{"id":103209,"date":"2023-09-03T09:00:23","date_gmt":"2023-09-03T07:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209"},"modified":"2023-09-01T13:25:23","modified_gmt":"2023-09-01T11:25:23","slug":"hinweise-der-woche-323","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT)<br>\n<!--more--><br>\nWir weisen darauf hin, dass die jeweiligen Anbieter f&uuml;r die Barrierefreiheit ihrer Angebote selbst verantwortlich sind und es durchaus sein kann, dass der Zugang von zun&auml;chst freien Inhalten nach einer Zeit beschr&auml;nkt wird.<\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h01\">&lsquo;Das Gemetzel muss beendet werden&rsquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h02\">Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h03\">Sinnloser Wirtschaftskrieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h04\">Working Class: Die Wohlstandsillusion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h05\">Kindergrundsicherung: Wer bekommt das Geld &ndash; reiche oder arme Eltern?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h06\">Zum Krieg der Bundesregierung nach innen und au&szlig;en: Diplomatie statt Baerbock<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h07\">Diskussionspapier der &bdquo;Ukraine-Initiative &ndash; Die Waffen nieder&ldquo;: Rechtsoffenheit in der Friedensbewegung &ndash; Kampfbegriff oder reales Problem?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h08\">Wo bleibt das Korrektiv? &ndash; Der Ukrainekrieg und das Versagen der Experten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h09\">V&ouml;lkerrecht nach Belieben: Kosovo, Krim, T&uuml;rkei &ndash; jetzt Niger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209#h10\">&bdquo;Land ohne Mut&ldquo;: Warum Michael Esfelds Kritik der Corona-Politik unerw&uuml;nscht ist<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>&lsquo;Das Gemetzel muss beendet werden&rsquo;<\/strong><br>\nKrieg in der Ukraine: G&uuml;nter Verheugen &uuml;ber Friedensverhandlungen und die Debatte in Deutschland [&hellip;]<br>\nIch bin sehr gepr&auml;gt von der fr&uuml;hen Entspannungspolitik. Ich habe sie nicht nur miterlebt, sondern ich war daran beteiligt. Wenn Willy Brandts Position gewesen w&auml;re, dass man mit Breschnew nicht reden kann, w&auml;re der Kalte Krieg bis heute nicht beendet. Wenn ich m&ouml;chte, dass sich die Verh&auml;ltnisse in einem autorit&auml;ren Staat &auml;ndern, erreiche ich das nicht mit milit&auml;rischem Druck, sondern indem ich ein Vertrauensverh&auml;ltnis schaffe.<br>\nSie sagen, dass der Krieg in Deutschland auf einen Kampf zwischen Gut und B&ouml;se reduziert wird. Es gibt eine ungeheure Solidarisierung mit dem Guten, der Ukraine, gegen das B&ouml;se, Putin und Russland. Wie erkl&auml;ren Sie sich das?<br>\nDer Umsturz in der Ukraine wird bei uns dargestellt als eine demokratische Revolution von begeisterten Pro-Europ&auml;ern. Das war eine fabelhafte PR-Nummer, denn es ist nur ein Ausschnitt der Wahrheit. Es war ein vorbereiteter Staatsstreich. Die ersten Ma&szlig;nahmen der &Uuml;bergangsregierung waren gegen die russischst&auml;mmige Bev&ouml;lkerung in der Ukraine gerichtet. Dann begann der Krieg, 2014 mit der sogenannten Anti-Terror-Operation, und die russische Politik von Putin wurde d&auml;monisiert. Die Annexion der Krim hat ihn ins Unrecht gesetzt, das machte es leicht. Der Krieg in der Ukraine wird entsprechend &uuml;berh&ouml;ht zu einem Kampf zwischen rivalisierenden Systemen.<br>\nZwischen Demokraten und Autokraten &hellip;<br>\n&hellip; aber das ist dieser Krieg nicht. Es geht nicht um Ihre oder meine Sicherheit. Wegen meiner Freiheit und zur Verteidigung meiner demokratischen Rechte muss kein Mensch in der Ukraine sterben. Meine Freiheit ist nicht durch Russland bedroht. Schon allein das zu sagen, bringt einen heute in den Verdacht, ein n&uuml;tzlicher Idiot des Kremls zu sein. Deshalb, um keine Missverst&auml;ndnisse aufkommen zu lassen: Es besteht kein Zweifel daran, dass Russland der Aggressor ist, Vertr&auml;ge und Grunds&auml;tze verletzt hat, die das friedliche Zusammenleben in Europa regeln sollen. Aber man muss die Vorgeschichte dieses Kriegs kennen, um sich ein sachliches Urteil zu bilden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.e-pages.dk\/weserkurier\/171502\/article\/1882601\/3\/1\/external\/?token=77e29aefc7e0fe09d5d2329bbc98048b&amp;s=09\">Weser Kurier<\/a>\n<p>dazu: <strong>Abschied vom Siegfrieden &ndash; Stehen wir vor einer &bdquo;Zeitenwende&ldquo; im Ukrainekrieg?<\/strong><br>\nInsgesamt bleibt bemerkenswert, dass der menschliche Faktor des Krieges weitgehend ausgeblendet wird: Br&uuml;der, Ehem&auml;nner, V&auml;ter, Freunde werden in diesem Krieg verheizt wie Br&uuml;der, Ehem&auml;nner, V&auml;ter und Freunde im Ersten Weltkrieg. Nirgends &ndash; so scheint es &ndash; regt sich ob dieses unermesslichen Grauens auch nur ein Qu&auml;ntchen Empathie. &bdquo;Russland darf nicht gewinnen&ldquo; &ndash; das ist die Ratio, koste es, was es wolle.<br>\nDabei sind die Perspektiven ern&uuml;chternd. Je l&auml;nger der Krieg andauert, desto gr&ouml;&szlig;er werden die Sch&auml;den sein, die Land und Leuten zugef&uuml;gt werden. Und: desto gr&ouml;&szlig;er werden die territorialen Zugest&auml;ndnisse sein, die bei einer Verhandlungsl&ouml;sung gemacht werden m&uuml;ssen. Wer glaubt ernsthaft, dass die wesentlich kleinere Ukraine in der Lage sein k&ouml;nnte, das gr&ouml;&szlig;ere Russland milit&auml;risch zu besiegen?<br>\nOb der Krieg in absehbarer Zeit beendet wird, h&auml;ngt nicht nur von der Ukraine ab. Russlands Entscheidungsfindung wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Dazu geh&ouml;rt der sunk-cost effect &ndash; angesichts der bereits entstandenen Kosten (humanit&auml;r, &ouml;konomisch) wird Russland nur dann Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen zustimmen, wenn sie ohne Vorbedingungen begonnen werden. Zudem hat die Ukraine f&uuml;r Russland noch st&auml;rker als f&uuml;r die Nato und die USA eine strategische Bedeutung, so dass es die in diesem Konflikt erreichten Ziele nicht gef&auml;hrden wird. Weiterhin betrachtet die russische Seite diesen Krieg als Folge einer globalen Aggression des Westens und nicht als isoliertes Kr&auml;ftemessen. F&uuml;r die russische F&uuml;hrung steht dieser Krieg ebenfalls f&uuml;r eine &bdquo;Zeitenwende&ldquo; &ndash; f&uuml;r ein Ende der Hegemonie des Westens und der USA und f&uuml;r eine multipolare Weltordnung.<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/abschied-vom-siegfrieden-zeitenwende-im-ukrainekrieg\">Stefan Luft auf Cicero<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.stefanluft.de\/ver%C3%B6ffentlichungen\/online-publikationen\/\">Stefan Luft<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden<\/strong><br>\nLegitime Selbstverteidigung und das Streben nach einem gerechten und dauerhaften Frieden sind kein Widerspruch. Ein Verhandlungsvorschlag von Professor Dr. Peter Brandt, Professor Dr. Hajo Funke, General a.&thinsp;D. Harald Kujat und Professor Dr. h.&thinsp;c. Horst Teltschik.<br>\nSeit dem Beginn des russischen Angriffskriegs am 24.&thinsp;Februar 2022 f&uuml;hrt die Ukraine einen legitimen Verteidigungskrieg, in dem es um ihr &Uuml;berleben als Staat, ihre nationale Unabh&auml;ngigkeit und Sicherheit geht. Diese Feststellung gilt unabh&auml;ngig von der demokratischen und rechtsstaatlichen Qualit&auml;t und der Verfassungsrealit&auml;t, auch unabh&auml;ngig von der sehr viel komplizierteren Vorgeschichte und dem ebenfalls komplizierteren weltpolitischen Zusammenhang des Krieges.<br>\nDie Legitimit&auml;t der bewaffneten Selbstverteidigung auf der Grundlage des Art.&#8197;51 der Uno-Charta entbindet die Regierung in Kiew und die sie unterst&uuml;tzenden Staaten allerdings nicht von der Verpflichtung &ndash; nicht zuletzt gegen&uuml;ber dem eigenen Volk &ndash; Vernunft walten zu lassen, sich der Steigerung von Gewalt und Zerst&ouml;rung nicht hinzugeben und die Erlangung eines gerechten und dauerhaften Friedens politisch zu bef&ouml;rdern. Auch w&auml;hrend des Krieges &ndash; und gerade w&auml;hrenddessen &ndash; darf das stete Bem&uuml;hen um eine diplomatische L&ouml;sung nicht nachlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/zeitgeschehen-im-fokus.ch\/de\/newspaper-ausgabe\/sonderausgabe-vom-28-august-2023.html\">Zeitgeschehen im Fokus<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Sinnloser Wirtschaftskrieg<\/strong><br>\nEndlich sieht die Au&szlig;enministerin es ein: Die vom Westen verh&auml;ngten Sanktionen schaden Russland nicht. &raquo;Eigentlich h&auml;tten wirtschaftliche Sanktionen wirtschaftliche Auswirkungen. Das ist aber nicht so. (&hellip;) Wir haben erlebt, dass mit rationalen Entscheidungen, rationalen Ma&szlig;nahmen, die man zwischen zivilisierten Regierungen trifft, dieser Krieg nicht zu beenden ist&laquo;, so Baerbock in einem Interview. Nun ist es alles andere als rational zu erwarten, dass man Konflikte und Kriege durch endlose Waffenlieferungen beenden kann. Und nicht weniger dumm ist es, einen Wirtschaftskrieg gegen unseren wichtigsten Rohstofflieferanten zu f&uuml;hren, der sehr wohl massive Sch&auml;den anrichtet: bei uns! Die hohen Energiepreise sind Gift f&uuml;r unsere Industrie, Betriebe wandern ab, die Wirtschaft schrumpft wie in keinem anderen Land der G20, es droht eine Deindustrialisierung mit gravierenden Folgen f&uuml;r Arbeitspl&auml;tze, L&ouml;hne und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft.<br>\nDie Armut w&auml;chst, da immer mehr Menschen nicht wissen, wie sie bei gestiegenen Preisen &uuml;ber die Runden kommen sollen. Da die Ampel nichts gegen die Marktmacht und Preistreiberei in einigen Branchen unternommen hat, kam es au&szlig;erdem zu einer hemmungslosen Umverteilung von unten nach oben: W&auml;hrend die Reall&ouml;hne im letzten Jahr um mehr als vier Prozent zur&uuml;ckgegangen sind, konnten sich Dax-Konzerne &uuml;ber einen Rekordgewinn von 171 Milliarden Euro freuen. &Uuml;ber 50 Milliarden Euro an Dividenden werden in diesem und im n&auml;chsten Jahr an Aktion&auml;re von Dax-Konzernen ausgesch&uuml;ttet &ndash; rund doppelt soviel wie im Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre. Und da die Ampel von h&ouml;heren Steuern auf Konzerngewinne oder Milliardenverm&ouml;gen nichts wissen will, stehen uns die h&auml;rtesten Verteilungsk&auml;mpfe noch bevor.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/457705.sinnloser-wirtschaftskrieg.html%20\">Sahra Wagenknecht auf junge Welt<\/a>\n<p>dazu: <strong>Annalena Baerbock hat sich wieder geirrt: Sanktionen wirken genau, wie sie sollten<\/strong><br>\nBaerbock kann als ein besonderer und beispielloser Fall f&uuml;r die Bundesrepublik Deutschland angesehen werden. Sie ist in der Lage, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in vielen anderen Wissenschaften einen &ldquo;Schnobel&rdquo; zu behaupten. Zum Beispiel in der Geometrie, dank ihres Vorschlags an den russischen Pr&auml;sidenten, &ldquo;eine Politikwende um 360 Grad vorzunehmen&rdquo;. Oder in der Geographie: Zu den neuesten Entdeckungen der Frau Ministerin geh&ouml;rt, dass die russischen Streitkr&auml;fte &ldquo;in der Ukraine Minenfelder von der Gr&ouml;&szlig;e Westdeutschlands angelegt haben&rdquo;.<br>\nNur schlagen weder die anderen Parteien der Regierungskoalition in Deutschland noch die &ldquo;demokratische&rdquo; Opposition in Form des CDU-CSU-Blocks eine andere Politik gegen&uuml;ber Russland und der Ukraine vor. Nicht nur Baerbock allein, sondern die gesamte Elite der wichtigsten Volkswirtschaft der Eurozone spielt weiterhin dieses Gl&uuml;cksspiel und glaubt, dass eine Umarmung mit dem amerikanischen Krokodil ihr doch noch den Sechser im Lotto bringen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/freeassange.rtde.me\/meinung\/178902-annalena-baerbock-hat-sich-wieder\/\">Dmitri Bawyrin auf RT DE<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>ifo Gesch&auml;ftsklima: &bdquo;Hier bricht gerade etwas richtig weg&ldquo;<\/strong><br>\nNeuen Zahlen zeigen: Fr&uuml;here Boom-Branchen wie Bau und Maschinenbau befinden sich auf Talfahrt. Grund ist unter anderem eine chaotische Wirtschaftspolitik. (&hellip;)<br>\nLaut ifo sind in Deutschland alle Branchen von der schlechten Lage betroffen. Klaus Wohlrabe sagte: &bdquo;Vor allem in der Bauindustrie ist die Lage richtig dramatisch, im Wohnungsbau bricht gerade richtig etwas weg.&ldquo; Wegen der gestiegenen Baukosten und Hypotheken &bdquo;nehmen die Leute vom Hausbau Abstand&ldquo;. Hier werde es in diesem Jahr keine Entspannung mehr geben.<br>\nIm verarbeitenden Gewerbe, bei den Dienstleistungen und im Handel ist der Gesch&auml;ftsklimaindex ebenfalls gefallen. Die Schw&auml;che der Industrie zieht auch Transport und Logistik nach unten. So meldete der Hamburger Hafen auch im zweiten Quartal einen starken R&uuml;ckgang des Schiffsvolumens und warnte in der vergangenen Woche, dass er einen &bdquo;deutlichen R&uuml;ckgang&ldquo; der Einnahmen in seinem Teilkonzern Hafenlogistik erwarte. Russlands Krieg in der Ukraine, geopolitische Spannungen, Inflation und steigende Zinss&auml;tze setzten die Verbraucher- und Industrienachfrage unter Druck und behinderten die Erholung der Weltwirtschaft, hie&szlig; es laut Bloomberg.<br>\nSogar im Maschinenbau, lange Jahre die deutsche Paradedisziplin, geht es bergab: Im Wettbewerb um Marktanteile hat sich die Position deutscher Maschinenbauer laut einer ifo-Umfrage weiter verschlechtert. Laut dieser Umfrage sank der Index f&uuml;r Absatzm&auml;rkte au&szlig;erhalb der EU per Berichtsmonat Juli gegen&uuml;ber der letzten Umfrage per April von -7,3 auf -14,3 Z&auml;hler. Das war der schw&auml;chste Indexwert in der bis 1994 zur&uuml;ckgehenden Historie dieses Index.<br>\nAuch in Spezialbranchen sieht es nicht gut aus.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/deutsche-wirtschaft-ifo-geschaeftsklima-hier-bricht-gerade-etwas-richtig-weg-li.382449\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Working Class: Die Wohlstandsillusion<\/strong><br>\nEs ist die bescheidene, deutsche Variante des &bdquo;American Dream&ldquo;, das Versprechen an die Kinder &bdquo;Ihr sollt es einmal besser haben.&ldquo; Allein: Es tr&auml;gt in vielen F&auml;llen nicht mehr. Verm&ouml;gensaufbau aus eigener Kraft ist f&uuml;r viele Bundesb&uuml;rger unm&ouml;glich.<br>\nJulia Friedrichs interviewte Experten aus der Wissenschaft und Politik, Reinigungs- und Lehrkr&auml;fte sowie B&uuml;romenschen. In ihrem viel besprochenen Sachbuch &bdquo;Working Class: Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben k&ouml;nnen&ldquo; kam sie zu dem Schluss: Alle k&auml;mpfen, um ihr &Uuml;berleben zu sichern.<br>\nDie Generation nach den Babyboomern ist die erste nach dem Zweiten Weltkrieg, die ihre Eltern mehrheitlich nicht wirtschaftlich &uuml;bertreffen wird. Obwohl die Wirtschaft ein Jahrzehnt lang wuchs, besitzt die Mehrheit in diesem Land kaum Kapital und kein Verm&ouml;gen.<br>\nSich Wohlstand aus eigener Kraft zu erarbeiten, ist schwieriger geworden, insbesondere f&uuml;r die junge Generation. Die H&auml;lfte von ihnen f&uuml;rchtet, im Alter arm zu sein.<br>\nAnfang Dezember 2021 hat die OECD gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung eine gro&szlig;e Studie zur Lage der Mittelschicht ver&ouml;ffentlicht. Und damit eine Diagnose gestellt, die sich zuvor schon in vielen Einzelbefunden angedeutet hatte:<br>\nIn der j&uuml;ngeren Generation wird das Aufstiegsversprechen der sozialen Marktwirtschaft in Reihe gebrochen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/working-class-die-wohlstandsillusion-102.html\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Kindergrundsicherung: Wer bekommt das Geld &ndash; reiche oder arme Eltern?<\/strong><br>\nChristian Lindner blockiert das gr&ouml;&szlig;te sozialpolitische Reformprojekt der Ampelkoalition: Kein Wunder, geht es hier um echte Umverteilung von oben nach unten. Nun wird sich zeigen, ob diese Bundesregierung auch sozial kann (&hellip;)<br>\nUnd die Diskussion bei der Kindergrundsicherung dreht sich eigentlich um ganz andere grunds&auml;tzliche Verteilungsfragen: Sollen die durch Kinder entstehenden Kosten insbesondere von einkommensstarken Eltern im Rahmen eines Familienleistungsausgleichs kompensiert werden oder sollten die Gelder eher genutzt werden, um Kindern ein Leben jenseits von Armut zu erm&ouml;glichen? Die Frage lautet also: F&uuml;r wen gibt der Staat Geld aus, f&uuml;r einkommensschwache oder einkommensstarke Familien? Der Familienleistungsausgleich steht dabei schon lange in der Kritik, weil er soziale Ungleichheit wenig ausgleicht: Wegen der progressiven Einkommensbesteuerung, welche dem Zweck dient, einkommensstarke st&auml;rker als einkommensschwache Gruppen durch Steuern zu belasten, erwirken Steuerfreibetr&auml;ge f&uuml;r familiale Leistungen absurderweise den umgekehrten Effekt: Gerade besonders hohe Einkommensgruppen profitieren von den familialen Freibetr&auml;gen. Der Grundsatz der Kompensation, nach dem ein Million&auml;r mit Kind keinen Euro weniger haben darf als ein Million&auml;r ohne Kind, erwirkt eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben und taugt zur Reduzierung von Kinderarmut nicht. Im Gegenteil: Soziale Ungleichheit wird durch die Steuerfreibetr&auml;ge unterst&uuml;tzt &ndash; entlang der Einkommensst&auml;rke steigt die staatliche Unterst&uuml;tzung, die Eltern f&uuml;r ihre Kinder erhalten.<br>\nDas Problem ist alt bekannt, wird nun aber, da wir mit Lisa Paus eine Finanzexpertin als Familienministerin haben, angegangen. Paus plant nichts weniger als einen Paradigmenwechsel und bezeichnet die Kindergrundsicherung entsprechend als das oben bereits zitierte &bdquo;wichtigste sozialpolitische Vorhaben dieser Regierung&ldquo;. Anstatt der bisherigen Umverteilung von unten nach oben erfolgt die Umverteilung mit dem neuen Instrument der Kindergrundsicherung von oben nach unten: Neben einem bedingungslosen Grundbetrag f&uuml;r jedes Kind erhalten Eltern eine einkommensabh&auml;ngige Leistung nur bis zu einem festgelegten H&ouml;chstbetrag. Je h&ouml;her das elterliche Einkommen ausf&auml;llt, desto geringer werden die Zusatzleistungen. Ab einem bestimmten Jahreseinkommen entfallen sie ersatzlos.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/kindergrundsicherung-wer-bekommt-das-geld-reiche-oder-arme-eltern\">der Freitag<\/a>\n<p>dazu: <strong>Kindergrundsicherung wird zur Farce: Minister stellen Einigung der Ampelkoalition gegen Kinderarmut vor.<\/strong><br>\nMan muss zum eigenen Witz stehen &ndash; auch wenn es nicht mehr zum Lachen ist. &raquo;Es ist diese Bundesregierung, die eine Antwort auf Kinderarmut gefunden hat und darauf k&ouml;nnen wir stolz sein&laquo;, erkl&auml;rte Bundesfamilienministerin Elisabeth Paus (Gr&uuml;ne) am Montag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Eine Ampelentourage aus Finanzminister Christian Lindner (FDP) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) stellte mit der Familienministerin gemeinsam die Einigung der Bundesregierung zur Kindergrundsicherung vor. Oder was davon &uuml;brig ist. Auf Kosten von 2,4 Milliarden Euro hat sich die Ampelkoalition nach den vorgestellten Eckpunkten offenbar nach lange und &ouml;ffentlich gef&uuml;hrter Debatte geeinigt. Zur Erinnerung: Paus&rsquo; erster Entwurf sah Kosten von 12 Milliarden Euro j&auml;hrlich vor &ndash; viel zu wenig, um Kinderarmut wirksam zu bek&auml;mpfen, wie Armuts- und Ungleichheitsforscher Christoph Butterwegge im jW-Gespr&auml;ch bereits im April bemerkte. Die nun getroffene Entscheidung bezeichnete der Sozialwissenschaftler am Montag gegen&uuml;ber dpa als &raquo;riesigen Skandal&laquo;. Die Einigung bedeutet offenbar auch, dass Finanzminister Lindner mit seinem geplanten Paket von Steuergeschenken f&uuml;r Unternehmen weiterkommt. Paus hatte das &raquo;Wachstumschancengesetz&laquo; genannte Umverteilungsprogramm im Bundeskabinett zun&auml;chst mit Verweis auf das &raquo;zentrale sozialpolitische Vorhaben&laquo; der Ampelkoalition blockiert, um mehr Mittel von Lindner zu erstreiten. Angesichts der Selbstbeweihr&auml;ucherung der Ampelpolitiker am Montag muss daran erinnert werden, dass der Sozialverband VdK Mitte August mit 24 Milliarden Euro die zehnfache (!) Summe f&uuml;r eine wirksame Kindergrundsicherung veranschlagt hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/457854.fortschrittskoalition-kindergrundsicherung-wird-zur-farce.html\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p>dazu: <strong>Was die Ampel bei ihrer Klausurtagung konkret beschlossen hat<\/strong><br>\nKonkret hat sich die Ampel auf mehrere neue Vorhaben geeinigt. Die Beschl&uuml;sse in der &Uuml;bersicht:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Wirtschaft wird mit Steuererleichterungen bedacht. So sollen Unternehmen durch das Wachstumschancengesetz von Finanzminister Christian Lindner (FDP) sp&uuml;rbar entlastet werden. Vorgesehen sind Entlastungen von rund sieben Milliarden Euro pro Jahr ab 2024 und insgesamt &uuml;ber 32 Milliarden in den n&auml;chsten Jahren.<\/li>\n<li>Ein Gesetz zum B&uuml;rokratieabbau wird auf den Weg gebracht. Unter anderem sollen Firmen Buchungsbelege nur noch acht statt zehn Jahre auf Papier aufbewahren m&uuml;ssen. Hotels m&uuml;ssen k&uuml;nftig nicht mehr f&uuml;r jeden einzelnen Gast einen Meldeschein ausf&uuml;llen. Justizminister Marco Buschmann (FDP) hofft durch sein B&uuml;rokratieentlastungsgesetz auf mehr Effizienz bei kleinen und mittelst&auml;ndischen Unternehmen und Einsparungen in H&ouml;he von 2,3 Milliarden Euro im Jahr.<\/li>\n<li>Das Gesundheitswesen wird digitaler gemacht. Ein Gesetz aus dem Haus von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) soll daf&uuml;r sorgen, die Digitalisierung voranzutreiben. So sollen alle Versicherten, so sie nicht widersprechen, schon 2025 elektronische Patientenakten bekommen.<\/li>\n<li>Die Verwaltung wird f&uuml;r KI-Anwendungen fit gemacht. Bis Ende 2024 sollen die technischen und rechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r den Einsatz von KI-Anwendungen in der Verwaltung geschaffen werden. Schon Anfang des Jahres soll zudem das digitale E-Rezept zum verbindlichen Standard bei der Arzneimittelversorgung werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundesregierung-was-die-ampel-bei-der-meseberg-klausur-beschlossen-hat-a-1ec45456-27ae-4a9b-98b1-f0e74c4943e4\">DER SPIEGEL <\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Die Ampelkoalition hat also die Fortsetzung der Umverteilung von unten nach oben beschlossen, von der insbesondere Unternehmen und der digitale Sektor profitieren sollen. Arme Familien werden mit wenigen Euros mehr vertr&ouml;stet. Und dennoch bescheinigt Bundeskanzler Scholz sich selbst <a href=\"https:\/\/twitter.com\/SuspicicMinds\/status\/1696506502440194408\">eine gute Leistungsbilanz<\/a>. Vielleicht sollte die Scholz-Regierung weniger an Kommunikationsstrategien arbeiten, sondern mehr B&uuml;rgern&auml;he wagen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zum Krieg der Bundesregierung nach innen und au&szlig;en: Diplomatie statt Baerbock<\/strong><br>\nJetzt geht auch der deutschen Au&szlig;enministerin ein Licht auf &ndash; die Sanktionen schaden Russland nicht, gibt Annalena Baerbock (Gr&uuml;ne) entt&auml;uscht zu: &bdquo;Eigentlich h&auml;tten wirtschaftliche Sanktionen wirtschaftliche Auswirkungen. Das ist aber nicht so. Weil eben die Logiken von Demokratien nicht in Autokratien greifen. (&hellip;)<br>\nWir haben erlebt, dass mit rationalen Entscheidungen, rationalen Ma&szlig;nahmen, die man zwischen zivilisierten Regierungen trifft, dieser Krieg nicht zu beenden ist.&ldquo; Die Ausf&uuml;hrungen der Gr&uuml;nen-Ministerin sind gleich doppelt absurd. Denn was ist &bdquo;rational&ldquo; an Entscheidungen, die der eigenen Bev&ouml;lkerung schaden und den Krieg nicht stoppen? Gravierende wirtschaftliche Folgen hat der Wirtschaftskrieg der Ampel-Regierung gegen Russland n&auml;mlich sehr wohl &ndash; f&uuml;r die B&uuml;rger wie die Unternehmen in Deutschland. W&auml;hrend Russlands Wirtschaft w&auml;chst, verharrt die deutsche in der Rezession, die Inflation bleibt hoch, Lebensmittel und Energie sind teuer. Die Verarmung der Bev&ouml;lkerung und die Deindustrialisierung des Landes sind programmiert. Licht am Ende des Tunnels dieses sozialen Krieges von oben gegen unten gibt es nicht. Wenn vermeintlich &bdquo;rationale Ma&szlig;nahmen&ldquo; nicht greifen, m&uuml;ssen bei der Gr&uuml;nen wohl irrationale her. So verteidigt Baerbock ukrainische Drohnenangriffe auf Moskau als legitim, w&auml;hrend sich selbst ihr Amtskollege in Washington hier eher bedeckt h&auml;lt. Deutschland ist mittlerweile zweitgr&ouml;&szlig;ter Waffensteller der Ukraine nach den USA.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/diplomatie-statt-baerbock-4783174\/\">Sevim Dagdelen in unsere zeit<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Baerbock dreht und wendet das V&ouml;lkerrecht &ndash; Die alte Weltordnung rettet sie damit nicht: Ich mach&rsquo; mir die Welt, wie sie mir gef&auml;llt<\/strong><br>\nEs vergeht kaum ein Tag, an dem die Weltreisende in Sachen V&ouml;lkerrecht, Annalena Baerbock, nicht mit &uuml;berraschenden Botschaften zu Krieg und Frieden aufwartet. Zwar konnte sie Australien wegen mehrfachdefekter Landeklappen des Regierungsfliegers nicht mit einem pers&ouml;nlichen Besuch behelligen. Daf&uuml;r erfreute sie zumindest den erlesenen Zuh&ouml;rerkreis des NATO-treuen Think-Tanks &bdquo;Lowy Institute&ldquo; mit Sitz in Sydney am 22. August mit einer in gewohnt gestochenem Englisch gehaltenen Videobotschaft. Die frohe Kunde lautete: Das 16.500 Kilometer entfernte Deutschland wird sich an dem bevorstehenden Luftwaffenman&ouml;ver &bdquo;Pitch black&ldquo; (pechschwarz) beteiligen. Deutschland wird auch &uuml;ber dem Indopazifik verteidigt. Denn, &bdquo;wenn in Ihrer Region gegen das V&ouml;lkerrecht versto&szlig;en wird, dann kann es auch an jedem anderen Ort verletzt werden. Ihre Sicherheit ist auch f&uuml;r unsere Sicherheit von Bedeutung&ldquo;, so die gr&uuml;ne Au&szlig;enministerin. Die finstere Macht in der Region ist f&uuml;r Baerbock China. Sie ist in gro&szlig;er Sorge &uuml;ber den Verlust angestammter Einflusssph&auml;ren des Westens: &bdquo;Wir beobachten, wie sich zahlreiche L&auml;nder st&auml;rker China zuwenden. Und wir m&uuml;ssen ehrlich zugeben: Oft liegt das an einem Mangel an Alternativen. Das wollen wir &auml;ndern.&ldquo; Durch die Bundesluftwaffe &ndash; mag man erg&auml;nzen. Die Zeichen der Zeit sprechen gegen Baerbock. Ihre Werbetour, mit der die L&auml;nder des globalen S&uuml;dens von den antirussischen Wirtschaftssanktionen der Wertegemeinschaft NATO und EU &uuml;berzeugt werden sollten, tr&auml;gt keine Fr&uuml;chte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeit.de\/ich-mach-mir-die-welt-wie-sie-mir-gefaellt-4783246\/\">Ralf Hohmann in unsere zeit<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>&bdquo;Kulturwandel&ldquo; im Ausw&auml;rtigen Amt: Baerbock will, dass deutsche Diplomaten mehr auf Social Media gegen Russland und China austeilen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103079\">NachDenkSeiten<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Diskussionspapier der &bdquo;Ukraine-Initiative &ndash; Die Waffen nieder&ldquo;: Rechtsoffenheit in der Friedensbewegung &ndash; Kampfbegriff oder reales Problem?<\/strong><br>\nZentrum der Meinungsverschiedenheiten ist die Frage nach dem Umgang mit neuen und neuartigen Protestbewegungen. Das ist kein spezifisches Problem der deutschen Friedensbewegung. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg standen soziale Bewegungen, darunter auch die Friedensbewegung, meist von Anfang an unter der Hegemonie linker oder progressiver Kr&auml;fte. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Mit den gesellschaftlichen Umbr&uuml;chen und multiplen Krisen in fast allen L&auml;ndern des &sbquo;demokratischen Kapitalismus&lsquo; sind zwar viele neue Anl&auml;sse f&uuml;r Protest entstanden. Aber angesichts des Niedergangs und der Schw&auml;che der gesellschaftlichen Linken ist dieser Protest politisch und ideologisch meist diffus, von Widerspr&uuml;chen durchzogen und in seiner Zusammensetzung oft sehr heterogen.<br>\nTypische Beispiele sind die Bewegung der Gelbwesten in Frankreich oder die Cinque Stelle in Italien (vor ihrer Formierung zur Partei), die Hunderttausende mobilisieren konnten. Die Linke wurde davon v&ouml;llig &uuml;berrascht, und einige hatten gro&szlig;e Probleme, damit umzugehen. So behaupteten manche, die Gelbwesten seien von der extremen Rechten gesteuert oder gar antisemitisch.<br>\nWenn eine solche neuartige Bewegung auftritt, besteht angesichts ihrer Heterogenit&auml;t und politischen Nicht-Determiniertheit in der Tat eine gewisse Offenheit &ndash; aber nach allen Seiten hin. Entscheidend ist in einer solchen Situation, welche Orientierung sich im weiteren Gang der Dinge durchsetzt. Politik ist nicht statisch, sondern prozesshaft. Wer von vorneherein glaubt, dass eine solche Bewegung vom Start weg sofort den Anspr&uuml;chen etablierter linker Organisationen gen&uuml;gen m&uuml;sse, hat nicht verstanden, wie soziale Bewegung und politische Meinungsbildung an der Basis der Bev&ouml;lkerung heute funktionieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/nie-wieder-krieg.org\/2023\/08\/24\/diskussionspapier_rechtsoffenheit\/\">Nie wieder Krieg<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wo bleibt das Korrektiv? &ndash; Der Ukrainekrieg und das Versagen der Experten<\/strong><br>\nIm Ukrainekrieg spielen Experten-Analysen eine wichtige Rolle. Allerdings gibt es ein Missverst&auml;ndnis &uuml;ber deren Funktion. Sie werden n&auml;mlich nicht ben&ouml;tigt, um politisches Handeln zu legitimieren. Sie werden als Korrektiv gebraucht, damit wir wissen, was schiefl&auml;uft. [&hellip;]<br>\nBei uns findet der Krieg aus der Perspektive des Generalstabes statt, wenn es auch nur wenige Experten im deutschsprachigen Raum gibt, die das wie der &ouml;sterreichische Oberst Markus Reisner praktisch umsetzen k&ouml;nnen. Ansonsten ist das ein Krieg der Medienkonsumenten, die nicht &uuml;ber den Kriegsverlauf, sondern vor allem &uuml;ber die politische Legitimation des Krieges und seine moralische Begr&uuml;ndung diskutieren. In der Hinsicht unterscheiden sich nicht die Fachleute aus der sicherheitspolitischen Community vom politisch interessierten B&uuml;rger.<br>\nDas hat historische Gr&uuml;nde, weil Sicherheitspolitik unter dem Einfluss der Friedensforschung ab den 1970er Jahren nicht mehr nur aus einer milit&auml;rischen Perspektive betrachtet worden ist. Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde Sicherheitspolitik in Deutschland endg&uuml;ltig unter der Pr&auml;misse der Abwesenheit des klassischen Krieges diskutiert. Er war nur noch als B&uuml;rgerkrieg denkbar, wie im fr&uuml;heren Jugoslawien in den 1990er Jahren, oder als asymmetrischer Krieg unter dem Einfluss der Anschl&auml;ge vom 11. September 2001.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/Ukraine-experten-versagen%20\">Frank L&uuml;bberding im Cicero<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>V&ouml;lkerrecht nach Belieben: Kosovo, Krim, T&uuml;rkei &ndash; jetzt Niger <\/strong><br>\nViele Schlagzeilen: &laquo;ECOWAS plant milit&auml;risches Eingreifen in Niger&raquo;. Doch niemand informiert, ob das v&ouml;lkerrechtlich erlaubt w&auml;re.<br>\nNach dem Milit&auml;rputsch in Niger schweigen sich Politiker und Medien dar&uuml;ber aus, ob ein milit&auml;risches Eingreifen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft v&ouml;lkerrechtlich abgest&uuml;tzt und legitim w&auml;re. Vor allem franz&ouml;sische Medien bef&uuml;rworten ein Eingreifen. Die USA sind besorgt wegen ihrer dortigen Milit&auml;rbasis. Niger ist zudem der siebtgr&ouml;sste Produzent von Uran.<br>\nOffensichtlich wird das V&ouml;lkerrecht &agrave; la carte beziehungsweise nach Belieben angerufen. Wenn die T&uuml;rkei das Grenzgebiet in Syrien besetzt und de facto annektiert, kritisiert kaum jemand diese krasse Verletzung der UNO-Charta. Wenn Russland die Krim annektiert, wird ein Verstoss gegen das V&ouml;lkerrecht sofort angezeigt.<br>\nDie &Ouml;ffentlichkeit darf erwarten, dass Medien &uuml;ber s&auml;mtliche Verletzungen der UNO-Charta informieren &ndash; unabh&auml;ngig davon, wer sie begeht.<br>\nDas j&uuml;ngste Beispiel ist das 25-Millionen-Einwohner-Land Niger in der Sahelzone. Tagelang berichteten Medien von einem m&ouml;glichen milit&auml;rischen Eingreifen der ECOWAS-Staaten in Niger, um die dortigen Putschisten-Milit&auml;rs zu st&uuml;rzen und den gew&auml;hlten Pr&auml;sidenten wieder an die Macht zu bringen.<br>\nSeit dem Zweiten Weltkrieg gilt aber laut UNO-Charta das Prinzip der Nicht-Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes. Die Nicht-Einmischung gilt als hohes v&ouml;lkerrechtliches Gebot und als wesentliche Voraussetzung f&uuml;r den Weltfrieden.<br>\nEine milit&auml;rische Einmischung in ein anderes Land kann im Ausnahmefall &ndash; etwas vereinfacht formuliert &ndash; nur die UNO aus humanit&auml;ren oder friedensbedrohenden Gr&uuml;nden beschliessen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/voelkerrecht-nach-belieben-kosovo-krim-tuerkei-jetzt-niger\/\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&bdquo;Land ohne Mut&ldquo;: Warum Michael Esfelds Kritik der Corona-Politik unerw&uuml;nscht ist<\/strong><br>\nDas Buch des Philosophieprofessors Michael Esfeld kann nicht auf die Frankfurter Buchmesse. Warum ist diese Kritik der Corona-Ma&szlig;nahmen tats&auml;chlich unzumutbar?<br>\nCorona ist vorbei, die Aufarbeitung ebenso &ndash; eingestanden werden kleine Fehler, aber im Gro&szlig;en und Ganzen haben &bdquo;wir&ldquo; alles gut gemacht, und eine Kommission zur Evaluierung der Pandemiepolitik h&auml;lt der Bundestag auch nicht f&uuml;r n&ouml;tig. Da st&ouml;rt ein Buch wie das von Michael Esfeld &ndash; renommierter Philosophieprofessor an der Universit&auml;t Lausanne und Mitglied der Leopoldina.<br>\nDenn es formuliert, geradezu philosophisch trocken, einen Einspruch und richtet einen Weckruf an die Zivilgesellschaft: Der &bdquo;Trend&ldquo;, der den Umgang mit dem Coronavirus bestimmt hat, ist nicht vorbei. Und dieser Trend ist gar nicht gut: Er f&uuml;hrt in eine Gesellschaft, welche &bdquo;die Menschenrechte, die ergebnisoffene wissenschaftliche Forschung und die Mechanismen der Gewaltenteilung des Rechtsstaates zur Begrenzung der Aus&uuml;bung von Macht&ldquo; (S. 17) au&szlig;er Kraft setzen kann &ndash; bedarfsweise, immer wieder und irgendwann vielleicht best&auml;ndig.<br>\nEsfeld nimmt auch den Laien auf eine verst&auml;ndlich geschriebene Entdeckungsreise &bdquo;Zur&uuml;ck in die Zukunft&ldquo; (S. 18) der Philosophiegeschichte mit, in der er sowohl die Wurzeln akuter &Uuml;bel als auch Saatgut f&uuml;r bessere Fr&uuml;chte sichtet.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/coronavirus\/frankfurter-buchmesse-ohne-mut-diese-kritik-der-pandemiepolitik-ist-unerwuenscht-li.383711%20\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin A.F.:<\/strong> Einfach nur peinlich f&uuml;r die Frankfurter Buchmesse. Ich st&ouml;re mich allerdings an dem Begriff &bdquo;F&uuml;rsorgestaat&ldquo;. Das klingt doch arg f&uuml;rsorglich, tats&auml;chlich handelt es sich um einen Ma&szlig;nahmen- und autorit&auml;ren Anordungsstaat, der sich das Etikett F&uuml;rsorge angeheftet hat.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103209\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-103209","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=103209"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103209\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103211,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103209\/revisions\/103211"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=103209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=103209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=103209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}