{"id":15045,"date":"2012-11-09T15:14:52","date_gmt":"2012-11-09T14:14:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=15045"},"modified":"2012-11-09T15:17:13","modified_gmt":"2012-11-09T14:17:13","slug":"vorwort-5","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=15045","title":{"rendered":"Vorwort"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"NachDenkSeiten: Das kritische Jahrbuch 2012\/2013\" alt=\"NachDenkSeiten: Das kritische Jahrbuch 2012\/2013\" src=\"upload\/bilder\/das_kritische_jahrbuch_2012_2013.gif\"><\/p><p><strong><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=14652\" style=\"background: #CC0000; color: #fff; padding: 5px; text-decoration: none;\">&raquo; Direkt bestellen &raquo;<\/a><\/strong><\/p><p><strong>Vorwort<\/strong><\/p><p><em>Von Christoph Butterwegge<\/em><\/p><p><strong>I<\/strong><\/p><p>Als jahrzehntelang an Hochschulen t&auml;tiger Politikwissenschaftler, dessen Hauptforschungsgebiete der Sozialstaat, seine Umstrukturierung nach neoliberalen Konzepten, die dadurch vermehrte Armut sowie der auf diese Weise gef&ouml;rderte Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt sind, beobachte ich seit geraumer Zeit, dass die soziale Ausgrenzung und Diskriminierung von Minderheiten gleicherma&szlig;en zunehmen, aber im gesellschaftlichen Diskurs und in den Massenmedien entweder gar nicht oder nur als Randnotizen vorkommen. Inhalte, die der Mehrheitsgesellschaft und damit auch der etablierten Politik einen kritischen Spiegel vorhalten, werden ungern behandelt. Mehr noch, sie werden mit einem Tabu belegt und aus der &ouml;ffentlichen Debatte verdr&auml;ngt.<\/p><p>Nicht blo&szlig; die Boulevardpresse macht gegen sozial Benachteiligte oft Stimmung auf Stammtischniveau. Manchmal ist selbst dann von &raquo;Parasiten&laquo; und &raquo;Sozialschmarotzern&laquo; die Rede, wenn verfassungsm&auml;&szlig;ig verb&uuml;rgte Grundrechte in Anspruch genommen werden. In einer Gesellschaft, deren Leitbild bestimmt, dass &raquo;jeder seines Gl&uuml;ckes Schmied&laquo; ist, werden die Benachteiligten zu St&ouml;renfrieden erkl&auml;rt und aufgrund ihres pers&ouml;nlichen (Sucht-) Verhaltens selbst f&uuml;r ihr Schicksal verantwortlich gemacht, wohingegen die gesellschaftlichen Eigentums-, Machtund Herrschaftsverh&auml;ltnisse ausgeblendet werden.<\/p><p>Da den gesellschaftlichen Eliten bzw. jenen Personengruppen, die sich daf&uuml;r halten, zunehmend jedes Mitgef&uuml;hl gegen&uuml;ber den &raquo;Verlierern&laquo; der kapitalistischen Hochleistungsund Konkurrenzgesellschaft fehlt und ein Gro&szlig;teil der Mittelschicht lieber der &raquo;Radfahrermethode&laquo; folgend nach unten tritt und nach oben buckelt, als die Profiteure des bestehenden Wirtschaftsund Finanzsystems f&uuml;r die immensen Kosten seiner Krisen haftbar zu machen, breitet sich in unserem Land wie fast &uuml;berall soziale Eisesk&auml;lte aus. Die Armen haben in unserer Gesellschaft keine Stimme, von einer m&auml;chtigen Interessenvertretung ganz zu schweigen. Umso notwendiger sind die NachDenkSeiten, mit deren Hilfe auch sie zu Wort kommen bzw. ihren Interessen beredt Ausdruck verliehen wird. Ein besonderes Verdienst der NachDenkSeiten besteht n&auml;mlich darin, dass sie sozialpolitische Themen aufgreifen und mit Daten, Fakten und Argumenten jene Forderungen untermauern, die Erwerbslosenbewegung, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverb&auml;nde erheben. F&uuml;r alle, die den Erhalt und den Ausbau des Sozialstaates (etwa zu einer solidarischen B&uuml;rgerversicherung) verlangen, sind die NachDenkSeiten unentbehrlich.<\/p><p>Obwohl Helmut Schmidt den Sozialstaat in einem Gespr&auml;ch mit dem TV-Talkmaster G&uuml;nther Jauch am 23. Oktober 2011 als &raquo;gr&ouml;&szlig;te kulturelle Errungenschaft der europ&auml;ischen L&auml;nder im Laufe des 20. Jahrhunderts&laquo; bezeichnet hat, begann er gegen Mitte der 1970er-Jahre als Bundeskanzler, ihn &raquo;um-&laquo; beziehungsweise abzubauen. W&auml;hrend der 1980er-Jahre vollzog sich in Westdeutschland unter seinem Nachfolger Helmut Kohl eine tiefgreifende soziale Spaltung zwischen Besch&auml;ftigten und Erwerbslosen, deren materielle Schlechterstellung zuerst im Gewerkschaftsbereich registriert und als &raquo;neue Armut&laquo; etikettiert wurde. Durch den Zusammenschluss von BRD und DDR am 3. Oktober 1990 bekam die Armut in Deutschland ein anderes Gesicht. Das soziale Problemfeld der Arbeitslosigkeit wie der Armut ver&auml;nderte sich in seiner Struktur und verlagerte sich st&auml;rker nach Osten, wohingegen im alten Bundesgebiet zumindest manche Bewohner von einem mehrj&auml;hrigen &raquo;Vereinigungsboom&laquo; profitierten. Die neue Armut war weder vor&uuml;bergehender Natur, noch trat sie nur vereinzelt auf, sie war vielmehr ein Strukturproblem, das (in seiner ganzen Sch&auml;rfe) entweder nicht erkannt oder bewusst negiert wurde.<br>\nWer gehofft hatte, die 1998 entstandene rot-gr&uuml;ne Koalition werde eine Sozialpolitik machen, von der die Armen profitieren w&uuml;rden, sah sich get&auml;uscht. (Langzeit-)Arbeitslose, Rentner\/innen und Asylbewerber\/innen blieben die Stiefkinder der Sozialpolitik: Sie kamen in der ganz auf Produktivit&auml;t ausgerichteten, leistungsbeziehungsweise konkurrenzorientierten und auf die Verbesserung der Weltmarktposition des heimischen Kapitals fixierten Regierungspraxis von SPD und B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen nur als &raquo;Kostenfaktoren auf zwei Beinen&laquo; vor. Erw&auml;hnt seien die Teilprivatisierung der Altersvorsorge durch den damaligen Arbeitsund Sozialminister Walter Riester und die nach dem damaligen VW-Manager Peter Hartz benannten Arbeitsmarktreformen.<\/p><p>Die NachDenkSeiten haben die Riester-Rente sofort als gigantisches Subventionsprogramm f&uuml;r Finanzdienstleister, Banken und Versicherungskonzerne durchschaut. Eine kapitalgedeckte Altersvorsorge ist keine L&ouml;sung f&uuml;r das Problem der alternden Bev&ouml;lkerung, sondern &auml;hnlichen Risiken wie das bestehende Umlagesystem ausgesetzt, unterliegt jedoch &ndash; wie wir derzeit feststellen k&ouml;nnen &ndash; zus&auml;tzlich den Turbulenzen der Finanzm&auml;rkte und f&ouml;rdert sie. Pensionsfonds erh&ouml;hen das Anlagevolumen, wodurch die Gefahr zunimmt, dass sich Spekulationsblasen bilden. Wie der demografische Wandel, also die kollektive Alterung unserer Gesellschaft und die gleichfalls wenig dramatische Tendenz zum Bev&ouml;lkerungsr&uuml;ckgang, instrumentalisiert wird, um die (Teil-)Privatisierung der Altersvorsorge beziehungsweise ihre Umstellung auf Kapitaldeckung durchsetzen zu k&ouml;nnen, und welche enorme Wirkungsmacht die Demografie als Mittel der sozialpolitischen Demagogie in weiten Kreisen der &Ouml;ffentlichkeit entfaltete, haben die NachDenkSeiten herausgearbeitet.<\/p><p>Auch die sogenannten Hartz-Gesetze wurden als das entlarvt, was sie sind, n&auml;mlich ein gesellschaftspolitisches Gro&szlig;projekt, welches das Versagen der Wirtschaftsund Besch&auml;ftigungspolitik in ein pers&ouml;nliches Versagen umdefinierte und Erwerbslose in Arbeit zwingen sollte, egal zu welchen Bedingungen und zu welchem Preis. F&auml;lschlich als &raquo;Zusammenlegung mit der Sozialhilfe&laquo; bezeichnet, war die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe ein gravierender R&uuml;ckschritt in der Entwicklung des Arbeitsund Sozialrechts. Im Unterschied zur fr&uuml;heren Arbeitslosenhilfe &ndash; einer den Lebensstandard sichernden und sich selbst Jahrzehnte sp&auml;ter nach der H&ouml;he des fr&uuml;heren Nettoverdienstes richtenden Lohnersatzleistung &ndash; soll die Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende nur deren Existenz sichern. Das am 1. Januar 2005 eingef&uuml;hrte Arbeitslosengeld II w&uuml;rde besser &raquo;Sozialhilfe II&laquo; hei&szlig;en, weil es nicht blo&szlig; Arbeitslose, sondern auch Geringverdiener\/innen erhalten, und weil es genauso niedrig ist wie die Sozialhilfe. Hartz IV sollte durch Abschaffung der Arbeitslosenhilfe und Abschiebung der Langzeitarbeitslosen in die Wohlfahrt den Staatshaushalt entlasten, aber auch durch Einsch&uuml;chterung der Betroffenen mehr &raquo;Besch&auml;ftigungsanreize&laquo; im untersten Lohnsegment schaffen und massiven Druck auf die Belegschaften aus&uuml;ben, um das Lohnund Gehaltsniveau zu senken.<\/p><p>Mittlerweile ist der wachsende Niedriglohnsektor denn auch zum Haupteinfallstor f&uuml;r die Armut in Deutschland avanciert. Bis heute umstritten ist die Frage, ob die Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende nur vorher verdeckte Armut sichtbar gemacht oder neue Armut erzeugt hat. Vermutlich ist beides der Fall: Einerseits nahmen und nehmen das Arbeitslosengeld II auch viele Menschen, vor allem Geringverdiener\/innen, sogenannte Freiberufler\/innen und (Solo-)Selbstst&auml;ndige, in Anspruch, die aus Scham nicht zum Sozialamt gegangen w&auml;ren, um &raquo;St&uuml;tze&laquo; zu beantragen, andererseits erhalten mehrere hunderttausend fr&uuml;here Empf&auml;nger\/innen von Arbeitslosenhilfe seither weniger oder gar kein Geld mehr, weil das Partnereinkommen (zum Beispiel gut verdienender Ehem&auml;nner und Lebenspartner) bei Hartz IV sehr viel strikter auf den Leistungsanspruch der Antragsteller\/innen (&uuml;berwiegend Frauen) angerechnet wird.<\/p><p>Nach Angela Merkels Wahl zur Bundeskanzlerin wurde Gerhard Schr&ouml;ders &raquo;Agenda&laquo;-Politik in einer Neuauflage der Gro&szlig;en Koalition in abgewandelter Form fortgesetzt. CDU, CSU und SPD wollten die Lebensarbeitszeit unter Hinweis auf den demografischen Wandel verl&auml;ngern und 2007 &ndash; wie im Koalitionsvertrag angek&uuml;ndigt &ndash; die gesetzliche Grundlage f&uuml;r eine 2012 beginnende und f&uuml;r den ersten Jahrgang bis sp&auml;testens 2035 abgeschlossene Anhebung der Regelaltersgrenze von 65 auf 67 Jahre schaffen. Am 1. Februar 2006 preschte der damalige Arbeitsund Sozialminister M&uuml;ntefering mit der Idee vor, das gesetzliche Renteneintrittsalter schneller anzuheben, als es die sogenannte R&uuml;rup-Kommission empfohlen und die Gro&szlig;e Koalition vereinbart hatte: Nach dem auf Dr&auml;ngen des Vizekanzlers vom Bundeskabinett gefassten Beschluss erh&ouml;ht sich das Regelrentenalter 2012 f&uuml;r den Geburtsjahrgang 1947 um einen und f&uuml;r Folgejahrg&auml;nge jedes Jahr um einen weiteren Monat, bis der Jahrgang 1958 im Alter von 66 Jahren eine abschlagsfreie Rente ab 2023 bezieht; f&uuml;r die Folgejahrg&auml;nge beschleunigt sich die Anhebung der Altersgrenze um jeweils zwei Monate pro Jahr, bis der Jahrgang 1964 bereits 2029 erst mit 67 Jahren in Rente gehen kann. Nur wenige Publikationsorgane, darunter die NachDenkSeiten, haben die neoliberale Standortlogik hinter der &raquo;Rente mit 67&laquo; erkannt und diese als verkappte Rentenk&uuml;rzung und als Geschenk an die (Gro&szlig;-) Unternehmen kritisiert.<\/p><p>Die nach der Bundestagswahl 2009 gebildete CDU\/CSU\/FDPRegierung, von ihren Wegbereitern als &raquo;Wunschkoalition der b&uuml;rgerlichen Mitte&laquo; tituliert, macht mehr denn je eine Politik nach dem Matth&auml;us-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben, und wer kaum etwas hat, dem wird auch das noch genommen. Einerseits sollten angeblich der &raquo;Wachstumsbeschleunigung&laquo; dienende &raquo;Korrekturen&laquo; der Unternehmenund Erbschaftsteuerreform (zum Beispiel R&uuml;cknahme der &raquo;Zinsschranke&laquo;, der Mindestbesteuerung der Schlechterstellung von Geschwistern, Nichten und Neffen beim Erbschaftsteuersatz) sowie Entlastungen der Erben von Familienunternehmen (Verk&uuml;rzung der Behaltensfrist und Absenkung der Lohnsumme, die zur Befreiung von der betrieblichen Erbschaftsteuer f&uuml;hrt) die &raquo;Leistungstr&auml;ger&laquo; belohnen und ihnen zus&auml;tzliche Profite erm&ouml;glichen. <\/p><p>Andererseits wurde der Sozialabbau durch das im Sommer 2010 geschn&uuml;rte &raquo;Zukunftspaket&laquo; (zum Beispiel Beschleunigung des Sturzes in die Armut durch Streichung des Zuschlages beim &Uuml;bergang vom Bezug des Arbeitslosengeldes zum Bezug des Arbeitslosengeldes II, Anrechnung des Elterngeldes auf die Transferleistung und Ausschluss der Langzeitarbeitslosen aus der gesetzlichen Rentenversicherung) sowie die Hartz-IV-Neuregelung im Fr&uuml;hjahr 2011 (zum Beispiel Versch&auml;rfung der Sanktionen, Verzicht auf Regelsatzerh&ouml;hungen bei Kindern beziehungsweise Jugendlichen und Schaffung der M&ouml;glichkeit einer Pauschalierung von Mietund Heizkosten) vorangetrieben.<\/p><p><strong>II<\/strong><\/p><p>Bei den kritischen Geistern unseres Landes haben sich die NachDenkSeiten nicht zuletzt durch ihre fundierte Kritik des Neoliberalismus einen Namen gemacht. W&auml;hrend sich der &raquo;klassische&laquo; Liberalismus als fortschrittliche Bewegung des B&uuml;rgertums in erster Linie gegen den Feudalstaat beziehungsweise seine &Uuml;berreste richtete, bek&auml;mpft der Neoliberalismus &ndash; verstanden als eine Wirtschaftstheorie, Ideologie und politische Zivilreligion, die den Staatsinterventionismus zur&uuml;ckdr&auml;ngen und den Markt zum universalen, alle Gesellschaftsbereiche &uuml;bergreifenden Regulierungsmechanismus erheben m&ouml;chte &ndash; vorrangig den Sozialstaat. Die NachDenkSeiten haben den sozialen Klimawandel, der durch die neoliberale Reformpolitik, die &raquo;Agenda 2010&laquo; und die HartzGesetze eingeleitet wurde, fr&uuml;h als tiefe gesellschaftliche Z&auml;sur erkannt und seine negativen Folgen f&uuml;r das Zusammenleben der Menschen in Deutschland aufgedeckt.<\/p><p>Was gegenw&auml;rtig stattfindet, ist keineswegs der Niederoder Untergang des Neoliberalismus, seinem &ouml;ffentlichen Abgesang zum Trotz. Kaum hatte die Finanzmarktkrise das neoliberale Projekt in der Praxis widerlegt und seine Vorherrschaft in der &ouml;ffentlichen Meinung zumindest ersch&uuml;ttert, wehrten sich f&uuml;hrende Repr&auml;sentanten dieser Richtung gegen angebliche Verteufelungsbem&uuml;hungen und gingen zum argumentativen Entlastungsangriff beziehungsweise zur ideologischen Gegenoffensive &uuml;ber. Statt nachhaltig Lehren aus dem Krisenfiasko zu ziehen, tun neoliberale Professoren, Publizisten und Politiker\/innen gern so, als h&auml;tten sie immer schon prophezeit, dass die Blase an den Finanzm&auml;rkten irgendwann platzen werde. Die meisten Hohepriester der Marktfreiheit weisen jede Mitschuld am Bankenund B&ouml;rsenkrach von sich, sprechen in Anlehnung an John Maynard Keynes heute zum Teil selbst vom &raquo;Kasinokapitalismus&laquo; und erwecken damit den Eindruck, sie h&auml;tten wom&ouml;glich eher als Globalisierungsund Kapitalismuskritiker\/innen vor dessen schlimmen Ausw&uuml;chsen gewarnt. Sehr geschickt nutzen prominente Neoliberale auch die TV-Talkshows und andere &ouml;ffentliche B&uuml;hnen, um &raquo;der Politik&laquo; den Schwarzen Peter zuzuschieben. Entweder wird das Desaster auf die Fehlentscheidungen einzelner Personen (Spitzenmanager, Investmentbanker) oder auf das Versagen des Staates und seiner Kontrollorgane (Politiker, Finanzaufsicht) reduziert.<\/p><p>All das unterstreicht nur die fehlende Bereitschaft der verantwortlichen Politiker\/innen wie Angela Merkel und Wolfgang Sch&auml;uble, einen Kurswechsel zu wagen, und die Notwendigkeit f&uuml;r deren Kritiker\/innen wie die NachDenkSeiten, inhaltliche und programmatische Alternativen zu erzwingen. Zwar befindet sich der Neoliberalismus in einer Legitimationskrise, seinen dominierenden Einfluss auf die Massenmedien und die &ouml;ffentliche Meinung sowie die politischen Willensbildungsund Entscheidungsprozesse hat er bisher jedoch weder hierzulande noch im Weltma&szlig;stab eingeb&uuml;&szlig;t. Obwohl die Finanzmarktkrise von den angels&auml;chsischen Musterl&auml;ndern einer &raquo;freien Marktwirtschaft&laquo; ausging, ist die neoliberale Vorherrschaft in der Bundesrepublik, der Europ&auml;ischen Union und den USA vielmehr ungebrochen.<\/p><p>Urs&auml;chlich f&uuml;r die schwerste Wirtschaftsund Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg sind nicht blo&szlig; der Kapitalismus als solcher und die ihm eigene Tendenz zur &Uuml;berakkumulation beziehungsweise &Uuml;berproduktion im Rahmen &raquo;normaler&laquo; Konjunkturzyklen, sondern auch seine j&uuml;ngsten Strukturver&auml;nderungen. Um die globale Finanz-, Weltwirtschaftsund W&auml;hrungskrise der Jahre 2007 folgende erkl&auml;ren sowie ihre Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen begreifen zu k&ouml;nnen, muss man das Wesen und die spezifischen Charakterz&uuml;ge des Gegenwartskapitalismus ber&uuml;cksichtigen. Zutreffend ist meist von &raquo;Finanzmarktkapitalismus&laquo; die Rede, f&uuml;r den nicht auf geregelten M&auml;rkten gehandelte Kapitalbeteiligungen (Hedgefonds, Private-Equity-Gesellschaften) und Spekulationsblasen unterschiedlicher Art kennzeichnend sind.<\/p><p>Die meisten Debattenbeitr&auml;ge zu m&ouml;glichen Krisenursachen bleiben allerdings an der Oberfl&auml;che, statt bis zu den Wurzeln der Krisenhaftigkeit vorzusto&szlig;en. Wenn die globale Finanz-, Weltwirtschaftsund W&auml;hrungskrise nicht einfach ignoriert oder in ihrer zentralen Bedeutung f&uuml;r das gesellschaftliche Leben relativiert wird, begreift man sie meistens entweder als eine Art Naturkatastrophe, die wie eine Sturmflut &uuml;ber die Weltwirtschaft hinweggefegt ist, oder als Folge des Versagens einzelner Personen, die ihren eigenen Anspr&uuml;chen nicht gerecht geworden, sondern der &raquo;Verlockung des Geldes&laquo; erlegen sind. In diesem Zusammenhang werden vor allem der Gr&ouml;&szlig;enwahn des Spitzenmanagements, die Gier der Boni in Millionenh&ouml;he kassierenden Investmentbanker und der B&ouml;rsenspekulanten sowie der Geiz von Gro&szlig;investoren f&uuml;r die Misere verantwortlich gemacht.<\/p><p>Die sogenannte Eurobeziehungsweise &raquo;Staatsschuldenkrise&laquo; ist eine mittelbare Folge und die Fortsetzung der Finanzmarktkrise 2007\/08 auf einer anderen Ebene. Den eigentlichen Ausgangspunkt dieses Krisengeflechts bildete die staatlicherseits gef&ouml;rderte Ungleichheit in der Einkommensund Verm&ouml;gensverteilung. Da die Reichen immer reicher und die Armen zahlreicher geworden sind, haben einerseits die spekulativen Anlagen auf den Finanzm&auml;rkten neue Rekordh&ouml;hen erreicht, w&auml;hrend andererseits die zur St&auml;rkung der Binnenkonjunktur in Krisenphasen n&ouml;tige Massenkaufkraft fehlt. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r die Krisenerscheinungen und Schuldenprobleme im Euro-Raum: Da die Bundesrepublik durch jahrzehntelange Reallohnsenkungen noch exportst&auml;rker geworden ist, haben andere EU-L&auml;nder, besonders die an der s&uuml;dlichen Peripherie gelegenen, ihr gegen&uuml;ber so drastisch an Wettbewerbsf&auml;higkeit eingeb&uuml;&szlig;t, dass sie ihre wachsenden Importe &uuml;ber Kredite finanzieren mussten.<\/p><p>Entscheidend ist letztlich immer, wer am Ende die Zeche zahlt: W&auml;hrend die das Krisendebakel wesentlich mit verursachenden Hasardeure und Spekulanten mittels des beim Bund angesiedelten &raquo;Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung&laquo; (SoFFin) und der &raquo;Euro-Rettungsschirme&laquo; (EFSF und ESM) aufgefangen werden, m&uuml;ssen die Arbeitnehmer\/innen, Erwerbslosen und Rentner\/innen der EU-Staaten jene Suppe, die Banker, Broker und B&ouml;rsianer der gesamten Bev&ouml;lkerung eingebrockt haben, einmal mehr ausl&ouml;ffeln.<\/p><p>Versagt haben in der j&uuml;ngsten Bankenkrise nicht allein das Spitzenmanagement, die Aufsichtsr&auml;te und ihre politischen Kontrolleure in Regierung und Verwaltung, sondern auch die Medien als &ouml;ffentliches Korrektiv, weil sie eng damit verquickt und fast ausnahmslos von der neoliberalen Pseudophilosophie und der alles beherrschenden Marktmythologie beseelt sind. Den am Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel zweifelnden Menschen stehen nur wenige Informationsquellen zur Verf&uuml;gung, die das Interessengeflecht zwischen Staat und Finanzwirtschaft durchdringen, Zusammenh&auml;nge herstellen und Hintergr&uuml;nde ausleuchten. Zweifellos geh&ouml;ren die NachDenkSeiten zu den Organen, die unabh&auml;ngig &uuml;ber das Zeitgeschehen berichten, es kritisch beurteilen und es bissig kommentieren. Sie konnten allerdings nicht verhindern, dass Marktradikale, die nach dem Bankrott ihrer Liberalisierungs-, Deregulierungsund Privatisierungskonzepte in Sack und Asche h&auml;tten gehen m&uuml;ssen, schnell wieder Oberwasser bekamen.<\/p><p>Selbst massive Staatseingriffe wie das im Oktober 2008 unter ma&szlig;geblicher Beteiligung von Spitzenvertretern des Bankenverbandes und der betroffenen Finanzinstitute geschn&uuml;rte 480-Milliarden-Euro-Paket zur Rettung maroder Banken waren nunmehr erw&uuml;nscht, weil hierdurch die B&ouml;rsen stabilisiert und die Gewinnaussichten der Unternehmen verbessert wurden. Dabei handelte es sich um einen &raquo;marktkonformen&laquo; Staatsinterventionismus im Sinne der Monopolwirtschaft und der privaten Gro&szlig;banken, die entsprechende Konzepte selbst vorgeschlagen und teilweise gemeinsam mit den zust&auml;ndigen Ministerien entwickelt haben. Kann man sich vorstellen, dass Ursula von der Leyen die erw&auml;hnte Hartz-IV-Neuregelung unter Mitwirkung von Arbeitslosenforen und Armutskonferenzen, also Initiativen direkt Betroffener, auf den Weg gebracht h&auml;tte?<\/p><p>Das f&uuml;r den Gegenwartskapitalismus kennzeichnende Kasino im Finanzmarktbereich wird derzeit nicht etwa &ndash; wie es zum Beispiel die globalisierungskritische Organisation attac verlangt &ndash; geschlossen, sondern mit Steuergeldern saniert und modernisiert. Entt&auml;uscht wurde nicht blo&szlig; die Hoffnung auf einen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik, sondern auch die Hoffnung auf das Ende der neoliberalen Hegemonie im Geistesleben. Schlie&szlig;lich w&auml;re die Vorstellung naiv, der Neoliberalismus h&auml;tte seine Macht &uuml;ber das Bewusstsein von Millionen Menschen verloren, nur weil sie um ihr Erspartes f&uuml;rchten und mit ihren Steuergeldern f&uuml;r Spekulanten und Finanzjongleure einspringen m&uuml;ssen. Da die &ouml;konomische, soziale und politische Krise als Drohkulisse beziehungsweise als Disziplinierungsinstrument benutzt wird, herrscht derzeit ein gr&ouml;&szlig;erer Konformismus als je zuvor seit den sp&auml;ten 1960er-Jahren.<\/p><p>Der neoliberale Dreiklang von Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung ist zwar durch die globale Finanz-, Wirtschaftsund W&auml;hrungskrise in Verruf geraten, wird aber eine Renaissance erleben, wenn sich kein Protest dagegen regt. Die &ouml;ffentliche Meinungsf&uuml;hrerschaft derjenigen, die den Markt, Konkurrenz und privates Profitstreben ins Zentrum der Gesellschaftsentwicklung r&uuml;cken, bleibt so lange ungebrochen, wie kaum konkrete und wissenschaftlich fundierte Gegenmodelle existieren. Umso notwendiger erscheint die intensive Besch&auml;ftigung mit den wirtschaftsund gesellschaftspolitischen Konzepten, die auf eine umfassende Deregulierung sowie eine weitgehende Privatisierung staatlicher (Gro&szlig;-)Unternehmen, &ouml;ffentlicher Dienstleistungen und sozialer Risiken abzielen. Die NachDenkSeiten haben dem betriebswirtschaftlichen Tunnelblick, wie er f&uuml;r Neoliberale in allen Gesellschaftsbereichen typisch ist, stets eine klare Absage erteilt und vor dem Irrweg des angebotsorientierten Wirtschaftsdogmas gewarnt. Sie geh&ouml;ren zu den wenigen Stimmen in Deutschland, die trotz der &Uuml;bermacht neoliberalen Denkens die Bedeutung der Nachfrage im Wirtschaftskreislauf nie aus dem Auge verloren haben.<\/p><p><strong>III<\/strong><\/p><p>Die soziale Frage ist zuletzt umso mehr auf der Strecke geblieben, je st&auml;rker &raquo;Rettungsschirme&laquo; f&uuml;r die Banken und den Euro (genauer: die Kapitalanleger) ins Zentrum der Politik ger&uuml;ckt sind. Mittlerweile beherrscht die Sorge um die Stabilit&auml;t der europ&auml;ischen W&auml;hrung den &ouml;ffentlichen Diskurs so einseitig, dass die Polarisierung in Arm und Reich aus dem Blick und die soziale Gerechtigkeit unter die R&auml;der zu geraten droht. Zwar sind die Verelendungstendenzen hierzulande viel weniger dramatisch als etwa in Athen, wo 25000 Obdachlose durch die Stadt irren und die Suppenk&uuml;chen wie Pilze aus dem Boden sprie&szlig;en. Aber auch die deutsche Gesellschaft zerf&auml;llt immer mehr. Beispielsweise bel&auml;uft sich das Verm&ouml;gen der Familie Albrecht, Eigent&uuml;merin der Aldi-Ketten Nord und S&uuml;d, nach Angaben des US-Wirtschaftsmagazins Forbes mittlerweile auf 43,2 Milliarden US-Dollar. Die Familie Quandt-Klatten, zweitreichste der Bundesrepublik, hat 2012 allein aus BMW-Aktien 650 Millionen Euro an Dividenden erl&ouml;st. Gleichzeitig frisst sich die Armut immer mehr in die Mitte der Gesellschaft hinein. Knapp ein Viertel der Besch&auml;ftigten arbeiten mittlerweile im Niedriglohnsektor, verdienen also weniger als zwei Drittel des Durchschnitts. Dass circa 600 000 Haushalten pro Jahr der Strom und\/oder das Gas abgestellt wird, zeigt zur Gen&uuml;ge, dass es auch in einem so reichen Land wie dem unseren Not und Elend gibt.<\/p><p>Ebenso wie die EU-Gipfeldiplomatie hinter verschlossenen T&uuml;ren ist der Sozialabbau eine akute Gefahr f&uuml;r die Demokratie. Diese beinhaltet n&auml;mlich mehr als die M&ouml;glichkeit, alle vier oder f&uuml;nf Jahre eine Wahlurne aufsuchen zu d&uuml;rfen. Sie impliziert dar&uuml;ber hinaus, dass alle Wohnb&uuml;rger\/innen eines Landes &uuml;ber dessen Schicksal mitbestimmen k&ouml;nnen, also in die politischen Willensbildungsund Entscheidungsprozesse eingebunden sind. Aber wie soll eine alleinerziehende Mutter im Hartz-IV-Bezug, die am 20. des Monats f&uuml;r sich und ihre Kinder selbst dann kein warmes Essen mehr auf den Tisch bringt, wenn sie keiner Stromsperre der Stadtwerke unterworfen ist, Einfluss auf Regierungsbeschl&uuml;sse und Gesetzgebungsprozesse nehmen?<\/p><p>Wenn selbst Teile der gehobenen Mittelschicht die Angst vor dem sozialen Abstieg oder Absturz ergreift, w&auml;chst die Gefahr, dass sich Ausgrenzungsideologien wie Rassismus, Nationalismus und Sozialdarwinismus innerhalb einer Gesellschaft durchsetzen. Es war immer schon ein Kernbestandteil des deutschen Nationalismus, sich von aller Welt ausgenutzt zu f&uuml;hlen. Obwohl es sich bei den &raquo;Euro-Rettungsschirmen&laquo; um Kredite beziehungsweise B&uuml;rgschaften handelt und sich die Bundesrepublik mittlerweile Geld auf den Finanzm&auml;rkten leihen kann, ohne daf&uuml;r Zinsen entrichten zu m&uuml;ssen, f&uuml;hlt sich Deutschland teilweise als Zahlmeister der EU und spielt sich dort als Zuchtmeister auf.<\/p><p>Thilo Sarrazins neuester Bestseller Deutschland braucht den Euro nicht vermittelt den Eindruck, dass alle V&ouml;lker nur unsere &raquo;harte&laquo; W&auml;hrung wollen. Sarrazin kn&uuml;pft einmal mehr geschickt an bestehende Ressentiments an und verbreitet Stammtischparolen. War es in seinem Buch Deutschland schafft sich ab das Klischee vom Hartz-IV-Empf&auml;nger, der nicht mit Geld umgehen kann, und vom Migranten muslimischen Glaubens, der faul in der H&auml;ngematte des Sozialstaates liegt, so f&uuml;gt ihnen Sarrazin nun das Klischee vom faul in der Sonne liegenden und &raquo;unser sauer erarbeitetes Steuergeld&laquo; verprassenden S&uuml;dl&auml;nder hinzu. Er setzt seinen Feldzug fort, der in Richtung rechtspopulistischer Parteien weist, die ja in mehreren europ&auml;ischen L&auml;ndern Aufsehen erregende Wahlerfolge feiern. Ein &raquo;seri&ouml;ser Rechtspopulismus&laquo;, wie ihn Marine Le Pen in Frankreich zu verk&ouml;rpern sucht, hat bei uns bislang keine Chance gehabt. Am ehesten kann wohl ein fr&uuml;herer Berliner Finanzsenator und Ex-Bundesbanker die Quarant&auml;ne durchbrechen, in der sich die extreme Rechte in Deutschland seit 1945 befindet. Sarrazin bereitet wom&ouml;glich publizistisch vor, was sp&auml;ter auch parteipolitisch mehr Erfolg haben und sich zu einer Gefahr f&uuml;r die Demokratie entwickeln kann.<\/p><p>Solche dunklen Seiten der Gesellschaftsentwicklung leuchten die NachDenkSeiten aus, ohne in Resignation oder in Pessimismus zu verfallen, machen vielmehr Mut zu politischem Engagement, indem sie zum Zweifel und zum eigenst&auml;ndigen Denken gegen&uuml;ber dem g&auml;ngigen Meinungsstrom anregen. Sie machen nachvollziehbar, warum es zu Strukturbr&uuml;chen etwa in der Rentenoder der Arbeitslosenversicherung gekommen ist, wie das Lohndumping zu den Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen gef&uuml;hrt hat, durch die unsere europ&auml;ischen Nachbarn in die Schuldenfalle gerieten, w&auml;hrend ihre Volkswirtschaften gezielt &raquo;niederkonkurriert&laquo; wurden. Besonders r&uuml;hmlich ist, dass sich die NachDenkSeiten nicht scheuen, in einem ideologisch verminten Gel&auml;nde klar und deutlich Position zu beziehen, obwohl kritische &Uuml;berlegungen angesichts des neoliberalen Mainstreams in Politik und (Fach-)Publizistik bisher noch auf zu wenig Resonanz sto&szlig;en. Das neue Jahrbuch bietet einen kompakten R&uuml;ckblick auf jene Fehler, die unter ma&szlig;geblicher Beteiligung der Bundesregierung zur Eurokrise, zur Verelendung einiger s&uuml;deurop&auml;ischer Staaten und hier wie dort zur Ausschaltung demokratischer Entscheidungsmechanismen gef&uuml;hrt haben. Was von einem Krisengipfel zum anderen f&uuml;hren musste, zeichnen mehrere Beitr&auml;ge nach. Sie enth&uuml;llen, wie das europ&auml;ische Sozialmodell durch eine r&uuml;cksichtslose Austerit&auml;tspolitik, die Parallelen zu den Notverordnungen des Reichskanzlers Heinrich Br&uuml;ning im Endstadium der Weimarer Republik aufweist, ramponiert und die Demokratie in den EU-Mitgliedstaaten durch die strikten Vorgaben des Fiskalvertrages (&raquo;Schuldenbremse&laquo;) stranguliert wird.<\/p><p>Wer &ndash; wie ich &ndash; ein beinahe sinnliches Verh&auml;ltnis zu B&uuml;chern hat und schon deshalb eher &raquo;Offliner&laquo; ist, bekommt durch das Jahrbuch wenigstens ausschnittsweise in gedruckter Form nachgeliefert, was die Besucher der NachDenkSeiten tagesaktuell aus dem Netz ziehen. &Uuml;bersichtlich strukturiert und nach Themenbereichen geb&uuml;ndelt l&auml;sst sich eine kritische Chronik der Fehlentwicklungen des vergangenen Jahres in Ruhe nachlesen. Hier wird auch f&uuml;ndig, wer sich nicht auf Suchmaschinen (allein) verlassen und nicht endlos durch Texte &raquo;scrollen&laquo; m&ouml;chte. Man kann dem Jahrbuch nur eine m&ouml;glichst weite Verbreitung w&uuml;nschen, damit seine Informationen und die damit verbundenen kritischen Positionen die Debatte um die Zukunft von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft befruchten.<\/p><p><em>Prof. Dr. Christoph Butterwegge lehrt Politikwissenschaft und ist Mitglied der Forschungsstelle f&uuml;r interkulturelle Studien (FiSt) an der Universit&auml;t zu K&ouml;ln. 2012 sind von ihm die B&uuml;cher &raquo;Armut in einem reichen Land&laquo; sowie &raquo;Krise und Zukunft des Sozialstaates&laquo; erschienen.<\/em><\/p><p><strong>Bibliographie<\/strong><\/p><p>Albrecht M&uuml;ller, Wolfgang Lieb<br>\n&bdquo;Nachdenken &uuml;ber Deutschland. Das kritische Jahrbuch 2012\/2013&ldquo;<br>\nWestend Verlag, Oktober 2012, 256 Seiten,<br>\n14,99 &euro;<br>\nISBN 978-3-86489-030-7<\/p><p><strong>Download:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/121024_Vorwort_Butterwegge.pdf\">Vorwort [PDF 70 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" title=\"NachDenkSeiten: Das kritische Jahrbuch 2012\/2013\" alt=\"NachDenkSeiten: Das kritische Jahrbuch 2012\/2013\" src=\"upload\/bilder\/das_kritische_jahrbuch_2012_2013.gif\"\/><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=14652\" style=\"background: #CC0000; color: #fff; padding: 5px; text-decoration: none;\">&raquo; Direkt bestellen &raquo;<\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorwort<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Christoph Butterwegge<\/em><\/p>\n<p><strong>I<\/strong><\/p>\n<p>Als jahrzehntelang an Hochschulen t&auml;tiger Politikwissenschaftler, dessen Hauptforschungsgebiete der Sozialstaat, seine Umstrukturierung nach neoliberalen Konzepten, die dadurch vermehrte Armut sowie der auf diese Weise gef&ouml;rderte Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=15045\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"class_list":["post-15045","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/15045","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15045"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/15045\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15047,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/15045\/revisions\/15047"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15045"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}