{"id":101985,"date":"2023-08-03T08:58:14","date_gmt":"2023-08-03T06:58:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101985"},"modified":"2023-08-03T17:02:16","modified_gmt":"2023-08-03T15:02:16","slug":"putsch-im-niger-dem-westen-geht-es-nicht-um-demokratie-sondern-um-rohstoffe-und-fluechtlingsabwehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101985","title":{"rendered":"Putsch in Niger \u2013 dem Westen geht es nicht um Demokratie, sondern um Rohstoffe und Fl\u00fcchtlingsabwehr"},"content":{"rendered":"<p>Als Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock im letzten Jahr den Niger besuchte, hatte sie eine Menge Spa&szlig; und wurde von den deutschen Medien <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/afrika\/baerbock-mali-niger-105.html\">gefeiert<\/a> &ndash; eine &bdquo;Au&szlig;enministerin zum Anfassen&ldquo;. Bis zur letzten Woche war Baerbock auch <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9313\">davon &uuml;berzeugt<\/a>, sie habe in Niger &bdquo;eine junge Demokratie erlebt, deren B&uuml;rger hoffnungsvoll in die Zukunft geblickt&ldquo; h&auml;tten. Was f&uuml;r eine Heuchelei. Auf dem geopolitischen Schachbrett ist der Niger f&uuml;r Europa vor allem ein Uranlieferant und ein Bollwerk zur Fl&uuml;chtlingsabwehr &ndash; es versteht sich von selbst, dass eine Gr&uuml;nen-Politikerin dies nicht so offen sagen kann. Nun haben Teile des nigrischen Milit&auml;rs die &bdquo;junge Demokratie&ldquo; weggeputscht und dabei haben sie offenbar <a href=\"https:\/\/www.lemonde.fr\/afrique\/article\/2023\/07\/31\/au-niger-la-junte-agite-le-spectre-d-une-intervention-exterieure-pour-souder-la-population-derriere-elle_6183944_3212.html\">gro&szlig;en R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung<\/a>. Im schlimmsten Fall droht dem bettelarmen Land und der gesamten Region nun ein Stellvertreterkrieg zur Restauration europ&auml;ischer und auch amerikanischer Interessen. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8160\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-101985-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230803_Putsch_in_Niger_dem_Westen_geht_es_nicht_um_Demokratie_sondern_um_Rohstoffe_und_Fluechtlingsabwehr_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230803_Putsch_in_Niger_dem_Westen_geht_es_nicht_um_Demokratie_sondern_um_Rohstoffe_und_Fluechtlingsabwehr_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230803_Putsch_in_Niger_dem_Westen_geht_es_nicht_um_Demokratie_sondern_um_Rohstoffe_und_Fluechtlingsabwehr_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230803_Putsch_in_Niger_dem_Westen_geht_es_nicht_um_Demokratie_sondern_um_Rohstoffe_und_Fluechtlingsabwehr_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=101985-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230803_Putsch_in_Niger_dem_Westen_geht_es_nicht_um_Demokratie_sondern_um_Rohstoffe_und_Fluechtlingsabwehr_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230803_Putsch_in_Niger_dem_Westen_geht_es_nicht_um_Demokratie_sondern_um_Rohstoffe_und_Fluechtlingsabwehr_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Nachdem Ende der letzten Woche der mehr oder weniger demokratisch gew&auml;hlte nigrische Pr&auml;sident Mohamed Bazoum von seiner eigenen Leibgarde festgesetzt und durch eine Milit&auml;rjunta abgel&ouml;st wurde, widmete sich der SPIEGEL in einer ausf&uuml;hrlichen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/putsch-in-niger-die-zukunft-westlicher-anti-terror-missionen-ist-ungewiss-a-64300fc2-4253-42c0-a5aa-4480c10e4477\">Analyse den Geschehnissen in der Sahel-Zone<\/a>. Dieser Artikel ist symptomatisch. &Uuml;ber viele Abs&auml;tze hinweg wird dabei das Regierungsnarrativ einer altruistischen europ&auml;ischen Au&szlig;enpolitik erz&auml;hlt. Die EU helfe Niger beim Aufbau seiner jungen Demokratie und dem Kampf gegen den Terrorismus. Niger und sein gerade weggeputschter Pr&auml;sident seien die gro&szlig;e &bdquo;Hoffnung des Westens&ldquo;. Hoffnung auf was? Mit reinem Altruismus hat die europ&auml;ische Au&szlig;enpolitik nat&uuml;rlich nichts zu tun.<\/p><p>Da gibt es zum einen wirtschaftliche Interessen. Seit &uuml;ber 50 Jahren sch&uuml;rft der franz&ouml;sische Staatskonzern Areva in Niger das ber&uuml;chtigte Yellow Cake, ein Uranerz, das man als R&uuml;ckgrat der franz&ouml;sischen Atomenergie bezeichnen k&ouml;nnte. Rund ein Viertel der Uranimporte der EU kommen aus Niger und wenn man bedenkt, dass die Importe aus Niger und den politisch zurzeit f&uuml;r die EU nicht unproblematischen L&auml;ndern Russland und Kasachstan zusammen zwei Drittel ausmachen, hat man einen Eindruck davon, wie labil diese auf EU-Ebene unverzichtbare Energiequelle ist. Der Niger selbst hat &uuml;brigens nicht viel von seinem wichtigsten Exportgut. <\/p><p>Als der damalige nigrische Pr&auml;sident Diori Hamani von der ehemaligen Kolonialmacht 1974 faire Preise f&uuml;r das von ihr gesch&uuml;rfte Uranerz forderte, wurde er nonchalant vom eigenen Milit&auml;r <a href=\"https:\/\/www.cairn-int.info\/article-E_HER_142_0206--niger-a-state-rich-in-uranium.htm\">weggeputscht<\/a> &ndash; nat&uuml;rlich mit franz&ouml;sischer Unterst&uuml;tzung. Dennoch erlebte Niger im folgenden Jahrzehnt einen &bdquo;Uranboom&ldquo;. Dank massiv steigender Weltmarktpreise konnte das Land zeitweise die H&auml;lfte seines Staatsbudgets durch die Beteiligung an den Uranexporten finanzieren. Dies &auml;nderte sich abermals durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Auftreten Russlands und Kasachstans als Gro&szlig;exporteure auf dem Weltmarkt. Als der formal demokratisch gew&auml;hlte Kleptokrat Mamadou Tandja Ende der 2000er das franz&ouml;sische Monopol beendete und chinesischen Unternehmen neue Lizenzen verkaufte, kam es mal wieder zu einem Milit&auml;rputsch. Heute exportiert Niger nahezu ausschlie&szlig;lich unter der Regie von Areva f&uuml;r den europ&auml;ischen Markt. Die &bdquo;chinesische&ldquo; Produktion ist seit 2015 gestoppt &ndash; &bdquo;technische Probleme&ldquo;, wie es offiziell hei&szlig;t. Als eine der ersten Amtshandlungen verk&uuml;ndete die Junta am Sonntag <a href=\"https:\/\/apa.az\/en\/africa\/junta-in-niger-suspends-export-of-uranium-and-gold-to-france-408740\">den Stopp s&auml;mtlicher Uranexporte<\/a> nach Frankreich. Wenige Stunden sp&auml;ter drohte Frankreichs Pr&auml;sident Macron mit einer milit&auml;rischen Reaktion &ndash; nat&uuml;rlich wegen der Demokratie und nicht wegen des Urans. Erstaunlich, dass man davon in SPIEGEL und Co. nichts liest.<\/p><p>Die zweite strategische Bedeutung Nigers f&uuml;r die EU ist die Fl&uuml;chtlingsabwehr. Ja, sie haben richtig gelesen. Es geht um die Abwehr von meist westafrikanischen Fl&uuml;chtlingen, deren Fluchtroute in der Regel direkt durch den Niger verl&auml;uft. Es geht aber auch um Fl&uuml;chtlinge aus anderen afrikanischen Regionen und dem Nahen Osten, die aus Libyen und vor allem aus Algerien &uuml;ber sogenannte &bdquo;Push-Back-Verfahren&ldquo; in den Niger abgeschoben werden. Wobei auch hier &bdquo;Abschieben&ldquo; eine Besch&ouml;nigung ist. In der Praxis <a href=\"https:\/\/taz.de\/Massenabschiebungen-nach-Niger\/!5924438\/\">sieht es so aus<\/a>, dass die Menschen in Algerien eingefangen und auf Lastwagen gepfercht werden. Nachdem ihnen ihre Papiere und ihr Geld abgenommen wurde, werden sie mitten in der Sahara an der algerisch-nigrischen Grenze ausgesetzt und in Richtung des nigrischen Ortes Assamaka getrieben, in dem NGOs ein &bdquo;Auffanglager&ldquo; betreiben. Die Zust&auml;nde dort sind katastrophal und das ganze Vorgehen ist v&ouml;lkerrechtswidrig. Aber das V&ouml;lkerrecht interessiert den Westen bekanntlich ja nur, wenn man es gegen Russland ins Feld f&uuml;hren kann. Die Push-Backs von Algerien nach Niger sind Teil der EU-Fl&uuml;chtlingsabwehr-Strategie und Niger ist <a href=\"https:\/\/www.infomigrants.net\/en\/post\/41979\/eu-strikes-new-partnership-with-niger-to-stem-irregular-migration\">offizieller Partner der EU in Sachen Fl&uuml;chtlingsabwehr<\/a> &ndash; daf&uuml;r gibt es dann ein paar Euro, die in den Taschen der lokalen Kleptokraten versickern. Hauptsache, die Fl&uuml;chtlinge erreichen nicht Europa und schw&auml;chen die Umfragewerte der regierenden Parteien. &Uuml;berfl&uuml;ssig zu erw&auml;hnen, dass diese schmutzigen Deals zwischen der &bdquo;demokratischen&ldquo; EU und der &bdquo;demokratischen&ldquo; nigrischen Regierung geschlossen wurden. <\/p><p>Nur wenn man diese beiden Punkte kennt und verstanden hat, macht der dritte Punkt, der Kampf gegen den Terrorismus, einen Sinn. Warum wird in der Sahel-Zone &uuml;berhaupt gegen Terroristen gek&auml;mpft? Daf&uuml;r gibt es viele Gr&uuml;nde, die von der Religion bis zur Unterdr&uuml;ckung der Tuareg-V&ouml;lker reichen. Fest steht jedoch, dass erst der Zusammenbruch Libyens nach dem vom Westen befeuerten B&uuml;rgerkrieg das Terrorismus-Problem in den L&auml;ndern der Sahel-Zone <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/sabine-kebir\/westafrika-zweite-antikoloniale-revolution\">hat eskalieren lassen<\/a>. Um seine Interessen zu wahren, kooperiert der Westen seitdem mit den lokalen Regierungen &ndash; egal ob demokratisch oder nicht &ndash; in Sachen &bdquo;Terrorismusbek&auml;mpfung&ldquo;, wohlwissend, dass eine m&ouml;gliche islamistische Regierung von Boko Haram, dem IS oder Al Quaida dem Westen wohl kein Uran verkaufen und auch keine Fl&uuml;chtlinge f&uuml;r den Westen in der Sahara festhalten w&uuml;rde; im Gegenteil. Altruistisch ist bei dem Kampf gegen Terrorismus daher gar nichts.<\/p><p>Aus realpolitischer Sicht hat der Westen sich vergaloppiert. Er betreibt in der Sahel-Zone eine eiskalte Interessenpolitik. Das ist nicht neu. Neu ist jedoch, dass man diese Politik in Europa heute unter dem Label einer wertegetriebenen Au&szlig;enpolitik verkauft. Hier wird es kompliziert. Denn es ist ja anscheinend m&ouml;glich, eine &bdquo;jungen Demokratie&ldquo; auszubeuten und f&uuml;r seine Fl&uuml;chtlingsabwehr einzuspannen; mit einer Milit&auml;rjunta ist das zumindest f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeitsarbeit schon schwieriger. <\/p><p>Doch wie kam es &uuml;berhaupt zum Putsch? Auch hier spielt der Westen mit seiner Doppelmoral eine entscheidende Rolle. Glaubt man den Analysen vor Ort, spielen neben der in der Region klassischen Kleptokratie vor allem die ausbleibenden Erfolge bei ebenjener Terrorbek&auml;mpfung eine Rolle. Der Westen setzt hier auf die gleiche Strategie wie in Afghanistan. Man schult regierungstreue Truppen, versorgt sie mit rudiment&auml;rer Bewaffnung &ndash; ansonsten k&ouml;nnte man nach einem Putsch von den eigenen Waffen bedroht werden &ndash; und erledigt den Rest mit High-Tech-L&ouml;sungen wie Drohnen selbst. Doch das funktioniert ganz offensichtlich nicht. <\/p><p>Zun&auml;chst kam es in Nigers Nachbarl&auml;ndern Burkina Faso und Mali zu Milit&auml;rputschen. Die an die Macht gekommene Junta im Mali lie&szlig; die westlichen Milit&auml;rs in ihren St&uuml;tzpunkten und heuerte stattdessen das russische S&ouml;ldnerunternehmen Wagner Group an. Ob die Wagner-S&ouml;ldner das Terrorismus-Problem effektiver bek&auml;mpfen, mag dahingestellt sein. Zumindest gehen die russischen S&ouml;ldner brachialer vor und <a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/latest\/news\/2023\/05\/mali-les-auteurs-des-tueries-a-moura-doivent-etre-poursuivis-et-juges-devant-un-tribunal-competent\/\">machen keinen Unterschied<\/a> zwischen Kombattanten und Zivilbev&ouml;lkerung. Bezahlt wird Wagner &uuml;brigens &uuml;ber Bergbaulizenzen &ndash; im Mali bekam die Wagner-Gruppe <a href=\"https:\/\/www.theafricareport.com\/313362\/wagners-mercenary-gold-rush-in-mali\/\">eine Lizenz zum Goldabbau<\/a>. Ob das der Bev&ouml;lkerung etwas bringt, ist ebenfalls zweifelhaft. F&uuml;r die regierende Junta ist die Wagner-Gruppe jedoch der &bdquo;Stabilit&auml;tsanker&ldquo;, der die westlichen und hier vor allem franz&ouml;sischen Truppen f&uuml;r die Vorg&auml;ngerregierungen waren. <\/p><p>Dass der Westen den Verlust seiner Einflusssph&auml;re und vor allem Frankreich den Verlust seiner ehemaligen Kolonien nicht so einfach hinnehmen w&uuml;rde, war klar. Anders als bei den vorhergegangenen Putschen in Burkina Faso und Mali l&auml;sst man nun die Muskeln spielen. Bereits am Sonntag sprachen der franz&ouml;sische Pr&auml;sident Macron und US-Au&szlig;enminister Blinken <a href=\"https:\/\/www.theafricareport.com\/317346\/ecowas-gives-niger-junta-week-to-cede-power-threatens-force-sanctions\/\">mit dem nigerianischen Pr&auml;sidenten Bola Tinubu<\/a>, der dann mit R&uuml;ckendeckung durch Frankreich und den USA Niger im Namen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas nicht nur harte Sanktionen, sondern sogar einen Krieg androhte, sollte die nigrische &bdquo;Demokratie&ldquo; nicht binnen einer Woche wiederhergestellt werden. <\/p><p>Die Junta denkt jedoch offenbar nicht im Traum daran, den Drohungen Folge zu leisten, und die ebenfalls von Milit&auml;rjunten regierten westafrikanischen Staaten Burkina Faso, Mali und Guinea haben sich bereits solidarisch mit der nigrischen Junta gezeigt und sich dazu bereiterkl&auml;rt, Niger im Falle eines milit&auml;rischen Angriffs beiseitezustehen. Ob es zu einem weiteren Krieg in der Sahel-Zone kommt, ist ungewiss. Westliche Staaten bereiten sich offenbar mit der Evakuierung ihrer Landsleute aus Niger bereits darauf vor. Experten halten es jedoch <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/ausland\/niger-das-land-ist-jetzt-der-ideale-kandidat-fuer-wagner-und-russland-a-7c022c60-72ec-4d6f-9bd4-dceea2b13def\">auch f&uuml;r m&ouml;glich<\/a>, dass der nigerianische Pr&auml;sident Tinubu pokert und im Falle eines milit&auml;rischen Eingreifens in Niger wohl am ehesten ebenfalls von seiner eigenen Generalit&auml;t weggeputscht w&uuml;rde. Russland f&auml;hrt derweil zweigleisig. Offiziell verurteilt man den Putsch und fordert die Putschisten ebenfalls auf, die Regierungsgewalt wieder an die alte Regierung zur&uuml;ckzugeben. Das gilt jedoch nicht f&uuml;r die Wagner-Gruppe, deren Chef Jewgeni Prigoschin den Putsch bereits via Telegram bejubelt hat. Und die USA? Auch die haben ihre Interessen in Niger. Dort befindet sich beispielsweise die &bdquo;Base 201&ldquo;, der gr&ouml;&szlig;te amerikanische St&uuml;tzpunkt auf dem afrikanischen Kontinent, der vor allem f&uuml;r die amerikanische Drohnenkriegsf&uuml;hrung in West-, Zentral- und Ostafrika eine zentrale Rolle spielt. <\/p><p>Der Region k&ouml;nnte also ein waschechter Stellvertreterkrieg drohen. Selbstverst&auml;ndlich w&uuml;rde es bei diesem Krieg nicht um Menschenrechte oder Demokratie gehen. Der Westen hat Interessen und ist wahrscheinlich bereit, diese Interessen auch milit&auml;risch zu verteidigen. Ob er dazu die Mittel hat, ist jedoch fraglich. Wahrscheinlicher ist es da schon, dass man sich mit der Junta anfreundet und sich seinen Einfluss mit Geldkoffern sichert. Demokratie hin, Menschenrechte her. <\/p><p>Titelbild: Screencap Al Jazeera<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/561d9d013fda49adbfa6a74f2630b42c\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock im letzten Jahr den Niger besuchte, hatte sie eine Menge Spa&szlig; und wurde von den deutschen Medien <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/afrika\/baerbock-mali-niger-105.html\">gefeiert<\/a> &ndash; eine &bdquo;Au&szlig;enministerin zum Anfassen&ldquo;. Bis zur letzten Woche war Baerbock auch <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9313\">davon &uuml;berzeugt<\/a>, sie habe in Niger &bdquo;eine junge Demokratie erlebt, deren B&uuml;rger hoffnungsvoll in die Zukunft geblickt&ldquo; h&auml;tten. 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