{"id":102889,"date":"2023-08-25T10:15:08","date_gmt":"2023-08-25T08:15:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102889"},"modified":"2023-08-25T10:39:14","modified_gmt":"2023-08-25T08:39:14","slug":"leserbriefe-zu-kanzler-des-niedergangs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102889","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eKanzler des Niedergangs\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Oskar Lafontaine stellt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102761\">in diesem Beitrag<\/a> die These auf, dass alle Bundeskanzler ihre Besonderheiten gehabt h&auml;tten. Bundeskanzler Olaf Scholz stehe &bdquo;f&uuml;r die Deindustrialisierung Deutschlands, das Wiedererstarken des Militarismus und den Abschied von der Ost- und Entspannungspolitik Willy Brandts&ldquo;. Wir haben hierzu interessante Leserbriefe erhalten. Danke daf&uuml;r. Hier nun eine Auswahl, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Redaktionsteam,<br>\n&nbsp;<br>\nauch Olaf Scholz ist Ausdruck und langfristige Folge eines allm&auml;hlichen Niedergangs der SPD, der mit dem Godesberger Programm 1959 eingeleitet wurde: man vertrieb Marxisten, Sozialisten sowie Sozialdemokraten aus der SPD und &ouml;ffnete sich den Kirchen und dem Kleinb&uuml;rgertum. So fehlen dann sozialdemokratische Positionen und Standpunkte. Daf&uuml;r zeigt man &lsquo;Haltung&rsquo; und kippt bei Gegenwind eben um.<br>\n&nbsp;<br>\nFreundliche Gr&uuml;sse<br>\nU.R.<\/p><p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Da ist der Niedergang der SPD aber sehr weit zur&uuml;ckdatiert. Ich erinnere daran, dass die SPD 1969, also zehn Jahre nach Beginn des Niedergangs aus der Sicht von U. R., zum ersten Mal das Kanzleramt erobert hat. Wiederum drei Jahre sp&auml;ter, am 19.11.1972 hat sie ihr bis dahin und bisher bestes Ergebnis von 45,8 % der Zweitstimmen erreicht. Offenbar alles Zeichen des Niedergangs, kann ich dazu nur ironisch anmerken.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe NDS-Redaktion,<\/p><p>mit seiner Einsch&auml;tzung &ldquo;Kanzler des Niedergangs&rdquo; (vermutlich wider Willen, Anmerkung von mir) liegt Oskar Lafontaine sicherlich nicht ganz falsch. Ebenso wie f&uuml;r Deutschland ist China der wichtigste Handelspartner Australiens. Befeuert durch die zunehmend aggressive Rhetorik des Westens stimmt auch Australien in das &bdquo;Kriegsgeheul&ldquo; gegen China mit ein. Warum? Weil Australien bef&uuml;rchtet, den Zorn der USA auf sich zu ziehen. Die USA sind fest entschlossen alles daf&uuml;r zu tun, Weltmacht Nummer 1 zu bleiben. Wer von den westlichen Verb&uuml;ndeten nicht mitmachen will, wird daf&uuml;r b&uuml;&szlig;en &ndash; das ist Teil der &ldquo;wunderbaren&rdquo; regelbasierten internationalen Ordnung. Wer gegen die Interessen der USA verst&ouml;&szlig;t, spielt &ldquo;falsch&rdquo;und &ldquo;raubt&rdquo; den USA, was ihnen &ldquo;zusteht&rdquo;. Die EU und insbesondere Deutschland werden als Konkurrent betrachtet. Deutschland wollte als Drehscheibe die EU-L&auml;nder mit russischem Gas versorgen &ndash; Pustekuchen, von wegen Europ&auml;isches Haus von Lissabon bis Wladiwostok und dar&uuml;ber hinaus. Da h&auml;tte Deutschland besser milit&auml;risch ger&uuml;stet sein m&uuml;ssen, um seine Interessen vor allem auch gegen &bdquo;Verb&uuml;ndete&ldquo; durchsetzen zu k&ouml;nnen.<\/p><p>Mit vielen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nMichael Wrazidlo<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo und guten Abend an die Nachdenkseiten.<br>\n&nbsp;<br>\nWas Oskar Lafontaine in diesem Artikel postuliert ist absolut richtig.<br>\n&nbsp;<br>\nW&auml;re Herr Scholz ein Patriot, w&auml;re es seine Pflicht gewesen, den amerikanischen Pr&auml;sidenten darauf hinzuweisen, dass Freundschaften im politischen Leben einer gemeinsamen Basis bed&uuml;rfen. Es w&auml;re bei der Drohung des amerikanischen Pr&auml;sidenten bezgl. der Nordstream Pipelines seine Pflicht gewesen, dass die Spurtreue Deutschlands nicht unendlich dehnbar ist.<br>\n&nbsp;<br>\nEr musste wissen, dass es in Sachen Wirtschaft keinen unbedingten Kadavergehorsam geben kann, will man nicht riskieren, die Existenz seiner eigenen Volkswirtschaft zu verspielen.<br>\n&nbsp;<br>\nScholz war gehalten im Augenblick von Bidens Statement sofort zu intervenieren und dem amerikanischen Pr&auml;sidenten zu bedeuten, dass die Ank&uuml;ndigung eines Anschlags auf die Gasversorgung als feindlicher Angriff, eine Kriegshandlung also, auf die Infrastruktur Deutschlands und der EU betrachtet w&uuml;rde.<br>\nGenau hier endet n&auml;mlich die Solidarit&auml;t der freundschaftlichen Beziehungen. Freundschaft ist keine einseitige Befindlichkeit, sondern basiert auf dem Fundament der beidseitigen Achtung und gegenseitigen Respektierung. Wie wir gesehen haben wird dieser Begriff von den USA recht einseitig ausgelegt.<br>\n&nbsp;<br>\nWas hierbei besonders zu beachten ist braucht man dem Volkswirtschaftler nicht zu erkl&auml;ren. Wenn es in den Beziehungen nicht sach-, u. fachgerecht zugeht, sprich die Regularien der Beziehungen nicht ordentlich beachtet werden, nehmen die Beziehungen von Staaten untereinander auf Dauer selbstverst&auml;ndlich schweren Schaden. Dies ist nicht sofort erkennbar, zeigt sich aber im Laufe der Zeit dann um so gravierender.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Bruchlinien der Beziehungen zwischen Deutschland und den USA waren aber mit der Kasteiung der Deutschen Bank in den USA und den weitergehenden Behinderungen der deutschen Wirtschaft, Stichwort &bdquo;VW&ldquo; , Bayer-Monsanto, und etliche vergleichbare Nickeligkeiten sehr plastisch vorhanden. Wer damals nicht &bdquo;wach &bdquo; geworden ist, hat den Anschluss an die kommerzielle Agenda der USA und der Entwicklung sicher nicht hellwach mitbekommen. Aussagekr&auml;ftig daf&uuml;r ist selbstverst&auml;ndlich die Entwicklung der Zahlungsbilanz der beiden L&auml;nder, wobei Deutschland stets einen gewaltigen &Uuml;berschuss erzielt hat. Dieser Umstand war den &bdquo;Freunden&ldquo; ein Dorn im Auge und mit ein Grund dem zu eifrigen Sch&uuml;ler in Europa auf die Finger zu hauen.<br>\n&nbsp;<br>\nDa wir die Folgen ziemlich stramm beigebracht bekommen, sollten wir sie auf keinen Fall dazu benutzen unseren besten Freunden b&ouml;se Absichten zu unterstellen, denn wer das bisher nicht bemerkt hat sollte sich auch weiterhin nicht st&ouml;ren lassen.<br>\n&nbsp;<br>\nMit bestem Dank f&uuml;r die tiefsch&uuml;rfenden Erkenntnisse.<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nW. Schuckmann <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Truman hat in einem Interview nach dem Abwurf der Atombombe gelacht. Er hat sich gefreut, dass 100.000e Menschen sofort oder sp&auml;ter gestorben sind, weil er mit seinen Waffen die Ausdehnung des Sowjetreichs verhindern wollte. Die Amerikaner haben in Nordkorea nach dem Krieg Weizenfelder verbrannt, gro&szlig;e Teile der nordkoreanischen Bev&ouml;lkerung musste vor Hunger sterben. Die Amerikaner haben den iranischen demokratisch gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten abgesetzt, weil sie das &Ouml;l aus dem Iran f&uuml;r ihre Zwecke einsetzen wollten. Die Amerikaner haben 1973 den demokratisch gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten abgesetzt und einen Machthaber an die Regierung gelassen, der 10.000e Menschen in Stadien zusammengetrieben und hat erschie&szlig;en lassen. Die Blutspur der Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg ist so breit wie keine andere auf diesem Planeten aber in der offiziellen Version sind immer und grunds&auml;tzlich &bdquo;die anderen&ldquo; &nbsp;Schuld, wer auch immer das sein soll. In meinen Augen ist jeder Deutsche und jede Deutsche, die sich mit diesem Lumpenpack aus &nbsp;den vereinigten Staaten verbr&uuml;dert, zusammentut, auf sie h&ouml;rt, ihren Worten folgt, ein Versager oder eine Versagerin. Die Kriegserkl&auml;rung an Russland von Frau Baerbock, die gedankenlosen Spenden von Herrn Lindner an die Ukrainer mit der gleichzeitigen Forderung, die Menschen in Deutschland l&auml;nger arbeiten zu lassen tr&auml;gt die gleichen r&uuml;cksichtslosen Z&uuml;ge, wie die der amerikanischen Einflussmenschen, wer immer sie auch sein m&ouml;gen.<br>\n&nbsp;<br>\nDeutschland ist Kriegspartei seitdem die NATO aufgerufen hat, im Ausland Eins&auml;tze zu erbringen.<br>\n&nbsp;<br>\nDie Deutschen haben mit 17 Mio. Soldaten diese Welt in eine Ungleichheit gebracht, die heute noch nachbebt. Dass nun wieder Kriege mit deutschen Soldaten gef&uuml;hrt wird, bedeutet, die Lehre aus dem 1. und 2. Weltkrieg hat nicht stattgefunden, die Nacharbeit und Losl&ouml;sung von den Nazis hat nicht stattgefunden und unsere derzeitige Regierung macht dann noch den Moralaufkleber drauf.<br>\n&nbsp;<br>\nWir, die wir nicht wollen, dass die AfD demn&auml;chst erstarkt und einen Kanzlerkandiaten aufstellt, sich wom&ouml;glich noch w&auml;hlen l&auml;sst, k&ouml;nnen nur eins hoffen, dass der komplette Regierungsapparat ausgetauscht wird, die Amerikaner dieses Land f&uuml;r immer verlassen, wie Herr Lafontaine bereits m&uuml;ndlich und in seinem letzten Buch gefordert hat, und wir hier in diesem Land, an dem Blut klebt, wie an keinem anderen, aufwachen, den Gr&uuml;nen endlich die Heinrich B&ouml;ll Stiftung entrei&szlig;en und endlich erwachsen werden. Das hat die CDU nicht geschafft, die SPD nicht, die ja gar keine SPD mehr ist, unter anderem Herrn Gabriel sei Dank, die Gr&uuml;nen sind offensichtlich durch mit ihrem Gequake &uuml;ber Frieden schaffen ohne Waffen und die FDP m&ouml;chte niemand mehr ernst nehmen. Frau Strack-Zimmermann als leibliche Nachfolge von Messerschmitt und Kruppstahl mit einem Karma, von dem sich nach einmaligen Genu&szlig; einfach nicht mehr erholen kann.<br>\n&nbsp;<br>\nWir verlangen zu viel von einem Kanzler, der sich verleugnen l&auml;sst, Geld an Banken verschenkt und sich vor Interviews dr&uuml;ckt.<br>\n&nbsp;<br>\nWir m&uuml;ssen von uns viel mehr verlangen und mit erhobenem Haupt zugeben, dass wir als Deutsche in jeder Hinsicht versagt haben, Herrn Brandt, Herrn Gysi und Herrn Bahr ausgenommen.<br>\n&nbsp;<br>\nmit freundlichem Gru&szlig;<br>\nMarkus Westbomke<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oskar Lafontaine stellt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102761\">in diesem Beitrag<\/a> die These auf, dass alle Bundeskanzler ihre Besonderheiten gehabt h&auml;tten. Bundeskanzler Olaf Scholz stehe &bdquo;f&uuml;r die Deindustrialisierung Deutschlands, das Wiedererstarken des Militarismus und den Abschied von der Ost- und Entspannungspolitik Willy Brandts&ldquo;. Wir haben hierzu interessante Leserbriefe erhalten. Danke daf&uuml;r. Hier nun eine Auswahl, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102889\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-102889","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102889","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=102889"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102889\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102893,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102889\/revisions\/102893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=102889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=102889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=102889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}