{"id":103051,"date":"2023-08-30T09:00:38","date_gmt":"2023-08-30T07:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103051"},"modified":"2026-01-27T11:43:58","modified_gmt":"2026-01-27T10:43:58","slug":"kommunikationswissenschaftler-michael-meyen-eine-angst-geht-um-in-der-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103051","title":{"rendered":"Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen: \u201eEine Angst geht um in der Wissenschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie kann ein Professor seine Uni verlieren? In dem Buch &bdquo;Wie ich meine Uni verlor: Drei&szlig;ig Jahre Bildungskrieg. Bilanz eines Ostdeutschen&ldquo; erz&auml;hlt der Kommunikationswissenschaftler <strong>Michael Meyen<\/strong> davon und gew&auml;hrt einen tiefen Einblick in ein Hochschulsystem, das sich in einer schweren Schieflage befindet. Im NachDenkSeiten-Interview geht Meyen, gegen den ein Disziplinarverfahren l&auml;uft, auf sein Buch ein und sagt: &bdquo;Das akademische Feld ist gekapert von der Wirtschaft, von der Politik und von den Medien, Geld, Macht, Aufmerksamkeit.&ldquo; Ein Interview &uuml;ber das Spannungsverh&auml;ltnis von Wissenschaft und Herrschaft und die Angst, die in der Wissenschaft umgeht. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1074\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-103051-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230830_Kommunikationswissenschaftler_Michael_Meyen_Eine_Angst_geht_um_in_der_Wissenschaft_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230830_Kommunikationswissenschaftler_Michael_Meyen_Eine_Angst_geht_um_in_der_Wissenschaft_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230830_Kommunikationswissenschaftler_Michael_Meyen_Eine_Angst_geht_um_in_der_Wissenschaft_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230830_Kommunikationswissenschaftler_Michael_Meyen_Eine_Angst_geht_um_in_der_Wissenschaft_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=103051-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230830_Kommunikationswissenschaftler_Michael_Meyen_Eine_Angst_geht_um_in_der_Wissenschaft_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230830_Kommunikationswissenschaftler_Michael_Meyen_Eine_Angst_geht_um_in_der_Wissenschaft_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Meyen, wie sieht das Spannungsverh&auml;ltnis zwischen Wissenschaft und Herrschaft aus?<\/strong><\/p><p>Das akademische Feld ist gekapert von der Wirtschaft, von der Politik, von den Medien, Geld, Macht, Aufmerksamkeit. Au&szlig;erdem ist dieses Feld ein Ort, an dem sich Menschen begegnen. Woran gearbeitet wird, h&auml;ngt folglich auch und nicht zuletzt von Beziehungen ab und vor allem davon, was am Machtpol gerade goutiert wird. Wissenschaft ist die Religion der Gegenwart. Um heute etwas durchsetzen zu k&ouml;nnen, brauche ich Priester mit Professorentitel, Studien, Akademien, Ethikr&auml;te. Ohne die Weihen von Gelehrten keine Absolution. Diese Deutungshoheit macht die Universit&auml;ten attraktiv f&uuml;r alle, die tats&auml;chlich etwas durchsetzen k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Man k&ouml;nnte also sagen: Das Spannungsverh&auml;ltnis ist in das System eingebaut?<\/strong><\/p><p>Ja. Der Staat finanziert die Forschung, in den Geistes- und Sozialwissenschaften sogar ziemlich komplett. Inzwischen haben zwar auch Konzern- und Privatstiftungen die Universit&auml;ten entdeckt, aber die Grundfinanzierung und die meisten Projektmittel kommen aus Steuergeldern. Wer bezahlt, will etwas daf&uuml;r haben. Wir bauen zwar keine Maschinen und melden auch keine Patente an, formen daf&uuml;r aber die Sprache und die Denkmuster, mit denen eine Gesellschaft ihre Wirklichkeit beschreiben und begreifen kann. Diese Definitionsmacht ist f&uuml;r alle verlockend, die etwas zu entscheiden haben oder ihren Reichtum sch&uuml;tzen und mehren wollen.<\/p><p><strong>Haben Sie ein Beispiel f&uuml;r die Stiftungen?<\/strong><\/p><p>Dieter Schwarz, also Kaufland und Lidl. In der Liste der reichsten Deutschen ziemlich weit oben. Seine Stiftung hat der TU M&uuml;nchen in den letzten vier Jahren 41 Professuren geschenkt, 32 davon angesiedelt in Heilbronn, am Gr&uuml;ndungssitz der Firma. Ich erinnere mich noch an die Debatten, als der Deal mit der TU ruchbar wurde. Muss ein Schwarz-Professor eigentlich den Sponsor fragen, bevor er etwas ver&ouml;ffentlicht?<\/p><p><strong>Macht- und Herrschaftseinfl&uuml;sse werden eher selten thematisiert, wenn Journalisten und andere Akteure in der &Ouml;ffentlichkeit ein Loblied auf die &bdquo;freie Wissenschaft&ldquo; singen. Woran liegt das?<\/strong><\/p><p>An der <em>illusio<\/em> des akademischen Feldes. Das ist ein Begriff von Pierre Bourdieu. Er meint damit den Glauben an Sinn, Regeln und Wert des Spiels Wissenschaft. Dieser Glaube hilft jedem Forscher, wieder und wieder ins Labor oder an den Schreibtisch zu gehen, dabei denjenigen zu huldigen, die erfolgreicher sind als er selbst, und Attacken von au&szlig;en entr&uuml;stet zur&uuml;ckzuweisen, obwohl er wissen m&uuml;sste, dass die Kritiker nicht immer falsch liegen. Das hei&szlig;t: Wissenschaftler k&ouml;nnen sich einreden, uneigenn&uuml;tzig f&uuml;r das Wohl aller zu arbeiten und nichts als die Wahrheit im Sinn zu haben. Vielleicht m&uuml;ssen sie sich das sogar einreden, um nicht zu verzweifeln.<\/p><p><strong>In der Medien&ouml;ffentlichkeit erwecken Journalisten, Experten, aber auch Politiker immer wieder den Eindruck, als g&auml;be es &bdquo;die&ldquo; Wissenschaft, deren Forschungsergebnisse ohne jeden Zweifel als &bdquo;wahr&ldquo; anzuerkennen seien.<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich geht es um Wahrheit und um Objektivit&auml;t, wir wissen aber, dass es keine Forschung ohne Forscher gibt. Also brauchen wir &Ouml;ffentlichkeit, um pr&uuml;fen zu k&ouml;nnen, was uns die Kollegen da auftischen. Wir brauchen die Kontroverse, wir brauchen gegenseitige Kritik. Wissenschaftliche Wahrheit ist ein Synonym f&uuml;r den aktuellen Stand des Irrtums. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass wir davor gefeit sind, genau wie unsere Vorfahren in Sackgassen zu laufen und die Gesellschaft auf der Basis von Annahmen und Forschungsergebnissen umzubauen, &uuml;ber die in 100 Jahren alle den Kopf sch&uuml;tteln werden.<\/p><p><strong>Finanzielle Mittel f&uuml;r Forschungsprojekte zu gewinnen, geh&ouml;rt mehr oder weniger zum Alltag eines Professors. Angenommen, Sie wollten ein Projekt mit dem Titel &bdquo;Wie Qualit&auml;tsmedien die Bev&ouml;lkerung manipulieren und Propaganda verbreiten&ldquo; angehen und w&uuml;rden versuchen, daf&uuml;r die entsprechenden Mittel zu bekommen. Wie sehen Sie die Chancen, ein derartiges Projekt zu realisieren?<\/strong><\/p><p>Das ist eine rhetorische Frage, oder? So ein Antrag w&uuml;rde schon an den Begriffen im Titel scheitern. Nach der herrschenden Lesart wird die Bev&ouml;lkerung in westlichen Gesellschaften nicht manipuliert. Propaganda gibt es nur bei den anderen. Russland, China, Nordkorea. Ich m&uuml;sste das also entweder anders formulieren oder gleich aus Bordmitteln machen. Das geht, immer noch. Mit Hannah Broecker und Dennis Kaltwasser habe ich gerade ein <a href=\"https:\/\/www.kritischegesellschaftsforschung.de\/Journal\/Issue\/63\">Institut f&uuml;r kritische Gesellschaftsforschung<\/a> gegr&uuml;ndet. Dort machen wir genau die Forschung, auf die Sie anspielen.<\/p><p><strong>Was ist eigentlich mit den Studenten in diesem Universit&auml;tssystem?<\/strong><\/p><p>Im Bologna-System endet jede Lehrveranstaltung mit einer Pr&uuml;fung. Gar nicht so selten sind das Multiple-Choice-Klausuren. Da bleibt kein Raum f&uuml;r Streit oder gar Protest. Der &bdquo;Lehrer&ldquo; wei&szlig;, wo das Kreuz zu setzen ist, und belohnt die, die alles &bdquo;richtig&ldquo; machen. Den jungen Menschen wird heute Alternativlosigkeit beigebracht. Dinge nachbeten und dabei die Termine einhalten &ndash; an der Universit&auml;t wohlgemerkt, wo fr&uuml;her um den Weg zur Erkenntnis gerungen wurde.<\/p><p><strong>Sie schreiben in Ihrem Buch: &bdquo;Eine Angst geht um in der Wissenschaft.&ldquo; Was meinen Sie damit?<\/strong><\/p><p>Das l&auml;sst sich schwer greifen. Ich meine damit die Moralisierung aller Lebensbereiche, die von den Digitalplattformen ausgeht. Null und eins. Daumen hoch, Daumen runter. Die Plattformen sehen jedes Thema durch die Brille der Moral und stellen jeden Abweichler an den Pranger. Die Angst vor Isolation beschneidet eigentlich alles und greift schon nach der j&uuml;ngsten Forschergeneration. Bachelorstudenten fragen, ob ein bestimmtes Thema oder ein bestimmter Betreuer ihre Karriere gef&auml;hrden k&ouml;nnten. Manchmal f&auml;ngt das schon bei den Interviewpartnern an. Bin ich &bdquo;rechts&ldquo;, wenn ich mit diesem Menschen rede? Kontaktschuld ist der Tod der Wissenschaft.<\/p><p><strong>Ihr Buch tr&auml;gt den Titel: &bdquo;Wie ich meine Uni verlor&ldquo;. Wie haben Sie denn Ihre Uni verloren?<\/strong><\/p><p>Der Titel zielt auf die Universit&auml;t als Ort, an dem man erwachsen werden kann. So ein Studium ist ja auch ein Moratorium im Leben &ndash; eine Atempause, die jungen Menschen erlaubt, sich umzuh&ouml;ren, etwas auszuprobieren und dabei die Pfade zu verlassen, die durch die Herkunft vorgezeichnet sind. Nur so kann etwas Neues entstehen. Nur so ist es f&uuml;r mich als Professor m&ouml;glich, Gleichgesinnte um mich zu scharen und eine Schule zu gr&uuml;nden, die erst das akademische Denken erobert und dann die Gesellschaft. Heute hetzen die Studenten von Pr&uuml;fung zu Pr&uuml;fung. Und die Wissenschaftler fragen nicht mehr, was spannend ist oder relevant sein k&ouml;nnte, sondern schreiben Antr&auml;ge an politische Beh&ouml;rden.<\/p><p><strong>Ihr Buch ist auch sehr pers&ouml;nlich. Neben den Schieflagen im Uni-System geht es auch um Sie und um das, was Ihnen widerfahren ist &ndash; wobei das miteinander verkn&uuml;pft ist.<\/strong><\/p><p>Ich habe schon immer am meisten gelernt, wenn ich selbst betroffen bin. Kein Buch, kein Interview und kein Archiv k&ouml;nnen das ersetzen, was man selbst erlebt. Warum, so hie&szlig; die Frage diesmal, warum wird ein kleiner Professor aus allen Rohren beschossen, wenn er einer kleinen Zeitung wie dem <em>Demokratischen Widerstand<\/em> hilft? Die kurze Antwort kam von meinem Pr&auml;sidenten an der LMU in M&uuml;nchen: Reputationstransfer. Wir wollen nicht, dass unser akademischer Ruhm dieses Blatt adelt. Die lange Antwort steht jetzt zwischen zwei Buchdeckeln.<\/p><p><strong>Was sind die Konsequenzen f&uuml;r die Universit&auml;ten, aber auch f&uuml;r die Gesellschaft, aus der von Ihnen beschriebenen Entwicklung?<\/strong><\/p><p>Wer die Universit&auml;ten beherrscht, der bestimmt, wie wir leben. Ich meine damit gar nicht nur die Denkmuster, &uuml;ber die wir schon gesprochen haben. Die Universit&auml;t ist das Nadel&ouml;hr, das jeder passieren muss, der irgendwann irgendwo etwas zu sagen haben will. Schuldirektoren, Richter, CEOs, Chefredakteure, Intendanten, Minister. Wir erleben ja gerade, dass die ersten Pisa- und Bologna-Kinder in Spitzenpositionen aufsteigen, und sehen, welche Folgen das f&uuml;r die Diskussionskultur hat und f&uuml;r den politischen Prozess &uuml;berhaupt.<\/p><p><strong>Im Untertitel taucht das Wort &bdquo;Bildungskrieg&ldquo; auf. Worauf bezieht sich das? Bitte erkl&auml;ren Sie.<\/strong><\/p><p>Punkt eins: 2005 hat Rot-Gr&uuml;n das W-System eingef&uuml;hrt. Seitdem gibt es f&uuml;r Professoren ein Grundgehalt plus Zulagen. Was daf&uuml;r zu tun ist, wird oft in Zielvereinbarungen festgehalten. Drittmittel etwa oder Publikationen. Punkt zwei: Vor allem der Bund und die EU haben ihre Projektausgaben seitdem erheblich aufgestockt. Ein Medienforscher wie ich bekommt sein Geld ja eher nicht aus der Wirtschaft. Drittmittel sind bei uns politische Gelder. Br&uuml;ssel und die Ministerien in Bund und L&auml;ndern geben vor, was mit welchen Methoden zu untersuchen ist. Das geht bis hin zu Sprachregeln. Gendern zum Beispiel: Wenn das Gehalt davon abh&auml;ngt, ob man mitmacht, ist es schwer, sich dem zu entziehen.<\/p><p><strong>Vermutlich gibt es noch einen dritten Punkt.<\/strong><\/p><p>Leider, ja. Prestige bringen heute nur noch ganz bestimmte Publikationen. Das Stichwort ist hier Web of Science. Diese Oberfl&auml;che wurde vom Medienkonzern Thomson Reuters erfunden, der eine Weile auch den Science Citation Index hatte und beide Marken 2016 in die Firma Clarivate Analytics &uuml;berf&uuml;hrt hat &ndash; inzwischen an der B&ouml;rse notiert und vorher eine Goldgrube f&uuml;r milliardenschwere Kapitalanleger. Was dort nicht gelistet ist, f&auml;llt bei den Rankings unter den Tisch, in Shanghai zum Beispiel oder beim H-Index.<\/p><p><strong>Was ist das?<\/strong><\/p><p>Inzwischen das Nonplusultra f&uuml;r jeden Wissenschaftler. Namensgeber ist Jorge Hirsch, ein Physiker. Seine Idee war offenbar verlockend: Ich verdichte jede Lebensleistung auf einen einzigen Wert und kann so alles mit jedem vergleichen. Der Medienforscher spielt pl&ouml;tzlich in der gleichen Liga wie Mediziner und Mathematiker. Das Prinzip kann man sich auf Google Scholar anschauen. F&uuml;r einen hohen H-Index braucht man viele Publikationen, die m&ouml;glichst oft zitiert werden. Diesen Index gibt es erst seit 2005. Er hat die Forschung komplett umgebaut.<\/p><p><strong>Wie meinen Sie das?<\/strong><\/p><p>Publiziert wird vorrangig da, wo mitgez&auml;hlt wird &ndash; in Zeitschriften und Verlagen, die zum Web of Science geh&ouml;ren. Mein Buch wird dort zum Beispiel gar nicht erfasst. Viele wundern sich ja, wenn 20 und mehr Namen &uuml;ber einem kleinen Artikel stehen. Der H-Index sagt: Publiziert viel und mit m&ouml;glichst vielen Kollegen. Zitiert euch selbst und die, die auch viel schreiben und euch dann einen Gefallen schulden. Meidet Nischenthemen und Sprachen, die im <em>Web of Science<\/em> nicht verstanden werden. Genau das passiert gerade. Auf Deutsch &uuml;ber deutsche Medienpolitik oder die Weimarer Republik zu schreiben, macht nach dieser Logik keinen Sinn. Eigentlich macht das auch auf Englisch keinen Sinn, weil sich die US-Amerikaner f&uuml;r andere Sachen interessieren.<\/p><p><strong>Gegen Sie l&auml;uft ein Disziplinarverfahren. Was hat es damit auf sich, was sind die Gr&uuml;nde?<\/strong><\/p><p>Es geht um Zweifel an meiner Verfassungstreue. Nicht wegen irgendwelcher S&auml;tze, die ich gesagt oder geschrieben habe, sondern weil ich Kontakt mit den falschen Leuten hatte oder habe. 2019 die Rote Hilfe, jetzt die Zeitung <em>Demokratischer Widerstand<\/em>.<\/p><p><strong>Was ist Ihre Position zu den Vorw&uuml;rfen?<\/strong><\/p><p>Ich habe in der DDR erlebt, wohin die Reglementierung der &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;hren kann, und mir als Medienforscher das Ziel gesetzt, eine Wiederholung mit den Mitteln zu verhindern, die mir meine Professur bietet. Dazu geh&ouml;rt der Kontakt zu Bev&ouml;lkerungsgruppen, die glauben, dass sich Politik und Staat von ihnen abgewendet haben. Ich halte das auch deshalb f&uuml;r meine Pflicht, weil ich einen Eid auf die bayerische Verfassung geschworen habe, die in Artikel 96 sagt, dass die Beamten &bdquo;Diener des ganzen Volkes&ldquo; sind &bdquo;und nicht einer einzelnen Partei&ldquo;.<\/p><p>Lesetipp: Michael Meyen: <strong><a href=\"https:\/\/www.eulenspiegel.com\/verlage\/edition-ost\/titel\/wie-ich-meine-uni-verlor.html\">Wie ich meine Uni verlor: Drei&szlig;ig Jahre Bildungskrieg. Bilanz eines Ostdeutschen<\/a><\/strong>. Eulenspiegel Verlagsgruppe. edition ost. 28. August 2023. 15 Euro.<\/p><p>Titelbild: Coverbild edition ost<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42783\">&bdquo;Das ist eine Reaktion auf das Versagen der traditionellen Medien&ldquo;<\/a> <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100100\">Keine Argumente, nur Kampfbegriffe<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95604\">Faktencheck der Faktenchecker: Wie manipulativ ARD-&bdquo;Faktenfinder&ldquo; versucht, Ganser, Gu&eacute;rot und Krone-Schmalz zu diffamieren<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=99328\">Jan David Zimmermann: &bdquo;Eine totalit&auml;re Transformation&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/54f11c2a107b44f988fc1164d6c8c542\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann ein Professor seine Uni verlieren? In dem Buch &bdquo;Wie ich meine Uni verlor: Drei&szlig;ig Jahre Bildungskrieg. Bilanz eines Ostdeutschen&ldquo; erz&auml;hlt der Kommunikationswissenschaftler <strong>Michael Meyen<\/strong> davon und gew&auml;hrt einen tiefen Einblick in ein Hochschulsystem, das sich in einer schweren Schieflage befindet. 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