{"id":10292,"date":"2011-08-01T08:54:18","date_gmt":"2011-08-01T06:54:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292"},"modified":"2011-08-01T11:33:21","modified_gmt":"2011-08-01T09:33:21","slug":"hinweise-des-tages-1436","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der Mord an der Freiheit; Gabriel und SPD bleiben widerspr&uuml;chlich in ihrer Haltung zu Sarrazin und &ldquo;Oslo&rdquo;; Reallohnverluste und ihre Hintergr&uuml;nde; Kampf um Altersarmut; Republikaner demontieren ihren Spitzenmann; Ratingagenturen gie&szlig;en neues &Ouml;l ins Feuer; Joseph Stiglitz: Die &Uuml;bel des unregulierten Kapitalismus; Das deutsche Bahnhofsdrama; SPD sieht Mehrheit f&uuml;r &ldquo;Stuttgart 21&rdquo;; Fallstricke bei der Finanzberatung; Inside Steuerfahndung &ndash; Interview mit Frank Wehrheim; Geld oder Gerechtigkeit; Wenn die Freiwilligen nicht freiwillig kommen; Deutsche Rentenversicherung: &ldquo;Deutliche Beitragssenkung ist m&ouml;glich&rdquo;; China entdeckt die Radioaktivit&auml;t; Afghanistan: Bomben, Attentate, K&auml;mpfe, Minen, Morde, &Uuml;berf&auml;lle; Tag der Zwietracht auf dem Tahrir; Jean Zieglers nicht-gehaltene Festspielrede; Zu guter letzt: Ist der Einfluss der Rating-Agenturen zu gro&szlig;?; Das Letzte: Zwei-Klassen-Klos. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h01\">Der Mord an der Freiheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h02\">Gabriel und SPD bleiben widerspr&uuml;chlich in ihrer Haltung zu Sarrazin und &ldquo;Oslo&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h03\">Reallohnverluste und ihre Hintergr&uuml;nde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h04\">Kampf um Altersarmut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h05\">Republikaner demontieren ihren Spitzenmann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h06\">Ratingagenturen gie&szlig;en neues &Ouml;l ins Feuer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h07\">Joseph Stiglitz: Die &Uuml;bel des unregulierten Kapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h08\">Das deutsche Bahnhofsdrama<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h09\">SPD sieht Mehrheit f&uuml;r &ldquo;Stuttgart 21&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h10\">Fallstricke bei der Finanzberatung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h11\">Inside Steuerfahndung &ndash; Interview mit Frank Wehrheim <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h12\">Geld oder Gerechtigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h13\">Wenn die Freiwilligen nicht freiwillig kommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h14\">Deutsche Rentenversicherung: &ldquo;Deutliche Beitragssenkung ist m&ouml;glich&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h15\">China entdeckt die Radioaktivit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h16\">Afghanistan: Bomben, Attentate, K&auml;mpfe, Minen, Morde, &Uuml;berf&auml;lle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h17\">Tag der Zwietracht auf dem Tahrir<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h18\">Jean Zieglers nicht-gehaltene Festspielrede 2011-08-01<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h19\">Zu guter letzt: Ist der Einfluss der Rating-Agenturen zu gro&szlig;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292#h20\">Das Letzte: Zwei-Klassen-Klos<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/wp-print.php?p=10292\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Der Mord an der Freiheit <\/strong><br>\nZu lange wurde die Islamfeindlichkeit verharmlost. Nach Oslo m&uuml;ssen wir dem rechten Terror ins Auge blicken.<br>\nNur wer die allseits h&ouml;rbare Islamfeindlichkeit, die Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien, die immer ekelhafteren Beschimpfungen von Muslimen in einschl&auml;gigen Foren und Blogs im Internet f&uuml;r ungef&auml;hrlich hielt, kann behaupten, Breivik sei &raquo;aus dem Nichts&laquo; gekommen. Nur wer den zunehmenden Verfall demokratischer Sitten, die Abnahme des Respekts vor Andersdenkenden, die Zunahme fremdenfeindlicher Ressentiments auch im medialen Mainstream nicht sehen wollte, kann ihn f&uuml;r eine &uuml;berraschende Erscheinung halten.<br>\nAnders Breivik kam nicht aus dem Nichts.<br>\nEr mag ein Einzelt&auml;ter gewesen sein, das wird sich noch herausstellen, aber sicher ist schon jetzt: Er war kein Einzeldenker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/31\/Norwegen-Attentat\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gabriel und SPD bleiben widerspr&uuml;chlich in ihrer Haltung zu Sarrazin und &ldquo;Oslo&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;In einer Gesellschaft, in der Anti-Islamismus und Abgrenzung von anderen wieder hoff&auml;hig wird, in der das B&uuml;rgertum Herrn Sarrazin applaudiert, da gibt es nat&uuml;rlich auch an den R&auml;ndern der Gesellschaft Verr&uuml;ckte, die sich&nbsp;letztlich legitimiert f&uuml;hlen, h&auml;rtere Ma&szlig;nahmen anzuwenden.&rdquo;<br>\nSo Gabriel laut Tagesspiegel am vergangenen Dienstagabend in einem Gespr&auml;ch mit dpa-Korrespondentin Miriam Bandar am Rande eines Camps von sozialdemokratischen Jugendorganisationen am Attersee.<br>\nIn ihrer Sonntagsausgabe berichtet dieselbe Zeitung nun aber dar&uuml;ber, &ldquo;wie der SPD-Chef sich selbst ungesagt machen will.&rdquo;&hellip;<br>\nKurzum: Gabriel und seine SPD knicken wieder einmal ein, weil BILD und einige emp&ouml;rte W&auml;hler und Genossen Sarrazin st&uuml;tzen, ja, jeden Angriff auf diesen politischen Hei&szlig;sporn und Hetzer als pers&ouml;nlichen Angriff werten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=159&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Reallohnverluste und ihre Hintergr&uuml;nde<\/strong><br>\nNeue Befunde aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), nach denen vor allem Arbeitnehmer mit niedrigerem Einkommen in den vergangenen zehn Jahren gro&szlig;e Reallohnverluste hinnehmen mussten, haben f&uuml;r gro&szlig;e Aufmerksamkeit gesorgt.<br>\nMehrere aktuelle Studien und Analysen von Forschern der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung leuchten Hintergr&uuml;nde dieser Entwicklung aus. Ein wesentlicher Aspekt ist danach die Entwicklung des Tarifsystems. Es stabilisiert die Lohnentwicklung in Deutschland. Die Tarifl&ouml;hne sind in den vergangenen Jahren deutlich st&auml;rker gestiegen als die effektiven Bruttoeinkommen. Allerdings sinkt die Reichweite des Tarifsystems, abzulesen an der Tarifbindung, seit etwa anderthalb Jahrzehnten. Gleichzeitig wuchs der Niedriglohnsektor, atypische Besch&auml;ftigungsformen wie Leiharbeit oder Minijobs breiteten sich stark aus. (Siehe die Grafik unten (WL)) Die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Dekade haben dazu erheblich beigetragen und so das Tarifsystem weiter unter Druck gebracht. Die folgenden Links f&uuml;hren Sie zu kurzen <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/36714.htm\">Zusammenfassungen relevanter Untersuchungen<\/a>: \n<ul>\n<li>Die L&ouml;hne und Geh&auml;lter in Deutschland haben sich zwischen 2000 und 2010 weitaus schw&auml;cher entwickelt als die Gewinn- und Kapitaleinkommen. Real &ndash; also nach Abzug der Inflation &ndash; sind die durchschnittlichen Bruttoeinkommen pro Besch&auml;ftigtem um vier Prozent zur&uuml;ckgegangen, hat Dr. Reinhard Bispinck, der Leiter des WSI-Tarifarchivs, berechnet. Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Deregulierung am Arbeitsmarkt haben dazu beigetragen, dass sich die Bruttoeinkommen in den Nullerjahren schwach entwickelten. Deutlich besser sieht es bei der Entwicklung der tariflichen L&ouml;hne und Geh&auml;lter aus, zeigt Bispincks Analyse: Sie lagen am Ende des Jahrzehnts real um knapp sieben Prozent h&ouml;her als am Anfang. Allerdings blieb auch das Wachstum der durchschnittlichen Tarifl&ouml;hne in vielen Branchen hinter dem Anstieg von Produktivit&auml;t und Preisen zur&uuml;ck, die den neutralen Verteilungsspielraum definieren. Und weil zeitgleich die Tarifbindung sank, manche Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten tarifliche &Ouml;ffnungsklauseln nutzten oder Tarifsteigerungen auf noch vorhandene &uuml;bertarifliche Lohnbestandteile anrechneten, schlugen Steigerungen der Tarife nur zum Teil auf die Bruttoverdienste durch (<a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/22728_22732.htm\">Bericht aus B&ouml;ckler Impuls, Februar 2011<\/a>).<\/li>\n<li>In vielen L&auml;ndern sind die Einkommen heute ungleicher verteilt als vor zwei Jahrzehnten. Besonders deutlich hat sich die Schere in Deutschland ge&ouml;ffnet. Die Mittelschicht schrumpft. Auch bei den Verm&ouml;gen hat die Konzentration nach den aktuellsten vorliegenden Zahlen deutlich zugenommen (<a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/22741_22745.htm\">Bericht aus B&ouml;ckler Impuls, M&auml;rz 2011<\/a>, mit Befunden aus dem Buch &ldquo;Des Reichtums fette Beute&rdquo; von Gustav A. Horn, aus einem von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderten Forschungsprojekt zur Verm&ouml;gensverteilung sowie Forschungsergebnissen des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung).<\/li>\n<li>Zahlreiche europ&auml;ische Staaten unterst&uuml;tzen eine <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/magmb_2011_7-8_bispinck.pdf\">stabile Tarifbindung [PDF &ndash; 145 KB]<\/a>, beispielsweise werden viele Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r allgemeinverbindlich erkl&auml;rt. Die WSI-Forscher Dr. Reinhard Bispinck und Dr. Thorsten Schulten analysieren in einem Beitrag f&uuml;r das Magazin Mitbestimmung (neue Ausgabe 7\/8 2011), wie sich das Tarifsystem in Deutschland und bei seinen Nachbarn entwickelt hat und was Gewerkschaften, Politik und Arbeitgeber f&uuml;r eine Re-Stabilisierung tun k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>(Bitte beachten Sie den Hinweis am Ende des Absatzes) Manche &Ouml;konomen halten die deutsche Konsumschw&auml;che f&uuml;r &uuml;berwunden. Tats&auml;chlich geht der Trend nach oben, die Zuwachsrate liegt aber noch weit unter dem langj&auml;hrigen Durchschnitt. Darauf weist das <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/6755_35107.htm\">Institut f&uuml;r Marko&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung hin<\/a>. Das IMK sieht einen deutlichen Zusammenhang zur Deregulierung des Arbeitsmarkts, der Ausdehnung des Niedriglohnsektors und der zunehmenden Einkommensungleichheit seit der Jahrtausendwende. Das bedeute auch, dass die Politik einen Beitrag zur nachhaltigen &Uuml;berwindung der Konsumschw&auml;che leisten k&ouml;nne. Etwa durch einen Mindestlohn und bessere Regulierung bei der Leiharbeit (PM vom 31.5. 2011; WICHTIGER HINWEIS: Das IMK hat in seinem Prognose-Update vom 27. Juni seine Vorhersage f&uuml;r den privaten Konsum angehoben: Die Konsumausgaben werden 2011 um 1,7 und 2012 um 1,3 Prozent steigen. Die Analyse in der verlinkten PM bleibt gleichwohl aktuell).<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"\/upload\/bilder\/110801_atypische_erwerbsformen.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110801_atypische_erwerbsformen_small.jpg\" alt=\"atypsiche Besch&auml;ftigte\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/\">Sozialpolitik aktuell in Deutschland mit vielen weiteren neuen interessanten Daten und Fakten<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kampf um Altersarmut<\/strong><br>\nEin in Zukunft wom&ouml;glich deutlich zunehmender Umfang von Altersarmut ist seit geraumer Zeit eines der gesellschaftspolitischen Top-Themen. Sozialpolitische Konzepte, die auf diese Herausforderung reagieren, sto&szlig;en in der &Ouml;ffentlichkeit auf reges Interesse. Hierbei werden beim Kampf ums Thema &raquo;Altersarmut&laquo; in der politischen Konkurrenzarena einfache L&ouml;sungen bevorzugt: Plakative Botschaften, die ein medieng&auml;ngiges Alleinstellungsmerkmal erwarten lassen und nach Art des &raquo;Rumpelstilzchen-Effekts&laquo; suggerieren, mit Ausspruch des Zauberwortes auch gleich das Problem zu beseitigen. Als Rezeptur gegen Altersarmut konkurrieren derzeit &ndash; auch mit Blick auf den nach der Sommerpause startenden &raquo;Regierungsdialog Rente&laquo; &ndash; vor allem drei Begriffe um die Aufmerksamkeit des Publikums: Die<br>\n&raquo;Garantierente&laquo; der Gr&uuml;nen, die &raquo;Mindestrente&laquo; der LINKEN und seit j&uuml;ngstem die &raquo;Sockelrente&laquo; des SPD-Vorsitzenden Gabriel. Scheinbar kann und soll die Rente alles richten.<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/110801_kampf_um_altersarmut.pdf\">Arbeitnehmerkammer Bremen [PDF &ndash; 163 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Republikaner demontieren ihren Spitzenmann<\/strong><br>\nBoehner sitzt pl&ouml;tzlich Dutzenden Radikalen vor, die er kaum mehr unter Kontrolle hat.\n<ul>\n<li>Sie haben seinen Schuldenkompromiss mit Pr&auml;sident Obama torpediert, der den Republikanern schon gro&szlig;e Zugest&auml;ndnisse gemacht hatte: Erh&ouml;hung der Schuldengrenze gegen massive Sparma&szlig;nahmen, K&uuml;rzungen bei Gesundheits- und Sozialversicherungen, Stopfen von Steuerschlupfl&ouml;chern und Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r Reiche.<\/li>\n<li>Sie haben ihn am Dienstagabend mit seinem eigenen Plan auflaufen lassen, die Schuldengrenze gegen entsprechende Einsparungen um zun&auml;chst eine Billion Dollar anzuheben, weitere K&uuml;rzungen sollten noch im Jahr 2012, also mitten im Pr&auml;sidentschaftswahlkampf folgen.<\/li>\n<li>Sie haben ihn am Donnerstagabend geblockt, als er den &uuml;berarbeiteten Plan ins Repr&auml;sentantenhaus einbringen wollte. Kurz vor Mitternacht war klar, dass Boehner nicht auf die erforderliche Mehrheit z&auml;hlen konnte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Keine Erh&ouml;hung des Schuldenlimits, keine Steuererh&ouml;hungen &ndash; daf&uuml;r nimmt die Tea Party eine m&ouml;gliche weltweite Wirtschaftskrise in Kauf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,777328,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Interessant auch die Fotostrecke zu den wichtigsten Fakten der US-Schulden und eine interaktive Grafik zur Pleitewelle in den US-Staaten.<br>\nIn dem Beitrag, werden nur die Ausgaben dramatisiert. Man k&ouml;nnte umgekehrt aber auch sagen, die USA haben &ndash; einmal abgesehen von den Interventionen bei der Finanzkrise &ndash; eher ein Einnahme- als ein Ausgabenproblem. Solange in den USA nicht wieder ein halbwegs gerechtes Steuersystem eingef&uuml;hrt wird, gibt es auch ein Schuldenproblem.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ratingagenturen gie&szlig;en neues &Ouml;l ins Feuer<\/strong><br>\n&nbsp;Im Strudel der Euro-Schuldenkrise ger&auml;t Spanien an den Finanzm&auml;rkten immer mehr unter Druck. Das Vorziehen der Neuwahlen auf November hat die Unsicherheit noch gesch&uuml;rt. Spanien leidet unter der h&ouml;chsten Arbeitslosigkeit im Euroland, einer schleppenden Konjunktur und unter einem hohen Haushaltsdefizit. Nach dem Rettungspaket f&uuml;r Griechenland ist es f&uuml;r Madrid noch teurer geworden, sich am Kapitalmarkt neues Geld zu besorgen, weil eine steigende Ansteckungsgefahr gesehen wird. Die US-Ratingagentur Moody&rsquo;s drohte Spanien, der viertst&auml;rksten Volkswirtschaft in der Eurozone, am Freitag die Herabstufung seiner Kreditw&uuml;rdigkeit an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2011%2F07%2F30%2Fa0173&amp;cHash=a7d16bb057\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Joseph Stiglitz: Die &Uuml;bel des unregulierten Kapitalismus<\/strong><br>\nDie Heilmittel f&uuml;r die US-Wirtschaft: Die Kriege beenden, die Kosten f&uuml;r das Milit&auml;r und die Arzneimittel senken und die Steuern erh&ouml;hen &ndash; wenigstens f&uuml;r die sehr Reichen<br>\nDabei g&auml;be es eine Alternative: eine Strategie des Wirtschaftswachstums, die von der Europ&auml;ischen Union und dem Internationalen W&auml;hrungsfonds unterst&uuml;tzt werden k&ouml;nnte. Wachstum w&uuml;rde das Vertrauen wieder herstellen, dass Griechenland seine Schulden zur&uuml;ckzahlen wird, die Zinsen f&uuml;r Staatsanleihen w&uuml;rden wieder sinken, und so entst&uuml;nde ein gr&ouml;sserer finanzieller Spielraum f&uuml;r weitere wachstumsf&ouml;rdernde Investitionen. Wachstum w&uuml;rde die Steuereinnahmen erh&ouml;hen und die Kosten f&uuml;r Sozialausgaben &ndash; zum Beispiel f&uuml;r die Arbeitslosenunterst&uuml;tzung &ndash; senken. Und das wiedergewonnene Vertrauen w&uuml;rde weiteres Wachstum anregen.<br>\nBedauerlicherweise wollen die Finanzm&auml;rkte und die rechten Wirtschaftswissenschaftler das Problem genau umgekehrt l&ouml;sen: Sie glauben, dass durch Sparprogramme Vertrauen zur&uuml;ckgewonnen werden kann und dass Vertrauen wieder Wachstum schaffen wird. Dabei wird durch Sparprogramme das Wachstum abgew&uuml;rgt, und die finanziellen Spielr&auml;ume der betroffenen Regierungen werden noch enger, oder die Sparprogramme bringen allenfalls sehr viel geringere Verbesserungen, als sich ihre Bef&uuml;rworter davon versprechen. In beiden F&auml;llen geht das Vertrauen ganz verloren, und eine Abw&auml;rtsspirale wird in Gang gesetzt. M&uuml;ssen wir dieses kostspielige Experiment, das auf Ideen aufbaut, die sich schon wiederholt als untauglich erwiesen haben, wirklich noch einmal wiederholen? Das sollten wir zwar nicht tun, aber der Eindruck verst&auml;rkt sich, dass es trotzdem noch einmal ausprobiert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit-fragen.ch\/index.php?id=321\">Zeit-Fragen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Das deutsche Bahnhofsdrama<\/strong><br>\nVerwahrlost und verdreckt: Die Bahn hat viele Bahnh&ouml;fe an Finanzinvestoren verkauft &ndash; aber die Geb&auml;ude vergammeln trotzdem. Kommunen und B&uuml;rger m&ouml;chten die Stationen oftmals wiederbeleben &ndash; doch sie scheitern h&auml;ufig an der B&uuml;rokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/2.220\/alte-bahnhoefe-das-deutsche-bahnhofsdrama-1.1123699\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>SPD sieht Mehrheit f&uuml;r &ldquo;Stuttgart 21&rdquo;<\/strong><br>\nBaden-W&uuml;rttembergs SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel erwartet ein baldiges Ende des Streits um das Bahnprojekt &ldquo;Stuttgart 21&rdquo;. Bei der f&uuml;r November geplanten Volksabstimmung rechne er mit einer klaren Mehrheit f&uuml;r das Projekt, sagte Schmiedel dem Magazin &ldquo;Wirtschaftswoche&rdquo; laut Vorabbericht. &ldquo;Dann k&ouml;nnen wir den Streit um &lsquo;Stuttgart 21&rsquo; zu den Akten legen&rdquo;, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/wirtschaft\/news\/SPD-sieht-Mehrheit-fuer-Stuttgart-21_aid_1016389.html\">RP Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Gro&szlig;e Koalition von SPD und CDU bei S 21 steht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Fallstricke bei der Finanzberatung<\/strong><br>\nZu teuer oder zu riskant: Finanzberatung geht oft an den W&uuml;nschen der Kunden vorbei. Au&szlig;erdem schenken Anleger ihrem Berater oft zu viel Vertrauen. Daher sollte man sich auf Beratungsgespr&auml;che vorbereiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.merkur-online.de\/nachrichten\/wirtschaft\/fallstricke-finanzberatung-mm-1334600.html?popup=true\">Merkur online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wer als Angestellte\/r oder Auftragnehmer\/in oder Sonstige\/r f&uuml;r oder im Auftrag einer Bank \/ Sparkasse \/ Versicherung \/ Bausparkasse \/ egal irgend ein Altersvorsorgeprodukt anbietet und an diesem Altersvorsorgeprodukt oder am Verkauf verdient, ist kein\/e Berater\/in sondern ein\/e Verk&auml;ufer\/in und es ist kein Beratungsgespr&auml;ch sondern ein Verkaufsgespr&auml;ch. So einfach ist das.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Inside Steuerfahndung &ndash; Interview mit Frank Wehrheim &uuml;ber seine Erfahrungen als Steuerfahnder in Deutschland<\/strong><br>\nFrank Wehrheim war 28 Jahre lang im Steuerfahndungsdienst der hessischen Landesfinanzverwaltung t&auml;tig. Als Sachgebietsleiter war er auch f&uuml;r Beamte zust&auml;ndig, die 1995 in Frankfurt einen riesigen Steuerhinterziehungsskandal bei der Commerzbank aufgedeckt hatten. Als diese auch gegen die Vorst&auml;nde zu ermitteln begannen wurden sie von den Vorgesetzten in der Beh&ouml;rde kaltgestellt: Zw&ouml;lf kritische Beamte versetzte man an andere Dienststellen, vier wurden sogar aufgrund des Gutachtens eines dubiosen Psychiaters f&uuml;r krank erkl&auml;rt und zwangspensioniert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/druck\/mb\/artikel\/35\/35176\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dazu auch die Buchrezension von &bdquo;<a href=\"\/?p=9704\">Inside Steuerfahndung<\/a>&ldquo; und ein Audiomitschnitt von einem <a href=\"\/?p=9743#h16\">Vortrag von Steuerfahnder a.D. Rudolf Schmenger<\/a> mit anschlie&szlig;ender Diskussion von der Tagung &bdquo;Wirtschaft zwischen sozialstaatlicher Demokratie und krimineller &Ouml;konomie&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Geld oder Gerechtigkeit<\/strong><br>\nSch&auml;uble will Steuers&uuml;ndern gegen einmalige Zahlungen Straffreiheit und Anonymit&auml;t versprechen. Die Opposition ist sauer &ndash; eine Blockade im Bundesrat ist aber unsicher&hellip;<br>\nAuch in Zukunft sollen die Steuerfl&uuml;chtigen demnach im Regelfall anonym bleiben d&uuml;rfen. Und nicht nur das: Gegen eine einmalige Nachzahlung in H&ouml;he von 20 bis 30 Prozent der Anlagesumme soll die Steuerflucht nachtr&auml;glich legalisiert werden. F&uuml;r die Zukunft ist dann eine Abgeltungsteuer von 26 Prozent auf die Ertr&auml;ge f&auml;llig &ndash; die gleiche Summe, die derzeit auch in Deutschland gezahlt wird.<br>\nDurch diese Regelung, so argumentieren die Kritiker, w&uuml;rden Menschen, die ihr Kapital bis heute in der Schweiz verstecken, deutlich besser gestellt als ehrliche Anleger oder jene, die sich &ndash; etwa unter dem Eindruck der vermehrt aufgetauchten CDs mit Daten von Steuerfl&uuml;chtlingen &ndash; wenigstens selbst angezeigt hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Schaeubles-Steuerabkommen-mit-der-Schweiz\/!75346\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wenn die Freiwilligen nicht freiwillig kommen<\/strong><br>\nMit Hartz-IV-Empf&auml;ngern sollen die L&uuml;cken beim Bundesfreiwilligendienst aufgef&uuml;llt werden.<br>\nTrotz der Werbung der Politik haben sich aktuell aber nicht gen&uuml;gend Menschen gefunden, die die durch den Wegfall des Zivildienstes entstandenen L&uuml;cken f&uuml;llen. Bei einer nicht gerade &uuml;ppigen Verg&uuml;tung von maximal 330 Euro im Monat werden sich meist nur Schulabsolventen verpflichten wollen, die keinen Ausbildungs- oder Studienplatz gefunden haben, um so die Zeit zu &uuml;berbr&uuml;cken.<br>\nCarsten Linnemann und Peter Tauber, Sozialexperten der Unions-Bundestagsfraktion, wollen nach der parlamentarischen Sommerpause eine Initiative einbringen, um den Freiwilligendienst f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger attraktiver zu gestalten. Da diese bisher nur einen Zuverdienst von 60 Euro ohne Abz&uuml;ge behalten d&uuml;rfen, wird von den beiden Sozialexperten vorgeschlagen, das abzugsfreie Einkommen auf 175 Euro zu erh&ouml;hen, um so die Attraktivit&auml;t des Bundesfreiwilligendienstes f&uuml;r diese Gruppe zu erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/150189\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>&ldquo;Deutliche Beitragssenkung ist m&ouml;glich&rdquo;<\/strong><br>\nDie Deutsche Rentenversicherung (DRV) sieht gute Chancen f&uuml;r eine deutliche Verringerung des Beitragssatzes. Er k&ouml;nne sich vorstellen, dass im kommenden Jahr eine Senkung des Beitrags zur Rentenversicherung auf 19,6 von derzeit 19,9 Prozent m&ouml;glich ist, sagte DRV-Pr&auml;sident Herbert Rische in einem Interview.<br>\nDer Zeitung zufolge bel&auml;uft sich die R&uuml;cklage der DRV nach Angaben von Rische derzeit auf rund 18,9 Milliarden Euro. Das entspreche etwa 1,1 Monatsausgaben. Im ersten Halbjahr 2011 seien die Pflichtbeitr&auml;ge wegen des Wirtschaftsaufschwungs auf 82,2 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von 4,5 Prozent verglichen mit dem ersten Halbjahr 2010.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/deutschland\/Deutliche-Beitragssenkung-ist-moeglich_aid_1016397.html\">RP-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist schon ein ziemlicher Skandal, dass der Chef der Deutschen Rentenversicherung statt an eine Rentenerh&ouml;hung (der dramatisch abgesenkten Renten), an eine Senkung des Rentenversicherungsbeitrags ins Gespr&auml;ch bringt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>China entdeckt die Radioaktivit&auml;t<\/strong><br>\n&ldquo;Fukushima war f&uuml;r die KP-F&uuml;hrung ein tiefer Schock&rdquo;, sagt der Leiter einer internationalen Umweltorganisation in Peking. Genauso sieht es der langj&auml;hrige Vertreter einer westlichen Atomfirma in Peking. Beide wollen ihre Namen nicht genannt wissen, um durch ihre Aussagen nicht ihre engen Regierungskontakte im chinesischen Energiesektor zu gef&auml;hrden. Aber sie sind sich ihrer Sache ganz sicher: &ldquo;Die Regierung macht sich ernsthaft Sorgen, dass das, was in Fukushima geschah, auch in China passieren k&ouml;nnte&rdquo;, sagt der NGO-Manager. Niemand im Pekinger Kabinett sei so vermessen, zu glauben, die chinesische Atomtechnik sei der japanischen &uuml;berlegen, erg&auml;nzt der Atommanager. Deshalb sind beide Experten auch &uuml;berzeugt, dass es die Regierung mit ihrem Moratorium f&uuml;r neue Atomkraftwerke ernst meint. Schon am 16. M&auml;rz, wenige Tage nach Beginn der Atomkatastrophe in Japan, beschloss das Pekinger Kabinett, an die hundert laufende Baugenehmigungsverfahren f&uuml;r neue AKWs auszusetzen. Der Atommanager erg&auml;nzt, dass sich Regierung und KP inzwischen intern geeinigt h&auml;tten, an keinem Standort mehr als vier Reaktoren zu bauen. Das sei eine unmittelbare Lehre aus Fukushima, wo die Probleme von einem Reaktor auf den n&auml;chsten &uuml;bergriffen. Bisher waren in China bereits sechs Standorte, darunter auch Lianyungang (s. taz von gestern), f&uuml;r den Bau von sechs und mehr Reaktoren ausgelegt. In Lianyungang hatte man sogar schon mit den Fundamentarbeiten f&uuml;r Reaktor f&uuml;nf und sechs begonnen. Nach Berlin zieht Peking mit die deutlichsten Konsequenzen aus dem Atomunfall in Japan. &ldquo;Das hat niemand erwartet&rdquo;, sagt der NGO-Vertreter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2011%2F07%2F30%2Fa0184&amp;cHash=e85805d02d\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Afghanistan: Bomben, Attentate, K&auml;mpfe, Minen, Morde, &Uuml;berf&auml;lle<\/strong><br>\nEs ist die Antwort der Taliban auf die Strategie der Nato, vor ihrem Abzug so viele Taliban-Kommandeure wie m&ouml;glich zu t&ouml;ten oder festzunehmen. Die Taliban versuchen nun ihrerseits eine Gegenoffensive. Und diese erscheint im Moment sehr erfolgreich zu sein. Ziel ist es, wichtige Schl&uuml;sselfiguren der Karsai-Regierung umzubringen, um das vom Westen gest&uuml;tzte System zu schw&auml;chen, noch bevor die westlichen Truppen 2014 ihre Kampftruppen abziehen. Die Liste der hochkar&auml;tigen Opfer und der Aufsehen erregenden Attacken wird immer l&auml;nger.&nbsp; Am 12. Juli t&ouml;tete ein eng mit der Familie befreundeter Bodyguard Ahmed Wali Karsai, den Bruder von Pr&auml;sident Hamid Karsai, in seinem Haus in Kandahar. Die T&ouml;tung war ein schwerer Schlag f&uuml;r den Pr&auml;sidenten. Ahmed Wali Karsai, auch &ldquo;K&ouml;nig von Kandahar&rdquo; genannt, beherrschte mit seiner von der Nato bezahlten Miliz &ldquo;Kandahar Strike Force&rdquo; gro&szlig;e Teile des S&uuml;dens. Nur ein paar Tage sp&auml;ter kam Jan Mohamed Khan auf &auml;hnliche Weise in seiner Villa in Kabul um. Der Kriegsf&uuml;rst und Schattengouverneur der Provinz Urusgan war ebenfalls ein wichtiger Verb&uuml;ndeter von Pr&auml;sident Karsai; Khans Sohn befehligt eine Privatarmee in der Provinz. Zwar waren die beiden get&ouml;teten Politiker Ahmed Wali Karsai und Jan Mohamed Khan zweifelhafte Gestalten, die mit organisiertem Verbrechen und Korruption in einem Atemzug genannt wurden, doch der Westen st&uuml;tzte sich auf sie, um in den von den Taliban umk&auml;mpften Gebieten Einfluss zu behalten. Die beiden Morde hinterlassen nun ein Machtvakuum in Kandahar und Urusgan. Das ist deutlich sp&uuml;rbar. Vor einigen Tagen wurde der B&uuml;rgermeister von Kandahar umgebracht. Jetzt folgte der Angriff in Urusgans Hauptstadt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2011%2F07%2F30%2Fa0167&amp;cHash=42c2f7484f\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Neben dem allgemeinen Terror, der die Bev&ouml;lkerung in Angst und Schrecken versetzen soll, demonstrieren die Taliban mit der Ausschaltung wichtiger B&uuml;ndnispartner des Karsairegimes, dass die Sicherheit eines zuk&uuml;nftigen Afghanistan von niemandem au&szlig;er ihnen abh&auml;ngt. Die Geheimverhandlungen der USA verweisen darauf, dass die USA dies schon l&auml;ngst eingesehen haben. Die Rede von der &Uuml;bergabe der Verantwortung an die Regierung Karsai ist hohl und heuchlerisch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Tag der Zwietracht auf dem Tahrir<\/strong><br>\nEin &ldquo;Freitag der Einheit&rdquo; sollte es werden auf dem Tahrirplatz &ndash; der Einheit zwischen den Jugendbewegungen, den liberalen Parteien und den radikalislamischen Gruppen. Doch davon ist schon am Vormittag nichts mehr zu sehen: Nicht nur der Tahrirplatz ist voll von M&auml;nnern mit dem Bart der Salafiten und Muslimbr&uuml;der, in s&auml;mtlichen Stra&szlig;en der Innenstadt versammeln sich die Gl&auml;ubigen, beten, diskutieren, rufen Slogans: &ldquo;F&uuml;r einen islamischen Staat! Bei unserem Leben und Blut, wir sch&uuml;tzen den Islam und den Koran!&rdquo; Frauen sind nirgends zu sehen, und die jungen Aktivisten, bartlos, stehen am Rand des Platzes und wagen es nicht, sich zu ihrem Camp durchzudr&auml;ngeln, das seit der letzten Protestwelle vor drei Wochen auf dem Tahrirplatz steht. Die jungen AktivistInnen, liberale Parteien und radikalislamische Gruppen wie die Muslimbr&uuml;der hatten w&auml;hrend der Revolution im Januar und Februar Seite an Seite gegen das Regime von Husni Mubarak gek&auml;mpft. Im Mai war das Zweckb&uuml;ndnis jedoch zerbrochen: W&auml;hrend s&auml;kulare Teile der Bewegung f&uuml;r eine Verschiebung der Wahlen und eine vorherige Ausarbeitung einer neuen Verfassung k&auml;mpfen, haben sich die radikalislamischen Gruppen gut im neuen System eingerichtet, Parteien gegr&uuml;ndet und gute Chancen, bei den Wahlen einen Gro&szlig;teil der Sitze zu erringen. Vor Sonnenaufgang rollen Busse an, um Gl&auml;ubige auf den Tahrirplatz zu bringen, die Muslimbr&uuml;der, die Partei der Salafiten und al-Gamaa al-Islamija haben das organisiert. &ldquo;Es ist sch&ouml;n hier zu sein&rdquo;, sagt ein junger Mann aus Ober&auml;gypten. &ldquo;Gott hat uns besch&uuml;tzt, Gott schenkt mir, dass ich das erleben darf!&rdquo; &Uuml;ber den ganzen Platz fordern Plakate und Sprechch&ouml;re die Einf&uuml;hrung des islamischen Rechts, der Scharia, die S&auml;uberung der &ldquo;atheistischen&rdquo; Presse und die Errichtung eines islamischen Staats. Stellenweise werden Rufe zur Unterst&uuml;tzung des Milit&auml;rrats Scaf laut &ndash; in Opposition zu den Jugendbewegungen, die sich offen gegen die Milit&auml;rherrschaft wenden und seit 22 Tagen den Tahrirplatz besetzt halten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2011%2F07%2F30%2Fa0157&amp;cHash=ca0fcc2369\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Rechnung der Armee, dass Islamisten die liberalen Aktivisten neutralisieren k&ouml;nnten, scheint aufzugehen. Nur sollte sich die Armee intensiv das iranische Beispiel anschauen, um zu begreifen, wie man die Machtposition des offiziellen Milit&auml;rs untergr&auml;bt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Jean Zieglers nicht-gehaltene Festspielrede 2011-08-01<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=74ppqi8vhlU&amp;feature=view_all&amp;list=PL6970D29A019EE09B&amp;index=0\">Jetzt auf YouTube<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Zu guter letzt: Ist der Einfluss der Rating-Agenturen zu gro&szlig;?<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/110801_rating_agenturen.jpg\" alt=\"Ist der Einlfuss der Rating Agenturen zu gro&szlig;?\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub91CEC4693F434CF6B91E1C8ED47F60F8\/Doc~EFEEBFCD342E24B5F8CD145B10B09F687~ATpl~Ecommon~SMed.html#C257A890F05D4F138BEBCFF361420D6D\">Frankfurter Allgemeine (Bild 7)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Das Letzte: Zwei-Klassen-Klos<\/strong><br>\nViele Schultoiletten sind so dreckig, dass Sch&uuml;ler sie meiden, selbst wenn sie m&uuml;ssen. Einige Schulen steuern jetzt gegen mit dem Modell der Autobahn-Rastst&auml;tten: Sie kassieren f&uuml;r jedes Gesch&auml;ft.<br>\nAber nicht jeder, der mal muss, muss zahlen. Denn neben dem Bezahl-Klo gibt es auch normale Gratis-WCs. &ldquo;Aber die anderen Klos sind versifft&rdquo;, sagt ein M&auml;dchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/a-770083.html\">Spiegel Schulspiegel<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung C.H.:<\/strong> Ich bin einfach nur schockiert was Politik und &bdquo;P&auml;dagogen&ldquo; hier zulassen. Die Normalit&auml;t der &bdquo;Zwei-Klassen-Gesellschaft&ldquo; wird den Kleinsten und J&uuml;ngsten unserer Gesellschaft schon in den staatlichen Bildungseinrichtungen aufgezwungen. Und die &bdquo;Hartz-IV-Empf&auml;nger-Klofrau&ldquo; wird Ihnen auch gleich noch jeden Tag vor Augen gef&uuml;hrt.<\/em><br>\n<em>Was f&uuml;r ein Bild unserer Gesellschaft k&ouml;nnen Kinder denn da entwickeln ? Ist das im Sinne des Erziehungsauftrages?<\/em><br>\n<em>Man muss sich das einmal vorstellen, als George W. Bush sein Pr&auml;sidentenamt antrat, &uuml;bernahm er einen Haushalts&uuml;berschuss. Bush hat die Schulden um rd. 7 Billionen Dollar erh&ouml;ht und die Steuern um 3 Billionen gesenkt.<\/em> <\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Der Mord an der Freiheit; Gabriel und SPD bleiben widerspr&uuml;chlich in ihrer Haltung zu Sarrazin und &ldquo;Oslo&rdquo;; Reallohnverluste und ihre Hintergr&uuml;nde; Kampf um Altersarmut; Republikaner demontieren ihren Spitzenmann; Ratingagenturen gie&szlig;en neues &Ouml;l ins Feuer; Joseph Stiglitz: Die &Uuml;bel des unregulierten Kapitalismus; Das deutsche Bahnhofsdrama; SPD sieht Mehrheit f&uuml;r &ldquo;Stuttgart<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=10292\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-10292","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10292","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10292"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10292\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10314,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10292\/revisions\/10314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10292"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10292"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10292"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}