{"id":101577,"date":"2023-07-24T14:02:34","date_gmt":"2023-07-24T12:02:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101577"},"modified":"2023-07-24T15:20:43","modified_gmt":"2023-07-24T13:20:43","slug":"dokumentation-einer-jugendlichen-deutsch-russischen-brieffreundschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101577","title":{"rendered":"Dokumentation einer jugendlichen deutsch-russischen Brieffreundschaft"},"content":{"rendered":"<p>Die Ver&ouml;ffentlichung des Briefwechsels <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101343\" target=\"_top\" rel=\"noopener noreferrer\">Ein deutsch-russischer Briefwechsel, der die NachDenkSeiten-Redaktion tief ber&uuml;hrt hat<\/a> hat positive Folgen. Wir erhielten daraufhin die Dokumentation einer Brieffreundschaft eines russischen und eines deutschen M&auml;dchens bzw. junger Frauen. Auch dieser Briefwechsel ist interessant. Deshalb ver&ouml;ffentlichen wir ihn im Folgenden und danken zugleich der NachDenkSeiten-Leserin <strong>Wilma Ruth Albrecht<\/strong> daf&uuml;r, dass sie uns Text und Fotos zug&auml;nglich gemacht hat. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n&ldquo;<em><strong>Dein Foto hat mir sehr, sehr gefallen&rdquo;<\/strong><\/em><\/p><p><em><strong>Eine jugendliche Brieffreundschaft im &ldquo;Kalten Krieg&rdquo;<\/strong><\/em><\/p><p><strong>Wilma Ruth Albrecht<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><em>Auch in der Hochzeit des Kalten Krieges gab es Friedensfreunde und Friedensliebende. Sie sandten keine Drohgesten aus. Sondern wollten Kontakte zwischen Menschen &acute;sozialistisch&acute; und &acute;kapitalistisch&acute; verfasster Gesellschaften pflegen. Dies bezeugt auch ein Briefwechsel zweier M&auml;dchen und jungen Frauen der Jahre 1962-1967. Im alltagskulturellen Sinn des Kultursoziologen Siegfried Kracauers handelt es sich, so Kracauer 1927, um eine der zahlreichen &bdquo;unscheinbaren Oberfl&auml;chen&auml;u&szlig;erungen, durch deren Analyse &bdquo;der Ort, den eine Epoche im Geschichtsproze&szlig; einnimmt [&hellip;], schlagender zu bestimmen ist als aus den Urteilen der Epoche &uuml;ber sich selbst.&ldquo;<\/em><\/p><p><em>Zur Vergegenw&auml;rtigung der damaligen Zeitverh&auml;ltnisse sei daran erinnert: In den f&uuml;nfziger Jahren bauten sowohl die USA als auch die UdSSR ein ungeheueres staatliches Atomwaffenarsenal auf.<\/em><\/p><p><em>Im August 1945 hatte das US-amerikanische Milit&auml;r in der Endphase des Zweiten Weltkrieges erste Atombomben &uuml;ber Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. 300.000 Menschen wurden get&ouml;tet. Wenig sp&auml;ter hatte auch die UdSSR Atomwaffen. Das dokumentierte der erste sowjetische Atomwaffenversuch 1949. Es kam zur Entwicklung von Wasserstoff- oder H-Bomben 1952 in den USA und 1953 in der UdSSR mit vielfach st&auml;rkerer Zerst&ouml;rungskraft als A-Bomben. Entwickelt wurden sodann Tr&auml;gersysteme f&uuml;r diese Waffen zu Wasser und zur Luft, sodann Interkontinentalraketen. Eine wichtige Rolle spielte im Hochr&uuml;stungswettlauf auch die Eroberung des Weltraumes. 1957: erster sowjetischer Erdsatellit Sputnik I., 1961: erster bemannter Raumflug von Juri Gagarin mit der Wostok I.<\/em><\/p><p><em>Parallel zu den beiden Gro&szlig;- oder Superm&auml;chten versuchten auch die alten Gro&szlig;- und Kolonialm&auml;chte sowie die 1949 gegr&uuml;ndete neue Volksrepublik China sich als Atomm&auml;chte zu positionieren. Das Vereinigte K&ouml;nigreich 1952 mit seinem ersten Atomwaffenversuch, Frankreich 1960 mit der ersten franz&ouml;sischen Atombombe, schlie&szlig;lich auch China 1961 mit seiner ersten Atombombe.<\/em><\/p><p><em>In der &ldquo;Kubakrise&rdquo; im Oktober 1962 erreichte die atomare Konfrontation ihren H&ouml;hepunkt: UdSSR und USA standen sich hochger&uuml;stet und drohend in den Gew&auml;ssern vor der Insel entgegen: der Dritte Weltkrieg drohte.<\/em><\/p><p><em>Gleichzeitig entwickelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg starke nationale Befreiungsbewegungen in Afrika und Asien: die bedeutendsten Konflikte, die auch als Ersatzkriege der Gro&szlig;m&auml;chte angesehen werden k&ouml;nnen, waren Kongo-Krise, arabisch-israelischer Konflikt und Vietnamkrieg.<\/em><\/p><p><em>In Deutschland zeigte sich der Kalte Krieg im Bau der Mauer im August 1961 und der diversen Versuche der von Konrad Adenauer (CDU) gef&uuml;hrten Bundesregierung, auch die Bundeswehr mit Atomwaffen auszur&uuml;sten.<\/em><\/p><p><em>In diese Zeit f&auml;llt die Brieffreundschaft zwischen Lore aus dem kirgisischen Leninpol und Wilma aus der Industriestadt Ludwigshafen am Rhein.<\/em><\/p><p><em>Ihr brieflicher Austausch ist als pers&ouml;nlich-private und best&auml;ndig-jahrelange Korrespondenz eine typische Brieffreundschaft zweier gleichaltriger M&auml;dchen in ihrer Lebensphase von der mittleren Pubert&auml;t zur beginnenden Adoleszenz: Lore und Wilma sind zu Beginn ihres brieflichen Austausches jeweils 14 Jahre alt und beenden ihre sowohl nahe Ferne als auch ferne N&auml;he ausdr&uuml;ckende &bdquo;intimacy-at-a-distance&ldquo;-Kommunikation nach f&uuml;nfeinhalt Jahren 1967 als nun zwanzigj&auml;hrige junge Frauen, die an anderen als ihren Heimatorten studieren. Auch diese Brieffreundschaft wurde, wie damals &uuml;blich, p&auml;dagogisch-schulisch angeregt als sprach- und umgangskulturelle Erfahrungserweiterung; das bedeutete auch f&uuml;r Wilma als beengt in Arbeiterhaushalt und Bildungsinternat lebendes M&auml;dchen die &Ouml;ffnung eines ihrer &bdquo;Fenster zur Welt&ldquo;.<\/em><\/p><p><em>Die Brieffreundschaft zwischen Wilma aus der Industriestadt am Rhein und Lore aus dem kirgisischen Leninpol beginnt im M&auml;rz 1962 und endet im Oktober 1967, erstreckt sich damit &uuml;ber einen Zeitraum von f&uuml;nfundhalb Jahren.<\/em><\/p><p><em>Es sind jene Jahre nach dem Sputnikschock 1957 und vor, w&auml;hrend und nach der ersten bundesdeutschen &bdquo;Bildungskatastrophe&ldquo; 1964. Wilma war ein sowohl bildungsinteressiertes als auch aufstiegsorientertes M&auml;dchen im (Hand-) Arbeitermilieu der BASF-Stadt Ludwigshafen am Rhein. Sie hatte schon vor der Kampagne &bdquo;Student aufs Land&ldquo; zur Aussch&ouml;pfung der sogenannten &bdquo;Bildungsreserven&ldquo;, an der sich auch Aktivisten der Humanistischen Union (HU), des Sozialdemokatischen Hochschulbundes (SHB) und des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) beteiligten, ihre &bdquo;Bildungskarriere&ldquo; nach Abschlu&szlig; der damals achtj&auml;hrigen Volksschule im M&auml;rz 1962 auf dem speziellen &bdquo;Bildungsweg&ldquo; im Internat eines Aufbaugymnasiums im westpf&auml;lzischen Kaiserslautern begonnen. Dort wurde ihr auch 1967 infolge Latein und Franz&ouml;sisch die &bdquo;Allgemeine Hochschulreife&ldquo; zugesprochen. Wilma hat vor f&uuml;nf Jahren im Abschnitt &bdquo;Die mi&szlig;lungene Bildungsreform&ldquo; im subjektwissenschaftlichen Dokumentaressay ihres 2006 erschienenen Buchs &bdquo;Bildungsgeschichte\/n&ldquo; auch daran erinnert.<\/em><\/p><p><em>Wer den sich bald schon zur Brieffreundschaft entwickelnden Briefwechsel vermittelt hatte &ndash; ob der evangelische Vikar oder die ehemalige Klassenlehrerin der Volksschule &ndash; kann die Wilma heute nicht mehr zu sagen. Sie erinnert sich heute nur noch, dass sie ihn begann und wie er sich in den Briefen, die Lore ihr schrieb, darstellte:<\/em><\/p><p>&bdquo;Mitte <strong>M&auml;rz 1962 <\/strong>erhielt Wilma den ersten Brief von Lore, in dem Lore sich vorstellte. Sie sei ebenfalls vierzehn Jahre alt, habe zwei j&uuml;ngere Schwestern, der Vater arbeite als Deutschlehrer und die Mutter als Hauswirtin. Sie z&auml;hlte die Schulf&auml;cher und ihre Lieblingsf&auml;cher Deutsche Literatur und Geschichte auf, schrieb, dass die deutschst&auml;mmigen Kinder ab der 2. Klasse die deutsche Sprache lernten, es in ihrer Schule Kinder vieler Nationen gebe und die Notenwertung der in Westeuropa widersprach, weil die schlechteste Zensur die &ldquo;eins&rdquo; sei.<\/p><p>Au&szlig;erdem stellte sie Leninpol als &ldquo;gro&szlig;es Dorf&rdquo; mit Schulen, zwei Krankenh&auml;usern, einem Kulturhaus und L&auml;den vor und f&uuml;hrte einige russische Worte auf, mit denen man einen Brief einleiten kann.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Im n&auml;chsten Brief vom <strong>11.4.1962 <\/strong>ging es erneut um schulische und kulturelle Vorlieben. Sie schrieb, dass sie &ldquo;f&uuml;r das Lernen nicht zahlen&rdquo; m&uuml;sse und &ldquo;in allen Schulen der UdSSR lernen Jungen und M&auml;dchen in den Klassen zusammen&rdquo;.<\/p><p>Damit ging sie wohl auf eine Mitteilung Wilmas &uuml;ber das BRD-Schulsystem und ihre Volksschulklasse ein.<\/p><p>Dann z&auml;hlte sie ihre gesch&auml;tzten Musiker: Beethoven, Mozart, Bach, Strau&szlig; und Tschaikowski auf und schrieb, dass sie &ldquo;Schauspieler&rdquo; sammle.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Ferner f&uuml;gte sie die Adresse einer Mitsch&uuml;lerin an, die ebenfalls eine Brieffreundschaft mit einer westdeutschen Sch&uuml;lerin aufnehmen m&ouml;chte, und legte zwei Fotos von sich bei.<\/p><p>Wilma musste wohl einen neuen Briefkontakt vermittelt haben, denn im Brief vom <strong>10.6.1962 <\/strong>teilt Lore mit, dass sie nicht wisse, ob Frieda &ldquo;einen Brief von Deiner Freundin bekommen hat.&ldquo;<\/p><p>Wilma erfuhr, dass es in Kirgisien drei Monate (vom 1.6.-1.9) Sommerferien gebe und kirchliche Feste nicht gefeiert werden, denn:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Man k&auml;mpft in der Sowjetunion gegen die Religion.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ansonsten zeigte sich, dass das Schulleben in der UdSSR etwa dem in Deutschland entsprach, allerdings gebe es keine Wandertage, dagegen Konzertveranstaltungen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Lore charakterisierte auch ihre heimatliche Landschaft mit Bergen, dem Fluss Talas und dem Talaswald sowie das Klima, das im Sommer &uuml;ber 30&deg; Celsius erreiche.<\/p><p>In der Zwischenzeit muss Wilma ein Foto von sich an Lore gesandt haben, denn im Antwortbrief vom <strong>11.8.1962 <\/strong>hei&szlig;t es: &ldquo;Dein Foto hat mir sehr, sehr gefallen.&rdquo;<\/p><p>Allerdings k&ouml;nne sie Wilmas Einladung zu sich nicht wahrnehmen.<\/p><p>Dann teilt sie mit, dass sie Akkordeon lerne und mit ihrer Schwester auch ein bisschen Klavier spiele und fragt, ob es in Westdeutschland Noten zur Begleitung f&uuml;r Akkordeon von Musikst&uuml;cken von J. Strau&szlig;, Mozart, Beethoven oder Weber gebe.<\/p><p>Wilma hatte ihr geschrieben. dass sie &ldquo;Unsere kleine Stadt&rdquo; von T. Wilders gelesen habe, denn Lore geht darauf ein, sie kenne das St&uuml;ck nicht, sie lese &ldquo;Anna Karenina&rdquo; von L. Tolstoi, das habe ihr &ldquo;sehr gefallen&rdquo;.<\/p><p>Fast zwei Monate sp&auml;ter erh&auml;lt Wilma wieder einen Brief, datiert vom <strong>30.9.1962<\/strong>. In ihm teilt Lore mit, dass ihre Schauspieleridole G&eacute;rard Philip und Gina Lollobriggida seien und dass in ihrer Heimat &ldquo;fast immer gute Filme&rdquo; vorgef&uuml;hrt w&uuml;rden, der letzte Film &ldquo;Mutter Indien&rdquo; sei ein &ldquo;wundersch&ouml;ner Film&rdquo;.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p><small>Opernhaus von Frunse, Hauptstadt der Kirgisischen SSR<\/small><\/p><p>Das Thema Film wurde auch im n&auml;chsten Brief, datiert am <strong>25.11.1962<\/strong>, wieder aufgegriffen. Wilma musste Lore wohl geschrieben haben, dass sie den Film &ldquo;Wenn die Kraniche ziehen&rdquo; interessant und gut gefunden habe, denn Lore bedauert, dass sie ihn nicht kenne. Sie habe aber die Verfilmung von Mozarts &ldquo;Don Juan&rdquo; und Homers &ldquo;Wanderungen des Odysseues&rdquo; gesehen.<\/p><p>Au&szlig;erdem lese sie Turgenjews &ldquo;Rudin&rdquo; und habe einen Aufsatz &uuml;ber das Drama &ldquo;Gewitter&rdquo; von Ostrowski verfasst.<\/p><p>Das P&auml;ckchen mit den gew&uuml;nschten Musiknoten, das ihr Wilma angek&uuml;ndigt hatte, habe sie noch nicht erhalten.<\/p><p>Sie erhielt es sp&auml;ter, denn in einer Briefkarte bedankte sie sich f&uuml;r &ldquo;die Strau&szlig;walzer&rdquo;.<\/p><p>Entweder wurde der Briefwechsel in den Jahren <strong>1963\/64 <\/strong>unterbrochen oder die Briefe sind verloren gegangen.<\/p><p>In Wilmas Sammlung findet sich erst wieder ein Brief, der mit <strong>9.12.1964 <\/strong>datiert ist.<\/p><p>Wahrscheinlich hatte Wilma den Briefkontakt wieder aktiviert. Dabei hatte sie auch mitgeteilt, dass es bei der &Uuml;bersendung von P&auml;ckchen und Paketen Schwierigkeiten gegeben habe, weshalb Lore meinte: &ldquo;Mach dir nur dar&uuml;ber keine Sorgen. Du brauchst mir nichts zu schicken. Das haupte sind ja die Briefe.&rdquo;<\/p><p>In ihrem Brief hatte ihr Wilma auch einige Herbstgedichte beigelegt, denn Lore geht auf Hesse und Rilke ein. Auch sie legte nun ihrem Brief Herbstgedichte, die sie selbst ins Deutsche &uuml;bersetzt hatte, bei, wie &ldquo;Herbst&rdquo; von Rudolf Jacquemin, &ldquo;Herbstgedanken&rdquo; von Edmund G&uuml;nter, &ldquo;Das Laub&rdquo; von Heinrich K&auml;mpf und &ldquo;Herbstbl&auml;tter&rdquo; von Alexander Henning.<\/p><p>Auch hatte Wilma darauf verwiesen, dass sie klassische Musik, besonders die Beethovens, liebe, denn Lore schreibt: &ldquo;Ich habe diesen Komponisten, diesen stolzen Menschen, immer mehr lieb.&rdquo;<\/p><p>In diesem Brief teilte Lore auch mit, dass in der Organisation der Schulzeit, Klasse 11, Ver&auml;nderungen vorgenommen und wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht worden seien.<\/p><p>Bez&uuml;glich des anstehenden Jahreswechsels erinnert sie, dass in der UdSSR nicht Weihnachten, sondern Neujahr gefeiert werde: &ldquo;Dann schm&uuml;cken wir die Tanne, bekommen Geschenke. In der Schule gibt es festliche Sch&uuml;lerabende. Ich freue mich schon darauf!&rdquo;<\/p><p>Dann erf&auml;hrt Wilma von Lore, dass diese n&auml;chstes Jahr etwa zur gleichen Zeit sich in Nowosibirsk in Sibirien aufhalten werde, denn sie beabsichtige, an der P&auml;dagogischen Hochschule an der Fakult&auml;t &ldquo;Deutsche Sprache und Deutsche Literatur&rdquo; zu studieren. Zuletzt erfolgt eine Art Wetterbericht, demnach sei es in Kirgisien sehr kalt geworden: &ldquo;heute morgen war es -28&deg; Celsius.&rdquo;<\/p><p>Im darauffolgenden Brief vom <strong>31.1.1965 <\/strong>bedankt sich Lore f&uuml;r einen Ausschnitt &uuml;ber den Limburger Dom, den ihr Wilma geschickt hatte. Sie teilt auch mit, dass sie Viktor Hugos &ldquo;Notre Dame le Paris&rdquo; lese.<\/p><p>Ihrem Schreiben legt sie wieder Gedichte, &ldquo;typische Gedichte f&uuml;r die sowjetische Poesie&rdquo;, bei: &ldquo;Romantischer Gebirgspa&szlig;&rdquo; von Mumin Kanvatow, &ldquo;Hand in Hand&rdquo; von Samuil Marschak, &ldquo;Wie Morgenschnee&rdquo; von Konstantin Mursidi, &ldquo;Dein Fenster flimmert dort..&rdquo; und &ldquo;Junge Birke&rdquo; von Stephan Stschipatow und &ldquo;Schritte bergan&rdquo; von Nikolai Arsejew.<\/p><p>Da sie von ihrer DDR-Brieffreundin &uuml;ber die &ldquo;Beatles&rdquo; informiert worden sei, fragt sie an, ob die wirklich so popul&auml;r seien und ob sie ein Foto von der Gruppe bekommen k&ouml;nne.<\/p><p>Zuletzt erf&auml;hrt Wilma, dass ein Onkel von Lore in M&uuml;nchen, wo er w&auml;hrend des Krieges hingekommen sei, wohne.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Zu ihrem 18. Geburtstag erh&auml;lt Wilma eine Gl&uuml;ckwunschkarte mit der Mitteilung, dass Lore mitten in den Abiturpr&uuml;fungen stecke und den Wunsch habe, &ldquo;den Loreleyfelsen und den romantischen Rhein&rdquo; zu sehen.<\/p><p>Im Oktober hatte sich Lores Adresse ge&auml;ndert, denn sie war tats&auml;chlich nach Nowosibirsk zum Studium gegangen. In ihrem Brief vom <strong>19. Oktober 1965 <\/strong>teilt sie Wilma mit, dass sie nun schon drei Monate in der sibirischen Stadt wohne, viele Menschen kennen gelernt, einen Monat bei der Kartoffelernte im Kolchos gearbeitet habe und in folgenden Studienf&auml;cher unterrichtet werde: &ldquo;Deutsch (Lexik, Phonetik u. Grammatik), Ausl&auml;ndische Literatur (jetzt Griechische und R&ouml;mische, sp&auml;ter Deutsche Lit.), Latein, Psychologie, Geschichte der Kommunistischen Partei der SU, Russisch, russische Literatur, Sprachlehre, Literaturkunde (dies vom 2. Semester), Medizin und Sport.&rdquo; Das Studium dauere vier Jahre.<\/p><p>Des weiteren habe sie noch freiwillig Musikunterricht genommen, um nach drei Jahren als &ldquo;Schulchormeister&rdquo; abzuschlie&szlig;en.<\/p><p>Ihre Lerngruppe umfasse zehn M&auml;dchen und einen Jungen und sie lebe mit vier M&auml;dchen zusammen auf einem Zimmer im Studentenheim. Au&szlig;erdem lobt sie ihre Eltern als &ldquo;goldene Menschen&rdquo;.<\/p><p>Umfassend wird die Stadt Nowosibirsk beschrieben:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Sch&ouml;n ist sie am Abend, wenn sie mit Lichter beleuchtet ist. Das sch&ouml;nste ist wohl das Operntheater. Mit der ganzen Truppe waren wir auf die Trag&ouml;die &acute;Medea` gegangen. Es hat uns sehr gut gefallen. Es wurde vom Moskauer Theater aufgef&uuml;hrt, in der Hauptrolle die Schauspielerin Kosyzewa. Sie machte ihre Sache sehr gut. Sehr gefiel mir auch der Saal mit einem gro&szlig;en, herrlichen Kronleuchter. 16 Statuen der Musen und G&ouml;tter stehen ringsum. Das Theater ist das gr&ouml;&szlig;te in der SU. Sch&ouml;n ist auch das Operettentheater, das Kinotheater &acute;Popeda` (Sieg), der Stadtpark der Helden der Revolution; sehr sch&ouml;n ist es im Akademiest&auml;dtchen, wo fast nur Gelehrte leben und Studenten.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wahrscheinlich hatte Wilma Lore &uuml;ber die Bundestagswahlen 1965 informiert; denn Lore meinte, dass sie Politik doch interessiere und dar&uuml;ber mehr wissen wolle. Abschlie&szlig;end bedauert sie, keine M&ouml;glichkeit zu haben, um Musik zu h&ouml;ren, und f&uuml;r ein paar Tage nach Leninpol fahren werde.<\/p><p>Dem Brief liegen zwei Fotos bei: ein Passfoto, auf dem eine blonde, attraktive, junge Frau abgebildet ist, und eine Ansichtskarte von Nowosibirsk.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-07.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-07.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Im <strong>Dezember 1965 <\/strong>erh&auml;lt Wilma dann noch eine Weihnachtskarte.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-08.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-08.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>In ihrem Antwortbrief hatte Wilma Lore &uuml;ber das Leben der Jugend in ihrem Land geschrieben, denn Lore bezieht sich in ihrem Brief vom <strong>19.2.1966 <\/strong>darauf.<\/p><p>Dann erz&auml;hlt sie von ihrem Heimatbesuch in Leninpol.<\/p><p>Wilma muss ihr im Antwortbrief &uuml;ber Picassos Kunst geschrieben haben, denn Lore geht am <strong>12.6.1966 <\/strong>darauf ein.<\/p><p>Au&szlig;erdem fragte sie Wilma, womit sie ihr eine Freunde in Form eines Geschenkes aus der Sowjet-Union machen k&ouml;nne. Sie w&uuml;rde ihr gerne einen gro&szlig;en Blumenstrau&szlig; zukommen lassen, doch in Sibirien wachsen bekanntlich keine. Die, die man kaufen k&ouml;nne, k&auml;men alle aus Mittelasien und der Krim.<\/p><p>Zudem erf&auml;hrt Wilma, dass Lore zusammen mit ihrer Freundin Lilli den sowjetischen Film &ldquo;Monat Mai&rdquo; und den amerikanischen Film &ldquo;Wahnsinnige Welt&rdquo; im Kino gesehen habe.<\/p><p>In der Zwischenzeit hatte Wilma Lore einige B&uuml;cher zugesandt, denn in ihrem Brief vom <strong>8.8.1966 <\/strong>bedankt sich Lore daf&uuml;r. Dann erz&auml;hlt sie von ihrem geliebten Kirgisien, das sie nach den Abschlusspr&uuml;fungen im Sommer wieder besucht hatte.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-09.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-09.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Au&szlig;erdem bittet sie Wilma um eine Meinungs&auml;u&szlig;erung und Wertung &uuml;ber das von ihr verfasste Lied &ldquo;So wie ich bin&rdquo;, das sie als Notenblatt beilegt. Das Lied beginnt so:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nimm mich so, nimm mich so, wie ich bin, alles gebe ich f&uuml;r dich, mein Lieber, hin. Lieb mich so, lieb mich so, wie ich bin, dann erst hat f&uuml;r mich das Leben einen Sinn.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dann werden Zukunftspl&auml;ne erwogen:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Wahrscheinlich komme ich in ein sibirisches Dorf. Nun, dann kann ich dort sehr viel machen &ndash; Kulturarbeit unter der Bev&ouml;lkerung leisten, in der Schule die Laienkunst auf die Beine bringen, vielleicht einen Chor organisieren. Arbeit wird&acute;s geben. Die Energie wird mir ja auch nicht fehlen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Auch fragt sie nach, ob Wilma nicht Bekannte habe, die auch eine Brieffreundschaft mit einer ihrer Mitstudentinnen aufnehmen wollen.<\/p><p>Der letzte Brief, den Wilma von Lore erh&auml;lt, kommt aus Riga und ist mit <strong>7. Oktober 1967 <\/strong>datiert. Lore schreibt, dass ihre Eltern nach Lettland umgezogen seien und sie selbst sich an der Universit&auml;t Riga eingeschrieben habe. Dort lerne sie nun auch Englisch und Lettisch.<\/p><p>Anschaulich wird die Reise von Kirgisien nach Riga beschrieben:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Der Zug fuhr durch Kirgisien, dann durch die W&uuml;sten und Steppen Kasachstans. Da war es schrecklich hei&szlig; zu fahren, und nichts Gr&uuml;nes zu sehen. Dann wurde es schon gr&uuml;ner n&auml;her zum Ural. Und am zweiten Tag konnten wir uns schon an der sch&ouml;nen Uralgegend erg&ouml;tzen, sahen die Wolga. Drei Tage und N&auml;chte fuhr der Zug bis Moskau. Wir nutzten auch da die Zeit: gingen durch Moskau, kamen zum Roten Platz, sahen den Kreml. Am Abend fuhr uns der Zug aus Moskau fort und am n&auml;chsten Morgen kamen wir in Riga an.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Riga gefalle ihr, besonders der Kontrast alter und neuer Bauten: &ldquo;Und was mir noch auff&auml;llt: in Sibirien waren die Menschen offener, freiherziger, freundlicher. Hier sind sie sehr verschlossen.&rdquo;<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-10.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-10.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Der Abschied von Nowosibirsk sei ihr deshalb schwer gefallen. Das von Wilma verfasste Gedicht finde sie gut.<\/p><p>Sie selbst legte dem Brief noch zwei selbst verfasste und nun gedruckte Lieder aus dem Jahr 1966 und ein neues Foto von ihr bei.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-11.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230724-Brieffreundschaft-11.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/div><p>Lore schrieb, ihr Lebensmotto laute:<\/p><blockquote><p>\n&acute;Das alte nicht vergessen und sch&auml;tzen<\/p>\n<p>Aber auch das Neue kennen und lieben.&acute;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><em>Warum der Briefwechsel endete, erinnert Wilma heute, nach mehr als vierzig Jahren, nicht mehr. Wichtig\/er ist ihr, dass er &uuml;berhaupt stattfand &ndash; zeigt er doch, dass sich hier junge Leute verschiedener Kulturen und Gesellschaftssysteme kennen und verstehen lernen wollten. Und auch verstehen lernen konnten.<\/em><\/p><p><em>Der Briefwechsel gibt aber auch Auskunft &uuml;ber das Leben junger Leute in den sechziger Jahren: &uuml;ber ihre &Auml;ngste und Bedr&auml;ngnisse, &uuml;ber ihre Tr&auml;ume und Hoffnungen, &uuml;ber ihre Vorlieben und Hobbies, &uuml;ber ihre kulturelle Neigungen und &uuml;ber ihre Zukunftshoffnungen.<\/em><\/p><p><em>Die Brieffreundschaft Lore&ndash;Wilma aus den Jahren 1962 bis 1967 vermittelt schlie&szlig;lich Einblicke in eine &ndash; heute unwiederruflich vergangene &ndash; allt&auml;gliche Briefkultur mit ihren menschlichen Umgangsformen. Diese Brieffreundschaft dokumentiert angesichts des geschichtlichen Hintergrunds auch eine alltagspraktisch wirksame humanitas mit ihrer &ndash; so der Soziologe Georg Simmel &ndash; besonderen &bdquo;Einheit von N&auml;he und Entferntheit, die jegliches Verh&auml;ltnis zwischen Menschen enth&auml;lt&ldquo;. Und diese Brieffreundschaft erinnert an zwei Brieffreundinnen, in deren &bdquo;Innerstem&ldquo; es auch in verdammt Kalten Zeiten &ndash; so die Autorin Anna Seghers &ndash; &bdquo;etwas gab, was unangreifbar war und unverletzlich&ldquo;.<\/em><\/p><p>Dr. Wilma Ruth Albrecht (*1947 in Ludwigshafen\/Rhein) ist Historikerin mit Arbeitsschwerpunkten Architektur-, Politik- und Literaturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Letzterschienene Buchver&ouml;ffentlichung <em>&Uuml;BER LEBEN. Roman des Kurzen Jahrhunderts<\/em> (4 B&auml;nde, Verlag freiheitsbaum: Edition Spinoza, 2016\/19; <a href=\"https:\/\/dhubw.de\/611-1-edition-spinoza\" target=\"_top\" rel=\"noopener noreferrer\">dhubw.de\/611-1-edition-spinoza<\/a>); <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilma_Ruth_Albrecht\">mehr zur Autorin<\/a><\/p><p>~19.150 GBZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ver&ouml;ffentlichung des Briefwechsels <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101343\" target=\"_top\" rel=\"noopener noreferrer\">Ein deutsch-russischer Briefwechsel, der die NachDenkSeiten-Redaktion tief ber&uuml;hrt hat<\/a> hat positive Folgen. Wir erhielten daraufhin die Dokumentation einer Brieffreundschaft eines russischen und eines deutschen M&auml;dchens bzw. junger Frauen. Auch dieser Briefwechsel ist interessant. Deshalb ver&ouml;ffentlichen wir ihn im Folgenden und danken zugleich der NachDenkSeiten-Leserin <strong>Wilma Ruth Albrecht<\/strong><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101577\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":101578,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[170,165],"tags":[1268,2147],"class_list":["post-101577","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-friedenspolitik","category-innen-und-gesellschaftspolitik","tag-kalter-krieg","tag-sowjetunion"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/230724-Brieffreundschaft-titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=101577"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101577\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101592,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/101577\/revisions\/101592"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/101578"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=101577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=101577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=101577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}