{"id":103289,"date":"2023-09-04T10:30:54","date_gmt":"2023-09-04T08:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103289"},"modified":"2023-09-05T13:28:16","modified_gmt":"2023-09-05T11:28:16","slug":"auswirkungen-der-coronaimpfung-daten-fakten-und-schlussfolgerungen-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103289","title":{"rendered":"Auswirkungen der Coronaimpfung: Daten, Fakten und Schlussfolgerungen (1\/2)"},"content":{"rendered":"<p>In Deutschland war es ab dem zweiten Weihnachtstag 2020 m&ouml;glich, sich gegen Corona impfen zu lassen. Bis dahin musste man ohne spezielle Coronamedikamente und ohne einen wirksamen Impfschutz auskommen. Wie haben die Coronaimpfungen das Sterbegeschehen ver&auml;ndert? Wie viele Sterbef&auml;lle h&auml;tten im ersten Coronajahr vermieden werden k&ouml;nnen, wenn es bereits zu Beginn der Pandemie einen Impfstoff gegeben h&auml;tte? Mit welchem Risiko ist das Impfen verbunden? Und um welche Zeitspanne ist das Leben geimpfter Menschen verl&auml;ngert worden? Diesen und einer Reihe weiterer Fragen geht der Statistiker <strong>G&uuml;nter Eder<\/strong> in der vorliegenden Studie f&uuml;r die NachDenkSeiten nach und greift dabei auf Erfahrungen und Erkenntnisse zur&uuml;ck, die in den Jahren 2021 und 2022 mit dem Impfen gemacht worden sind.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6875\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-103289-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230904_Auswirkungen_der_Coronaimpfung_Daten_Fakten_und_Schlussfolgerungen_Teil_1_von_2_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230904_Auswirkungen_der_Coronaimpfung_Daten_Fakten_und_Schlussfolgerungen_Teil_1_von_2_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230904_Auswirkungen_der_Coronaimpfung_Daten_Fakten_und_Schlussfolgerungen_Teil_1_von_2_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230904_Auswirkungen_der_Coronaimpfung_Daten_Fakten_und_Schlussfolgerungen_Teil_1_von_2_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=103289-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/230904_Auswirkungen_der_Coronaimpfung_Daten_Fakten_und_Schlussfolgerungen_Teil_1_von_2_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"230904_Auswirkungen_der_Coronaimpfung_Daten_Fakten_und_Schlussfolgerungen_Teil_1_von_2_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\nVon G&uuml;nter Eder sind auf den NachDenkSeiten auch folgende Artikel zum Thema Corona und Statistik erschienen:\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69639\">Ein statistischer Blick auf die &Uuml;bersterblichkeit in Zeiten von Corona<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74005\">Verlorene Lebenszeit durch Corona &ndash; eine weitere S&auml;ule wankt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=76248\">Die Coronapandemie im Spiegel der amtlichen Sterbefallstatistik<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=82124\">Chancen und Risiken der Coronaimpfung &ndash; ein Blick auf die Sterbezahlen<\/a><\/p>\n<p>Gedanken eines Statistikers zur &Uuml;bersterblichkeit w&auml;hrend der Coronapandemie (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87565\">Teil 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87570\">Teil 2<\/a>)<\/p>\n<p>&Uuml;bersterblichkeit auf Rekordniveau &ndash; ein R&uuml;ckblick auf drei Jahre Corona (<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95937\">Teil 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=95986\">Teil 2<\/a>)\n<\/p><\/div><p><strong>Anzahl der Coronatoten<\/strong><\/p><p>Im ersten Jahr der Coronapandemie sind dem RKI zufolge 43.618&nbsp;Menschen an oder mit Corona gestorben (vgl. Tab.&nbsp;1). Im zweiten Jahr steigt die Zahl auf 70.271&nbsp;Verstorbene und geht 2022 wieder auf 46.318&nbsp;Verstorbene zur&uuml;ck. Im Laufe des dritten Coronajahres, als die Pandemie allgemein als &uuml;berwunden gilt, sind demnach mehr Coronatote zu beklagen als im ersten Jahr. Das ist zun&auml;chst einmal ein &uuml;berraschender Sachverhalt. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Tabelle 1: Entwicklung der Coronasterbezahlen differenziert nach Altersklassen (RKI)<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230904_EDER_1.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Das Gros der Verstorbenen war 60&nbsp;Jahre alt oder &auml;lter. Diese Altergruppe macht weit &uuml;ber 90% aller Coronatoten aus. Noch keine 60 Jahre alt waren im ersten Jahr lediglich 3,3% der Verstorbenen. Im Folgejahr steigt der Anteil auf 6,5% an, geht 2022 aber wieder auf 4,5% zur&uuml;ck. Das Leben von Kindern und Jugendlichen ist durch das Virus nicht gef&auml;hrdet. Im ersten Jahr sterben lediglich sechs Heranwachsende an einer Infektion. Das &auml;ndert sich in den Jahren danach.<\/p><p>Abbildung&nbsp;1 macht deutlich, wie stark die Zahl verstorbener Kinder und Jugendlicher zunimmt. W&auml;hrend bei Erwachsenen der relative Anstieg von 2020 nach 2021 eher moderat ausf&auml;llt und sich dann wieder umkehrt, nimmt die Zahl der Todesf&auml;lle bei Heranwachsenden kontinuierlich zu. Und das in dramatischer Weise. Zwar sind auch im Jahr 2022 immer noch &bdquo;nur&ldquo; 43&nbsp;Kinder und Jugendliche unter den Coronatoten zu verzeichnen, doch ist die Sterbezahl damit fast acht Mal so hoch wie im Ausgangsjahr 2020.<br>\nAbbildung 1<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230904_EDER_2.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Eine medizinische Erkl&auml;rung f&uuml;r den starken Anstieg gibt es bisher nicht. Zwar wird immer wieder darauf verwiesen, dass das Immunsystem der Kinder und Jugendlichen aufgrund fehlender sozialer Kontakte w&auml;hrend der Pandemie weniger gut trainiert sei und sie so anf&auml;lliger w&auml;ren f&uuml;r Erkrankungen, doch ob das tats&auml;chlich der entscheidende Grund ist, wei&szlig; man nicht.<\/p><p><strong>Zur Wirksamkeit der Coronaimpfung<\/strong><\/p><p>Die Bereitschaft der Menschen, sich impfen zu lassen, war von Beginn an hoch und Ende 2021 waren mehr als dreiviertel aller Erwachsenen doppelt geimpft. Man war allgemein davon &uuml;berzeugt, dass nur so ein guter Schutz gegen eine Coronainfektion und einem daraus m&ouml;glicherweise resultierenden schweren Krankheitsverlauf sichergestellt werden k&ouml;nne. Gest&uuml;tzt wurde die Auffassung durch Studienergebnisse, die die Pharmaindustrie vorlegte. So hebt beispielsweise BioNTech in einer Pressemitteilung vom 18.&nbsp;November 2020 die hervorragende Schutzwirkung seines mRNA-Impfstoffs hervor.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Wirksamkeit der Impfung war &uuml;ber alle Alters- und Geschlechtsgruppen in der gesamten diversen Studienpopulation konsistent. Der Impfschutz bei Erwachsenen &uuml;ber 65&nbsp;Jahre lag bei &uuml;ber 94%.&ldquo; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]\n<\/p><\/blockquote><p>Damit die Menschen Vertrauen in eine Impfung haben, ist es wichtig, dass diese einen hohen Schutz garantiert. Doch worauf bezieht sich der in der Pressemitteilung genannte Impfschutz von 94%? Sind Geimpfte damit besonders gut vor einer Infektion gesch&uuml;tzt, vor der Weitergabe des Virus, vor (schwerwiegenden) Erkrankungen, vor einem Krankenhausaufenthalt oder vor dem Tod? Hierzu macht BioNTech keine Aussage.<\/p><p>Allgemein beziehen sich Angaben zur Effizienz auf den Schutz vor Erkrankungen, in diesem Fall also vor einer symptomatischen Coronaerkrankung. Und so scheint der Prozentwert auch gemeint zu sein. Zumindest legt ein Blick in die Zulassungsstudie diese Vermutung nahe. [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Das RKI wird hier konkreter und gibt in den w&ouml;chentlichen Lageberichten zu Corona an, wie gut die Impfung vor dem Tod sch&uuml;tzt. In einer Sonderauswertung werden f&uuml;r die zweite Jahresh&auml;lfte 2021 Werte zwischen 86% und 97% ausgewiesen. [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Die Wirksamkeit der Impfung liegt danach f&uuml;r 18- bis 59-J&auml;hrige im Mittel bei 95,9% und f&uuml;r &uuml;ber 60-J&auml;hrige bei 87,5%. Werte in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung k&ouml;nnen als &auml;u&szlig;erst zufriedenstellend angesehen werden, wenn sie korrekt berechnet worden sind. Doch wie sind sie ermittelt worden?<\/p><p>Das RKI orientiert sich nicht an der offiziellen Definition der Effektivit&auml;t, sondern greift auf die Screening-Methode nach Farrington zur&uuml;ck. Das ist ein stark vereinfachtes Rechenverfahren, das &ndash; nach Selbsteinsch&auml;tzung des RKI &ndash; lediglich grobe Sch&auml;tzwerte f&uuml;r die Wirksamkeit der Impfung liefert. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Formal ist die Effektivit&auml;t definiert &uuml;ber die Sterbequote der Geimpften in Relation zur Sterbequote der Ungeimpften:<\/p><blockquote><p>\nEffektivit&auml;t = 100 x (1 &ndash; (Sterbequotegeimpft \/ Sterbequoteungeimpft))\n<\/p><\/blockquote><p>Als Ergebnis erh&auml;lt man einen Wert, der Auskunft dar&uuml;ber gibt, mit welcher prozentualen Verringerung der Sterbewahrscheinlichkeit man als Geimpfter gegen&uuml;ber einem Ungeimpften rechnen kann. Die Effektivit&auml;t kann folglich maximal 100% betragen und nimmt negative Werte an, wenn das Impfen das Sterberisiko erh&ouml;ht. Ein Wert nahe Null bedeutet, dass Impfungen praktisch keinen Einfluss auf die Zahl der Sterbef&auml;lle haben.<\/p><p>F&uuml;r die Aussagesch&auml;rfe der Effektivit&auml;t ist es von Vorteil, wenn der Berechnung ein Zeithorizont zugrundeliegt und dieser mit ausgewiesen wird. H&auml;ufig stehen die ersten 30&nbsp;Tage nach einer Infektion (positiver PCR-Test) im Fokus. Das bedeutet, dass nur solche F&auml;lle in die Betrachtung eingehen, bei denen nicht mehr als 30&nbsp;Tage zwischen der Infektion und dem Sterbedatum liegen. Die Impfeffektivit&auml;t macht dann eine Aussage &uuml;ber das Sterbegeschehen in diesen 30 Tagen. Sterbef&auml;lle, die nach dem 30.&nbsp;Tag auftreten, gehen nicht in die Berechnung ein, haben folglich keinen Einfluss auf die H&ouml;he der Effektivit&auml;t.<\/p><p>Beim RKI wird der Zeitaspekt nicht direkt ber&uuml;cksichtigt, flie&szlig;t aber indirekt mit ein, da den Coronadaten ein Zeitintervall von jeweils vier Wochen zugrundeliegt. Extrem geschw&auml;cht wird die Aussagekraft der Ergebnisse jedoch dadurch, dass das RKI den Impfstatus der meisten Verstorbenen nicht kennt. Lediglich von 39% der Coronatoten wei&szlig; man, ob sie geimpft sind oder nicht (Stand: 44.&nbsp;KW 2021). [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Wie sich das Nichtwissen auf die H&ouml;he der Impfeffektivit&auml;t auswirkt, l&auml;sst sich nicht sagen und kann vermutlich auch das RKI nicht beurteilen. Mit anderen Worten: Wenn die in den Wochenberichten ver&ouml;ffentlichten Daten zum Infektions- und Sterbegeschehen den Wissensstand des RKI korrekt widerspiegeln, verf&uuml;gt das RKI gar nicht &uuml;ber die n&ouml;tigen Informationen, um die Impfeffektivit&auml;t sauber zu berechnen.<\/p><p>Zum Gl&uuml;ck ist die Datensituation in Gro&szlig;britannien deutlich besser. Dort werden alle Covidtoten danach unterschieden, ob sie geimpft sind oder nicht. Und zudem werden Sterbedaten f&uuml;r unterschiedlich lange &Uuml;berlebenszeiten ausgewiesen: f&uuml;r 28&nbsp;Tage und f&uuml;r 60&nbsp;Tage. Damit ist man nicht nur in der Lage, die Impfeffektivit&auml;t exakt zu berechnen, sondern kann zudem beurteilen, wie sich ein l&auml;ngerer Zeithorizont auf die Impfeffektivit&auml;t auswirkt.<\/p><p>Auf Basis der Daten, die die nationale Health Security Agency f&uuml;r die Zeit von der 38. bis zur 41.&nbsp;KW 2021 f&uuml;r Gro&szlig;britannien ausweist, erh&auml;lt man die in Tabelle&nbsp;2 angegebenen Effektivit&auml;tswerte. [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] J&uuml;ngere Menschen sind danach durch die Impfung besser gegen den Tod gesch&uuml;tzt als &auml;ltere Menschen. Bei Personen &uuml;ber 60&nbsp;Jahre betr&auml;gt der Impfschutz, je nach betrachteter &Uuml;berlebenszeit, 69,8% (28&nbsp;Tage) bzw. 69,1% (60&nbsp;Tage). Der Impfschutz bei 18- bis 59-J&auml;hrigen ist deutlich h&ouml;her und liegt bei 81,7% (28&nbsp;Tage) bzw. 79,0% (60&nbsp;Tage). Die Impfung bietet folglich einen guten Schutz davor, an einer Coronainfektion zu versterben. Allerdings ist der Schutz bei Weitem nicht so hoch, wie man aufgrund der unspezifischen 94-Prozent-Angabe von BioNTech (f&uuml;r &uuml;ber 65-J&auml;hrige) vermuten w&uuml;rde.<\/p><p>Tabelle 2: Wirksamkeit der Coronaimpfung gegen den Tod<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230904_EDER_3.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Die Effektivit&auml;tswerte f&uuml;r Kinder und Jugendliche sind weniger gut fundiert als die f&uuml;r &auml;ltere Geimpfte, da nur f&uuml;nf unter 18-J&auml;hrige in dem betrachteten Zeitraum gestorben sind (vom Beginn der Impfung bis zur 41.&nbsp;KW 2021).<\/p><p>Eine Best&auml;tigung erfahren die Ergebnisse durch eine amerikanische Studie. Dort hat eine Forschergruppe der Universit&auml;t von Miami (Florida) die Wirksamkeit der Impfung am Beispiel von ehemaligen Milit&auml;rangeh&ouml;rigen untersucht, von denen der J&uuml;ngste 19&nbsp;Jahre alt war. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Die Studie umfasst die Zeit vom 25.&nbsp;Juli bis zum 30. September 2021 und st&uuml;tzt sich auf die Coronadaten von 57.784&nbsp;Veteranen und Veteraninnen. Von diesen verstarben 4.478 innerhalb eines Zeitraums von 30&nbsp;Tagen nach einem positiven PCR-Test. Die Ergebnisse der Studie best&auml;tigen die grunds&auml;tzliche Richtigkeit der britischen Werte. Zwar sind die Altersgrenzen mit 18&nbsp;Jahre als unterer und 65&nbsp;Jahre als oberer Grenze etwas anders gew&auml;hlt, doch wird die Vergleichbarkeit der Ergebnisse dadurch nicht entscheidend beeintr&auml;chtigt. Die altersbezogenen Effektivit&auml;tswerte, die die amerikanische Forschergruppe ermittelt hat, unterscheiden sich kaum von den britischen Werten. F&uuml;r Menschen zwischen 19 und 64&nbsp;Jahre liegt die Impfeffektivit&auml;t gegen den Tod bei 83%, f&uuml;r &auml;ltere Menschen ab 65&nbsp;Jahre bei 69%. <\/p><p>Da in Deutschland die gleichen Impfstoffe verwendet werden wie in Gro&szlig;britannien bzw. den USA, kann man davon ausgehen, dass auch die Schutzwirkung &auml;hnlich hoch ist. Es spricht folglich nichts dagegen, die ermittelten Effektivit&auml;tswerte auf Deutschland zu &uuml;bertragen, wenn man absch&auml;tzen m&ouml;chte, wie viele Todesf&auml;lle im Jahr 2020 durch die Impfung h&auml;tten verhindert werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Tabelle&nbsp;3 gibt einen Eindruck von der H&ouml;he der m&ouml;glichen Reduktion. Es ist eine 60-Tage-Impfeffektivit&auml;t unterstellt worden, wie sie f&uuml;r Gro&szlig;britannien ermittelt worden ist.<\/p><p>Tabelle 3: Tats&auml;chliche und hypothetisch zu erwartende Anzahl an Coronatoten in Deutschland 2020 <\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230904_EDER_4.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Angenommen, die Bev&ouml;lkerung w&auml;re vollst&auml;ndig geimpft gewesen, so h&auml;tte es im Jahr 2020 nicht 43.618 Coronatote gegeben, sondern lediglich 13.332. Die Zahl der Todesf&auml;lle w&auml;re um 30.286 zur&uuml;ckgegangen. Die errechneten Werte sind das Ergebnis rein theoretischer &Uuml;berlegungen. Wie nahe man ihnen realiter h&auml;tte kommen k&ouml;nnen, l&auml;sst sich nicht sagen. Was man dar&uuml;ber hinaus nicht wei&szlig; &ndash; und das ist ein besonders bitterer Wermutstropfen &ndash; ist, um welche Zeitspanne das Leben der &bdquo;Geretteten&ldquo; verl&auml;ngert worden ist. Das Einzige, was man verl&auml;sslich sagen kann, ist, dass sie nicht in den ersten 60&nbsp;Tagen nach der Infektion gestorben w&auml;ren, sie also mindestens noch 60&nbsp;Tage gelebt h&auml;tten. &Uuml;ber die Zeit danach macht die Impfeffektivit&auml;t keine Aussage.<\/p><p>Als sinnvoll hat sich vor allem das Impfen alter Menschen erwiesen. Hier h&auml;tte die Zahl der Todesf&auml;lle im Jahr 2020 um bis zu 29.128 zur&uuml;ckgehen k&ouml;nnen. Die Sterbezahl bei den 20- bis 59-J&auml;hrigen h&auml;tte dagegen nur um 1.153 abgenommen.<\/p><p>Die Zahlen machen deutlich, wie stark das Impfen alter Menschen das Sterbegeschehen beeinflusst und wie gering der Effekt ist, der von der Impfung der unter 60-J&auml;hrigen ausgeht. Selbst wenn im Jahr 2020 alle unter 60-J&auml;hrigen geimpft gewesen w&auml;ren, h&auml;tte die Zahl der Coronatoten dadurch um maximal 2,6% abgesenkt werden k&ouml;nnen. Um das Leben einer einzigen erwachsenen Person unter 60&nbsp;Jahre zu retten, h&auml;tten fast 40.000&nbsp;Menschen dieser Altersgruppe geimpft sein m&uuml;ssen.<\/p><p>Doch zur&uuml;ck zum Aspekt der Lebensverl&auml;ngerung durch die Impfung. Dazu ist zun&auml;chst anzumerken, dass fast alle Menschen, deren Leben durch Corona gef&auml;hrdet ist, mehr oder weniger stark vorerkrankt sind. Das haben die Obduktionen von Professor P&uuml;schel in Hamburg gezeigt. [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] Vorerkrankungen werden durch die Impfung in den seltensten F&auml;llen positiv beeinflusst. Sie bestehen nach der Impfung fort und schr&auml;nken die Lebensperspektive stark ein. Zudem ist zu bedenken, dass die meisten gef&auml;hrdeten Menschen alt oder sehr alt sind. Im Jahr 2020 lag das Durchschnittsalter der Coronatoten bei 83&nbsp;Jahre. Unter diesen Bedingungen muss man realistischerweise davon ausgehen, dass das Leben von Menschen, die lediglich aufgrund der Impfung &uuml;berlebt haben, eher um Monate als um Jahre verl&auml;ngert worden ist. Darauf deutet auch der Verlauf der &Uuml;bersterblichkeit hin. Der ist (insbesondere nach der ausgepr&auml;gten zweiten Welle) gekennzeichnet durch eine starke Untersterblichkeit in der abklingenden Phase. Dieser Effekt ist zu erwarten, wenn ein Gro&szlig;teil der Coronatoten (auch ohne die Covid-Infektion) nur noch wenige Monate gelebt h&auml;tte. (vgl. hierzu [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>])<\/p><p><strong>Gemeldete Todesf&auml;lle in zeitlicher N&auml;he zur Impfung<\/strong><\/p><p>Bis Ende 2021 sind 66,7% aller Menschen in Deutschland doppelt geimpft und 53,3% zus&auml;tzlich geboostert. Die Zahl der Auffrischimpfungen steigt ab der 44. Woche steil an und erreicht in der 50. Woche 2021 ihren H&ouml;hepunkt. Danach geht die Zahl der Impfwilligen stetig zur&uuml;ck und seit dem Fr&uuml;hjahr 2022 lassen sich kaum noch Menschen impfen. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Zust&auml;ndig f&uuml;r die Zulassung, &Uuml;berwachung und Beurteilung von Impfstoffen ist in Deutschland das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Treten in zeitlicher N&auml;he zur Impfung Nebenwirkungen auf, so m&uuml;ssen diese dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden. Dazu ist der behandelnde Arzt formal verpflichtet. Auch Betroffene oder Angeh&ouml;rige k&ouml;nnen Nebenwirkungen &uuml;ber das Internet anzeigen. Hierf&uuml;r ist ein detaillierter zweiseitiger Fragebogen auszuf&uuml;llen.<\/p><p>Jenseits von Corona hat die Beh&ouml;rde in der Vergangenheit zweimal im Jahr eine Liste ver&ouml;ffentlicht, aus der hervorgeht, welche Impfnebenwirkungen konkret gemeldet worden sind. Daraus ist unter anderem zu ersehen, wie viele Todesf&auml;lle es gegeben hat. Die Anzahl war in der Vergangenheit durchweg gering. Zwischen 2016 und 2020 waren es nie mehr als 30&nbsp;gemeldete Todesf&auml;lle pro Jahr. [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>]<\/p><p>Seit dem 14. April 2022 werden diese Daten nicht mehr ver&ouml;ffentlicht. Dem PEI zufolge gen&uuml;gt die Datenbank nicht mehr den hohen IT-Sicherheitsanforderungen und ist &bdquo;bis zu deren technischer Erneuerung vor&uuml;bergehend &bdquo;on hold&ldquo; gesetzt.&ldquo; [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] Man darf gespannt sein, wie lange dieser Zustand anhalten wird oder ob es auf Dauer so bleiben wird.<\/p><p>&Uuml;ber Nebenwirkungen und Impfkomplikationen, die im Zuge von Coronaimpfungen auftreten, informiert das PEI seit dem 4. Januar 2021 in einem Sonderformat, den monatlich erscheinenden Sicherheitsberichten. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Darin werden die nach einer Impfung festgestellten Nebenwirkungen ausf&uuml;hrlich und differenziert dargestellt und bewertet. Berichtet wird auch &uuml;ber Todesf&auml;lle, die nach Coronaimpfungen aufgetreten sind. <\/p><p>Im Jahr 2021 sind insgesamt 2.255&nbsp;Todesfallmeldungen beim PEI eingegangen. Es ist der erste Wert, der Auskunft &uuml;ber die Gesamtzahl gemeldeter Corona-Impftoter eines Jahres gibt, und es ist zugleich auch der letzte. Denn seit Mitte 2022 werden keine Sicherheitsberichte und damit auch keine Sterbezahlen mehr ver&ouml;ffentlicht, obwohl f&uuml;r das erste Halbjahr 2022  noch einmal 768&nbsp;Todesf&auml;lle gemeldet worden sind. Das PEI begr&uuml;ndet die Einstellung mit der inzwischen &bdquo;umfangreichen Datenlage zur Sicherheit der COVID-19-Impfstoffprodukte&ldquo;. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Die Auswertung der Meldezahlen bleibt daher hier auf das Jahr 2021 beschr&auml;nkt.<\/p><p>2.255 gemeldete Todesf&auml;lle innerhalb eines Jahres sind, wenn man sie mit entsprechenden Werten der Vorjahre vergleicht, eine be&auml;ngstigend hohe Anzahl. Umso erstaunlicher ist es, dass die Todesfallmeldungen in der Diskussion um das F&uuml;r und Wider der Coronaimpfung &uuml;berhaupt keine Rolle gespielt haben.<\/p><p>Unter den 2.255&nbsp;Todesf&auml;llen, die nach der Impfung auftraten, waren acht Kinder und Jugendliche. Wie sich die restlichen 2.247&nbsp;Meldungen altersm&auml;&szlig;ig verteilen, wird in den Sicherheitsberichten nicht aufgeschl&uuml;sselt.<\/p><p>Mit Hilfe der Impfnebenwirkungsstatistiken, die die European Medicines Agency (EMA) ver&ouml;ffentlicht, ist es jedoch m&ouml;glich, die Aufteilung grob abzusch&auml;tzen. [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] Demnach hatten 2021 auf europ&auml;ischer Ebene 72,4% aller gemeldeten Impftoten das 65.&nbsp;Lebensjahr &uuml;berschritten. 27,6% waren 64&nbsp;Jahre oder j&uuml;nger. Zum Vergleich: Der Anteil der unter 60-J&auml;hrigen an den Coronatoten liegt im Mittel bei nur 5%. F&uuml;r unter 60-J&auml;hrige ist die Impfung folglich mit einem im Vergleich zur Infektion relativ h&ouml;heren Sterberisiko verbunden als bei &auml;lteren Menschen.<\/p><p>Aufgrund der etwas unterschiedlichen Altergrenzen wird f&uuml;r die &Uuml;bertragung auf Deutschland ein leicht auf- bzw. abgerundetes Meldeverh&auml;ltnis von 3:1 unterstellt. Teilt man die dem PEI gemeldeten Todesf&auml;lle entsprechend auf die unter und &uuml;ber 60-J&auml;hrigen auf, so erh&auml;lt man die in Tabelle&nbsp;4 angegebenen Sch&auml;tzwerte. Auf die Altersgruppe der 20- bis 59-J&auml;hrigen entfallen dann 562&nbsp;Todesfallmeldungen, auf die Gruppe der &uuml;ber 60-J&auml;hrigen 1.685.<\/p><p>W&auml;ren Ende 2021 nicht nur 66,7%, sondern 100% aller Menschen in Deutschland geimpft gewesen, so h&auml;tte es deutlich mehr Todesfallmeldungen gegeben. Der Tabelle&nbsp;4 kann entnommen werden, wie stark die Zahl der Meldungen voraussichtlich angestiegen w&auml;re. Hierf&uuml;r sind die Meldezahlen mit dem reziproken Wert der Impfquote multipliziert worden. Die Zahl zu erwartender Todesfallmeldungen erh&ouml;ht sich dadurch auf 2.887.<\/p><p>Tabelle 4: Anzahl geimpfter Personen und Anzahl gemeldeter Todesf&auml;lle in zeitlicher N&auml;he zur Impfung<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/230904_EDER_5.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Die hypothetische &Uuml;berlegung, wie viele Impftote es gegeben h&auml;tte, wenn die gesamte Bev&ouml;lkerung geimpft gewesen w&auml;re, ist f&uuml;r keine Altersgruppe so relevant wie f&uuml;r die unter 20-J&auml;hrigen. Den Angaben des PEI zufolge sind im Jahr 2021 acht Kinder und Jugendliche nach der Impfung gestorben. Geimpft waren zu dieser Zeit lediglich 16,6% der Heranwachsenden. W&auml;re die Altergruppe vollst&auml;ndig geimpft gewesen, h&auml;tte man mit sechs Mal so vielen Todesfallmeldungen rechnen m&uuml;ssen, also mit 48&nbsp;Verstorbenen.<\/p><p>An den Folgen einer Coronainfektion sind im gleichen Zeitraum jedoch &bdquo;nur&ldquo; 34&nbsp;Kinder und Jugendliche gestorben (vgl. Tab&nbsp;1). Das bedeutet, dass selbst wenn die Impfung den Tod aller an Corona verstorbenen Heranwachsenden h&auml;tte verhindern k&ouml;nnen, w&auml;ren vermutlich mehr Kinder infolge der Impfung gestorben als ohne die Impfung an Corona gestorben sind.<\/p><p>F&uuml;r 20- bis 59-J&auml;hrige stellt sich die Situation, trotz 562&nbsp;gemeldeter Impftoter, nicht ganz so dramatisch dar. Um die Angabe zur Zahl der Toten als Entscheidungshilfe f&uuml;r oder gegen eine Impfung nutzen zu k&ouml;nnen, muss man den Wert in Relation zur Zahl der Coronatoten betrachten. Das waren im Jahr 2020, als noch niemand geimpft war, 1.459&nbsp;Verstorbene und im Jahr 2021, als bis Ende des Jahres dreiviertel aller 18- bis 59-J&auml;hrigen doppelt geimpft waren, 4.595 Verstorbene. Wenn man einmal von dem eigenartigen Sachverhalt absieht, dass im Jahr 2021 trotz Impfung dreimal so viel j&uuml;ngere Menschen an Corona gestorben sind wie im Jahr 2020, ist das Risiko, an einer Impfung zu versterben, durchaus von einer Gr&ouml;&szlig;enordnung, die bei der Impfentscheidung ber&uuml;cksichtigt werden sollte.<\/p><p>W&auml;ren im Jahr 2020 alle Menschen dieser Altergruppe geimpft gewesen, so h&auml;tte es zwar 1.153&nbsp;Coronatote weniger gegeben (vgl.&nbsp;Tab.&nbsp;3), gleichzeitig aber w&auml;ren 756&nbsp;Todesfallmeldungen nach der Impfung zu erwarten gewesen (vgl. Tab.&nbsp;4). Letztlich w&auml;re die Zahl der Sterbef&auml;lle also nur um 397&nbsp;Personen zur&uuml;ckgegangen. Bezieht man die Zahl der Impftoten in die Wirksamkeitsbetrachtung mit ein, so h&auml;tten von der Altersgruppe der 18-&nbsp;bis&nbsp;59-J&auml;hrigen 115.000&nbsp;Menschen geimpft sein m&uuml;ssen, um das Leben einer einzigen Person zu retten.<\/p><p>Bei gr&uuml;ndlicher Abw&auml;gung der Vor- und Nachteile sind mRNA-Impfungen eigentlich nur f&uuml;r alte Menschen mit schweren oder schwersten Vorerkrankungen uneingeschr&auml;nkt empfehlenswert.<\/p><p>Wie sind die Meldezahlen zu Impfnebenwirkungen grunds&auml;tzlich zu bewerten? Ist eine gemeldete Zahl von 2.255&nbsp;Impftoten eher als zu hoch oder eher als zu niedrig einzusch&auml;tzen? Wird nur ein Teil der impfbedingten Todesf&auml;lle tats&auml;chlich erkannt und dem PEI gemeldet oder werden viele Sterbef&auml;lle aufgrund einer zeitlichen N&auml;he zur Impfung vorschnell und f&auml;lschlicherweise der Impfung zugerechnet? Eine Antwort auf die Frage f&auml;llt schwer und wird noch dadurch erschwert, dass das PEI keine Auskunft dar&uuml;ber gibt, ob Meldungen von einem Arzt, Krankenhaus oder Gesundheitsamt eingereicht worden sind oder von einer Privatperson. Das ist bedauerlich, da es f&uuml;r die Beurteilung der Verl&auml;sslichkeit der Werte eine wichtige Zusatzinformation w&auml;re. Denn Meldungen von &Auml;rzten k&ouml;nnen sicher mit h&ouml;herer Wahrscheinlichkeit als korrekt angesehen werden als Meldungen von Privatpersonen.<\/p><p>Im Sicherheitsbericht vom September 2022 teilt das Paul-Ehrlich-Institut dann &uuml;berraschend mit, dass von den bis Juni 2022 gemeldeten 3.023&nbsp; Todesf&auml;llen lediglich 120 als &bdquo;konsistent mit einem urs&auml;chlichen Zusammenhang mit der Gabe des jeweiligen COVID-19-Impfstoffs&ldquo; angesehen werden k&ouml;nnen. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Wie die Zahl von 120 Impftoten ermittelt worden ist, wird nicht n&auml;her erl&auml;utert. Nur eines ist klar: Auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die aus der Obduktion Verstorbener resultieren, basiert die Angabe nicht. Denn Obduktionen von Personen, die in zeitlicher N&auml;he zur Impfung gestorben sind, sind hierzulande kaum durchgef&uuml;hrt worden.<\/p><p>Das bem&auml;ngelte Johannes Friedmann, der Leiter der Arbeitsgruppe Obduktion im <em>Bundesverband Deutscher Pathologen<\/em>, bereits im M&auml;rz 2021 und forderte in einem Schreiben an den Bundesgesundheitsminister mehr Obduktionen von gemeldeten Impftoten. &bdquo;Nur so k&ouml;nnen Zusammenh&auml;nge zwischen Todesf&auml;llen und Impfungen ausgeschlossen oder nachgewiesen werden.&ldquo; Seiner Einsch&auml;tzung nach ist insgesamt viel zu wenig obduziert worden, so dass man &uuml;ber m&ouml;gliche Todesursachen eigentlich &bdquo;noch gar nichts wei&szlig;&ldquo;. [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>Zu den wenigen Pathologen, die &uuml;berhaupt gemeldete Impftote in gr&ouml;&szlig;erer Zahl obduziert haben, z&auml;hlt Peter Schirmacher, der gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Direktor des Pathologischen Instituts am Universit&auml;tsklinikum Heidelberg. Er hat mehr als vierzig Menschen untersucht, die innerhalb von zwei Wochen nach einer Coronaimpfung gestorben sind. Seiner Erfahrung nach kann man davon ausgehen, dass etwa 30% bis 40% der Obduzierten aufgrund der Impfung gestorben sind. Er verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die mRNA-Impfstoffe neuartige Substanzen enthalten, die bisher noch nie in Impfstoffen enthalten waren und im K&ouml;rper Reaktionen ausl&ouml;sen k&ouml;nnen, deren langfristige Auswirkungen nicht bekannt sind. [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]<\/p><p>Geht man davon aus, dass die Einsch&auml;tzung von Professor Schirmacher zutrifft, so d&uuml;rften von den 2.255 gemeldeten Impftoten des Jahres 2021 zwischen 676 und 902&nbsp;Betroffene an der Impfung gestorben sein. Das sind sechs- bis siebenmal so viele Tote, wie das PEI vermutet.<\/p><p>Zus&auml;tzlich muss man bedenken, dass viele Impftote nicht als solche erkannt und gemeldet werden. Wie hoch die Dunkelziffer ist, kann niemand verl&auml;sslich sagen. Die der amerikanischen Regierung unterstellte Bundesbeh&ouml;rde <em>Agency for Healthcare Research and Quality<\/em> hat in einer Untersuchung, die sich mit dieser Frage befasste, festgestellt, dass weniger als 0,3% aller Nebenwirkungen, die von Medikamenten herr&uuml;hren, auch tats&auml;chlich gemeldet werden. Die Meldequote f&uuml;r Impfnebenwirkungen wird nicht explizit ausgewiesen. Es hei&szlig;t lediglich, dass sie unter 1% liegt. Das kann bedeuten, dass die Quote &auml;hnlich hoch ist wie bei Medikamenten. Es kann aber auch hei&szlig;en, dass die Quote zwei- oder dreimal so hoch ist. [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]<\/p><p>F&uuml;r schwerwiegende Nebenwirkungen von Medikamenten hat man in der Studie eine deutlich h&ouml;here Aufdeckungsquote ermittelt. Sie liegt zwischen 1% und 13%. Es liegt nahe zu vermuten, dass die schwerste aller Nebenwirkungen, n&auml;mlich der Tod, noch h&auml;ufiger aufgedeckt wird. Ob oder wie diese Ergebnisse auf das Impfen &uuml;bertragbar sind, wird nicht gesagt. &Uuml;ber die H&ouml;he der Aufdeckungsquote bei Impftoten kann man folglich nur spekulieren. M&ouml;glicherweise liegt sie bei 10%, vielleicht aber auch bei 20% oder 30%.<\/p><p>Damit bleibt offen, ob und wie stark die Zahl gemeldeter Todesf&auml;lle nach unten oder nach oben korrigiert werden m&uuml;sste, wenn man einen korrekteren, die Realit&auml;t besser abbildenden Wert f&uuml;r die Zahl der Impftoten anstreben w&uuml;rde. Vieles spricht daf&uuml;r, dass der Wert deutlich angehoben werden m&uuml;sste. Doch Studien, die dar&uuml;ber verl&auml;sslich Auskunft geben und die allgemein anerkannt sind, gibt es nicht. Angesicht dieser Sachlage scheint die gemeldete Zahl an Todesf&auml;llen immer noch der solideste Sch&auml;tzwert f&uuml;r die Zahl der Impftoten zu sein, auch wenn es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eher um einen unteren Grenzwert handelt.<\/p><p><em>Im morgen erscheinenden <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103330\">zweiten Teil des Artikels<\/a> blickt G&uuml;nter Eder auf die &Uuml;bersterblichkeit und geht dabei auf die Frage ein, wie sich das Sterbegeschehen in den letzten Jahren ver&auml;ndert hat.<\/em><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/465a755bca4e41cb8d318335a9cf2878\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Titelbild: Cryptographer\/shutterstock.com<\/p><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Robert Koch-Institut: <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Projekte_RKI\/COVID-19_Todesfaelle\">Coronavirus SARS-CoV-2 &ndash; Todesf&auml;lle nach Sterbedatum<\/a>, Stand: 19. Januar 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] BioNTech Pressemitteilung &ndash; <a href=\"https:\/\/investors.biontech.de\/de\/node\/8771\/pdf\">Pfizer und BioNTech schlie&szlig;en Phase-3-Studie erfolgreich ab<\/a>. 18. November 2020, New York und Mainz<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Fernando P. Polack et al. &ndash; <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC7745181\/\">Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine.<\/a> BioNTech- Zulassungsstudie ver&ouml;ffentlicht am 10. Dez. 2020, IN: The New England Journal of Medicine<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Robert Koch-Institut &ndash; <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Daten\/Impfeffektivitaet.html\">Gesch&auml;tzte Impfeffektivit&auml;t der COVID-19-Impfung nach Altersgruppen<\/a>. Stand 2.5.2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Robert Koch-Institut &ndash; <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Situationsberichte\/Wochenbericht\/Wochenberichte_Tab.html;jsessionid=B4BB10D1EDC51A961EE9F0B6FA3682CA.internet062?nn=13490888\">W&ouml;chentlicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Kranklheit-2019<\/a> (COVID-19) <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] UK Health Security Agency &ndash; <a href=\"https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/government\/uploads\/system\/uploads\/attachment_data\/file\/1027511\/Vaccine-surveillance-report-week-42.pdf\">COVID-19 vaccine surveillance report<\/a>, Week 42 2021<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Fei Tang et al. &ndash; <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/action\/showPdf?pii=S2666-7568%2822%2900166-0\">COVID-19 mRNA vaccine effectiveness against hospitalisation and death in veterans<\/a>. IN: The Lancet, Vol.3 September 2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Obduktionen in Hamburg &ndash; <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Fast-alle-Corona-Toten-waren-vorerkrankt-article22371530.html\">Fast alle Corona-Toten waren vorerkrankt<\/a>. NTV vom 30. Februar 2021<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] G&uuml;nter Eder &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=87565\">Gedanken eines Statistikers zur &Uuml;bersterblichkeit w&auml;hrend der Coronapandemie<\/a>. NachDenkSeiten vom 3. September 2022 <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Robert Koch-Institut: <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/InfAZ\/N\/Neuartiges_Coronavirus\/Daten\/Impfquoten-Tab.html;jsessionid=4A3823529EC983C68CD4D503D8DA06C1.internet111\">Digitales Impfquotenmonitoring zur Covid-19-Impfung<\/a>. Stand: 20. Januar 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Paul-Ehrlich-Institut &ndash; <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/DE\/arzneimittelsicherheit\/pharmakovigilanz\/uaw-datenbank\/uaw-datenbank-node.html\">Auswertung der Verdachtsfallmeldungen von Impfkomplikationen 2000 bis 2021 (exclusive Covid-19-Impfstoffe)<\/a> <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Paul-Ehrlich-Institut &ndash; <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/newsroom\/dossiers\/sicherheitsberichte\/sicherheitsbericht-27-12-20-bis-31-12-21.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=5\">Sicherheitsbericht: Verdachtsf&auml;lle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor Covid-19 seit Beginn der Impfkampagne<\/a>. Stand: 7.2.2022, Langen <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Europaen Medicines Agency &ndash; <a href=\"https:\/\/www.adrreports.eu\/de\/index.html\">Online-Zugriff auf Verdachtsfallmeldungen &uuml;ber Arzneimittel-nebenwirkungen<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Carina Rehberg &ndash; <a href=\"https:\/\/www.zentrum-der-gesundheit.de\/news\/gesundheit\/covid-19\/corona-todesfaelle\">Corona-Impfung: Pathologe vermutet Dunkelziffer bei Impftoten. Zentrum der Gesundheit<\/a>, 24. Juli 2022<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Lazarus Ross &ndash; <a href=\"https:\/\/digital.ahrq.gov\/sites\/default\/files\/docs\/publication\/r18hs017045-lazarus-final-report-2011.pdf\">Electronic Support for Public Health-Vaccine Adverse Event Reporting System. Grant ID: R18 HS 017045<\/a>, AHRQ Rockville 2011<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland war es ab dem zweiten Weihnachtstag 2020 m&ouml;glich, sich gegen Corona impfen zu lassen. Bis dahin musste man ohne spezielle Coronamedikamente und ohne einen wirksamen Impfschutz auskommen. Wie haben die Coronaimpfungen das Sterbegeschehen ver&auml;ndert? Wie viele Sterbef&auml;lle h&auml;tten im ersten Coronajahr vermieden werden k&ouml;nnen, wenn es bereits zu Beginn der Pandemie einen Impfstoff<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=103289\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":95938,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149],"tags":[712,3018,469,2880,2453,3035,2856,1556,2834],"class_list":["post-103289","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","tag-arzneimittel","tag-arzneimittelnebenwirkungen","tag-grossbritannien","tag-impfungen","tag-mortalitaet","tag-paul-ehrlich-institut","tag-robert-koch-institut","tag-usa","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Shutterstock_2106969785.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=103289"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103352,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/103289\/revisions\/103352"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/95938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=103289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=103289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=103289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}