{"id":10074,"date":"2011-07-13T08:39:54","date_gmt":"2011-07-13T06:39:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10074"},"modified":"2011-07-13T14:48:43","modified_gmt":"2011-07-13T12:48:43","slug":"hinweise-des-tages-1423","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10074","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Eurokrise; Stresstest-Ergebnisse; Die Bank gewinnt immer!; IWF bef&uuml;rchtet deutsche Konjunkturflaute; Die Marktwirtschaft und &ldquo;die M&auml;rkte&rdquo;; Weg mit dem Soli; Forderung nach Mindestlohn: Schuften im Callcenter &ndash; f&uuml;r 5,77 Euro pro Stunde; Deutschland im OECD-Migrationsbericht; Bis zu 33 Prozent weniger Lohn f&uuml;r Ostdeutsche; Es geht um Vertrauensbruch; Die Gegen&ouml;ffentlichkeit im Netz; Stresstestziel ist nicht realistisch; Die R&uuml;ckkehr der Revolution&auml;re; Humanit&auml;re Notsituation; Waldorfschule; SPD-Basis will Kandidaten alleine ausw&auml;hlen; Nachtrag zu unserem gestrigen Hinweis #17; Googles &ldquo;Institut f&uuml;r Internet und Gesellschaft&rdquo; &ndash; ein Armutszeugnis; Welcome to Murdochia (JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Eurokrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Stresstest-Ergebnisse &ndash; EU will Krisen-Banken retten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Die Bank gewinnt immer!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">IWF bef&uuml;rchtet deutsche Konjunkturflaute<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Die Marktwirtschaft und &ldquo;die M&auml;rkte&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Weg mit dem Soli<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Forderung nach Mindestlohn: Schuften im Callcenter &ndash; f&uuml;r 5,77 Euro pro Stunde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Deutschland im OECD-Migrationsbericht &ndash; Beliebtheitsgrad: sehr m&auml;&szlig;ig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Bis zu 33 Prozent weniger Lohn f&uuml;r Ostdeutsche: Hohes Lohngef&auml;lle zwischen Ost und West<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Es geht um Vertrauensbruch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Die Gegen&ouml;ffentlichkeit im Netz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Stresstestziel ist nicht realistisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Die R&uuml;ckkehr der Revolution&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Humanit&auml;re Notsituation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Waldorfschule: &bdquo;Man kann nicht nur ein &raquo;bisschen&laquo; Waldorf sein&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">SPD-Basis will Kandidaten alleine ausw&auml;hlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Nachtrag zu unserem gestrigen Hinweis #17<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Googles &ldquo;Institut f&uuml;r Internet und Gesellschaft&rdquo; &ndash; ein Armutszeugnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Welcome to Murdochia<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=10074&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Eurokrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Griechen sollen Anleihen zum Dumpingpreis zur&uuml;ckkaufen<\/strong><br>\nDie Schuldenkrise in Europa zwingt die Staatschefs zum Tabubruch: Griechenland soll seine Schulden nach FTD-Informationen mit einem riesigen Anleihe-R&uuml;ckkauf zum halben Preis loswerden. Der Zahlungsausfall wird dabei einkalkuliert.<br>\nDie Finanzminister der Euro-Zone brechen angesichts der sich ausweitenden Schuldenkrise im Euro-Raum Tabus. Die griechischen Schulden sollen nach Angaben aus der Euro-Gruppe mithilfe eines gro&szlig; angelegten R&uuml;ckkaufs von Anleihen zum Dumpingpreis reduziert werden. [&hellip;]<br>\nDie Euro-Gruppe erkl&auml;rte in der Nacht zum Dienstag, angesichts der Ansteckungsgefahr f&uuml;r andere Staaten w&uuml;rden &ldquo;Flexibilit&auml;t und Umfang&rdquo; des Rettungsfonds EFSF erweitert. Nach Angaben aus Kommissions- und Regierungskreisen konzentrieren sich die &Uuml;berlegungen auf den R&uuml;ckkauf von Anleihen durch die griechische Regierung. Das Geld daf&uuml;r w&uuml;rde sie von der EFSF erhalten &ndash; weshalb das geplante zweite Griechenland-Paket gr&ouml;&szlig;er als die bisher geplanten bis zu 115 Mrd. Euro ausfallen soll. &ldquo;Da muss mehr Geld auf den Tisch&rdquo;, hie&szlig; es in EU-Kreisen. Nach FTD-Informationen sieht das diskutierte Konzept vor, dass Griechenland bei R&uuml;cknahme der Anleihen im Durchschnitt nur 50 Prozent ihres Nominalwerts bezahlt. Dies w&auml;re eine Art freiwilliger Schuldenschnitt. Er w&uuml;rde bisherige Konzepte zur Beteiligung privater Gl&auml;ubiger ersetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:euro-krise-griechen-sollen-anleihen-zum-dumpingpreis-zurueckkaufen\/60077940.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Stellt sich nur die Frage, welche Anleger ihre Anleihen zu 50% des Nominalwertes an Griechenland verkaufen? F&uuml;r die allermeisten Anleihen w&auml;re dies ein teilweise gro&szlig;er Abschlag zum momentanen Marktpreis. Ein hei&szlig;er Kandidat f&uuml;r die &bdquo;freiwillige Umschuldung&ldquo; w&auml;ren somit die EZB und die nationalen Notenbanken, die dann allerdings auch den Verlust abschreiben m&uuml;ssten. Von einer &bdquo;Beteiligung privater Gl&auml;ubiger&ldquo; kann in diesem Zusammenhang freilich nicht die Rede sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das ist eine infame Attacke aus New York und London<\/strong><br>\nDieser Tage bekommt man das ganz mulmige Gef&uuml;hl, dass Europa am Abgrund steht. Alles nur Taktik, meint Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. Taktik der Machtstaaten USA und Gro&szlig;britannien, die um ihre Macht zittern. [&hellip;]<br>\nboerse.ARD.de: Sie reden von einer infamen Attacke. Aber die Lage in Europa scheint doch in der Tat prek&auml;r. Die Finanzm&auml;rkte sorgen sich, dass die Schuldenkrise weitere Kreise zieht, zum Beispiel auf Italien &uuml;berschl&auml;gt.<br>\nHellmeyer: Die Lage ist nicht prek&auml;r. Sie ist absurd. Es kann nicht angehen, dass L&auml;nder wie Italien anders beurteilt werden als die USA oder Gro&szlig;britannien. Italien hat eine geringere Neuverschuldung als der Schnitt der Eurozone. In diesem Jahr d&uuml;rfte sie auf vier Prozent sinken. USA, Japan und Gro&szlig;britannien tummeln sich im Bereich von 10 Prozent. Es ist absurd, dass L&auml;nder, die in der Konsolidierung schneller als andere vorankommen, die in der Krise gar nicht so sehr gelitten haben, von den Ratingagenturen in die Mangel genommen werden. Das impliziert eine politische Agenda bei den Ratingagenturen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boerse.ard.de\/content.jsp?key=dokument_545132\">boerse.ARD.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Stefan Schulmeister &ndash; Die Richtung stimmt<\/strong><br>\nBis zum Herbst 2009 waren die Anleihezinsen der Eurol&auml;nder ann&auml;hernd gleich gewesen. Dann entdeckten die Finanzakrobaten ein neues Gesch&auml;ftsfeld: Spekulation auf den Bankrott der schw&auml;chsten Staaten. Als erster Ball im Doppelpassspiel diente Griechenland: Ratingagentur (RAG) 1 stuft das Land herab, Finanzalchemiebanken (FAB) wie Goldman Sachs oder Deutsche Bank &uuml;bernehmen und erh&ouml;hen die CDS-Pr&auml;mien. Jetzt l&auml;uft der Ball zu den Anleiheh&auml;ndlern: Sie erh&ouml;hen die geforderten Zinsen, das Risiko ist ja gestiegen. R&uuml;ckpass zu RAG 2, sie stuft Griechenland weiter herunter.<br>\nGriechenland versuchte, diesen Prozess mit einem brutalen Sparpaket zu stoppen. Zur Belohnung stiegen die Zinsen von 12 auf 17 Prozent. Auch f&uuml;r Irland und Portugal wurden sie unbezahlbar (11 Prozent): Ab unter den Rettungsschirm! Von der &Ouml;ffentlichkeit kaum bemerkt: Auch f&uuml;r Spanien stiegen die Anleihezinsen deutlich, von 3,7 auf 6 Prozent. Nunmehr ist Italien ins Visier der Marktkr&auml;fte geraten (5,8 Prozent). Damit tritt der Kampf um den Euro in die entscheidende Phase. Denn die Staatsschulden von Italien und Spanien sind 5-mal so hoch wie jene der drei Probleml&auml;nder.<br>\nDiese Entwicklung bedroht die W&auml;hrungsunion und letztlich das gesamte europ&auml;ische Projekt aus drei Gr&uuml;nden. Erstens wurden die Zinsen der angegriffenen L&auml;nder (diese haben reale Probleme, Spekulation findet nie &ldquo;abgekoppelt&rdquo; statt) auf ein Niveau getrieben, bei dem jede Sparpolitik sinnlos wird, weil sie nur mehr die Wirtschaftslage verschlechtert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/debatte\/kommentar\/artikel\/1\/die-richtung-stimmt\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutsche Politik treibt Misere voran<\/strong><br>\nDie deutsche Politik steht international in der Kritik: Seit Beginn der Euro-Krise im Herbst 2009 &bdquo;hat die Bundesregierung in vielen Situationen keine gute Figur abgegeben&ldquo;, so Carsten Klude, &Ouml;konom bei der Bank M.M. Warburg. Stets fuhr Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine harte Linie gegen &uuml;berschuldete Euro-Staaten und versch&auml;rfte so die Krise, &bdquo;m&ouml;glicherweise ungewollt&ldquo;, so Klude. Am Ende musste die Bundesregierung in fast allen Fragen nachgeben. Eine Chronik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krise\/deutsche-politik-treibt-misere-voran\/-\/1471908\/8664326\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Stresstest-Ergebnisse &ndash; EU will Krisen-Banken retten<\/strong><br>\nDie Ergebnisse des Banken-Stresstests k&ouml;nnten f&uuml;r weitere Aufregung bei Investoren sorgen: Sechs spanische Banken sind laut einem Bericht durchgefallen. Die EU will Panik verhindern und verspricht Finanzspritzen f&uuml;r kriselnde Institute. [&hellip;]<br>\nErste Resultate sickerten bereits durch. Laut der Madrider Zeitung &ldquo;ABC&rdquo; sollen sechs spanische Geldinstitute durchgefallen sein. Demnach haben f&uuml;nf Sparkassen und eine Bank bei dem Test im ung&uuml;nstigsten angenommenen Szenario versagt. Die Namen der Geldinstitute wurden nicht genannt. [&hellip;]<br>\nNun will die EU zumindest in Sachen Banken-Stresstest f&uuml;r Beruhigung sorgen und verspricht, kriselnde Banken mit staatlichem Geld vor der Pleite zu bewahren. Sollten bei den europaweiten Stresstests von den 91 getesteten Geldh&auml;usern Kandidaten durchfallen, wollen die Regierungen wie bereits nach der Bankenkrise 2008 mit Finanzspritzen beispringen, erkl&auml;rten die EU-Finanzminister.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,774044,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Staaten retten die Banken und die Banken verdienen an der &bdquo;Rettung&ldquo; der Staaten, denen die Banken kein Geld mehr f&uuml;r ihre eigene Rettung leihen wollen. Es ist an der Zeit, diesen Teufelskreis zu beenden, haben die Banken &bdquo;uns&ldquo; nun nicht lange genug auf der Nase herumgetanzt?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung F.S.:<\/strong> Ach was, die allseits bekannten Zocker der verursachten weltweiten Finanzkrise haben schon wieder Probleme. Liebe Steuerzahler, bitte nicht laut schreien: &ldquo;Das gibts doch gar nicht! Die Krise haben wir laut Angie doch schon l&auml;ngst hinter uns!&rdquo; Nein, alles ist doch &ndash; da sind sich die Regierungen Europas schlie&szlig;lich tv-talkshow-einig &ndash; schon wieder mal unvorhersehbar. Helfen Sie also bitte &uuml;ber Ihre gew&auml;hlten politischen Vertreter im Parlament auch weiterhin tatkr&auml;ftig mit zur Rettung aller krisengesch&uuml;ttelten Banken ohne ausreichendes Eigenkapital! In weiser Voraussicht auf Ihr Einverst&auml;ndnis &ndash; Sie sind doch schlie&szlig;lich auch deshalb zur Wahl gegangen &ndash; sitzen die europ&auml;ischen Minister der Finanzen, Ihre H&uuml;ter des Euros, eiligst in Br&uuml;ssel zusammen, um tatkr&auml;ftig auf ein neues den Bankern zu helfen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Bank gewinnt immer!<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/hauptnavigation\/startseite\/#\/beitrag\/video\/1383764\/Die-Bank-gewinnt-immer!\">ZDF WiSo<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>IWF bef&uuml;rchtet deutsche Konjunkturflaute<\/strong><br>\nDeutschland steht wirtschaftlich bestens dar, doch die Zukunft sieht weniger rosig aus, warnt der Internationale W&auml;hrungsfonds. Er verlangt nach Reformen, sonst drohe das konjunkturelle Mittelma&szlig;.<br>\nDer Internationale W&auml;hrungsfonds sieht Deutschland langfristig in eine Wirtschaftsflaute abgleiten, sollten wichtige Reformen nicht angegangen werden. Ohne politische Gegenma&szlig;nahmen werde die Konjunktur in den kommenden Jahren deutlich an Fahrt verlieren, schrieb der IWF in einer Analyse der volkswirtschaftlichen Lage in der Bundesrepublik. Reformen auf dem Arbeitsmarkt und die St&auml;rkung der Binnennachfrage seien unerl&auml;sslich. [&hellip;]<br>\nSo k&ouml;nne das Land aus heutiger Sicht gegen Mitte dieses Jahrzehnts nur noch mit einer Wachstumsrate zwischen 1,25 und 1,5 Prozent rechnen. Ein Grund daf&uuml;r sei unter anderem, dass die Bev&ouml;lkerung &uuml;beraltere und somit die Zahl der Arbeitskr&auml;fte sinke. Die Regierung m&uuml;sse daher mit ihrer Steuerpolitik versuchen, mehr Menschen zur Teilnahme auf dem Jobmarkt zu bewegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:prognose-iwf-befuerchtet-deutsche-konjunkturflaute\/60077878.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/politik\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Regierung soll das Heer von Arbeitslosen und ALG-II-Empf&auml;ngern durch Steuererleichterungen zur Teilnahme am Jobmarkt bewegen? Mit solch realit&auml;tsfremden Thesen wagt sich noch nicht einmal ein FDP-Hinterb&auml;nkler an die &Ouml;ffentlichkeit. Erstaunlich, zu was zu abstrusen Ergebnisse hoch bezahlte IWF-Analysten doch kommen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Marktwirtschaft und &ldquo;die M&auml;rkte&rdquo;<\/strong><br>\nMit der Art von krimineller Dummdreistigkeit, die ihn lange an der Spitze der italienischen Politik gehalten hat, st&uuml;rzte Silvio Berlusconi sein Land und die EU in eine neue finanzielle Vertrauenskrise. Mit ein paar S&auml;tzen &uuml;ber seinen Finanzminister, dessen Sparprogramm man nicht so ernst nehmen sollte, gab der italienische Premier den Hetzhunden der internationalen Finanzspekulation das Zeichen: Wir sind reif. Und die EU-Wirtschaftspolitiker m&uuml;ssen wieder einmal versuchen, irgendwie den Super-GAU abzuwenden.<br>\nDie gef&auml;hrliche Situation, in der sich wir alle, unsere Arbeitspl&auml;tze und unser Erspartes befinden, hat zwei Komponenten: erstens die Existenz einer internationalen Finanzindustrie, die sich von der Realwirtschaft losgel&ouml;st hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1308681070202\/Die-Marktwirtschaft-und-die-Maerkte\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li>\n<a name=\"h06\"><\/a><strong>Weg mit dem Soli<\/strong><br>\nDer Solidarit&auml;tszuschlag ist kaum noch jemandem zu vermitteln: Die Millarden, die angeblich f&uuml;r die Kosten der Einheit ben&ouml;tigt werden, sind nichts anderes als eine sprudelnde Einnahmequelle f&uuml;r den Bund. Wenn die Koaltion die Steuern senken will, sollte sie die Abgabe abschaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:steuersenkungen-weg-mit-dem-soli\/60077398.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage im Auftrag von &ldquo;Bild am Sonntag&rdquo; sprechen sich 62 Prozent der Bundesb&uuml;rger <a href=\"http:\/\/www.finanznachrichten.de\/nachrichten-2011-07\/20745536-umfrage-62-prozent-fuer-abschaffung-des-solidaritaetszuschlags-003.htm\">f&uuml;r eine Abschaffung des Solidarit&auml;tszuschlages aus<\/a>.<\/em>  <\/p>\n<p><em>Die ablehnende Haltung der Bev&ouml;lkerungsmehrheit l&auml;&szlig;t sich nur vor dem Hintergrund der mehr verschleiernden denn aufkl&auml;renden Medienberichterstattung zum &ldquo;Soli&rdquo; erkl&auml;ren. In diese Kategorie fallt auch der oben zitierte ftd-Beitrag. Die von der ftd aufgeworfene Frage, f&uuml;r welchen Zweck die Einnahmen aus dem Solidarit&auml;tszuschlag verwendet werden, ist v&ouml;llig nebens&auml;chlich. Die ftd m&ouml;chte doch wohl nicht ernsthaft behaupten, staatliche Investitionen in die Infrastruktur, in die Bildung oder in die Energiewende w&auml;ren eine &ldquo;Fehlleitung&rdquo; von Steuereinnahmen, nur weil diese nicht gezielt unter dem Titel &ldquo;Deutsche Einheit&rdquo; ausgewiesen werden?!<\/em> <\/p>\n<p><em>Es darf vermutet werden, da&szlig; die Mehrzahl unserer Medien, welche z.B. wegen einer angeblichen &ldquo;Zweckentfremdung&rdquo; der &ldquo;Soli&rdquo;-Einnahmen dessen Abschaffung fordern, die Bev&ouml;lkerung &uuml;ber die Funktionsweise des Solidarit&auml;tszuschlages bewu&szlig;t im Unklaren l&auml;&szlig;t. Dieser wird als 5,5%-iger Zuschlag auf die Einkommenssteuer, K&ouml;rperschaftsteuer sowie die Kapitalertragssteuer erhoben. Von der Streichung des Solidarit&auml;tszuschlages w&uuml;rden in ganz besonderem Ma&szlig;e Besserverdienende, Spitzenverdiener, Bezieher von Gewinn- und Verm&ouml;genseinkommen sowie die Unternehmen profitieren. Gering- und Durchschnittsverdienern hingegen k&auml;me die Abschaffung des Solidarit&auml;tszuschlages gar nicht oder nur in geringem Umfange zu Gute.<\/em><\/p>\n<p><em>Am Beispiel der lohn- und einkommensteuerpflichtigen Einkommen l&auml;&szlig;t sich aufzeigen, da&szlig; Besserverdienende und vor allem Spitzenverdiener von einer Abschaffung des Solidarit&auml;tszuschlages doppelt profitieren w&uuml;rden:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Wegen des h&ouml;heren Einkommens und der daraus resultierenden h&ouml;heren Einkommensteuerbelastung.<\/em><\/li>\n<li><em>Wegen des mit wachsendem Einkommen ansteigenden Grenzsteuersatzes f&uuml;r die Einkommensteuer.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Der zu entrichtende Solidarit&auml;tszuschlag (absolut sowie in Prozent vom zu versteuernden Jahreseinkommen) betr&auml;gt f&uuml;r unverheiratete Steuerpflichtige und getrennt veranlagte Ehepaare mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen in H&ouml;he von<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>bis 13.194 Euro: 0 Euro bzw. 0,0%<\/em><\/li>\n<li><em>20.000 Euro: 149 Euro bzw. 0,7%<\/em><\/li>\n<li><em>40.000 Euro: 495 Euro bzw. 1,2%<\/em><\/li>\n<li><em>80.000 Euro: 1.399 Euro bzw. 1,7%<\/em><\/li>\n<li><em>160.000 Euro: 3.247 Euro bzw. 2,0%<\/em><\/li>\n<li><em>320.000 Euro: 7.059 Euro bzw. 2,2%<\/em><\/li>\n<li><em>625.000 Euro: 14.608 Euro bzw. 2,3%.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.imacc.de\/Steuertabelle\/Grundtabellen\/Mit_KiSt_9\/2011_EinkommenGrundTabelle_mit_KS_9.pdf\">hier [PDF &ndash; 9.3 MB]<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei zusammenveranlagenden Ehepaaren (gem&auml;&szlig; Splittingtabelle) betr&auml;gt der zu entrichtende Solidarit&auml;tszuschlag (absolut sowie in Prozent vom zu versteuernden Jahreseinkommen) bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>20.000 Euro: 0 Euro bzw. 0,0%<\/em><\/li>\n<li><em>bis 26.390 Euro: 0 Euro bzw. 0,0%<\/em><\/li>\n<li><em>40.000 Euro: 297 Euro bzw. 0,7%<\/em><\/li>\n<li><em>80.000 Euro: 991 Euro bzw. 1,2%<\/em><\/li>\n<li><em>160.000 Euro: 2.797 Euro bzw. 1,7%<\/em><\/li>\n<li><em>320.000 Euro: 6.493 Euro bzw. 2,0%.<\/em><\/li>\n<li><em>625.000 Euro: 13.747 Euro bzw. 2,2%.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.imacc.de\/Steuertabelle\/Splittingtabellen\/Mit_KiSt_9\/2011_Splitt_Tab_Mit_KiSt_9.pdf\">hier [PDF &ndash; 6.8 MB].<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Das &ldquo;zu versteuerende Einkommen&rdquo; errechnet sich aus dem Bruttoeinkommen abz&uuml;glich Werbungskosten, Sonderausgaben und Au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen.<\/em> <\/p>\n<p><em>FAZIT: Geringverdiener k&auml;men &uuml;berhaupt nicht in den Genuss aus einer Abschaffung des Solidarit&auml;tszuschlages. Spitzenverdiener hingegen w&uuml;rden nicht nur in absoluten Betr&auml;gen, sondern auch in Prozent vom zu versteuernden Einkommen deutlich &uuml;berproportional gegen&uuml;ber Durchschnittsverdienern profitieren. Es w&auml;re eigentlich die Aufgabe &ldquo;unabh&auml;ngiger&rdquo; und &ldquo;&uuml;berparteilicher&rdquo; Medien, im Rahmen der Diskussion &uuml;ber eine m&ouml;gliche Abschaffung des Solidarit&auml;tszuschlages &uuml;ber dieses starke Gef&auml;lle zu Gunsten der Spitzenverdiener (Lohn- und Einkommenssteuer &ndash; siehe obige Beispiele) sowie der Bezieher von Gewinn- und Verm&ouml;genseinkommen und der Unternehmen zu informieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Forderung nach Mindestlohn: Schuften im Callcenter &ndash; f&uuml;r 5,77 Euro pro Stunde<\/strong><br>\nSie arbeiten 40 Stunden in der Woche und bekommen daf&uuml;r monatlich oft nicht mehr als 1000 Euro brutto. Weil viele Callcenter ihre Mitarbeiter schlecht bezahlen, will eine Gewerkschaft auf neuen Wegen einen Mindestlohn durchsetzen. Die &ldquo;DBB Tarifunion&rdquo;, die f&uuml;r Angestellte zust&auml;ndige Organisation des Beamtenbundes, hat den Antrag gestellt, einen Mindestlohn f&uuml;r die Branche der Callcenter zu erlassen. Der Branche geh&ouml;rt das oben beschriebene Unternehmen an. Die Tarifunion versucht einen Weg, der bisher von keiner Gewerkschaft beschritten worden ist. Normalerweise versuchen Gewerkschaften, Tarifvertr&auml;ge auszuhandeln; manchmal stellen sie beim Arbeitsministerium anschlie&szlig;end den Antrag, diese Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r allgemeinverbindlich zu erkl&auml;ren. Stimmt das Ministerium zu, gelten sie auch f&uuml;r Firmen, die nicht unterschrieben haben. In der Callcenter-Branche aber gibt es keine Tarifvertr&auml;ge, die Bezahlung ist mies &ndash; und deshalb ruft die Tarifunion nun ein Gremium an, das vor zwei Jahren vom damaligen Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) eingerichtet worden war, aber noch nie zum Einsatz kam. Scholz schuf auf Grundlage des &ldquo;Mindestarbeitsbedingungengesetzes&rdquo; den so genannten &ldquo;Hauptausschuss&rdquo;. Der Ausschuss kann &ldquo;soziale Verwerfungen&rdquo; in einer Branche feststellen. Auf dieser Grundlage darf das Ministerium einen Mindestlohn erlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/forderung-nach-mindestlohn-schuften-im-call-center-fuer-euro-pro-stunde-1.1115738\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Deutschland im OECD-Migrationsbericht &ndash; Beliebtheitsgrad: sehr m&auml;&szlig;ig<\/strong><br>\nDie T&uuml;rkei ist 2009 erstmals nicht mehr unter den Top drei der Zuwanderungsl&auml;nder nach Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der Migrationsbericht der Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der am Dienstag in Paris vorgestellt wurde. Demnach rangieren Polen, Rum&auml;nien und Bulgarien auf den Pl&auml;tzen eins bis drei und verdr&auml;ngen damit erstmals seit fast 50 Jahren den Bosporus-Staat von einer Spitzenposition. [&hellip;]<br>\nLaut Bericht kamen 2009 erneut weniger Menschen nach Deutschland. Gegen&uuml;ber dem Vorjahr nahm die Zahl der Einwanderer von 228.300 um 13 Prozent auf 197.500 ab, darunter etwa 18.000 Hochqualifizierte. Damit liegt die Bundesrepublik zwar auf Rang acht der Beliebtheitsskala bei den Einwanderungsl&auml;ndern, bezogen auf die Gesamtbev&ouml;lkerung belegt Deutschland aber nur den vorletzten Platz bei der Zuwanderung in den OECD-Staaten. Nur in Japan ist der Anteil an Einwanderern noch geringer.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/beliebtheitsgrad-sehr-maessig\/\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/document\/40\/0,3746,en_2649_37415_48303528_1_1_1_37415,00.html\">International Migration Outlook 2011<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bis zu 33 Prozent weniger Lohn f&uuml;r Ostdeutsche: Hohes Lohngef&auml;lle zwischen Ost und West<\/strong><br>\nAuch noch 21 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es nach Medienangaben weiterhin ein starkes Lohngef&auml;lle zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland. Demnach sollen in einigen Berufen Gehaltsunterschiede von bis zu 33 Prozent vorkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.noows.de\/bis-zu-33-prozent-weniger-lohn-fur-ostdeutsche-hohes-lohngefaelle-zwischen-ost-und-west-29779\">Noows<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Es geht um Vertrauensbruch<\/strong><br>\nBetrug und Korruption verursachen einen Milliardenschaden im &shy;Gesundheitssystem. Es fehlt an Regeln &ndash; Nutznie&szlig;er sind Unternehmen, aber auch &Auml;rzte [&hellip;]<br>\nBis zu 18 Milliarden Euro gehen dem deutschen Gesundheitssystem Jahr f&uuml;r Jahr durch Betrug und Korruption verloren, sch&auml;tzen Experten. Genau wei&szlig; es niemand. Ein Einfallstor ist dabei die &Auml;rzteschaft, denn das Marketing der Pharmaindustrie konzentriert sich besonders auf diese Berufsgruppe. Das schadet nicht nur den Krankenkassen, sondern &ouml;fter noch den Patienten. Sie werden nicht nach medizinischen Gesichtspunkten behandelt, sondern danach, auf wessen Lohnliste ihr Arzt gerade steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1127-es-geht-um-vertrauensbruch\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Gegen&ouml;ffentlichkeit im Netz<\/strong><br>\nDie Gegner des Bahnprojekts &ldquo;Stuttgart 21&rdquo; demonstrieren weiter. Die Medien begleiten sie &ndash; gern gesehene G&auml;ste sind die meisten Journalisten aber l&auml;ngst nicht mehr. Die S21-Gegner organisieren sich immer st&auml;rker &uuml;bers Internet. Von den klassischen Medien sind sie entt&auml;uscht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/stuttgarteinundzwanzigproteste100.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist interessant, mit anzuschauen, wie die Tagesschau versucht, das politische Netz als &bdquo;R&uuml;ckzug aus dem &ouml;ffentlichen Diskurs&ldquo; dazustellen. Leser der NachDenkSeiten wissen nat&uuml;rlich, dass das Gegenteil der Fall ist. Wenn der &ouml;ffentliche Diskurs nicht mehr demokratisch gef&uuml;hrt wird und Meinungsmacher und Meinungsbildner die Diskussion beinahe nach Gutd&uuml;nken steuern k&ouml;nnen, ist der Weg ins Netz vielmehr die R&uuml;ckkehr zum &ouml;ffentlichen Diskurs. Es ist jedoch nur all zu verst&auml;ndlich, dass die klassischen Einwegmedien dies mit Krokodilstr&auml;nen bejammern und das Netz gerne in einem d&uuml;steren Licht darstellen.<\/em> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unsers Lesers H.J.M.:<\/strong> Dieser Beitrag zeigt mal wieder, wie man Stimmung gegen das Netz macht und so tut, als ob die Medien f&uuml;r ordentlichen Journalismus stehen w&uuml;rde. Eine &uuml;ble Mache, abgesegnet durch einen Medienprofessor der Uni Stuttgart. Weil zum Beispiel der SWR, aber auch die Stuttgarter Zeitungen nie eine Rede bei den Demonstrationen &uuml;bertragen bzw. drucken, schalte ich Anzeigen wie diese: Kommen Sie zur Montagsdemo, dort h&ouml;ren Sie, was die Medien verschweigen!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stresstestziel ist nicht realistisch<\/strong><br>\nDer Programmierer und Analyst Christoph Engelhardt erhebt Zweifel an der Leistungsf&auml;higkeit von Stuttgart 21. Die Annahme der Bahn, dass Durchgangsbahnh&ouml;fe doppelt so leistungsf&auml;hig seien wie Kopfbahnh&ouml;fe, sei in Fachkreisen umstritten. Er fordert, die Vertr&auml;ge der Bahn mit der Schweizer Beratungsfirma SMA offenzulegen, die den Stresstest machen soll. Engelhardt hat seine Studie in dem Fachblatt &ldquo;Eisenbahn-Revue International&rdquo; ver&ouml;ffentlicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/interview\/1501437\/\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die R&uuml;ckkehr der Revolution&auml;re<\/strong><br>\nWer bei &uuml;ber 50 Grad in der Sonne auf einem offenen Platz ohne Schatten demonstriert, der meint es ernst. Der Tahrirplatz ist wieder so voll wie zu Zeiten der Revolution. Seit Wochen hatten die verschiedensten politischen Gruppierungen zu dem heutigen &ldquo;Tag der Beharrlichkeit&rdquo; aufgerufen. &ldquo;Das Volk fordert die Erf&uuml;llung der Versprechen des arabischen Fr&uuml;hlings&rdquo;, hei&szlig;t es auf einem der Plakate. &ldquo;Wir wollen eine v&ouml;llige Erneuerung, und die wollen wir der Milit&auml;rf&uuml;hrung nicht m&uuml;hevoll St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck aus der Nase ziehen&rdquo;, sagt der Abiturient Tarek Mahmud. &ldquo;Wir wollen sichergehen, dass die Revolution bleibt, deswegen bleiben wir auch heute Nacht hier&rdquo;, meint seine Schwester Hoda. &ldquo;Polizisten werden nicht zur Verantwortung gezogen, korrupte Minister laufen frei herum, und Mubarak l&auml;sst sich auf Staatskosten im Badeort Scharm al-Scheich behandeln,&rdquo; schimpft die Radioansagerin Naima Hassan. In einem provokanten Schritt sprach ein Kairoer Strafgericht etwa letzte Wochen den ehemaligen Finanzminister Yussef Butrus Ghali und dessen einstigen Kollegen aus dem Informationsressort, Anas Al-Fiqi, den einstigen Wohnungsbauminister Ahmad al-Maghrabi von der Anklage der Veruntreuung von Staatsgeldern frei. Nicht die einzigen, die ungeschoren davonkommen. &ndash; Milit&auml;r und Polizei haben sich demonstrativ tags&uuml;ber vom Tahrirplatz ferngehalten. Entsprechend friedlich und festlich war die dortige Atmosph&auml;re. Der gro&szlig;e Test wird sein, was das Milit&auml;r unternimmt, wenn sich die Demonstranten wie geplant auf dem Platz wieder einrichten, bis ihre Forderung erf&uuml;llt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2011%2F07%2F09%2Fa0140&amp;cHash=362622061e\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dass die &auml;gyptische Revolution in eine entscheidende Phase tritt, in den Endkampf zwischen denjenigen, die das Personal des alten Regimes, hin&uuml;berretten wollen und denjenigen, die eben dessen Kern beseitigen wollen, findet leider in der westlichen Berichterstattung zu wenig Beachtung. Dabei d&uuml;rfte nicht Libyen oder Syrien, sondern die Entwicklung im volksreichsten Land des Nahen Ostens ausschlaggebend f&uuml;r die langfristige Entwicklung in dieser Region sein. Bisher l&auml;uft die Entwicklung darauf hinaus, dass die Milit&auml;rregierung einige Spitzenfiguren opfert, aber die Machtstrukturen in der Wirtschaft, der Verwaltung und beim Milit&auml;r im Wesentlichen unangetastet l&auml;sst. Fast erste Ma&szlig;nahme des Milit&auml;rs war ein Erlass, dass die Medien nur noch nach vorausgehender Genehmigung &uuml;ber die Armee berichten d&uuml;rfen. Kaum zur Kenntnis genommen wurde bei uns, dass in den letzten vier Monaten &uuml;ber 10.000 protestierende Zivilisten und streikende Arbeiter in Schnellverfahren abgeurteilt wurden, w&auml;hrend bei den Gerichtsverfahren gegen die Sicherheitskr&auml;fte, welche an die 900 Tote und mehrere 1000 Verletzte w&auml;hrend der Revolutionstage zu verantworten hatten, Stillstand herrscht. Allein in der letzten Woche kam es zu &uuml;ber 1000 Verletzten. Hinzukommt, dass in der Wirtschaft, nicht nur am Tahrirplatz, noch nicht &lsquo;business as usual&rsquo; herrscht. Eine Hauptquelle der &auml;gyptischen Wirtschaft, der Tourismus, ist eingebrochen, und ausl&auml;ndische Investitionen bleiben wegen der unsicheren Lage aus. Die Wirtschaftskrise wird in der Presse zunehmend der st&ouml;renden Protestbewegung in die Schuhe geschoben. Sollte sich die wirtschaftliche Situation nicht aufhellen, so steht zu bef&uuml;rchten, dass sich die Armen von der s&auml;kularen Revolution abwenden und sich islamistischen Gruppierungen zuwenden. Auch das Zweckb&uuml;ndnis zwischen der Protestbewegung und der <a href=\"https:\/\/www.iz3w.org\/zeitschrift\/ausgaben\/325\/militaerdiktatur\">Muslimbruderschaft ist seit dem 27.Mai zerbrochen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Muslimbruderschaft bleibt den Protesten fern und konzentriert sich auf die Wahlen im September, in der sie als Partei &ldquo;Freiheit und Gerechtigkeit&rdquo; antritt. Sie erhofft bis zu 40 Prozent der W&auml;hlerstimmen. Allerdings haben sich auch die ultrakonservativen Salafisten als Al-Nur-Partei registrieren lassen und selbst die einstige islamistische Terrorgruppe Al-Gamaa Al- Islamija will bei den Wahlen antreten. F&uuml;r die s&auml;kulare Demokratiebewegung wird es eng. Selbst die traditionsreiche s&auml;kulare Wafd-Partei scheidet f&uuml;r viele aus, da diese Wahlb&uuml;ndnisse mit den Salafisten und den Muslimbr&uuml;dern eingeht. Eine Chance b&ouml;te die Gerechtigkeits-Partei, welche seit ihrer Gr&uuml;ndung  in wenigen Tagen etliche tausend Mitglieder zusammenbekommen hat. &ndash; Europa sollte alles tun, um die Hundertausende, welche letzten Freitag landesweit (u.a. Kairo, Alexandria, Suez und Ismailia) demonstriert haben, zu unterst&uuml;tzen. Dazu geh&ouml;rt zun&auml;chst einmal, dass der entscheidende Kampf um die Macht in &Auml;gypten nicht verschlafen wird, der nicht nur spektakul&auml;r wie in den Revolutionstagen im Februar, sondern auch schleichend im Hintergrund entschieden wird. Momentan setzt die Milit&auml;rregierung anscheinend darauf, dass sich die Proteste tot laufen und von der Bev&ouml;lkerung als zunehmen als St&ouml;rfaktor wahrgenommen wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Humanit&auml;re Notsituation<\/strong><br>\nEine &raquo;humanit&auml;re Notsituation&laquo; sehen die &raquo;&Auml;rzte ohne Grenzen&laquo; in ihren Einsatzgebieten S&uuml;dsudan und Libyen. Bei der Vorstellung ihres Jahresberichts am Dienstag in Berlin machte die deutsche Sektion der Hilfsorganisation deutlich, unter welch katastrophalen Bedingungen die Fl&uuml;chtlinge interniert werden.<br>\nMehr als eine Million Menschen haben seit Beginn des B&uuml;rgerkrieges in Libyen und der Bombardierung des Landes durch Frankreich, England und die USA das Land verlassen &ndash; &uuml;berwiegend flohen sie in afrikanische Nachbarstaaten, aber auch, mit h&auml;ufig selbst gebauten und nicht hochseetauglichen Booten, nach Europa.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/07-13\/056.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Waldorfschule: &bdquo;Man kann nicht nur ein &raquo;bisschen&laquo; Waldorf sein&ldquo;<\/strong><br>\nProf. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universit&auml;t Wien, &uuml;ber Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ruhrbarone.de\/waldorfschule-%E2%80%9Eman-kann-nicht-nur-ein-%C2%BBbisschen%C2%AB-waldorf-sein%E2%80%9C\/\">Ruhrbarone<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>SPD-Basis will Kandidaten alleine ausw&auml;hlen<\/strong><br>\nEs war als Idee gedacht, um die &ldquo;alte Tante SPD&rdquo; zu modernisieren und ihre teils schwerf&auml;lligen Strukturen zu verbessern: Auch Nichtmitglieder sollten bei wichtigen Personalentscheidungen beteiligt werden, sogar bei der K&uuml;r des K-Kandidaten. Aber Parteichef Gabriel kann sich in dieser Frage nicht gegen einflussreiche Bedenkentr&auml;ger in den Landesverb&auml;nden durchsetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/parteichef-sigmar-gabriel-und-seine-plaene-zur-parteireform-spd-basis-will-kandidaten-alleine-auswaehlen-1.1119491\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Nachtrag zu unserem <a href=\"\/?p=10063#h17\">gestrigen Hinweis #17<\/a><\/strong><br>\nDie verw&auml;sserte Reportage<br>\nAm Donnerstagabend um 21:45 Uhr gab es statt des Magazins &ldquo;Panorama&rdquo; mal eine Panorama-Reportage im Ersten zu sehen. Thema: das Fernsehen, genauer gesagt Scripted Reality Dokus. Nanu, so dachte ich: Da traut sich die ARD ja direkt mal was. Die von Anja Reschke moderierte Reportage &ldquo;Das L&uuml;genfernsehen&rdquo; lief bereits am 5. Mai im NDR Fernsehen und hat mir damals gut gefallen. Sollte das Erste also jetzt tats&auml;chlich genau diese gut recherchierte Sendung zur Prime Time um 21:45 Uhr zeigen? Nein, leider nicht ganz! Zwar war die Sendung immer noch informativ, es kamen diverse Betroffene zu Wort &ndash; und doch war ihr ein geh&ouml;riges Ma&szlig; an Brisanz nun genommen worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/fernsehkritik.tv\/blog\/2011\/07\/die-verwasserte-reportage\/\">Fernsehkritik.tv<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Googles &ldquo;Institut f&uuml;r Internet und Gesellschaft&rdquo; &ndash; ein Armutszeugnis<\/strong><br>\nDas komplett von Google finanzierte &ldquo;Institut f&uuml;r Internet und Gesellschaft&rdquo; ist ein Armutszeugnis f&uuml;r die deutsche Forschungs-Gemeinde. Das Internet revolutioniert unsere Welt wie lange nichts mehr und die deutschen Hochschulen schaffen es nicht, zumindest ihre &uuml;berschaubaren Aktivit&auml;ten in diesem Bereich unter einem Dach zu b&uuml;ndeln? Jetzt kommt Google, aktiviert den &ldquo;Start up mode&rdquo; (Google) und sagt: Leute, hier muss was passieren, wir brauchen ein Institut, dass sich allein ums Internet k&uuml;mmert &ndash; hier sind 4,5 Millionen Euro f&uuml;r drei Jahre. Das sind 1,5 Mio. pro Jahr. Im akademisch Betrieb ist das nicht mehr als eine Anschubfinanzierung und reicht nicht mal f&uuml;r zwei Dutzend Institutsmitarbeiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/philipbanse.de\/wp\/googles-institut-fur-internet-und-gesellschaft-ein-armutszeugnis\/\">Philip Banse<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Welcome to Murdochia<\/strong><br>\nBritain is in an uproar over the News of the World revelations. But Murdoch&rsquo;s controversial media empire extends far beyond the English Channel &mdash; and it&rsquo;s been no stranger to scandal across the globe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.foreignpolicy.com\/articles\/2011\/07\/11\/welcome_to_murdochia?page=0,0\">Foreign Policy<\/a>\n<p><strong>dazu: This media is corrupt &ndash; we need a Hippocratic oath for journalists<\/strong><br>\nOur job is to hold power to account. Instead, most of the profession simply ventriloquises the concerns of the elite. Most national journalists are embedded, immersed in the society, beliefs and culture of the people they are meant to hold to account. They are fascinated by power struggles among the elite but have little interest in the conflict between the elite and those they dominate. Journalism&rsquo;s primary purpose is to hold power to account. This purpose has been perfectly inverted. Columnists and bloggers are employed as the enforcers of corporate power, denouncing people who criticise its interests, stamping on new ideas, bullying the powerless.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/2011\/jul\/11\/media-corrupt-hippocratic-oath-journalists\">The Guardian<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch wenn George Monbiot trotz oder sogar wegen Fukushima f&uuml;r die Atomkraft eintritt, <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/commentisfree\/2011\/mar\/21\/pro-nuclear-japan-fukushima\">was ihm viel Feindschaft eingetragen hat<\/a>, bleibt er ein lesenswerter Journalist, dessen Analyse auch auf deutsche Verh&auml;ltnisse &uuml;bertragen werden kann &ndash; bis auf einige Ausnahmen, deren Aufz&auml;hlbarkeit schon klar macht, wer den Mainstream bestimmt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Eurokrise; Stresstest-Ergebnisse; Die Bank gewinnt immer!; IWF bef&uuml;rchtet deutsche Konjunkturflaute; Die Marktwirtschaft und &ldquo;die M&auml;rkte&rdquo;; Weg mit dem Soli; Forderung nach Mindestlohn: Schuften im Callcenter &ndash; f&uuml;r 5,77 Euro pro Stunde; Deutschland im OECD-Migrationsbericht; Bis zu 33 Prozent weniger Lohn f&uuml;r Ostdeutsche; Es geht um Vertrauensbruch; Die Gegen&ouml;ffentlichkeit im<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10074\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10074","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10074","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10074"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10074\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10090,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10074\/revisions\/10090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10074"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}