{"id":102069,"date":"2023-08-06T15:00:51","date_gmt":"2023-08-06T13:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102069"},"modified":"2023-08-06T16:15:16","modified_gmt":"2023-08-06T14:15:16","slug":"leserbriefe-zu-pennys-wahre-kosten-zynismus-in-reinkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102069","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201ePennys \u201ewahre Kosten\u201c \u2013 Zynismus in Reinkultur\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101933\">In diesem Beitrag<\/a> thematisiert Jens Berger die einw&ouml;chige Aktion &bdquo;wahre Kosten&ldquo; des zur Rewe-Gruppe geh&ouml;renden Einzelhandelsgiganten &bdquo;Penny&ldquo;. Sie solle &bdquo;den Verbraucher auf die &acute;sozialen und &ouml;kologischen Auswirkungen&acute; der Produkte aufmerksam machen&ldquo;. Das sei jedoch &bdquo;blanker Hohn&ldquo;. Denn die marktbeherrschenden vier Konzerne des deutschen Lebensmitteleinzelhandels w&uuml;rden durch ihre Dumpingpreise und Erpressung der Bauern zu genau den nun kritisierten Bedingungen beitragen. Wir danken f&uuml;r die zahlreichen und interessanten Leserbriefe. Es folgt eine Auswahl, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten!<\/p><p>Eigentlich toll, wie wir alle auf diese Aktion hereinfallen. Eine prima Werbeidee, und wir machen alle mit, kostenlos. Hier wurde schon mal gespart!!<\/p><p>Vielleicht sollte Penny (bzw. die Hersteller) die Kosten f&uuml;r Marke und Werbung &uuml;berhaupt einsparen. Wir bezahlen doch diese ganze Propaganda!<\/p><p>andreas h<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo NDSler<br>\n&nbsp;<br>\nNat&uuml;rlich fehlt bei der ganzen &ldquo;Pennyaktion&rdquo; die Berechnungsgrundlage.<br>\nInteressant w&auml;re es auch mal zu erfahren, welcher Chemiepamps in so was Bioveganischem steckt.<\/p><p>Wir sollten auch nicht vergessen, da&szlig; zur Zeit eine riesige &ldquo;Klimakampagne&rdquo; gegen Rinder gef&uuml;hrt wird.&nbsp; Hat das etwa den Zweck, das durch Weidetiere genutzte Gr&uuml;nland zu Biogaszwecken umzunutzen ? Dieser Regierung und ihren woken Einfl&uuml;sterern ist ja alles zuzutrauen. AUSSER: logischem Denken.<br>\n&nbsp;<br>\nMacht weiter so, die NDS sind unverzichtbar<br>\n&nbsp;<br>\nArmin Christ<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>lieber Jens Berger,<\/p><p>in diesem zusammenhang sollte die prinzipielle rolle, die vor allem die discounter seit jahrzehnten bei der unterdr&uuml;ckung der angestellten und arbeiter spielen, thematisiert werden: mit ihren uns&auml;glichen ausbeuter-preisen, die auf kosten von umwelt, l&ouml;hnen und tieren gehen, bilden sie seit jahren die grundlage f&uuml;r die berechnung des &bdquo;existenzminimums&ldquo;, welches wiederum ausgangspunkt f&uuml;r den mindestlohn ist und damit die basis f&uuml;r die niedrigl&ouml;hne.<br>\ndie gesamte lohn- und gehaltsstruktur beruht demnach gro&szlig;teils auf den discount-preisen, die die reproduktionskosten der arbeit (im Marx&rsquo;schen sinne) unnat&uuml;rlich niedrig halten. das lohnniveau erm&ouml;glicht in weiten teilen also nicht nur keine soziale teilhabe sowie kein leben ohne angst vor altersarmut, sondern auch noch nicht mal die m&ouml;glichkeit, sich und die familie gesund zu ern&auml;hren.<\/p><p>eine erh&ouml;hung des mindestlohnes auf ein niveau, das ein angstfreies, gesundes leben und gleichzeitig lebensmittelpreise erm&ouml;glicht, die ohne ausbeutung von mensch und tier zustande kommen (besonders auch im ausland), m&uuml;sste deswegen erstes und dringendstes anliegen aller progressiven parteien und insbesondere auch der gewerkschaften sein.<\/p><p>stattdessen wird eine zynische &bdquo;erh&ouml;hung&ldquo; um 40 ct weitestgehend schulterzuckend akzeptiert. und es profitiert auch noch als einzige die partei, die den mindestlohn g&auml;nzlich abschaffen will und die lohnabh&auml;ngigen komplett der macht und willk&uuml;r des kapitals ausliefern.<\/p><p>mit besten gr&uuml;&szlig;en aus der Eifel<br>\nMartin Sutor<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>selbstverst&auml;ndlich haben Sie recht, Pennys Werbekampagne ist zynisch. Aber gaukelt nicht jede Werbung etwas vor &ndash; meist Gl&uuml;ck, Freude, Gesundheit, Sch&ouml;nheit, Freundschaft? Ein Versprechen, das sie nicht h&auml;lt &ndash; ja gar nicht beabsichtigt zu halten, w&uuml;rden doch ansonsten die Kunden nicht gleich wiederkehren m&uuml;ssen.<\/p><p>Etwas anderes scheint mir noch bedenkenswerter: Auch was von Zynismus trieft, hat nicht selten aufkl&auml;rerische Wirkung, weil sich ein bedeutsamer wahrer Kern (mit)vermittelt wird bzw. nicht verbergen l&auml;sst.<\/p><p>Ich gehe noch einen Schritt weiter: Die NachDenkSeiten (und mit ihnen unz&auml;hlige NGOs) versuchen seit Jahrzehnten den Menschen die Idee der &laquo;wahren Kosten&raquo; (in allen m&ouml;glichen Varianten) n&auml;her zu bringen und im Denken zu verankern. Sie erreichen &ndash; u.a. aufgrund magerer Budgets &ndash; kaum einige Prozent der Bev&ouml;lkerung (und auch das nur f&uuml;r kurze Momente). Aber nun will es der Zufall, dass Penny der breiten Bev&ouml;lkerung diesen Gedanken aufdr&auml;ngt &ndash; mit riesigem Budget, fl&auml;chendeckend (somit nicht zu &uuml;bersehen) und macht diesen Gedanken so letztlich auch etwas mainstream-f&auml;hig. Die &laquo;Rechnung der wahren Kosten&raquo; kommt f&uuml;r einmal nicht (mehr nur) aus der &ndash; f&uuml;r viele Menschen zum vorneherein unglaubw&uuml;rdigen &ndash; linken Ecke.<\/p><p>Stimmt, die Werbung ist zynisch. Es wird f&uuml;r Penny aber auch nur zu einem &ndash; sehr kostspieligen &ndash; Schuss ins eigene Knie werden (weil die Verlogenheit schlicht zu augenscheinlich ist). F&uuml;r all jene, die den Gedanken der &laquo;wahren Kosten&raquo; breiter verankert haben m&ouml;chten, erachte ich es jedoch als eine willkommene Gratis-Kampagne. Nein, sicherlich kein &laquo;game changer&raquo; &ndash; aber doch etwas, das man durchaus gelassener nehmen k&ouml;nnte als Sie es tun. Oder nicht?<\/p><p>MfG Stephan K&uuml;hne<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger,<\/p><p>Ich finde Pennys Aktion &ldquo;Wahre Kosten&rdquo; gut. Wenn sie dem ein oder anderen das &auml;u&szlig;erst komplexe Thema externer Kosten n&auml;herbringen kann, dann kann das einem achtsamen Umgang mit der Um- und Mitwelt nur guttun. Im besten Fall kann die Aktion eine gesellschaftliche Debatte &uuml;ber Marktpreise in unserer Wirtschaft anregen und wie man diese den wahren Kosten ann&auml;hern k&ouml;nnte, bzw. was diese omin&ouml;sen wahren Kosten &uuml;berhaupt sind und wer diese nach welchen Kriterien bewertet. Wenn man bei Penny nachliest erf&auml;hrt man, dass eine Methode namens True Cost Accounting angewandt wird, bei der f&uuml;r die einzelnen Produkte via Lebenszyklusanalyse &Ouml;kobilanzen erstellt und negative Umweltauswirkungen monet&auml;r bewertet werden. Das Ergebnis h&auml;ngt dabei von vielen Annahmen und Bewertungen ab und kann deshalb nur eine Ann&auml;herung sein.<\/p><p>F&uuml;r mich geh&ouml;ren zu den wahren Kosten auch die Kosten der Ware, also die Kosten f&uuml;r den Produzenten, Handel, Transport, Vertrieb, Marketing und ganz wichtig die Gewinnmarge. Leider legt Penny diese Kosten bei seiner Aktion nicht offen, so dass Ihr Verdacht, dass hier der Umstieg auf margenreichere Produkte beworben werden soll, wohl ins Schwarze treffen d&uuml;rfte.<\/p><p>Interessant finde ich, dass Rewe die Aktion beim Discounter Penny, und nicht in den REWE-M&auml;rkten durchf&uuml;hrt. Die potenziellen K&auml;ufer, die bei der Aktion mitmachen, w&uuml;rde man ja eher bei den an h&ouml;here Preise gew&ouml;hnten Kunden erwarten, denen man dort bei anderer Gelegenheit auch mal eine Tafelt&uuml;te f&uuml;r Arme zus&auml;tzlich verkauft, um mit dem sozialen Gewissen Kasse zu machen. Bei den preissensibleren Pennykunden werden die zu Gunsten einer klimafreundlicheren Landwirtschaft verteuerten Produkte diese Aktionswoche vermutlich eher Ladenh&uuml;ter bleiben. F&uuml;r den Fall, dass die Aktion erfolgreich sein sollte und der Imagepflege dient, kann man den Testballon nat&uuml;rlich weiter auf die REWE-M&auml;rkte aufblasen. Und falls es schief geht, kann Rewe bei der Marke Penny eher das Risiko eines Shitstorms riskieren.<\/p><p>Ich freue mich jedenfalls auf k&uuml;nftige Debatten &uuml;ber die wahren Kosten einer Arbeitsstunde unter Ber&uuml;cksichtigung der wahren Lebensmittelpreise, der wahren Miet- und Energiekosten, der wahren Kosten f&uuml;r die propagierte private Altersvorsorge und f&uuml;r mitzuversorgende Angeh&ouml;rige und nicht zuletzt der wahren Kosten f&uuml;r die Politik unserer Ampelregierung. Das w&auml;re doch mal eine Aufgabe f&uuml;r die Mindestlohnkommission zumindest f&uuml;r den Fall, dass die Tarifpartner nicht von sich aus offen f&uuml;r das Thema sind.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nChristoph Kn&uuml;ppel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nnach Lekt&uuml;re ihres Artikels bleibt die Frage, was sich die Discounter- und sonstigen Kunden an Lebensmitteln noch leisten k&ouml;nnten, wenn die Preise durch die H&auml;ndler gegen&uuml;ber den Landwirten nicht systematisch gedr&uuml;ckt w&uuml;rden.<br>\n&nbsp;<br>\nMit anderen Worten ist das System im doppelten Wortsinn &bdquo;billiger&ldquo;, im industriellen Ma&szlig;stab hergestellter und vertriebener Lebensmittel, zu denen auch die von Ihnen angesprochenen veganen oder vegetarischen &bdquo;Ersatz&ldquo;-Produkte geh&ouml;ren, ein unverzichtbarer Bestandteil des Billiglohnlandes Deutschland. Lebensmittel auf Discounterniveau und Hartz-IV als Lohnbremse gehen Hand in Hand.<br>\n&nbsp;<br>\nEine weitere Frage ist die, ob gut hergestellte Lebensmittel (ob es sich bei den sog. Biolebensmitteln um solche handelt, ist im Einzelfall v&ouml;llig unklar) preislich und im &Uuml;brigen tats&auml;chlich Luxus sind.<br>\n&nbsp;<br>\nDas gilt zum einen f&uuml;r die betrieblichen Kosten konventioneller Landwirtschaft infolge der notwendig steigenden Anwendung mineralischer D&uuml;nger und Pestizide, mit denen intensiv totgewirtschaftete B&ouml;den als Zombieb&ouml;den &bdquo;am Leben&ldquo; gehalten werden m&uuml;ssen. Die konventionelle Landwirtschaft sitzt also zwischen Chemie\/Agrarindustrie und H&auml;ndlern. &bdquo;Biologische Landwirtschaft&ldquo; auf intakten B&ouml;den hat auch Kostenvorteile.<br>\n&nbsp;<br>\nDas gilt zum anderen f&uuml;r die &ouml;kologischen Folgen der konventionellen Landwirtschaft. Denn schon immer gilt, dass da, wo der Mensch vom Erhalt lebendiger B&ouml;den unabh&auml;ngige Landwirtschaft betreibt, W&uuml;sten entstehen &ndash; beispielhaft zu besichtigen (ich war aber selbst noch nicht da) im Nahen Osten im ehemals hochfruchtbaren Gebiet des biblischen Landes Kanaan. Auch im heutigen Europa breiten sich W&uuml;sten aus.<br>\n&nbsp;<br>\nDagegen hilft nicht immer mehr Minerald&uuml;nger, sondern ein grundlegender Kulturwandel in der Landwirtschaft, der weltweit bereits unterwegs ist &ndash; im Deutschland der Konzerne in der Breite eher nicht. &nbsp;&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\nDen in der &Ouml;ffentlichkeit v&ouml;llig unterbelichteten positiven Beitrag der sog. regenerativen Landwirtschaft zur Stabilisierung des Klimas (b.z.w. den enormem Verursachungsbeitrag der konventionellen Landwirtschaft zum C02- und Klimaproblem) hier weiter auszuf&uuml;hren, w&uuml;rde den Rahmen eines Leserbriefes sprengen. Soviel sei immerhin gesagt, dass der Kulturwandel in der Landwirtschaft keine Gro&szlig;technologie erfordert. Das und die Landferne der St&auml;dter erkl&auml;rt, warum das Thema &bdquo;keine Sau&ldquo; interessiert.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nEJ<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br>\n&nbsp;<br>\nIhre pauschale Rechnung, dass Bio-Landwirtschaft &ouml;kologisch schonender sei, ist nicht grunds&auml;tzlich falsch, aber zu einfach.<br>\nBio braucht mindestens die H&auml;lfte mehr an Fl&auml;che f&uuml;r den gleichen Ertrag. Die Ertragsmenge ist in meinen Augen insofern wichtig,<br>\ndass global immer mehr Menschen von den Produkten der Landwirtschaft ern&auml;hrt werden m&uuml;ssen.<br>\nNeben dem hohen Fl&auml;chenbedarf muss man den erh&ouml;hten Bedarf an Kraftstoff zur mechanischen Unkrautbek&auml;mpfung nennen, welche dann auch noch zu Lasten der Kleinlebewesen im Boden geht.<br>\n&nbsp;<br>\nDas Endprodukt mag f&uuml;r den Menschen vertr&auml;glicher und auch ges&uuml;nder sein, aber Bio-Landwirtschaft alleine ist nicht das Allheilmittel.<br>\nEs gibt andere Wege zu einer Boden- bzw. Umweltschonenden Landwirtschaft wie Agroforst und vor allem Direktsaat.<br>\n&nbsp;<br>\nVolker Obel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag Jens Berger,<\/p><p>ihre j&uuml;ngsten Artikel (Erneuerbare Energie, Heizen, Wirtschaftswachstum) erfahren nun mit dieser Ver&ouml;ffentlichung eine besondere Abrundung f&uuml;r mich.<br>\nSo sehr ich ihre fr&uuml;here Arbeit und ihren Mut, Unbequemes zu ver&ouml;ffentlichen, bewundere, so sehr &uuml;berrascht es mich, wie sich nun ihre Qualit&auml;t mehr und mehr ver&auml;ndert.<\/p><p>Hier klagen sie schon in der Einleitung einen Discounter an, weil es ein Thema (nicht nur) in seinen Kundenkreis tr&auml;gt und das diese Konzerne ja der Kern allen &Uuml;bels seien.&nbsp;<br>\nUm im n&auml;chsten Satz pauschal der Bev&ouml;lkerung die Kaufkraft abzusprechen, wertvolle Lebensmittel kaufen zu k&ouml;nnen.<br>\nJa was den nun?&nbsp;<br>\nDas setzt ich im Artikel selbst dann so fort. Mal ist es die Gewinnmaximierung, etwas weiter dann das Verramschen.<br>\nPasst das alles zusammen?&nbsp;<br>\nDas Sie dann &ldquo;die arme Rentnerin&ldquo; benutzen, untergr&auml;bt einer Sachlichkeit an dieser Stelle das Fundament.<\/p><p>All das, in einem der kaufkraftst&auml;rksten L&auml;nder dieser Erde, das sich das teils eigent&uuml;mliche (Kosten-)Sparen am Essen hochkultiviert hat, das sich ebenso und zeitgleich in der Breite als Fernreiseweltmeister und Edel-Alufelgen-Nation best&auml;ndig zu behaupten vermag, sollte dabei doch nicht unerw&auml;hnt bleiben.<\/p><p>W&uuml;rde mich viel eher &uuml;ber Artikel freuen, in denen es um positive gesellschaftliche Perspektiven geht und darin auch Ro&szlig; und Reiter angeprangert wird, wer oder was dem diesbez&uuml;glich entgegen stellt.<\/p><p>Journalismus der vermag f&uuml;r gesellschaftlichen Verbesserungen Betr&auml;ge zu leisten, darf doch als die edelste Form aus dieser Zunft gew&uuml;rdigt werden.&nbsp;<\/p><p>Ich hoffe Sie erlauben mir diese Kritik und lassen mich dennoch&nbsp;die allgemeine Wertsch&auml;tzung ihrer Arbeit hier noch zum ausdrucken bringen.<\/p><p>mit anregenden Gru&szlig;<br>\nWolfgang Wegmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<br>\n&nbsp;<br>\nauch die Handelskette Penny legt ihre kaufm&auml;nnischen Handelskalkulationen nicht offen, aus der Gewinnmargen jeweils ersichtlich w&auml;ren.<br>\n&nbsp;<br>\nDer Handel bietet in allen Preisbereichen seine Waren an, es gibt also nicht nur preiswerten Waren<br>\nzu angeblichen Dumpingpreisen, sondern vor allem mittelpreisige sowie auch hochpreisige Waren.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Preise f&uuml;r Massenwaren ergeben sich bekanntlich &uuml;berwiegend aus Skaleneffekten bei der Herstellung, beim Einkauf und im Verkauf sowie aus durch Mechanisierung, Maschinisierung, Automation und kybernetischer Steuerung [&lsquo;Digitalisierung&rsquo;] hocheffektiven und hocheffizienten Produktions-, Einkaufs- und Verkaufsbedingungen.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Marketing-Kampagne der Supermarktkette Penny verdummt die B&uuml;rger, denn f&uuml;r einen Handelskonzern werden ja Kosten und Preise aus einer kaufm&auml;nnischen Handelskalkulation ersichtlich. Alles andere wurde\/wird in &lsquo;volkserzieherischer&rsquo; Weise und Absicht hinzugedichtet.<br>\n&nbsp;<br>\nZudem mag man mit den sogenannten &ldquo;wahren Kosten&rdquo; mindestens zwei weitere Absichten verfolgen:<\/p><ol>\n<li>man stellt dar, wie g&uuml;nstig doch die Supermarktkette Penny sei, trotz der rabiaten Preistreiberei seit Februar 2022 [bspw. g&uuml;nstige Haferflocken 500 g f&uuml;r 49 Cent, jetzt f&uuml;r 79 Cent = 61% teurer).<\/li>\n<li>man testet aus, wie weit man Preise f&uuml;r Lebensmittel noch mehr in die H&ouml;he treiben kann.<\/li>\n<\/ol><p>Freundliche Gr&uuml;sse<br>\nU.R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger, <\/p><p>was hatte ich einmal Hoffnung auf das Internet, redundant und dezentral konzipiert. Wir brauchen viele kleine Erzeugergenossenschaften, mit eigener Webseite, Verkaufshof und Lieferservice. Man kann etwas gegen Rewe, Amazon &amp; Co. tun! <\/p><p>Der Marxist macht es sich leicht: &ldquo;Es ist der Kapitalismus, Dummerchen!&rdquo; Ist ja richtig, wo Profitmaximierung als einzige Maxime regiert, bleibt alles andere auf der Strecke. <\/p><p>Ich hatte mir schon vor langer Zeit vorgenommen, nicht einzukaufen wo das Gesch&auml;ft an der B&ouml;rse gehandelt wird. Und nicht bei dem, der in Fernsehwerbung investiert anstatt in das Produkt. Was bleibt da &uuml;brig? <\/p><p>Penny Markt. &ldquo;Penny&rdquo;! Soll wohl &ldquo;billig billig&rdquo; suggerieren. Und nat&uuml;rlich auf englisch, dann muss es ja gut sein. &ldquo;Shopping Malls&rdquo; meide ich auch, nicht nur wegen Hektik und Gr&ouml;&szlig;enwahn, auch weil sie so hei&szlig;en. <\/p><p>Genug abgel&auml;stert, sonst wird das endlos. Wir brauchen wieder regionale, eigenst&auml;ndige Infrastrukturen. In meinem Dorf gibt es an die 10 kleine Lebensmittell&auml;den. Das ist aber nicht in Deutschland. Als ich vor Jahren in Deutschland auf einer sommerlichen Radtour unterwegs war, durch die D&ouml;rfer rund um die kleine Universit&auml;tsstadt mit den Mettw&uuml;rsten, gab es zu Mittag ein Problem. Nirgendwo ein Gasthaus, wo man etwas h&auml;tte essen k&ouml;nnen. Und auch keine Lebensmittelgesch&auml;fte mehr. <\/p><p>Wo sind wir gelandet? Arbeiten und konsumieren. Stress, Shopping Mall und Netflix, von der Wiege bis zur Bahre. Am Ende arbeiten alle bei Amazon und bekommen auch daher ihre Waffeln (&ldquo;Soylent Green&rdquo;). <\/p><p>Jetzt l&auml;stere ich schon wieder. Nebenbei, die Original Mettw&uuml;rste gibt es in der Stadt inzwischen auch nicht mehr, sondern in Nesselr&ouml;den. <\/p><p>Sommerliche Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebe NachDenkSeiten, <\/p><p>ich habe mit recht viel &Auml;rger im Bauch eine E-mail an Penny geschrieben, mir steht die Belehrungshybris verschiedener Akteure aus Politik, NGO&rsquo;s und der sogenannten freien Wirtschaft mittlerweile n&auml;mlich bis Oberkante Unterlippe. Die haben ihre Arbeit zu machen und nicht die Propaganda irgendwelcher Regierungen zu transportieren. Die Penetranz, Allgegenw&auml;rtigkeit und Aufdringlichkeit solcher Aktionen ist mittlerweile grenzenlos; in den S-Bahn-Stationen laufen auf riesigen Werbebildschirmen st&auml;ndig Belehrungen &uuml;ber Nachhaltigkeit, Klima, Regenbogenthemen und gr&uuml;n angemalte Propaganda. Wir m&uuml;ssen uns einschr&auml;nken, denn wir sind die Verursacher des Weltuntergangs, weil wir atmen und essen m&uuml;ssen. <\/p><p>Auch die 17 Ziele der globalen Agenda 2030 werden auf diesen Displays (STR&Ouml;ER) in das Bewusstsein der wartenden Fahrg&auml;ste gepr&uuml;gelt. Es gibt fast keinen Winkel mehr, in dem man dieser Propaganda noch entkommen k&ouml;nnte. Von den gr&uuml;n angemalten &ldquo;Klima-S-Bahnen&rdquo; will ich erst gar nicht anfangen <\/p><p>Hier kommt das alles her:<br>\n<a href=\"https:\/\/17ziele.de\/\">17ziele.de<\/a><\/p><p>Sie k&ouml;nnen die Email unten gerne ver&ouml;ffentlichen. <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nMatthias Heinz<\/p><p>Sehr geehrte Damen und Herren, <\/p><p>ich habe Kenntnis von dieser Aktion hier genommen: <a href=\"https:\/\/www.penny.de\/aktionen\/wahrekosten\">penny.de\/aktionen\/wahrekosten<\/a><\/p><p>Vor f&uuml;nf jahren w&auml;re ich noch einigerma&szlig;en fassungslos gewesen, aber mittlerweile ist der Irrsinn in diesem Land auf einen Niveau, dass mich das alles nicht mehr sonderlich &uuml;berrascht.<\/p><p>Ich fasse mich kurz: Vom Lebensmitteleinzelhandel erwarte ich die Versorgung mit Lebensmitteln. Nicht weniger und vor allem auch nicht mehr. Vor allem erwarte ich, dass man es unterl&auml;sst, mich politisch oder ideologisch zu erziehen.<\/p><p>Diesen Versuch unternehmen Sie aufdringlich mit oben genannter Aktion.<\/p><p>Da Penny offenbar ein politisches Sendungsbewusstsein entwickelt hat, sich selber als Aktivisten und die Kundschaft als unreife Beeinflussungsmasse sieht (das unvermittelte Herabduzen auf den Leser der Penny-Internetseiten zeugt davon), muss ich Sie leider jetzt mit einer entsprechenden Reaktion konfrontieren. <\/p><p>Wie Sie wohl merken, erfolgt diese R&uuml;ckmeldung bedauerlicherweise nicht zu Ihren Gunsten. Ich habe es satt, dass mir gesagt wird, was ich zu glauben, zu denken, und wie ich mich zu verhalten habe. Dass ich bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen h&auml;tte oder dass ich f&uuml;r Dinge, die mir als unab&auml;nderliche Sachzw&auml;nge aufgetischt werden, Verst&auml;ndnis aufbringen m&uuml;sse. Dass ich &uuml;berhaupt einem bestimmten Narrativ zu folgen h&auml;tte. <\/p><p>Im Klartext: Ich habe den ganzen CO2-Bl&ouml;dsinn satt. Ich habe es satt, mir verklausuliert suggerieren lassen zu m&uuml;ssen, dass ich in meiner Eigenschaft als Mensch eine Art Sch&auml;dling sei, der Klimagase ausatmet und schlussendlich am bevorstehenden Weltuntergang schuld sei. Ich habe es satt, dass man mir Insekten ins Brot mischt. <\/p><p>Eines werde ich nicht mehr tun: Es widerspruchslos hinzunehmen, wenn mir ein Kartell aus globalen Akteuren, Politikern, NGOs, Aktivisten und der Privatwirtschaft gr&uuml;ne B&auml;ren und Ideologien aufbinden und mich zur Kasse bitten will. <\/p><p>Nat&uuml;rlich werde ich bei Ihnen nun erstmal nichts einkaufen. Mir ist dabei auch v&ouml;llig klar, dass das nur symbolisch sein kann, da der Lebensmittelmarkt in Deutschland straff durchkartellisiert ist und die anderen drei Marktbeherrscher in &auml;hnlicher Weise agieren oder agieren werden. <\/p><p>Sie folgen alle einer gemeinsamen Agenda. Die Kirche hielt uns im Mittelalter bl&ouml;de und betrieb mit dem Schreckgespenst des H&ouml;llenfeuers den Ablasshandel; heute wird mit der CO2-Bepreisung dasselbe Pferd geritten, ebenfalls mit der Drohgeb&auml;rde der Verbrennung durch den Klimateufel. Und die &ldquo;17 Ziele&rdquo; der Agenda 2030 sind die neuen 10 Gebote dieser neuen Religion. Die Kirche belog uns damals, wir t&auml;ten auf einer Erdenscheibe wandeln und mit gro&szlig;em Eifer verfolgte man Leute, die anderes behaupteten &mdash; wessenthalben sollten solche L&uuml;gen und ihre skrupellose Aufrechterhaltung auf die Vergangenheit beschr&auml;nkt sein? Etwa weil die Kirche ihre Macht verloren und an ihre Stelle die ach so seri&ouml;se &ldquo;Wissenschaft&rdquo; getreten ist? <\/p><p>Sind Sie noch da? Es tut mir unendlich leid, dass diese Zeilen voraussichtlich bei einem vermutlich mit der Postverwaltung beauftragten Mitarbeiter landen werden, der f&uuml;r die Eskapaden der Marketingabteilung &uuml;berhaupt nichts kann und wom&ouml;glich vielleicht &auml;hnlich denkt wie ich und nun dessen ungeachtet allerlei Unfreundlichkeiten ertragen und bearbeiten muss. Ich hoffe aber, dass ich trotz der harten inhaltlichen Klarheit den h&ouml;flichen Ton nicht verlassen habe. Mein aufrichtiges Bedauern, falls doch. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMatthias Heinz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101933\">In diesem Beitrag<\/a> thematisiert Jens Berger die einw&ouml;chige Aktion &bdquo;wahre Kosten&ldquo; des zur Rewe-Gruppe geh&ouml;renden Einzelhandelsgiganten &bdquo;Penny&ldquo;. 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