{"id":10149,"date":"2011-07-20T14:32:54","date_gmt":"2011-07-20T12:32:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10149"},"modified":"2014-09-09T10:40:30","modified_gmt":"2014-09-09T08:40:30","slug":"imk-zu-reallohnverlusten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10149","title":{"rendered":"IMK zu Reallohnverlusten"},"content":{"rendered":"<p>Neue Befunde aus dem <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2011\/0719\/seite1\/0057\/index.html\">Sozio-oekonomischen Panel (SOEP)<\/a>, nach denen vor allem Arbeitnehmer mit niedrigerem Einkommen in den vergangenen zehn Jahren gro&szlig;e Reallohnverluste hinnehmen mussten, haben f&uuml;r gro&szlig;e Aufmerksamkeit gesorgt. Mehrere aktuelle Studien und Analysen von Forschern der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung leuchten Hintergr&uuml;nde dieser Entwicklung aus. Eine Mitteilung der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<br>\n<!--more--><br>\nEin wesentlicher Aspekt ist danach die Entwicklung des Tarifsystems. Es stabilisiert die Lohnentwicklung in Deutschland. Die Tarifl&ouml;hne sind in den vergangenen Jahren deutlich st&auml;rker gestiegen als die effektiven Bruttoeinkommen. Allerdings sinkt die Reichweite des Tarifsystems, abzulesen an der Tarifbindung, seit etwa anderthalb Jahrzehnten. Gleichzeitig wuchs der Niedriglohnsektor, atypische Besch&auml;ftigungsformen wie Leiharbeit oder Minijobs breiteten sich stark aus. Die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Dekade haben dazu erheblich beigetragen und so das Tarifsystem weiter unter Druck gebracht. Die folgenden Links f&uuml;hren Sie zu kurzen Zusammenfassungen relevanter Untersuchungen: <\/p><p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_112483.html\">Die L&ouml;hne und Geh&auml;lter in Deutschland haben sich zwischen 2000 und 2010 weitaus schw&auml;cher entwickelt als die Gewinn- und Kapitaleinkommen.<\/a> Real &ndash; also nach Abzug der Inflation &ndash; sind die durchschnittlichen Bruttoeinkommen pro Besch&auml;ftigtem um vier Prozent zur&uuml;ckgegangen, hat Dr. Reinhard Bispinck, der Leiter des WSI-Tarifarchivs, berechnet. Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Deregulierung am Arbeitsmarkt haben dazu beigetragen, dass sich die Bruttoeinkommen in den Nullerjahren schwach entwickelten. Deutlich besser sieht es bei der Entwicklung der tariflichen L&ouml;hne und Geh&auml;lter aus, zeigt Bispincks Analyse: Sie lagen am Ende des Jahrzehnts real um knapp sieben Prozent h&ouml;her als am Anfang. Allerdings blieb auch das Wachstum der durchschnittlichen Tarifl&ouml;hne in vielen Branchen hinter dem Anstieg von Produktivit&auml;t und Preisen zur&uuml;ck, die den neutralen Verteilungsspielraum definieren. Und weil zeitgleich die Tarifbindung sank, manche Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten tarifliche &Ouml;ffnungsklauseln nutzten oder Tarifsteigerungen auf noch vorhandene &uuml;bertarifliche Lohnbestandteile anrechneten, schlugen Steigerungen der Tarife nur zum Teil auf die Bruttoverdienste durch (Bericht aus B&ouml;ckler Impuls, Februar 2011).<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/22741_22745.htm\">In vielen L&auml;ndern sind die Einkommen heute ungleicher verteilt als vor zwei Jahrzehnten.<\/a> Besonders deutlich hat sich die Schere in Deutschland ge&ouml;ffnet. Die Mittelschicht schrumpft. Auch bei den Verm&ouml;gen hat die Konzentration nach den aktuellsten vorliegenden Zahlen deutlich zugenommen (Bericht aus B&ouml;ckler Impuls, M&auml;rz 2011, mit Befunden aus dem Buch &ldquo;Des Reichtums fette Beute&rdquo; von Gustav A. Horn, aus einem von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderten Forschungsprojekt zur Verm&ouml;gensverteilung sowie Forschungsergebnissen des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung).<\/p><p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/magmb_2011_7-8_bispinck.pdf\">Zahlreiche europ&auml;ische Staaten unterst&uuml;tzen eine stabile Tarifbindung, beispielsweise werden viele Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r allgemeinverbindlich erkl&auml;rt [PDF &ndash; 145 KB].<\/a> Die WSI-Forscher Dr. Reinhard Bispinck und Dr. Thorsten Schulten analysieren in einem Beitrag f&uuml;r das Magazin Mitbestimmung (neue Ausgabe 7\/8 2011), wie sich das Tarifsystem in Deutschland und bei seinen Nachbarn entwickelt hat und was Gewerkschaften, Politik und Arbeitgeber f&uuml;r eine Re-Stabilisierung tun k&ouml;nnen.<\/p><p>(Bitte beachten Sie den Hinweis am Ende des Absatzes) <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_114034.html\">Manche &Ouml;konomen halten die deutsche Konsumschw&auml;che f&uuml;r &uuml;berwunden.<\/a> Tats&auml;chlich geht der Trend nach oben, die Zuwachsrate liegt aber noch weit unter dem langj&auml;hrigen Durchschnitt. Darauf weist das Institut f&uuml;r Marko&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung hin. Das IMK sieht einen deutlichen Zusammenhang zur Deregulierung des Arbeitsmarkts, der Ausdehnung des Niedriglohnsektors und der zunehmenden Einkommensungleichheit seit der Jahrtausendwende. Das bedeute auch, dass die Politik einen Beitrag zur nachhaltigen &Uuml;berwindung der Konsumschw&auml;che leisten k&ouml;nne. Etwa durch einen Mindestlohn und bessere Regulierung bei der Leiharbeit (PM vom 31.5. 2011; WICHTIGER HINWEIS: Das IMK hat in seinem Prognose-Update vom 27. Juni seine Vorhersage f&uuml;r den privaten Konsum angehoben: Die Konsumausgaben werden 2011 um 1,7 und 2012 um 1,3 Prozent steigen. Die Analyse in der verlinkten PM bleibt gleichwohl aktuell).   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Befunde aus dem <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2011\/0719\/seite1\/0057\/index.html\">Sozio-oekonomischen Panel (SOEP)<\/a>, nach denen vor allem Arbeitnehmer mit niedrigerem Einkommen in den vergangenen zehn Jahren gro&szlig;e Reallohnverluste hinnehmen mussten, haben f&uuml;r gro&szlig;e Aufmerksamkeit gesorgt. Mehrere aktuelle Studien und Analysen von Forschern der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung leuchten Hintergr&uuml;nde dieser Entwicklung aus. 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