{"id":1009,"date":"2006-01-02T17:09:38","date_gmt":"2006-01-02T15:09:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1009"},"modified":"2016-02-21T11:01:56","modified_gmt":"2016-02-21T10:01:56","slug":"boeckler-stiftung-frauen-haben-schlechte-chancen-an-der-uni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1009","title":{"rendered":"Boeckler-Stiftung: Frauen haben schlechte Chancen an der Uni"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/509_57643.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/509_57643.html\">WSI-FrauenDatenReport2005<\/a> steigt die Zahl der Studentinnen seit den 70er Jahren stetig. Frauen stellen knapp die H&auml;lfte der Erstsemester. Allerdings erreichen nur wenige Frauen eine Hochschullehrerkarriere, auf gerade mal 9,2 Prozent der C4-Lehrst&uuml;hle sitzen Professorinnen.<br>\n<!--more--><br>\nLaut <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/32014_57687.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/32014_57687.html\">B&ouml;ckler-Impuls 20\/2005<\/a> haben die Frauen im ersten Semester fast gleichgezogen.<br>\nGemessen an ihren guten Bildungserfolgen in der Schule bleibt der Anteil der Studienanf&auml;ngerinnen indes leicht unterproportional: Auf 100 Studenten kommen in Deutschland 98 Studentinnen. Schaut man auf das europ&auml;ische Ausland, vor allem auf die osteurop&auml;ischen EU-Neulinge, ist das sogar eine ziemlich geringe Quote. Bei den Erstsemestern k&uuml;ndigt sich bereits leise an, was sich im Laufe der Hochschullaufbahn verst&auml;rkt: Frauen starten mit guten oder sogar besseren Voraussetzungen als M&auml;nner. Mit zunehmender H&ouml;he des akademischen Grades f&auml;llt ihr Anteil jedoch kontinuierlich ab, konstatiert der in K&uuml;rze erscheinende FrauenDatenReport 2005 des WSI. Hochschulkarrieren bleiben weitgehend den M&auml;nnern vorbehalten. <\/p><p><strong>Klassischer Anfang, typisches Ende<\/strong> <\/p><p>Ein Faktor dabei ist die Entscheidung f&uuml;r bestimmte Studienf&auml;cher und Abschl&uuml;sse: Die Fachbereiche Sprachen und Kulturwissenschaften sind mit 69 Prozent in Frauenhand. Zugleich w&auml;hlen nur 13 Prozent aller Studentinnen Mathe und Naturwissenschaften, weniger als noch 1975. Weiterhin gering ist auch der Anteil der Frauen in den Ingenieurwissenschaften. In den F&auml;chern Jura und Wirtschaftswissenschaften holen Frauen zwar auf, in der Medizin ist das Geschlechterverh&auml;ltnis ausgeglichen.<\/p><p>Beim Studienabschluss liegen Frauen und M&auml;nner noch gleichauf, doch dann &ouml;ffnet sich die Gender-Schere: Frauen entscheiden sich weit h&auml;ufiger als M&auml;nner f&uuml;r die Lehramtspr&uuml;fung und verabschieden sich damit in der Regel von der Uni-Laufbahn.<\/p><p>Auf den langen Marsch zur Professorenkarriere begeben sich Akademikerinnen dagegen deutlich seltener: fast 40 Prozent der Promotionen und nur gut jede f&uuml;nfte Habilitation wird von einer Frau erworben. Nicht einmal jede siebte Professur besetzt eine Frau. Bei den C4-Professuren sinkt ihr Anteil sogar unter zehn Prozent. Interessant: In s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;ndern wie Spanien oder Portugal ist der Anteil deutlich h&ouml;her. Allerdings genie&szlig;t der Professorenberuf dort auch weniger Ansehen. Und er wird nicht so gut bezahlt.<\/p><p>Der drastische Frauen-Schwund am oberen Ende der Aufstiegsleiter hat &auml;hnliche Ursachen wie in anderen Berufen &ndash; doch an Hochschulen sind manche H&uuml;rden besonders hoch:<\/p><ul>\n<li>Durch die extrem lange Zeit bis zur Professur fallen Qualifikationsphase und Familienphase zusammen. Vor allem Frauen m&uuml;ssen sich dann zwischen Beruf und Familie entscheiden. Das hat offensichtlich Folgen: Vier von f&uuml;nf Professoren haben mindestens ein Kind, w&auml;hrend die H&auml;lfte der Professorinnen kinderlos ist.<\/li>\n<li>Der hohe Arbeitseinsatz l&auml;sst sich nur schwer mit Familienpflichten verbinden. Die traditionelle Arbeitsteilung behindert Frauen in ihrer Karriere.<\/li>\n<li>Eine Karriere an der Universit&auml;t funktioniert meist &uuml;ber Netzwerke. Die sind oft von M&auml;nnern dominiert.<\/li>\n<li>Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt bei der Personalplanung selten eine Rolle. Die Universit&auml;ten haben bislang &ndash; vor allem im Mittelbau &ndash; wenig Interesse an einer l&auml;ngerfristigen Mitarbeiterbindung gezeigt. Die Vertr&auml;ge sind ohnehin befristet.<\/li>\n<\/ul><p>Immerhin aber haben sich die Frauenanteile &ndash; offenbar auch wegen der Frauenf&ouml;rderung &ndash; bei den Habilitationen und bei den Professuren im vergangenen Jahrzehnt um f&uuml;nf bis zehn Prozentpunkte erh&ouml;ht. Verk&uuml;rzte Karrierewege k&ouml;nnten weitere Chancen bieten: Die 2002 eingef&uuml;hrte Juniorprofessur soll dem wissenschaftlichen Nachwuchs fr&uuml;her als bisher den Weg zur Professur auf Lebenszeit ebnen. Ziel ist es auch, den Frauenanteil unter den Professuren zu steigern.<\/p><p>Funktioniert das? Da die Fallzahlen bei den Juniorprofessuren noch zu klein sind, ist es f&uuml;r ein klares Urteil noch zu fr&uuml;h. Positiv ist, dass bisher immerhin ein Drittel der Junior-Lehrst&uuml;hle an Frauen ging. Allerdings bleibt dieser Anteil immer noch deutlich unter dem Frauenanteil bei den Promotionen.  <\/p><p>Quelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/32014_57687.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/32014_57687.html\">B&ouml;ckler-Impuls 20\/2005<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/32015_57703.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/32015_57703.html\">Grafik &ldquo;Gleiche Chancen nur bis zum Studienabschluss&rdquo;<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/509_57643.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/509_57643.html\">WSI-FrauenDatenReport2005<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/509_57643.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-FEC0FBFE\/hbs\/hs.xsl\/509_57643.html\">WSI-FrauenDatenReport2005<\/a> steigt die Zahl der Studentinnen seit den 70er Jahren stetig. 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