{"id":100114,"date":"2023-07-01T14:00:56","date_gmt":"2023-07-01T12:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100114"},"modified":"2025-07-20T19:25:03","modified_gmt":"2025-07-20T17:25:03","slug":"philippinen-von-der-kolonie-zum-willfaehrigen-brueckenkopf-washingtons-im-suedchinesischen-meer-teil-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100114","title":{"rendered":"Philippinen: Von der Kolonie zum willf\u00e4hrigen Br\u00fcckenkopf Washingtons im S\u00fcdchinesischen Meer (Teil I)"},"content":{"rendered":"<p>Unterdr&uuml;ckung, Revolten und bewaffneter Widerstand sind eine Konstante in der philippinischen Geschichte. Das war so w&auml;hrend der ann&auml;hernd 350-j&auml;hrigen Kolonialzeit unter den Spaniern, die 1898 endete. Und das war so in dem halben Jahrhundert der sich anschlie&szlig;enden US-amerikanischen Kolonial&auml;ra. Am 4. Juli (sic!) 1946 gew&auml;hrte Washington den Inseln die Unabh&auml;ngigkeit, die sie den Filipinos zuvor jedoch gewaltsam vorenthalten hatte, als diese vor just 125 Jahren, am 12. Juni 1898, nach siegreichem Kampf gegen Spanien die erste unabh&auml;ngige Republik in Asien proklamierten. Einerlei, ob in den Philippinen heute der 12. Juni als nationaler Feiertag gilt und der 4. Juli als Gedenktag begangen wird &ndash; der Inselstaat war, ist und bleibt auch auf absehbare Zeit Washingtons engster Vasall in der Asien-Pazifik-Region. Kein Wunder, dass bereits in der Fr&uuml;hphase US-amerikanischer Herrschaft &uuml;ber den Archipel die Filipinos von Uncle Sams Gesandten paternalistisch als &bdquo;kleine braune Br&uuml;der&ldquo; tituliert wurden. Kein Wunder auch, dass der damalige wie heutige imperiale Blick fest auf China fokussiert ist, das seinerseits eigene Herrschaftsinteressen in der Region verfolgt. Ein kritischer R&uuml;ck- und Ausblick unseres S&uuml;dostasienexperten <strong>Rainer Werning<\/strong>, dessen zweiter Teil morgen erscheint.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Das Flair von der gro&szlig;en weiten Welt<\/strong><\/p><p>Vor reichlich 125 Jahren entbrannte in den USA ein hitziger Streit um die politische Zukunft des Landes. Die Frage war: Sollten die Amerikaner Kolonien erobern oder sich mit ihrem eigenen gro&szlig;en Land zufriedengeben?<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wir m&uuml;ssen unserem Blut gehorchen und neue M&auml;rkte und, wenn n&ouml;tig, neue Gebiete in Besitz nehmen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Dies verk&uuml;ndeten Bef&uuml;rworter einer Kolonialpolitik, w&auml;hrend die Gegner f&uuml;r au&szlig;enpolitische Zur&uuml;ckhaltung pl&auml;dierten. Zu ihnen geh&ouml;rte Samuel Langhorne Clemens, uns besser bekannt als Mark Twain, Autor solcher Bestseller wie <em>&bdquo;Die Abenteuer des Huckleberry Finn&ldquo; <\/em>und <em>&bdquo;Tom Sawyers Abenteuer&ldquo;.<\/em> Als Journalisten von dem 65-j&auml;hrigen Schriftsteller wissen wollten, ob er tats&auml;chlich Antiimperialist sei, antwortete er:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Sie fragen mich, was Imperialismus bedeutet. Ich genie&szlig;e nicht den Vorteil, genau zu wissen, ob sich unser Volk &uuml;ber den gesamten Globus ausbreiten will. Strebte es danach, w&uuml;rde ich das sehr bedauern. Ich hingegen meine, es ist weder klug noch eine notwendige Entwicklung, in China oder in anderen L&auml;ndern, in denen wir nichts zu suchen haben und die uns nicht geh&ouml;ren, Flagge zu zeigen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren amerikanische Siedler bis an die Westk&uuml;ste vorgedrungen. Seit etwa 1890 wurde es laut um den Stillen Ozean. Die Weite dieses gr&ouml;&szlig;ten Weltmeeres befl&uuml;gelte weitschweifende und zunehmend sch&auml;rfere Debatten: Sollten die Amerikaner dieses Meer &ndash; mit Berufung auf den Herrn &ndash; zur amerikanischen See machen? Diese Streitfrage spaltete die Vereinigten Staaten in sogenannte <em>&bdquo;Isolationisten&ldquo;<\/em> und <em>&bdquo;Interventionisten&ldquo;<\/em> oder auch <em>&bdquo;Imperialisten&ldquo;.<\/em> Erstere meinten, die USA gen&uuml;gten sich selbst und ihr Territorium stelle einen ausreichend gro&szlig;en Binnenmarkt dar. Die Bef&uuml;rworter eines Imperialismus waren Leute h&ouml;chst unterschiedlicher Provenienz &ndash; Geistliche, Politiker, Gesch&auml;ftsleute und Intellektuelle &ndash;, die im Wettstreit mit den europ&auml;ischen Kolonialm&auml;chten ja nicht zu kurz kommen wollten.<\/p><p>Der US-amerikanische Historiker Richard Hofstadter hat in den 1950er- und 1960er-Jahren die Vorstellungen und Gedankenwelt in den Vereinigten Staaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts analysiert und gezeigt, wie sehr die amerikanische Politik von einem unersch&uuml;tterlichen Sendungsbewusstsein bestimmt wurde. Hofstadter, Professor an den Columbia University in New York, beschrieb damals die tiefe psychische Krise, die das Land seit 1890 erfasst hatte, als die Expansion der Binnengrenzen abgeschlossen war. In jenen Tagen trieb Politiker, Intellektuelle und Gesch&auml;ftsleute gleicherma&szlig;en die Angst um, nun buchst&auml;blich an ihre eigenen Grenzen gesto&szlig;en zu sein.<\/p><p>Der Drang in den &bdquo;Wilden Westen&ldquo; beruhte auf der ungest&uuml;men wirtschaftlichen Entwicklung an der Ostk&uuml;ste der Vereinigten Staaten. Die Industrialisierung beschleunigte die Konzentration und Expansion von Kapital, das nun lukrative Anlagem&ouml;glichkeiten und neue &ndash; notfalls auch fremde &ndash; M&auml;rkte suchte. Stellvertretend f&uuml;r die Imperialisten hatte Theodore Roosevelt, noch bevor er 1901 Pr&auml;sident wurde, offen erkl&auml;rt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Ein gerechter Krieg ist f&uuml;r die Seele des Menschen besser als der Frieden im gr&ouml;&szlig;ten Wohlstand.&ldquo; (1)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Der einzige ernst zu nehmende Konkurrent der aufstrebenden Vereinigten Staaten war Spanien, das sich seit dem 16. Jahrhundert in S&uuml;damerika, in der Karibik und in den Philippinen als Kolonialmacht festgesetzt hatte. Um 1900 jedoch war Spaniens Imperium bereits betr&auml;chtlich geschrumpft, fr&uuml;here Kolonien wie Mexiko und Argentinien l&auml;ngst unabh&auml;ngig. Lediglich Puerto Rico, Kuba, die Inseln Guam und die Philippinen im Pazifischen Ozean befanden sich noch in spanischem Besitz. Doch auch in diesen Regionen schw&auml;chten antikoloniale Revolten die einst sieggewohnten Konquistadoren. Die Herrschaft brutaler Milit&auml;rs und raffgieriger M&ouml;nchsorden wankte, zudem war die spanische Flotte hoffnungslos veraltet. So verwunderte es nicht, dass die von den USA sozusagen vor ihrer Haust&uuml;r gesuchte Konfrontation mit dem iberischen Rivalen &ndash; der Spanisch-Amerikanische Krieg &ndash; nicht einmal vier Monate dauerte.<\/p><p>&bdquo;<strong>Remember the Maine!&ldquo;<\/strong><\/p><p>Am 15. Februar 1898 erhitzte ein ungeheuerlicher Vorgang in den Gew&auml;ssern vor der kubanischen Hauptstadt Havanna die Gem&uuml;ter in den Vereinigten Staaten. Das amerikanische Kriegsschiff <em>USS Maine<\/em> flog buchst&auml;blich in die Luft. F&uuml;r amerikanische Milit&auml;rs und Politiker stand au&szlig;er Frage: Die Spanier hatten einen Sabotageakt ver&uuml;bt. Jedenfalls lieferte das Schicksal der <em>Maine<\/em> den Vorwand, endlich gegen die spanische Kolonialmacht loszuschlagen. &bdquo;Remember the Maine!&ldquo; &ndash; &bdquo;Erinnert Euch an die Maine!&ldquo; &ndash; wurde zum g&auml;ngigen Schlachtruf der Interventionisten. Innerhalb weniger Wochen erlangten US-amerikanische Marineverb&auml;nde und Bodentruppen die Oberhoheit &uuml;ber Kuba und verleibten sich Puerto Rico ein. Gleichzeitig annektierten sie im Pazifik das bisher unabh&auml;ngige Hawaii und die Insel Guam, w&auml;hrend das Pazifikgeschwader unter dem Kommando von Admiral George Dewey die spanische Flotte in der Bucht von Manila aufrieb. Die Hoffnungen der antispanischen Revolution&auml;re, die m&auml;chtigen USA st&uuml;nden ihnen in ihrem Kampf um Freiheit und Unabh&auml;ngigkeit zur Seite, erf&uuml;llten sich nicht &ndash; im Gegenteil: Die Vereinigten Staaten avancierten selbst zur Kolonialmacht.<\/p><p>Gl&uuml;hende Imperialisten in Washington interessierte nicht, dass der philippinische General und damalige Revolution&auml;r Emilio Aguinaldo bereits am 12. Juni 1898 die erste Republik Asiens ausgerufen hatte. (Sp&auml;ter legte derselbe Aguinaldo den Treueid auf das Sternenbanner ab und huldigte die USA als &bdquo;machtvolle H&uuml;terin&ldquo; seiner Heimat!) Pech f&uuml;r die Filipinos; diese Unabh&auml;ngigkeit war kurzlebig, weil sie in ein politisches Machtvakuum fiel. Die Fernostflotte der U.S. Navy hatte zwar einige Wochen zuvor binnen weniger Stunden des 1. Mai 1898 die maroden spanischen Kriegsschiffe in der Manila-Bucht au&szlig;er Gefecht gesetzt. Doch erst Ende Juni betraten US-amerikanische GIs philippinischen Boden &ndash; faktisch also ein unabh&auml;ngiges Land. Auf der Friedenskonferenz in Paris wurde im Dezember 1898 vereinbart, dass Washington den Spaniern als Trostpreis f&uuml;r den Verlust der Philippinen 20 Millionen Dollar zahlte. Wenige Wochen zuvor hatte der damalige amerikanische Pr&auml;sident William McKinley in einer Ansprache an eine Gruppe protestantischer Geistlicher begr&uuml;ndet, warum sich die USA der philippinischen Inseln bem&auml;chtigten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>In Wahrheit wollte ich die Philippinen nicht, und als wir sie als Geschenk der G&ouml;tter bekamen, wusste ich nichts mit ihnen anzufangen. Ich lief Abend f&uuml;r Abend bis Mitternacht im Wei&szlig;en Haus umher; und ich sch&auml;me mich nicht zu gestehen, dass ich niederkniete und den Allm&auml;chtigen mehr als einmal um Licht und F&uuml;hrung anging. Und eines Abends sp&auml;t d&auml;mmerte es mir:<\/em><\/p>\n<p><em>Erstens, dass wir sie nicht an Spanien zur&uuml;ckgeben k&ouml;nnten &ndash; das w&auml;re feige und unehrenhaft;<\/em><\/p>\n<p><em>Zweitens, dass wir sie nicht Frankreich oder Deutschland &ndash; unseren Handelsrivalen im Osten &ndash; &uuml;berlassen konnten; das w&auml;re schlechter Gesch&auml;ftsstil und diskreditierend;<\/em><\/p>\n<p><em>Drittens, dass wir sie nicht einfach sich selbst &uuml;berlassen konnten; sie waren nicht reif f&uuml;r die Selbstregierung, sie h&auml;tten dort bald Anarchie und eine schlimmere Misswirtschaft gehabt, als es die spanische war;<\/em><\/p>\n<p><em>Viertens, dass uns nichts &uuml;brigblieb, als die Filipinos zu erziehen, sie emporzuheben, zu zivilisieren und zu christianisieren und mit Gottes Gnade das Beste f&uuml;r sie zu tun wie f&uuml;r unsere Mitmenschen, f&uuml;r die Christus ebenso gestorben ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann ging ich zu Bett und schlief ein und hatte einen gesunden Schlaf. Am n&auml;chsten Morgen lie&szlig; ich dann den Chefingenieur des Kriegsministeriums, unseren Kartographen, rufen und befahl ihm, die Philippinen auf die Landkarte der Vereinigten Staaten zu setzen, und dort sind sie, und dort werden sie bleiben, solange ich Pr&auml;sident bin.&ldquo; (2)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;<strong>Wohlwollende Assimilierung&ldquo;<\/strong><\/p><p>Mit dieser aus kapitalistischem Sendungsbewusstsein, Rassismus und &Uuml;berlegenheitswahn gespeisten Offenbarung leugnete der Pr&auml;sident schlichtweg die knapp 350-j&auml;hrige Kolonialherrschaft des christlichen Spaniens. Geleugnet wurden auch die eigenen imperialistischen Interessen und fortan verbr&auml;mt als <em>benevolent assimilation<\/em>. Zu dieser &bdquo;wohlwollenden Assimilierung&ldquo; geh&ouml;rte auch, dass die neuen Besatzer in den Philippinen das amerikanische Englisch als Amtssprache im Bildungs-, Gesch&auml;fts- und Verwaltungsbereich durchsetzten und willf&auml;hrigen Filipinos das Studium in den USA erm&ouml;glichten. Au&szlig;erdem bauten die US-Milit&auml;rs dort die gr&ouml;&szlig;ten St&uuml;tzpunkte au&szlig;erhalb der Vereinigten Staaten auf und schufen unter dem Befehl von General Arthur MacArthur eine philippinische Armee. Die allerdings musste sich damit begn&uuml;gen, f&uuml;r die US-Streitmacht im Lande Hilfsdienste als Sp&auml;her, Tr&auml;ger, Dolmetscher oder Informanten zu leisten.<\/p><p>US-amerikanische Milit&auml;rs betraten im Sommer 1898 ein unabh&auml;ngiges Land, die erste freie Republik Asiens. Die Bev&ouml;lkerung leistete auch den neuen Kolonialherren erbitterten Widerstand. Um diesen zu brechen, begannen amerikanische Truppen mit der sogenannten &bdquo;Befriedung&ldquo; der Inseln: Die Folge war der Amerikanisch-Philippinische Krieg. Er begann Anfang Februar 1899 und endete nach offizieller Geschichtsschreibung dreieinhalb Jahre sp&auml;ter. Im S&uuml;den der Philippinen, in der Sulu-See und auf der Insel Mindanao, deren Bev&ouml;lkerung vorwiegend muslimisch war und die die Spanier absch&auml;tzig &bdquo;Moros&ldquo; genannt hatten, dauerte die amerikanische &bdquo;Befriedung&ldquo; bis 1916.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Es wird notwendig sein, nahezu s&auml;mtliche Br&auml;uche auszumerzen, welche bislang das Leben der Moros auszeichneten. Solange der Mohammedanismus vorherrscht, kann der angels&auml;chsischen Zivilisation nur m&uuml;hsam der Weg geebnet werden&ldquo;,<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>hie&szlig; es beispielsweise im Jahresbericht 1903 des US-Divisionskommandeurs Generalmajor George W. Davis. In diesem bis dahin gr&ouml;&szlig;ten Kolonialmassaker in S&uuml;dostasien wurde die damals gut sechs Millionen Menschen z&auml;hlende Bev&ouml;lkerung der Philippinen buchst&auml;blich dezimiert. Einige Sch&auml;tzungen sprechen sogar von &uuml;ber einer Million Niedergemetzelter. Es war der erste Guerillakrieg in Asien, in den insgesamt etwa 150.000 GIs der US-amerikanischen Streitkr&auml;fte verstrickt waren und bei dem 4.200 Mann ihrer Truppen get&ouml;tet wurden. Im besonders &bdquo;unruhigen S&uuml;den&ldquo; des Archipels gingen Gener&auml;le wie Leonard Wood und John Joseph Pershing als &bdquo;Schl&auml;chter der Moros&ldquo; in die Annalen ein. Sie waren f&uuml;r Massaker verantwortlich, denen vor allem die Zivilbev&ouml;lkerung auf der Insel Jolo zum Opfer fiel. <em>(3)<\/em> Offensichtlich wussten die sp&auml;teren NATO-Strategen um die Durchschlagskraft Pershings; Ende der 1970er-Jahre diente der General als Namensgeber jener Raketen, die zusammen mit <em>Cruise-Missiles<\/em> zur &bdquo;Nachr&uuml;stung&ldquo; in Westeuropa disloziert wurden.<\/p><p>W&auml;hrend des Amerikanisch-Philippinischen Krieges erprobte die neue Kolonialmacht s&auml;mtliche Methoden der &bdquo;Aufstandsbek&auml;mpfung&ldquo;, die in sp&auml;teren Kriegen in Korea, Vietnam, Laos und Kambodscha &bdquo;verfeinert&ldquo; wurden &ndash; von Nahrungsmittelblockaden bis hin zum <em>&bdquo;strategic hamletting&ldquo;,<\/em> der Errichtung &bdquo;strategischer Weiler&ldquo;. Dadurch sollten die Au&szlig;enkontakte von Menschen in einer bestimmten Region eingeschr&auml;nkt beziehungsweise genau &uuml;berwacht werden. Zu diesem Zweck wurde das Gebiet streng patrouilliert, mit Stacheldraht umz&auml;unt und die Bev&ouml;lkerung angewiesen, eine Seitenwand ihrer &ndash; meist aus Bambus oder Nipa gefertigten &ndash; H&auml;user zu entfernen, um diese &bdquo;durchsichtig&ldquo; zu machen. Ziel war es, die Zivilbev&ouml;lkerung von potenziellen &bdquo;Aufr&uuml;hrern&ldquo;, &bdquo;Dieben&ldquo; und &bdquo;Banditen&ldquo; (ladrones) zu trennen. Sp&auml;ter nannte man dies: &bdquo;der Guerilla das Wasser abgraben&ldquo;. Zur Abschreckung und um den Widerstand der Filipinos zu brechen, erlie&szlig; die Kolonialverwaltung besondere Gesetze, um auch das Hissen der fr&uuml;heren Nationalflagge und das Singen patriotischer Lieder zu unterbinden. Zuwiderhandlungen wurden schwer bestraft.<\/p><p>Auf dem H&ouml;hepunkt des Amerikanisch-Philippinischen Krieges &ndash; im Jahre 1900 &ndash; entstand in Manila auch der <em>Military Order of the Carabao<\/em> (Milit&auml;rischer Orden des Wasserb&uuml;ffels), ein martialischer Klub von Offizieren der US-Armee, Marine und des <em>Marine Corps<\/em> sowie akkreditierten US-amerikanischen Kriegskorrespondenten. [Erst sp&auml;ter wurde die Mitgliedschaft in diesem Orden gelockert bzw. erweitert, sodass ihm auch Veteranen anderer US-Milit&auml;rinterventionen in Asien, im Indischen Ozean und Pazifik beitreten konnten.] Vor allem Kriegsgegner und -kritiker im In- wie Ausland hatte der <em>Military Order of the Carabao <\/em>im Visier. Gegen sie zog er schonungslos vom Leder, vor allem w&auml;hrend seiner ausufernden Jahresfeiern, kurz <em>&bdquo;wallows&ldquo;<\/em> genannt. [&bdquo;Wallow&ldquo; hat zweierlei Bedeutung: Es kann &bdquo;weiden&ldquo;, &bdquo;grasen&ldquo; oder auch &bdquo;sich (im Dreck\/brackigem Wasser) suhlen&ldquo; meinen.] Auf ihnen gr&ouml;lte man zur Melodie von <em>&bdquo;Marching Through Georgia&ldquo; <\/em>ein eigens komponiertes &bdquo;Soldatenlied&ldquo; mit folgendem Text, wobei man alternierend statt &bdquo;Filipinos&ldquo; auch &bdquo;insurrectos&ldquo; (Aufst&auml;ndische) verwendete:<\/p><blockquote><p>\n<em>Damn, damn, damn the Filipinos (insurrectos),<\/em><\/p>\n<p><em>Cross-eyed kakiack ladrones!<\/em><\/p>\n<p><em>Underneath the starry flag<\/em><\/p>\n<p><em>Civilize &lsquo;em with a Krag (4),<\/em><\/p>\n<p><em>And return us to our own beloved homes!<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>R&uuml;hrige Antiimperialistische Liga<\/strong><\/p><p>Im Mutterland selbst war diese Art Au&szlig;enpolitik keineswegs unumstritten. Im Sommer 1899 ver&ouml;ffentlichte der Publizist George Ade in der Wochenzeitschrift <em>Chicago Record<\/em> seine <em>Stories of Benevolent Assimilation<\/em>. In diesen Geschichten persiflierte er seine sendungsbewussten und kriegsbegeisterten Landsleute. Er mokierte sich dar&uuml;ber, dass amerikanische Landsleute den Filipinos unbedingt mit L&ouml;ffel und Gabel Essmanieren beibringen wollten, sie mit klobigen, l&auml;cherlich wirkenden M&ouml;belst&uuml;cken begl&uuml;ckten und sie die Absurdit&auml;t lehrten, in der tropischen Hitze Korsetts zu tragen. Scharfe politische Proteste gegen den Krieg in den Philippinen hagelte es auch seitens der r&uuml;hrigen <em>Antiimperialistischen Liga der Vereinigten Staaten von Amerika (5)<\/em>. Vizepr&auml;sident war von 1901 bis zu seinem Tode 1910 der mittlerweile ber&uuml;hmte Schriftsteller Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain. Er begr&uuml;ndete seine Haltung mit den Worten:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Noch vor einem Jahr war ich kein Antiimperialist. Ich dachte, es sei eine gro&szlig;artige Sache, den Filipinos ein gro&szlig;es St&uuml;ck an Freiheit zu geben. Heute allerdings glaube ich, es ist besser, dass die Filipinos sich selbst darum k&uuml;mmern.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Anfangs hatte Mark Twain den Spanisch-Amerikanischen Krieg ausdr&uuml;cklich begr&uuml;&szlig;t. Von ihm versprach er sich Hilfe f&uuml;r die kubanischen Revolution&auml;re in ihrem Kampf gegen die verhassten Spanier. Sp&auml;ter aber fand die amerikanische Kriegf&uuml;hrung in den Philippinen in Twain einen unerbittlichen Gegner. Mit &auml;tzender Kritik attackierte er diesen Waffengang, der au&szlig;erhalb der USA die Werte zerst&ouml;rte, die in den Staaten selbst als unantastbar galten. Im <em>New York Herald<\/em> schrieb Mark Twain &uuml;ber den Friedensvertrag von Paris, durch dessen Kolonialschacher die Philippinen als ehemalige spanische Kolonie in amerikanisches &bdquo;Eigentum&ldquo; &uuml;bergegangen waren:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Sehr sorgf&auml;ltig habe ich den Vertrag von Paris gelesen und ich erkannte, dass wir keineswegs beabsichtigen, die Philippinen zu befreien, sondern deren Bev&ouml;lkerung zu unterwerfen. Wir gingen dorthin, um zu erobern, nicht um zu erl&ouml;sen. Wie ich es sehe, sollte es unsere Freude und unsere Pflicht sein, die Bev&ouml;lkerung zu befreien und sie ihre eigenen Probleme auf ihre eigene Art l&ouml;sen zu lassen. Ich bin dagegen, dass der Adler seine Krallen auf ein anderes Land setzt.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Berichte &uuml;ber das Gemetzel in den Philippinen machten auch Schlagzeilen in der US-Presse. Vor allem waren es Kommandanten wie Jacob H. Smith, die Emp&ouml;rung ausl&ouml;sten. Dieser Befehlshaber, der den Spitznamen &bdquo;Bloody Jake&ldquo; &ndash; &bdquo;Blutiger Jakob&ldquo; &ndash; trug, hatte auf der zentralphilippinischen Insel Samar unter anderem den Tagesbefehl ausgegeben: <em>&bdquo;Pl&uuml;ndern, morden und niederbrennen sollt Ihr. Je mehr Ihr das tut, desto gr&ouml;&szlig;er wird mein Wohlgefallen sein.&ldquo; <\/em>Der Industrielle Andrew Carnegie, wie Twain ein weiteres prominentes Mitglied der Antiimperialistischen Liga, erinnerte sarkastisch an Pr&auml;sident McKinleys Versprechen, die Filipinos zu zivilisieren und zu christianisieren:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>&Uuml;ber 8.000 von ihnen sind bereits vollst&auml;ndig zivilisiert und in den Himmel geschickt worden.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Es war das historische Verdienst der Liga, die eigene Bev&ouml;lkerung &uuml;ber die Geschehnisse in Amerikas junger Kolonie in Asien zu informieren. Vor allem ihr Vizepr&auml;sident Mark Twain galt im letzten Jahrzehnt seines Lebens als einflussreichster Antiimperialist. Nicht nur in Zeitungsartikeln, auch in seiner Autobiographie ging der Schriftsteller hart mit den Imperialisten unter seinen Landsleuten ins Gericht:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Der Wahlspruch unseres Landes ist &sbquo;In God we trust&rsquo; und jedes Mal, wenn wir dieses sch&ouml;ne Wort auf einer Dollarm&uuml;nze lesen, scheint es, als bebte und winselte es vor R&uuml;hrung. Das ist unser &ouml;ffentliches Motto. Unser privates ist offenbar: &sbquo;Wenn der Angelsachse etwas haben will, nimmt er sich&acute;s einfach.&lsquo;&ldquo; (6)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Dass der Autor des &bdquo;Huckleberry Finn&ldquo; so vehement gegen die politische F&uuml;hrung seines Landes opponierte, war seinen &ndash; letztlich m&auml;chtigeren &ndash; Gegnern ein Dorn im Auge. Diese setzten nach dem Tod des streitbaren Publizisten alles daran, das letzte Jahrzehnt seines Schaffens im Ged&auml;chtnis seiner breiten Leserschaft und Bewunderer zu tilgen. Die meisten Biographien &uuml;ber Mark Twain klammern seine aktive Zeit in der Liga einfach aus. Lebte Mark Twain noch, h&auml;tte er als selbst erkl&auml;rter Antiimperialist denkbar schlechte Karten. &Ouml;ffentlich w&uuml;rde er kaum wahrgenommen oder w&auml;re l&auml;ngst zensiert worden.<\/p><p><strong>Verschobene Unabh&auml;ngigkeit trotz Vasallentreue<\/strong><\/p><p>Zun&auml;chst von einer US-amerikanischen Milit&auml;rregierung verwaltet, ging Washington sp&auml;ter dazu &uuml;ber, an die Spitze der Exekutive auf den Inseln einen Gouverneur zu stellen. Die legislative, lediglich mit begrenzten Befugnissen ausgestattete Versammlung wurde mit Filipinos besetzt, die im Geiste der Kolonialmacht erzogen worden waren und sich deren Idealen mehr als den sozialen Forderungen ihrer eigenen Landsleute nach Land und Reis verpflichtet f&uuml;hlten. Zu diesen F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten der philippinischen Elite z&auml;hlten Manuel L. Quezon und Sergio Osme&ntilde;a von der Nationalistischen Partei. W&auml;hrend des Ersten Weltkriegs dienten 6.000 Filipinos in der U.S. Navy, weitere 4.000 Filipinos, die auf Hawaii lebten, traten der US-Armee bei. Die Philippinen boten den USA neben Soldaten auch ein Unterseeboot und einen Zerst&ouml;rer an. Filipinos zeichneten au&szlig;erdem die Kriegsanleihe <em>Liberty Bonds<\/em> in einer H&ouml;he von zirka 40 Millionen Peso. Eine Million Peso spendeten sie an das US-amerikanische Rote Kreuz.<\/p><p>Die politische Elite der Kolonialisierten vollzog demonstrativ Kotaus, w&auml;hrend sich die Kolonialmacht darin best&auml;tigt sah, in diesem Teil Asiens einen dauerhaften, wenngleich noch nicht eigenst&auml;ndigen Verb&uuml;ndeten gefunden zu haben. Das <em>Tydings-McDuffie-Gesetz<\/em> legte 1934 die Grundlage f&uuml;r die Schaffung einer Commonwealth-Regierung, die das Land nach einer &Uuml;bergangszeit von zehn Jahren schlie&szlig;lich in die Unabh&auml;ngigkeit f&uuml;hren sollte. Erster Pr&auml;sident des ein Jahr sp&auml;ter entstandenen<em> Commonwealth of the Philippines <\/em>wurde Manuel L. Quezon, sein Stellvertreter war Sergio Osme&ntilde;a. Die Philippinen genossen begrenzt innere Autonomie, allerdings mussten die in Manila verabschiedeten Gesetze weiterhin vom Wei&szlig;en Haus und dem US-Senat gebilligt werden. Auch mit Beginn der Commonwealth-&Auml;ra behielten die USA die Kontrolle &uuml;ber s&auml;mtliche wichtigen Industrien der Inseln. Vor allem der Handel mit solchen Exportprodukten wie Zucker, Hanf und Kopra blieb fest in ihrer Hand. Der amerikanische Hochkommissar hatte derweil die Oberaufsicht &uuml;ber Finanzen, Verteidigung und internationale Beziehungen.<\/p><p>Ein gro&szlig;es soziales Problem vor wie w&auml;hrend der Commonwealth-&Auml;ra waren die extrem ungleichen Boden- und Besitzverh&auml;ltnisse im Lande und die daraus resultierende Armut der &uuml;berwiegend b&auml;uerlichen Bev&ouml;lkerung. Die gro&szlig;en L&auml;ndereien, die vormals engen Vertrauten der spanischen Krone und M&ouml;nchsorden geh&ouml;rt hatten, wurden von den Amerikanern entweder aufgekauft oder entsch&auml;digungslos neuen Eigent&uuml;mern &uuml;bertragen. Vertreter der philippinischen Oberschicht, die auch vor der Ankunft der neuen Kolonialherren &uuml;ber Grund und Boden verf&uuml;gt hatten, konnten sich unter ihnen nochmals bereichern. Denn erstmalig entstanden Kataster&auml;mter, wo vorrangig die Beg&uuml;terten und die des Lesens und Schreibens Kundigen ihre tats&auml;chlichen und auch fingierten Landtitel gegen eine Geb&uuml;hr offiziell registrieren und sich somit rechtsverbindlich als Eigent&uuml;mer ins Grundbuch eintragen lie&szlig;en. Die Masse der Filipinos, Kleinbauern und P&auml;chter, blieb arm wie eh und je. F&uuml;r sie bedeuteten Wechsel an der politischen Spitze des Landes belanglose Machtrochaden. Hatte nicht der Pr&auml;sident der ersten, kurzlebigen Republik, General und Supremo Emilio Aguinaldo, seine revolution&auml;ren Ideale wenig sp&auml;ter preisgegeben und sich mit den neuen Herren des Landes arrangiert?<\/p><p>Was den Bauern unter den N&auml;geln brannte, waren Pachtraten, die in einigen Regionen des Landes Abgaben von bis zu 75 Prozent ihrer durchschnittlichen Ernteertr&auml;ge bedeuteten. Wenngleich die Commonwealth-Regierung unter Pr&auml;sident Quezon die politische Brisanz dieser ungel&ouml;sten Probleme erkannte und Ende der 1930er-Jahre eine umfassende Sozialreform ank&uuml;ndigte, blieben tats&auml;chliche Reformen aus. Die Folge: Widerstand und Protest gegen die Regierung radikalisierten sich. Ende 1938 vereinigte sich die seit ihrer Gr&uuml;ndung im Jahre 1930 verbotene Kommunistische Partei mit der 1932 entstandenen Sozialistischen Partei unter F&uuml;hrung von Pedro Abad Santos zur Kommunistischen Partei der Philippinen (<em>Partido Komunista ng Pilipinas; PKP<\/em>). Sie verband die soziale Forderung nach einer Land- und Agrarreform mit dem politischen Appell, die Landesverteidigung zu st&auml;rken, um gegen einen potenziellen japanischen Angriff gewappnet zu sein. F&uuml;r den PKP-Vorsitzenden Crisanto Evangelista und die Parteif&uuml;hrung waren dabei die Entwicklungen in China entscheidend, wo die japanischen Truppen nach dem Nanking-Massaker um die Jahreswende 1937\/38 ihren Vormarsch gegen andere chinesische Gro&szlig;st&auml;dte fortsetzten.<\/p><p><strong>Appeasement und bewaffneter Widerstand<\/strong><\/p><p>Wie die Briten in Singapur, so hielt sich auch der US-Generalstab in den Philippinen unter dem Oberbefehl von Douglas MacArthur (Sohn des Ziehvaters der philippinischen Streitkr&auml;fte, Arthur MacArthur) f&uuml;r unbesiegbar. <em>(7)<\/em> Gingen die Briten davon aus, dass ihre &bdquo;Festung Singapur&ldquo; an der S&uuml;dspitze Kontinentals&uuml;dostasiens uneinnehmbar sei und sie mit diesem regionalen Handelszentrum und Milit&auml;rst&uuml;tzpunkt die als &Ouml;ltanker-Route strategisch bedeutsame Malakka-Stra&szlig;e konkurrenzlos kontrollierten, so glaubte sich die F&uuml;hrung der <em>United States Armed Forces in the Far East (USAFFE) <\/em>in den Philippinen gleichsam fest im Sattel. Auch MacArthur hatte die in der Bucht von Manila gelegene Insel Corregidor mehrfach als &bdquo;unbezwingbare Festung&ldquo; gepriesen. Beide Seiten irrten auf fatale Weise; beide vermeintlich uneinnehmbare Festungen wurden nicht nur &ndash; ein Debakel f&uuml;r den britischen und US-amerikanischen Generalstab &ndash; handstreichartig von japanischen Truppen eingenommen. Insgesamt erwiesen sich die vor dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor &ouml;ffentlich mehrfach als stabil bezeichneten Verteidigungslinien als por&ouml;s.<\/p><p>In einer Zangenbewegung landeten bereits einen Tag nach dem Angriff auf Pearl Harbor, am 8. Dezember 1941, Truppen der Kaiserlich Japanischen Armee auf Mindanao und in Nordluzon. Wenig sp&auml;ter fielen die ersten Bomben auf die Hauptstadt Manila, die bereits am 2. Januar 1942 eingenommen wurde. Von hier aus er&ouml;ffneten die japanischen Verb&auml;nde ihre Offensive gegen die beiden letzten Bastionen der USAFFE &ndash; die Festungsinsel Corregidor in der Manila-Bucht und den Bergdschungel auf der Bataan-Halbinsel. Auf Corregidor und Bataan erlitten die USAFFE hohe Verluste, w&auml;hrend Pr&auml;sident Quezon und General MacArthur zwischenzeitlich nach Australien geflohen waren. Der Kapitulation der philippinisch-amerikanischen Truppen am 9. April 1942, dem sogenannten &bdquo;Fall von Bataan&ldquo;<em>, <\/em>folgte der Todesmarsch von 76.000 Kriegsgefangenen, darunter etwa 10.000 US-Soldaten, von Mariveles auf Bataan ins &uuml;ber 100 Kilometer entfernt gelegene Camp O&rsquo;Donell und andere japanische Konzentrationslager in und um Capas in der Provinz Tarlac. Allein w&auml;hrend dieses zehnt&auml;gigen Marsches kamen etwa 10.000 Kriegsgefangene ums Leben. Sie starben entweder an Ersch&ouml;pfung oder wurden im Falle von Befehlsverweigerung oder bei Fluchtversuchen von ihren Bewachern umgebracht. Kurz darauf, am 6. Mai, ergaben sich auch die etwa 13.000 &Uuml;berlebenden auf Corregidor, wo sich seit Dezember 1941 der provisorische Sitz der Commonwealth-Regierung befand, den &uuml;berlegenen japanischen Truppen.<\/p><p><strong>Exkurs &ndash; &bdquo;K&auml;mpfende Bastarde von Bataan&ldquo; fordern Pensionen<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>W&auml;hrend der dunklen Tage des Zweiten Weltkrieges spendeten die etwa 100.000 Soldaten der Philippinischen Commonwealth-Armee Hoffnung im Pazifik, als sie Seite an Seite mit den Vereinigten Staaten und den alliierten Streitkr&auml;ften vier Jahre lang die philippinischen Inseln verteidigten und sie schlie&szlig;lich von der japanischen Aggression befreiten. Tausende weitere Filipinos schlossen sich den US-Streitkr&auml;ften unmittelbar nach dem Krieg an und machten sich um Besatzungsaufgaben im gesamten Pazifik verdient. F&uuml;r ihre au&szlig;erordentlichen Opfer in der Verteidigung von Demokratie und Freiheit schulden wir ihnen unendliche Dankbarkeit.&rdquo; <\/em>&ndash; US-Pr&auml;sident Bill Clinton am 17. Oktober 1996, als er den 20. Oktober zum <em>Nationalen Tag zu Ehren der philippinischen Veteranen<\/em> im MacArthur-Kommando w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs erkl&auml;rte.\n<\/p><\/blockquote><p>Trotz ihres Einsatzes und Clintons gro&szlig;er Worte zeigte sich bereits sechs Monate nach Kriegsende die von der US-Regierung w&auml;hrend des Krieges beschworene unzertrennliche Waffenbr&uuml;derschaft zwischen Amerikanern und Filipinos in anderem Lichte. Mitte Februar 1946 war im US-amerikanischen Kongress das <em>Public Law 70-301<\/em> verabschiedet und von Pr&auml;sident Harry S. Truman als sogenannter <em>Rescission Act<\/em> (Aufhebungsvertrag) unterschrieben worden. Demnach kamen die philippinischen Soldaten, die Schulter an Schulter mit Amerikanern gek&auml;mpft hatten, nicht in den Genuss zuvor versprochener Entsch&auml;digungen, Kriegspensionen und angemessener Gesundheitsvorsorge. Noch heute, da allenfalls 20.000 philippinische Kriegsveteranen leben und die Achtzig l&auml;ngst &uuml;berschritten haben, gehen Personen auf die Stra&szlig;e und organisieren in den Philippinen und in den Vereinigten Staaten Veranstaltungen, um f&uuml;r eben diese Rechte weiter zu k&auml;mpfen.<\/p><p>1990 konnten jene Filipinos f&uuml;r die US-Staatsb&uuml;rgerschaft votieren, die w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs in der US-Armee gek&auml;mpft hatten. Diejenigen, die von diesem Angebot Gebrauch machten und sich in den USA niederlie&szlig;en, mussten bald ern&uuml;chtert feststellen, dass sie sich nur in den &auml;rmsten St&auml;dten eine Wohnung leisten konnten. Alle, die damals in die USA einwanderten, leben von der staatlichen Wohlfahrt, die immer mehr eingeschr&auml;nkt wird. Sie genie&szlig;en kein Anrecht auf Verg&uuml;nstigungen, die ihre US-amerikanischen Nachbarn und ehemaligen Kriegskameraden eventuell noch beziehen.<\/p><p>Seit 1992 hat es sich der philippinische Fotojournalist Rick Rocamora zur Aufgabe gemacht, Kriegsveteranen zu fotografieren und auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Herausgekommen ist dabei die Fotoausstellung <em>&bdquo;Heroes of the Homeland: Crossing Gender and Generations&ldquo;. <\/em>Der US-amerikanische Regisseur Donald Young benutzte das dokumentarische Material als Vorlage f&uuml;r den Film <em>&bdquo;Second Class Veterans&rdquo;, <\/em>der seit Oktober 2003 landesweit in den USA von nicht-kommerziellen Sendern ausgestrahlt wird.<\/p><p>Die Protagonisten in dem 27-min&uuml;tigen Dokumentarfilm &bdquo;Second Class Veterans&rdquo; lebten meist verarmt in sozial unruhigen Randbezirken solcher Gro&szlig;st&auml;dte wie San Francisco. Sie waren auf die Unterst&uuml;tzung von Verwandten und Freunden angewiesen und mussten Zeit ihres Lebens f&uuml;r &auml;rztliche Behandlungen selbst aufkommen &ndash; was solche Organisationen wie <em>Justice for Filipino Veterans (JFAV) <\/em>seit Jahren kritisieren. In einer ihrer Erkl&auml;rungen hei&szlig;t es beispielsweise:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wir protestieren gegen den Rescission Act, der Filipinos aus insgesamt 66 anderen Nationen herausfilterte und sie gesondert behandelte. Dieses ungerechte Gesetz betrachtete deren Dienst im Zweiten Weltkrieg als nachrangig, was allein in den USA &uuml;ber 11.000 philippinische Veteranen betraf. Ohne angemessene Entsch&auml;digungen und Pensionen sind diese Menschen, um zu &uuml;berleben, notwendig auf die Hilfe ihrer Nachbarschaft angewiesen. Diese Menschen k&auml;mpften f&uuml;r Amerika, doch Amerika behandelt sie unfair und ungerecht.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Laut Untersuchungen der JFAV hatte die US-Regierung allein um die Jahrtausendwende noch immer nicht jene sch&auml;tzungsweise 75.000 &uuml;berlebenden philippinischen Veteranen anerkannt, die den amerikanischen Streitkr&auml;ften w&auml;hrend des Zweiten Weltkriegs gedient hatten. Lediglich 4.000 der etwa 75.000 Veteranen bezogen im Jahre 2002 eine Pension.<\/p><p>In Santa Fe im Bundesstaat New Mexico war der geb&uuml;rtige Filipino Jeronimo Padilla langj&auml;hrig Kurator des bereits 1947 mit erheblichen Privatmitteln aufgebauten <em>Bataan Memorial Military Museum and Library. <\/em>Hier wird an den Todesmarsch vor gut 80 Jahren erinnert. Ausgestellt sind in dem Museum nebst Kriegsmaterial auch Utensilien, Tagebucheintragungen und Notizen von &Uuml;berlebenden. Einer von ihnen hielt folgende Zeilen fest, aus denen er ein Lied improvisierte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wir sind die k&auml;mpfenden Bastarde von Bataan &ndash; keine Mutti, kein Papi und weit und breit kein Uncle Sam.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Hukbalahap &ndash; die Antijapanische Volksarmee<\/strong><\/p><p>Ebenfalls im Zentrum der Insel Luzon, der traditionellen Reiskammer des Landes, und nicht weit von Capas entfernt hatte sich fast zeitgleich mit dem &bdquo;Fall von Bataan&ldquo;, am 29. M&auml;rz 1942, eine bewaffnete Formation gebildet, die sowohl w&auml;hrend des Krieges als auch im ersten Nachkriegsjahrzehnt von sich reden machte &ndash; die auf Initiative der Kommunistischen Partei (PKP) gegr&uuml;ndete <em>Antijapanische Volksarmee<\/em> (<em>Hukbo ng Bayan Laban sa Hapon<\/em>, kurz: Hukbalahap beziehungsweise Huk). Ihre Ziele: bewaffneter Widerstand gegen die japanischen Besatzer, Kampf f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit des Landes und die Umw&auml;lzung der ungleichen Boden- und Besitzverh&auml;ltnisse. Letztere schloss eine umfassende Agrarreform ein, in deren Prozess das Land denen &uuml;bereignet werden sollte, die es bebauen &ndash; also den Kleinbauern und P&auml;chtern in den von feudalem Gro&szlig;grundbesitz gepr&auml;gten Regionen Luzons. Das war eine Kampfansage an drei Gegner zugleich: die Japaner, die die Inseln wegen ihrer reichen mineralischen Bodensch&auml;tze und Reis auf Dauer in ihre &bdquo;Gr&ouml;&szlig;ere Ostasiatische Gemeinsame Wohlstandssph&auml;re&ldquo; integrieren wollten; die noch immer dominante Kolonialmacht USA und schlie&szlig;lich an die einheimische Oberschicht, die sich dem amerikanischen Big Business als Kompradoren angedient hatte und gleichzeitig landesweit &uuml;ber ausgedehnten Grundbesitz verf&uuml;gte.<\/p><p>Eine der ersten Ma&szlig;nahmen der Hukbalahap unter dem Kommando von Luis Taruc <em>(8)<\/em> bestand darin, die Bev&ouml;lkerung in ihren Operationsgebieten zu bewaffnen. So entstanden auf lokaler Ebene die <em>Vereinten Barrio-Verteidigungskorps<\/em> (United Defense Corps; BUDC) als Form einer kollektiven Notwehr gegen japanische &Uuml;bergriffe. Da zahlreiche Grundbesitzer wegen der Kriegswirren ihren Grund und Boden verlassen hatten und in gr&ouml;&szlig;ere St&auml;dte, vorzugsweise nach Manila, gefl&uuml;chtet waren, gelang es den Huks vielerorts relativ reibungslos, diese L&auml;ndereien Pachtbauern zu &uuml;berlassen oder gemeinschaftlich zu bewirtschaften. Wo dies nicht m&ouml;glich war, setzten sich bewaffnete Huk-Verb&auml;nde zumindest f&uuml;r die Reduzierung vormals exorbitanter Pachtabgaben ein. Diese Politik fand in der Bev&ouml;lkerung R&uuml;ckhalt und erm&ouml;glichte es den Partisanen, sich ausreichend mit Lebensmitteln und milit&auml;rischem Nachschub zu versorgen. Ein weiterer Schritt der Guerilla bestand darin, schrittweise die politischen und Verwaltungsstrukturen auf dem Lande umzukrempeln. In den Provinzen Pampanga, Tarlac, Nueva Ecija, Bulacan, Rizal und Laguna, die die Metropole Manila im Norden, Osten und S&uuml;den umschlossen, vermochten die Huks, die Regierungsapparate, angefangen von kleinen Verwaltungsangestellten in Post&auml;mtern bis hin zum Provinzgouverneur, mit eigenen Leuten oder Sympathisanten zu besetzen.<\/p><p>Die Bev&ouml;lkerung in den von Huks kontrollierten Gebieten begr&uuml;&szlig;te diese Entwicklung und sah ihre Interessen durch die neu besetzten politischen und Verwaltungsapparate legitim vertreten. Die Huks waren &uuml;berdies imstande, die &ouml;ffentliche Ordnung zu garantieren sowie Pl&uuml;nderungen und Schwarzmarktgesch&auml;fte zu unterbinden, die in anderen Regionen an der Tagesordnung waren. Sch&auml;tzungsweise 5.000 Japaner kamen bei Kampfhandlungen mit Huk-Einheiten ums Leben. Eine weitaus gr&ouml;&szlig;ere Zahl von eigenen Landsleuten schalteten die Huks aus, weil sie diese f&uuml;r Kollaborateure, Verr&auml;ter oder ideologische Feinde hielten. Innerhalb der Huk-Verb&auml;nde existierte mit der <em>&bdquo;Wa Chi&ldquo;<\/em>-Einheit auch ein aus Chinesen beziehungsweise chinesischst&auml;mmigen Filipinos gebildeter Trupp, der haupts&auml;chlich in den Provinzen Bulacan und Laguna operierte. International unterhielt die Hukbalahap Beziehungen zum B&uuml;ro der Kommunistischen Internationale (Komintern) in Moskau sowie zu Einheiten der Chinesischen Volksbefreiungsarmee.<\/p><p><strong>Psychologische Kriegf&uuml;hrung<\/strong><\/p><p>Vor und w&auml;hrend der Invasion hatte die japanische Propaganda noch die rassische und kulturelle Einheit der V&ouml;lker Asiens beschworen und auch den Filipinos die Befreiung von der amerikanischen Kolonialherrschaft versprochen. Besonders beliebt und verbreitet im Rahmen dieser gezielten psychologischen Kriegf&uuml;hrung war der Abwurf von Propagandamaterial aus Flugzeugen. Meist handelte es sich dabei um mehrfarbige Postkarten, die im Kern zwei Hauptbotschaften vermittelten: Zum einen sollte innerhalb der Bev&ouml;lkerung Hass und Widerstand gegen den &bdquo;wei&szlig;en&ldquo; beziehungsweise &bdquo;westlichen Imperialismus&ldquo; gesch&uuml;rt, andererseits die Kampfmoral der US-Truppen im Lande aufgeweicht werden. 1942 hatte die japanische Regierung ein Pamphlet mit dem Titel <em>&bdquo;Der Gr&ouml;&szlig;ere Ostasiatische Krieg und wir&ldquo;<\/em> ver&ouml;ffentlicht, in dem in idyllischen Bildern das neue Verh&auml;ltnis zwischen Japan und seinen Nachbarn skizziert und das Bild einer gemeinsamen Gro&szlig;familie beschworen wurde. Je enger sich die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen allen &bdquo;Familienmitgliedern&ldquo; gestalte, so der Tenor der Schrift, desto gr&ouml;&szlig;er seien die Chancen, schnell und umfassend in den Gesellschaften Ost- und S&uuml;dostasiens Wohlstand, Frieden und Unabh&auml;ngigkeit zu verwirklichen.<\/p><p>Diese Botschaft wurde immer wieder und variantenreich wiederholt. Sie verfing am ehesten unter Mitgliedern der st&auml;dtischen Oberschicht und der politischen Elite, nicht aber im Hinterland. Dort operierten unterschiedliche Guerillagruppen, h&auml;uften sich gewaltsame &Uuml;bergriffe japanischer Einheiten und blieb die Sicherheits- sowie wirtschaftliche Lage au&szlig;erordentlich prek&auml;r. Diese angespannte Situation dauerte faktisch bis zum Ende der japanischen Herrschaft an und durchkreuzte auch die urspr&uuml;nglichen Pl&auml;ne Tokios, sich im Rahmen eines milit&auml;risch kontrollierten beziehungsweise vom Milit&auml;r in Auftrag gegebenen Wirtschaftskonsortiums problemlos solcher Bodensch&auml;tze wie Kupfer, Eisen, Gold, Chrom und Mangan zu bem&auml;chtigen. St&auml;ndige Attacken von Guerillaverb&auml;nden, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Arbeitskr&auml;ften, ungen&uuml;gende Transportkapazit&auml;ten und &Ouml;lmangel f&uuml;hrten dazu, dass aus den hochgesteckten Zielen, lukratives Business mit der geregelten Versorgung des Mutterlandes zu verbinden, ein Flop wurde.<\/p><p>Lesen Sie morgen den zweiten Teil.<\/p><p>Titelbild: Dana Creative Studio\/shutterstock.com<\/p><p><em>Anmerkungen, Dokumente &amp; weiterf&uuml;hrende Literatur<\/em><\/p><ol>\n<li><em>Theodore Roosevelt quote: A just war is in the long run far &hellip; *<\/em> <a href=\"https:\/\/libquotes.com\/theodore-roosevelt\/quote\/lbe0y5k\">libquotes.com\/theodore-roosevelt\/quote\/lbe0y5k<\/a>; <a href=\"https:\/\/quotefancy.com\/quote\/916087\/Theodore-Roosevelt-A-just-war-is-in-the-long-run-far-better-for-a-man-s-soul-than-the\">quotefancy.com\/quote\/916087\/Theodore-Roosevelt-A-just-war-is-in-the-long-run-far-better-for-a-man-s-soul-than-the<\/a> &amp; <em>Theodore Roosevelt&rsquo;s Corollary to the Monroe Doctrine (1905) | National Archives *<\/em> <a href=\"https:\/\/www.archives.gov\/milestone-documents\/roosevelt-corollary\">archives.gov\/milestone-documents\/roosevelt-corollary<\/a><\/li>\n<li>Zitiert nach: Weisberger, Bernard A. (1964): <em>Reaching for Empire.<\/em> New York (The Life History of the United States, Vol 8: 1890 &ndash; 1901, S. 138f.)<\/li>\n<li>Seit 1901 ist im amerikanischen Englisch das Wort <em>&bdquo;gook&ldquo;<\/em> verb&uuml;rgt, was einerseits so viel wie klebriger, schlammiger Schmutz oder Ablagerungen meint, fortan aber vorrangig als beleidigende und ver&auml;chtliche Bezeichnung f&uuml;r Asiaten verwendet wurde. W&auml;hrend des Koreakrieges (1950-53) und der US-Aggressionen gegen Vietnam, Kambodscha und Laos (1965-75) avancierte der Begriff &bdquo;gook&ldquo; zur offen rassistischen Bezeichnung f&uuml;r &bdquo;hinterh&auml;ltige schlitz&auml;ugige Asiaten&ldquo;.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krag-J%C3%B8rgensen\">Krag-J&oslash;rgensen &ndash; Wikipedia<\/a><\/li>\n<li>Die in Opposition zum US-Kolonialismus gegr&uuml;ndete <em>Anti-Imperialist League<\/em> hatte etwa 30.000 Mitglieder. Ihre prominentesten Vertreter waren: Jane Addams (Sozialreformerin, Pazifistin, Friedensnobelpreistr&auml;gerin 1931), Carl Schurz (Politiker, Senator 1869-1875), Mark Twain (1835-1910), William James (Psychologe und Philosoph), Samuel Gompers (Gewerkschaftsf&uuml;hrer) und Andrew Carnegie (Industrieller). Sie beriefen sich u.a. auf John Quincy Adams (US-Pr&auml;sident von 1825-1829), der 1821 als Secretary of State nachdr&uuml;cklich davor gewarnt hatte, jemals zuzulassen, dass Freiheit als Grundmaxime eigener Politik unmerklich in Gewalt umschl&auml;gt, wodurch man zum Diktator der Welt aufstiege und nicht l&auml;nger mehr Herrscher seines eigenen Geistes sei &ndash; zitiert nach: Kirshon, John W. (ed.) (1989): <em>Chronicle of America<\/em>. Mount Kisko, S. 524<\/li>\n<li><em>Der unbekannte Mark Twain &ndash; Schriften gegen den Imperialismus (2014).<\/em> Hrsg. und erl&auml;utert von Peter Priskil. Freiburg i.Br. <em>&amp;<\/em> Zwick, Jim (ed.) (1992): <em>Mark Twain&rsquo;s Weapons of Satire: Anti-Imperialist Writings on the Philippine-American War<\/em> (Studies on Peace &amp; Conflict Resolution). Syracuse, NY<\/li>\n<li>Manchester, William (1978): <em>American Caesar<\/em>. Boston; <em><a href=\"https:\/\/www.pbs.org\/frontlineworld\/stories\/philippines\/tl01.html\">Philippines &ndash; Islands Under Siege. A Conflicted Land: Rebellions, Wars and Insurgencies in the Philippines<\/a> &ndash; 1898-1933: America&rsquo;s Colony &amp;<\/em> Meyer, Milton W. (1995): <em>A Diplomatic History of the Philippines.<\/em> Honolulu<\/li>\n<li>Taruc, Luis (1953): <em>Born of the People.<\/em> Bombay; Smith, Robert R. (1963): <em>The Hukbalahap Insurgency: Economic, Political, and Military Factors.<\/em> Washington, D.C.; Comish, Jr., Leo S. (1971): <em>The United States and the Philippine Hukbalahap Insurrection: 1946-54<\/em>. Carlisle Barracks, PA: U.S. Army War College. 8 March; <em>&bdquo;<\/em>&sbquo;<em>Unsere Opfer z&auml;hlen nicht&rsquo; &ndash; Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg&ldquo; (2005)<\/em>. Hrsg. vom Rheinischen JournalistInnenb&uuml;ro und recherche international e.V. in K&ouml;ln. Berlin\/Hamburg\/G&ouml;ttingen <em>&amp;<\/em> Werning, Rainer &amp; Karl R&ouml;ssel (2004): <em>&bdquo;Ohne uns h&auml;ttet ihr Euren Krieg nie f&uuml;hren k&ouml;nnen&ldquo; (Teil 2) &ndash; Asien im Zweiten Weltkrieg<\/em>. Radiofeature \/ 45 Min., DLF: 11.5. &amp; SWR: 19.5. [Die insgesamt drei Features wurden 2005 im Rahmen einer dreist&uuml;ndigen <em>&bdquo;Langen Nacht &uuml;ber Afrika, Asien und Ozeanien im Zweiten Weltkrieg&ldquo; <\/em>wiederholt &ndash; Deutschlandradio Kultur: 6.\/7.5.2005 &amp; DLF: 7.\/8. 5.2005]<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterdr&uuml;ckung, Revolten und bewaffneter Widerstand sind eine Konstante in der philippinischen Geschichte. Das war so w&auml;hrend der ann&auml;hernd 350-j&auml;hrigen Kolonialzeit unter den Spaniern, die 1898 endete. Und das war so in dem halben Jahrhundert der sich anschlie&szlig;enden US-amerikanischen Kolonial&auml;ra. Am 4. 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