{"id":101779,"date":"2023-07-29T11:45:07","date_gmt":"2023-07-29T09:45:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101779"},"modified":"2023-07-29T17:28:01","modified_gmt":"2023-07-29T15:28:01","slug":"china-strategie-der-bundesregierung-aktionismus-protektionismus-und-inkompetenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101779","title":{"rendered":"China-Strategie der Bundesregierung: Aktionismus, Protektionismus und Inkompetenz"},"content":{"rendered":"<p>Das <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/blob\/2608578\/810fdade376b1467f20bdb697b2acd58\/china-strategie-data.pdf\">Strategiepapier der Bundesregierung<\/a> wurde am 13. Juli 2023 beschlossen. In dem 64-seitigen Dokument wird die gro&szlig;e Informationsl&uuml;cke der Bundesregierung in Chinas Politik deutlich. Der neue Kurswechsel bedeutet Protektionismus aufgrund von schlechter Beratung durch milliardenschwer bezahlte US-Thinktanks, die die deutsche Wirtschaft sabotieren. Von <strong>Christian Wagner<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nChinas unbestreitbare Erfolg beruht auf Reformen. Und gerade in den letzten zehn Jahren hat die Volksrepublik China in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Hochtechnologie, Armutsbek&auml;mpfung, Klimaschutz und Schutz von Menschen mit Behinderungen Erstaunliches erreicht. Der Sozialismus chinesischer Pr&auml;gung will nach Eigendarstellung das Leben der Menschen in Harmonie, Frieden und Wohlstand, im Einklang mit der Natur und in gegenseitiger Achtung gestalten. Weltpolitisch wird die Menschheit als eine geteilte Zukunft betrachtet, weshalb es wichtig ist, bei der L&ouml;sung der Konflikte der Welt zusammenzuarbeiten. China greift in keinen Konflikt der Welt milit&auml;risch ein und zwingt keinem Land der Welt seinen Willen auf. Alle Partner entscheiden sich f&uuml;r China, weil China die kulturellen, politischen und historischen Aspekte jeder Nation respektiert &ndash; auch und gerade im Falle Deutschlands.<\/p><p>Deutschland selbst stand in den letzten zehn Jahren vor gro&szlig;en Herausforderungen. Statt Erfolge zu verbuchen, sahen sich die gesamte EU und ihre transatlantischen Partner mit Konflikten konfrontiert. So haben mehrere Kriege f&uuml;r die proklamierte Freiheit, Demokratie und den Erhalt der &bdquo;regelbasierten Weltordnung&ldquo; in Afrika, im Nahen Osten und zuletzt in der Ukraine zu Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men und wirtschaftlicher Instabilit&auml;t gef&uuml;hrt. Auf nationaler Ebene f&uuml;hren massive Fehlinvestitionen in die Sozial-, Verkehrs-, Bildungs- und Wohnungsinfrastruktur zu Unruhen. Nicht ohne Grund gibt es auch in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern wie Frankreich massive Proteste. Das Ergebnis sind eine Energiekrise, hohe Inflation und eine stark gesch&auml;digte Wirtschaft.<\/p><p>Das Strategiepapier der Bundesregierung, das seine Kernelemente aus dem Einfluss US-amerikanischer Medien in Deutschland, US-amerikanischer Thinktanks und gr&uuml;ner US-Lobbys bezieht, besiegelt nun die wirtschaftliche und politische Distanz zu China. Europ&auml;ische Unternehmen d&uuml;rften es nun schwerer haben, an Chinas Fortschritt zu partizipieren. Der Hauptgrund daf&uuml;r ist, dass die Bundesregierung nicht versteht, was in China passiert. Sie hat nicht verstanden, welche Fortschritte China in den letzten zehn Jahren gemacht hat. Die Kluft wird gr&ouml;&szlig;er, der Aufstieg Chinas scheint unaufhaltsam. Statt gemeinsam die gro&szlig;en Projekte der Welt anzugehen, segelt die Bundesregierung in einen heftigen Sturm.<\/p><p><strong>Rhetorisches Wortspiel untergr&auml;bt Ein-China-Prinzip und erkennt Autonomie Taiwans an<\/strong><\/p><p>Das Strategiepapier der Bundesregierung ist sprachlich gepr&auml;gt von rhetorisch-politischen Wortspielen, die deutlich auf Protektionismus zielen, aber oberfl&auml;chlich den Anschein von Kooperation erwecken. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Taiwanfrage. So bekennt sich die Bundesregierung zwar weiterhin zum Ein-China-Prinzip, bezeichnet es aber ausdr&uuml;cklich als &bdquo;Ein-China-Prinzip der EU&ldquo;. Weltweit gibt es nur eine einzelne g&auml;ngige Definition des Ein-China-Prinzips, die die Volksrepublik China als einzige legitime Nation Chinas anerkennt. In den Vereinten Nationen und allen internationalen Organisationen vertritt die Volksrepublik China ganz China, einschlie&szlig;lich der Provinz Taiwan. Die Bundesregierung spricht nun aber im Namen der EU und erw&auml;hnt im Strategiepapier ausdr&uuml;cklich, dass sie Taiwan neben der Volksrepublik China bei der Teilnahme an internationalen Organisationen unterst&uuml;tzen will. Dies untergr&auml;bt das gesamte Konzept des Ein-China-Prinzips und f&uuml;hrt zu einer indirekten Legitimierung Taiwans als eigenst&auml;ndiger Staat.<\/p><p><strong>EU Global Gateway als chaotische Alternative zur Seidenstra&szlig;e (Belt and Road)<\/strong><\/p><p>Die Bundesregierung distanziert sich ausdr&uuml;cklich vom Seidenstra&szlig;enprojekt sowie von der Global Development Initiative und der Global Security Forces Initiative. So sieht die Bundesregierung das Belt-and-Road-Projekt als Mittel Chinas, sich in den Mittelpunkt zu stellen und andere L&auml;nder &bdquo;abh&auml;ngig&ldquo; zu machen. Die Bundesregierung sieht sich in der Position, eine Alternative zum One-Belt-One-Road-Projekt umzusetzen. So will die EU bis 2027 600 Milliarden Dollar in die Infrastruktur von L&auml;ndern investieren, die europ&auml;ische Werte und Interessen verfolgen. Es gibt also kein klares Konzept, sondern eine gie&szlig;kannenartige Verteilung von Geldern, die schon in den letzten Jahrzehnten nicht zum Erfolg gef&uuml;hrt hat.<\/p><p>Hier wird in der Formulierung des Strategiepapiers deutlich, dass die Bundesregierung nicht wei&szlig;, was die Belt and Road Initiative bedeutet. So wird das Belt-and-Road-Projekt von allen beteiligten Staaten freiwillig unterst&uuml;tzt. Das Belt-and-Road-Projekt konnte in den Bereichen Infrastruktur, Bau von Schulen, Wohnh&auml;usern, Krankenh&auml;usern, Inklusion oder Technologieentwicklung nachweislich zur Armutsbek&auml;mpfung in ganz Afrika und dem Nahen Osten beitragen. So werden Technologiekooperationen aufgebaut, Universit&auml;ten entlang der Seidenstra&szlig;e kooperieren, und die Logistik wird g&uuml;nstiger. Im Rahmen des Projekts erhalten beispielsweise afrikanische Studenten Stipendien und k&ouml;nnen kostenlos in China studieren, um anschlie&szlig;end mit ihren F&auml;higkeiten ihr Land aufzubauen. Eine sichere Infrastruktur bringt Stabilit&auml;t f&uuml;r die Menschen und belebt den Handel. Lokale Produkte entlang der Seidenstra&szlig;e, zum Beispiel von pakistanischen Kleinbauern, k&ouml;nnen pl&ouml;tzlich auf dem chinesischen Markt verkauft werden. Es ist ein Projekt f&uuml;r eine gemeinsame Zukunft der Menschheit im Einklang mit der Natur. <\/p><p>Chinas internationale Politik steht f&uuml;r Win-win-Kooperation, f&uuml;r eine multipolare Welt, f&uuml;r Respekt vor anderen Kulturen, ohne sie zu belehren, und f&uuml;r das, was es hei&szlig;t, &bdquo;richtig&ldquo; zu leben. Nationen, die jahrzehntelang vom Westen dominiert wurden und wo dieser aktiv Instabilit&auml;t gef&ouml;rdert hatte, haben nun eine neue Alternative und gehen aktiv darauf zu. Nach Gespr&auml;chen mit afrikanischen Studenten in China &uuml;ber den Unterschied zwischen dem Westen und China erkl&auml;rten sie, dass China das Geld der Regierung gibt, die in die Infrastruktur investiert und mit chinesischem Know-how Schulen etc. baut. Der Westen hingegen gibt Geld an lokale ausl&auml;ndische Organisationen, die korrupt sind, Warlords finanzieren und die Politik bestimmen wollen, ohne die Kulturen zu kennen.<\/p><p>Durch die Distanz der Bundesregierung und die ausbleibenden Investitionen werden Deutschland und ganz Europa nicht zum Zuge kommen. Deutsche Unternehmen und Technologien sowie deutsche Anteilseigner werden durch die Politik ausgeschlossen und k&ouml;nnen sich nicht an der Entwicklung der Weltgemeinschaft in der Belt and Road Initiative beteiligen. Dies erschwert auch die Verhandlungsmacht zur Durchsetzung der eigenen Politik in den jeweiligen Regionen. Deutschland schlie&szlig;t sich selbst aus.<\/p><p><strong>Protektionismus im Bereich der Rohstoffe, Technologien und Handel<\/strong><\/p><p>China ist nach den USA der zweitgr&ouml;&szlig;te Patenthalter der Welt. Die Schl&uuml;sseltechnologien sind in chinesischer Hand. Die Volksrepublik teilt diese Technologien mit allen Partnern und f&ouml;rdert die Entwicklung der Menschheit auf Basis von Win-win. Die Bundesrepublik erkennt China hier als weltweit f&uuml;hrend an, etwa bei k&uuml;nstlicher Intelligenz, Quantentechnologien oder autonomem Fahren. Deutschland will sich hier aber von den Chinesen trennen, um nicht &bdquo;abh&auml;ngig&ldquo; zu werden. Gleichzeitig subventioniert die EU\/BRD eigene Technologien wie KI. Das EU-Chip-Gesetz wird eingef&uuml;hrt. Chinesische Firmen sollen von jeglicher Beteiligung ausgeschlossen werden. Neue Rohstoffpartner sollen gefunden werden. Nur d&uuml;rfen diese Technologien laut Strategiepapier nur Staaten nutzen, die die Grundwerte der Europ&auml;er vertreten. Damit werden diese Technologien vom Weltmarkt abgekoppelt, was dem Wettbewerb schadet und an den Technologiering des Kalten Krieges erinnert. Demgegen&uuml;ber bekennt sich die Bundesregierung zum transatlantischen B&uuml;ndnis und will solche Technologien mit den USA teilen, den Markt f&uuml;r US-Firmen &ouml;ffnen und mit sicherheitspolitischen und milit&auml;rischen Kooperationen verbinden. Fraglich ist auch, ob Protektionismus mit Sanktionen gleichzusetzen ist und das chinesische Foreign Anti-Sanctions Law aktiviert werden k&ouml;nnte, was zu Gegenma&szlig;nahmen Chinas f&uuml;hren w&uuml;rde.<\/p><p>Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands f&uuml;r Wirtschaftsf&ouml;rderung (BWA) &ndash; einer der wenigen deutschen unpolitischen, rationalen Wirtschaftsverb&auml;nde &ndash;, Michael Schumann, &auml;u&szlig;ert sich dazu: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir begr&uuml;&szlig;en diese sogenannte &bdquo;Strategie&ldquo; der Bundesregierung ausdr&uuml;cklich nicht, da sie die Beziehung zu Deutschlands wichtigstem Handelspartner in einer schwierigen Zeit zus&auml;tzlich belastet. Die Priorit&auml;tensetzung, Wortwahl und Handlungsempfehlungen in diesem Dokument liegen nicht im Interesse unserer Unternehmen, die erfolgreich in China t&auml;tig sind und beabsichtigen, dies auch in Zukunft weiterhin zu sein.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Klimaschutz durch eigenen Protektionismus sabotiert<\/strong><\/p><p>Eines der wichtigsten bilateralen Ziele der Bundesrepublik Deutschland ist die Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China im Bereich Klimaschutz. Die Volksrepublik ist weltweit Vorreiter bei erneuerbaren Technologien. Wer z.B. in China durch die Stra&szlig;en f&auml;hrt, sieht immer seltener Verbrennungsmotoren. Paradoxerweise setzt die protektionistische Politik der Bundesregierung auf erschwerte Handelsbedingungen f&uuml;r wichtige Technologien, die f&uuml;r den Klimaschutz von Bedeutung sein k&ouml;nnen. Auch die Forschung und Entwicklung eigener Technologien soll vor chinesischem Zugriff gesch&uuml;tzt werden. Damit konterkariert die Bundesregierung ihre eigenen Klimaziele und erschwert die Zusammenarbeit. Kritisiert werden auch die chinesischen Subventionen f&uuml;r Kohlekraftwerke in Entwicklungsl&auml;ndern. Hier wolle die Bundesregierung Entwicklungen bremsen und gegen nationale Sicherheitsinteressen im Sinne einer &bdquo;regelbasierten Weltordnung&ldquo; arbeiten. Zudem hat die EU die Erarbeitung eines neuen Investitionsgesetzes auf Eis gelegt. Die Bundesregierung setzt sich zudem daf&uuml;r ein, China den Status als Entwicklungsland abzuerkennen, w&auml;hrend sie gleichzeitig kritisiert, dass noch zahlreiche Entwicklungen in China n&ouml;tig sind. Solche paradoxen Formulierungen finden sich durchg&auml;ngig im gesamten Strategiepapier wieder.<\/p><p><strong>Unkenntnis der nationalen Entwicklung Chinas pr&auml;gt das Strategiepapier<\/strong><\/p><p>Besonders auff&auml;llig an dem Strategiepapier der Bundesregierung ist die mangelnde Kenntnis der innerchinesischen Entwicklungen. Wie &uuml;blich werden nationale Angelegenheiten um Hongkong, Taiwan, Tibet oder Xinjang, die Pressefreiheit und auch der erschwerte Zugang deutscher Unternehmen zum chinesischen Markt kritisiert.<\/p><p>Was die Meinungsfreiheit betrifft, so ist konstruktive Kritik in China ausdr&uuml;cklich erw&uuml;nscht. Kritik und Diskussion sind in China der Garant f&uuml;r Entwicklung. Im akademischen Bereich wird sogar explizit ein st&auml;ndiger Dialog mit den USA, Deutschland und international anerkannten Organisationen wie der Weltbank gef&uuml;hrt, um neue Entwicklungen herbeizuf&uuml;hren. Die akademische Diskussion ist lebhaft, und auch Kritik aus dem Ausland ist erw&uuml;nscht, um das Leben der Menschen zu verbessern. Neben der akademischen Auseinandersetzung ist auch die &Ouml;ffentlichkeit durch die N&auml;he zur Partei mit ihren &uuml;ber 90 Millionen Mitgliedern stark eingebunden. So gibt es beispielsweise in allen Wohnsiedlungen Nachbarschaftskomitees der Partei, die sich t&auml;glich um die Belange der Bewohner k&uuml;mmern und N&ouml;te an die zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden weiterleiten. Die Bewohner k&ouml;nnen selbst Parteimitglieder werden und somit am Demokratie- und Diskussionsprozess teilnehmen. Dies geschieht auf allen Ebenen bis zur Zentralregierung hoch im direkten Dialog mit der Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Ein wichtiger Bestandteil des Strategiepapiers ist gerade in Bezug auf die Wirtschaft ein fairer, nachhaltiger und reziproker Handel sowie der Schutz von Menschenrechten. So ist gerade f&uuml;r die Bundesregierung unklar, welche Entwicklungen innerhalb Chinas stattgefunden haben. Das Lieferkettengesetz sanktioniert sogar eigene deutsche Unternehmen, die Menschenrechte im Ausland nicht sch&uuml;tzen. Die Volksrepublik China hat zahlreiche neue Gesetze erlassen. Patent-, Urheber- und andere Schutzrechte wurden stark an deutsche und internationale Standards angeglichen. Auch das Personal Information Protection Law (PIPL) 2020 oder das Cybersecurity Law, das dem europ&auml;ischen Datenschutzrecht nahezu entspricht, wurden eingef&uuml;hrt. Im Jahr 2021 wurde ein neues Zivilgesetzbuch ver&ouml;ffentlicht, auch hier sind die Grunds&auml;tze sehr stark an das deutsche BGB angelehnt. China hat ein eigenes Arbeitsrecht (Labor Contract Law), welches Zwangsarbeit ausschlie&szlig;t, auch wenn im Strategiepapier von Zwangsarbeit in China die Rede ist.<\/p><p>Im Jahr 2022 wurde zudem das Antimonopolgesetz in China erneuert. Unternehmen, die in China t&auml;tig sind, haben ferner eine besondere Corporate Social Responsibility. Das hei&szlig;t, sie m&uuml;ssen Verantwortung f&uuml;r den Umweltschutz, den Schutz ihrer Mitarbeiter und den Schutz ihres Industriestandortes &uuml;bernehmen. So findet derzeit eine neue Landreform als Opening Up statt, bei der ausl&auml;ndische Unternehmer erstmals quasi Eigent&uuml;mer von Land werden k&ouml;nnen. Sie m&uuml;ssen aber die Interessen der Allgemeinheit sowie den Umweltschutz in l&auml;ndlichen Regionen wahren. Auch die Privatautonomie ist in China st&auml;rker gew&auml;hrleistet als in Deutschland, wo die H&uuml;rden h&ouml;her sind. Es ist durchaus fraglich, woher die Behauptung des R&uuml;ckschritts kommt. Vielmehr gibt es mehr Investitionsm&ouml;glichkeiten, die von den USA, nicht aber von der EU genutzt werden. Auch im Bereich des Schutzes der Bev&ouml;lkerung und des Einzelnen wurde der Rechtsstaat ausgebaut. Die Ausbildung von Juristen wird gef&ouml;rdert, Polizisten, Beamte und einfache B&uuml;rger werden verst&auml;rkt in Rechtsfragen geschult. Der chinesische Rechtsstaat basiert auf internationalen Vertr&auml;gen und hat viele deutsche Z&uuml;ge.<\/p><p>Die Kritik an der Unterdr&uuml;ckung von Minderheiten ist unbegr&uuml;ndet. Im Gegenteil, der Staat f&ouml;rdert die kulturellen Minderheiten und erleichtert ihnen den Zugang zu &ouml;ffentlichen Einrichtungen, Universit&auml;ten, Schulen oder auch zum Berufsleben. In der t&auml;glichen Praxis bedeutet dies auch landesweite Informationskampagnen &uuml;ber kulturelle Minderheiten und deren Schutz. Zudem sind im Nationalen Volkskongress, dem h&ouml;chsten Organ Chinas, immer Minderheiten vertreten. In Museen, Kunsthallen und in Filmen findet man auch immer Fotos und Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber kulturelle Minderheiten. Sie werden im ganzen Land mit allen 56 Kulturen respektiert.<\/p><p>Ein weiteres Missverst&auml;ndnis betrifft das chinesische Parteiensystem. So hei&szlig;t es im Strategiepapier, China habe ein Einparteiensystem. Das ist faktisch nicht richtig. So gibt es unter der F&uuml;hrung der Kommunistischen Partei Chinas mehrere Parteien. In der Politischen Konsultativkonferenz des Volkes (CPPCC), die parallel zum Nationalkongress stattfindet, beraten diese Parteien &uuml;ber neue Reformen. Die Parteien spiegeln verschiedene Interessengruppen wider. Da die Kommunistische Partei jedoch den Anspruch hat, das gesamte Volk zu repr&auml;sentieren, haben die Interessengruppen eine &auml;hnliche Wirkung wie beratende Lobbys und sind z.B. K&uuml;nstlergruppen etc., die am Meinungsbildungsprozess aktiv teilnehmen.<\/p><p>Das Strategiepapier zielt darauf ab, Frauen im Menschenrechtsdialog zu sch&uuml;tzen. So ist die Frau im sozialistischen China nach kommunistischem Verst&auml;ndnis l&auml;ngst gleichberechtigt. Frauen nehmen an Weltraummissionen teil, stehen an der Seite des Mannes und f&uuml;hren das Land mit an. Im chinesischen Grundgesetz und auch im Zivilrecht sind Kulturen und Geschlechter l&auml;ngst gleichgestellt.<\/p><p><strong>Erschwerung chinesischer Aktivit&auml;ten in Deutschland<\/strong><\/p><p>Neben der wirtschaftlichen Blockade wird auch die Zusammenarbeit mit der chinesischen Seite intensiver Pr&uuml;fungen unterzogen. So werden chinesische Institutionen st&auml;rker kontrolliert, ebenso wie Konfuzius-Institute oder -Organisationen, w&auml;hrend Partnerschaften mit Institutionen der Provinz Taiwan fortgesetzt werden. Hochschulen in Deutschland sollen aufmerksam mit den chinesischen Institutionen zusammenarbeiten. Die Bundesregierung will verst&auml;rkt eigene Softpower-Einrichtungen wie die Deutsche Welle in China etablieren, w&auml;hrend sie chinesische Medien in Deutschland ebenso wie russische blockieren und einschr&auml;nken m&ouml;chte.<\/p><p><strong>Fazit zeigt schwere Prognose f&uuml;r Europa<\/strong><\/p><p>Das Strategiepapier der Bundesregierung macht deutlich, dass eine Ann&auml;herung an die USA bei gleichzeitiger Aktivierung des Protektionismus f&uuml;r China betrieben wird. Die Wortwahl des Papiers zeigt oberfl&auml;chlich Kooperation. Alle wichtigen Punkte f&uuml;r wirtschaftliche Kooperation und gegenseitiges Verst&auml;ndnis fehlen jedoch. Die deutsche Wirtschaft wird sich weder an den Gro&szlig;projekten in China noch im Nahen Osten oder gar in Afrika beteiligen k&ouml;nnen. Zugleich schottet sich Europa ab. Die Bundesregierung l&auml;sst sich von US-Thinktanks fehlinformieren und schadet der deutschen Bev&ouml;lkerung, deutschen Wirtschaftsinteressen und ganz Europa. Die Unwissenheit &uuml;ber die inneren Angelegenheiten Chinas ist ein gro&szlig;es Kommunikationsdefizit. Als L&ouml;sung bleibt zu hoffen, dass China Aufkl&auml;rungskampagnen startet und dem Westen erkl&auml;rt, was der Sozialismus mit chinesischen Merkmalen bedeutet. Die Initiative Europas, einen neuen Markt f&uuml;r seine Produkte zu &ouml;ffnen, ist zu begr&uuml;&szlig;en, sofern diese der Welt zug&auml;nglich gemacht werden. Allerdings ist dieser Markt laut dem bundesdeutschen Strategiepapier auf Verb&uuml;ndete beschr&auml;nkt, was zu weiterer Abschottung f&uuml;hren wird. <\/p><p>Titelbild: Shutterstock \/ SkazovD <\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100502\">Deutschlands drohender Abstieg: &bdquo;wertebasierte, feministische Au&szlig;enpolitik&ldquo; wichtiger als wirtschaftliche Kooperation mit China<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98342\">&bdquo;Da&szlig; (&hellip;) kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen&ldquo; &ndash; Randnotizen zum Umgang mit China<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96479\">&bdquo;&Uuml;berm&uuml;tiger als ein Pentagon-General&ldquo; &ndash; Wie Asien Baerbocks China-Besuch sieht<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/e1e6d6534dee475eae27b41277a37792\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/blob\/2608578\/810fdade376b1467f20bdb697b2acd58\/china-strategie-data.pdf\">Strategiepapier der Bundesregierung<\/a> wurde am 13. 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