{"id":101438,"date":"2023-07-21T16:30:30","date_gmt":"2023-07-21T14:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101438"},"modified":"2023-07-21T15:39:35","modified_gmt":"2023-07-21T13:39:35","slug":"leserbriefe-zu-neue-gaskraftwerke-kuenstlich-verteuerte-preise-eine-grundsaetzlichere-betrachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101438","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eNeue Gaskraftwerke, k\u00fcnstlich verteuerte Preise \u2013 eine grunds\u00e4tzlichere Betrachtung\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger untersucht <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101243\">in diesem Artikel<\/a> die Folgen der paradoxen Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums, zum einen Gasheizungen zu verbieten und gleichzeitig neue Gaskraftwerke zu bauen, um die Schwankungen bei der Energieversorgung durch regenerative Energiequellen wie Wind und Sonne auszugleichen. Der volkswirtschaftliche Schaden, den Habecks Ministerium mit dieser Energie- und Heizungswende ohne Augenma&szlig; verursachen wird, wird laut Jens Berger gigantisch sein. Vielen Dank f&uuml;r die zahlreichen Zuschriften, die <strong>Ala Goldbrunner<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>als Betreiber einer Sole\/Wasser-W&auml;rmepumpe seit 17 Jahren, sitze ich seit 1 Jahr genau in der von Ihnen beschriebenen Falle, die Betriebskosten der W&auml;rmepumpe liegen in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von 4.000 &euro; im Jahr. Grund ist die K&uuml;ndigung des traditionellen Versprechens seitens der Energieversorger, dass bei W&auml;rmepumpen mit separatem Z&auml;hler und t&auml;glichen Abschaltzeiten ein g&uuml;nstigerer Tarif als Haushaltsstrom angeboten wird. Der Bruch dieses Versprechens scheint aber sogar der aktuellen Regierung zu starker Z&uuml;ndstoff angesichts der anvisierten Umstellung auf W&auml;rmepumpen zu sein. Siehe Drucksache Deutscher Bundestag 20\/6873, Artikel 2 &sbquo;&Auml;nderung des Strompreisbremse-Gesetzes, Seite 15 unten, 16 oben: &ldquo;&hellip;dient eine Netzentnahmestelle ausschlie&szlig;lich dem Betrieb einer W&auml;rmepumpe&hellip;betr&auml;gt der Referenzpreis&hellip;.28 Cent pro kWh&hellip;&ldquo;.<\/p><p>Darauf ruht jetzt meine Hoffnung eher als auf einer Abschaffung der Merit-Order bei der Strompreisbildung.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Wolfgang Kr&auml;tsch<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger und NDS Team,<\/p><p>Das wichtigste wurde im Artikel noch vergessen:<\/p><p>50 neue Gaskraftwerke und wer bezahlt die? Ohne Zweifel kommen da Milliarden an Subventionsantr&auml;gen auf den Steuerzahler zu. Der damit 2 x zur Kasse gebeten wird: der teure Strom und die Subventionen darf er auch zahlen.<\/p><p>Eigentlich wird der Steuerzahler 3 x zur Kasse gebeten: Die Wirtschaft, die Industrie wird darauf bestehen, g&uuml;nstigen Strom zu bekommen.<\/p><p>Einen solchen Zustand dem eigenen Volk anzutun ist auch eine Art Urverbrechen.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<\/p><p>Patrick Janssens<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,&nbsp;<\/p><p>Ihrem Artikel ist nichts hinzuzuf&uuml;gen. Weg mit Merit-Order und es l&auml;uft. Wird aber nicht passieren, da verdienen zu viele (auch Solar- und Windanlagenbetreiber) mit. In diesem Sinne einzige Erg&auml;nzung: Sie schreiben &ldquo;Doch die Politik verfolgt andere Konzepte. Das ist unverst&auml;ndlich und dumm.&rdquo;&nbsp;<\/p><p>Das ist im Gegensatz total verst&auml;ndlich. Die Gr&uuml;nen sind die schlimmste Umverteilerpartei der BRD (von unten nach oben oder von arm nach reich). Es ist doch das Ziel der Gr&uuml;nen, die Armen &auml;rmer und die Reichen und M&auml;chtigen noch reicher und m&auml;chtiger zu machen!<\/p><p>Das zeigt doch wunderbar das Beispiel Uniper. Dieser Konzern war weder systemrelevant noch sonst was, musste aber mit Steuergeld statt dem Kapital der Aktienbesitzer gerettet werden. Wer hat da wohl am meisten profitiert? Letzte(?) Meldung dazu von der ARD: Aufstockung des Geldsegens von 2 auf 8 (!) Milliarden.<\/p><p>MfG<\/p><p>H. Dietrich&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>danke f&uuml;r Ihre interessante Recherche.<\/p><p>Ich hatte im Jahr 2021 aufgrund einer eigenen Berechnung (siehe Anhang) eine Anfrage an die Deutsche Umwelthilfe geschickt (hiermit weitergeleitet, siehe unten). Auf Basis der Daten des Bundesumweltamtes hatte ich einen erschreckend niedrigen Anteil von Windkraft und Photovoltaik am Gesamtenergieverbrauch (Strom, W&auml;rme, Verkehr) berechnet und habe gefragt, wie wir ohne weitere Gasimporte zurechtkommen sollen. Die Antwort fand ich erstaunlich optimistisch. Ich habe die angegebenen Quellen dann aber nicht &uuml;berpr&uuml;ft. Vielleicht ja f&uuml;r Sie interessant?<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Ralf B&ouml;hm<\/p><p>&ndash; &ndash; &ndash; <\/p><p><em>Anfrage an DHU<\/em><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihr Engagement f&uuml;r die Umwelt.<\/p><p>Zu Ihrer Kritik an Nordstream 2 habe ich aber mal eine Frage:<\/p><p>Mit welcher Energie wollen Sie den Ausfall des Erdgases kompensieren?<\/p><p>K&ouml;nnten Sie bitte auch einmal Ihre Berechnungen f&uuml;r die Energieversorgung in Deutschland ohne das russische Erdgas und ohne das amerikanische Fracking-Gas offen legen?<\/p><p>Im Anhang finden Sie eine Tabelle, woraus hervorgeht, welchen Energieverbrauch wir in Deutschland haben und wieviel davon durch erneuerbare Energien gedeckt wird.<\/p><p>Gerade einmal ca. 20 Prozent unseres Gesamtenergieverbrauchs werden zur Zeit durch erneuerbare Energien gedeckt.<\/p><p>Wie wollen Sie die L&uuml;cke von 80 Prozent kurzfristig abdecken?<\/p><p>Nach meiner Kenntnis, ist Erdgas eine sauberere Energie als Atomkraft oder Kohle.<\/p><p>Von mir aus sollten wir besser heute als morgen auf eine hundertprozentige erneuerbare Energieversorgung umsteigen.<\/p><p>Doch die Zahlen sprechen leider eine andere Sprache.<\/p><p>Wenn ich falsch liege, was sch&ouml;n w&auml;re, erkl&auml;ren Sie es mir bitte.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nRalf B&ouml;hm<\/p><p>&ndash; &ndash; &ndash;<\/p><p><em>Antwort von DHU<\/em><\/p><p>Sehr geehrter Herr B&ouml;hm,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihre Nachricht und die damit verbundene Anfrage.<\/p><p>Sie haben recht &ndash; der Anteil der erneuerbaren Energien ist momentan durch fatale Fehlpolitik im Grunde viel zu niedrig. Auch die Ausbauziele der Bundesregierung sind kritisch zu betrachten, u. a., weil der W&auml;rmesektor noch viel zu wenig im Fokus der Bem&uuml;hungen liegt.<\/p><p>Ihre Frage, wie man die L&uuml;cke von 80 % kurzfristig decken solle, stellt sich aus unserer Sicht so jedoch nicht. Das liegt daran, dass die derzeitige fossile Infrastruktur laut verschiedenen Studien mehr als ausreicht, um den derzeitigen als auch den zuk&uuml;nftigen fossilen Energiebedarf unter Einhaltung der Klimaschutzziele abzudecken. Diesbez&uuml;glich m&ouml;chte ich Sie gerne auf folgende Dokumente hinweisen:<\/p><ol>\n<li>Das Umweltbundesamt geht in einer Untersuchung gemeinsam mit Fraunhofer ISI davon aus, dass der Erdgasbedarf in Deutschland zur&uuml;ckgehen wird:\n<p><a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/1410\/publikationen\/2019-04-15_cc_12-2019_roadmap-gas_2.pdf\">umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/1410\/publikationen\/2019-04-15_cc_12-2019_roadmap-gas_2.pdf<\/a><\/p><\/li>\n<li>Das Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer Studie ebenfalls festgestellt, dass es keinen energiewirtschaftlichen Bedarf f&uuml;r neue fossile Infrastruktur gibt:\n<p><a href=\"https:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.593445.de\/18-27-1.pdf\">diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.593445.de\/18-27-1.pdf<\/a><\/p><\/li>\n<li>Auch das Institut Artelys hat verschiedene Szenarien f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Energiesicherheit in Europa erarbeitet und kommt zu dem Schluss, dass die bestehende Infrastruktur unter allen Szenarien vollkommen ausreichend ist: <a href=\"https:\/\/www.artelys.com\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Artelys-GasSecurityOfSupply-UpdatedAnalysis.pdf\">artelys.com\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Artelys-GasSecurityOfSupply-UpdatedAnalysis.pdf<\/a><\/li>\n<li>Die Scientists for Future haben im Januar ebenfalls eine Kurzstudie zu diesem Thema ver&ouml;ffentlicht: <a href=\"https:\/\/de.scientists4future.org\/erdgas-brueckentechnologie-oder-risiko-fuer-die-energiewende\/\">de.scientists4future.org\/erdgas-brueckentechnologie-oder-risiko-fuer-die-energiewende\/<\/a><\/li>\n<\/ol><p>Ausgehend von diesen Berechnungen sehen wir absolut keinen Bedarf an Projekte wie Nord Stream 2 und LNG-Terminals &ndash; ganz im Gegenteil. Diese w&uuml;rden unsere Abh&auml;ngigkeit weiter zementieren und einen weiteren, ausschweifenden Gebrauch des fossilen Energietr&auml;gers legitimieren, denn die Infrastruktur rentiert sich erst nach jahrzehntelanger Laufzeit.<\/p><p>Entsprechend setzen wir uns nicht nur f&uuml;r die Verhinderung neuer fossiler Projekte, sondern auch f&uuml;r den schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien und die Senkung des Energiebedarfs ein. Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer Website unter <a href=\"http:\/\/www.duh.de\/\">duh.de<\/a>.<\/p><p>Ich hoffe, ich konnte Ihnen unsere Position etwas n&auml;her bringen. Bleiben Sie gesund!<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<br>\nGabi R&uuml;ger | Projektmanagerin Energie und Klimaschutz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>mal wieder 1000 Dank f&uuml;r den obigen kenntnis- und faktenreichen Artikel, den ich mir ein 2. Mal durchlese.<\/p><p>Eine Frage bleibt: haben Sie eine Idee, warum das Merit-Order-Prinzip nicht aufgehoben wird, werden soll?<\/p><p>Ist es nur politische Dummheit oder massive Interessen?<\/p><p>Weiterhin solche Artikel w&uuml;nscht<\/p><p>Anne Rennemeier<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>danke f&uuml;r diesen Artikel!<\/p><p>Am einfachsten w&auml;r es nat&uuml;rlich die v&ouml;lkerrechtswidrigen Sanktionen gegen Russland aufzuheben und wieder Erdgas von dort zu importieren. Mit den Vasallen aus dem BRD-Regime aber nicht zu machen.<\/p><p>Die Merit-Order-Preisfindung m&uuml;&szlig;te also weg, f&uuml;r jede Kraftwerksart einen Preis festlegen vermutlich ideal.<\/p><p>Auch bei viel &Ouml;kostromerzeugung waren Gaskraftwerke in Betrieb, wohl wegen der KWK-Gaskraftwerke die in Fernw&auml;rmenetzen gebraucht werden. Das k&ouml;nnte man reduzieren indem PtH genutzt wird, jedes Fernw&auml;rmenetz m&uuml;&szlig;te also Widerstandsheizungen installieren um g&uuml;nstigen Strom bei viel PV+Windstrom zu nutzen und Erdgas nicht zu nutzen.<\/p><p>Allerdings: Stand heute gehen nur 10-15% des Erdgasverbrauchs der BRD in die Stromerzeugung. Das meiste ist f&uuml;r Heizung und Prozessw&auml;rme, die chemische Industrie n&ouml;tig.<\/p><p>Die installierte Leistung der Kraftwerke findet man hier:<\/p><p><a href=\"https:\/\/energy-charts.info\/charts\/installed_power\/chart.htm?l=de&amp;c=DE&amp;chartColumnSorting=default\">energy-charts.info\/charts\/installed_power\/chart.htm?l=de&amp;c=DE&amp;chartColumnSorting=default<\/a><\/p><p>7 GW gibts bei Biomasse u. Wasserkraft immer<\/p><p>19 GW Braunkohle<\/p><p>19 GW Steinkohle<\/p><p>5 GW Mineral&ouml;l<\/p><p>34 GW Erdgas<\/p><p>Zusammen also ca. 84 GW gesicherte Leistung sofern alle einsatzbereit sind.<\/p><p>Bei Niedrigwasser weniger wg der Gro&szlig;kraftwerke die K&uuml;hlung brauchen. Gaskraftwerke sind im Sinne der Versorgungssicherheit am sichersten weil klein und dezentral aufstellbar. Dazu in der Anschaffung g&uuml;nstig.<\/p><p>Trotz mehr Gaskraftwerken kann der Verbrauch dennoch sinken wenn die Einsatzzeiten reduziert werden. Das gilt auch im Heizungsbereich durch den Ersatz von Gasheizungen durch WP u. Pelletheizungen. In Passivh&auml;usern gen&uuml;gt auch eine billige Strom-Widerstandsheizung.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>J.Tiede<\/p><p><em>Folgemail:<\/em><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>da sind Sie etwas &uuml;bers Ziel hinausgeschossen.<\/p><p>Der Gro&szlig;handelspreis betr&auml;gt aktuell eher um 2,5 ct\/kwh Erdgas. Bei einem Wirkungsgrad von 50% also 5 ct\/kwh plus anderer Betriebskosten\/Abschreibung des Gaskraftwerks.<\/p><p>Leider sieht man den wertm&auml;&szlig;igen Saldo bisher nur bis April, aber von Verlusten beim Export\/Import kann insgesamt nicht die Rede sein. Strom wurde auch nicht verscherbelt. Die Konzerne machen offensichtlich schon ihre Profite und Stromdurchleitungsgeb&uuml;hren m&uuml;ssen sie wohl auch nicht zahlen &ndash; ganz im Gegensatz zu Haushalten.<\/p><p><a href=\"https:\/\/energy-charts.info\/charts\/power_trading\/chart.htm?l=de&amp;c=DE&amp;chartColumnSorting=default&amp;dataBase=trade_sum_euro&amp;legendItems=111&amp;partsum=1\">energy-charts.info\/charts\/power_trading\/chart.htm?l=de&amp;c=DE&amp;chartColumnSorting=default&amp;dataBase=trade_sum_euro&amp;legendItems=111&amp;partsum=1<\/a><\/p><p>Ein mehr an Gaskraftwerken mu&szlig; nicht hei&szlig;en da&szlig; auch mehr Erdgas f&uuml;r die Stromerzeugung verbraucht wird. Aktuell haben wir ca 59% &Ouml;kostromanteil an der Nettostromerzeugung seit 1.1.23 bis heute. Dieser Anteil wird sich k&uuml;nftig weiter erh&ouml;hen. Auktionen werden derzeit mit ca 7 ct\/kwh abgeschlossen. Es waren auch schon mal nur gut 3ct\/kwh als der Zubau nicht so dringend war.<\/p><p>Klar ist nat&uuml;rlich, da&szlig; die Preisfindung nach dem merit order Prinzip f&uuml;r Gaskraftwerke weg mu&szlig;. Idealerweise auch f&uuml;r den Rest, aber wer f&uuml;r den Kapitalismus ist will es sicher nicht anders.<\/p><p>Klar mu&szlig; aber auch sein da&szlig; Gas-KWK unbedingt auch &uuml;ber PtH, also Widerstandsheizungen, verf&uuml;gen sollten. Dann k&ouml;nnen diese bei g&uuml;nstigem Strompreis die W&auml;rmeerzeugung mit Gas abstellen und ihre Tauchsieder einschalten.<\/p><p>Au&szlig;erdem hoffe ich weiter auf Stromerzeugung mittels ZPE. Leonardo wird im Oktober eine Demo in Italien mit einem Elektroauto &uuml;ber 12 Stunden durchf&uuml;hren. Es soll mit voller Batterie starten und nach 12 Stunden Fahrt auch mit voller Batterie ankommen.<\/p><p><a href=\"https:\/\/ecatthenewfire.com\/885-2\/\">ecatthenewfire.com\/885-2\/<\/a><\/p><p>Vielleicht k&ouml;nnen Sie auch eine Einladung ergattern. Eine Begrenzung der Anzahl von Journalisten und Unternehmensrepresentanten gibts noch nicht.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>J.Tiede<\/p><p><em>Antwort Jens Berger:<\/em><\/p><p><em>Lieber Herr Tiede,<\/em><\/p><p><em>die aktuellen Gaspreise auf dem Spot- und dem Terminmarkt sind hier abrufbar: <a href=\"https:\/\/www.eex.com\/en\/market-data\/natural-gas\">eex.com\/en\/market-data\/natural-gas<\/a><\/em><\/p><p><em>Dass diese Preise nicht den real bezahlten Preisen entsprechen, versteht sich von selbst. Wie viel Gas z.B. schon weit vorher und zu welchem Preis &uuml;ber Termingesch&auml;fte eingekauft wurde, ist unbekannt (zumindest mir). Unbekannt ist auch, zu welchen Preisen die gr&ouml;&szlig;eren Mengen Pipelinegas aus der Nordsee auf den Markt kommen. Das macht eine exakte Berechnung ja auch so schwer. Nichtsdestotrotz sind die Berechnungen realit&auml;tsnah, da sie sich ja vor allem auf die Berechnungen der Forschungsstelle f&uuml;r Energiewirtschaft beziehen, die sich wiederum auf Daten der Leipziger Stromb&ouml;rse und die realen Stromeinspeisungen in der Vergangenheit bezieht. Dies f&uuml;r die Zukunft zu sch&auml;tzen, kann nat&uuml;rlich nur eine grobe &Uuml;berschlagrechnung sein. Aber das schreibe ich im Artikel ja auch mehrfach. Es geht mir eher darum, eine ungef&auml;hre Hausnummer aufzuzeigen.<\/em><\/p><p><em>Zu den Import- und Exportpreisen. Ich habe daf&uuml;r einfach mal die Import- und Exportdaten von Energy Charts mit den Spottpreisen der Leipziger Stromb&ouml;rse abgeglichen. Und die waren in der letzten Woche in den Mittagsstunden extrem niedrig und nachts deutlich h&ouml;her. In der Tat gab es an einigen Tagen mittags sogar negative Preise. Darauf bin ich im Artikel noch nicht einmal eingegangen. Die Daten, auf die sie verlinken, beziehen sich auf die Monate Januar bis April, in denen es tags&uuml;ber keinen derartigen &Uuml;berschuss gab. Sinn und Zweck meiner Zahlen ist es ja, darauf hinzuweisen, welchen Einfluss die Kapazit&auml;tsschwankungen der Regenerativen auf den Preis haben. Das l&auml;sst sich m.E. f&uuml;r den Zeitraum der letzten Wochen recht gut darstellen, da hier ja idT einmal die Regenerativen derart dominant waren, wie sie es k&uuml;nftig stetig sein sollen.<\/em><\/p><p><em>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/em><br>\n<em>Jens Berger<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Das ist kaum noch zu glauben. Es scheint, dass die Energiekonzerne jetzt ohne jegliche <\/p><p>politische Kontrolle freie Hand haben. Das wird die gr&ouml;&szlig;te Kapitaleinsammlung aller Zeiten. Von langer Hand vorbereitet und jetzt Ziel erreicht! Danke USA, ich wu&szlig;te, dass ihr schon immer meine Freunde und Besch&uuml;tzer wart. <\/p><p>Danke Jens f&uuml;r diesen entg&uuml;ltigen Augen&ouml;ffner!<\/p><p>Mit bestem Gru&szlig; <\/p><p>Norbert Arbeiter <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Herr Berger,<\/p><p>mit gro&szlig;em Gewinn f&uuml;r mein besseres Verstehen lese ich Ihre Beitr&auml;ge, so<\/p><p>auch diesen. Vielen Dank f&uuml;r Ihre Ausf&uuml;hrungen.<\/p><p>Es bleibt die Frage nach den verborgenen Motiven und der &ldquo;hidden<\/p><p>agenda&rdquo;, die die ma&szlig;geblichen Kreise an dem Merit-Order festhalten lassen, der derma&szlig;en destruktive , ja katastrophale Auswirkungen hat.<\/p><p>Pribary and corruption? Verstrickungen in das Gesch&auml;ftsmodell?<\/p><p>Sogenannte Sachzw&auml;nge (welche w&auml;ren diese?)<\/p><p>Wer profitiert? Und was ist der Profit?<\/p><p>Welche Gruppierungen und Wirtschaftszweige sind wie verstrickt?<\/p><p>Und wie genau profitieren auch die ma&szlig;geblichen Kreise?<\/p><p>Falls sich diese Fragen nicht einer Recherchierbarkeit grunds&auml;tzlich entziehen w&auml;re dies ein total wertvoller Beitrag zur Aufkl&auml;rung deutscher Verh&auml;ltnisse.<\/p><p>Mit gro&szlig;em Dank f&uuml;r Ihre Arbeit gr&uuml;&szlig;t Sie<\/p><p>Rosemarie Kirschmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p><p>es ist schon schlimm genug, dass unsere Politiker &bdquo;Merit-Order&rdquo; (vermeintlich?) nicht verstehen. Bitte verfallen Sie nicht auch weiterhin einer sinnlosen populistischen Interpretation. Merit-Order als Auktionsmechanismus liefert (bei rationalen Akteuren) das gleiche Ergebnis wie eine &ldquo;freie&rdquo; Auktion.<\/p><p>Solange die Kunden nicht weniger Strom abnehmen (z.B. weil er zu teuer ist, aber auch aus beliebigen anderen Gr&uuml;nden), sehen die Anbieter, was der teuerste Strom ist, der noch gekauft wird und erh&ouml;hen dann ihre Preise genau bis zu diesem Punkt. Sie geben sich nicht mit 5% Gewinn zufrieden, wenn sie 10% haben k&ouml;nnen. D.h. wenn man eine freie Auktion macht, nachdem klar ist, dass auch ein Gaskraftwerk noch verkaufen kann, werden alle eigentlich billigeren auch den Preis dieses Werks (ggf. minus das ber&uuml;hmte mathematische epsilon&gt;0) verlangen.<\/p><p>Das gleiche passiert (eingeschr&auml;nkt auf ein Objekt, einen H&auml;ndler und einen Kunden, der kauft) bei der second-price Auktion auf Ebay. Man zahlt den Preis, den der zweith&ouml;chst Bietende geboten hat. Auch das ist bei rational handelnden Akteuren (die auf Ebay seltener sind, die Leute bieten sinnlos um die Wette) im Ergebnis identisch mit dem Ergebnis einer freien Auktion: Man bietet sich centweise hoch und bezahlt den Preis des 2. Bieters + 1Cent. <\/p><p>Solche Auktionsmechanismen nennt man &ldquo;truthfull&rdquo;, weil die Akteure motiviert werden, ehrlich direkt in der ersten Runde ihr tats&auml;chliches Minimal- \/Maximalgebot anzugeben. <\/p><p>Wenn die Kunden den &ldquo;teuren&rdquo; Strom konsequent boykottieren w&uuml;rden, w&uuml;rde dies die abgenommene Strommenge so lange sinken lassen, bis die &ldquo;teuren&rdquo; Kraftwerke aus dem Merit-Order Fenster fallen. Dann sinkt der Preis automatisch. <\/p><p>In diesem Sinne ist die &ldquo;Jagd auf Merit-Order&ldquo; ein reines Ablenkungsman&ouml;ver. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nDr. Martin L&ouml;hnertz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>Ihre Analyse zu den preislichen Auswirkungen erscheint mir sehr fundiert. Eine Katastrophe, die auf uns zurollt.<\/p><p>Gleichwohl gestatten Sie mir bitte einige kritische Anmerkungen.<\/p><p>Ihre Pr&auml;misse, <em>&bdquo;Die Stromerzeugung aus Sonnenenergie und Wind ist preiswert und klimafreundlich.&ldquo;<\/em> teile ich &uuml;berhaupt nicht, weil die Aussage in dieser Pauschalit&auml;t als widerlegt angesehen werden kann.<\/p><p>WKA werden nur errichtet, weil ihr Betrieb &uuml;ber die Merit-Order-Regelung und die garantierten Einspeiseverg&uuml;tungen und die damit verbundenen viel zu hohen Verg&uuml;tungen f&uuml;r die Stromproduktion massiv subventioniert wird. Immer dann, wenn die H&ouml;he der Subventionierung der Verg&uuml;tungen infrage stand, brachen die Zahlen der errichteten Anlagen ein oder wurden sogar Anlagen stillgelegt. Ich stelle die These auf, da&szlig; unter marktwirtschaftlichen Bedingungen WKA ein Nischenprodukt w&auml;ren. Sie sind eben nicht preiswert. Und Sie m&uuml;ssen in die Preisbildung auch einbeziehen, da&szlig; eine Stromwirtschaft nicht nur bei Sonnenlicht bzw. Wind verl&auml;&szlig;lich Strom liefern mu&szlig;, sondern auch nachts und bei Windstille. Wenn man die Kosten f&uuml;r die erforderlichen Reservekraftwerke in die Rechnung einbezieht, f&uuml;r die m.E. die Betreiber von WKA und Solarparks ganz alleine aufkommen m&uuml;&szlig;ten, ist das Projekt Energiewende insolvent.<\/p><p>Ich hinterfrage auch Ihre implizite These, es komme auf eine &bdquo;Klimafreundlichkeit&ldquo; an. Ich bestreite einen von Menschen beeinflussbaren &bdquo;Klimawandel&ldquo;, aber darauf kommt es mir hier gar nicht an. Sie sollten auch den Aspekt der Umweltfreundlichkeit sehen. Sowohl WKA als auch gro&szlig;e Solarfarmen haben nachgewiesenerma&szlig;en ganz erhebliche Auswirkungen auf die lokale und regionale Natur und auf klimatische Prozesse auf der Mikroebene. Menschen werden durch Infraschall gesch&auml;digt, V&ouml;gel geschreddert, und es kommt tats&auml;chlich durch das &bdquo;Abernten&ldquo; von Wind zu lokalen Auswirkungen auf das Wetter, insb. zu Trockenheit, die mit einem Vertrocknen von B&ouml;den einhergeht.Das sind ganz konkrete, schon heute ersichtliche Sch&auml;den, die das Projekt &ldquo;Energiewende&rdquo; &ndash; was f&uuml;r ein d&auml;mliches Wort! &ndash; mit sich bringt.<\/p><p>Schlie&szlig;lich ist Ihre Pr&auml;misse abzulehnen, die &bdquo;ganze Energie- und Heizungswende&ldquo; sei umzusetzbar zu gestalten. Abgesehen davon, da&szlig; wir sie mangels &bdquo;Klimawandel&ldquo; nicht brauchen, kann sie ja schon deshalb nicht &ndash; zu tragbaren Kosten &ndash; funktionieren, weil sich Betreiber von WKA und Solaranlagen zur&uuml;ckziehen w&uuml;rden, wenn mit Aufgabe der Merit-Order-Regelung ein erheblicher Teil der gigantischen Subventionierung wegfiele.<\/p><p>Und wenn Sie abschlie&szlig;end schreiben, die Politik sei unverst&auml;ndlich und dumm, dann kann ich nur sagen, da&szlig; Sie das angesichts der Intensit&auml;t Ihrer journalistischen Arbeit mittlerweile besser wissen m&uuml;&szlig;ten. Die Politik ergibt perfekt Sinn und ist &uuml;berhaupt nicht dumm, wenn das Ziel eine Deindustrialisierung Deutschlands und eine Umverteilung seiner Wohklstands Richtung USA und China ist. Und meines Erachtens geht es bei alledem genau darum und nur darum.<\/p><p>Danke f&uuml;r Ihre unerm&uuml;dliche, &uuml;beraus wertvolle Arbeit!<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en!<br>\nHerr Nolzen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>also erst schafft man die privaten Gasheizungen ab. Dann baut man neue Gaskraftwerke und macht aus Gas Strom, um damit W&auml;rmepumpen betreiben. Ganz clever! Und wer soll eigentlich die ganzen Gaskraftwerke bauen? Nat&uuml;rlich sollen die auch wasserstofff&auml;hig sein. Zur Herstellung von (gr&uuml;nem) Wasserstoff braucht man allerdings (gr&uuml;nen) Strom &ndash; und nicht zu knapp. Und reichlich Wasser &ndash; da d&uuml;rfte der Grundwasserspiegel m&auml;chtig in die Knie gehen. Ist das Bestkanzler Olafs Wirtschaftswunder? Bleibt wohl nur noch auswandern. Aber wohin?<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>Michael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>danke f&uuml;r den interessanten und sehr gut zusammenfassenden Artikel.<\/p><p>Ich m&ouml;chte anl&auml;sslich der angebrachten grunds&auml;tzlichen Betrachtungsweise an die letzten beiden S&auml;tze ankn&uuml;pfen, in denen Sie sagen: &bdquo;Doch die Politik verfolgt andere Konzepte. Das ist unverst&auml;ndlich und dumm.&ldquo; Das bezieht sich nicht nur auf das Marktdesign des Energiemarktes. Es zieht sich durch die gesamte Energiewirtschaft wie ein roter Faden.<\/p><p>Die Energieversorgung (zumal diejenige eines Industrielandes) ist ein Gesamtsystem, dass nur dann funktionieren kann, wenn sie auch als Gesamtsystem verstanden und betrieben wird. Seit der Liberalisierung des Strommarktes Mitte der neunziger Jahre, in der die Welt der Physik von der kaufm&auml;nnischen Abwicklung des Stromhandels getrennt wurde, erleben wird aber mit zunehmender Tendenz, dass einzelne Glieder des Gesamtsystems aus ideologischen Motiven besonders gef&ouml;rdert, w&auml;hrend andere unverzichtbare Teile des Systems geradezu verfemt werden. Insbesondere die Gr&uuml;ne Welt der Energiewirtschaft ist dominiert von der Perspektive des edlen Betreibers von Windparks und Photovoltaikanlagen (unter denen zahlreiche Pioniere der Energieerzeugung ebenso zu finden sind, wie die handels&uuml;blichen kapitalistischen Profitmaximierer) und dem Leitbild des umwelt- und preisbewussten, m&uuml;ndigen, aufgekl&auml;rten und technologieaffinen Endverbrauchers, der aufgrund seines bestens ged&auml;mmten neuen Hauses mit PV-Anlage, W&auml;rmepumpe, E-Mobilit&auml;t und vollintegrierter Ger&auml;teautomatisierung immer auf der H&ouml;he der Zeit agiert. Dabei h&auml;ngt die Prosperit&auml;t der Stromnutzer und damit auch dieser Rollen\/Leitbilder entscheidend davon ab, dass die zugrundeliegende Infrastruktur des Stromnetzes in der Lage ist, diese Aufgaben mit dem gew&uuml;nschten Ma&szlig; an Versorgungssicherheit und zu vertretbaren Preisen abzubilden.<\/p><p>Eines der neueren und weitgehend unbekannten energiewirtschaftlichen Konzepte ist die Ver&ouml;ffentlichungspflicht f&uuml;r die Netzausbaupl&auml;ne der Stromnetzbetreiber, welche aus dem Ministerium Habeck (Gr&uuml;ne) &uuml;ber die Bundesnetzagentur mit ihrem Pr&auml;sidenten M&uuml;ller (Gr&uuml;ne) unter weitgehender Zustimmung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft unter F&uuml;hrung seiner Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrerin Andreae (ehemalige Gr&uuml;ne BT-Abgeordnete) &uuml;ber die Energiewirtschaft ausgegossen wird. Den groben rechtlichen Rahmen geben &sect; 14 d und &sect; 14 e des Energiewirtschaftsgesetzes vor. Die Musik steht aber nicht im Gesetz, sie kommt wie gesagt administrativ daher als Vorgabe der Regulierungsbeh&ouml;rde ohne wirkliches demokratisches Mandat.<\/p><p>Ziel des Vorhabens ist, die Stromnetzbetreiber Deutschlands zur Ver&ouml;ffentlichung ihrer Netzausbaupl&auml;ne zu verpflichten. Diese werden bundesweit in sechs Regionalszenarien zusammengefasst bzw. &uuml;ber diese gesteuert. N&auml;heres dazu kann auf der Website <a href=\"https:\/\/vnbdigital.de\/\">VNBdigital<\/a> nachgelesen werden. Ver&ouml;ffentlicht ein Netzbetreiber auf VNBdigital seine Ausbaupl&auml;ne, geht er faktisch eine Verpflichtung ein, diesen Ausbau auch durchzuf&uuml;hren, weil sich k&uuml;nftig z.B. ein bauwilliger Betreiber eines Windparks auf eine angek&uuml;ndigte Netzverst&auml;rkung verlassen k&ouml;nnen muss, wenn er in einen Windpark investiert.<\/p><p>Gegen dieses Vorhaben w&auml;re soweit wenig einzuwenden. Stromnetze und ihr k&uuml;nftiger weiterer Ausbau und ihre Ert&uuml;chtigung f&uuml;r die steigenden Anforderungen verursachen hohe Kosten, welche am Ende die Energieverbraucher &uuml;ber die Netznutzungsentgelte bezahlen m&uuml;ssen, die Teil des Strompreises sind. Jeder Netzausbau oder -aufbau erfordert eine teure Tiefbauma&szlig;nahme, die Verlegung eines teuren Kabels und dann in der Folge eine Dauerhafte &Uuml;berwachung und Instandhaltung. Von daher handelt ein Stromnetzbetreiber zur Schonung der volkswirtschaftlichen Kostenbelastung f&uuml;r die Versorgung mit Strom &uuml;blicherweise unter der Devise: So viel wie n&ouml;tig, so wenig wie m&ouml;glich.<\/p><p>Das Vorhaben bezweckt, die Engp&auml;sse im Stromnetz zu beseitigen, die dem gew&uuml;nschten schnellen Ausbau von mehr Photovoltaik, Windenergie, Elektromobilit&auml;t und W&auml;rmepumpen vielerorts im Wege stehen. Letztlich dient der der Erreichung der ambitionierten Klimaziele der Regierung. Windparks stehen dabei oft im lastschwachen l&auml;ndlichen Raum, wo auch das Stromnetz einer hohen Belastung durch zunehmend leistungsf&auml;hige Windr&auml;der nicht immer gewachsen ist. PV-Anlagen, W&auml;rmepumpen und E-Ladestationen werden &uuml;blicherweise am Niederspannungsnetze angeschlossen, die f&uuml;r diese zus&auml;tzlichen Lasten noch nicht ausgelegt sind.<\/p><p>Zur Bew&auml;ltigung dieser Herausforderungen gibt es grunds&auml;tzlich unterschiedliche Herangehensweisen:<\/p><ol type=\"a\">\n<li>Austausch alter und zu schwacher Infrastruktur durch neuere, leistungsf&auml;hige Infrastruktur bzw. deren additiver Zubau. Bedeutet Tiefbau, neue Kabel und sehr hohe Kosten. Insbesondere wenn man bedenkt, dass wom&ouml;glich sehr viele neue PV-Anlagen, W&auml;rmepumpen und E-Lades&auml;ulen realisiert werden sollen.<\/li>\n<li>Digitalisierung und Monitoring des Netzes zur Identifikation von Engp&auml;ssen und kritischen Lastspitzen kombiniert mit entsprechenden steuernden und (ab)regelnden Eingriffen durch den Netzbetreiber. Damit werden Lastspitzen gegl&auml;ttet und die Bedienung der hohen Anforderungen ist damit auch ohne teuren Netzausbau m&ouml;glich. Dies bedeutet aber, dass der Netzbetreiber in kritischen Situation festlegt, welche PV-Anlage vom Netz gehen und welche E-Ladestation f&uuml;r E-Autos pausieren muss bzw. in welchem Speicher wie lange &uuml;bersch&uuml;ssige Lasten zwischengespeichert werden.<\/li>\n<\/ol><p>Beide Herangehensweisen haben ihre Vorz&uuml;ge und Nachteile, beide haben eine Berechtigung. Die volkswirtschaftlich besten Ergebnisse k&ouml;nnen erwartet werden, wenn sich die Herangehensweisen erg&auml;nzen und z.B. die teuersten Ausbauma&szlig;nahmen unterbleiben k&ouml;nnen, wenn die &bdquo;Verluste&ldquo; durch Steuerung und Abregelung sich in Grenzen halten.<\/p><p>&Uuml;ber das Vorhaben der Planungskoordination wird aber die Devise an die Stromnetzbetreiber ausgegeben, dass einem regelnden Eingriff nach Konzept b. in der Regel ein Netzausbau nach a. folgen muss, um den Netzengpass zu beseitigen und den Betrieb der PV-Anlagen, Lades&auml;ulen etc. ohne k&uuml;nftige Steuerung und Abregelung zu erm&ouml;glichen. Diese Vorgabe hat es in sich. Damit wird der Einsatz von Intelligenz im Netz (Konzept b.) erst aufgebaut, nur um dann umgehend zur&uuml;ckgedr&auml;ngt zu werden zugunsten eines maximalen Netzausbaus. In der Welt der Energiewirtschaft nennt sich diese Art von Extremismus die &bdquo;Kupferplatte Deutschland&ldquo;, sprich einem extrem teuren und ressourcenschweren Stromnetz, welches stets f&uuml;r die maximale zeitgleiche Belastung ausgelegt ist. Letzteres bedeutet auch die maximale Kostenbelastung f&uuml;r den Strompreis und ist so ziemlich das Gegenteil von Effizienz.<\/p><p>Die Alternative w&auml;re wie gesagt, auf einen Mix zwischen Netzausbau und regelnder Steuerung zu setzen, um die Potenziale effizient zu nutzen, aber gleichzeitig die volkswirtschaftlichen Kosten im Zaum zu halten. Das scheint von den o.g. Institutionen unter F&uuml;hrung des Gr&uuml;nen Spitzenpersonals aber nicht gewollt zu sein. Wir steuern auf die Kupferplatte zu.<\/p><p>Jetzt beginnt die Misere aber erst.<\/p><p>Ein unausgesprochenes, aber klar zutage tretendes Ziel dieser Ma&szlig;nahme ist, eine m&ouml;glichst leistungsf&auml;hige und vom regelnden Eingriff des Netzbetreibers m&ouml;glichst unabh&auml;ngige Infrastruktur f&uuml;r den Energiemarkt der Zukunft herzustellen. Dieser Energiemarkt soll sich nicht mehr alleine um die zuverl&auml;ssige Versorgung mit Elektrizit&auml;t drehen, sondern er bildet auch Flexibilit&auml;ten im Preis ab. Beispiele:<\/p><p>Sie kaufen den Strom, wenn zu viel davon im Netz ist? Sie bekommen ihn zum g&uuml;nstigen Preis, ggfs. bekommen sie sogar noch Geld daf&uuml;r erstattet.<\/p><p>Sie stellen ihren Strom- oder W&auml;rmespeicher zur Verf&uuml;gung zur Pufferung des &Uuml;berangebots an Strom in der Mittagszeit? Daf&uuml;r werden Sie gut bezahlt.<\/p><p>Sie erlauben die Steuerung des Ladeverhaltens ihres E-Autos entlang des Strompreises? Sie verdienen damit wom&ouml;glich Geld.<\/p><p>Alle diese Ideen &uuml;ber smarte Technologien und dem k&uuml;nftigen &bdquo;Flexibilit&auml;tsmarkt&ldquo; sollen im Wesentlichen &uuml;ber Preismechanismen beim Stromhandel gesteuert werden. Sprich: Der in diesem Konzept vorgesehene ideale Stromkunde handelt rational auf Grundlage der entsprechenden preislichen Anreize und auf Basis einer komplexen Infrastruktur, sowohl im Energiesystem als auch bei sich zuhause. Tut er das nicht, zahlt er viel mehr als n&ouml;tig.<\/p><p>Nun wird es etwas kompliziert. Aufgrund des Unbundlings sind in den neunziger Jahren das Stromnetz einerseits und die Stromversorgung (Erzeugung und Handel) andererseits strikt getrennt. Die o.g. politischen Institutionen unter F&uuml;hrung Gr&uuml;nen Spitzenpersonals setzen in ihren Planungen im Wesentlichen darauf, dass Stromh&auml;ndler und andere Akteure auf Seiten der Versorgung durch das wundersame Wirken des Marktes &uuml;ber Angebot, Nachfrage und Preisbildung am Ende stets zu rationalen, effizienten und wirtschaftlichen Ergebnissen im Gesamtsystem der Energieversorgung kommen. Dass der Netzbetreiber selbst regelnd eingreift und kritische Zust&auml;nde im Netz durch vorsorgliches Steuern zu vermeiden, ist eher nicht erw&uuml;nscht.<\/p><p>Die Eingriffsbefugnisse des Netzbetreibers sollen auf die &auml;u&szlig;ersten Notf&auml;lle beschr&auml;nkt bleiben (im Wesentlichen die Vermeidung von Stromausf&auml;llen und Blackouts). Den Rest regelt der Markt. Dem Stromnetzbetreiber ist es zus&auml;tzlich untersagt, eigene Stromspeicher zur Gl&auml;ttung der eigenen Engp&auml;sse zu betreiben. Sein regelnder Eingriff wird verfemt, weil er nur als Begrenzung der m&ouml;glichen regenerativen Stromerzeugung und nicht als effizienzsteigernde Ma&szlig;nahme begriffen wird. Der teure Netzausbau wird zur Standardantwort, die uns zudem maximal mit unserer eigenen Ressourcenabh&auml;ngigkeit konfrontiert, schlie&szlig;lich werden im Wesentlichen Kupfer- und Aluminiumkabel vergraben.<\/p><p>Die Annahme, dass die wundersame Hand des Marktes stets &uuml;ber die richtigen preislichen Anreize zum gew&uuml;nschten Verhalten des Stromkunden und damit zu den vern&uuml;nftigsten und volkswirtschaftlich effizientesten Entscheidungen kommt, halte ich f&uuml;r verwegen. Finanzielle Anreize von Stromh&auml;ndlern funktionieren nicht nach derselben Logik wie &Uuml;berlastungsszenarien eines Netzbetreibers. Auf der einen Seite stehen kommerzielle Interessen im Vordergrund, auf der anderen Seite Ziele wie Versorgungssicherheit, Stabilit&auml;t, Zuverl&auml;ssigkeit und wirtschaftliche Betriebsf&uuml;hrung. Dass diese grundlegend unterschiedlichen Paradigmen auf wundersame Weise in einem komplexen Gesamtsystem in Einklang gebracht werden k&ouml;nnen alleine durch die richtigen Preissignale und am Ende durch die Entscheidung des Endkunden, ist m.E. reines Wunschdenken.<\/p><p>Gelingt dies aber nicht, wird es entweder sehr teuer f&uuml;r alle oder der Strom f&auml;llt aus, mal k&uuml;rzer oder auch mal f&uuml;r l&auml;ngere Zeit. Wahrscheinlich aber beides zusammen.<\/p><p>Kurzum: Hier wird auf Grundlage des teuersten Infrastrukturszenarios (Kupferplatte Deutschland) auch noch ein untaugliches Steuerungsmodell implementiert, mit den Risiken:<\/p><ul>\n<li>Extrem teurer Pfad (maximaler Netzausbau bei maximaler Digitalisierung des Stromnetzes)<\/li>\n<li>Extrem unsicherer Pfad<\/li>\n<li>Zeitlich extrem anspruchsvoller Pfad aufgrund begrenzter Planungs- und Tiefbaukapazit&auml;ten, was nicht zu den ambitionierten Ausbauzielen passt<\/li>\n<li>Nicht der Versorgungssicherheit dienende Steuerungsphilosophie<\/li>\n<li>Am Ende eine Maximierung der ohnehin schon hohen Strompreise in Deutschland ohne erkennbaren Mehrwert<\/li>\n<li>Aufteilung in hochtechnologisierte und preisaffine Kunden einerseits und bequeme oder &uuml;berforderte Restkunden mit extrem hohen Preisen andererseits.<\/li>\n<\/ul><p>Dass damit soziale Grenzen vertieft werden, muss nicht extra erw&auml;hnt werden.<\/p><p>Und das alles aufgrund des naiven Glaubens:<\/p><ul>\n<li>Jede potenziell m&ouml;gliche PV-Anlage, E-Lades&auml;ule, W&auml;rmepumpe und Windpark muss errichtet werden und muss jederzeit alle produzierten Kilowattstunden ins Stromnetz einspeisen k&ouml;nnen und zwar ungeachtet der volkswirtschaftlichen Konsequenzen.<\/li>\n<li>Nur der Markt sei die ultimative Instanz zur Steuerung komplexer Prozesse.<\/li>\n<\/ul><p>Mein Kommentar: Sehr Ideologiestark, aber wenig intelligent. Was sich leider als Strickmuster Gr&uuml;ner Politik zu entpuppen scheint.<\/p><p>Das alles kommt zu den von Ihnen beschriebenen preistreibenden Auswirkungen der aktuellen Regierungspolitik noch hinzu. Es findet nur au&szlig;erhalb der Beobachtung der &Ouml;ffentlichkeit im Verborgenen statt. Es ist aber nicht minder Folgenreich f&uuml;r die Preise, die B&uuml;rger und den Wirtschaftsstandort.&nbsp;<\/p><p>Bitte verzeihen Sie mir, dass ich diese Sachverhalte nicht ebenso knackig zusammenfassen kann, wie Sie es verm&ouml;gen. Genau aus diesem Grund schreibe ich Ihnen diese Zeilen. Ich bitte um Nachsicht, dass als Besch&auml;ftigter der Branche nicht meinen vollen Namen preisgeben m&ouml;chte.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nIhr Leser JS<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger untersucht <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101243\">in diesem Artikel<\/a> die Folgen der paradoxen Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums, zum einen Gasheizungen zu verbieten und gleichzeitig neue Gaskraftwerke zu bauen, um die Schwankungen bei der Energieversorgung durch regenerative Energiequellen wie Wind und Sonne auszugleichen. 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