{"id":10153,"date":"2011-07-20T15:53:04","date_gmt":"2011-07-20T13:53:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10153"},"modified":"2019-03-02T12:32:24","modified_gmt":"2019-03-02T11:32:24","slug":"kopflose-politik-und-fuhrungslose-markte-ein-beitrag-von-flassbeck-und-spiecker-fur-die-nachdenkseiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10153","title":{"rendered":"\u201eKopflose Politik und f\u00fchrungslose M\u00e4rkte\u201c \u2013 Ein Beitrag von Flassbeck und Spiecker f\u00fcr die NachDenkSeiten"},"content":{"rendered":"<p>Ein lesenswerter Beitrag f&uuml;r die eigene Orientierung, der auch im Blick darauf, was wir heute noch vom Bundesfinanzminister und anderen zu h&ouml;ren bekommen werden wichtig ist. Die beiden Autoren halten nichts vom Schuldenschnitt und sie machen deutlich, dass die f&uuml;hrenden Personen ohne Verantwortung handeln und reden. Oft ohne Sachkenntnis und daf&uuml;r umso mehr belastet von Glaubenss&auml;tzen. Es ist zum M&auml;usemelken. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Kopflose Politik und f&uuml;hrungslose M&auml;rkte<\/strong><\/p><p><strong>von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker<\/strong><\/p><p><strong>NDS, Juli 2011<\/strong><\/p><p>Wenn man etwas aus der Eurokrise lernen kann, dann ist es die Tatsache, dass unsere Politiker und ihre Berater mit der Finanzkrise 2008 und ihren Folgen hoffnungslos &uuml;berfordert waren und sind. Dass sie jetzt wieder die Ratingagenturen an den Pranger stellen, obwohl sie selbst jeden Tag auf die Einsch&auml;tzung der &bdquo;M&auml;rkte&ldquo; schielen, ist der beste Beweis daf&uuml;r. Und es zeigt, dass die Politik mitsamt der gewaltigen Mehrzahl der Medien die Funktionsweise von Finanzm&auml;rkten in keiner Weise verstanden hat. <\/p><p>Wenn ich credit default swaps (CDS), also Ausfallversicherungspapiere, etwa f&uuml;r griechische oder portugiesische Staatsanleihen hielte, w&uuml;rde ich mir an jedem Tag, an dem wieder ein deutscher Politiker oder ein sogenannter Experte eine neue Schuldenschnittsau durchs Dorf treibt, vor Freude auf die Schenkel klopfen. Mit jedem Tag weiterer Diskussionen um die &bdquo;Pleite&ldquo; oder den haircut als unausweichlicher Konsequenz der Krise steigt der Wert meiner Papiere oder zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie problemlos zu einem hohen Preis weiterverkaufen kann. Gute Gesch&auml;fte winken auch dem, der rein spekulativ in den letzten zwei Jahren, also nach Ausbruch der Krise, griechische Staatsanleihen zu extrem niedrigen Kursen und damit mit Zinsversprechungen von 15 Prozent und mehr gekauft hat, wenn es ihm (oder ein paar Freunden) gelingt, noch mehr Panik in Euroland zu verbreiten, also Spanien und Italien ins Zentrum zu r&uuml;cken. Die Wahrscheinlichkeit, dass die starken L&auml;nder am Ende die Kleinen retten m&uuml;ssen, steigt n&auml;mlich enorm, wenn ein paar gro&szlig;e mit ins &bdquo;Visier&ldquo; der M&auml;rkte geraten.<\/p><p>Stutzig sollte es unsere Ratingagenturkritiker jedoch machen, dass das alles auch ohne Ratingagenturen wunderbar funktioniert. Die Finanzm&auml;rkte tun n&auml;mlich im Grunde nichts anderes als die Agenturen: Auf ihnen werden Informationen gehandelt &ndash; und ganz h&auml;ufig falsche oder irref&uuml;hrende Informationen. Es ist Marktteilnehmern, insbesondere den gro&szlig;en, etwa den Banken und Fonds, die mit besonderer Informationsmacht ausgestattet sind, weil sie ihre geldm&auml;chtigen Kunden &bdquo;&uuml;berzeugen&ldquo; und f&uuml;r ihre Marktaktivit&auml;ten instrumentalisieren k&ouml;nnen, vollkommen gleichg&uuml;ltig, ob eine Information richtig oder fasch ist. Es kommt ja nur darauf an, m&ouml;glichst vielen mit m&ouml;glichst viel Geld Ausgestatteten zu vermitteln, dass &bdquo;der Markt&ldquo; in den n&auml;chsten Tagen und Wochen in eine bestimmte Richtung gehen wird. Denn der Markt tut dann genau das, weil die Herde der Anleger das erwartete. So funktionieren selbsterf&uuml;llende Prognosen. Ob man seine &bdquo;Kunden&ldquo; in Rohstoffderivate lockt, auf den Kurs des brasilianischen Real wetten l&auml;sst oder mal wieder auf Goldkurs bringt, macht keinen Unterschied. Der Weg, der Anstieg des Kurses, ist das Ziel. Dass der Berater dann in der Regel vor seinem Kunden aus dem &bdquo;Investment&ldquo; wieder aussteigt, weil er ja wei&szlig;, was von seinen &bdquo;Informationen&ldquo; zu halten ist, gibt der Sache f&uuml;r die Investmentbanker und die sonstigen Croupiers einen besonderen Reiz.<\/p><p>Dass dabei &uuml;ber Monate und Jahre falsche Preise mit enormen negativen Konsequenzen f&uuml;r die &uuml;brigen realwirtschaftlichen M&auml;rkte erzeugt werden, interessiert in Deutschland niemanden, weil es an Ordnungspolitikern fehlt, die das verstehen und entsprechend beklagen k&ouml;nnten oder gar auf eine institutionelle Unterbindung des Herden-Auf-und-Abs auf den Finanzm&auml;rkten hinwirken w&uuml;rden. Fast jeder Politiker f&uuml;rchtet, als sozialistischer Anti-Marktwirtschaftler abgestempelt zu werden, wenn er f&uuml;r klare institutionelle Grenzen der Finanzwirtschaft eintritt, weil er nicht dazu in der Lage ist, den Unterschied zwischen &bdquo;normalen&ldquo; M&auml;rkten, auf denen das Beheben von Knappheiten belohnt wird, und solchen, auf denen das Gegenteil, n&auml;mlich das Schaffen von Knappheiten durch das Initiieren von Herdenverhalten belohnt wird, zu erkl&auml;ren. Kein Wunder, dass die Politik auf die Finanzm&auml;rkte oder auf die Ratingagenturen starrt wie das Kaninchen auf die Schlange, um von dort Hinweise zu bekommen, was aktuell falsch und was richtig ist. Und verst&auml;ndlich, dass die Politiker sauer reagieren, wenn ihnen immer wieder Erfolglosigkeit attestiert wird. <\/p><p>Wer glaubt, die M&auml;rkte &uuml;berzeugen zu m&uuml;ssen statt sie zu f&uuml;hren, liegt eben von vornherein falsch. Da die M&auml;rkte versuchen, die Politik zu &bdquo;lesen&ldquo;, und die Politik zugleich versucht, die Signale der M&auml;rkte zu deuten, kann das Ergebnis nur Chaos sein. Die Politik muss ohne Wenn und Aber die F&uuml;hrungsrolle &uuml;bernehmen, selbst wenn allein der Gedanke daran den Marktgl&auml;ubigen in der Koalition die Tr&auml;nen in die Augen treibt. Um Missverst&auml;ndnissen vorzubeugen: Das hei&szlig;t gerade nicht, die Funktionsweise von M&auml;rkten zu ignorieren und z.B. blind Geld irgendwo hinzupumpen, auch wenn es sich um ein Fass ohne Boden handelt. Nein, M&auml;rkte zu f&uuml;hren setzt voraus, sie genau zu verstehen und ihnen dort, wo sie gesamtwirtschaftlichen Schaden anrichten, den Boden zu entziehen und zu untersuchen, warum F&auml;sser wie Griechenland ihren Boden verloren haben. Das ist die einzige Rechtfertigung des Vorrangs der Politik vor der Wirtschaft: Nur wenn die Politik eine angemessene Funktionsweise der Gesamtwirtschaft als ihre Aufgabe anerkennt und wahrnimmt, kann sie mit Akzeptanz der Marktergebnisse bei der Bev&ouml;lkerung rechnen. Politiker, die sich von der Geldmacht der Finanzmarktakteure vor sich hertreiben lassen, brauchen sich nicht zu wundern, dass sie die demokratische Legitimation ihrer F&uuml;hrungsposition auf&rsquo;s Spiel setzen. Denn die W&auml;hler sp&uuml;ren, dass hier auf der Ebene der Politik das demokratische Prinzip &bdquo;one man one vote&ldquo; in das Marktprinzip &bdquo;one euro one vote&ldquo; verkehrt wird.<\/p><p>In der Eurokrise muss die Politik klar sagen, was die Ursache der Misere ist und wie man sie zu &uuml;berwinden gedenkt. Nur dann kann sie das Heft wieder in die Hand nehmen und von den M&auml;rkten Anpassung an ihre Entscheidungen erzwingen. Da aber liegt der eigentliche Hund begraben. Weil die deutsche Politik quer durch die meisten Parteien (von Herrn Weidmann bis zu Herrn Steinbr&uuml;ck) auf dem absurden Standpunkt beharrt, es gebe gar keine Eurokrise, sondern die L&auml;nder mit den hohen Staatsschulden bzw.<br>\n-defiziten seien wegen ihres &Uuml;ber-die-Verh&auml;ltnisse-Lebens an allen &Uuml;beln allein Schuld,  kann die europ&auml;ische Politik den Befreiungsschlag nicht f&uuml;hren. Verengt man n&auml;mlich den Blick auf Staatsschulden und staatliche Misswirtschaft, lenkt man vom dem Thema ab, bei dem man sofort auf eigene Fehler sto&szlig;en w&uuml;rde. Wer Leistungsbilanzungleichgewichte, also die Verschuldung des ganzen Landes zum Thema macht, kommt nicht umhin zuzugeben, dass Au&szlig;enhandelsdefizite der einen etwas mit Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;ssen der anderen zu tun haben. <\/p><p>Zu viele Politiker (auch solche, die jetzt in der Opposition sind) einschlie&szlig;lich ihrer wissenschaftlichen Berater sind am Kern der Krise, der jahrelangen Politik des G&uuml;rtel-enger-Schnallens in Deutschland, unmittelbar beteiligt. Das zu begreifen geschweige denn offen zuzugeben, um einer tragf&auml;higen L&ouml;sung nicht l&auml;nger im Wege zu stehen, ist offenbar unm&ouml;glich. Daneben vertritt die deutsche Politik diese Position auch deswegen, weil sie auch in Zukunft nicht von den Nettoexporterfolgen der deutschen Industrie lassen will und das erfordert nun mal das Beibehalten der Wettbewerbsvorspr&uuml;nge vor den Schuldenl&auml;ndern. Die j&uuml;ngsten Au&szlig;enhandelszahlen belegen, dass Deutschland den europ&auml;ischen Konkurrenten weiter kr&auml;ftig &uuml;berlegen ist. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Das f&uuml;hrt zu dem grotesken Zustand, dass sich die herrschende politische Klasse in Deutschland seit mehr als zwei Jahren weigert anzuerkennen, dass das zentrale Ziel der W&auml;hrungsunion eine Inflationsrate in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von zwei Prozent in jedem Mitgliedsland war und dass Deutschland massiv dagegen versto&szlig;en hat. Der Hinweis, im Durchschnitt aller EWU-L&auml;nder sei das Inflationsziel aber doch erreicht worden, ist zwar richtig, zeigt aber lediglich, dass andere L&auml;nder ebenfalls dagegen versto&szlig;en haben, nur eben anders herum, nach oben n&auml;mlich. Deutschland hat das Unterschreiten der Zielinflationsrate durch seine jahrelange Lohndumpingpolitik erreicht, die vom Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung gerade wieder anhand von aktuellen Auswertungen des Sozio&ouml;konomischen Panels eindrucksvoll belegt wurde. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Dadurch ist Deutschland zu seiner Wettbewerbsst&auml;rke gelangt, die sich in der Wettbewerbsschw&auml;che der Krisenl&auml;nder widerspiegelt. <\/p><p>Dazu im beiliegenden Bild noch einmal der entscheidende Zusammenhang: <\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/110720_lohnstueckkosten.gif\" alt=\"Lohnst&uuml;ckkosten\" title=\"Lohnst&uuml;ckkosten\"><\/p><p>Deutschland unterschreitet mit seinen Lohnst&uuml;ckkosten, die die wichtigste Determinante der Inflationsrate und zugleich der Wettbewerbsf&auml;higkeit sind, die Zielinflationsrate der EZB um mehr, als Griechenland und andere s&uuml;deurop&auml;ische L&auml;nder sie &uuml;berschreiten. Die dadurch &uuml;ber die Jahre entstandene L&uuml;cke ist so gewaltig, dass es Jahrzehnte einer anderen Politik braucht, um sie zu schlie&szlig;en. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Das Traurige ist, dass sich die deutschen Politiker mit ihrer ignoranten Haltung, Deutschlands Beteiligung an der Misere nicht wahr haben zu wollen, in prominenter Gesellschaft befinden: Herr Trichet stellt in einem Interview in der FTD vom 18.7. explizit fest, Deutschland habe seit 1999 mit seiner Inflationsrate von durchschnittlich 1,5 Prozent alle Jahre einen &bdquo;noch beeindruckenderen Wert&ldquo;  zu verzeichnen gehabt als die EWU insgesamt, die fast genau bei 2% lag. Das kann nur als anerkennendes Lob f&uuml;r Deutschland aufgefasst werden. Hinter beiden Zahlen steht aber das enorme Auseinanderdriften nationaler Preisentwicklungen in den EWU-L&auml;ndern. Genau das ist jedoch in einer W&auml;hrungsunion der Super-GAU und nichts, was der Chef der ihr vorstehenden Zentralbank loben oder gar als Stabilit&auml;tsbeweis der W&auml;hrung anf&uuml;hren sollte. Der einzig m&ouml;gliche Schluss, der sich aus der &Auml;u&szlig;erung des Chefs der EZB ziehen l&auml;sst, ist, dass er nicht wei&szlig;, wie eine W&auml;hrungsunion &uuml;berhaupt funktioniert, oder dass er es nicht wissen will. <\/p><p>Ein anderer namhafter &Ouml;konom, Otmar Issing, bis 2006 Chef&ouml;konom der EZB, lobt in einem Interview der FAZ vom 11. Juli [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] genau wie Trichet, dass der Euro f&uuml;r weniger Inflation gesorgt habe als die D-Mark und brandmarkt gleichzeitig die Preis- und Lohnentwicklung in den europ&auml;ischen Krisenl&auml;ndern. Das f&uuml;hrt ihn zu dem Schluss: &bdquo;Die Krise in diesen L&auml;ndern ist selbstverschuldet.&ldquo; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Kein Wort &uuml;ber Deutschlands lohnpolitisches Fehlverhalten in die andere Richtung. Und kein Wort zu einer sinnvollen L&ouml;sung, denn von dem Credo &bdquo;Nat&uuml;rlich kann die EU nicht in die Lohnpolitik einzelner L&auml;nder eingreifen.&ldquo; [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] will der ehemalige Chef&ouml;konom auch angesichts der drohenden Zuspitzung der Krise noch immer nicht lassen.<\/p><p>Aber auch alle diejenigen, die jetzt auf einen Schuldenschnitt bei &ouml;ffentlichen Anleihen als L&ouml;sung dr&auml;ngen, wissen nicht, wovon sie reden. Wenn sich die griechische Wettbewerbsf&auml;higkeit nicht grundlegend verbessert und das Land auf diesem Wege oder durch direkte Konjunkturanregung nicht wieder auf einen Wachstumspfad mit Raten kommt, die &uuml;ber dem durchschnittlich zu zahlenden Zins liegen, bringt ein Schuldenschnitt beim &ouml;ffentlichen Haushalt au&szlig;er bestenfalls ein wenig gekaufter Zeit durch verringerten Umschuldungsbedarf nichts. Denn erstens entlastet er den Staat aktuell bei seinen Zinszahlungen nur, wenn der Zinssatz gleich bleibt. Steigt der Zins &ndash; was wahrscheinlich ist, da die M&auml;rkte den Zahlungsausfall mit steigenden Risikoaufschl&auml;gen auf die Zinss&auml;tze quittieren werden &ndash;, gibt es nicht einmal diesen Effekt. Zweitens trifft jede K&uuml;rzung von Zahlungen oder Zahlungsversprechen durch den Staat auch Inl&auml;nder negativ, allen voran die griechischen Banken. Daher ist der Warnung der EZB vor einem Schuldenschnitt voll und ganz zuzustimmen: Das durch Zahlungsausf&auml;lle gesch&uuml;rte Misstrauen wird das griechische Kreditwesen lahmlegen und die privaten Investitionen wie den privaten Konsum weiter strangulieren. Obendrein d&uuml;rfte die griechische Regierung nach einem Schuldenschnitt erst recht zum Sparen gedr&auml;ngt werden, was die Abw&auml;rtsspirale beschleunigen wird. Da in der Eurozone mit dem Schuldenschnitt nicht, wie etwa im Falle Argentiniens 2002, auch die W&auml;hrung massiv abgewertet werden kann, gibt es keinen positiven Impuls von au&szlig;en, der die Situation verbessern k&ouml;nnte. Bei bestenfalls gleichem Zins und unver&auml;nderter bis sinkender Wirtschaftsdynamik wird Griechenland in wenigen Jahren wieder genau da sein, wo es vor dem Schuldenschnitt war. Was dann?<\/p><p>Alle diese Fragen m&uuml;sste die Politik offen und klar diskutieren, statt jeden Tag eine neue Scheinl&ouml;sung in die Medien zu werfen. Bei all diesen Fragen hilft auch der Blick auf die M&auml;rkte nicht. Eine Markteinsch&auml;tzung ersetzt keine korrekte Diagnose. Ohne korrekte Diagnose kann es aber keine erfolgreiche Politik geben. Deutschland und die wichtigsten europ&auml;ischen Institutionen gef&auml;hrden mit ihrer Weigerung, das Offensichtliche zur Kenntnis zu nehmen, nicht nur die L&ouml;sung der akuten Krise, sondern inzwischen auch die Fr&uuml;chte des gesamten europ&auml;ischen Einigungsprozesses. An der Erkenntnis, dass, &bdquo;(w)er seine erwirtschaftete Produktivit&auml;t nicht &bdquo;verfr&uuml;hst&uuml;ckt&ldquo;, &hellip; alle &uuml;brigen Marktteilnehmer und schlie&szlig;lich auch sich selbst (bedroht)&ldquo;, f&uuml;hrt kein Weg vorbei. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Aber es w&auml;re nicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass Ideologie mehr z&auml;hlt als Vernunft.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2011, S. 17 ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Vgl. <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2011\/0719\/seite1\/0057\/index.html\">http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2011\/0719\/seite1\/0057\/index.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Vgl. <a href=\"http:\/\/rosalux-europa.info\/events_en\/heiner_flassbeck\/\">http:\/\/rosalux-europa.info\/events_en\/heiner_flassbeck\/<\/a> und die dort angegebenen Grafiken und Beitr&auml;ge.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Vgl. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30638\/otmar-issing-der-euro-wird-mich-lange-ueberleben-30460634.html\">http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30638\/otmar-issing-der-euro-wird-mich-lange-ueberleben-30460634.html<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Ebendort.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Ebendort.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] H. Flassbeck \/ F. Spiecker: &bdquo;Die Irrlehre vom Lohnverzicht&ldquo; in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik, September 2005, S. 1071-1082.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein lesenswerter Beitrag f&uuml;r die eigene Orientierung, der auch im Blick darauf, was wir heute noch vom Bundesfinanzminister und anderen zu h&ouml;ren bekommen werden wichtig ist. Die beiden Autoren halten nichts vom Schuldenschnitt und sie machen deutlich, dass die f&uuml;hrenden Personen ohne Verantwortung handeln und reden. 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