{"id":101426,"date":"2023-07-22T14:00:55","date_gmt":"2023-07-22T12:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101426"},"modified":"2023-07-21T22:44:23","modified_gmt":"2023-07-21T20:44:23","slug":"ihr-sollt-nicht-tacheles-reden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101426","title":{"rendered":"Ihr sollt nicht Tacheles reden!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Deutschland, Israel und die deutsche Staatsraison: Denkverbot, Diskussionsverbot, Kritikverbot. <\/strong>Arn Strohmeyers Vortrag, pr&auml;zise seine Buchvorstellung, organisiert vom &bdquo;N&uuml;rnberger Evangelischen Forum f&uuml;r den Frieden&ldquo; &ndash; Arbeitskreis Pal&auml;stina, konnte trotz massiver Widerst&auml;nde aus verschiedenen Ecken mit der Diffamierung Strohmeyers als Antisemit gehalten werden (anders als z.B. der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101003\">Vortrag von Jakob Reimann in Augsburg<\/a>, den die Veranstalter verschieben mussten angesichts des massiven Drucks gegen Reimann und gegen die Veranstalter).<strong> <\/strong>Aber Strohmeyer und die Veranstalter hatten den abgrundtiefen Hass gegen Strohmeyer untersch&auml;tzt. Im Anschluss an den Vortrag, der in N&uuml;rnberg vom Publikum sehr positiv aufgenommen worden war, zeigten die &bdquo;Kritiker&ldquo; Strohmeyers ihn wegen &bdquo;Volksverhetzung&ldquo; an. Von <strong>Helga Baumgarten<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong> Die Causa Arn Strohmeyer: D&uuml;mmer kann es kaum noch kommen<\/strong><\/p><p>Worin besteht die &bdquo;Volksverhetzung&ldquo; durch Strohmeyer? Auf der Polizeistation in seinem Wohnort wurde er mit diesen Vorw&uuml;rfen konfrontiert, die er sofort publik machte:<\/p><blockquote><p>\n<em>1. Ich h&auml;tte in meinem Vortrag referiert, dass nicht nur Juden Opfer unter dem Nationalsozialismus gewesen seien.<\/em><\/p>\n<p><em>2. Ich h&auml;tte behauptet, dass Israel sich auf den Holocaust berufe, um unter diesem Deckmantel die Pal&auml;stinenser zu unterdr&uuml;cken.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Anders ausgedr&uuml;ckt:<\/p><ul>\n<li>Strohmeyer habe gesagt (und geschrieben), dass es neben den Juden noch andere Opfer des Holocaust gegeben habe.<\/li>\n<li>Er habe gesagt (und geschrieben), dass Israel den Holocaust instrumentalisiere zur Unterdr&uuml;ckung der Pal&auml;stinenser, die seit 1967 unter israelischer Besatzung stehen.<\/li>\n<\/ul><p>Der Inhalt dieser Anzeige ist angesichts der demonstrierten Unkenntnis der deutschen Geschichte, insbesondere der deutschen Vernichtungspolitik unter dem Nazi-Regime, atemberaubend. Dasselbe gilt f&uuml;r Teil zwei der Anzeige. Offensichtlich hat sich die Person, die die Anzeige erhob, nie mit der israelischen Besatzung seit 1967 und ihrer Unterdr&uuml;ckungspolitik besch&auml;ftigt. Schlie&szlig;lich fehlt jede Kenntnis &uuml;ber die gesamte, sehr umfangreiche Literatur sowohl zum Holocaust als auch zur israelischen Besatzung.<\/p><p>Die Argumentation von Moshe Zuckermann, den Strohmeyer um eine Stellungnahme gebeten hat, ist f&uuml;r den\/die Anzeigensteller geradezu vernichtend. <\/p><p>Vorher kurz einige Informationen zu Zuckermann f&uuml;r die Leser, die ihn nicht kennen:<\/p><p>Zuckermann war jahrelang Professor f&uuml;r deutsche Geschichte an der Universit&auml;t Tel Aviv und dort von 2000 bis 2005 Leiter des Instituts f&uuml;r Deutsche Geschichte. Er ist Autor zahlloser B&uuml;cher &uuml;ber den Umgang Deutschlands mit und seinem Verh&auml;ltnis zu Israel, zum Holocaust und zur israelischen Besatzung (zum Beispiel: Der Allgegenw&auml;rtige Antisemit oder Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit. Frankfurt\/Main 2018, und zuletzt: Die Kunst ist frei? Eine Streitschrift f&uuml;r die Kunstautonomie. Frankfurt\/Main 2022).<\/p><p>Zum Verst&auml;ndnis der <em>Causa<\/em> Strohmeyer ist es hilfreich, Zuckermann ausf&uuml;hrlich zu zitieren:<\/p><p><em>Ad 1: &bdquo;Man wei&szlig; nicht, ob es ein Witz sein soll bzw. in welcher Welt der Anzeigenerstatter lebt. Wei&szlig; er allen Ernstes nicht, dass auch Nichtjuden Opfer der Nazis waren? Nie was von Sinti und Roma, von Homosexuellen, von Euthanasie-Opfern, von Kommunisten und anderen politisch verfolgten Nichtjuden, von Zivilisten in den von den Nazis eroberten L&auml;ndern und von zahllosen anderen &bdquo;Feinden&rdquo; geh&ouml;rt? Was will man da in Abrede stellen? Und was genau soll daran Volksverhetzung sein, wenn man das feststellt?&ldquo;<\/em><\/p><p><em>Ad 2: &bdquo;Und so verkam dieses Amalgam &ndash; Judentum-Zionismus-Israel &ndash; zur Ideologie, die von Israel selbst als Herrschaftsinstrument missbraucht und von ignoranten Israelanh&auml;ngern als &bdquo;Argument&rdquo; gebraucht wird. Das Resultat war das ideologische Unget&uuml;m des sogenannten &bdquo;israelbezogenen Antisemitismus&rdquo;: Wer Israel kritisiere, sei definitionsgem&auml;&szlig; Antisemit. Nun hat sich Israel &uuml;ber Jahrzehnte als ein Staat erwiesen, der permanent Verbrechen gegen das Menschen- und V&ouml;lkerrecht begeht, und zwar ganz offiziell und ideologisch proklamiert &ndash; im Jahrzehnte w&auml;hrenden Okkupationsregime und in der strukturellen Knechtung der Pal&auml;stinenser. Das zum Apartheidstaat verkommene Israel kann nicht nur, sondern muss kritisiert werden. Das hat Arn Strohmeyer begriffen und in seinem Buch getan. Das merke sich auch jener hurtige Anzeigenerstatter, der ihn deshalb der Volksverhetzung angeklagt hat. Wie viele andere fanatisierte Israel-Zionismus-Judentum-Anh&auml;nger hat auch er offenbar nicht begriffen, wer da gegen wen hetzt, und letztlich &ndash; worum es eigentlich historisch wie gegenwartspolitisch geht.&ldquo;<\/em><\/p><p>Im Folgenden soll Arn Strohmeyers Buch <strong>&bdquo;Falsche Loyalit&auml;ten &ndash; Israel, der Holocaust und die deutsche Erinnerungspolitik&ldquo;<\/strong>, erschienen 2022 im Promedia Verlag Wien, von dem oben mehrmals die Rede war, vorgestellt werden.<\/p><p>Die zentralen Argumente Strohmeyers richten sich gegen den sogenannten bundesdeutschen &bdquo;Katechismus&ldquo; zum Holocaust. Er beruft sich dabei auf die Arbeit von Dirk Moses und im Besonderen dessen 2021 auf Deutsch in der Zeitschrift &bdquo;Geschichte der Gegenwart&ldquo; erschienenen Artikel: &bdquo;Der Katechismus der Deutschen&ldquo;. <\/p><p>Kurz zu Dirk Moses. Er stammt aus Australien, lehrt aber seit Jahren in den USA, seit 2022 am City College New York. Er ist einer der herausragenden Genozid-Spezialisten weltweit und Herausgeber des &bdquo;Journal of Genocide Research&ldquo;. In seinen B&uuml;chern hat er sich dem Problem des Genozids und seiner Definition gewidmet sowie dem Zusammenhang zwischen Kolonialismus und Genozid[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Au&szlig;erdem thematisiert er immer wieder das Thema Deutschland und der Holocaust, u.a. 2007: German Intellectuals and the Nazi Past. Cambridge University Press.<\/p><p>Worin besteht der von Moses analysierte und kritisierte Katechismus der Deutschen?<\/p><p>Es geht in diesem Katechismus prim&auml;r um das deutsche Verst&auml;ndnis, die deutsche Interpretation des Holocaust sowie um das deutsche Verh&auml;ltnis zu Israel, direkt aus dieser Interpretation abgeleitet.<\/p><p>Hier kann er nur kurz vorgestellt werden mit seinen zentralen f&uuml;nf Aspekten.<\/p><ol>\n<li>Der Holocaust ist historisch einzigartig<\/li>\n<li>Die Erinnerung an den Holocaust als Zivilisationsbruch bildet das moralische Fundament der deutschen Nation, ja der europ&auml;ischen Zivilisation.<\/li>\n<li>&bdquo;Deutschland tr&auml;gt f&uuml;r die Juden in Deutschland eine besondere Verantwortung und ist Israel zu besonderer Loyalit&auml;t verpflichtet. &sbquo;Die Sicherheit Israels ist Teil der Staatsraison unseres Landes&rsquo;.&ldquo;<\/li>\n<li>Der Antisemitismus ist ein Vorurteil sui generis sowie ein spezifisch deutsches Ph&auml;nomen. Er muss klar vom Rassismus unterschieden werden.<\/li>\n<li>Antizionismus ist Antisemitismus.<\/li>\n<\/ol><p>Der Inhalt des Buches besteht nach der Vorstellung dieses von Moses herauskristallisierten Katechismus aus der Kritik an den einzelnen Punkten und der Entwicklung eines neuen Holocaust-Verst&auml;ndnisses, einer neuen Interpretation des Antisemitismus sowie einer neuen Politik gegen&uuml;ber Israel.<\/p><p>Die entscheidenden neuen Argumente betreffen zum einen die Holocaust-Interpretation. Hier vertritt Strohmeyer die universelle Interpretation des Holocaust mit der daraus abgeleiteten Folgerung, dass jede rassistische Verfolgung von Menschen, egal wo und egal durch wen, kritisiert und gestoppt werden muss. Er versteht Antisemitismus als eine von vielen Spielarten des Rassismus. Und jede Form des Rassismus muss grunds&auml;tzlich verurteilt und bek&auml;mpft werden.<\/p><p>Zur deutschen Politik gegen&uuml;ber Israel &uuml;bernimmt Strohmeyer die Interpretation des T&uuml;binger Philosophen Ernst Tugendhat aus dem Jahre 1991. Tugendhat argumentierte damals &ndash; und Strohmeyer h&auml;lt diese Argumentation bis heute f&uuml;r g&uuml;ltig &ndash;, dass die Schuldgef&uuml;hle der Deutschen nach wie vor sehr gro&szlig; und nicht rational aufgearbeitet sind. Israel baut eben darauf seine Politik gegen&uuml;ber Deutschland auf, wenn es &bdquo;auf diesem irrationalen Schuldgef&uuml;hl der Deutschen virtuos wie auf einem Klavier&ldquo; spielt. Erst wenn die Deutschen also ihre Schuld rational aufgearbeitet haben, m&uuml;ssen sie sich den irrationalen Forderungen des anderen, also Israels, nicht mehr unterwerfen. Stattdessen verf&uuml;gten sie dann &uuml;ber &bdquo;autonomes Handlungsverm&ouml;gen&ldquo; und k&ouml;nnten so die Frage stellen, wie die deutsche Politik Israel auf der Basis seiner offen artikulierten Interessen unterst&uuml;tzen k&ouml;nne. Davon aber, so Tugenhat 1991 und im Anschluss daran Strohmeyer 2022, sind die deutsch-israelischen Beziehungen noch weit entfernt.<\/p><p>Der Leser w&uuml;rde sich manchmal w&uuml;nschen, dass Strohmeyer k&uuml;rzer und pr&auml;gnanter argumentiert, vor allem aber, dass er weniger Zitate und weniger Verweise auf andere Autoren und ihre B&uuml;cher sowie immer neue Quellenangaben in seine Arbeit einbaut. Statt 175 Seiten h&auml;tte man dann ein schmales Buch von 120 Seiten in der Hand. <\/p><p>Wenn wir allerdings das Buch in den bundesdeutschen Kontext von 2023 stellen, m&uuml;ssen wir einsehen, dass Strohmeyer keine Alternative hatte.<\/p><p>Schlie&szlig;lich wird derzeit jeder\/jede, die sich zu Israel und Israel\/Pal&auml;stina &auml;u&szlig;ern, ohne vorbehaltlos jede politische Entscheidung in Tel Aviv begeistert zu unterst&uuml;tzen, nicht nur kritisiert, was ja legitim w&auml;re, sondern regelrecht &bdquo;zur Sau gemacht&ldquo;.<\/p><p>Heute kommen die vernichtenden und immer wieder ad personam gerichteten Angriffe allerdings nicht mehr nur von den &uuml;blichen Verd&auml;chtigen, also z.B. Anti-Deutschen (dazu immer noch un&uuml;bertroffen Moshe Zuckermanns Buch von 2010 (2014) &bdquo;Antisemit!&ldquo; Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument. Promedia Verlag, Wien. Dort speziell der Anhang S.193-199), konservativ-reaktion&auml;ren Richtungen aus den offiziellen j&uuml;dischen Gemeinden in Deutschland, Antisemitismusbeauftragten etc. &hellip;kaum mehr relevant scheint dagegen &bdquo;Honestly Concerned&ldquo; zu sein, einst &bdquo;schwergewichtig&ldquo; mit Henryk Broder und dem ehemaligen Israel-Korrespondent Ulrich Sahm (u.a. <em>n-tv<\/em> oder die <em>Hannoversche Allgemeine Zeitung<\/em>). Inzwischen schaltet sich die Israelische Botschaft in Berlin direkt ein, parallel zu bekannten rechtsradikalen Aktivisten in Israel. Und das ist eine neue und bisher unbekannte Stufe bei den vielf&auml;ltigen Versuchen, Israel-Kritiker mundtot zu machen.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Strohmeyer hatte und hat also keine Alternative, als jedes Wort dreimal auf die Waage zu legen sowie jede Analyse ausf&uuml;hrlich zu dokumentieren, am besten doppelt und dreifach. Das gilt ebenso f&uuml;r jeden Politologen und Geschichtswissenschaftler, der zu Israel und speziell zu Pal&auml;stina forscht und schreibt.<\/p><p>Dennoch: In immer mehr Publikationen (B&uuml;cher und Artikel) ebenso wie in der Mainstream-Presse zeichnet sich im Ansatz eine Entwicklung ab, die offen Kritik &uuml;bt an der bisherigen bundesdeutschen Politik gegen&uuml;ber Israel und Pal&auml;stina. Das betrifft zum einen die deutsche &bdquo;Staatsr&auml;son a-la-Angela Merkel&ldquo;, zum anderen die Hinterfragung der bis dato nie in Zweifel gezogenen &bdquo;gemeinsamen Werte&ldquo;, die die Bundesrepublik so eng mit Israel verbinden. Dies ist zweifellos eine direkte Folge der politischen Entwicklungen in Israel seit Ende 2022 mit der rechtsradikalen Regierung Netanyahu, in der offen rassistische Minister wie Ben Gvir und Smotrich wohl das Sagen haben. Selbst in Kreisen der politischen Elite in Berlin wird sich der eine oder andere inzwischen fragen, wie die bedingungslose &bdquo;Liebe&ldquo; zu Israel unter diesen Umst&auml;nden erhalten bleiben kann.<\/p><p>Ein guter und selbstkritischer Start k&ouml;nnte in diesem Kontext der Verweis auf den historischen Satz von Gustav Heinemann sein. Als dieser provokativ gefragt wurde, ob er Deutschland liebe, antwortete er schlicht: &bdquo;Ich liebe meine Frau.&ldquo;<\/p><p>Was hei&szlig;t das f&uuml;r das deutsch-israelische Verh&auml;ltnis? In Israel gibt es bis heute noch etwa 150.000 &Uuml;berlebende der deutschen Judenvernichtung, des &bdquo;Holocaust&ldquo;. Vielleicht w&auml;re es an der Zeit, diese unsere Opfer an die erste Stelle unserer Politik zu stellen und ihnen unsere &bdquo;bedingungslose Liebe&ldquo; zu beweisen: nicht nur den Wenigen, die direkt aus Deutschland unterst&uuml;tzt werden, NEIN: allen ohne Ausnahme.<\/p><p>Laut Angaben der <em>Times of Israel<\/em> leben etwa ein Drittel dieser &Uuml;berlebenden, also unsere direkten Opfer, in Armut und sind sogar abh&auml;ngig von Nahrungsmittelspenden! <strong>Das ist eine Schande f&uuml;r die deutsche Politik. <\/strong><\/p><p>Titelbild: Lightspring\/shutterstock.com<\/p><p><strong>Anhang:<\/strong><\/p><p><strong>Stellungnahme von Professor Dr. Moshe Zuckermann, Tel Aviv, zum Vorwurf der Volksverhetzung gegen Arn Strohmeyer<\/strong><\/p><p>Von &bdquo;Volksverhetzung&rdquo; und Ideologie<\/p><p>Der Journalist Arn Strohmeyer hat ein Buch ver&ouml;ffentlicht, in dem es um Israel, Holocaust und deutsche Erinnerungspolitik geht. Daraufhin hat man gegen ihn eine Anzeige wegen &bdquo;Volksverhetzung&rdquo; erstattet.<\/p><p>Arn Strohmeyer hat letztes Jahr das Buch &bdquo;Falsche Loyalit&auml;ten &ndash; Israel, der Holocaust und die deutsche Erinnerungspolitik&rdquo; ver&ouml;ffentlicht. Der Untertitel bezeichnet genau, worum es in diesem Buch geht: um Israel, seinen Bezug zum Holocaust und die deutsche Erinnerungspolitik. Zu einem Vortrag &uuml;ber sein Buch wurde Strohmeyer j&uuml;ngst vom<em> N&uuml;rnberger Evangelischen Forum f&uuml;r den Frieden<\/em> eingeladen. Im Vorfeld versuchte man, die Veranstaltung zu verhindern, was aber nicht gelang. Dennoch wurde gegen den Autor eine Anzeige wegen &bdquo;Volksverhetzung&rdquo; erstattet. W&auml;hrend der Vorladung bei der Polizei erfuhr Strohmeyer, was ihm vorgeworfen wird: 1. Er habe in seinem Vortrag referiert, dass nicht nur Juden Opfer unter dem Nationalsozialismus gewesen seien. 2. Er habe behauptet, dass Israel sich auf den Holocaust berufe, um unter diesem Deckmantel die Pal&auml;stinenser zu unterdr&uuml;cken.<\/p><p>Es gab Zeiten, da mu&szlig;te man schon Schwerwiegenderes auffahren, um der Volksverhetzung angeklagt zu werden. Aber zun&auml;chst zu den Vorw&uuml;rfen selbst. Ad 1.: Man wei&szlig; nicht, ob es ein Witz sein soll bzw. in welcher Welt der Anzeigenerstatter lebt. Wei&szlig; er allen Ernstes nicht, da&szlig; auch Nichtjuden Opfer der Nazis waren? Nie was von Sinti und Roma, von Homosexuellen, von Euthanasie-Opfern, von Kommunisten und anderen politisch verfolgten Nichtjuden, von Zivilisten in den von den Nazis eroberten L&auml;ndern und von zahllosen anderen &bdquo;Feinden&rdquo; geh&ouml;rt? Was will man da in Abrede stellen? Und was genau soll daran Volksverhetzung sein, wenn man das feststellt? Es scheint dem Anzeigenerstatter um die Singularit&auml;t der Juden als Opfer der Nazis zu gehen. Dies gemahnt an die Einstellung von Yad Vashem zur Einzigartigkeit des Holocaust &ndash; eine alte Debatte, die aber eher etwas mit Politik und Ideologie zu tun hat als mit einer Wesensbestimmung des von den Nazis an den Juden begangenen V&ouml;lkermordes. Und &auml;hnlich wie Yad Vashem in einem nahezu Pawlowschen Reflex auf jeglichen Vergleich mit dem Holocaust reagiert (etwa mit dem von den T&uuml;rken in den Jahren 1915-16 an den Armeniern begangenen Genozid), reagiert auch der emp&ouml;rte Anzeigenerstatter auf die schiere Feststellung, da&szlig; auch Nichtjuden Opfer der Nazis gewesen seien. Bei Yad Vashem wei&szlig; man ja, warum die Institution die Singularit&auml;t der Shoah tabuisiert; das Tabu erbringt betr&auml;chtliches nationales politisch-ideologisches Kapital. Was aber l&auml;&szlig;t den deutschen Anzeigenerstatter gegen Arn Strohmeyer in solche Aufwallung geraten, da&szlig; er ihn der Volksverhetzung zeiht? Schwer zu beantworten. Ich wei&szlig; nicht, ob er selbst Jude ist oder nicht. Aber was immer er ist &ndash; Jude oder Nichtjude &ndash;, er wird sich damit abfinden m&uuml;ssen, da&szlig; auch Nichtjuden Opfer der Nazis waren. Wie mu&szlig; man drauf sein, um das nicht zu wissen bzw. leugnen zu wollen.<\/p><p>Ad 2: Bei der Verteidigung gegen den zweiten Vorwurf beruft sich Arn Strohmeyer darauf, da&szlig; auch j&uuml;dische Autoren der Feststellung, da&szlig; Israel die Holocaust-Erinnerung zu heteronomen Zwecken instrumentalisiere, das Wort reden. Dem ist auch so, aber f&uuml;r sich selbst genommen, ist das kein schlagendes Argument. Denn daf&uuml;r haben ja Legionen von (deutschen) Sachwaltern der &bdquo;j&uuml;dischen Sache&rdquo; den Begriff des sich &bdquo;selbsthassenden Juden&rdquo; kreiert. So besehen, d&uuml;rfen auch Autoren wie Dan Diner, Tom Segev, Yehuda Elkana, Moshe Zimmermann und ich (um nur einige zu nennen) der &bdquo;Volksverhetzung&rdquo; angeklagt werden. Es geht aber um den Inhalt der von Arn Strohmeyer gemachten Feststellung. Die ist zwar mannigfach belegt, kann aber dennoch dem Deutungsdiskurs preisgegeben werden: Man kann die Dinge so sehen oder auch anders. Wer sich aber der Behauptung Strohmeyers (und vieler j&uuml;discher Autoren) verweigert, mu&szlig; sich fragen lassen, was es damit auf sich habe, da&szlig; die Pal&auml;stinenser von prominenten israelischen Politikern (und ihrer jeweiligen Anh&auml;ngerschaft) als die Nachfolger der Nazis bezeichnet (und auch als solche behandelt) werden; da&szlig; Benjamin Netanjahu behaupten durfte, nicht Hitler, sondern Mohammed Amin al-Husseini sei der eigentliche Initiator des Holocaust gewesen; da&szlig; das als Zufluchtst&auml;tte der Juden nach dem Holocaust gegr&uuml;ndete Israel in seiner Sicherheit von den Pal&auml;stinensern bedroht werde, weshalb es gelte, die Pal&auml;stinenser in Schach zu halten, was nur durch die Okkupation zu gew&auml;hrleisten sei; vor allem aber, da&szlig; der Holocaust-&Uuml;berlebende Yehuda Elkana angesichts der Brutalit&auml;t israelischer Soldaten beim Ausbruch der ersten Intifada im Jahre 1988 schreiben zu sollen meinte: &bdquo;Symbolisch gesprochen, sind aus Auschwitz zwei V&ouml;lker hervorgegangen: Eine Minderheit, die behauptet: &sbquo;Es soll nie wieder passieren&rsquo;, und eine verschreckte, furchterfa&szlig;te Mehrheit, die behauptet: &sbquo;Es soll nie wieder <em>uns<\/em> passieren&rsquo;&rdquo;. Sofern sich in diesen beiden Postulaten die einzig m&ouml;glichen Lehren aus dem Holocaust darstellten, hing Elkana, wie zu erwarten, der ersten Auffassung an und distanzierte sich von der zweiten. Ihm ging es indes nicht um die Entscheidung f&uuml;r eine dieser M&ouml;glichkeiten, vielmehr zielte er in seinem Aufsatz auf die &bdquo;normative Behauptung, da&szlig; jede Lebenslehre oder -anschauung, die ihre G&uuml;ltigkeit aus dem Holocaust bezieht, ein Ungl&uuml;ck sei&rdquo;, und er f&uuml;gte dem hinzu: &bdquo;Die dem Kollektivged&auml;chtnis zukommende historische Bedeutung wohl bedacht: Eine Atmosph&auml;re, in der ein ganzes Volk aufgrund seines dominierenden Bezugs zu den Lehren der Vergangenheit sein Verh&auml;ltnis zur Gegenwart bestimmt und seine Zukunft gestaltet, ist ein Ungl&uuml;ck f&uuml;r eine Gesellschaft, die wie alle V&ouml;lker in relativem Frieden und relativer Sicherheit leben will.&rdquo; Elkanas Einsicht war zum einen von bewundernswerter Tiefe gepr&auml;gt, zugleich aber (vermutlich schon damals) naiv. Denn das israelische Erziehungssystem und letztlich die gesamte politische Kultur des Landes hatten bereits ganze Arbeit geleistet: Wenige hingen dem universalistischen (dem neuen kategorischen Imperativ Adornos verschwisterten) Postulat &bdquo;Es soll nie wieder passieren&rdquo; an; die allermeisten hielten sich am anderen, partikularistischen Postulat: &bdquo;Es soll nie wieder <em>uns<\/em> passieren&rdquo;. Und damit dem auch so sei, d&uuml;rfe man sich bei der Bek&auml;mpfung der Feinde Israels, allen voran der Pal&auml;stinenser, alles herausnehmen &ndash; auch eine &uuml;ber ein halbes Jahrhundert w&auml;hrende barbarische Okkupation und kollektive Knechtung der Pal&auml;stinenser.<\/p><p>Aber es erhebt sich hier eine ganz andere Frage: Wie kommt es, da&szlig; ein ignoranter Mensch sich bem&uuml;&szlig;igt f&uuml;hlt, sich zum &ouml;ffentlichen Sachwalter des Kampfes gegen &bdquo;Volksverhetzung&rdquo; aufzuschwingen. Welchen Begriff von Verhetzung hat er? Welches Volk wird da seiner Meinung nach verhetzt, wenn man feststellt, da&szlig; nicht nur Juden Opfer der Nazis waren? Die Antwort darauf sollte nicht auf der individuellen Ebene gegeben werden. Es handelt sich da um ein spezifisch deutsches gesellschaftliches Ph&auml;nomen. Es ist schon viel gesagt worden &uuml;ber die nach der NS-Zeit in Deutschland erfolgte Aufarbeitung der Vergangenheit. Ich bin noch heute der Meinung, da&szlig; in dieser Hinsicht in Deutschland Herausragendes geleistet worden ist. Gemessen daran, wie andere Nationen mit ihrer verbrecherischen Vergangenheit umgegangen sind, darf Deutschland in der Tat als vorbildlich gelten. Es war nicht von Anbeginn selbstverst&auml;ndlich, da&szlig; dem so sein werde: Eliten der NS-Zeit waren relativ glatt in das BRD-Establishment &uuml;bergegangen; die wirtschaftswunderselige deutsche Bev&ouml;lkerung wollte mit dem j&uuml;ngst Geschehenen nichts mehr zu tun haben, Verdr&auml;ngung war angesagt. Und Schlu&szlig;strich-Forderungen waren schon kurze Zeit nach den Wiedergutmachungsabkommen mit Israel zu h&ouml;ren (nicht nur im Stammtischgedr&ouml;hn). Als aber dann, in den 60er Jahren, nach und nach die Auseinandersetzung mit dem hitlerischen Verbrecherstaat begann, hat sie in der Erziehung, der Kultur, in den Medien und selbst in der Politik Beachtenswertes hervorgebracht.<\/p><p>Nun scheint aber in den letzten beiden Jahrzehnten eine zum Fetisch geronnene Verdinglichung des Aufkl&auml;rungsprozesses eingetreten zu sein. &bdquo;Antisemitismus&rdquo; scheint zur Matrix des deutschen Selbstverst&auml;ndnisses erhoben worden zu sein (jedenfalls unter denen, die sich mit ihm in welcher Funktion auch immer befassen). Daran ist nichts auszusetzen: Der Antisemitismus geh&ouml;rt bek&auml;mpft wie jede Form des Rassismus bzw. des gesellschaftlich wirksamen Vorurteils. Zu fragen gilt es aber, welchen Begriff man von Antisemitismus hat, und welchen Gebrauch man von ihm macht. In Deutschland leb(t)en seit 1945 nicht sehr viele Juden, entsprechend ist der offen artikulierte Antisemitismus in diesem Land eher randst&auml;ndig, zumal er auch legal verfolgt wird. Fr&uuml;h genug hat man sich um einen ad&auml;quaten Adressaten f&uuml;r &bdquo;j&uuml;dische Angelegenheiten&rdquo; auf internationaler Ebene bem&uuml;ht, und den fand man in Israel; so ist es gekommen, da&szlig; die Wiedergutmachungsabkommen mit dem jungen Staat Israel abgeschlossen wurden. Bereits f&uuml;r die alte BRD gerann Israel zum Synonym f&uuml;r Juden; und weil der Zionismus die Staatsideologie Israels darstellt, wurden alle drei Kategorien &ndash; Juden, Zionismus, Israel &ndash; zusammengeb&uuml;ndelt. Aber man wei&szlig; ja, da&szlig; das in jeder Hinsicht unzul&auml;nglich ist: Es gibt Juden, die keine Zionisten sind und auch keine sein wollen; es gibt Zionisten, die nicht in Israel leben und auch solche, die mit dem heutigen Israel nicht sehr viel im Sinn haben; und es gibt Israelis, die keine Juden sind, und israelische Juden, die mit dem religi&ouml;sen Judentum nichts zu schaffen haben wollen.<\/p><p>Und so verkam dieses Amalgam &ndash; Judentum-Zionismus-Israel &ndash; zur Ideologie, die von Israel selbst als Herrschaftsinstrument mi&szlig;braucht und von ignoranten Israelanh&auml;ngern als &bdquo;Argument&rdquo; gebraucht wird. Das Resultat war das ideologische Unget&uuml;m des sogenannten &bdquo;israelbezogenen Antisemitismus&rdquo;: Wer Israel kritisiere, sei definitionsgem&auml;&szlig; Antisemit. Nun hat sich Israel &uuml;ber Jahrzehnte als ein Staat erwiesen, der permanent Verbrechen gegen das Menschen- und V&ouml;lkerrecht begeht, und zwar ganz offiziell und ideologisch proklamiert &ndash; im Jahrzehnte w&auml;hrenden Okkupationsregime und in der strukturellen Knechtung der Pal&auml;stinenser. Das zum Apartheidstaat verkommene Israel <em>kann<\/em> nicht nur, sondern <em>mu&szlig;<\/em> kritisiert werden. Das hat Arn Strohmeyer begriffen und in seinem Buch getan. Das merke sich auch jener hurtige Anzeigenerstatter, der ihn deshalb der Volksverhetzung angeklagt hat. Wie viele andere fanatisierte Israel-Zionismus-Judentum-Anh&auml;nger hat auch er offenbar nicht begriffen, wer da gegen wen hetzt, und letztlich &ndash; worum es eigentlich historisch wie gegenwartspolitisch geht.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] 2021.Problem of Genocide: Permanent Security and the Language of Transgression. Cambridge Univ. Press. Herausgeber 2009. Empire, Colony, Genocide: Conquest, Occupation and Subaltern Resistance in World History. New York and Oxford: Berghahn Books, 2008\/paperback 2009. Herausgeber, zusammen mit Dan Stone. 2008. Colonization and Genocide. Routledge, London, sowie ebenfalls Herausgeber. 2020. Decolonization, Self-Determination and the Rise of Global Human Rights Politics. Cambridge University Press.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2023-07\/nahost-debatte-israel-muriel-asseburg\">zeit.de\/politik\/ausland\/2023-07\/nahost-debatte-israel-muriel-asseburg<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/israel-botschaft-asseburg-interview-tilo-jung-antisemitin-kritik-1.6035432\">sueddeutsche.de\/politik\/israel-botschaft-asseburg-interview-tilo-jung-antisemitin-kritik-1.6035432<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Deutschland, Israel und die deutsche Staatsraison: Denkverbot, Diskussionsverbot, Kritikverbot. <\/strong>Arn Strohmeyers Vortrag, pr&auml;zise seine Buchvorstellung, organisiert vom &bdquo;N&uuml;rnberger Evangelischen Forum f&uuml;r den Frieden&ldquo; &ndash; Arbeitskreis Pal&auml;stina, konnte trotz massiver Widerst&auml;nde aus verschiedenen Ecken mit der Diffamierung Strohmeyers als Antisemit gehalten werden (anders als z.B. der <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101003\">Vortrag von Jakob Reimann in Augsburg<\/a>, den die Veranstalter<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101426\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":101427,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[88,201,123],"tags":[3058,1289,1557,930,305,303,826,2176],"class_list":["post-101426","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antisemitismus","category-ideologiekritik","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-diffamierung","tag-holocaust","tag-israel","tag-justiz","tag-menschenrechte","tag-palaestina","tag-rassismus","tag-zuckermann-moshe"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Shutterstock_1754906384.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101426","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=101426"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101426\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101466,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101426\/revisions\/101466"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/101427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=101426"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=101426"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=101426"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}