{"id":102904,"date":"2023-08-27T11:45:22","date_gmt":"2023-08-27T09:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102904"},"modified":"2023-08-26T03:55:56","modified_gmt":"2023-08-26T01:55:56","slug":"lateinamerika-und-die-galeeren-des-gruenen-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102904","title":{"rendered":"Lateinamerika und die Galeeren des gr\u00fcnen Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p>In den ersten Jahren ihres Bestehens hat die Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (CELAC), motiviert durch einen unaufschiebbaren Impuls f&uuml;r den Frieden, einen Gro&szlig;teil ihrer Zeit darauf verwendet, die Erkl&auml;rung von Lateinamerika und der Karibik zur Friedenszone[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102904#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]&nbsp;mit Inhalt zu f&uuml;llen. Dies ist eine ihrer Gr&uuml;ndungss&auml;ulen und bewahrt sie als solche vor der Versuchung, den Sirenenges&auml;ngen zu erliegen, die sie von verschiedenen kriegf&uuml;hrenden Organisationen zu h&ouml;ren bekommt. Diesem Umstand ist es unter anderem zu verdanken, dass es in der Region keinen offenen bewaffneten Konflikt gibt; die Region m&ouml;chte, dass dies so bleibt und setzt sich f&uuml;r eine weltweite Friedensf&ouml;rderung ein. Doch das st&ouml;&szlig;t unter anderem auf den Widerstand der EU und deren neoliberaler Agenda. Von <strong>Irene Le&oacute;n<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-102904-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230825-Lateinamerika-und-Galeeren-des-gruenen-Kapitalismus-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230825-Lateinamerika-und-Galeeren-des-gruenen-Kapitalismus-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230825-Lateinamerika-und-Galeeren-des-gruenen-Kapitalismus-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230825-Lateinamerika-und-Galeeren-des-gruenen-Kapitalismus-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=102904-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230825-Lateinamerika-und-Galeeren-des-gruenen-Kapitalismus-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230825-Lateinamerika-und-Galeeren-des-gruenen-Kapitalismus-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Krieg ist keine der&nbsp;Priorit&auml;ten der CELAC, sondern sie konzipiert sich ganz im Gegenteil &bdquo;als ein repr&auml;sentativer Mechanismus f&uuml;r politische Konsultation, Zusammenarbeit und wirtschaftliche, soziale und kulturelle Integration, beruhend auf Demokratie und Dialog als Instrument zur Beilegung von Differenzen und erkennt gleichzeitig das Recht eines jeden Landes an, sein politisches und wirtschaftliches System frei zu definieren&rdquo;&nbsp;[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Die Definition als Friedenszone h&auml;ngt mit ihrer Verpflichtung zum Multilateralismus, mit der Suche nach friedlichen und diplomatischen Konfliktl&ouml;sungen und&nbsp;&ndash; im schlimmsten Fall &ndash; mit der Neutralit&auml;t zusammen.<\/p><p>Deshalb weigerte sich die Region auch auf dem Dritten Gipfel CELAC-Europ&auml;ische Union[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>], der am 17. und 18. Juli 2023 in Br&uuml;ssel stattfand, auf die Forderungen der EU einzugehen und gegen Russland Partei zu ergreifen und die Ukraine zu unterst&uuml;tzen. Mehr noch, in einem Szenario, in dem Waffenh&auml;ndler von Streubomben bis hin zu nuklearen &bdquo;Abschreckungs&rdquo;systemen alles zur Verf&uuml;gung stellen, &bdquo;m&uuml;ssen wir den Humanismus aufrechterhalten und die Aufr&uuml;stung und die Verbreitung von Atomwaffen bek&auml;mpfen. Die Europ&auml;ische Union muss uns eine gr&ouml;&szlig;ere Anstrengung zur Erreichung des Friedens zusichern&rdquo;, betonte die honduranische Pr&auml;sidentin Xiomara Castro.<\/p><p>Die CELAC-L&auml;nder stellen infrage, dass Billionen f&uuml;r Kriege ausgegeben werden, aber keine wirksamen Ma&szlig;nahmen zur Beseitigung der Ungleichheit und nicht einmal f&uuml;r die Beseitigung des Hungers ergriffen werden. Im Jahr 2022 beliefen sich die weltweiten R&uuml;stungsausgaben auf rund 2,2 Billionen US-Dollar, allein die EU investierte mehr als 345 Milliarden, w&auml;hrend sich die Ausgaben ihres Verb&uuml;ndeten USA auf 877 Milliarden summierten[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p><p>Die Erkl&auml;rung des dritten CELAC-EU-Gipfels 2023[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]&nbsp;verweist auf den Frieden und internationale Instrumente zur Konfliktl&ouml;sung, w&auml;hrend die von 2016 die Grundlage der Erkl&auml;rung Lateinamerikas und der Karibik als Zone des Friedens w&uuml;rdigt und auf die Bedeutung des Vertrags von Tlatelolco[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>](1967) hinweist. Dieser verbietet Atomwaffen in der Region und f&ouml;rdert die Abr&uuml;stung.<\/p><p><strong>Die Pl&auml;ne der CELAC &ndash; und die Pl&auml;ne der EU f&uuml;r die CELAC<\/strong><\/p><p>Obwohl beide Regionen in der Wichtigkeit einer Verbesserung der bilateralen Beziehung &uuml;bereinstimmen und auf mehrere gemeinsame globale Probleme wie die Erderw&auml;rmung oder die Pandemien hinweisen, bezieht sich ihr jeweiliger Fokus auf unterschiedliche geopolitische Perspektiven.<\/p><p>Die CELAC, als Stimme Lateinamerikas und der Karibik in der Welt, zieht vielf&auml;ltige internationale Beziehungen mit den verschiedenen Regionen in Betracht, die Vereinbarungen mit den Achsen der Multipolarit&auml;t umfassen, wie im Falle Chinas, mit dem sie einen gemeinsamen Aktionsplan hat.<\/p><p>In ihrem&nbsp;<em>Plan zur Reaktivierung und St&auml;rkung<\/em>[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]&nbsp;nennt die CELAC als ihre Priorit&auml;ten die Konsolidierung ihrer eigenen Kapazit&auml;ten und ihrer Souver&auml;nit&auml;t sowie die sofortige Einf&uuml;hrung von Umverteilungsmechanismen, unter anderem durch Ma&szlig;nahmen, die die internationalen Finanzinstitutionen einbeziehen. Hierzu z&auml;hlen etwa der zeitnahe Zugang zu Sonderziehungsrechten oder die Behandlung der Auslandsschulden, die mehr als 70 Prozent des regionalen BIP ausmachen und die gerade jetzt aufgrund der Zinsen, Geb&uuml;hren und Zuschl&auml;ge auf Darlehen einen Kanal f&uuml;r Ressourcenabzug darstellen. Auch die Schaffung einer eigenen W&auml;hrung zur Erleichterung der Diversifizierung des Handelsaustausches steht auf der Tagesordnung.<\/p><p>Gleichzeitig plant die CELAC die St&auml;rkung der Souver&auml;nit&auml;t in Bezug auf Nahrungsmittel, Technologie und Energie &ndash; Bereiche, die, wie wir weiter unten sehen werden, im Mittelpunkt des erneuerten Plans der EU f&uuml;r die Region stehen. In ihren Beziehungen zu Europa hat die CELAC, abgesehen von dem ausdr&uuml;cklichen Interesse an geregelten und gleichberechtigten Wirtschaftsbeziehungen, keine spezifischen politischen Pl&auml;ne und auch keine einseitigen oder einmischenden Ma&szlig;nahmen. Gleichzeitig beobachtet sie mit Besorgnis unter anderem die Menschenrechtsverletzungen bei den Migrationsprozessen, vor allem im Mittelmeerraum, oder die Unterdr&uuml;ckung der Zivilgesellschaft wegen ihrer Forderungen.<\/p><p>Die EU schl&auml;gt ihrerseits eine Partnerschaft auf der Grundlage ihres Global Gateway-Projekts[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]&nbsp;vor, einer internationalen Governance-Agenda, die darauf abzielt, Europa in der Welt neu zu positionieren. Ziel ist es, Investitionen der EU, ihrer Mitgliedstaaten und ihrer Finanzinstitute zu aktivieren, vor allem in den Bereichen gr&uuml;ne und saubere Energie und digitale Technologien sowie in den Bereichen Infrastruktur, Gesundheit, Bildung und Forschung. Es handelt sich um eine Mobilisierung &ouml;ffentlicher Mittel zur weiteren St&auml;rkung des Investitions- und Gewinnpotenzials des Privatkapitals. Der Pr&auml;sident des Rates der Europ&auml;ischen Union, Pedro S&aacute;nchez, hat argumentiert, dass &ouml;ffentliche Investitionen private Investitionen ankurbeln und so gerechtere Gesellschaften schaffen werden.<\/p><p>Gleichzeitig tritt die EU mit diesem internationalen Neustart in Konkurrenz unter anderem mit Chinas Vorschlag der Seidenstra&szlig;e, der auf dem Win-win-Prinzip beruht. Im Jahr 2022 erreichte der Handel zwischen China und Lateinamerika ein Volumen von 485,7 Milliarden Dollar, ein weiterer Anstieg wird erwartet.<\/p><p>Im Rahmen des Dritten CELAC-EU-Gipfels k&uuml;ndigte die Pr&auml;sidentin der Europ&auml;ischen Kommission, Ursula von der Leyen, Investitionen in H&ouml;he von 45 Milliarden Euro in der Region Lateinamerika und Karibik an, die sie als nat&uuml;rlichen Verb&uuml;ndeten und langj&auml;hrigen Freund bezeichnete. Die EU, die mit 26 der 33 L&auml;nder der Region Handelspartnerschaften unterh&auml;lt, hat vor Kurzem neue Abkommen &uuml;ber sauberen Wasserstoff mit Argentinien, Chile und Uruguay geschlossen. Sie hofft weiterhin auf den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Mexiko und vor allem darauf, den Abschluss des seit 2019 geplanten Freihandelsabkommens mit dem Mercosur zu erreichen.<\/p><p>Von der Leyen unterstrich das Bestreben, dass sich die Gesch&auml;ftsbeziehungen zwischen den beiden Regionen intensivieren, zur St&auml;rkung der Schaffung von M&ouml;glichkeiten f&uuml;r jeden &bdquo;an seinem rechtm&auml;&szlig;igen Platz&rdquo; in den Liefer- und Wertsch&ouml;pfungsketten. In Lateinamerika und der Karibik entstehen viele der Konflikte jedoch durch Rechtsverletzungen des Privatsektors, vor allem der Unternehmen und transnationalen Konzerne, die von allen m&ouml;glichen Anreizen ohne Regulierungen profitieren. Unter diesen Bedingungen k&ouml;nnten &ouml;ffentliche Anreize f&uuml;r das Vordringen des europ&auml;ischen Privatsektors in strategische Bereiche Lateinamerikas und der Karibik zur Privatisierung von Natur- und Energieressourcen durch Dritte f&uuml;hren.<\/p><p>Andererseits ist im Zusammenhang mit Global Gateway die sogenannte &bdquo;internationale regelbasierte Ordnung&rdquo; in Stellung gebracht worden, die, wie der kubanische Pr&auml;sident Miguel Diaz Canel betont, nicht von den Staaten vereinbart wurde, die internationale Gesetzgebung verdr&auml;ngt und&nbsp;&ndash; zum Vorteil des privaten und unternehmerischen Sektors&nbsp;&ndash; sogar an die Stelle der multilateralen Gremien tritt.<\/p><p>Dies erkl&auml;rt den Appell an Gleichheit und Transparenz, den die Pr&auml;sidenten der CELAC im Rahmen des Dritten&nbsp;Gipfeltreffens formulierten. Mit den Worten des Pr&auml;sidenten des Plurinationalen Staates Bolivien, Luis Arce: &bdquo;Alle Staaten haben das Recht auf ihre Souver&auml;nit&auml;t, und mit diesem Respekt sollten auch die nat&uuml;rlichen Ressourcen der L&auml;nder behandelt werden.&rdquo;<\/p><p><strong>Einige Dynamiken der Energiewende<\/strong><\/p><p>Lateinamerika und die Karibik zeichnen sich durch den Reichtum ihrer Natur- und Energieressourcen aus, mit betr&auml;chtlichen Reserven an erneuerbaren und sauberen Energien: Sonne, Wind, Wasser, Wasserstoff und andere, aber auch an fossilen Energien. Letztere sto&szlig;en nach wie vor auf gro&szlig;es Interesse, da ein gro&szlig;er Teil der Industrie, der Transport und andere Bereiche von ihnen abh&auml;ngen. Venezuela verf&uuml;gt &uuml;ber die gr&ouml;&szlig;ten Erd&ouml;lreserven der Welt, w&auml;hrend Bolivien, Argentinien und Chile mit 85 Prozent des wertvollen Minerals Lithium das sogenannte Lithium-Dreieck bilden.<\/p><p>Die internationale Nachfrage nach diesen Ressourcen, insbesondere nach sauberer Energie, hat sich mit dem Aufkommen der Pl&auml;ne zur Energiewende vervielfacht, die durch den drohenden Klimawandel und die damit verbundenen internationalen Verpflichtungen ausgel&ouml;st wurden. &bdquo;Im Jahr 2022 flossen 224,579 Milliarden Dollar nach Lateinamerika und in die Karibik, die h&ouml;chsten Betr&auml;ge seit Beginn der Aufzeichnungen.&rdquo;[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] Zu diesen Investitionen geh&ouml;ren auch die von Investmentfonds des Finanzkapitals und anderen Akteuren, die nicht direkt mit kollektiven L&ouml;sungen, sondern mit privater Akkumulation zu tun haben. Dadurch hat die Energiewende Konturen vor allem in Bezug auf die Energieversorgungssicherheit angenommen, nicht zuletzt, weil die L&auml;nder des Nordens ihre Politik mit der Entwicklung der M&auml;rkte verbinden.<\/p><p>In diesem Zusammenhang ist es f&uuml;r die Region von wesentlicher Bedeutung, die Achse der Souver&auml;nit&auml;t bei ihrem Energieangebot zu bekr&auml;ftigen. Auf dem Gipfeltreffen mit der EU hat die CELAC das Thema Extraktivismus auf den Tisch gebracht, auch in Verbindung mit Praktiken, die aus dem kolonialen Erbe resultieren, die immer noch fortbestehen und Gegenstand von Reparationsforderungen sind. Dies gilt insbesondere f&uuml;r die Karibik, wo Situationen des direkten Kolonialismus fortbestehen, sowie f&uuml;r Afro-Nachkommen und indigene V&ouml;lker. Laut dem argentinischen Pr&auml;sidenten Alberto Fernandez hat dieser Gipfel erm&ouml;glicht, das Problem des Extraktivismus zum ersten Mal direkt anzusprechen und einen Mechanismus zu seiner Beendigung vorzuschlagen.<\/p><p>Die EU bringt vor, dass es nicht nur um die Ressourcengewinnung geht, sondern auch um die Dynamisierung von Wertsch&ouml;pfungsketten und das Vorhandensein tragf&auml;higer Zulieferer, wovon auch die lokalen Gemeinschaften profitieren w&uuml;rden. Sie behauptet, dass die&nbsp;<em>Investitionsagenda Global Gateway EU-Lateinamerika\/Karibik<\/em>&nbsp;als politische Verpflichtung f&uuml;r die Zusammenarbeit und die Ermittlung fairer gr&uuml;ner und digitaler Investitionsm&ouml;glichkeiten in Lateinamerika und der Karibik definiert sei. Diese w&uuml;rde von dem durch Handels- und Investitionsabkommen geschaffenen offenen Umfeld profitieren und so zur Erreichung der Ziele f&uuml;r nachhaltige Entwicklung beitragen.<\/p><p>Pragmatisch erinnert der Pr&auml;sident der CELAC, Ralph Gonsalves, daran, dass &bdquo;2009 bereits von einem Milliardenfonds zur Eind&auml;mmung des Klimawandels die Rede war und bis heute nichts geschehen ist&rdquo;. Aber &uuml;ber die Fonds hinaus weisen Gonsalves selbst und mehrere CELAC-Pr&auml;sidenten darauf hin, dass &bdquo;das zugrundeliegende Problem die Dynamik des kapitalistischen Systems selbst ist, das der Reproduktion des Kapitals Vorrang vor dem menschlichen und planetarischen Leben einr&auml;umt&rdquo;, wie der bolivianische Pr&auml;sident Luis Arce betonte. Gleichzeit rief er dazu auf, &bdquo;als internationale Gemeinschaft zu denken, die wir sind, und gemeinsam die Ursachen und L&ouml;sungen f&uuml;r alle Aspekte der vielfachen Krisen des Kapitalismus zu ermitteln&rdquo;.<\/p><p>Dies zeigt, dass die CELAC neben ihrer Suche nach sozio&ouml;konomischen L&ouml;sungen dringend ihren Vorschlag f&uuml;r die regionale Selbstversorgung und ihren eigenen Plan f&uuml;r die Energiewende ausarbeiten muss. Dar&uuml;ber hinaus muss sie die Planungen f&uuml;r die technologische Entwicklung, die digitale Souver&auml;nit&auml;t und das Wissen, die in ihrem&nbsp;<em>Reaktivierungs- und Verst&auml;rkungsplan<\/em>&nbsp;enthalten sind, voranbringen. Auf dieser Grundlage werden sich respektvolle &uuml;berregionale Beziehungen entwickeln, die, wie der brasilianische Pr&auml;sident Luiz In&aacute;cio Lula da Silva betonte, die M&ouml;glichkeit einschlie&szlig;en, Partner unter Gleichen mit Europa zu sein.<\/p><p><em>Irene Le&oacute;n aus Ecuador ist Soziologin und Autorin<\/em><\/p><p>&Uuml;bersetzung: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/265444\/lateinamerika-karibik-neue-galeeren\">Susanne Schartz-Laux, Amerika21.<\/a><\/p><p>Titelbild: Shutterstock \/ Alexandros Michailidis<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101399\">&bdquo;Gipfel der V&ouml;lker&rdquo; als Gegenentwurf zum CELAC-EU-Gipfel in Br&uuml;ssel<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93098\">Celac-Gipfel der lateinamerikanischen Staaten in Argentinien: Mehr Zusammenarbeit mit BRICS und Losl&ouml;sung vom Einfluss der USA<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102615\">Stimmen aus Lateinamerika: Die R&uuml;ckkehr einer selbstbewussten Dritten Welt<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/006c96ab1c874173adb4d71a4a0d463f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Celac (2014)&nbsp;<a href=\"https:\/\/portales.sre.gob.mx\/ppt-celac\/es\/que-es-la-celac\/cumbres-celac\">Proklamation<\/a>&nbsp;von Lateinamerika und der Karibik als Zone des Friedens.<\/p>\n<p>[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Irene Le&oacute;n (2022), Die Integration mit souver&auml;ner Perspektive, in&nbsp;<a href=\"https:\/\/culturavenezuela.com\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Revista_REDH2022_JR3.pdf\">Humanidad en REDH Jahr 2023 Nr. 1<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/es\/meetings\/international-summit\/2023\/07\/17-18\/\">Gipfeltreffen<\/a>&nbsp;Celac-Europ&auml;ische Union, Br&uuml;ssel, 17.-18. Juli 2023.<\/p>\n<p>[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Internationales Stockholmer Friedensinstitut, SIPRI (2022).&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.sipri.org\/databases\/milex\">Datenbank<\/a>&nbsp;der Milit&auml;rausgaben.<\/p>\n<p>[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Europarat (2023)&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/media\/65925\/st12000-es23.pdf\">Erkl&auml;rung<\/a>&nbsp;des Celac-EU-Gipfels 2023\/12000-23.<\/p>\n<p>[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.oas.org\/xxxivga\/spanish\/reference_docs\/Tratado_Tlatelolco.pdf\">Vertrag<\/a>&nbsp;&uuml;ber das Verbot von Kernwaffen in Lateinamerika und der Karibik (1967).<\/p>\n<p>[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Celac (2021)&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.sela.org\/media\/3223268\/declaracion-pol%C3%ADtica-de-ciudad-de-mexico-vi-cumbre-Celac.pdf\">Erkl&auml;rung<\/a>&nbsp;von Mexiko-Stadt. VI. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Celac. Mexiko.<\/p>\n<p>[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Europ&auml;ische Kommission.&nbsp;<a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/strategy-and-policy\/priorities-2019-2024\/stronger-europe-world\/global-gateway_es\">Global Gateway<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.cepal.org\/es\/publicaciones\/48978-la-inversion-extranjera-directa-america-latina-caribe-2023\">Cepal<\/a>(2023) Ausl&auml;ndische Direktinvestitionen in Lateinamerika und der Karibik 2023.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den ersten Jahren ihres Bestehens hat die Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (CELAC), motiviert durch einen unaufschiebbaren Impuls f&uuml;r den Frieden, einen Gro&szlig;teil ihrer Zeit darauf verwendet, die Erkl&auml;rung von Lateinamerika und der Karibik zur Friedenszone[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102904#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]&nbsp;mit Inhalt zu f&uuml;llen. Dies ist eine ihrer Gr&uuml;ndungss&auml;ulen und bewahrt sie als solche vor der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=102904\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":102905,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,30],"tags":[3334,3360,895,2052,1792,2145],"class_list":["post-102904","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-celac","tag-europaeische-union","tag-freihandel","tag-investitionen","tag-kolonialismus","tag-lateinamerika"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/shutterstock_2336691197.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=102904"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102904\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102958,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/102904\/revisions\/102958"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/102905"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=102904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=102904"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=102904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}