{"id":100893,"date":"2023-07-12T14:00:52","date_gmt":"2023-07-12T12:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100893"},"modified":"2023-07-13T16:14:23","modified_gmt":"2023-07-13T14:14:23","slug":"die-linksliberalen-tugendpaechter-und-ihr-wirklicher-charakter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100893","title":{"rendered":"Die \u201elinksliberalen\u201c Tugendp\u00e4chter und ihr wirklicher Charakter"},"content":{"rendered":"<p>Ist das &bdquo;linksliberale&ldquo; Milieu in Wirklichkeit eine reaktion&auml;re Klasse, die den Herrschenden dient? Ist deren politische Korrektheit und Kampf f&uuml;r Gleichberechtigung in Wirklichkeit nur eine Farce, um nicht &uuml;ber Umverteilung reden zu m&uuml;ssen? Die US-Amerikanerin Catherine Liu vertritt in ihrem Buch &bdquo;Die Tugendp&auml;chter. Wie sich eine neue Klasse mit Moral tarnt und Solidarit&auml;t verr&auml;t&ldquo; genau diese Ansicht. <strong>Udo Brandes<\/strong> hat es f&uuml;r die NachDenkSeiten gelesen und stellt es vor.<br>\n<!--more--><br>\nDer konservative Focus-Kolumnist Ulrich Reitz stellte k&uuml;rzlich in einer seiner Kolumnen fest, dass es in Deutschland eine neue W&auml;hlergruppe gebe: die Anti-Gr&uuml;nen. Dies seien W&auml;hler, die nicht linksliberal sein wollten, aber auch nicht &bdquo;v&ouml;lkisch&ldquo; (Quelle <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/analyse-von-ulrich-reitz-nur-sahra-wagenknecht-kann-die-afd-jetzt-noch-stoppen_id_197555951.html\">siehe hier<\/a>). Die Literatursoziologin Carolin Amlinger und der Soziologe Oliver Nachtwey beklagten das Gleiche in der &bdquo;Zeit&ldquo;, nur dr&uuml;ckten sie es anders aus: Die Linksliberalen seien das neue Feindbild (Quelle <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2023\/18\/linksliberale-kritik-konservative-kulturkampf?utm_referrer=https%3A%2F%2Fstartpage.com%2F\">siehe hier<\/a>). <\/p><p>Sowohl Reitz als auch Amlinger und Nachtwey haben recht. Nur dass sie den eigentlichen Charakter dieses Ph&auml;nomens nicht treffen: Der Hintergrund daf&uuml;r ist ein Klassenkampf. Und zwar ein Klassenkampf von oben, gef&uuml;hrt von einer Klasse, die selbst angestellt und abh&auml;ngig arbeitet, sich aber mit den Interessen der Kapitalseite identifiziert und deren Interessen vertritt. Genau mit dieser Klasse besch&auml;ftigt sich Catherine Liu, Professorin an der University of California in Irvine, in ihrem Buch. In Anlehnung an eine Untersuchung des US-amerikanischen Soziologenehepaares Barbara und John Ehrenreich aus den siebziger Jahren nennt sie diese Klasse &bdquo;Professionel Managerial Class&ldquo; (abgek&uuml;rzt PMC), was man im Deutschen mit &bdquo;Professioneller Managerklasse&ldquo; wiedergeben k&ouml;nnte. Ein weiteres Vorbild f&uuml;r Lius Analyse ist die ber&uuml;hmte Studie &bdquo;Die Angestellten&ldquo; des deutschen Soziologen Siegfried Kracauer aus dem Jahre 1930. <\/p><p>Liu &uuml;bernimmt von den Ehrenreichs deren Definition dieser Professionellen Managerklasse. Demnach handelt es sich dabei um<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;angestellte Geistesarbeiter, die nicht im Besitz der Produktionsmittel sind und deren Hauptfunktion in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung allgemein als Reproduktion der kapitalistischen Kultur und kapitalistischen Klassenbeziehungen beschrieben werden kann&ldquo; (S. 23).\n<\/p><\/blockquote><p>Etwas weniger soziologisch formuliert: Die Professionelle Managerklasse sorgt daf&uuml;r, dass der Kapitalismus auch weiterhin funktioniert, und zwar sowohl ganz praktisch als auch ideologisch. Dass also die abh&auml;ngig arbeitenden Klassen (Ich spreche ungerne von Arbeiterklasse, weil diese schwer abzugrenzen ist. Ist der Sachbearbeiter in der KFZ-Meldestelle ein Arbeiter?) nicht auf &bdquo;dumme&ldquo; Gedanken kommen, sondern eine Mentalit&auml;t entwickeln oder beibehalten, die den Erhalt des kapitalistischen Systems garantiert. Dass sie also nicht zu widerst&auml;ndig und selbstbewusst werden und (aus Sicht des Kapitals) &bdquo;unangemessene&ldquo; Forderungen stellen. <\/p><p>Cathrine Liu positioniert sich klar und eindeutig als Sozialistin, die das System Kapitalismus bek&auml;mpft. Und sie ist offenbar wirklich sehr erbost &uuml;ber die PMC:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Indem ich die PMC durch eine polemische Darstellung ihrer Moral kritisiere, hoffe ich, ihre Macht &uuml;ber die Art und Weise, wie wir &uuml;ber Politik denken, zu schw&auml;chen. Das Ziel meiner Kritik ist eine R&uuml;ckkehr zu sozialistischer Politik und zu sozialistischen Ma&szlig;nahmen, die einst von den Vordenkern der PMC an den Rand gedr&auml;ngt und durch die historischen Pr&auml;sidentschaftskampagnen von Bernie Sanders 2016 und 2020 wieder sichtbar gemacht wurden&ldquo; (S.23).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die PMC ist &bdquo;als Klasse hoffnungslos reaktion&auml;r&ldquo;<\/strong><\/p><p>Liu sieht in der liberalen PMC das eigentliche Hindernis f&uuml;r grundlegende gesellschaftliche Ver&auml;nderungen im Sinne gesellschaftlicher Gleichheit:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;W&auml;hrend die Rechte ein hartn&auml;ckiges Hindernis f&uuml;r eine wirtschaftliche Neuordnung und eine gro&szlig; angelegte Umverteilung darstellt, ist es jedoch in Wirklichkeit die liberale PMC, die der politischen Revolution im Wege steht, die notwendig ist, um eine andere Art von Gesellschaft und Welt zu schaffen, in der die W&uuml;rde der einfachen Menschen und der Arbeiterklasse im Mittelpunkt steht. (&hellip;) Sie will den tugendhaften Sozialhelden spielen, aber als Klasse ist sie hoffnungslos reaktion&auml;r. Die Interessen der PMC sind heute mehr denn je an ihre Konzernoberherren gebunden als an die K&auml;mpfe der Mehrheit der Amerikaner, deren Leiden lediglich als Hintergrunddekoration f&uuml;r die ehrenamtliche Arbeit der PMC-Elite dient.&ldquo; (S. 30-31).\n<\/p><\/blockquote><p>Dass das &bdquo;linksliberale&ldquo; Milieu in Deutschland so unbeliebt bis verhasst ist, das hat, so denke ich, genau mit dem zu tun, was Liu am Beispiel der PMC in den USA beschreibt: Das &bdquo;linksliberale&ldquo; Milieu gibt sich gerne sozial, kritisch und liberal, dient aber in Wirklichkeit den materiellen Interessen der Kapitalseite und ihren eigenen Privilegien &ndash; und schert sich einen Dreck um &bdquo;die kleinen Leute&ldquo;. Oder verachtet diese sogar. <\/p><p><strong>Ist Lius Analyse auf Deutschland &uuml;bertragbar?<\/strong><\/p><p>Aber kann man denn tats&auml;chlich sagen, dass das &bdquo;linksliberale&ldquo; Milieu in Deutschland im Wesentlichen eine Managerklasse ist, die der Ideologie und den Interessen eines kapitalistischen Systems dient? Ich denke, ja. Wie w&auml;re es sonst zu erkl&auml;ren, dass selbst die biedersten Unternehmen pl&ouml;tzlich die Diversit&auml;t entdecken, die Regenbogenflagge vor ihrem Konzernsitz hissen und Mitarbeiter anweisen, eine gendergerechte bzw. politisch korrekte Sprache zu verwenden (in Berlin wurde zum Beispiel Mitarbeitern des Landes nahegelegt, das Wort &bdquo;Schwarzfahrer&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/mensch-metropole\/warum-berliner-landesbedienstete-nicht-mehr-schwarzfahrer-sagen-sollen-li.106541\">nicht mehr zu benutzen<\/a>)? Politische Korrektheit ist f&uuml;r gro&szlig;e Konzerne und deren Managerklasse ein Gesch&auml;ft, das sich f&uuml;r beide Seiten lohnt: Die Konzerne k&ouml;nnen mit ihrer hehren Moral hausieren gehen und trotzdem fr&ouml;hlich weiter ausbeuten. Und die PMC kann sich moralisch &uuml;berlegen f&uuml;hlen und gleichzeitig gut kassieren. Liu beschreibt dies f&uuml;r die PMC der USA wie folgt: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In liberalen Kreisen ist es nicht blo&szlig; kontrovers, von Klasse oder Klassenbewusstsein vor anderen Formen von Unterschieden zu sprechen; es ist ketzerisch&ldquo; (S. 27).\n<\/p><\/blockquote><p>In Deutschland geht es nicht minder scheinheilig zu. Die Kulturschickeria gibt sich gerne kapitalismuskritisch, hat aber nicht das geringste Problem damit, flei&szlig;ig mitzumachen und zum Beispiel als Kabarettist nach unten zu treten. <\/p><p>Eine der besten Kabarettistinnen Deutschlands, Christine Prayon, ist bei der Heute-Show ausgestiegen, weil sie sich nicht mehr daran beteiligen will, Andersdenkende l&auml;cherlich zu machen. Sie sagte in einem langen Interview mit der Stuttgarter Wochenzeitung &bdquo;Kontext&ldquo; au&szlig;erdem Folgendes:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich habe mich wohl erfolgreich mit meinem Programm und meinen Ansichten aus vielen Sachen rauskatapultiert. Ich glaube zum Beispiel auch, wenn man das gro&szlig;e Fass Kapitalismuskritik aufmacht und das wirklich ernst meint, ist man drau&szlig;en. Nein, ich bin &uuml;berhaupt keine Freundin mehr von Satiresendungen, egal ob B&ouml;hmermann, &ldquo;Anstalt&rdquo; oder andere&ldquo; (Quelle <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/gesellschaft\/639\/birte-spielt-nicht-mehr-mit-8943.html\">hier<\/a>).\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Barack Obamas Politik belegt: Klassenzugeh&ouml;rigkeit ist entscheidend<\/strong><\/p><p>Liu kritisiert auch den S&auml;ulenheiligen der &bdquo;Linksliberalen&ldquo;, Ex-Pr&auml;sident Barack Obama. Dieser hatte vom B&uuml;ro f&uuml;r B&uuml;rgerrechte des Bildungsministeriums einen Brief an die Hochschulen verschicken lassen. Darin wurden die Hochschulen gewarnt, dass sie riskieren w&uuml;rden, ihre Rechte auf Bundesmittel zu verlieren, wenn sie keine Ma&szlig;nahmen gegen sexuelle Gewalt oder &Uuml;bergriffe auf dem Campus ergreifen w&uuml;rden. Das hatte Folgen:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Viele Title-IX-B&uuml;ros (Title-IX ist ein Gesetz, das die Benachteiligung von Frauen ausschlie&szlig;en soll; UB) lehnten das Prinzip &sbquo;unschuldig bis zum Beweis der Schuld&lsquo; ab, das die demokratische Rechtsstaatlichkeit ausmacht, und richteten Untersuchungsaussch&uuml;sse und &ndash;gremien auf dem Campus ein, die kaum mehr als Scheingerichte waren&ldquo; (S.93).\n<\/p><\/blockquote><p>Nach Auffassung von Liu hat Obama hier einen f&uuml;r Liberale typischen Kampf gef&uuml;hrt, n&auml;mlich einen, der nicht das eigentliche Problem bek&auml;mpft. Sie kritisiert: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Anstatt sich auf wirtschaftliches Fehlverhalten zu konzentrieren, verfolgte eine aufstrebende PMC-Elite unter Obama Sexualverbrechen &ndash; nicht am Arbeitsplatz, sondern auf dem College-Campus &ndash; mit einem Eifer, den Liberale f&uuml;r jede Politik reservieren, die die Aufmerksamkeit von wirtschaftlicher Umverteilung ablenkt. (&hellip;) Warum hat die Obama-Regierung nicht einen offiziellen &sbquo;Dear Colleague&lsquo;-Brief an Inverstmentbanker und Finanzberater geschickt, in dem sie davor warnt, ihren Kunden dabei zu helfen, Milliarden von Steuern zu hinterziehen?&ldquo; (S. 92 und 99)\n<\/p><\/blockquote><p>Liu z&auml;hlt dann noch etliche weitere Adressaten auf, f&uuml;r die ein &bdquo;Dear Colleague&ldquo;-Brief angemessen gewesen w&auml;re, etwa Big Pharma oder Goldman Sachs. <\/p><p><strong>Res&uuml;mee<\/strong><\/p><p>Auch wenn Liu eine interessante und durchaus zutreffende Analyse abliefert: So ganz und gar anfreunden kann ich mich mit Lius Text nicht. Zum einen aus stilistischen Gr&uuml;nden. Lius Schreibstil ist mir etwas zu insiderhaft, und das in doppelter Hinsicht: Sie schreibt als Sozialistin bzw. Marxistin und als US-amerikanische Akademikerin. Es h&auml;tte dem Buch gut getan, wenn sie etwas popul&auml;rer geschrieben h&auml;tte und etwas weniger den akademischen und marxistischen Jargon verwendet h&auml;tte. Nun, man muss sich wohl damit abfinden, dass Universit&auml;tsakademiker nur in seltenen Ausnahmef&auml;llen wirklich gute Schreiber sind. Aber um Missverst&auml;ndnisse zu vermeiden: Das Buch ist trotzdem noch f&uuml;r den &bdquo;normalen&ldquo; politisch interessierten Leser lesbar. Aber ich frage mich, wieso eine Autorin, die mit ihrem Buch ausdr&uuml;cklich politisch etwas bewirken will, sich in dieser Hinsicht nicht mehr M&uuml;he gibt. Dass sie es viel besser kann, bewies sie in einem taz-Interview, in dem sie sehr sch&ouml;n anschaulich erkl&auml;rte, warum sie das im &bdquo;linksliberalen&ldquo; Akademikermilieu so beliebte Konzept der &bdquo;Intersektionalit&auml;t&ldquo; ablehnt (Mit diesem Begriff ist gemeint, dass Menschen aufgrund mehrerer Eigenschaften, z. B. Hautfarbe und Geschlecht, diskriminiert werden). Sie antwortet auf eine entsprechende Frage der taz: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Kimberl&eacute; Crenshaw, die den Begriff pr&auml;gte, war Anw&auml;ltin. Intersektionalit&auml;t ist ein juristisches Konzept, kein politisches. Sie wollte zeigen, dass Schwarze Frauen, die ihre Jobs in einer Autofabrik verloren, nicht entweder als Frauen oder als Schwarze diskriminiert wurden, sondern als eigene Kategorie: Schwarze Frau. Es spricht B&auml;nde, dass sie verga&szlig;, sie als Arbeiterinnen zu denken, die so was wie von Gewerkschaften erstrittene Arbeitsrechte hatten. Wenn, dann taucht in dieser Theorie Klasse nur als eine von mehreren Identit&auml;ten auf, die gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Das finde ich v&ouml;llig falsch. Klasse ist keine Identit&auml;t, sondern unser Verh&auml;ltnis zu den Produktionsmitteln. Klasse fu&szlig;t auf Widerspruch, nicht auf Differenz&ldquo; (<a href=\"https:\/\/taz.de\/Professorin-ueber-Wokeness\/!5941899\/\">taz.de<\/a>).\n<\/p><\/blockquote><p>Dass Klassenzugeh&ouml;rigkeit die letztlich f&uuml;r das Leben wichtigere Kategorie ist, erkl&auml;rt sie mit zwei weiteren sch&ouml;nen Beispielen: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Eine Afroamerikanerin aus der Arbeiterschicht ist einer asiatischen Frau aus der Arbeiterschicht n&auml;her als Oprah Winfrey (eine schwarze US-Amerikanerin, die im Fernsehbusiness Karriere machte und zur Milliard&auml;rin aufstieg; UB). Das klingt banal, aber in den USA wird uns erz&auml;hlt, man k&ouml;nne sich nur mit Menschen aus der gleichen ethnischen Gruppe identifizieren. Oder nehmen wir ein deutsches Beispiel: Karl Lagerfeld, m&ouml;ge er in Frieden ruhen, kam aus einer reichen aristokratischen Familie. Er begann sein Leben als reicher Mann und er starb noch viel reicher. Nat&uuml;rlich, er war schwul. Er mag dadurch viel Leid erfahren haben in seinen konservativen Kreisen. Aber niemand kann mir erz&auml;hlen, dass sein Leben viel mit einem schwulen Mann, sagen wir, aus einer Hamburger Hafenarbeiterfamilie gemeinsam hat.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Und noch ein Kritikpunkt: Mir fiel mir auf, dass Liu h&auml;ufiger von einfachen Menschen ohne Hochschulabschluss spricht (Ein Beispiel findet sich auf Seite 109). Auf Seite 29 schreibt sie, dass die PMC auf die &bdquo;Vulgarit&auml;t und Dummheit der Massen&ldquo; herabsehe. Sie schreibt das so, als ob Vulgarit&auml;t und Dummheit der Massen eine objektive Tatsache sei. Vielleicht bin ich da ein wenig &uuml;berkritisch. Aber mir kommt das so vor, als ob da bei Liu selbst eine d&uuml;nkelhafte Haltung gegen&uuml;ber Nichtakademikern durchschimmert.<\/p><p>Mein zusammenfassendes Urteil: Gute Ideen und interessante Gedankeng&auml;nge. Aber stilistisch nicht optimal umgesetzt. Trotzdem eine interessante politische Lekt&uuml;re.<\/p><p>Titelbild: ImageFlow\/shutterstock.com<\/p><p><em>Catherine Liu: Die Tugendp&auml;chter. Wie sich eine neue Klasse mit Moral tarnt und Solidarit&auml;t verr&auml;t, Westend Verlag, 2023, 128 Seiten, 18,00 Euro.<\/em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/1ad82bdce6ae4356ad30269cda3b9255\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist das &bdquo;linksliberale&ldquo; Milieu in Wirklichkeit eine reaktion&auml;re Klasse, die den Herrschenden dient? Ist deren politische Korrektheit und Kampf f&uuml;r Gleichberechtigung in Wirklichkeit nur eine Farce, um nicht &uuml;ber Umverteilung reden zu m&uuml;ssen? Die US-Amerikanerin Catherine Liu vertritt in ihrem Buch &bdquo;Die Tugendp&auml;chter. 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