{"id":35682,"date":"2016-11-04T13:10:36","date_gmt":"2016-11-04T12:10:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=35682"},"modified":"2025-02-20T11:17:07","modified_gmt":"2025-02-20T10:17:07","slug":"vorwort-9","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=35682","title":{"rendered":"Vorwort"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161104-Jahrbuch.jpg\" alt=\"NackDenken &uuml;ber Deutschland - Das kritische Jahrbuch 2016\/2017\" title=\"NackDenken &uuml;ber Deutschland - Das kritische Jahrbuch 2016\/2017\"><\/p><p><strong><a href=\"https:\/\/amzn.to\/3QqMo0k\" style=\"background: #CC0000; color: #fff; padding: 5px; text-decoration: none;\">&raquo; Direkt bestellen &raquo;<\/a><\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><h3>Vorwort<\/h3><p><strong>Kriegsgefahr!<\/strong><\/p><p><em>Vorwort von Albrecht M&uuml;ller<\/em><\/p><p>Wirklich? Dar&uuml;ber aufzukl&auml;ren ist heute eines der tragenden Motive unserer Arbeit &ndash; mit <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3QqMo0k\">dem neuen Jahrbuch<\/a> wie auch seiner Basis, der kritischen Internetseite <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\">NachDenkSeiten.de<\/a>. Seit fast dreizehn Jahren versuchen wir aufzukl&auml;ren. Seit etwa zwei Jahren hat sich der Akzent von der wirtschaftspolitischen Seite des Geschehens etwas in Richtung Krieg und Frieden verlagert. Das ist nicht mutwillig so geschehen. Es folgt der aktuellen Bedrohung.<\/p><p>Die Kriegsgefahr ist gr&ouml;&szlig;er geworden. An der Spirale der Kriegshetze und Kriegsvorbereitung wird st&auml;ndig weitergedreht. &bdquo;Die Bev&ouml;lkerung wird angehalten, einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen vorzuhalten&ldquo;, hei&szlig;t es in der &bdquo;Konzeption zivile Verteidigung&ldquo;, die das Bundesinnenministerium erarbeitet hat. Den meisten von uns kommt diese Art von Kriegsvorbereitung l&auml;cherlich vor. Das ist es wohl auch, angesichts der drohenden Gefahr eines Atomkriegs in Europa. Aber sehr viele Menschen in Deutschland halten diese Gefahr entweder f&uuml;r nicht gegeben, oder sie haben sich an Kriege schon gew&ouml;hnt. F&uuml;r jemanden wie mich, der den Zweiten Weltkrieg mit all seinem Elend als Kind noch miterlebt hat, ist es atemberaubend, jetzt zu beobachten, mit welcher Leichtigkeit Kriege als f&uuml;hrbar und als hilfreich f&uuml;r die L&ouml;sung politischer Probleme und Konflikte betrachtet werden.<\/p><p>Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zumindest einen Hoffnungsschimmer. Unter dem Eindruck der gro&szlig;en Zerst&ouml;rung und angesichts der systematischen Vernichtung von Millionen Menschen im Krieg und aus rassistischer Verblendung haben zumindest einige politisch engagierte Personen in den f&uuml;nfziger Jahren des letzten Jahrhunderts begonnen, f&uuml;r Verst&auml;ndigung und Vers&ouml;hnung zu arbeiten. Andere haben schon damals und bis weit hinein in die sechziger Jahre die Feindschaft gegen&uuml;ber dem Osten gepflegt und den Kalten Krieg angeheizt.<\/p><div style=\"float: left; margin: 0 15px 15px 0;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161104-darum-cdu_.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Plakate der abgebildeten Art entstanden damals in den Reihen dieser auf Konfrontation und auf rassistischen Vorurteilen aufbauenden Politik des Westens. CDU, CSU und NPD haben sich des Motivs eines drohenden Sowjetsoldaten bedient. Gl&uuml;cklicherweise haben sich dann Ende der sechziger Jahre jene Kr&auml;fte durchgesetzt, die auf Vers&ouml;hnung und Zusammenarbeit setzten. Sie haben systematisch Vertrauen aufgebaut und die Vers&ouml;hnung mit allen V&ouml;lkern des Ostens erreicht. Auf westlicher Seite waren das neben einigen US-Amerikanern, dem Schweden Olof Palme und dem &Ouml;sterreicher Bruno Kreisky vor allem Deutsche: Willy Brandt, Egon Bahr, Walter Scheel, Helmut Schmidt, und auch Helmut Kohl. Oppositionelle in der damaligen DDR haben mitgewirkt und dann sogar der Generalsekretar der sowjetischen KP, Gorbatschow. 1989 haben wir dann alle aufgeatmet und waren froh &uuml;ber den Erfolg einer strategisch angelegten Politik: der Entspannungspolitik.<\/p><p>Darauf, auf Vers&ouml;hnung und Zusammenarbeit, auf Strukturen gemeinsamer Sicherheit, hofften wir auch unsere Sicherheit aufbauen zu k&ouml;nnen &ndash; nicht auf Milit&auml;r und R&uuml;stung. Auf gemeinsamen Verabredungen zwischen West und Ost, wie sie dann auch mit der Konferenz f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und der nachfolgenden OSZE geschaffen worden sind. <\/p><p>Unsere Partner in Russland, auch Pr&auml;sident Putin, haben zu dieser Politik des Sichvertragens und der Zusammenarbeit auch noch zu einem Zeitpunkt gestanden, als der Westen unter F&uuml;hrung der USA schon lange auf Konfrontation umgeschaltet hatte. Anders als bei der Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands vereinbart, wurde die NATO nicht nur auf das Gebiet der ehemaligen DDR ausgedehnt, sondern weiter bis an die Grenze Russlands herangeschoben. 1999 f&uuml;hrte die NATO mit Beteiligung Deutschlands, trotz der Warnungen aus Moskau und bei Bruch des V&ouml;lkerrechts, Krieg gegen das Restjugoslawien. <\/p><p>Das hat die F&uuml;hrung Russlands nicht davon abgehalten, immer noch f&uuml;r friedliche Zusammenarbeit zu werben &ndash; so Putin zum Beispiel im Deutschen Bundestag am 25. September 2001 in einer auf Deutsch gehaltenen Rede. Dabei kam er an mehreren Stellen auf das Projekt der gemeinsamen Sicherheit zu sprechen. Ich zitiere:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Welt befindet sich in einer neuen Etappe ihrer Entwicklung. Wir verstehen: Ohne eine moderne, dauerhafte und standfeste internationale Sicherheitsarchitektur schaffen wir auf diesem Kontinent nie ein Vertrauensklima und ohne dieses Vertrauensklima ist kein einheitliches Gro&szlig;europa m&ouml;glich. Heute sind wir verpflichtet zu sagen, dass wir uns von unseren Stereotypen und Ambitionen trennen sollten, um die Sicherheit der Bev&ouml;lkerung Europas und die der ganzen Welt zusammen zu gew&auml;hrleisten. &hellip; Ich bin &uuml;berzeugt: Wir schlagen heute eine neue Seite in der Geschichte unserer bilateralen Beziehungen auf und wir leisten damit unseren gemeinsamen Beitrag zum Aufbau des europ&auml;ischen Hauses.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wer sich mit dem Verh&auml;ltnis zwischen West und Ost besch&auml;ftigen will, wer verstehen will, welche gef&auml;hrliche Entwicklung seit gut zwanzig Jahren eingeschlagen wird, sollte die zitierte Rede Pr&auml;sident Putins im Deutschen Bundestag lesen oder anh&ouml;ren. Man versteht danach besser, wie sehr Russland und die Russen davon betroffen sind, wie leichtfertig von westlicher Seite die ausgestreckte Hand ausgeschlagen wird.<\/p><p>Als Putin 2001 im Deutschen Bundestag redete, hatten die westliche F&uuml;hrungsmacht USA und die NATO schon lange das Ziel und die Strategie ihrer Politik ge&auml;ndert. Von gemeinsamer Sicherheit war da keine Rede mehr. Die heute g&uuml;ltige Vorstellung entspricht der Idee eines Imperiums, dem sich andere unterzuordnen haben oder mit milit&auml;rischer Gewalt dazu gezwungen werden.<\/p><p>Von Afghanistan bis Libyen und Mali brennen der Nahe und Mittlere Osten und Nordafrika. Wertvolles Kulturerbe ist zerst&ouml;rt worden, Millionen Menschen sind vertrieben, get&ouml;tet und ermordet worden. Mit dem Konflikt in der Ukraine ist diese Politik in die N&auml;he Europas geruckt. Trotz der n&auml;her r&uuml;ckenden milit&auml;rischen Gewalt sehen offensichtlich viele Menschen in unserem Land keine unmittelbare Kriegsgefahr. Und wenn schon, dann sind nicht wir, der Westen, verantwortlich f&uuml;r die gef&auml;hrliche Entwicklung, verantwortlich ist Russland &ndash; so die &ouml;ffentliche Wahrnehmung und vor allem die in den Medien ver&ouml;ffentlichte Meinung.<\/p><p>Nahezu alle wichtigen Medien in Deutschland machen mit beim Aufbau des neuen Feindbildes: <em>FAZ<\/em> und <em>taz<\/em>, <em>Zeit<\/em> und <em>Bild<\/em>, <em>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/em> und <em>Welt<\/em>, <em>ARD<\/em>, <em>ZDF<\/em> und die privaten Sender ohnehin. Es ist erschreckend, dass innerhalb eines kurzen Zeitraums die tats&auml;chliche Lage in der Welt und auch die Stimmungslage so ver&auml;ndert werden k&ouml;nnen. Das deutsche Volk war lange Zeit resistent gegen den Aufbau eines neuen Feindbildes. &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; war eine gel&auml;ufige Parole. Ob das h&auml;lt, ist sehr zu bezweifeln.<\/p><p>Die NachDenkSeiten sind 2003 gegr&uuml;ndet worden, um aufkl&auml;rend zu wirken; das hei&szlig;t im konkreten Fall, um das kritische B&uuml;rgertum &ndash; vom Arbeiter bis zur leitenden Angestellten, von Sch&uuml;lern bis zu Rentnern &ndash; mit Informationen zu versorgen und zu einer kritischeren Begleitung des Geschehens zu raten. Ob wir damit noch erfolgreich sind, ob es sich lohnt, diese Anstrengungen zur Aufkl&auml;rung zu machen, das m&uuml;ssen wir uns t&auml;glich fragen. So ganz klar zu beantworten ist diese Frage nicht. Die Antwort wird sehr davon abh&auml;ngen, ob wir Sie, unsere Leserinnen und Leser, noch zum Zweifeln animieren k&ouml;nnen. &bdquo;Mit dem Wissen w&auml;chst der Zweifel&ldquo;, meinte Goethe. Sind wir noch bereit, uns gut zu informieren und dann zu zweifeln?<\/p><p>Au&szlig;er Krieg und Frieden gibt es noch viel Anderes, was zu Recht als wichtig betrachtet wird: Arbeit, ein guter Lohn, eine gute Rente, Gerechtigkeit, Gesundheit, eine gute Ausbildung f&uuml;r Kinder und Enkel, der Umgang mit Fl&uuml;chtlingen. Das alles ist ungeheuer wichtig und wird in dem neuen Jahrbuch in vielen Beitragen beleuchtet. Mit diesem Buch stellen wir den Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten wie auch anderen neugierigen Menschen auf Papier gedruckt zur Verf&uuml;gung, was sie im letzten Jahr auf den NachDenkSeiten lesen konnten.<\/p><p><em>Albrecht M&uuml;ller, Jens Berger: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.westendverlag.de\/buch\/nachdenken-ueber-deutschland-6\/\">Nachdenken &uuml;ber Deutschland. Das kritische Jahrbuch 2016\/17<\/a>&ldquo;, Westend Verlag, 256 Seiten, 4.10.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/161104-Jahrbuch.jpg\" alt=\"NackDenken &uuml;ber Deutschland - Das kritische Jahrbuch 2016\/2017\" title=\"NackDenken &uuml;ber Deutschland - Das kritische Jahrbuch 2016\/2017\"\/><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/amzn.to\/3QqMo0k\" style=\"background: #CC0000; color: #fff; padding: 5px; text-decoration: none;\">&raquo; Direkt bestellen &raquo;<\/a><\/strong><\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr \/><\/div>\n<h3>Vorwort<\/h3>\n<p><strong>Kriegsgefahr!<\/strong><\/p>\n<p><em>Vorwort von Albrecht M&uuml;ller<\/em><\/p>\n<p>Wirklich? Dar&uuml;ber aufzukl&auml;ren ist heute eines der tragenden Motive unserer Arbeit &ndash; mit <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3QqMo0k\">dem neuen Jahrbuch<\/a> wie auch<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=35682\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"class_list":["post-35682","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/35682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=35682"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/35682\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":129019,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/35682\/revisions\/129019"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=35682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}