{"id":102626,"date":"2023-08-20T09:00:33","date_gmt":"2023-08-20T07:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626"},"modified":"2023-08-18T13:05:21","modified_gmt":"2023-08-18T11:05:21","slug":"hinweise-der-woche-321","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h01\">Die Ampel macht die Pizza teurer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h02\">Schiersteiner Br&uuml;cke: Wir haben herzlich gelacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h03\">Deals mit Fl&uuml;ssig-Erdgas: Die brisante Solonummer von Olaf Scholz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h04\">Armenien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h05\">Bittere Pattsituation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h06\">Taurus f&uuml;r die Ukraine: Schwache Argumente, keine Perspektive<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h07\">Sanktionen ohne Erfolg? Russlands Wirtschaft erlebt beeindruckende Erholung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h08\">Syrien in der Grauzone: Wie Menschen zu Geiseln und Staaten destabilisiert werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h09\">Vielsagende Passagen in der Erkl&auml;rung von Bundespr&auml;sident Steinmeier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626#h10\">Der verlorene Kompass in der Corona-Krise<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Ampel macht die Pizza teurer<\/strong><br>\nUm Lindners Schuldengrenze einzuhalten, wollen einige Gr&uuml;ne und Sozialdemokraten die Gastro-Mehrwertsteuer wieder anheben. Im Klartext: Weil die Politik sich nicht traut, gezielt die Reichen zur Kasse zu bitten, sollen wir alle beim Essengehen draufzahlen.<br>\nDie Politik diskutiert wieder &uuml;ber Steuererh&ouml;hungen. Aber nicht f&uuml;r das reichste Prozent der Gesellschaft, bei dem es so viel zu holen g&auml;be. Sowohl die Fraktionen der Ampel als auch die Opposition denken nach &uuml;ber Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit: F&uuml;r die rund 8 Millionen Kinder, die ein Mittagessen in der Schule essen, f&uuml;r Bauarbeiter, die sich in der Mittagspause einen D&ouml;ner holen und f&uuml;r Rentnerinnen, die ein St&uuml;ck Kuchen im Caf&eacute; genie&szlig;en.<br>\nDenn zum Jahreswechsel soll nach derzeitiger Gesetzeslage die Mehrwertsteuer auf Speisen und Verpflegungsdienstleistungen in Restaurants wieder angehoben werden &ndash; darunter fallen auch Caf&eacute;s, Bierg&auml;rten und so weiter. Dieser Steuersatz wurde im Zuge der Corona-Pandemie tempor&auml;r von 19 auf 7 Prozent abgesenkt, um die Gesch&auml;fte anzukurbeln, und wurde dann bis Ende 2023 verl&auml;ngert. Doch wie das nunmal so ist bei tempor&auml;ren Senkungen, steht irgendwann dann auch wieder die Erh&ouml;hung an &ndash; zumindest solange sich die Politik nicht zu einer dauerhaften Senkung durchraufen kann.<br>\nBemerkenswert ist, dass die Lagerbildung in der politischen Debatte zu dieser Frage vollkommen durchmischt ist. W&auml;hrend wirtschaftsliberale Politiker aus FDP, AfD und Union offensiv fordern, die Senkung beizubehalten, poltern ihre &ouml;konomischen Ratgeber, wie Lindners Chef&ouml;konom Lars Feld, dagegen. Unterst&uuml;tzung erh&auml;lt dieser unerwarteterweise vom Quasi-Chef&ouml;konomen der SPD, Gustav Horn. Dieser spricht davon, dass diese Steuersenkung eine &raquo;auschlie&szlig;lich den Konsum f&ouml;rdernde Subventionierung der Gastronomie&laquo; sei. Dass er offenbar nicht sieht, wie eine Steuererh&ouml;hung hier alle Menschen belasten w&uuml;rde, die mal ausw&auml;rts eine Pizza essen, sagt alles.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/die-ampel-macht-die-pizza-teurer-gastro-mehrwertsteuer-restaurantbesuch-gruene-spd-scholz-lindner-sparpolitik-lukas-scholle\/\">Lukas Scholle auf Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Schiersteiner Br&uuml;cke: Wir haben herzlich gelacht<\/strong><br>\nDie Meldung, in Deutschland sei nach 10 Jahren Bauzeit eine 1,2 Kilometer lange Br&uuml;cke &uuml;ber den Rhein er&ouml;ffnet worden, sorgte bei uns f&uuml;r Am&uuml;sement. Unabh&auml;ngig vom Lacher wird jedoch eine Tatsache erkennbar: Deutschland hat ein systemisches Problem, hat das aber bisher noch nicht begriffen.<br>\nIch sa&szlig; auf dem Sofa, hielt mein Tablet in der Hand, las die n&auml;chste Meldung und prustete los. Pawel, der neben mir sa&szlig;, sah mich fragend an. Ich &uuml;bersetzte ins Russische. In Deutschland war heute nach zehn Jahren Bauzeit eine Br&uuml;cke mit einer L&auml;nge von satten 1,2 Kilometern feierlich er&ouml;ffnet worden. Jetzt lachten wir beide laut und herzlich. Es wurde der Lacher des Abends.<br>\nZehn Jahre Bauzeit f&uuml;r eine 1,2 Kilometer lange Br&uuml;cke &uuml;ber den Rhein? Das konnte nur in Deutschland passieren. Gekostet hat das Wunder der Langsamkeit 250 Millionen Euro und wurde damit um 34 Millionen teurer als geplant.<br>\nNun ist es nicht das erste Mal, dass Deutschland mit einem derartigen Lacher aufwartet. 16 Jahre Bauzeit f&uuml;r ein Konzerthaus, 20 Jahre f&uuml;r einen Flughafen. Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 hei&szlig;t so, weil es 2021 fertiggestellt werden sollte. Inzwischen ist von einer Fertigstellung bis Ende 2025 die Rede. Bei allen Projekten explodieren die Kosten. Dabei sind das nur die gro&szlig;en und bekannten Projekte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/177863-schiersteiner-bruecke-wir-haben-herzlich\/\">Gert Ewen Ungar auf RT DE<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deals mit Fl&uuml;ssig-Erdgas: Die brisante Solonummer von Olaf Scholz<\/strong><br>\nOhne ihre Finanzen zu &uuml;berpr&uuml;fen, &uuml;berlie&szlig; Kanzler Olaf Scholz zwei LNG-Gl&uuml;cksrittern die Energiesicherheit Deutschlands. Recherchen von stern und Business Insider werfen nun neue Fragen zu den Hintergr&uuml;nden auf.<br>\nWenn sich Olaf Scholz auf eigene Faust verabredet, droht dies nicht selten in einer Politaff&auml;re zu enden. Das Problem hatte er schon zu Zeiten als Hamburger B&uuml;rgermeister. Seine Treffen mit den beiden Inhabern der Warburg-Bank h&auml;ngen Scholz heute noch nach. Wegen krummen Cum-ex-Aktiengesch&auml;ften ermittelte damals bereits die Staatsanwaltschaft gegen die Bankiers. Mittlerweile besch&auml;ftigt die Aff&auml;re auch den Bundestag, die Union fordert einen Untersuchungsausschuss.<br>\nSeine Vorliebe f&uuml;r gef&auml;hrliche Solonummern scheint Scholz auch als Kanzler gerne nachzugehen. Am 15. September 2022 jedenfalls sucht Scholz in seinem Bundestagswahlkreis Potsdam den Steuerberater Stephan Knabe auf. Knabe und sein Gesch&auml;ftspartner Ingo Wagner, ein Immobilienmanager aus dem badischen Bruchsal, wollen damals &ndash; ein paar Monate nach dem russischen &Uuml;berfall auf die Ukraine &ndash; ins Gasgesch&auml;ft einsteigen.<br>\nDaf&uuml;r haben sie die Firma Deutsche ReGas GmbH &amp; Co. KGaA gegr&uuml;ndet und bei Investoren nach eigenen Angaben 100 Millionen Euro eingesammelt. Nun hoffen sie auf das gro&szlig;e Gesch&auml;ft. Allerdings haben weder Knabe noch Wagner Ahnung vom Energiesektor. Sie bauen auf die Unterst&uuml;tzung der Bundesregierung und von Olaf Scholz.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.stern.de\/politik\/olaf-scholz--die-brisante-solonummer-des-kanzlers-bei-den-lng-deals-33741968.html\">Oliver Schr&ouml;m auf stern Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Armenien<\/strong><br>\nDer V&ouml;lkerrechtler Luis Moreno Ocampo, ehemals Chefankl&auml;ger des Internationalen Strafgerichtshofs, hat in seinem gerade ver&ouml;ffentlichten Bericht &bdquo;Genocide against Armenians in 2023&ldquo; die Blockade des Latschin-Korridors, mit der Aserbaidschan die 120.000 ethnischen Armenier in der Enklave Bergkarabach seit Monaten von jeder &uuml;berlebensnotwendigen Versorgung abschneidet, als &bdquo;V&ouml;lkermord durch Aushungern&ldquo; bezeichnet, &bdquo;dieselbe t&ouml;dliche Methode, die 1915 gegen Armenier und 1939 gegen Polen und Juden angewandt wurde&ldquo;.<br>\nUnter Verletzung des Internationalen Menschenrechts, der Urteile des Internationalen Gerichtshofs sowie der Selbstverpflichtung aus dem trilateralen Abkommen vom November 2020 blockiert Aserbaidschan seit Dezember letzten Jahres absichtsvoll die einzige Lebensader der Armenier in Arzach.<br>\nErmuntert von der v&ouml;lligen Indifferenz seiner europ&auml;ischen Gesch&auml;ftspartner l&auml;sst der neue &bdquo;Wertepartner&ldquo; der EU seit dem 15. Juni 2023 nun endg&uuml;ltig nichts und niemanden mehr passieren, selbst humanit&auml;re Lieferungen nicht, w&auml;hrend er gleichzeitig die Gas- und Elektrizit&auml;tszufuhr beschneidet und die wenigen Landwirtschaftsfl&auml;chen von bewaffneten Milit&auml;rhanseln beschie&szlig;en l&auml;sst.<br>\n30.000 Kinder, 2.000 Schwangere, 20.000 Alte haben zwei Monate sp&auml;ter (erwartungs- und wunschgem&auml;&szlig;) den Zustand der akuten Lebensbedrohung erreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MartinSonneborn\/status\/1690727578028412929\">Martin Sonneborn via Twitter<\/a>\n<p>dazu: <strong>Ex-Chefankl&auml;ger des internationalen Strafgerichtshofs: &ldquo;Ein V&ouml;lkermord ist es jetzt schon&rdquo;<\/strong><br>\nSeit Wochen blockiert Aserbaidschan Hilfslieferungen in das umk&auml;mpfte Gebiet Bergkarabach. Der ehemalige Chefankl&auml;ger des Internationalen Strafgerichtshofs warnt vor einem V&ouml;lkermord.<br>\nMehrere Stunden anstehen f&uuml;r ein Brot &ndash; ohne sicher zu sein, am Ende etwas zu bekommen: F&uuml;r die Menschen in der Region Bergkarabach, die zu Aserbaidschan geh&ouml;rt, ist das seit Kurzem Alltag. Um die Region, in der &uuml;berwiegend ethnische Armenier leben, streiten sich Armenien und Aserbaidschan seit dem Fall der Sowjetunion.<br>\nIm ersten Krieg zwischen den beiden L&auml;ndern von 1992 bis 1994 eroberte Armenien Bergkarabach, in einem zweiten Krieg gewann Aserbaidschan den bergigen Landstrich im Kaukasus zur&uuml;ck. Seitdem verbindet nur noch eine Stra&szlig;e, der sogenannte Latschin-Korridor, Armenien und Bergkarabach. Im Waffenstillstandsabkommen nach dem Krieg vereinbarten beide L&auml;nder, den Latschin-Korridor offen zu halten und so die Reise- und Warenfreiheit zwischen Armenien und Bergkarabach zu sichern.<br>\nDoch genau damit ist jetzt Schluss: Seit dem 11. Juli darf nicht einmal mehr das Rote Kreuz Hilfsg&uuml;ter nach Bergkarabach bringen &ndash; und die Einwohner des umk&auml;mpften Landstrichs haben keinen Zugang zu Nahrung, Benzin und medizinischer Versorgung mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/ausland\/internationale-politik\/id_100225908\/armenien-aserbaidschan-konflikt-voelkermord-ist-es-jetzt-schon-.html\">t-online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bittere Pattsituation<\/strong><br>\nDie ukrainische Gegenoffensive stockt. Statt endlos neue Waffen zu liefern, sollte der Westen an der Vorbereitung von Friedensgespr&auml;chen mitarbeiten.<br>\nDie erfolgreichen Gegenangriffsoperationen der Ukraine im Herbst 2022 haben nicht wenige deutsche und internationale Kommentatoren dazu verleitet, schnelle Erfolge der ukrainischen Truppen bei ihrer seit Anfang Juni 2023 laufenden Gegenoffensive an der S&uuml;dfront zu propagieren. Die etwa neun, von NATO-Staaten ausgebildeten und mit westlichem Ger&auml;t ausger&uuml;steten Brigaden, so die Erwartung, w&uuml;rden russische Verteidigungslinien durchbrechen und bis zu den Bahn- und Stra&szlig;enverbindungen auf der Landbr&uuml;cke zur Krim, oder gar bis zum Asowschen Meer vorsto&szlig;en.<br>\nDiese Erwartung entsprang jedoch eher einem Wunschdenken als einer sachlichen Lagebeurteilung. Einsch&auml;tzungen von Milit&auml;r&ouml;konomen im Fr&uuml;hjahr 2023, die einen ukrainischen Sieg im Herbst 2023 vorhersagten, basierten beispielsweise auf eklatanten Fehlkalkulationen. Die Hochrechnung von russischen Abnutzungsraten im Jahr 2022 auf die Lage im Folgejahr war schlicht zu simpel. Russland hat offenbar wesentlich mehr Kr&auml;fte in der Ukraine als zu Beginn des Krieges. [&hellip;]<br>\nDie Bundesregierung wird bei ihrer Entscheidung zur m&ouml;glichen Lieferung von Taurus-Marschflugk&ouml;rpern sorgf&auml;ltig bewerten und einsch&auml;tzen m&uuml;ssen, welche russische Reaktion auf die Zerst&ouml;rung der Br&uuml;cken mit deutschen Flugk&ouml;rpern zu erwarten ist. Das hat nichts mit Eskalationsangst zu tun, wie oft leichtfertig und absch&auml;tzig behauptet wird, sondern entspringt einer notwendigen n&uuml;chternen, rationalen Analyse und Folgenabsch&auml;tzung. Denn wahrscheinlich w&uuml;rde Moskau als Reaktion auf den Verlust der versorgungswichtigen Krimbr&uuml;cken die eigene Eskalationsspirale weiterschrauben. [&hellip;]<br>\nDie Forderung, die Ukraine m&uuml;sse bekommen, was sie zur Verteidigung einschlie&szlig;lich der milit&auml;rischen R&uuml;ckeroberung der besetzten Gebiete braucht, ist daher berechtigt und nachvollziehbar.<br>\nSie bleibt aber blanke Theorie und ist in der Praxis nicht einl&ouml;sbar. Vielmehr ist erkennbar, dass die weiteren menschlichen und materiellen Kosten einer kompletten milit&auml;rischen R&uuml;ckeroberung f&uuml;r die Ukraine ins Unermessliche gehen w&uuml;rden und vermutlich nicht tragbar sind. Zudem: Den M&ouml;glichkeiten der westlichen Regierungen, &bdquo;endlos&ldquo; Waffensysteme und Munition zu liefern, sind Grenzen gesetzt. So darf die Bundeswehr, die in einer niedrigen Einsatzbereitschaft verharrt und gleichzeitig NATO-Forderungen erf&uuml;llen muss, nicht durch Waffen- und Munitionslieferungen weiter geschw&auml;cht werden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/aussen-und-sicherheitspolitik\/artikel\/bittere-pattsituation-6911\/\">IPG Journal<\/a>\n<p>dazu: <strong>Landverzicht gegen NATO-Schirm? Stoltenberg-Mitarbeiter sieht eine L&ouml;sung f&uuml;r die Ukraine<\/strong><br>\nBislang will die Ukraine alle russisch besetzten Gebiete befreien. Ein Vorschlag eines hohen NATO-Mitarbeiters sorgt daher in Kiew f&uuml;r Entsetzen: Die Ukraine k&ouml;nne Territorium abgeben und daf&uuml;r eine NATO-Mitgliedschaft erhalten. Der russische Hardliner Medwedew macht gleich kreative Vorschl&auml;ge.<br>\nDer Stabschef von NATO-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg bringt m&ouml;gliche Gebietsabtretungen der Ukraine ins Spiel. &ldquo;Ich glaube, dass eine L&ouml;sung darin bestehen k&ouml;nnte, dass die Ukraine Territorium abgibt und im Gegenzug eine NATO-Mitgliedschaft erh&auml;lt&rdquo;, zitiert die norwegische Zeitung &ldquo;Verdens Gang&rdquo; eine Aussage von Stoltenbergs Mitarbeiter Stian Jenssen bei einer Podiumsdiskussion in Arendal.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Stoltenberg-Mitarbeiter-sieht-eine-Loesung-fuer-die-Ukraine-article24328278.html\">n-tv<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>The Hard Truth: Ukraine Has No Realistic Path to Victory Over Russia<\/strong><br>\nThis means it is almost certain Ukraine will never win its freedom on the battlefield. To preserve the territory it presently holds, and to prevent the loss of any more land, Kyiv must accede to the harsh reality that the most prudent course is now to seek a freeze of the conflict and enter into negotiations to end the war.<br>\nWith the Ukrainian Armed Forces (UAF) nearing the complete tactical capture of Urozhyne and Robotyne, and having established a foothold on the Russian side of the Dnipro River in three places, supporters of Kyiv claim its offensive is finally producing fruit.<br>\nThey hope the operation may yet reach the Azov coast.<br>\nViewed from the strategic or even operational points of view, however, the cost to the UAF in acquiring those gains has been vastly higher than the benefits they confer. [&hellip;]<br>\nThe impression most analysts and pundits have is that once the Ukrainian military possesses a certain number of modern weapons, and enough of its forces undergo advanced NATO training, they will be able to match and then defeat Russia. What those beliefs expose, unfortunately, is a lack of understanding of how wars are waged and won. It is the human dimension, not the tools of combat, that determines the outcome of wars. On this front, the UAF may have already suffered irreparable loss.<br>\nThe issue is no longer about equipment. It is not even about training, be it good or bad. The most crucial component of the Ukrainian Army&rsquo;s potential to wage war is the human resource. According to leaked U.S. intelligence, as of April the Ukrainian military had lost approximately 130,000 killed and wounded. The number has likely skyrocketed since the June 5 launch of their offensive. Especially harmful to Ukraine has been the loss of their most experienced, NATO-trained troops.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.19fortyfive.com\/2023\/08\/the-hard-truth-ukraine-has-no-realistic-path-to-victory-over-russia\/%20\">1945<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Taurus f&uuml;r die Ukraine: Schwache Argumente, keine Perspektive<\/strong><br>\nErst der Leopard, nun der Taurus: In Deutschland l&auml;uft eine neue Kampagne f&uuml;r zus&auml;tzliche Waffenlieferungen an die Ukraine. Doch diesmal sind die Argumente noch schw&auml;cher als beim letztenmal.<br>\nAls Anfang des Jahres die Panzer-Debatte entbrannte, war noch von einem &bdquo;Game-Changer&ldquo; die Rede, der die Ukraine zu einer erfolgreichen Gegen-Offensive bef&auml;higen und Russland an den Verhandlungstisch zwingen w&uuml;rde.<br>\nNichts davon ist eingetreten. Doch immerhin waren das gewichtige Argumente, die neben der milit&auml;rischen auch eine politische Perspektive er&ouml;ffneten. Berlin werde nicht nur Waffen schicken, sondern auch Diplomaten &ndash; so die Hoffnung.<br>\nKanzler Scholz und Au&szlig;enministerin Baerbock haben diese Hoffnung entt&auml;uscht. Sie haben sogar alles getan, um den zweiten Teil &ndash; die Verhandlungen und die politische Perspektive &ndash; vergessen zu machen. Das r&auml;cht sich nun.<br>\nDenn nun l&auml;uft die n&auml;chste Kampagne. &bdquo;Die Ukraine braucht Taurus-Raketen, um mehr Leben ukrainischer Soldaten und Zivilisten zu retten und um die Befreiung ihrer Gebiete zu beschleunigen und den Krieg schneller zu beenden&ldquo;, so Au&szlig;enminister Kuleba.<br>\nDoch diesmal sind die Argumente noch schw&auml;cher als beim letztenmal. Fast alles, was die Experten zum Thema &bdquo;Taurus&ldquo; sagen, l&auml;sst sich ebensogut als Argument gegen eine Lieferung nutzen. Dies zeigt ein Blick in den &bdquo;Spiegel&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/taurus-fuer-die-ukraine-schwache-argumente-fehlende-perspektive\/\">Lost in Europe<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Ukraine fordert Taurus-Lenkflugk&ouml;rper: Was es mit der n&auml;chsten &bdquo;Wunderwaffe&ldquo; auf sich hat<\/strong><br>\nDer deutsche Marschflugk&ouml;rper Taurus soll helfen, Russlands Nachschublinien zu unterbrechen. Doch die Waffe reicht weiter als bis zur Krim. [&hellip;]<br>\nGer&auml;t die ukrainische Armee in die Defensive, werden umgehend Forderungen nach mehr Waffen laut. Zuerst sollten Kampfpanzer wie der US-amerikanische Abrams oder der deutsche Leopard 2 die Kriegswende bringen, dann Kampfjets wie die F-16, nun Mittelstreckenraketen wie der bunkerbrechende deutsche Lenkflugk&ouml;rper Taurus. Das l&auml;sst sich gewiss noch steigern.<br>\nAllerdings handelt der Westen im Fall der Ukraine nicht moralisch, sondern zynisch. Er gesteht immer nur so viele Waffen zu, dass die Ukraine den Krieg nicht verliert und Russland ihn nicht gewinnen kann. Das angestrebte Dauerpatt nimmt die langsame Zerst&ouml;rung der Ukraine in Kauf, um das &uuml;bergeordnete Ziel des Westens, die Schw&auml;chung Russlands, m&ouml;glichst risikolos zu erreichen.<br>\nDoch inkompetente Journalisten und politikberatende Pseudoexperten verbreiten nun erneut, wie beim Kampfpanzer Leopard 2, das M&auml;rchen, die Wunderwaffe Taurus werde die R&uuml;ckeroberung der Krim erm&ouml;glichen. Die an vorderster Front k&auml;mpfende Bild fragt scheinheilig: &bdquo;Kann unsere Super-Waffe den Krieg entscheiden?&ldquo; Die Taurus-Rakete, raunen Kriegserkl&auml;rer bedeutungsvoll, sei in der Lage, die m&auml;chtigen Br&uuml;ckenpfeiler der mehrfach vergeblich angegriffenen Kertsch-Br&uuml;cke zum Einsturz zu bringen und so die Hauptversorgungslinie der russischen Armee zur Krim endlich abzuschneiden. Die Entfernung zwischen der s&uuml;dukrainischen Stadt Cherson und der Kertsch-Br&uuml;cke betr&auml;gt ziemlich exakt 500 Kilometer, das entspricht, wie &uuml;berall zu lesen ist, der Reichweite der Taurus-Rakete. Allerdings wird gern vergessen, dass die Internetseite der Herstellerfirma als Reichweite &bdquo;greater than 500 km&ldquo; angibt. Von der Nordostgrenze der Ukraine k&ouml;nnte das Geschoss auch Wladimir Putins &bdquo;F&uuml;hrerbunker&ldquo; in Moskau erreichen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/wolfgangmichal\/marschflugkoerper-taurus-die-naechste-wunderwaffe\">Wolfgang Michal in der Freitag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sanktionen ohne Erfolg? Russlands Wirtschaft erlebt beeindruckende Erholung<\/strong><br>\nWachstum wider Erwarten: Russlands Wirtschaft trotzt Sanktionen und Rubelschw&auml;che. Beeindruckende Erholung des BIP. Was das Wachstum dennoch gef&auml;hrden k&ouml;nnte.<br>\nDer Wirtschaftskrieg gegen Russland muss als gescheitert betrachtet werden. Die zahlreichen Sanktionen, die westliche Staaten gegen Moskau verh&auml;ngt haben, haben nicht zum erhofften Zusammenbruch der russischen Wirtschaft gef&uuml;hrt. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein, wie der Finanzdienst Bloomberg am Montag berichtete.<br>\nDemnach hat die russische Wirtschaft beeindruckende Fortschritte gemacht: Nach vier Quartalen des wirtschaftlichen R&uuml;ckgangs erlebe sie nun einen deutlichen Wachstumsschub. Trotz der Sanktionen sei Russland auf dem Weg, das Vorkriegsniveau wieder zu erreichen. Im zweiten Quartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,9 Prozent gewachsen.<br>\nDie Lockerung der Finanzpolitik zur Unterst&uuml;tzung der Kriegsanstrengungen hat die Industrieproduktion angekurbelt. Gleichzeitig haben h&ouml;here Ausgaben f&uuml;r Sozialleistungen und L&ouml;hne die Verbrauchernachfrage angekurbelt.<br>\n&ldquo;Wenn wir &uuml;ber die Zahlen f&uuml;r das gesamte Jahr sprechen, wird Russland 2024 bereits &uuml;ber das Niveau von 2021 hinausgehen&rdquo;, sagte Rosbank-&Ouml;konom Evgeny Koshelev gegen&uuml;ber Bloomberg. Natalia Lavrova, Chefvolkswirtin der BCS Financial Group, stimmte ihm zu. Mitte n&auml;chsten Jahres k&ouml;nnte das BIP wieder das Vorkriegsniveau erreichen, sagte sie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Sanktionen-ohne-Erfolg-Russlands-Wirtschaft-erlebt-beeindruckende-Erholung-9243683.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Syrien in der Grauzone: Wie Menschen zu Geiseln und Staaten destabilisiert werden<\/strong><br>\nDie grundlegende Idee des Roten Kreuzes ist seit seiner Gr&uuml;ndung, dass kriegsverletzten Menschen geholfen wird, unabh&auml;ngig davon, auf welcher Seite sie gek&auml;mpft haben. Das gleiche Prinzip gilt bei internationaler Hilfe f&uuml;r notleidende, hungernde Bev&ouml;lkerungen allerdings nicht, im Gegenteil: Der folgende Bericht von Karin Leukefeld aus Syrien zeigt, wie Hilfslieferungen Teil machtpolitischer Interessen sind. Es geht mehr und mehr um politischen Einfluss und um Macht, nicht um humanit&auml;re, mitmenschliche Hilfe. (cm)<br>\nDie Vereinten Nationen und die syrische Regierung haben sich auf die weitere Nutzung von drei syrisch-t&uuml;rkischen Grenz&uuml;berg&auml;ngen geeinigt. Hilfsg&uuml;ter sollen aus der T&uuml;rkei in Gebiete im Norden Syriens und in den Nordwesten der syrischen Provinz Idlib geliefert werden.<br>\nDer Grenz&uuml;bergang Bab al-Hawa soll f&uuml;r weitere sechs Monate ge&ouml;ffnet bleiben, teilte Farhan Haq, der Stellvertretende Sprecher des UN-Generalsekret&auml;rs Antonio Guterres am vergangenen Dienstag (08.08.2023) in New York mit. Innerhalb Syriens sollen Hilfsg&uuml;ter bei Sarakib und Sarmada aus Damaskus (oder Aleppo) &uuml;ber &bdquo;Frontlinien&ldquo; in den Nordwesten der Provinz Idlib passieren. Diese Vereinbarung gilt ebenfalls f&uuml;r sechs Monate. Zuvor hatte die syrische Regierung bereits die &Ouml;ffnung der beiden Grenz&uuml;berg&auml;nge Bab al-Salam und Bab al Raee um weitere drei Monate, also bis zum 13. November, verl&auml;ngert. Diese beiden Grenz&uuml;berg&auml;nge waren nach dem verheerenden Erdbeben am 6. Februar 2023 seitens der syrischen Regierung ge&ouml;ffnet worden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/syrien-in-der-grauzone-wie-menschen-zu-geiseln-und-staaten-destabilisiert-werden\">Karin Leukefeld auf Globalbridge<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Einigung &uuml;ber Grenz&uuml;berg&auml;nge<\/strong><br>\nHilfslieferungen aus der T&uuml;rkei nach Idlib werden befristet fortgesetzt.<br>\nDie UNO und die syrische Regierung haben sich auf die weitere Nutzung von drei syrisch-t&uuml;rkischen Grenz&uuml;berg&auml;ngen geeinigt, um Hilfsg&uuml;ter aus der T&uuml;rkei in Gebiete im Norden und im Nordwesten der syrischen Provinz Idlib zu liefern.<br>\nDie Einigung bezieht sich auf die Grenz&uuml;berg&auml;nge Bab al-Salam, Bab al Ra&rsquo;i und Bab al Hawa, die auf syrischer Seite von bewaffneten Gruppen von Regierungsgegnern kontrolliert werden. Unterst&uuml;tzt werden diese islamistischen Gruppen von der T&uuml;rkei, die weite Teile Syriens im Norden und Westen des Landes direkt und indirekt &ndash; durch die bewaffneten Gruppen &ndash; besetzt h&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zlv.lu\/db\/1\/1412536390767\/0\">Karin Leukefeld in Zeitung vum L&euml;tzebuerger Vollek<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Vielsagende Passagen in der Erkl&auml;rung von Bundespr&auml;sident Steinmeier<\/strong><br>\nDas Deutsche Grundgesetz feiert seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass durfte Bundespr&auml;sident Steinmeier einen Gastbeitrag im Spiegel ver&ouml;ffentlichen, der sehr vielsagende Passagen enth&auml;lt. (&hellip;)<br>\nZum 75. Geburtstag des Grundgesetzes hat Bundespr&auml;sident Steinmeier, der sich 2014 auf dem Maidan l&auml;chelnd mit bekennenden Nazis hat fotografieren lassen, einen Gastbeitrag geschrieben, den der Spiegel ver&ouml;ffentlicht hat. Dass ein Mann, der 2014 bekennenden Nazis geholfen hat, in der Ukraine eine laut OSZE demokratisch gew&auml;hlte Regierung wegzuputschen, &uuml;berhaupt Bundespr&auml;sident der angeblich demokratischen und antifaschistischen Bundesrepublik Deutschland werden konnte, ist f&uuml;r sich genommen schon ausgesprochen bemerkenswert. Aber darum soll es hier nicht gehen.<br>\nDer Gastbeitrag von Bundespr&auml;sident Steinmeier erschien im Spiegel unter der &Uuml;berschrift &bdquo;75 Jahre Verfassungskonvent &ndash; Eine Demokratie muss wehrhaft sein&ldquo; und hier will ich auf einige bemerkenswerte Aussagen von Steinmeier hinweisen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2023\/vielsagende-passagen-in-der-erklaerung-von-bundespraesident-steinmeier\/\">Anti-Spiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Der verlorene Kompass in der Corona-Krise<\/strong><br>\nDie Corona-Zeit hat unz&auml;hlige Defizite in Justiz, Politik und Journalismus zutage gef&ouml;rdert. Warum wir an einer Aufarbeitung nicht vorbeikommen werden, wenn wir den gesellschaftlichen Kompass nicht ganz verlieren wollen.<br>\nBereits wenige Wochen nach dem ersten Lockdown im M&auml;rz 2020 und im weiteren Verlauf der Corona-Krise meldeten anerkannte Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen erhebliche Bedenken gegen die staatliche Beurteilung der Gef&auml;hrdungslage durch den Virus Sars-Cov-2, die zugrunde gelegten Daten und die Auswahl der Schutzma&szlig;nahmen an und unterbreiteten konstruktive Alternativvorschl&auml;ge. Es folgten ebenso bis heute kritische Beitr&auml;ge aus dem anerkannten juristischen Wissenschaftsbetrieb und der Praxis sowie &ndash; angesichts der weit &uuml;berwiegenden Sprachlosigkeit in Richter- und Anwaltschaft einschlie&szlig;lich ihrer berufsrechtlichen Verb&auml;nde &ndash; auch aus neu gegr&uuml;ndeten Netzwerken der Anwaltschaft (AfA) und kritischer Staatsanw&auml;lte und Richter (KRiStA). S&auml;mtliche begr&uuml;ndeten Einwendungen und Gegenvorschl&auml;ge zu den staatlichen Corona-Ma&szlig;nahmen wurden bekanntlich durch Politik und gro&szlig;e Medien vielfach systematisch ausgeblendet und die betreffenden Vertreter zur Meidung einer sachlichen Debatte nicht selten medial verteufelt. Ma&szlig;gebend f&uuml;r Politik und Gerichte waren nahezu ausschlie&szlig;lich die Einsch&auml;tzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI), des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), der St&auml;ndigen Impfkommission (STIKO) und eine kleine Auswahl von wissenschaftlichen Regierungsberatern.<br>\nDer Verfasser hat mit zwei frei zug&auml;nglichen Online-Aufs&auml;tzen aus M&auml;rz 2023 in der Neuen Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht (NVwZ) eine erste chronologische faktenbasierte juristische Bewertung der Corona-Rechtssetzung und ihrer bisherigen gerichtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung durch die Verwaltungsgerichte und des Bundesverfassungsgericht ver&ouml;ffentlicht. Nach dem Wegfall der epidemischen Lage nationaler Tragweite sowie den Corona-Ma&szlig;nahmen steht eine umfassende Bestandsaufnahme und unparteiische wissenschaftliche Analyse aus, die von &uuml;ber 500 Vertretern aus Wissenschaft und Praxis unterschiedlicher Fachrichtungen eingefordert wird. Der dringend gebotenen umfassenden Aufarbeitung der Entscheidungswege von Gesetzgeber und Verwaltung in der Corona-Krise unter Einbeziehung bedeutsamer blinder Flecken im Sachverhaltsger&uuml;st verweigern sich Politik, Justiz und die gro&szlig;en Medien bislang gleicherma&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/der-verlorene-kompass-in-der-corona-krise\">Sebastian Lucenti in Cicero<\/a>\n<p>dazu: <strong>&ldquo;Das Chaos ist unbegreiflich&rdquo;<\/strong><br>\nIst Corona vorbei? Ja, sagt die Politik und blockt eine Fehleranalyse kategorisch ab. Nein, sie ist h&ouml;chst dringlich &ndash; als Vorbereitung auf die n&auml;chste Seuche, sagen kritische Wissenschaftler:innen wie der Freiburger Medizinstatistiker Gerd Antes. [&hellip;]<br>\nHerr Antes, wir zitieren die &ldquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&rdquo; vom 8.10.2021: &ldquo;Der Medizinstatistiker Gerd Antes ist einer der Vorreiter der evidenzbasierten Medizin. Nun hat er bei #allesaufdentisch mitgemacht, einer Videoaktion, die Querdenkerthesen verbreitet. Wie konnte es so weit kommen?&rdquo;<br>\nDas war infam. So sollte ich in die Ecke der Querdenker gedr&auml;ngt werden, nur weil ich die Corona-Politik der Bundesregierung von Anfang an kritisiert habe. Sollte ich das unterlassen, wenn mich die v&ouml;llige Kritiklosigkeit angesichts eines fortw&auml;hrenden inkompetenten Verhaltens von Staat und Politik st&ouml;rt? Wenn ich zusehen muss, wie meine Rechte als B&uuml;rger massiv eingeschr&auml;nkt werden, ohne verl&auml;ssliche Daten als Begr&uuml;ndung daf&uuml;r zu haben? F&uuml;r die SZ w&auml;re Einstein heute wahrscheinlich ein Schwurbler.<br>\n#Allesaufdentisch ist massiv angegangen worden. Die SZ notierte eine &ldquo;hoch gef&auml;hrliche Querdenker-Folklore&rdquo;, die FAZ einen &ldquo;Kessel Schwurbel&rdquo;, die &ldquo;Frankfurter Rundschau&rdquo; eine &ldquo;wirre Corona-Kritik&rdquo;.<br>\nDie Videoaktion des Schauspielers Volker Bruch habe ich unterst&uuml;tzt, weil sie etwas ganz Normales gefordert hat: mehr Transparenz und einen Runden Tisch von unabh&auml;ngigen Wissenschaftlern, die dem Grundprinzip ihrer Profession folgen &ndash; der Diversit&auml;t. Der Motor von Wissenschaft ist der Widerspruch. Die sogenannten Leitmedien haben sich angema&szlig;t, dieses Grundprinzip zu missachten.<br>\nBei den Corona-Kritikern und Querdenkern treffen Sie auch auf Antisemiten, Holocaustverharmloser, Esoteriker, Alu-H&uuml;te, Reichsb&uuml;rger &hellip;<br>\nIch wei&szlig; nat&uuml;rlich, dass es sie gibt. Muss ich mich jedoch erst von ihnen distanzieren, um etwas &ouml;ffentlich sagen zu d&uuml;rfen? Soll ich mir jetzt vorschreiben lassen, wo ich mich &auml;u&szlig;ere? Diskreditiert es diese Videoaktion, wenn ein paar Leute dabei sind, deren Ansichten ich nicht teile? Soll ich mich von ihr distanzieren, nur um nicht ins Fadenkreuz der Moralisten zu geraten, die ihre eigenen Bewertungen zum Ma&szlig;stab aller Dinge machen? Ich werde das sicherlich auch k&uuml;nftig nicht tun. Ein unbesch&auml;digtes R&uuml;ckgrat ist mir wichtiger.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/debatte\/646\/das-chaos-ist-unbegreiflich-9024.html\">Kontext: Wochenzeitung<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102626\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-102626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=102626"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102628,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102626\/revisions\/102628"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=102626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=102626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=102626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}