{"id":101309,"date":"2023-07-19T14:00:53","date_gmt":"2023-07-19T12:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101309"},"modified":"2023-07-24T16:09:53","modified_gmt":"2023-07-24T14:09:53","slug":"lesetipp-ein-hervorragender-artikel-zu-einem-eu-skandal-ueber-den-in-deutschland-niemand-berichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101309","title":{"rendered":"Lesetipp: Ein hervorragender Artikel zu einem EU-Skandal, \u00fcber den in Deutschland niemand berichtet"},"content":{"rendered":"<p>Wussten Sie, dass die EU-Kommission versucht hat, eine US-Staatsb&uuml;rgerin, die zudem eine unr&uuml;hmliche Vorgeschichte als Lobbyistin von Apple und Microsoft vorweist, zur obersten EU-Regulatorin f&uuml;r den digitalen Wettbewerb in der EU zu machen? Wahrscheinlich nicht, schlie&szlig;lich schweigen deutsche Medien zu diesem Skandal. Einmal mehr erfuhr man davon nur, wenn man dem Europaparlamentarier <strong>Martin Sonneborn<\/strong> in den sozialen Netzwerken folgt. Sonneborn erledigt &ndash; und dies mit Bravour &ndash; den Job, den eigentlich unsere Medien erledigen sollten. Die NachDenkSeiten m&ouml;chten Ihnen gerne den langen, aber hervorragenden Artikel Sonneborns, den er in zwei Teilen (<a href=\"https:\/\/twitter.com\/MartinSonneborn\/status\/1680894018610253824\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MartinSonneborn\/status\/1681591918688456705\">hier<\/a>) auf Twitter ver&ouml;ffentlicht hat, vorstellen. Es lohnt sich.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Der Tod der Idee (EU)<\/strong><\/p><p>Triggerwarnung: lang(weilig), trocken &amp; schmutzig<\/p><p><strong>Gerade hat die EU-Kommission die US-Amerikanerin Fiona Scott Morton zur Chef&ouml;konomin ihrer Generaldirektion Wettbewerb ernannt. Damit wird die Regulierung der digitalen M&auml;rkte einer mit Interessenskonflikten &uuml;berladenen Lobbyistin der Big-Tech-Konzerne &uuml;bertragen. Morton war nicht nur f&uuml;r das us-amerikanische Justizministerium, sondern auch f&uuml;r mehrere oligopolistische US-Digitalkonzerne t&auml;tig (Apple, Amazon, Microsoft), deren Beratung ihr mehrere Millionen Dollar eingebracht hat.<\/strong><\/p><p>Wenn Sie sich im Februar letzten Jahres kurz dar&uuml;ber gewundert haben, dass die US-amerikanische Greenpeace-Aktivistin Jennifer Morgan von der transatlantischen Tr&ouml;te Annalena Baerbock zur Staatssekret&auml;rin im Ausw&auml;rtigen Amt gemacht wurde, dann war das noch gar nichts gegen die Idee, der die EU-Kommission gerade Gestalt verliehen hat. In einem klammheimlichen und nur in Bruchteilen ordnungsgem&auml;&szlig;en Ausschreibungsverfahren hat die Kommission f&uuml;r einen ihrer wichtigsten Regulierungsposten soeben die US-Amerikanerin und Big-Tech-Lobbyistin Fiona Scott Morton rekrutiert. Zum 1. September 2023 soll sie Chef&ouml;konomin f&uuml;r Wettbewerbsfragen der DG Comp werden, eine der wichtigsten Positionen in einer der m&auml;chtigsten Generaldirektionen der Europ&auml;ischen Kommission &ndash; mit Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Einhaltung der EU-Kartell- und Wettbewerbsvorschriften sowie die Genehmigung von Unternehmensfusionen und &Uuml;bernahmen.<\/p><p>Fiona Scott Morton ist, wie wir der von plakativem Progressismus getragenen Pressemitteilung entnehmen, nicht nur eine Frau, sondern auch die erste Frau auf diesem Posten. Champagner stellen wir f&uuml;r diese Nachricht trotzdem nicht kalt, noch nicht einmal US-amerikanischen Schaumwein mit Aspartam, wenn wir denn so etwas &uuml;berhaupt in unserem Weinschrank h&auml;tten. Denn der tats&auml;chlich vermeldenswerte Nachrichtgehalt ist nat&uuml;rlich weniger in der Geschlechts- als in der Staatszugeh&ouml;rigkeit zu finden.<\/p><p>In der Tat wird Morton in Nachfolge des Belgiers Pierre R&eacute;gibeau sicher nicht als erste Frau, sondern vor allem als erste an einer der sensibelsten Schaltstellen der EU offiziell eingesetzte Staatsb&uuml;rgerin der USA in die Geschichte der Institutionen eingehen. Und das, obwohl f&uuml;r diese Position und Verantwortungsebene (&uuml;blicherweise) die Staatsangeh&ouml;rigkeit eines der EU-Mitgliedsstaaten erforderlich ist.<\/p><p>Es geh&ouml;rt zu den nicht weiter erw&auml;hnenswerten Selbstverst&auml;ndlichkeiten des EU-Apparats, dass seine Beamten einem der 27 Mitgliedsstaaten entstammen. Die einzige (gr&ouml;&szlig;ere) Ausnahme von dieser Regel ergab sich durch den Brexit, in dessen Folge die Kommission ihren derzeit 464 britischen Bediensteten (1,5%), von denen allerdings keiner an strategischer Position platziert ist, die weitere Funktionsaus&uuml;bung gestattete. Von den derzeit 30.094 (internen) EU-Beamten sind ganze 59 Nicht-EU-B&uuml;rger, das sind 0,2 Prozent. Einige von diesen sind Norweger, einige besitzen eine zweite EU-Staatsb&uuml;rgerschaft, die meisten fungieren als Berater (oft im IT-Bereich), keiner ist mit weitreichenden Entscheidungsbefugnissen ausgestattet.<\/p><p>F&uuml;r das Auswahl- und Einstellungsverfahren der Europ&auml;ischen Kommission gilt f&uuml;r Hohe Beamte die folgende Vorschrift (&bdquo;Senior Officials Policy&ldquo;): &ldquo;Bei der Einstellung sind dem Organ die Dienste von Beamten zu sichern, die auf m&ouml;glichst breiter geographischer Grundlage unter den Staatsangeh&ouml;rigen der Mitgliedstaaten ausgew&auml;hlt werden.&ldquo; Dass es unter den 450 Millionen zur Auswahl stehenden EU-B&uuml;rgern, einige davon mit ausgefuchstem Fachwissen (Candy Crush, Level 1789), keinen Tinder-Match gegeben haben soll, das, mit Verlaub, glauben wir der Kommission einfach nicht. Bei ausnahmslos allen bisherigen Ausschreibungen zum &bdquo;Chief Competition Economist&ldquo;, auch bei der letzten von 2018 (COM\/2018\/10383), war die EU-Staatsb&uuml;rgerschaft als allererste Zulassungsvoraussetzung vermerkt. Im diesj&auml;hrigen (im Februar er&ouml;ffneten) Verfahren (COM\/2023\/10427) ist sie &ndash; bei nahezu wortgleicher &Uuml;bernahme aller anderen Textbausteine &ndash; wie durch Zauberhand verschwunden.<\/p><p>Es k&ouml;nnte der Verdacht entstehen, so mehrere NGOs um Lobby Control schon im Mai, dass dieses Einstellungsverfahren speziell darauf zugeschnitten wurde, eine ganz bestimmte Bewerberin aus dem Nicht-EU-Raum zu beg&uuml;nstigen. Wir m&ouml;chten h&ouml;flich widersprechen, denn der Sachverhalt geht &uuml;ber den reinen Verdacht nat&uuml;rlich l&auml;ngst hinaus. Nicht genug, dass Morton ihre Kollegen an der Yale University bereits im April &uuml;ber ihre Berufung in die EU-Verwaltung informierte &ndash; einer ihrer Kollegen gratulierte ihr mit einem (inzwischen gel&ouml;schten) Tweet sogar auf Twitter. Mit Bezug auf ungenannte &bdquo;Quellen&ldquo; vermelden auch Bloomberg und die Financial Times die anstehende Stellenbesetzung schon Anfang April, nicht ohne zu pr&auml;zisieren, Morton sei so gezielt ausgew&auml;hlt worden, dass man da dr&uuml;ben &ndash; eigens f&uuml;r sie &ndash; gar die geltenden Ausschreibungsregeln &bdquo;anpassen&ldquo; werde. Sch&ouml;n, dass wir alles, was in der EU so vor sich geht, aus der angloamerikanischen Finanzpresse erfahren m&uuml;ssen. Br&uuml;sseler Korrespondenten sollten es sich angew&ouml;hnen, den Blick in den entsprechenden Bl&auml;tterwald &ndash; neben der traditionellen Vogel- und Leberschau &ndash; in ihre politische Vorhersagepraxis aufzunehmen.<\/p><p>Dass die Personalie einschlie&szlig;lich der Hintergr&uuml;nde ihres Zustandekommens nun &ouml;ffentlich geworden sind, kann man nur auf gro&szlig;es Pech und uns&auml;glichen Dilettantismus zur&uuml;ckf&uuml;hren, denn die Kommissionsleitung hat sich wirklich nach Kr&auml;ften um Diskretion und Tatsachenverschleierung bem&uuml;ht. Niemand scheint im Vorfeld von dieser ungew&ouml;hnlichen Personalentscheidung &uuml;berhaupt in Kenntnis gesetzt worden zu sein &ndash; von Morton und der US-amerikanischen Fachpresse einmal abgesehen. Nicht die europ&auml;ische &Ouml;ffentlichkeit, noch nicht einmal die EU-Kommissare. Kommissionsintern wurde das Thema zu keinem Zeitpunkt auch nur besprochen, &bdquo;obwohl es zweifellos eine politische Diskussion verdient h&auml;tte&ldquo; (Le Monde).<\/p><p>Mit einer Absicht, die man nur unter lebensbedrohlicher Gehirnverknotung f&uuml;r gutartig halten kann, wurden die Kommissare, deren Zustimmung f&uuml;r die Einstellung formal erforderlich war, schlicht und ergreifend hereingelegt. In den Unterlagen zum letzten Treffen des Kollegiums am 11. Juli war die Neubesetzung (wohlweislich) im Anhang eines am Vortag per Email &uuml;bersandten Dokumentenstapels versteckt, am Ende langer Litaneien zu anderen Themen und einer Reihe anderer, v&ouml;llig unspektakul&auml;rer Neubesetzungen.<\/p><p>Der Hauptteil der 26-seitigen Passage zum Posten des Chef&ouml;konomen war den zehn abgelehnten Kandidaten gewidmet, unter ihnen etwa der Spanier Juan Jos&eacute; Ganuza Fern&aacute;ndez. Und die Darstellung von Mortons Vita schlie&szlig;lich kaprizierte sich auf die zu erwartende Muttersprache (&bdquo;Englisch&ldquo;), w&auml;hrend die dazugeh&ouml;rige Nationalit&auml;t (USA) einfach g&auml;nzlich unterschlagen wurde. &bdquo;Es gab keinen Hinweis darauf, dass sie Amerikanerin war. Wir dachten alle, sie sei Irin&ldquo;, berichtet ein Hoher Beamter der franz&ouml;sischen Lib&eacute;ration und versichert, niemand habe eine Ahnung gehabt, wor&uuml;ber da eigentlich abgestimmt wurde. &bdquo;Wir haben erst auf Twitter herausgefunden, dass wir etwas Inakzeptables akzeptiert hatten&ldquo;.<\/p><p>Das Ganze wirkt wie ein verungl&uuml;ckter T&auml;uschungsversuch aus dem Vorabendprogramm des Kinderkanals. Auch auf der Kommissionswebseite, so berichten es franz&ouml;sische Journalisten, konnte man die brisante Nachricht nur durch Zufall und auch dann nur mit guter Lesebrille, weil im Kleingedruckten finden. Im von der Kommission ver&ouml;ffentlichten Lebenslauf der EU-Novizin &ndash; auch das ein Novum &ndash; erstrecken sich die akademischen Ver&ouml;ffentlichungen &uuml;ber mehrere Seiten, w&auml;hrend ihre Beratungsauftr&auml;ge gar nicht n&auml;her erl&auml;utert werden. Erst in den letzten Zeilen des Abschnitts &uuml;ber Morton erf&auml;hrt man &uuml;berhaupt, dass sie Unternehmen (entweder direkt oder &uuml;ber Beratungsfirmen) beraten hat &ndash; und zwar f&uuml;r betr&auml;chtliche Summen: 1 bis 2 Millionen US-Dollar pro Fall. Die Kommission nennt Apple und Microsoft, w&auml;hrend sie Amazon, Pfizer und Sanofi wiederum glatt unterschl&auml;gt.<\/p><p>Neben der h&ouml;chstgradig ungew&ouml;hnlichen und wegen des Pro-forma-Charakters ihrer Ausschreibung sogar nachweislich (und grob) fehlerhaften Vergabe steht nat&uuml;rlich noch der Eindruck, den die Kommission durch die Besetzung dieser gewichtigen Verwaltungsstelle erzeugt. In einer Zeit, in der die EU nicht nur eine mit dem ihr urspr&uuml;nglich zugedachten Auftrag keineswegs mehr konkordante Anbindung an ein unter F&uuml;hrung der USA stehendes Milit&auml;rb&uuml;ndnis betreibt, sondern von europ&auml;ischen Staatschefs (Macron) und Denkfabriken (European Council on Foreign Relations) gleicherma&szlig;en unverhohlen des (immanenten) US-&bdquo;Vasallentums&ldquo; bezichtigt wird, m&uuml;ssen in der Kommission vonderLeyen wirklich begnadete Genies strategischer Kommunikation am Werke sein, wenn sie &ndash; erneut &ndash; ein derart vielsagendes Beweisst&uuml;ck f&uuml;r ihren mangelnden Ehrgeiz zur Erlangung strategischer Autonomie vorlegen. Der Eindruck, den sie erzeugt, k&uuml;mmert die Kommission offenbar gar nicht mehr. Ebenso wie die internen Rechtsvorschriften f&uuml;r Verwaltungsprozesse. Und wie die Kommission sich schlie&szlig;lich die f&uuml;r die Einsicht in sensible &ouml;konomische Daten und wirtschaftspolitische Strategiepapiere obligate Sicherheitsfreigabe aller 27 Mitgliedsstaaten an eine US-Amerikanerin vorstellt, bleibt erst recht ihr Geheimnis. Wird dergleichen von Staaten (oder staats&auml;hnlichen Gebilden) denn immer nur so zum Spa&szlig; an die Voraussetzung gekn&uuml;pft, dass der k&uuml;nftige Geheimnistr&auml;ger ein Staatsb&uuml;rger der vertretenen Entit&auml;t sein muss? Auch nach intensiv selbstqu&auml;lender Meditation ist uns kein einziger Europ&auml;er eingefallen, der es jemals in schwergewichtige Verwaltungsteile Vereinigter oder anderer Staaten geschafft h&auml;tte. Na gut, au&szlig;er Arnold Schwarzenegger vielleicht.<\/p><p>Wahrscheinlich wei&szlig; die Kommission schlicht, was wir seit den Enth&uuml;llungen von Edward Snowden sowieso alle wissen, n&auml;mlich dass die US-amerikanischen Geheimdienste sich ohnehin routinem&auml;&szlig;ig die (v&ouml;lkerrechtswidrige) Freiheit nehmen, alle politischen, b&uuml;rokratischen und wirtschaftlichen Entscheidungstr&auml;ger in der EU rund um die Uhr abzuh&ouml;ren, planm&auml;&szlig;ig auszuforschen und nach Strich und Faden zu bespitzeln. Da macht eine US-Amerikanerin in der Generaldirektion der EU-Kommission nat&uuml;rlich keinen Unterschied mehr. Is eh wurscht.<\/p><p>In einer Zeit, in der die EU sich (in Nachahmung von US-Praktiken) um die Stilllegung sogenannter Desinformation bem&uuml;ht (ein &uuml;brigens h&ouml;chst fahrl&auml;ssig aus den Wahrnehmungswelten der Geheimdienste in die Denkstrukturen des Politischen eingelassener Begriff) sowie um die Bek&auml;mpfung drittstaatlicher Einflussnahme, ist ein Akteur allm&auml;hlich beim allerallerbesten Willen nicht mehr zu &uuml;bersehen, den die EU dennoch absichtlich, systematisch und unter Vort&auml;uschung einer nachgerade ohrfeigenw&uuml;rdigen Naivit&auml;t wieder, wieder, wieder und wieder &uuml;bersieht. Der Elefant im Raum ist nat&uuml;rlich der Welt elefant&ouml;seste Trampeltruppe. Sie nennt sich die Vereinigten Staaten von Amerika.<\/p><p><strong>Anfang Mai hat der ehemalige franz&ouml;sische Premierminister Fran&ccedil;ois Fillon, ein konservativer Gaullist der republikanischen Partei LR, vor dem Untersuchungsausschuss der franz&ouml;sischen Nationalversammlung wie folgt ausgesagt: &bdquo;Ausl&auml;ndische Einflussnahme, ja, ich bin ihr begegnet. In den allermeisten F&auml;llen ging sie von einem befreundeten und verb&uuml;ndeten Staat aus. Dieser Staat hei&szlig;t Vereinigte Staaten von Amerika.&ldquo;<\/strong><\/p><p>Dabei bezog Fillon sich nicht nur auf die Tatsache, dass die gesamte franz&ouml;sische Regierung &uuml;ber Jahre vom NSA abgeh&ouml;rt worden war &ndash; eine Praxis, die sich bekanntlich nicht auf Frankreich und nicht auf die dortige Politik beschr&auml;nkte. Nicht weniger als 75 Millionen Nachrichten und Emails wurden von der NSA (zu Zeiten Edward Snowdens) in jedem Monat allein aus Frankreich abgefangen &ndash; viele auch aus dem Bereich der Industrie. Nirgendwo ist die NSA aktiver als Deutschland, wo sie es vor elf Jahren auf monatlich (mindestens) 500 Millionen Daten brachte &ndash; unter t&auml;tiger Mithilfe des BND. Es gibt wenig Grund f&uuml;r die Annahme, dass sich bis heute viel an dieser unausgesprochenen Grundbestimmung politischen und wirtschaftlichen Handelns in der EU ge&auml;ndert haben k&ouml;nnte, (von der europ&auml;ische Politiker (mit schlecht gespielter Emp&ouml;rung) bestenfalls zu bemerken pflegen, so etwas gehe &bdquo;unter Freunden&ldquo; nat&uuml;rlich &bdquo;gar nicht&ldquo;, w&auml;hrend sie es zugleich doch widerspruchslos tolerieren).<\/p><p>Fillon ging vor allem auf den h&ouml;chst fragw&uuml;rdigen Grundsatz der Extraterritorialit&auml;t des US-Rechts ein, der es &ndash; in Zusammenwirken mit der Vormachtstellung des US-Dollars &ndash; der US-Justiz irrsinnigerweise erm&ouml;glicht, in die Angelegenheiten europ&auml;ischer Unternehmen einzugreifen. Das gewaltigste Vernichtungsinstrument der USA &ndash; neben all den durch Einsatz schierer Milit&auml;rgewalt global erzeugten Unwuchten &ndash; ist nat&uuml;rlich ihre Sanktionsgesetzgebung &ndash; einschlie&szlig;lich ihrer aggressiv durchgesetzten Extraterritorialit&auml;t.<\/p><p>Der ehemalige franz&ouml;sische Wirtschaftsminister, der Sozialist Arnaud Montebourg, gab vor demselben Untersuchungsausschuss die erschreckende Anzahl strategisch bedeutender franz&ouml;sischer (und europ&auml;ischer) Unternehmen zu Protokoll, deren Substanz &uuml;ber den Umweg von Finanzsanktionen vors&auml;tzlich Schaden zugef&uuml;gt wurde, um sie als konkurrierende Marktakteure zu schw&auml;chen oder auszuschalten, wenn nicht gar unter US-amerikanische Kontrolle zu zwingen: Alstom, Airbus, BNP Paribas, Total, Technip, Alcatel, Soci&eacute;t&eacute; G&eacute;n&eacute;rale, Dassault &ndash; aber auch Siemens, Ericsson, BAE, Mercator, Daimler, Statoil u.v.m.<\/p><p>Ausgesp&auml;ht von ihrem nachrichtendienstlichen und mit Sanktionen &uuml;bers&auml;t vom legalistischen Arm der USA, dem Department of Justice. Es l&auml;sst sich en d&eacute;tail nachzeichnen, wie die USA ihre nationalen Antikorruptionsgesetze &ndash; flankiert von ideologischen S&ouml;ldnern in Unternehmensberatungen und Abteilungen f&uuml;r &bdquo;Mergers &amp; Acquisitions&ldquo; &ndash; zu einem strategischen Atomgeschoss umfunktionieren in einem Wirtschaftskrieg, der sich l&auml;ngst nicht nur gegen &bdquo;feindliche&ldquo; Staaten richtet.<\/p><p>&bdquo;<strong>Frankreich wei&szlig; es nicht, aber wir befinden uns im Krieg mit Amerika. Ein permanenter Krieg, ein lebenswichtiger Krieg, ein Wirtschaftskrieg, ein Krieg ohne Tote (&hellip;) und doch ein Krieg auf Leben und Tod&ldquo;, soll Fran&ccedil;ois Mitterrand seinem sp&auml;teren Biographen nach 14 Jahren im Amt zum Ende seiner letzten Pr&auml;sidentschaft anvertraut haben.<\/strong><\/p><p>Das Department of Justice, f&uuml;r das Fiona Scott Morton knapp zwei Jahre gearbeitet hat, steht am Ausgangspunkt eben dieser illegalen Praxis: Extraterritoriale Sanktionen, die unter eindeutiger Verletzung des geltenden Regelwerks der WTO (&bdquo;rules-based order&ldquo; LOL!) den (nicht weniger illegalen) Versuch einer internationalen Geltendmachung US-nationalen Rechts zum Inhalt haben. In den letzten 10 Jahren sollen die USA auf diesem Wege gesch&auml;tzte 50 bis 60 Milliarden von europ&auml;ischen Unternehmen erbeutet haben.<\/p><p>(Und es ist kein Zufall, dass das hier auf dem &ouml;konomischen Feld angewandte Prinzip letztlich mit jenem identisch ist, das auch der Verfolgung des Wikileaks-Gr&uuml;nders und Publizisten Julian Assange zugrunde liegt: Die extraterritoriale Geltendmachung US-amerikanischen Rechts.)<\/p><p>Es ist in seiner verheerenden Bedeutung f&uuml;r Rechtsstaatlichkeits- und Selbstverst&auml;ndnis der EU kaum zu untersch&auml;tzen, dass die Kommission vonderLeyen mit der Einf&uuml;hrung von Sekund&auml;rsanktionen im 11. Sanktionspaket nun eine US-Schulhofschl&auml;gerpraxis &uuml;bernimmt, die sie ausweislich unz&auml;hliger eigener Rechtsgutachten selbst als eindeutig illegal einstuft. Schicht um Schicht legt die Kommission damit ihre eigene Quintessenz frei: die ersch&uuml;tternde Inhaltsleere des ethischen Fundaments, auf das sie sich in den immer br&uuml;chigeren Argumentationslinien ihrer aufgeblasenen PR-Phrasen noch immer seelenruhig zu berufen wagt.<\/p><p>Wir halten es au&szlig;erdem f&uuml;r &ouml;konomisches Grundschulwissen, dass die US-amerikanische Wirtschaft ihre Profitmargen zunehmend zulasten ihrer (milit&auml;risch und politisch) Alliierten generiert. W&auml;hrend die USA 1990 noch 40% des BIP der G7-Staaten ausmachten, ist dieser Anteil im Jahr 2022 auf 58% (des BIP der G7-Staaten) gestiegen. (Das Pro-Kopf-BIP lag in den USA 1990 noch 14% h&ouml;her als in der EU, mittlerweile ist dieser Wert auf 30% gestiegen.) W&auml;hrend die Wirtschaft der EU im Jahr 2008 (inkl. GB) noch gr&ouml;&szlig;er war als die der USA (16,2 Billionen Dollar gegen&uuml;ber 14,7 Billionen Dollar), hat sich dieses Verh&auml;ltnis l&auml;ngst uneinholbar umgekehrt. (2022 haben die USA beide (EU + GB) um ein Drittel &uuml;berfl&uuml;gelt (25 Billionen gegen&uuml;ber 19,8 Billionen) -) die US-Wirtschaft ist mittlerweile mehr als doppelt so gro&szlig; wie die der EU (ohne GB).<\/p><p>Die Treiber dieser Entwicklung sind zahllos und werden durch die EU nicht eingehegt, sondern zus&auml;tzlich bef&ouml;rdert: Von EU-weit vervielfachten Milit&auml;rausgaben, die &uuml;berproportional dem milit&auml;risch-industriellen Komplex der USA zugute kommen, &uuml;ber EU-weit angestiegene Ausgaben f&uuml;r den chemisch-pharmazeutischen Komplex, f&uuml;r den dasselbe gilt, bis hin zur finanziellen Beteiligung am Wiederaufbau der zerst&ouml;rten Ukraine, orchestriert von den US-Riesen Blackrock und JP Morgan, die den Weg f&uuml;r einen vollst&auml;ndigen Verkauf der wichtigsten Sektoren der ukrainischen Wirtschaft ebnen werden: Lt. Oakland-Institut sind von 40 Millionen Hektar ukrainischen Bodens bereits knapp 30 Prozent in den Besitz von multinationalen Agrarriesen &uuml;bergegangen.<\/p><p>W&auml;hrend die EU den wettbewerbsverzerrenden US-Protektionismen, zuletzt in Gestalt des IRA, nichts wahrhaft Wirksames entgegenzusetzen wei&szlig;, erzeugt sie durch eine amateurhaft implementierte Verschuldungspolitik EU-weit ansteigende Zinsbelastungen (derzeit um 3%), verursacht durch Aufbaufonds, Subventionsprogramme und v.a. die zeitverz&ouml;gerte Aufnahme der hierf&uuml;r vorgesehenen Gelder. Hinzu kommt die gro&szlig;formatige Umstellung von preisg&uuml;nstigem russischem Gas auf das zuverl&auml;ssig umweltvernichtende (&bdquo;Green Deal&ldquo;!), um ein Vielfaches teurere US-Frackinggas, das &uuml;brigens schon Donald Trump den Europ&auml;ern unter dem seinerzeitigen Billig-Slogan &bdquo;Freedom Gas&ldquo; anzudrehen versuchte, damals noch vergeblich. Die suizidale Schw&auml;chung des Standorts, die diese EU-weit konzertierten Ma&szlig;nahmen nach sich zogen, sollte den Eliteschulabsolventen in der EU-Kommission ebenso wenig entgangen sein wie jene gef&uuml;rchtete Deindustrialisierung, die in der massiven Abwanderung von Unternehmen, Industrieproduktion und Investitionen (v.a. in die USA) sichtbar wird.<\/p><p>Zu guter Letzt geht es nun also um diesen riesigen, stetig wachsenden Digitalmarkt, der in jeder Sparte zuf&auml;lligerweise von US-amerikanischen Akteuren dominiert wird, denen die EU clevererweise auch noch legale Steueroasen zur Verf&uuml;gung stellt. Trotz all ihrer angeberischen Zehnjahrespl&auml;ne, deren einziger Zweck offenbar darin bestand, h&ouml;herwertiges Hochglanzpapier unbrauchbar zu machen, ist es der Kommission &ndash; im Unterschied zu China &ndash; noch nicht einmal im Ansatz gelungen, den US-Digitalgiganten EU-eigene Korrelate gegen&uuml;berzustellen. Dass sie die Regulierung dieses Zukunftsmarktes nun ausgerechnet einer US-Amerikanerin mit vergangenen und bestehenden Beziehungen in die US-Administration &uuml;bertr&auml;gt, ist schon f&uuml;r sich genommen ein Skandal. Sp&auml;testens an dieser Stelle, schreibt die gr&ouml;&szlig;te franz&ouml;sische Arbeitgebervereinigung Medef, h&auml;tte die EU-Kommission doch wohl zu &bdquo;&auml;u&szlig;erster Vorsicht&ldquo; veranlasst sein m&uuml;ssen.<\/p><p>Es w&auml;re doch allm&auml;hlich an der Zeit, dass die EU sich &ndash; unter Ausblendung ihrer mitunter ersch&uuml;tternd weltfremden Ideologien &ndash; jenen (untergr&uuml;ndigen) Beeinflussungsstrukturen widmete, denen sie tats&auml;chlich gegen&uuml;bersteht, um ihren &bdquo;Kampf&ldquo; gegen fremde &bdquo;Einflussnahme&ldquo; endlich auf reale Bedrohungen zu richten &ndash; f&uuml;r Wirtschaft, Gesellschaft und Frieden in der EU -, statt der obsessiven Verfolgung von imagin&auml;ren nachzugehen.<\/p><p>Aber zur&uuml;ck zur Personalpolitik. L&auml;sst man die heikle Frage der Nationalit&auml;t n&auml;mlich einmal beiseite, entpuppt sich die Ernennung von Fiona Scott Morton wegen ihrer Verbindungen zum US-Justizministerium als nicht minder problematisch. Und nimmt man (wohlwollend) gar beides aus dem Blick &ndash; Nationalit&auml;t und Department of Justice -, entfaltet sich ein Netz aus schweren Interessenskonflikten und schieren Abstrusit&auml;ten, das es schon f&uuml;r sich genommen in sich hat.<\/p><p>Es kommt wohl nicht von ungef&auml;hr, wenn die Kommission bei ihrer ostentativ zur Schau gestellten Begeisterung &uuml;ber den exquisiten Neuzugang (&bdquo;Expertin&ldquo;) zu pr&auml;zisieren vergisst, worin die hinzugewonnene Expertise in ihrem (eigentlichen) Kern besteht. In der Tat war Morton w&auml;hrend der Pr&auml;sidentschaft von Barack Obama nicht nur als Kartellwirtschaftsexpertin im US-Justizministerium angestellt &ndash; seit 2006 z&auml;hlt sie (neben ihrer aktuellen Lehrt&auml;tigkeit an der Yale University) zudem zum festen Mitarbeiterstamm der Bostoner Beratungsklitsche Charles River Associates CRA, die v.a. f&uuml;r ihre mit tendenzi&ouml;sen &bdquo;wissenschaftlichen&ldquo; Studien untermauerte Lobbyarbeit f&uuml;r die fossile Brennstoffindustrie bekannt geworden ist. CRA gratuliert ihrem verdienten &bdquo;Senior Consultant&ldquo; herzlich zur Bef&ouml;rderung in die EU-Administration.<\/p><p>Gegen ein Honorar von 1 bis 2 Millionen Dollar pro Fall hat Morton, soweit man es bisher wei&szlig;, nicht nur Amazon, Pfizer und Sanofi in Wettbewerbsfragen als f&uuml;hrende Beratungsstrategin zur Seite gestanden, sondern &ndash; pikanterweise &ndash; auch Apple und Microsoft. Sie war es, die als plangebende Wirtschaftsberaterin eben erst Microsofts &Uuml;bernahme von Activision Blizzard argumentionsstrategisch in die Wege leitete &ndash; und das so erfolgreich, dass die umstrittene &Uuml;bernahme sogar der j&uuml;ngsten Klage des US-Justizministeriums standgehalten hat. Wir wollen lieber nicht wissen, was es in diesem Zusammenhang zu bedeuten hat, dass die Europ&auml;ische Kommission, die noch im November letzten Jahres exakt diesen &Uuml;bernahmefall der h&auml;rtesten Pr&uuml;fung zu unterziehen versprochen hatte, ihn nur einen Monat sp&auml;ter urpl&ouml;tzlich f&uuml;r unbedenklich hielt und der Sache &ndash; zur &Uuml;berraschung aller Beobachter &ndash; ihre vollumf&auml;ngliche Segnung erteilte.<\/p><p>Dieselbe Expertin, die gerade erst den Ausbau der Monopolbildung des Giganten Microsoft erstritten hat, soll als oberste Wettbewerbs&ouml;konomin der EU-Kommission nun also den Digital Markets Act umsetzen &ndash; und denselben Gro&szlig;unternehmen regulierend gegen&uuml;bertreten, denen sie noch bis vor f&uuml;nf Minuten zur Steigerung ihrer Marktmacht verholfen hat. Wir m&ouml;chten die Kommission hiermit zum Rennen um alle EU-weit verf&uuml;gbaren Kabarettpreise anmelden, beginnend mit dem Reinheimer Satirel&ouml;wen, Rostocker Koggenzieher und dem Hamburger Comedy Pokal.<\/p><p>Wie es mit dem Code of Conduct der EU-Verwaltung in &Uuml;bereinstimmung zu bringen sein soll, dass eine ehemalige Akteurin der US-Regierung f&uuml;r die EU einen von US-Unternehmen dominierten Markt regulieren soll, von denen sie mit den meisten durch vergangene Beratungst&auml;tigkeiten zudem aufs Engste verbunden ist, ist uns wirklich schleierhaft. Die stellvertretende Sprecherin der Kommission, Dana Spinant, lie&szlig; mittlerweile wissen, man habe bereits Vorkehrungen getroffen, um potentielle Interessenskonflikte auszuschlie&szlig;en. Ganze zwei Jahre solle Morton es nicht mit Unternehmen zu tun bekommen, mit denen sie irgendwie verbunden sei. Und zwar vor dem Hintergrund eines &ndash; Achtung: festhalten &ndash; Vertrages &uuml;ber drei Jahre. Erfolgreiche Verwaltungen machen das so, m&uuml;ssen Sie wissen. Sie stellen Experten ein, von denen Sie wissen, dass sie &uuml;ber zwei Drittel des vorgesehenen Besch&auml;ftigungszeitraums gar nicht t&auml;tig werden k&ouml;nnen. Denn Mortons Haupteinsatzgebiet soll erkl&auml;rterma&szlig;en der Digital Markets Act sein, gegen dessen Zielunternehmen ein Einsatz dieser Chef&ouml;konomin ihrer Beratungst&auml;tigkeit wegen ausgeschlossen ist. Mit dem Ergebnis, dass die gesamte Generaldirektion DG Comp &ndash; etwa in den F&auml;llen der bereits laufenden kartellrechtlichen Untersuchungen gegen Apple und Google, der anstehenden gegen Alphabet, Meta und Microsoft oder der Akquisitionen von iRobot durch Amazon und Figma durch Adobe &ndash; im Zweifel ausgerechnet ohne jene Expertise dastehen wird, f&uuml;r deren Nutzbarmachung sie die Wahl zuvor doch zielgerichtet auf Morton gelenkt hatte.<\/p><p>Dem sinnleeren Binnenkosmos der EU ist, wie Sie sehen, einfach kein Sinn abzugewinnen; er st&uuml;rzt jeden, der nach Sinn strebt, unweigerlich in die Tiefen der existentiellen Krise. Wir schlagen die Kommission hiermit f&uuml;r den Albert-Camus-Preis in der Sparte &bdquo;Philosophie und Praxis des Absurden&ldquo; vor.<\/p><p>Nachdem Frau vonderLeyen sich schon als Verteidigungsministerin ihren Namen haupts&auml;chlich damit gemacht hatte, irgendwas mit &bdquo;Modernisierung&ldquo; in die H&auml;nde des US-Beratungsriesen McKinsey zu legen, wurde kurz nach ihrem Amtsantritt in Br&uuml;ssel dem US-Verm&ouml;gensverwaltungsriesen BlackRock ein &bdquo;Green Deal&ldquo;-Beratungsauftrag f&uuml;r die &bdquo;nachhaltige&ldquo; Gestaltung des europ&auml;ischen Bankensektors &uuml;bertragen, was es dem gr&ouml;&szlig;ten Investmentfonds der Welt erm&ouml;glichte, seinen &ndash; in der gesch&auml;tzten Gr&ouml;&szlig;enordnung von 30 Mio. Euro j&auml;hrlich angesiedelten &ndash; EU-Lobbyismus nicht nur mit offiziellem Mandat zu institutionalisieren, sondern von der EU auch noch f&uuml;r etwas bezahlt zu werden, das ihn zuvor Geld gekostet hatte. In der Coronakrise ma&szlig;ten vonderLeyen und ihr Diensthandy sich mutma&szlig;lich Vorverhandlung und Eckdatenvereinbarung des Milliardengesch&auml;fts mit dem CEO des US-Pharmariesen Pfizer an, und (sp&auml;testens) mit dem Beginn des Ukrainekrieges hat das B&uuml;ro der Kommissionspr&auml;sidentin zum Wei&szlig;en Haus ganz offen das gelegt, was man vor Zeiten eine Standleitung nannte &ndash; zur Koordinierung des gemeinsamen Wirtschaftskriegs (gegen Russland und China). Und mit vonderLeyens Kabinettschef Bj&ouml;rn Seibert als transatlantischem Verbindungsmann.<\/p><p>Dass die Kommission vonderLeyen nun eine (ausgewiesene) Lobbyistin us-amerikanischer Interessen offen im EU-eigenen Verwaltungsapparat installiert, sollte jeden, dem die EU einmal am Herzen lag, wirklich alarmieren. Die EU mache sich nun noch nicht einmal mehr die M&uuml;he, ihren wahren Charakter (US-Filiale!) zu verbergen, liest man etwa in Frankreich, wo die Personalie &uuml;ber alle politischen Lager hinweg einen veritablen Emp&ouml;rungssturm ausgel&ouml;st hat. Frau vonderLeyen k&ouml;nne sich doch viel Arbeit sparen, wenn sie die EU schlicht als 51. Bundesstaat der USA eintr&uuml;ge, hei&szlig;t es im Land nebenan. Marine Le Pen erkennt in der Personalie den Beweis, &bdquo;dass dieses Europa &uuml;berhaupt nicht mehr europ&auml;isch ist&ldquo; und auch nicht &bdquo;im Dienste der Interessen der V&ouml;lker und Nationen Europas arbeitet&ldquo;, Jean-Luc M&eacute;lenchon sieht den &bdquo;Untergang der sogenannten europ&auml;ischen Souver&auml;nit&auml;t&ldquo; und die &bdquo;Annexion unseres Kontinents durch die Nordamerikaner&ldquo; besiegelt.<\/p><p>Und w&auml;hrend in Frankreich drei Regierungsvertreter &ndash; von der Staatssekret&auml;rin f&uuml;r EU-Angelegenheiten Laurence Boone &uuml;ber Digitalminister Jean-No&euml;l Barrot bis hin zu Europaministerin Catherine Colonna &ndash; umgehend protestierten und die Kommission zur &bdquo;Pr&uuml;fung&ldquo; der Personalentscheidung aufforderten, war von der deutschen Ampel nicht das Geringste zu vernehmen. Ein von Politico befragter deutscher Diplomat verweigerte jeden Kommentar, der zust&auml;ndige EU-Staatssekret&auml;r Michael Roth (SPD) hat sich in die Ferien verabschiedet, und die Gr&uuml;nen, denen die Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r Au&szlig;en-, Wirtschafts- und Digitalkram obliegt, haben wir (sowieso) noch nie gegen etwas Einspruch erheben h&ouml;ren, das US-amerikanischen Interessen diente.<\/p><p>Abgeordnete des Europaparlaments haben die Kommission fraktions&uuml;bergreifend aufgefordert, auf die Ernennung zu verzichten &ndash; das hat es im Zusammenhang mit einer internen Kommissionsbesetzung in der ganzen Geschichte der EU noch nicht gegeben.<\/p><p>Schon Anfang Mai hatte eine Gruppe von sechs NGOs &ndash; Balanced Economy Project, Corporate Europe Observatory, European Digital SME Alliance, Irish Council for Civil Liberties, LobbyControl, Open Markets Institute (Europe) &ndash; die Kommission in einem offenen Brief vor der Ernennung von Fiona Scott Morton gewarnt. Auch das hat es nie zuvor gegeben. Vor allem die European DIGITAL SME Alliance, ein Zusammenschluss von 45.000 kleinen und mittleren Unternehmen der europ&auml;ischen Digitalwirtschaft, weist darauf hin, dass Morton einen veralteten und f&uuml;r die EU v&ouml;llig ungeeigneten Ansatz vertrete. In ihrer ausschlie&szlig;lichen Fixierung auf die Nutzenmaximierung der Endverbraucher &uuml;bersehe Morton die Folgen, die diese Politik f&uuml;r die kleineren (europ&auml;ischen) Marktakteure habe.<\/p><p>NGOs hatten, wie wir uns erinnern, auch 2020 schon gegen die Vergabe des Beratervertrages an Blackrock protestiert. Folgen hatte ihr Protest damals so wenig wie heute. Journalisten machen sich dergleichen nicht zum Thema, EU-Beamte gehorchen ihrer professionalisierten Bagatellisierungspflicht und die Kommission heftet derartige Korrespondenz einfach in ihren Aktenordner f&uuml;r Korrespondenz, soviel ist sicher. &ldquo;Es gibt keinen Grund, diese Entscheidung zu &uuml;berdenken&rdquo;, lie&szlig; man die stellvertretende Kommissionssprecherin denn auch am Freitag verk&uuml;nden. Auch das war sicher.<\/p><p>Und sicher ist auch, dass an dieser Stellenbesetzung &ndash; nun erstmals auch f&uuml;r Blinde &ndash; eine strukturelle Problematik sichtbar wird, die ihrerseits in die tiefsten Tiefen der EU-Institutionen und all ihrer Maschinenr&auml;ume verweist.<\/p><p>Die Durchl&auml;ssigkeit zwischen Wirtschaft und Politik, Staatlichkeit, Staats&auml;hnlichkeit und Lobbyismus, europ&auml;ischer Souver&auml;nit&auml;t und dem, was europ&auml;ische Denkpanzer als &bdquo;US-Vasallentum&ldquo; bezeichnen, mag ein grunds&auml;tzliches (und EU-unspezifisches) Merkmal der postdemokratischen Verfasstheit unserer politischen Systeme sein. Seine Durchschlagsf&auml;higkeit auf die strukturgebenden Strategien der europ&auml;ischen Institutionen war dennoch niemals gr&ouml;&szlig;er (und schwerwiegender) als unter Ursula vonderLeyen.<\/p><p>Gef&uuml;ge und Gebaren der EU gegen&uuml;ber den ihr verbundenen Satelliteninteressen wirken mittlerweile wie das Ergebnis einer Osmose im (demokratischen) Endstadium. Ausgelegt f&uuml;r den organisierten Transport von Partikularinteressen in das europ&auml;ische Gemeinwesen &ndash; durch eine Grenzmembran, die nur mehr ihrem Anschein nach als semipermeabel einzustufen ist. Was auch immer die Kommission dieser Tage ber&uuml;hrt, scheint instantan zu einem unappetitlichen Amalgam zu verklumpen (w&uuml;rg!): Nicht mehr nur Wirtschaft und Politik, sondern auch organisierter, unorganisierter und institutionalisierter Lobbyismus, &uuml;berbezahlter Beratungsquatsch, mittelstandsvernichtende &Uuml;berregulierung, Informationskontrolle und Massen&uuml;berwachung, halblegale Milliardendeals, die &Uuml;bernahme illegaler Wirtschaftspraktiken, die Konversion der EU zur &bdquo;Kriegswirtschaft&ldquo;, die Missachtung von Verwaltungsvorschriften und B&uuml;rgerinteressen, das ganz gro&szlig;e Vertragsbusiness und die verwinkelten Spielz&uuml;ge EU-fremder Akteure. Unter einer (unausgesetzt Ideen- und Wortm&uuml;ll absondernden) Kommissionspr&auml;sidentin, die schulterzuckend Transparenz-, Verfahrens- und Rechenschaftspflichten verletzt, SMS l&ouml;scht, jede Auskunft verweigert und damit unbehelligt gegen europ&auml;isches Recht verst&ouml;&szlig;t, nimmt es kaum wunder, dass eine solcherma&szlig;en deformierte Kommission, oberste H&uuml;terin der Vertr&auml;ge, sich mit einer Nonchalance &uuml;ber geltende Regelwerke und Interessensvertretungspflichten hinwegsetzt, als betr&auml;fen sie sie nicht.<\/p><p>So gesehen, f&uuml;gt sich die Wahl von Fiona Scott Morton eigentlich recht bruchlos ein. Sie passt (v.a. farblich) ganz gut zum akademischen Madeleine-Albright-Jahr, das die EU-eigene Kaderschmiede in Br&uuml;gge ja k&uuml;rzlich ausgerufen hat, und sie passt zur Universalverwaltungssprache &bdquo;gebrochenes B&uuml;rokratenenglisch&ldquo; (Globish), das Frau vdLeyen f&uuml;r sich selbst entdeckt und f&uuml;r die gesamte Kommission zum goldigen Sprachstandard erhoben hat. Sie passt ganz gut zu dem Eindruck, dass genuin europ&auml;ische Interessen von der EU ohnehin nur noch in seltenen Zufallsf&auml;llen vertreten werden, wobei die Nationalit&auml;t der Entscheidungstr&auml;ger wohl in der Tat keine bedeutende Rolle mehr spielt.<\/p><p>Die Einschleusung fremder Interessen und ihrer Vertreter in die Br&uuml;sseler Maschinerie ist &uuml;ber legale Dreht&uuml;reffekte ohnehin l&auml;ngst gesichert. Ein Beispiel unter vielen ist der franz&ouml;sische Superkommissar Thierry Breton, der sein Leben lang nichts anderes gemacht hat, als zwischen gewichtigen Politik- und Industrieposten hin- und herzuwechseln. Interessenskonflikte? Wo denken Sie hin. Is eh wurscht.<\/p><p>Wenn sie zutr&auml;fe, dann l&auml;ge eine ganz eigene Tragik in der Beobachtung, dass nicht nur der EU-Wirtschaft, sondern sehr viel mehr noch ihren 450 Mio. B&uuml;rgern allm&auml;hlich die eigenen Interessensvertreter ausgehen k&ouml;nnten &ndash; und das ausgerechnet in jener Institution, die ja zu ihrer Interessensvertretung doch eigens einmal geschaffen wurde.<\/p><p>Man wei&szlig; noch nicht immer nicht genau, wer diese Personalentscheidung in der Kommission eigentlich getroffen hat. Das Kolleg der Kommissare jedenfalls nicht. Die D&auml;nin Margarete Vestager, die als Wettbewerbskommissarin formal noch ihren Kopf daf&uuml;r hinhalten muss, legt in wenigen Tagen ihren Posten nieder, um sich als Pr&auml;sidentin der Europ&auml;ischen Investitionsbank zu empfehlen. Bleibt eigentlich nur &bdquo;Europe&rsquo;s American President&ldquo; (Politico) Ursula vonderLeyen &ndash; &bdquo;genauer gesagt ihr sehr amerikanophiler Kabinettschef, der Deutsche Bj&ouml;rn Seibert, der den Vereinigten Staaten gegen&uuml;ber nie um einen Gefallen verlegen ist.&ldquo; (Lib&eacute;ration)<\/p><p>Die Kommissionspr&auml;sidentin und die transatlantische Eminenz, die hinter ihr steht. Wir w&uuml;nschten, es w&auml;re wenigstens Kardinal Richelieu gewesen. Offen bleibt, so die franz&ouml;sische Liberation weiter, warum diese beiden den USA dieses &bdquo;Geschenk&ldquo; &uuml;berhaupt gemacht haben. Denke sich ein jeder seinen eigenen Teil. Wir &ndash; f&uuml;r unseren &ndash; glauben jedenfalls nicht mehr daran, dass Frau vonderLeyen und den einfallslosen Transatlantikt&ouml;lpeln, die sie in dichtem Kreis umringen, noch jemals etwas Neues zu ihrer vordergr&uuml;ndigen Verteidigung einfallen wird, jedenfalls nicht in diesem (politischen) Leben. Rechnen Sie also mit dem, was Sie von vonderLeyen noch immer verl&auml;sslich bekommen haben: kategorische Auskunftsverweigerung und gel&ouml;schte SMS.<\/p><p>Die Realisierung ist der Tod der Idee, soll Heiner M&uuml;ller einmal gesagt haben. Niemand hat der ubiquit&auml;ren G&uuml;ltigkeit dieses irgendwie traurigen Universalprinzips in der Geschichte der EU jemals st&auml;rker zur Geltung verholfen als diese kleine, blonde Katastrophe aus einem Vorort von Hannover. Wir wollen ja nicht daran erinnern, dass wir Ihnen das von Anfang an gesagt haben, aber wir haben es Ihnen von Anfang an gesagt.<\/p><p>Und w&auml;hrend die Fraktionen im Europ&auml;ischen Parlament noch unentschlossen sind, welchen ihrer lahmen G&auml;ule sie n&auml;chstens in das gegebenenfalls stattfindende Spitzenkandidatenrennen schicken sollen, haben wir den ultimativ transparenten Vorschlag f&uuml;r uns alle. Nehmen wir doch einfach Juan Guaid&oacute;, der soll ja gerade frei sein. Oder &uuml;berschreiben wir die Entscheidungsmacht doch gleich offen an Mark Zuckerberg, Victoria Nuland oder Donald Trump. Is eh wurscht.<\/p><p>Und Frau vonderLeyen m&ouml;chten wir &ndash; in Aufnahme einer alten Tradition aus dem deutschen Kalten Krieg &ndash; ein herzliches &bdquo;Dann geh doch r&uuml;ber!&ldquo; hinterherschicken &ndash; in ihrem Fall dann nur &uuml;ber die Strasse, zwei Ecken weiter &ndash; zum h&auml;sslichen Br&uuml;sseler Hauptversteck der NATO.<\/p><p>Champagner, bitte.<\/p><p><strong>UPDATE<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend die Personalie Fiona Scott Morton in Frankreich in ganz gro&szlig;em Stil debattiert wurde &ndash; Zeitungen, TV-Runden, Wissenschaftler, ehemalige EU-Beamte, Oppositions- und Regierungspolitiker, Minister bis hin zum Staatspr&auml;sidenten &ndash; hatte die deutsche Presse ihren Standpunkt mal wieder von der Presseerkl&auml;rung der Kommission abgepaust: normal, Expertin, bitte gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen.<\/p><p>Deutsche Journalisten k&ouml;nnten mit Ihrem Heinrich Mannschen Welt- und Institutionenbild, in dem jede (noch so berechtigte) Kritik an den USA wie eine Gottesl&auml;sterung und jede (noch so berechtigte) Kritik an der EU-Kommission wie Majest&auml;tsbeleidigung behandelt wird, ganze Bibliotheksregale von &bdquo;Lustigen Taschenb&uuml;chern&ldquo; f&uuml;llen. Es obl&auml;ge ihnen stattdessen, die Kommission wegen formal fehlerhafter Entscheidungen und mangelnder Vertretung europ&auml;ischer Interessen zur Ordnung zu rufen.<\/p><p>Ein paar Kilometer weiter s&uuml;dlich hat Macron die Personalentscheidung nicht nur als &bdquo;zweifelhaft&ldquo; und &bdquo;bedenklich&ldquo; eingestuft, sondern auch seiner &Uuml;berzeugung Ausdruck verliehen, dass es doch kaum so lausig um Europas Akademiker stehen k&ouml;nne, dass man eine US-Amerikanerin rekrutieren m&uuml;sse. (Da kennt er wohl Annalena Baerbock schlecht.) Er unterst&uuml;tze nicht nur das Prinzip der strategischen Autonomie, das die Autonomie des Denkens einschlie&szlig;e, sondern auch das der Reziprozit&auml;t, stelle allerdings fest, dass es einem Europ&auml;er per Gesetz untersagt sei, einen derart wichtigen Verwaltungsposten in den USA oder China zu &uuml;bernehmen.<\/p><p>Derweil hat eine Reihe (hereingelegter, vgl. Tweet gestern) EU-Kommissare &ndash; der Franzose Thierry Breton, der Italiener Paolo Gentiloni, der Spanier Josep Borrell, der Luxemburger Nicolas Schmitt, die Portugiesin Elisa Ferreira &ndash; Frau vonderLeyen schriftlich aufgefordert, die Personalentscheidung r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Im Europ&auml;ischen Parlament haben sich Abgeordnete aller Fraktionen &auml;hnlich ausgesprochen &ndash; mit Ausnahme der Gr&uuml;nen, deren Ko-Fraktionsvorsitzender Philippe Lamberts seinen anf&auml;nglichen Protest aus unerfindlichen (und bestimmt auch anderen) Gr&uuml;nden zur&uuml;ckgezogen hat. LOL.<\/p><p>Die d&auml;nische Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager hat ihre Entscheidung gestern Abend vor dem EP &bdquo;verteidigt&ldquo;.<\/p><p>Das ritualisierte Frage-Antwort-Pingpong, dem sie gegen&uuml;ber dem Ausschuss f&uuml;r Wirtschaft und W&auml;hrung (ECON) des Europ&auml;ischen Parlaments ausgesetzt war, beherrscht Vestager nach zehn Dienstjahren eigentlich im Schlaf &ndash; ebenso wie die Kunst, falls es eine ist, der wortreichen Inhaltsleere und des inhaltsreichen Schweigens. Ihren intendierten Zweck scheint die einst&uuml;ndige Veranstaltung dennoch verfehlt zu haben. &bdquo;Vestagers Verteidigung mit Halbwahrheiten &uuml;berzeugt nicht&ldquo;, notiert Le Monde, &bdquo;z&ouml;gernd&ldquo;, &bdquo;stockend&ldquo;, immer wieder &uuml;ber ihre eigenen Worte &bdquo;stolpernd&ldquo; habe sie von ihrem Zettel abgelesen.<\/p><p>Vor allem wirft Vestager mehr Fragen auf als sie beantwortet und schafft mehr Widerspr&uuml;che als sie ausr&auml;umen kann. Und wo Transparenz h&auml;tte entstehen sollen, wurde gleich eine ganze Batterie von Nebelkanonen gez&uuml;ndet.<\/p><p>Knapp tausend Mal beruft sich Vestager auf Geheimhaltung, knapp zweitausend Mal findet sie ihre eigene Entscheidung richtig und &uuml;ber die verbleibende Zeit paraphrasiert sie schlie&szlig;lich beides (geheim!, aber richtig!), ohne die von den Ausschussmitgliedern gestellten Fragen auch nur ansatzweise zu beantworten.<\/p><p>Wir fassen wie folgt zusammen:<\/p><ol>\n<li>Da es an kompetenten Europ&auml;ern f&uuml;r die Stelle gemangelt habe, habe sie sich f&uuml;r die Streichung der EU-Staatsangeh&ouml;rigkeitsvoraussetzung entschieden.\n<p>Wann immer Morton sich wegen ihrer (ziemlich zahlreichen) Interessenskonflikte werde zur&uuml;ckziehen m&uuml;ssen, w&uuml;rden kompetente Europ&auml;er das Ruder &uuml;bernehmen.<\/p>\n<p>(Ja, genau. Lesen Sie das ruhig zweimal.)<\/p><\/li>\n<li>Die Liste der Interessenskonflikte wird von der Kommission derzeit noch bearbeitet.\n<p>Aber die Entscheidung, Morton einzustellen, ist bereits gefallen.<\/p><\/li>\n<li>Die Liste der Interessenskonflikte von Fiona Scott Morton sei &bdquo;vertraulich&ldquo; (?), unterliege der Geheimhaltung (?) und werde auch den Mitgliedern des Europ&auml;ischen Parlaments nicht zur Verf&uuml;gung gestellt (?).\n<p>(WTF?)<\/p><\/li>\n<li>Morton habe keine Sicherheitsfreigabe erhalten.\n<p>Sie ben&ouml;tige auch keine, selbst wenn sie Zugang zu strategischen und vertraulichen Informationen erhalte, die f&uuml;r Ihr Heimatland (USA) von vorrangigem Interesse sind.<\/p>\n<p>(H&auml;, was?)<\/p><\/li>\n<li>Die Abschaffung des EU-Staatsangeh&ouml;rigkeitserfordernisses sei eine Ausnahme und werde nicht die Regel sein.\n<p>(Na, immerhin.)<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Allen, die das mit dieser Ernennung verbundene Problem nicht erkennen konnten, m&ouml;chten wir es durch Ersetzung der Parameter leichter machen. Es ist, als w&uuml;rde die EU einem russischen Berater von Gazprom die Schaltstelle der europ&auml;ischen Gasmarktregulierung &uuml;bergeben. Oder einem saudi-arabischen Vizescheich die Gestaltung der europ&auml;ischen &Ouml;lversorgung. Oder Jeff Bezos die Hoheit &uuml;ber die Steuers&auml;tze Luxemburgs.<\/p><p>Unfassbar, dass die Kommission auf eine solche Idee &uuml;berhaupt gekommen ist.<\/p><p>Bevor die Personalie auf dem heutigen Treffen der Kommissare (erstmals!) zur Sprache kommen konnte, <strong>hat Fiona Scott Morton ihren Verzicht auf den Posten mitgeteilt.<\/strong><\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101589\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: Markus Wissmann\/shutterstock.com<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/7db478a062814c599d0f69dec20014f8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wussten Sie, dass die EU-Kommission versucht hat, eine US-Staatsb&uuml;rgerin, die zudem eine unr&uuml;hmliche Vorgeschichte als Lobbyistin von Apple und Microsoft vorweist, zur obersten EU-Regulatorin f&uuml;r den digitalen Wettbewerb in der EU zu machen? Wahrscheinlich nicht, schlie&szlig;lich schweigen deutsche Medien zu diesem Skandal. Einmal mehr erfuhr man davon nur, wenn man dem Europaparlamentarier <strong>Martin Sonneborn<\/strong> in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101309\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":101310,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[130,126,127],"tags":[1698,872,2094,615,1600,3360,901,1426,616,2030,1973,3401,2752,1556,626,1019],"class_list":["post-101309","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-drehtuer-politik-und-wirtschaft","category-erosion-der-demokratie","category-lobbyismus-und-politische-korruption","tag-apple","tag-blackrock","tag-digitalisierung","tag-eu-kommission","tag-eu-parlament","tag-europaeische-union","tag-geheimdienste","tag-hegemonie","tag-lobbycontrol","tag-microsoft","tag-monopolisierung","tag-sonneborn-martin","tag-untersuchungsausschuss","tag-usa","tag-von-der-leyen-ursula","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Shutterstock_737618116.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101309","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=101309"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101309\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101594,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101309\/revisions\/101594"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/101310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=101309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=101309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=101309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}