{"id":10008,"date":"2011-07-05T09:14:21","date_gmt":"2011-07-05T07:14:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10008"},"modified":"2014-09-08T15:51:12","modified_gmt":"2014-09-08T13:51:12","slug":"wie-kommt-die-bundesagentur-fur-arbeit-zu-den-gemeldeten-stellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10008","title":{"rendered":"Wie kommt die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit zu den gemeldeten Stellen?"},"content":{"rendered":"<p>Geht die BA zu den Arbeitgebern oder fragt sie telefonisch nach? Schaut die BA auf ihre Jobb&ouml;rse und holt sich dort ihre Zahl der gemeldeten Stellen?<br>\nMit ersteren h&auml;tte ich schon ein gro&szlig;es Problem. Aber bei der Variante 2 k&ouml;nnte ich sogar nachweisen, dass die BA naiv oder bewusst mit Zahlen jongliert, die nicht stimmen k&ouml;nnen.<br>\nVon einer Leserin die nicht genannt werden m&ouml;chte.<br>\n<!--more--><\/p><p>Seit 8 Jahren arbeite ich bei diversen Bildungstr&auml;gern, nat&uuml;rlich immer befristet, und versuche arbeitslosen Menschen zu helfen,  eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu finden. Genau so lange habe ich mich auch gewundert, dass &bdquo;meine&ldquo; Teilnehmer, die sich  bei privaten Arbeitsvermittlern (Bewerbung &uuml;ber Vermittlungsgutschein) beworben haben, meist keinen Erfolg hatten, obwohl durch die Einl&ouml;sung des Vermittlungsgutscheins, diese Agenturen ja leben. Was mich weiterhin immer gewundert hat, ist, dass mit allen Teilnehmern ein Vermittlungsvertrag abgeschlossen wurde. Das war den Firmen immer sehr wichtig. Sobald der Vertrag aber unterschrieben war, h&ouml;rten die Teilnehmer aber meist nie wieder etwas von den Personalvermittlern. Gibt es hier einen Bonus f&uuml;r die privaten Arbeitsvermittler von der BA? (denn die Arbeitslosen fallen mit ihrer Unterschrift ja aus der Statistik). Stecken hinter den Jobangeboten der privaten Arbeitsvermittler &uuml;berhaupt Arbeitspl&auml;tze?<\/p><p>Aus meinem pers&ouml;nlichen Erleben konnte ich mir jedenfalls teilweise Antworten auf meine aufgekommenen Fragen geben.<\/p><p>Eine private Personalserviceagentur in meiner Heimatstadt &hellip; nahm mit mir Kontakt auf, um mich zur Mitarbeit in ihrem Unternehmen abzuwerben. Da ich mal wieder arbeitslos wurde, ging ich darauf ein, erste Gespr&auml;che mit dieser Firma zu f&uuml;hren und dort eine 14-t&auml;gige Trainingsma&szlig;nahme durchzuf&uuml;hren, um zu testen, ob diese Arbeit &uuml;berhaupt etwas f&uuml;r mich ist.<\/p><p>Nach einem Tag Arbeit dort wusste ich, dass meine Vermutung, hinter den Jobangeboten bei privaten Arbeitsvermitteln auf der Arbeitsagenturseite st&uuml;nden fast nur Scheinstellen, stimmt.<\/p><p>Hierzu muss man wissen, dass die Stellenangebote nicht durch die Arbeitsagentur in das Internet gesetzt werden, sondern die Arbeitgeber, Zeitarbeitsfirmen und privaten Arbeitsvermittler diese Stellen selbst ins Netz stellen oder wieder herausnehmen. Dieses l&auml;uft &uuml;ber ein Passwort und ein Kennwort. An diesem Tag habe ich selbst, auf Verlangen meiner Vorgesetzten, zwei Stellenangebote ins Netz gestellt, hinter denen kein wirklicher Job gesteckt hat. Den auszuschreibenden Text sollte ich von anderen ausgeschrieben Stellen abgewandelt &uuml;bernehmen. Selbst wenn mal zuf&auml;lligerweise ein tats&auml;chlicher Job auf der Arbeitsagenturseite zu finden ist, steht er mindestens 10-mal auf dieser Internetseite, weil die privaten Personalvermittler voneinander abschreiben. Von den 20 ausgeschriebenen Stellen dieser Personalserviceagentur waren nur 10% wirklich mit Jobs hinterlegt, nat&uuml;rlich nur im Niedriglohnbereich. Auf meine Nachfrage bei meinen Vorgesetzten, warum sie die Stellen denn dann ausgeschrieben haben, kam als Antwort, sie h&auml;tten geh&ouml;rt, dass in den ausgeschriebenen Branchen Leute gesucht werden.<\/p><p>Sie wollten erst mal die Daten der Arbeitslosen sammeln und dann bei den Arbeitgebern nachfragen, ob sie Arbeitskr&auml;fte suchten. Ich vermute, dass andere private Personalvermittlungsfirmen &auml;hnlich vorgehen. Das erkl&auml;rt zumindest, warum ich nie erlebt habe, dass &bdquo;meine&ldquo; arbeitslosen Teilnehmer einen Job &uuml;ber private Vermittlung gefunden haben. Das Arbeitsamt kontrolliert nicht, welche Arbeitgeber hinter den ausgeschriebenen Stellen stehen. <\/p><p>Also, woher wei&szlig; die BA wie viele Jobbewerber tats&auml;chlich gesucht werden? Antwort: Sie kann es gar nicht wissen, weil sie keine zentrale Erfassungsstelle hat. Wenn ich jetzt regierungsnah w&auml;re, k&ouml;nnte ich die Arbeitsagenturseite so manipulieren, indem ich 100 oder mehr fiktive Stellen einfach auf diese Seite platziere, da ich ja das Passwort und das Kennwort der betreffenden Personalagentur kenne. Kein Arbeitsamt w&uuml;rde nachfragen, ob es diese Stellen wirklich gibt. Nur leider wird durch das Wirtschaftsministerium genau mit dieser Zahl Propaganda betrieben. Was ich an diesen einen Tag nicht herausgefunden habe, das ist, welchen Nutzen die Personalvermittlungsfirma eigentlich davon hat, au&szlig;er dass sie massiv pers&ouml;nliche Daten von den Arbeitslosen sammelt.<\/p><p>Ich habe das Jobangebot bei dieser Firma nat&uuml;rlich nicht angenommen, weil ich f&uuml;r diese massive Irref&uuml;hrung von Arbeitslosen nicht mitverantwortlich sein wollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geht die BA zu den Arbeitgebern oder fragt sie telefonisch nach? Schaut die BA auf ihre Jobb&ouml;rse und holt sich dort ihre Zahl der gemeldeten Stellen?<br \/> Mit ersteren h&auml;tte ich schon ein gro&szlig;es Problem. 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