{"id":10123,"date":"2011-07-19T08:38:29","date_gmt":"2011-07-19T06:38:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10123"},"modified":"2011-07-19T08:38:29","modified_gmt":"2011-07-19T06:38:29","slug":"hinweise-des-tages-1427","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10123","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Geplante Steuersenkung entlastet vor allem Reiche; Eurobonds; Deutschland umwirbt Fachkr&auml;fte in EU-Krisenl&auml;ndern; Mythos und Realit&auml;t der Globalisierung; Eurol&auml;nder entwickeln sich beim Export weiter auseinander; Mangelerscheinungen in der Provinz; Frankreich: Eine Schocktherapie f&uuml;r die Medikamenten&uuml;berwachung; Wachstum und die Krise der Arbeit; UN-Bericht: Um jedes Wort wird gerungen; Wuppertal-Institut: EU-Subventionen mit umweltsch&auml;dlichen Auswirkungen streichen; Stimmungsaufheller f&uuml;r Pharmalobby; Chatzi Go!; Das Unbehagen an der politisch-medialen Klasse; Berlinwahl: Die rote Renate; Arme Akademiker &ndash; Frau Lehrerin hat ein Loch im Schuh!; Jetzt kommt die Flut; ER warf Sarrazin aus dem D&ouml;ner-Laden; Das Letzte: Peter Hahne: Bettelverbot (MB\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Geplante Steuersenkung entlastet vor allem Reiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Eurobonds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">&bdquo;Fachkr&auml;ftemangel&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Mythos und Realit&auml;t der Globalisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Eurol&auml;nder entwickeln sich beim Export weiter auseinander<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Mangelerscheinungen in der Provinz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Frankreich: Eine Schocktherapie f&uuml;r die Medikamenten&uuml;berwachung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Wachstum und die Krise der Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">UN-Bericht: Um jedes Wort wird gerungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Wuppertal-Institut: EU-Subventionen mit umweltsch&auml;dlichen Auswirkungen streichen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Stimmungsaufheller f&uuml;r Pharmalobby<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Chatzi Go!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Das Unbehagen an der politisch-medialen Klasse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Berlinwahl: Die rote Renate<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Arme Akademiker &ndash; Frau Lehrerin hat ein Loch im Schuh!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Jetzt kommt die Flut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">ER warf Sarrazin aus dem D&ouml;ner-Laden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Das Letzte: Peter Hahne: Bettelverbot<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=10123&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Geplante Steuersenkung entlastet vor allem Reiche<\/strong><br>\nDie schwarz-gelbe Koalition will die B&uuml;rger von 2013 an entlasten &ndash; vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen sollten von der Reform profitieren. Doch ist das wirklich so? Ein Steuerexperte hat nun f&uuml;r die SZ ausgerechnet, dass die geplante Steuersenkung Spitzenverdienern deutlich mehr bringt als der Mittelschicht. [&hellip;]<br>\nWer ein monatliches Bruttogehalt von 1000 Euro erh&auml;lt, w&uuml;rde gem&auml;&szlig; den Kalkulationen Hechtners im Monat um etwa sechs Euro entlastet. 78 Euro weniger Steuern muss hingegen zahlen, wer mehr als 22.800 Euro im Monat verdient. Die h&ouml;chste Entlastung, die in der Reform m&ouml;glich ist, w&uuml;rde 943 Euro im Jahr betragen. In ihren Genuss k&auml;me, wer mehr als 250.000 Euro im Jahr verdient und somit die sogenannte Reichensteuer zahlen muss, die bei 45 Prozent liegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/geplante-steuersenkung-der-regierung-vor-allem-reiche-werden-entlastet-1.1121327\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Sch&ouml;n, dass die S&uuml;ddeutsche zur Abwechslung auch ein mal die richtigen Fragen stellt. Das Beispiel sollte Schule machen, zumal das Offensichtliche f&uuml;r die Zeitungsmacher anscheinend derart &uuml;berraschend ist, dass auch <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article13493432\/Plaene-der-Regierung-wuerden-vor-allem-Reiche-entlasten.html\">WELT<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,775037,00.html\">SPIEGEL-Online<\/a> die SZ-Meldung aufgriffen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung eines unserer Leser:<\/strong> Der Trick, wie es doch so aussehen kann, als ob Niedrigverdiener am st&auml;rksten entlastet werden:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Betrachtet man die Entlastungen im Verh&auml;ltnis zu der H&ouml;he des Einkommens, ist die Ank&uuml;ndigung der Koalition korrekt, vor allem kleine und mittlere Einkommen beg&uuml;nstigen zu wollen: 100 Prozent w&uuml;rde die Entlastung eines Arbeitnehmers betragen, der knapp &uuml;ber dem Freibetrag von 8004 Euro verdient. Er m&uuml;sste also keine Steuern mehr zahlen.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Merke: Wer wenig verdient, f&uuml;r den ist auch eine sehr kleine Entlastung prozentual zum Einkommen bzw. zur gezahlten Steuere schon gro&szlig;, wobei man die Darstellung des Gedankengang im Zitat bestenfalls als verwirrend bezeichnen kann. Die hundertprozentige Entlastung bezieht sich auf die gezahlte Steuer, nicht auf die H&ouml;he des Einkommens.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Schlagseite des Eurobonds<\/strong><br>\nWer soll eigentlich bestimmen wie viel ein Land an Eurobonds bekommen soll? Dazu liest man wenig. Bisher ist die Staatsverschuldung nationale Sache, die durch die bekannten zwei Grenzziehungen seitens der EU-Vertr&auml;ge limitiert wird: in der Summe nicht mehr als 60 Prozent des BIP und 3 Prozent davon bei der Nettoneuverschuldung. [&hellip;]<br>\nEurobonds bedeuten, dass die L&auml;nder der Eurozone kollektiv Anleihen zu einem dann gemeinsamen Marktzins ausgeben. Da unter den Staaten aber solche mit sehr guter wie mit sehr schlechter Bonit&auml;t sind, wird es f&uuml;r manche L&auml;nder eine signifikante Zinssenkung, f&uuml;r andere aber eine Zinssteigerung bedeuten. F&uuml;r Deutschland lautet eine Sch&auml;tzung, dass hier j&auml;hrlich um 17 Milliarden Euro h&ouml;here Zinslasten anfielen. Wer also 17 Milliarden j&auml;hrlich mehr ausgeben m&ouml;chte, sollte durchaus auch eine Idee haben, wie dies zu finanzieren w&auml;re. Und sollte auch Argumente gegen&uuml;ber dem Einwand bereit haben, ob wir mit diesen dann generierten zus&auml;tzlichen Einnahmen nicht besser hier etwas unternehmen sollten wie: bessere Bildungsangebote, h&ouml;here Hartz-IV-S&auml;tze, eine noch st&auml;rkere F&ouml;rderung erneuerbarer Energie. Dieser Betrag w&auml;re also eine weitere Transferleistung von L&auml;ndern bester Bonit&auml;t wie Deutschland, Frankreich, die Niederlande an andere Eurostaaten, von Irland bis Italien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2011%2F07%2F16%2Fa0223&amp;cHash=34fe1ccc92\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Sch&auml;tzung einer j&auml;hrlichen Zusatzbelastung von 17 Milliarden Euro f&uuml;r Deutschland wurde aus der Differenz zwischen der Durchschnittsverzinsung im Euroraum 2010 (etwa 3,3 Prozent) und dem Zins f&uuml;r Bundespapiere (1,7 Prozent) berechnet. Fragt sich nur, ob der Zins einer Euroanleihe mit dem Durchschnittszins des Euroraums gleichzusetzen ist.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist auch keinesfalls so, dass die Bundesrepublik grunds&auml;tzlich derartig g&uuml;nstige Konditionen an den M&auml;rkten <a href=\"http:\/\/www.deutsche-finanzagentur.de\/fileadmin\/Material_Deutsche_Finanzagentur\/PDF\/Aktuelle_Informationen\/Auktionsergebnisse.pdf\">bekommt [PDF &ndash; 20 KB]<\/a>. Die 1,7 Prozent, die Orlando Pascheit anf&uuml;hrt, lassen sich nur bei Anleihen mit kurzer Laufzeit (z.B. 2 Jahre) realisieren, w&auml;hrend bereits zehnj&auml;hrige Anleihen einen Nominalzins von mehr als 3 Prozent haben. Es ist ebenfalls keinesfalls gesichert, dass Eurobonds f&uuml;r die Bundesrepublik &uuml;berhaupt wesentlich teurer w&auml;ren als Bundesanleihen. Anleihen der USA und Deutschlands gelten als eine Art sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. Auch Eurobonds w&auml;ren ein solch sicherer Hafen und dementsprechend beliebt bei Anlegern. In was &ndash; au&szlig;er Eurobonds &ndash; sollten europ&auml;ische Lebensversicherungen oder Pensionskassen auch sonst investieren?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutschland umwirbt Fachkr&auml;fte in EU-Krisenl&auml;ndern<\/strong><br>\nDeutsche Unternehmen sind h&auml;nderingend auf der Suche nach Fachkr&auml;ften. Deutschlands oberste Headhunterin im Ausland, Monika Varnhagen, will H&uuml;rden abbauen. [&hellip;]<br>\nAlle Europ&auml;er stehen vor denselben Problemen: Die Bev&ouml;lkerung schrumpft und wird immer &auml;lter, es fehlt &uuml;berall an Nachwuchs und Fachkr&auml;ften. Deshalb richten wir unseren Blick auch auf L&auml;nder au&szlig;erhalb Europas. [&hellip;]<br>\nEs geht nicht darum, den Entwicklungsl&auml;ndern ihre dringend ben&ouml;tigten Fachkr&auml;fte abzuwerben. [&hellip;]<br>\nTausende von Ingenieuren [in Spanien] sind arbeitslos, auch IT-Spezialisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article13491897\/Deutschland-umwirbt-Fachkraefte-in-EU-Krisenlaendern.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> Unsere t&auml;gliche Fachkr&auml;ftemangelpropaganda gib uns heute &hellip; Bodenlos. Die inneren Widerspr&uuml;che in dem Interview sind gro&szlig; wie Tretminen: in dem einen Satz &ldquo;fehlt es [wegen des demographischen Wandels] &uuml;berall [in Europa] an Nachwuchs und Fachkr&auml;ften&rdquo;, wenig sp&auml;ter haben und Spanien und Griechenland eine Jugendarbeitslosigkeit (auch unter Akademikern) von 40%. Daf&uuml;r umschifft Frau Varnhagen immer wieder gschickt die Frage der deutschen Dumpingl&ouml;hne &ndash; warum die Polen trotz Freiz&uuml;gigkeit nicht einmal als Saisonarbeiter kommen, ist nat&uuml;rlich nur mit deren Heimatverbundenheit erkl&auml;rbar (die es wohl vor 5 Jahren noch nicht gab).<br>\nDie Arbeitsagentur konzentriert alle ihre Bestrebungen auf die Befriedigung von Arbeitgeberinteressen und auf den Import von Arbeitskr&auml;ften aus den absoluten Billiglohnl&auml;ndern (Bulgarien, Indonesien). Von den N&ouml;ten von (offiziell) 4 Millionen Arbeitslosen und 6 Millionen Niedrigl&ouml;hnern, von der jahrzehntelangen Lohnsenkungsorgie, von der Zerst&ouml;rung von Rente und Sozialstaat in Deutschland ist in dem gesamten seitenlangen Interview in keinem Wort die Rede.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Von der Tatsache das voraussichtlich 2011 mindestens 50.000 Studienanf&auml;ngerpl&auml;tze fehlen werden, weil die entsprechenden Finanzmittel fehlen ganz zu schweigen. Statt ausreichend Studienpl&auml;tze f&uuml;r Fachkr&auml;fte zur Verf&uuml;gung zu stellen versucht man in Deutschland politisch den vermeintlich billigeren Weg und will sich die ausgebildeten Akademiker aus Spanien und Griechenland holen und raubt diesen ohnehin wettbewerbsschw&auml;cheren L&auml;ndern auch noch das sog. &bdquo;Humankapital&ldquo;.<\/em><\/p>\n<p>Dazu: <strong>Wirtschaft jagt ein Phantom<\/strong><br>\nDie M&auml;r vom Fachkr&auml;ftemangel<br>\nWeil die deutsche Wirtschaft hierzulande zu wenig gut ausgebildete Mitarbeiter findet, gehen Arbeitgeber gezielt auf Jagd nach qualifizierten Kr&auml;ften aus Griechenland, Portugal oder Spanien. Das klingt einleuchtend, denn schlie&szlig;lich herrscht ja Fachkr&auml;ftemangel &ndash; oder etwa nicht?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Die-Maer-vom-Fachkraeftemangel-article3833126.html\">n-tv<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Mythos und Realit&auml;t der Globalisierung<\/strong><br>\nDer geb&uuml;rtige Inder und derzeitig Professor f&uuml;r &Ouml;konomie und Globale Strategie an der IESE Business School in Barcelona Pankaj Ghemawat schreibt in der Printausgabe der FAZ zu diesem Thema u.a.: Nur 3 Prozent der Menschen lebten aktuell au&szlig;erhalb des Landes, in dem sie geboren sind. Nur 2 Prozent der Telefongespr&auml;che und etwa 17 bis 18 Prozent des Internetverkehrs seien grenz&uuml;berschreitend. Der Anteil der Ausfuhr l&auml;ge nur bei etwa 20 Prozent des Weltsozialproduktes. Ausl&auml;ndische Direktinvestitionen machten nur 9 Prozent der Anlageinvestitionen aus und ungef&auml;hr 15 bis 20 Prozent des Beteiligungskapitals w&uuml;rden au&szlig;erhalb des Heimatlandes des Investmentsfonds eingesetzt. Nur 20 Prozent B&ouml;rsenanlagen seien in der Hand von Ausl&auml;ndern. In mancher Hinsicht h&auml;tten wir noch nicht wieder das Ma&szlig; der Globalisierung vor dem ersten Weltkrieg erreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/IN\/INtemplates\/faznet\/default.asp?tpl=common\/zwischenseite.asp&amp;dx1={BD3E34F0-8161-A1F0-A0A4-C2D8CE1B75BB}&amp;rub={6C77E50C-FDFD-44AF-94BA-0EA12FECC2AD}\">FAZ Printausgabe<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So wichtig es ist, dass den Mythos der Globalisierung zu entmystifizieren, so leichtfertig ist es, die Ausweitung des Freihandels etwa nach den Doha-Handelsprinzipien zu <a href=\"?p=2839\">fordern<\/a> und schlicht auf mehr Wettbewerb zu setzen. Ghemawat belegt allerdings, dass der Verweis auf die Globalisierung nur eine Ausrede ist, wenn damit nationale Regierungen Deregulierungen begr&uuml;nden. Es gibt eben noch viel Spielraum f&uuml;r eigene Regeln und Politiken. Leider geht Ghemawat nicht darauf ein, was bisher bei der &bdquo;Globalisierung&ldquo; falsch gelaufen ist. Vgl. dazu etwa <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3570550486\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=nach-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3570550486\">Joseph Stiglitz, Die Chancen der Globalisierung<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Eurol&auml;nder entwickeln sich beim Export weiter auseinander<\/strong><br>\nDie Ungleichgewichte in der Eurozone nehmen zu. W&auml;hrend Deutschland beim Export kr&auml;ftig w&auml;chst, verlieren die S&uuml;dl&auml;nder an Wettbewerbsf&auml;higkeit. Immer mehr Exporte gehen in die Schwellenl&auml;nder. [&hellip;]<br>\nEin Grund f&uuml;r die unterschiedliche Entwicklung ist die preisliche Wettbewerbsf&auml;higkeit der L&auml;nder. &ldquo;Der reale Export Deutschlands erhielt von einer Verbesserung der preislichen Wettbewerbsf&auml;higkeit Impulse, w&auml;hrend sich von dieser Seite f&uuml;r Italien und Spanien ein negativer Effekt ergab,&rdquo; schreibt die Bundesbank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/konjunktur\/nachrichten\/eurolaender-entwickeln-sich-beim-export-weiter-auseinander-\/4405210.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> Mit anderen Worten: die Lohndr&uuml;ckerei in Deutschland geht unvermindert weiter, und von einer auch nur produktivit&auml;tsorientierten Lohnpolitik &ndash; Lohnzuw&auml;chse = Inflation plus Produktivit&auml;tswachstum -, geschweige denn dar&uuml;ber hinaus gehenden Lohnsteigerungen, die dringend geboten sind, bleibt Deutschland weit entfernt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Mangelerscheinungen in der Provinz<\/strong><br>\nEine gro&szlig;e Reform soll daf&uuml;r sorgen, dass sich mehr &Auml;rztInnen auf dem Land niederlassen. Das wird nicht funktionieren, kritisiert die Verbraucherzentrale.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/mangelerscheinungen-in-der-provinz\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> 48 Millionen Euro sollen bereit gestellt werden, damit sich &Auml;rztinnen und &Auml;rzte in unterversorgten Regionen niederlassen. Normalerweise m&uuml;sste nach dem Selbstverst&auml;ndnis der FDP der Markt so etwas regeln, oder wie war das ? Mit dieser Frage w&uuml;rde ich die &bdquo;Gesundheits&ldquo;-Politiker der FDP gerne in einer Schwalldiwall-Show im &Ouml;ffentlich-rechtlichen Fernsehen konfrontiert sehen.<br>\nLandarzt ist eben nur im Vorabendprogramm romantisch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Frankreich: Eine Schocktherapie f&uuml;r die Medikamenten&uuml;berwachung<\/strong><br>\nFrankreich baute sein Gesundheitssicherungssystem auf Expertenkommissionen auf, von denen gesagt wird, sie seien unabh&auml;ngig: Sie bilden sich jedoch sich ihre Meinung aufgrund der Bewertung der Firmen ein. &bdquo;Das l&auml;uft nicht mehr, sagt die Igas im Kern. Die Experten, arbeiten schon in ihrer Funktion mit der Industrie zusammen, es stellen sich Fragen nach Interessenkonflikten ohne Ende&ldquo;. Frankreich sollte es wie seine Nachbarn machen: eine interne Expertise aufbauen, innerhalb von Afssaps, mit Personen, die sie selbst bezahlen ohne Abh&auml;ngigkeit von den privaten Firmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.liberation.fr\/societe\/01012344753-un-traitement-de-choc-pour-la-surveillance-des-medicaments\">Lib&eacute;ration, Un traitement de choc pour la surveillance des m&eacute;dicaments<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung VB:<\/strong> Wenn einer eine Reise macht, dann kann er &acute;was erleben&rdquo;.<br>\nBei einem Kurz-Trip nach Frankreich bekam ich u.a. die &ldquo;Liberation&rdquo;&nbsp;gereicht &ndash; und fand dort einen interessanten Artikel zur Diskussion &uuml;ber das Medikamenten&rdquo;wesen&rdquo; in Frankreich &ndash; und nicht nur in&nbsp;Frankreich, sondern auch mit einem Blick nach Gro&szlig;britannien, wo das alles &ndash; inzwischen &ndash;&nbsp; grundlegend anders geregelt wurde:<br>\nGesundheitswesen in Frankreich &ndash; ein Igas-Bericht : Un traitement de choc pour la&nbsp;surveillance des m&eacute;dicaments &ndash; Lib&eacute;ration &ndash; versehen auch mit weiterf&uuml;hrenden &ldquo;Links&rdquo; nach Frankreich und England.<br>\nDie &ldquo;Inspection generale des affaires social&rdquo; (siehe <a href=\"http:\/\/www.igas.gouv.fr\">www.igas.gouv.fr<\/a>) hat nun einen zweiten Bericht zur Medikamenten&uuml;berwachung &ndash; wohl nach einem &ldquo;Skandal&rdquo; &ndash; vorgelegt. (<a href=\"http:\/\/www.igas.gouv.fr\/spip.php?article205\">&ldquo;Rapport sur la pharmacovigilance et gouvernance de la chaine du medicament&rdquo;<\/a>).&nbsp;<br>\nDieser 160 Seiten umfassende Bericht wurde auf gut 20 Seiten in Thesen <a href=\"http:\/\/www.igas.gouv.fr\/IMG\/pdf\/Synthese_RM2011-103P_pharmacovigilance.pdf\">zusammengefasst [PDF &ndash; 95 KB]<\/a>.&nbsp;<br>\nEs geht wohl vor allem darum durch die Entwicklung von Ma&szlig;nahmen und neuen Strukturen die Medikamenten-&Uuml;berwachung aus der Umklammerung durch die Pharmaindustrie zu l&ouml;sen (was ja bei uns schon zu institutionellen Krisen bei der Medikamenten&uuml;berwachung gef&uuml;hrt hatte (Siehe <a href=\"?p=4503#h14\">hier<\/a> sowie <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/gesundheit\/iqwig-chef-sawicki-ein-opfer-der-pharmalobby-1537740.html\">hier<\/a>).<br>\nEin Blick &uuml;ber die Grenzen &ndash; im vereinten Europa ! &ndash; kann sich also durchaus lohnen.<br>\nSo wird nun von Igas in Frankreich festgestellt, dass sich das ganze &ldquo;Paradigma&rdquo; der Arzneimittel&uuml;berwachung &auml;ndern m&uuml;sse. Das heutige System basiere weitgehend darauf mit der Industrie zu arbeiten &ndash; und sich so die Frage der Interessenkonflikte ohne Ende auftut.<br>\nIm Ansatz&nbsp;sind daher die zentralisierten staatlichen Einrichtungen&nbsp;einem starken Druck (der Pharma-Lobbyisten) ausgesetzt. Die Einrichtungen m&uuml;ssten dezentralisiert werden unter Einbeziehung der &Auml;rzte (bei gleichzeitigem Verbot von Arztbesuchen durch Pharmavertreter) , des gesamten Personals im Gesundheitswesen sowie der Organisationen der Patienten. Der Staat allein scheint dem Druck der Industrie allzu leicht nachgeben zu wollen.<br>\nAber das ganz gro&szlig;e Vorbild ist England mit seinem National Institut for Health and Clinical Excellence&nbsp;(siehe <a href=\"http:\/\/www.nice.org.uk\">NICE<\/a>&nbsp;oder auch <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/National_Institute_for_Health_and_Clinical_Excellence\">hier<\/a>).<br>\nHier werden eben nicht nur Medikamente evaluiert, sondern alle Facetten von neuen medizinisch-therapeutischen Strategien &ndash; z.B. beim Herzinfarkt. Diese werden&nbsp;dann unter allen Gesichtspunkten &ndash;&nbsp;nebst nat&uuml;rlich auch den Kosten &ndash;&nbsp;durchgecheckt. Dabei versucht diese Institution&nbsp; weitgehend auch <a href=\"http:\/\/guidance.nice.org.uk\">Transparenz<\/a> &uuml;ber ihre Arbeit herzustellen&nbsp;&ndash; <a href=\"http:\/\/www.nice.org.uk\/patientsandpublic\/index.jsp\">auch f&uuml;r die Patienten<\/a>.<br>\nNachdem bei uns die Diskussion jenseits aller Alternativen festgefahren erscheint (siehe z.B. die Er&ouml;rterung des deutschen &ldquo;Ethikrates&rdquo; &uuml;ber die Bewertung von <a href=\"http:\/\/idw-online.de:80\/pages\/de\/news406416\">Kosten und Nutzen im Gesundheitswesen<\/a>&nbsp;&ndash; ohne jeglichen Bezug zu einer Realit&auml;t dieses deutschen Gesundheitswesen mit all seinen finanziellen Einschr&auml;nkungen und Tendenzen zur reinen Privatisierung&nbsp;in totaler <a href=\"?p=9757\">&ldquo;Umklammerung&rdquo; durch die Gesundheitsindustrie<\/a> verliert man dabei den Patienten v&ouml;llig&nbsp;aus dem&nbsp;Blick&nbsp;. Deshalb erscheint solch eine Erweiterung des Horizontes, wo gerade der Patient und die sachgerechten Kriterien f&uuml;r &ldquo;Gesundheit&rdquo; in den Mittelpunkt ger&uuml;ckt werden, durchaus n&uuml;tzlich. Zumal es klar ist, ein soziales &ldquo;Gef&auml;lle&rdquo; in das &ldquo;System&rdquo;&nbsp;von Gesundheit \/ Krankheit <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news370247\">eingeschrieben ist<\/a>.<br>\nErg&auml;nzend f&uuml;ge ich noch eine <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/bueros\/usa\/07118.pdf\">Analyse der Gesundheitsreform in den USA bei [PDF &ndash; 300 KB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wachstum und die Krise der Arbeit<\/strong><br>\nDiese Blitzlichter zeigen exemplarisch, dass das &bdquo;Normalarbeitsverh&auml;ltnis&ldquo; einer sozial abgesicherten, vertraglich geregelten Vollzeit-Erwerbst&auml;tigkeit (das ohnehin m&auml;nnlich besetzt war und Frauen und MigrantInnen nur punktuell integrierte) sich im Zuge der kapitalistischen Globalisierung nicht globalisierte. Im Gegenteil: In den klassischen Industriel&auml;ndern erodiert es. Der informelle Sektor dominiert die Weltwirtschaft mit einem Anteil von zwei Dritteln der gesamten Besch&auml;ftigung, je nach Region liegt der Anteil h&ouml;her: In Indien arbeiten sogar 93% der Bev&ouml;lkerung in der informellen Wirtschaft.<br>\nIn absoluten Zahlen sind 1,8 Mrd. Menschen der weltweit 3 Mrd. Erwerbst&auml;tigen (laut einer Studie der OECD von 2009 mit dem Titel &bdquo;Is informal normal?&ldquo;) informell t&auml;tig. Von den 1,2 Mrd. Frauen (= 40%) unter den weltweit Erwerbst&auml;tigen arbeiten 52% informell. Ihr Anteil am informellen Sektor ist in allen Weltregionen h&ouml;her als der der M&auml;nner. So arbeiten z.B. in Sub-Sahara-Afrika 81% der Frauen informell, aber &bdquo;nur&ldquo; 64% der M&auml;nner. (Wick 2009, 15)<br>\nF&uuml;r die meisten Menschen weltweit ist informelle Arbeit gleichbedeutend mit sozialer Unsicherheit und Armut: 1,2 Mrd. informell Besch&auml;ftigte leben von weniger als 2 US-$ pro Tag, 700 Millionen sogar von weniger als 1,25 US-$. Dass Frauen &uuml;berproportional unter informellen und oft prek&auml;ren Bedingungen arbeiten, ist auch eine Folge der anhaltenden geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung, die Frauen die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r den sog. &bdquo;Care&ldquo;-bereich zuspricht und ihnen den Zugang zu formellen Arbeitspl&auml;tzen, zu Qualifizierung und Aufstieg erschwert&hellip;<br>\nIm Kontext des wachstumskritischen Diskurses l&auml;sst sich aus dieser Realit&auml;t des globalen Arbeitens folgern, dass existenzsichernde Lohnarbeit und damit Teilhabe an den &bdquo;Wachstumsgewinnen&ldquo; im kapitalistischen Wirtschaftssystem genauso wenig verallgemeinerbar ist wie der westliche, rohstoff- und energieintensive Lebensstil. Die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts mit einem wachsenden Niedriglohn-Sektor, zunehmend prek&auml;ren Arbeitsbedingungen und der Verfestigung von Arbeitslosigkeit scheint dies zu best&auml;tigen. Die positive Wirkung der Konjunktur auf existenzsichernde Besch&auml;ftigung ist sehr begrenzt.<br>\nDie Konzentration der Gewerkschaften auf Arbeitsplatzsicherung ist vor diesem Hintergrund zwar verst&auml;ndlich, aber zum Einen vernachl&auml;ssigt sie meist nicht nur Nachhaltigkeitsaspekte der zu sichernden Arbeitspl&auml;tze (Wie nachhaltig sind die Branchen wie z.B. die Autoindustrie, in der Arbeitspl&auml;tze gesichert werden sollen?), sie ignoriert zum anderen die Realit&auml;t von immer mehr Menschen, insbesondere Frauen und MigrantInnen, die im informellen Sektor arbeiten und viel zu wenig im gewerkschaftlichen Blick sind&hellip;<br>\nDie Debatte von und der Kampf um Alternativen muss vielmehr perspektivisch auf die &Uuml;berwindung der gegenw&auml;rtigen Form der Arbeit gerichtet sein. Wie organisieren wir Arbeit, die die materiellen Grundlagen gesellschaftlichen Zusammenlebens schafft und nicht in die Zwangsjacke der Verwertung gesteckt wird? Wie viel Produktivit&auml;t vertragen Menschen und Umwelt? Wie &uuml;berwinden wir die Spaltung in formelle und informelle Arbeit? Wie integrieren wir gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die der &bdquo;Care&ldquo;-&ouml;konomie in das Arbeitskonzept? Das sind wichtige Leitfragen, die als Kritik der Arbeit und der Produktivit&auml;t in den Kern der Post-Wachstumsdebatte geh&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/10-2011\/++co++b7c08d3a-b12c-11e0-58a6-001ec9b03e44\">DGB Gegenblende<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Und warum soll man in Deutschland nicht mehr dagegen streiten, dass die &bdquo;Informalit&auml;t&ldquo; zur &bdquo;Normalit&auml;t&ldquo; gemacht wird? &ndash; Wie so oft in diesen Diskussionen wird das Ergebnis der bewusst betriebenen Politik zur Schaffung einer Reservearmee quasi als zwangsl&auml;ufig dargestellt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>UN-Bericht: Um jedes Wort wird gerungen<\/strong><br>\nDer V&ouml;lkerrechtler Eibe Riedel &uuml;ber die UN-R&uuml;ge f&uuml;r Deutschlands Arbeits- und Sozialpolitik &ndash; und die Kritik an der Kritik:<br>\nIch sehe nicht, dass der UN-Ausschuss besonders streng war. Das Gremium ist weltweit zusammengesetzt, die meisten Mitglieder kommen also aus Entwicklungsl&auml;ndern. Und die haben alle sehr viel gr&ouml;&szlig;ere Probleme als wir. Und dann erwartet der Ausschuss, dass die reicheren Staaten auch mehr tun m&uuml;ssen, um die Menschenrechtslage in ihrem Land zu verbessern. Der Ausschuss hat zu Deutschland fast 40 Empfehlungen abgegeben, vielleicht zwei oder drei von denen sind &uuml;bertrieben gewesen. Auf dieser Basis wird dann aber versucht, das ganze Verfahren zu diskreditieren. Das sollte man tunlichst nicht tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/um-jedes-wort-wird-gerungen\/4402866.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wuppertal-Institut: EU-Subventionen mit umweltsch&auml;dlichen Auswirkungen streichen<\/strong><br>\nIn Bereichen wie Landwirtschaft, Fischerei, Koh&auml;sionspolitik, Verkehr und Energie sollten, einer detaillierten Untersuchung folgend, EU-Subventionen gestrichen werden, wenn sie umweltsch&auml;dliche Auswirkungen haben k&ouml;nnten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Umweltausschusses des Europ&auml;ischen Parlaments, die im M&auml;rz 2011 ver&ouml;ffentlicht wurde. Bettina Bahn-Walkowiak, Philipp Schepelmann and Arkaitz Usubiaga vom Wuppertal Institut haben das Kapitel zur Struktur- und Koh&auml;sionspolitik beigetragen.<br>\nDie Studie gibt einen &Uuml;berblick &uuml;ber die Umweltrelevanz der gr&ouml;&szlig;ten Posten im Haushalt der Europ&auml;ischen Union. Dabei wird das Nachhaltigkeitsniveau der wichtigsten Haushaltsposten der einzelnen Politikbereiche abgesch&auml;tzt. In Hinblick auf die anstehende Reform der EU-Subventionen werden Empfehlungen gegeben, wie der EU-Haushalt entsprechend der Forderungen der EU-2020-Strategie auf ein nachhaltiges Wachstum ausgerichtet werden kann.<br>\nDie Studie wird vom EU-Parlament zum Download in englischer Sprache zur Verf&uuml;gung gestellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wupperinst.org\/info\/entwd\/index.html?beitrag_id=1698&amp;mzAdd=1698&amp;cType=2&amp;pid=&amp;searchart=\">Wuppertal Institut f&uuml;r Klima, Umwelt, Energie GmbH<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Stimmungsaufheller f&uuml;r Pharmalobby<\/strong><br>\nDas Bundesgesundheitsministerium plant, die bislang strikten Regelungen f&uuml;r die Arzneimittelwerbung zu lockern. Das geht aus einem Arbeitspapier hervor, das der Berliner Zeitung vorliegt. Experten warnen vor den &Auml;nderungen. &bdquo;Die Lockerungen scheinen nicht geeignet, die zuverl&auml;ssige Information der Verbraucher zu erh&ouml;hen&ldquo;, sagt Ilona K&ouml;ster-Steinebach vom Verbraucherzentrale Bundesverband.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/politik\/bahr-werbung-stimmungsaufheller-pharmalobby\/351490.php\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Chatzi Go!<\/strong><br>\nDer FDP-Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis hat eine geniale Idee: Weil ihm die Universit&auml;t Bonn wegen Plagiats den Doktortiel aberkannt hat, will er eine neue Doktorarbeit schreiben. Wer seine Ehre verliert, bastelt sich eine neue &ndash; so einfach ist das f&uuml;r einen Politiker einer Partei, die jahrelang plakatiert hat &ldquo;Leistung muss sich wieder lohnen&rdquo;. Politische Konsequenzen lehnt Chatzimarkakis ab. Er will genauso wie seine Kollegin Silvana Koch-Mehrin das Mandat behalten, das er mit dem Doktortitel und der damit verbundenen gesellschaftlichen und politischen Reputation errungen hat. Wenn aber wissenschaftliche Betr&uuml;ger weiterhin das Volk vertreten k&ouml;nnen, dann ist es entweder schlecht um das Volk oder um seine Volksvertreter bestellt &ndash; und um die F&uuml;hrung der betroffenen Partei. Wieder werden Ma&szlig;st&auml;be geschleift, wieder wird das Mandat entwertet. Der Doktorgrad und die dahinter steckende selbstqu&auml;lerische Anstrengung ohnehin. Dass Politiker Vorbilder sein sollten &ndash; diese Forderung ist wohl nur noch l&auml;cherlich. Chatzmarkakis und Koch-Mehrin haben f&uuml;r sich beschlossen, dass wissenschaftlicher Betrug und Volksvertretung durchaus vereinbar sind &ndash; und werden mit dieser Einstellung von ihren Parteif&uuml;hrungen gedeckt. Genauso wie der baden-w&uuml;rttembergische CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Pr&ouml;frock.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3695\">Sprengsatz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Das Unbehagen an der politisch-medialen Klasse<\/strong><br>\nMeinungsmacher, Meinungsm&auml;rkte und Meinungsmedien im Hauptstadtjournalismus.<br>\nDie Analyse unserer Gespr&auml;che mit 35 tonangebenden Korrespondenten und Redaktionsleitern, politischen Sprechern und PR-Strategen, Lobbyisten und Politikberatern in Berlin spricht f&uuml;r sich &ndash; und best&auml;tigt unsere These von der Domestizierung des politischen Feldes durch die Medienzunft&hellip;Sie best&auml;tigt, dass sich unsere Politiker und Journalisten mitunter gef&auml;hrlich nahe kommen und dabei unentschuldbare Risiken eingehen, was ihre professionelle Distanz und ihr Urteilsverm&ouml;gen angeht&hellip;Und sie best&auml;tigt, dass der gesamte Berliner Medienbetrieb heute immer wieder irgendwo zwischen Realit&auml;tsverlust, Sensationsrummel und Wichtigtuerei changiert. Alles in allem best&auml;tigte sich f&uuml;r uns etwas, das wir in dem Buch &bdquo;Die Meinungsmacher&ldquo; zugespitzt als die &bdquo;Verwahrlosung des Hauptstadtjournalismus&ldquo; bezeichnet haben, also den Verfall eines m&auml;chtigen Berufsstands, der im Berliner Meinungsmarkt ma&szlig;geblich bestimmt, was deutschlandweit diskutiert wird.<br>\nDie Plagiats-Aff&auml;re um Karl Theodor zu Guttenberg ist so ein Fall, an dem sich nicht nur hervorragend zeigen l&auml;sst, wie die Kanzlerin &ndash; so Habermas &ndash; &bdquo;die politische Kultur des Landes berlusconisierte&ldquo;&hellip; Es hat im &Uuml;brigen auch niemand darauf gewartet, bis Journalisten der Welt erkl&auml;ren, ob die Dissertation des Ministers ein Plagiat ist oder nicht &ndash; vielmehr haben umtriebige Blogger bewiesen, wie gut die Welt ohne FAZ, &bdquo;Zeit&ldquo;, &bdquo;S&uuml;ddeutsche&ldquo; oder &bdquo;Spiegel&ldquo; auskommt: Quasi in Rekordzeit sorgten Hunderte, die sich als Kuratoren an der s&auml;uberlichen Dokumentation der plagiierten Textpassagen beteiligten, f&uuml;r ein hohes Ma&szlig; an Transparenz&hellip;<br>\nWo wir aber schon mal bei Springer Verlag und &bdquo;Spiegel&ldquo; sind: Die beiden Zugpferde unter den Meinungsmedien, die sich mitunter wie Zirkuspferde auff&uuml;hren, haben ohnehin ein merkw&uuml;rdiges Verh&auml;ltnis, das irgendwie schon symptomatisch f&uuml;r den neuen hauptstadtjournalistischen Stil ist: W&auml;hrend vor allem die &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung immer ungenierter politische Kampagnen f&auml;hrt, um der lauteste im Konzert der Meinungsf&uuml;hrer zu sein, machte sogar der (ansonsten in Mediendingen eher ger&auml;uscharme) &bdquo;Spiegel&ldquo; vor kurzem mit einer grellen, aber recherchearmen Geschichte auf, die den ehemaligen Erzfeind zum publizistischen Brandstifter stempelte.<br>\nSo meinungsstark, selbstbewusst und oft auch gnadenlos manche Hauptstadtjournalisten reportieren und analysieren, so ungern werden sie selbst hinterfragt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/10-2011\/++co++b31d2f1a-b12f-11e0-5e8f-001ec9b03e44\">DGB Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Berlinwahl: Die rote Renate<\/strong><br>\nMiese Umfragen, Witze von SPDlern, ein betrunkener Mitarbeiter: Es l&auml;uft schlecht f&uuml;r Renate K&uuml;nast, die Berlin regieren will. Jetzt setzt sie auf das Label &ldquo;sozial und gerecht&rdquo;. In ihrem Wahlprogramm haben die Gr&uuml;nen den Punkt &ldquo;Solidarisches Berlin&rdquo; an den Anfang gesetzt. Sie versprechen, in begehrten Kiezen Mietaufschl&auml;ge zu deckeln, wenn Wohnungen frei werden, ebenso die Spanne f&uuml;r Mieterh&ouml;hungen zu verkleinern. Sie wollen die Zusammenarbeit von Sozialtr&auml;gern verbessern, Jobcenter sollen &ldquo;auf Augenh&ouml;he&rdquo; mit Arbeitslosen umgehen. Sonderlich ambitioniert ist die Sozialoffensive jedoch nicht: Die Initiative f&uuml;r Mietdeckelung muss durch den Bundesrat, B&uuml;rokratieabbau will jeder, und dass ausgerechnet Gr&uuml;ne &ndash; die Hartz IV im Bund beschlossen &ndash; Sanktionen jetzt doof finden, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2011%2F07%2F16%2Fa0166&amp;cHash=26f096c754\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Arme Akademiker &ndash; Frau Lehrerin hat ein Loch im Schuh!<\/strong><br>\nBildung zahlt sich nicht aus: Obwohl sie jahrelang studiert haben, verdienen Dozenten an Sprachinstituten und Volkshochschulen oft weniger als Hilfskr&auml;fte auf dem Bau. Viele arbeiten nah am Sozialbetrug. Schuld sind die magere staatliche F&ouml;rderung, das Rentenversicherungsgesetz &ndash; und die Liebe zum Job.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/berufsleben\/0,1518,774265,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Jetzt kommt die Flut<\/strong><br>\nDie Hochschulen &auml;chzen jetzt schon unter einem Studentenansturm. Doch eine neue Prognose l&auml;sst Schlimmeres bef&uuml;rchten: In diesem Jahr wird es mehr Studienanf&auml;nger in Deutschland geben als jemals zuvor &ndash; und die Vorhersagen f&uuml;r die kommenden Jahre sind viel zu niedrig berechnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,774701,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.T.:<\/strong> Ein vordergr&uuml;ndiger Informationsartikel &uuml;ber die Flut von Studienanf&auml;ngern und dem Versagen der Politik bauscht sich mit Zitaten von CHE-Leuten und einer Studie derselben zur Kritik an der Verteilung und Finanzierung von Hochschulpl&auml;tzen auf und schlie&szlig;t mit dem vielsagenden Absatz:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;<strong>Wie lassen sich die Hochschulen auf Dauer finanzieren?<\/strong><br>\nDie Experten mahnen Bund und L&auml;nder, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen. Die Politiker m&uuml;ssten dringend &ldquo;neue Wege der Hochschulfinanzierung&rdquo; diskutieren, um die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen L&auml;nder in einen Ausgleich zu bringen. [&hellip;]<br>\nDie Finanzierung ist bisher Sache der L&auml;nder, der Bund kann nur &uuml;ber besondere Konstruktionen wie den Hochschulpakt aushelfen. Mit solchen Hilfskonstruktionen aber k&ouml;nne und d&uuml;rfe man nicht ewig weitermachen. Einfach darauf zu vertrauen, dass die Anf&auml;ngerzahlen bald wieder sinken, wenn die doppelten Abiturjahrg&auml;nge die Schulen verlassen h&auml;tten &ndash; das w&auml;re nach Ansicht der G&uuml;tersloher Experten falsch. [&hellip;]&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>ER warf Sarrazin aus dem D&ouml;ner-Laden<\/strong><br>\nSelbstsicher blickt Oberkellner Mehmet &Ouml;zkan (41) in die Kamera: Er ist der Mann, der Thilo Sarrazin (66, SPD) aus dem Berliner Kult-Restaurant &bdquo;Hasir&ldquo; warf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/thilo-sarrazin\/mehmet-oezkan-das-ist-der-mann-der-thilo-sarrazin-aus-dem-restaurant-schmiss-18917066.bild.html\">BILD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Da macht Sarrazin mit einem Kamerateam begleitet eine Tour durch Kreuzberg. Welches andere Ziel konnte er und das ZDF-Magazin haben, als zu provozieren. Und dann wundert er sich noch, dass er selbst provoziert wird und aus einem Restaurant hinauskomplimentiert wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte: Peter Hahne: Bettelverbot<\/strong><br>\n&ldquo;Ich fordere ein generelles Bettelverbot auf &ouml;ffentlichen Pl&auml;tzen [&hellip;]<br>\nDie traditionelle &bdquo;Kultur des Bettelns&ldquo; in unserer abendl&auml;ndischen Gesellschaft hat in einem Sozialstaat keine Berechtigung mehr. Diese Bettelei ist Bel&auml;stigung und N&ouml;tigung.&rdquo;<br>\n&ndash; Peter Hahne, BILD-Zeitung vom 16. Juli 2011 &ndash;<br>\nZum Gesagten sei angemerkt: Ahnungslos predigen &ndash; das ist das Metier des oben zitierten Theologen, der als Zierde der &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und der Witwe Springer fungiert. Bei denen verk&uuml;ndet er sein Halbwissen regelm&auml;&szlig;ig so, als sei es tiefgr&uuml;ndiges, christlich-karitatives, ja g&ouml;ttliches Wissen. F&uuml;r Obdachlose n&auml;mlich, und das unterschl&auml;gt Hahne, der sein Verbot ohne R&uuml;cksicht auf die Wirklichkeit durchsetzen m&ouml;chte&hellip; f&uuml;r Obdachlose n&auml;mlich, gibt es keinen Sozialstaat. Ohne Bleibe keine Sozialleistung &ndash; und umgekehrt: ohne Sozialleistung keine Bleibe. Der Obdachlose ist somit dazu verdonnert, bei kirchlichen Einrichtungen einzukehren &ndash; oder sich dort abweisen zu lassen, wenn Mangel an Schlafpl&auml;tzen oder mitf&uuml;hlendem Personal herrscht. Und er ist auch deshalb dazu verurteilt, sein Leben mit Bettel aufrechtzuerhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2011\/07\/de-dicto.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Geplante Steuersenkung entlastet vor allem Reiche; Eurobonds; Deutschland umwirbt Fachkr&auml;fte in EU-Krisenl&auml;ndern; Mythos und Realit&auml;t der Globalisierung; Eurol&auml;nder entwickeln sich beim Export weiter auseinander; Mangelerscheinungen in der Provinz; Frankreich: Eine Schocktherapie f&uuml;r die Medikamenten&uuml;berwachung; Wachstum und die Krise der Arbeit; UN-Bericht: Um jedes Wort wird gerungen; Wuppertal-Institut: EU-Subventionen mit<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10123\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10123","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10123"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10123\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10128,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10123\/revisions\/10128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}