{"id":10037,"date":"2011-07-08T16:06:02","date_gmt":"2011-07-08T14:06:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10037"},"modified":"2011-07-08T16:06:49","modified_gmt":"2011-07-08T14:06:49","slug":"hinweise-des-tages-ii-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10037","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: EZB; Rating-; Joseph E. Stiglitz &ndash; Die ideologische Krise des Kapitalismus westlicher Pr&auml;gung; Finanzkrise treibt Menschen in den Selbstmord; Griechenland: Hoffen auf den Feuersturm; Einer Leserzuschrift zum Bericht des UN-Ausschusses; Amerikanisches Sozialsystem &ndash; Armutszeugnis; Waffengesch&auml;fte; Gottesstaat Deutschland: Die Finanzierung der christlichen Kirchen aus Steuermitteln; Finanzaufsicht nimmt sich Ergo vor; Irak: L&auml;hmung als Prinzip; Premier gibt Mediengeilheit zu; Ein Mann bedauert &ndash; Adolf Sauerland &uuml;ber Politik, Recht und Moral; Irans abtr&uuml;nniger Pr&auml;sident; Diskriminierung: Der K&auml;mpfer gibt nach 21 Jahren auf; Die Taliban werden nicht siegen; Geheimdienst soll Journalisten get&ouml;tet haben; Blenderrepublik Deutschland?; Bedeutung wirtschaftlicher Themen w&auml;chst &ndash; Journalisten sehen Nachholbedarf in Fernsehen und H&ouml;rfunk (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">EZB<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Ratingagenturen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Joseph E. Stiglitz &ndash; Die ideologische Krise des Kapitalismus westlicher Pr&auml;gung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Finanzkrise treibt Menschen in den Selbstmord<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Griechenland: Hoffen auf den Feuersturm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Einer Leserzuschrift zum Bericht des UN-Ausschusses<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Amerikanisches Sozialsystem &ndash; Armutszeugnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Waffengesch&auml;fte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Gottesstaat Deutschland: Die Finanzierung der christlichen Kirchen aus Steuermitteln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Finanzaufsicht nimmt sich Ergo vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Irak: L&auml;hmung als Prinzip<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Premier gibt Mediengeilheit zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Ein Mann bedauert &ndash; Adolf Sauerland &uuml;ber Politik, Recht und Moral<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Irans abtr&uuml;nniger Pr&auml;sident<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Diskriminierung: Der K&auml;mpfer gibt nach 21 Jahren auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Die Taliban werden nicht siegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Geheimdienst soll Journalisten get&ouml;tet haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Blenderrepublik Deutschland?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Bedeutung wirtschaftlicher Themen w&auml;chst &ndash; Journalisten sehen Nachholbedarf in Fernsehen und H&ouml;rfunk<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=10037&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>EZB<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Teurere Schulden f&uuml;r Krisen-Staaten<\/strong><br>\nSchlechte Nachrichten f&uuml;r die gebeutelten Staaten in der Euro-Krise: Ihre Kredite werden teurer. [&hellip;]<br>\nDenn in Irland haben 67 Prozent aller Darlehen einen variablen Zins, in Spanien sind es 91 und in Portugal 99 Prozent aller Kredite. Teurere Kredite bedeuten: Die Schuldenlast wird schwerer und die Konjunktur wird gebremst &ndash; und das mitten in der Krise.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krise\/teurere-schulden-fuer-krisen-staaten\/-\/1471908\/8644622\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Man sollte an dieser Stelle auch nicht vergessen, dass auch die <a href=\"http:\/\/www.eurointelligence.com\/article\/article\/the-truth-behind-the-efsf.html?L=0&amp;tx_ttnews%5BbackPid%5D=752&amp;cHash=ef858bd3d045f01b95ebb3c6cb63f6b9\">Zinskosten<\/a> f&uuml;r k&uuml;nftige &bdquo;Rettungsprogramme&ldquo; durch die Leitzinserh&ouml;hung steigen werden, was es den angeschlagenen Staaten noch schwerer machen wird, sich aus eigener Kraft aus dem W&uuml;rgegriff der alles andere als selbstlosen Retter zu befreien.<br>\nEs ist ohnehin nicht ersichtlich, warum die EZB mitten in einer angespannten volkswirtschaftlichen Situation den Leitzins erh&ouml;ht. Das offizielle Argument, die Inflation zu bek&auml;mpfen, zerf&auml;llt bei n&auml;herer Betrachtung zu Staub. Es ist zwar richtig, dass die Steigerung der Verbraucherpreise sich in diesem Quartal <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub050436A85B3A4C64819D7E1B05B60928\/Doc~EF2713BB5AA644AFD8FA6A2956931A58E~ATpl~Ecommon~SMed.html\">leicht oberhalb<\/a> der angestrebten 2% p.a. bewegt, dies begr&uuml;ndet sich jedoch vor allem auf die stark gestiegenen Energiepreise, auf die der Leitzins gar keinen Einfluss hat. Die Kerninflation lag im Mai mit 1,7% unter der EZB-Zielmarke. Es ist unverst&auml;ndlich, warum die EZB ohne Not &Ouml;l in das Schuldenfeuer einiger Eurostaaten gie&szlig;t, anstatt mit Wasser zu l&ouml;schen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>EZB schirmt Portugal ab<\/strong><br>\nUm Portugals freien Fall auf den Finanzm&auml;rkten zu stoppen, hat die Europ&auml;ische Zentralbank die Ratinganforderungen f&uuml;r portugiesische Staatsanleihen au&szlig;er Kraft gesetzt. Ihre Entscheidung f&uuml;r eine Leitzinserh&ouml;hung k&ouml;nnte in der Krise dagegen kontraproduktiv sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krise\/ezb-schirmt-portugal-ab\/-\/1471908\/8645932\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Leseres V.B.:<\/strong> Wie meinte doch der britische ehemalige Notenbanker Sir Alan Budd dazu:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Viele haben nie geglaubt, dass man mit Monetarismus die Inflation bek&auml;mpfen kann. Allerdings erkannten sie , dass der Monetarismus sehr hilfreich sein kann die Arbeitslosigkeit zu erh&ouml;hen.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>Vgl. dazu NachDenkseiten: <a href=\"?p=9287\">&ldquo;Die gewollte Reservearmee an Arbeitslosen &ndash; Oder: Wie einige Linke das Gesch&auml;ft der Monetaristen und Rechten betreiben, indem sie die Verantwortung der Krise des Kapitalismus zuschieben.&rdquo;<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ratingagenturen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ulrike Herrmann &ndash; Loser mit Routinejob<\/strong><br>\nEntmachtet die Ratingagenturen! Dieser verzweifelte Schlachtruf ert&ouml;nt nun &uuml;berall. Unwillk&uuml;rlich entsteht dabei das Bild, als s&auml;&szlig;en in den Ratingagenturen globale Herrscher, die es verm&ouml;gen, mit ihrem kleinen Finger ganze L&auml;nder zum Einsturz bringen. [&hellip;]<br>\nJedenfalls ist es l&auml;ngst zu einem lukrativen Gesch&auml;ftszweig an der Wall Street geworden, gegen die Ratingagenturen zu wetten. Ganz nach dem Motto: Die haben ja sowieso nur selten Ahnung. Bei Unternehmensanleihen, zum Beispiel, wird systematisch gefahndet, wo die Agenturen bei ihren Bewertungen danebenliegen. Dabei ist v&ouml;llig egal, ob das Rating zu gut oder zu schlecht ist. Wichtig ist nur die Differenz zwischen Bewertung und Realit&auml;t, um erfolgreich zu spekulieren.<br>\nDie Verachtung f&uuml;r die Ratingagenturen ist nicht v&ouml;llig unbegr&uuml;ndet, denn einige ihrer Fehlurteile sind spektakul&auml;r. [&hellip;]<br>\n&Auml;hnlich desastr&ouml;s f&auml;llt die Bilanz der Ratingagenturen aus, wenn es um die Eurokrise geht. Dass Griechenland pleite sein k&ouml;nnte, entdeckten sie erst, als es schon in der Zeitung stand. &Uuml;berhaupt die Zeitungslekt&uuml;re: Sie scheint eine zentrale Informationsquelle der Ratingagenturen zu sein. So bewertete Standard &amp; Poor&rsquo;s das neue italienische Sparpaket, noch bevor die Regierung es detailliert vorgestellt hatte. Dieses Vorgehen alarmierte die italienische B&ouml;rsenaufsicht, die den dringenden Verdacht hegt, dass sich die Ratingagentur allein auf &ldquo;Indiskretionen aus der Presse&rdquo; st&uuml;tzt. [&hellip;]<br>\nDie Ratingagenturen sind eigentlich uninteressant im gro&szlig;en Spiel an den Finanzm&auml;rkten. Die Banker an der Wall Street haben das l&auml;ngst begriffen, die EU-Finanzminister aber offenbar noch nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/loser-mit-routinejob\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Merkel will Rating-Agenturen ignorieren<\/strong><br>\nTrotz der Zweifel der Ratingagenturen h&auml;lt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) daran fest, die privaten Banken an der Griechenland-Rettung zu beteiligen. &bdquo;Es ist wichtig, dass sich die Troika die eigene Urteilsf&auml;higkeit nicht wegnehmen l&auml;sst&ldquo;, sagte sie am Dienstag in Berlin. &bdquo;Ich vertraue vor allem den Bewertungen dieser drei Institutionen&ldquo;, sagte sie mit Blick auf die EU-Kommission, die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) und den Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF). In Regierungskreisen hie&szlig; es, man sei zuversichtlich, Griechenland so helfen zu k&ouml;nnen, dass die Rating-Agenturen dies nicht als Zahlungsausfall einstufen w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/merkel-will-rating-agenturen-ignorieren\/4360918.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Manchmal sind es Details am Rande, die verraten wie inkompent unsere Regierung ist. Die ganze Aufregung um das franz&ouml;sische Modell ist doch nur entstanden, weil sich die EZB in der Bewertung von Staatsanleihen von den Ratingagenturen abh&auml;ngig macht &ndash; und da meint unsere Kanzlerin, dass sie der Bewertung der EZB vertraue. Der Angriff Kanzlerin m&uuml;sste viel st&auml;rker auf die EZB zielen? Die Mahnung, dass &ldquo;sich die Troika die eigene Urteilsf&auml;higkeit nicht wegnehmen&rdquo; lassen d&uuml;rfe, ist viel zu milde. Dabei war die EZB vor &uuml;ber einem Jahr doch auf dem besten Wege sich von den gro&szlig;en Drei <a href=\"?p=4676#h10\">zu l&ouml;sen<\/a>.<br>\nNat&uuml;rlich ist die Macht der drei gro&szlig;en Ratingagenturen viel zu gro&szlig;, aber liegt es nicht auch daran, dass EZB, Banken und Versicherer, die EU wie auch Staaten selbst in ihren Gesetzen und Verordnungen sich den Ratings der gro&szlig;en Drei (EZB: vier) unterworfen haben. Und nat&uuml;rlich dient der Angriff auf die Ratingagenturen der Ablenkung. Griechenland ist nun einmal pleite und kann diese Schulden nicht mehr abtragen. Die eigentliche Frage ist doch eher, wollen die Regierungen der Eurozone Griechenland oder nur ihre Banken retten? Wollen sie langfristige Programme auflegen um die Wettbewerbsf&auml;higkeit der europ&auml;ischen Peripherie herzustellen &ndash; weit &uuml;ber die bisherigen Strukturfonds hinaus? Wollen sie sich endlich der Tatsache stellen, dass die Eurozone von tiefgreifenden Disparit&auml;ten gepr&auml;gt ist? Die Bundesrepublik im Falle ihrer W&auml;hrungsunion  tr&auml;gt dem Entwicklungsunterschied von Ost und West immer noch Rechnung. Nat&uuml;rlich ist nicht zu erwarten, dass den Deutschen ihre Br&uuml;der und Schwestern in Europa so am Herzen liegen wie im Falle Ostdeutschlands, aber die Entwicklung der europ&auml;ischen Peripherie, zumal in einem W&auml;hrungsraum, kann nicht nur den Marktkr&auml;ften &uuml;berlassen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Joseph E. Stiglitz &ndash; Die ideologische Krise des Kapitalismus westlicher Pr&auml;gung<\/strong><br>\nEs ist gerade mal ein paar Jahre her, dass eine schlagkr&auml;ftige Ideologie &ndash; der Glaube an freie und uneingeschr&auml;nkte M&auml;rkte &ndash; die Welt an den Rand des Ruins brachte. Und selbst in seiner Bl&uuml;tezeit, vom Anfang der 1980er Jahre bis 2007, machte der deregulierte Kapitalismus amerikanischen Stils im reichsten Land der Welt nur die Allerreichsten reicher. Die meisten Amerikaner mussten im Laufe des 30 Jahre w&auml;hrenden Aufstiegs dieser Ideologie mit ansehen, wie ihr Einkommen Jahr f&uuml;r Jahr fiel oder stagnierte.<br>\nZudem war der Produktionsanstieg in den USA wirtschaftlich nicht nachhaltig. Da ein so gro&szlig;er Teil des US-Volkseinkommens an so wenige ging, war das Wachstum nur durch einen immer st&auml;rker auf Pump finanzierten Konsum aufrechtzuerhalten.<br>\nIch geh&ouml;rte zu jenen, die hofften, die Finanzkrise w&uuml;rde die Amerikaner (und andere) lehren, dass wir mehr Gleichheit, eine st&auml;rkere Regulierung und ein besseres Gleichgewicht zwischen Markt und Staat brauchen. Das ist leider nicht passiert. Im Gegenteil: Einmal mehr wird die Weltwirtschaft &ndash; oder zumindest die Wirtschaft Europas und Amerikas, wo diese Ideen weiter gedeihen &ndash; vom wie immer durch Ideologie und Partikularinteressen angetriebenen Wiedererstarken einer rechtsgerichteten Wirtschaftslehre bedroht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/stiglitz140\/German\">Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Finanzkrise treibt Menschen in den Selbstmord<\/strong><br>\nIm Jahr 2008 seien Selbstt&ouml;tungen in den neu beigetretenen EU-L&auml;ndern zwar nur um weniger als ein Prozent gestiegen. In den alten EU-L&auml;ndern habe es daf&uuml;r jedoch eine steile Aufw&auml;rtsbewegung um sieben Prozent gegeben. 2009 habe sich die Zunahme dann sowohl in den alten als auch den neuen EU-L&auml;ndern mit mindestens f&uuml;nf Prozent pro Land fortgesetzt. Nur &Ouml;sterreich machte mit seinem R&uuml;ckgang eine Ausnahme.  Die Daten m&uuml;ssten jedoch noch weiter analysiert werden. &ldquo;Was wir jetzt schon sehen k&ouml;nnen: L&auml;nder, die mit den gr&ouml;&szlig;ten Problemen konfrontiert waren wie Griechenland und Irland, hatten mit siebzehn und dreizehn Prozent besonders hohe Zunahmeraten an Selbstmorden&rdquo;, hei&szlig;t es in dem Artikel des Forscherteams weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wissen\/leben\/:eu-laender-finanzkrise-treibt-menschen-in-den-selbstmord\/60075666.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Griechenland: Hoffen auf den Feuersturm<\/strong><br>\nWir k&ouml;nnen nur hoffen, dass Griechenlands gegenw&auml;rtige Krise wie eine riesige unsichtbare Hand wirkt, die alle Steine umw&auml;lzt, unter denen bislang der ganze Faulschlamm unserer Gesellschaft verborgen war. Wir haben diese Steine noch nicht angehoben, weil wir aus Erfahrung wissen, dass Enth&uuml;llungen bei uns nie zu einer Katharsis f&uuml;hren. Weil wir immer Angst hatten vor dem, was wir finden w&uuml;rden. Und weil wir uns daran gew&ouml;hnt hatten, mit dieser ganzen F&auml;ulnis zu leben, als w&uuml;rde sie uns nichts angehen, als w&uuml;rde sie uns nicht umbringen. Jetzt, wo unser krankes System zusammenbricht, kommt all das, was wir vor uns verborgen haben, ans Tageslicht. St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck.<br>\nDas illegale Wettkartell in unserem Land, das in der vergangenen Woche ans Licht gekommen ist, hat offenbar Griechenlands ganzen professionellen Fu&szlig;ballbetrieb durchsetzt. Die ermittelnden Justizbeh&ouml;rden gehen davon aus, dass das betr&uuml;gerische Netzwerk, zu dem Vereinsbesitzer, Spielervermittler, Schiedsrichter und die Betreiber illegaler Wettb&uuml;ros geh&ouml;ren, mehrere hundert Personen umfasst.<br>\nDieser kriminelle Abszess ist ein Symptom der Krankheit unserer Gesellschaft, in der sich die Grenzen zwischen legal und illegal, zwischen gut und b&ouml;se aufgel&ouml;st haben. Ein wunderbare Sport ist in diesem Land zu einem geschlossenen und paranoiden System geworden, das jeden, der in seine N&auml;he ger&auml;t, entweder in sich hineinzieht oder abst&ouml;&szlig;t.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/hoffen-auf-den-feuersturm\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Einer Leserzuschrift zum Bericht des UN-Ausschusses<\/strong><br>\nUnsere Leser Klemens Himpele schrieb uns:\n<blockquote><p>Die Medien &uuml;berschlagen sich ja geradezu wegen des Bericht des UN-Ausschusses f&uuml;r wirtschaftliche, kulturelle und soziale Rechte. Ich f&auml;nde es daher sch&ouml;n,  wenn Ihr auf drei Punkte hinweisen k&ouml;nntet:<\/p>\n<ol>\n<li>Eine Allianz aus Nichtregierungsorganisationen und der Gewerkschaft GEW hatte dem Ausschuss einen Parallelbericht zum Staatenbericht vorgelegt. Dies d&uuml;rfte der Grund sein, warum einige Punkte sehr kritische betrachtet werden. Der Parallelbericht ist <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary78022\/ParallelBerichtWSKAllianz.pdf\">online verf&uuml;gbar [PDF &ndash; 600 KB]<\/a>. Die Allianz war auch in Genf, um mit dem Ausschuss zu sprechen. Es ist vermutlich kein Zufall, dass diese Allianz von den Medien nicht erw&auml;hnt wird.<\/li>\n<li>Die GEW hat zus&auml;tzlich einen Bericht an den Ausschuss gesendet, und zwar nicht zum ersten Mal. Die beiden Berichte sind ebenfalls <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Publikationen_Bildung_Politik.html#Section22329\">online verf&uuml;gbar<\/a>.<\/li>\n<li>Der UN-Sozialpakt ist sehr lesenswert. Es w&auml;re doch sch&ouml;n, wenn die Leserinnen und Leser der NachDenkSeiten den Bericht selbst anschauen und dann werten, inwieweit Deutschland die Anforderungen des UN-Sozialpakts erf&uuml;llt. Diesen hat sie schlie&szlig;lich ratifiziert. Der Sozialpakt ist bspw. <a href=\"http:\/\/www.admin.ch\/ch\/d\/sr\/i1\/0.103.1.de.pdf\">hier zu finden [PDF &ndash; 500 KB]<\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es ist immer wieder interessant, dass Entstehen von medialen Nachrichten zu verfolgen.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Amerikanisches Sozialsystem &ndash; Armutszeugnis<\/strong><br>\nEmile Taylor aus New York leidet Hunger, obwohl er 40 Jahre lang Grundschullehrer war. Wie er k&ouml;nnen sich fast 50 Millionen US-B&uuml;rger nicht mal mehr das N&ouml;tigste zum &Uuml;berleben leisten. Und staatliche Hilfe gibt es kaum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/panorama\/armutszeugnis\/-\/1472782\/8646680\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Waffengesch&auml;fte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Merkel schimpft &uuml;ber Indiskretion bei Panzer-Deal<\/strong><br>\nDer geplante Verkauf von 200 &ldquo;Leopard&rdquo;-Panzern an Saudi-Arabien ersch&uuml;ttert die Regierung: Die Kanzlerin und ihr Team r&auml;tseln, wie Details &uuml;ber das streng geheime Gesch&auml;ft an die &Ouml;ffentlichkeit kommen konnten. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen brachte Merkel den Fall im Kabinett zur Sprache.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,773155,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.M.:<\/strong> &ldquo;Sie wundere sich doch sehr, dass aus solchen geheimen Gremien etwas nach au&szlig;en dringe, sagte Merkel laut Teilnehmern.&rdquo; Vielleicht weil es noch Politiker gibt &ndash; selbst in solchen geheimen Gremien &ndash; f&uuml;r die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nicht nur blo&szlig;e Worth&uuml;lsen sind. Vielleicht ist dies aber auch nur reines Wunschdenken und es hat sich nur jemand gegen&uuml;ber einem Journalisten verplappert. Wie dem auch sei, wieder einmal mehr zeigt dies nur all zu deutlich, wie unsere politische F&uuml;hrungsschicht denkt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Merkels saudischer Pazifismus<\/strong><br>\nLeute, lasst jetzt mal die Kanzlerin in Ruhe. Beim Panzerdeal mit Saudi-Arabien handelt es sich in Wahrheit um ein trickreiches und zugleich eintr&auml;gliches Friedensprojekt, denn die Dinger werden gar nicht schie&szlig;en! Es gibt daf&uuml;r ein Vorbild. [&hellip;]<br>\nWie das Ganze funktioniert, entnehmen wir einem Dokument der Bundesregierung, &uuml;ber das mein sehr gesch&auml;tzter FR-Kollege Felix Helbig in dieser Woche bereits berichtete. [&hellip;]<br>\nBitte sehr, das ist genial! Ich fasse zusammen:\n<ol>\n<li>Die &ldquo;Handhabung&rdquo; der, nein: unserer!, guten deutschen G3 hat mit Schie&szlig;en nicht unbedingt etwas zu tun. Deshalb machen wir kein &ldquo;Schie&szlig;training&rdquo;, sondern &ldquo;Handhabung&rdquo;.<\/li>\n<li>Diese friedliche Handhabung erstreckt sich besonders auf &ldquo;k&ouml;rperlich und geistig anspruchsvolle Situationen&rdquo; (deshalb auch &ldquo;Merkelsches Gesetz&rdquo;).<\/li>\n<li>Saudische Offiziere sind solchen Situationen offensichtlich nicht ausgesetzt, werden also folgerichtig &ldquo;in dieser Thematik nicht geschult&rdquo;. Oder d&uuml;rfen die als Einzige schie&szlig;en?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Fazit: Wir verkaufen den Saudis Waffen, damit sie NICHT damit schie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/merkels-saudischer-pazifismus\/-\/1472596\/8648718\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland gibt R&uuml;stung f&uuml;r Algerien frei<\/strong><br>\nDer Bundessicherheitsrat hat offenbar R&uuml;stungsprojekte f&uuml;r Algerien im Umfang von rund zehn Milliarden Euro freigegeben. Daran beteiligt sind Industrieriesen wie MAN, Daimler und ThyssenKrupp. [&hellip;]<br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel hatte dem algerischen Pr&auml;sidenten Abdelaziz Bouteflika bereits bei seinem Besuch im Dezember in Berlin die Hilfe deutscher Unternehmen beim Aufbau eines effektiven Grenzsicherungssystems angeboten, um die Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me von Afrika nach Europa einzud&auml;mmen. EADS hat entsprechende Systeme bereits an Saudi-Arabien geliefert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/deutschland-gibt-ruestung-fuer-algerien-frei\/4352684.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gottesstaat Deutschland: Die Finanzierung der christlichen Kirchen aus Steuermitteln<\/strong><br>\nDie christlichen Kirchen in Deutschland werden Jahr f&uuml;r Jahr mit &uuml;ber 15 Milliarden Euro aus Steuermitteln subventioniert. Hiermit ist nicht die Kirchensteuer gemeint, die zus&auml;tzlich mit fast 10 Milliarden Euro pro Jahr zu Buche schl&auml;gt. Auch die Unterst&uuml;tzung sozialer Einrichtungen der katholischen Caritas und der evangelischen Diakonie ist in dem Betrag nicht enthalten. Diese Zusch&uuml;sse summieren sich j&auml;hrlich auf weitere 50 Milliarden Euro.<br>\nVon den 15 Milliarden werden stattdessen der Religionsunterricht an den Schulen, die Theologenausbildung an den Universit&auml;ten, die Geh&auml;lter und Renten von Bisch&ouml;fen und anderen W&uuml;rdentr&auml;gern oder die Kosten von Kirchentagen und kirchlichen Stiftungen bezahlt.<br>\nObwohl es dem Staat angeblich an Mitteln zur Aufrechterhaltung von Sozial- und Gesundheitssystemen mangelt, die Kommunen nicht mehr in der Lage sind ihre finanziellen Verpflichtungen zu erf&uuml;llen und die Staatsverschuldung einen historischen Rekord erreicht hat, werden die uralten Gewohnheitsrechte, auf denen die Subventionspraxis beruht, nicht angetastet. So beziehen die Kirchen einen Gro&szlig;teil ihrer Finanzmittel aus den Steuergeldern von Christen, Muslimen, Juden, Atheisten oder Agnostikern und mehren so ihren ohnehin unermesslichen Reichtum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jacobjung.wordpress.com\/2011\/07\/02\/gottesstaat-deutschland-die-finanzierung-der-christlichen-kirchen-aus-steuermitteln\/\">Jacob Jung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Finanzaufsicht nimmt sich Ergo vor<\/strong><br>\nDie Finanzaufsicht Bafin droht dem Versicherungskonzern Ergo gleich wegen mehrerer Punkte mit einer Sonderpr&uuml;fung. Ergo war durch eine Sex-Party mit Prostituierten als Belohnung f&uuml;r Versicherungsvertreter in die Schlagzeilen geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31151\/skandale-finanzaufsicht-nimmt-sich-ergo-vor-30459089.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Irak: L&auml;hmung als Prinzip<\/strong><br>\nm Irak liegen die Nerven blank. Seit Monaten blockieren sich die politischen Lager in der Regierung der Nationalen Einheit unter Premier Nuri al Maliki. Der hatte mit seinem schiitischen B&uuml;ndnis &bdquo;Rechtsstaat&ldquo; die Wahlen im M&auml;rz 2010 zwar knapp verloren, blieb aber trotzdem Regierungschef. Als Ausgleich bot er seinem Hauptkontrahenten Iyad Allawi, der mit seiner Allianz Iraqiya die meisten Sunniten hinter sich wei&szlig;, wichtige Posten und politische Mitsprache in der Regierung der Nationalen Einheit an. Doch aus dem &uuml;bergreifenden Machtarrangement zum Wohle der irakischen Nation ist bisher nicht viel geworden. Die beiden Galionsfiguren reden seit Wochen nicht mehr miteinander, behindern sich gegenseitig, wo sie nur k&ouml;nnen. Kein Wunder, dass angesichts dieser politischen Totall&auml;hmung die Gewalttaten im ganzen Land wieder steigen. T&auml;glich gehen Bomben hoch oder gibt es Feuer&uuml;berf&auml;lle von Al-Qaida-Kommandos. Allein im Juni kamen 271 Iraker ums Leben, &uuml;ber 450 wurden verletzt &ndash; bisher die h&ouml;chste Opferzahl in einem Monat des Jahres 2011. Manche Minister fahren nur noch in Konvois mit bis zu 50 Autos, andere unterhalten regelrechte Privatarmeen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/laehmung-als-prinzip\/4356322.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Armes Irak, die deutschen Banken halten keine irakischen Staatsanleihen, der deutsche Staat h&auml;lt keine Truppen, selbst die deutschen Christen &uuml;bersehen die Verfolgung ihrer Glaubensbr&uuml;der. Irak darf ruhig vor die Hunde gehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Premier gibt Mediengeilheit zu<\/strong><br>\nDavid Cameron gesteht Fehler beim Abh&ouml;rskandal um &ldquo;News of the World&rdquo; ein und k&uuml;ndigt die Neuregulierung der Presselandschaft an. Sein Expressesprecher Andy Coulson wandert derweil in den Knast.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/medien\/artikel\/1\/premier-gibt-mediengeilheit-zu\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Ein Mann bedauert &ndash; Adolf Sauerland &uuml;ber Politik, Recht und Moral<\/strong><br>\nEs geht auf den Jahrestag der Loveparade-Katastrophe zu. Zeit des Erinnerns. Spiegel TV hatte schon letzten Sonntag auf RTL ein Special dazu gebracht, und n&auml;chsten Mittwoch bringt Das Erste den Beitrag Die letzte Loveparade der WDR-Autorin Eva M&uuml;ller, die OB Adolf Sauerland fast ein Jahr lang mit der Kamera begleitet hatte. Das ZEITmagazin ver&ouml;ffentlicht heute vorab einige Interviewpassagen. Das &ouml;ffentliche Echo ist enorm, besonders hierauf:<br>\nM&uuml;ller: &ldquo;Hatten Sie am Anfang das Gef&uuml;hl, wenn ich mich daf&uuml;r entschuldige, werde ich automatisch daf&uuml;r verantwortlich gemacht?&rdquo;<br>\nSauerland: &ldquo;Ja, bis hin zur juristischen Verantwortung, die man daraus ableiten wollte und dies hat dann dazu gef&uuml;hrt, dass man sprachlos wird.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/ein-mann-bedauert-%e2%80%93-adolf-sauerland-uber-politik-recht-und-moral\/\">Ruhrbarone<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Irans abtr&uuml;nniger Pr&auml;sident<\/strong><br>\nNeuerdings macht Pr&auml;sident Ahmadinedschad dem Klerus die religi&ouml;se Deutungshoheit streitig. Damit bekommt der Machtkampf in der Islamischen Republik, der bislang nur zwischen Reformern und Hardlinern stattfand, eine zus&auml;tzliche Dimension.<br>\nBegonnen hat die Auseinandersetzung zwischen Irans oberstem geistlichen F&uuml;hrer Ajatollah Ali Chamenei und Pr&auml;sident Mahmud Ahmadinedschad im April, als der Pr&auml;sident den Geheimdienstminister Heydar Moslehi entlie&szlig; und Chamenei daraufhin dessen Wiedereinsetzung verf&uuml;gte. Zun&auml;chst schien es, als werde die Aff&auml;re &ndash; wie so viele Rivalit&auml;ten zwischen den F&uuml;hrungsfiguren der Islamischen Republik &ndash; wieder einmal vertuscht. Doch mittlerweile wird der Streit zwischen dem Pr&auml;sidenten und dem obersten F&uuml;hrer offen ausgetragen und nimmt solche Ausma&szlig;e an, dass er das Regime ernstlich gef&auml;hrden und sich zu einer Krise f&uuml;r die Struktur des gesamten Systems ausweiten kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2011\/07\/08.mondeText1.artikel,a0004.idx,1\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Diskriminierung: Der K&auml;mpfer gibt nach 21 Jahren auf<\/strong><br>\nDer schwarze Ausl&auml;nderbeauftragte im brandenburgischen Schwedt verl&auml;sst die Stadt. Er habe den Alltagsrassismus nicht mehr ertragen. &ldquo;Ich will nicht &uuml;bertreiben&rdquo;, sagt Ibraimo Alberto, &ldquo;aber es gab fast keinen Tag, an dem ich mir keinen komischen Spruch anh&ouml;ren musste.&rdquo; Taub sei er dagegen irgendwann geworden. Doch die scheelen Blicke und Provokationen schr&auml;nkten seinen Alltag immer weiter ein. Er sei kaum mehr spazierengegangen, erz&auml;hlt Alberto. Seine Frau leide unter Depression, weil sie sich st&auml;ndig Sorgen um ihn mache. Er sei zu sensibel, sagten einige Schwedter. &ldquo;Sensibel?&rdquo;, fragt der Boxer. &ldquo;Total l&auml;cherlich.&rdquo; Als im M&auml;rz, bei einem Fu&szlig;ballspiel seines 17-j&auml;hrigen Sohnes, ein Gegenspieler ihn als &ldquo;Negersau&rdquo; beschimpfte und drohte, &ldquo;ich schlag dich tot&rdquo;, war Schluss. Alberto zog vor wenigen Tagen nach Karlsruhe. In Schwedt suchte er seit Jahren erfolglos einen Job &ndash; und bekam Ehren&auml;mter: Ausl&auml;nderbeauftragter, Jugendclub-Leiter, Fu&szlig;balltrainer. In Karlsruhe arbeitet er jetzt in einem Kindergarten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2011%2F07%2F08%2Fa0094&amp;cHash=ad1c051a36\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Taliban werden nicht siegen<\/strong><br>\nVertrauen und Vers&ouml;hnung werden dem Land Frieden bringen &ndash; ein Gespr&auml;ch zwischen Taliban Zaeef und Karsai-Berater Stanekzai, als w&auml;re der Krieg schon vorbei. Selbst Frauenrechte trennen nicht mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F07%2F08%2Fa0133&amp;cHash=c676a839d8\">taz<\/a>\n<p><strong>dazu: Offizieller Optimismus, zivile Zweifel<\/strong><br>\nDie &Uuml;bergabe von den Isaf-Truppen an die Regierung von Pr&auml;sident Hamid Karsai soll nun in Gang kommen. Hinter einer Fassade offiziellen Optimismus verbirgt sich denn auch eine Atmosph&auml;re des Zweifels und der Angst in der Bev&ouml;lkerung. Wie berechtigt die Furcht ist, zeigte der Angriff eines Taliban-Kommandos auf das eigentlich gut gesch&uuml;tzte Kabuler Intercontinental-Hotel am 28. Juni, bei dem 14 Polizisten und G&auml;ste umkamen. Als Nachhall jagten die Taliban am Sonntag einen Sprengsatz an einer belebten Kabuler Stra&szlig;enkreuzung in die Luft und verletzten vier Polizisten. &ldquo;Wenn die westlichen Truppen abziehen und die Soldzahlungen ausbleiben&rdquo;, so Muhammad Sarif Naseri, Vorsitzender einer kleinen, aber traditionsreichen prodemokratischen Partei, &ldquo;wird es im n&auml;chsten Moment keine afghanische Armee oder Polizei mehr geben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F07%2F08%2Fa0135&amp;cHash=41c4646537\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Geheimdienst soll Journalisten get&ouml;tet haben<\/strong><br>\nDer Mord an dem pakistanischen Journalisten Saleem Shahzad ist bis heute nicht aufgekl&auml;rt. Nun erschien in der New York Times ein Bericht, wonach ungenannte US-Beamte glauben, dass Pakistans Geheimdienst den Mord angeordnet hat.<br>\nEnde Mai fand man seine Leiche in einem Kanal, 100 Kilometer vor den Toren Islamabads. Seine M&ouml;rder hatten ihm zwei Rippen gebrochen, 17 Fleischwunden zugef&uuml;gt und seine Leber verletzt. Dann hatten sie den Mann offenbar erschossen. Der Mord an dem international bekannten pakistanischen Journalisten Saleem Shahzad hatte Schockwellen bis nach Washington gesandt. Bis heute ist die Tat nicht aufgekl&auml;rt. Nun erschien in der New York Times ein Bericht, wonach ungenannte US-Beamte in Barack Obamas Regierung &bdquo;glauben, dass Pakistans m&auml;chtiger Geheimdienst den Mord angeordnet hat&ldquo;.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/geheimdienst-soll-journalisten-getoetet-haben\/-\/1472596\/8640538\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2011\/07\/05\/world\/asia\/05pakistan.html?_r=2&amp;scp=1&amp;sq=Shahzad&amp;st=cse\">New York Times &ndash; Pakistan&rsquo;s Spies Tied to Slaying of a Journalist<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Blenderrepublik Deutschland?<\/strong><br>\nDie Blender-Republik &ndash; wie weit kommt frech? &ndash;  unter diesem Titel habe ich am 3. Juli 2011 an der Gespr&auml;chsrunde von Anne Will teilgenommen. Neben einem ehemaligen Hochstapler (Harksen), einem Politikberater (Spreng) und einem Adligen, der seinen Grafentitel aus Bescheidenheit und Praktikabilit&auml;t nicht nutzt (Quadt) sa&szlig; als vierter Herr im Bunde Jorgo Chatzimarkakis, der uns im Europ&auml;ischen Parlament als Volksvertreter repr&auml;sentiert, Mitglied der FDP ist und wie es aussieht, auf 70% der Seiten seiner Doktorarbeit plagiiert hat. [&hellip;]<br>\nHerr Chatzimarkakis hat sich gro&szlig;z&uuml;gig und flexibel aus dem Wissensschatz anderer bedient, dabei schien er wenig w&auml;hlerisch. Mal ist die Quelle ein Fachbuch, mal eine Ver&ouml;ffentlichung der Stiftung Warentest, mal ein FAZ-Artikel. Wenn er keinen Text zu seinem Thema findet &ndash; auch nicht schlimm, dann macht er Bullshit-Bingo-Plagiat, indem er einfach das Schl&uuml;sselwort des Originals z.B. &bdquo;internationale Umweltpolitik&ldquo; ersetzt durch &bdquo;informationeller Globalismus&ldquo;, ist ja auch ganz egal, ob es um Umwelt oder um die ganze Welt geht, auch wenn der eigentliche Autor des Textes das ganz anders sehen mag.<br>\nAber das st&ouml;rt Herrn Chatzimarkakis nicht mal heute. In der Sendung betet er sein Mantra immer wieder &ndash; nichts sei plagiiert, &bdquo;keine Stelle ohne Quelle&ldquo; und seine kreative &bdquo;Zitier&ldquo;-weise beschreibt er als Oxforder Gepflogenheit. [&hellip;]<br>\nSo viel Chuzpe muss man erst mal haben. [&hellip;]  Diese Kaltschn&auml;uzigkeit hat mich gelinde gesagt geschockt. Seine mangelnde Einsicht ging soweit, deutlich zu machen, dass er an R&uuml;cktritt gar nicht denkt, auch nicht bei Aberkennung seines Doktortitels. Er wunderte sich merklich &uuml;ber mein &bdquo;Ja&ldquo; auf seine direkte Frage, ob er mich denn get&auml;uscht h&auml;tte. Was soll ich denn sonst antworten, wenn er auf seiner eigenen Homepage damit wirbt, sich gegen Wissensklau und f&uuml;r die Urheberrechte einzusetzen1, f&uuml;r sich selbst aber alle Regeln au&szlig;er Kraft setzt? [&hellip;]<br>\nNein, solche Politiker m&ouml;chte ich nicht. Als B&uuml;rgerin m&ouml;chte ich vertreten werden von ehrlichen Menschen, die integer sind und nicht st&auml;ndig an ihren eigenen Vorteil denken. Menschen, die Ehre im Leib haben und ein R&uuml;ckgrat; die Fehler zugegeben k&ouml;nnen und im Ernstfall auch Konsequenzen ziehen. Ich kann keinen Respekt haben vor Menschen, die mir ins Gesicht l&uuml;gen und Tatsachen leugnen, die schwarz auf wei&szlig; &uuml;berpr&uuml;fbar sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/deplagio.wordpress.com\/2011\/07\/07\/blenderrepublik-deutschland\/\">De Plagio<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Bedeutung wirtschaftlicher Themen w&auml;chst &ndash; Journalisten sehen Nachholbedarf in Fernsehen und H&ouml;rfunk<\/strong><br>\nWirtschaftliche Themen wie Fachkr&auml;ftemangel, Geldwertstabilit&auml;t und &ouml;ffentliche Verschuldung gewinnen fu&#776;r die Gesellschaft weiter an Bedeutung. Davon sind drei von vier Journalisten u&#776;berzeugt. Die Befragten sind der Auffassung, dass Fernsehen und H&ouml;rfunk diesen Themen zu wenig Platz einr&auml;umen. 72 Prozent sehen entsprechende M&auml;ngel im Fernsehen, 78 Prozent im H&ouml;rfunk, w&auml;hrend nur 22 Prozent dieser Ansicht bei Printtiteln und 29 Prozent bei Onlinemedien sind. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des von den Industrie- und Handelskammern (IHKs) getragenen Ernst-Schneider-Preis &ndash; Journalistenpreis der deutschen Wirtschaft, an der sich 86 Chefredakteure, Wirtschaftsressortleiter und Fachjournalisten verschiedener Mediengattungen beteiligt haben. [&hellip;]<br>\nDas Urteil u&#776;ber die Wirtschaftspublizistik ist u&#776;berwiegend gut (zu 60 Prozent), gleichwohl selbstkritisch, denn 76 Prozent sagen, dass Wirtschaftsjournalisten nicht genug t&auml;ten, um ihre Rezipienten zu erreichen. Das mag daran liegen, dass Wirtschaftsthemen zwar als besonders relevant gelten, weil sie jedermann betreffen, aber schwierig zu durchdringen und zu vermitteln sind. Gleich eine ganze Palette von Themen, an denen das Interesse deutlich steigen wird, haben die fu&#776;hrenden Journalisten ausgemacht. Dazu z&auml;hlen der Fachkr&auml;ftemangel, der Euro, die Demografie, die Bildung und die Verschuldung der Haushalte.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/IHK920110707_2011_Stimmungsbild_Wirtschaftsjournalismus.pdf\">IHK [PDF &ndash; 40 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Nachtigall, ick h&ouml;r dir trapsen. Dass die befragten Journalisten ausgerechnet bei den Themen &bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo;, &bdquo;der Euro&ldquo;, &bdquo;die Demografie&ldquo; und &bdquo;die Verschuldung der Haushalte&ldquo; ein steigendes Interesse sehen, verhei&szlig;t nichts Gutes. Nat&uuml;rlich sehen auch die NachDenkseiten genau bei diesen Themen ebenfalls ein steigendes Interesse. Es ist jedoch zu vermuten, dass unser Interesse sich inhaltlich diametral vom Interesse der Kollegen unterscheidet, zumal der klassische Journalismus genau bei diesen Themenfeldern eklatant versagt. Wenn immerhin 60 Prozent der Befragten die Wirtschaftspublizistik &uuml;berwiegend gut bewerten, ist dies ein einziges Armutszeugnis f&uuml;r die Selbstkritik der Branche.<br>\nDass die Wirtschaftsredaktionen nicht genug t&auml;ten, um den Leser zu erreichen, liegt jedoch auf der Hand. So ist beispielsweise heute auf der Startseite von zeit.de ein Artikel mit dem Namen <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2011\/07\/07\/there-is-no-easy-way-out_3252\">&bdquo;Fiskalpolitik: Die falschen Hoffnungen der Sparbef&uuml;rworter&ldquo;<\/a> verlinkt, der zwar hochinteressant ist und inhaltlich zweifelsohne ein Kandidat f&uuml;r die Hinweise des Tages w&auml;re, aber derart mit Fachvokabular durchsetzt ist, dass er wahrscheinlich noch nicht einmal von den meisten &Ouml;konomen verstanden wird.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: EZB; Rating-; Joseph E. Stiglitz &ndash; Die ideologische Krise des Kapitalismus westlicher Pr&auml;gung; Finanzkrise treibt Menschen in den Selbstmord; Griechenland: Hoffen auf den Feuersturm; Einer Leserzuschrift zum Bericht des UN-Ausschusses; Amerikanisches Sozialsystem &ndash; Armutszeugnis; Waffengesch&auml;fte; Gottesstaat Deutschland: Die Finanzierung der christlichen Kirchen aus Steuermitteln; Finanzaufsicht nimmt sich Ergo vor;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10037\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10037","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10037","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10037"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10037\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10040,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10037\/revisions\/10040"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10037"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10037"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10037"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}