{"id":102333,"date":"2023-08-11T14:11:22","date_gmt":"2023-08-11T12:11:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102333"},"modified":"2023-08-16T10:34:15","modified_gmt":"2023-08-16T08:34:15","slug":"friedensstadt-osnabrueck-eine-stadt-des-westfaelischen-friedens-feiert-das-historische-ereignis-aber-aktuelle-friedensaktivitaeten-ruhen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102333","title":{"rendered":"Friedensstadt Osnabr\u00fcck? Eine Stadt des Westf\u00e4lischen Friedens feiert das historische Ereignis, aber aktuelle Friedensaktivit\u00e4ten ruhen"},"content":{"rendered":"<p>Anlass f&uuml;r diesen Beitrag ist ein <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101681\">Gespr&auml;ch von Roland Kern mit Albrecht M&uuml;ller<\/a>. Ein Schl&uuml;sselsatz in der Einleitung zum Gespr&auml;ch lautet: &bdquo;St&auml;dtepartnerschaften sind wichtig, gerade in schwierigen Zeiten wie heute.&ldquo; In der Friedensstadt Osnabr&uuml;ck wird dar&uuml;ber anders geurteilt: <a href=\"https:\/\/www.osnabrueck.de\/rat\/staedtepartnerschaften\/freunde-und-partner\/twer\">Aufgrund des Angriffskrieges Russlands ruht die St&auml;dtepartnerschaft mit Twer<\/a>. Das ist beunruhigend und angesichts des historischen Anspruchs der Stadt &auml;u&szlig;erst fragw&uuml;rdig. Von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5514\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-102333-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Friedensstadt_Osnabrueck_Eine_Stadt_des_Westfaelischen_Friedens_feiert_das_historische_Ereignis_aber_aktuelle_Friedensaktivitaeten_ruhen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Friedensstadt_Osnabrueck_Eine_Stadt_des_Westfaelischen_Friedens_feiert_das_historische_Ereignis_aber_aktuelle_Friedensaktivitaeten_ruhen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Friedensstadt_Osnabrueck_Eine_Stadt_des_Westfaelischen_Friedens_feiert_das_historische_Ereignis_aber_aktuelle_Friedensaktivitaeten_ruhen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Friedensstadt_Osnabrueck_Eine_Stadt_des_Westfaelischen_Friedens_feiert_das_historische_Ereignis_aber_aktuelle_Friedensaktivitaeten_ruhen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=102333-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230811_Friedensstadt_Osnabrueck_Eine_Stadt_des_Westfaelischen_Friedens_feiert_das_historische_Ereignis_aber_aktuelle_Friedensaktivitaeten_ruhen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230811_Friedensstadt_Osnabrueck_Eine_Stadt_des_Westfaelischen_Friedens_feiert_das_historische_Ereignis_aber_aktuelle_Friedensaktivitaeten_ruhen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Osnabr&uuml;ck, der Westf&auml;lische Frieden und das russische Twer<\/strong><\/p><p>Die Stadt Osnabr&uuml;ck, im s&uuml;dwestlichen Niedersachsen an Nordrhein-Westfalen angrenzend gelegen, war zusammen mit M&uuml;nster Teil des Westf&auml;lischen Friedens von 1648. Das f&uuml;r die Stadt so wichtige Ereignis wird bereits in der Unterstufe vermittelt. Alle st&auml;dtischen Grundsch&uuml;ler erhalten im Herbst der vierten Klasse im Rahmen des traditionellen <a href=\"https:\/\/friedensstadt.osnabrueck.de\/de\/was-wir-machen\/osnabruecker-steckenpferdreiten\/\">Steckenpferdreitens<\/a> vom Oberb&uuml;rgermeister pers&ouml;nlich bzw. in seinem Namen eine Brezel &uuml;berreicht. Selbst Wikipedia berichtet &uuml;ber diesen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steckenpferdreiten\">Brauch<\/a>, der an die Beendigung des Drei&szlig;igj&auml;hrigen Kriegs erinnert.<\/p><p>Die St&auml;dtepartnerschaft mit der russischen Stadt Twer geht auf das Jahr 1973 zur&uuml;ck und begann mit einer Studienfahrt des Osnabr&uuml;cker Stadtjugendrings in die Sowjetunion, welche nach Moskau, Wladimir und Kalinin (das fr&uuml;here und heutige Twer) f&uuml;hrte. Die Stadt Osnabr&uuml;ck weist auf ihrer Homepage auf Probleme zu Beginn der St&auml;dtepartnerschaft hin. So sei ein &bdquo;Vertrag &uuml;ber die Ann&auml;herung beider St&auml;dte&ldquo; zun&auml;chst an den politischen Verh&auml;ltnissen gescheitert. Aber: &bdquo;Mit den neuen Ost-West-Beziehungen der Staaten lockerten sich auch die bis dahin existierenden Einschr&auml;nkungen f&uuml;r die Kontakte zwischen St&auml;dten und ihren Einwohnern. Es folgten mehrere offizielle Besuche, und am 22. August 1986 kam es, erm&ouml;glicht durch Gorbatschows &bdquo;Perestrojka&ldquo;, zu einer Rahmenvereinbarung f&uuml;r die Beziehungen zwischen beiden St&auml;dten.&ldquo; Die Bem&uuml;hungen waren schlie&szlig;lich von <a href=\"https:\/\/www.osnabrueck.de\/rat\/staedtepartnerschaften\/freunde-und-partner\/twer\">Erfolg<\/a> gekr&ouml;nt: &bdquo;Am 11. Mai 1991 wurde daraus ein Partnerschaftsvertrag, am gleichen Tag unterzeichnet wie der Freundschaftsvertrag mit Evansville.&ldquo;<\/p><p>Der gro&szlig;e politische Rahmen hat die Bem&uuml;hungen auf kommunaler Ebene in Osnabr&uuml;ck also nicht angesto&szlig;en, sondern lediglich gef&ouml;rdert. Aktuell gibt es seitens der Stadt Osnabr&uuml;ck offensichtlich kein oder zu wenig Bem&uuml;hen, die deutsch-russische Partnerschaft zu f&ouml;rdern. Das ist zumindest irritierend und h&ouml;chst fragw&uuml;rdig. Sind z.B. die Bedrohungen w&auml;hrend des Kalten Krieges in Vergessenheit geraten? Oder werden sie als harmloser als das Eindringen des russischen Milit&auml;rs in die Ukraine wahrgenommen? Auch als die sowjetische Armee in Afghanistan war, ist das Anliegen der St&auml;dtepartnerschaft niemals ernsthaft in Frage gestellt worden.<\/p><p><strong>Das fragw&uuml;rdige Ruhen der St&auml;dtepartnerschaft<\/strong><\/p><p>Das verh&auml;lt sich heutzutage v&ouml;llig anders. Nicht nur die geopolitische Situation und das deutsch-russische Verh&auml;ltnis haben sich inzwischen gravierend ver&auml;ndert und gleichen einem neuen Kalten Krieg immer mehr. Auch das Bem&uuml;hen auf offizieller kommunaler Ebene ist &ndash; anders als fr&uuml;her &ndash; nicht erkennbar. Die Osnabr&uuml;cker Oberb&uuml;rgermeisterin, Katharina P&ouml;tter von der CDU, hat offenbar im Alleingang entschieden und den Stadtrat dar&uuml;ber informiert, dass die St&auml;dtepartnerschaft zum russischen Twer ruhe. Begr&uuml;ndet worden sein soll das &ndash; so ein Ratsmitglied per E-Mail &ndash; mit dem Nichtreagieren des Oberb&uuml;rgermeisters der Stadt Twer auf ein Schreiben von Frau P&ouml;tter gleich nach dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine. Im Stadtrat soll nach Aussage eines weiteren Ratsmitglieds per E-Mail dem Ruhen der Partnerschaft nicht widersprochen worden sein. Das w&uuml;rde bedeuten, dass auch Mitglieder der fr&uuml;her im Bereich Frieden und V&ouml;lkerverst&auml;ndigung aktiven Gr&uuml;nen, SPD und auch der Linkspartei nicht widersprochen haben. Insbesondere einzelnen Mitgliedern der SPD-Stadtratsfraktion scheint das Prinzip &bdquo;Wandel durch Ann&auml;herung&ldquo; in Vergessenheit geraten zu sein. Das wird deutlich, wenn die per E-Mail gestellte Frage &bdquo;Wer hat das entschieden &ndash; der Stadtrat, ein Ausschuss oder die Oberb&uuml;rgermeisterin?&ldquo; von einem Ratsmitglied mit SPD-Parteibuch ebenfalls per E-Mail so beantwortet wird:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;De facto der OB von Twer, der auf das Schreiben von Frau P&ouml;tter gleich nach Kriegsbeginn nicht reagiert hatte. Daher ruht die Partnerschaft, weil der Kontakt seitens Twer abgebrochen wurde. Das bedeutet aber kein Ende, sondern faktisch eine Unterbrechung.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Offensichtlich soll die St&auml;dtepartnerschaft so lange ruhen, bis der Oberb&uuml;rgermeister der russischen Partnerstadt Twer auf den Brief seiner Osnabr&uuml;cker Amtskollegin reagiert. Eigenes Bem&uuml;hen, Kontakt mit Repr&auml;sentanten in Twer herzustellen, ist nicht zu erkennen &ndash; weder in dieser E-Mail-Antwort noch auf anderen &ouml;ffentlichkeitswirksamen Wegen.<\/p><p>Eine Randnotiz: Wenn der Twerer Oberb&uuml;rgermeister, wie behauptet, wirklich nicht reagiert hat, dann w&uuml;rde Frau P&ouml;tter ja mal am eigenen Leibe erleben, wie es ist, wenn Schreiben ignoriert werden. <a href=\"http:\/\/offenerdialog-os.de\/Brief-OB\/\">So geschehen gegen&uuml;ber dem Offenen Dialog Osnabr&uuml;ck<\/a>.<\/p><p>Kurz nach dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine im Februar 2022 hat die Oberb&uuml;rgermeisterin der Stadt Osnabr&uuml;ck einen Brief geschrieben, den zumindest auch Medien vor Ort erhalten haben. Abgesehen von den &uuml;blichen Floskeln, die der &ouml;ffentlichen Erz&auml;hlung &uuml;ber den Ukrainekrieg folgen (z.B. durch das Weglassen der Vorgeschichte der NATO-Osterweiterung und der Entwicklungen in der Ukraine ab dem Jahr 2014) &ndash; hat sie doch <a href=\"https:\/\/www.hasepost.de\/katharina-poetter-will-deutsch-russische-staedtepartnerschaft-mit-twer-ueber-den-ukraine-krieg-retten-294577\/\">noch recht wohlwollend auch Folgendes formuliert<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Keiner vermag im Moment zu sagen, wann dieser Krieg zu Ende sein wird. Aber irgendwann wird er zu Ende sein. Und dann brauchen wir die deutsch-russischen St&auml;dtepartnerschaften, damit die Menschen unserer L&auml;nder sich wieder treffen und miteinander sprechen k&ouml;nnen. Um der friedlichen Zukunft willen hoffe ich also, dass unsere Partnerschaft Bestand hat und diese Zeit, in der Waffen Fakten schaffen sollen, &uuml;berstehen wird.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es scheint nicht &uuml;berpr&uuml;ft worden zu sein, ob der Brief der Osnabr&uuml;cker Oberb&uuml;rgermeisterin ordnungsgem&auml;&szlig; abgeschickt bzw. gesendet worden und ob er tats&auml;chlich bei dem Amtskollegen in Twer angekommen ist. Anderweitige Bem&uuml;hungen um einen Kontakt seitens der Stadt Osnabr&uuml;ck und\/oder ziviler Pers&ouml;nlichkeiten in dieser Stadt sind &ouml;ffentlichkeitswirksam nicht zu beobachten.<\/p><p>In der breiteren &Ouml;ffentlichkeit ist &uuml;ber das Ruhen der St&auml;dtepartnerschaft jedoch erst &uuml;ber ein Jahr sp&auml;ter berichtet worden. Der Grund hierf&uuml;r ist kurios. So berichtet der <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/Osnabrueck-informiert-ueber-russische-Staedtepartnerschaft,aktuellosnabrueck9532.html\"><em>NDR<\/em> am 21. Juni 2023<\/a> unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Osnabr&uuml;ck informiert &uuml;ber russische St&auml;dtepartnerschaft&ldquo;, dass gefl&uuml;chtete Ukrainerinnen und Ukrainer die St&auml;dtepartnerschaft zwischen Osnabr&uuml;ck und Twer kritisiert h&auml;tten. Um Missverst&auml;ndnisse zu verhindern, h&auml;tte die Stadt danach die Schilder auf dem Platz der St&auml;dtepartnerschaften um den Satz &bdquo;Aufgrund des Angriffskriegs Russlands ruht die St&auml;dtepartnerschaft mit Twer.&ldquo; erg&auml;nzt. Hier stellt sich &ndash; nebenbei bemerkt &ndash; die Frage, wie gut die ukrainischen Fl&uuml;chtlinge sich in Deutschland allgemein und in der Stadt Osnabr&uuml;ck im Besonderen integriert haben. Offensichtlich passen sich zumindest einige Fl&uuml;chtlinge aus der Ukraine nicht den Gegebenheiten hierzulande an, sondern die Stadt Osnabr&uuml;ck geht auf diese von wenigen Fl&uuml;chtlingen aus der Ukraine ge&auml;u&szlig;erten Erwartungen\/W&uuml;nsche ein.<\/p><p>&Auml;hnlich liest sich auch die <a href=\"https:\/\/demokratisch.osnabrueck.de\/de\/aktuelles\/zusatzschild-ergaenzt-twer-wegweiser-auf-dem-platz-der-staedtefreundschaften\/\">Argumentation auf der Homepage der Stadt Osnabr&uuml;ck<\/a> &ndash; ebenfalls vom 21. Juni 2023. Sie enth&auml;lt allerdings auch einen Satz, der den oben erw&auml;hnten Angaben von Ratsmitgliedern widerspricht:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Als am 24. Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, beschloss die Stadt Osnabr&uuml;ck umgehend, die Partnerschaft mit der 400.000-Einwohner-Stadt Twer in Zentralrussland bis auf Weiteres ruhen zu lassen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Demnach ist die Antwort des Oberb&uuml;rgermeisters der Stadt Twer nicht abgewartet worden, um zur Entscheidung zu gelangen, die St&auml;dtepartnerschaft ruhen zu lassen. Es stellt sich jedoch die Frage, wer genau f&uuml;r die Entscheidung verantwortlich ist &ndash; der Stadtrat, ein Ausschuss oder die Oberb&uuml;rgermeisterin. Sollte es eine einsame Entscheidung der Oberb&uuml;rgermeisterin gewesen sein bzw. sollte der Rat dies ohne Widerspruch abgesegnet haben, w&auml;re das ein gro&szlig;er Skandal.<\/p><p>Wirklich bedenklich ist obendrein das, was die Oberb&uuml;rgermeisterin noch betont hat: &bdquo;Wir sind in dieser Frage nicht etwa neutral, sondern stehen ohne Wenn und Aber auf der Seite der von Russland angegriffenen Ukraine.&ldquo; Abgesehen davon, dass unklar ist, wer genau mit &bdquo;wir&ldquo; gemeint sein k&ouml;nnte, folgt sie damit &ndash; mal wieder &ndash; dem Narrativ des medialen und politischen Mainstreams, und das ist insbesondere vor dem geschichtlichen Hintergrund der Stadt Osnabr&uuml;ck nicht nur undiplomatisch, sondern verantwortungslos und deutet auf ein mangelndes Friedens- und Geschichtsbewusstsein hin. Bereits zum j&auml;hrlichen Stadtfest, der Maiwoche 2022, hatte die Oberb&uuml;rgermeisterin <a href=\"https:\/\/www.noz.de\/lokales\/osnabrueck\/artikel\/maiwoche-2022-osnabrueck-empfaengt-partnerstaedte-ausser-twer-41898438\">die Ausladung von Twer zu rechtfertigen versucht<\/a> &ndash; wegen des Ukraine-Kriegs. Von einem Ruhen der St&auml;dtepartnerschaft ist jedoch keine Rede gewesen.<\/p><p><strong>Historischer Anspruch und aktuelle Realit&auml;t<\/strong><\/p><p>Das Vorgehen der Osnabr&uuml;cker Oberb&uuml;rgermeisterin ist bemerkenswert und der Hinterfragung w&uuml;rdig, denn die Stadt Osnabr&uuml;ck feiert in diesem Jahr <a href=\"https:\/\/friedensstadt.osnabrueck.de\/de\/jubilaeum\/\">das Jubil&auml;um des Westf&auml;lischen Friedens<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In Osnabr&uuml;ck ist bereits vor der Verk&uuml;ndigung des Westf&auml;lischen Friedens am 25. Oktober 1648 etwas Gro&szlig;artiges geschehen: Ehemalige Kriegsgegner reichten sich die Hand und vertrauten einander. Am 6. August 1648 best&auml;tigten die Vertragsparteien in Osnabr&uuml;ck mit Handschlag, dass sie an dem ausformulierten Text, der den Drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieg beenden sollte, nichts mehr ver&auml;ndern w&uuml;rden. Als &bdquo;Osnabr&uuml;cker Handschlag&ldquo; ging diese Versicherung zwischen dem Kaiser, den deutschen F&uuml;rsten und Schweden in die Geschichte ein. Anschlie&szlig;end wurde der Vertrag in M&uuml;nster unterschrieben und am 25. Oktober in Osnabr&uuml;ck verk&uuml;ndet.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Auf Plakaten ist im Rahmen dieses Jubil&auml;ums z.B. auch die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, zu sehen. Ihr Foto wird von der Aussage &bdquo;Im Gespr&auml;ch bleiben &ndash; es geht nur zusammen&ldquo; begleitet.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230811-1000000031.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>All diese positiven historischen und aktuellen Aktivit&auml;ten und &Auml;u&szlig;erungen haben die f&uuml;hrenden Entscheidungstr&auml;ger und Repr&auml;sentanten der Stadt Osnabr&uuml;ck offensichtlich nicht wirklich gelernt und verinnerlicht oder bereits vergessen.<\/p><p>Wie sonst ist es zu erkl&auml;ren, dass an das Handreichen der ehemaligen Kriegsgegner und deren Vertrauen ineinander vor 375 Jahren erinnert wird, aber diese so wertvollen Eigenschaften in der gegenw&auml;rtigen gef&auml;hrlichen Situation vollkommen ignoriert werden?<\/p><p>Die Stadt Osnabr&uuml;ck ist somit lediglich auf dem Papier und durch Ereignisse in der Vergangenheit eine Friedensstadt. Aber in der aktuellen Situation f&uuml;gt sie sich in die politischen Rahmenbedingungen ein und verh&auml;lt sich einer Friedensstadt unw&uuml;rdig. &bdquo;Von wegen Friedensstadt&ldquo;, k&ouml;nnte Oberb&uuml;rgermeisterin P&ouml;tter und den anderen Mitgliedern des Stadtrates der Stadt Osnabr&uuml;ck zugerufen werden.<\/p><p>F&uuml;r Frieden muss &bdquo;gerade in schwierigen Zeiten wie heute&ldquo; aktiv geworben werden. Das bedeutet nicht abwarten, bis die Repr&auml;sentanten der russischen Partnerstadt die Initiative ergreifen und sich die politischen Rahmenbedingungen positiv ver&auml;ndern. Gerade die Vertreter einer Stadt, die f&uuml;r sich immer noch in Anspruch nimmt, Friedensstadt sein zu wollen, sollten vorbildlich agieren und permanent Schritte zur Verst&auml;ndigung und Vertrauensbildung unternehmen.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102503\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: &copy;Stadt Osnabr&uuml;ck, Arne K&ouml;hler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anlass f&uuml;r diesen Beitrag ist ein <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101681\">Gespr&auml;ch von Roland Kern mit Albrecht M&uuml;ller<\/a>. Ein Schl&uuml;sselsatz in der Einleitung zum Gespr&auml;ch lautet: &bdquo;St&auml;dtepartnerschaften sind wichtig, gerade in schwierigen Zeiten wie heute.&ldquo; In der Friedensstadt Osnabr&uuml;ck wird dar&uuml;ber anders geurteilt: <a href=\"https:\/\/www.osnabrueck.de\/rat\/staedtepartnerschaften\/freunde-und-partner\/twer\">Aufgrund des Angriffskrieges Russlands ruht die St&auml;dtepartnerschaft mit Twer<\/a>. 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