{"id":14913,"date":"2012-10-31T16:48:23","date_gmt":"2012-10-31T15:48:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=14913"},"modified":"2013-01-08T08:21:36","modified_gmt":"2013-01-08T07:21:36","slug":"vorwort-einleitung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=14913","title":{"rendered":"Einleitung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/das_kritische_jahrbuch_2012_2013.gif\" alt=\"NachDenkSeiten: Das kritische Jahrbuch 2012\/2013\" title=\"NachDenkSeiten: Das kritische Jahrbuch 2012\/2013\"><\/p><p><strong><a style=\"background: #CC0000; color: #fff; padding: 5px; text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=14652\">&raquo; Direkt bestellen &raquo;<\/a><\/strong><br>\n&nbsp;<br>\n&nbsp;<\/p><h3>Einleitung<\/h3><p><strong>Wer nicht fragt, bleibt dumm &ndash; NachDenkSeiten kla&#776;ren auf<\/strong><\/p><p>Dieses Buch soll Ihnen helfen, Ra&#776;tsel zu lo&#776;sen. Das ist ernst gemeint. Denn die o&#776;ffentliche Debatte wie auch die politischen Entscheidungen werden immer ra&#776;tselhafter. Nach unserem Eindruck empfinden das immer mehr Menschen so. Sie durchschauen nicht mehr, was auf der politischen Ebene gespielt wird, was hinter tiefgreifenden politischen Entscheidungen steckt und vor allem welche Auswirkungen die derzeitige Politik auf sie selbst haben wird. Ko&#776;nnen Sie sich zum Beispiel erkla&#776;ren, warum bei uns seit Jahren ununterbrochen &raquo;gespart&laquo; wird (und zwar meist auf Ihre Kosten) und die Schulden des Staates dennoch sta&#776;ndig steigen?<\/p><p>Was passiert eigentlich, wenn die Eurozone auseinanderbricht? Welche Folgen hat es, nicht nur fu&#776;r die Menschen der betroffenen La&#776;nder, sondern auch fu&#776;r uns, wenn ein europa&#776;isches Land pleitegehen sollte? Kann eine Krisenbewa&#776;ltigungspolitik richtig sein, die ganze Nationen in Not und Elend zwingt? Wie sollen Schuldnerla&#776;nder ihre Schulden jemals zuru&#776;ckzahlen ko&#776;nnen, wenn ihre Wirtschaft abgewu&#776;rgt wird? Wie ist es u&#776;berhaupt zu den hohen Schulden gekommen? War es wirklich ein Erfolgsmodell, dass die deutsche Exportwirtschaft u&#776;ber Jahre hinweg immer mehr U&#776;ber- schu&#776;sse und damit immer mehr Forderungen gegenu&#776;ber den Nachbarn aufgebaut hat und sich nun wundert, dass die daraus erwachsenen Schulden irgendwann nicht mehr bedient werden ko&#776;nnen? Mu&#776;ssen wir Deutsche wirklich fu&#776;r diese Schulden anderer bluten?<\/p><p>Muss es wirklich so sein, dass die Arbeitnehmer in Deutschland, nachdem sie jahrelang mit Lohneinbu&szlig;en und Sozialabbau &raquo;unter ihren Verha&#776;ltnissen&laquo; leben mussten, nun nicht nur fu&#776;r die Rettung der Banken, sondern auch noch fu&#776;r die Schulden anderer La&#776;nder gerade stehen mu&#776;ssen? Warum sperrt sich beispielsweise die deutsche Bundesregierung gegen einen direkten Ankauf von Staatsanleihen durch die Europa&#776;ische Zentralbank (oder wenigstens u&#776;ber den Europa&#776;ischen Stabilisierungsmechanismus (ESM)) und u&#776;berla&#776;sst damit das Feld den Spekulanten, wo doch die Notenbanken in Gro&szlig;britannien, in den USA und in Japan in Krisenzeiten selbstversta&#776;ndlich durch Interventionen auf den Finanzma&#776;rkten der Spekulation gar nicht erst Raum lassen? Warum sollen Banken, die das Geld zu Niedrigstzinsen bei der Zentralbank leihen, noch ein leichtes Gescha&#776;ft daraus machen du&#776;rfen, dass sie dieses billig geborgte Geld an in Not geratene La&#776;nder zu Ho&#776;chstzinsen weiterverleihen?<\/p><p>Warum buhlt die Politik nur noch um das &raquo;Vertrauen der Ma&#776;rkte&laquo;, wo doch &ndash; wie die Finanzkrise fu&#776;r jedermann erkennbar bewiesen hat &ndash; gerade die Ma&#776;rkte total versagt haben? Kann es gut und richtig sein, dass die Demokratie in Europa den gescheiterten Ma&#776;rkten &raquo;marktkonform&laquo; untergeordnet wird?<\/p><p>Solche und viele andere Fragen mehr haben Sie sich sicher auch schon gestellt und es blieb Ihnen genau wie uns ra&#776;tselhaft, welche Antworten die bisherige Politik darauf gegeben hat. Sie fragten sich vielleicht auch, warum ein europa&#776;ischer Gipfel nach dem anderen folgen musste, um die vorausgegangenen Entscheidungen sta&#776;ndig nachbessern zu mu&#776;ssen, ohne dass auch nur eine Beruhigung, geschweige denn eine Lo&#776;sung in Sicht ka&#776;me.<\/p><p>Angeblich vertritt und verfolgt ja die jeweilige Bundesregierung die Interessen der Deutschen. Sie hat mit den Hartz-Gesetzen die Lo&#776;hne gedru&#776;ckt und dafu&#776;r gesorgt, dass sich der Niedriglohnsektor wie eine Seuche ausgebreitet hat. Sie hat Leiharbeit und befristete Arbeit bei Neueinstellungen zur Regel gemacht. Sie hat den Sozialstaat so &raquo;umgebaut&laquo;, dass die gesetzliche Altersversorgung zersto&#776;rt wurde und die Arbeitslosenversicherung ihren Namen nicht mehr verdient, weil sie zum raschen Absturz der Arbeitslosen auf das Existenzminimum fu&#776;hrt. Sie hat damit die Kaufkraft der deutschen Bevo&#776;lkerung geschwa&#776;cht, um unter der Preissteigerungsrate unserer Nachbarla&#776;nder zu bleiben und damit deutsche Produkte im Ausland billiger angeboten werden konnten. Sie hat in einem regelrechten Wettlauf die Unternehmenssteuern gesenkt und die o&#776;ffentlichen Haushalte ausbluten lassen.<\/p><p>Und das alles um die &raquo;Wettbewerbsfa&#776;higkeit&laquo; der deutschen Wirtschaft zu sta&#776;rken.<\/p><p>Dass Wettbewerb innerhalb einer Wa&#776;hrungsunion nicht nur Sieger haben kann, sondern eben auch Verlierer haben muss, daran denkt bis heute in der Regierung Merkel offenbar niemand. Im Gegenteil, das Niederkonkurrieren der anderen soll weitergehen. Die Privatisierung von Leistungen der Daseinsvorsorge wird vorangetrieben, obwohl es sich mehr und mehr zeigt, dass dadurch das o&#776;ffentliche Angebot nicht nur &ndash; wie sich bei den Krankenha&#776;usern zeigt &ndash; geradezu lebensbedrohend verschlechtert, sondern fu&#776;r alle dazu noch teurer wird. Trotz der schlechten Erfahrungen mit der Privatisierung der Altersvorsorge soll nun auch noch die Pflege von Hilfsbedu&#776;rftigen privatisiert werden.<br>\nDiese deutschen Konzepte zur Verbesserung der Wettbewerbsfa&#776;higkeit zwingt die Kanzlerin nun auch noch allen anderen europa&#776;ischen Staaten auf. Das Ergebnis kann logischerweise nur sein, dass es der gro&szlig;en Mehrheit in ganz Europa schlechter geht, dass alle Arbeitnehmer geringere Lo&#776;hne und schlechtere Arbeitsbedingungen haben, dass sie alle gegen die gro&szlig;en Lebensrisiken schlechter abgesichert sind. Wer sollte bei diesem Wettlauf nach unten der Gewinner sein? Selbst wenn ganz Europa zur wettbewerbsfa&#776;higsten Region der Welt ausgehungert wa&#776;re, dann wu&#776;rden doch die anderen Wa&#776;hrungsregionen, um einer U&#776;berschuldung zu entgehen, schlicht ihre Wa&#776;hrungen abwerten (mu&#776;ssen), und dann wa&#776;re die ganze europa&#776;ische Hungerkur vergebens.<\/p><p>Manche unserer geplagten Mitbu&#776;rgerinnen und Mitbu&#776;rger ziehen aus diesem Irrsinn die Konsequenz, sich vo&#776;llig aus dem politischen Leben zu verabschieden, sie gehen nicht einmal mehr wa&#776;hlen oder flu&#776;chten zu Protestparteien. Die Mehrheit vertraut den Politikern nicht mehr. Wieder andere verlassen sich einfach nur noch vertrauensselig auf Angela Merkel. Immer weniger Menschen ko&#776;nnen erkennen, was eigentlich die Opposition will oder was Steinmeier, Gabriel, Steinbru&#776;ck oder Trittin von der Politik der Kanzlerin unterscheidet. Das Vertrauen in die Wirtschaft sinkt mehr und mehr, und der Finanzbranche traut ohnehin kaum noch jemand u&#776;ber den Weg. Auch die Glaubwu&#776;rdigkeit der Medien schwindet. Da die herrschende Wirtschaftswissenschaft die Finanzkrise nicht einmal geahnt hat, geschweige denn danach Auswege aus der Krise aufgezeigt hat, hat sie ihren Vertrauenskredit verspielt. Fast 90 Prozent der Menschen sind der Ansicht, dass die Politiker die Wahrheit u&#776;ber die Krise verschleiern und drei Viertel fu&#776;hlen sich in der Eurokrise mit ihren Interessen und Anliegen durch die Politik nicht mehr vertreten.<\/p><p>Wir verstehen die Reaktionen unserer Mitbu&#776;rgerinnen und Mitbu&#776;rger nur zu gut und manchmal zweifeln auch wir, ob es u&#776;berhaupt noch Sinn macht, sich jeden Tag neu mit Fakten und Argumenten gegen den scheinbar unaufhaltsamen Strom der Meinungsmache zu stemmen. Trotz dieser Selbstzweifel mo&#776;chten wir unsere Leserinnen und Leser aufru&#776;tteln und anstiften, die Ra&#776;tsel zu lo&#776;sen, die uns die derzeitige Politik aufgibt, bevor sie sich einfach nur noch vom politischen Geschehen abwenden oder sich resignierend der herrschenden Meinung anschlie&szlig;en.<\/p><p>Vor allem auch fu&#776;r Menschen, die sich ihre Zweifel bewahrt haben und die auf der Suche nach Alternativen zu einer Politik sind, die erkennbar gegen die Wand fa&#776;hrt, schreiben wir. Wir wollen Ihnen allen helfen, das Ra&#776;tselhafte zu verstehen und einzuordnen. Wir wollen Ihnen Material und Fakten an die Hand geben, sich ihre eigene Meinung zu bilden und zu bewahren.<\/p><p>Weil das Lesen im Netz fu&#776;r viele beschwerlicher ist als auf Papier und weil Sie vielleicht manche Texte aus dem letzten Jahr, die Sie fu&#776;r wichtig halten, lieber schwarz auf wei&szlig; in der Hand haben mo&#776;chten, wollen wir Ihnen die NachDenkSeiten, die ja eigentlich ein Kind des Internets sind, nun schon im sechsten Jahr zumindest in Auszu&#776;gen auch in einem Buch zur Verfu&#776;gung stellen. Vielleicht ko&#776;nnen Sie das Jahrbuch 2012\/2013 auch nutzen, um Freunden und Bekannten Argumente an die Hand zu geben, die Sie perso&#776;nlich auch teilen, und mo&#776;glicherweise ko&#776;nnen Sie ihr Umfeld davon u&#776;berzeugen, dass skeptisch zu sein und Ra&#776;tsel zu lo&#776;sen sich fu&#776;r uns alle lohnt.<\/p><p>Weil dann &ndash; und nur dann, wenn immer mehr Menschen zu zweifeln beginnen und darauf dra&#776;ngen, dass u&#776;ber politische Alternativen nachgedacht wird &ndash; die Chance besteht, dass die politischen Entscheidungen besser werden. Weniger teuer. Weniger ungerecht. Weniger gefa&#776;hrlich fu&#776;r uns alle.<\/p><p>Au&szlig;er von uns beiden Herausgebern finden Sie in diesem Ru&#776;ckblick vor allem auch Beitra&#776;ge von Jens Berger. Wir freuen uns daru&#776;ber, dass er bei den NachDenkSeiten mitmacht. Sie werden bei der Lektu&#776;re merken, dass er die Gabe hat, falsche o&#776;konomische Entscheidungen zu durchleuchten und komplexe wirtschaftliche Zusammenha&#776;nge versta&#776;ndlich darzustellen.<\/p><p>Dankbar sind wir daru&#776;ber hinaus einer Vielzahl von engagierten Menschen, die uns unterstu&#776;tzen und ta&#776;glich Fakten, Material und Kommentare fu&#776;r die NachDenkSeiten liefern. Ohne ihr Engagement und vor allem auch ohne die finanzielle Unterstu&#776;tzung unserer Fo&#776;rderer wa&#776;ren die NachDenkSeiten nicht zu einer wahrnehmbaren Stimme einer demokratischen Gegeno&#776;ffentlichkeit geworden. Dieses Buch ist also ein Gemeinschaftswerk von vielen, die fu&#776;r eine bessere Politik eintreten und ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgegeben haben. Die demokratische Gegeno&#776;ffentlichkeit ist gro&#776;&szlig;er, als man denkt, und immer mehr Menschen empo&#776;ren sich.<\/p><p>Viele Nachdenkansto&#776;&szlig;e und viele Angebote zur Lo&#776;sung der ta&#776;glichen Ra&#776;tsel, die uns die gegenwa&#776;rtige Politik aufgibt, erhoffen sich die Herausgeber dieses Buches und der kritischen Website <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/\">www.NachDenkSeiten.de<\/a>.<\/p><p><strong>Albrecht Mu&#776;ller und Wolfgang Lieb<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/das_kritische_jahrbuch_2012_2013.gif\" alt=\"NachDenkSeiten: Das kritische Jahrbuch 2012\/2013\" title=\"NachDenkSeiten: Das kritische Jahrbuch 2012\/2013\"\/><\/p>\n<p><strong><a style=\"background: #CC0000; color: #fff; padding: 5px; text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=14652\">&raquo; Direkt bestellen &raquo;<\/a><\/strong><br \/> &nbsp;<br \/> &nbsp;<\/p>\n<h3>Einleitung<\/h3>\n<p><strong>Wer nicht fragt, bleibt dumm &ndash; NachDenkSeiten kla&#776;ren auf<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Buch soll Ihnen helfen, Ra&#776;tsel zu lo&#776;sen. Das ist ernst gemeint. Denn die o&#776;ffentliche Debatte wie auch die politischen Entscheidungen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=14913\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"class_list":["post-14913","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/14913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14913"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/14913\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15731,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/14913\/revisions\/15731"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}