{"id":101259,"date":"2023-07-22T10:00:54","date_gmt":"2023-07-22T08:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101259"},"modified":"2023-07-25T07:25:52","modified_gmt":"2023-07-25T05:25:52","slug":"zwei-reden-des-damaligen-us-praesidenten-john-f-kennedy-vom-juni-1963","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101259","title":{"rendered":"Zwei Reden des damaligen US-Pr\u00e4sidenten John F. Kennedy vom Juni 1963"},"content":{"rendered":"<p>Pr&auml;sident Kennedy hielt am 10. Juni 1963 an der American University in Washington eine historisch bedeutsame Rede, die man als Anzeichen einer Abkehr vom Kalten Krieg und als Einstieg in die Entspannungspolitik betrachten kann. Seine oft zitierte Rede am 26. Juni 1963 in Berlin enthielt hingegen noch sehr deutliche Merkmale der Rhetorik des Kalten Krieges. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>1.) 10. Juni 1963<\/strong><\/p><p>In seiner wegweisenden, sogenannten &bdquo;Friedensrede&ldquo; baut Kennedy Br&uuml;cken, erkennt den gro&szlig;en Blutzoll der sowjetischen V&ouml;lker im Laufe des Zweiten Weltkriegs an und konstatiert, die Probleme (er meint damit die gef&auml;hrliche atomare Aufr&uuml;stung) seien von Menschen verursacht und k&ouml;nnten auch von Menschen gel&ouml;st werden. Kennedy spricht vom Bem&uuml;hen um Entspannung, Diplomatie und einem h&ouml;heren Ma&szlig; an Kontakt und Kommunikation, um auf beiden Seiten gef&auml;hrliche Verz&ouml;gerungen, Missverst&auml;ndnisse und Fehlinterpretationen zu vermeiden. Man m&uuml;sse dem Wettr&uuml;sten Einhalt gebieten, sich auf gemeinsame Interessen konzentrieren und darauf, wie Differenzen &uuml;berwunden werden k&ouml;nnten. Er wolle Konfrontationen abwenden, bei denen ein Gegner nur die Wahl zwischen dem&uuml;tigendem R&uuml;ckzug und Atomkrieg habe. Er pl&auml;dierte daf&uuml;r, Einmischungen in die Belange anderer Nationen zu unterlassen. Er sprach von weltweit g&uuml;ltigen Gesetzen, von globaler Abr&uuml;stung, Ma&szlig;nahmen zur R&uuml;stungskontrolle und von seinem langfristigen Ziel: die allgemeine und vollst&auml;ndige Abr&uuml;stung. Kennedy war au&szlig;erdem &uuml;berzeugt davon, ein Gro&szlig;teil der R&uuml;stungsgelder sollte besser f&uuml;r Bildung, Armutsbek&auml;mpfung und das Gesundheitssystem verwendet werden. Als erste Schritte benannte Kennedy die Einrichtung einer direkten Telefonleitung zwischen Moskau und Washington und die Verhandlungen &uuml;ber ein Abkommen zum Verbot von Atomtests.<\/p><p><strong>President John F. Kennedy&rsquo;s &bdquo;Peace Speech&ldquo;<\/strong><br>\nPresident Kennedy at American University (June 10, 1963)<br>\nPresident Kennedy&rsquo;s commencement address at American University when he called for high-level negotiations with the Soviet Union, a nuclear test ban treaty and an end to the Cold War. June 10th marks the 50th anniversary of his &ldquo;Peace Speech&rdquo; in 1963.<br>\nSource: <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20130615083227\/http:\/\/www.c-span.org\/History\/Events\/President-John-F-Kennedy39s-quotPeace-Speechquot\/10737439909\/\">C-SPAN<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0fkKnfk4k40\">C-SPAN, 6. Juni 2013<\/a><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/0fkKnfk4k40\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p>Die deutsche &Uuml;bersetzung der Rede ist zu finden bei: <a href=\"https:\/\/www.jfklibrary.org\/de\/node\/11881\">&bdquo;The John F. Kennedy Presidential Library and Museum&ldquo;<\/a><\/p><p>Ausz&uuml;ge aus der Festrede von Pr&auml;sident John F. Kennedy am 10. Juni 1963 in Washington, D.C., Amerikanische Universit&auml;t:<\/p><p><em>&bdquo;[&hellip;] Von welcher Art Frieden spreche ich? Welche Art Frieden streben wir an? Es geht hier nicht um eine PaxAmericana, die der Welt durch amerikanische Kriegswaffen aufgezwungen wird. Auch geht es nicht um den Frieden des Grabes oder um die Sicherheit der Sklaven. Ich spreche von echtem Frieden, von der Art Frieden, die das Leben auf der Erde lebenswert macht, von der Art Frieden, durch die Menschen und Nationen wachsen, hoffen und f&uuml;r ihre Kinder die Grundlage einer besseren Zukunft legen k&ouml;nnen. Ich spreche nicht nur von Frieden f&uuml;r Amerikaner, sondern von Frieden f&uuml;r alle M&auml;nner und Frauen. Auch geht es nicht nur darum, dass in unserer Zeit Frieden herrscht, sondern f&uuml;r alle Zeiten. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>Derzeit m&uuml;ssen wir zur Friedenssicherung jedes Jahr Milliarden von Dollar f&uuml;r Waffen ausgeben, die nur gekauft werden, damit wir sie niemals einsetzen. Der Erwerb eines solch ungenutzten Arsenals, das ausschlie&szlig;lich zu zerst&ouml;rerischen, nicht jedoch zu konstruktiven Zwecken eingesetzt werden k&ouml;nnte, ist sicherlich nicht die einzige und schon gar nicht die effizienteste Methode der Friedenssicherung. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>So mancher sagt, dass es sinnlos sei, von Weltfrieden, weltweit g&uuml;ltigen Gesetzen oder globaler Abr&uuml;stung zu sprechen, und dass dies so lange der Fall sein wird, bis die Machthaber der Sowjetunion eine aufgekl&auml;rtere Haltung einnehmen. Ich hoffe, sie werden das tun, und denke, dass wir sie dabei unterst&uuml;tzen k&ouml;nnen. Ich denke aber auch, dass wir unsere eigene Haltung als Einzelne und als Nation erneut hinterfragen sollten, da sie eine genauso wichtige Rolle spielt wie die der Sowjetunion. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>Lassen Sie uns &uuml;berlegen, wie wir zum Frieden an sich stehen. Zu viele Menschen unter uns glauben, dass es nicht m&ouml;glich sei, in Frieden zu leben. Zu viele denken, dass dies unrealistisch sei. Dies ist jedoch eine gef&auml;hrliche, def&auml;tistische Ansicht. Sie f&uuml;hrt zu der Schlussfolgerung, dass Krieg unvermeidbar ist und dass die Menschheit dem Schicksal verfallen ist und von Kr&auml;ften geleitet wird, die sie nicht kontrollieren kann. Wir m&uuml;ssen diese Ansicht nicht akzeptieren. Unsere Probleme wurden von Menschen verursacht, weshalb sie auch von Menschen gel&ouml;st werden k&ouml;nnen. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>F&uuml;r Weltfrieden, wie auch f&uuml;r den Frieden innerhalb einer Gemeinschaft, ist es nicht erforderlich, dass jeder Mensch seinen Nachbarn liebt. Es ist lediglich erforderlich, dass sie in der Lage sind, durch gegenseitige Toleranz zusammenzuleben und Streitpunkte auf gerechte und friedliche Weise beizulegen. Die Geschichte lehrt uns ja, dass Feindschaften zwischen Nationen nicht ewig andauern, und dies gilt auch f&uuml;r Menschen. Wie tief unsere Vorlieben und Abneigungen auch verwurzelt sein m&ouml;gen, die Beziehungen zwischen Nationen und Nachbarn ver&auml;ndern sich im Laufe der Zeit und unter Ber&uuml;cksichtigung neuer Ereignisse oft auf &uuml;berraschende Weise. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>Wir Amerikaner finden Kommunismus zutiefst absto&szlig;end, weil in ihm pers&ouml;nliche Freiheit und W&uuml;rde negiert werden. Trotzdem k&ouml;nnen wir den Russen aufgrund ihrer zahlreichen Errungenschaften zujubeln, in Wissenschaft und Raumfahrt, beim wirtschaftlichen und industriellen Wachstum, in der Kultur und bei mutigen Handlungen. Unter all den Charakteristika, die die Menschen unserer beiden L&auml;nder gemein haben, ist keines so stark wie unsere einvernehmliche Verachtung von Krieg. Wir haben noch nie gegeneinander Krieg gef&uuml;hrt, was unter den wichtigsten Weltm&auml;chten fast einzigartig ist. Und in der Kriegsgeschichte hat noch nie eine Nation derma&szlig;en viel Leid ertragen m&uuml;ssen wie die Sowjetunion im Laufe des Zweiten Weltkriegs. Damals kamen mindestens 20 Millionen Menschen ums Leben. Unz&auml;hlige Millionen Wohnh&auml;user und Bauernh&ouml;fe wurden niedergebrannt oder gepl&uuml;ndert. Ein Drittel des Staatsgebiets, und hierzu z&auml;hlten fast zweiDrittel seiner industriellen Basis, wurden in eine &Ouml;de verwandelt. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>Beide L&auml;nder geben gewaltige Summen f&uuml;r Waffen aus, obwohl diese Gelder besser f&uuml;r die Bek&auml;mpfung von Unwissenheit, Armut und Krankheiten verwendet werden k&ouml;nnten. Beide L&auml;nder sind in einem gef&auml;hrlichen Teufelskreis gefangen, in dem das Misstrauen, das auf einer Seite herrscht, auch auf der anderen Seite Misstrauen hervorruft. So f&uuml;hren neue Waffen dazu, dass auch auf der anderen Seite das Waffenarsenal vergr&ouml;&szlig;ert wird.<\/em><\/p><p><em>Kurzum, sowohl die Vereinigten Staaten und ihre Alliierten als auch die Sowjetunion und ihre Alliierten haben ein tiefes, auf Gegenseitigkeit beruhendes Interesse daran, dass ein gerechter und ehrlicher Frieden herrscht und dem Wettr&uuml;sten Einhalt geboten wird. Zu diesem Zweck getroffene Vereinbarungen stehen sowohl im Interesse der Sowjetunion als auch in unserem Interesse. Und selbst die feindlichsten Nationen werden die Verpflichtungen, die sie in einem Abkommen eingegangen sind und die in ihrem eigenen Interesse stehen, verl&auml;sslich akzeptieren und einhalten &ndash; und zwar nur diese.<\/em><\/p><p><em>Lassen Sie uns daher unsere Differenzen nicht ignorieren, aber wir m&uuml;ssen uns auch auf unsere gemeinsamen Interessen konzentrieren und darauf, wie wir diese Differenzen &uuml;berwinden k&ouml;nnen. Und sollten wir nicht in der Lage sein, unseren Differenzen jetzt ein Ende zu setzen, so k&ouml;nnen wir zumindest einen Beitrag daf&uuml;r leisten, dass auf dieser Welt eine sichere Grundlage f&uuml;r Vielfalt gelegt wird. Letzten Endes besteht unsere grundlegendste Gemeinsamkeit darin, dass wir alle auf diesem kleinen Planeten leben. Wir alle atmen dieselbe Luft. Uns allen liegt die Zukunft unserer Kinder am Herzen. Und wir alle sind sterblich. [&hellip;] <\/em><\/p><p><em>Wir m&uuml;ssen das Streben nach Frieden daher beharrlich in der Hoffnung fortsetzen, dass durch konstruktive Ver&auml;nderungen im kommunistischen Block L&ouml;sungen m&ouml;glich sein werden, die wir momentan noch f&uuml;r unrealistisch halten. Wir m&uuml;ssen unseren Angelegenheiten so nachgehen, dass es im Interesse der Kommunisten sein wird, einem echten Frieden zuzustimmen. Wir werden unsere eigenen Hauptinteressen verfolgen, vor allem m&uuml;ssen die Atomm&auml;chte jedoch Konfrontationen abwenden, bei denen ein Gegner nur die Wahl zwischen dem&uuml;tigendem R&uuml;ckzug und Atomkrieg hat. W&uuml;rde man im atomaren Zeitalter einen solchen Kurs einschlagen, w&auml;re dies lediglich ein Beweis f&uuml;r den Bankrott unserer Politik &ndash; oder daf&uuml;r, dass wir der ganzen Welt den kollektiven Tod w&uuml;nschen.<\/em><\/p><p><em>Zu diesem Zweck sollen die amerikanischen Waffen nicht provozieren, sondern sie werden sorgsam kontrolliert, sie dienen der Abschreckung und sie k&ouml;nnen selektiv eingesetzt werden. Unsere Streitkr&auml;fte setzen sich f&uuml;r Frieden ein und handeln diszipliniert, indem sie Selbstbeherrschung zeigen. Unsere Diplomaten wurden angewiesen, unn&ouml;tige &Auml;rgernisse und rein rhetorische Animosit&auml;t zu vermeiden.<\/em><\/p><p><em>Wir k&ouml;nnen uns um Entspannung bem&uuml;hen, ohne in unserer Wachsamkeit nachzulassen. Und wir m&uuml;ssen unsererseits nicht auf Drohungen zur&uuml;ckgreifen, um unsere Entschlossenheit unter Beweis zu stellen. Wir m&uuml;ssen nicht die Ausstrahlung ausl&auml;ndischer Sendungen st&ouml;ren, weil wir f&uuml;rchten, dass unser Glaube ersch&uuml;ttert wird. Wir sind nicht willens, Menschen unser System aufzuzwingen, die daran kein Interesse haben, aber wir sind willens und auch dazu in der Lage, mit jedem beliebigen Volk dieser Erde in friedlichen Wettbewerb zu treten.<\/em><\/p><p><em>Zwischenzeitlich bem&uuml;hen wir uns, die Institution der Vereinten Nationen zu st&auml;rken, damit sie ihre Finanzprobleme l&ouml;sen kann, zu einem wirksameren Instrument f&uuml;r Frieden wird und sich in ein echtes Weltsicherheitssystem weiterentwickeln l&auml;sst, durch das sich Dispute rechtlich l&ouml;sen lassen, die Sicherheit gro&szlig;er und auch kleiner Staaten gew&auml;hrleistet werden kann und Bedingungen geschaffen werden, unter denen eine Abr&uuml;stung letztendlich m&ouml;glich ist. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>Zweifelsohne lie&szlig;e sich Frieden leichter sichern, wenn es alle Nationen unterlassen w&uuml;rden, sich in die Entscheidungen anderer einzumischen. Hierzu wird es erforderlich sein, dass neue Anstrengungen im Hinblick auf die Verabschiedung weltweit g&uuml;ltiger Gesetze unternommen werden, die einen neuen Kontext f&uuml;r globale Diskussionen darstellen w&uuml;rden. Hierzu m&uuml;sste jedoch ein besseres Verst&auml;ndnis zwischen den Sowjets und uns aufgebaut werden. Und f&uuml;r ein besseres Verst&auml;ndnis ist ein h&ouml;heres Ma&szlig; an Kontakt und Kommunikation notwendig. Ein Schritt in diese Richtung ist der Vorschlag, eine direkte Telefonleitung zwischen Moskau und Washington einzurichten, damit auf beiden Seiten die gef&auml;hrlichen Verz&ouml;gerungen, Missverst&auml;ndnisse und Fehlinterpretationen der Handlungen des Gegen&uuml;bers vermieden werden k&ouml;nnen, zu denen es in Krisenzeiten kommen k&ouml;nnte.<\/em><\/p><p><em>Dar&uuml;ber hinaus haben wir uns in Genf auch &uuml;ber andere erste Ma&szlig;nahmen zur R&uuml;stungskontrolle unterhalten, durch die dem Wettr&uuml;sten der Wind aus den Segeln genommen und das Risiko eines versehentlich ausgel&ouml;sten Krieges vermindert werden soll. In Genf geht es uns jedoch vorwiegend um ein langfristiges Ziel: die allgemeine und vollst&auml;ndige Abr&uuml;stung. Sie soll phasenweise stattfinden, damit zeitgleich politische Entwicklungen zum Aufbau der neuen Institutionen des Friedens m&ouml;glich sind, die an die Stelle von Waffen treten w&uuml;rden. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>Einer der Hauptbereiche dieser Verhandlungen, in dem zwar das Ende in Sicht, ein frischer Start jedoch dringend geboten ist, besteht in einem Abkommen &uuml;ber das Verbot von Atomtests. Durch den Abschluss eines solchen Abkommens, das so nah und doch so fern ist, lie&szlig;e sich dem au&szlig;er Kontrolle geratenen Wettr&uuml;sten in einem seiner gef&auml;hrlichsten Bereiche Einhalt gebieten. Dadurch w&auml;ren die Atomm&auml;chte imstande, wirksamer etwas gegen eine der gr&ouml;&szlig;ten Gefahren zu unternehmen, denen die Menschheit im Jahr 1963 ausgesetzt ist: der weiteren Ausbreitung von Atomwaffen. Unsere Sicherheit lie&szlig;e sich steigern, und die Wahrscheinlichkeit eines Krieges fiele geringer aus. Dieses Ziel ist gewiss wichtig genug, um sich dauerhaft daf&uuml;r einzusetzen. Dabei sollten wir weder der Versuchung nachgeben, die Anstrengung ganz einzustellen, noch der Versuchung, wichtige und verantwortungsbewusste Schutzma&szlig;nahmen daf&uuml;r aufzugeben. [&hellip;]<\/em><\/p><p><em>Lassen Sie uns beim Wahren unserer nationalen Interessen auch die Interessen der Menschheit wahren. Und das Beseitigen von Krieg und Waffen dient offensichtlich beiden Interessen. Allerdings kann kein Abkommen, so sehr auch alle davon profitieren m&ouml;gen und so genau es auch formuliert sein mag, im Hinblick auf die Risiken der T&auml;uschung und Umgehung absolute Sicherheit bieten. Ist es jedoch bei der Umsetzung wirksam genug und steht es in hinreichendem Ma&szlig;e im Interesse der Unterzeichnenden, so kann es weit mehr Sicherheit bieten und weit weniger Risiken bergen als ein unvermindertes, unkontrolliertes und unvorhersehbares Wettr&uuml;sten. [&hellip;]&rdquo;<\/em><\/p><p><strong>2.) 26. Juni 1963<\/strong><\/p><p>Am 26. Juni, gerade mal gut zwei Wochen sp&auml;ter, war der US-Pr&auml;sident zusammen mit dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer in Berlin. Auch diese Rede dokumentieren wir zusammen mit zwei Fotos. Diese Rede ist ber&uuml;hmt geworden durch Kennedys &ouml;ffentlichkeitswirksames Bekenntnis &bdquo;Ich bin ein Berliner&ldquo;. Die Rede enth&auml;lt noch deutliche Merkmale des Kalten Krieges.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230722-Kennedy-Reden-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Kennedy mit Adenauer. Bild: Landesarchiv Berlin<\/p><p><strong>Rede von US-Pr&auml;sident John F. Kennedy vor dem Rathaus Sch&ouml;neberg am 26. Juni 1963<\/strong><\/p><p>Die &Uuml;bersetzung der kompletten Rede von US-Pr&auml;sident John F. Kennedy vor dem Rathaus Sch&ouml;neberg am 26. Juni 1963 ist <a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/berlin-im-ueberblick\/geschichte\/artikel.453085.php\">hier zu finden<\/a>.<\/p><p>Hier ein Auszug: <\/p><p><em>&bdquo;Meine Berliner und Berlinerinnen, ich bin stolz, heute in Ihre Stadt zu kommen als Gast Ihres hervorragenden Regierenden B&uuml;rgermeisters, der in allen Teilen der Welt als Symbol f&uuml;r den Kampf- und Widerstandsgeist West-Berlins gilt. Ich bin stolz, auf dieser Reise die Bundesrepublik Deutschland zusammen mit ihrem hervorragenden Herrn Bundeskanzler besucht zu haben, der w&auml;hrend so langer Jahre die Politik der Bundesregierung bestimmt hat nach den Richtlinien der Demokratie, der Freiheit und des Fortschritts. [&hellip;] Vor zweitausend Jahren war der stolzeste Satz, den ein Mensch sagen konnte, der: Ich bin ein B&uuml;rger Roms. Heute ist der stolzeste Satz, den jemand in der freien Welt sagen kann: Ich bin ein Berliner. Ich bin dem Dolmetscher dankbar, da&szlig; er mein Deutsch noch besser &uuml;bersetzt hat. Wenn es in der Welt Menschen geben sollte, die nicht verstehen oder nicht zu verstehen vorgeben, worum es heute in der Auseinandersetzung zwischen der freien Welt und dem Kommunismus geht, dann k&ouml;nnen wir ihnen nur sagen, sie sollen nach Berlin kommen. [&hellip;]&rdquo;<\/em><\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230722-Kennedy-Reden-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Kennedy mit Brandt. Bild: Landesarchiv Berlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr&auml;sident Kennedy hielt am 10. Juni 1963 an der American University in Washington eine historisch bedeutsame Rede, die man als Anzeichen einer Abkehr vom Kalten Krieg und als Einstieg in die Entspannungspolitik betrachten kann. Seine oft zitierte Rede am 26. Juni 1963 in Berlin enthielt hingegen noch sehr deutliche Merkmale der Rhetorik des Kalten Krieges.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101259\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":101603,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,170],"tags":[1572,1519,2013,1268,1647,3308,2181],"class_list":["post-101259","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-friedenspolitik","tag-abruestung","tag-atomwaffen","tag-entspannungspolitik","tag-kalter-krieg","tag-kennedy-john-f","tag-serie-alter-interessanter-dokumente","tag-wettruesten"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/230722-Kennedy-Friedensrede-1963-Titelbild.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101259","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=101259"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101271,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101259\/revisions\/101271"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/101603"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=101259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=101259"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=101259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}