{"id":102518,"date":"2023-08-16T12:43:15","date_gmt":"2023-08-16T10:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102518"},"modified":"2023-08-16T15:08:33","modified_gmt":"2023-08-16T13:08:33","slug":"taiwans-vizepraesident-in-den-usa-die-kriegsgefahr-waechst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102518","title":{"rendered":"Taiwans Vizepr\u00e4sident in den USA &#8211; Die Kriegsgefahr w\u00e4chst"},"content":{"rendered":"<p>In der aktuellen Zeitenwende wird deutlich, dass der Wertewesten milit&auml;rische Auseinandersetzungen den diplomatischen vorzieht. Auch wenn das Hunderttausende von Menschenleben kostet. Am 10. August besuchte Taiwans Vizepr&auml;sident William Lai die USA. Die Volksrepublik China reagiert mit Milit&auml;r&uuml;bungen und scharfer Kritik. In den chinesischen Medien ist es eines der Hauptthemen. Doch wie brandgef&auml;hrlich die Lage wirklich ist, wird in den westlichen Medien verschwiegen. Von <strong>Christian Wagner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8271\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-102518-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230816_Taiwans_Vizepraesident_in_den_USA_Die_Kriegsgefahr_waechst_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230816_Taiwans_Vizepraesident_in_den_USA_Die_Kriegsgefahr_waechst_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230816_Taiwans_Vizepraesident_in_den_USA_Die_Kriegsgefahr_waechst_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230816_Taiwans_Vizepraesident_in_den_USA_Die_Kriegsgefahr_waechst_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=102518-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230816_Taiwans_Vizepraesident_in_den_USA_Die_Kriegsgefahr_waechst_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230816_Taiwans_Vizepraesident_in_den_USA_Die_Kriegsgefahr_waechst_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>William Lai ist Spitzenkandidat der Demokratischen Fortschrittspartei f&uuml;r die Wahlen 2024 in der &bdquo;Republik China&ldquo;. Er geh&ouml;rt zu den aggressivsten Verfechtern der Unabh&auml;ngigkeit. Der Wahlkampf dreht sich grunds&auml;tzlich um die Debatte Krieg versus Frieden. Lai steht f&uuml;r milit&auml;rische Konfrontation und Provokation. Auf seinem Weg nach Paraguay besuchte er in New York Ingrid Larson vom American Institute in Taiwan und Hsiao Bi-Khim, Repr&auml;sentant des Taipei Economic and Cultural Office. <\/p><p>Zhu Genlian, Sprecherin des B&uuml;ros f&uuml;r Taiwan-Angelegenheiten des Staatsrates der Volksrepublik China, sagte: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Unter dem Vorwand des so genannten Transits betreibt er Aktivit&auml;ten zur pers&ouml;nlichen Bereicherung, verkauft die Insel an die USA. Damit handelt er nicht nur gegen die Interessen der Menschen auf der Insel, sondern schadet auch dem Frieden und der Stabilit&auml;t in der Taiwanstra&szlig;e&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Am 11. August versammelten sich zudem rund 600 Einwohner vor dem B&uuml;ro des Separatistenf&uuml;hrers und protestierten, gleichzeitig fanden dreit&auml;gige Milit&auml;r&uuml;bungen mit 33 Kampfflugzeugen und sechs Kriegsschiffen rund um die Insel statt.<\/p><p><strong>Zunehmende &Auml;hnlichkeiten mit der US-Strategie in der Ukraine<\/strong><\/p><p>In der Ukraine gab es vor Kriegsbeginn eine nationalistische Bewegung, die alles Russische verteufelte. Nazi-Kollaborateure und militante Antisemiten wie &bdquo;Bandera&ldquo; wurden pl&ouml;tzlich verehrt und Faschisten wie das Asow-Bataillon unterst&uuml;tzt. Alles im Namen von Demokratie und Werten. Gleichzeitig wurde die Ukraine massiv aufger&uuml;stet. Merkel selbst sagte in einem Interview im Dezember 2022, dass das Minsker Abkommen dazu gedient habe, der Ukraine Zeit f&uuml;r die Aufr&uuml;stung zu geben. Dass dabei einige Oligarchen bis heute europ&auml;ische Investitionen in die eigene Tasche gesteckt haben, interessierte niemanden. Unmittelbar vor Kriegsbeginn forderte der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj Atomwaffen von den USA und einen NATO-Beitritt. Als Russland von den USA keine Sicherheitsgarantien erhielt, begann der Krieg.<\/p><p>Zum Vergleich Taiwan: Die USA haben bereits im Juli angek&uuml;ndigt, dass Taiwan f&uuml;r 345 Millionen US-Dollar Waffen kaufen wird. Die Sprecherin des B&uuml;ros f&uuml;r Taiwan-Angelegenheiten wies darauf hin, dass dies auch zur pers&ouml;nlichen Bereicherung geschehe. Ebenso r&uuml;sten Nachbarl&auml;nder wie S&uuml;dkorea und Japan massiv auf und die US-gesteuerten Medien fokussieren auch hier auf Militarismus und China-Hass. Die rechtsradikale Stimmung in Taiwan nimmt zu und William Lai repr&auml;sentiert genau eine solche Bewegung. Zeitgleich zu seinem Aufenthalt in den USA wurde in Taiwan sogar ein neues Denkmal eingeweiht, das junge Kollaborateure der Japanischen Nationalistischen Armee feiert. Die Frage ist nun, was passiert, wenn William Lai im n&auml;chsten Schritt Atomwaffen fordert, einen NATO-Beitritt und ebenso Sicherheitsgarantien durch die USA verweigert werden. Wird China tatenlos zusehen?<\/p><p><strong>Historische Fakten &uuml;ber Taiwan sprechen gegen die emotionale &bdquo;Wahrheit&ldquo; des Westens<\/strong><\/p><p>W&auml;hrend im Westen und insbesondere in Deutschland emotionale Wahrheiten vorherrschen, belegen alle rationalen Fakten &uuml;ber Taiwan, dass Taiwan ein unver&auml;u&szlig;erlicher Teil des chinesischen Territoriums ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der japanischen Besatzung unterzeichneten die USA, Gro&szlig;britannien und China im Dezember 1943 die Kairoer Erkl&auml;rung, dass alle geraubten Gebiete an China zur&uuml;ckgegeben werden sollten. Darunter auch Taiwan. Im Potsdamer Abkommen von 1945 wurde festgelegt, dass &bdquo;die Bedingungen der Kairoer Deklaration erf&uuml;llt werden m&uuml;ssen&ldquo;. Am 1. Oktober 1949 wurde die Volksrepublik China gegr&uuml;ndet, die die alte Regierung abl&ouml;ste. Allerdings besetzten faschistisch orientierte Separatisten die Insel Taiwan und nannten sich &bdquo;Republik China&ldquo;. <\/p><p>Als Reaktion der internationalen Staatengemeinschaft wurde 1971 die Resolution 2758 der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet, die die &bdquo;Wiederherstellung aller Rechte der Volksrepublik China und ihre Anerkennung als einzige repr&auml;sentative und legitime Regierung Chinas in den Vereinten Nationen sowie die Entfernung der Chiang Kaishek der widerrechtlich annektierten Insel Taiwan aus allen UN-Organisationen&ldquo; vorsieht. Damit war das Ein-China-Prinzip endg&uuml;ltig festgeschrieben. Dass der Westen nun solche Vereinbarungen aufgrund emotionaler Wahrheiten ignoriert, ist allerdings nicht neu. Er folgt dem etablierten Motto: &sbquo;Wenn man eine L&uuml;ge nur oft genug wiederholt, wird sie irgendwann wahr&lsquo;.<\/p><p><strong>Hongkong zeigt: Friedliche L&ouml;sung ist m&ouml;glich<\/strong><\/p><p>Auch Hongkong wurde in den westlichen Medien maximal dramatisch dargestellt und konnte die Gef&uuml;hle der Menschen im Westen erreichen. Von massiven Menschenrechtsverletzungen war die Rede und die Berichterstattung zu den Entwicklungen war sehr einseitig. Es wurde sogar &uuml;ber eine Invasion der Volksbefreiungsarmee spekuliert. Doch nach der Wiedervereinigung wurde es pl&ouml;tzlich ruhig in den westlichen Medien. Woran liegt das?<\/p><p>Hongkong hat sich kaum ver&auml;ndert. Der Prozess der Wiedervereinigung wird als langfristige Aufgabe betrachtet. So genie&szlig;t Hongkong wie viele andere Regionen Chinas eine Sonderautonomie. Das bedeutet, dass Hongkong weiterhin sein eigenes System, seine eigenen Gesetze und seine eigene Verwaltung bestimmen kann. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass die Flagge der Volksrepublik China verwendet wird und es sich nicht mehr um eine Kolonie handelt. Es gibt also keine radikale Ver&auml;nderung. Keine Gewalt. Keine Panzer, die einfahren.<\/p><p><strong>Milit&auml;rische Eskalation in Taiwan vom Westen abh&auml;ngig<\/strong><\/p><p>Im Gegensatz zum Wertewesten f&uuml;hrt die Volksrepublik China keine Kriege in der Welt. Vielmehr werden die Menschen auf Taiwan als eigenes Volk betrachtet. Gewalt gegen das eigene Volk ist f&uuml;r die Pekinger Regierung nach eigener Darlegung keine Option. Selbst wenn man mit einfachen Menschen in China pers&ouml;nlich spricht, sehen sie sich mit den Menschen auf Taiwan als Familie. Eine Familie, mit der man zusammenleben m&ouml;chte. Gerade deshalb ist es ihnen wichtig, dass die Wiedervereinigung friedlich verl&auml;uft.<\/p><p>Wenn die USA aber weiterhin die gleiche Strategie wie in der Ukraine verfolgen, kann es zu einer Eskalation kommen. US-Gefolgsleute wie William Lai verfolgen eigene Interessen und k&ouml;nnen sich im Konfliktfall in die USA absetzen. Auch das neue China-Strategiepapier der Bundesregierung vom Juni 2023 zeigt, dass diese die deutsche Wirtschaft auf Protektionismus ausrichten will. Dies und das Agieren im Ukraine-Krieg zeigen, dass die Bundesregierung in der Taiwan-Frage eine milit&auml;rische Auseinandersetzung bewusst in Kauf nimmt. Der Westen bereitet sich auf eine gewaltige Eskalation vor und zeigt keine Absichten mehr, das in der UN vereinbarte &bdquo;One China Prinzip&ldquo; zu respektieren. Mit fatalen Folgen f&uuml;r uns alle&hellip;<\/p><p>Titelbild: Tomas Ragina \/ Shutterstock<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101779\">China-Strategie der Bundesregierung: Aktionismus, Protektionismus und Inkompetenz<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100502\">Deutschlands drohender Abstieg: &bdquo;wertebasierte, feministische Au&szlig;enpolitik&ldquo; wichtiger als wirtschaftliche Kooperation mit China<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98342\">&bdquo;Da&szlig; (&hellip;) kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen&ldquo; &ndash; Randnotizen zum Umgang mit China<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=96018\">Ost- &amp; S&uuml;dostasien: US-Milit&auml;rs in Man&ouml;vermanie &ndash; die Einkreisung Chinas gewinnt an Konturen (Teil I)<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/e0b55ec681df4b33b8f640cbd1c9fe38\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der aktuellen Zeitenwende wird deutlich, dass der Wertewesten milit&auml;rische Auseinandersetzungen den diplomatischen vorzieht. 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