{"id":10041,"date":"2011-07-11T09:03:42","date_gmt":"2011-07-11T07:03:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10041"},"modified":"2011-07-11T11:22:09","modified_gmt":"2011-07-11T09:22:09","slug":"hinweise-des-tages-1421","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10041","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute unter anderem zu folgenden Themen: Waffenexporte; Europa-Krise; EZB: Konjunktur bleibt au&szlig;en vor; &Uuml;bersicht Bankenrettungsmittel des Bundes (Soffin); Der falsche Aufschwung; Sozialabgaben; Altersarmut und Altersvorsorge; Wachstum und Wohlstand im (demografischen) Wandel; Jobcenter-Budgets: Verwaltungskosten steigen, Leistungen zur Eingliederung sinken; Erhebliches Ost-West-Gef&auml;lle bei Ganztagsangeboten in Kitas f&uuml;r &uuml;ber Dreij&auml;hrige; Bieter-Anwalt warnt vor Kostensteigerungen bei Stuttgart 21; Der neue Verhaltenskodex f&uuml;r EU-Abgeordnete unter der Lupe; Parteispenden: &ldquo;Jede Grenze w&uuml;rde willk&uuml;rlich wirken&rdquo;; Whistleblower Rudolf Elmer &ndash; Geisel des Bankgeheimnisses; Das pl&ouml;tzliche Verschwinden der Initiative Finanzstandort Deutschland; NDR und Maschmeyer einigen sich &ndash; Pl&ouml;tzlich Friede; Politikjournalismus: Der Druck w&auml;chst; Aus f&uuml;r Murdocks &ldquo;News of the World&rdquo;; Wiki-Watch im Zwielicht; Der gedankliche Abbau sozialdemokratischer Werte; S&uuml;dsudan; Zu guter Letzt: Dream-Team und Das Letzte. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Waffenexporte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Europa-Krise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">EZB: Konjunktur bleibt au&szlig;en vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">&Uuml;bersicht Bankenrettungsmittel des Bundes (Soffin)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Der falsche Aufschwung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Sozialabgaben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Altersarmut und Altersvorsorge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Wachstum und Wohlstand im (demografischen) Wandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Jobcenter-Budgets: Verwaltungskosten steigen, Leistungen zur Eingliederung sinken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Erhebliches Ost-West-Gef&auml;lle bei Ganztagsangeboten in Kitas f&uuml;r &uuml;ber Dreij&auml;hrige <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Bieter-Anwalt warnt vor Kostensteigerungen bei Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Der neue Verhaltenskodex f&uuml;r EU-Abgeordnete unter der Lupe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Parteispenden: &ldquo;Jede Grenze w&uuml;rde willk&uuml;rlich wirken&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Whistleblower Rudolf Elmer &ndash; Geisel des Bankgeheimnisses<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Das pl&ouml;tzliche Verschwinden der Initiative Finanzstandort Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">NDR und Maschmeyer einigen sich &ndash; Pl&ouml;tzlich Friede<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Politikjournalismus: Der Druck w&auml;chst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Aus f&uuml;r Murdocks &ldquo;News of the World&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Wiki-Watch im Zwielicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Der gedankliche Abbau sozialdemokratischer Werte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">S&uuml;dsudan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Zu guter Letzt: Dream-Team<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Das Letzte<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=10041&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Waffenexporte<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Friedrich und Saudi-Arabien<\/strong><br>\nAnl&auml;sslich seiner Pr&auml;sentation des aktuellen Berichts des Verfassungsschutzes hatte Friedrich gegen&uuml;ber der Frankfurter Allgemeinen noch Anfang Juli betont: &bdquo;Salafisten streben eine v&ouml;llige Umgestaltung des Staates, der Gesellschaft und unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung an&ldquo;.<br>\nBenno K&ouml;pfer vom Verfassungsschutz in Baden W&uuml;rttemberg sagte gegen&uuml;ber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: <strong>&bdquo;Die salafistische Bewegung in Deutschland w&auml;re ohne den saudischen Einfluss niemals so gro&szlig; geworden&ldquo;<\/strong>. Er verwies auf die finanzielle und logistische Unterst&uuml;tzung deutscher Salafisten in Form von Missions-B&uuml;ros, Islam-Seminaren, Info-Tischen und der Verbreitung kostenloser Literatur und res&uuml;miert: <strong>&bdquo;Saudi-Arabien gibt daf&uuml;r sehr viel Geld aus&ldquo;<\/strong>. (&hellip;) Dennoch bef&uuml;rwortet Friedrich die Belieferung des Regimes mit Kampfpanzern, die speziell f&uuml;r den Einsatz in asymmetrischen Gefechten konzipiert wurden. Hersteller Krauss-Maffei-Wegmann bewirbt den Leopard-2-Kampfpanzer mit der Aussage, er sei &bdquo;besonders effektiv im Einsatz gegen Einzelpersonen&ldquo;.<br>\nWer sich als Politiker daf&uuml;r einsetzt, ein totalit&auml;res System mit Kriegswaffen zu versorgen, die speziell auf den Einsatz in d&ouml;rflichen Gebieten und in dicht bebauten St&auml;dten und f&uuml;r den Kampf gegen Aufst&auml;ndische konzipiert wurden und wer zudem ein Regime unterst&uuml;tzt, dessen pr&auml;gende religi&ouml;se Ausrichtung er im eigenen Land als Vorwand einsetzt, um damit eine &uuml;berbordende Rundum&uuml;berwachung aller B&uuml;rger zu rechtfertigen, der handelt entweder &uuml;berm&auml;&szlig;ig gerissen, schizophren oder einfach nur einf&auml;ltig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/community\/blogs\/aredlin\/gerissen-schizophren-oder-einfaeltig-friedrich-und-saudi-arabien\">der Freitag Community<\/a><\/li>\n<li><strong>Verkaufsschlager &ldquo;Leo&rdquo;- welche Werbung f&uuml;r Deutschland in der Welt!<\/strong><br>\nMitten im arabischen Fr&uuml;hling Kampfpanzer an den saudischen Winter zu liefern ist eine sehr eindeutige Position gegen die Demokratiebestrebungen. &ldquo;Made in Germany&rdquo; auf in St&auml;dten einsetzbare &ldquo;Leos&rdquo; senden ein fatales Signal &ndash; und widersprechen der von der Kanzlerin postulieren &ldquo;historischen europ&auml;ischen Verpflichtung&rdquo; den Menschen, die f&uuml;r Freiheit und Menschenrechte auf die Stra&szlig;e gehen, beizustehen. Panzer an Saudi-Arabien sind eine au&szlig;enpolische Fehlleistung &ndash; und st&uuml;tzen eins der undemokratischsten Regime der Welt&hellip;<br>\nDie mit rund 3500 Besch&auml;ftigten ohnehin sehr &uuml;bersichtliche Zahl an KMW-Mitarbeitern verteilt sich neben Deutschland auch noch auf Brasilien, die T&uuml;rkei, die Niederlande, die USA, Griechenland und Singapur. Sowohl besch&auml;ftigungspolitisch als auch volkswirtschaftlich ist der Panzerverkauf vollkommen irrelevant und l&auml;sst sich daher nicht wirtschaftspolitisch&nbsp;rechtfertigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/debattenbeitrag-zum-panzerdeal-mit-saudi-arabien-verkaufsschlager-leo-welche-werbung-fuer-deutschland-in-der-welt-1.1118347\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und de Maizi&egrave;re meint: Die Entscheidung &uuml;ber R&uuml;stungslieferungen ist zun&auml;chst eine sicherheitspolitische. Menschenrechts&uuml;berlegungen m&uuml;ssen eine Rolle spielen, doch <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/politik\/deutschland\/article1951568\/Bundeswehrreform-Groessere-Einschnitte-im-Norden.html\">&uuml;berwiegen die internationalen Sicherheitsinteressen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Warum Merkel zum Panzer-Deal schweigt<\/strong><br>\n[&hellip;] Andererseits hat Deutschland nie an ein Land wie Saudi-Arabien ein Waffensystem geliefert, das so trefflich zu Offensive wie Defensive taugt, das zur Niederschlagung von Aufst&auml;nden benutzt und zur Angstverbreitung unter Demonstranten verwendet werden kann. Nicht von ungef&auml;hr sind Panzer sehr symboltr&auml;chtige Waffensysteme, auch und gerade was ihren Export angeht. Wegen des anvisierten Verkaufs von Leoparden an den Nato-Partner T&uuml;rkei w&auml;re es vor Jahren fast zum Bruch der rot-gr&uuml;nen Koalition gekommen. Leoparden f&uuml;r die Niederlande, Kanada oder Spanien sind hinnehmbar; diese L&auml;nder sind B&uuml;ndnispartner mit einem &auml;hnlichen<br>\nPolitik- und Werteverst&auml;ndnis. Im Falle von Pakistan oder eben Saudi-Arabien ist das anders.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ruestungsgeschaeft-mit-saudi-arabien-warum-merkel-zum-panzer-deal-schweigt-1.1118111\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Da stellt sich die Frage, was f&uuml;r SZ-Chefredakteuer Kister &ldquo;ein Land wie Saudi-Arabien&rdquo; ist?<br>\nBeispielsweise die absolute Monarchie Katar, die in <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/jahresbericht\/2010\/katar?destination=node%2F2956\">keinem Amnesty-International-Bericht fehlen darf<\/a>?<\/em><br>\n<em>Die gro&szlig;e Koalition hatte 2009 keine Probleme damit, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,625258,00.html\">Katar den Leopoard 2 zu verkaufen<\/a>, obgleich wohl niemand auf die Idee k&auml;me, dass Katar ein &ldquo;&auml;hnliches Politik- und Werteverst&auml;ndnis&rdquo; wie Deutschland h&auml;tte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland r&uuml;stet die Welt auf<\/strong><br>\nZum Beispiel Griechenland. Das hochverschuldete Euro-Land greift besonders gern auf Waffen made in Germany zur&uuml;ck, egal ob topmoderne U-Boote der Klasse 214 oder &ldquo;Leopard&rdquo;-Kampfpanzer. Schon seit einigen Jahren tr&auml;gt man sich in Athen mit dem Gedanken, &ldquo;Eurofighter&rdquo; zu bestellen. Die Deutschen w&uuml;rden gern liefern. Und so bot Au&szlig;enminister Westerwelle bei seinem Griechenland-Besuch im Februar 2010 eine skurrile Vorstellung: Einerseits mahnte er die griechischen Freunde zur Eind&auml;mmung ihres Haushaltsdefizits; andererseits warb er f&uuml;r den deutschen Kampfjet.<br>\nBis Oktober 2004 galt ein EU-Waffenembargo gegen Libyen. Im Jahr darauf lieferten deutsche Firmen f&uuml;r 300.000 Euro Gel&auml;ndewagen, 2006 waren es schon fast zwei Millionen f&uuml;r milit&auml;risches Ger&auml;t, 2007 bereits knapp 24 Millionen, 2008 nur vier Millionen, aber 2009 dann mehr als 53 Millionen Euro. Unter anderem bekam Gaddafi wohl moderne Abschussanlagen f&uuml;r Panzerabwehrraketen vom Typ Milan 3, Kommunikationstechnik, Radartechnologie f&uuml;rs Gefechtsfeld und St&ouml;rsender&hellip;<br>\nProdukte, die dem Diktator jetzt im Kampf gegen die Rebellen n&uuml;tzlich sein k&ouml;nnten.<br>\nPolitik paradox &ndash; auch auf h&ouml;chster Ebene. Die rot-gr&uuml;ne Bundesregierung verordnete sich im Januar 2000 neue &ldquo;politische Grunds&auml;tze&rdquo; f&uuml;r den Waffenexport. Darin steht gleich im ersten Satz das plakative Bekenntnis, man wolle die &ldquo;R&uuml;stungsexportpolitik restriktiv&rdquo; gestalten.\n<ul>\n<li>Elf Jahre nach Verabschiedung der Richtlinien ist Deutschland nach Recherchen des anerkannten Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri vom f&uuml;nften auf den dritten Platz im internationalen R&uuml;stungshandel vorger&uuml;ckt.<\/li>\n<li>Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich der deutsche Export verdoppelt.<\/li>\n<li>Der Weltmarktanteil der Deutschen stieg f&uuml;r den Zeitraum 2006 bis 2010 auf rund elf Prozent &ndash; darunter viele R&uuml;stungsgesch&auml;fte, die noch von der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung durchgewunken wurden. Nur noch Amerikaner (30 Prozent) und Russen (23 Prozent) exportieren mehr.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,759092,00.html%20\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Europa-Krise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>James K. Galbraith: Ohne Reformen ist das europ&auml;ische Projekt dem Untergang geweiht<\/strong><br>\nEs ist offensichtlich, dass alle j&uuml;ngeren Anstrengungen der europ&auml;ischen Politik darauf gerichtet waren, Wege zu finden, die Probleme der europ&auml;ischen Banken zu &uuml;berspielen&hellip;mit allem M&ouml;glichen au&szlig;er einer ernsthaften Pr&uuml;fung dessen, was den Kern des Problems ausmacht.<br>\nGriechenland &hellip;werden erdr&uuml;ckende Bedingungen auferlegt. Aber f&uuml;r was?<br>\nF&uuml;r Anleihen, die sofort an die Europ&auml;ischen Banken zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden, die nichts zu Griechenlands Zukunftsperspektiven beitragen als zu mehr Schulden&hellip;<br>\nAlong the other road lies the assumption of common responsibilities for sustained convergence, based on a new economics of mutual support.<br>\nAlong this path sovereign debts below the Maastricht ceiling will be taken over and converted to European bonds and there will be a public-private investment program to restore growth and employment &ndash; as some of Europe&rsquo;s wisest leaders demanded in a manifesto just a few days ago. There will follow in due course the constitutional reforms needed to adapt Europe and its policies to the conditions of the post-crisis world.<br>\nEurope must therefore choose, and soon, as Charles DeGaulle said in 1969, &ldquo;between progress and upheaval&rdquo; &ndash; &ldquo;Entre le progr&egrave;s et le bouleversement.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dw-world.de\/dw\/article\/0,,15219646,00.html\">Deutsche Welle<\/a><\/li>\n<li><strong>Wachsende Zweifel an Italiens Staatsfinanzen<\/strong><br>\nDie Risikozuschl&auml;ge f&uuml;r italienische Anleihen sind auf einem Rekordhoch angelangt. Aus Sorge vor einem Strudel aus immer h&ouml;heren Zinsen und wachsendem Defizit hat EU-Ratspr&auml;sidenten Herman van Rompuy in Br&uuml;ssel ein Krisentreffen einberufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30350\/euro-krise-wachsende-zweifel-an-italiens-staatsfinanzen-30461049.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nach Griechenland, Portugal hat die Spekulation nun auch Italien im Visier, Irland, Spanien, Belgien und wom&ouml;glich Gro&szlig;britannien werden folgen. Wenn nicht endlich der Spekulation ein Ende gemacht wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Krise in Europa: Hei&szlig;e Tage in Rom<\/strong><br>\nNun ist eingetreten, was niemand in Europa erleben wollte. Die europ&auml;ische Schuldenkrise greift voraussichtlich auf Italien &uuml;ber, die drittgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der Euro-Zone. Die Ansteckung mit dem griechischen Virus h&auml;tte vermieden werden k&ouml;nnen. Alle haben gewusst: Mit seinen 1,8 Billionen Euro Schulden und seiner wirtschaftlichen Bedeutung ist Italien eine Pandorab&uuml;chse, deren Deckel um keinen Preis gel&uuml;ftet werden darf. Der Angriff der Spekulanten auf das Mittelmeerland versch&auml;rfte am vergangenen Freitag die Gefahren f&uuml;r den europ&auml;ischen W&auml;hrungsraum. EU-Ratspr&auml;sident Herman van Rompuy hat f&uuml;r Montagmorgen ein Krisentreffen einberufen, an dem auch EZB-Pr&auml;sident Jean-Claude Trichet und Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker teilnehmen sollen.<br>\nBisher hatte Italien darauf verwiesen, dass sich seine Staatsfinanzen in den zur&uuml;ckliegenden Jahren nur geringf&uuml;gig verschlechtert hatten und dass die italienischen Banken von der Finanzkrise nur gestreift worden sind. Federico Ghizzoni, Chef des Mail&auml;nder Geldkonzerns Unicredit, reagierte emp&ouml;rt, als Italien in die N&auml;he der Euro-Krisenl&auml;nder ger&uuml;ckt wurde. &ldquo;Ich akzeptiere nicht, dass Italien in eine Reihe mit Portugal, Irland und Griechenland gestellt wird. Die Zahlen sagen das Gegenteil&rdquo;, protestierte er. Zum Wochenschluss hatte Unicredit knapp ein F&uuml;nftel seines B&ouml;rsenwerts eingeb&uuml;&szlig;t. Der Risikoaufschlag auf r&ouml;mische Schuldverschreibungen stieg zuletzt steil an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/krise-in-europa-italien-heisse-tage-in-rom-1.1118451\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungen Orlando Pascheit:<\/strong> Jenseits der Logik von Spekulanten, spricht es nicht gerade f&uuml;r den k&uuml;nftigen EZB-Chef Mario Draghi, dass seine Notenbank anscheinend in einer Staatsverschuldung von 120 % des BIP kein Problem gesehen hat und sieht, sondern sich auf dem Stresstests der italienischen Banken kapriziert. Wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass sich seinerzeit auch Italien mit diversen Tricks den Eintritt in die W&auml;hrungsunion sch&ouml;ngerechnet hat &ndash; wie auch im Falle Griechenlands hat auch in diesem Fall ganz Europa davon gewusst.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Welches Deutschland braucht Europa?<\/strong><br>\nDeutschland ist ins Gerede gekommen &ndash; zumindest die deutsche Au&szlig;en- und Europapolitik. Das Land in der Mitte des Kontinents, das jahrzehntelang der St&uuml;tzpfeiler der europ&auml;ischen Integration gewesen ist, scheint sich dieser zunehmend zu entziehen, Alleing&auml;nge zu wagen und aus Europa gleichsam herauszuwachsen. Deutschland ist isoliert und zugleich scheinbar strategielos. Auch in der deutschen Bev&ouml;lkerung &ndash; und vor allem bei den Eliten &ndash; ist derzeit ein eigent&uuml;mlicher Stimmungswandel mit Blick auf die europ&auml;ische Integration sp&uuml;rbar. Dies alles wird im europ&auml;ischen Ausland mit Sorge verfolgt, in Berlin indes weitgehend ignoriert. Sollte Margaret Thatcher Recht behalten, die 1989 anl&auml;sslich der deutschen Vereinigung gesagt hat, Deutschland werde sich jetzt von Europa abwenden? Die neue Berliner Republik schuldet Europa eine Antwort auf diese Frage. Welches Europa will Deutschland noch? Deutschland, nicht nur das Land der europ&auml;ischen Mitte, sondern auch das Land, das seinen politischen Frieden im letzten Jahrhundert letztlich durch Europa gefunden hat, braucht dringend eine neue Europastrategie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2011\/juni\/welches-deutschland-braucht-europa\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><strong>Strategie zum Kurswechsel in Europa &ndash; Wachstum f&ouml;rdern, Besch&auml;ftigung sichern, Europa stabilisieren<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110711_gesamtverschuldung.jpg\" alt=\"Gesamtverschuldung\"><\/p>\n<p>Konsolidierung durch Wachstum am Beispiel Deutschlands<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110711_deutschland.jpg\" alt=\"Deutschland\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110708_strategie_zum_kurswechsel_in_europa.pdf\">Powerpoint Pr&auml;sentation des Referats von Mehrdad Payandeh vom DGB Bundesvorstand auf einer Tagung der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik [PDF &ndash; 303 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>EZB: Konjunktur bleibt au&szlig;en vor<\/strong><br>\nDie Politik der Europ&auml;ischen Zentralbank hat die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in Europa verst&auml;rkt. Die W&auml;hrungsh&uuml;ter scheinen aus der von ihnen mit verursachten Krise wenig gelernt zu haben, sagt der &Ouml;konom J&ouml;rg Bibow.<br>\nWenn die Konjunktur strauchelt, z&ouml;gert Europas Zentralbank (EZB) lange, bevor sie der Wirtschaft mit g&uuml;nstigeren Finanzierungskonditionen unter die Arme greift. Machen die Unternehmen hingegen gute Gesch&auml;fte, neigt die ZEB zu z&uuml;gigen Zinserh&ouml;hungen&hellip;<br>\nIm Gegensatz zur wachstumsorientierten US-Notenbank oder zu japanischer und chinesischer Zentralbank, die sich bem&uuml;hen, durch Devisenmarktinterventionen au&szlig;enwirtschaftliche St&ouml;rungen fernzuhalten, sehe es die EZB gar nicht als ihre Aufgabe an, Konjunkturpolitik zu betreiben, schreibt Bibow&hellip; Z&uuml;gig setze sie hingegen Ma&szlig;nahmen um, die die Konjunktur d&auml;mpfen.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_114171.html\">B&ouml;ckler Impuls 12\/2011<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&Uuml;bersicht Bankenrettungsmittel des Bundes (Soffin)<\/strong>\n<ul>\n<li>Summe der aktuellen Kapitalhilfen: 17,7 Mrd. &euro;<\/li>\n<li>Summe der aktuellen Garantien: 32,2 Mrd. &euro;<\/li>\n<li>Summe Gesamthaftung f&uuml;r Bad Banks mit Haftungsrisiko f&uuml;r den Bund: 223,9 Mrd. &euro;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110711_uebersicht_soffin-mittel_juli_2011.pdf\">Soffin [PDF &ndash; 20 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der falsche Aufschwung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Heiner Flassbeck: Stagnation beim Konsum: Der falsche Aufschwung<\/strong><br>\nWenn man die inflationsbereinigten Einzelhandelsums&auml;tze in Deutschland im Jahre 1998 gleich einhundert setzt und sie von dort an &uuml;ber alle Jahre bis heute weiterverfolgt, liegt man immer in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von einhundert und fast nie dar&uuml;ber. Der Konsum stagniert also. Die Kr&ouml;nung dieses Tiefgangs aber ist, dass man im Mai 2011 (bei den von der Bundesbank kalender- und saisonbereinigten Werten) bei sage und schreibe 93 landet, das ist tats&auml;chlich der tiefste Wert seit 1998. Nach zwei sogenannten wirtschaftlichen Aufschw&uuml;ngen und mitten in einem XXL-Boom also haben die Menschen in Deutschland in der Masse so wenig Geld in der Tasche, dass sie weniger beim Einzelhandel kaufen als jemals zuvor in den vergangenen 13 Jahren. Das ist nicht nur traurig, das ist ein Skandal, weil die deutsche Politik im Ausland und in den europ&auml;ischen Partnerl&auml;ndern den Eindruck erweckt, der deutsche Aufschwung sei auch von der Inlandsnachfrage getrieben und Deutschland sei gar die &ouml;konomische Lokomotive in Europa&hellip; Es kann aber keiner die Lokomotive sein, der nur auf die Nachfrage der anderen wartet, selbst aber den Geldbeutel nie aufmacht&hellip;<br>\nDa Export und Exportf&ouml;rderung keine L&ouml;sung f&uuml;r alle L&auml;nder sind und eine neue globale wirtschaftliche Stagnation mit all ihren Folgen vermieden werden muss, hat die Politik gerade in L&auml;ndern wie Deutschland eine v&ouml;llig neue Aufgabe: Sie muss hasenf&uuml;&szlig;igen Gewerkschaftlern erkl&auml;ren, dass Deutschland Vorreiter in Sachen Konsum und Binnennachfrage sein muss, wenn die weltweite Gleichung f&uuml;r den Aufschwung tats&auml;chlich aufgehen soll. Davon aber ist derzeit wenig zu sehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/stagnation-beim-konsum-der-falsche-aufschwung--47154009.html%20\">Badische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>ARD-DeutschlandTREND: Pers&ouml;nlicher Nutzen vom Wirtschaftswachstum<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110711_ard-deutschlandtrend.jpg\" alt=\"ARD-DeutschlandTREND\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.infratest-dimap.de\/umfragen-analysen\/bundesweit\/ard-deutschlandtrend\/2011\/juli\/\">Infratest dimap<\/a><br>\n<strong>Dazu passt:<\/strong> <\/p><\/li>\n<li><strong>L&ouml;hne: EU-Arbeitnehmer verlieren real<\/strong><br>\nIn zwei von drei EU-L&auml;ndern drohen den Besch&auml;ftigten 2011 Reallohnverluste. In Deutschland ist die Entwicklung etwas positiver, die Preissteigerung zehrt aber auch hier den nominalen Zuwachs weitgehend auf.<br>\nIn 18 von 27 Mitgliedstaaten d&uuml;rften nach Prognose-Daten der EU-Kommission die L&ouml;hne nach Abzug der Teuerung sinken. Im EU-Durchschnitt bedeutet das einen Reallohnverlust von 0,8 Prozent&hellip; In Deutschland wird die Entwicklung 2011 zwar positiver ausfallen als bei den meisten Nachbarn, allerdings ist auch hier nach Abzug der relativ hohen Preissteigerung von deutlich mehr als 2 Prozent lediglich eine Stagnation der L&ouml;hne absehbar&hellip;<br>\nDie Entwicklung k&ouml;nnte sich noch versch&auml;rfen, weil sich die europ&auml;ischen Regierungen im so genannten &ldquo;Euro-Plus-Pakt&rdquo; auf eine hoch problematische restriktive Lohnpolitik festgelegt h&auml;tten&hellip;<br>\nHauptgr&uuml;nde f&uuml;r die verbreiteten Reallohnverluste sind die Preissteigerung von 3 Prozent im EU-Mittel und vergleichsweise schwache Lohnzuw&auml;chse, insbsondere in S&uuml;deuropa. Der neutrale Verteilungsspielraum f&uuml;r die Lohnentwicklung, der sich aus der Summe von Produktivit&auml;tszuwachs und Preissteigerung ergibt, wird nach Schultens Berechnung 2011 in 26 EU-L&auml;ndern nicht ausgesch&ouml;pft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_114170.html\">B&ouml;ckler Impuls 12\/2011<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sozialabgaben<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>R&ouml;sler: Sozialabgaben: &bdquo;Entlastung 2012 m&ouml;glich&ldquo;<\/strong><br>\nWir wollen auch die Lohnnebenkosten senken. Auch daf&uuml;r gibt es Spielr&auml;ume. Eine Entlastung bei den Sozialabgaben ist schon ab 2012 m&ouml;glich. Diese Chance sollten wir nutzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pnp.de\/nachrichten\/heute_in_ihrer_tageszeitung\/politik\/164785_Sozialabgaben-Entlastung-2012-moeglich.html\">Passauer Neue Presse<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung R.M.:<\/strong> &ldquo;Lohnnebenkosten&rdquo; ist der Arbeitgeber-Begriff f&uuml;r bestimmte Lohnbestandteile, insbesondere Geld, das f&uuml;r die Krankenversicherung des Arbeitnehmers und f&uuml;r seine Rentenversicherung direkt vom Arbeitgeber gezahlt wird.<\/em><br>\n<em>F&uuml;r den Arbeitgeber sind das Kosten, f&uuml;r den Arbeitnehmer ist das ein Teil seines Lohns.<\/em><br>\n<em>Wer &ldquo;Lohnnebenkosten&rdquo; senken will, hat zur Absicht, das Einkommen der Arbeitnehmer zu senken.<\/em><\/p>\n<p><strong>Siehe dazu auch: <\/strong><\/p>\n<p><strong>FDP-Versprechen Steuersenkungen: Auf zur Pommes-Bude!<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/fdp-versprechen-steuersenkungen-auf-zur-pommes-bude-1.1118056\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Progressive Sozialversicherungsbeitr&auml;ge<\/strong><br>\nDie vorliegende Expertise geht der Frage nach, ob eine Entlastung bei den Steuern und Abgaben erforderlich ist, welche Modelle vorhanden sind, welche Kosten sie verursachen und welche Effekte von ihnen zu erwarten sind.<br>\nDeutlich wird, dass eine weitere Absenkung der Arbeitskosten durch Senkung der steuerlichen Belastungen oder der Sozialabgaben &ndash; nicht zu mehr Besch&auml;ftigung f&uuml;hrt. Zu erwarten ist vielmehr eine Substitution sozialversicherungspflichtiger Besch&auml;ftigung durch atypische Besch&auml;ftigungsformen und damit eine generelle Absenkung des Lohnniveaus. Die Art und Weise, wie die Einnahmeausf&auml;lle ausgeglichen werden, entscheidet, wer von den Entlastungen profitiert. Im Fall von Leistungsk&uuml;rzungen werden besonders die Bezieher geringer Einkommen belastet.<br>\nStatt Besch&auml;ftigung im Niedriglohnsektor bei den Sozialversicherungsbeitr&auml;gen besser zu stellen oder die entsprechenden Einkommen mit Steuergeldern aufzustocken bzw. zu subventionieren, ben&ouml;tigen wir eine Steuer-, Abgaben- und Arbeitsmarktpolitik, die die Besserstellung atypischer Besch&auml;ftigungsformen beendet und mittels Mindestlohn ein Lohndumping verhindert. Ein solches Gesamtkonzept darf aber nicht nur die Finanzierungsseite, sondern muss auch die Leistungsseite ber&uuml;cksichtigen. In der Wiederherstellung der parit&auml;tischen Finanzierung der Sozialversicherung liegt eine bisher nur wenig diskutierte<br>\nMa&szlig;nahme, um die Einnahmen zu erh&ouml;hen und die Arbeitnehmer zu entlasten. Dar&uuml;ber hinaus<br>\nlassen sich mit der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze Zusatzbeitr&auml;ge oder Beitragserh&ouml;hungen vermeiden.<br>\nGenerell haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Bruttolohn- und kein Abgabenproblem. Ihnen ist nicht durch weniger Beitr&auml;ge und Steuern, sondern durch h&ouml;here L&ouml;hne und bessere &ouml;ffentliche Leistungen geholfen. Zentral ist dabei die Sicherung der Finanzierung der Sozialversicherung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/08118.pdf\">WISO Diskurs [PDF &ndash; 329 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Solidarische Krankenversicherung<\/strong><br>\nMit der Einf&uuml;hrung dieser Kopfpauschale wurde die Solidarit&auml;t der gesetzlichen Krankenversicherung endg&uuml;ltig beseitigt, nachdem sie mit jeder der zahlreichen Gesundheitsreformen in den letzten Jahren St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck reduziert wurde. Die Beibehaltung der relativ niedrigen Beitragsbemessungsgrenze und die Beschr&auml;nkung auf L&ouml;hne und Geh&auml;lter als versicherungspflichtige Einkommensarten haben seit Jahren dazu gef&uuml;hrt, dass sich zunehmend die gut verdienenden Teile der Bev&ouml;lkerung aus der solidarischen Versichertengemeinschaft verabschieden konnten. Damit hat sich die Einnahmesituation der GKV versch&auml;rft und sie versch&auml;rft sich weiter.<br>\nBestimmte Medikamente und medizinische Leistungen sind nach und nach aus dem Leistungskatalog gestrichen worden und die Versicherten mussten diese zus&auml;tzlich zu den Versicherungsbeitr&auml;gen bezahlen. Ihr Anteil an den GKV-Kosten betr&auml;gt mittlerweile 60 %.<br>\nAllein 2008 haben die Versicherten\n<ul>\n<li>8,9 Mrd. Euro als Sonderbeitrag<\/li>\n<li>1,9 Mrd. Euro an Praxisgeb&uuml;hr<\/li>\n<li>3 Mrd. Euro an Zuzahlungen und<\/li>\n<li>5 Mrd. Euro f&uuml;r Medikamente und medizinische Leistungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>zus&auml;tzlich bezahlt.<br>\nUnd ab dem 01.01.2009 ist nun auch &ndash; offiziell &ndash; die Parit&auml;t in der GKV nicht mehr gew&auml;hrleistet. (De facto ist die parit&auml;tische Finanzierung schon seit Jahren aufgek&uuml;ndigt.) 15,5 % betr&auml;gt derzeit der Beitrag und der Arbeitgeberanteil ist bei 7% eingefroren. 0,9 % tragen also die Versicherten allein, auch die Rentnerinnen und Rentner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ngo-online.de\/2011\/07\/7\/solidarische-krankenversicherung\/\">ngo Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>AnmerkungMB:<\/strong> Das Fazit des Kommentars lautet &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns immer wieder f&uuml;r eine solidarische, einkommensabh&auml;ngige B&uuml;rgerInnenversicherung einsetzen, die die Lasten der Finanzierung des Gesundheitssystems auf eine breitere Basis verteilt und damit f&uuml;r alle tragbarer gestaltet, das Solidarprinzip erh&auml;lt sowie die Leistungsf&auml;higkeit sichert.&ldquo; Zwischendrin ist eine Batterie von Werbefenstern f&uuml;r private Krankenversicherungsangebote platziert, mit dem sich der der ernsthafte Text &ndash; zur&uuml;ckhaltend formuliert &ndash; bei&szlig;t.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Altersarmut und Altersvorsorge<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Pensionsfonds: Starke Verluste in der Krise gef&auml;hrden Altersvorsorge<\/strong><br>\nDie Finanzkrise hat der kapitalgedeckten&nbsp; Altersvorsorge erheblich zugesetzt. Wissenschaftler empfehlen mehr und bessere Regulierung f&uuml;r Pensionsfonds.<br>\nGeringere Auszahlungen aus der staatlichen Rente, stattdessen mehr Geld aus steuerlich gef&ouml;rderten betrieblichen Vorsorgekassen: Nach diesem Prinzip &shy;haben mehrere EU-L&auml;nder um das Jahr 2000 ihre Alterssicherung reformiert; auch die Bundesrepublik. Seitdem ist das neue Arrangement aber durch erhebliche Turbulenzen gegangen. Die schwedischen Pensionsfonds etwa verloren 2008 durch die Finanzkrise 34,5 Prozent ihres Wertes. Derart rapide Verm&ouml;genseinbu&szlig;en zeigen, wie problematisch eine Privatisierung der Alterssicherung sein kann, sagen Bernhard Ebbinghaus und Tobias Wi&szlig;. Der Soziologie-Professor von der Universit&auml;t Mannheim und sein Co-Autor haben untersucht, wie es um die kapitalgedeckte, betriebliche Zusatzrente nach der Finanzkrise in sechs europ&auml;ischen L&auml;ndern steht. Sie stellten fest: Streng regulierte betriebliche, kapitalgedeckte Zusatzrenten &ndash; ob unter Kontrolle der Tarifparteien oder staatlicher Aufsicht &ndash; sind tendenziell besser durch die Krise gekommen. Grunds&auml;tzlich sei mehr Regulierung n&ouml;tig, so die Experten, &ldquo;um die Interessen von Besch&auml;ftigten und Pension&auml;ren gegen finanzielle Risiken zu sch&uuml;tzen&rdquo;.<br>\nPensionsfonds z&auml;hlten in der Finanzkrise sowohl zu den Leidtragenden als auch zu den Verursachern. Alterssicherungs-Fonds aus den OECD-L&auml;ndern trugen zum Anschwellen des Finanzverm&ouml;gens bei &ndash; und verloren dann im Schnitt zwischen 20 und 25 Prozent ihrer Verm&ouml;gen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_114168.html\">B&ouml;ckler Impuls 12\/2011<\/a><\/li>\n<li><strong>Die bittere Armut der Alten in Deutschland<\/strong><br>\nRentner, die Flaschen aus dem M&uuml;ll sammeln. Senioren, die um Almosen bitten. Altersarmut ist in der Bundesrepublik sichtbar geworden. Viele Sozialverb&auml;nde sind alarmiert. Die Politik reagiert langsam.<br>\nWer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens der Bev&ouml;lkerung hat, gilt hierzulande als arm. Damit beginnt Armut bei 935 Euro. Ein m&auml;nnlicher Erstrentner kommt in Westdeutschland derzeit laut Deutschem Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung im Schnitt auf 820 Euro.<br>\nHat ein Rentner weniger als 742 Euro zur Verf&uuml;gung, weist die Deutsche Rentenversicherung auf die Grundsicherung im Alter hin. Diese Sozialleistung &ndash; eine Art Hartz IV f&uuml;r Senioren &ndash; wird nach individuellem Bedarf errechnet, Basis ist ein Regelsatz von 364 Euro. 2009 erhielten 400.000 &uuml;ber 65-J&auml;hrige diese Unterst&uuml;tzung &ndash; ein Plus von 55 Prozent binnen sechs Jahren.<br>\n&ldquo;Diese Grundsicherung verhindert aber Armut nicht&rdquo;, sagt VdK- Expertin Anacker. Hinzu komme, dass die gro&szlig;e Mehrheit der armen Senioren dieses Geld gar nicht beanspruche. &ldquo;Armut unter &auml;lteren Menschen existiert trotz staatlicher Hilfen und findet eher im Verborgenen statt,&rdquo; sagt die Expertin f&uuml;r soziale Fragen, Antje Richter. Armut schlie&szlig;e Senioren aus und isoliere sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:kein-zahnersatz-kein-urlaub-die-bittere-armut-der-alten-in-deutschland\/60076694.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>55 Prozent mehr arme Alte seit 2003 &ndash; Solidarische Mindestrente einf&uuml;hren!<\/strong><br>\nAm 01.07.2011 sind die Renten um magere 0,99 Prozent gestiegen. Diese Mini-Erh&ouml;hung wird jedoch komplett in den L&ouml;chern verschwinden, die Preissteigerungen und steigende Kosten f&uuml;r Gesundheit und Pflege in die Portemonnaies der Rentnerinnen und Rentner rei&szlig;en. Aus diesem Anlass hat Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, bei der Bundesregierung nachgefragt, wer bereits heute so wenig Rente hat, dass sie oder er nicht davon leben kann.<br>\nDie Anzahl der Menschen, die auf einem Grundsicherungsniveau von durchschnittlich 658 Euro leben m&uuml;ssen, ist bundesweit seit 2003 um 74 Prozent und in Nordrhein-Westfalen um 84 gestiegen. Und die Zahl der auf Grundsicherungsniveau lebenden Menschen im Rentenalter ist bundesweit um 55 Prozent, in Nordrhein-Westfalen um knapp 50 Prozent gestiegen. Angesichts dieser Entwicklung fordert Birkwald ein Gesamtkonzept gegen Altersarmut: &bdquo;Keine Rentnerin, kein Rentner soll im Alter von weniger als 900 Euro leben m&uuml;ssen. Wir brauchen eine Politik gegen Armut, die zugleich am Arbeitsmarkt und an der Rente ansetzt. F&uuml;r die Alterssicherung brauchen wir eine solidarische Mindestrente.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.matthias-w-birkwald.de\/article\/239.55-prozent-mehr-arme-alte-seit-2003-solidarische-mindestrente-einfuehren-antworten-der-bundesregierung-auf-eine-kleine-anfrage-grundsicherung-im-alter-und-bei-erwerbsminderung-bt-drs-17-6013.html\">Matthias W. Birkwald MdB<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wachstum und Wohlstand im (demografischen) Wandel<\/strong><br>\nProduktivit&auml;tsentwicklung und demografische<br>\nEntwicklung in Deutschland von Priv.Doz. Dr. Norbert Reuter<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110707_norbert_reuter_produktivitaet_und_demografie.pdf\">Powerpoint Pr&auml;sentation in der Anh&ouml;rung der Enquete-Kommission<br>\n&bdquo;Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit&auml;t&ldquo; vom 4. Juli 2011  [PDF &ndash; 721 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Jobcenter-Budgets: Verwaltungskosten steigen, Leistungen zur Eingliederung sinken<\/strong><br>\nIn den acht westdeutschen Fl&auml;chenl&auml;ndern wurde im Haushaltsjahr 2010 von den jeweiligen Grundsicherungsstellen mehr f&uuml;r &bdquo;Verwaltungskosten&ldquo; ausgegeben als diesen f&uuml;r &bdquo;Verwaltungskosten&ldquo; zugewiesen worden war. (Maximum: Bayern + 11,0 Prozent) Ganz anders stellt sich dies bei den Ausgaben f&uuml;r &bdquo;Leistungen zur Eingliederung in Arbeit&ldquo; dar. (Maximum: Hessen &ndash;16,4 Prozent, Bayern &ndash;15,4 Prozent; ohne die zus&auml;tzlichen Mittel aus den Ausgaberesten 2009) Und der L&auml;ndervergleich der &bdquo;Gesamtbudgets&ldquo; (Verwaltungskosten- und Eingliederungsbudget) zeigt u.a.: In Berlin wurden 7,8 Prozent (81,3 Millionen Euro; einschlie&szlig;lich der zus&auml;tzlichen Mittel aus Ausgaberesten 2009 insgesamt 99,8 Millionen Euro) der den 12 Jobcentern zugewiesenen &bdquo;Gesamtbudgets&ldquo; nicht f&uuml;r diese Zwecke ausgegeben.<br>\nAusblick 2011: Es ist davon auszugehen, dass im Haushaltsjahr 2011 die Mehrausgaben in den &bdquo;Verwaltungskostenbudgets&ldquo; der Jobcenter zu Lasten ihrer drastisch gek&uuml;rzten &bdquo;Eingliederungsbudgets&ldquo; noch deutlich h&ouml;her ausfallen als im Haushaltsjahr 2010.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.biaj.de\/\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Erhebliches Ost-West-Gef&auml;lle bei Ganztagsangeboten in Kitas f&uuml;r &uuml;ber Dreij&auml;hrige<\/strong><br>\nSpitzenreiter Th&uuml;ringen mit einer Quote von 91 Prozent &ndash; Schlusslicht Baden-W&uuml;rttemberg mit nur 14 Prozent.<br>\nIn Deutschland gibt es zwischen den 16 Bundesl&auml;ndern erhebliche Unterschiede bei den Ganztagsangeboten in Kindertageseinrichtungen f&uuml;r die &uuml;ber Dreij&auml;hrigen. So besuchten im M&auml;rz 2010 in Th&uuml;ringen fast 91 Prozent der Kita-Kinder ab drei Jahren eine Ganztagseinrichtung (mehr als 7 Stunden t&auml;glich). In Baden-W&uuml;rttemberg waren es lediglich knapp 14 Prozent. Auff&auml;llig ist das erhebliche Ost-West-Gef&auml;lle. W&auml;hrend in den ostdeutschen L&auml;ndern fast drei Viertel (72 Prozent) der &uuml;ber dreij&auml;hrigen Kita-Kinder ganztags betreut werden, sind es in den westdeutschen L&auml;ndern nur etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent). Das geht aus den aktuellen Daten des L&auml;ndermonitors Fr&uuml;hkindliche Bildungssysteme 2011 der Bertelsmann Stiftung hervor, die ab sofort im Internet abrufbar sind.<br>\nIn der Spitzengruppe bei den Ganztagsangeboten f&uuml;r die &uuml;ber Dreij&auml;hrigen liegen die ostdeutschen Bundesl&auml;nder Th&uuml;ringen (90,7 Prozent), Sachsen (81,4 Prozent), Sachsen-Anhalt (61,5 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (60,1 Prozent), Brandenburg (57,1 Prozent) sowie Berlin (59,1 Prozent). In allen westdeutschen Bundesl&auml;ndern sind weniger als 50 Prozent der Kita-Kinder ab drei Jahren in einer Ganztagsbetreuung. Im Mittelfeld liegen dabei Hamburg (42,4 Prozent), Hessen (40,2 Prozent), Nordrhein-Westfalen (36,6 Prozent) sowie Rheinland-Pfalz (35,2 Prozent). Gut ein Viertel der &uuml;ber Dreij&auml;hrigen nutzt im Saarland (27,3 Prozent), Bayern (25,7 Prozent) sowie Bremen (25,4 Prozent) eine Ganztagsbetreuung. In der Schlussgruppe liegen Schleswig-Holstein (18,4 Prozent), Niedersachsen (16,2 Prozent) sowie Baden-W&uuml;rttemberg (13,6 Prozent).<br>\nPositiv f&auml;llt auf, dass in einigen Bundesl&auml;ndern mehr Kinder ab drei Jahren mit Migrationshintergrund eine Ganztagsbetreuung nutzen als Kinder ohne Migrationshintergrund. So besuchen beispielsweise in Nordrhein-Westfalen mehr als 41 Prozent in dieser Altersgruppe mit Migrationshintergrund ganztags eine Kita, aber nur 34 Prozent ohne Migrationshintergrund. Auch in Bayern liegt die Quote von Kindern mit Migrationshintergrund mit &uuml;ber 38 Prozent deutlich &uuml;ber dem Anteil der Kinder ohne Migrationshintergrund (21,5 Prozent). &Auml;hnlich ist die Situation in Schleswig-Holstein: Dort besuchen 16,6 Prozent der Kinder ohne Migrationshintergrund, aber immerhin 27,5 Prozent mit Migrationshintergrund ganzt&auml;gig eine Kita. Damit kommen diese Bundesl&auml;nder der Forderung zahlreicher Experten aus Wissenschaft und Politik nach, dass besonders Kinder mit Migrationshintergrund ganztags gef&ouml;rdert werden &ndash; die ganzt&auml;gige Betreuung biete mehr Zeit f&uuml;r fr&uuml;he Bildung und den Erwerb der deutschen Sprache.<br>\nDie erheblichen Unterschiede bei den Ganztagsangeboten in deutschen Kindertageseinrichtungen h&auml;ngen insbesondere mit den unterschiedlichen Rechtsanspr&uuml;chen auf Landesebene zusammen: Der zeitliche Betreuungsumfang ist hier nicht einheitlich definiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news431767%20\">idw<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bieter-Anwalt warnt vor Kostensteigerungen bei Stuttgart 21<\/strong><br>\nBis zum 15. Juli will die Bahn &uuml;ber Tunnelbauauftr&auml;ge entscheiden. Wegen des komplizierten Vergaberechts muss der Konzern unterlegenen Bietern anschlie&szlig;end noch 15 Tage Klagefrist einr&auml;umen, bevor er Ende Juli die Vergabe endg&uuml;ltig abschlie&szlig;en k&ouml;nnte.&nbsp;<br>\nWenn diese Frist gerissen wird, verf&auml;llt die Preisbindung der Angebote&ldquo;, sagte Leinemann der WirtschaftsWoche. In Folge m&uuml;sste neu kalkuliert werden. &bdquo;Die Kosten werden weiter steigen, wenn der Stresstest bauliche Ver&auml;nderungen verlangt&ldquo;, sagte Leinemann weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik-weltwirtschaft\/bieter-anwalt-warnt-vor-kostensteigerungen-bei-stuttgart-21-472600\/\">WirtschaftsWoche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der neue Verhaltenskodex f&uuml;r EU-Abgeordnete unter der Lupe<\/strong><br>\nDie nach den Skandalen um bestechliche EU-Abgeordnete (&rdquo;cash-for-law&rdquo;) von Parlamentspr&auml;sident Buzek eingesetzte Arbeitsgruppe hat ihren Entwurf f&uuml;r einen neuen Verhaltenskodex f&uuml;r Abgeordnete vorgestellt. Im Oktober sollen die neuen Regeln vom Plenum des Parlaments best&auml;tigt werden und zu Beginn des n&auml;chstes Jahres in Kraft treten. Wir zeigen in einer tabellarischen &Uuml;bersicht (pdf), wo der Entwurf Verbesserungen bringt und welche Probleme ungel&ouml;st bleiben. Gemeinsam mit unserem europ&auml;ischen Netzwerk ALTER-EU (Alliance for Lobby Transparency and Ethics Regulation) haben wir im Apri neun Forderungen (pdf) aufgestellt, die ein neuer Kodex erf&uuml;llen m&uuml;sste, um effektiv Interessenskollisionen und unlauterer Einflussnahme vorzubeugen. In der Tabelle haben wir die Regelungen des neuen Kodex unseren Forderungen gegen&uuml;bergestellt. Durch einfache Symbole ist auf einen Blick sichtbar, wo Fortschritte gemacht wurden und wo noch deutlicher Nachbesserungsbedarf besteht. Das betrifft insbesondere eine Karenzzeit oder Abk&uuml;hlphase f&uuml;r Ex-MdEP, ein umfassenderes Verbot f&uuml;r Nebent&auml;tigkeiten, die Interessenkonflikte provozieren, und wirksamere Sanktionen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2011\/07\/der-neue-verhaltenskodex-fur-eu-abgeordnete-unter-der-lupe\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Parteispenden: &ldquo;Jede Grenze w&uuml;rde willk&uuml;rlich wirken&rdquo;<\/strong><br>\nAm gestrigen Mittwoch hat der Innenausschuss im zweiten Anlauf eine Stellungnahme zum <a href=\"http:\/\/www.coe.int\/t\/dghl\/monitoring\/greco\/evaluations\/round3\/GrecoEval3%282009%293_Germany_Two_DE.pdf\">&ldquo;Evaluierungsbericht der Staatengruppe gegen Korruption (GRECO) &uuml;ber die Transparenz der Parteienfinanzierung in Deutschland&rdquo; [PDF &ndash; 276 KB]<\/a> verabschiedet. Damit wurde die von GRECO geforderte Berichtsfrist um eine Woche &uuml;berschritten. Viel schwerer wiegt jedoch der Inhalt der mit den Stimmen der Regierungskoalition gegen die Opposition verabschiedeten Stellungnahme. Noch am 8. Juni hatte Wolfgang Bosbach gegen&uuml;ber LobbyControl angegeben, dass es beabsichtigt sei &ldquo;m&ouml;glichst zu einer gemeinsamen Stellungnahme der Fraktionen zu kommen&ldquo;. Dies ist offenbar nicht gelungen. Die nun verabschiedete Stellungnahme weist die Empfehlungen des GRECO-Berichts zur&uuml;ck. Handlungsbedarf wird weder bei den Parteispenden, noch beim Parteisponsoring gesehen. Zuvor hatte bereits die Rechtsstellungskommission des &Auml;ltestenrats keinen Handlungsbedarf beim Thema Direktspenden an Abgeordnete festgestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2011\/07\/jede-grenze-wurde-willkurlich-wirken\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Whistleblower Rudolf Elmer &ndash; Geisel des Bankgeheimnisses<\/strong><br>\nDie Geschichte von Rudolf Elmer ist die eines Whistleblowers, eines Mannes, der &ndash;aus welchen Motiven auch immer &ndash; Alarm geschlagen hat, sich mit seinen Kenntnissen an die &Ouml;ffentlichkeit wandte und daf&uuml;r die geballte Kraft des Finanzplatzes und seiner Gehilfen zu sp&uuml;ren bekam. &Uuml;ber Elmer wurde viel geschrieben, oft &uuml;ber seine Beweggr&uuml;nde, seine Fehler, seine Psyche &ndash; vor allem in der Schweiz. Nur die wenigsten setzten sich hierzulande (im Gegensatz zu ausl&auml;ndischen Medien) mit den Fakten auseinander, die Elmer ans Licht brachte: etwa den Steuerhinterziehungspraktiken der Bank B&auml;r, den Verwicklungen des damaligen Anwalts und heutigen Tamedia-Pr&auml;sidenten Pietro Supino, den Methoden, mit welchen die Bank B&auml;r Elmer unter Druck setzte&hellip;<br>\nDas war sein Verbrechen. Elmer brach das Bankgeheimnis, um die Banken anzuklagen &ndash; der Bundesrat brach im Fall UBS das Bankgeheimnis, um die Banken zu sch&uuml;tzen. &laquo;Ich benutze den Begriff Klassen&shy;justiz nicht gerne&raquo;, sagt Niklaus Scherr von der AL. &laquo;Aber hier? Das war ein klassischer Fall von Klassenjustiz.&raquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/m\/artikel.php?id=20947%20\">Wochenzeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das pl&ouml;tzliche Verschwinden der Initiative Finanzstandort Deutschland<\/strong><br>\nDie Initiative, die den Finanzstandort Deutschland st&auml;rken sollte, spielte eine dubiose Rolle w&auml;hrend der Lehman-Pleite.<br>\nWieder heftet sich Alexander Dill vom Basel Institute of Commons and Economics an die Spuren gro&szlig;angelegter T&auml;uschungsman&ouml;ver in der Wirtschaft. Nach der Pleite der USA und der deutschen Steuerl&uuml;ge nimmt er sich nun die verschwiegenste Lobbyorganisation der deutschen Finanzwirtschaft vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/druck\/mb\/artikel\/35\/35074\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>NDR und Maschmeyer einigen sich &ndash; Pl&ouml;tzlich Friede<\/strong><br>\nD&uuml;rre Zeilen wird das gerne genannt, wenn Pressemitteilungen nicht einmal andeuten, wie schwerwiegend eine Entscheidung, wie z&auml;h sie im Entstehungsprozess und wie schmerzhaft f&uuml;r manche Beteiligte sie gewesen sein mag. So gesehen ist die Mitteilung, die der NDR auch noch zum pressefeindlichsten Termin &uuml;berhaupt &ndash; Freitag, 17 Uhr &ndash; herausgegeben hat, so d&uuml;rr wie die Sahara trocken: &ldquo;Der NDR und Herr Carsten Maschmeyer haben sich darauf geeinigt, s&auml;mtliche Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der NDR-Berichterstattung &uuml;ber Herrn Maschmeyer nicht mehr weiter zu&nbsp;verfolgen.&rdquo;&hellip;<br>\nBleibt die Frage: Warum hat der NDR, wenn er sicher war, im Recht zu sein, das Recht nicht von Gerichten sprechen lassen &ndash; und wo liegt der Vorteil f&uuml;r Maschmeyer, wenn 99 Prozent des Materials, in dem er alt aussieht, gesendet werden darf? Hausintern galt das juristische Sperrfeuer aus Hannover beim NDR als &ldquo;Tsunami&rdquo;, der enorme Kr&auml;fte im Sender b&uuml;ndelte. Kleine Zugest&auml;ndnisse f&uuml;r gro&szlig;e Arbeitserleichterung, so geht die NDR-Rechnung. Und Maschmeyer? Arbeitet gerade an einem neuen Image &ndash; Deeskalation geh&ouml;rt&nbsp;dazu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/ndr-und-maschmeyer-einigen-sich-ploetzlich-friede-1.1118128\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Politikjournalismus: Der Druck w&auml;chst<\/strong><br>\nDie Aufl&ouml;sung traditioneller Ressortstrukturen macht sich zunehmend auch im Politikjournalismus bemerkbar. Mehr als ein Drittel der befragten Journalisten geben an, in Redaktionen ohne feste Ressortstrukturen zu arbeiten. Drei Viertel best&auml;tigen, dass in ihren Redaktionen Newsdesks oder &auml;hnliche zentrale Produktionseinheiten eingesetzt werden.<br>\nDie Mehrzahl der Politikjournalisten informiert sich aktiv &uuml;ber Reichweiten-, Marktforschungs- und Verkaufszahlen der eigenen Medienprodukte. Hier zeigt sich eine verst&auml;rkte Publikumsorientierung der Politikjournalisten, die zumindest teilweise &ouml;konomisch induziert ist.<br>\nJournalistische Selbstreferenz nimmt durch Online-Nutzung zu&hellip;Eine zentrale Position als Leitmedium kommt hierbei Spiegel Online zu, das von neun von zehn Politikjournalisten regelm&auml;&szlig;ig genutzt wird.<br>\nDie Arbeitssituation im Politikjournalismus hat sich nach Ansicht der Journalisten in den letzten f&uuml;nf Jahren insgesamt verschlechtert. Medien&uuml;bergreifend best&auml;tigen die befragten Journalisten eine negative Ver&auml;nderung der Arbeitssituation in der eigenen Redaktion: Drei Viertel der Befragten (74,3 %) geben an, der Arbeitsdruck habe zugenommen oder stark zugenommen. &Uuml;ber die H&auml;lfte (54,5 %) konstatiert eine Abnahme der personellen Ausstattung in der Redaktion und knapp die H&auml;lfte (46,8 %) beklagt eine Abnahme der Zeit f&uuml;r Recherche.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/50854\/1611946\/dfjv_deutscher_fachjournalisten_verband\">na.Presseportal<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.dfjv.de\/fileadmin\/user_upload\/pdf\/Politikjournalistinnen_und_Journalisten.pdf\">Studie Politikjournalistinnen und &ndash;Journalisten [PDF &ndash; 1 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Studie best&auml;tigt in zur&uuml;ckhaltend wissenschaftlicher Sprache Vieles, was wir seit langer Zeit am Mainstreamjournalismus kritisieren: &ouml;konomische Abh&auml;ngigkeit, Selbstreferenz und Nachplappern (wir nennen das Papageien-Journalismus), Verlust an Kompetenz durch Aufl&ouml;sung von Ressortstrukturen, keine kritische Recherche durch Arbeitsdruck.<\/em> <\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Aus f&uuml;r Murdocks &ldquo;News of the World&rdquo;<\/strong><br>\nEigentlich ein Skandal im Skandal. Immer behauptete das Murdoch-Imperium die Telefonbespitzelung gehe auf das Konto von Einzelt&auml;tern. Wieso aber wird dann gleich der ganze Laden dicht gemacht, um den es einem &ndash; dies nebenbei &ndash; wirklich nicht leid tun muss? Wieso werden 200 Journalisten gefeuert und nicht etwa jene Verantwortlichen, die das System tausendfacher Lauschangriffe gestattet oder gar etabliert haben?<br>\nWeil es &ndash; wie immer &ndash; um Wichtigeres geht als um pers&ouml;nliche Schicksale. Es geht um Gewinne. Wenn Murdoch &uuml;berhaupt noch eine Chance haben will, das lukrative Bezahlfernsehen Sky ganz zu &uuml;bernehmen, dann nur, indem er die &ouml;ffentliche Meinung zu seinen Gunsten wendet und den Abh&ouml;rskandal schnell vergessen macht. Als weg mit dem verbrannten Titel.<br>\nReporter, die von Polizeibeamten Ermittlungsdetails gegen Bares erfahren, hohe Polizeioffiziere, die nicht aufkl&auml;ren, sondern alle Augen zudr&uuml;cken, nur weil sie vom Chefredakteur zum Essen eingeladen werden. Und Spitzenpolitiker aller Parteien, die aus nackter Angst vor Negativschlagzeilen in der Boulevardpresse, sich anbiedern, leise treten und notwendige Untersuchungen und Gesetze vertagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/kommentar\/1500449\/\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Einstellung der &bdquo;News of the World&ldquo; ist das Ende eines Schmutzblattes, das Ende eines mit schmutzigen Mitteln arbeitenden Verlegers Murdoch ist es leider noch lange nicht. Er wird bald ein noch viel m&auml;chtigeres Massenmedium, n&auml;mlich den Fernsehsender BSkyB in der Hand haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Wiki-Watch im Zwielicht<\/strong><br>\nWas taugt ein neues Medikament? Darf Homosexualit&auml;t als Krankheit bezeichnet werden? Um solche Fragen toben Editierkriege unter Mitarbeitern der Online-Enzyklop&auml;die Wikipedia. Das wissenschaftliche Projekt &bdquo;Wiki-Watch&ldquo; verspricht eine neutrale Bewertung von Wikipedia-Artikeln. Jetzt ist die Unparteilichkeit der Beobachter ins Zwielicht geraten.<br>\nSeit Herbst 2010 kann man auf <a href=\"http:\/\/www.wiki-watch.de\">Wiki-watch<\/a> jeden Wikipedia-Artikel plus Zusatzinformationen einsehen. Laut der Selbstdarstellung des Projekts im Newsletter &bdquo;Viadrina Transfer&ldquo; vom Juni 2011 werden &bdquo;Bewertungen mit bis zu sechs Sternen&ldquo; vorgenommen. Tats&auml;chlich werden h&ouml;chstens f&uuml;nf vergeben. Doch wer kontrolliert die selbsternannten Kontrolleure? Denn es gibt deutliche Anzeichen, dass sowohl der Leiter Stock wie auch einige freiwillige Helfer des Projekts selbst Eintr&auml;ge bearbeitet haben, die heute Gegenstand der Bewertung sind &ndash; und wegen umstrittener Gegenst&auml;nde die Nutzer von &bdquo;Wiki-Watch&ldquo; wom&ouml;glich besonders interessieren k&ouml;nnten. Wie auf diese Weise eine neutrale Beurteilung vorgenommen werden kann, bleibt fraglich&hellip;<br>\nEs belegt eine spezielle Auffassung von Forschung, wenn jemand die Qualit&auml;t der Eintr&auml;ge bei Wikipedia eigenh&auml;ndig optimiert und hinterher die G&uuml;te der Artikel statistisch bewertet, ohne die eigene Mitarbeit auszuweisen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31013\/wiki-watch-im-zwielicht-hier-prueft-der-buerger-das-insulin-noch-persoenlich-30452874.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Der gedankliche Abbau sozialdemokratischer Werte<\/strong><br>\nHat die Partei nicht die volle Unterst&uuml;tzung der Bev&ouml;lkerung, so fehlt es an Transparenz. Das ist eine g&auml;ngige Mutma&szlig;ung dar&uuml;ber, wie politische Kommunikation und Mehrheitsbildung funktioniert. Sie ist falsch und zudem gef&auml;hr&shy;lich, denn sie kann zu undemokratischen Verh&auml;ltnissen f&uuml;hren&hellip;<br>\nWahre Transparenz bedeutet &hellip;gedankliche Klarheit und sprachliche Offenheit &uuml;ber Werte.<br>\nDieser Artikel umrei&szlig;t zun&auml;chst Grundlagen der unbewussten politischen Meinungs&shy;bildung. Anschlie&szlig;end wird analysiert, welche Wertesysteme denjenigen Frames zu&shy;grunde liegen, die derzeit die Debatten in vier EU-L&auml;ndern zu den Themen Gleich&shy;stellung, Bildung, Integration, und Sozialleistungen strukturieren. Abschlie&szlig;end wird skizziert, wie ein Framing der Debatten aufgrund sozialdemokratischer Werte ge&shy;dankliche Alternativen bieten kann.<br>\nDas Gehirn berechnet Fakten ausschlie&szlig;lich eingebet&shy;tet in Deutungsrahmen, in der kognitiven Wissenschaft Frames genannt. Frames organisieren unser Weltwissen und unsere Sprache. Die meisten von unseren Gehirnen genutzten Frames sind durch Metaphern strukturiert. In der Politik sind es nicht die meisten. Es sind fast alle&hellip;<br>\nPolitiker betreiben oft sprachlichen Missbrauch mit Metaphern und Frames&hellip;Metaphern k&ouml;nnen unsere Entscheidungsprozesse stark beeinflus&shy;sen, und zwar ohne dass wir dies merken&hellip;Sie strukturiert unser t&auml;gliches politi&shy;sches Denken und Entscheidungsverhalten&hellip;Politisches Denken ist stets durch Frames und Metaphern strukturiert&hellip;Mangelt es einer politischen Gruppe an gedanklicher und sprachlicher Transparenz ihrer Frames, f&auml;llt es schwer, mit Mitb&uuml;rgern &uuml;ber einzelne politische Vorhaben effektiv und wertebe&shy;zogen zu kommunizieren&hellip;<br>\nAus der Analyse ergeben sich aus sozial&shy;demokratischer Sicht zwei Probleme: Erstens, die Frames basieren &ndash; verschieden stark &ndash; auf konservativen Werten und erleichtern durch implizierte Metaphern gedankliche Schlussfolgerungen im Sinne konservativer Moralvorstel&shy;lungen. Zweitens, sie sind nicht mit sozialdemokratischen Werten in Einklang zu bringen&hellip;<br>\nDas Konzept sozial schwach aktiviert &hellip; (z.B.) einen Frame, der &ouml;konomische und soziale Not als eine Frage von Selbstdisziplin begreif&shy;bar macht. Und spricht damit konservative Grundwerte an: Wer stark ist, wird belohnt. Zu recht. Schwache be&shy;lohnen ist &ndash; ihnen selbst gegen&uuml;ber &ndash; unrecht&hellip;Werden sozial gut gestellte Gruppen sprachlich als oben und sozial schlecht gestellte Gruppen sprachlich als unten dargestellt &hellip;, liegt folgende unbe&shy;wusste, &uuml;ber neuronale Pfade aktivierte Schlussfolgerung mehr als nahe: Die &raquo;(&hellip;) ganz oben&laquo; sind moralischer, funktionst&uuml;chtiger&hellip;; die &raquo;ganz unten&laquo; sind weniger moralisch, weniger funktionst&uuml;ch&shy;tig&hellip; Wer abgeh&auml;ngt wurde, der war nicht schnell genug. Seine Fitness zu verbessern ist oberstes Gebot im sozialen Miteinander. Wer fit ist, der gewinnt. Nicht jeder kann gewinnen, und das ist rechtens und sinnvoll&hellip; (Oder:)<br>\n&raquo;ArbeitnehmerInnen und Mittelstand entlasten &ndash; Million&auml;re belasten.&laquo; Steuern werden also als Schaden begreifbar gemacht und als Gef&auml;hrdung von Gl&uuml;ck und Wohlsein&hellip;Im konservativen Wertesystem bedeutet Reiche be&shy;lasten, die Guten zu bestrafen. Im sozialdemokratischen Wertesystem bedeutet Reiche belasten &ndash; nichts.<br>\nDie vorliegende Analyse hat deutlich gemacht: Die aktu&shy;ell in Gro&szlig;britannien, Italien, &Ouml;sterreich und Deutschland vorherrschenden Frames zu sozialpolitischen Themen wie Gleichstellung, Bildung, Integration und Sozialleistungen aktivieren Werte, die tendenziell eher im konservativen Gedankengut anzusiedeln sind.<br>\nWo liegt die Alternative? In einer gedanklichen und sprachlichen R&uuml;ckbesinnung auf sozialdemokratische Werte&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/ipa\/08254.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung Internationale Politikanalyse [PDF &ndash; 439 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>S&uuml;dsudan<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Abh&auml;ngiger Staat entsteht<\/strong><br>\nS&uuml;dsudan erkl&auml;rt seine Souver&auml;nit&auml;t. Somit erlangt mit dem heutigen Tag ein afrikanisches Binnenland seine Unabh&auml;ngigkeit, das in jeder Hinsicht von ausl&auml;ndischer Hilfe abh&auml;ngig ist. Infrastruktur und Energieversorgung, Bildungs- und Gesundheitswesen sind unterentwickelt, eine Industrie ist de facto nicht vorhanden, die Landwirtschaft in hohem Ma&szlig;e auf Eigenbedarf ausgerichtet. Einziger Pluspunkt des entstehenden Staates ist der relative Reichtum an &Ouml;l: Von den f&uuml;nf Milliarden Barrel an Reserven, die im Sudan nachgewiesen sind, kontrolliert die s&uuml;dsudanesische Regierung etwa drei Viertel. In Folge der jahrzehntelangen Bevorzugung des n&ouml;rdlichen Zentralsudan f&uuml;hrt jedoch das Pipelinenetz in den Norden zum &Ouml;lterminal nach Port Sudan, wo sich eine der beiden Raffinerien der urspr&uuml;nglichen Republik Sudan befindet. Die zweite steht in Khartum, der Hauptstadt nun nur noch des Nordens. Beide Landesteile sind von den &Ouml;leinnahmen abh&auml;ngig, was zu Konflikten um die Verteilung der Einnahmen aus dem Verkauf f&uuml;hrt. F&uuml;r die Zentralregierung machen diese etwa 60 Prozent des Budgets und 90 Prozent der Devisenerl&ouml;se, f&uuml;r die s&uuml;dsudanesische Regierung sogar 98 Prozent des Budgets aus.&nbsp; Da jedoch die staatliche &Ouml;lgesellschaft des Nordens (Sudapet) jahrzehntelange Erfahrung in der Produktion hat, die j&uuml;ngst als s&uuml;dliches Pendant gegr&uuml;ndete Nilepet hingegen nur &uuml;ber 30 Mitarbeiter verf&uuml;gt, liegen auch in diesem Bereich gute Gr&uuml;nde zur Kooperation beider L&auml;nder vor. Auf absehbare Zeit wird der S&uuml;den jedenfalls auf die Infrastruktur des Nordens angewiesen bleiben. Unterdessen hat China, das zwei Drittel der sudanesischen Exporte kauft, seit 2009 seine diplomatische und kommerzielle Pr&auml;senz im s&uuml;dsudanesischen Dschuba deutlich erh&ouml;ht. Da chinesische Konzerne in beiden Landesteilen engagiert sind und CNPC in einem Joint- venture mit Sudapet die Raffinerie in Khartum betreibt, k&ouml;nnte der chinesische Einflu&szlig; zu einer Ann&auml;herung zwischen Norden und S&uuml;den beitragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/07-09\/017.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Vabanquespiel am Nil<\/strong><br>\nAfrika ist ohnehin politisch in Bewegung. Regimewechsel von innen wie von au&szlig;en sind l&auml;ngst hoff&auml;hig. Der alte postkoloniale Grundsatz, wonach sich ein afrikanischer Staat nicht in die inneren Angelegenheiten eines anderes einmischt, starb bereits mit dem Sturz des ugandischen Gewaltherrschers Idi Amin durch die Armee Tansanias 1979. Sieben Jahre sp&auml;ter eroberte mit der Guerillaarmee des Uganders Yoweri Museveni erstmals ein afrikanischer Rebellenf&uuml;hrer eine afrikanische Hauptstadt und ergriff die Macht. Seit diesen beiden Ereignissen ist politische Macht in Afrika nicht mehr unantastbar, und von Kinshasa bis Kairo haben Diktatoren das immer wieder neu am eigenen Leib erfahren m&uuml;ssen. Die Entstehung S&uuml;dsudans beweist nun, dass es m&ouml;glich ist, nicht einfach nur Regime auszuwechseln, sondern auch Staaten insgesamt neu zu gr&uuml;nden. Das bedeutet nicht, dass sich jetzt in einem Land nach dem anderen Sezessionsbewegungen nach dem Vorbild S&uuml;dsudans bilden. Aber das Denkverbot ist weg.<br>\nS&uuml;dsudans Staat ist schwach. Das bisherige Auftreten der Regierung von Pr&auml;sident Salva Kiir &uuml;berzeugt die Menschen wenig. Sie ist von ausw&auml;rtiger Hilfe abh&auml;ngig &ndash; nicht nur &ouml;konomisch, sondern auch politisch. Denn Unterst&uuml;tzung von au&szlig;en konzentriert sich zwangsl&auml;ufig darauf, einen handlungsf&auml;higen Zentralstaat aufzubauen, der ein Gewaltmonopol und vision&auml;re Entwicklungspl&auml;ne durchsetzt. Wenn das funktioniert, entsteht aber eine Entwicklungsdiktatur, die sich auf die zutiefst undemokratischen, unreformierten und vetternwirtschaftlichen Strukturen der alten Befreiungsarmee SPLA gr&uuml;ndet. F&uuml;r deren F&uuml;hrer ist &ldquo;Gemeinwohl&rdquo; ein Fremdwort&hellip;Schlimmstenfalls droht S&uuml;dsudan ein Abgleiten in die finsteren Zust&auml;nde des Garnisonstaates Eritrea, wo die herrschende ehemalige Befreiungsarmee unter Isaias Afeworki die straffste Diktatur des Kontinents errichtet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F07%2F09%2Fa0208&amp;cHash=a3adf65239\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Analyse von Dominic Johnson ist seltsam zwiesp&auml;ltig. Einerseits begr&uuml;&szlig;t er, dass es mit der Gr&uuml;ndung des S&uuml;dsudan in Afrika endlich m&ouml;glich sei, nicht nur Regime auszuwechseln, sondern auch Staaten zu gr&uuml;nden. Andererseits beschreibt er die F&uuml;hrer des S&uuml;dsudans als unf&auml;hig, einen Begriff von Gemeinwohl zu entwickeln, und betont weiterhin dass es zwischen Nord und S&uuml;d viele Streitpunkte gebe, so dass sich der S&uuml;dsudan nicht in Ruhe entwickeln k&ouml;nne. Auch die Hoffnung welche im Artikel der jungen Welt ausgesprochen wird, dass China eine vermittelnde Funktion aus&uuml;ben k&ouml;nnte, ist eine sehr heroische Annahme.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Dream-Team<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/fotostrecken-politik\/-\/1472612\/4413596\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<\/li><li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Das Letzte:<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110711_steuersenkung.jpg\" alt=\"Steuersenkung\"><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Ich pers&ouml;nlich bin der Meinung, dass kein Vorstandschef mehr als zehn Millionen Euro verdienen sollte. Es entsteht sonst der Eindruck, dass wir nahe an der St&ouml;rung des sozialen Friedens sind&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p>sagte der Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Deutschen Schutzvereinigung f&uuml;r Wertpapierbesitz Ulrich Hocker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/2.220\/vorstandsverguetung-bei-dax-konzernen-der-aufschwung-kommt-an-bei-den-managern-1.1117345\">SZ<\/a><\/p>\n<p><strong>Putin erh&auml;lt Quadriga-Preis f&uuml;r Aufkl&auml;rung und Gemeinwohl<\/strong><br>\nDer Preis wird verliehen an &ldquo;Vorbilder, die Aufkl&auml;rung, Engagement und Gemeinwohl verpflichtet sind&rdquo;&hellip;<br>\nIn der Begr&uuml;ndung hei&szlig;t es: &ldquo;Berechenbarkeit gepaart mit Stehverm&ouml;gen, Verl&auml;sslichkeit gepaart mit Kommunikationsf&auml;higkeit machen Charakter und Person von Wladimir Putin aus.&rdquo; Im Inneren habe er Stabilit&auml;t durch das Zusammenspiel von Wohlstand, Wirtschaft und Identit&auml;t geschaffen. &ldquo;Im &Auml;u&szlig;eren definierte und definiert er Spielr&auml;ume durch die Fokussierung auf Zweiseitigkeit, Multipolarit&auml;t und Respekt.&rdquo;<br>\nDie Quadriga wird seit 2003 jedes Jahr am Tag der Deutschen Einheit verliehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/politik\/aussenpolitik\/676762\/Putin-erhaelt-QuadrigaPreis-fuer-Gemeinwohl?_vl_backlink=\/home\/politik\/aussenpolitik\/index.do%20\">Die Presse.com<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute unter anderem zu folgenden Themen: Waffenexporte; Europa-Krise; EZB: Konjunktur bleibt au&szlig;en vor; &Uuml;bersicht Bankenrettungsmittel des Bundes (Soffin); Der falsche Aufschwung; Sozialabgaben; Altersarmut und Altersvorsorge; Wachstum und Wohlstand im (demografischen) Wandel; Jobcenter-Budgets: Verwaltungskosten steigen, Leistungen zur Eingliederung<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10041\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10041","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10041"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10041\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10051,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10041\/revisions\/10051"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}