{"id":102288,"date":"2023-08-11T09:00:43","date_gmt":"2023-08-11T07:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102288"},"modified":"2023-08-14T07:45:58","modified_gmt":"2023-08-14T05:45:58","slug":"ich-muss-weg-gesundheitsminister-verhindert-unabhaengige-patientenberatungsstelle-und-verkruemelt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102288","title":{"rendered":"Ich muss weg! Gesundheitsminister verhindert unabh\u00e4ngige Patientenberatungsstelle und verkr\u00fcmelt sich"},"content":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit den Krankenkassen serviert Karl Lauterbach die f&uuml;hrenden Patientenorganisationen beim geplanten Aufbau einer wirklich unabh&auml;ngigen Servicestelle f&uuml;r Ratsuchende im Gesundheitswesen ab. Der Vorgang sorgt allseits f&uuml;r Emp&ouml;rung und provoziert eine Sondersitzung des zust&auml;ndigen Bundestagsausschusses. Trotz Sommerpause sind dessen Mitglieder fast komplett vertreten, blo&szlig; einer fehlt: der verantwortliche Minister. Der schickt lieber seine Staatssekret&auml;rin vor, die mit Wissensl&uuml;cken gl&auml;nzt und behauptet, alles laufe nach Plan, w&auml;hrend in Wahrheit gar nichts l&auml;uft. So wird das nichts mit der neuen UPD-Stiftung. Auftrag erf&uuml;llt! Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4462\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-102288-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Ich_muss_weg_Gesundheitsminister_verhindert_unabhaengige_Patientenberatungsstelle_und_verkruemelt_sich_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Ich_muss_weg_Gesundheitsminister_verhindert_unabhaengige_Patientenberatungsstelle_und_verkruemelt_sich_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Ich_muss_weg_Gesundheitsminister_verhindert_unabhaengige_Patientenberatungsstelle_und_verkruemelt_sich_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Ich_muss_weg_Gesundheitsminister_verhindert_unabhaengige_Patientenberatungsstelle_und_verkruemelt_sich_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=102288-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Ich_muss_weg_Gesundheitsminister_verhindert_unabhaengige_Patientenberatungsstelle_und_verkruemelt_sich_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230811_Ich_muss_weg_Gesundheitsminister_verhindert_unabhaengige_Patientenberatungsstelle_und_verkruemelt_sich_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Als sich am Mittwochabend die Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Bundestags zu einer Sondersitzung zum Thema &bdquo;Unabh&auml;ngige Patientenberatung Deutschland&ldquo; (UPD) zusammenfanden, gl&auml;nzte die entscheidende Figur durch Abwesenheit. Obwohl das Treffen nur f&uuml;r ein St&uuml;ndchen angesetzt war und dazu blo&szlig; als Online-Austausch, blieb Karl Lauterbach (SPD) der Runde fern. F&uuml;r den Bundesgesundheitsminister gab es Wichtigeres zu tun. Den lieben langen Tag machte er Werbung f&uuml;r die elektronische Patientenakte (ePA) und das sogenannte E-Rezept. O-Ton: &bdquo;Wir sind im Bereich der Digitalisierung unseres Gesundheitssystems ein Entwicklungsland. Das ist leider so, <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/deutschland-noch-entwicklungsland-e-rezept-e-patienteakte-lauterbach-blaest-zur-aufholjagd-bei-digitalisierung_id_201370048.html\">wir brauchen daher eine Aufholjagd<\/a>.&ldquo; Nebenbei versprach er die z&uuml;gige Einbringung eines Gesetzes, das der Forschung, der Pharmaindustrie sowie den Krankenkassen Zugang zu deutlich mehr Gesundheitsdaten verschaffen soll &ndash; nat&uuml;rlich &bdquo;anonymisiert und mit h&ouml;chsten Sicherheitsstandards&ldquo;. Das Portal <em>Netzpolitik.org<\/em> hatte schon Ende Juni &uuml;ber die Planspiele befunden, dass die Reformen &bdquo;<a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2023\/gesundheitsdaten-opt-out-digitalisierung-ohne-ruecksicht-auf-versicherte\/\">zulasten der Versicherten und des Datenschutzes<\/a>&ldquo; gingen. So wolle Lauterbach sogar den Datenhandel mit den USA intensivieren.<\/p><p>Die Aussicht, als <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=63919\">gl&auml;serner Patient<\/a> in der Entwicklungsabteilung von Bayer, Roche oder mithin Pfizer zu landen, d&uuml;rfte viele Menschen verschrecken und nicht wenige animieren, das Gespr&auml;ch mit einem Patientenberater zu suchen. Allerdings k&ouml;nnte die Suche erfolglos bleiben, weil es die UPD wohl schon bald nicht mehr gibt. So wie Lauterbach gl&auml;nzt die dann n&auml;mlich auch durch Abwesenheit &ndash; und zwar auf Betreiben von Herrn Lauterbach. Die NachDenkSeiten hatten vor zwei Wochen im Beitrag &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101659\">Abh&auml;ngig beraten<\/a>&ldquo; &uuml;ber die &uuml;blen Machenschaften zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und dem Bundesministerium f&uuml;r Gesundheit (BMG) beim (vermeintlichen) Aufbau einer UPD als neu zu gr&uuml;ndende Stiftung berichtet. Planm&auml;&szlig;ig soll diese am 1. Januar 2024 an den Start gehen und die &bdquo;alte&ldquo;, noch unter dem Dach des Callcenterbetreibers Sanvartis befindliche UPD nahtlos abl&ouml;sen. Das jedoch erscheint h&ouml;chst unwahrscheinlich, weil praktisch noch keinerlei Vorarbeiten erledigt sind.<\/p><p><strong>Katastrophe mit Ansage<\/strong><\/p><p>Beschlossen wurde das entsprechende Gesetz erst im M&auml;rz und mit der Aufgabe, die neue Satzung anzufertigen, ausgerechnet der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) betraut. Das allein ist ein Irrwitz, sind es doch die Krankenkassen, gegen die sich die gro&szlig;e Mehrheit der bei UPD eingehenden Beschwerden richtet. Vor allem geht es dabei um Konflikte rund um Leistungsabrechnungen. Der Spitzenverband habe schon seit den ersten Tagen der UPD alles unternommen, die Arbeit der gemeinn&uuml;tzigen, in gesetzlichem Auftrag t&auml;tigen Organisation zu &bdquo;torpedieren&ldquo;, sagte Gregor Bornes von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Patientenstellen (BAGP) gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten. Er ist &uuml;berzeugt: &bdquo;Die wollen das Ding kaputt machen, und jetzt holt man zum letzten Schlag aus.&ldquo; Der ehemalige UPD-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Sebastian Schmidt-Kaehler formulierte dies Anfang August in einem Beitrag f&uuml;r den <em>Tagesspiegel<\/em> so: &bdquo;F&uuml;r ihn (den GKV-SV) galt von Anfang an das erste Gebot, wonach die gesetzlich Versicherten keine anderen Ansprechpartner haben d&uuml;rften als die Krankenkasse.&ldquo; Die &bdquo;politische Havarie&ldquo; der UPD sei insofern ein &bdquo;trauriges Beispiel f&uuml;r Staats-, System- und Politikversagen&ldquo; sowie <a href=\"https:\/\/background.tagesspiegel.de\/gesundheit\/ein-pyrrhussieg-der-engstirnigkeit\">&bdquo;ein Pyrrhussieg der Engstirnigkeit&ldquo;<\/a>.<\/p><p>Das Mittel der Wahl ist dabei, den Gang der Dinge mit allen Tricks zu verz&ouml;gern. Hier spielt den Kassen ein weiterer &bdquo;Konstruktionsfehler&ldquo; in die H&auml;nde. Tats&auml;chlich soll der GKV-SV nicht nur die Satzung schreiben, sondern die komplette Finanzierung von j&auml;hrlich 15 Millionen Euro stemmen. Aus dieser Position heraus konnte der Spitzenverband dem BMG bereits im Gesetzgebungsprozess Zugest&auml;ndnisse abringen, die im Falle der Umsetzung der Unabh&auml;ngigkeit der Servicestelle abtr&auml;glich w&auml;ren. Das erscheint durchaus nachvollziehbar, denn als Zahlmeister will man immer auch &uuml;ber die Musik bestimmen. Dagegen hatte die Mehrheit der im Parlament angeh&ouml;rten Sachverst&auml;ndigen f&uuml;r eine steuerfinanzierte UPD pl&auml;diert, der Spitzenverband selbst riet sogar zu diesem Weg. Dass sich am Ende die SPD gemeinsam mit der FDP durchsetzte, m&uuml;ndete laut Kathrin Vogler in &bdquo;eine Katastrophe mit Ansage&ldquo;. Damit habe man den Krankenkassen das &bdquo;Heft des Handelns &uuml;berlassen und nat&uuml;rlich Begehrlichkeiten geweckt&ldquo;, &auml;u&szlig;erte sich die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke im Gespr&auml;ch mit den NachDenkSeiten.<\/p><p><strong>Am Rockzipfel der Krankenkassen<\/strong><\/p><p>Jedenfalls meldeten die Krankenkassen Wochen nach Verabschiedung des Gesetzes weitere Anspr&uuml;che an, und weil das Ministerium zun&auml;chst nicht lieferte, beschloss Mitte Juni der GKV-SV-Verwaltungsrat, die Arbeit an der Satzung kurzerhand zu boykottieren. Die Erpressung wirkte, denn ohne Satzung kann die UPD nicht rechtzeitig beziehungsweise niemals startklar werden. Also vereinbarten der Verwaltungsrat und Lauterbach vor drei Wochen in <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/144708\/Ministerium-sichert-Kassen-mehr-Zugriff-auf-Beratung-und-Finanzen-der-UPD-Stiftung-zu\">geheimer Kungelrunde<\/a>, die UPD-Stiftung unter die Quasiherrschaft der Krankenkassen zu stellen. Demnach soll der Spitzenverband weitreichenden Einfluss bei der Bestellung des Vorstands, auf die Finanzen und die Beratungsinhalte nehmen. So sollen etwa Themen zur Pflege fast komplett aus dem Leistungskatalog gestrichen werden.<\/p><p>Das sorgte f&uuml;r einen Proteststurm bei den ma&szlig;geblichen Patientenorganisationen &ndash; darunter der Sozialverband Deutschland (SoVD) und der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) &ndash;, die mit ihrem Zutun die neue UPD eigentlich mit Leben f&uuml;llen sollen. Prompt k&uuml;ndigten sie an, ihre Beteiligung aufzuk&uuml;ndigen, und bekr&auml;ftigten dies am Mittwoch von Neuem. &bdquo;Eine <a href=\"https:\/\/www.vzbv.de\/pressemitteilungen\/unabhaengige-patientenberatung-deutschland-upd-keine-beratung-am-rockzipfel-der\">UPD am Rockzipfel der Krankenkassen<\/a> ist f&uuml;r die Patient:innen nichts wert&ldquo;, erkl&auml;rte VZBV-Vorstand Ramona Pop. Sollte eine unabh&auml;ngige und staatsferne T&auml;tigkeit nicht zweifelsfrei m&ouml;glich sein, werde sich ihr Verband vollst&auml;ndig aus der Mitwirkung an der UPD-Stiftung zur&uuml;ckziehen. &bdquo;Denn ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende.&ldquo; Das w&auml;re verst&auml;ndlich, aber eben auch genau das, was die Kassen wollen: eine UPD unter ihrer Fuchtel oder besser noch &ndash; gar keine UPD. Passend dazu folgerte am Donnerstag das bestens informierte <em><a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/145098\/Sorgen-um-Patientenberatung-UPD-Stiftung-im-Fokus-des-Gesundheitsausschusses\">&Auml;rzteblatt<\/a><\/em>, eine Stiftung ohne Patientenvertreter sei durchaus denkbar, &bdquo;dann jedoch nur unter Aufsicht und Vorgaben von Politik und Krankenkassen&ldquo;. Und weiter &bdquo;Damit h&auml;tte der GKV-Spitzenverband sein Ziel erreicht, die UPD weitgehend abzuschaffen.&ldquo;<\/p><p><strong>Besch&auml;ftigte entsorgt<\/strong><\/p><p>Ob mit oder ohne Patientenvertreter, eine arbeitsf&auml;hige UPD zum Jahresanfang ist schon jetzt nicht mehr vorstellbar. &bdquo;Allein um den Rahmen der Stiftung zu schaffen, braucht es sechs bis acht Monate&ldquo;, wei&szlig; der amtierende UPD-Frontmann Thorben Krumwiede. &bdquo;Erst dann kann ein Vorstand berufen werden, der dann erst damit anfangen kann, neue Mitarbeiter einzustellen&ldquo;, erl&auml;uterte er gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten. Aktuell befindet sich die UPD in Gestalt einer Sanvartis-Tochter in der Abwicklung. Die noch bestehende 120-k&ouml;pfige Belegschaft erh&auml;lt am 1. September ihre Entlassungspapiere, die zum Jahresende wirksam werden. Viele der Besch&auml;ftigten w&uuml;rden sich einen anderen Job suchen und st&uuml;nden dann f&uuml;r den Neuaufbau nicht mehr zur Verf&uuml;gung. F&uuml;r Krumwiede &bdquo;deutet alles darauf hin, dass man an der UPD kein gro&szlig;es Interesse hat&ldquo;. Und aus seiner Sicht ist es &bdquo;ziemlich sicher, dass der Betrieb mindestens vor&uuml;bergehend eingestellt werden muss&ldquo;.<\/p><p>Lauterbach hatte hingegen bis zuletzt weiszumachen versucht, die Gesch&auml;fte k&ouml;nnten &uuml;bergangslos weiterlaufen und alle Besch&auml;ftigten in die neue Struktur &uuml;berwechseln. Davon will BMG-Staatssekret&auml;rin Sabine Dittmar (SPD), die ihn bei besagter Sondersitzung des Gesundheitsausschusses vertrat, pl&ouml;tzlich nichts mehr wissen, was laut <em>&Auml;rzteblatt<\/em> einer &bdquo;vollst&auml;ndigen Kehrtwende&ldquo; gleichkommt. In einem vorab an die Ausschussmitglieder gerichteten Schreiben hielt sie fest, ein Betriebs&uuml;bergang (also ein l&uuml;ckenloser Bestandsschutz f&uuml;r Arbeitnehmer) seitens des Gesetzgebers sei &bdquo;bewusst nicht vorgesehen&ldquo; gewesen und man habe den Mitarbeitern keine verbindliche Arbeitsplatzzusage gemacht. Danach befragt, nannte sie die erfolgten K&uuml;ndigungen in der Sitzung eine Formalie, die man nicht habe verhindern k&ouml;nnen. Die Geschassten h&auml;tten aber die Sicherheit, sich wieder bewerben zu d&uuml;rfen. Nur warum sollten sie das tun, wenn eine Fortf&uuml;hrung der UPD in den Sternen steht?<\/p><p><strong>Gr&uuml;ndung im Schweinsgalopp<\/strong><\/p><p>Aber Dittmar ist Optimistin: Sie glaubt weiterhin an eine funktionst&uuml;chtige Stiftung zum 1. Januar, wie gestern das <em>&Auml;rzteblatt<\/em> unter Berufung auf Beteiligte schrieb. Dazu solle die Satzung bis Mitte des Monats vorgelegt und bis Ende August durch das BMG und den Patientenbeauftragten der Bundesregierung gepr&uuml;ft werden, um sie Anfang September bei der zust&auml;ndigen Stiftungsbeh&ouml;rde einzureichen. Laut Vogler von der Linksfraktion ist das ein &bdquo;sportlicher Fahrplan&ldquo;. Weil die Beh&ouml;rden der L&auml;nder teilweise bis zu zw&ouml;lf Monate brauchten, um eine Satzung zu pr&uuml;fen, &bdquo;war von Anfang an klar, dass es keinen nahtlosen &Uuml;bergang geben wird&ldquo;. Allerdings weist die Frau Staatssekret&auml;rin noch andere Wissensl&uuml;cken auf: Dass die Patientenorganisationen ihre Unterst&uuml;tzung annullieren wollen, wie sie dies mehrfach bekundeten, sei ihr nicht bekannt. Sie habe dazu kein offizielles Schreiben erhalten.<\/p><p>Nach Einsch&auml;tzung des CDU-Gesundheitspolitikers Hubert H&uuml;ppe &bdquo;haben sich die Bedenken eher verst&auml;rkt, dass die UPD am 1. Januar 2024 noch funktionsf&auml;hig ist&ldquo;. Es sei verst&auml;ndlich, dass viele qualifizierte Berater sich jetzt andere Arbeitsstellen suchten, befand er am Donnerstag in einer Medienmitteilung. Zus&auml;tzliche Probleme erw&uuml;chsen durch die Beschaffung neuer Hard- und Software mittels einer europaweiten Ausschreibung. Der Fehler, die Stiftung durch die Krankenkassen zu finanzieren, m&uuml;sse &bdquo;dringend korrigiert&ldquo; werden, au&szlig;erdem m&uuml;sse der jetzige Betrieb um ein Jahr verl&auml;ngert werden, &bdquo;um den Aufbau vern&uuml;nftig gestalten zu k&ouml;nnen&ldquo;, empfahl H&uuml;ppe. Lauterbach warf er vor, die UPD &bdquo;vor die Wand&ldquo; zu fahren.<\/p><p><strong>Rei&szlig;leine ziehen!<\/strong><\/p><p>Das f&uuml;rchtet auch Vogler, auf deren Antrag die Sondersitzung einberufen worden war. Wie sie davor schon angemerkt hatte, sei es praktisch ausgemacht, dass die Aufstellung der neuen Stiftung mindestens aufgeschoben wird, wobei &bdquo;Verz&ouml;gerung kann auch Verhinderung bedeuten&ldquo;. Nach dem Treffen sind ihre Sorgen nicht verflogen. Durch den Kuhhandel mit Lauterbach k&ouml;nne der Spitzenverband eine UPD &bdquo;ganz nach seinem Geschmack gestalten und die Patientenorganisationen zu Feigenbl&auml;ttchen machen&ldquo;. Dass die das mit sich machen lie&szlig;en, halte sie indes f&uuml;r unwahrscheinlich. Ihr Appell: &bdquo;Es w&auml;re jetzt an der Zeit, die Rei&szlig;leine zu ziehen und eine Stiftung in &ouml;ffentlicher Hand aus Steuermitteln zu gr&uuml;nden, die dann wirklich unabh&auml;ngige Beratung organisieren kann.&ldquo;<\/p><p>Wie lautete noch das Versprechen der Ampelparteien in ihrem Koalitionsvertrag? &bdquo;Die Unabh&auml;ngige Patientenberatung (UPD) &uuml;berf&uuml;hren wir in eine dauerhafte, staatsferne und unabh&auml;ngige Struktur unter Beteiligung der ma&szlig;geblichen Patientenorganisationen.&ldquo; So wie es aussieht, wird daraus nichts werden, sprich: keine Staatsferne, keine Unabh&auml;ngigkeit und vielleicht auf Dauer gar nicht existent. Selten gab es eine L&uuml;ge so gedruckt.<\/p><p>Titelbild: SevenMaps\/shutterstock.com<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/515c37f86dfd4f2a8ec6f650ec155b78\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit den Krankenkassen serviert Karl Lauterbach die f&uuml;hrenden Patientenorganisationen beim geplanten Aufbau einer wirklich unabh&auml;ngigen Servicestelle f&uuml;r Ratsuchende im Gesundheitswesen ab. Der Vorgang sorgt allseits f&uuml;r Emp&ouml;rung und provoziert eine Sondersitzung des zust&auml;ndigen Bundestagsausschusses. Trotz Sommerpause sind dessen Mitglieder fast komplett vertreten, blo&szlig; einer fehlt: der verantwortliche Minister. 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