{"id":100034,"date":"2023-06-29T09:47:21","date_gmt":"2023-06-29T07:47:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100034"},"modified":"2023-07-04T07:20:37","modified_gmt":"2023-07-04T05:20:37","slug":"bruessel-im-totalen-wirtschaftskrieg-das-11-eu-sanktionspaket","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100034","title":{"rendered":"Br\u00fcssel im totalen Wirtschaftskrieg: Das 11. EU-Sanktionspaket"},"content":{"rendered":"<p>Am 23. Juni 2023 stimmte der EU-Rat dem Vorschlag der Br&uuml;sseler Kommission zu und beschloss ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland und gegen alle, die sich der EU nicht unterordnen wollen. Es ist das elfte, wenn man mit Februar 2022 zu z&auml;hlen beginnt. Tats&auml;chlich waren schwarze Listen und wirtschaftliche Zwangsma&szlig;nahmen gegen missliebige Personen und Unternehmen bereits im M&auml;rz bzw. April 2014 aufgelegt worden. Damit hatten die Granden der Europ&auml;ischen Union auf die Anti-Majdan-Proteste im Donbass und die Vorbereitung f&uuml;r ein Referendum auf der Krim reagiert, das dann zwei Wochen nach der Verh&auml;ngung der EU- (und US-)Sanktionen die Abspaltung der Halbinsel von der Ukraine mit 95-prozentiger Zustimmung best&auml;tigte. Von <strong>Hannes Hofbauer<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8365\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-100034-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230629_Bruessel_im_totalen_Wirtschaftskrieg_Das_11_EU_Sanktionspaket_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230629_Bruessel_im_totalen_Wirtschaftskrieg_Das_11_EU_Sanktionspaket_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230629_Bruessel_im_totalen_Wirtschaftskrieg_Das_11_EU_Sanktionspaket_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230629_Bruessel_im_totalen_Wirtschaftskrieg_Das_11_EU_Sanktionspaket_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=100034-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230629_Bruessel_im_totalen_Wirtschaftskrieg_Das_11_EU_Sanktionspaket_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230629_Bruessel_im_totalen_Wirtschaftskrieg_Das_11_EU_Sanktionspaket_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Der gro&szlig;e transatlantische Wirtschaftskrieg gegen Moskau begann nach dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine im Fr&uuml;hjahr 2022. Mit der Beschlagnahme von 200 Milliarden US-Dollar russischer Zentralbankgelder alleine durch die Staaten der Europ&auml;ischen Union war eine bis dato nie denkbar gewesene Eskalationsstufe erreicht. Das EU-Sanktionsregime ist im &Uuml;brigen genauso v&ouml;lkerrechtswidrig wie der Einmarsch russischer Truppen ins Nachbarland. Internationale Legitimit&auml;t k&ouml;nnten Wirtschaftssanktionen nur erhalten, wenn sie der UN-Sicherheitsrat billigte, was wegen des vorhersehbaren russischen (und vermutlich auch chinesischen) Vetos nicht realisierbar ist. Auch die Welthandelsorganisation WTO kennt grunds&auml;tzlich das Instrument der Wirtschaftssanktion und gesteht es einem Mitgliedsstaat zu, wenn diesem zur &bdquo;Wahrung seiner wesentlichen Sicherheitsinteressen&ldquo; keine andere Wahl bleibt.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Die Ukraine darf nach WTO-Regeln also wirtschaftliche Zwangsma&szlig;nahmen gegen Russland setzen, weil sie tats&auml;chlich durch den Einmarsch gef&auml;hrdet ist. Die EU bzw. die ganze transatlantische Staatengemeinschaft ist dieser Gef&auml;hrdungslage freilich nicht ausgesetzt; insofern sind deren Sanktionspakete aggressive, v&ouml;lkerrechtswidrige Akte.<\/p><p>Das nun 11. Sanktionspaket ist das Produkt z&auml;her Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und einzelnen Staatsoberh&auml;uptern. Nationale Parlamente, die ja die eigentliche Legislative darstellen, werden schon lange nicht mehr mit den wichtigsten geo- und wirtschaftspolitischen Entscheidungen befasst. Weil es in Russland bzw. im Handel zwischen EU-L&auml;ndern und Russland nach zehn Paketen kaum mehr etwas zu sanktionieren gibt, nimmt Br&uuml;ssel jetzt jene L&auml;nder und dort stationierte Unternehmen ins Visier, die sich nicht am Wirtschaftskrieg gegen Russland beteiligen. Das 11. Paket ist ein Sammelsurium von Drohungen und Erpressungen. Bislang wurde auf &bdquo;diplomatischem&ldquo; Weg gedroht und erpresst, also undiplomatisch. Daf&uuml;r tourten unter anderem die zwei bellizistischen deutschen Frauen, EU-Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen und Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock, durch Afrika und Lateinamerika, um dort Mitt&auml;ter im Wirtschaftskrieg gegen Russland anzuwerben; ohne gro&szlig;en Erfolg. Jetzt ist man dazu &uuml;bergegangen, die juristische Keule zu schwingen, und hat daf&uuml;r einen eigenen Beauftragten installiert: den eingefleischten Transatlantiker und ehemaligen EU-Botschafter in den USA, David O&rsquo;Sullivan.<\/p><p>Der Quantensprung im 11. Sanktionspaket besteht darin, dass die EU jetzt nicht mehr in erster Linie gegen Russland vorgeht, sondern gegen L&auml;nder, die mit Russland Handel treiben. Extraterritoriale Sanktionen oder auch Sekund&auml;rsanktionen nennt man diese Eskalationsstufe. &Uuml;berall dort, wo sich in den vergangenen zwei Jahren der Au&szlig;enhandel mit Russland signifikant erh&ouml;ht hat, will Br&uuml;ssel mit &ouml;konomischen Repressalien intervenieren. Auf der am 23. Juni beschlossenen Sanktionsliste stehen explizit L&auml;nder wie Kasachstan, die Vereinigten Arabischen Emirate, Armenien, Syrien und China. Unternehmen, die von dort aus EU-Waren nach Russland liefern bzw. als Umschlagplatz daf&uuml;r verd&auml;chtigt werden, soll es nun an den Kragen gehen. <\/p><p>Warum die T&uuml;rkei nicht genannt ist, hat offensichtlich mit ihrer NATO-Mitgliedschaft zu tun, da fehlte den Br&uuml;sseler Beh&ouml;rden der Mut. Denn laut einer Studie des US-Unternehmens &bdquo;Silverado Policy Accelerator&ldquo; waren es vor allem t&uuml;rkische Firmen, die vom R&uuml;ckzug der EU-Konkurrenten aus Russland profitierten. Der t&uuml;rkische Au&szlig;enhandel mit Russland legte zwischen 2020 und 2022 um 54 Prozent zu; demgegen&uuml;ber konnte Kasachstan seine Russland-Exporte um &bdquo;nur&ldquo; 24 Prozent steigern und China um 12 Prozent.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Dar&uuml;ber hinaus wird allen Schiffen der Zugang zu EU-H&auml;fen untersagt, die von Br&uuml;ssel nicht kontrollierte Transfers durchf&uuml;hren, indem sie z.B. keine l&uuml;ckenlose Navigations&uuml;berwachung vorweisen k&ouml;nnen. Dies zielt insbesondere auf internationale Reedereien, die sich nicht an die EU-Preisobergrenze f&uuml;r russisches &Ouml;l halten.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Mit dem 11. Sanktionspaket wird auch endg&uuml;ltig die M&ouml;glichkeit kassiert, russisches &Ouml;l &uuml;ber Pipelines nach Deutschland zu pumpen. Skurril wird es an diesem Punkt, weil f&uuml;r kasachisches &Ouml;l eine Ausnahme gemacht wird. Es darf &uuml;ber dieselben Pipelines via Russland &Ouml;l nach Europa transportieren. Gleichzeitig droht die EU Astana mit Sekund&auml;rsanktionen, sollten kasachische Firmen in Russland die von EU-Unternehmen verlassenen Positionen einnehmen. Der Sanktionsreigen ist &ndash; so lernen wir &ndash; ein fast undurchschaubarer Wust an Paragraphen und Ausnahmen, der immer wieder M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Umgehungen bietet.<\/p><p>71 weiteren Personen und 33 Unternehmen, die dem EU-Wirtschaftskrieg in die Quere gekommen sind, finden sich seit 23. Juni 2023 neu auf der Liste. Damit erh&ouml;ht sich die Zahl derer, denen Konten und Verm&ouml;genswerte eingefroren wurden, auf knapp 2.000. Und Br&uuml;ssel ist gerade dabei, dem kanadischen Beispiel zu folgen, nach dem dort eine neue Gesetzeslage erlaubt, die beschlagnahmten Werte zu stehlen und an die Ukraine &ndash; im Klartext: an westliche R&uuml;stungsfirmen, bei denen die Ukraine in der Kreide steht &ndash; weiterzuleiten. Seit dem 7. EU-Sanktionspaket findet sich &uuml;brigens der erste EU-B&uuml;rger auf der anti-russischen Sanktionsliste. Es handelt sich um den slowakischen Unternehmer Jozef Hambalek, F&uuml;hrer der europ&auml;ischen Sektion des russischen Motorrad-Klubs &bdquo;Nachtw&ouml;lfe&ldquo;, der seine Sympathie f&uuml;r Wladimir Putin nie verheimlich hat. Seine Enteignung beschreibt der Motorrad-Recke in einem Interview beim slowakischen Portal &bdquo;ereport&ldquo; mit den Worten: &bdquo;Es ist ein schreckliches Gef&uuml;hl, wenn man morgens aufwacht und feststellt, dass man nichts mehr hat (&hellip;) und man nicht wei&szlig;, warum? Sie haben alles mitgenommen, sie haben meine Konten gesperrt, sie haben meine Autos und Motorr&auml;der mitgenommen, sie haben mein Haus eingefroren, sie haben mir den Strom abgestellt. Niemand hat mir etwas gesagt, ich werde nicht beschuldigt, es gibt kein Verfahren gegen mich (&hellip;). Sie haben einfach alles weggenommen.&ldquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Was f&uuml;r reiche Russen, die auf der EU-Sanktionsliste landen, unangenehm ist, ist f&uuml;r einen EU-Europ&auml;er, der hier lebt, existenzgef&auml;hrdend. <\/p><p>Ganz ohne offizielle Sanktionen ist &uuml;brigens die ehemalige &ouml;sterreichische Au&szlig;enministerin Karin Kneissl in eine &auml;hnliche Lage gekommen. Nachdem ihr in &Ouml;sterreich wegen Aufsichtsratsposten in russischen Staatsbetrieben die Konten gesperrt worden waren und sie auch aus dem franz&ouml;sischen Exil, wohin sie sich begab, vertrieben wurde, floh sie in den Libanon. Von dort pflegt sie weiter intensive wissenschaftliche Kontakte zu Russland, durch die sich der Chef der Diplomatischen Akademie in Wien, Emil Brix, zur Aussage hinrei&szlig;en lie&szlig;, man m&uuml;sse Kneissl die &ouml;sterreichische Staatsb&uuml;rgerschaft entziehen. Den Hass, der einer solchen Aussage zugrunde liegt, muss man sich mal zu Gem&uuml;te f&uuml;hren. Der Oberlehrer f&uuml;r die Ausbildung von Diplomaten des offiziell neutralen &Ouml;sterreich, das sich mit keinem Land im Krieg befindet, schl&auml;gt ernsthaft vor, die ehemalige Au&szlig;enministerin, ebenfalls fr&uuml;her Absolventin der Diplomatischen Akademie, in die Staatenlosigkeit zu treiben. Dass dies dem Gesetz nach nicht m&ouml;glich ist, musste dem Herrn Brix erst von Regierungsseite in Erinnerung gerufen werden.<\/p><p>Extraterritoriale Sanktionen zeugen von einem imperialistischen Anspruch, andere Staaten dem eigenen Regime zu unterwerfen. Dabei soll die (EU-)Jurisdiktion einem fremden Land &uuml;bergest&uuml;lpt werden; ganz nach dem Motto: was in Br&uuml;ssel beschlossen wird, muss auch in Astana, Dubai, Abu Dhabi, Jerewan, Damaskus oder Peking gelten, ganz egal, welche politischen oder gesetzlichen Regeln dort in Kraft sind. Bis vor kurzem noch haben sich Politiker aus der EU, insbesondere solche aus Deutschland, vehement gegen das Instrument der extraterritorialen Sanktion gewehrt und die USA, die dieses Mittel schon l&auml;nger einsetzt, daf&uuml;r gescholten. Anfang September 2020 antwortete der Sprecher des deutschen Ausw&auml;rtigen Amtes, Christofer Burger, im Rahmen der Bundespressekonferenz auf die Frage, was das Au&szlig;enministerium von den US-Sanktionen gegen Kuba halte: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich kann Ihnen dazu sagen, dass wir grunds&auml;tzlich und unabh&auml;ngig von der L&auml;ndersituation extraterritorial wirkende Sanktionen ablehnen.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dieser Grundsatz wurde mit dem 11. Sanktionspaket &uuml;ber Bord geworfen.<\/p><p>Zwei Monate lang haben die Br&uuml;sseler Wirtschaftskrieger gebraucht, um alle EU-Staaten auf den neuen Kurs Richtung Sanktionierung von Drittstaaten zu bringen. Deutschland wehrte sich dagegen, die urspr&uuml;nglich acht chinesischen Firmen ins Visier zu nehmen, jetzt werden nur drei in Hongkong beheimatete Unternehmen mit Strafen eingedeckt. Als besonders widerst&auml;ndig gegen das fortgesetzte und vertiefte Russland-Bashing erwiesen sich Ungarn und Griechenland. Die Regierungen in Budapest und Athen sahen es nicht ein, dass wichtige Unternehmen aus ihren L&auml;ndern von Kiew auf einer schwarzen Liste sogenannter &bdquo;Kriegssponsoren&ldquo; gef&uuml;hrt werden und sie nichtsdestotrotz extraterritorialen Sanktionen zur Schw&auml;chung Russlands zustimmen sollten. Sie forderten die Ukraine auf, die &bdquo;Kriegssponsorenliste&ldquo; zu &uuml;berarbeiten und die entsprechenden Unternehmen von ihr zu streichen. Griechenland gelang es immerhin, f&uuml;nf gro&szlig;e Schiffsreedereien, die Kiew wegen (angeblicher) Gesch&auml;fte mit Russland auf die schwarze Liste gesetzt hat, reinzuwaschen. <\/p><p>F&uuml;r Ungarn ging es um seine gr&ouml;&szlig;te Bank OTP, ein in Mittel- und Osteuropa t&auml;tiges Institut mit &uuml;ber 40.000 Mitarbeitern in elf L&auml;ndern. Ihre Pr&auml;senz in Russland gef&auml;llt Kiew nicht, weswegen OTP als &bdquo;Kriegssponsor&ldquo; gef&uuml;hrt wird. Wenn Kiew OTP nicht von der schwarzen Liste streicht, wird Budapest dem 11. Sanktionspaket nicht zustimmen, t&ouml;nte es aus dem ungarischen Au&szlig;enministerium. Sein Leiter, Au&szlig;enminister P&eacute;ter Szijj&aacute;rt&oacute;, nannte die Kiewer Liste noch Anfang Juni &bdquo;inakzeptabel und unversch&auml;mt&ldquo;.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Trotz aller Bem&uuml;hungen, die Wogen zwischen Kiew und Budapest zu gl&auml;tten, blieb Selenskij auf anti-ungarischem Kurs. Das mag auch mit einer Episode zusammenh&auml;ngen, die in unseren Breiten kaum Beachtung gefunden hat, n&auml;mlich der &Uuml;berstellung von in Russland gefangen genommenen Soldaten der ukrainischen Armee direkt nach Ungarn. Und das kam so: Die ungarische Minderheit im &auml;u&szlig;ersten Westen der (Karpaten-)Ukraine leidet besonders unter dem harten Einberufungsregime der ukrainischen Armee. Sie hat viele Opfer an der Front im &auml;u&szlig;ersten Osten des Landes zu beklagen, wohin sie keinerlei famili&auml;re oder kulturelle Beziehungen hat. In Russland gefangene ungarisch-st&auml;mmige Soldaten der Selenskij-Armee haben Repressionen daheim zu bef&uuml;rchten. Also beschlossen die russisch-orthodoxe Kirche und der ungarische Malteserorden Anfang Juni 2023, elf gefangene Soldaten der ungarischen Minderheit in der Ukraine unter Umgehung ukrainischer Beh&ouml;rden direkt nach Budapest zu &uuml;berstellen.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Kiew sch&auml;umte &hellip; und belie&szlig; die gr&ouml;&szlig;te ungarische Bank auf der &bdquo;Kriegssponsorenliste&ldquo;.<\/p><p>Zeitgleich nahm Br&uuml;ssels Druck auf die ungarische Regierung zu und Budapest stimmte am 23. Juni f&uuml;r das 11. Paket im Wirtschaftskrieg. Daf&uuml;r erhielt Budapest die Ausnahmegenehmigung, die U-Bahn-Linie M-3, die in den 1970er-Jahren erbaut worden war, nun vom russischen Unternehmen &bdquo;Metrowagonmash&ldquo;, das technisch einzig dazu in der Lage ist, reparieren zu lassen.[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Die Benutzer der Budapester Metro werden es zu sch&auml;tzen wissen. Im gro&szlig;en geopolitischen Ringen musste die ungarische Seite nachgeben.<\/p><p><em>Von Hannes Hofbauer erschien zuletzt (als Co-Herausgeber zusammen mit Stefan Kraft) der Band <a href=\"https:\/\/mediashop.at\/buecher\/kriegsfolgen\/\">&bdquo;Kriegsfolgen. Wie der Kampf um die Ukraine die Welt ver&auml;ndert&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: shutterstock \/ Alexandros Michailidis<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema: <\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96549\">Gr&uuml;n ist das neue Rechts<\/a> <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82773\">Hannes Hofbauer zur Zensur: &bdquo;YouTube, Facebook und Co erledigen nur die Drecksarbeit&ldquo;<\/a> <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96339\">Nord Stream als Kriegsgrund<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96301\">Abschaffung von Sanktionen als Mittel des Wirtschaftskrieges: Krachende Abstimmungsniederlage f&uuml;r USA und EU im UN-Menschenrechtsrat<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86125\">&bdquo;Werden am Ende 20 bis 30 Prozent &auml;rmer sein&ldquo; &ndash; DIHK-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer zu Auswirkungen von Sanktionen und Ukraine-Krieg auf Deutschland<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/01eab4371695404ca8047c6cf8aef2a8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Article XXI GATT, siehe: <a href=\"https:\/\/www.wto.org\/english\/docs_e\/legal_e\/gatt47_02_e.htm\">wto.org\/english\/docs_e\/legal_e\/gatt47_02_e.htm<\/a> (27.6.2023)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Die Presse vom 2. Februar 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/germany.representation.ec.europa.eu\/news\/11-sanktionspaket-der-eu-gegen-russland-2023-06-23_de\">germany.representation.ec.europa.eu\/news\/11-sanktionspaket-der-eu-gegen-russland-2023-06-23_de<\/a> (27.5.2023)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=BUlsvBFQpYU\">youtube.com\/watch?v=BUlsvBFQpYU<\/a> (27.6.2023)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/09\/243199\/bundesregierung-lehnt-sanktionen-ab\">amerika21.de\/2020\/09\/243199\/bundesregierung-lehnt-sanktionen-ab<\/a> (27.6.2023)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.intellinews.com\/hungary-s-otp-bank-still-in-ukraine-s-international-sponsors-of-war-list-282651\/\">intellinews.com\/hungary-s-otp-bank-still-in-ukraine-s-international-sponsors-of-war-list-282651\/<\/a> (27.6.2023)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/ungarnheute.hu\/news\/moskauer-patriarchat-vermittelt-uebergabe-ukrainischer-kriegsgefangener-an-ungarn-19099\/\">ungarnheute.hu\/news\/moskauer-patriarchat-vermittelt-uebergabe-ukrainischer-kriegsgefangener-an-ungarn-19099\/<\/a> (27.6.2023)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.railway.supply\/en\/the-eu-will-allow-russia-to-supply-rolling-stock-components-and-services-for-the-budapest-metro\/\">railway.supply\/en\/the-eu-will-allow-russia-to-supply-rolling-stock-components-and-services-for-the-budapest-metro\/<\/a> (27.6.2023)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 23. 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