{"id":10209,"date":"2011-07-25T08:40:58","date_gmt":"2011-07-25T06:40:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10209"},"modified":"2011-07-25T08:40:58","modified_gmt":"2011-07-25T06:40:58","slug":"hinweise-des-tages-1431","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10209","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Terroranschlag in Norwegen; Griechenland-Rettung: Der Bluff der Banken; EU-Unternehmensteuer: Wettlauf nach unten?; Stuttgart 21; Euro-Talfahrt st&uuml;rzt Schweiz in W&auml;hrungskrise; Palastrevolution &ndash; Wirtschaftspr&uuml;fer st&uuml;rzen ihre eigene F&uuml;hrungsspitze; Dax-Chefs winken Pensionen von 580 Millionen Euro; Gr&uuml;ndungszuschuss: K&uuml;rzungen bereits ab 1. November; Das Aus f&uuml;r den elektronischen Entgeltnachweis: (K)ein Grund zur Freude; Rendite statt Ausbau; S&uuml;dwest-CDU will Autobahnen privatisieren; Hundt: Regierung soll gegen Urteil zu Meinungsfreiheit vorgehen; Ihr b&ouml;sen Lobbyisten, Ihr guten Lobbyisten; Wie die Springerpresse und das ZDF eine neue Sarrazin-Debatte provozierten; Selbstl&auml;ufer Steinbr&uuml;ck; Murdoch und die Politik &ndash; Geben und Nehmen; 20. Juli: Die Verteidigung der Feigheit; Jean Ziegler: Nicht gehaltene Rede zur Er&ouml;ffnung der Salzburger Festspiele; Zu guter Letzt: Das Sommergespr&auml;ch als Urlaubsbeschaffungsma&szlig;nahme f&uuml;r Fernsehjournalisten.<br>\n(JB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Terroranschlag in Norwegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Griechenland-Rettung: Der Bluff der Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Axel Troost: EU-Unternehmensteuer: Wettlauf nach unten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Euro-Talfahrt st&uuml;rzt Schweiz in W&auml;hrungskrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Palastrevolution &ndash; Wirtschaftspr&uuml;fer st&uuml;rzen ihre eigene F&uuml;hrungsspitze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Luxus-Versorgung &ndash; Dax-Chefs winken Pensionen von 580 Millionen Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Gr&uuml;ndungszuschuss: K&uuml;rzungen bereits ab 1. November<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Das Aus f&uuml;r den elektronischen Entgeltnachweis: (K)ein Grund zur Freude<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Rendite statt Ausbau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">S&uuml;dwest-CDU will Autobahnen privatisieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Hundt: Regierung soll gegen Urteil zu Meinungsfreiheit vorgehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Ihr b&ouml;sen Lobbyisten, Ihr guten Lobbyisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Inszeniertes M&auml;rtyrertum: Wie die Springerpresse und das ZDF eine neue Sarrazin-Debatte provozierten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Selbstl&auml;ufer Steinbr&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Murdoch und die Politik &ndash; Geben und Nehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Die Verteidigung der Feigheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Jean Ziegler: Nicht gehaltene Rede zur Er&ouml;ffnung der Salzburger Festspiele<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Zu guter Letzt: Das Sommergespr&auml;ch als &ouml;ffentlich-rechtlich finanzierte Urlaubsbeschaffungsma&szlig;nahme f&uuml;r Fernsehjournalisten<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=10209&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Terroranschlag in Norwegen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Anti-Multikulturalismus verinnerlicht<\/strong><br>\nAnders B. Breivik glaubt, dass der Multikulturalismus die europ&auml;ische Kultur zerst&ouml;re. Er ist besessen von einer konspirativen Weltanschauung, sagt der norwegische Historiker Terje Emberland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Historiker-ueber-den-Attentaeter-von-Oslo\/!75026\/\">taz<\/a>\n<p>\t<em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Anders Behring Breivik entspricht dem Prototyp eines neuen Rechten, wie es ihn auch in Deutschland tausendfach gibt &ndash; nationalistisch, islamfeindlich, rassistisch, internetaffin. Ein Mann, der in Deutschland wohl Kommentator des PI-Blogs w&auml;re und Sarrazin bejubeln w&uuml;rde. Die Saat des Hasses geht nun auf. Wer geglaubt hat, dass die fortw&auml;hrend hetzenden grau melierten Biederm&auml;nner keine Brandstifter hervorbringen w&uuml;rden, hat sich get&auml;uscht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das verst&ouml;rende Manifest des Anders Behring Breivik<\/strong><br>\nBevor Anders Behring Breivik nach Oslo f&auml;hrt, um die Bombe im Regierungsviertel anzubringen und auf der Insel Ut&oslash;ya Dutzende Jugendliche zu erschie&szlig;en, setzt er sich an den Computer und verschickt ein Manifest an seine Facebook-Freunde. Auf 1516 Seiten schildert er seinen Hass auf Einwanderer, Muslime und die herrschende Political Correctness. Detailliert dokumentiert er in einem Tagebuch die Vorbereitungen der Anschl&auml;ge &ndash; und w&uuml;nscht sich einen deutschen Sieg beim Eurovision Song Contest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/anschlaege-in-norwegen-das-verstoerende-manifest-des-anders-behring-breivik-1.1124002%20\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Am Wochenende hatten wir auf den Bericht &uuml;ber <a href=\"\/?p=10187#h16\">Rechtsextreme im Netz hingewiesen<\/a>. Wer in die Beitr&auml;ge der Neonazis auf Blogs und &bdquo;Sozialen&ldquo; Netzwerke reinschaut, findet zahllose vergleichbare Aufrufe zum Hass auf Einwanderer, Muslime und die herrschende Politcal Correctness. (Wurde nicht auch Sarrazin geradezu gefeiert, weil er die Political Correctness endlich einmal durchbrochen hat: &bdquo;Das wird man doch wohl noch sagen d&uuml;rfen.&ldquo;) Aber die Sicherheitsbeh&ouml;rden durchsuchen das Internet offenbar eher nach Indizien f&uuml;r Hass und Gewalt von Islamisten, statt den auf den rechten Rand zu schauen. Und unsere Jugendministerin Dr. Kristina Schr&ouml;der hat schon als &bdquo;Extremismus-Beauftragte&ldquo; der CDU-Bundestagsfraktion nichts wichtigeres zu tun gehabt, als die F&ouml;rdermittel f&uuml;r den Kampf gegen den Rechtsextremismus zu k&uuml;rzen und stattdessen Projekte gegen den Linksextremismus und Islamismus zu <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/home\/-die-hat-keine-ahnung-\/-\/1472778\/2799856\/-\/index.html\">finanzieren<\/a>.<\/em><br>\n<em>Und das, obwohl auch der BKA-Pr&auml;sident vor der exzessiven Brutalit&auml;t rechter Gewalt <a href=\"http:\/\/www.bka.de\/pressemitteilungen\/hintergrund\/091217_BPK-NPD_StatementPR.pdf\">warnt [PDF &ndash; 32.2 KB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Rechtspopulismus senkt die Hemmschwelle<\/strong><br>\nDer Anschlag eines mutma&szlig;lichen Rechtsextremen in Norwegen r&uuml;ckt die paramilit&auml;rische Szene in Europa in ein neues Licht. Die Entschlossenheit der Rechten w&auml;chst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article13503704\/Der-Rechtspopulismus-senkt-die-Hemmschwelle.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Moslem war&rsquo;s!<\/strong><br>\nFreitag Nachmittag um 15:36 erreicht die erste Alarm-Meldung der Nachrichtenagentur Reuters die Redaktion von derStandard.at: &ldquo;Mehrere Verletzte bei Explosion in Oslos Zentrum&rdquo;. W&auml;hrend der folgenden Minuten wird rasch klar: der Abend wird arbeitsreich und stressig. Nach kurzer Recherche geht die erste Meldung um 15:43 auf derStandard.at online. Vier Minuten sp&auml;ter hat schon ein User im allerersten Posting zu der Meldung, die zu dem Zeitpunkt nur aus einer &Uuml;berschrift besteht, die Schuldigen parat: &ldquo;Emigranten, Habn wohl was gegen die grenzen&rdquo;. Selbiger User ist sich ein paar Minuten sp&auml;ter sicher: &ldquo;Das waren wieder Islamisten!!&rdquo;, um sich weitere Augenblicke sp&auml;ter zu beklagen, dass seine &bdquo;Meinung&rdquo; nicht ver&ouml;ffentlicht wurde: &ldquo;Halo Wenn du das liest du standardarsch. Fuck you! Hier herrscht meinungsfreiheit du gekaufter arsch&rdquo;. Nun mag es sich bei diesem User um ein besonders nerviges Exemplar handeln, aber er gab einen Vorgeschmack auf das, was bei Meldungen dieser Art immer kommt wie das Amen im Gebet: Schuldzuweisungen meist rassistischer Natur werden von anonymen Ankl&auml;gern im Stakkato ins Forum abgefeuert, ohne auch nur einen Funken &uuml;ber die Hintergr&uuml;nde zu wissen.<br>\nNat&uuml;rlich tauchen auch sofort die &uuml;blichen Verschw&ouml;rungstheoretiker auf, die eine &ldquo;false flag operation&rdquo; eines Geheimdienstes als Hintergrund vermuten oder andere bizarre Hypothesen als Erkl&auml;rung anbieten. Doch die &uuml;berwiegende Anzahl der Postings hat Muslime als Schuldige im Fokus, sei es in Form von Islamisten oder einer libyschen Revancheaktion f&uuml;r Norwegens Engagement in der Nato. Wie jedesmal bei derartigen Gelegenheiten macht sich eine gewisse Pogromstimmung im Forum breit. Doch was will man den Usern vorwerfen, hat doch das von den Rechten seit Jahren getrommelte Feindbild &ldquo;Islam&rdquo; l&auml;ngst auch die meisten Medien durchdrungen. [&hellip;]<br>\nEine &Uuml;berraschung sollte das nicht sein: von 249 Terroranschl&auml;gen in der EU im Jahr 2010 wurden lediglich drei von Islamisten begangen. Dass alle diejenigen, die bei jeder Gelegenheit Muslime als Schuldige f&uuml;r alles Schlechte in der Welt zur Hand haben, nun f&uuml;r einen Moment innehalten und ihre Vorurteile &uuml;berdenken, das darf freilich bezweifelt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1310511975907\/Terror-in-Norwegen-Der-Moslem-wars\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>Wer solche Experten kennt, braucht keine Laien<\/strong><br>\nEine Explosion und ihre Interpreten: Die Fernsehberichterstattung erwies sich einmal mehr als verheerende Kombination aus dem Zwang, Inhalte zu produzieren, und dem Wunsch des Publikums nach unmittelbaren Antworten.<br>\nEineinhalb Stunden nach der Explosion im Regierungsviertel wei&szlig; man noch nicht, was deren Ursache ist, geschweige denn etwas &uuml;ber den Hintergrund. &bdquo;Es ist noch nichts klar&ldquo;, sagt der Mann, der auf dem Nachrichtensender n-tv aus Oslo per Telefon zugeschaltet ist. Die Moderatorin im Studio erwidert: &bdquo;Dann lassen Sie uns ein bisschen spekulieren.&ldquo;<br>\nDie Montage von Bildern zu kitschiger Musik, die n-tv sp&auml;ter zeigen w&uuml;rde, war zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nicht fertig, und man hatte auch noch keinen Experten aufgetrieben wie den Schauspieler und Halbnorweger Georg Uecker. Und so wollte die Moderatorin zwar die M&ouml;glichkeit einer Gasexplosion nicht ausschlie&szlig;en, fragte aber ihren Gespr&auml;chspartner, ob es auch ein politischer Anschlag sein k&ouml;nnte, &bdquo;wenn ja, warum?&ldquo;. Ihre Zwischenbilanz um kurz vor f&uuml;nf: &bdquo;Die Norweger an sich gelten als sehr freundliches Volk. Da ist es umso erstaunlicher, dass an einem Freitagnachmittag so pl&ouml;tzlich eine solche Explosion stattfindet dieser Heftigkeit.&ldquo; Andererseits ist diese Form offensiven Nichtswissertums vermutlich jenen sendereigenen &bdquo;Terrorexperten&ldquo; vorzuziehen, die sich am Freitagabend bei ARD und ZDF um Kopf und Kragen redeten.<br>\nElmar Theve&szlig;en, der diesen Titel als Bauchbinde tr&auml;gt, berichtete in der &bdquo;heute&ldquo;-Sendung von seinen Gespr&auml;chen mit &bdquo;norwegischen Sicherheitsbeh&ouml;rden&ldquo;, die ihm best&auml;tigten, was sie offiziell (aus gutem Grund, wie man im Nachhinein meinen m&ouml;chte) nicht sagten: dass wohl Islamisten hinter den Anschl&auml;gen stecken. Noch im &bdquo;heute journal&ldquo; um 22.15 Uhr, als es l&auml;ngst massive Zweifel an dieser Interpretation gab, betonte er, ein islamistischer Hintergrund sei &bdquo;nicht ausgeschlossen&ldquo;. Er und seine Kollegen waren h&ouml;chstens noch Millimeter von der &bdquo;Switch&ldquo;-Satire entfernt, in der die Reporterin auf die Frage nach der Ursache eines gerade passierten Ungl&uuml;cks sagt: &bdquo;Al Qaida. Alles andere w&auml;re zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30280\/fernsehkommentare-zum-terror-wer-solche-experten-kennt-braucht-keine-laien-30472105.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>When the Word &ldquo;Terrorist&rdquo; Is Not Used<\/strong><br>\nI am struck &mdash; if not particularly surprised &mdash; by the skewed use of language surrounding the attacks yesterday in Norway. The Western press is largely avoiding the term &ldquo;terrorist&rdquo; when speaking of the blond, blue-eyed, Christian attacker, Anders Behring Breivik, who is now in custody after being picked up by the police. The term &ldquo;terrorist attack&rdquo; is also absent from the headlines of our country&rsquo;s major media outlets. (See the lead articles on CNN, Washington Post, and the Wall Street Journal.) Does anyone have a shred of doubt that these attacks &mdash; politically-motivated acts of violence against unarmed civilians &mdash; would be trumpeted as an &ldquo;act of terrorism,&rdquo; and its perpetrator as a &ldquo;terrorist,&rdquo; if Breivik was a Muslim?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/fpwatch.com\/?p=1688&amp;utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+blogspot%2FxXIn+%28Foreign+Policy+Watch%29\">Foreign Policy Watch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Diese Beobachtung l&auml;sst sich 1:1 auf die deutschsprachigen Medien &uuml;bertragen. Sobald sich der Anfangsverdacht eines islamistischen Anschlags zerstreut hat, verschwand auch das Wort &bdquo;Terrorismus&ldquo; aus der deutschsprachigen Berichterstattung. Heute dominiert der Begriff &bdquo;Amokl&auml;ufer&ldquo; &ndash; von einem &bdquo;Terroristen&ldquo; ist nicht mehr die Rede.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rainald Becker: &ldquo;ARD-Terrorexperte&rdquo;<\/strong><br>\nDas Attentat von Oslo und der Amoklauf und Ut&oslash;ya waren Katastrophen absurden Ausma&szlig;es. &ldquo;Terrorexperten&rdquo; aus aller Welt haben einander hierzu in grotesken Mutma&szlig;ungen &uuml;bertroffen. Ganz vorn dabei war der stellvertretende Chefredakteur im ARD-Hauptstadtstudio, Rainald Becker. Das ist ein Mann, der die Ansicht vertritt, dass Total&uuml;berwachung wie in den USA das einzig probate Mittel in der Auseinandersetzung mit Terroristen ist. Und dieser Mann wurde zu den Anschl&auml;gen von Oslo und Ut&oslash;ya befragt. Seine erste Reaktion: Es handelt sich wom&ouml;glich um einen &ldquo;islamistischen Hintergrund&rdquo; &ndash; auch wenn er da schon wu&szlig;te, dass der T&auml;ter offenbar ein Norweger war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.thueringerblogzentrale.de\/2011\/07\/23\/rainald-becker-ard-terrorexperte\/\">Th&uuml;ringer Blogzentrale<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Griechenland-Rettung: Der Bluff der Banken<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Banken haben sich behauptet<\/strong><br>\nDie Beteiligung der Banken ist Augenwischerei, findet der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Wichtige Fortschritte habe der Gipfel trotzdem gebracht, etwa die Abschaffung der Strafzinsen. [&hellip;]<br>\ntaz: Deutschland ist besonders stolz darauf, gegen starken Widerstand die Beteiligung der privaten Banken an der Griechenland-Rettung durchgesetzt zu haben. Sehen Sie das auch so?<br>\nBofinger: Nein, &uuml;berhaupt nicht. Diese angebliche Beteiligung des privaten Sektors halte ich f&uuml;r reine Augenwischerei.<br>\ntaz: Wieso? Die Regierungen nennen doch sehr konkrete Summen, auf die die Banken verzichten.<br>\nBofinger: Aber man muss genau hinsehen, wie die zustande kommen. Es geht dabei ja um zuk&uuml;nftige Forderungen. Um mit denen arbeiten zu k&ouml;nnen, muss man sie auf den heutigen Wert runterrechnen, das nennt man abdiskontieren. Und nimmt daf&uuml;r normalerweise einen Zinssatz f&uuml;r sichere Anleihen, das w&auml;ren rund 3 Prozent. Die hohen Zahlen, dass der Bankensektor auf 21 Prozent verzichtet, kommen nur zustande, weil mit einem v&ouml;llig unrealistischen Diskontierungszinssatz von 9 Prozent gerechnet wurde. Ein extrem hoher Zinssatz f&uuml;hrt dazu, das k&uuml;nftige Zahlungen extrem wenig wert sind.<br>\ntaz: Wie s&auml;he das Ergebnis mit dieser Annahme aus?<br>\nBofinger: Ich habe es noch nicht durchgerechnet; aber wenn bei den unrealistischen Annahmen 20 Prozent rauskommen, dann ist die reale Beteiligung vermutlich eher null.<br>\ntaz: Aber ein Teil der privaten Beteiligung erfolgt doch durch einen Umtausch in neue Papiere mit geringerem Wert und niedrigeren Zinsen. Ist das nicht ein realer Verzicht?<br>\nBofinger: Nein. Die meisten griechischen Anleihen, die jetzt f&auml;llig werden, stammen aus dem letzten Jahrzehnt und haben Zinss&auml;tze von etwa 4 Prozent. Wenn die jetzt in neue, abgesicherte Papiere zu 4,5 Prozent umgewandelt werden, dann ist das kein Verzicht, sondern ein gutes Gesch&auml;ft. Die andere M&ouml;glichkeit ist, dass es einen Umtausch mit einem Abschlag auf den Wert gibt. Aber daf&uuml;r gibt es dann Zinsen von 6,5 Prozent, und das ist ebenfalls eine Rendite von rund 4 Prozent. Betriebswirtschaftlich gesehen erkenne ich keine echte Beteiligung des Privatsektors. Die Banken haben sich exzellent behauptet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Ergebnisse-des-Griechenland-Gipfels\/%2174989\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Peter Bofinger: &ldquo;Banken beteiligen sich null Prozent an der Griechen-Rettung&rdquo; <\/strong><br>\nDie Banken sind die Sieger des Euro-Sondergipfels. So interpretiert der Wirtschaftsweie Peter Bofinger den Gipfel-Beschluss. &bdquo;Mein Eindruck ist: Die Banken steuern null Prozent zur Rettung bei&ldquo;, so der 56-J&auml;hrige gegen&uuml;ber wiwo.de.<br>\nEs trifft zu, dass der private Sektor bereit ist, Anleihen in H&ouml;he von 54 Mrd. Euro,&nbsp;die&nbsp;Ende&nbsp;2014 f&auml;llig werden, in l&auml;ngerfristige Anleihen umzutauschen &ndash;&nbsp; entweder zum gleichen Nennwert mit einer Verzinsung von rund 4,5 % oder zu einem Nennwert von 80 %, dann aber mit einer Verzinsung von 5,9 (15 Jahre Laufzeit) oder 6,42 Prozent (30 Jahre). Allerdings kommt es insgesamt&nbsp;nur zu einer Reduktion des griechischen Schuldenstands um 13,5 Milliarden Euro. Das ergibt sich aus der Annahme, dass von den insgesamt 135 Milliarden die der private Sektor verl&auml;ngert, f&uuml;r die H&auml;lfte die Option eines Nennwerts von 80 gew&auml;hlt wird.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik-weltwirtschaft\/banken-beteiligen-sich-null-prozent-an-der-griechen-rettung-474476\/\">wiwo.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Siehe dazu auch schon &bdquo;<a href=\"\/?p=10194\">Ackermanns gro&szlig;er Bluff<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Axel Troost: EU-Unternehmensteuer: Wettlauf nach unten?<\/strong><br>\nSeit 1995 ist der durchschnittliche K&ouml;rperschaftsteuersatz in der EU um mehr als ein Drittel gesunken, von 35 auf 23 Prozent. Im Gegenzug hat sich die Bemessungsgrundlage, das hei&szlig;t der zu versteuernde Gewinn, etwas verbreitert, insgesamt ist die Steuerlast der Unternehmen jedoch deutlich gesunken&hellip;<br>\nDerweil hat die EU-Kommission im M&auml;rz 2011 einen Richtlinienentwurf &uuml;ber eine &bdquo;Gemeinsame Konsolidierte K&ouml;rperschaftsteuerbemessungsgrundlage&ldquo; (GKKB) vorgelegt, der die seit rund einem Jahrzehnt festgefahrene Debatte &uuml;ber eine Harmonisierung der Unternehmensbesteuerung wiederbeleben soll.<br>\nDie GKKB sieht eine grenz&uuml;berschreitende Zusammenfassung von Gewinnen und Verlusten mit anschlie&szlig;ender Aufteilung an die beteiligten L&auml;nder vor. Vom Ansatz her kann eine GKKB durchaus der Eind&auml;mmung des Steuerwettbewerbs dienen; das h&auml;ngt jedoch davon ab, wie sie konkret ausgestaltet und mit welchen weiteren Ma&szlig;nahmen sie verbunden wird. So ist fraglich, ob der Vorschlag der Kommission einen Durchbruch in Richtung einer h&ouml;heren Unternehmensbesteuerung in der EU herbeif&uuml;hren wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.axel-troost.de\/article\/5397.eu-unternehmensteuer-wettlauf-nach-unten.html\">Axel Troost mit seinem Verweis auf seinen Beitrag in den Bl&auml;ttern f&uuml;r deutsche und internationale Politik 8\/2011<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wie die Bahn die wahren Kosten verschleiert<\/strong><br>\nWas kostet Stuttgart 21? Der Politik hat die Bahn ihre wahre Einsch&auml;tzung vorenthalten. stern.de ver&ouml;ffentlicht hier eine Kosten-Analyse, die nicht einmal die Regierung in Stuttgart kennt.<br>\nZu Stuttgart 21, dem so heftig umstrittenen Bahn- und Bauprojekt, gibt es viele offizielle Dokumente. Die meisten sind geheim, streng vertraulich und unter Verschluss. Es sind Verkehrsgutachten, geologische Gutachten, Einw&auml;nde des Eisenbahnbundesamtes. Es sind bahninterne Analysen, die eins gemein haben: Sie warnen vor dem Projekt. Sie besagen: Die Bahn hat die Sache nicht im Griff, weder handwerklich noch finanziell. Sie schafft ein Nadel&ouml;hr, ein hochanf&auml;lliges System. Eines der brisantesten Bahn-Dossiers listet die immensen Risiken des Projekts auf. Bis heute verweigert der Staatskonzern der rot-gr&uuml;nen Landesregierung in Stuttgart die Einsicht in diese aktuelle Bestandsaufnahme von S 21 mit der Begr&uuml;ndung: &ldquo;Nicht f&uuml;r Dritte&rdquo;.<br>\nAls im Bundestag &uuml;ber S 21 diskutiert wurde, kannten die Abgeordneten diese Dokumente, die stern und stern.de in den vergangenen Monaten bekannt gemacht hatten, noch nicht. Als in Baden-W&uuml;rttemberg, sei es im Landtag oder im Gemeinderat von Stuttgart, die Parlamentarier f&uuml;r S 21 votierten, wussten sie nichts von den Risiken, den wahren Kosten des geplanten Verkehrsknotens. Als sie ihre Entscheidungen trafen, &uuml;berblickten sie das Projekt, das das Gesicht ihrer Stadt radikal ver&auml;ndern w&uuml;rde, nicht mal ansatzweise.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/geheimpapier-zu-stuttgart-21-wie-die-bahn-die-wahren-kosten-verschleiert-1708627.html\">Stern<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/asset3.stern.de\/media\/pdf\/politik\/stuttgart_21.pdf\">Kosten-Analyse [PDF &ndash; 2.6 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Stresstest Stuttgart 21 &ndash; Mission accomplished<\/strong><br>\nWir warnen hier Tag f&uuml;r Tag vor der Verlogenheit der Gr&uuml;nen und dem Opportunismus der sogenannten &bdquo;Sozial&ldquo;demokraten und die Realit&auml;t gibt uns Tag f&uuml;r Tag recht.<br>\nEin angeblich unabh&auml;ngiger Stresstest (SMA AG Schweiz) hat nun ergeben, was Staat und Bahn wollen ist tutti paletti.<br>\nStuttgart 21 wird gebaut. Volkes Wille ist f&uuml;r die politische Klasse v&ouml;llig nebens&auml;chlich und die Gr&uuml;nen hatten ganz offensichtlich den Auftrag, das Projekt durchzubringen. [&hellip;] Dazu muss man kein Hellseher sein. Man muss nur seine Pappenheimer kennen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hinter-der-fichte.blogspot.com\/2011\/07\/stresstest-stuttgart-21-mission.html\">Hinter der Fichte<\/a><\/li>\n<li><strong>Stuttgart-21-Gegner kommen zur&nbsp;Stresstest-Pr&auml;sentation<\/strong><br>\nErst wollten sie die Veranstaltung blockieren &ndash; nun nehmen die Gegner des umstrittenen Bahnhofsprojektes Stuttgart 21 doch an der Pr&auml;sentation der Stresstest-Ergebnisse teil. Ihre Bedingung, die Vorstellung um ein paar Tage zu verschieben, war zuvor erf&uuml;llt worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,776348,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>BUND unter Politikverdacht<\/strong><br>\nDie Umweltschutzorganisation BUND und der &ouml;kologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) m&uuml;ssen um ihre Gemeinn&uuml;tzigkeit bangen. Sie wehren sich gegen den Bahnhofsneubau in Stuttgart. Nun pr&uuml;ft das Finanzamt Stuttgart, ob die beiden Verb&auml;nde sich mit ihrem Engagement zu stark in die Tagespolitik eingemischt und damit gegen ihre Satzungen versto&szlig;en haben. Einen entsprechenden Bericht der Financial Times Deutschland hat der BUND der taz gegen&uuml;ber best&auml;tigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Bahnhofsneubau-S21-in-Stuttgart\/!74974\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Widerstand ist gerechtfertigt&ldquo;<\/strong><br>\nBrigitte Dahlbender, Wortf&uuml;hrerin der Stuttgart 21-Gegner, spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau &uuml;ber die Defizite des Stresstests und die Bedeutung der Volksabstimmung im Herbst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/spezials\/stuttgart-21\/-widerstand-ist-gerechtfertigt-\/-\/4767758\/8702370\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Euro-Talfahrt st&uuml;rzt Schweiz in W&auml;hrungskrise<\/strong><br>\nDer Euro-Kurs f&auml;llt und f&auml;llt, der Franken legt zu: Es fehlt nicht mehr viel, dann stehen die W&auml;hrungen bei 1:1 &ndash; ein riesiges Problem f&uuml;r die Schweiz. Firmen f&uuml;rchten um ihre Exporte. Pl&ouml;tzlich ist die Einf&uuml;hrung des Euro in der Alpenrepublik kein Tabu mehr. [&hellip;]<br>\nDie exportorientierten Schweizer Unternehmen leiden dagegen unter der Entwicklung &ndash; der Chemiekonzern Lonza ist da nur ein Opfer von vielen. Die Firmen haben die Wahl zwischen zwei unattraktiven Alternativen: Entweder sie verteuern die Produkte, so dass die Nachfrage aus dem Ausland abnimmt. Oder sie lassen ihre Euro-Preise stabil, verzichten daf&uuml;r aber auf Gewinn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,775646,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Das Franken-Szenario, das der SPIEGEL hier sprachlich ungeschickt beschreibt, w&uuml;rde auch Deutschland drohen, wenn wir hier immer noch (oder schon wieder) die D-Mark h&auml;tte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Palastrevolution &ndash; Wirtschaftspr&uuml;fer st&uuml;rzen ihre eigene F&uuml;hrungsspitze<\/strong><br>\nMachtwechsel bei den Wirtschaftspr&uuml;fern: Kein Kandidat der vier gro&szlig;en Gesellschaften konnte sich bei den Wahlen zum Beirat der Wirtschaftspr&uuml;ferkammer durchsetzen. Mittelst&auml;ndler &uuml;bernehmen jetzt das Ruder.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C31151\/palastrevolution-wirtschaftspruefer-stuerzen-ihre-eigene-fuehrungsspitze-30470739.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Luxus-Versorgung &ndash; Dax-Chefs winken Pensionen von 580 Millionen Euro<\/strong><br>\nDie 30 Dax-Konzerne haben mehr als eine halbe Milliarde Euro f&uuml;r die Altersversorgung ihrer Spitzenkr&auml;fte zur&uuml;ckgestellt. Trotz neuer Gesetze sind die Pensionszusagen laut manager magazin extrem hoch. Daimler-Chef Zetsche f&uuml;hrt die Liste der k&uuml;nftigen Luxus-Ruhest&auml;ndler an [&hellip;]<br>\nDabei profitieren viele Top-Manager von einem Doppeleffekt: Sie geh&ouml;ren mit zu den Ersten, die in den Genuss der nach der Jahrtausendwende aufgelegten Aktienoptionsprogramme kommen. Gleichzeitig k&ouml;nnen sie zum gro&szlig;en Teil noch die Versorgungssysteme der alten Deutschland AG in Anspruch nehmen.<br>\nJosef Ackermann etwa, Chef der Deutschen Bank  , h&auml;lt derzeit mehr als 560.000 Aktien seines Arbeitgebers im Gesamtwert von rund 23 Millionen Euro. Zugleich hat die Deutsche Bank 13,2 Millionen Euro f&uuml;r die Altersvorsorge des Vorstandsvorsitzenden zur&uuml;ckgestellt.<br>\nDamit z&auml;hlt Ackermann jedoch noch nicht zu den Dax-Chefs mit den am h&ouml;chsten dotierten Pensionsr&uuml;ckstellungen. Diese Liste f&uuml;hrt Daimler -Vorstandschef Dieter Zetsche mit 22,7 Millionen Euro an, gefolgt von Volkswagen -Lenker Martin Winterkorn (17,9 Millionen Euro) und Werner Wenning, dem ehemaligen Bayer-Chef (14,7 Millionen Euro).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,775969,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gr&uuml;ndungszuschuss: K&uuml;rzungen bereits ab 1. November<\/strong><br>\nBisher waren die geplanten K&uuml;rzungen zum Gr&uuml;ndungszuschuss f&uuml;r den 1. April 2012 vorgesehen. Eine Sprecherin des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales best&auml;tigte nun gegen&uuml;ber handwerk magazin, dass die K&uuml;rzungen bereits zum 1. November 2011 in Kraft treten werden. Die Einschnitte werden zeitlich volle f&uuml;nf Monate vorgezogen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handwerk-magazin.de\/gruendungszuschuss-kuerzungen-bereits-ab-1-november\/150\/496\/37824\/\">Handwerk Magazin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Das Aus f&uuml;r den elektronischen Entgeltnachweis: (K)ein Grund zur Freude<\/strong><br>\nDas Aus f&uuml;r den elektronischen Entgeltnachweis: (K)ein Grund zur Freude<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/druck\/mb\/artikel\/35\/35158\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung M.B.:<\/strong> Siehe dazu auch unseren <a href=\"\/?p=10162#h07\">Hinweis Nr. 7 vom Donnerstag, den 21. Juli<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Rendite statt Ausbau<\/strong><br>\nRWE hat seine Hochspannungsleitungen an Finanzinvestoren verkauft. Ein bundesweites Netz in &ouml;ffentlicher Hand ist damit vom Tisch. Das schadet auch der Energiewende<br>\nIm November 2009 war das Ende der Utopie schon abzusehen: Der Energieriese Eon verkaufte sein Stromnetz an ein niederl&auml;ndisches Unternehmen. Im M&auml;rz letzten Jahres zog Vattenfall nach, nun hat auch der RWE-Konzern seine Hochspannungsleitungen verkauft &ndash; an Finanzinvestoren um die Commerzbank. [&hellip;]<br>\nF&uuml;r ein Stromnetz in &ouml;ffentlicher Hand spricht vieles, f&uuml;r die Kontrolle durch Finanz&shy;investoren kein einziges gutes Argument. In der Regel argumentieren die Verfechter eines freien Marktes mit gr&ouml;&szlig;erer Effizienz durch den Wettbewerb. Beim Stromtransport gibt es aber keine Konkurrenz. Mehrere Netzbetreiber kann es nicht geben, schlie&szlig;lich gibt es nur das eine Netz. Wenn man so will, sind die kilometerlangen Leitungen so etwa wie ein nat&uuml;rliches Monopol.<br>\nEs stimmt: Bislang war die Situation noch schlimmer. Die vier gro&szlig;en Energieliefer&shy;anten hatten nicht nur die Kontrolle &uuml;ber Stromerzeugung, sondern auch noch &uuml;ber deren Verteilung. Die Elektrizit&auml;t aus den Kraftwerken der Konkurrenz konnten sie problemlos aus den Leitungen dr&auml;ngen. Offiziell ist das zwar verboten. Aber der Netzbetrieb ist so komplex, dass es kaum wirksame Kontrollen gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1129-gastkommentar2\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>S&uuml;dwest-CDU will Autobahnen privatisieren<\/strong><br>\nDem Staat fehlt Geld zum Stra&szlig;enbau, Bundesverkehrsminister Ramsauer r&auml;umt Engp&auml;sse ein. Die CDU in Baden-W&uuml;rttemberg verlangt deshalb nach SPIEGEL-Informationen einen radikalen Schritt: Einzelne Strecken sollen an private Investoren verkauft werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,776255,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Hundt: Regierung soll gegen Urteil zu Meinungsfreiheit vorgehen<\/strong><br>\nArbeitgeberpr&auml;sident Dieter Hundt hat der Bundesregierung nahegelegt, gegen das Stra&szlig;burger Urteil zur Meinungsfreiheit von Arbeitnehmern vorzugehen. Fachleute h&auml;tten an der Entscheidung des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte &ldquo;erhebliche Zweifel&rdquo;, sagte Hundt dem &ldquo;Hamburger Abendblatt&rdquo; vom Samstag. &ldquo;Die Bundesregierung kann gegen dieses Urteil Rechtsmittel bei der sogenannten Gro&szlig;en Kammer des Gerichtshofs einlegen und sollte diese M&ouml;glichkeit auch sorgf&auml;ltig pr&uuml;fen&rdquo;, sagte der Pr&auml;sident der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA).<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.123recht.net\/Hundt-Regierung-soll-gegen-Urteil-zu-Meinungsfreiheit-vorgehen-__a97328.html\">1-2-3-Recht<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article1966581\/Neue-Gesetze-sind-ueberfluessig.html\">Hamburger Abendblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung M.B.:<\/strong> Der Versuch einer internen Regelung, die Hundt hier fordert, fand in dem betreffenden Fall statt; die Betriebsleitung ignorierte die Meldungen aber. Und was ist hier wichtiger? Die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers oder die Rechte auf k&ouml;rperliche Unversehrtheit und Menschenw&uuml;rde der betreffenden Patienen\/innen bzw. eine m&ouml;gliche unterlassene Hilfeleistung? Der Redakteur des Hamburger Abendblattes unterl&auml;sst sowohl Nachfragen hierzu als auch auch eine entsprechende Kommentierung. &Uuml;ber solche Redakteure k&ouml;nnen sich die Hundts von Deutschland freuen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Ihr b&ouml;sen Lobbyisten, Ihr guten Lobbyisten<\/strong><br>\n&bdquo;Gesundheitsminister wirft Pharmalobby raus&ldquo; und &bdquo;Pharmalobby wird verbannt.&ldquo; So verhei&szlig;ungsvoll titelten am vergangenen Mittwoch mehrere Tageszeitungen. Der Grund daf&uuml;r war ein internes Papier des Gesundheitsministers Daniel Bahr (FDP). Darin vorgesehen war, Lobbyisten der Pharmabranche aus mehreren Beratungsgremien f&uuml;r Fragen des Arzneimittelrechts auszuschlie&szlig;en. Nach rasch folgender Kritik aus Industrie und Politik, verschwand das Papier allerdings wieder in der Schublade.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2011\/07\/ihr-bosen-lobbyisten-ihr-guten-lobbyisten\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Inszeniertes M&auml;rtyrertum:<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wie die Springerpresse und das ZDF eine neue Sarrazin-Debatte provozierten<\/strong><br>\nErst &uuml;berzieht er t&uuml;rkische Migranten mit Schm&auml;hworten, bezeichnet sie als weniger intelligent und flei&szlig;ig als die Angeh&ouml;rigen anderer Nationen und beklagt, dass sie den deutschen Steuerzahlern auf der Tasche legen. Als sich einige Angeh&ouml;rige der betreffenden Personengruppe bei einer unerwarteten pers&ouml;nlichen Begegnung mit dem Provokateur dann verbal zur Wehr setzen, beschwert dieser sich &uuml;ber mangelnden Respekt seiner Person gegen&uuml;ber. Einem Kritiker, der bekannte, Kreuzberger, aber kein deutscher Staatsb&uuml;rger zu sein, sagte er herablassend:  &bdquo;Dann benimm dich mal vern&uuml;nftig, du bist in einem anderen Land.&ldquo;<br>\nSo geschehen anl&auml;sslich einer Stippvisite des Autors von &bdquo;Deutschland schafft sich ab&ldquo; in Berlin-Kreuzberg, die f&uuml;r das Kulturmagazin Aspekte von einem Kamerateam des ZDF unter Anleitung der Fernsehreporterin G&uuml;ner Balci begleitet wurde. Stationen waren das t&uuml;rkische Restaurant Hasir, die alevitische Gemeinde und der bekannte Gem&uuml;semarkt am Maybachufer.<br>\nDer Journalist Robert Misik fand f&uuml;r den Vorgang einen treffenden Vergleich: &bdquo;Sie pinkeln Ihrem Nachbarn an die T&uuml;r. Sie schreiben ein Buch, in dem steht, ihr Nachbar ist dumm, v&ouml;llig nutzlos, und es ist eine Trag&ouml;die, dass ihr Nachbar so viele Kinder kriegt, weil da werden nur viele kleine dumme nutzlose Nachbarn draus, &bdquo;Kopftuchm&auml;dchen&rdquo;, und dann klopfen sie bei ihrem Nachbarn an und sagen, hallo, ich wollt mal vorbeischauen und mit ihnen Abendbrot essen, was gibt&rsquo;s denn Gutes? Und dann wirft sie ihr Nachbar raus und sie wundern sich, warum der so ein gemeiner Kerl ist. Ich mein, da w&uuml;rde man doch bei jedem normalen Menschen sagen: Geht&rsquo;s noch? Brauchen Sie &auml;rztliche Hilfe?&ldquo; (1) Auch der Kreuzberger SPD-Bildungsstadtrat Jan St&ouml;&szlig; (SPD) bezeugte Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Bewohner seines Kiezes: &bdquo;Wenn man provoziert, muss man sich nicht wundern. Dass es zu w&uuml;tenden Reaktionen kommt, kann ich gut verstehen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201107221658\/hintergrund\/medien\/inszeniertes-maertyrertum-wie-die-springerpresse-und-das-zdf-eine-neue-sarrazin-debatte-provozierten.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><strong>Thilo Sarrazin im &bdquo;Aspekte&ldquo;-Film: Emotional ein bisschen zugespitzt<\/strong><br>\nThilo Sarrazin, hie&szlig; es in den Springer-Medien, sei in Kreuzberg angep&ouml;belt und gemobbt worden. Nun zeigte das ZDF just diesen Kreuzberg-Besuch im Sarrazin-Film von G&uuml;ner Belci. Und siehe da, nicht nur f&uuml;r die Autorin stellte sich manches anders dar.&nbsp; Entscheidend f&uuml;r die Mythen, die in der islamfeindlichen Gegen&ouml;ffentlichkeit schon um Sarrazins Kreuzberg-Visite gestrickt werden, ist die Szene im Restaurant &bdquo;Hasir&ldquo; in der Adalbertstra&szlig;e. Die &bdquo;gr&ouml;lende Gruppe&ldquo; des &bdquo;Welt&ldquo;-Artikels von Frau Balci beziehungsweise der &bdquo;Menschenauflauf&ldquo; in Sarrazins Protokoll ist im Film auf &bdquo;zwei Passanten&ldquo; geschrumpft, ein junges Paar. Die von Sarrazin als &bdquo;sehr schlank und auf etwas an&auml;mische Weise intellektuell wirkend&ldquo; beschriebene Frau hat die Begebenheit in einem Offenen Brief an G&uuml;ner Balci geschildert. Sarrazin habe sie als &bdquo;strohdumm&ldquo; beschimpft. Das h&ouml;rt man im Film nicht, sehr wohl aber, dass er ihren Begleiter einen &bdquo;ganz widerlichen Linksfaschisten&ldquo; nennt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/C30673\/thilo-sarrazin-im-aspekte-film-emotional-ein-bisschen-zugespitzt-30471826.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ist Ihnen angesichts des Massakers in Norwegen auch der Name Sarrazin durch den Kopf gegeistert? Woher kommen die weltanschaulichen Grundlagen des norwegischen Massenm&ouml;rders? Sind Leute wie Sarrazin nicht die Autorit&auml;ten, von denen sich xenophobe Normalos wie wir infizieren lassen, von denen sich aber eben auch&nbsp; gef&auml;hrliche Irre best&auml;rkt f&uuml;hlen?<\/em><br>\n<em>Wer den <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/1392892\/Darf-man-das%253F-Mit-Sarrazin-in-Kreuzberg#\/beitrag\/video\/1392892\/Darf-man-das%3F-Mit-Sarrazin-in-Kreuzberg\">&ldquo;aspekte&rdquo;- Beitrag<\/a> gesehen hat, steht ziemlich fassungslos vor dem Rauschen im Springer-Bl&auml;tterwald. Das beginnt mit Artikel von G&uuml;ner Balci in der Welt: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/politik\/article13490008\/Kreuzberg-schafft-sich-ab.html\">Kreuzberg schafft sich ab<\/a>&ldquo;.<\/em><br>\n<em>Allein der Titel, vor allem aber scheint Frau Balci ihren eigenen Film nicht gesehen zu haben. Ob Henryk M. Broder den Film gesehen hat, spielt keine Rolle, Hauptsache der selbstverliebte Broder kann sich mit dem originellen Vergleich zwischen der <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article13502126\/Kreuzberg-Sozial-befreite-Zone-Deutschlands.html\">&ldquo;sozial befreite Zone&rdquo; Kreuzberg<\/a> und den &ldquo;national befreiten Zonen&rdquo; in Ostdeutschland in Szene setzen, die nur &ldquo;auf eigenes Risiko&rdquo; betreten werden d&uuml;rfen.<\/em><br>\n<em>Broder konnte seinen Artikel noch toppen, in dem er den Journalistenpreis des Deutschen Kulturrats zur&uuml;ckgab, der die &bdquo;aspekte&ldquo;- Sendung kritisiert hatte (Inszenierung eines &ldquo;vorhersehbaren Eklats&rdquo;). Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Kulturrats, Olaf Zimmermann&rdquo; habe sich &ldquo;auf die Seite des P&ouml;bels&rdquo; gestellt. Haben Sie irgendeinen P&ouml;bel gesehen?<br>\nAber das Problem ist nicht Broder, nicht einmal Sarrazin, sondern die Springerpresse, die mit der Xenophobie der <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/regionales\/berlin\/article13490964\/Wie-Thilo-Sarrazin-aus-Kreuzberg-verjagt-wurde.html\">Bev&ouml;lkerung Kasse macht.<\/a> <\/em><br>\n<em>Hugo M&uuml;ller-Vogg wollte im gestrigen &ldquo;Presseclub&rdquo; die aktive Rolle der Medien bei solchen Kampagnen relativieren, in dem er darauf hinwies, dass eine Kampagnen nur dann gel&auml;nge, wenn die Leser das auch lesen wollten. Nur, was ist das f&uuml;r ein Ma&szlig;stab f&uuml;r Journalismus? In diesem Fall hei&szlig;t das, dass Bild und Konsorten mit den niederen Instinkten, der latenten Fremdenfeindlichkeit in uns Gesch&auml;fte macht. Eine Kampagne gegen die Sarrazinthesen, gegen das Griechen-Bashing der Politiker bringt keine Auflage und basta. &ndash; W&uuml;nschenswert w&auml;re, wenn nach der Katastrophe in Norwegen alle, die sich regelm&auml;&szlig;ig an die gro&szlig;e &Ouml;ffentlichkeit wenden, das Spiel mit den niederen Instinkten in uns lassen w&uuml;rden.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Selbstl&auml;ufer Steinbr&uuml;ck<\/strong><br>\nPeer Steinbr&uuml;ck hat es geschafft, das Thema Steinbr&uuml;ck in der &Ouml;ffentlichkeit so auszubalancieren, dass er selbst gar nichts mehr daf&uuml;r tun muss, dass es ein Thema bleibt, au&szlig;er einen guten Eindruck. In Umfragen steigen seine Werte, in Podiumsdiskussionen attestiert ihm sogar manch ein politischer Gegner, man werde es schwer haben, wenn er als Kanzlerkandidat antrete.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/peer-steinbrueck-und-die-kanzlerfrage-der-selbstlaeufer-1.1112565\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Und die SZ hilft dem Selbstl&auml;ufer kr&auml;ftig mit auf die Spr&uuml;nge.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Murdoch und die Politik &ndash; Geben und Nehmen<\/strong><br>\nDie britische Politik hat den Aufstieg Rupert Murdochs zum Medienzaren des Landes jahrzehntelang protegiert. Regierungen kamen und gingen &ndash; Murdoch stand immer auf der richtigen Seite. Nun muss der Schattenmann das Ruder wohl aus der Hand geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/artikel\/S31325\/murdoch-und-die-politik-geben-und-nehmen-30470733.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Verteidigung der Feigheit<\/strong><br>\nVor 67 Jahren am 20. Juli 1944 scheiterte das Attentat auf Hitler. Die tragisch endende Tat des Grafen Stauffenberg ist in den vergangenen Jahren h&auml;ufig als Opfergang heroisiert worden. Dagegen spielen die sozialen und psychologischen Bedingungen f&uuml;r das Scheitern des Attentats kaum eine Rolle&hellip;<br>\nDoch woher kommt dieses politische Versagen im Widerstand gegen Hitler? Die Sozialgeschichte verweist hier gern auf die ideologische Affinit&auml;t der Eliten zum Nationalsozialismus; die wahren Gr&uuml;nde liegen aber woanders. Zweifellos fanden zwar manche von Untergangs&auml;ngsten geplagte Adlige und Gro&szlig;b&uuml;rger in v&ouml;lkischer Bewegung und Rassenlehre verwandte Motive; dem gegen&uuml;ber stehen indessen zahllose, durchaus glaubw&uuml;rdige &Auml;u&szlig;erungen von Desinteresse, ja Belustigung &uuml;ber die theoretischen Inhalte der NS-Bewegung. Und tats&auml;chlich: F&uuml;r die meisten von ihnen war &ndash; nicht anders als f&uuml;r Hermann G&ouml;ring, von dem das Zitat stammt &ndash; der Nationalsozialismus gerade in seinen wesentlichen Aspekten in Wahrheit nicht mehr als &ldquo;ideologischer Kram&rdquo;.<br>\nDoch das hinderte nicht nur, nein: Es beg&uuml;nstigte vielmehr gerade die Allianz der gesellschaftlich Einflussreichen mit den politisch M&auml;chtigen. Denn die gesellschaftliche Elite, &uuml;brigens nicht nur in Deutschland, blickte schon immer gern auf die politischen Machthaber herab &ndash; und folgte trotzdem willig ihren Befehlen, auch unter Hitler.<br>\nRolf Hochhuth dr&uuml;ckt dies in seinem &ldquo;Stellvertreter&rdquo; unvergleichlich treffend aus:<br>\nDie Gesellschaft [ &hellip; ] sieht den Parven&uuml; in Hitler &ndash; und freut sich doch, nicht wahr, wenn ihre S&ouml;hne sein Ritterkreuz erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/essayunddiskurs\/1510400\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Jean Ziegler: Nicht gehaltene Rede zur Er&ouml;ffnung der Salzburger Festspiele<\/strong><br>\nAlle f&uuml;nf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. 37.000 Menschen verhungern jeden Tag und fast eine Milliarde sind permanent schwerstens unterern&auml;hrt. Und derselbe World-Food-Report der FAO, der allj&auml;hrlich diese Opferzahlen gibt, sagt, dass die Weltlandwirtschaft in der heutigen Phase ihrer Entwicklung problemlos das Doppelte der Weltbev&ouml;lkerung normal ern&auml;hren k&ouml;nnte.<br>\nSchlussfolgerung: Es gibt keinen objektiven Mangel, also keine Fatalit&auml;t f&uuml;r das t&auml;gliche Massaker des Hungers, das in eisiger Normalit&auml;t vor sich geht. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.<br>\nDas Geld fehlt. Das Weltern&auml;hrungsprogramm, das die humanit&auml;re Soforthilfe leisten sollte, verlangte am 1. Juli f&uuml;r diesen Monat einen Sonderbeitrag seiner Mitgliedstaaten von 180 Millionen Euro. Nur 62 Millionen kamen herein. Das normale WPF (World-Food-Programm) Budget betrug 2008 sechs Milliarden Dollar. 2011 liegt das regul&auml;re Jahresbudget noch bei 2,8 Milliarden.<br>\nKein Geld f&uuml;r humanit&auml;re Hilfe.<br>\nWarum? Weil die reichen Geberl&auml;nder &ndash; insbesondere die EU-Staaten, die USA, Kanada und Australien &ndash; viele tausend Milliarden Euro und Dollars ihren einheimischen Bank-Halunken bezahlen mussten: zur Wiederbelebung des Interbanken-Kredits zur Rettung der Spekulations-Banditen. F&uuml;r die humanit&auml;re Soforthilfe (und die regul&auml;re Entwicklungshilfe) blieb und bleibt praktisch kein Geld.<br>\nViele der Sch&ouml;nen und der Reichen, der Gro&szlig;bankiers und der Konzern-Mogule dieser Welt kommen in Salzburg zusammen. Sie sind die Verursacher und die Herren dieser kannibalischen Weltordnung.<br>\nWas ist mein Traum? Die Musik, das Theater, die Poesie &ndash; kurz: die Kunst &ndash; transportieren die Menschen jenseits ihrer selbst. Die Kunst hat Waffen, welche der analytische Verstand nicht besitzt: Sie w&uuml;hlt den Zuh&ouml;rer, Zuschauer in seinem Innersten auf, durchdringt auch die dickste Betondecke des Egoismus, der Entfremdung und der Entfernung. Sie trifft den Menschen in seinem Innersten, bewegt in ihm ungeahnte Emotionen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/dokumentation-jean-ziegler-nicht-gehaltene-rede-zur-eroeffnung-der-salzburger-festspiele-1.1124001\">SZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/2.220\/jean-ziegler-im-gespraech-empoert-euch-1.1124101\">Jean Ziegler im Gespr&auml;ch &ndash; Emp&ouml;rt Euch. Gleichfalls in der SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Das Sommergespr&auml;ch als &ouml;ffentlich-rechtlich finanzierte Urlaubsbeschaffungsma&szlig;nahme f&uuml;r Fernsehjournalisten<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/medien.wdr.de\/radio\/wdr2kabarett\/wdr2kabarett_eckenga_20110720_1050.mp3\">WDR-Kabarett [Audio &ndash; mp3]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Terroranschlag in Norwegen; Griechenland-Rettung: Der Bluff der Banken; EU-Unternehmensteuer: Wettlauf nach unten?; Stuttgart 21; Euro-Talfahrt st&uuml;rzt Schweiz in W&auml;hrungskrise; Palastrevolution &ndash; Wirtschaftspr&uuml;fer st&uuml;rzen ihre eigene F&uuml;hrungsspitze; Dax-Chefs winken Pensionen von 580 Millionen Euro; Gr&uuml;ndungszuschuss: K&uuml;rzungen bereits ab 1. 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