{"id":100131,"date":"2023-06-30T12:44:00","date_gmt":"2023-06-30T10:44:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100131"},"modified":"2023-06-30T16:08:31","modified_gmt":"2023-06-30T14:08:31","slug":"der-journalist-pawel-wolkow-ueber-seine-flucht-aus-der-ukraine-die-stimmung-gegen-russen-und-seine-hoffnung-auf-die-unter-20-jaehrigen-ukrainer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100131","title":{"rendered":"Der Journalist Pawel Wolkow \u00fcber seine Flucht aus der Ukraine, die Stimmung gegen Russen und seine Hoffnung auf die unter 20-j\u00e4hrigen Ukrainer"},"content":{"rendered":"<p>W&auml;hrend in den deutschen Medien viel &uuml;ber politische Gefangene in Russland geschrieben wird, herrscht zu den mehreren Tausend politischen Gefangenen[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100131#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] in der Ukraine Funkstille. Der aus Saparoschje stammende Journalist Pawel Wolkow schildert im Interview mit Ulrich Heyden (Moskau), wie sich die Verfolgung von Andersdenkenden in der Ukraine seit dem Februar 2022 versch&auml;rft hat. Wolkow ist 39 Jahre alt. Er schreibt seit zehn Jahren f&uuml;r die russischen Internet-Portale Russki Reportjor, vsglyad.ru und Ukraina.ru. 2017\/18 sa&szlig; der Journalist &uuml;ber ein Jahr in Untersuchungshaft. Der Vorwurf gegen ihn lautete, &bdquo;Angriff auf die territoriale Integrit&auml;t der Ukraine&ldquo; und &bdquo;Hilfe f&uuml;r Terroristen&ldquo;. Wolkow drohten 15 Jahre Gef&auml;ngnis. Im Oktober 2018 wurde er vom Schewtschenko-Bezirksgericht in Saparoschje freigesprochen. Nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine im Februar 2022 begann der ukrainische Geheimdienst Leute wie Wolkow zu suchen. Um einer abermaligen Verhaftung zu entgehen, fl&uuml;chtete der Journalist im November 2022 direkt durch die Front auf von Russland kontrolliertes Gebiet. Ein Interview von <strong>Ulrich Heyden<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nPawel Wolkow wurde in der s&uuml;dukrainischen Stadt Saparoschje geboren, wo er bis zu seiner Flucht nach Russland lebte. Er ging in Saparoschje zur Schule und schloss an der Geisteswissenschaftlichen Universit&auml;t der Stadt eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung ab. Bevor er begann, als Journalist zu arbeiten, war er im Reklamegesch&auml;ft t&auml;tig.<\/p><p><em><strong>Flucht aus der Ukraine<\/strong><\/em><\/p><p><strong>Warum bist Du nach dem Einmarsch der russischen Truppen in der Ukraine untergetaucht?<\/strong><\/p><p>Die Radikalisierung der ukrainischen Massenmedien gegen&uuml;ber den Russen ging so weit, dass man nach dem 24. Februar als Russe nicht mehr auf die Stra&szlig;e gehen und nicht mehr mit den Nachbarn sprechen konnte. Unsere Nachbarn waren russischsprachige Ukrainer. Wir haben viele Jahre lang Wand an Wand gelebt. Zum Neuen Jahr sind sie zu uns in die Wohnung gekommen und haben ukrainische Neujahrs-Lieder gesungen. Sie wussten, dass wir Russen sind. Es gab nie Probleme. Als die Spezialoperation begann, sagten sie, wir seien verfluchte Moskali (ukrainisches Schimpfwort f&uuml;r Russen). Und sie k&uuml;ndigten an, sie w&uuml;rden uns bis zum Ende unseres Lebens hassen und erniedrigen. Au&szlig;erdem forderten sie von uns, dass wir &bdquo;Slawa Ukraini&ldquo; rufen, das ist der Ruf einer bekannten Organisation aus dem Zweiten Weltkrieg, welche an der Seite von Nazi-Deutschland k&auml;mpfte. Unsere Nachbarn meinten, wir seien jetzt Menschen zweiter Klasse. Auf der Stra&szlig;e zeigten Passanten auf uns. <\/p><p>Einige Tage nach diesen Drohungen haben wir verstanden, dass wir die Stadt verlassen m&uuml;ssen. Wir haben uns rechtzeitig entschlossen. Denn einige Tage nach dem 24. Februar 2022 begann der ukrainische Geheimdienst Wohnungen von Personen abzuklappern, die sie f&uuml;r nicht zuverl&auml;ssig hielten. Es verschwanden Menschen, Menschen wurde geschlagen und verhaftet. Ein Freund von uns verschwand. Und mit Hilfe seiner Telefonnummer wurde in einem Messenger ein Chat er&ouml;ffnet, der sich zum Ziel gesetzt hatte, ukrainische Nationalisten zu finden. Wir wussten, dass unser Freund nicht so was machen w&uuml;rde. Dieser Chat wurde nat&uuml;rlich vom ukrainischen Geheimdienst gestartet, um Leute ausfindig zu machen, die sich an diesem Chat beteiligen. <\/p><p>Man konnte unserem Freund nichts vorwerfen, er hatte nichts zu tun mit Journalismus und Politik. Er arbeitete in einer Fabrik und hatte oppositionelle Ansichten. Das war alles. Man raubte ihn aus, schlug ihn zusammen und warf ihn auf die Stra&szlig;e. <\/p><p><strong>Blieb er am Leben?<\/strong><\/p><p>Ja, zum Gl&uuml;ck blieb er am Leben. Aber wie seine Situation heute aussieht, wei&szlig; ich nicht. Aber solche Vorf&auml;lle gab es sehr viele. Anfang M&auml;rz 2023, wenige Tage nachdem wir unsere Wohnung verlassen hatten, kam der ukrainische Geheimdienst SBU in unsere Wohnung. Sie befragten unsere Nachbarn. Acht Monate waren wir gezwungen, bei Bekannten zu wohnen. <\/p><p><strong>In der Ukraine?<\/strong><\/p><p>Ja. Die Ukraine verh&auml;ngte sehr schnell den Ausnahmezustand und verhinderte so, dass die jungen M&auml;nner im wehrpflichtigen Alter das Land verlassen konnten. Ich hatte ein doppeltes Problem. Es bestand die Gefahr, dass man mich zur Armee einzieht oder dass man mich einfach verhaftet, obwohl ich keine Gesetze verletzt habe. Aber das interessierte in diesem Moment schon niemanden mehr. <\/p><p><strong>Mit welcher Begr&uuml;ndung h&auml;tte man Dich verhaften k&ouml;nnen?<\/strong><\/p><p>Man nimmt die Leute ohne Begr&uuml;ndung fest. Nach dem Februar 2022 trat ein neuer Paragraph im Strafgesetzbuch zu Kollaborateuren (Personen, die dem Feind helfen) in Kraft. Bis dahin gab es nur den Straftatbestand &bdquo;Landesverrat&ldquo;. Mit dem Vorwurf &bdquo;Kollaborateur&ldquo; konnte man jetzt Leute bestrafen, die humanit&auml;re Hilfe, die aus Russland kam, verteilt haben. <\/p><p>Das Problem war, dass Russland im November 2022 seine Grenze f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge aus der Ukraine noch nicht aufgemacht hatte. In den Tagen nach dem Beginn der Spezialoperation, als die Ukraine noch keinen Ausnahmezustand verh&auml;ngt hatte, galten in Russland noch die besonderen Einreisebestimmungen wegen Corona. Das hei&szlig;t, man konnte nicht einfach so nach Russland ausreisen. Heute kann man dar&uuml;ber lachen, aber damals hat dieses Durcheinander sehr vielen Menschen das Leben erschwert. So mussten wir acht Monate bei verschiedenen Menschen in der Ukraine wohnen. <\/p><p><strong>Die Menschen, die euch aufgenommen haben, haben auch etwas riskiert?<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich. Sie hatten Angst. Aber dank dieser Menschen bin ich heute gesund und lebe. Im November 2022 haben wir dann eine M&ouml;glichkeit gefunden, &uuml;ber bestimmte nicht-offizielle Korridore, die bis heute existieren, nach Russland auszureisen. Das kostete nat&uuml;rlich Geld.<\/p><p><strong>Es ging nach Russland?<\/strong><\/p><p>Wir sind nicht &uuml;ber die offizielle Grenze, sondern durch die Front ausgereist, auf Territorium, welches Russland kontrollierte. &Uuml;ber uns flogen Raketen. Milit&auml;rs fuhren an uns vorbei. In der grauen Zone &ndash; also zwischen den Streitkr&auml;ften Russlands und der Ukraine &ndash; war es schrecklich. Wir waren mehrere Stunden in der grauen Zone. Neben uns gab es Schie&szlig;ereien. Wir gingen durch D&ouml;rfer, wo kein einziges Haus mehr heil war. Dort gab es weder Elektrizit&auml;t noch Wasser. <\/p><p>Man sah noch ein paar Gro&szlig;m&uuml;tter, die durch ihre G&auml;rten liefen. Wir wunderten uns, warum diese Frauen noch da waren. Aber offenbar gab es f&uuml;r sie keinen anderen Platz, wo sie hinkonnten. Und man sah Hunde, die niemand mehr f&uuml;tterte. F&uuml;r einen Zivilisten ist es ein schlimmes Gef&uuml;hl, wenn &uuml;ber dir Drohnen fliegen und du nicht wei&szlig;t, wem die geh&ouml;ren, und Du nicht wei&szlig;t, ob diese Drohnen etwas auf dich fallen lassen. Oder wenn ein gepanzertes Fahrzeug mit aufgepflanztem Maschinengewehr an dir vorbeif&auml;hrt und du nicht wei&szlig;t, ob diese Milit&auml;rs dich durchlassen oder dich f&uuml;r einen feindlichen Diversanten halten. Alles hing am seidenen Faden. <\/p><p><em><strong>Drei Kategorien von politischen Gefangenen<\/strong><\/em><\/p><p><strong>Kannst Du ein paar typische F&auml;lle von politischen Gefangenen in der Ukraine schildern?<\/strong><\/p><p>Es gibt drei Kategorien von Gefangenen. Eine Kategorie sind Politiker, Journalisten und Aktivisten, die zur Opposition geh&ouml;rten. Das m&uuml;ssen nicht unbedingt prorussisch eingestellte Menschen sein. Das k&ouml;nnen Antifaschisten und Linke sein. <\/p><p>Die zweite Kategorie, das sind Leute, die wegen Unterst&uuml;tzung der russischen Armee in Haft kamen. Man wirft ihnen vor, dass sie angeblich Informationen &uuml;ber ukrainische Truppenbewegungen oder f&uuml;r den Raketenbeschuss wichtige Daten weitergegeben haben. <\/p><p>Zu der dritten Kategorie geh&ouml;ren Personen, die durch Zufall in Haft gerieten. Das sind Leute, die auf dem Territorium leben, welches von der russischen Armee kontrolliert wurde, von dem die russische Armee aber abzog. Ich meine die Gebiete um Kiew, Charkow und Cherson. Da gab es Leute, die humanit&auml;re Hilfe von Russland angenommen und verteilt oder Aufenthaltsr&auml;ume f&uuml;r Obdachlose eingerichtet haben. Diese Menschen werden jetzt als Kollaborateure angeklagt. <\/p><p>Zur ersten Kategorie geh&ouml;rt zum Beispiel der Journalist Dmitri Skworzow. Ihm wird vorgeworfen, dass er in einem Beitrag geschrieben hat, dass Russland eine hohe Kultur hat und dass die russisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats in der Ukraine verfolgt wird. Ihm drohen jetzt 15 Jahre Gef&auml;ngnis.<\/p><p>Zu der zweiten Kategorie geh&ouml;rt zum Beispiel Wladimir Markin, ein noch nicht vollj&auml;hriger junger Bursche aus Bachmut. Man verhaftete ihn 2022, weil er angeblich der russischen Armee Informationen &uuml;ber die ukrainische Armee geliefert hat. Er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Aber es gab keine Gerichtsverhandlung. Man kann also nicht sagen, ob er Informationen &uuml;bergeben hat oder nicht. Man hat ihn &uuml;berredet, an einem Gefangenenaustausch teilzunehmen. Daf&uuml;r musste er aber seine Schuld eingestehen. Solche F&auml;lle gibt es viele.<\/p><p>Zu der dritten Kategorie geh&ouml;rt Anatoli Meruta. Er wohnt in einem Dorf im Kiewer Gebiet. Man hat ihn zu zehn Jahren Gef&auml;ngnis verurteilt. Als die russischen Truppen in das Dorf kamen, musste man Lebensmittel organisieren und Schutzunterk&uuml;nfte bauen. Der B&uuml;rgermeister war abgereist. Deshalb hat Anatoli Meruta den Alltag der Dorfbewohner organisiert. Als die russische Armee abzog, ist er geblieben, denn er war sicher, dass er keine Gesetze verletzt hat.<\/p><p><strong>Gibt die M&ouml;glichkeit, eine Liste aller politischen Gefangenen in der Ukraine zu erstellen?<\/strong><\/p><p>Die M&ouml;glichkeit, eine Liste von allen Gefangenen zu erstellen, gibt es leider nicht. Wir (Journalisten vom Portal Ukraina.ru, Anm.UH) sammeln mit unseren bescheidenen Mitteln alle Daten, die wir bekommen k&ouml;nnen, aus &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Quellen und von Verwandten. Manchmal wenden sich auch Rechtsanw&auml;lte an uns. Aber diese Liste ist absolut nicht vollst&auml;ndig.<\/p><p><strong>Wo kann man diese Liste finden?<\/strong><\/p><p>Ich publiziere die F&auml;lle von politischen Gefangenen <a href=\"https:\/\/t.me\/red_wolf_says\">auf meinem Telegram-Kanal<\/a>. Au&szlig;erdem <a href=\"https:\/\/ukraina.ru\/20230628\/1047618387.html\">ver&ouml;ffentlichen wir F&auml;lle<\/a> von politischen Gefangenen in der Ukraine auf dem Portal www.ukraina.ru. <\/p><p><strong>Die ganze Welt kennt Amnesty International. K&ouml;nnen Sie Amnesty International nicht eine Liste von 20 politischen Gefangenen in der Ukraine &uuml;bergeben?<\/strong><\/p><p>In den vergangenen Jahren hat Amnesty International in der Ukraine nur zwei Personen als politische Gefangene anerkannt, Ruslan Kotsaba[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] und Wasili Murawizki[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. F&uuml;r alle anderen politischen Gefangenen in der Ukraine hat sich Amnesty International nicht interessiert, obwohl man der Organisation mehrmals Listen mit Gefangenen &uuml;bergeben hat. Das Kommissariat f&uuml;r Menschenrechte der UNO und das Rote Kreuz verhielten sich besser.<\/p><p><strong>Warum besser?<\/strong><\/p><p>Sie haben sehr hohe Arbeits-Standards. Sie k&ouml;nnen zwar nicht viel erreichen. Das liegt nicht in ihrer Kompetenz. Diese Organisationen l&auml;sst man nur deshalb in Gef&auml;ngnisse, weil sie sich maximal neutral verhalten. Sie k&ouml;nnen aber feststellen, dass eine bestimmte Person nicht verschwunden ist und dass man sich einer inhaftierten Person gegen&uuml;ber normal verh&auml;lt. Diese Organisationen k&ouml;nnen humanit&auml;re Hilfe &uuml;bergeben. Sie k&ouml;nnen mit H&auml;ftlingen Interviews f&uuml;hren und diese Interviews in ihren Berichten anonym ver&ouml;ffentlichen. <\/p><p><strong>Und was passierte nach dem 24. Februar 2022?<\/strong><\/p><p>Als man sich gegenseitig mit Raketen beschoss und es Millionen Fl&uuml;chtlinge auf beiden Seiten gab, hatten das Kommissariat f&uuml;r Menschenrechte der UNO und das Internationale Rote Kreuz anderes zu tun. Sie haben nicht so viele Mitarbeiter, dass sie alles schaffen. <\/p><p><strong>Warum gibt es in der Ukraine keine oppositionelle Menschenrechtsorganisation?<\/strong><\/p><p>Es ist unklar, warum &uuml;ber all die Jahre in der Ukraine keine oppositionelle Menschenrechtsorganisation entstanden ist. Es gab Versuche. Es entstanden kleine Menschenrechtsgruppen. Aber das endete sehr schnell. Es fehlte an Geld und an organisatorischer Kraft. Alles was damals auf dieser Ebene gemacht wurde, entstand &uuml;ber pers&ouml;nliche Kontakte, &uuml;ber Kontakte mit europ&auml;ischen Organisationen, Abgeordneten im Europ&auml;ischen Parlament und im deutschen Bundestag. Es gab Unterst&uuml;tzung von Rechten und Linken. In Deutschland gab es Unterst&uuml;tzung von der &bdquo;Alternative f&uuml;r Deutschland&ldquo;. Aus der Partei &bdquo;Die Linke&ldquo; gab es Unterst&uuml;tzung von dem Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko.<\/p><p><strong>Welche kritischen und oppositionellen Medien sind in der Ukraine heute zug&auml;nglich?<\/strong><\/p><p>Die russischen Medien sind im ukrainischen Internet seit Langem blockiert. Wer es unbedingt will, findet im Internet aber Wege &ndash; zum Beispiel &uuml;ber VPN -, die Blockaden zu umgehen. Die oppositionellen ukrainischen Medien wurden schon vor dem Februar 2022 abgestellt. Auch unser Internetportal ukraina.ru ist in der Ukraine blockiert.<\/p><p><em><strong>Wie die Nachbarn zu einer Bedrohung wurden<\/strong><\/em><\/p><p><strong>Du lebtest im Februar 2022 in Saparoschje. Wie war damals der Kontakt zu den Nachbarn, Freunden und Verwandten? Wie verhielten sich die Menschen auf der Stra&szlig;e und in den Gesch&auml;ften?<\/strong><\/p><p>Am 24. Februar 2022 hat sich die &ouml;ffentliche Meinung in der Ukraine in zwei Lager gespalten. Schon vor dem Februar 2022 war die ukrainische Gesellschaft sehr politisiert. Der Krieg begann nach dem morgendlichen Anruf eines Bekannten. Ich sagte ihm, &bdquo;das ist doch Unsinn&ldquo;. Er sagte zu mir, &bdquo;guck dir die Nachrichten an. Es fliegen Raketen.&ldquo; Weil die kriegerischen Auseinandersetzungen damals ziemlich weit entfernt liefen &ndash; von Saporoschje waren es 200 Kilometer &ndash; glaubte ich es erst nicht, was mir der Freund da erz&auml;hlte. <\/p><p>Ich guckte die Nachrichten und mir fiel die Kinnlade runter. Wir hatten mehrere Monate gelacht &uuml;ber die Berichte von ukrainischen und westlichen Medien, dass Russland seine Truppen zusammenzieht. Wir dachten, was sollte das f&uuml;r einen Sinn haben? Das ist wahrscheinlich eine westliche Provokation. Denn man hatte ja gerade erst die North Stream Pipeline betriebsfertig gemacht. <\/p><p>In den ersten Tagen war es ein Schock. Die Menschen liefen auf die Stra&szlig;e und kauften in den Gesch&auml;ften alles M&ouml;gliche. Nat&uuml;rlich stiegen sofort die Preise. Die L&auml;den waren schnell leergekauft. Sehr schnell gab es nationalen Hass. Man konnte nichts gegen das russische Milit&auml;r machen. Sie waren in dem Moment von Saparoschje noch weit entfernt. Aber man konnte etwas gegen die Menschen russischer Nationalit&auml;t machen, die in Saparoschje wohnen. <\/p><p><strong>Wie viele Russen leben in Saparoschje? <\/strong><\/p><p>Im Osten der Ukraine ist es sehr schwer zu sagen, wer Russe und wer Ukrainer ist. Vom &Auml;u&szlig;eren gibt es keinen Unterschied zwischen Russen und Ukrainern. Zudem ist die Mehrheit der Menschen im S&uuml;dosten der Ukraine russischsprachig. Die Menschen sprechen seit mehreren Generationen Russisch. Auf Ukrainisch redeten die Menschen nie. <\/p><p>Wie es typisch ist f&uuml;r Grenzgebiete, gibt es im S&uuml;dosten der Ukraine spezifische Dialekte, die dem Russischen und dem Ukrainischen &auml;hnlich sind. <\/p><p>Die Menschen im S&uuml;dosten der Ukraine haben eine doppelte Identit&auml;t. Die Leute haben nicht besonders dar&uuml;ber nachgedacht, wer sie sind. Wir sind B&uuml;rger der Ukraine? Dann sind wir wahrscheinlich Ukrainer. Aber wir haben in Russland Verwandte. Und die H&auml;lfte unserer Eltern sind Russen. Vielleicht sind wir Russen. Vielleicht sind wir Ukrainer. <\/p><p>Doch w&auml;hrend der 30 Jahre Unabh&auml;ngigkeit gab es einen nationalen Diskurs. Es hie&szlig;: Wenn du B&uuml;rger eines Staates bist, dann hast Du auch die Nationalit&auml;t wie die Titularnation. <\/p><p><strong>Was ist mit den anderen Nationalit&auml;ten in der Ukraine?<\/strong><\/p><p>Bei den anderen Nationalit&auml;ten, die es in der Ukraine gibt, etwa den Armeniern, den Juden, den Griechen und den Deutschen war es anders. F&uuml;r sie ist klar, dass sie B&uuml;rger der Ukraine sind, aber keine ukrainische Nationalit&auml;t haben. <\/p><p>Aber f&uuml;r die russischen Ukrainer war es nicht klar, weil Russen und Ukrainer sich in der Kultur kaum unterscheiden, insbesondere in dieser Grenzregion, wo viele Nationalit&auml;ten leben und sich alles vermischt hat. Aber au&szlig;er der ukrainischen Staatsb&uuml;rgerschaft hatten die Menschen im S&uuml;dosten der Ukraine nichts typisch Ukrainisches. Sie sprechen Russisch. Ihren Kindern haben sie die M&auml;rchen von Puschkin vorgelesen. <\/p><p>Bei der letzten Volksz&auml;hlung in der Ukraine im Jahre 2001 bezeichneten sich 25 Prozent der Einwohner als Russen. In der Westukraine lag der Anteil der Russen bei nur einigen Prozent. In der Ostukraine lag der Anteil der Russen zwischen 75 und 80 Prozent. Wenn man die Umfrage heute machen w&uuml;rde, w&auml;ren die Zahlen nat&uuml;rlich anders. Aber einige Millionen in der Ukraine werden sich auch heute als Russen bezeichnen.<\/p><p><strong>Wie konnte sich die Stimmung in der ukrainischen Gesellschaft nach dem 24. Februar 2022 so sehr ver&auml;ndern?<\/strong><\/p><p>Die ukrainischen Massenmedien hatten schon seit 2014 verbreitet, dass Russen die historischen Feinde der Ukraine sind, dass die Russen historisch gesehen Eroberer sind, dass die Russen schon immer die Ukrainer erniedrigt und vernichtet haben. Diese Erz&auml;hlung wurde auf staatlicher Ebene verbreitet.<\/p><p><strong>Gab es in den ukrainischen Medien irgendwelche Beweise f&uuml;r diese Behauptungen?<\/strong><\/p><p>Beweise kann man in der 1000-j&auml;hrigen Geschichte so viele erfinden, wie man will. Man kann behaupten, dass ein russischer F&uuml;rst im 12. Jahrhundert Kiew erobert hat, ungeachtet dessen, dass er zu dieser Zeit schon F&uuml;rst von Kiew war. Auch in Deutschland wurden w&auml;hrend der 1930er Jahre Mythen &uuml;ber bestimmte Nationalit&auml;ten erfunden. Die Methode ist also nicht neu. <\/p><p><strong>Wie stehen die verschiedenen Generationen in der Ukraine zum Krieg? Wie lange werden sie den Krieg noch aus einem Gef&uuml;hl des Patriotismus erdulden? Sind sie bereit zum Waffenstillstand? Sind sie bereit, auf die Krim und den Donbass zu verzichten?<\/strong><\/p><p>Soziologische Umfragen w&auml;hrend eines Krieges gibt es nicht. Man kann auf diese Frage nur auf Grundlage pers&ouml;nlicher Gespr&auml;che antworten. Vor dem Februar 2022 war eine knappe Mehrheit der Ukrainer gegen einen Kompromiss. Die Generation der 30- und 40-J&auml;hrigen steht jetzt am st&auml;rksten hinter dem derzeitigen politischen Kurs der Ukraine. <\/p><p>Die Jugendlichen leben mehr nach allgemein menschlichen Vorstellungen. Sie interessieren sich f&uuml;r Entwicklung und internationalen Austausch, Musik, Kino und Kultur. <\/p><p>Ein Teil der &auml;lteren Generation hat sich schon lange f&uuml;r Russland entschieden, ein anderer Teil ist f&uuml;r die Ukraine. Die jungen Leute werden nach dem Krieg den Frieden aufbauen. Die Jugendlichen, die jetzt 20 sind, mit denen muss man einen Dialog f&uuml;hren.<\/p><p><strong>Du meinst, die jungen Leute haben eine Distanz zum Krieg? Warum?<\/strong><\/p><p>Weil sie noch nicht vollj&auml;hrig sind und man sie nicht an die Front mobilisiert. Als es den Maidan und die Auseinandersetzungen um den Donbass gab, waren sie noch zu jung, um sich da zu engagieren. Sie werden sich als Ukrainer und nicht als Russen f&uuml;hlen. Aber das Wichtigste ist, sie sind bereit zum Frieden und zum Dialog. Verwandte in Russland haben sie fast alle.<\/p><p><strong>Ich hoffe, dass unser heutiges Gespr&auml;ch den Menschen mehr Klarheit bringt, was in der Ukraine passiert.<\/strong><\/p><p>Ich hoffe, dass die Menschen wenigstens nachdenken. Ich will niemandem meine Position aufzwingen. Aber ich hoffe, dass die Leute verstehen, dass es auch andere Meinungen gibt. Und dass das Meinungen von real lebenden Personen sind, die auf etwas hoffen, die von etwas tr&auml;umen oder etwas im Leben erreichen wollen. <\/p><p><em><strong>Anhang<\/strong><\/em><\/p><p><strong>Auszug aus dem Bericht<\/strong>[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] der UNO-Kommission f&uuml;r Menschenrechte vom 24. M&auml;rz 2023 &uuml;ber die Situation der Menschenrechte in der Ukraine im Zeitraum 1. August 2022 bis 31. Januar 2023, Seite 26:<\/p><p>&bdquo;Seit dem 24. Februar 2022 hat das UNHCR (Fl&uuml;chtlingskommissariat der Vereinten Nationen) 91 F&auml;lle von gewaltsamem Verschwindenlassen und willk&uuml;rliche Inhaftierungen (79 M&auml;nner, 12 Frauen), begangen durch ukrainische Streitkr&auml;fte und Strafverfolgungsbeh&ouml;rden in von der Regierung (der Ukraine, Anm.UH) kontrollierten Gebieten dokumentiert. Diese Vorf&auml;lle gab es w&auml;hrend und vor dem Berichtszeitraum (70 Prozent im Februar-April, 22 Prozent im Mai-Juli, acht Prozent im Berichtszeitraum). Die meisten H&auml;ftlinge wurden unter dem Verdacht der Zusammenarbeit mit den russischen Streitkr&auml;ften oder der Hilfe f&uuml;r diese festgenommen. Mehrere andere wurden unter dem Verdacht festgenommen, dass sie 2014\/15 Mitglieder bewaffneter Gruppen waren. <\/p><p>In einigen F&auml;llen nahm der SBU (Ukrainischer Geheimdienst) die Opfer in ihren Wohnungen oder auf der Stra&szlig;e fest und hielt sie in den Verwaltungen der Polizei, den Geb&auml;uden des Geheimdienstes oder provisorischen Haftorte (z. B. Privath&auml;user oder Keller) bis zu drei Tage ohne Zugang zu einem Anwalt gefangen. In einigen F&auml;llen registrierten die Beamten die Festnahme nicht.<\/p><p>Das OHCHR weist darauf hin, dass Polizeibeamte nach ukrainischem Recht befugt sind, Personen bis zu drei Tagen ohne gerichtliche Kontrolle zu inhaftieren. Die Verhafteten haben jedoch Anspruch auf einen Anwalt ab dem Moment ihrer Besorgnis. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssen die Beh&ouml;rden zulassen, dass die Festgenommenen und Inhaftierten ein Familienmitglied &uuml;ber die Tatsache und den Ort der Inhaftierung informieren. Dies wird in der Praxis selten respektiert. Durch die Inhaftierung ohne Kontakt zur Au&szlig;enwelt werden Inhaftierten die Garantien f&uuml;r ein ordnungsgem&auml;&szlig;es Verfahren entzogen. Sie sind einem gr&ouml;&szlig;eren Risiko ausgesetzt, gefoltert oder misshandelt zu werden. <\/p><p>In diesem Zusammenhang stellt das UNHCR fest, dass bei 43 Prozent der dokumentierten F&auml;lle, bei denen Angeh&ouml;rige der ukrainischen Streitkr&auml;fte und der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden Personen gewaltsam verschwinden lie&szlig;en und willk&uuml;rlich verhafteten, die Gefangenen gefoltert oder misshandelten wurden, indem sie mit Schlagst&ouml;cken geschlagen wurden, einen Stromschlag bekamen oder mit Verst&uuml;mmelung, Hinrichtung oder sexueller Gewalt oder Gewalt gegen Angeh&ouml;rige gedroht wurde. Die Folter bzw. Misshandlungen wurden durchgef&uuml;hrt, um Informationen zu erpressen oder H&auml;ftlinge zu Gest&auml;ndnissen zu zwingen oder sich selbst zu belasten, oft vor laufender Kamera.&ldquo;<\/p><p>Titelbild: Ulrich Heyden <\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99984\">Wie konnte es so weit kommen? Fragen in russischen Talk-Shows zu dem gescheiterten Putschversuch<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=97152\">Donbass-Filmregisseur Domke-Schulz: &bdquo;Sie wollten nicht Menschen zweiter Klasse sein&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91832\">Kiewer Rechtsanwalt Walentin Rybin: &bdquo;Ich f&uuml;rchtete um mein Leben&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98972\">Stimmen aus der Ukraine: Unter Selenskyj gibt es keine Rechtsstaatlichkeit mehr<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/87be705a6bcc495ebe5a333dece6fa17\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] &Uuml;ber politische Gefangene und Verschwundene berichteten in Interviews, die die ich f&uuml;r die NachDenkSeiten f&uuml;hrte, der aus der Ukraine gefl&uuml;chtete Kiewer Rechtsanwalt Walentin Rybin <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91832\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91832<\/a><strong> <\/strong>und die Vorsitzende der Union der politischen Emigranten aus der Ukraine, Larissa Schessler <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91091\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=91091<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Der Video-Blogger Ruslan Kotsaba sa&szlig; 2015\/16 in Ukraine in Haft. Seit Anfang 2023 lebt er in den USA.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Der Journalist Wasili Murawizki sa&szlig; 2017\/18 im Gef&auml;ngnis in der Ukraine.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.ohchr.org\/sites\/default\/files\/documents\/countries\/ukraine\/2023\/23-03-24-Ukraine-35th-periodic-report-ENG.pdf\">ohchr.org\/sites\/default\/files\/documents\/countries\/ukraine\/2023\/23-03-24-Ukraine-35th-periodic-report-ENG.pdf<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W&auml;hrend in den deutschen Medien viel &uuml;ber politische Gefangene in Russland geschrieben wird, herrscht zu den mehreren Tausend politischen Gefangenen[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100131#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] in der Ukraine Funkstille. Der aus Saparoschje stammende Journalist Pawel Wolkow schildert im Interview mit Ulrich Heyden (Moskau), wie sich die Verfolgung von Andersdenkenden in der Ukraine seit dem Februar 2022 versch&auml;rft hat.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100131\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":100132,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,159,209,20,171],"tags":[1055,901,3151,3277,259,260,3226],"class_list":["post-100131","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-fremdenfeindlichkeit-rassismus","category-interviews","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-fluechtlinge","tag-geheimdienste","tag-nationale-minderheiten","tag-politische-haft","tag-russland","tag-ukraine","tag-xenophobie"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Cover_Foto_Pawel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100131","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=100131"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100131\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100173,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100131\/revisions\/100173"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/100132"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=100131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=100131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=100131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}