fragt Kantorowicz, ob sie denn keine Chefs hätten? Nein, Führer hätten sie natürlich nicht, auch keine Ränge, schließlich seien sie anarchistische Freiwillige. Jedes Mal, bevor sie „an die Front“ gingen, wählten sie Kameraden, die für diesen Tag verantwortlich seien. Allerdings niemals die gleichen, sondern reihum, damit möglichst jeder einmal die Verantwortung trage. „In keinem Augenblick meines Hierseins war ich so niedergeschlagen, nahezu hoffnungslos, wie während und nach dieser Unterredung. Alle Bemühungen der paar tausend Mann, die Madrid hielten – es sind mit Einschluss der zuverlässigen spanischen Bataillone nur ein paar tausend Mann – ihr Opfermut, ihre Disziplin schien mir unterzugehen in einem riesen Sumpf von Planlosigkeit, von Selbstvernichtung“, resümiert Kantorowicz und fährt fort: „Ganze Provinzen sind von zahlenmäßig bedeutungslosen, spontan agierenden und kühn geführten Grüppchen erobert worden, ganze Provinzen sind aber auch von führerlosen und kopflos agierenden Gewehrträgern verloren worden.“

Auch Hemingway, dessen Künstler-Temperament ihn eigentlich zum Sympathisanten der Anarchisten prädisponierte, sagt über Robert Jordan, die Hauptfigur seines Romans Wem die Stunde schlägt: „Für die Dauer des Krieges hat er sich der kommunistischen Disziplin unterworfen. Hier in Spanien sind die Kommunisten die diszipliniertesten Leute, und sie führen den Krieg auf die klügste und gesündeste Weise. Er unterwirft sich ihrer Disziplin für die Dauer des Krieges, weil sie, was die Kriegsführung betrifft, die einzige Partei sind, deren Programm und Disziplin er respektieren kann …“

Pablo Neruda hielt sich während des Spanischen Bürgerkriegs als Teilnehmer eines antifaschistischen Schriftstellerkongresses in Madrid auf. Angesichts der Disziplinlosigkeit und Gewalttätigkeit gewisser Anarchisten traf er eine Entscheidung: „Während diese Horden sich in Madrids blinder Nacht breitmachten, waren die Kommunisten die einzige organisierte Kraft, die ein Heer auf die Beine stellte gegen Italiener, Deutsche, Mauren und Falangisten. Sie waren gleichzeitig die moralische Kraft, die den antifaschistischen Widerstand und Kampf aufrechterhielt. Mit einem Wort: ich musste einen Weg wählen. Und das tat ich in jenen Tagen und habe meine Entscheidung, die ich zwischen der Finsternis und Hoffnung jener tragischen Epoche fällte, nie bereut.“

Auch Luis Buñuel fühlte sich von der Gewalttätigkeit und dem rüden Benehmen vieler Anarchisten abgestoßen und zu den Kommunisten hingezogen. Dennoch stellt er in seinem Erinnerungsbuch Mein letzter Seufzer fest: „1936 hat das spanische Volk zum ersten Mal in seiner Geschichte das Wort ergriffen. Instinktiv hat es zuerst die Kirche und die Großgrundbesitzer angegriffen, die Vertreter der generischen Ordnung seit eh und je. Mit den niedergebrannten Kirchen und Klöstern, mit den niedergemetzelten Priestern verwies es auf seinen Erbfeind. Auf der anderen, der faschistischen Seite wurden die Verbrechen von den vermögenderen, den kultivierten Spaniern begangen. Sie wurden größtenteils ohne wirkliche Notwendigkeit eiskalt begangen. Das lässt mich heute aus einer gewissen Distanz feststellen, dass das Volk im Grunde großzügiger ist. Die Gründe, die es für seine Auflehnung hatte, liegen offen zutage.“

Das zentrale Manko des Anarchismus besteht in seiner Geringschätzung der Eroberung der politischen Macht und seiner Scheu vor dem Umgang mit Macht und Herrschaft. Er strebt nach Machtlosigkeit in einer durch und durch vermachteten Welt. Als CNT und FAI nach wenigen Tagen des Kampfes in Barcelona de facto die Macht zufiel, verstanden sie es nicht, sie zu ergreifen und sinnvollen, gestalterischen Gebrauch von ihr zu machen. Leo Trotzki kommentierte aus der Ferne seines Exils: „Wer auf die Eroberung der Macht verzichtet, schanzt sie denen zu, die sie immer schon gehabt haben, nämlich den Ausbeutern.“

Fazit: Wir benötigen den Anarchismus als eine „Gewaltkur gegen die Alterskrankheit des Kommunismus“, wie die Brüder Cohn-Bendit es 1968 ausdrückten, als Korrektiv gegen die Gefahren der bürokratischen Erstarrung der Revolution. Die Anarchisten benötigen den organisierten Sozialismus/Kommunismus, weil sie es wegen ihres gebrochenen Verhältnisses zu Disziplin und Organisation nicht schaffen, die eruptive, augenblickshafte Energie und den Enthusiasmus der Massen in eine wirklich gefährliche Macht zu verwandeln. Statt sich wechselseitig zu befruchten und zu ergänzen und die jeweiligen Stärken zusammenzuwerfen, begannen Anarchisten und Kommunisten/Sozialisten sich bis aufs Messer zu bekämpfen. Man kritisierte und bekämpfte am anderen gerade das, was einem selber fehlte. Wir kommen nicht umhin festzustellen: Die Niederlage der Linken im Spanischen Bürgerkrieg geht nicht nur auf das Konto der Übermacht der Feinde, sondern auch auf das eines unseligen, selbstmörderischen Bruderkriegs.

Die Resurrektion des libertären Sozialismus

Mit dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs endet auch die Geschichte des Anarchismus als Massenbewegung. Er lebte in den Köpfen und Herzen einzelner weiter. Aber, heißt es bei Hegel, das Kommende treibt sich mitunter „sous terre“ herum: „Der Geist gräbt oft wie ein Maulwurf unter der Erde fort und vollendet sein Werk.“ Irgendwann stößt er wieder zur Oberfläche vor und wirft sichtbar seine Hügel auf.

Ein solcher Maulwurf könnte die Idee der Selbstverwaltung und des libertären Sozialismus sein, die ihre Anziehungskraft über all die Jahre nicht verloren hat und in der Hitze der Kämpfe immer wieder aufs Neue aus dem sous terre auftaucht. Zuletzt ergriff sie in Europa um 1968 herum die Massen, vor allem in Frankreich. Für Daniel Guérin, den Geschichtsschreiber des Anarchismus, verkörperte Daniel Cohn-Bendit diese Idee: „Er ist durch und durch libertär, im vollsten Sinne des Wortes.“ Daniel wird diese Charakterisierung heute nicht mehr so gern hören. Kürzlich sah ich ihn in einer Dokumentation, die Niko Apel während der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien gedreht hat. Sie fahren mit einem alten VW-Bus durch die Gegend und treffen unter anderem mit Repräsentanten der Landbesetzerbewegung zusammen. Eine junge Frau, für die Daniel eine Ikone des Widerstands ist, steht vor ihm und sagt voller Emphase und mit leuchtenden Augen: „Der Sozialismus lebt“. Es muss für Cohn-Bendit eine Begegnung mit seiner eigenen Jugend gewesen sein und man konnte sehen, dass ihn die Szene anrührte.

Man kann die Hoffnung hegen und in Ansätzen auch bereits beobachten, dass die Auflösungserscheinungen des kapitalistischen Typus der Industrialisierung und Modernisierung zu einer Wiederbelebung der Idee einer solidarischen Ökonomie und der Selbstverwaltung führen werden. Wir müssen uns von alten Bildern der Revolution verabschieden und sie uns als Bündelung verschiedener Widerstandsstränge und alltäglicher Subversionen vorstellen, die sich im sous terre anbahnen. Man muss natürlich immer auch damit rechnen, dass keine Bewegung entsteht, die dem Zerfall eine emanzipatorische Wendung geben kann. Für diesen Fall zog Marx die Möglichkeit des „gemeinsamen Untergangs der kämpfenden Klassen“ in Erwägung, ein Szenario, das Rosa Luxemburg später als „Barbarei“, Antonio Gramsci als „Zeit der Monster“ fasste. Wenn sich aber eine emanzipatorische Bewegung herausbildet, wird sie sich in den Kämpfen und Modellen wiedererkennen, die sich im Spanischen Bürgerkrieg entfalteten und die alternative Lebens- und Arbeitsformen vorwegnahmen.

Arthur Koestler hat sein Spanisches Testament einem im Gefängnis hingerichteten Genossen namens Nicolas gewidmet. Eines Tages fehlt er beim Rundgang auf dem Gefängnishof. „Dieses Buch ist dir gewidmet. Was hast du davon? Du könntest es auch nicht lesen, wenn du am Leben wärst. Deshalb haben sie dich ja erschossen: Weil du den unverschämten Wunsch hattest, lesen zu lernen. Du und ein paar Millionen deinesgleichen, die zu ihren alten Schießeisen griffen, um die neue Ordnung zu verteidigen, die euch später vielleicht lesen gelehrt hätte. Das nennt man einen bewaffneten Aufstand, Nicolas. (…) Das nennt man die Instinkte des Pöbels, Nicolas. Dass einer lesen lernen will und leben wie ein Mensch.“


Verwendete Literatur:

  • Abel, Werner/Hilbert, Enrico : »Sie werden nicht durchkommen«. Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution, Edition AV 2015
  • Augstein, Franziska: Von Treue und Verrat. Jorge Semprun und sein Jahrhundert, München 2008
  • Beauvoir, Simone de: In den besten Jahren, Reinbek 1969
  • Bernecker, Walther L.: Kollektivismus und Freiheit, München 1980
  • Borkenau, Franz: Kampfplatz Spanien, Stuttgart 1988
  • Blom, Philipp: Die zerrissenen Jahre 1918 – 1938, München 2014
  • Brandt, Willy: Hitler ist nicht Deutschland, Bonn 2002
  • Bredel, Willi: Spanien-Krieg, 2 Bände, Berlin/Weimar 1986
  • Cohen, Robert: Exil der frechen Frauen, Berlin 2009
  • Cohn-Bendit, Gabriel und Daniel: Linksradikalismus – Gewaltkur gegen die Alterskrankheit des Kommunismus, Reinbek 1968
  • Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt/Main 1972
  • Guérin, Daniel: Anarchismus, Frankfurt/Main 1969
  • Hemingway, Ernest: Wem die Stunde schlägt, Berlin-Frankfurt/Main 1958
  • Hobsbawm, Eric J.: Das Zeitalter der Extreme, München/Wien 1995
  • Hobsbawm, Eric J.: Sozialrebellen, Neuwied/Berlin 1971
  • Janka, Walter: Spuren eines Lebens, Berlin 1991
  • Joll, James: Die Anarchisten, Frankfurt/Main-Berlin-Wien 1966
  • Kantorowicz, Alfred: Deutsches Tagebuch, Erster Teil, Berlin 1978
  • Kantorowicz, Alfred: Exil in Frankreich, Frankfurt/Main 1986
  • Kantorowicz, Alfred: Spanisches Kriegstagebuch, Hamburg 1979
  • Kesten, Hermann: Die Kinder von Gernika, Leipzig 1985
  • Koestler, Arthur: Als Zeuge der Zeit, Frankfurt/Main 2005
  • Koestler, Arthur: Ein spanisches Testament, Berlin 1979
  • Macher, Julia: Der Pakt des Schweigens, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 7/2016
  • Malraux, André; Die Hoffnung, München 1986
  • Mann, Klaus: Der Wendepunkt, München 1981
  • Mann, Klaus: Mit dem Blick nach Deutschland, München 1985
  • Neruda, Pablo: Ich bekenne, ich habe gelebt: Memoiren, Darmstadt/Neuwied 1974
  • Padura, Leonardo: Der Mann, der Hunde liebte, Zürich 2012
  • Regler, Gustav: Das große Beispiel, Frankfurt/Main 1978
  • Regler, Gustav: Das Ohr des Malchus, Frankfurt/Main 1975
  • Renn, Ludwig: Der Spanische Krieg, Berlin 2006
  • Rocker, Rudolf: Aus den Memoiren eines deutschen Anarchisten, Frankfurt/Main 1974
  • Sartre, Jean-Paul: Die Mauer, Reinbek 1973
  • Schauff, Frank: Der Spanische Bürgerkrieg, Göttingen 2006
  • Souchy, Augustin: Anarcho-Syndikalisten über Bürgerkrieg und Revolution in Spanien, Darmstadt 1969
  • Souchy, Augustin: „Vorsicht: Anarchist!“ Ein Leben für die Freiheit, Darmstadt/Neuwied 1977
  • Weiss, Peter: Die Ästhetik des Widerstands, Frankfurt/Main 1988
  • Wohlfeil, Rainer: Der Spanische Bürgerkrieg 1936 – 1939, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, April 1968

[«*] Götz Eisenberg ist Sozialwissenschaftler und Publizist. Er arbeitete mehr als drei Jahrzehnte lang als Gefängnispsychologe im Erwachsenenvollzug. In der „Edition Georg Büchner-Club“ erschien dieser Tage unter dem Titel „Zwischen Arbeitswut und Überfremdungsangst“ der zweite Band seiner „Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus“.

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