{"id":10132,"date":"2011-07-19T19:24:01","date_gmt":"2011-07-19T17:24:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10132"},"modified":"2014-09-09T10:38:44","modified_gmt":"2014-09-09T08:38:44","slug":"zu-stuttgart-21-dr-geislers-hokuspokus-oder-so-tun-als-ob","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10132","title":{"rendered":"Zu Stuttgart 21: \u201eDr. Gei\u00dflers Hokuspokus oder so tun als ob\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das ist der Titel einer Analyse der Vorg&auml;nge um den Stresstest und Dr. Gei&szlig;lers Rolle von Christoph Strecker, Richter a.D. und Mitglied der &bdquo;AnStifter&ldquo;. Lesenswert. Siehe unten. Manchem Leser gehen mit der Lekt&uuml;re erst jetzt die Augen auf. NachDenkSeiten-Leser hatten schon im <a href=\"?p=7123\">Oktober 2010<\/a> den <a href=\"?p=6975\">besseren<\/a> und damit schnelleren Durchblick zu <a href=\"?p=7592\">Gei&szlig;lers Rolle<\/a>. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\nHier der ver&ouml;ffentlichte Text: <\/p><p><strong>Christoph Strecker&nbsp;<\/strong><\/p><p><strong>Dr. Gei&szlig;lers Hokuspokus oder so tun als ob<\/strong><\/p><p>Alle Welt starrt wie das Karnickel auf die Schlange auf den Stresstest und hofft und f&uuml;rchtet. Warum tun wir uns das eigentlich an? Er ist eine Folge der von Heiner Gei&szlig;ler moderierten Gespr&auml;che. Niemand ist verpflichtet, sich seinem Ergebnis zu unterwerfen. <\/p><p>Es wird nur so getan, als ob von dem Stresstest irgendetwas abhinge. &nbsp;<\/p><ol>\n<li><strong>Den ich rief, den Gei&szlig;ler, werd ich nun nicht los!<\/strong>\n<p>Im gro&szlig;en Erschrecken &uuml;ber die Eskalation des Konflikts durch den brutalen Einsatz der Poli&shy;zei am 30. September 2010 suchten Bef&uuml;rworter und Gegner des Projekts &bdquo;Stuttgart 21&ldquo; das Gespr&auml;ch miteinander unter der Leitung von Heiner Gei&szlig;ler. Seine Aufgabe war es, das Ge&shy;spr&auml;ch zwischen den Tr&auml;gern und Gegnern des Projekts zu moderieren. Er hat auch durchaus verdienstvoll die Faktenkl&auml;rung moderiert, mit der Einschr&auml;nkung, dass keineswegs &ndash; wie von den Gegnern erhofft und von der Bahn angek&uuml;ndigt &ndash; &bdquo;alle Fakten auf den Tisch&ldquo; kamen.<\/p>\n<p>Obwohl es nicht &nbsp;Gei&szlig;lers Auftrag war, den Konflikt zu entscheiden, wurde am Ende der Ge&shy;spr&auml;che von ihm eine Meinungs&auml;u&szlig;erung erwartet, zu der er sich auch hinrei&szlig;en lie&szlig;. Seither geistern seine Empfehlungen als &bdquo;Schlichterspruch&ldquo; durch die Welt. Bef&uuml;rworter und Geg&shy;ner des Tiefbahnhofsprojekts werden nicht m&uuml;de, zu betonen, dass sie sich dem Spruch f&uuml;gen werden. <\/p>\n<p>Sp&auml;testens seit Gei&szlig;ler am 04. Juli in T&uuml;bingen bei einer Podiumsdiskussion sagen konnte, der Bahnhof werde sowieso gebaut, wird es h&ouml;chste Zeit, uns von ihm zu emanzipieren. Wenn Gei&szlig;lers Mitwirkung &uuml;ber die zeitweilige Deeskalation hinaus nicht geeignet war, nachhaltig Frieden zu schaffen, dann sind wir wieder dort, wo die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger von Wyhl und Wackersdorf waren, ehe sie die dortigen Projekte durch ihren beherzten und friedlichen Widerstand zum Scheitern brachten. Dann mag die Polizei in Stuttgart eben die 17 Kilometer Wasserrohre bewachen, weil sie ja nie sicher sein kann, ob nicht doch jemand mit einem Akkubohrer unterwegs ist. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Was wir von Heiner Gei&szlig;ler bekommen haben, ist kein Spruch &ndash; es sind nur Spr&uuml;che!<\/p>\n<p>Es wird nur so getan, als ob die Gespr&auml;che zu einem Ergebnis gef&uuml;hrt h&auml;tten.<\/p><\/li>\n<li><strong>Er hat ja gar nichts an!<\/strong>\n<p>In Andersens M&auml;rchen &bdquo;Des Kaisers neue Kleider&ldquo; musste erst ein Kind mit seinem gesunden Menschenverstand kommen, um zu sagen: Er hat ja gar nichts an! Ebenso ist es bei Heiner Gei&szlig;lers &Auml;u&szlig;erungen. Es muss nur jemand sagen, dass sie nicht mehr sind als seine Privat&shy;meinung. <\/p>\n<p>Bei den Gespr&auml;chen wurde von allen Beteiligten und auch von Gei&szlig;ler selbst vers&auml;umt, seine Rolle zu kl&auml;ren. Er hat seine Erfahrungen mit Schlichtungen in Arbeitsk&auml;mpfen auf die ge&shy;meinsame Er&ouml;rterung von Stuttgart 21 &uuml;bertragen. Bei der Schlichtung im Arbeitskampf geht es um einen Interessenausgleich zwischen den Tarifparteien. Der Schlichter erarbeitet einen als &bdquo;Schlichterspruch&ldquo; bezeichneten Vorschlag, den die Parteien annehmen, ablehnen oder als Basis f&uuml;r weitere eigene Verhandlungen benutzen k&ouml;nnen. Er ist f&uuml;r niemanden verbindlich. Wird er nicht angenommen, ist die Schlichtung gescheitert, die Friedenspflicht endet, der Ar&shy;beitskampf kann weitergehen. <\/p>\n<p>Solch eine Schlichtung waren die von Gei&szlig;ler moderierten Gespr&auml;che nicht. Die Verhand&shy;lungsdelegationen der Projektgegner sprachen nicht f&uuml;r Interessengruppen in einem Vertei&shy;lungskampf, sondern f&uuml;r die von ihnen vertretenen Belange des Gemeinwohls. Gei&szlig;lers Emp&shy;fehlungen sollten auch keinem Interessenausgleich dienen, sondern den Protest abfedern. <\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit muss Gei&szlig;ler selbst zu der Einsicht gekommen sein, dass es mit der Auto&shy;rit&auml;t seines Spruchs wohl doch nicht so weit her ist; denn im Interview mit der Stuttgarter Zeitung am 17. Juni war pl&ouml;tzlich nicht mehr vom &bdquo;Schlichterspruch&ldquo; die Rede, sondern von einer Vereinbarung: &bdquo;Hier sind die Be&shy;teiligten, also die Projekttr&auml;ger, eine rechtliche Ver&shy;pflichtung eingegangen&hellip; Insofern halte ich die Ergebnisse auch f&uuml;r rechtlich verbindlich. Das war eine vertragliche Festlegung.&ldquo;<\/p>\n<p>Wann, von wem und in welcher Form diese angeblichen Verpflichtungserkl&auml;rungen abgege&shy;ben worden sein sollen, ist nicht erkennbar, es wird von Gei&szlig;ler auch nicht mitgeteilt. <\/p>\n<p>Es wird nur so getan, als ob aus dem Ergebnis der von Gei&szlig;ler moderierten Gespr&auml;che Ver&shy;pflichtungen f&uuml;r die Beteiligten resultierten. <\/p><\/li>\n<li><strong>Empfehlungen als Mogelpackung<\/strong>\n<p>Schon sprachlich ist klar, dass es sich nicht um eine Vereinbarung, sondern tats&auml;chlich nur um Empfehlungen handelt. Im Text hei&szlig;t es &bdquo;Ich kann den Bau des Tiefbahnhofs nur bef&uuml;rwor&shy;ten, wenn &hellip;&ldquo;; &bdquo;&hellip; halte ich &hellip; folgende Verbesserungen f&uuml;r unabdingbar &hellip;&ldquo;. Abschlie&szlig;end bezeichnet Gei&szlig;ler seine Empfehlungen ausdr&uuml;cklich als &bdquo;Vorschl&auml;ge&ldquo;: &bdquo;Diese von mir vor&shy;getragenen Vorschl&auml;ge in den Ziffern 11 und 12 werden von beiden Seiten f&uuml;r notwendig gehalten.&ldquo; <\/p>\n<p>Von einer Vereinbarung ist nirgends die Rede. <\/p>\n<p>Nachdem die Bahn allerdings immer wieder vorgibt, sich an die Empfehlungen halten zu wollen, lohnt sich ein Blick in deren Wortlaut: <\/p>\n<p>Die gr&ouml;&szlig;te Aufmerksamkeit genie&szlig;t derzeit Gei&szlig;lers Forderung nach einem so genannten &bdquo;Stresstest&ldquo;: <\/p>\n<blockquote><p>12. Die Deutsche Bahn AG verpflichtet sich, einen Stresstest f&uuml;r den geplanten Bahn&shy;knoten Stuttgart 21 anhand einer Simulation durchzuf&uuml;hren. Sie muss dabei den Nachweis f&uuml;hren, dass ein Fahrplan mit 30 Prozent Leistungszuwachs in der Spitzen&shy;stunde mit guter Betriebsqualit&auml;t m&ouml;glich ist. Dabei m&uuml;ssen anerkannte Standards des Bahnverkehrs f&uuml;r Zugfolgen, Haltezeiten und Fahrzeiten zur Anwendung kommen. Auch f&uuml;r den Fall einer Sperrung des S-Bahn-Tunnels oder des Fildertunnels muss ein funktionierendes Notfallkonzept vorgelegt werden. Die Projekttr&auml;ger verpflichten sich, alle Erg&auml;nzungen der Infrastruktur, die sich aus den Ergebnissen der Simulation als notwendig erweisen, bis zur Inbetriebnahme von S 21 herzustellen. Welche der von mir vorgeschlagenen Bauma&szlig;nahmen zur Verbesserung der Strecken bis zur Inbe&shy;triebnahme von S 21 realisiert werden, h&auml;ngt von den Ergebnissen der Simulation ab.<\/p><\/blockquote>\n<p>Gei&szlig;lers Empfehlungen, die &bdquo;von beiden Seiten f&uuml;r notwendig gehalten&ldquo; wer&shy;den (Zif. 12 letzter Satz), umfassen weitere Punkte, die zu Unrecht in der &ouml;f&shy;fentlichen Wahr&shy;nehmung ne&shy;ben dem Stresstest in den Hintergrund getreten sind:&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>11.3. Die G&auml;ubahn bleibt &hellip; erhalten und wird leistungsf&auml;hig &hellip; ange&shy;bunden.<\/p>\n<p>11.4. Im Bahnhof selber wird die Verkehrssicherheit entscheidend ver&shy;bessert. Im Inte&shy;resse von Behinderten, Familien mit Kindern, &auml;lteren und kranken Men&shy;schen m&uuml;ssen die Durchg&auml;nge gemessen an der bishe&shy;rigen Planfeststellung verbreitert [werden], die Fluchtwege sind barrie&shy;refrei zu machen.<\/p>\n<p>11.5. Die bisher vorgesehenen Ma&szlig;nahmen im Bahnhof und in den Tunnels zum Brand&shy;schutz und zur Entrauchung m&uuml;ssen verbessert wer&shy;den. Die Vor&shy;schl&auml;ge der Stuttgarter Feuerwehr werden ber&uuml;cksichtigt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p>11.6. F&uuml;r das Streckennetz sind folgende Verbesserungen vorzusehen: <\/p>\n<ul>\n<li>Erweiterung des Tiefbahnhofs um ein 9. und 10. Gleis<\/li>\n<li>Zweigleisige westliche Anbindung des Flughafen-Fernbahnhofs an die Neu&shy;baustre&shy;cke<\/li>\n<li>Anbindung der bestehenden Ferngleise von Zuffenhausen an den neuen Tun&shy;nel von Bad Cannstatt zum Hauptbahnhof<\/li>\n<li>Ausr&uuml;stung aller Strecken von S 21 bis Wendlingen zus&auml;tzlich mit konventi&shy;oneller Leit- und Sicherungstechnik.&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>&nbsp;<br>\nHeiner Gei&szlig;ler kam bei der Schlichtung zu dem Ergebnis, Stuttgart 21 werde realisiert, aller&shy;dings als &bdquo;Stuttgart 21 plus&ldquo; mit den genannten Verbesserungen. Die M&ouml;glichkeit, dass die Bahn sich um ihre vermeintliche vertragliche Festlegung nicht scheren werde, hat er vielleicht &ndash; so mag man zu seinen Gunsten annehmen &ndash; gar nicht in Betracht gezogen. &nbsp; <\/p>\n<p>Erst wenn die Planungen einschlie&szlig;lich Kostenkalkulation diesen Erfordernis&shy;sen angepasst sind, erst wenn die eventuell erforderlichen Genehmigungen beantragt und auch erteilt sind, l&auml;sst sich fest&shy;stellen, ob die genannten Verbesserungen im Rahmen der bestehenden Planun&shy;gen &uuml;ber&shy;haupt m&ouml;glich und wie hoch die damit verbundenen Kostensteigerungen sind. Das aber ist Vorausset&shy;zung f&uuml;r eine rationale Beantwortung der Frage, ob das Projekt sinnvoll und wirt&shy;schaft&shy;lich ver&shy;tretbar fortgesetzt werden kann. Bisher hat die Bahn nicht einmal mit&shy;geteilt, welche Schritte be&shy;z&uuml;glich der weiteren Verbesserungen&nbsp; sie &uuml;berhaupt eingeleitet hat.&nbsp; <\/p>\n<p>Die Bahn wird ihre vom Schlichter beschworene Verpflichtung also keines&shy;wegs bereits damit erf&uuml;llt haben, dass sie der &Ouml;ffentlichkeit eine Vorf&uuml;hrung pr&auml;sentiert hat, die sie &bdquo;Stresstest&ldquo; nennt.&nbsp; <\/p>\n<p>Von derartigen Erkl&auml;rungen und Forderungen Heiner Gei&szlig;lers ist aber nichts zu vernehmen. Mit der vertraglichen Verpflichtung scheint es wohl doch nicht weit her zu sein. <\/p><\/li>\n<li><strong>Hokus Pokus Fidibus<\/strong>\n<p>Es wird nur so getan, als ob durch einen Stresstest objektive Informationen &uuml;ber den Wert von Stuttgart 21 gewonnen werden k&ouml;nnten.<\/p>\n<p>Ein &bdquo;Test&ldquo; ist ein Verfahren, um intersubjektiv &uuml;berpr&uuml;fbare Aussagen &uuml;ber Eigenschaften eines Untersuchungsobjekts zu gewinnen. Das kann die Kenntnisse von Sch&uuml;lern in einem bestimmten Schulfach ebenso betreffen wie physikalische Eigenschaften von Materialien oder eben auch die Leistungsf&auml;higkeit eines Bahnhofs. Methodische Voraussetzung f&uuml;r jede derar&shy;tige Messung ist zun&auml;chst die Kl&auml;rung der Eigenschaften, &uuml;ber welche eine Aussage getroffen werden soll, weiterhin ein Katalog der beobachtbaren Kriterien, aus deren Vorliegen Schl&uuml;sse auf das Vorliegen der Eigenschaften gezogen werden k&ouml;nnen, und schlie&szlig;lich eine intersub&shy;jektiv &uuml;berpr&uuml;fbare Methode der Messung mit vorher festgelegten Ma&szlig;einheiten. Die inter&shy;subjektive &Uuml;berpr&uuml;fbarkeit ist Voraussetzung daf&uuml;r, dass die Ergebnisse diskutiert und gege&shy;benenfalls auch von jemandem akzeptiert werden k&ouml;nnen, dessen bisherige Meinung durch sie widerlegt wird. <\/p>\n<p>Bisher hatte es nicht den Anschein, dass ein methodisch sauberer und konsensf&auml;higer Test geplant sei. Die Bahn beabsichtigt wohl eher, eine eindrucksvolle Vorf&uuml;hrung der Leis&shy;tungs&shy;f&auml;higkeit des Tiefbahnhofs zu machen und danach alle Debatten zu beenden. Ob Gei&szlig;ler an eine blo&szlig;e Vorf&uuml;hrung oder an einen echten Test gedacht hat, ist seinen bisherigen &Auml;u&szlig;e&shy;run&shy;gen kaum klar zu entnehmen. Vermutlich hat er sich zun&auml;chst gar keine methodischen Ge&shy;danken gemacht. <\/p>\n<p>F&uuml;r den gesunden Menschenverstand ist es nicht einsehbar, dass auf 8 Gleisen mehr Leistung und Qualit&auml;t m&ouml;glich sein sollen als auf 16 Gleisen, seit die Z&uuml;ge an beiden Enden Trieb&shy;k&ouml;pfe haben und das Wenden daher kaum zus&auml;tzlichen Zeitaufwand erfordert. <\/p>\n<p>Wenn das nun gleichwohl bewiesen werden soll, dann dr&auml;ngt sich die Frage auf, ob dabei wohl auch alles mit rechten Dingen zugeht und es sich nicht um ein gro&szlig;es Hokuspokus han&shy;delt. Sie dr&auml;ngt sich besonders deshalb auf, weil die Bahn es sehr an Kooperation mit den Kritikern und an jeder Transparenz mangeln l&auml;sst. <\/p>\n<p>Ein solches Verfahren erinnert sehr an die Zaubertricks, mit denen im Vari&eacute;t&eacute; gelegent&shy;lich die Leute verbl&uuml;fft werden. <\/p>\n<p>So bin ich der Frage nachgegangen, was eigentlich die Pr&auml;sentation des &bdquo;Stresstests&ldquo; von der Vorf&uuml;hrung eines Zauberkunstst&uuml;cks unterscheidet. Das Ergebnis meiner &Uuml;berlegungen ist: Die &Uuml;bereinstimmungen sind frappierend. Gei&szlig;ler und die Bahn m&uuml;ssen wohl noch einiges bieten, wenn das, was uns da vorgef&uuml;hrt wird, mehr sein soll als ein Hokuspokus. <\/p>\n<p>Ein Zaubertrick besteht in der Regel aus den folgenden Elementen: <\/p>\n<ol>\n<li>Ank&uuml;ndigen, was geleistet werden soll oder auch &uuml;berraschender Trick:<br>\nEine Frau wird zers&auml;gt; oder<br>\neine wei&szlig;e Maus ver&shy;schwindet im Zy&shy;lin&shy;der, wird in einen Ten&shy;nisball verwandelt, kommt da&shy;nach aus dem &Auml;r&shy;mel<\/li>\n<li>Bedingungen manipulieren:<br>\nGer&auml;tschaften herrichten<\/li>\n<li>Vertrauen einfordern:<br>\nDie Zuschauer d&uuml;rfen sich von einem Teil der Randbedingungen &uuml;berzeugen, z.B. da&shy;von, dass der Zylinder leer ist<\/li>\n<li>Verbergen:<br>\nGeschicklichkeit, Ger&auml;tschaften (Spiegel, doppelter Boden usw.)<\/li>\n<li>Ablenken:<br>\nAufmerksamkeit auf etwas Unwichtiges lenken, damit die Zuschauer nicht auf das Wichtige achten<\/li>\n<li>Schnelligkeit:<br>\nFingerfertigkeit ver&shy;hindert Beobachtung<\/li>\n<li>Trick nicht offenbaren:<br>\nF&uuml;r das Publikum gibt es keine M&ouml;glichkeit, die B&uuml;hne und die benutzten Vorrichtun&shy;gen nachtr&auml;g&shy;lich zu unter&shy;suchen, um den Trick zu durchschauen<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Elemente k&ouml;nnen wir nun mit dem vergleichen, was uns als &bdquo;Stresstest&ldquo; vorgef&uuml;hrt werden soll:<\/p>\n<ol>\n<li>Angek&uuml;ndigt wird ein Leistungsvergleich:<br>\nDer Tief&shy;bahnhof&nbsp; leistet 30 % mehr als Kopfbahnhof.<\/li>\n<li>Manipuliert wird der Vergleichsma&szlig;stab:<br>\nNicht ein optimal funktionieren&shy;der Kopfbahnhof, sondern die derzeitige faktische (re&shy;du&shy;zierte) Leistung wird als Grundlage f&uuml;r den Leistungsvergleich genommen.<\/li>\n<li>Vertrauen einfordern:<br>\nDurch die Berufung auf die demokratische Legitima&shy;tion, das vorausgegangene Verfah&shy;ren und das bestehendes Baurecht soll die Kritik diskreditiert werden. Die Im&shy;plizite Maxime lautet: &bdquo;Im Prinzip ist alles in Ord&shy;nung, sofern der Test nicht noch un&shy;vorhergesehene Probleme offenbart&ldquo;.<\/li>\n<li>Verbergen:<br>\nFalsche Angaben machen und Informationen ver&shy;weigern zu den bestehenden Risiken und voraussichtlichen Kosten des Projekts sowie zum Programm des Tests<\/li>\n<li>Ablenken:<br>\nBeschimpfungen der Gegner des Projekts, Drohung mit finan&shy;ziellen Forderungen.<\/li>\n<li>Schnelligkeit:<br>\nKeine ausreichende Zeit zur Analyse dessen, was ge&shy;messen werden soll, der Vorgaben und der Messungen; finanzielle Forde&shy;rungen f&uuml;r Verz&ouml;ge&shy;rungen.<\/li>\n<li>Trick nicht offenbaren:<br>\nDas Programm des Tests wird nicht offen gelegt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bei diesen vielen &Uuml;bereinstimmungen stellt sich ernsthaft die Frage: Gibt es denn &uuml;berhaupt keinen Unterschied zwischen diesem so genannten Stresstest und ei&shy;nem Zauberkunstst&uuml;ck?<br>\n&nbsp;<br>\nDoch, einen Unterschied gibt es: Ich habe noch nie davon geh&ouml;rt, dass nach der Vorf&uuml;hrung eines Zaubertricks ein Gut&shy;achter best&auml;tigt h&auml;tte, die Frau sei tats&auml;chlich zers&auml;gt worden.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><em>Christoph Strecker ist Richter a.D. und Mitglied der AnStifter<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist der Titel einer Analyse der Vorg&auml;nge um den Stresstest und Dr. Gei&szlig;lers Rolle von Christoph Strecker, Richter a.D. und Mitglied der &bdquo;AnStifter&ldquo;. Lesenswert. Siehe unten. Manchem Leser gehen mit der Lekt&uuml;re erst jetzt die Augen auf. NachDenkSeiten-Leser hatten schon im <a href=\"?p=7123\">Oktober 2010<\/a> den <a href=\"?p=6975\">besseren<\/a> und damit schnelleren Durchblick zu <a href=\"?p=7592\">Gei&szlig;lers<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10132\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[12,74],"tags":[282,268,237,694,695],"class_list":["post-10132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-manipulation-des-monats","category-stuttgart-21","tag-buergerproteste","tag-deutsche-bahn","tag-geissler-heiner","tag-milliardengrab","tag-stresstest"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10132"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10132\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10134,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10132\/revisions\/10134"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}