{"id":101411,"date":"2023-07-23T14:00:03","date_gmt":"2023-07-23T12:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101411"},"modified":"2023-07-23T14:30:48","modified_gmt":"2023-07-23T12:30:48","slug":"menschheit-will-sie-denn-ewig-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101411","title":{"rendered":"Menschheit, will sie denn ewig leben?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was die Doomsday Clock im Jahr 2023 geschlagen hat.<\/strong> Warum wird heute die Drohung eines Nuklearkrieges in Politik und &Ouml;ffentlichkeit nicht erkannt und ber&uuml;cksichtigt? Vielleicht auch deshalb, weil die Auswirkungen zu wenig oder gar nicht bekannt sind oder verharmlost werden. Eine Kollegin stellte nach Abschluss der Veranstaltung des Korrespondenten-Caf&eacute;s zur Sicherheitspolitik sich und den umstehenden Journalisten die Frage: Besitzen manche Politiker, die immer &ouml;fter das Risiko eines Krieges mit nuklearen Waffen kleinreden oder sogar ignorieren, tats&auml;chlich das Wissen dar&uuml;ber, was ein Atomkrieg und ein nuklearer Winter f&uuml;r die Welt bedeuten? Von <strong>Ronald Keusch<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDeshalb mein Vorschlag auf dem Weg zur Vernunft: Organisiert Fortbildungsseminare f&uuml;r alle kalten Krieger, von Norbert R&ouml;ttgen, Anton Hofreiter, Marie-Agnes Strack-Zimmermann bis Bodo Ramelow sowie all ihre Adepten in den Massenmedien! Teilnahme ist Pflicht, Entschuldigungen werden nicht akzeptiert. Das gro&szlig;e Thema des ersten Seminars ist: <\/p><p><strong>Welche Auswirkungen hat ein mit nuklearen Waffen gef&uuml;hrter Dritter Weltkrieg?<\/strong><\/p><p>Hier sollten im Mittelpunkt die Ergebnisse einer Studie von den Forschern der Louisiana State University in Baton Rouge stehen. Sie untersuchten sehr anschaulich in mehreren Computersimulationen die globalen Auswirkungen kleinerer regionaler und gr&ouml;&szlig;erer Atomkriege. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts kontrollieren derzeit neun Nationen mehr als 13.000 Atomwaffen auf der Welt. In allen von den Forschern simulierten Szenarien w&uuml;rden nukleare Feuerst&uuml;rme Ru&szlig; und Rauch in die obere Atmosph&auml;re freisetzen, die die Sonne blockieren und damit zu Ernteausf&auml;llen auf der ganzen Welt f&uuml;hren. Im ersten Monat nach der nuklearen Detonation w&uuml;rden die globalen Durchschnittstemperaturen um etwa zehn Grad Celsius sinken, eine gr&ouml;&szlig;ere Temperaturver&auml;nderung als in der letzten Eiszeit. Dieser &bdquo;Klimawandel&ldquo; w&uuml;rde somit an St&auml;rke und Geschwindigkeit alles &uuml;bertreffen, was die menschliche Zivilisation w&auml;hrend ihrer bisherigen Geschichte erlebt hat. <\/p><blockquote><p>&bdquo;Es spielt dabei keine Rolle, wer wen bombardiert. Das k&ouml;nnen Indien und Pakistan oder die NATO-L&auml;nder und Russland sein. Sobald der Rauch in die obere Atmosph&auml;re gelangt, breitet er sich &uuml;ber den ganzen Globus aus und betrifft damit alle&ldquo;, sagt Cheryl Harrison, f&uuml;hrende Autorin der Studie der Louisiana State University.<\/p><\/blockquote><p>Schon 2006 hat der Klimatologe Alan Robock von der Rutgers University in New Jersey die Folgen eines begrenzten Konflikts zwischen zwei &bdquo;kleinen&ldquo; Atomm&auml;chten untersucht, am Beispiel der Auseinandersetzung zwischen Indien und Pakistan um die Kaschmir-Region. Beim Einsatz von &bdquo;nur&ldquo; 50 Bomben mit der Sprengkraft einer Hiroshima-Bombe &ndash; das w&auml;re nur 0,3 Promille der Sprengkraft des heute auf der Welt vorhandenen atomaren Arsenals &ndash; w&uuml;rden f&uuml;nf Millionen Tonnen Ru&szlig;partikel in die Atmosph&auml;re gelangen und das Sonnenlicht absorbieren. Das h&auml;tte eine globale Temperatur-Reduzierung von 1,25 Grad zur Folge, wovon aber insbesondere die fruchtbaren Landgebiete Nordamerikas und Asiens betroffen w&auml;ren. Die US-Weizenproduktion w&uuml;rde auf Jahre um bis zu 20 Prozent zur&uuml;ckgehen, die Reisproduktion in China w&uuml;rde um bis zu 25 Prozent einbrechen, bei Winterweizen sogar bis 40 Prozent. Weltweit w&uuml;rde die Nahrungsmittelproduktion in den ersten zehn Jahren um 20 bis 40 Prozent sinken. Eine weitere Studie speziell zu den Auswirkungen auf die Ozonschicht zeigt: Bei einem globalen Atomkrieg w&uuml;rden bis zu 75 Prozent der sch&uuml;tzenden Ozonschicht zerst&ouml;rt, und die Erholung w&uuml;rde bis zu 15 Jahre dauern. Nach dem Ende der nuklearen Eiszeit w&uuml;rde weiterhin noch die lebenssch&auml;digende UV-Strahlung die Erdoberfl&auml;che treffen [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p><p>Als ein weiteres Thema der Seminare bietet sich an: <\/p><p><strong>Wie sicher sind die Atombunker f&uuml;r alle, die darin einen festen Platz reserviert haben, wenn es zum Atomkrieg kommt?<\/strong><\/p><p>Au&szlig;erdem ein Sonderseminar f&uuml;r all jene, die glauben, dass sie einem weltweiten Nuklearkrieg noch schnell mit reservierten Atlantikfl&uuml;gen zu ihren H&auml;usern an den Str&auml;nden von Kalifornien oder in die Pampa von Uruguay entkommen k&ouml;nnen. Emotionale Argumente k&ouml;nnten auch die Film-Dokumentationen &uuml;ber die Opfer der Atombomben-Kriegsverbrechen in Japan liefern. <\/p><p>Das Gesetz &uuml;ber den US-Verteidigungshaushalt 2021 enth&auml;lt den Auftrag, eine Studie &uuml;ber den nuklearen Winter zu verfassen. Das Thema ist nach 30 Jahren wieder auf der Agenda, so berichtet Hans-Georg Ehrhart vom Hamburger Institut f&uuml;r Friedensforschung und Sicherheitspolitik. Die Menschheit konnte zwar beweisen, dass sie ihren Fu&szlig; auf den Mond setzen kann &ndash; auch wenn das bis heute einige Skeptiker bezweifeln. Aber niemand wird bezweifeln, dass es unm&ouml;glich ist, die Milliarden Erden-Menschen bei Unbewohnbarkeit der Erde auf den Mond oder zu anderen Planeten und Sonnensystemen umzusiedeln. Wir haben nur den einen Planeten. <\/p><p><em>Dieser Text ist ein Auszug. Die lange Version k&ouml;nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.keusch-reisezeiten.de\/post\/2023-07-kolumne-doomsday-clock\">hier nachlesen<\/a>. <\/em><\/p><p>Titelbild: HE68\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.lsu.edu\/mediacenter\/news\/2022\/07\/07docs_harrison_aguadvances.php\">lsu.edu\/mediacenter\/news\/2022\/07\/07docs_harrison_aguadvances.php<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>]) <a href=\"https:\/\/at.scientists4future.org\/2022\/01\/19\/kernkraft-atomwaffen-und-nuklearer-winter\/\">at.scientists4future.org\/2022\/01\/19\/kernkraft-atomwaffen-und-nuklearer-winter\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Was die Doomsday Clock im Jahr 2023 geschlagen hat.<\/strong> Warum wird heute die Drohung eines Nuklearkrieges in Politik und &Ouml;ffentlichkeit nicht erkannt und ber&uuml;cksichtigt? 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