{"id":101444,"date":"2023-07-22T15:00:35","date_gmt":"2023-07-22T13:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101444"},"modified":"2023-07-22T17:40:31","modified_gmt":"2023-07-22T15:40:31","slug":"leserbriefe-zu-verschiedenen-artikeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101444","title":{"rendered":"Leserbriefe zu verschiedenen Artikeln"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Serie alter, interessanter Dokumente ver&ouml;ffentlichte Albrecht M&uuml;ller <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100991\">in diesem Artikel<\/a> zwei offene Briefe von Peter Sch&ouml;nlein, die heute aktueller sind denn je: Er pl&auml;diert mit eindr&uuml;cklichen Argumenten gegen Krieg und f&uuml;r Frieden. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101207\">In diesem Beitrag<\/a> geht Albrecht M&uuml;ller der Frage nach, ob Egon Bahr wirklich der Erfinder der Entspannungspolitik gewesen ist, als der er in der Geschichtsschreibung dargestellt wird. Wir danken f&uuml;r die aufschlussreichen Beitr&auml;ge, die <strong>Ala Goldbrunner<\/strong> hier in einer gemischten Leserbriefsammlung f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Zu &bdquo;Briefe des Altoberb&uuml;rgermeisters von N&uuml;rnberg, Peter Sch&ouml;nlein&ldquo;<\/strong><\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller.<\/p><p>Als langj&auml;hriger NDS-Leser (und manchmal -Spender) hab ich mich riesig gefreut &uuml;ber den Bericht &uuml;ber Peter Sch&ouml;nlein. Ich war bis zuletzt Mitstreiter in seinem &uuml;berparteilichen (!) Arbeitskreis FRIEDEN.<\/p><p>Ebenso wie er hab&lsquo; ich &uuml;ber Martin Burkert, damals MdB, heute EVG-Vorsitzender, 2014 aus Sorge um den Frieden an BAM Walter Steinmeier geschrieben und f&uuml;ge das Schreiben bei:<\/p><p><strong>Brief vom 9. 2. 2014 (!) an Bundesau&szlig;enminister Steinmeier<\/strong><\/p><p>Details<\/p><p>Kategorie: <a href=\"https:\/\/www.manfred-scholz.de\/index.php\/alle-themen\/frieden\">Frieden<\/a><\/p><p>Erstellt: 05. Juni 2022<\/p><p>Herrn<br>\nBundesau&szlig;enminister Steinmeier<br>\n&uuml;ber MdB Martin Burkert<br>\nN&uuml;rnberg 9.2.2014<\/p><p>Betrifft: Ukraine<\/p><p>Lieber Genosse Steinmeier,<\/p><p>Martin Burkert hat sich bereit erkl&auml;rt dieses Schreiben an Dich weiter zu leiten, wof&uuml;r ich sehr dankbar bin.<\/p><p>Mich beunruhigt, dass Politik und Medien in Deutschland agieren, als h&auml;tten sie wieder Sehnsucht nach dem kalten Krieg: wer f&uuml;r Russland ist, ist b&ouml;se, jede Art Gegner Russlands bekommt Unterst&uuml;tzung. Leider gehen Deine &Auml;u&szlig;erungen in den letzten Tagen in dieselbe Richtung.<\/p><p>Es bleibt doch festzuhalten: Kiew war Jahrhunderte lang Hauptstadt des russischen Reiches und gilt als &bdquo;die Mutter aller russischen St&auml;dte&ldquo;! Und sowohl Kiew als auch Moskau liegen geografisch in Europa. Was von den neokapitalistischen und nationalistischen Aufst&auml;ndischen zu erwarten ist, ist &auml;u&szlig;erst ungewiss. Das gew&auml;hlte Parlament lahm zu legen und zu drohen und auch noch umzusetzen dass, wenn binnen 24 Stunden unsere Forderungen nicht erf&uuml;llt werden st&uuml;rmen wir Regierungsgeb&auml;ude mit Gewalt, spricht nicht f&uuml;r eine demokratische oder gewaltfreie Grundeinstellung!<\/p><p>Es gab &ndash; oder gibt? &ndash; f&uuml;r Rechtsstaaten die Regel vom &bdquo;Gewaltmonopol des Staates&ldquo;, jetzt feiert man die gewaltbereiten und gewaltt&auml;tigen Aufst&auml;ndischen gegen eine immerhin gew&auml;hlte Regierung.<\/p><p>Es gab auch&nbsp; &ndash; oder gibt noch? &ndash; den v&ouml;lkerrechtlichen Grundsatz von der &bdquo;Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten&ldquo;, sofern sie nicht krass gegen das V&ouml;lkerrecht oder Menschenrechte versto&szlig;en. Jetzt will Bundespr&auml;sident Gauck die Deutschen in die vorderste Front der Einmischer stellen. Das geht so nicht gut.<\/p><p>Ich w&uuml;nsche mir von einem sozialdemokratischen Au&szlig;enminister Bedachtsamkeit und Nachdenklichkeit.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p><em>Dr. Manfred Scholz MdL a.D.<\/em><\/p><p>Zu den Parallelen I. und (gef&auml;hrlich naher) III. Weltkrieg habe ich folgende Zusammenstellung gemacht:<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230719-Bildschirm%C2%ADfoto.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Ich bin als langj&auml;hriges SPD-Mitglied sehr froh dass es sie NDS gibt und ich nachdenkenswerte Informationen bekomme.<\/p><p>Mit sonnigen Gr&uuml;&szlig;en aus N&uuml;rnberg<\/p><p>Ihr Manfred Scholz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Freunde der Nachdenkseiten,<\/p><p>ich bin nach Peter Sch&ouml;nleins Tod 2016 sozusagen &ldquo;digitaler Nachlassverwalter&rdquo; unseres damaligen Gespr&auml;chskreises Frieden N&uuml;rnberg (2014 &ndash; 2016) geworden.<\/p><p><a href=\"https:\/\/gespraechskreis-frieden-nuernberg.de\/archiv-des-gespraechskreises\/\">gespraechskreis-frieden-nuernberg.de\/archiv-des-gespraechskreises\/<\/a><\/p><p>Die Dokumente wurden alle ver&ouml;ffentlicht und k&ouml;nnen gern zitiert werden.<\/p><p>Die Abschnitte zu &ldquo;neue Entspannungspolitik&rdquo; sind veraltet wie so manche gute Initiative und haben keinen direkten Bezug zum Gespr&auml;chskreis. Es war ein letzter Versuch, bevor der Gespr&auml;chskreis ohne Peter auseinander gelaufen ist.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nEberhard Schneider<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion,<\/p><p>alte Briefe oder Aussage Review passieren lassen, ist eine hervorragende Idee von NDS !<\/p><p>Mein Vorschlag die Aussage von Warren Buffet kommentieren.<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;There&rsquo;s class warfare, all right, but it&rsquo;s my class, the rich class, that&rsquo;s making war, and we&rsquo;re winning.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&uuml;bersetzt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es herrscht zwar Klassenkampf, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg f&uuml;hrt, und wir gewinnen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In diesem Zusammenhand sehe ich den Ukrainekrieg.<\/p><p>Nicht der Westen gegen Russland oder die USA gegen Russland.<\/p><p>Sondern die reichen &ldquo;Eliten&rdquo; des Westens und besonders der USA, gegen den Rest der Welt.<\/p><p>Diese &ldquo;Eliten2 versuchen ihre Pfr&uuml;nde zu verteidigen, in&nbsp; dem sie wie in &ldquo;Die einzige Weltmacht&rdquo; von Professor Zbigniew Brzezinski beschrieben, ihre Hegemoniepolitik erhalten wollen.<\/p><p>Wird die Embargopolitik gegen Russland sowie der Ukraine Krieg scheitern, ist das ein Zeichen, das die Embargopolitik nicht mehr funktioniert.<\/p><p>Langsam scheinen viele L&auml;nder begriffen zu haben, das sie sich gegen diese Hegemonie zusammen tun m&uuml;ssen.<\/p><p>Die Bev&ouml;lkerungen, besonders der westlichen L&auml;nder und der USA haben es noch nicht begriffen, wer ihr Feind ist ( Warren Buffet hat es unmi&szlig;verst&auml;ndlich erkl&auml;rt ), da hier Dissensmanagement wirkt.<\/p><p><strong>&ldquo;Dissensmanagement durch Zersetzung und Spaltung&rdquo;<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Dissensmanagement-durch-Zersetzung-und-Spaltung-4241573.html\">telepolis.de\/features\/Dissensmanagement-durch-Zersetzung-und-Spaltung-4241573.html<\/a><\/p><p>Ich denke der Krieg wird zu einer deutlich Sch&auml;tchung der Industriel&auml;nder f&uuml;hren, so das sich die neokolonialisierten Drittweltl&auml;nder befreien k&ouml;nnen.<\/p><p>So eine Situation hatten wir schon mal am Ende des 2. Weltkrieges.<\/p><p>Der Unterschied, Ende des 2. Weltkrieges und Jahrzehnte danach, hatten die USA und ihre Vasallen &uuml;ber 70 % der Weltindustrieproduktion.<\/p><p>Produkte &uuml;ber Toilettenpapier, Seife, Kosmetik, Unterhaltungselektrik, Autos, Maschinen usw. kamen im wesentlich aus den westlichen L&auml;ndern.<\/p><p>Wer deren druck nicht folgte, hatte fast keine Industrieprodukte mehr im Angebot.<\/p><p>Das sahen wir in abgeschw&auml;chter Form in Osteuropa.<\/p><p>Das sahen meine Siemens Kollege in besonders starker Form in Libyen, als Gaddafi den Kurs von der USA weg, &auml;nderte.<\/p><p>Meine Kollegen sagte mir, das sie tagelang umherfuhren um Toilettenpapier und Seife zu kaufen.<\/p><p>Heute sind 35 % der Weltindustrieproduktion in den BRICS Staaten und etwas weniger in den westlichen Staaten.<\/p><p>Die Prognosen der Analysten f&uuml;r 2050 sind 70 % der Weltindustrieproduktion in den BRICS Staaten.<\/p><p>Davon 21 % in China, 14 % in Indien, w&auml;hrend in den USA nur noch 12 % und die EU 9 % Anteil hat.<\/p><p>Die meisten G7 Staaten wie GB, Italien, Frankreich spielen bei den Top 10 der Industriel&auml;nder dann keine Rolle mehr.<\/p><p>Daraus schlie&szlig;e ich, das eine Neokolonialisierung vieler Kolonien die sich befreien, heute kaum noch m&ouml;glich ist.<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<\/p><p>Dieter Gabriel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Zu &bdquo;Wer l&auml;nger lebt, pr&auml;gt die Geschichtsschreibung&hellip;&rdquo;<\/strong><\/p><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>vor ungef&auml;hr einem Jahrzehnt habe ich Egon Bahr bei einem Vortrag in M&uuml;nchen erlebt. Er sagte, er habe den Begriff des Wandels durch Ann&auml;herung nicht&nbsp; erfunden. Leider habe ich nach so langer Zeit die genauen Formulierungen nicht mehr in Erinnerung und ich habe auch seine Autobiographie nicht im Regal stehen, aber ich fand den Text eines Vortrags, den er 2012 ebenfalls in Tutzing gehalten hat:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;<em>Bei der Einladung f&uuml;r die Preisverleihung m&ouml;chte ich einige kleine Pr&auml;zisionen vornehmen. Vor allem:&nbsp;<strong>Ich habe 1963 keine Rede gehalten<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><em>Roland Messner, der damalige Direktor der Akademie hatte den Regierenden B&uuml;rgermeister (Willy Brandt) gebeten, seine k&uuml;nftigen Vorstellungen zur Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik im Falle seiner Wahl zum Bundeskanzler in Tutzing darzulegen. Der Ort hatte den Ruf, dass auch politische Gegner respektvoll miteinander umgehen und ein offenes Wort wagen k&ouml;nnten.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Rede war das Produkt langer und sorgf&auml;ltiger Arbeit. Die Manuskripte gingen zwischen Brandt und mir hin und her. Die Rede liest sich auch heute noch hervorragend. Als Messner mich anrief und darum bat, mich auf einen kleinen Diskussionsbeitrag vorzubereiten, war ich ratlos, denn der Kopf war leer.<\/em><\/p>\n<p><em>Schlie&szlig;lich sagte ich zu und hatte den Einfall, einen Punkt aus der Rede Brandts zu nehmen und ihn f&uuml;r die Konsequenzen des Verh&auml;ltnisses zwischen den beiden deutschen Staaten zu exemplifizieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Den Text diktierte ich in einer Stunde herunter.<\/em><\/p>\n<p><em>Darin stand auch &lsquo;Wandel durch Ann&auml;herung&rsquo; , was meinem Stellvertreter eine gute &Uuml;berschrift schien.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Ganze gab ich Brandt auf dem Fluge nach M&uuml;nchen zu lesen. Er nickte kommentarlos. Auf das Echo hingegen reagierte er mit Recht unwirsch. Wir waren in unserem Denken dem Bewusstsein der &Ouml;ffentlichkeit so weit voraus, dass wir zwar seine Rede, aber nicht meine Erl&auml;uterung aufregend fanden.&nbsp;<strong>Herbert Wehner reagierte: Das ist &bdquo;bahrer&ldquo; Unsinn. Und wenn Brandt nicht ebenso f&uuml;rsorglich wie mutig seine Hand &uuml;ber mich gehalten h&auml;tte, w&auml;re ich wieder Journalist geworden, h&auml;tte mehr Geld verdient und weniger <\/strong><strong>&Auml;<\/strong><strong>rger gehabt<\/strong>. (&hellip;)&rdquo;<\/em><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp; <a href=\"https:\/\/neue-entspannungspolitik.berlin\/egon-bahr-ueber-50-jahre-wandel-durch-annaeherung\/\">neue-entspannungspolitik.berlin\/egon-bahr-ueber-50-jahre-wandel-durch-annaeherung\/<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p>Meiner Erinnerung nach entspricht das dem, was er auch in M&uuml;nchen sagte.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<\/p><p>M. Schaefer<\/p><p>P.S.: Dass Ihre &Uuml;berschrift voll und ganz zutrifft, konnte man ja exemplarisch an Helmut Schmidt erleben&hellip;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Dr. M&uuml;ller,<\/p><p>Ihre neue NDS-Parole vom 18. Juli 2023: <em>Wer l&auml;nger lebt pr&auml;gt die Geschichtsschreibung<\/em> erinnert an eine alte: <em>Wer fr&uuml;her stirbt ist l&auml;nger tot<\/em>. Und d&uuml;rfte einsichtig sein. Nur: was der allgemeine Hinweis mit dem von Ihnen aufgemachten Streit ums <em>ius primae noctis<\/em> um die &ldquo;ostpolitische&rdquo; Losung in Westberlin und der Alt-BRD: <em>Wandel durch Ann&auml;herung<\/em> zu tun haben soll erschlie&szlig;t sich mir nicht. Und wenn Ihre Losung richtig w&auml;re &ndash; mir graut vor`m Jopiph&auml;nomen, was meint: in dieser Welt 2053 108 Jahre alt zu werden: Nein danke. Und auf eine Geschichtsschreibung, die von am l&auml;ngsten gelebt Habenden gepr&auml;gt wird, kann ich auch gern verzichten &hellip;<\/p><p>Besten Gru&szlig;,<br>\nIhr Dr. Richard Albrecht<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Albrecht M&uuml;ller,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren gestrigen Artikel, &ldquo;Wer l&auml;nger lebt, pr&auml;gt die Geschichte&rdquo; mit dem Link zu Egon Bahrs &ldquo;Tutzinger Rede&rdquo; und dem entprechenden Auszug dazu auch aus Willy Brandts Memoiren, den ich ebenfalls mit gro&szlig;em Interesse gelesen habe.<\/p><p>Ja, Sie machen damit auch f&uuml;r mich noch einmal deutlich, welchen R&uuml;ckfall in die schlichte Barbarei des Faschismus, der Kehrseite des sozialdarwinistischen Kapitalismus, wir zurzeit erleben. Der &ldquo;Kommunismus&rdquo; wurde damit zwar erfolgreich besiegt, wie Willy Brandt bereits vorausahnte, als er, sinngem&auml;&szlig; und verk&uuml;rzt von mir wiedergegeben, sagte, dass es vielleicht so sein werde, dass sich bspw. die Sowjetunion noch &ldquo;kommunistisch&rdquo; nenne, aber in der Realit&auml;t l&auml;ngst dem &ldquo;Wandel durch Handel&rdquo; unterlegen sei.<\/p><p>Ja, die russische KP bestimmt die Politik eines Putins nicht mehr und auch in China, wo offiziell die &ldquo;Kommunistische Partei&rdquo; regiert, herrschen die Prinzipien des &ldquo;freien Marktes&rdquo;.<\/p><p>Was mir aber bei der Hervorhebung des &ldquo;guten Willens&rdquo; und der Verdienste um eine beginnende Entpannungspolitik sowohl von Willy Brandt, Egon Bahr und auch von John F. Kennedy wie auch dem ebenfalls von den US-Falken ermordeten Hoffnungstr&auml;ger Robert Kennedy in diesem Zusammenhang fehlt, ist jedoch folgendes:<\/p><p>Die Erw&auml;hnung von deren mangelnder Einsicht in die Gefahren der in den USA vorherrschenden Ideologie in Reaktion auf die angeblich gr&ouml;&szlig;te Gefahr f&uuml;r die Menschheit, die vom &ldquo;Kommunismus&rdquo; ausgehe.<\/p><p>Abgesehen davon, dass ich selber jeden seinem Wesen nach undemokratischen &ldquo;Ismus&rdquo; ablehne, seit ich als 15-J&auml;hrige im Geschichtsunterricht erfuhr, wie &ldquo;Konstantin, der Gro&szlig;e&rdquo; im 5. Jahrhundert &ldquo;im Zeichen des Kreuzes gesiegt&rdquo; hatte,&nbsp;<\/p><p>abgesehen davon wie dankbar ich als damals junge W&auml;hlerin Willy Brandt f&uuml;r seinen &ldquo;Kniefall in Warschau&rdquo; 1972 war und als er bei seinem Regierungsantritt sagte, &ldquo;mehr Demokratie wagen&rdquo; zu wollen, dem aber dann als Konzession an das &ldquo;amerikanische Brudervolk&rdquo; leider die Berufsverbote folgten,<\/p><p>vermisse ich in diesem Zusammenhang hier bei Ihnen, sehr geehrter Herr M&uuml;ller, die Kritik an der damals auch bei diesen Hoffnungstr&auml;gern vorherrschende respektlose Einstellung gegen&uuml;ber &ldquo;dem Rest der Welt&rdquo;, die sich in den USA l&auml;ngst als Neokolonialismus zeigte, siehe die bis heute nachzulesenden &Auml;u&szlig;erungen des au&szlig;enpoltischen US-Beraters George Kennan in den &rsquo;50ern, und sich bei uns in ungeniert vertretenem &ldquo;Eurozentrismus&rdquo; &auml;u&szlig;erte und das nach dem europ&auml;ischen Kolonialismus und zwar von Charles de Gaulle, &uuml;ber Konrad Adenauer und Willy Brandt hinaus&hellip;<\/p><p>Andererseits m&ouml;chte ich jedoch nicht vergessen, Ihnen und Ihrem Team daf&uuml;r zu danken, dass Sie Ihren Lesern einen Einblick in die jetzigen Einstellungen und Reaktionen der Vertreter aus der &ldquo;multipolaren Welt&rdquo; auf den unsererseits immer noch fortgesetzten Neokolonialismus geben.<\/p><p>Mit nochmaligen Dank<\/p><p>und herzlich-solidarischen Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Johanna Michel-Br&uuml;ning<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Serie alter, interessanter Dokumente ver&ouml;ffentlichte Albrecht M&uuml;ller <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100991\">in diesem Artikel<\/a> zwei offene Briefe von Peter Sch&ouml;nlein, die heute aktueller sind denn je: Er pl&auml;diert mit eindr&uuml;cklichen Argumenten gegen Krieg und f&uuml;r Frieden. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101207\">In diesem Beitrag<\/a> geht Albrecht M&uuml;ller der Frage nach, ob Egon Bahr wirklich der Erfinder der Entspannungspolitik gewesen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101444\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-101444","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101444","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=101444"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101444\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101534,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101444\/revisions\/101534"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=101444"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=101444"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=101444"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}