{"id":10187,"date":"2011-07-22T08:32:28","date_gmt":"2011-07-22T06:32:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10187"},"modified":"2011-07-22T08:32:41","modified_gmt":"2011-07-22T06:32:41","slug":"hinweise-des-tages-1430","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10187","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Griechenland-Rettung mit massiver Hilfe; Stuttgart 21 im Stress; Europ&auml;ischer Menschenrechtsgerichtshof sch&uuml;tzt Whistleblower; Immer mehr Bundesl&auml;nder koppeln Vergabe &ouml;ffentlicher Auftr&auml;ge an Tarifstandards; Kein Grund f&uuml;r Demographie-Pessimismus; Der letzte Kampf der Atomindustrie; Niebel h&auml;lt Waffenlieferungen und Menschenrechte f&uuml;r vereinbar; R&uuml;stungskonzerne: Waffen f&uuml;r die Welt, Millionenspenden f&uuml;r die Parteien; Vergiftete Paragraphen; Handydaten bleiben unter Verschluss; Kein Abi f&uuml;r den P&ouml;bel; European Business School: Unangemessene &Uuml;berheblichkeit; Linke will das Berufsfeld Wissenschaft wieder attraktiv machen; Schatten auf dem Hoffnungstr&auml;ger; Talkshows: Bitte ins Fettn&auml;pfchen treten; Neonazis online: massiver Missbrauch des Web-2.0. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Griechenland-Rettung mit massiver Hilfe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Stuttgart 21 im Stress<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Europ&auml;ischer Menschenrechtsgerichtshof sch&uuml;tzt Whistleblower<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">WSI: Immer mehr Bundesl&auml;nder koppeln Vergabe &ouml;ffentlicher Auftr&auml;ge an Tarifstandards<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Fabian Fritzsche &ndash; Kein Grund f&uuml;r Demographie-Pessimismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">So teuer wie m&ouml;glich &ndash; Der letzte Kampf der Atomindustrie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Niebel h&auml;lt Waffenlieferungen und Menschenrechte f&uuml;r vereinbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">R&uuml;stungskonzerne: Waffen f&uuml;r die Welt, Millionenspenden f&uuml;r die Parteien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Heribert Prantl: Vergiftete Paragraphen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Handydaten bleiben unter Verschluss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Kein Abi f&uuml;r den P&ouml;bel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">European Business School: Unangemessene &Uuml;berheblichkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Linke will das Berufsfeld Wissenschaft wieder attraktiv machen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Schatten auf dem Hoffnungstr&auml;ger: Peer Steinbr&uuml;ck und seine Nebeneink&uuml;nfte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Talkshows: Bitte ins Fettn&auml;pfchen treten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Neonazis online: massiver Missbrauch des Web-2.0<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=10187&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland-Rettung mit massiver Hilfe<\/strong><br>\nDie Staats- und Regierungschefs der 17 Eurol&auml;nder haben sich auf ihrem Gipfel in Br&uuml;ssel auf ein Krisenpaket f&uuml;r Griechenland geeinigt. Das neue Hilfspaket wird einen Umfang von 109 Milliarden Euro haben.<br>\nDie Erkl&auml;rung sieht zudem vor, dass private Gl&auml;ubiger erstmals auf freiwilliger Basis die Kosten der weiteren Griechenland-Hilfen mittragen sollen. Der Beitrag bel&auml;uft sich auf rund 37 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014 und auf 106 Milliarden Euro bis zum Jahr 2019.<br>\nAls weitere Ma&szlig;nahme soll laut Abschlusserkl&auml;rung die Laufzeit der vom Rettungsschirm gew&auml;hrten Kredite von 7,5 auf mindestens 15 Jahre und maximal auf bis zu 30 Jahre verl&auml;ngert werden. Zugleich soll der Zinssatz f&uuml;r Kredite an Griechenland auf rund 3,5 Prozent gesenkt werden. Diese neuen Bedingungen sollen demnach auch f&uuml;r die Kredite an Portugal und Irland gelten.<br>\nUm die wirtschaftliche Erholung Griechenlands zu unterst&uuml;tzen, will die EU die f&uuml;r Athen vorgesehenen Hilfsgelder f&uuml;r schwache Regionen neu verteilen. Dar&uuml;ber hinaus ist vorgesehen, den Euro-Rettungsschirm EFSF flexibler zu machen und neue Handlungsm&ouml;glichkeiten zu geben. Der EFSF wird zudem griechische Altschulden zu Marktpreisen aufkaufen, im Nettovolumen von 12,6 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tageschau.de\/wirtschaft\/eurokrise132.html\">Tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Alle sind zufrieden, nur wor&uuml;ber sie eigentlich zufrieden sind, das wei&szlig; keiner so genau. Wenn wir selber nicht durchblicken, dann brauchen wir uns nicht zu sch&auml;men, die Kanzlerin blickte auf der Abschlusspressekonferenz auch nicht mehr so genau durch.<\/em><br>\n<em>Bei einigen Aspekten der Beschl&uuml;sse k&ouml;nnte man sagen, warum nicht schon vor Monaten so. So etwa, dass die Zinss&auml;tze f&uuml;r Kredite an Griechenland gesenkt und die Laufzeiten verl&auml;ngert werden sollen. Wie das allerdings technisch laufen soll, ist unklar: Vergibt die EZB die Kredite direkt, ohne &uuml;ber die Banken gehen zu m&uuml;ssen, oder werden die Zinsen privater Banken herunter subventioniert?<\/em><br>\n<em>Ob also die Spekulation zerschlagen wird, ist auch noch eine offene Frage. Warum muss eigentlich trotz dieses Krisenpakets nach wie vor wie das Kaninchen auf die Schlange auf die Ratingagenturen geschielt werden?<\/em><br>\n<em>Auch ein Aufbauprogramm f&uuml;r Griechenland w&auml;re schon l&auml;ngst f&auml;llig gewesen. Ob es funktioniert und ob es reicht, Griechenland wieder zahlungsf&auml;hig zu machen, muss sich zeigen. Wenn es sich nur um die Nachahmung eines europ&auml;ischen IWF handeln sollte, dann ginge die Schock-Therapie weiter wie bisher.<\/em><br>\n<em>Die privaten Banken sollen laut Ackermann 21% Abschreibungsverluste haben. Wie sich diese Verluste errechnen ist v&ouml;llig unklar &ndash; beziehen sich die Verluste auf die derzeitigen Kurswerte der Anleihen, dann ist die Abschreibung vom Ausgabewert eher ein Gewinn &ndash; und der soll sogar noch garantiert werden? Oder sind es &bdquo;nur&ldquo; die Zinsverluste, gegen&uuml;ber einem &ndash;  bei einer Pleite Griechenlands abzuschreibenden &ndash;  Totalverlust? Mehr Fragen als Antworten.<\/em><br>\n<em>Letztlich ging es wieder einmal nur um Schuldenmanagement, aber nicht um die Bek&auml;mpfung der Ursachen der Europa-Krise.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Stuttgart 21 im Stress<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der Tiefbahnhof besteht den Stresstest<\/strong><br>\nDie entscheidenden S&auml;tze finden sich auf Seite 13 eines Werkes (PDF), dessen Erscheinen von manchen schon zu einem der herausragendsten Ereignisse der j&uuml;ngeren Landesgeschichte ernannt wurde. &ldquo;Unsere Pr&uuml;fung der Simulationsergebnisse hat gezeigt, dass die geforderten 49 Ank&uuml;nfte im Hauptbahnhof Stuttgart in der am meisten belasteten Stunde und mit dem der Simulation unterstellten Fahrplan mit wirtschaftlich optimaler Betriebsqualit&auml;t abgewickelt werden k&ouml;nnen&rdquo;, schreibt Werner Stohler, Chef der Schweizer Eisenbahnsystemplanungsgesellschaft SMA. Danach kommt er zu dem Schluss: &ldquo;Die vom Schlichter geforderten anerkannten Standards des Eisenbahnwesens sind eingehalten&ldquo;&hellip;<br>\nOb damit die Anforderung des Schlichters Heiner Gei&szlig;ler, der einen Fahrplan mit &ldquo;guter Betriebsqualit&auml;t&rdquo; sehen wollte, erf&uuml;llt ist, l&auml;sst SMA-Chef Stohler allerdings offen. Er verweist auf das Regelwerk RiL 405 der DB Netz AG. Darin sind im Blick auf die Betriebsqualit&auml;t vier Qualit&auml;tsmerkmale definiert: &ldquo;Premium&rdquo;, &ldquo;wirtschaftlich optimaler Leistungsbereich&rdquo;, &ldquo;risikobehaftet&rdquo; und &ldquo;mangelhaft&rdquo;. Vereinfacht formuliert hei&szlig;e &ldquo;Premium&rdquo;, dass alle Systemelemente so zusammenwirken, &ldquo;dass sich ein Versp&auml;tungsabbau einstellt&rdquo;. Von einer &ldquo;wirtschaftlich optimalen&rdquo; Betriebsqualit&auml;t k&ouml;nne gesprochen werden, wenn &ldquo;sich Versp&auml;tungen nicht abbauen, sondern gleich bleiben oder nur minimal erh&ouml;hen&rdquo;.<br>\nZumindest &ldquo;&uuml;ber diese technisch-wirtschaftliche Vorgabe herrscht Konsens zwischen Eigent&uuml;mer, Aufsichtsbeh&ouml;rden und der wirtschaftlich verantwortlichen Infrastruktur-Gesellschaft&rdquo;, schreibt Stohler lakonisch in dem 202 Seiten starken Werk.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-der-tiefbahnhof-besteht-den-stresstest.354f9cd2-4513-439a-a2a6-69d3a99356e7.html\">Stuttgarter Zeitung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.deutschebahn.com\/site\/shared\/de\/dateianhaenge\/presse\/stuttgart21__stresstest.pdf\">Schlussbericht der sma [PDF &ndash; 3.3 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Stresstest Stuttgart 21 &ndash; falsche Pr&auml;missen, intransparentes Verfahren <\/strong><br>\nAn der von der Deutschen Bahn in der n&auml;chsten Woche geplanten &ouml;ffentlichen Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse des Stresstests zum umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 wird das Aktionsb&uuml;ndnis nicht teilnehmen. &ldquo;Wir stehen f&uuml;r eine &ouml;ffentliche Schauveranstaltung &uuml;ber einen Alibi-Stresstest nicht zur Verf&uuml;gung. Auch nach tagelangen internen Diskussionen mit Dr. Heiner Gei&szlig;ler und Vertretern der Bahn &uuml;ber die Pr&auml;missen des Stresstests konnte kein Einvernehmen &uuml;ber die Vorgaben und das Verfahren erzielt werden, unsere Bedingungen wurden in keiner Weise erf&uuml;llt. Unter diesen Voraussetzungen lehnen wir eine Teilnahme ab&rdquo;, begr&uuml;ndet Dr. Brigitte Dahlbender, Sprecherin des Aktionsb&uuml;ndnisses und Landesvorsitzende des Bund f&uuml;r Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Baden-W&uuml;rttemberg die Absage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/blog\/362\">Parksch&uuml;tzer<\/a><\/li>\n<li><strong>Gei&szlig;ler wirft Gegnern irrationales Verhalten vor<\/strong><br>\nDas B&uuml;ndnis isoliert sich zunehmend. Auf ihren alten Verb&uuml;ndeten, den Schlichter Heiner Gei&szlig;ler, k&ouml;nnen die Bahnhofsgegner ab heute nicht mehr z&auml;hlen. Im FOCUS-Online-Interview wirft der ehemalige CDU-Spitzenpolitiker den Gegnern irrationales Verhalten vor. Er habe pers&ouml;nlich daf&uuml;r gesorgt, dass die &Uuml;bergabe des Stresstests verschoben wurde, um die ausstehenden Fragen der Gegner zu kl&auml;ren, sagte Gei&szlig;ler FOCUS Online. Man k&ouml;nne jetzt nicht einfach seine Meinung &auml;ndern, nur weil einem das Ergebnis nicht mehr passt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/stuttgart-21\/nach-stresstest-zu-stuttgart-21-bahnhofsgegner-keilen-gegen-geissler_aid_648087.html\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> So schlicht sieht das der &bdquo;Schlichter&ldquo;. Dass eine der wesentlichen Pr&auml;missen seiner Schlichtung, n&auml;mlich dass die Gegner an der Ausarbeitung des Stresstests beteiligt sein m&uuml;ssten, nicht erf&uuml;llt wurde, daran erinnert er sich offenbar nicht mehr. Die Schlichtung ist schlicht gescheitert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das M&auml;rchen vom Jobmotor<\/strong><br>\nDas gewerkschaftsnahe IMU-Institut nimmt der Gewerkschaft ihr zentrales Argument f&uuml;r ihr Ja zu Stuttgart 21: die Schaffung neuer Arbeitspl&auml;tze. Die Besch&auml;ftigungseffekte, bilanziert ein Gutachten des Instituts, scheiden als Argument in der Debatte um S 21 aus.<br>\nWer von 24 000 Arbeitspl&auml;tzen redet, schaut in die Kristallkugel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/newsartikel\/2011\/07\/das-maerchen-vom-jobmotor\/\">Kontext<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Europ&auml;ischer Menschenrechtsgerichtshof sch&uuml;tzt Whistleblower<\/strong><br>\nIn einem mit Spannung erwarteten Urteil hat der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte den Schutz sogenannter Whistleblower deutlich verbessert. Der Gerichtshof r&uuml;gte die Bundesrepublik f&uuml;r ihre mangelnden Schutzmechanismen bei derartigen Vorg&auml;ngen. In dem Fall ging es um eine Altenpflegerin, die 2005 bei der Polizei Anzeige gegen den Betreiber des Pflegeheimes erstattet, in dem die Kl&auml;gerin arbeitete und in Folge dessen fristlos gek&uuml;ndigt wurde. Der Betreiber Vivantes geh&ouml;rt mehrheitlich dem Land Berlin.<br>\nIn seinem Urteil stellt der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte fest, dass die Strafanzeige gegen den Arbeitgeber vom Recht auf Meinungsfreiheit nach Artikel 10 der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention gedeckt war. Den Umst&auml;nden nach sei die Kl&auml;gerin hierzu berechtigt gewesen, da sie eine von wenigen Personen gewesen sei, die die Missst&auml;nde erkennen konnte und somit die &Ouml;ffentlichkeit zu benachrichtigen in der Lage gewesen sei. Zwar sei ein besonderes Loyalit&auml;tsverh&auml;ltnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer anzunehmen. Daher sei grunds&auml;tzlich zuerst die jeweilige zust&auml;ndige Stelle des Arbeitgebers zu benachrichtigen. Allerdings sei als letzte Option unter Umst&auml;nden auch der Gang an die &Ouml;ffentlichkeit berechtigt: Dann, wenn es offenbar keine andere M&ouml;glichkeit mehr gebe, die Missst&auml;nde zu beheben, sei der Arbeitnehmer nicht mehr an das Loyalit&auml;tsverh&auml;ltnis zu seinem Arbeitgeber gebunden. Der Gerichtshof nahm ebenfalls an, dass im vorliegenden Fall zweifelsohne ein &ouml;ffentliches Interesse gegeben sei, wie generell das &ouml;ffentliche Interesse nach Artikel 10 &sect;&nbsp;2 weit auszulegen sei. Das Gericht stellte &uuml;berdies fest, dass es in der Bundesrepublik keinerlei gesonderte Mechanismen zur Untersuchung von Hinweisen und Anzeigen von Arbeitnehmern gebe.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Europaeischer-Menschenrechtsgerichtshof-schuetzt-Whistleblower-1283396.html\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.whistleblower-net.de\/content\/view\/242\/1\/lang,de\/\">Siehe die Pressemitteilung und den Volltext der Entscheidung in Whistleblower Netzwerk<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>WSI: Immer mehr Bundesl&auml;nder koppeln Vergabe &ouml;ffentlicher Auftr&auml;ge an Tarifstandards<\/strong><br>\nAcht Bundesl&auml;nder koppeln die Vergabe &ouml;ffentlicher Auftr&auml;ge an die Einhaltung von Tarifstandards. Vier weitere wollen demn&auml;chst folgen. Darunter ist das bev&ouml;lkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen, in dem ein entsprechendes Gesetz heute zur 1. Lesung in den Landtag eingebracht wird (Link zum Info-Dienst des Landtages unten). Damit erleben Tariftreue-Regelungen, nach denen der Staat nur Anbieter beauftragen darf, die sich an bestimmte Lohn- und Tarifstandards halten, drei Jahre nach der umstrittenen &ldquo;R&uuml;ffert-Entscheidung&rdquo; des Europ&auml;ische Gerichtshofs (EuGH) eine Renaissance. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nDer EuGH hatte 2008 &uuml;berraschend die damaligen Tariftreue-Vorschriften in Niedersachsen als Versto&szlig; gegen die europ&auml;ische Dienstleistungsfreiheit gewertet. Daraufhin waren alle damals geltenden Tariftreue-Gesetze ausgesetzt worden. Nun zeigt die WSI-&Uuml;bersicht, dass der &ldquo;R&uuml;ffert-Schock&rdquo; &uuml;berwunden ist.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/32014_114167.html#link\">B&ouml;ckler Impuls 12\/2011<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.landtag.nrw.de\/portal\/WWW\/GB_II\/II.2\/Gesetzgebung\/Aktuell\/01_Aktuelle_Gesetzgebungsverfahren\/Tariftreue-_und_Vergabegesetz\/index.jsp\">Informationen zum Gesetzesvorhaben in NRW<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Fabian Fritzsche &ndash; Kein Grund f&uuml;r Demographie-Pessimismus<\/strong><br>\nSelbst wenn das Renteneintrittsalter auf 69 abgehoben w&uuml;rde&nbsp;&ndash; wie j&uuml;ngst gefordert &ndash; h&auml;tte das kaum eine Entlastung der Erwerbst&auml;tigen zur Folge; denn die Stellschraube an der gedreht werden m&uuml;sste, ist eine ganz andere.<br>\nDer Sachverst&auml;ndigenrat der Bundesregierung &ndash; die sogenannten F&uuml;nf Weisen &ndash; empfahl j&uuml;ngst, das Renteneintrittsalter ab Mitte des Jahrhunderts auf 69 Jahre anzuheben. Die auf den ersten Blick einleuchtende Erkl&auml;rung lautet, dass immer mehr Menschen immer l&auml;nger leben und somit auch l&auml;nger Rente beziehen, was f&uuml;r die sinkende Zahl an Erwerbst&auml;tigen nicht tragbar w&auml;re. Da diese Erkenntnis nicht neu ist, wurden seit rund zwei Jahrzehnten diverse Rentenreformen durchgef&uuml;hrt.<br>\nUnter anderem prognostizierte der wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums in einem Gutachten von 1998 &ndash; also vor den gr&ouml;&szlig;ten Reformen &ndash; einen Anstieg des Beitragssatzes in der Spitze auf knapp &uuml;ber 28% f&uuml;r 2035-2040. Bei h&auml;lftigem Anteil h&auml;tte ein Arbeitnehmer&nbsp;nach dieser Sch&auml;tzung&nbsp;in gut 25 Jahren&nbsp;14% seines Bruttoeinkommens in die Rentenkasse einzahlen m&uuml;ssen. Doch schon heute zahlt ein Erwerbst&auml;tiger 10% zuz&uuml;glich 4% Riesterbeitrag. F&uuml;r die Arbeitnehmer haben die Reformen damit de facto &uuml;berhaupt keine Entlastung gebracht.<br>\n&hellip; entscheidend ist aber letztlich das Verh&auml;ltnis von Erwerbst&auml;tigen zu Nicht-Erwerbst&auml;tigen in einer Volkswirtschaft und nicht, wie viele Erwerbst&auml;tige einen Rentner finanzieren m&uuml;ssen&hellip;<br>\nEin Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass es keinen Grund f&uuml;r Pessimismus gibt, der dann zu solch aktionistischen Vorschl&auml;gen f&uuml;hrt. Derzeit gibt es in Deutschland bei 82 Mio. Gesamtbev&ouml;lkerung etwa 42 Mio. Erwerbst&auml;tige, davon viele Teilzeitstellen und Minijobs. 2035 k&ouml;nnte die Zahl der Erwerbst&auml;tigen durchaus bei rund 36 Mio. liegen bei einer Gesamtbev&ouml;lkerung von ca. 75 Mio. Das Verh&auml;ltnis von Erwerbst&auml;tigen zu Nicht-Erwerbst&auml;tigen h&auml;tte sich dann nur leicht verschlechtert und mit weniger Minijobs und mehr gutbezahlten Vollzeitstellen w&auml;re die Belastung f&uuml;r den Einzelnen m&ouml;glicherweise sogar geringer als heute. Und genau da liegt der Kern der Rentenproblematik wie auch der Sozialausgaben insgesamt: Es handelt sich in erster Linie um ein Arbeitsmarktproblem; die L&ouml;sung muss daher auch dort gesucht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=2715&amp;blogId=16\">FTD G&auml;steblock<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>So teuer wie m&ouml;glich &ndash; Der letzte Kampf der Atomindustrie<\/strong><br>\nDas Ende des Atomzeitalters ist beschlossene Sache, jedenfalls f&uuml;r die Bundesregierung. F&uuml;r die Betreiber der Atomkraftwerke beginnt eine neue Zeitrechnung.<br>\nEin Film von Hubertus Seipel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/servlet\/content\/3517136?documentId=7733560%20\">ARD Mediathek<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Niebel h&auml;lt Waffenlieferungen und Menschenrechte f&uuml;r vereinbar<\/strong><br>\nEntwicklungshilfeminister Dirk Niebel h&auml;lt Waffengesch&auml;fte wie die m&ouml;glichen Panzerlieferungen an Saudi-Arabien f&uuml;r vereinbar mit dem Menschenrechtskonzept seines Ministeriums. &ldquo;Die Stabilisierung einer Region tr&auml;gt durchaus dazu bei, die Menschenrechte zu wahren &ndash; vielleicht nicht in dem Land, in dem man t&auml;tig ist, aber in den Nachbarl&auml;ndern&rdquo;, sagt der FDP-Politiker der ZEIT. Auch in Zeiten des Kalten Krieges habe &ldquo;die milit&auml;rische Abschreckung dazu beigetragen, dass der Krieg nicht stattfand&rdquo;, sagte der Minister. Konkret &auml;u&szlig;erte sich Niebel aber nicht zu dem angeblichen Panzergesch&auml;ft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2011-07\/niebel-waffen-lieferung\">Zeit<\/a>\n<p><strong>Das erkl&auml;rt sich vielleicht damit:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>R&uuml;stungskonzerne: Waffen f&uuml;r die Welt, Millionenspenden f&uuml;r die Parteien<\/strong><br>\nMit Waffenexporten in alle Welt machen deutsche R&uuml;stungskonzerne Milliardengewinne. Einen Teil davon gaben sie in den vergangenen Jahren als Parteispenden an CDU, CSU, FDP und SPD weiter. Nun hat die Bundesregierung offenbar eine umstrittene Panzerlieferung nach Saudi-Arabien durchgewunken &ndash; zwei Gro&szlig;spender d&uuml;rfen sich freuen.<br>\nNun wird aus einer Parteispende allein noch kein erfolgreicher R&uuml;stungsdeal. Politische Entscheidungstr&auml;ger m&ouml;gen sich von geostrategischen &Uuml;berlegungen, B&uuml;ndnisverpflichtungen oder deutschen Arbeitspl&auml;tzen leiten lassen. Doch die Parteispende eines Unternehmens schadet ganz sicher auch nicht bei der Durchsetzung seiner Interessen, denn sonst g&auml;be es sie nicht. In den vergangenen Jahren allerdings gab es sie reichlich. Nachfolgend eine Auflistung der Spenden, die die gr&ouml;&szlig;ten R&uuml;stungskonzerne in den vergangenen Jahren an CDU, CSU. FDP und SPD &uuml;berwiesen haben (Quelle: bundestag.de\/taz Parteispenden-Watch)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.abgeordnetenwatch.de\/2011\/07\/05\/rustungskonzerne-waffen-fur-die-welt-millionenspenden-fur-die-parteien\/\">abgeordnetenwatch<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Heribert Prantl: Vergiftete Paragraphen<\/strong><br>\nDer Kampf gegen den Terrorismus, der nach den Anschl&auml;gen im September 2001 versch&auml;rft wurde, hat die Gesellschaft fundamental ver&auml;ndert. Der Gesetzgeber schuf viele Sonderregeln und legte so das Fundament f&uuml;r den Pr&auml;ventionsstaat, der nur ein Motto kennt: &ldquo;Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu bef&uuml;rchten.&rdquo; &hellip;<br>\nStraf- und Sicherheitsrecht wurden zu einer Waffe im Krieg gegen den Terrorismus&hellip; Dieser Pr&auml;ventionsstaat setzt seine B&uuml;rger, um die Sicherheitsrisiken f&uuml;r sie zu minimieren, massiven Misstrauens- und &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen aus, die nicht auf einem konkreten Verdacht gegen die &uuml;berwachten B&uuml;rger&nbsp;beruhen.<br>\nDie Terroristen sind nach dem 11. September 2001 nicht, wie damals bef&uuml;rchtet, in Atomkraftwerke und Wasserversorgungsanlagen eingedrungen. Sie haben nicht das Trinkwasser, sondern den Geist der Gesetze verseucht. In Washington, London, Rom, Paris und Berlin wurden vergiftete Paragraphen und Gesetzesartikel produziert. Rechtsstaatliche Grundprinzipien wurden geopfert, die polizeiliche Pr&auml;vention und die Strafverfolgung verkamen partiell zu einer Art&nbsp;Inlandsspionage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/rechtsstaat-nach-vergiftete-paragraphen-1.1122669\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Handydaten bleiben unter Verschluss<\/strong><br>\nDer Staatsanwalt verweigert die Auskunft &uuml;ber gesammelte Handydaten. Bundestagsvize Wolfgang Thierse ist emp&ouml;rt und &uuml;berlegt, zu klagen.<br>\nNachdem die taz vor gut einem Monat aufgedeckt hatte, dass die Polizei w&auml;hrend der Proteste am 13. und 19. Februar &uuml;ber eine Million Handy-Verbindungsdaten von mehr als 330.000 Demonstranten, Anwohnern, Journalisten und Politikern erfasst und gespeichert hat, sprach der SPD-Vizepr&auml;sident des Bundestags Thierse bereits von einem &ldquo;skandal&ouml;sen Vorgang&rdquo;.<br>\nEr wollte von den s&auml;chsischen Beh&ouml;rden wissen, ob auch er von dieser &Uuml;berwachungsma&szlig;nahme betroffen war, und stellte bei der Staatsanwaltschaft ein Auskunftsersuchen. 400 derartige Ersuchen gingen dort bisher ein, best&auml;tigte die Beh&ouml;rde am Mittwoch. Die Auskunft allerdings verweigert sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Dresdner-berwachungsskandal\/!74864\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Kein Abi f&uuml;r den P&ouml;bel<\/strong><br>\nDaf&uuml;r wird Nordrhein-Westfalen also Rot-Gr&uuml;n regiert: damit eine gr&uuml;ne Bildungsministerin eine CDU-Schulreform durchzieht und diese auch noch in der Landesverfassung verankert wird.<br>\nDer &ldquo;Schulkonsens&rdquo; von SPD, Gr&uuml;nen und CDU zementiert die ungerechte, dem&uuml;tigende und einer Demokratie unw&uuml;rdige Zweiklassenbeschulung im gr&ouml;&szlig;ten Bundesland f&uuml;r lange, lange Zeit. SPD und Gr&uuml;ne haben, sobald an der Regierung, sichtlich nichts mehr gegen die Privilegierung von Gymnasiasten einzuwenden.<br>\nOb die Zweitschule neben dem sakrosankten Gymnasium nun Sekundar-, Ober-, Volks- oder Restschule hei&szlig;t, ist dabei egal, solange diese Institution ihren Zweck erf&uuml;llt: Migranten- und Arbeiterkinder den Weg zum Abitur zu verstellen, damit sie den Beamten- und Akademikerkindern die Studienpl&auml;tze nicht streitig machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!74781\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>European Business School: Unangemessene &Uuml;berheblichkeit<\/strong><br>\nDie European Business School schwadroniert trotz der Zweckentfremdung &ouml;ffentlicher Gelder und des Untreueverdachts gegen ihren fr&uuml;heren Pr&auml;sidenten weiter &uuml;ber Ethik. Das zeugt von einer &Uuml;berheblichkeit, die einer Universit&auml;t nicht angemessen ist.<br>\nIhr Erfinder, der inzwischen zur&uuml;ckgetretene EBS-Pr&auml;sident Christopher Jahns, muss sich wegen des Verdachts auf Untreue vor Gericht verantworten. Und er ist daf&uuml;r verantwortlich, dass die EBS in den zur&uuml;ckliegenden zwei Jahren &ouml;ffentliche Mittel, die ausschlie&szlig;lich f&uuml;r die Law School bewilligt worden waren, auch f&uuml;r andere Zwecke ausgegeben hat.<br>\nDie moralische Dimension dieses Vorgehens erschlie&szlig;t sich erst angesichts der Tatsache, dass es hier um Steuermittel geht. Eine private Hochschule, die sich das Studium von wohlhabenden Eltern mit mehr als 11.000 Euro pro Jahr bezahlen l&auml;sst, bekommt dar&uuml;ber hinaus noch Geld, das zu einem gro&szlig;en Teil von Normalb&uuml;rgern stammt. Sie werden ungefragt zur Finanzierung einer Hochschule herangezogen, auf die sie ihre eigenen Kinder niemals schicken k&ouml;nnen. Das ist per se schon ein Modell, f&uuml;r das es gute Gr&uuml;nde geben muss. Wenn sich jetzt herausstellt, dass das Geld auch noch f&uuml;r Zwecke verwandt wurde, f&uuml;r die es gar nicht bewilligt war, ist die Grenze des Ertr&auml;glichen &uuml;berschritten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30088\/kommentar-zur-ebs-unangemessene-ueberheblichkeit-30469655.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine beachtlich harte Kritik der FAZ an diesem H&auml;tschelkind der hessischen Landesregierung und der Finanzwirtschaft, die sich selbst zu einer &bdquo;der besten deutschen Business Schools&ldquo; ernannt hat. Lesen Sie dazu nochmals &bdquo;Edeka &ndash; Ende der Karriere&ldquo; aus dem Buch von Julia Friedrichs &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,540944,00.html\">Gestatten Elite<\/a>&ldquo;. Man kann sich leicht ausmalen, dass den Staat zu pl&uuml;ndern zur Grundausbildung dieser Elite-Hochschule geh&ouml;rt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Linke will das Berufsfeld Wissenschaft wieder attraktiv machen<\/strong><br>\nBefristete Arbeitsvertr&auml;ge in der Wissenschaft sollen einged&auml;mmt werden. Das fordert die Fraktion Die Linke in einem Antrag (17\/6488). Die zunehmende Befristung und Verk&uuml;rzung der Arbeitsvertr&auml;ge an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten f&uuml;hre zu einer Prekarisierung der Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Im Ergebnis verliere dieses Berufsfeld an Attraktivit&auml;t, begr&uuml;nden die Abgeordneten ihre Initiative.<br>\n2009 waren nach Angaben der Fraktion 83 Prozent der hauptberuflich angestellten Wissenschaftler befristet besch&auml;ftigt und mehr als die H&auml;lfte dieser Vertr&auml;ge l&auml;uft demnach weniger als ein Jahr. &ldquo;Diese kurzen Vertragslaufzeiten stehen in keinem s&auml;chlichen Zusammenhang mit der Dauer von Qualifikationsphasen oder Drittmittelprojekten. Die Befristungspraxis hat sich damit von den urspr&uuml;nglichen Notwendigkeiten f&uuml;r Zeitvertr&auml;ge in der Nachwuchsentwicklung entkoppelt&rdquo;, schreiben die Abgeordneten.<br>\nSie fordern deshalb, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) zu &uuml;berarbeiten. Dort soll unter anderem eine Mindestvertragslaufzeit f&uuml;r wissenschaftliche Mitarbeiter von einem Jahr festgelegt werden. Dar&uuml;ber hinaus verlangt die Fraktion, die Vertragslaufzeiten an die Dauer der Qualifizierungsphase beziehungsweise bei Drittmittelfinanzierung an die F&ouml;rderdauer der Projekte zu binden. In dem Zusammenhang spricht sich die Fraktion auch f&uuml;r eine Beschr&auml;nkung des Begriffs Drittmittel auf Geldgeber jenseits des Hochschultr&auml;gers beziehungsweise der Tr&auml;ger der Forschungsinstitute aus. Um die familienpolitische Komponente des Gesetzes zu st&auml;rken, strebt die Fraktion an, den Anspruch auf Verl&auml;ngerung der Befristungsh&ouml;chstdauer &uuml;ber zw&ouml;lf Monate hinaus bei Betreuung von Kindern rechtsverbindlich festzulegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bildungsklick.de\/pm\/79607\/linke-will-das-berufsfeld-wissenschaft-wieder-attraktiv-machen\/\">Bildungsklick<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Schatten auf dem Hoffnungstr&auml;ger: Peer Steinbr&uuml;ck und seine Nebeneink&uuml;nfte<\/strong><br>\nDie Chancen f&uuml;r Peer Steinbr&uuml;ck auf die SPD-Kanzlerkandidatur sind gro&szlig;. Noch ist er &ldquo;nur&rdquo; einfacher Bundestagsabgeordneter. Doch wie ernst nimmt der SPD-Mann sein Mandat? Wo setzt er seine Priori&auml;ten? Kontrovers-Recherchen werfen Fragen auf.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/bayerisches-fernsehen\/kontrovers\/kontrovers-beitrag-steinbrueck-ID1311068195930.xml%20\">Bayerischer Rundfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Steinbr&uuml;ck hat nahezu so viele bezahlte Vortr&auml;ge halten, wie alle anderen Abgeordneten zusammen. Alles eigentlich l&auml;ngst bekannt. Jedenfalls f&auml;ngt jetzt die Gegenkampagne an. Es gilt das alte Mediengesetz: Erst hochschreiben, dann niedermachen.<\/em><br>\n<em>Nur so kann man die Personality-Show am Laufen halten. An eine sachliche Kritik der Fehler Steinbr&uuml;cks bei der Deregulierung der Banken und des Finanzsystems traut sich keiner ran, da ist es doch viel einfacher seine Vortr&auml;ge zu z&auml;hlen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Talkshows: Bitte ins Fettn&auml;pfchen treten<\/strong><br>\nDer deutsche Fernsehkonsument genie&szlig;e noch diesen Sommer. Denn ab Herbst startet die ARD mit einer Talkshow-Offensive fast biblischen Ausma&szlig;es: Jauch, Beckmann, Plasberg, Will, Maischberger &ndash; im Vorabendprogramm ab 2012 Gottschalk. Keine Ahnung, ob die Phoenix-Runde &ndash; das kleine Refugium f&uuml;r die gepflegte Disputation am Abend &ndash; noch bleibt. Das ZDF wird fr&uuml;her oder sp&auml;ter nachziehen m&uuml;ssen. Frau Illner an einem Tag reicht wohl f&uuml;r das Gleichgewicht des w&ouml;chentlichen Schreckens nicht aus. Man fragt sich, wie die potentiellen Gespr&auml;chs-Kombattanten dies durchstehen. Vereinzelt gab es schon jetzt gro&szlig;e Belastungen. Ein Herr Chatzimarkakis wurde f&uuml;r gleich zwei Katastrophen zum Experten ernannt: Griechenland und FDP. Unvergessen der Tag des Auftritts in der &raquo;M&uuml;nchner Runde&laquo; und eine Stunde sp&auml;ter bei Phoenix. Und k&uuml;rzlich trat er dann noch als Moralapostel in eigener Sache auf (Stichwort: Falscher Doktor). Als im Privatsender RTL weiland mit dem &raquo;Hei&szlig;en Stuhl&laquo; Provokateure bzw. jene, die als solche empfunden wurden, inquisitorischen Verh&ouml;ren unterzogen wurden, drohte bei den damaligen Medienw&auml;chtern der Untergang der Kultur. Zwanzig Jahre sp&auml;ter haben Pro&shy;grammdirektoren ihre besten Sendezeiten zur rhetorischen Schmierseifen-Olympiade &agrave; la &raquo;Spiel ohne Grenzen&laquo; zur Verf&uuml;gung gestellt. Inzwischen werden selbst die Sommer&shy;interviews der Spitzenpolitiker wie heilige Texte analysiert und gedeutet. Da ist es sogar eine Nachricht, dass das Sakko der Kanzlerin farblich nicht zum Fragesessel passte. Die sogenannten Polittalkshows sind l&auml;ngst zu Selbstl&auml;ufern geworden. Mit Politik haben sie nur noch am Rande zu tun. Stattdessen wird Politik oder besser: Parlamentarismus simuliert. Diese Sendungen sind billig, journalistisch anspruchslos und haben nur ein Ziel: M&ouml;ge doch bitte irgendjemand in irgendeines der vorbereiteten Frage-Fettn&auml;pfchen treten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.begleitschreiben.net\/bitte-ins-fettnaepfchen-treten\/\">Begleitschreiben<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Neonazis online: massiver Missbrauch des Web-2.0<\/strong><br>\n6.000 rechtsextreme Beitr&auml;ge \/ Hohe Zugriffszahlen \/ Plattformbetreiber und User m&uuml;ssen demokratische Grundwerte verteidigen<br>\nRechtsextreme haben ihre Pr&auml;senz im Internet verst&auml;rkt, ihre Hassinhalte erreichen dadurch ein immer gr&ouml;&szlig;eres Publikum. &ldquo;Neonazis werben in Sozialen Netzwerken, auf Videoportalen und Blogs um Jugendliche&rdquo;, erl&auml;utert Stefan Glaser, Leiter des Bereichs Rechtsextremismus von jugendschutz.net. &ldquo;Es kann nicht angehen, dass Rechtsextreme diese Dienste f&uuml;r ihre Hasspropaganda missbrauchen. Betreiber wie YouTube und Facebook m&uuml;ssen mehr tun, um das zu verhindern.&rdquo;<br>\nEtwa 6.000 rechtsextreme Beitr&auml;ge hat jugendschutz.net 2010 laut ihrem aktuellen Bericht im Web-2.0 dokumentiert und damit drei Mal so viele wie im Vorjahr. Vor allem &ldquo;Autonome Nationalisten&rdquo; k&ouml;dern mit modernen und professionellen Angeboten, auf denen sie Action, Kommunikation und Multimedia bieten. Auch die NPD wirbt nicht mehr nur auf knapp 250 Websites um ein jugendliches Publikum, sondern l&auml;ngst auch mit Beitr&auml;gen in Communitys und auf Videoplattformen.&nbsp;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.hass-im-netz.info\/bericht2010\">Bericht von jugendschutz.net zu Rechtsextremismus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Vielleicht haben es viele unter Ihnen, die heranwachsende Kinder haben, auch schon erlebt: der Junge wurde von Jugendlichen t&uuml;rkischer oder arabischer Abstammung &bdquo;abgezogen&ldquo; oder das M&auml;dchen angep&ouml;belt. Irgendwann passiert es dann, dass pl&ouml;tzlich T&ouml;ne angeschlagen werden, dass die Ausl&auml;nder raus m&uuml;ssten, dass sie an allem schuld seien. Und dann ist es nicht mehr weit hin, dass dann behauptet wird, dass &bdquo;Deutsche Reich&ldquo; sei ja gar nicht untergegangen, dass die Juden schon immer die Hauptzinstreiber seien und dass bei Hitler ja auch nicht alles schlecht war oder dass Rudolf He&szlig;, wenn er nicht von den Alliierten umgebracht worden w&auml;re, ein guter F&uuml;hrer geworden w&auml;re.<\/em><br>\n<em>Pl&ouml;tzlich wird man mit pseudohistorischen Behauptungen konfrontiert, die man selbst als einigerma&szlig;en geschichtskundiger Mensch gar nicht so leicht widerlegen kann.<br>\nMan fragt sich zun&auml;chst, woher kommen solche Argumente?<\/em><br>\n<em>Wenn man ein vertrauensvolles Verh&auml;ltnis mit seinen Kindern hat, dann kann man die &bdquo;Quellen&ldquo; ziemlich schnell finden. Man kann das alles in zahllosen Eintr&auml;gen im Netz ausf&uuml;hrlich nachlesen. Gut und emotional aufgemacht mit teils vordergr&uuml;ndig unverf&auml;nglichen Botschaften, aber auch mit massiver Hetze, nicht nur gegen Ausl&auml;nder, auch gegen das angeblich gar nicht g&uuml;ltige Grundgesetz, gegen die Demokratie &uuml;berhaupt. Man erschrickt geradezu, wie viele Internetportale und Blogs, wenn man die entsprechenden Suchworte in die Suchmaschinen eingibt, solche Geschichtsklitterung, solchen Rassenhass und solche antidemokratische Propaganda transportieren.<\/em><br>\n<em>Und f&uuml;r Kinder und Jugendliche ist das Internet eben das Internet, d.h. eine vermeintlich unverd&auml;chtige Informationsquelle, der man Glauben schenken kann oder an deren Eintr&auml;ge zumindest etwas dran sein muss.<\/em><br>\n<em>Hier zeigen sich die Schattenseiten des Internets in be&auml;ngstigender Weise. <\/em><br>\n<em>Die oft hassbesetzten Phrasen der anonymen Diskussionsteilnehmer auf den &bdquo;Foren&ldquo; machen Angst. Da hilft der Politikunterricht in der Schule nicht und noch so viel Zureden der Eltern (zun&auml;chst) oft nicht viel mehr.<\/em><br>\n<em>Es ist bitter, zu beobachten, wie massenhaft gerade Sch&uuml;ler mit dieser braunen So&szlig;e angelockt werden. Und wenn dort vor dem &bdquo;drohenden Volkstod&ldquo; gewarnt wird, dann erkennt man, was Sarrazins Thesen &bdquo;Deutschland schafft sich ab&ldquo; angerichtet haben. Solche T&ouml;ne sind g&auml;ngig geworden, ohne Gefahr sich daf&uuml;r sch&auml;men zu m&uuml;ssen, und mit der Bild-Zeitung im R&uuml;cken wird man ja so etwas doch wohl &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/2010\/politik\/neun-unbequeme-meinungen-und-fakten-13851388.bild.html\">noch sagen d&uuml;rfen<\/a>&ldquo;.<\/em><br>\n<em>Meine Frau und ich standen ziemlich geschockt vor dieser Situation und wir f&uuml;hlten uns auch ziemlich allein gelassen, von den Medien oder von der Politik oder den Politikern, denen Jugendliche in dieser Situation ohnehin nichts mehr glauben. Die Lehrerinnen und Lehrer sind &uuml;berfordert oder sie kriegen die Entwicklung solcher Gesinnungen oft nur durch bestimmte Bekleidungsst&uuml;cke ihrer Sch&uuml;ler mit. Offen thematisiert wird das meist nicht.<\/em><br>\n<em>Unsere Kinder sind zum Gl&uuml;ck wieder herausgekommen aus dieser Gehirnw&auml;sche. Geholfen hat eigentlich nur: Gespr&auml;chskontakt halten, nicht verurteilen, immer wieder sprechen und zu argumentieren versuchen. Kritikf&auml;higkeit vor allem gegen&uuml;ber dem Internet st&uuml;tzen. Immer wieder sagen, dass solche Hetze nur in Hass und Gewalt umschlagen kann. Es ist gar nicht so leicht, die im Grundgesetz verankerten Werte der Aufkl&auml;rung und die Kompliziertheit der Demokratie in die Jugendsprache zu &uuml;bersetzen. Es kann aber gelingen.<\/em><br>\nSie erinnern sich sicher, welcher Aufstand gemacht und welcher Aufwand betrieben wurde, um die Kinderpornografie im Internet zu bek&auml;mpfen. Der im Internet verbreitete braune Schmutz ist mindestens so gef&auml;hrlich, ja f&uuml;r unsere Gesellschaft so gar noch gef&auml;hrlicher. Die rechtlichen M&ouml;glichkeiten, gegen solche Hetze vorzugehen, w&auml;ren vorhanden. Aber eine gesellschaftliche Debatte dar&uuml;ber findet nur am Rande statt und politische Initiativen, die diese Gefahr aufgreifen, finden sich viel zu wenig. Im Gegenteil: Die Bundesregierung relativiert und verharmlost rechte Gewalt wird mit Gewalt angeblicher linker &bdquo;Autonomer&ldquo;.<br>\n<em>Immerhin macht der vorliegende Bericht auf dieses schwerwiegende Problem aufmerksam.<\/em><br>\n<em>Aber die Bild-Zeitung w&auml;rmt lieber Sarrazin auf und versucht dessen Rauswurf aus einer t&uuml;rkischen Kneipe zu skandalisieren.<\/em><br>\n<em>Ich bitte unsere Leserinnen und Leser um Verst&auml;ndnis f&uuml;r diese sehr pers&ouml;nliche Anmerkung.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Griechenland-Rettung mit massiver Hilfe; Stuttgart 21 im Stress; Europ&auml;ischer Menschenrechtsgerichtshof sch&uuml;tzt Whistleblower; Immer mehr Bundesl&auml;nder koppeln Vergabe &ouml;ffentlicher Auftr&auml;ge an Tarifstandards; Kein Grund f&uuml;r Demographie-Pessimismus; Der letzte Kampf der Atomindustrie; Niebel<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10187\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10187","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10187","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10187"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10187\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10190,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10187\/revisions\/10190"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}