{"id":103152,"date":"2023-09-01T09:00:08","date_gmt":"2023-09-01T07:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103152"},"modified":"2023-09-01T14:23:48","modified_gmt":"2023-09-01T12:23:48","slug":"luegen-leoparden-und-notwendige-gemetzel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103152","title":{"rendered":"L\u00fcgen, Leoparden und notwendige Gemetzel"},"content":{"rendered":"<p>Splitter aus dem Krieg: Die deutsche Politik und die deutschen Leitmedien haben sich so eindeutig auf die Seite der NATO und Selenskis Ukraine gestellt, dass sie zu Propaganda-Institutionen geworden sind. Hier eine kleine Nach- und Auslese zu Panzern, PR-Agenturen und einer Osteuropa-&bdquo;Wissenschaft&ldquo;, die schon wieder gegen die Russen in den Kampf zieht. Von <strong>Rupert Koppold<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7644\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-103152-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230901-Luegen-Leoparden-Gemetzel-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230901-Luegen-Leoparden-Gemetzel-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230901-Luegen-Leoparden-Gemetzel-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230901-Luegen-Leoparden-Gemetzel-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=103152-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230901-Luegen-Leoparden-Gemetzel-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230901-Luegen-Leoparden-Gemetzel-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Was russische Sprecher gesagt haben, war fast durchg&auml;ngig nicht wahr, w&auml;hrend die Aussagen der ukrainischen Sprecher weitgehend zuverl&auml;ssig sind.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(Der Historiker und Ukraine-Propagandist Timothy Snyder, zitiert am 12.6.2023 in <i>Telepolis<\/i>)<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die einzige Wahrheit, die aus Russland kommt, ist die L&uuml;ge.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>(Robert Habeck zum Anschlag auf die Nordstream-Pipelines, zitiert am 30.9.2022 vom <em>Spiegel<\/em>. Russland hatte erkl&auml;rt, mit den Anschl&auml;gen nichts zu tun zu haben, f&uuml;r Habeck und die deutschen Leitmedien war der Schuldige jedoch sofort klar.)<\/p><p>&bdquo;Saboteure der Nord-Stream-Pipeline sollen in die Ukraine geflohen sein&ldquo;, so die &Uuml;berschrift eines &bdquo;Zeit online&ldquo;-Artikels vom 25.8.2023. In der Unterzeile hei&szlig;t es: &bdquo;Die Nord-Stream-Saboteure waren laut einem Bericht vor und nach dem Anschlag in der Ukraine. Ukrainische Kr&auml;fte planten demnach zudem, eine weitere Pipeline anzugreifen.&ldquo; Inzwischen sprechen selbst unsere Leitmedien kaum mehr von russischer Schuld. Als T&auml;ter aber wollen sie lieber die Ukraine sehen denn die USA, die nach einer detaillierten Reportage von Seymour Hersh f&uuml;r die Sprengungen verantwortlich waren. <\/p><p>Im November 2022 schl&auml;gt eine Rakete auf polnischem Gebiet ein und t&ouml;tet zwei Menschen. Der polnische Innenminister Mariusz Kami&#324;ski: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;F&uuml;r jeden von uns war der erste und offensichtlichste Gedanke, dass wir von Russland angegriffen wurden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Es drohte also der NATO-B&uuml;ndnisfall, es drohte der 3. Weltkrieg. Dann jedoch ist klar, dass &ndash; versehentlich oder absichtlich? &ndash; eine ukrainische Rakete eingeschlagen hat. Die polnische Zeitung <em>Gazeta Wyborcza<\/em> schreibt, die polnischen Beh&ouml;rden h&auml;tten das fr&uuml;h gewusst, die Informationen aber zur&uuml;ckgehalten, weil die USA sich noch nicht erkl&auml;rt hatten. In der <em>FAZ<\/em> vom 19.11.2022 kommentiert Thomas Gutschker: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Stresstest mit Raketen: Kiew will die Nato in den Krieg ziehen&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Selbst nachdem die Fakten klar sind, bleibt der ukrainische Pr&auml;sident Selenski bei seiner Behauptung, es habe sich um eine russische Rakete gehandelt.<\/p><p><strong>Schweineblutmorde und andere Erfindungen <\/strong><\/p><p>Von den Toten auferstanden: Im Mai 2018, also zwischen Maidan-Putsch und russischer Invasion, ist der ukrainische Geheimdienst stolz auf einen Coup. Er hat in Kiew die Ermordung des kremlkritischen Journalisten Arkadi Babtscheno inszeniert (mit Schweineblut) und die Tat den Russen untergeschoben. Einen Tag sp&auml;ter tritt das &bdquo;Opfer&ldquo; springlebendig und grinsend vor die Presse. Man habe das machen m&uuml;ssen, so der Geheimdienst, um einen echten russischen Anschlag zu verhindern. Manche Journalisten sind trotzdem pikiert, die <em>BBC<\/em> etwa meldet: &bdquo;Die ukrainischen Beh&ouml;rden werden scharf kritisiert&ldquo;, die Organisation &bdquo;Reporter ohne Grenzen&ldquo; stellt fest, es handle sich da wohl um einen &bdquo;Informationskrieg&ldquo;.<\/p><p>Vergewaltigung als Waffe: Am 4.5.2022 meldet die ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Ludmila Denisova, Putin pers&ouml;nlich habe den russischen Besatzern befohlen, &bdquo;ukrainische Kinder und Frauen&ldquo; zu vergewaltigen. Der <em>Spiegel<\/em> &uuml;bernimmt das sofort und weitet es noch aus: &bdquo;Russische Soldaten sollen auch M&auml;nner und Jungen vergewaltigt haben.&ldquo; Die <em>Frankfurter Rundschau<\/em> zitiert am 6. Juni 2022 den britischen <em>Independent<\/em>, der sich wiederum auf eine ukrainische Website beruft: &bdquo;Russische Soldaten vergewaltigten diese Frauen nachts. Tags&uuml;ber. Vor den Augen ihrer Kinder. Nachdem die Russen die Ehem&auml;nner der Frauen ermordet hatten.&ldquo; Denisova aber hat es mit ihren Horrorgeschichten zu weit getrieben, als einige NGOs Details wissen wollen, kann sie keine liefern. Das ist so peinlich f&uuml;r die Ukraine, dass Denisova tats&auml;chlich gefeuert wird. Sogar die sonst verl&auml;sslich ukrainetreue Publikation <em>t-online<\/em> titelt am 28. Juni 2022:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die erfundenen Vergewaltigungen&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Pikantes Detail: Denisowa hatte &bdquo;diese Berichte offenbar von der Verantwortlichen f&uuml;r eine neu eingerichtete Hotline f&uuml;r Missbrauchsopfer. Und das war Denisowas Tochter&hellip;&ldquo; Mutter Denisowa erkl&auml;rt sp&auml;ter, &bdquo;sie habe versucht, die Welt davon zu &uuml;berzeugen, Waffen bereitzustellen und Druck auf Russland auszu&uuml;ben.&ldquo;\n<\/p><p><strong>Amerikanische PR-Profis machen Geschichte(n) <\/strong><\/p><p>Der Fall Denisowa erinnert an die Brutkastenl&uuml;ge, die letztlich Ausl&ouml;ser des ersten US-Irak-Krieges im Jahr 1990 war. Irakische Soldaten h&auml;tten bei der Invasion Kuwaits Fr&uuml;hgeborene aus ihren Brutk&auml;sten gerissen, auf den Boden geworfen und sterben lassen, erkl&auml;rt eine Frau namens Naijirah als angebliche Augenzeugin im US-Kongress. Sp&auml;ter stellt sich heraus, dass sie die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA ist und niemals in der genannten Klinik gearbeitet hat. Ausgedacht hat sich die Brutkastenl&uuml;ge (nebst anderen L&uuml;gengeschichten) die PR-Agentur Hill &amp; Knowlton.<\/p><p>PR-Profis treiben ihr Propaganda-Gesch&auml;ft auch im Ukraine-Krieg. J&ouml;rg Becker schreibt am 31.7.2023 in der <em>Frankfurter Rundschau<\/em>: &bdquo;Nach einer Meldung aus der Fara-Abteilung (Foreign Agents Registration Act) des US-Justizministeriums, bei dem seit 1938 jede US-amerikanische PR-Agentur, die f&uuml;r eine fremde Regierung arbeitet, eine Genehmigung einholen muss, hatten im M&auml;rz 2023 allein aus den USA 25 Agenturen einen Vertrag mit ukrainischen Regierungsstellen.&ldquo; Becker f&auml;hrt fort: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zwar arbeiten viele dieser Agenturen kostenlos f&uuml;r die Ukraine, haben aber gleichzeitig gut bezahlte Vertr&auml;ge mit US-R&uuml;stungsfirmen, f&uuml;r die sie sich in der &Ouml;ffentlichkeit einsetzen, damit die US-Regierung mehr Waffen an das ukrainische Milit&auml;r liefert. Es geht also um ein Dreiecksgesch&auml;ft: Gegen&uuml;ber der Ukraine geht es um idealistische Solidarit&auml;t, gegen&uuml;ber den R&uuml;stungsfirmen geht es um knallharten Profit.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Europ&auml;ische Helden auf der Jagd<\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Ukraine verk&ouml;rpert all das, wof&uuml;r die Europ&auml;ische Idee steht: den Mut, zu seinen &Uuml;berzeugungen zu stehen, den Kampf f&uuml;r Werte und Freiheit, das Ringen f&uuml;r Frieden und Einheit.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>So spricht Ursula von der Leyen am 14.5.2023 anl&auml;sslich der Verleihung des Karlspreises an den ukrainischen Pr&auml;sidenten Selenski. Schon bei ihrer State-of-the-Union-Rede am 14.9.2022 in Stra&szlig;burg hatte sie Selenskis Ukraine gepriesen: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Eine Nation von Helden wurde geboren. Wir verneigen uns vor einem Land europ&auml;ischer Helden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Chef des ukrainischen Milit&auml;rgeheimdienstes, so die <em>Berliner Zeitung<\/em> am 19.5.2023, &bdquo;hat zugegeben, dass Kiew hinter den Morden an prominenten russischen Propagandisten steckt. ,Wir haben bereits eine ganze Reihe von Menschen erfolgreich ins Visier genommen&lsquo;, sagte Generalmajor Kyrylo Budanow in einem Interview, wie die britische Tageszeitung The Times berichtet. Dank der Berichterstattung in den Medien gab es F&auml;lle, von denen jeder wusste.&lsquo;&ldquo; Budanow will weiter morden: &bdquo;Abschaum wird irgendwann in jedem Land der Welt bestraft. Nur die Eliminierung kann eine wohlverdiente Strafe f&uuml;r solche Taten sein.&ldquo; Die Ukraine hatte vorher immer dementiert und als T&auml;ter die Russen vorgeschlagen.<\/p><p>&bdquo;Wir sp&uuml;ren sie auf und erschie&szlig;en sie wie Schweine&ldquo;, so titelt die <em>Daily Mail<\/em> online am 5.10.2022. Es geht um die ukrainische R&uuml;ckeroberung besetzten Gebietes. In der Unterzeile hei&szlig;t es: &bdquo;Wie die Ukrainer brutale Rache nehmen an den Kollaborateuren, die ihre Nachbarn &ndash; und ihr Land &ndash; an die Russen verrieten.&ldquo; Das Schweine-Zitat stammt von Anton Geraschenko, er ist Berater des ukrainischen Innenministeriums, war Abgeordneter im Parlament und bei der Gr&uuml;ndung des faschistischen Asow-Regiments beteiligt. Die <em>Daily Mail<\/em> distanziert sich &uuml;brigens nicht von ukrainischen Racheaktionen, sie berichtet eher zustimmend, ja, fast mit einer Art von Bewunderung.<\/p><p><strong>Geldscheffeln, aber mit &ouml;kologisch korrekten Mordwerkzeugen <\/strong><\/p><p>In Ruben &Ouml;stlands grandioser Filmsatire &bdquo;Triangle of sadness&ldquo; diskutiert der US-amerikanische Kapit&auml;n einer Luxusjacht &ndash; ein Marxist! &ndash; mit einem osteurop&auml;ischen D&uuml;ngemittel-Oligarchen und sagt: &bdquo;Meine Regierung hat Martin Luther King, Malcolm X, Bobby Kennedy und John F. Kennedy ermordet. Meine Regierung hat gute, ehrliche, demokratische Regierungschefs in Chile, Venezuela, Argentinien, Peru, El Salvador, Nicaragua, Panama und Bolivien gest&uuml;rzt. Zusammen mit den Briten haben wir den Nahen Osten zerlegt und dabei k&uuml;nstliche geografische Grenzen gezogen und Marionetten-Diktatoren installiert.&ldquo; Der Kapit&auml;n f&auml;hrt fort: &bdquo;Der Krieg selbst wurde zu unserer lukrativsten Industrie. Bei jeder abgeworfenen Bombe verdient jemand eine Million Dollar.&ldquo;<\/p><p>Dieser Jemand ist manchmal mit Namen auszumachen. Die <em>Berliner Zeitung<\/em> schreibt zum Beispiel &uuml;ber die neue <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/rheinmetall-wie-der-ukraine-krieg-den-ruestungskonzern-auf-erfolgskurs-bringt-li.335632\">Hochstimmung<\/a> bei einem deutschen R&uuml;stungskonzern: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;,Mit der Zeitenwende und dem Krieg in Europa hat auch f&uuml;r Rheinmetall eine neue &Auml;ra begonnen, Allzeithoch beim Ergebnis, Rekord beim Auftragsbestand&lsquo;, so Vorstandschef Armin Papperger im Gesch&auml;ftsbericht 2022.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Selbstbeschreibung des Konzerns lautet &uuml;brigens so: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Rheinmetall ist ein integrierter Technologiekonzern f&uuml;r umweltschonende Mobilit&auml;t&hellip;Bis 2035 wollen wir CO&#8322;-neutral sein.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Schon heute freuen sich Um- und Tierwelt: &bdquo;Unter dem Schutz des Sperrgebiets &ndash; auf dem Schie&szlig;platz herrschen strengste Sicherheitsma&szlig;nahmen &ndash; siedeln immer neue Arten an. Der Donner der Kanonen schreckt die Tierwelt nicht&hellip;&ldquo; <\/p><p>Nochmal ein Zitat des jovialen Rheinmetall-Managers Armin Papperger, diesmal aus einem Interview mit der <em>Stuttgarter Zeitung<\/em> vom 23. September 2022. Die will von ihm wissen, was er von den Demonstrationen gegen seinen Konzern h&auml;lt. Papperger antwortet sehr demokratisch: &bdquo;Ich kenne das gar nicht anders als bis Demos bis fast vor die T&uuml;r. Ich bin froh dar&uuml;ber, dass wir in einem Land mit Meinungsfreiheit leben. Wenn einer demonstrieren m&ouml;chte, dann soll er demonstrieren. Ich habe vollstes Verst&auml;ndnis daf&uuml;r &ndash; ich habe nur kein Verst&auml;ndnis, wenn diese Menschen zerst&ouml;rerisch werden&ldquo;. <\/p><p>Denn das fachgerechte Zerst&ouml;ren, das muss man schon den Profis von Rheinmetall &uuml;berlassen. <\/p><p><strong>Masters of War oder Die Drohnen des Herrn Ischinger<\/strong><\/p><p>Wolfgang Ischinger, Ex-Diplomat und graue Eminenz der deutschen Au&szlig;enpolitik, der sich als langj&auml;hriger Chef der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz so staatsm&auml;nnisch neutral gab, war und ist Repr&auml;sentant der Beratungsfirma Agora und hat Aktien der Waffenschmiede Hensoldt, f&uuml;r die er auch im Aufsichtsrat sitzt. Laut dem Journal <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/diplomacy-wolfgang-ischinger-munich-security-conference\/\"><em>Politico<\/em><\/a> vom 16.2.2022 und dem <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/zusammenkuenfte-mit-maechtigen-enthuellungen-ueber-ischinger-belasten-muenchner-sicherheitskonferenz-a-c17ec2b5-7a93-4050-8ee9-69bcb2859cf5\"><em>Spiegel<\/em><\/a> vom 19.2.2022 bot der Waffenh&auml;ndler und R&uuml;stungslobbyist Ischinger bei der Tagung stille R&auml;ume f&uuml;r Deals mit Saudi-Arabien, &Auml;gypten oder Katar an. Er selber hat &ouml;ffentlich als Milit&auml;rexperte etwa f&uuml;r die Ausstattung der Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen pl&auml;diert. Hensoldt stellt solche Drohnen her. <\/p><p>Nochmal zur&uuml;ck zum Film &bdquo;Triangle of Sadness&ldquo;, in dem ein &auml;lteres britisches Ehepaar &ndash; so wohlerzogen, so gutb&uuml;rgerlich! &ndash; von einem Mitreisenden gefragt wird, wie es sein Geld verdiene. Der Mann, der Winston hei&szlig;t, sagt: &bdquo;Nun, unsere Produkte werden dazu benutzt, die Demokratie auf der ganzen Welt aufrechtzuerhalten&ldquo;. Dann spezifiziert er: &bdquo;Unser bestverkauftes Produkt ist die Handgranate.&ldquo; Als die Jacht von Piraten &uuml;berfallen wird, landet auf dem Deck eine Handgranate. Clementine, die Waffenh&auml;ndlerfrau, hebt sie auf und spricht freudig erstaunt ihre letzten Worte: &bdquo;Schau mal Winston, ist das nicht eine von uns?&ldquo;<\/p><p>So passgerecht geht es auf der Welt nicht immer zu, einiges bleibt Wunschdenken. Wie zum Beispiel in Bob Dylans sechzig Jahre altem Song &bdquo;Masters of War&ldquo;. Dylan beginnt mit der Berufsbeschreibung eines R&uuml;stungsprofiteurs (&bdquo;You that build the big guns\/You that build the death planes\/You that build all the bombs&ldquo;) und erkl&auml;rt dann, dass so ein Meister des Krieges sich zwar hinter seinem Schreibtisch verstecken k&ouml;nne, er ihn aber durchschaut habe: &bdquo;You that never done nothin&rsquo;\/But build to destroy\/You play with my world\/Like it&rsquo;s your little toy&ldquo;. All das eingesackte Geld k&ouml;nne ihnen aber nicht ihre Seele zur&uuml;ckkaufen, singt Dylan. In der letzten Strophe &auml;u&szlig;ert er eine Hoffnung, von der wir uns nat&uuml;rlich distanzieren, die aber in &bdquo;Triangle of Sadness&ldquo; in Erf&uuml;llung geht: &bdquo;And I hope that you die\/And your death will come soon&hellip;&ldquo;<\/p><p><strong>Streichelzoo mit Leoparden<\/strong><\/p><p>Die Bundeswehr f&uuml;hrt die Tradition der Wehrmacht fort. Zur Nazizeit schossen Panther, Tiger und L&ouml;wen aus allen Rohren, heute ist es der Leopard &ndash; und es geht auch wieder gegen die Russen. Wie das vor allem unsere gr&uuml;nen Politikerinnen freut! &bdquo;The #Leopard&rsquo;s freed!&rdquo;, twittert am 24.1.2023 euphorisch Katrin G&ouml;ring-Eckardt, Vizepr&auml;sidentin des Deutschen Bundestages. Auch die Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock wird anl&auml;sslich der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst laut <em>Focus<\/em> vom 5.2.2023 ganz &uuml;berm&uuml;tig: &bdquo;Ich habe lange &uuml;berlegt, was meine Verkleidung angeht&ldquo;, sagte Baerbock. Die Verkleidung als Leopard schied aus &ndash; sie habe Sorge gehabt, dass das Kanzleramt keine Reisegenehmigung erteile, sagte die Au&szlig;enministerin mit ironischem Ton. Sie trug einen schwarzen Hosenanzug und die Narrenkappe.&ldquo; Baerbocks Parteikollegin, die Bundestagsabgeordnete Sara Nanni aber &ndash; sie hat Friedens- und Konfliktforschung studiert (sic) &ndash; , die traut sich! Sie twittert nicht nur &bdquo;Free the leopards! Just do it!&ldquo;, sondern f&uuml;hrt im Parlament auch ein Leoparden-Sweatshirt vor. <\/p><p>Leopardenmanie auch im diplomatischen Dienst! Anka Feldhusen, bis Juli 2023 deutsche Botschafterin in der Ukraine, streichelt am 22.3.2023 auf Twitter einen Pl&uuml;sch-Leoparden-Panzer und schreibt dazu: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Am Ende eines langen und arbeitsreichen Tages mit meinem neuen Lieblingsspielzeug, das mir heute von einem wunderbaren B&uuml;rgermeister einer Stadt geschenkt wurde, die vor einem Jahr unter russischer Besatzung stand. #StandWithUkraine&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">At the end of a long and busy day with my new favorite toy, given to me today by a wonderful mayor of a town under Russian occupation a year ago. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/StandWithUkraine?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#StandWithUkraine<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/6muwVvlCXL\">pic.twitter.com\/6muwVvlCXL<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Anka Feldhusen (@AnkaFeldhusen) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AnkaFeldhusen\/status\/1638620138185576448?ref_src=twsrc%5Etfw\">March 22, 2023<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p>  <\/p><p>Die infantile Verspielzeugung unseres deutschen Mordger&auml;ts zeigt sich auch in einem <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2023\/02\/07\/pistorius-mehr-als-100-leopard-1-panzer-fur-die-ukraine\">wunderbaren Bild<\/a>, auf dem der Verteidigungsminister Boris Pistorius seinem ukrainischen Amtskollegen einen Miniatur-Leoparden-Panzer im Plexiglas &uuml;bergeben hat und beide um die Wette strahlen. <\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230831-Screen1_Koppold-Text.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>In Afrika freilich wird deutscher Panzer-Humor nicht verstanden. Als das Ausw&auml;rtige Amt im Januar 2023 twittert, dass der russische Au&szlig;enminister Sergej Lawrow nicht nach Afrika gereist sei, um Leoparden zu sehen, sondern um L&uuml;gen zu verbreiten, und dies mit einem Leoparden-Emoji garniert, beschwert sich die Afrikanische Union. Das Ausw&auml;rtige Amt publiziere &bdquo;entsetzliche Klischees&ldquo;, sehe Afrika wohl immer noch als Safarikontinent und nehme Land und Leute nicht ernst. <\/p><p>&Uuml;brigens: &bdquo;Es gibt keine deutschen Waffen in der Ukraine&ldquo;, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/7jv6rJ69qbw\">beteuerte<\/a> Arne Kollatz, Sprecher der Bundeswehr auf der Bundespressekonferenz am 10. Juli 2023 und erkl&auml;rte: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es gibt ukrainische Waffen mit deutschem Ursprung. Das sehe ich als v&ouml;llig andere Verh&auml;ltnisse.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Das Bellen der NATO vor Russlands T&uuml;r<\/strong><\/p><p>&bdquo;Die Story des Ukraine-Krieges ist die Story von der Osterweiterung der NATO, das ist es in einem Satz!&ldquo;, erkl&auml;rt der renommierte &Ouml;konom Jeffrey Sachs in einem Video-Gespr&auml;ch mit dem Canadian Foreign Policy Institute. Dieser Krieg h&auml;tte vermieden werden k&ouml;nnen, so Sachs, der die Maidan-Ereignisse als Putsch bezeichnet, aber denen in Washington seien die Toten egal. Und weiter: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Man stelle sich blo&szlig; vor, Mexiko und China schmieden eine milit&auml;rische Allianz, da w&uuml;rde die US-Regierung auch nicht sagen: Das ist deren Wahl.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;Das Bellen der NATO an Russlands T&uuml;r&ldquo; habe die russische Invasion in der Ukraine zumindest mitverursacht, sagt Papst Franziskus im Mai 2022 der Zeitung <em>Corriere della Sera<\/em>. In der <em>S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/em> oder in der <em>Stuttgarter Zeitung<\/em> wird aus diesem Interview zitiert, allerdings nicht der Satz zur NATO-Ostexpansion, sondern &ndash; first things first! &ndash; dass der Papst Knieprobleme hat. <\/p><p>Henry Kissinger war (und ist wohl noch immer) zu allen Schandtaten bereit, wenn sie den USA Vorteile bringen. Aber er ist auch Realpolitiker, der in einem Gespr&auml;ch mit der bellizistischen <em>Zeit<\/em> (25.5.2023) die Interviewer &uuml;berrascht: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich bin &uuml;brigens nicht der Meinung, dass alle Schuld bei Putin liegt &hellip; ich habe schon 2014 in einem Aufsatz ernste Zweifel an dem Vorhaben ge&auml;u&szlig;ert, die Ukraine einzuladen, der Nato beizutreten. Damit begann eine Reihe von Ereignissen, die in dem Krieg kulminiert sind.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Kissinger sagt weiter: &bdquo;Ich glaube nicht, dass Putin Atomwaffen einsetzen wird, um seine Eroberungen in der Ukraine zu verteidigen. Aber je mehr es um den Kern der russischen Identit&auml;t geht, desto gr&ouml;&szlig;er wird die Wahrscheinlichkeit, dass er es tut &hellip; Wenn sich die Krise weiter zuspitzt, geraten wir in eine Lage wie vor dem ersten Weltkrieg, dann f&uuml;hrt irgendein absurdes Ereignis unaufhaltsam zur Eskalation.&ldquo;<\/p><p>Auch der im August 2014 gestorbene Journalist Peter Scholl-Latour, Doyen des Auslandsjournalismus und Russland-Kenner, kritisierte bis zuletzt den westlichen Konfrontationskurs (&bdquo;Fehlentscheidung historischen Ausma&szlig;es&ldquo;), war gegen die NATO-Osterweiterung und konnte &uuml;ber bevorstehende Sanktionen nur den Kopf sch&uuml;tteln. Noch im Fr&uuml;hjahr 2014 sagte er (zitiert nach <em>Der Westen<\/em> vom 29.4.2022): <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Man spielt Kalter Krieg auf einmal, man redet von Sanktionen, was f&uuml;r Europ&auml;er v&ouml;llig bl&ouml;dsinnig ist. Wir w&uuml;rden mehr unter den Sanktionen leiden als die Russen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Die kindische Kriegerin und ihre Prognosen<\/strong><\/p><p>Die Au&szlig;enministerin Annalena Baerbock wei&szlig; es besser. Sie gibt sich nach den Sanktionen des Westens im Februar 2022 &ndash; denen viele andere vorausgingen &ndash; siegessicher: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Das wird Russland ruinieren!&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Am 24.8.2023 aber schreibt der <em>Spiegel<\/em>, Baerbock zeige sich ern&uuml;chtert, weil die russische Wirtschaft jetzt besser dast&uuml;nde als die deutsche. (IWF-Konjunktur-Prognose 2023: Deutschland ist Schlusslicht mit minus 0,3 Prozent, Russland dagegen wird 1,5 Prozent Wachstum prognostiziert). Baerbock hat jedoch eine Erkl&auml;rung: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Eigentlich h&auml;tten wirtschaftliche Sanktionen wirtschaftliche Auswirkungen. Das ist aber nicht so. Weil eben die Logiken von Demokratien nicht in Autokratien greifen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der vom <em>Spiegel<\/em> zitierte Satz stammt aus einem Interview, das Baerbock im Juli 2023 f&uuml;r Stephan Lambys Buch &bdquo;Ernstfall. Regieren in Zeiten des Kriegs&ldquo; gegeben hat. Die kindische Kriegerin Baerbock, die sich in einem finnischen Bunker mal mit einem Himmel-und-H&ouml;lle-H&uuml;pfspiel vergn&uuml;gte, sagt im Lamby-Buch auch: &bdquo;Wir haben erlebt, dass mit rationalen Entscheidungen, rationalen Ma&szlig;nahmen, die man zwischen zivilisierten Regierungen trifft, dieser Krieg nicht zu beenden ist.&ldquo; Muss man also zu unzivilisierten und irrationalen Ma&szlig;nahmen greifen? Aber: Hat man dies nicht l&auml;ngst getan?<\/p><p>Doch Baerbock und Co. k&ouml;nnen noch so dumm daherschwatzen, sie finden stets ihnen wohlgewogene Medien. Renate Dillmann <a href=\"https:\/\/gewerkschaftsforum.de\/staatswohl-vor-aufklaerung-die-vierte-gewalt-betreut-die-heimatfront\/#more-16817\">res&uuml;miert<\/a> am 5.6.2023:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Mit ihrer parteilichen und moralisierenden Berichterstattung tun Journalist*innen alles daf&uuml;r, eine loyale Heimatfront herzustellen. Faktizit&auml;t, Rationalit&auml;t, Kontroversit&auml;t und Logik werden von den Medienschaffenden in Kriegszeiten geopfert f&uuml;r die &sbquo;gute Sache&lsquo;&ldquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Helmut Scheben schreibt in seinem Artikel &bdquo;Der Krieg und die Leitmedien&ldquo; (in <em>Emma<\/em> vom 31.7.2023): <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Und wenn ein Damm bricht, der russische Verteidigungsstellungen und ein von Russland besetztes Gebiet weitgehend &uuml;berschwemmt, dann finden alle deutschen Talkshows &hellip; unverz&uuml;glich Experten, die wissen, dass es die Russen waren, die den Damm zerst&ouml;rt haben. Wie es auch die Russen sind, die sich selbst in dem Atomkraftwerk beschie&szlig;en, welches sie besetzt halten. &sbquo;This the times&lsquo; plague, when madmen lead the blind&rsquo;, hei&szlig;t es bei Shakespeare im King Lear.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Frau Davies schickt Herrn Habermas ins Bett<\/strong><\/p><p>Einer der gr&ouml;&szlig;ten Bellizisten sitzt im Auslandsressort der <em>taz<\/em>. Er hei&szlig;t Dominic Johnson, er wei&szlig; nach der Staudammsprengung sofort, dass es die Russen waren, und er befiehlt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Antwort darauf kann nur lauten: Jetzt erst recht. Die Ukraine muss diesen Krieg gewinnen und das Putin-Regime muss verschwinden. Es gibt keinen Weg zur&uuml;ck.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;Forschungsl&uuml;cke &ndash; Deutschland versteht zu wenig vom Krieg&ldquo;, so betitelt <em>Spiegel online<\/em> am 1.5.2023 einen Artikel, der die zu geringe Zahl von Milit&auml;rexperten bem&auml;ngelt. Wenn man sich in deutschen Medien umschaut, sind es allerdings eine ganze Menge. Zum Beispiel die Hardliner Christian M&ouml;lling oder die im TV extrem pr&auml;sente Claudia Major, die auch zusammen B&uuml;cher schreiben. M&ouml;lling sagt am 31.1.2023, <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Experte-sieht-Ukraine-als-heroische-Gesellschaft-article23883526.html\">so zitiert bei <em>ntv<\/em><\/a>, dass es nicht so schnell zu einem Verhandlungsfrieden kommen werde. &bdquo;In der Konsequenz ist dieses Gemetzel &ndash; der Tod vieler tausend Menschen &ndash; notwendig&rdquo;, sagte der Vize-Direktor der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik&hellip;&ldquo; Wenn die Ukraine dann irgendwann gewonnen habe, sehe Deutschland freilich alt aus. Denn: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In der Ukraine wachse gerade eine ,heroische Gesellschaft&lsquo; heran, die sp&auml;ter einen Mythos des Sieges vertreten werde. In Deutschland, das sich im Zweiten Weltkrieg nicht selbst befreit habe, sorge das f&uuml;r eine ,doppelte Besch&auml;mung.&lsquo;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Da w&auml;ren auch noch &ndash; nat&uuml;rlich alles Transatlantiker &ndash; die Experten Florence Gaub, die Russen nicht f&uuml;r Europ&auml;er h&auml;lt; Nico Lange, der den Aufsatz &bdquo;Frieden schaffen mit deutschen Waffen&ldquo; geschrieben hat; Carlo Masala von der Bundeswehruniversit&auml;t, der die Verwendung ge&auml;chteter Streumunition f&uuml;r notwendig h&auml;lt; Gustav Gressel, der immer und sowieso f&uuml;r Aufr&uuml;stung ist. Und nicht zu vergessen die Experten von der deutschen Osteuropaforschung, zum Beispiel Klaus Gestwa, Direktor des Instituts f&uuml;r osteurop&auml;ische Geschichte und Landeskunde an der Uni T&uuml;bingen, der laut <em>Stuttgarter Zeitung<\/em> (16.3.2023) &bdquo;Klartext gegen Putin&ldquo; redet, sein B&uuml;ro und den Flur mit Ukraine-Fahnen und -Fotos geschm&uuml;ckt hat und stolz darauf ist, jeden Tag aus zehn Anti-Putin-T-Shirts ausw&auml;hlen zu k&ouml;nnen. Gestwas Kollegin, die in M&uuml;nchen rumr&uuml;pelnde, pardon, forschende Osteuropa-Historikerin Franziska Davies, hat den sich f&uuml;r Verhandlungen aussprechenden Essay von J&uuml;rgen Habermas, erschienen am 14.2.2023, einen Tag sp&auml;ter auf Twitter so kommentiert: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Problem (sic) ist nicht der d&auml;mliche Text von Habermas, das Problem ist die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SZ\">@SZ<\/a> , die den Schnodder abdruckt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Frau Davies twittert Habermas dann noch hinterher: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Zeit, ins Bett zu gehen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Alte Kameraden: die Feindforschung ist wieder obenauf <\/strong><\/p><p>Ach, diese Osteuropa-Forschung! &bdquo;Kein ernst zu nehmender Wissenschaftler wollte sich mehr mit dieser abseitigen und r&uuml;ckst&auml;ndigen Regionaldisziplin befassen&ldquo;, so schreibt Wolfgang Michal am 6.4.2023 im <em>Freitag<\/em>. Seit dem Ukraine-Krieg aber dominierten deren waffenfordernde Vertreter Talkshows, Think Tanks, Netzwerke und Podiumsdiskussionen. &bdquo;Ob sie nun Franziska Davies hei&szlig;en oder Karl Schl&ouml;gel, Anna Veronika Wendland oder Andreas Umland, Gwendolyn Sasse oder Jan Claas Behrends, Klaus Gestwa oder Julia Herzberg, sie werden gern gebucht, denn sie geb&auml;rden sich nicht wie langweilige Bedenkentr&auml;ger, sondern f&uuml;hren oft das gro&szlig;e Wort, teilen aus, fahren aus der Haut und k&auml;mpfen nicht selten mit Kraftausdr&uuml;cken und beleidigenden Vorw&uuml;rfen f&uuml;r ihre ,gute Sache&lsquo;&ldquo;, schreibt Michal und vollzieht die Historie der stets gegen Russland gerichteten Disziplin nach, die sich im Kaiserreich etablierte und im Dritten Reich, etwa durch Reinhard Gehlens Nazi-Geheimdienst &bdquo;Fremde Heere Ost&ldquo;, zur Hochform auflief. Auch im Kalten Krieg waren die &bdquo;nur oberfl&auml;chlich entnazifizierten&ldquo; und sofort wieder netzwerkenden Kameraden mit ihren Verbindungen, etwa zu Stepan Banderas faschistischer OUN, sofort wieder t&auml;tig. &bdquo;Akademische Frontk&auml;mpfer&ldquo;, so Michal, von denen &bdquo;einer den anderen&ldquo; nachzog. Und jetzt ist diese &bdquo;Feindwissenschaft, die sich als Osteuropa-Expertise tarnte&ldquo;, schon wieder obenauf.<\/p><p>Was in den meisten Martin-Walser-Nachrufen gefehlt hat: Der am 26. Juli 2023 im Alter von 96 Jahren gestorbene Autor war gegen Waffenlieferungen an die Ukraine und einer der Erstunterzeichner eines Offenen Briefes vom 29.4.2022 an Bundeskanzler Scholz. Hier sei noch angef&uuml;gt Walsers Kurzgedicht &bdquo;Das Endspielspiel&ldquo; aus dem Jahr 1974, das sich sehr aktuell anh&ouml;rt: &bdquo;Spielraum: Wenn du nachsagst, was dir vorgesagt wird,\/darfst du sagen, was du willst. Ergreifend ist\/das Erlebnis der Meinungsfreiheit. Jeder Versprecher\/weckt die Verbote.&ldquo;<\/p><p>Kleiner Nachtrag: Die christliche Ukraine hat uns eine neue Heilige beschert! Sie hei&szlig;t Saint Javelin (bitte googeln!) und sieht aus wie eine Madonna, die jedoch statt des Jesuskindes einen Raketenwerfer tr&auml;gt.<\/p><p>Titelbild: Shutterstock \/ Oleksii Synelnykov<\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=86230\">V&ouml;lkerkunde mit Anna Kupriy bei der Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung: Die Russen sind faul, die Ukrainer flei&szlig;ig<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=100370\">Auf geht&rsquo;s! Tschaikowsky, Tolstoi und Co. ausmerzen!<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95404\">Die Infantilisierung der deutschen Au&szlig;enpolitik: Botschafterin in der Ukraine posiert mit &bdquo;Kuschel-Leo&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/7971bf15bf6c4ea99c1afd87dd033302\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Splitter aus dem Krieg: Die deutsche Politik und die deutschen Leitmedien haben sich so eindeutig auf die Seite der NATO und Selenskis Ukraine gestellt, dass sie zu Propaganda-Institutionen geworden sind. Hier eine kleine Nach- und Auslese zu Panzern, PR-Agenturen und einer Osteuropa-&bdquo;Wissenschaft&ldquo;, die schon wieder gegen die Russen in den Kampf zieht. Von <strong>Rupert Koppold<\/strong>.<\/p>\n<p><em>Dieser<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103152\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":96679,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,123,183,171,85],"tags":[1276,2665,3293,3364,2472,1544,2669,2520,466,2608,906,3070,259,545,260,1556],"class_list":["post-103152","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienkritik","category-militaereinsaetzekriege","category-pr","tag-attentat","tag-baerbock-annalena","tag-bellizismus","tag-diplomatischer-dienst","tag-expertokratie","tag-kampagnenjournalismus","tag-leitmedien","tag-mord","tag-nato","tag-nord-stream","tag-ruestungsindustrie","tag-rheinmetall","tag-russland","tag-sexueller-missbrauch","tag-ukraine","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/shutterstock_2139492597.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=103152"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103152\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103214,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103152\/revisions\/103214"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/96679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=103152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=103152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=103152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}