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Leser-Mails zum Artikel „Kriegsgefahr. ‚Die Trump-Revolution marschiert‘“

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Leserbriefe

Am 10. Oktober 2017 hatten wir das „Morning Briefing“ des Herausgebers des Handelsblatts Gabor Steingart wiedergegeben. Dazu kamen einige Leser-Mails, die wir Ihnen gerne zur Kenntnis geben. Albrecht Müller.

  1. Leserbrief Tilo Gräser: Nachdenkliches zu Ihrem Text „Kriegsgefahr. ‚Die Trump-Revolution marschiert‘“
    (11.10.2017)

    Lieber Albrecht Müller,

    mit Interesse habe ich Ihren heutigen Beitrag „Kriegsgefahr. ‚Die Trump-Revolution marschiert‘“ gelesen.

    Er lässt mich ehrlich gesagt nachdenklich und besorgt zurück.

    Das, was Gabor Steingart da beschreibt, macht mir Sorgen. Wenn das stimmt, schon in der Tendenz, dann ist tatsächlich die Kriegsgefahr näher, als wir jemals glaubten. Dann erscheint alle Hoffnung, dass mit der Niederlage von Hillary Clinton und der hinter ihr stehenden Kräfte gegen Donald Trump Ende 2016 die Gefahr eines großen Krieges geringer geworden sei, hinfällig und das Gegenteil der Fall. Dann wurde gewissermaßen der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Sicher war bisher, dass Trump alles andere als ein Engel ist, dass er mindestens innenpolitisch für die USA ein Rückschritt bedeutet. Sicher war auch bisher, dass seine Wahl zum US-Präsidenten kein himmlisches Ereignis war, das das Land überkam, sondern ein Ergebnis seines Zustandes, seiner Entwicklung auch unter Barack Obama, für die nicht nur dieser, sondern alle politischen Kräfte und zuallererst die tatsächlich herrschenden Kräfte der USA die Verantwortung tragen. Insofern ist Trump ein Produkt und ein Symbol für diese Entwicklung, wie es auch sein Weg bis dahin ist.

    Für manche Beobachter schien er zumindest außenpolitisch andere Wege gehen zu wollen. „America first“ schien für ihn nicht zu bedeuten, das der ganzen Welt zeigen zu wollen, sondern eben alle politischen Maßnahmen diesem inneren Ziel unterzuordnen, was auch bedeuten konnte, dass er für dieses Ziel auf manches kostspielige außenpolitische und ganz einfach imperialistische Kriegsabenteuer verzichtet. Der Konflikt mit Nordkorea scheint auf das Gegenteil hinzuweisen, auf die Fortsetzung der alten imperialistischen US-Politik mit noch schlimmeren Mitteln. Schon der Tomahawk-Angriff auf Syrien im April deutete darauf hin. Vielleicht ist es so und jede Hoffnung auf eine andere US-Außenpolitik mit weniger Krieg nur Träumerei.

    Aber mir macht Sorge, dass es dennoch anders sein könnte und die Medien, auch die hiesigen und ein sich nun kritisch gebender Ex-Spiegel-Journalist wie Gabor Steingart, nur fortsetzen, was läuft, seitdem Clinton im November 2016 die Wahl verlor: Kampf gegen Trump mit allen Mitteln, auch den der „Eindämmung“ und notfalls auch damit, dass er zu Handlungen getrieben wird, deren Folgen er mit seiner außenpolitischen Unerfahrenheit nicht überblickt. Wenn dann eintritt, was all seine offenen und verdeckten Gegner vorhersagten, dann können sich diese zurücklehnen und sagen: Wir haben es euch ja gesagt. Den Preis dafür bezahlen andere.

    Wie komme ich darauf? Ihr Text bzw. die Zitate von Steingart erinnerten mich an etwas, worauf mich vor einiger Zeit der Politologe Erhard Crome in einem Interview aufmerksam machte:

    „… Als Beispiel für die einseitige Position auch der deutschen Medien gegenüber Trump verweist Crome auf die Pressekonferenz des US-Präsidenten vom 16. Februar 2017. In den USA wie auch hierzulande sei nahezu einhellig berichtet worden, der Präsident habe die Presse beschimpft, gelogen und Fragen nicht beantwortet. Das von der Zeitung New York Times online veröffentlichte Wort-Protokoll zeige, worüber „ebenso einhellig nicht berichtet worden war“. So zum Beispiel darüber, dass Trump die Fragen über seine angeblichen russischen Verbindungen als „Trick“ bezeichnete und sagte, dass es gut wäre, wenn die USA und Russland zusammenkämen und Gemeinsamkeiten fänden. Eine Zuspitzung des Konfliktes zwischen beiden Nuklearmächten könnte zu einem „nuklearen Holocaust ohnegleichen“ führen, warnte er und sagte: „Wenn wir gute Beziehungen zu Russland hätten, wäre das eine gute Sache, keine schlechte Sache.“ Das war in hiesigen tonangebenden Medien nicht zu lesen oder zu hören. Nicht nur die deutsche Politik leidet anscheinend, sondern auch in den deutschen Großmedien „schwellen die Stoßgebete an, der ungeliebte Präsident möge doch von seinen innenpolitischen Feinden, den interventionistischen Globalstrategen, gestürzt werden. …“

    Crome zitiert da etwas, was hierzulande nicht so bekannt zu sein scheint und auch mir entgangen war: Trump weiß um die Gefahr eines Nuklearkrieges und hat anscheinend kein Bedürfnis einen solchen auszulösen. Auch bei Steingart ist kein Hinweis auf diese Rede in New York zu finden, dafür Zitate anderer Trump-Äußerungen.

    Cromes Buch „Trump und die Deutschen“ beginnt übrigens mit dem Kapitel „Zweiter Koreakrieg?“. Er erinnert darin daran, dass Obama, wie sein Vorgänger George W. Bush, gegen die zuvor vorsichtig begonnene Aussöhnungspolitik Südkoreas gegenüber Nordkorea agierte und auf Konfrontation gegenüber Pjöngjang setzte. Crome schreibt auch, Korea sei „der entscheidende Testfall, ob die Außenpolitik der USA mit Trump, wie angekündigt, das traditionelle Fahrwasser des weltweiten militärischen Interventionismus verlässt. Oder ob, wie beim Amtsantritt von Obama, wieder nur die Rhetorik verändert wurde.“

    In einem anderen Interview schrieb der Politologe Folgendes:

    „… US-Verteidigungsminister James Mattis habe gewarnt, bei einem militärischen Konflikt gebe es Millionen Opfer und dass die erste Verteidigungslinie die Diplomatie sei. Der Politologe sieht keine Absicht der Trump-Administration, den Konflikt absichtlich zuzuspitzen.

    „Im Gegenteil: Wenn Trump sagt, er hat da einen Konflikt geerbt, den seine Vorgänger produziert haben, wo alle nichts zustande gebracht haben und er muss sich jetzt darum kümmern – das kommt aus der tiefsten Seele, weil er sich mit diesen Dingen eigentlich gar nicht beschäftigen will. …“

    Ich weiß nicht, ob Crome mit seiner Analyse bzw. seiner Sicht Recht hat. Er gibt auf jeden Fall genügend Grund für Zweifel auch an dem, was Steingart schreibt. Crome erinnert in seinem Buch an Trumps Rede vom 27.4.2016 in Washington, in welcher er seine außenpolitischen Ideen darlegte. Vieles darin klang nach einem Kurswechsel. Soll genau dieser verhindert werden, wird jetzt, nachdem die „russische Karte“ gegen Trump nicht richtig stach, von seinen Gegnern die „nordkoreanische Karte“ gezogen? Welche Rolle spielen jene in Trumps Umfeld dabei, auch jemand wie Rex Tillerson? Ich weiß es nicht, ich habe da bloß Zweifel, nachdem ich verschiedene Hinweise auf die Rolle der Militärs in der Trump-Administration zur Kenntnis nahm, worüber ich auch geschrieben habe. Darin habe ich auch auf Folgendes hingewiesen:

    „… Es gab in der US-Geschichte bereits einen Putschversuch: 1934 gegen den US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, angezettelt von der Wall Street. Er scheiterte nur, weil der dafür als Diktator auserkorene Ex-General Smedley Butler kurz vorher ausstieg und die Pläne öffentlich machte. ‚Butler zufolge hatten Roosevelt-feindliche Oligarchen, darunter J. P. Morgans Sohn Jack und der reiche Du-Pont-Wirtschaftsclan, versucht, ihn, Butler, als Anführer eines Aufstands verzweifelter Veteranen anzuheuern, um Roosevelt aus dem Amt zu jagen‘, berichten der Regisseur Oliver Stone und der Historiker Peter Kuznick in ihrem 2015 veröffentlichten Buch über „Amerikas ungeschriebene Geschichte“.

    Präsident Roosevelt habe das Big Business verärgert, sich gegen die Wall Street gestellt und „opferte den Außenhandel und seine Profite zugunsten der binnenwirtschaftlichen Erholung“, erinnern die beiden Autoren. Smedleys Enthüllungen seien damals von führenden Medien als „paranoide Verschwörungstheorien“ abgetan worden. Doch der damalige Untersuchungsausschuss des US-Repräsentantenhauses unter John McCormack habe alle Aussagen des Ex-Generals überprüft. Laut Stone und Kuznick war das Ergebnis, „dass in der Tat Versuche zur Gründung einer faschistischen Organisation in den USA ‚diskutiert und geplant worden waren und möglicherweise umgesetzt worden wären, wenn die Geldgeber das für zweckdienlich gehalten hätten‘ …“ (Was mir daran besonders auffiel, das habe ich fett markiert.)

    Dann gibt es noch einen historischen Hinweis, die Geschichte des US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, der am 17. Januar 1961 bei seiner öffentlichen Abschiedsrede vor der unkontrollierten Macht des Militärisch-industriellen Komplexes warnte: Vor Kurzem stieß ich bei Recherchen mal wieder auf Fletcher L. Prouty, den einstigen Offizier der US Air Force, der sich mit der Rolle der US-Geheimdienste in der Politik beschäftigte. Es ging dabei um den U-2-Abschuss 1960, der die Friedenskonferenz in Paris scheitern ließ. Prouty hat sich ausführlich damit beschäftigt und kam u. a. zu dem Schluss, dass der Militärisch-industrielle Komplex die Friedenspläne des damaligen US-Präsidenten Eisenhower torpedieren wollte (hier nachzulesen).

    Prouty bezeichnet in seinem eigenen Buch „The Secret Team“ den Abschuss der U-2 am 1. Mai 1960 als „ein höchst ungewöhnliches Ereignis“ vor dem Hintergrund eines „ungeheuren verborgenen Kampfes [zwischen] den von Präsident Eisenhower angeführten Friedensstiftern“ und dem „inneren Zirkel“ von Dulles. In dem 1992 erschienenen Buch „JFK – Der CIA, der Vietnamkrieg und der Mord an John F. Kennedy“ meint Prouty: „Eisenhower setzte große Hoffnungen auf seinen Kreuzzug für den Frieden. Voraussetzung dafür war eine erfolgreiche Gipfelkonferenz im Mai 1960 in Paris und ein anschließender Besuch bei Chruschtschow in Moskau.“ Deshalb habe das Weiße Haus kurz vor dem Gipfel alle Spionageflüge und auch US-Kriegshandlungen, offene oder verdeckte, gestoppt. Die U-2 mit Powers sei dennoch gestartet, mit den bekannten Folgen bis hin zur Absage des Eisenhower-Besuches in Moskau (siehe hier).

    Dazu passt aktuell das, was im Februar 2017 in der australischen Canberra Times zu lesen war: „America’s military-industrial complex will use Trump’s presidency or end it”.

    Auch das sorgt mit dafür, dass mich nachdenklich werden lässt, was Sie von Steingart wiedergeben und wie Sie es werten.

    Am Ende bleibt, dass ich es nicht besser weiß, bloß, dass ich misstrauisch bin auch gegenüber solchen Texten wie dem von Steingart. Es kann sein, dass jegliche Hoffnung auf eine andere Außenpolitik der USA unter Trump nur leere Hoffnung ist, nicht nur, weil dieser ein Produkt dieses Systems ist und nicht ersichtlich ist, warum gerade er mit all seinen Regeln brechen sollte. Es gibt sicher berechtigte Zweifel, warum ausgerechnet Trump, anders als seine Amtsvorgänger, nicht eine Figur sein sollte, mit der die tatsächlich in den USA Mächtigen und Herrschenden spielen bzw. die sie führen, um die ihnen genehme Politik machen und durchsetzen zu lassen.

    Zum Abschluss fällt mir ein, was William Pfaff zum Thema am Beispiel Obamas 2011 schrieb (von den Blättern auf deutsch veröffentlicht, siehe Prof Stephen Cohen über Trump und Außenpolitik_ Atomwaffen_Beziehungen USA Russland.doc): „Bis zu welchem Grad ist die Macht eines US-Präsidenten, über Krieg oder Frieden zu entscheiden, heute geschwächt, ja unter wichtigen Gesichtspunkten sogar in andere Hände übergegangen? Diesen Prozess hat Andrew J. Bacevich in seinem jüngst erschienenen Werk „Washington Rules: America’s Path to Permanent War“, einem ebenso glänzenden wie mutigen Buch, in aller Klarheit beschrieben. (Bacevich lehrt an der Boston University und gehörte zuvor viele Jahre lang der US Army an.)

    Man könnte den Vorgang als einen lautlosen Staatsstreich gegen das Präsidentenamt bezeichnen, doch ein Staatsstreich geschieht vorsätzlich: Er bedarf eines verantwortlichen Akteurs, der den coup d’état auslöst, um damit einen bestimmten Zweck zu erreichen. Bacevich geht aber davon aus, dass es einen institutionellen oder geistigen Staatsstreich geben kann, der sowohl von außen kommen, als auch innerhalb der Regierung selbst entstehen kann. Seine Besonderheit besteht darin, dass er eine Situation herbeiführt, in der ein Staats- oder Regierungschef nicht länger über die Freiheit verfügt, so zu handeln, wie er vielleicht handeln möchte, weil ihm alle Türen, außer einer einzigen, verschlossen wurden. …

    Was Obama ebenso blockiert und wahrscheinlich auch weiterhin in Abhängigkeit von der Gnade des Pentagons und der Presse halten wird, ist eine Öffentlichkeit, die wenig begreift, aber umso bereitwilliger „patriotisch“ reagiert. „Niederlagen“ sind in der Teapot-Stimmung nicht vorgesehen. …“

    Seit Langem teile ich die Hoffnung einiger nicht, dass sich im politischen System der USA einiges durch Trump ändert, was noch bis Obama gang und gäbe war. Warum sollte dem US-Macht-Establishment nicht auch mit und bei Trump gelingen, was ihnen bis zu Obama noch mit jedem US-Präsidenten gelungen zu sein schien?

    Und genau das macht mir Sorge. Und an diese Sorge hat mich Ihr Beitrag und das, was Steingart schrieb, erinnert. Ich möchte gar nicht Recht haben mit meinen Zweifeln und wünsche mir, die Hoffenden behalten Recht.

    Entschuldigen Sie, dass ich es so ausführlich wiedergab, aber es beschäftigt mich schon lange, auch wenn ich weiß, dass wir alle nur beobachten können, was geschieht. Wen interessieren schon unsere Sorgen und unsere Fragen nach „Wem nutzt es?“?

    Mit herzlichen Grüßen
    Ihr Tilo Gräser

  2. Leserbrief C. G.: Kriegsgefahr. „Die Trump-Revolution marschiert“
    (11.10.2017)

    Lieber Herr Müller, 

    ich denke, wir sollten beim Augenreiben bleiben. 

    Kriegsgefahr besteht, das ist klar, davor warnen Sie ja seit Jahren, aber auf seriöse und fundierte Art und Weise. 

    Das Geschreibsel des Herrn Steingart hingegen ist sehr seltsam. Das klingt mir eher nach einem transatlantischen Meinungsmacher, dem die Felle davon zu schwimmen scheinen. Für mich klingt das nach einem, der dem Wunsch nach einem schnellstmöglichen Amtsenthebungsverfahren Ausdruck verleihen möchte – das kann er ja tun, doch WAS bzw. WER soll denn danach kommen – etwa solche Kaliber, die dann ihre Abenteuer in der Ukraine und Osteuropa weiter ausdehnen können? 

    Die Nordkorea-Sache ist sicher nicht ungefährlich, aber das scheint mir in erster Linie ein Muskelspiel zu sein, um die Rüstungsindustrie noch weiter anzukurbeln. 

    Friedliche Grüße
    C. G.

  3. Leserbrief: Burkhard Wolff: Kriegsgefahr. „Die Trump-Revolution marschiert“
    (10.10.2017)
    Hallo NDS,

    ich habe trotzdem lieber den vergleichsweise ehrlichen „Deppen“ als Hillary.

    Trump bringt zwar den ganzen Plan der US-Schattenregierung durcheinander, im Nahen Osten aufzuräumen. Aber er macht das ohne Maske.

    Zum Krieg und zur Aufrüstung aufgerufen hatte schon Obama und möglicherweise wäre jetzt der Iran im Plan dran gewesen, in den Hillary ihre Truppen rumwühlen lassen würde.

    Wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Senat die Verschärfung der neuen Sanktionen gegen Russland, Trump übertölpelnd durchgesetzt hat und die FED schon angefangen hat die Zinsen zu erhöhen.

    Es muss nicht nur der US-Wirtschaft enorm dreckig gehen.

    1. Jede abgefeuerte Drohne und Rakete bringt wohl seit Jahren als einziges Geld in die Statistiken. (Wir wissen, dass das eine Trickbuchung ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Presse mit der Machtübernahme von Kim in Nordkorea sehr deutlich nach einem lokalen Atomschlag lechzt und darüber alle veralteten Atomsprengköpfe recycelt werden können.)

    2. Die Bevölkerung ist erheblich aufgerüttelter und „Revolutionsbereiter“ als es zu uns rüber kommt. (Wen wundert es, wo diese menschenverachtende Handlungsweise gegenüber dem eigenen Volk, genannt Neoliberalismus dort schon länger grassiert.)

    3. Die Bedingungen für eine Weltwirtschaftskrise sind von allen Politkern des Westens und der FED gesetzt. Das Kartenhaus wackelt mit jeder Erhöhung und ich befürchte, dass Draghi dazu ausersehen wurde, den entscheidenden Zinsanstoß zu bringen. (In dem Zusammenhang sind vielleicht die von Ihnen gemachten Beobachtungen in Bezug zur Digitalisierung wichtig? – Im Übrigen wird es China nicht besonders treffen. Die hatten vor ein paar Jahren bereits einen erfolgreichen Probelauf in Bezug zu Kursstürzen nahe 30 %.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Burkhard Wolff

  4. Leserbrief: Dieter Gabriel: Kriegsgefahr. „Die Trump-Revolution marschiert“
    (10.10.2017)

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    sehr interessanter Artikel.

    Zur Person Robert Mercer habe ich mal etwas gekramt, Wikipedia:

    „Mercer gilt als einer der zehn US-Milliardäre mit dem größten politischen Einfluss. Allein 2016 wendete er dafür 25 Mio. $ auf. Große Teile davon gingen an Super-PACs, welche die Republikaner unterstützen, und er ist der Hauptspender des Super-PACs Make America Number 1, in dessen Vorstand seine Tochter Rebekah saß und der Stephen Bannon als Leiter der Präsidentschaftskampagne Trumps engagierte. Bannon gilt als wichtigster politischer Berater der Mercers.“

    Zum Thema Super-Pacs:

    „Super-Pacs sind politische Aktionsplattformen, die einzelne Kandidaten unterstützen, formell aber unabhängig von deren Kampagnen sein müssen. Die wichtigste Aufgabe der Super-Pacs liegt darin, Geld für Wahlwerbung einzusammeln. Für schwerreiche Sponsoren sind sie der leichteste Weg, um beliebig hohe Summen in den Wahlkampf fließen zu lassen. Es gibt keine Obergrenzen.

    Auch ohne Absprache mit der offiziellen Kampagne eines Kandidaten können die Unterstützerplattformen mit ihren finanziellen Mitteln den Wahlkampf von Bewerbern entscheidend prägen, indem sie massiv in Straßenwerbung, TV-Spots und Broschüren investieren. Der Umweg wird immer stärker genutzt, die Superreichen spenden mehr denn je.“

    Und eine Auflistung dazu.

    Interessant ist der Artikel über Nordkorea und den Aussagen von Jimmy Carter in den Gulf News, den ich letzte Woche in Abu Dhabi las:

    „Over more than 20 years, I have spent many hours in discussions with top North Korean officials and private citizens during visits to Pyongyang and to the countryside. I found Kim Il-sung (their “Great Leader”), Kim Yong-nam, president of the Presidium of the Supreme People’s Assembly, and other leaders to be both completely rational and dedicated to the preservation of their regime.

    What the officials have always demanded is direct talks with the US, leading to a permanent peace treaty to replace the still-prevailing 1953 ceasefire that has failed to end the Korean conflict. They want an end to sanctions, a guarantee that there will be no military attack on a peaceful North Korea, and eventual normal relations between their country and the international community. …“

    „The top priority of North Korea’s leaders is to preserve their regime and keep it as free as possible from outside control.

    serve their regime and keep it as free as possible from outside control. They are largely immune from influence or pressure from outside. …“

    „Until now, severe economic sanctions have not prevented North Korea from developing a formidable and dedicated military force, including long-range nuclear missiles, utilising a surprising level of scientific and technological capability. There is no remaining chance that it will agree to a total denuclearisation, as it has seen what happened in a denuclearised Libya and assessed the doubtful status of US adherence to the Iran nuclear agreement. …“

    „The next step should be for the US to offer to send a high-level delegation to Pyongyang for peace talks or to support an international conference including North and South Korea, the US and China, at a mutually acceptable site.“

    Grüße
    Dieter Gabriel

  5. Leserbrief: Harald Pfleger: Außenpolitische Konflikte durch den „Polterer“ Trump und seine innenpolitische Gegner, die „Brandstifter“
    (11.10.2017)

    Liebes Team der Nachdenkseiten,

    in den letzten Wochen wurden Donald Trump und die nordkoreanische Führung von den westlichen Mainstreammedien als die beiden Parteien hingestellt, die einen gefährlichen Krieg heraufbeschwören könnten. Dabei kann es den westlichen und speziell den amerikanischen Geheimdiensten ja gerade recht sein, wenn Trump den Kim provoziert, damit dieser mit seiner entsprechenden Gegenreaktion wieder als gefährlich hingestellt werden kann. Die eigentlichen Drahtzieher sind und waren Trumps Vorgänger, welche die Regime-Changes in vielen Ländern der Welt vorangetrieben und gesteuert haben. Seltsamerweise fingen unsere Medien und Politiker erst bei Trump an aufzumüpfen, als dieser sich in die Angelegenheiten anderer Länder in drohender Form einmischte. Wobei die Beschimpfung Trumps durch deutsche Politiker und Journalisten auch nicht gerade zimperlich war. So war nicht nur oft vom „Trumpeltier“ die Rede, sondern der ehemalige Fernsehmoderator des ZDF nannte ihn sogar einmal einen Idioten in einer Livesendung. Und das ging unwidersprochen über die Bühne. So etwas ist bei uns möglich. Eigentlich steht darauf sogar eine Anzeige wegen Beleidigung. Aber dann groß aufregen über anonyme Hetze im Netz. Viel gefährlicher als Trumps poltern sind die hinterhältigen Einmischungen der westlichen Geheimdienste, die viele gewählte Regierungen in Asien und Nordafrika zu Fall brachten und uns die Terroranschläge bescherten. Wie kann man bei Donald Trump so schön sagen: „Hunde, die bellen, beißen nicht!“

    Bis zum nächsten Leserbrief verbleibe ich Ihr
    Harald Pfleger

  6. Leserbrief Rolf Schmid: Zum Artikel „Kriegsgefahr. Die Trump-Revolution marschiert“
    (10.10.2017)

    Sehr geehrter Herr Müller,

    Dass die Kriegsgefahr steigt, ist längst klar; insbesondere Dr. Paul Craig Roberts weist darauf seit Monaten immer wieder hin. Dass die technische Weiterentwicklung der US-Atomwaffen dem Zweck dient, einen Atomkrieg für die USA „führbar“ und am eigenen Land möglichst folgenlos vorübergehen zu lassen, ist ebenfalls seit Langem – und lange bevor Trump die politische Bühne betrat – klar.

    Trotzdem bezweifle ich die Darstellung von Gabor Steingart, der Trump der hemmungslosen Kriegstreiberei bezichtigt, weil das nicht zu seinen Äußerungen im Wahlkampf d. h. VOR seiner Wahl passen würde, wo er wiederholt z. B. die Beendigung der permanenten Kriege der USA, nicht nur in Afghanistan, sowie eine Verständigung mit Russland forderte. Dass Trump in der Zwischenzeit – „nur“ um sein Fell zu retten(?) – zum kaum noch zu bremsenden Kriegstreiber geworden sein soll, wage ich daher zu bezweifeln.

    Für möglich halte ich dagegen, was ein US-Neurochirurg vor einigen Wochen publizierte, nämlich, dass Trump partiell GEISTESKRANK ist und unter dem enormen Druck, unter dem er „Dank“ seiner allzu vielen Feinde im eigenen Land steht, „durchdrehen“ könnte, was seine nächste Umgebung, also Außenminister Tillerson und die drei Generäle, zu verhindern bemühen. Denn denen ist, vermutlich im Gegensatz zu Trump, klar, dass ein Angriff auf Nordkorea zumindest die Vernichtung großer Teile Südkoreas, insbesondere der Hauptstadt SEOUL, sowie vielleicht auch Okinawas und anderer Teile Japans zur Folge haben könnte.

    Für die „Renovierung“ der taktischen US-Atomwaffen zum Zweck eines gezielten Angriffs auf russische und chinesische Verteidigungsstellungen sind ganz andere verantwortlich, was sich alleine schon daran zeigt, dass damit bereits lange vor Trumps Präsidentschaft begonnen wurde. Es wurde ja bereits zu Zeiten des deutschen Topspions RUPP in den 60er Jahren bei der NATO darüber geredet.

    Für mich ist das Schlimmste daran, wenn ich einmal von „Armageddon“ absehe, dass ausgerechnet die Regierung des Landes, das in jedem Fall auch bei einem „bloß“ taktischen Atomschlag mit der totalen Vernichtung rechnen muss, nämlich die Bundesrepublik Deutschland, in der Person von Frau Merkel, die praktisch wieder gewählte Kanzlerin, zu den aktivsten Kriegstreibern außerhalb der USA zählt! Dabei spielen die BRD-Massenmedien, ebenso wie in den USA sowie den meisten anderen NATO-Ländern, aktiv mit, vermutlich, weil sie geistig und/oder finanziell „bestochen“ sind!

    Dass diese Kreise noch immer pro Russland-Sanktionen sind, obwohl der Ukraine-Umsturz mit fünf Milliarden Dollar völkerrechtswidrig „gefördert“ wurde und den Hauptzweck hatte, sich des russischen Stützpunkts auf der Krim, Sewastopol, zu bemächtigen, wird ebenso ignoriert, wie die Tatsache, dass die NATO-Stützpunkte entlang der Grenze Russlands eine – gerade noch – rechtzeitige, „passende“ Antwort Russlands geradezu herausfordern!

    Die USA sind eine Weltmacht im Niedergang. Das wissen die wirklich Mächtigen dieses Landes, zu denen die US-Waffenindustrie gewiss zählt, ganz genau. Und deshalb ist ein „letzter Befreiungsschlag“ in Gestalt eines möglichst punktgenauen Erstschlags gegen Russland und China mit taktischen Atomwaffen aus deren Sicht geradezu zwingend. Dass ausgerechnet die allermeisten Europäer bzw. deren Regierungen daran – und sei es auch nur durch Schweigen – mitwirken, lässt mich an deren Verstand zweifeln bzw. an die berühmt-berüchtigten Lemminge denken, die sich gemeinsam in den Abgrund stürzen!

    Für mich besteht kein Zweifel, dass es zum Krieg kommt. Und wenn die USA Atomwaffen einsetzen, wird es zu einem mörderischen, dem höchstwahrscheinlich mörderischsten Krieg der bisherigen Menschheitsgeschichte, und damit auf unabsehbare Zeit auch letzten, Krieg kommen!

    Mit freundlichen Grüßen
    Rolf Schmid

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