{"id":10103,"date":"2011-07-15T08:58:02","date_gmt":"2011-07-15T06:58:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10103"},"modified":"2019-03-18T11:45:10","modified_gmt":"2019-03-18T10:45:10","slug":"hinweise-des-tages-1425","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10103","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Gesetzliche Sozialversicherung: Eurokrise; Helaba gegen die EU; Teure Steuerentlastung; Stabilit&auml;tsgewinn durch Demokratieverzicht? Europas Weg in den Autoritarismus; &raquo;Der Mi&szlig;brauch ist unertr&auml;glich geworden&laquo;; Bundesregierung: Altersarmut bisher eine Randerscheinung; Rentenversicherung: Beitragssenkungen von heute sind Leistungsk&uuml;rzungen von Morgen; Deutschland verabschiedet sich vom Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung; Stuttgart 21; Subventionen f&uuml;r Gas und Kohle gefordert: RWE h&auml;lt die Hand auf; Linktipp: Textinitiative Fukushima; Merkel in Afrika; Karl-Theodor zu Steinbr&uuml;ck; Doktorsterben statt verdummte Gesellschaft; Seehofer stellt Studiengeb&uuml;hren in Frage; Rechter Aktivist leitet Zeitung an Bundeswehr-Uni; zu guter Letzt: &Ouml;sterreich will T&ouml;chter ehren; Das Allerletzte &ndash; Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Der Missbrauch kennt keine Pause (MB\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Gesetzliche Sozialversicherung: &Uuml;berschuss im ersten Quartal 2011<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Eurokrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Helaba gegen die EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Teure Steuerentlastung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Stabilit&auml;tsgewinn durch Demokratieverzicht? Europas Weg in den Autoritarismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">&raquo;Der Mi&szlig;brauch ist unertr&auml;glich geworden&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Bundesregierung: Altersarmut bisher eine Randerscheinung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Rentenversicherung: Beitragssenkungen von heute sind Leistungsk&uuml;rzungen von Morgen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Deutschland verabschiedet sich vom Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Subventionen f&uuml;r Gas und Kohle gefordert: RWE h&auml;lt die Hand auf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Linktipp: Textinitiative Fukushima<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Merkel in Afrika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Karl-Theodor zu Steinbr&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Doktorsterben statt verdummte Gesellschaft &ndash; H&ouml;lle, H&ouml;lle, H&ouml;lle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Rechter Aktivist leitet Zeitung an Bundeswehr-Uni<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Sky Falls on Rupert Murdoch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Zu guter Letzt: &Ouml;sterreich will T&ouml;chter ehren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Das Allerletzte &ndash; Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Der Missbrauch kennt keine Pause<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=10103&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Gesetzliche Sozialversicherung: &Uuml;berschuss im ersten Quartal 2011<\/strong><br>\nIm ersten Quartal 2011 verzeichnete die gesetzliche Sozialversicherung &ndash; in Abgrenzung der Finanzstatistik &ndash; einen kassenm&auml;&szlig;igen Finanzierungs&uuml;berschuss von 0,1 Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, verzeich&shy;nete sie im ersten Quartal des Vorjahres noch ein Finanzierungsdefizit von 4,0 Milliarden Euro.<br>\nDie Einnahmen der gesetzlichen Sozialversicherung summierten sich im ersten Quartal 2011 auf insgesamt 127,3 Milliarden Euro. Gegen&uuml;ber dem ersten Quartal 2010 entspricht das einem Zuwachs von 2,8%. Die Ausgaben sanken hingegen um 0,5% auf 127,1 Milliarden Euro. Die gesetzliche Sozialversicherung umfasst die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung, die Alterssicherung f&uuml;r Landwirte sowie die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit.<br>\nIm ersten Quartal 2011 erh&ouml;hten sich die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung auf 60,7 Milliarden Euro. Dem Einnahmenzuwachs um 1,7% stand ein geringerer Anstieg der Ausgaben um 0,6% auf 62,1 Milliarden Euro gegen&uuml;ber. Daraus ergab sich im ersten Quartal 2011 ein Finanzierungsdefizit der gesetzlichen Rentenversicherung von 1,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres verringerte sich das Finanzierungsdefizit um 0,7 Milliarden Euro.<br>\nDie Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung bestehen &uuml;berwiegend aus Zuweisungen des Gesundheitsfonds &ndash; im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Beitragseinnahmen. Sie beliefen sich im ersten Quartal 2011 auf 45,6 Milliarden Euro und lagen damit um 5,0% &uuml;ber denen des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Die Ausgaben erh&ouml;hten sich um 2,6% auf 44,6 Milliarden Euro. F&uuml;r das erste Quartal 2011 konnte somit ein Finanzierungs&uuml;berschuss von 0,9 Milliarden Euro erzielt werden, w&auml;hrend sich f&uuml;r die gesetzliche Krankenversicherung im ersten Quartal 2010 noch ein leichtes Finanzierungsdefizit von 0,1 Milliarden Euro ergab.<br>\nIm ersten Quartal 2011 stiegen die Einnahmen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit um 2,4% auf 10,3 Milliarden Euro. Die Ausgaben lagen mit 9,6 Milliarden Euro um 19,4% unter denen des Vorjahres. Damit wies die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im ersten Quartal 2011 einen Finanzierungs&uuml;berschuss von 0,7 Milliarden Euro auf, nach einem Finanzierungsdefizit von 1,9 Milliarden Euro im ersten Quartal 2010.<br>\nDie Einnahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung stiegen im ersten Quartal 2011 um 1,2% auf 5,3 Milliarden Euro. Demgegen&uuml;ber stand ein h&ouml;herer Zuwachs der Ausgaben um 3,0% auf 5,5 Milliarden Euro, so dass sich das Finanzierungsdefizit der gesetzlichen Pflegeversicherung im Vorjahresvergleich um 0,1 auf 0,2 Milliarden Euro erh&ouml;hte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2011\/07\/PD11__266__71135,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Eurokrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Was bringen Bondr&uuml;ckk&auml;ufe?<\/strong><br>\nNun ist also wieder die Zeit der Modelle gekommen. Mit mehr als drei&szlig;ig unterschiedlichen Verfahren zur L&ouml;sung der Krise besch&auml;ftigen sich die Fachbeamten der EU derzeit angeblich, den vollen Instrumentenkasten will Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble n&uuml;tzen. Die FTD berichtet, dass ein gro&szlig; angelegtes Anleiher&uuml;ckkaufprogramm derzeit favorisiert wird.  Ich war skeptisch, als diese Idee erstmalig aufkam und bin es nach wie vor.<br>\nGlaubt wirklich jemand, die Banken w&uuml;rden im Fall eines milliardenschweren Bondr&uuml;ckkaufprogramms die Anleihen zu den aktuellen Marktpreisen verkaufen und Verluste realisieren? F&uuml;r jede Bank w&auml;re es rational, an dem Programm nicht teilzunehmen, in der Hoffnungen, dass die anderen Banken teilnehmen und sich die Bonit&auml;t Griechenlands verbessert, wodurch die eigenen Bonds mehr wert werden. Letztlich kommt der Entlastungseffekt &ndash; wie ich an anderer Stelle ausgef&uuml;hrt habe &ndash; alleine durch die subventionierten Kredite zustande, mit denen der R&uuml;ckkauf finanziert wird. Dann kann den Griechen das Geld auch gleich schenken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2011\/07\/13\/was-bringen-bondruckkaufe_3263\">Zeit Herdentrieb<\/a><\/li>\n<li><strong>Eurozone zittert: Auch Italien am Abgrund?<\/strong><br>\nNun also Italien. Der Kampf um die Eurozone geht in die n&auml;chste Runde. Wieder hat eine Ratingagentur den Stein ins Wasser geworfen. Jetzt schlagen die Spekulationswellen hoch. Der &uuml;bliche europ&auml;ische Krisenmechanismus l&auml;uft an: Auf Herabstufung folgt der Sparappell aus Berlin. 47 Mrd. Euro will Berlusconi bis 2014 einsparen&hellip;<br>\nRichtig ist, dass sich Italiens Wirtschaft in den letzten Jahren schwach entwickelt hat. Sie wuchs 2010 lediglich um 1,3 %. In diesem Jahr wird 1 % erwartet. Die Verschuldung ist mit 1.800 Mrd. Euro sehr hoch, aber seit langem bekannt. Sie entspricht 120 % des BIP (siehe Abbildung) &ndash; nach Griechenland der zweith&ouml;chste Wert. Auch die innenpolitischen Scharm&uuml;tzel tragen nicht zur Beruhigung der Finanzm&auml;rkte bei.<br>\nDoch das Schreckensszenario der Ratingagenturen ist &uuml;berzogen. Bisher hatte das Land keine Probleme, seine Schuldenlast zu refinanzieren. Die italienische Bev&ouml;lkerung spart viel und legt ihr Einkommen gern in italienischen Staatsanleihen an. 55 % der italienischen Staatsschulden sind in inl&auml;ndischer Hand. Zudem stieg die Staatsverschuldung in den letzten Jahren keineswegs dynamisch. Ein Gro&szlig;teil der angeh&auml;uften Schulden stammt aus den zwei Jahrzehnten vor der Einf&uuml;hrung des Euro. Dar&uuml;ber hinaus ist das letztj&auml;hrige Defizit mit 4,6 % des BIP verglichen mit den anderen krisengeplagten Staaten gering. Zudem verf&uuml;gt die italienische Wirtschaft &uuml;ber wettbewerbsf&auml;hige Unternehmen und Produkte. Die Arbeitslosigkeit lag 2010 mit 8,4 % auf dem Niveau vergleichbarer L&auml;nder.<br>\nTrotzdem haben die Ratingagenturen den Daumen &uuml;ber Rom gesenkt. Italien muss f&uuml;r Staatsanleihen nun noch tiefer in die Tasche greifen. Die Risikoaufschl&auml;ge schossen auf ein Rekordhoch. Die steigenden Refinanzierungskosten engen den fiskalpolitischen Spielraum ein. Weitere Rating-Herabstufungen drohen.<br>\nDas Gebot der Stunde ist: Wachstum f&ouml;rdern, Besch&auml;ftigung sichern und die Gemeinschaftsw&auml;hrung stabilisieren. Dies gilt f&uuml;r alle L&auml;nder der Euro-Zone, insbesondere aber in den krisengesch&uuml;ttelten L&auml;ndern des S&uuml;dens. Hierf&uuml;r bedarf es eines europ&auml;ischen Investitions- und Entwicklungsprogramms sowie eines Besch&auml;ftigungspaktes. Der Einfluss von Ratingagenturen auf die Staatsfinanzierung muss dauerhaft begrenzt werden. Mittelfristig ben&ouml;tigt der gemeinsame W&auml;hrungsraum einheitliche Eurobonds. Die Eurozone braucht eine Bank f&uuml;r &ouml;ffentliche Anleihen, um die Staatsfinanzierung den Spekulationen zu entziehen. Wer am Sparkurs festh&auml;lt, nimmt den Zusammenbruch der Eurozone in Kauf.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/110715_klartext_Eurozone-zittert_Auch-Italien-am-Abgrund.gif\" alt=\"Eurozone zittert: Auch Italien am Abgrund\" title=\"Eurozone zittert: Auch Italien am Abgrund\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"upload\/pdf\/110715_klartext_Eurozone%20zittert_Auch-Italien-am-Abgrund.pdf\">DGB klartext [PDF &ndash; 135 KB]<\/a><\/p>\n<p>dazu: <strong>Mehr Augenma&szlig; bei der Bewertung<\/strong><br>\nTrotz aller Dramatik an den Finanzm&auml;rkten sollte man differenzieren: Die Lage in Italien ist nicht mit der anderer Schuldenstaaten in der Euro-Zone zu vergleichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:eu-schuldenkrise-mehr-augenmass-bei-der-bewertung\/60078762.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/meinungshungrige\">FTD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Fitch senkt Griechenlands Kreditw&uuml;rdigkeit um drei Stufen<\/strong><br>\nDie Londoner Rating-Agentur Fitch h&auml;lt Europas Finanzhilfe f&uuml;r Griechenland f&uuml;r unzureichend. Grund f&uuml;r die Herabstufung: Die Angst vor Kreditausf&auml;llen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2011-07\/rating-fitch-griechenland\/komplettansicht?print=true\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung S.P.:<\/strong> Und das Drama geht weiter. Offensichtlich mu&szlig; es erst zum Schlimmsten kommen, bevor sich die europ&auml;ische Politik auf eine einheitliche Finanzpolitik verst&auml;ndigen kann und die Spekulation &ndash; etwa mittels Eurobonds &ndash; beendet. Hoffentlich feilt man wenigstens intern schon an einem Regelwerk, an das sich die Staaten der Eurozone z.B. f&uuml;r den Fall der Einf&uuml;hrung von Eurobonds zu halten haben. Dann w&auml;re man wenigstens in diesem Sinne vorbereitet. Sonst geht das Spiel noch ewig so weiter, wenn auch in wechselnder Besetzung (Portugal, Irland, Spanien, Italien und wer wei&szlig; wen noch, vielleicht eines Tages auch Deutschland). Dazu bedarf es nat&uuml;rlich politischen Willens, denn es gibt ja auch wirtschaftliche und politische Profiteure der jetzigen Zust&auml;nde. Und die liberal-konservativ denklenden Vertreter der Kapitalseite wittern sicherlich ihre Chance, den ungeliebten Sozialstaat im Zuge von Sparprogrammen zur &bdquo;Wiedergewinnung des Vertrauens der M&auml;rkte&ldquo;; (was f&uuml;r ein sch&ouml;ner &bdquo;Sachzwang&ldquo;) weiter abzuschmelzen. Dass es &uuml;berhaupt so weit kommen konnte, liegt auch an Frau Merkels politischer Blindheit. Sie glaubt offenkundig an die M&auml;r, &bdquo;dass die Wirtschaft am besten in der Wirtschaft stattfindet&ldquo;; ohne zu begreifen, dass die Grenzen wirtschaftlichen Handelns immer durch die Politik gesetzt werden. Auch das Nicht-Setzen von Grenzen ist eine politische Entscheidung! Es zeigt sich immer mehr, dass es besser gewesen w&auml;re, Griechenland schnell und umfassend zu unterst&uuml;tzen, nach dem Motto: Wenn ein Kammerad &uuml;ber Bord geht, dann verhandelt man nicht von der Reeling aus, zu welchen Konditionen man ihn wieder an Bord zieht, sondern man zieht ihn an Bord und ber&auml;t dann hinterher mit der ganzen Crew &uuml;ber Konsequenzen. Aber vielleicht hat Frau Merkel es ja nicht schlicht vermasselt, sondern f&uuml;hlt sich nur anderen Interessen verpflichtet&hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Unsicherheit ist Gift<\/strong><br>\nEuropas Politiker haben die Panik an den M&auml;rkten ausgel&ouml;st, sagt der Anlagestratege Andrew Bosomworth. Am Markt dominiere die Angst, nicht die Spekulation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2011-07\/interview-bosomworth-pimco\/komplettansicht?print=true\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Der Vice-President einer Tochtergesellschaft des Allianz-Konzerns wird befragt wie ein Experte und nicht mit der Frage konfrontiert, welche Gesch&auml;ftsinteressen dieser Konzern hier hat bzw. ausbauen bzw. verteidigen m&ouml;chte. Ebenso unterbleibt eine Kommentierung. Wirklich traurig.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Helaba gegen die EU<\/strong><br>\nMit verschieden lautenden Presseerkl&auml;rungen wetteifern die Hessische Landesbank und die europ&auml;ische Bankenaufsicht EBA um die Medienhoheit zum Stresstest. Letzter Schachzug: Die Helaba schlie&szlig;t sich selbst aus.<br>\nDer gro&szlig;e europ&auml;ische Banken-Stresstest findet nach einem Streit mit dem Organisator ohne die Helaba statt. Die Landesbank habe sich selbst aus dem Test ausgeschlossen, sagte eine Sprecherin der europ&auml;ischen Bankenaufsicht EBA am Donnerstag in London. Die Helaba hatte der neu geschaffenen Beh&ouml;rde untersagt, ihre Zahlen am Freitag zu ver&ouml;ffentlichen, wenn diese eine Stille Einlage des Landes Hessen von 1,92 Milliarden Euro nicht einschl&ouml;ssen.<br>\nOhne diesen Kapitalbestandteil, der etwa die H&auml;lfte ihres Kernkapitals ausmacht, w&uuml;rde die Helaba in dem Test durchfallen, an dem 91 Banken teilgenommen hatten. Die Landesbank Hessen-Th&uuml;ringen (Helaba) will ihr Zahlenwerk nun parallel zum Stresstest selbst bekanntgeben &ndash; nach ihren Ma&szlig;st&auml;ben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/helaba-gegen-die-eu\/-\/1472780\/8672098\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Teure Steuerentlastung<\/strong><br>\nSteuern runter im Jahre 2013, das haben FDP-Chef R&ouml;sler und Kanzlerin Merkel vollmundig versprochen. Finanzminister Sch&auml;uble hingegen l&auml;sst seine Beamten erstmal rechnen. Ergebnis: Eine wirkungsvolle Reform w&uuml;rde 28 Milliarden Euro kosten, die Regierung will aber nur sieben Milliarden ausgeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/schaeuble-laesst-schwarz-gelbe-plaene-durchrechnen-teure-steuerentlastung-1.1119964\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Stabilit&auml;tsgewinn durch Demokratieverzicht? Europas Weg in den Autoritarismus<\/strong><br>\nIn seiner G&auml;nze kann das neue institutionelle Arrangement als ein Regime autorit&auml;rer Stabilit&auml;t begriffen werden, das sich &ndash; so ist zu bef&uuml;rchten &ndash; als &ouml;konomisch kontraproduktiv, sozial polarisierend und politische legitimationsgef&auml;hrdend erweisen wird&hellip;Die Abbau-Schuldenspirale f&uuml;hrt zum einen in das bekannte Debakel einer prozyklischen Finanzpolitik&hellip;Diese Problemkette wird&hellip;zu anderen von einer Zins-Risiko-Spirale begleitet&hellip; Die EZB&hellip;fungiert als Stimme der finanz&ouml;konomischen Vernunft und ruft mahnend die unfolgsamen Mitgliedstaaten zur Ordnung&hellip;<br>\nBemisst man die Legitimation des autorit&auml;ren Stabilit&auml;ts-Regimes mit demokratietheoretischen Vorstellungen, so f&auml;llt das Ergebnis desastr&ouml;s aus&hellip;Das EMS-Regime folgt in wesentlichen Teilen dem deutschen Wettbewerbsmodell. Eine dogmatisch an Geldwertstabilit&auml;t ausgerichtete Geld- und Finanzpolitik, eine nachfraged&auml;mpfende prozyklische Konsolidierung der &ouml;ffentlichen Haushalte und eine realwirtschaftliche Wettbewerbsstrategie, die Konkurrenzvorteile vor allem &uuml;ber gesteigerte Produktivit&auml;tsraten und ged&auml;mpfte Lohnentwicklungen realisiert&hellip;<br>\nTrotz augenf&auml;lliger Gemeinsamkeiten verengt die schlichte These von der Hegemonialmacht Deutschland den Blick auf das gegenw&auml;rtige Europa. Die Etablierung des neuen Wettbewerbs- und Wachstumsmodells folgt zugleich&hellip;den Interessen der wichtigsten Akteure auf den Finanzm&auml;rkten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hans-juergen-urban.de\/archiv\/literatur\/2011\/2011_07_blaetter_fuer_deutsche_und_internationale_politik.pdf\">Hans-J&uuml;rgen Urban aus Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik [PDF &ndash; 5 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&raquo;Der Mi&szlig;brauch ist unertr&auml;glich geworden&laquo;<\/strong><br>\nJagd nach dem T&auml;ter: Linke Parlamentarier beraten in Gelsenkirchen &uuml;ber den &raquo;Tatort Niedriglohn&laquo;. Gespr&auml;ch mit Wolfgang Zimmermann<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/07-15\/038.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Bundesregierung: Altersarmut bisher eine Randerscheinung<\/strong><br>\nAltersarmut ist f&uuml;r die Bundesregierung gegenw&auml;rtig kein verbreitetes Ph&auml;nomen. Wer im Alter bed&uuml;rftig sei, dem sichere die Grundsicherung im Alter den Lebensunterhalt, diese Grundsicherung sei zudem nicht mit Altersarmut gleichzusetzen. In ihrer Antwort (17\/6317) auf eine Gro&szlig;e Anfrage der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen (17\/3139) schreibt die Bundesregierung weiter, dass Ende 2009 rund 764.000 Menschen in Deutschland Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten haben. Davon seien rund die H&auml;lfte (400.000) im Rentenalter gewesen. Das entspricht einem Anteil von rund zwei Prozent an den &uuml;ber 65-J&auml;hrigen.<br>\nDie Regierung betont, dass es bisher keine seri&ouml;sen Studien dar&uuml;ber gebe, ob die Altersarmut in den kommenden Jahren signifikant steigen werde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2011_07\/2011_298\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.volkssolidaritaet.de\/cms\/vs_media\/Downloads\/Bundesverband\/PDF_Dateien\/2011\/110406VS_studie2011_End1.pdf\">Diese Studie [PDF &ndash; 560 KB]<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.volkssolidaritaet.de\/cms\/vs_media\/Downloads\/Bundesverband\/PDF_Dateien\/2011\/110419+SozPol+Fachgespr%C3%A4ch\/110419Nuernberger.pdf\">diese [PDF &ndash; 590 KB]<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.372630.de\/diw_sp0378.pdf\">diese [PDF &ndash; 185 KB]<\/a> und viele andere die vor der Gefahr der Altersarmut warnen, sind also f&uuml;r die Bundesregierung alle &bdquo;unseri&ouml;s&ldquo;. Ist es Ignoranz oder einfach nur ideologische Verbohrtheit?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Rentenversicherung: Beitragssenkungen von heute sind Leistungsk&uuml;rzungen von Morgen<\/strong><br>\nBei einem Beitragssatz von nur noch 19,3 Prozent w&uuml;rden die Reserven in kurzer Zeit drastisch schrumpfen, und in wenigen Jahren br&auml;uchten wir dann deutliche Beitragserh&ouml;hungen, um die Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben halten zu k&ouml;nnen. Die Sparwirkung der Rente mit 67 wird sowieso &uuml;bersch&auml;tzt. Im Jahr 2030 fallen die Beitr&auml;ge nur um 0,5 Prozentpunkte niedriger aus, das bringt f&uuml;r den Durchschnittsverdiener nur 6,30 Euro pro Monat. Vor 2030 ist die Ersparnis noch geringer. Gesetze kann man &auml;ndern. Statt die R&uuml;cklage kurzfristig zu verpulvern, muss die Rente mit 67 zumindest auf Eis gelegt werden, weil sie f&uuml;r viele zu einer reinen Rentenk&uuml;rzung wird. Das w&auml;re auch ein wichtiger Beitrag zur Bek&auml;mpfung der Altersarmut.<br>\nWenn der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent sinkt, profitieren auf Dauer nur die Arbeitgeber davon. In der Folgezeit w&uuml;rden n&auml;mlich die Kopfpauschalen (Zusatzbeitr&auml;ge), die allein die Arbeitnehmer bezahlen m&uuml;ssen, umso schneller kommen bzw. steigen. Mit den Kopfpauschalen sollen nach der schwarz-gelben Gesundheitsreform alle Ausgaben gedeckt werden, die nicht vom allgemeinen Beitragsaufkommen gedeckt sind. Die Arbeitnehmer w&uuml;rden also nur sehr kurzfristig von einer allgemeinen Beitragssenkung profitieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++9f6dc60e-ad61-11e0-673f-00188b4dc422\">DGB gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Deutschland verabschiedet sich vom Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung<\/strong><br>\nStellungnahme der Nationalen Armutskonferenz (nak) zum deutschen Nationalen Reformprogramm im Rahmen der Strategie Europa 2020<br>\nAutor: Prof. Dr. Walter Hanesch, 31. Mai 2011<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/nak-Stellungnahme_zum_NRP.pdf\">Nationale Armutskonferenz [PDF &ndash; 146 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Pr&uuml;fer r&uuml;gen S21-Rechnung<\/strong><br>\nDer Bundesrechnungshof sieht seine Kritik an der Kostensch&auml;tzung zum umstrittenen Schienenprojekt Stuttgart&ndash;Ulm best&auml;tigt, nachdem sich j&uuml;ngst herausstellte, dass die Deutsche Bahn (DB) jahrelang intern erwartete Mehraufwendungen in Milliardenh&ouml;he verheimlicht hat. Das sagte ein Sprecher der Bonner Beh&ouml;rde der FR. Die Pr&uuml;fer halten mit Blick auf ihren damaligen Bericht auch die aktuellen Kostenangaben zu Stuttgart 21 und der zugeh&ouml;rigen ICE-Strecke f&uuml;r weiterhin zu niedrig.<br>\nDer Rechnungshof hatte die Angaben schon vor drei Jahren als viel zu gering bezeichnet und Gesamtkosten f&uuml;r Bahnhof und ICE-Strecke auf mehr als 8,5 Milliarden Euro beziffert. Die Bahn und ihre Projektpartner (Land, Stadt und Region Stuttgart) behaupteten jedoch weiterhin Gesamtkosten von 5 Milliarden Euro plus einen &bdquo;Risikopuffer&ldquo; von 1,5 Milliarden Euro. Damals wies die DB die Expertise emp&ouml;rt zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/spezials\/stuttgart-21\/pruefer-ruegen-s21-rechnung\/-\/4767758\/8673378\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Gei&szlig;ler zu Stuttgart-21-Stresstest: &ldquo;Provokationen sollte man jetzt lassen&rdquo;<\/strong><br>\nInterview: Heribert Prantl<br>\nWie teuer darf Stuttgart 21 werden? Schlichter Heiner Gei&szlig;ler wird bald das Ergebnis des Stresstests zum geplanten Bahnhof vorstellen &ndash; und macht im SZ-Gespr&auml;ch klar, dass es einen Weiterbau um jeden Preis kaum geben kann. Wie er die Gefahr eines Datenpfuschs sieht, wie die Rolle von Bahnchef Grube und warum er mehr als ein Vorleser sein wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/2.220\/geissler-zu-stuttgart-stresstest-provokationen-sollte-man-jetzt-lassen-1.1110212\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Subventionen f&uuml;r Gas und Kohle gefordert: RWE h&auml;lt die Hand auf<\/strong><br>\nDer Essener Konzern h&auml;lt den Neubau von Gas- und Kohlekraftwerken f&uuml;r nicht rentabel und fordert Subventionen. Das k&ouml;nnte der Bundesregierung passen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/umwelt\/artikel\/1\/rwe-haelt-die-hand-auf\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Linktipp: Textinitiative Fukushima<\/strong><br>\nDie Textinitiative Fukushima wurde im April 2011 ins Leben gerufen. An ihr beteiligen sich die kulturwissenschaftlich arbeitenden Japanologien Frankfurt (Prof. Dr. Lisette Gebhardt) und Leipzig (Prof. Dr. Steffi Richter); auch Z&uuml;rich (Prof. Dr. Raji C. Steineck) hat sich der Initiative angeschlossen. Das Projekt setzt es sich zum Ziel, Texte verschiedener japanischer Akteure der Debatte um Fukushima ins Deutsche zu &uuml;bertragen. &Uuml;bersetzt und kommentiert werden sollen Beitr&auml;ge aus den Wissenschaften, aus dem Journalismus, der Politik, der Kunst, der Literatur, der Philosophie oder der Popkultur: also Aktuelles, Tiefgr&uuml;ndiges, Diskussionsw&uuml;rdiges zu den Katastrophen und ihren Kontexten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.textinitiative-fukushima.de\/\">Textinitiative Fukushima<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Merkel in Afrika<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Kriegsschiffe f&uuml;r Angola<\/strong><br>\nMit einem neuen R&uuml;stungsdeal arbeitet Berlin am Aufbau prowestlicher Milit&auml;rstrukturen in den L&auml;ndern des S&uuml;dens. Wenige Tage nach den ersten Berichten &uuml;ber den geplanten Verkauf von 200 Kampfpanzern an Saudi-Arabien teilt die Bundeskanzlerin mit, die Lieferung mehrerer Kriegsschiffe an Angola sei geplant. Bei dem Gesch&auml;ft geht es um sechs bis acht Patrouillenboote, die die angolanische Marine erwerben will. Der geplante Kauf ist Teil einer umfassenden Aufr&uuml;stung der angolanischen Streitkr&auml;fte. Parallel dazu bem&uuml;ht sich Berlin um eine engere Milit&auml;rkooperation, die Trainingsprogramme f&uuml;r angolanische Soldaten vorsieht. Dabei gehe es darum, Angola auf Interventionen in Afrika vorzubereiten, erkl&auml;rt Kanzlerin Angela Merkel. Das Vorhaben entspricht der seit Jahren ge&uuml;bten Praxis der Bundesregierung, Milit&auml;rstrukturen in Afrika aufzubauen, um kriegerische Operationen zur Durchsetzung einer prowestlichen Ordnung auf dem Kontinent von einheimischen Soldaten ausf&uuml;hren zu lassen. Dies soll Kosten sparen und das Leben deutscher Soldaten schonen. Als Beispiel gilt der Einsatz von Einheiten der Afrikanischen Union in Somalia und Sudan. Zu den afrikanischen Milit&auml;rstrukturen, deren Aufbau Deutschland unterst&uuml;tzt, geh&ouml;ren die Streitkr&auml;fte der Southern African Development Community (SADC), darunter die Armeen S&uuml;dafrikas und Angolas.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58109\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Heuchelei<\/strong><br>\nAuf einer Reise nach Afrika darf die Kanzlerin nicht nur auf wirtschaftliche Vorteile f&uuml;r Deutschland schielen.<br>\nDie gern als modern verkaufte Forderung ist inzwischen auch schon so alt, dass sie mittlerweile zum Klischee wird: Wir d&uuml;rfen Afrika nicht nur als Problemkontinent sehen, sondern m&uuml;ssen eine Partnerschaft auf Augenh&ouml;he anstreben, von der beide Seiten profitieren! Das ist zwar richtig. Auch dass die Bundesregierung unter diesem Vorsatz ein neues Afrika-Konzept erarbeitet hat, ist zu begr&uuml;&szlig;en. Doch gerade dann darf die Kanzlerin auf einer Afrika-Reise auch nicht nur auf die wirtschaftlichen Vorteile des deutschen Engagements schielen. Wirksam wird das Konzept erst, wenn von der Business-Partnerschaft nicht nur Deutschland und die reiche Elite Afrikas profitiert &ndash; sondern auch die Menschen im S&uuml;den.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/heuchelei\/-\/1472780\/8668938\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Merkel erlebt, wie schwierig Deals mit Schurken sind<\/strong><br>\n&Auml;rger wegen Patrouillenbooten: Schwarz-Gelb will die Afrikapolitik verst&auml;rkt auf die Wirtschaft ausrichten. Aber vieles kommt nicht zustande.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article13485708\/Merkel-erlebt-wie-schwierig-Deals-mit-Schurken-sind.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung T.P.:<\/strong> So einfach ist also die schwarz\/wei&szlig;e Welt &ndash; wir die Guten wollen doch nur harmlose Gesch&auml;fte, auf &ldquo;Augenh&ouml;he&rdquo;, zum Nutzen aller Beteiligten machen, aber die b&ouml;sen, schwarzen Schurken verhindern dies. Eine &bdquo;werteorientierten Au&szlig;enpolitik&ldquo; soll es sein &ndash; d. h. eine Politik mit m&ouml;glichst viel &ldquo;Wert&rdquo; f&uuml;r unsere Writschaft! Und wie bl&ouml;d auch da&szlig; die wertvollen Bodensch&auml;tze die unsere Industrie so dringend braucht ausgerechnet in den &auml;rmsten und undemokratischsten L&auml;nder dieser Welt vorkommen. Im gesamten Artikel kein Wort &uuml;ber die Kolonialgeschichte Angolas, oder Afrikas im Allgemeinen. Kein Wort &uuml;ber den Stellvertreterkrieg, Ost gegen West, der lange Zeit in Angola tobte. Also kein Wort &uuml;ber die Verantwortung des Westens f&uuml;r die heutigen Zust&auml;nde im Afrika. Man f&uuml;hlt sich an alte, imperealistische Kolonialzeiten erinnert!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Man hilft, wo man kann<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikatur.php\">Stuttmann-Karrikaturen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Karl-Theodor zu Steinbr&uuml;ck<\/strong><br>\nDie Menschen lieben ihn wie kaum einen anderen Spitzenpolitiker, auch wenn er keine gr&ouml;&szlig;eren Wahlen gewonnen hat. Er gilt als jemand, der Klartext redet, selbst wenn seine S&auml;tze oft nur Unkonkretes enthalten.<br>\nSeine Bilanz als Regierungsmitglied ist durchwachsen. Trotzdem halten ihn viele f&uuml;r einen gro&szlig;en Politiker. Er verprellt Koalitionspartner, Parteifreunde und sogar das Ausland mit seinen Aussagen &ndash; dennoch trauen ihm viele die Kanzlerschaft zu. [&hellip;]<br>\nGewiss, er hat als Finanzminister durch einen beherzten Auftritt mit Angela Merkel die Sparguthaben der Deutschen garantiert. Und er kann ganz unterhaltsame Spitzen absondern. Aber reicht das, um die viertgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft der Welt und 82 Millionen B&uuml;rger zu regieren?<br>\nNur zur Erinnerung: Er war mehrere Jahre Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, die Arbeitslosenquote des strukturschwachen Landes geh&ouml;rte danach dennoch zu den h&ouml;chsten im Westen.<br>\nSp&auml;ter war er f&uuml;r drei Jahre Ministerpr&auml;sident in Nordrhein-Westfalen. Das bev&ouml;lkerungsreichsten Bundesland befand jedoch bei der anschlie&szlig;enden Wahl, der CDU-Kandidat J&uuml;rgen R&uuml;ttgers wirke kompetenter und sei f&uuml;r das Amt geeigneter als Steinbr&uuml;ck &ndash; das muss man erst mal schaffen. Und seit der Bundestagswahl vor zwei Jahren sieht man Steinbr&uuml;ck mehr in Talkshows und Buchlesungen als im Parlament. Er ist ein Politrentner.<br>\nGenauso wie Thilo Sarrazin oder Helmut Schmidt kann er sich inzwischen die Foren aussuchen, in denen er auftritt. Er kann sich unter seine Fans begeben und muss seine Kritiker nicht f&uuml;r sich gewinnen. Er kann dort pseudobescheidene Bonmots austeilen und den Politweisen geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:anti-politiker-karl-theodor-zu-steinbrueck\/60078555.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/meinungshungrige\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Doktorsterben statt verdummte Gesellschaft &ndash; H&ouml;lle, H&ouml;lle, H&ouml;lle<\/strong><br>\nUnd wieder hat&rsquo;s einen weggekegelt: Der liberale Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis muss seinen Doktortitel wegen aufgefallener Abschreiberei abgeben. Prima! Warum aber freut mich das eigentlich, wenn wissenschaftsuninteressierte Schn&ouml;sel ihrer Titeleien verlustig gehen? Das muss ich mich schon fragen lassen: Was habe ich mit so einem FDP-Futzi gemein? Den Doktoruntertitel, lautet die formale Antwort.<br>\nDoch im Gegensatz zu Chatzimarkakis, Guttenberg etc. bin ich durch die Doktorh&ouml;lle gestapft, jahrelang hab ich um Ideen und S&auml;tze gek&auml;mpft, hab die &ldquo;Krise des Mannes&rdquo; ergr&uuml;ndet und dabei jedem einzelnen meiner Selbstzweifel die Aufwartung gemacht. Und zwar nicht nur einmal. W&auml;hrend andere mit jungscher Energie ihre Pfl&ouml;cke auf dem Arbeitsmarkt einschlugen, also in meinen besten Jahren, hockte ich in staubigen Bibliotheken.<br>\nOk, nein in Bibliotheken sa&szlig; ich nie, die habe ich immer gehasst, ich schimmelte einfach in meinem ungewaschenen Zuhause vor mich hin. Es war die H&ouml;lle. Folglich gef&auml;llt es mir, wenn so lausig leidensunwillige Opportunisten auf ihre Pl&auml;tze verwiesen werden. Ich meine, wenn jeder Idiot einen Doktortitel hat&hellip;<br>\n&ldquo;Du Bildungsb&uuml;rgerin!&rdquo; Ich h&ouml;r sie, die Rufe. Klar, zumal unter Linken wird solch akademisches Schmuckwerk ja traditionell als d&uuml;nkelhaft angezweifelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/leben\/alltag\/artikel\/1\/hoelle-hoelle-hoelle\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Rechter Aktivist leitet Zeitung an Bundeswehr-Uni<\/strong><br>\nEr will den Schutz der Pressefreiheit &ldquo;schamlos ausnutzen&rdquo; und l&auml;sst Anzeigen von einem rechten Schulungszentrum schalten: Der neue Chefredakteur der Studierendenzeitung an der Universit&auml;t der Bundeswehr M&uuml;nchen geh&ouml;rt offenbar der rechten Szene an. Und die Uni-Leitung kann nichts dagegen tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/2.220\/bundeswehr-rechtsruck-im-uni-magazin-rechter-aktivist-leitet-zeitung-an-bundeswehr-uni-1.1120199\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Sky Falls on Rupert Murdoch<\/strong><br>\nParliament&rsquo;s success in forcing Murdoch&rsquo;s hand suggests that the puppets may have turned on the puppet master&mdash;at least in Britain. Can Americans dare hope that Murdoch&rsquo;s political influence in the United States is also on the wane? A world without Fox News would be a fairer (if not more balanced) world in every sense. But as the widening revelations of the phone-hacking scandal show, News Corporation is not an ordinary commercial enterprise. Through his journalists and gossip columnists and the network of former and current police officers and law enforcement officials on his payroll, Rupert Murdoch has been operating what amounts to a private intelligence service. And the threat of personal exposure&mdash;on the front page of the Sun or Page Six in the Post&mdash;gives News Corporation a kind of leverage over inquisitive regulators or troublesome politicians wielded by no other company on earth.<br>\nEnglish already has the expression &ldquo;para-state&rdquo; to describe the kind of shadowy forces that operate beneath and behind legitimate authority. Is it really unreasonable to suggest that in News Corporation, Fox, News International, Sky and the rest of Murdoch&rsquo;s empire, we are witnessing the exposure of the para-corporation?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.thenation.com\/article\/161985\/sky-falls-rupert-murdoch\">The Nation<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: &Ouml;sterreich will T&ouml;chter ehren<\/strong><br>\nDie Regierungsparteien SP&Ouml; und &Ouml;VP sowie die Gr&uuml;nen haben sich darauf verst&auml;ndigt, die Textpassage der Nationalhymne, in der die &bdquo;S&ouml;hne&ldquo; des Landes besungen werden, auf &bdquo;T&ouml;chter&ldquo; zu erweitern. Die FP&Ouml; lehnt die &Auml;nderung als &bdquo;Gender-Klamauk&ldquo; ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31325\/nationalhymne-oesterreich-will-toechter-ehren-30464591.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Nun ist es wohl an Deutschland, die zweite Strophe des Deutschlandlieds zu &auml;ndern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Das Allerletzte &ndash; Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Der Missbrauch kennt keine Pause<\/strong><br>\nInitiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Der Missbrauch kennt keine Pause<br>\nDie &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo; macht in Anzeigen den Zynismus als Markenkern transparent. L&auml;dt in Web-Animation ein, Politiker zur Arbeit zu tr&ouml;ten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/der-missbrauch-kennt-keine-pause\/-\/1472786\/8668380\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Gesetzliche Sozialversicherung: Eurokrise; Helaba gegen die EU; Teure Steuerentlastung; Stabilit&auml;tsgewinn durch Demokratieverzicht? Europas Weg in den Autoritarismus; &raquo;Der Mi&szlig;brauch ist unertr&auml;glich geworden&laquo;; Bundesregierung: Altersarmut bisher eine Randerscheinung; Rentenversicherung: Beitragssenkungen von heute sind Leistungsk&uuml;rzungen von Morgen; Deutschland verabschiedet sich vom Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung; Stuttgart 21; Subventionen f&uuml;r<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10103\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10103","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10103","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10103"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10103\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":50237,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10103\/revisions\/50237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10103"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}