{"id":102468,"date":"2023-08-15T11:02:26","date_gmt":"2023-08-15T09:02:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102468"},"modified":"2023-08-16T08:02:54","modified_gmt":"2023-08-16T06:02:54","slug":"vermessen-verdraengt-vergessen-afghanistan-zwei-jahre-nach-der-rueckkehr-der-taliban","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102468","title":{"rendered":"Vermessen, verdr\u00e4ngt, vergessen \u2013 Afghanistan zwei Jahre nach der R\u00fcckkehr der Taliban"},"content":{"rendered":"<p>Vor genau zwei Jahren, am 15. August 2021, &uuml;bernahmen die Taliban erneut die Macht in Afghanistan und riefen, wie bereits zwischen 1997 und 2001, ein Islamisches Emirat aus. Damit endete ein 20-j&auml;hriger &bdquo;Krieg gegen den Terror(ismus)&ldquo;, den der damalige US-Pr&auml;sident George W. Bush nach &bdquo;9\/11&ldquo; gegen das Land am Hindukusch entfesselt hatte. Die &bdquo;westliche Wertegemeinschaft&ldquo; stand vor einem Scherbenhaufen. &bdquo;Schadensbegrenzung&ldquo; war angesagt, &bdquo;Aufkl&auml;rung&ldquo; das Gebot der Stunde. So jedenfalls wurde es allerorten verk&uuml;ndet. Wenn das mal nicht zu voreilig war. Ein Zwischenruf von <strong>Rainer Werning<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1378\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-102468-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230815_Vermessen_verdraengt_vergessen_Afghanistan_zwei_Jahre_nach_der_Rueckkehr_der_Taliban_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230815_Vermessen_verdraengt_vergessen_Afghanistan_zwei_Jahre_nach_der_Rueckkehr_der_Taliban_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230815_Vermessen_verdraengt_vergessen_Afghanistan_zwei_Jahre_nach_der_Rueckkehr_der_Taliban_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230815_Vermessen_verdraengt_vergessen_Afghanistan_zwei_Jahre_nach_der_Rueckkehr_der_Taliban_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=102468-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230815_Vermessen_verdraengt_vergessen_Afghanistan_zwei_Jahre_nach_der_Rueckkehr_der_Taliban_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230815_Vermessen_verdraengt_vergessen_Afghanistan_zwei_Jahre_nach_der_Rueckkehr_der_Taliban_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>&bdquo;Debakel&ldquo;, &bdquo;Fiasko&ldquo;, &bdquo;Schmach&ldquo;, &bdquo;Schande&ldquo; etc. pp.<\/strong><\/p><p>Dramatische Szenen spielten sich vor allem auf dem Kabuler Flughafen ab, wo Tausende verzweifelter Menschen &ndash; meist vergeblich &ndash; einer buchst&auml;blichen <em>Last-minute<\/em>-Evakuierung harrten. Der Chor internationaler Medien, der nahezu durchg&auml;ngig vollkehlig in das Hohelied des <em>&bdquo;war on terror&ldquo; <\/em>eingefallen war, sprach aufgrund des &uuml;berst&uuml;rzten Abzugs US-amerikanischer, deutscher und anderer NATO-Truppen nunmehr ebenso pl&ouml;tzlich vom &bdquo;Debakel&ldquo;, &bdquo;Fiasko&ldquo;, von &bdquo;Schande&ldquo; und\/oder &bdquo;Schmach&ldquo; am Hindukusch. Nach deren Bekunden und den Vorgaben politischer F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten &ndash; einschlie&szlig;lich bundesdeutscher Verteidigungsminister &ndash; sollten dort schlie&szlig;lich auch und gerade &bdquo;unsere Freiheit&ldquo;, &bdquo;unsere Ordnung&ldquo;, &bdquo;unsere Demokratie&ldquo; verteidigt werden &ndash; durch den &bdquo;Einsatz&ldquo; der Bundeswehr. Von &bdquo;Krieg&ldquo; mochte jahrelang niemand reden, wenngleich es von Anfang an ein ebensolcher war.<\/p><p>Bereits im April 2014 hatte der Publizist und Buchautor Peter Scholl-Latour im Ausw&auml;rtigen Ausschuss des Bundestages ohne Umschweife erkl&auml;rt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Der Krieg in Afghanistan ist verloren &ndash; das sollten wir uns eingestehen und wir sollten uns &uuml;berlegen, wie wir da rauskommen. Die Vorstellung, man k&ouml;nne nach einem Abzug der Schutztruppe mit einem kleinen Restkontingent die afghanische Armee ausbilden, ist v&ouml;llig illusorisch. Zumal Letztere aus gesinnungslosen Tagel&ouml;hnern besteht.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Ja, dann ging es erkl&auml;rterma&szlig;en auch um <em>&bdquo;nation building&ldquo;<\/em>, den &bdquo;Schutz von M&auml;dchen und Frauen&ldquo; sowie den &bdquo;Aufbau und die St&auml;rkung afghanischer Sicherheitskr&auml;fte&ldquo;. Beschworen, gefordert und versprochen wurde eine umgehende und schonungslose Aufkl&auml;rung. Die allerdings erfolgt &ndash; sofern &uuml;berhaupt &ndash; nur scheibchenweise. Derweil w&auml;hnt sich der NATO-Kriegstross im &bdquo;guten&ldquo; Konflikt an der Seite der Ukraine gegen die russische Aggression, um sich gleichzeitig f&uuml;r den n&auml;chsten &bdquo;gro&szlig;en Showdown&ldquo; im S&uuml;dchinesischen Meer zu wappnen. Extrem schlechte Karten f&uuml;r Afghanistan und dessen Zivilbev&ouml;lkerung, &uuml;ber deren Leiden, bittere Armut und Hunger, Verzweiflung und Traumata sich mittlerweile ein bleierner Schatten gesenkt hat.<\/p><p><strong>Krieg mit vagen Zielen und ohne klare Exitstrategie<\/strong><\/p><p>In seinem bekanntesten Werk <em>Die Kunst des Krieges<\/em> schrieb der General, Milit&auml;rstratege und Philosoph <em>Sunzi<\/em> (auch <em>Sun Tzu<\/em>) bereits vor 2.500 Jahren diese denkw&uuml;rdigen S&auml;tze:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu f&uuml;rchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du f&uuml;r jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>H&auml;tte der gute Mann das Geschehen am Hindukusch heute deuten m&uuml;ssen, w&auml;re ihm die erste Option nie und nimmer in den Sinn gekommen. Bereits am 18. September 2001 votierte das US-Repr&auml;sentantenhaus mit 420:1 Stimmen und der Senat mit 98:0 Stimmen f&uuml;r die sogenannte <em>Authorization for Use of Military Force (AUMF)<\/em>, welche die Vereinigten Staaten zum Krieg nicht nur in Afghanistan, sondern in unbefristetem Engagement gegen &bdquo;diejenigen, die f&uuml;r die j&uuml;ngsten Angriffe gegen die Vereinigten Staaten verantwortlich sind&ldquo;, erm&auml;chtigten. Einzig die Abgeordnete Barbara Lee aus Kalifornien hatte gegen dieses Vorhaben gestimmt, das mit der Unterschrift von Pr&auml;sident George W. Bush bereits sieben Tage nach den Anschl&auml;gen vom 11. September 2001 Gesetzeskraft erlangte. Bush erkl&auml;rte den Mitgliedern des Kongresses in einer gemeinsamen Sitzung am 20. September 2001, dass der Krieg global, offen und verdeckt gef&uuml;hrt werde und sehr lange dauern k&ouml;nne:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Unser Krieg gegen den Terror beginnt mit al-Qaida, aber er endet nicht dort. Er wird nicht enden, bis jede Terrorgruppe von globaler Reichweite gefunden, gestoppt und besiegt ist. (&hellip;) Die Amerikaner sollten nicht nur eine Schlacht erwarten, sondern eine langwierige Kampagne, wie wir sie noch nie erlebt haben.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Was dann mit Blick auf Afghanistan folgte, wurde in den Medien h&auml;ufig als &bdquo;der l&auml;ngste Krieg der Vereinigten Staaten&ldquo; beschrieben. Das aber ist er nicht, wie Neta C. Crawford einwendet: Die USA haben den Koreakrieg seit Ende Juli 1953 nicht offiziell beendet. Und auch die US-Operationen in Vietnam, die Mitte der 1950er-Jahre nach der Niederlage der Kolonialmacht Frankreich begannen und den erkl&auml;rten Krieg von 1965 bis 1975 einschlossen, stehen Afghanistan in Sachen Langlebigkeit in nichts nach.<\/p><p>In Washington und anderen westlichen Hauptst&auml;dten k&uuml;mmerte man sich im Eifer des <em>&bdquo;war on terror&ldquo;<\/em> nicht um die Auswertung jener (schmerzlichen) Erfahrungen, die das britische Empire sowie die sowjetischen Invasionstruppen in der Dekade von 1979 bis 1989 am Hindukusch machen mussten. Die wesentliche Grundannahme, Afghanistan sei ein einheitliches, gar zentralistisch gelenktes Staatswesen, erwies sich als Chim&auml;re. Lokale und regionale Besonderheiten im Kontext von Clan- und Stammesstrukturen sowie die gem&auml;&szlig; Opportunit&auml;tserw&auml;gungen entfalteten Dynamiken, stets aufs Neue klientelistische Netzwerke zu kn&uuml;pfen und notfalls Loyalit&auml;ten zu wechseln, stellten Herausforderungen dar, die im Kalk&uuml;l ausl&auml;ndischer Sendboten einer <em>&bdquo;mission civilisatrice&ldquo; <\/em>str&auml;flich unber&uuml;cksichtigt blieben. Stattdessen waren und blieben die US-Truppen, ausgestattet mit sogenannten<em> &bdquo;field manuals&ldquo; (Feldhandb&uuml;chern) <\/em>der eigenen Armee &uuml;ber<em> &bdquo;counterinsurgency&ldquo; (Aufstandsbek&auml;mpfung), <\/em>tonangebend. Ein Schicksal, in das sich alle anderen milit&auml;rischen Kontingente der verb&uuml;ndeten oder willigen L&auml;nder &ndash; der Publizist Ignacio Ramonet, langj&auml;hriger Direktor der <em>Le Monde diplomatique,<\/em> sprach in diesem Kontext unverbl&uuml;mt von &bdquo;Vasallen&ldquo; &ndash; einzuf&uuml;gen hatten. Das betraf selbstredend und bis zum bitteren Ende eben auch die Bundeswehr.<\/p><p>Nicht nur erwies sich das Ansinnen, &bdquo;dauerhafte demokratische Strukturen&ldquo; zu schaffen und einen schlagkr&auml;ftigen Sicherheitsapparat (Polizei und Armee) mit nationaler Orientierung auf die Beine zu stellen, als zu ehrgeizig. Man musste zunehmend in einem immer prek&auml;rer und gef&auml;hrlicher werdenden Umfeld agieren, was zum gro&szlig;en Teil aus dem w&auml;hrend der Pr&auml;sidentschaft von Barack Obama intensivierten Drohnenkrieg resultierte. Zig Hochzeitsfeiern oder &auml;hnliche festliche Anl&auml;sse, die auf diese Weise zu Horrorszenen f&uuml;hrten und Leichenfelder hinterlie&szlig;en, halfen tatkr&auml;ftig mit, just erst jene &bdquo;Terroristen&ldquo; zu kreieren, zu deren Bek&auml;mpfung man ja eigentlich ins Land einmarschiert war. Solche Akte blieben in der Regel zudem unges&uuml;hnt und galten als &bdquo;beklagenswerte Kollateralsch&auml;den&ldquo;. Die T&auml;ter unterlagen dabei keiner afghanischen Zivilgerichtsbarkeit. Sie wurden &ndash; sofern &uuml;berhaupt &ndash; in den jeweiligen L&auml;ndern der &bdquo;Schutztruppen&ldquo; belangt &ndash; oder auch sogar bef&ouml;rdert wie im Falle von Bundeswehr-Oberst Georg Klein, der am 4. September 2009 zwei US-amerikanische Kampfflugzeuge angefordert hatte, um in <em>Kunduz<\/em> eine Menschenmenge sowie zwei Tanklastz&uuml;ge zu bombardieren! Herr Klein ist heute ein Generalmajor (Zwei-Sterne-General) des Heeres der Bundeswehr und seit September 2022 stellvertretender Kommandeur des <em>Rapid Reaction Corps France<\/em>.<\/p><p>Last, but not least trugen anhaltende politische Rivalit&auml;ten in den Kabuler Zitadellen der Macht, in die vorrangig zwei Pr&auml;sidenten, Hamid Karzai und Aschraf Ghani sowie der fr&uuml;here Au&szlig;enminister Abdullah Abdullah verstrickt waren, dazu bei, die Legitimit&auml;t der staatlichen F&uuml;hrung zu unterminieren. Ganz zu schweigen von &uuml;berbordender Korruption und anhaltend lukrativem Drogenschmuggel, der sogar ma&szlig;geblich von Karzais Bruder, Ahmad Wali Karzai, bis zu dessen Ermordung durch die Taliban am 12. Juli 2011 dominiert war. Diese vom &bdquo;Westen&ldquo; hofierten F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten repr&auml;sentierten letztlich einen Rentierstaat, der von externer Finanzierung lebte. &Uuml;ber ein solches Gebilde schrieb der Ethnologe Bernt Glatzer (1942-2009), der zu Beginn der 1970er-Jahre umfangreiche Feldforschungen in Afghanistan durchf&uuml;hrte und Mitgr&uuml;nder des<em> Afghanistan Analysts Network (AAN) <\/em>war, bereits eineinhalb Jahrzehnte vor der R&uuml;ckkehr der Taliban:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Er (der Rentierstaat &ndash; RW) braucht zur Erwirtschaftung der von ihm ben&ouml;tigten Ressourcen seine eigene Bev&ouml;lkerung nicht. Die Erfahrung zeigt, dass Rentierstaaten nur selten das Potenzial besitzen, auf eigene F&uuml;&szlig;e zu kommen. Diese Entwicklung ist umso gef&auml;hrlicher, da davon auszugehen ist, dass sich die internationale Gemeinschaft fr&uuml;her oder sp&auml;ter aus Afghanistan zur&uuml;ckziehen wird. Was geschieht dann? In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Kontrolle. Gem&auml;&szlig; dem allgemeinen Grundsatz &sbquo;wer zahlt, kontrolliert&lsquo; wird das Parlament zu h&uuml;bschem Dekor. Die Kontrolle obliegt jedoch den Gebern. Dies hat wiederum negative Auswirkungen auf den Demokratisierungsprozess.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Etwa ein Viertel des afghanischen Staatshaushaltes floss in den &bdquo;Sicherheitssektor&ldquo;, w&auml;hrend mindestens 30 Prozent der internationalen Finanzhilfen durch Korruption verloren gingen. Das <em>Costs-of-War<\/em>-Projekt der Brown University errechnete, dass sich der Wert der Aktien der f&uuml;nf gr&ouml;&szlig;ten US-R&uuml;stungsfirmen seit Beginn der &bdquo;Kriege gegen den Terror&ldquo; verzehnfachte. Seit 2001 erhielten sie Pentagon-Auftr&auml;ge im Wert von 2,2 Billionen US-Dollar. Ein neuer Bericht des Projekts legt offen, dass Sicherheitsdienstleister vom US-Verteidigungsministerium seit 2001 insgesamt 108 Mrd. US-Dollar f&uuml;r Auftr&auml;ge in Afghanistan kassierten. Davon gingen &uuml;ber ein Drittel dieser Summe &ndash; gem&auml;&szlig; der Devise: &bdquo;Die Kuh s&auml;uft ihre eigene Milch&ldquo; &ndash; an solche Firmen, deren Identit&auml;t geheim gehalten wird. Kein Wunder, dass unter all solchen Vorzeichen die vom &bdquo;Westen&ldquo; trainierten Polizisten und Milit&auml;rs f&uuml;r ihre Patrone keine Kastanien aus dem Feuer holen wollten und einen gro&szlig;en Showdown mit Taliban-Milizen tunlichst mieden.<\/p><p>Es war der einstige &bdquo;Superfalke&ldquo; und US-Verteidigungsminister w&auml;hrend des Vietnamkrieges, Robert S. McNamara, der in hohem Alter mit Blick auf ebendiesen Krieg zu dem bitteren Fazit gelangt war:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wir haben uns geirrt, schrecklich geirrt!&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Einer dieser Irrt&uuml;mer sei darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren gewesen, so McNamara, dass man bei wichtigen Fragen und Entscheidungen nicht die Kompetenz und Expertise veritabler Landeskenner und Experten eingeholt und ber&uuml;cksichtigt habe.<\/p><p><strong>Aufarbeitung im Schneckentempo&hellip;<\/strong><\/p><p>Zumindest dieser Kritikpunkt taucht in allen bisherigen US-amerikanischen und bundesdeutschen Papieren auf, die sich erkl&auml;rterma&szlig;en mit der &bdquo;Aufarbeitung&ldquo; des Krieges in Afghanistan befassen. Die vom State Department nach mehrmaliger Verz&ouml;gerung publizierte <em>After Action Review <\/em>zu Afghanistan enth&auml;lt u.a. die Empfehlung, k&uuml;nftig &bdquo;besser auf Situationen vorbereitet zu sein, die komplexe Krisen in instabilen Einsatzgebieten mit der M&ouml;glichkeit einer gro&szlig; angelegten Invasion beinhalten&ldquo;. Es bestehe &hellip;<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>&hellip; die Notwendigkeit, besser f&uuml;r Worst-Case-Szenarien zu planen, die Kernf&auml;higkeiten des Ministeriums im Bereich des Krisenmanagements wieder aufzubauen und zu st&auml;rken und sicherzustellen, dass hochrangige Beamte ein m&ouml;glichst breites Spektrum an Meinungen anh&ouml;ren, einschlie&szlig;lich solcher, die operative Annahmen oder die Weisheit wichtiger politischer Entscheidungen in Frage stellen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Zu den Fehlern habe geh&ouml;rt, nicht fr&uuml;hzeitig mit gespr&auml;chsbereiten Taliban verhandelt, afghanische F&uuml;hrungskr&auml;fte ungen&uuml;gend einbezogen und das Nachbarland Pakistan nicht dazu gebracht zu haben, sich den Taliban als R&uuml;ckzugsort zu verweigern. &Uuml;berhaupt: Was die Rolle des 1948 gegr&uuml;ndeten zentralen Geheimdienstes der Islamischen Republik Pakistan, der <em>Inter-Services Intelligence (ISI),<\/em> betrifft, der als allseits gef&uuml;rchteter <em>&bdquo;deep state&ldquo;<\/em> oder <em>&bdquo;Staat im Staate<\/em>&ldquo; operiert, so bildet dieses Thema noch eine Herausforderung in Recherche und Forschung.<\/p><p>John F. Sopko, <em>Sonder-Generalinspekteur f&uuml;r den Wiederaufbau Afghanistans (kurz SIGAR),<\/em> war da bereits vor Jahren viel weitergegangen, als er und sein Team nach Auswertung von Interviews mit &uuml;ber 400 Insidern zu dem Fazit gelangten, dass der Krieg am Hindukusch <em>eine<\/em> Katastrophe gewesen sei.<\/p><p>Der Bundestag hat im Sommer 2022 eine Enquete-Kommission eingesetzt, die Lehren aus dem deutschen Engagement in Afghanistan f&uuml;r die k&uuml;nftige Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik ziehen soll. Das Gremium aus zw&ouml;lf Abgeordneten und zw&ouml;lf Sachverst&auml;ndigen wird den gesamten Zeitraum des deutschen Engagements in Afghanistan von 2001 bis 2021 untersuchen und bis sp&auml;testens Ende 2024 Ergebnisse pr&auml;sentieren. In ihrer Selbstdarstellung hei&szlig;t es dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Auf dieser Basis sollen Ans&auml;tze zur Optimierung des vernetzten Ansatzes als Grundprinzip deutscher Au&szlig;enpolitik entwickelt werden. Der vernetzte Ansatz in der Sicherheitspolitik beschreibt die Verzahnung milit&auml;rischer, polizeilicher, diplomatischer, entwicklungspolitischer und humanit&auml;rer Instrumente bei Eins&auml;tzen im Rahmen internationaler Friedensmissionen. Ob dieser Ansatz der richtige war und wie das Zusammenspiel von milit&auml;rischen und zivilen Ma&szlig;nahmen im internationalen Krisenmanagement aussehen m&uuml;sste, um erfolgreich zu sein &ndash; dazu soll die Enquete-Kommission dem Bundestag Vorschl&auml;ge f&uuml;r die Zukunft machen. Sp&auml;testens bis zum Ende dieser Wahlperiode wird sie dem Parlament ihre Handlungsempfehlungen f&uuml;r das k&uuml;nftige Engagement Deutschlands in internationalen Krisenregionen vorlegen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>&hellip;<strong>und mit eingerollter Zunge<\/strong><\/p><p>Bis dato fanden mehrere Sitzungen dieser Enquete-Kommission statt. Thomas Ruttig, einer der intimsten Kenner Afghanistans und nebst Bernt Glatzer Mitgr&uuml;nder des <em>Afghanistan Analysts Network (AAN), <\/em>formulierte eine geharnischte Kritik an der letztmonatigen Sitzung der Kommission, auf der gleich mehrere Ex-Minister auftraten und befragt wurden. Ruttigs Einw&auml;nde verdienen es, hier in l&auml;ngeren Passagen zitiert zu werden:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Die konzeptionellen Fehlleistungen, Verdrehungen und Besch&ouml;nigungen, die dabei zu Tage traten, lassen einen allerdings den Kopf sch&uuml;tteln.<\/em><\/p>\n<p><em>Ja, die F&uuml;hrungsmacht USA tr&auml;gt die Hauptverantwortung f&uuml;r das Scheitern in Afghanistan. Die fast unendliche Kette von Fehlern reicht vom B&uuml;ndnis mit antidemokratischen Warlord-Drogenh&auml;ndlern bis zu reihenweise gezielten Morden an tats&auml;chlichen und vermeintlichen Gegnern &ndash; oft au&szlig;erhalb von Kampfhandlungen, was Kriegsverbrechen darstellt. Aber Deutschland marschierte &sbquo;aus &uuml;bergeordnetem B&uuml;ndnisinteresse&lsquo; (Fischer) eben kritiklos und ohne Eigenkonzept mit.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn auf die Frage nach den Gr&uuml;nden f&uuml;r das Scheitern die Antwort kommt, die Entscheidung der USA, 2003 den Irak anzugreifen und daf&uuml;r ihre kampfst&auml;rksten Truppen aus Afghanistan abgezogen zu haben, zeigt dies, dass Fischer &amp; Co. immer noch der Illusion anh&auml;ngen, die Taleban h&auml;tten milit&auml;risch geschlagen werden k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ex-Verteidigungs-, Innen- und Abschiebeminister de Maizi&egrave;re erkl&auml;rte, die Bundeswehr sei &uuml;berfordert gewesen, denn &sbquo;Streitkr&auml;fte k&ouml;nnen den Aufbau eines Staates nicht selbst durchf&uuml;hren&lsquo;. Er hat bis heute nicht verstanden, dass das gar nicht ihre Aufgabe war. De Maizi&egrave;re setzte auch den i-Punkt, indem er kurzerhand der &sbquo;deutschen Gesellschaft&lsquo; die Schuld f&uuml;r das Scheitern zuschob, weil sie die &sbquo;harte Realit&auml;t in Afghanistan nicht zur Kenntnis nehmen&lsquo; wollte. Lachhaft: Es waren er und seine Kabinettskolleg*innen, die systematisch die Lage sch&ouml;nten.<\/em><\/p>\n<p><em>Ex-Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul schloss sich der Vorgabe der aktuellen Bundesregierung an, bei der Kommission (und beim parallel arbeitenden Bundestags-Untersuchungsausschuss Afghanistan) solle herauskommen, dass nicht alles in Afghanistan schlecht oder vergebens gewesen sei. (Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock hatte am 28. Juni bei einer Konferenz der afghanischen Diaspora in Berlin gesagt, die Untersuchung der deutschen Beteiligung am Afghanistan-Einsatz im Untersuchungsausschuss und in der Enquete-Kommission k&ouml;nne &sbquo;das gemeinsame Credo&lsquo; bekr&auml;ftigen, dass &sbquo;dieser Einsatz nicht vergebens&lsquo; gewesen sei.)<\/em><\/p>\n<p><em>Wieczorek-Zeul behauptete allen Ernstes, der Einsatz habe &uuml;ber 20 Jahre &sbquo;freiere Lebenschancen f&uuml;r junge Menschen und f&uuml;r Frauen&lsquo; und damit &sbquo;Keimzellen der Hoffnung&lsquo; geschaffen. Leider ist das Gegenteil der Fall: Menschen, die tagt&auml;glich mit Afghan*innen zu tun haben, h&ouml;ren nur von Hoffnungslosigkeit. Von einem &sbquo;Massengrab f&uuml;r Tr&auml;ume&lsquo; sprach j&uuml;ngst eine f&uuml;hrende afghanische Menschenrechtlerin bei der UNO. Dass keine Alternative zu den Taleban in Sicht ist, liegt auch an deutschem Versagen. Berlin h&auml;tte sich ernsthafter bei der Demokratisierung engagieren sollen, anstatt beim &sbquo;Krieg gegen den Terror&lsquo; mitzuspielen. Aber deutsche Politiker*innen wissen es wieder einmal besser als die Betroffenen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Nicht minder harsch f&auml;llt Ruttigs Beurteilung des sogenannten <em>Bundesaufnahmeprogramms Afghanistan (BAP) f&uuml;r gef&auml;hrdete Afghan*innen<\/em> aus, das von der Ampelkoalition beschlossen wurde. Dabei geht es eigentlich um die l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige und dringende Nothilfe f&uuml;r ehemalige afghanische Ortskr&auml;fte, die bis vor zwei Jahren als Dolmetscher, &Uuml;bersetzer u.&auml;. t&auml;tig waren. Ruttig spricht in diesem Zusammenhang unumwunden von einer &bdquo;Mogelpackung&ldquo;, weil nach Informationen der <em>ARD-Tagesschau<\/em> noch immer 12.600 dieser einstigen Ortskr&auml;fte in Afghanistan ausharrten, obgleich sie &uuml;ber eine deutsche Aufnahmezusage verf&uuml;gen. Weitere 1.480 Personen bef&auml;nden sich bereits im Iran und in Pakistan, wohin sie vom Ausw&auml;rtigen Amt zwecks Visaerteilung bestellt worden waren, dann aber vom &bdquo;vor&uuml;bergehenden&ldquo; Stopp des BAP im M&auml;rz &uuml;berrascht wurden.<\/p><p><strong>Querelen um Geldpoker oder humanit&auml;re Soforthilfen<\/strong><\/p><p>Derweil warnt das in New York ans&auml;ssige <em>International Rescue Committee (IRC) <\/em>in seiner j&uuml;ngsten Erkl&auml;rung, dass die K&uuml;rzungen der humanit&auml;ren Hilfe f&uuml;r Afghanistan dazu beigetragen haben, dass die Zahl der Bed&uuml;rftigen neben dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, dem Klimawandel und dem eingeschr&auml;nkten Zugang zur Grundversorgung um 60 Prozent gestiegen ist.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Seit dem 15. August 2021 leidet Afghanistan weiterhin unter einem rapiden wirtschaftlichen Zusammenbruch. Die Menschen, die fr&uuml;her Arbeit hatten und sich selbst versorgen konnten, sind jetzt auf humanit&auml;re Hilfe angewiesen, und viele Familien k&ouml;nnen sich nicht mehr selbst ern&auml;hren&rdquo;, <\/em>wird Salma Ben Aissa, Direktorin des <em>IRC Afghanistan<\/em>, in dieser Erkl&auml;rung zitiert:<\/p>\n<p>&bdquo;<em>Zwei Jahre sp&auml;ter ist die Wirtschaft immer noch von den internationalen Systemen abgeschnitten, und 28,8 Millionen Menschen ben&ouml;tigen humanit&auml;re Hilfe, w&auml;hrend fast die gesamte Bev&ouml;lkerung in Armut lebt. Fast 80 Prozent der Bed&uuml;rftigen sind Frauen und M&auml;dchen.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Das IRC<em>,<\/em> bis 1942 als <em>International Rescue and Relief Committee (IRRC)<\/em> firmierend, ward 1933 auf Vorschlag von Albert Einstein gegr&uuml;ndet, um Fl&uuml;chtlingen vor dem Naziregime zu helfen. Heute ist das IRC in Krisengebieten weltweit aktiv und arbeitet in &uuml;ber 40 Staaten.<\/p><p>Die USA haben nach der R&uuml;ckkehr der Taliban vor zwei Jahren insgesamt 7,1 Milliarden US-Dollar der afghanischen Zentralbank, der <em>Da Afghanistan Bank (DAB)<\/em>, einbehalten, von denen der <em>US Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR)<\/em> nur 2,35 Milliarden Dollar f&uuml;r die afghanische Bev&ouml;lkerung zur Verf&uuml;gung gestellt sehen m&ouml;chte. Laut SIGAR ist eine komplette Auszahlung dieser Summe nur denkbar, wenn &bdquo;keinerlei Einmischung der Taliban in die humanit&auml;re Hilfe erfolgt&ldquo;. Laut SIGAR habe eine Bewertung der DAB durch Dritte ergeben, dass es ihr an Unabh&auml;ngigkeit vom Taliban-Regime mangele und sie m&ouml;glicherweise in Geldw&auml;sche und Terrorismusfinanzierung verstrickt sei.<\/p><p>Was ist, was bleibt? Einstweilen das Diktum der Schriftstellerin Ana&iuml;s Nin:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie so, wie wir sind.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Eben. Und Ansporn zugleich, sich da zu &auml;ndern und im Sinne <em>ungeteilter <\/em>Humanit&auml;t zu agieren.<\/p><p><em><strong>Die Anmerkungen, Quellen &amp; weiterf&uuml;hrende Literatur zum vorliegenden Beitrag finden Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/20230815-RainerWerning_15August2023_Afghanistan.pdf\">hier als PDF<\/a>.<\/strong><\/em><\/p><p>Titelbild: Trent Inness \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor genau zwei Jahren, am 15. August 2021, &uuml;bernahmen die Taliban erneut die Macht in Afghanistan und riefen, wie bereits zwischen 1997 und 2001, ein Islamisches Emirat aus. Damit endete ein 20-j&auml;hriger &bdquo;Krieg gegen den Terror(ismus)&ldquo;, den der damalige US-Pr&auml;sident George W. Bush nach &bdquo;9\/11&ldquo; gegen das Land am Hindukusch entfesselt hatte. Die &bdquo;westliche Wertegemeinschaft&ldquo;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102468\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":102469,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,212,20,171],"tags":[351,881,358,368,3089,1564,304,466,3109,2664],"class_list":["post-102468","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gedenktagejahrestage","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-afghanistan","tag-armut","tag-bundeswehr","tag-bush-george-w","tag-frauenrechte","tag-krieg-gegen-den-terror","tag-kriegsverbrechen","tag-nato","tag-taliban","tag-truppenabzug"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/shutterstock_2025653837.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102468","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=102468"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102494,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102468\/revisions\/102494"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/102469"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=102468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=102468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=102468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}