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Pipifax: Truppenbesuche von Bundestagsabgeordneten in der Türkei

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Militäreinsätze/Kriege, Strategien der Meinungsmache

Gefühlt im Durchschnitt alle zwei Tage werden wir davon unterrichtet, meist mit dem Brustton der Empörung, dass unsere ehrenwerten Bundestagsabgeordneten die ehrenwerten deutschen Soldaten in der Türkei nicht mehr besuchen dürfen. Vor acht Tagen wurde sogar gemeldet, die Bundeswehr habe mit dem Abzug ihrer Flugzeuge vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik begonnen, um die Türkei für die Verweigerung von Truppenbesuchen zu bestrafen. Wir zahlen Geld für die Verlegung unserer Soldaten und ihrer Flugzeuge – damit das Recht unserer Abgeordneten durchgesetzt werden kann. Die Politiker, die solche Meldungen verlautbaren, und die Medien, die sie unendlich multiplizieren, haben offensichtlich nicht mehr alle Tassen im Schrank – könnte man denken. Aber das ist falsch gedacht. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Was hier vorgeht, ist ein wunderbares Beispiel für die in den NachDenkSeiten schon des Öfteren beschriebene Methode der Manipulation: „B sagen und A meinen und transportieren“. Die eigentliche Botschaft, die verbreitet werden soll, lautet: die Bundeswehr ist im Einsatz über Syrien, von der Türkei aus. Und dieser Einsatz ist ungeheuer wichtig. Auch wenn das deutsche Volk darüber vor Beginn nicht informiert worden ist und schon gar nicht mit ihm darüber ernsthaft diskutiert worden ist. Jetzt wird uns nachträglich beigebracht, dass es diese Mission gibt und wie wichtig sie ist. So wichtig, dass unsere Abgeordneten auf Kosten der Steuerzahler dorthin fliegen müssen, und so wichtig, dass der Krach mit der Türkei verschärft werden muss, und so wichtig, dass neue Kosten und Mühen zur Verlegung unserer Flugzeuge und Soldaten nicht gescheut werden dürfen.

Es ist zum Übergeben.

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