{"id":10201,"date":"2011-07-22T15:54:44","date_gmt":"2011-07-22T13:54:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10201"},"modified":"2011-07-22T15:54:44","modified_gmt":"2011-07-22T13:54:44","slug":"hinweise-des-tages-ii-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10201","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Euro-Gipfel; Whistleblower-Urteil; Deutschland braucht eine Inflation; Wirtschaft w&auml;chst langsamer; Immer mehr Menschen arbeiten in Mini-Jobs; Auftragsvergabe im &ouml;ffentlichen Dienst: Mindestlohn auf dem Vormarsch; Kurzfilm &ldquo;Nahrungsmittelspekulation&rdquo;; Immer neuer Stress in Stuttgart; Bundesgerichtshof verurteilt Hypovereinsbank; Mappus will bei Pharmakonzern Merck anheuern; Hier vereint sich Rassismus mit Dummheit; Tunesien: Geschichten in goldenen Lettern; Frankreich: Zunehmend ausgehebelte Menschenrechte; Miliz in Somalia l&auml;sst Hilfslieferungen nicht durch; Bericht aus einem Goldenen K&auml;fig; Griechische Sch&auml;ndungsschande; WissensWerte: Menschenrechte (JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Euro-Gipfel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Whistleblower-Urteil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Deutschland braucht eine Inflation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Wirtschaft w&auml;chst langsamer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Immer mehr Menschen arbeiten in Mini-Jobs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Auftragsvergabe im &ouml;ffentlichen Dienst: Mindestlohn auf dem Vormarsch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Kurzfilm &ldquo;Nahrungsmittelspekulation&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Immer neuer Stress in Stuttgart<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Bundesgerichtshof verurteilt Hypovereinsbank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Mappus will bei Pharmakonzern Merck anheuern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Hier vereint sich Rassismus mit Dummheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Tunesien: Geschichten in goldenen Lettern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Frankreich: Zunehmend ausgehebelte Menschenrechte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Miliz in Somalia l&auml;sst Hilfslieferungen nicht durch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Bericht aus einem Goldenen K&auml;fig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Griechische Sch&auml;ndungsschande<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">WissensWerte: Menschenrechte<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=10201&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Euro-Gipfel<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Robert von Heusinger &ndash; Euro-Rettung: Die Richtung stimmt<\/strong><br>\nGriechenland bekommt Milliarden-Hilfen: Mit den Beschl&uuml;ssen von Br&uuml;ssel ist eine Art Europ&auml;ischer W&auml;hrungsfonds aus der Taufe gehoben worden. Er kann im Notfall Euro zur Verf&uuml;gung stellen und Spekulationsattacken abwehren.<br>\nEs geht doch. Wider Erwarten klar und europ&auml;isch ist die Botschaft des Krisengipfels zur Rettung des Euro ausgefallen. Der Rettungsfonds EFSF erh&auml;lt deutlich mehr Aufgaben und Flexibilit&auml;t. Damit haben Angela Merkel und Nicolas Sarkozy den Europ&auml;ischen W&auml;hrungsfonds aus der Taufe gehoben. Eine Einrichtung, die den Konstruktionsfehler der W&auml;hrungsunion, eine gemeinsame W&auml;hrung ohne politische Union, ein gutes St&uuml;ck weit korrigiert. Das ist die Sensation des Treffens, das ansonsten die Verschuldung Griechenlands ertr&auml;glicher gestaltete. [&hellip;]<br>\nDas eigentlich Dramatische an der Eurokrise ist die Weltfremdheit der deutschen &Ouml;konomen, die die Kanzlerin beraten. Und eine Kanzlerin, die ohne Begeisterung f&uuml;r Europa auf diese Berater h&ouml;rt. So stellen Chronisten schon heute fest, dass erstens jede Position der Kanzlerin zur Eurokrise ein guter Kontra-Indikator war f&uuml;r das, was sp&auml;ter beschlossen worden ist. Und zweitens, dass die deutsche Regierung mit ihren Forderungen die Krise jeweils versch&auml;rft hat, statt sie zu l&ouml;sen. Durch die Aufwertung des EFSF indes stehen die Chancen gut, die Krise einzud&auml;mmen.<br>\nWorin unterscheiden sich die etwa gleich hoch verschuldeten L&auml;nder Italien, USA, Gro&szlig;britannien? Amerika und England sind in eigener W&auml;hrung verschuldet. Und die k&ouml;nnen sie herstellen. Solange ein Land so m&auml;chtig ist, dass es sich in seiner eigenen W&auml;hrung verschulden kann, solange kann es nicht pleitegehen. Zur Not kauft die Zentralbank die Staatsanleihen, druckt also das Geld, um die Gl&auml;ubiger auszuzahlen. Solchen L&auml;ndern kann vom Kapitalmarkt kein Unheil drohen.<br>\nIn Euroland ist die Situation anders. Die Eurol&auml;nder haben sich ein Fremdw&auml;hrungsrisiko eingehandelt. Streng genommen macht es keinen Unterschied, ob sich Italien oder Deutschland im Euro oder im Dollar verschulden. Durch die von Deutschland durchgesetzte No-bail-out-Klausel, die Chiffre, die es verbietet, dass ein Land f&uuml;r ein anderes haftet, ist der Euro f&uuml;r alle eine Fremdw&auml;hrung. Und macht deshalb in der kapitalistischen Hierarchie ganz weit oben stehende L&auml;nder wie Italien zu Entwicklungsl&auml;ndern, die keine heimische W&auml;hrung von Rang haben und sich deshalb in einer fremden Devise verschulden m&uuml;ssen &ndash; mit all den Risiken wie Spekulationsattacken und Staatsbankrott.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/die-richtung-stimmt\/-\/1472602\/8695930\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Sahra Wagenknecht &ndash; Banken auf Kosten der Steuerzahler gerettet<\/strong><br>\n&bdquo;Das Griechenland-Rettungspaket ist in der Tat ein gro&szlig;er Wurf &ndash; allerdings nur f&uuml;r die Banken. Die Banken machen einmal mehr den besten Deal in der Krise. Die Abschreibungen in H&ouml;he von 21 Prozent sind weit geringer als die Verluste, die ihnen sonst drohten. Auch bei niedrigeren Zinss&auml;tzen werden die Banken zuk&uuml;nftig ihren Profit machen, da sich der Rettungsfonds bei ihnen das Geld zu attraktiven Zinsen leiht. Und alles auf freiwilliger Basis. Die tats&auml;chlichen Risiken werden weiter auf die Steuerzahler und damit auf die Allgemeinheit abgew&auml;lzt. Die akute Krise wird auf dem Papier bew&auml;ltigt, doch von einer tragf&auml;higen L&ouml;sung ist man meilenweit entfernt. Griechenlands Wirtschaft liegt am Boden und hat keine Chance, mit dem auferlegten Programm auf die Beine zu kommen. Den anderen Eurostaaten wurde lediglich eine Atempause verschafft. Die eigentlichen Ursachen der Krise wurden nicht angegangen. Nicht einmal eine Bankenabgabe wurde vereinbart. So werden die Verursacher und Profiteure der Krise weiterhin nicht zur Kasse gebeten.<br>\nShowman Josef Ackermann, der den Deal mit ausgehandelt hat, weint zwar publikumswirksam Krokodiltr&auml;nen und fabuliert davon, wie hart die Banken getroffen seien. Wie sehr man sich jedoch in den Vorstandsetagen der Banken tats&auml;chlich die H&auml;nde reibt, zeigt die milde Reaktion des Bankenverbands, der davon spricht, dass das neue Rettungspaket &ldquo;verkraftbar&rdquo; sei. Dies hei&szlig;t nichts anderes als dass man der eigentliche Gewinner der Krise ist.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/banken-kosten-steuerzahler-gerettet\/\">Die Linke<\/a><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke &ndash; Und am Ende rettet uns die Notenbank<\/strong><br>\nTrotz aller Gipfelbeschl&uuml;sse droht die n&auml;chste Eskalation der Merkel-Krise &ndash; bis Europas W&auml;hrungsh&uuml;ter als letzte Instanz die absurde Marktpanik (endlich) stoppen.<br>\nIn Deutschland gilt die Sache als verp&ouml;nt. Eine Notenbank soll Zinsen setzen, keine Staatsanleihen kaufen. Weil sonst alles durcheinanderger&auml;t. Und Inflation droht. Das zieht. Gut m&ouml;glich allerdings, dass Europas Notenbanker genau das bald in akuter Not tun m&uuml;ssen. Und dass die Krise dann erst vorbei ist. Sp&auml;testens wenn sich herausstellt, dass auch die Krisengipfelbeschl&uuml;sse vom Donnerstag nicht reichen, um den Vertrauensschwund der M&auml;rkte zu stoppen.<br>\nVielleicht sollten die Notenbanker sogar so schnell wie m&ouml;glich in Aussicht stellen, dass sie im Notfall massig Staatsanleihen kaufen. Wenn das glaubw&uuml;rdig ist, w&uuml;rde es jeder neuen Panik den Boden entziehen. Das w&auml;re dann Krisenbek&auml;mpfung via positive Abschreckung &ndash; ohne Nebeneffekte. [&hellip;]<br>\nDen besten Ausschalter hat dann die Notenbank, die im Grunde unbegrenzt Staatsanleihen kaufen kann, weil sie das Geld daf&uuml;r selbst macht, wodurch sie auch extrem glaubw&uuml;rdig ist. Nicht um wirklich alle Staatsanleihen zu kaufen. Sondern um zu vermitteln, dass es zu Panik keinen Grund gibt &ndash; weil die W&auml;hrungsh&uuml;ter dies verhindern werden. Bei glaubhafter Ank&uuml;ndigung gibt es dann auch keinen Grund mehr, panisch Anleihen zu verkaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:kolumne-thomas-fricke-und-am-ende-rettet-uns-die-notenbank\/60082102.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Fitch wertet Hellas-Umschuldung als Zahlungsausfall<\/strong><br>\nDie Ratingagentur Fitch wertet die geplante Beteiligung privater Gl&auml;ubiger an der Griechenland-Rettung als Versto&szlig; gegen die Zahlungsverpflichtungen Athens. Da dem Land mit dem geplanten Anleihetausch ein Teil seiner Zins- und Tilgungszahlungen erlassen w&uuml;rden, wollen die Bonit&auml;tsw&auml;chter es mit der Note &ldquo;Restricted Default&rdquo;, also teilweise zahlungsunf&auml;hig, einstufen. Diese Note werde aber nur f&uuml;r den Zeitraum des Umtauschs gelten, teilte Fitch am Freitag mit. Nach dessen Abschluss werde die Kreditw&uuml;ridgkeit Griechenlands neu bewertet werden. Seine Schuldtitel w&uuml;rden dann voraussichtlich als hochspekulative Anlage (low speculative grade) eingestuft &ndash; also wie jetzt schon als Ramsch.<br>\nFitch bewertet die Gl&auml;ubigerbeteiligung damit kritischer als die International Swaps and Derivatives Association (ISDA). Der einflussreiche Zusammenschluss aus Finanzinstituten, Wertpapierhandelsfirmen, und Wirtschaftsjuristen betrachtet den vom Bankenverband IIF vorgeschlagenen Anleihetausch als freiwillig. Er l&ouml;se deshalb keine Entsch&auml;digungsanspr&uuml;che aus, teilte die ISDA mit.<br>\nEin gegenteiliges Urteil der ISDA h&auml;tte milliardenschwere Versicherungsanspr&uuml;che ausgel&ouml;st und deshalb zu schweren Verwerfungen an den M&auml;rkten f&uuml;hren k&ouml;nnen. Denn der Zusammenschluss aus Banken, Wertpapierh&auml;ndlern, Versicherungen und Wirtschaftsjuristen entscheidet dar&uuml;ber, wann Kreditausfallderivate (CDS) auf Anleihen ausgezahlt werden m&uuml;ssen. Mit CDS k&ouml;nnen sich Anleihegl&auml;ubiger gegen einen Zahlungsausfall des Schuldners absichern. H&auml;tte die ISDA die L&ouml;sung f&uuml;r Griechenland als Kreditereignis gewertet, h&auml;tten laut Daten der Depository Clearing &amp; Trust Corporation (DTCC) CDS im Wert von 5 Mrd. Euro ausgezahlt werden m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/anleihen-devisen\/:euro-krise-fitch-wertet-hellas-umschuldung-als-zahlungsausfall\/60082300.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orland Pascheit:<\/strong> Die US-Banken spielen als Kreditgeber Griechenlands zwar keine gro&szlig;e Rolle, die BIZ-Statistik wies Ende 2010 nur 1,5 Milliarden Dollar an griechischen Staatsanleihen aus. Ganz anders sieht es allerdings bei Credit Default Swaps (CDS) aus. Akteure am CDS-Markt sind die amerikanischen Banken wichtige Akteure (Goldman Sachs , Morgan Stanley , JP Morgan Chase und Citigroup). Die BIZ listet 34 Milliarden Dollar &ldquo;andere potentielle Engagements&rdquo; f&uuml;r amerikanische Banken in Griechenland auf. Dahinter d&uuml;rften sich zum gro&szlig;en Teil die von Warren Buffet einst als &ldquo;finanzielle Massenvernichtungswaffen&rdquo; bezeichneten CDS verstecken. Dadurch hat Griechenland durchaus Potenzial f&uuml;r eine Wall-Street-Krise, und was das hei&szlig;t, wissen wir seit 2008.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>EZB beugt sich erneut dem Druck der Politik<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Zentralbank hat sich bereit erkl&auml;rt, einen teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands zu akzeptieren und damit den Weg f&uuml;r einen Kompromiss frei gemacht. Auch die Banken wollen sich freiwillig am Rettungspaket beteiligen. Trichet wolle sich seine Zustimmung jedoch damit abkaufen lassen, dass die EZB nur dann weiter griechische Staatsanleihen als notenbankf&auml;hige Sicherheiten von den Banken akzeptieren will, wenn diese mit zus&auml;tzlichen Garantien der Euro-L&auml;nder versehen werden. Dies sagten am Donnerstag mehrere mit den Gespr&auml;chen vertraute Personen zu Reuters. Bis zuletzt hatten EZB-Vertreter und andere hochrangige Notenbanker in Europa immer erkl&auml;rt, dass bei einem Zahlungsausfall keine griechischen Staatspapiere mehr bei Refinanzierungsgesch&auml;ften mit den Banken akzeptiert w&uuml;rden. Dies w&uuml;rde de facto zu einem Zusammenbruch des griechischen Banken- und Finanzsystems f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/ezb_beugt_sich_fuer_griechenland_erneut_druck_der_politik_1.11546441.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Whistleblower-Urteil<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Urteil des EGMR: Whistleblowing von Meinungsfreiheit gesch&uuml;tzt<\/strong><br>\nDer Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte (EGMR) hat heute entschieden: Die fristlose K&uuml;ndigung von Brigitte Heinisch, Berliner Altenpflegerin und Whistleblower-Preistr&auml;gerin 2007, und die Weigerung der deutschen Gerichte diese K&uuml;ndigung aufzuheben, verst&ouml;&szlig;t gegen das Recht auf Meinungsfreiheit, das in Artikel 10 der Europ&auml;ischen Menschenrechts-Konvention garantiert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.whistleblower-net.de\/content\/view\/242\/1\/lang,de\/\">Whistleblower Netzwerk<\/a><\/li>\n<li><strong>Zivilcourage ist nicht illoyal<\/strong><br>\nDas Urteil von Stra&szlig;burg macht Arbeitnehmern Mut, die Missst&auml;nde im eigenen Betrieb kritisieren. Deutsche Arbeitsrichter m&uuml;ssen jetzt umdenken.<br>\nWas hat Vorrang: die Information &uuml;ber extreme Missst&auml;nde in einem Altenpflegeheim oder das Interesse der Heimleitung an der Unterdr&uuml;ckung dieser Information? Wer verdient gr&ouml;&szlig;eren Schutz: die Mitarbeiterin des Heims, die immer und immer wieder vergeblich gegen die menschenunw&uuml;rdige Behandlung der Patienten protestiert und sich schlie&szlig;lich verzweifelt an die Staatsanwaltschaft wendet, oder der Betreiber des Heims, der auf die Loyalit&auml;t und damit auf die Verschwiegenheit seiner Mitarbeiter vertraut?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/zivilcourage-ist-nicht-illoyal\/-\/1472602\/8695118\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Ein Fall von couragierter K&uuml;mmerei<\/strong><br>\nDer Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte in Stra&szlig;burg hat die Rechte der Whistleblower gest&auml;rkt: Er sprang einer Pflegerin bei, die ihren Arbeitgeber angezeigt hatte und deswegen entlassen wurde. Warum ein Arbeitnehmer sein Gewissen nicht an der Stechuhr abgeben muss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/egmr-urteil-ein-fall-von-couragierter-kuemmerei-1.1123118\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Urteil zu Whistleblowern: Deutschland hinkt hinterher<\/strong><br>\nWhistleblower brauchen Schutz vor K&uuml;ndigung und Diffamierung, sagt der Journalist Hans Leyendecker. Denn sie k&ouml;nnten das Risiko ihrer Taten oft nicht richtig einsch&auml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Urteil-zu-Whistleblowern\/!74958\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutschland braucht eine Inflation<\/strong><br>\nNoch f&uuml;nf Jahre bleiben dem Euro, wenn es so weitergeht &ndash; mit verherrenden Folgen. Es fehlt eine europ&auml;isch koordinierte Lohnpolitik, meint die Volkswirtin Friederike Spiecker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!74936\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Wirtschaft w&auml;chst langsamer<\/strong><br>\nAm Konjunkturhimmel ziehen Wolken auf: Laut Finanzministerium hat sich der Aufschwung deutlich verlangsamt. Und das ifo-Institut verk&uuml;ndet, dass sich das Gesch&auml;ftsklima eingetr&uuml;bt hat. Die Euphorie vieler Unternehmer ist ged&auml;mpft. (&hellip;) Das geht aus dem ifo-Index hervor, der auf 112,9 Punkte sank. Er beruht auf der Einsch&auml;tzung von 7.000 Unternehmern, die das M&uuml;nchener Institut jeden Monat zu ihrer derzeitigen Lage und ihren Erwartungen f&uuml;r die n&auml;chsten Monate befragt. &Ouml;konomen hatten mit einem geringeren R&uuml;ckgang gerechnet. Im Juni betrug der Wert des Stimmungsbarometers noch 114,5 Punkte . (&hellip;)<br>\nFinanzexperten sch&auml;tzten k&uuml;rzlich die Konjunkturaussichten allerdings so schlecht ein wie seit Anfang 2009 nicht mehr: Das ZEW-Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung, das auf einer Befragung von Analysten und Anlegern beruht, fiel im Juli von minus 9,0 auf minus 15,1 Punkte, wie das ZEW am Dienstag mitteilte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/1\/0,3672,8299425,00.html\">ZDF Heute<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Dow Jones Deutschland berichtete vor wenigen Tagen, da&szlig; auch der deutsche Einkaufsmanagerindex f&uuml;r den <a href=\"http:\/\/www.dowjones.de\/site\/2011\/07\/deutsche-eink%C3%A4uferindizes-sinken-im-juli-st%C3%A4rker-als-erwartet.html%20\">Monat Juli stark r&uuml;ckl&auml;ufig ist<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&ldquo;Die Gesch&auml;ftsaktivit&auml;t in der deutschen Privatwirtschaft hat im Juli unerwartet deutlich an Fahrt verloren. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes fiel auf 52,1 Z&auml;hler von 54,6 im Juni und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 21 Monaten, wie der Datendienstleister Markit Economics am Donnerstag im Rahmen der ersten Ver&ouml;ffentlichung mitteilte. Volkswirte hatten im Mittel lediglich einen Indexr&uuml;ckgang von 54,1 prognostiziert. Der Index f&uuml;r den Servicesektor sank auf 52,9 Punkte von 56,7 im Vormonat und erreichte damit das tiefste Niveau seit 17 Monaten. &Ouml;konomen hatten einen R&uuml;ckgang des Index auf 56,3 erwartet. Der aggregierte Sammelindex, der auf dem Produktionsindex f&uuml;r das verarbeitende Gewerbe und dem Index des Dienstleistungsbereichs basiert, verzeichnete mit 52,2 Z&auml;hlern nach 56,3 im Vormonat den niedrigsten Stand seit zwei Jahren.&rdquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Die durchweg negative Enwicklung der Ifo-, ZEW- und Einkaufsmanagerindizes deutet auf eine Wachstumsabschw&auml;chung in Deutschland hin. Der R&uuml;ckgang dieser Indizes im Juli 2011 war nach Aussage der Experten &ldquo;&uuml;berraschend&rdquo; und &ldquo;unerwartet deutlich&rdquo;.<\/em> <\/p>\n<p><em>Auch vor diesem Hintergrund sind die von Hans Werner Sinn und zahlreichen seiner Kollegen aus der Zunft der Wirtschaftsforscher immer wieder hinausposaunten Aussagen, die deutsche Wirtschaft stehe vor einem jahrelangen Wirtschaftsaufschwung, als pure Kaffeesatzleserei zu werten. Die gleichen Spr&uuml;che wurden noch im ersten Halbjahr 2008 geklopft, obwohl die Finanzkrise bereits zum damaligen Zeitpunkt erste Bremsspuren in der Wirtschaftsentwicklung zeigte. Nachdem sich im Herbst 2008 die Finanzkrise dramatisch zugespitzt hatte, offenbarte sich die Substanzlosigkeit dieser Aussagen. Auch zur Jahrtausendwende gab es dieses substanzlose Gerede vom angeblich langw&auml;hrenden Aufschwung. Im Jahre 2001 wurden auch diese Parolen L&uuml;gen gestraft.<\/em><\/p>\n<p><em>Statt unsolide Konjunkturprognosen &uuml;ber einen Mehrjahreszeitraum in die Welt zu setzen, sollten sich die Wirtschaftsforschungsinstitute auf einen seri&ouml;s &uuml;berschaubaren Zeitraum konzentrieren. Selbst bei Konjunkturprognosen &uuml;ber den Zeitraum von nur einem Jahr scheinen vor dem Hintergrund hoher Fehlermargen viele Institute intellektuell &uuml;berfordert zu sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Immer mehr Menschen arbeiten in Mini-Jobs<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft boomt &ndash; und trotzdem sind immer mehr Menschen auf einen Mini-Job angewiesen. Nach neuesten Zahlen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit waren es Ende 2010 fast 7,4 Millionen. Die Gewerkschaften sind dar&uuml;ber gar nicht erfreut. [&hellip;]<br>\nImmer mehr regul&auml;r Besch&auml;ftigte verdienen sich ein Zubrot zu ihrem normalen Gehalt: Die Zahl derer, die den Mini-Job als Nebenbesch&auml;ftigung aus&uuml;bten, stieg innerhalb von f&uuml;nf Jahren um rund 600.000 auf 2,45 Millionen. F&uuml;r weitere 4,9 Millionen Menschen war der Mini-Job dagegen die einzige Besch&auml;ftigung. In dieser Gruppe war der Anstieg deutlich weniger stark.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,775842,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Auftragsvergabe im &ouml;ffentlichen Dienst: Mindestlohn auf dem Vormarsch<\/strong><br>\nThorsten Schulten, Experte f&uuml;r europ&auml;ische Tarifpolitik am sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung, spricht noch immer vom &ldquo;R&uuml;ffert-Schock&rdquo;, wenn er den 3. April 2008 beschreibt. An diesem Tag gab der Europ&auml;ische Gerichtshof (EuGH) der Klage eines deutschen Bauunternehmens, vertreten durch Dirk R&uuml;ffert, gegen das Land Niedersachsen recht. &ldquo;2008 ging wirklich niemand davon aus, dass der EuGH im Sinne R&uuml;fferts entscheiden w&uuml;rde. Selbst die deutsche Regierung und der Generalanwalt am EuGH hatten in seiner Stellungnahme die nieders&auml;chsische Praxis bef&uuml;rwortet&rdquo;, sagt Schulten. Doch die Richter sagten: Die Vorgabe, &ouml;rtliche Tarifl&ouml;hne zu zahlen, versto&szlig;e gegen die EU-Dienstleistungsfreiheit und die EU-Entsenderichtlinie f&uuml;r Arbeitnehmer.<br>\nDie L&auml;nder haben darauf reagiert: Sie verankern ihre Lohnvorschriften heute rechtlich anders, um nicht erneut in Konflikt mit EU-Normen zu kommen. Die EU-Entsenderichtlinie l&auml;sst zwar keinen Verweis auf orts&uuml;bliche Tarifl&ouml;hne zu, wohl aber Mindestl&ouml;hne per Rechtsvorschrift. Genau diesen Spielraum nutzen die Bundesl&auml;nder aus. &ldquo;Das ist f&uuml;r mich eines der seltenen positiven Beispiele, in denen die L&auml;nder eine Dynamik zur sozialen Reregulierung ansto&szlig;en&rdquo;, sagt Schulten.  An Rhein und Weser sollen Unternehmen, auch Subunternehmer aus anderen EU-L&auml;ndern, k&uuml;nftig ihren Arbeitnehmern ab einem Auftragsvolumen von 20.000 Euro mindestens 8,62 Euro Stundenlohn zahlen. Das soll auch f&uuml;r angeheuerte Leiharbeiter gelten. &ldquo;Wir preschen vor, was soziale Inhalte angeht&rdquo;, sagt Rainer Schmeltzer, SPD-Fraktionsvize im Landtag, stolz.  Bisher schreiben nur Berlin, Bremen und Rheinland-Pfalz einen solchen vergabespezifischen Mindestlohn vor. Er liegt zwischen 7,50 Euro (Berlin) und 8,50 Euro (Bremen und Rheinland-Pfalz).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Auftragsvergabe-im-oeffentlichen-Dienst\/!74912\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kurzfilm &ldquo;Nahrungsmittelspekulation&rdquo;<\/strong><br>\nEin neuer Film erkl&auml;rt, wie mit Nahrungsmitteln spekuliert wird, welche Gefahren es birgt und was deshalb geschehen muss.<br>\nDer Film zeigt, wie mit Nahrungsmitteln spekuliert wird. Dies geschieht vor allem an sogenannten Terminb&ouml;rsen, die besonders gro&szlig; in den USA sind und in Europa gerade wachsen. Auch wenn diese B&ouml;rsen einen gewissen Nutzen f&uuml;r die Landwirtschaft haben k&ouml;nnen, bergen sie viele Gefahren. Vor allem durch die immer st&auml;rkere Beteiligung von Finanzspekulanten wie Banken und Fonds werden die Nahrungsmittelpreise immer mehr zum Spielball von Spekulation und Renditemaximierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/themen\/4968342.html\">Weed<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Immer neuer Stress in Stuttgart<\/strong><br>\nBaden-W&uuml;rttemberg wird nach der &Uuml;berpr&uuml;fung des Bahnhofprojekts nicht friedlicher. Die Gegner des neuen Bahnhofs toben. Die Regierung ist gespalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2011-07\/stuttgart21-stresstest-gegner-gutachten\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bundesgerichtshof verurteilt Hypovereinsbank<\/strong><br>\nErstmals hat der Bundesgerichtshof die Hypovereinsbank wegen arglistiger T&auml;uschung verurteilt. Nach einem Medienbericht habe die Bank einem Ehepaar den Kauf einer Wohnung finanziert, die v&ouml;llig &uuml;berteuert gewesen sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31328\/schrottimmobilien-bundesgerichtshof-verurteilt-hypovereinsbank-30470457.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mappus will bei Pharmakonzern Merck anheuern<\/strong><br>\nSeine politische Karriere hat mit der Wahlniederlage in Baden-W&uuml;rttemberg einen j&auml;hen Absturz erfahren, nun hat Stefan Mappus offenbar neue Pl&auml;ne. Der ehemalige Ministerpr&auml;sident steht laut einem Zeitungsbericht kurz vor dem Wechsel in die Wirtschaft &ndash; und soll sogar zwei Optionen haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,775908,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Hier vereint sich Rassismus mit Dummheit<\/strong><br>\nHeute abend in der ZDF-Sendung &raquo;Aspekte&laquo;: Sarrazins provokativer Auftritt in Berlin-Kreuzberg. Ein Gespr&auml;ch mit Evrim Baba-Sommer<br>\nInterview: Gitta D&uuml;perthal, Mitglied der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/07-22\/114.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><strong>dazu: Kein D&ouml;ner f&uuml;r Sarrazin!<\/strong><br>\nSarrazins Besuch in Kreuzberg hatte das Ziel, T&uuml;rken zu beleidigen. Da muss man nicht nett zu ihm sein, schreibt Deniz Baspinar in einer Erwiderung auf &Ouml;zlem Topcu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2011-07\/sarrazin-berlin-kreuzberg-tuerken\">ZEIT<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Tunesien: Geschichten in goldenen Lettern<\/strong><br>\nIn Tunesien herrscht Pressefreiheit. Doch die Medien sind weiterhin recht regierungstreu und die Chefredakteure fast &uuml;berall die alten. Der schlimmste Giftspritzer war Abdelaziz Jeridi, Chefredakteur der Wochenzeitung Al Hadath. Immer wieder griff er Bensedrine &ouml;ffentlich an, meistens unter der G&uuml;rtellinie. Nach der Wende bat er sie in einer Fernsehsendung heulend um Entschuldigung. Die diffamierenden Artikel habe er nicht selbst verfasst. Sie seien ihm von h&ouml;herer Stelle zugegangen, er habe sie nur unterzeichnet. Wahrscheinlich stimmt das sogar. Wahrscheinlich war der devote Chefredakteur nur ein Nutznie&szlig;er des Systems. Aber er ist noch immer Chefredakteur, auch wenn er k&uuml;rzlich wegen Diffamierung eines Journalisten des Senders Al Dschasira in erster Instanz zu vier Monaten Gef&auml;ngnis verurteilt wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2011\/0628\/medien\/0007\/index.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Frankreich: Zunehmend ausgehebelte Menschenrechte<\/strong><br>\nMit unsch&ouml;ner Regelm&auml;ssigkeit geisselt die Ligue des droits de l&rsquo;Homme (LDH) die Menschenrechtslage in der selbsternannten &ldquo;Heimat der Menschenrechte&rdquo;. Sie steht mit ihrer Kritik nicht allein da: Private Organisationen wie Amnesty International und &ouml;ffentliche wie der Europarat kritisieren jahrein, jahraus rekurrente, sozusagen institutionalisierte Verst&ouml;sse gegen die Menschenrechte in Frankreich. Die heurige Ausgabe, die sich auf das Jahr 2010 bezieht, ist &ldquo;Die entstellte Republik&rdquo; &uuml;berschrieben. Was laut der LDH entstellt wird, ist das durch Autoren wie Montesquieu und Rousseau gepr&auml;gte Ideal des Zusammenlebens in einer auf Gleichheit und Solidarit&auml;t gr&uuml;ndenden Republik. Die &ndash; sozusagen berufsethischen &ndash; Verst&ouml;sse von h&ouml;chsten Staatsvertretern gegen dieses Ideal sind dabei noch verh&auml;ltnism&auml;ssig harmlos. Erleichtert, wo nicht gar gef&ouml;rdert werden derlei Verst&ouml;sse durch die Schw&auml;che der Gegengewichte zur Exekutive. Das Parlament, wo die von der Regierung verfassten Gesetzestexte oft im Eilverfahren durchgeboxt werden, gleicht allzu oft einer blossen Registrierkammer der W&uuml;nsche des Elys&eacute;es. Die Judikative untersteht zum Teil der Exekutive und ist im verfassungsrechtlichen Sinne keine eigenst&auml;ndige Gewalt, sondern lediglich eine &ldquo;Autorit&auml;t&rdquo;. Und auch ein Gutteil der Mitglieder des Verfassungsrats und alle Leiter der &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien werden von der Exekutive ernannt. Das ganz auf den Pr&auml;sidenten zugeschnittene System der franz&ouml;sischen &ldquo;Wahl-Monarchie&rdquo;, schreibt der LDH-Pr&auml;sident Jean-Pierre Dubois in seiner Einleitung, sei auf dem europ&auml;ischen Kontinent beispiellos &ndash; mit Ausnahme von Weissrussland..<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/frankreich.blog.nzz.ch\/2011\/07\/10\/100\/\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Bericht der franz&ouml;sischen Menschenrechtsliga sollte keineswegs zur Behauptung verleiten, in Deutschland sei es besser. Sozialabbau, die Individualisierung von Lebensrisiken wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit, die zunehmende soziale Ungleichheit sind durchaus ein deutsches Ph&auml;nomen. Und was wir von f&uuml;hrenden deutschen Politikern im Bezug auf Fremdenfeindlichkeit, die Hauptstrategie um von dieser Entwicklung abzulenken, bereits geh&ouml;rt haben, stimmt auch nicht tr&ouml;stlich. Man denke nur an die Unf&auml;higkeit unserer sozialdemokratischen Spitzenpolitiker, Thilo Sarazin von der Sozialdemokratie abzugrenzen. &ndash; Allm&auml;hlich kommt man sich angesichts des europaweiten Trends, der durch die Sparma&szlig;nahmen allerorten noch verst&auml;rkt wird, recht hilflos vor. Die NDS als Jammerkasten? Revolution? Vielleicht ist diese schon n&auml;her als wir denken, und dann wird es h&auml;sslich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Miliz in Somalia l&auml;sst Hilfslieferungen nicht durch<\/strong><br>\nIn der Katastrophenregion am Horn von Afrika fehlt es weiter an Nahrung und Medikamenten. Im S&uuml;den von Somalia sperrt die Shabab-Miliz die internationalen Hilfslieferungen. In der Vergangenheit hatten die Rebellen immer wieder Hilfsg&uuml;ter zerst&ouml;rt, gepl&uuml;ndert oder weiter ver&auml;ussert und unter anderem &laquo;Sicherheitsgeb&uuml;hren&raquo; von Uno-Organisationen gefordert. Die Uno liess vergangene Woche erste Hilfsg&uuml;ter einfliegen, die Hilfe soll nun ausgeweitet werden. Ab den kommenden Tagen w&uuml;rden Nahrungsmittel an 175&rsquo;000 Menschen in der s&uuml;dsomalischen Region Gedo geliefert, erkl&auml;rte das Weltern&auml;hrungsprogramm (WFP) in Genf. Ausserdem sollten auch 40&rsquo;000 Menschen in der Region Afgoye versorgt werden. Die Hauptstadt Mogadisco solle in den kommenden Tagen per Flugzeug Hilfe erhalten. Nach Uno-Angaben sind in Somalia bereits Zehntausende von Menschen verhungert. Tausende von Fl&uuml;chtlingen str&ouml;men in der Hoffnung auf Rettung t&auml;glich &uuml;ber die Grenzen nach &Auml;thiopien und Kenia.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/politik\/international\/miliz_somalia_hilfslieferungen_1.11564119.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nahrungsmittel f&uuml;r ca. 200.000 Menschen sind angesichts der Zahl von 3 bis 4 Millionen Betroffenen ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein. Wo bleibt hier die humanit&auml;re Intervention der Gro&szlig;m&auml;chte? &ndash; Wenn man von Somalia einmal absieht, ist neben den Klimafaktoren das Scheitern des Entwicklungsstaates in den L&auml;ndern dieser Region zu konstatieren. Es ist keineswegs so, dass es kein entwicklungs&ouml;konomisch geschultes Personal vor Ort gebe. Das entscheidende Defizit besteht in der politischen Umsetzung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bericht aus einem Goldenen K&auml;fig<\/strong><br>\nUm &uuml;berhaupt aus Tripolis berichten zu k&ouml;nnen, m&uuml;ssen Journalisten sich auf Gaddafis Pressesprecher einlassen. Moussa Ibrahim hat die Allmacht &uuml;ber die Informationen und l&auml;sst keinen Reporter ohne Aufpasser aus dem eigens f&uuml;r Journalisten vorgesehenen Hotel. ARD-Korrespondent J&ouml;rg Armbruster hat sich auf eine von Gaddafis Leuten organisierte Tour eingelassen &ndash; immer begleitet von Aufpassern, die auch aufs richtige Timing achten. F&uuml;r tagesschau.de schildert er seine Eindr&uuml;cke.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/libyen1178.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Griechische Sch&auml;ndungsschande<\/strong><br>\nSie sind mal wieder entsetzt bei &ldquo;Bild&rdquo;:<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110722_bild_hakenkreuzgriechen.jpg\" alt=\"Griechenland\"><br>\n(Bild: Bildblog)<br>\nUnter dem riesigen Foto steht:\n<blockquote><p>Es sind einzelne Demonstranten. Aber wissen sie nicht, dass sie die Gef&uuml;hle von Millionen Deutschen verletzen?<br>\nUnd das ist nat&uuml;rlich ganz witzig angesichts der einzelnen Boulevard-Journalisten, die seit mehr als einem Jahr die Gef&uuml;hle von Millionen Griechen verletzen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Weniger witzig ist, was &ldquo;Bild&rdquo; dann schreibt:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/32079\/griechische-schaendungsschande\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+bildblog+%28BILDblog%29\">Bildblog<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>WissensWerte: Menschenrechte<\/strong><br>\n&bdquo;Alle Menschen sind frei und gleich an W&uuml;rde und Rechten geboren.&ldquo; So hei&szlig;t es im ersten Kapitel der Allgemeinen Erkl&auml;rung der Menschenrechte. Die Idee der Menschenrechte ist eine der wichtigsten Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens. Gleichzeitig steht die Idee universeller Menschenrechte aber auch immer wieder im Zentrum heftiger Debatten und weltweit kommt es regelm&auml;&szlig;ig zu Menschenrechtsverletzungen.<br>\nAber was sind eigentlich Menschenrechte? Wer ist f&uuml;r ihren Schutz verantwortlich? Und gelten sie wirklich f&uuml;r alle Menschen? Diesen Fragen geht der neueste Clip der WissensWerte Reihe nach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.e-politik.de\/lesen\/artikel\/2011\/wissenswerte-menschenrechte\/\">e-politik.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Nachtrag zum <a href=\"\/?p=10182\">Beitrag &uuml;ber die Lachnummer von Spiegel Online<\/a> <\/strong><br>\n<blockquote><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller,<br>\nnur eine winzige Anmerkung zu deiner am&uuml;santen Abrechnung mit Spiegel-Online. Dieser komische Griechenwirt aus der Lindenstra&szlig;e hat deine Verteidigung tats&auml;chlich nicht verdient, was du nicht wissen konntest. Neulich habe ich ihn mit &Auml;u&szlig;erungen in einer Talkshow gesehen, die so idiotisch waren wie das, was der Steuerhinterzieher Theodorakis jetzt st&auml;ndig von sich gibt: Wir Griechen wollen zur&uuml;ck zur Drachme, da k&ouml;nnen wir dann machen, was wir wollen! Und das von einem, der im deutschen Fernsehen immer sein Euro-Gehalt auf der hohen Kante haben wird.<br>\nDies nur ganz nebenbei.<br>\nHerzlich<br>\nNiels Kadritzke<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Euro-Gipfel; Whistleblower-Urteil; Deutschland braucht eine Inflation; Wirtschaft w&auml;chst langsamer; Immer mehr Menschen arbeiten in Mini-Jobs; Auftragsvergabe im &ouml;ffentlichen Dienst: Mindestlohn auf dem Vormarsch; Kurzfilm &ldquo;Nahrungsmittelspekulation&rdquo;; Immer neuer Stress in Stuttgart; Bundesgerichtshof verurteilt Hypovereinsbank; Mappus will bei Pharmakonzern Merck anheuern; Hier vereint sich Rassismus mit Dummheit; Tunesien: Geschichten in goldenen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10201\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10201","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10201","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10201"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10201\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10203,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10201\/revisions\/10203"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10201"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10201"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10201"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}