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17. Dezember 2017
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Das Feindbild der Tagesschau ist in Gefahr. Weil Trump mit Russland beim Kampf gegen den IS zusammenarbeitet, regen sie sich furchtbar auf.

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik
Albrecht Müller

Als ich heute früh auf meinem iPad mal wieder sehen wollte, mit was uns die ARD-Redaktion Tagesschau überschüttet und einzunorden versucht, sind mir gleich zwei aufgeregte Meldungen aus Washington entgegengesprungen: 1. „Treffen mit Lawrow Gab Trump geheime Informationen an Moskau?“ und 2. „Vorwürfe gegen Trump. Trump soll regelrecht geprahlt haben„. Offenbar sind die Korrespondenten der ARD/Tagesschau wie ihre Kollegen der Washington Post und anderer US-Medien so auf Kalten Krieg getrimmt, dass schon die normale Zusammenarbeit zwischen dem Westen und Russland, zu der auch der Austausch von Geheimdienstinformationen gehört, den ARD-Korrespondenten das Abendessen in Washington vergällt. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Hier sind die Einführungstexte der Tagesschau:

zu 1.: „Hat US-Präsident Trump sensible Geheimdienstinformationen über den IS an Russland weitergegeben? Laut US-Medien soll dies beim Treffen zwischen Trump und dem russischen Außenminister Lawrow passiert sein. Die US-Regierung wiegelt ab – doch die Aufregung ist groß. Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Zu 2.: „Nach der Einschätzung von ARD-Korrespondentin Sandra Ratzow spricht einiges dafür, dass die Vorwürfe gegen US-Präsident Trump stimmen könnten. Noch halten sich die meisten Republikaner mit Kritik zurück, doch insgesamt könne der Vorfall Trump schaden.“

Die Tagesschau sollte abrüsten und ihre Korrespondenten davon in Kenntnis setzen, dass wir in Europa 1990 verabredet haben, an „Gemeinsamer Sicherheit“ zu arbeiten, wie es damals hieß.

Wie die NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser wissen, sind wir alles andere als Bewunderer des neuen US-Präsidenten. (Siehe dazu auch morgen in den NachDenkSeiten die Übersetzung eines Artikels des Observer über die Machenschaften Trumps bei der Entscheidung zum Brexit.) Aber die kritische Einstellung zu Trump muss ja nicht dazu führen, dass man gegen eine Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau im Kampf gegen den IS polemisiert.

Es wäre gut, wenn die Tagesschau Faktenfinder mal recherchieren könnten, wo der Schaden einer Zusammenarbeit in der beschriebenen Art zwischen Trump und dem russischen Außenminister liegen soll.

Aber vielleicht ist alles umsonst und die Tagesschau ist ein hoffnungsloser Fall. Weil das so aussieht, wäre es hilfreich, die NachDenkSeiten-Leserinnen und Leser würden in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis auf den Wandel der Tagesschau vom Informations- zum Indoktrinationsmedium aufmerksam machen.

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